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Beglaubigte Abschrift

VE RWALTU N GSG E RI C HT rcÖIT.I

IM NAMEN DES VOLKES


URTEIL
8 K 2202t17

I n dem veruvaltungsgerichtlichen Verfahren

des Herrn Hermann Lüdeking, Karlstraße 48,78073 Bad Dürrheim,

Klägers,
gegen

die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Generalzolldirektion, Service-


Center Köln , Neusser Straße 159, 50733 Köln,

Beklagte

wegen Kriegsfolgenrecht

hat die L Kammer aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 21. Juni 2018

durch den Vorsitzenden Richter am Verwaltungsgericht Schommertz,


den Richter am Venraltungsgericht Roos,
den Richter Kasprzyk,
die ehrenamtliche Richterin Schröder und
die ehrenamtliche Richterin Steinbach

für Recht erkannt:


-2-

Die Klage wird abgewiesen

Die Kosten des Verfahrens hat der Kläger zu tragen

Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der Kläger kann die Voll-
streckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 Prozent des aufgrund des
Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Voll-
streckung Sicherheit in Höhe von 110 Prozent des jeweils zu vollstreckenden Be-
trages leistet.

Tatbestand

Am 26. November 2015 beantragte der Kläger eine einmalige Beihilfe nach den Richtli-
nien der Bundesregierung über Härteleistungen an Opfer von NS-Unrechtsmaßnahmen
im Rahmen des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes (AKG-Härterichtlinien). Zur Begrün-
dung gab er im Wesentlichen an, er sei 1942 in Polen als Kind wegen seines ,,arischen"
Aussehens von der SS verschleppt und über die Organisation ,,Lebensborn" von dem
reichsdeutschen Ehepaar Lüdeking adoptiert worden. Er sei damit Opfer von NS-
Unrecht geworden. Diesen Antrag lehnte die Beklagte mit der Begründung ab, nach den
AKc-Härterichtlinien könne eine Entschädigung nur an Personen gewährt werden, die
im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses deutsche Staatsangehörige oder deutsche
Volkszugehörige gewesen seien. Nach seinen Angaben sei der Kläger jedoch im ent-
scheidenden Zeitpunkt Pole gewesen. Der Kläger erhob gegen den Ablehnungsbe-
scheid Widerspruch und führte unter Vorlage von Belegen und Nachweisen aus, er sei
sehr wohl deutscher Staatsangehöriger gewesen. Mit Widerspruchsbescheid vom 26.
Januar 2017 wies die Beklagte den Widerspruch zurück und führte aus, es komme letzt-
lich auf die Frage der Staatsangehörigkeit nicht an, weil der Kläger die Voraussetzun-
gen des § 1 der AKG-Hä(erichtlinien nicht erfülle, denn er sei zwar als Kind verschleppt
jedoch nicht als Einzelner oder Angehöriger einer Gruppe vom NS-Regime ,,angefein-
det" worden.
Der Kläger hat am 17. Februar2OlT Klage erhoben. Erträgt unterWiederholung und
Vertiefung seines Vorbringens im Antragsverfahren vor, er sei 1942 in Litzmannstadt
(dem heutigen Lodz) von der SS aus einem Waisenhaus entführt worden. Anschließend
sei er in das Assimilierungsheim Bruckau gebracht und von dort aus in das Lebens-
bornheim Bad Polzin geschickt worden. Dort sei er gewaltsam gezwungen worden, die
deutsche Sprache zu lernen. Während der Germanisierung habe auch er unter den Re-
pressionen, denen alle Kinder ständig ausgesetzt gewesen seien, seine Erinnerung an
die Vergangenheit weitgehend verloren. Dazu gehöre auch, dass die Kinder ihre polni-
sche Muttersprache verlernten, weil sie im Gaukinderheim Bruckau für jedes polnische
Wort bestraft worden seien. Die nächste Station der Germanisierung sei das Lebens-
bornheim ,,Sonnenwiese" in Kohren-Salis gewesen, wo er kurz vor Weihnachten 1g42
-3-

