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Kunstgeschichte - Die Romantik

Die politische Geschichte der Jahre von ca. 1790-1830 ist durch die Französische Revolution geprägt. Sie steht
aber auch unter dem Zeichen von Napoleon, des Wiener Kongresses, der Heiligen Allianz, der Restauration
Metternichs sowie der nationalen Unabhängigkeitsbewegungen.
In Deutschland entwickelt sich die Bewegung der Romantik außer in der Malerei vor allem in der Literatur und
verläuft nicht einheitlich, man unterscheidet vor allem zwischen Früh- und Spätromantik.
Frühromantik: Die Romantik entwickelte sich in den Jahren der Französischen Revolution und wurde von den
Vertretern der Romantik enthusiastisch begrüßt. Fast alle Frühromantiker begeisterten sich für die revolutionären
Ideale: liberté, egalité und fraternité. Trotzdem konnte die Begeisterung nicht lange andauern. Der Verlauf und
die Ergebnisse der Revolution enttäuschten bald die Romantiker und führten zur Desillusion.
Spätromantik: Die Spätromantiker, die die tragischen Folgen der Französischen Revolution erlebt hatten, waren
viel heimatverbundener als ihre Vorgänger und widmeten sich der deutschen Tradition und dem Volkstum.
Die Romantik entfaltet sich in engem Zusammenhang mit dem Sturm und Drang. Wie dieser wendet sie sich
gegen den Rationalismus der Aufklärung und steht für den Gebrauch der Phantasie, des Unbewussten, des
Irrationalen sowie die Zulassung von Gefühlen. Man versucht auf diese Weise, der rauen Wirklichkeit zu
entfliehen.
Die Künstler der Romantik flüchteten sich in eine sentimentale Sehnsucht nach alten Zeiten, z.B. dem Mittelalter.
Man hielt dieses Zeitalter nämlich für eine ideale Zeit, in der die Menschen in Harmonie mit sich und der Welt
lebten. Die Romantiker übernahmen vom Mittelalter vor allem das Gefühl für die Einheit zwischen Gott, Mensch
und Natur. Die Natur wurde den Künstlern einerseits zum Spiegel der Seele, andererseits zum Zufluchtsort aus
den gesellschaftlichen Zwängen und somit zum Symbol für Freiheit und Grenzenlosigkeit. Dieser
Grenzenlosigkeit stellten sie allerdings die Begrenztheit bzw. Endlichkeit des Menschen gegenüber. Zu den
dargestellten Themen der Romantiker gehören z.B. einsame Gestalten, die der Natur ausgeliefert sind und
sehnsuchtsvoll in die Ferne schauen, oder Vanitas-Motive (tematiche della fugacità), darunter abgestorbene
Bäume und Ruinen, die sowohl die Endlichkeit des Lebens als auch den ewigen Kreislauf des Werdens und
Vergehens symbolisieren.
Frage: Wann entwickelte sich die Romantik? Die Romantik entwickelte sich in den Jahren der Französischen
Revolution.
Wie ist die politische Lage im deutschsprachigen Raum zur Zeit der Romantik?
War die Romantik eine einheitliche Bewegung?
Wonach sehnten sich die Romantiker?
Was stellten sie auf ihren Bildern dar?

Ergänze die Lücken mit den folgenden Wörtern! Dekliniere bzw. konjugiere, wo nötig!
Natur andererseits symbolisieren Mittelalter Irrationale begeistert entfliehen Unendlichkeit führen französisch

Sehnsucht (dipendenza dal desiderio)

Die Romantik entwickelte sich in den Jahren der Französischen Revolution, auf deren Ideale viele Künstler
begeistert reagierten. Doch die Ergebnisse der Revolution führte bei den Romantikern zu Enttäuschung und
Desillusion, was sich in der Rückkehr zu nationalen Gedanken und in stärkerer Heimatverbundenheit ausdrückte.
Die Romantiker lehnten die Aufklärung ab und wollten die Phantasie und das Irrationale benutzen, um der
Wirklichkeit und dem Alltag zu entfliehen. Ganz besonders interessierten sie sich für das Mittelalter, von dem sie
das Gefühl für die Einheit zwischen Gott, Mensch und Natur übernahmen. Die Sehnsucht nach dem Unendlichen
war sowohl in der Literatur als auch in der Malerei ein sehr wichtiges Thema. Dabei spielte die Natur eine
bedeutende Rolle. Sie konnte sowohl für Unendlichkeit als auch für Freiheit und Grenzenlosigkeit stehen, jedoch
auch als Zufluchtsort dienen. Die Motive der Romantiker symbolisieren einerseits die Endlichkeit des Lebens,
andererseits den ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens.