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Recherchearbeit Fabel/Lange 1. HJ 2014/15

Recherchearbeit

Fabel/Lange

1. HJ 2014/15

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über verschiedene Lesetechniken, die Ihnen bei der Recherchearbeit helfen können. Diese Methoden gehen über die bereits bekannte „5- Schritt-Lesemethode“ hinaus, da sie auch auf längere, komplexere Texte angewendet werden können und Ihnen helfen können, schneller und effektiver verschiedene Zeitungsartikel zu überschauen und zu verstehen.

Lernen Sie unterschiedliche Lesetechniken einzusetzen!

Eine wichtige Voraussetzung für effizientes Lesen ist der flexible Einsatz unterschiedlicher Lesestrategien. Wahrscheinlich kennen Sie alle den Ausdruck des „kursorischen Lesens“. Darin steckt das lateinische Wort „currere“ (laufen). Der Begriff deutet schon darauf hin, dass man sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten oder unterschiedlicher Verarbeitungstiefe durch einen Text bewegen kann.(…)

1. Orientierendes Lesen

Sie blättern einen Text durch und achten dabei auf alles, was Ihnen einen Überblick über den Inhalt des Textes geben könnte, insbesondere Inhaltsverzeichnisse, Abstracts, Zusammenfassungen, Überschriften und Zwischenüberschriften, Grafiken und Tabellen, Hervorhebungen im Text und Ähnliches. Es werden aber keine einzelnen Textpassagen gelesen. Das orientierende Lesen dient vor allem dazu, sich einen ersten Eindruck vom Text und von den in ihm vermutlich enthaltenen Informationen zu verschaffen, um dann zu entscheiden, ob sich eine gründlichere Lektüre lohnt.

2. Kursorisches Lesen (auch „überfliegendes Lesen“, „skimming“ oder „browsing“ genannt)

Auch beim kursorischen Lesen geht es nicht darum, den Text als ganzen aufzunehmen, sondern darum, in einem Schnelldurchgang so viel wie möglich vom Textinhalt zu erfassen. Dabei geht das kursorische Lesen weiter als das orientierende Lesen, weil es nicht nur optisch auffällige Textelemente wie Überschriften oder Hervorhebungen im Text wahrnimmt, sondern auch bereits Teile des Fließtextes verarbeitet. Im Englischen heißt diese Technik deshalb auch „skimming“ (von „to skim“ = abschöpfen) und in der Tat geht es darum, dasjenige vom Text „abzuschöpfen“, was sich der Leserin für einen leichten Zugriff anbietet. Wie erfolgreich das kursorische Lesen ist, hängt vom Geschick in der Auswahl der wahrgenommenen Textpassagen ab. Eine gute Strategie kann z. B. darin bestehen, die ersten und die letzten Sätze von Absätzen kurz zu betrachten, denn diese enthalten oft brauchbare Informationen über den Inhalt des Absatzes. Eine andere kann darin bestehen, im Text nach bedeutungstragenden Schlüsselwörtern Ausschau zu halten. Ein Absatz, in dem ein Wort wie „Immobilienfonds“ oder „Dreißigjähriger Krieg“ vorkommt, wird vermutlich eine Aussage zu Immobilienfonds oder zum Dreißigjährigen Krieg enthalten. Wörter wie „Absicht“, „Bedeutung“, „beitragen“ oder „erhalten“ hingegen werden kaum etwas über den Inhalt eines Absatzes aussagen.

3. Suchendes Lesen (auch „scanning“ oder „search reading“ genannt)

Das suchende Lesen kommt zum Einsatz, wenn man in einem Text bestimmte Informationen sucht, ohne sich für den gesamten Text zu interessieren. Dies kann z.B. ein bestimmter Name, ein Fachausdruck, eine einzelne Studie, ein bestimmtes Forschungsergebnis, eine treffende Definition oder dergleichen sein. Auch das erneute Lesen eines bereits früher

gelesenen Textes mit dem Ziel, eine bestimmte Information wiederzufinden (z. B. die Erwähnung eines Autors, eines Werks, eines Ereignisses usw.), fällt in diese Kategorie. Das suchende Lesen ist meist eine Kombination aus orientierendem (Nr. 1) und kursorischem Lesen (Nr. 2)

4. Vollständiges Lesen (auch „totales“ oder „statarisches“ Lesen genannt)

Sie lesen den Text vollständig und gründlich mit der Absicht, ihn ganz zu verstehen.

5. Studierendes oder erarbeitendes Lesen

Dies ist eine noch intensivere Form des Lesens. Im Gegensatz zum vollständigen Lesen (das wir z.B. auch bei einem Roman anwenden) steht hier die Aufnahme des im Text vermittelten Wissens noch stärker im Vordergrund. Um das Ziel eines vertieften Verstehens zu erreichen, lesen Sie besonders gründlich und langsam, gehen bei Nicht-Verstehen im Text zurück, halten häufiger inne, um das gerade Gelesene zu „verdauen“, setzen es bewusst zu Ihrem Vorwissen oder anderen Passagen des Textes in Bezug, machen Notizen oder Exzerpte usw. (…)

aus: www.bremer-schreibcoach.uni-bremen.de, abgerufen am 3.9.2014, 21.30h