der Pflegefamilie Lüdeking übergeben worden sei und den Namen Hermann Lüdeking
erhalten habe.
Der Kläger legt eine Geburtsurkunde vom 7. März 1944 vor, die nach seinen Angaben
von der Organisation Lebensborn ausgestellt worden ist, in der als sein Geburtsort
Bruckau und als Geburtsdatum der 20. Januar 1936 angegeben ist. Die Zeilen für die
Namen der Eltern sind durchgeixt worden. Über das Schicksat seiner leiblichen Eltern
sei ihm bis heute nichts bekannt, trägt er weiter vor. Seine Pflegemutter, Frau Maria
Lüdeking, habe sich damals Sorgen über den körperlichen Zustand des Klägers ge-
macht und gegenüber dem Leiter des Gesundheitswesens im Lebensborn Zweifel an
dessen Alter geäußert. Daraufhin habe dieser eine Untersuchung der Handwurzel-
knochen des Klägers veranlasst, aufgrund derer ein Alter von 8 Jahren für wahrschein-
lich gehalten worden sei.
Nach dem Krieg habe das polnische Rote Kreuz versucht, ihn, den Kläger, nach Polen
zurück zu holen. Auf Bitten der Lüdekings habe er schließlich doch bei ihnen bleiben
dürfen. Er sei zu dieser Zeit davon überzeugt gewesen, dass die Eheleute Lüdeking
seine leiblichen Eltern waren. Als Jugendlicher habe er doch Zweifel bekommen und
geahnt, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmte. lrgendwann sei seiner Mutter heraus-
gerutscht, dass seine leiblichen Eltern im Krieg umgekommen seien. lm Juli 1949 habe
er dann erfahren, dass die Lüdekings nicht seine Eltern waren. Am 6. Mai 1950 wurde
der Kläger von den Lüdekings adoptiert. Mit 16 habe er die noch vorhandenen Unterla-
gen über seine Herkunft aus dem Lebensborn an sich genommen, was nach dem Tod
des Adoptiwaters zum endgültigen Bruch zwischen ihm und seiner Pflegemutter ge-
führt habe.
Der Kläger beantragt,
die Beklagte unter Aufhebung des Bescheides vom 23. Februar 2016 und des
Widerspruchsbescheides vom 26. Januar 2017 zu verpflichten, ihm eine Ent-
schädigung nach der AKG-Härterichtlinie zu gewähren.
Die Beklagte beantragt,
die Klage abzuweisen.
Zur Begründung verweist sie auf ihre Ausführungen in den angefochtenen Bescheiden.
Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird Bezug genommen
auf den lnhalt der Gerichtsakte sowie des beigezogenen Verwaltungsvorganges.
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Entscheidungsqründe

Die zulässige Klage ist nicht begründet.


Die angefochtenen Bescheide sind rechtmäßig und verletzen den Kläger nicht in seinen
Rechten, denn er hat keinen Anspruch auf eine Entschädigung nach den AKG-
Härterichtlinien (§ 113 Abs. 1 und 5 Venrvaltungsgerichtsordnung -VwGO-).
Für den geltend gemachten Anspruch gibt es keine gesetzliche Grundlage.
Bei der beantragten Entschädigung handelt es sich vielmehr um eine freiwillige Leis-
tung, welche die Exekutive außerhalb gesetzlicher Regelungen gewährt. AIs gesetzliche
Grundlage für die Vergabe der beantragten Leistung kommt allein die haushaltsmäßige
Bereitstellung der Mittel in dem durch förmliches Gesetz beschlossenen jeweiligen Jah-
reshaushaltsplan in Betracht. Voraussetzungen und Verfahren der Bewilligung der Bei-
hilfe sind demgemäß nicht durch eine entsprechende Rechtsnorm im materiellen Sinne,
durch Gesetz oder Rechtsverordnung festgelegt. Daher ist die zuständige Venrualtungs-
stelle der beklagten Bundesrepublik Deutschland, hier: die Generalzolldirektion in Köln,
grundsätzlich berechtigt, über die Verteilung der Mittel und die Vergabe im Einzelfall
nach ihrem Ermessen zu entscheiden, wobei die von der Beklagten zu treffende Er-
messensentscheidung nicht nur die Frage umfasst, welche grundlegenden Vorausset-
zungen sie für die Gewährung der Mittel für erforderlich hält, sondern sich auch darauf
erstreckt, welche Anforderungen sie generell an die Glaubhaftmachung bzw. an den im
Einzelfall zu erbringenden Nachweis stellt. Zur Steuerung dieses Ermessens und zur
Gewährleistung einer gleichmäßigen Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel hat
die Bundesregierung als Verwaltungsvorschrift die Richtlinien der Bundesregierung
über Härteleistungen an Opfer von NS-Unrechtsmaßnahmen im Rahmen des Allgemei-
nen Kriegsfolgengesetzes (AKG-Härterichtlinien) erlassen, an der die handelnde Stelle,
die weisungsgebundene Generalzolldirektion, ihre Entscheidung über die Vergabe der
Entschädigungen ausrichtet.
ln § 1 der AKG-Härterichtlinien heißt es: Leistungen nach Maßgabe der folgenden Vor-
schriften erhalten durch NS-Unrecht geschädigte Personen, die wegen ihrer körperli-
chen oder geistigen Verfassung oder wegen ihres gesellschaftlichen oder persönlichen
Verhaltens vom NS-Regime als Einzelne oder als Angehörige von Gruppen angefeindet
wurden und denen deswegen Unrecht zugefügt wurde. Hierzu zählen u. a. Euthanasie-
Geschädigte, Zwangssterilisierte und Homosexuelle. Als Unrecht gelten auch gesetz-
mäßig verhängte Strafen, wenn sie, auch unter Berücksichtigung der Zeit-, insbesonde-
re der Kriegsumstände, als übermäßig bewertet werden müssen.
Die von der Beklagten hier ausgesprochene Versagung der von dem Kläger bean-
tragten Entschädigung ist unter Berücksichtigung von Sinn und Zweck der haushalts-
mäßigen Bereitstellung der Mittel und der in der Richtlinie festgelegten Vergabemaß-
stäbe rechtlich nicht zu beanstanden.
Für die Entscheidung darüber, ob dem Kläger die beantragte Leistung gewährt werden
kann oder muss, ist abzustellen auf die Richtlinie in der Ausgestaltung, die sie in der
Venrualtungspraxis der Beklagten erfahren hat. Richtlinien, welche die Bundesregierung
L

kraft ihrer allgemeinen Sachleistungsgewalt im Rahmen der freiwilligen, d. h. nicht


durch Gesetz vorgegebenen, leistungsgewährenden Verwaltung erlässt, entfalten allein
durch ihren Erlass selbst noch keine rechtliche Außenwirkung im Verhältnis zum Bür-
ger; Außenwirkung erhalten Richtlinien - mittelbar - erst durch ihre Umsetzung in der
Verwaltungspraxis, d. h. durch ihre verwaltungsmäßige Anwendung;
vgl. Bundesverwaltungsgericht -BVerwG-, Beschluss vom 4. November 1992 - 1

B 182191-, m.w.N., Juris.


Bei der verwaltungsmäßigen Anwendung hat die Exekutive den Gleichheitssatz des Art.
3 Abs. 1 des Grundgesetzes -GG- zu beachten, da jeder Bürger, der sich in vergleich-
barer Lage zu einem auf der Grundlage der Richtlinien von der Venrualtung bereits ent-
schiedenen ("Parallel"-)Fall befindet, gemäß dem Gleichbehandlungsgrundsatz An-
spruch darauf hat, dass auch in seinem Falle entsprechend den von der Venrualtung -
bei Anwendung der Richtlinie - zuvor gesetzten Maßstäben entschieden wird. Da je-
doch die Richtlinien nicht schon aufgrund ihres Erlasses Außenwirkung haben, diese
Richtlinien die Behörde nicht wie ein Gesetz binden und dem Bürger demzufolge durch
die Richtlinien auch zunächst keine Rechtspositionen vermittelt werden, steht es im
Rahmen der Anwendung der Richtlinien im Ermessen der Verwaltung, wie sie den In-
halt der Richtlinien bestimmt. Sie kann deshalb den Erklärungsgehalt in eigenständiger
Weise interpretieren bzw. ergänzen oder ändern. Den Gerichten ist es aufgrund des
Gewaltenteilungsprinzips venrrrehrt, den Wortlaut der Richtlinien nach den allgemeinen
rechtlichen Regelungen wie ein Gesetz auszulegen. Die gerichtliche Prüfung hat sich in
Fällen dieser Art vielmehr darauf zu beschränken, ob aufgrund der Richtlinien über-
haupt eine Verteilung öffentlicher Mittel vorgenommen werden darf, ob sich die Richtli-
nien und deren Handhabung innerhalb des Rahmens halten, der durch die ihnen zu-
grunde liegende Zweckbestimmung gezogen ist, ob bei Anwendung der Richtlinien in -
späteren - Einzelfällen, in denen die begehrte Leistung versagt worden ist, unter Be-
rücksichtigung der bis dahin praktizierten Anwendung der Richtlinien der Gleichheits-
satz verletzt ist,
vgl. BVerwG, Urteil vom 26. April 1979 - 3 C 11 1.79 -, Juris,
und ob die Venryaltungsbehörde auch im Übrigen von dem ihr zustehenden Ermessen
fehlerfrei Gebrauch gemacht hat.
Demnach hängt die Entscheidung darüber, ob dem Kläger die begehrte Entschädigung
zu Recht versagt worden ist, davon ab, nach welcher Verwaltungspraxis die Beklagte
Leistungen der begehrten Art vergibt bzw. vergeben hat und ob die Beklagte mit ihrer
Vergabepraxis sowie der hier streitigen Einzelfallentscheidung der Zweckbestimmung
der Mittelbereitstellung und derjenigen der Richtlinie Rechnung getragen hat und in die-
ser Hinsicht auch den rechtlichen Maßstäben einer ordnungsgemäßen Ermessensaus-
übung gerecht geworden ist.
Da dies der Fall ist - wie im Folgenden zu zeigen sein wird - bedarf es keiner Erörterung
dazu, ob aufgrund der Richtlinie überhaupt eine Verteilung öffentlicher Mittel vorge-
nommen werden darf und ob die Richtlinie den Prinzipien des Vorrangs und Vorbehalts
des Gesetzes entspricht;
-6-

vgl. Obervenrualtungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 8. Ok-


tober 1996 - 14 43443/93 -, Juris.
Bei der gerichtlichen Überprüfung ist maßgeblich auf die inhaltliche Ausgestaltung und
lnterpretation der AKc-Härterichtlinien abzustellen, wie sie in der Venrvaltungspraxis
zum Ausdruck kommt. Denn erst durch die Anwendung der AKG-Härterichtlinien erhal-
ten diese über Art. 3 GG Außenwirkung für den Betroffenen.
Unter Beachtung dieser rechtlichen Vorgaben lässt sich nicht feststellen, dass die
streitgegenständlichen Bescheide rechtswidrig sind. Es ist zum einen nicht erkennbar,
dass die Beklagte im Fall des Klägers von einer bestehenden Praxis abgewichen ist
und ihm eine Entschädigung vorenthält, die sie in vergleichbaren Fällen gewährt hat.
Hierzu hat die Beklagte in der mündlichen Verhandlung glaubhaft und unwidersprochen
angegeben, dass sie außer dem Fall des Klägers bislang keinen anderen Antrag von
durch die SS verschleppten Kindern bekommen habe und - sollte dies einmal der Fall
sein - nicht anders entscheiden werde, als im Falle des Klägers.
Zum anderen kann die Kammer in der Auslegung des § 1 der AKc-Härterichtlinie durch
die Beklagte keinerlei Willkür erkennen. Es ist für die Kammer jedenfalls nachvollzieh-
bar, dass die Beklagte in Fällen wie dem des Klägers davon ausgeht, dass die Ver-
schleppung der Kinder durch die SS gerade nicht Folge oder Konsequenz einer ,,An-
feindung" wie etwa bei den als Beispielen genannten Opfern einer Zwangssterilisierung
oder Homosexuellen war. Dass dem Kläger durch seine zwangsweise ,,Germanisie-
rung" ganz erhebliches Unrecht angetan worden ist, steht für die Kammer unzweifelhaft
fest. Die Zwangsgermanisierung war indessen - worauf die Beklagte in ihrem Wider-
spruchsbescheid auch schon hingewiesen hat - nicht Folge einer Anfeindung, also einer
negativen Einordnung auf der Grundlage der NS-ldeologie, sondern einer positiven Be-
wertung der rassischen Merkmale des Klägers - wie platt und unsinnig diese auch im-
mer war.
Die Ablehnung des Antrages des Klägers entspricht damit der durch die AKG-
Härterichtlinien vorgezeichneten Verwaltungspraxis der Beklagten. Ein Anspruch des
Klägers auf eine Entschädigung unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung oder
Gründen einer unzulässigen Ungleichbehandlung scheidet also aus.
Über die Feststellung einer Gleich- bzw. Ungleichbehandlung hinaus ist es der Kammer
aus Rechtsgründen verwehrt, die Bescheidungspraxis der Beklagten auf ihre Richtigkeit
hin zu überprüfen. Bildet - wie hier - allein die aus Art. 3 Abs. 1 GG abgeleitete Willkür-
grenze den gerichtlichen Prüfungsmaßstab, kommt es nicht darauf an, ob es zu der
festgestellten Venrualtungspraxis Alternativen gibt, für die gute oder sogar bessere
Gründe sprechen. Die unterschiedliche Behandlung von Leistungsempfängern bei Zu-
wendungen ist nämlich schon dann nicht zu beanstanden, wenn vernünftige Gründe für
die Differenzierung bestehen und willkürliche Privilegierungen und Diskriminierungen
vermieden werden. Solange die Regelung sich nicht auf eine der Lebenserfahrung wi-
dersprechende Würdigung der jeweiligen Lebensverhältnisse stützt, kann sie von Ver-
fassungs wegen nicht beanstandet werden. Eine Verletzung des Willkürverbotes liegt
nur dann vor, wenn die maßgeblichen Kriterien unter keinem denkbaren Aspekt recht-
-7-

