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Dienstag, 5. Dezember 2017

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Dienstag, 5. Dezember 2017 35 Eine Adler kommt selten allein Volleyball Die 23-jährigen Zwillinge Alaia und
Dienstag, 5. Dezember 2017 35 Eine Adler kommt selten allein Volleyball Die 23-jährigen Zwillinge Alaia und
Dienstag, 5. Dezember 2017 35 Eine Adler kommt selten allein Volleyball Die 23-jährigen Zwillinge Alaia und

Eine Adler kommt selten allein

Volleyball Die 23-jährigen Zwillinge Alaia und Lisa Adler spielen für Steinhausen in der NLB. Sie haben bereits ein bewegtes Leben hinter sich. Die ersten Jahre lebten sie in einem fernen Land.

sich. Die ersten Jahre lebten sie in einem fernen Land. Alaia (links) und Lisa Adler haben

Alaia (links) und Lisa Adler haben vor zehn Jahren ihr Interesse am Volleyball entdeckt.

Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 28. November 2017)

Michael Wyss

lerin Alaia (1,73 Meter) ist die etwas Ru-

sport@zugerzeitung.ch

higere und wohl Sensiblere der beiden:

Die Adler-Zwillinge Alaia und Lisa ha- ben eine Menge zu erzählen in der Turn- halle Sunnegrund, wo sie mit dem VBC Steinhausen trainieren. Aufgewachsen sind die heute 23-Jährigen, die vier Ge- schwister haben, in Kotmale in Sri Lan- ka, einem kleinen Dorf im Dschungel. Dort lebten sie bis zum 9. Lebensjahr, bevor sie in die Schweiz zogen. Ihr Vater, der Deutscher war und vor einigen Jahren verstarb, führte in Kotma- le eine Kleiderfabrik. Alaia Adler erin- nert sich: «Wir sahen dort die Armut und sassen manchmal am Küchentisch oder im Wohnzimmer bei Kerzenlicht, weil es keinen Strom gab. Doch wir kannten nichts anderes. Uns ging es gut, denn wir wohnten in einem Haus und lernten das einfache Leben schätzen. Wir waren glücklich.» Ihre Zwillingsschwester er- gänzt: «Auch wenn wir noch jung waren, hat uns diese Zeit in Kotmale sicher ge- prägt. Natürlich positiv. Wir waren im- mer in der Natur. Es war eine wichtige Erfahrung für unser heutiges Leben in der Schweiz. Heute schätzen wir, was wir alles haben.» Die Adler-Zwillinge sind selbstbe- wusst und nicht auf den Mund gefallen:

«Ich bin ehrlich und sage, wie es ist oder was mir nicht passt. Es stimmt auch, dass ich manchmal dickköpfig bin und stur sein kann. Ich gehe durch die Wand, wenn ich etwas will», sagt Lisa, die im Volleyball mit ihren 1,76 Metern auf der Aussenposition spielt. Die Diagonalspie-

«Ich habe eine soziale Ader und will im- mer Gerechtigkeit schaffen. Harmonie ist mir sehr wichtig. Ich verteidige auch meine Schwester, wenn ich das Gefühl habe, dass sie ungerecht behandelt wird», erklärt sie.

In derselben Stadt – aber nicht derselben WG

Beide sind Studentinnen und leben unter der Woche in der Stadt Zürich in ver- schiedenen Wohngemeinschaften: Lisa studiert Bauingenieurwesen und Alaia Veterinärmedizin. Am Wochenende le- ben sie bei ihrer Mutter in Wilen bei Wol- lerau, wo sie ihre spätere Kinder- und Ju- gendzeit verbrachten. Lisa, die 13 Minu-

ten jünger ist, und Alaia sorgen seit dieser Saison gemeinsam für die Musik im Fanionteam des VBC Steinhausen. «Es ist schön, wenn man im selben Team spielen kann – wir kennen nichts ande- res», sagt Lisa. Das stimmt nicht ganz:

In der vergangenen Saison waren die Ad- ler-Zwillinge aus sportlicher Sicht erst- mals in ihrem Leben getrennt. Alaia war in den Vereinigten Staaten und absol- vierte dort ein Zwischenjahr. Lisa, die schon in der Spielzeit 2016/17 in Stein- hausen engagiert war, sagt: «Sie fehlte mir schon. Es war eine Umstellung für mich, ohne Alaia zu trainieren und zu spielen. Wir haben uns vor den Trainings und Partien auch immer zusammen ein- gespielt.» Der Stammverein der Adlers ist der VBC Einsiedeln.

