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Es ist problematisch, den Begriff zu formulieren, da die Avantgarde aus heterogenen

Gruppierungen bestand, und die avantgardistischen Programme sehr verschieden und teils
wiedersprüchlich waren. Der Terminus Avantgarde stammt aus dem Französichen. Es ist
militärischer Ausdruck und bedeutet eine Truppe, die dem Feind aufspürt und gegnerische
Bewegungen aufklärt.
Der Begriff Avantgarde wird auf verschieden Bereichen übertragen: Kunst, Literatur, Film,
Musik, Theater. Űbertragen auf den Bereich der Kunst bezeichnet die Avantgarde, im weiteren
Sinne Künstler, die sich gegen herschende Verhältnisse richten, die eine neue Kunst- oder
Stilrichtung entwickeln, meist in scharfer Opposition zu herkömmlichen Strömungen. Zum ersten
Mal wurde dieser Begriff 1825 im künstlerischen Zusammenhang verwendet.
Ideologisch unterscheidet man zwischen der ästhetischen und der politischen Avantgarde.
Aus geschichtlichem Grund teilt man die Avantgarde in die historische Avantgarde und die
Neoavantgarde. Historische Avantgardebewegungen: Dadaismus, frühen Surrealismus und die
russische Avantgarde nach der Oktoberrevolution, die sich gegen die Institution Kunst wenden. Mit
Einschränkungen gilt dies auch für den italienischen Futurismus und den deutchen
Expressionismus. Was den Kubismus angeht, verfolgt er zwar nicht die Grundtendenz der
Avantgardisten, die Űberführung der Kunst in die Lebenspraxis, doch stellt er das seit Renaissance
geltende Darstellungssystem des zentralperspektivischen Bildaufbaus in Frage und deshalb wird zu
den historischen Avantgardebewegungen gezählt.
Wenn heute von Avantgarde gesprochen wird, so ist damit allerdings oft ein spezifischer
Avantgardebegriff gemeint, der ausschließlich das umfasst, was auch als historische Avantgarde
bezeichnet wird. Betroffen ist dabei also der Zeitraum des ausgehenden 19. und frühen 20.
Jahrhunderts; gemeint sind solche Bewegungen wie Expressionismus, Kubismus, Futurismus,
Konstruktivismus, Dadaismus, Surrealismus... Meist war die Durchsetzung avantgardistischer
Strömungen von ästhetischen, aber auch von kunsttheoretischen Reflexionen begleitet, die
Avantgarde präsentierte ihre Innovationen häufig in Form von Manifesten.
Die gesellschaftlichen Voraussetzungen zur Herausbildung einer Avantgarde waren in
Europa nicht überall gleich. Allgemein gesehen, war eine entscheidende Phase in der Entwicklung
der modernen Kunst die Zeit zwischen etwa 1905 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs. In diesem
Jahrzehnt wurden die Grundlagen der modernen Kunst gelegt. Das betrifft zunächst die
Entwicklung der gegenständlichen Malerei, vor allem bei Malern wie Pablo Picasso.
Einige gemeinsame Tendenzen, erlauben, den Begriff der künstlerischen Avantgarde gegen
andere Epochen und Stilrichtungen abzugrenzen. Die avantgardistische Kunst tritt demnach vor
allem als antibürgerliche, bewusst provokante, betont innovative und stark selbstreflexiv orientierte
Kunst auf. Letztere, die künstlerische Avantgarde, ist eine Erscheinung in fast allen Ländern und
Kulturen, die in die Moderne eingetreten sind. Die Internationalität der Avantgarde ist eines ihrer
wesentlichen Merkmale.
-Protestrichtung gegen alle bekannten Literaturströmungen
-Nutzung von Zufall
-Brüche in der Textlogik (Aussagen werden widerrufen: Bsp.: dadaistisches Flugblatt von
1918 endet mit Gegen dies Manifest sein, heißt Dadaist sein!)
-Negative Extreme als Themen (Tod, Verfall, Zerstörung, Hinrichtung, Untergang,
Wahnsinn) >Darstellung des Hässlichen
-Unordnung und Chaos
Einige von Merkmalen der ganzen Avantgarde sind in Folgendem:
-Laut- und Buchstabengedichte (Lautgedichte: Wörter werden zerstückelt, bis nur Laute
übrig bleiben. Buchstabengedicht: Wörter werden als grafische Zeichen angeordnet)
– Ich-Zerfall (Individuum wird unwichtig)
-Mimesis ist unwichtig
-Zerfall des logischen Syntax
-Neue literarische Formen
-Avantgardische Autoren suchen nach neue Sprache.
Die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer raschen Folge
revolutionärer Bewegungen in der Kunst. Die Avantgardebewegungen kritisierten nicht
vorangegangene Stile oder einzelne Kunstwerke, sondern die ganze Institution Kunst. Sie wendeten
sich auch gegen die Vorstellung vom Künstler als ein radikal besonderes Individuum.
Die Avantgardebewegungen hätten außerdem danach gestrebt, das verwendete Material aus
seinem ursprünglichen Zusammenhang herauszureißen und so seine ursprüngliche Bedeutung zu
zerstören. Ziel des avantgardistischen Künstlers sei, den Rezipienten zur Infragestellung seiner
Gewohnheiten zu bewegen.
Der Futurismus war die erste radikale Bewegung in Italien, die mit den veralteten
Traditionen brach, um eine Kunst zu schaffen, die den Anforderungen des modernen Lebens
entsprach.
,,Den Auftakt für die Konstituierung der Avantgarde als dezidierte Gruppenbewegung bildet
im europäischen Kontext das 1.Manifest des italienischen Futurismus von 1909.
Am intensivsten setzten sich die Futuristen mit dem Phänomem der Geschwindigkeit, der
Bewegung und der Energie auseinander. Ihr Ziel war es, die Dynamik der Bewegungsabläufe auf
die Leinwand zu übertragen. Zentrales Anliegen war die Abbildung von Bewegung und
Gleichzeitigkeit. Initiiert wurde der Futurismus durch ein 1909 von Marinetti im Pariser Figaro
veröffentlichtes Gründungsmanifest, dem eine Flut weiterer Programmschriften folgte. Der
Futurismus revolutionierte die Darstellungsmodelle von Literatur, Musik und bildender Kunst.
Deutlich spürbar war in Italien später ein politischer Impuls des Futurismus, teils mit faschistischen
Implikationen (Beispiel hierfür ist Marinettis Schrift Futurismus und Faschismus von 1924). Die
Forderung nach einer Zerstörung von Syntax und Grammatik sowie nach einer neuen, dynamischen
Dichtersprache sind hier radikal umgesetzt.