lich vertretbar sind und sich daher der Schluss aufdrängt, dass sie auf sachfremden
Erwägungen beruhen;
vgl. Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 22. November 2000 - 1 BvR
23A7194 -, m.w.N., Juris.

Dafür fehlt indessen jeglicher Anhaltspunkt.


Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 154 Abs. 1 VwGO, die Entscheidung zur vor-
läufigen Vollstreckbarkeit beruht auf § 167 VwGO in Verbindung mit den §§ 708 Nr. 11,
7 1 1 Zivilprozessordn ung.

Rec hts m itte I bel e h ru n g


Gegen dieses Urteil steht den Beteiligten die Berufung an das Obervenrualtungsgericht
für das Land Nordrhein-Westfalen zu, wenn sie von diesem zugelassen wird. Die Beru-
fung ist nur zuzulassen, wenn
1. ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils bestehen,
2. die Rechtssache besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten auf-
weist,
3. die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat,
4. das Urteil von einer Entscheidung des Obervenrvaltungsgerichts, des Bundes-
venrvaltungsgerichts, des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des
Bundes oder des Bundesverfassungsgerichts abweicht und auf dieser Abwei-
chung beruht oder
5. ein der Beurteilung des Berufungsgerichts unterliegender Verfahrensmangel gel-
tend gemacht wird und vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann.
Die Zulassung der Berufung ist innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils bei
dem Verwaltungsgericht Köln, Appellhofplatz, 50667 Köln, schriftlich zu beantragen.
Der Antrag auf Zulassung der Berufung muss das angefochtene Urteil bezeichnen.
Statt in Schriftform kann die Einlegung des Antrags auf Zulassung der Berufung auch
als elektronisches Dokument nach Maßgabe des § 55a der Venrualtungsgerichtsord-
nung - VwGO - und der Verordnung über die technischen Rahmenbedingungen des
elektronischen Rechtsverkehrs und über das besondere elektronische Behördenpost-
fach (Elektron ischer-Rechtsverkeh r-Verord nun g - ERW) erfolgen.
Die Gründe, aus denen die Berufung zugelassen werden soll, sind innerhalb von zwei
Monaten nach Zustellung des vollständigen Urteils darzulegen. Die Begründung ist
schriftlich oder als elektronisches Dokument nach Maßgabe des § 55a VwGO und der
ERW bei dem Obervenrvaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Aegidiikirch-
platz 5, 48143 Münster, einzureichen, soweit sie nicht bereits mit dem Antrag vorgelegt
worden ist.
Vor dem Obervenrualtungsgericht und bei Prozesshandlungen, durch die ein Verfahren
vor dem Obervenrualtungsgericht eingeleitet wird, muss sich jeder Beteiligte durch einen
Prozessbevollmächtigten vertreten lassen. Als Prozessbevollmächtigte sind Rechtsan-
wälte oder Rechtslehrer an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule
eines Mitgliedstaates der Europäischen Union, eines anderen Vertragsstaates des Ab-
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-8-
-9-

Die Beschwerdeschrift sollte zweifach eingereicht werden. lm Fall der Einreichung eines
elektronischen Dokuments bedarf es keiner Abschriften.

Schommertz Roos Kasprzyk

Beglauhiqt
Kurek, VG-Beschäftigte
als Urkundsbearntin der
Geschäfisstelle