Die Freude an ihrem Hobby entdeckten sie während der Schulzeit in Einsiedeln im Alter von 13 Jahren. «Wir spielten im Turnunterricht und über den Mittag in angebotenen Zusatzlektionen oft Volley- ball. Das weckte bei uns das Interesse, und wir bekamen immer mehr Plausch daran», kann sich Lisa genau erinnern. Einer ihrer Sportlehrer war übrigens der 2014 verstorbene Werner Küttel, der Va- ter des ehemaligen Schweizer Skisprin- gers Andreas Küttel. Mit dem NLB-Team Steinhausens streben die Adler-Zwillinge die Playoffs der besten vier Equipen an. Momentan liegen die Zugerinnen auf dem vierten Rang (siehe Box). «Wir sind sehr zufrie- den mit dem bisherigen Erreichten. Wir trainieren dreimal in der Woche für

Erneut ohne Satzgewinn

Nationalliga B Der VBC Steinhausen zeigt im zweiten Spiel hintereinander kei- ne gute Leistung und verliert mit 0:3 gegen den VBC Glaronia. Und dies, ob- wohl nach der vorangegangenen Nieder- lage eine harte Trainingswoche ange- standen hatte. Doch von Anfang an ge- lang die Wende zum Besseren nicht. In allen drei Sätzen schafften es die Stein- hauserinnen nicht, gegen ein solides Gäs- teteam die Oberhand zu gewinnen. Die Annahme wurde oft unter Druck gesetzt,

sodass sie kein flexibles Angriffsspiel zu Stande brachten. Und passte die Annah- me, punkteten sie nicht gegen den guten Block. Die Punkteverteilung spricht Bän- de: Die Sätze gingen mit zu 14, zu 19 und zu 15 verloren. Neben der bitteren Nie- derlage muss Steinhausen auch den Aus- fall von Mittelblockerin VanessaGwerder verkraften, die sich zu Beginn des zwei- ten Satzes verletzte. Nach dem 9. Spieltag steht Stein- hausen auf dem vierten Rang mit 15

Punkten. Die Qualifikation dauert noch fünf Runden. Mit Glaronia (13 Punkte), Obwalden (13) und Giubiasco (11) lau- ern gleich drei Mannschaften im Na- cken der Steinhauserinnen. Diese tref- fen am kommenden Samstag, 9. De- zember, im Zentralschweizer Derby auswärts auf Playoff-Mitkonkurrent Volleya Obwalden (18.00, Sarnen). Auf dem Weg in die Playoffs heisst die De- vise «Verlieren verboten», sagt Alaia Adler folgerichtig. (red)

unser grosses Ziel. Das Team ist der Star, unser Kollektiv und die Kameradschaft sind wichtige Erfolgsgaranten», ist Alaia überzeugt. Einen grossen Verdienst hät- te auch der Trainer Thomas Böbner, der ein Motivator und Kommunikator sei:

«Er lebt mit und für den Volleyballsport. Die Trainings sind sehr gut vorbereitet, und in den Meisterschaftsspielen be- kommen wir viele wichtige Inputs. Wir können sehr viel von ihm profitieren. Er ist ein Glücksfall für den VBC Steinhau- sen», weiss Lisa.

Beachvolleyball

zum Ausgleich

Und was machen die Zwillinge im Som- mer, wenn die Meisterschaft pausiert? Gibt es Entzugserscheinungen? Lisa sagt lachend: «Ohne Volleyball geht es natür- lich nicht in unserem Leben. Wir spielen bei ZuZu-Beach, einer Beachvolleyabtei- lung des VBC Züri Unterland, und halten uns so fit für die im Oktober startende Hallenmeisterschaft.» Idole hätten die beiden keine. «Wir gehen unseren eige- nen Weg und eifern keiner Person nach. Jeder Mensch ist eine Persönlichkeit, ein Individuum», sagt Alaia stellvertretend für beide. Doch Träume haben die Adlers – unterschiedliche: «Reisen schwebt mir vor. Ich möchte gerne Süd- amerika oder Ostasien bereisen», sagt Alaia. Und Lisa träumt von Reitferien in Island: «Das wäre genial. Dieses Land reizt mich sehr.» Klar ist: Wohin es sie auch verschla- gen wird – anschliessend werden sie wie- der zusammenfinden.