Expressionismus ist eine künstlerische Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts (1906 -
1923), die in der bildenden Kunst, in der Literatur, in der Architektur, in den darstellenden Künsten
und der Musik ihren Ausdruck fand. Ihre bevorzugten Darstellungsmittel sind radikale
Vereinfachungen in Form und Proportion und die Verwendung ungebrochener Farbtöne, die in
Kontrasten gegeneinander gesetzt werden. Charakteristisch sind die schwarzen Umrisslinien und
die aggressive, von Angst, Ausweglosigkeit und Unsicherheit geprägte Grundbestimmung. Der
Expressionismus wollte Ausdruckskunst sein. Die Dichtung des Expressionismus ist vor allem
Geist-Dichtung. Sie will neue werte setzen und nicht durch Schönheit bestechen. Im Mittelpunkt
der expressionistischen Dichtung steht der Mensch.
,,So prägten Vorstellungen, Bilder und Visionen von Verfall, Untergang, Krieg, Weltende,
und Depression die Kunst des Expressionismus, aber auch solche von Aufbruch, Revolution,
Offenbarung... Die Kunst wurde das Medium der Auseinandersetzungen mit der bürgerlichen Welt.
Maβstab für das Gelingen dieses Prozesses der Entäuβerung der Innenwelt war die Kraft der
Ausdrucksstärke.
Enige von den Schriftstellern des Expressionismus sind: Büchner, Herwarth Walden,
Siegfried Jacobson, Kurt Tucholsky, Gottfried Benn, Georg Trakl… Nicht alle berühmten
literarischen Werke dieser Zeitspanne waren expressionistisch. Thomas Mann (Der Tod in
Venedig), Hugo v. Hoffmannsthal (Der Rosenkavalier), Stefan George (Der Stern des Bundes),
Robert Musil, Franz Kafka und Hermann Brock waren damals keine expressionistischen Werke.

In der Malerei, zum Teil auch in der Bildhauerei war es insbesondere der Kubismus, der ab
etwa 1907 neue Darstellungsformen entwickelte. Der Kubismus war eine der ersten
Kunstrichtungen, die sich der Abstraktion näherten. Seinen Höhepunkt erreichte der Kubismus um
1914: Er wandte sich gegen den Formenkanon der realistischen Darstellung, wie er seit der
Renaissance verbindlich war, und stellte als abstrakte und später gegenstandslose Kunst einen
entscheidenden Wendepunkt in der Kunstgeschichte dar. Zu den Schlüsselwerken dieser Zeit, die
jeweils einen Wendepunkt in der künstlerischen Entwicklung markieren, zählen das Gemälde Les
Demoiselles d’Avignon von Pablo Picasso aus dem Jahr 1907, das den Weg zum Kubismus weist.
Surrealismus war eine Bewegung in der Literatur und der bildenden Kunst, die in der
Nachfolge von Dada um 1920 in Paris entstand. Ziel war es, das Unwirkliche und Traumhafte
sowie die Tiefen des Unbewussten auszuloten und den durch die menschliche Logik begrenzten
Erfahrungsbereich durch das Phantastische und Absurde zu erweitern. Der Surrealismus wurde von
Max Ernst und André Breton im Jahr 1919 gewissermaßen erfunden. Man kann den Surrealismus in
zwei Unterarten unterteilen:
veristischer oder auch kritisch-paranoischer Surrealismus. (Vereinigung nicht
zusammengehöriger Dinge, verdrehte Perspektiven, wie man sie z. B. von Salvador Dalí kennt),
genannt Enttextualisierung
abstrakter oder absoluter Surrealismus. (dasselbe Prinzip wie oben genannt nur ohne
jeglichen Realismus, wie z. B. in Bildern von Joan Miró)
Dadaismus als Kern dieser Arbeit wird im nächsten bestimmten Absatz darstellen.