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REL 316*4 1MRB520050-Ude / Änd.

B ABB Power Automation AG

Februar 00

2. HARDWARE-BESCHREIBUNG

2.1. Zusammenfassung ..................................................................2-2

2.2. Mechanischer Aufbau ..............................................................2-4


2.2.1. Hardwarevarianten...................................................................2-4
2.2.2. Konstruktion .............................................................................2-4
2.2.3. Gehäuse und Montagearten ....................................................2-4
2.2.4. Frontseite des Gerätes.............................................................2-4
2.2.5. PC-Anschluss...........................................................................2-5
2.2.6. Testmöglichkeiten ....................................................................2-5

2.3. Speiseeinheit ...........................................................................2-6

2.4. Wandlereinheit .........................................................................2-6

2.5. Hauptrechnereinheit.................................................................2-7

2.6. Binäre Ein-/Ausgabeeinheit......................................................2-8

2.7. Verbindungseinheit ..................................................................2-8

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ABB Power Automation AG REL 316*4 1MRB520050-Ude / Änd. B

2. HARDWARE-BESCHREIBUNG

2.1. Zusammenfassung
Das Hardware-Konzept des numerischen Gerätes RE. 316*4 be-
steht aus 4 bis 8 Einschüben, einer Verbindungseinheit und dem
Gehäuse:
• Wandlereinheit Typ 316GW61
• A/D-Umsetzereinheit Typ 316EA62
• Hauptrechnereinheit Typ 316VC61a
oder Typ 316VC61b
• 1 bis 4 binäre Ein-/Ausgabeeinheiten Typ 316DB61
oder Typ 316DB62
oder Typ 316DB63
• Speiseeinheit Typ 316NG65
• Verbindungseinheit Typ 316ML61a
oder Typ 316ML62a
• Gehäuse mit Klemmenanschlüssen für die analogen Signale
und Steckeranschlüsse für die binären Signale.

Die A/D-Umsetzereinheit Typ 316EA62 wird nur bei Anwendun-


gen mit dem Leitungs-Differentialschutz verwendet.
Binäre Prozesssignale werden von den binären Ein-/Ausgabe-
einheiten erfasst und an den Hauptrechner weitergeleitet. Dieser
verknüpft diese Signale mit der projektspezifischen Steuer- und
Schutzfunktionen und steuert die Ausgangsrelais und LEDs
(Leuchtdioden).
In der Wandlereinheit werden die analogen Eingangsgrössen
durch gegeneinander abgeschirmte Wicklungen galvanisch von
der Anlage getrennt und auf ein für die Elektronik kompatibles
Niveau angepasst. Die Wandlereinheit kann mit maximal neun
Eingangswandlern bestückt werden.
Die Hauptrechnereinheit 316VC61a bzw. 316VC61b umfasst im
wesentlichen den Hauptrechner (Rechnerkern 80486), und die Ana-
log/Digital-Umsetzereinheit sowie die Kommunikationsschnittstelle
zur Leittechnik und 2 PCMCIA Steckplätze.
Über die Kommunikationsschnittstelle zur Stationsleittechnik
können binäre Prozesssignale, von der Steuerlogik vorverar-
beitete Signale, Ereignisse, analoge Messwerte, Störschreiber-
speicher-Dateien und Einstellungen des Gerätes zur Stations-
leitstelle übertragen werden. Umgekehrt werden Befehle an die
Steuerlogik und der Befehl für die Parametersatzumschaltung
übergeben.

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RE. 316*4 kann mit ein bis vier binären Ein-/Ausgabeeinheiten


ausgerüstet werden.
Auf den Einheiten 316DB61, 316DB62 befinden sich 2 Auslöse-
relais mit je 2 Kontakten und je nach Variante:
8 Optokopplereingänge und 6 Signalrelais
oder 4 Optokopplereingänge und 10 Signalrelais.
Auf der Ein-/Ausgabeeinheit 316DB63 befinden sich 14 Opto-
kopplereingänge und 8 Signalrelais.
Die 16 LEDs an der Frontseite werden von den 316DB6. in den
Steckplätzen 1 und 2 gesteuert.

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2.2. Mechanischer Aufbau

2.2.1. Hardwarevarianten
Das Gerät RE. 316*4 kann hardwaremässig in verschiedenen
Varianten geliefert werden. Die zur Verfügung stehenden Mög-
lichkeiten sind aus dem Datenblatt "Angaben für die Bestellung"
ersichtlich.

2.2.2. Konstruktion
Die Bauhöhe des Gerätes beträgt 6 U (U = 44,45 mm), die
Breite 225 mm (Bestellcode N1) oder 271 mm (Bestellcode N2).
An der Rückseite werden die verschiedenen Einheiten in das
Gehäuse (s. Bild 12.3) eingeschoben und danach zusammen
mit der Abdeckplatte festgeschraubt.

2.2.3. Gehäuse und Montagearten


Die Gehäuseformgebung eignet sich für drei festgelegte Monta-
gearten.

Einbaumontage
Die Einbaumontage mit den 4 Befestigungselementen ist für den
Einbau in Schalttafeln vorgesehen. Die Ausschnittsgrösse mit
ihren Massen ist aus dem Datenblatt ersichtlich. Die Geräte-
anschlussklemmen befinden sich an der Rückseite.

Einbau in 19"-Etage
Für den Einbau in eine 19"-Etage ist ein Montageblech lieferbar,
das die nötigen Ausschnitte enthält (s. Datenblatt). Die Geräte-
anschlussklemmen befinden sich an der Rückseite.

Aufbaumontage
Für die Aufbaumontage ist ein schwenkbarer Aufbaurahmen
vorgesehen (s. Datenblatt). Die Geräteanschlussklemmen befin-
den sich an der Rückseite.

2.2.4. Frontseite des Gerätes


Die Frontseite mit Angaben zu den einzelnen Elementen ist aus
Bild 12.2 ersichtlich.
Hinter der Frontplatte befindet sich eine Rückstelltaste. Sie hat
drei Funktionen:
• ermöglicht das Rücksetzen der Auslöserelais, der Signal-
relais und der Signal-LEDs bei Selbsthaltung und das Lö-
schen der Distanzanzeige im Bedienprogramm.

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• ermöglicht das Rücksetzen von Fehlermeldungen in der Dia-


gnose, falls die Selbstüberwachung und Diagnose einen
Defekt detektiert (kurzes Drücken).
• ermöglicht ein Neustart (Warmstart) des Gerätes (minde-
stens zehn Sekunden drücken), falls die Selbstüberwachung
und Diagnose einen gravierenden Fehler detektiert haben.
Diese Bedienhandlungen können alle auch an der lokalen Be-
dieneinheit an der Front des Gerätes vorgenommen werden.
Sollte diese jedoch ausfallen, kann die Rückstelltaste durch das
Loch an der Front, z.B. mit einem Zahnstocher, betätigt werden.

2.2.5. PC-Anschluss
Für die Einstellungen, für das Ablesen von Ereignissen, von Be-
triebsgrössen und für Diagnosezwecke ist die serielle, optische
Schnittstelle (s. Bild 12.2) mit einem Personal Computer (PC) zu
verbinden.

2.2.6. Testmöglichkeiten
Das Gerät RE. 316*4 kann mit dem Prüfgerät des Typs XS92b
geprüft werden.

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2.3. Speiseeinheit
Die Speiseeinheit 316NG65 erzeugt aus der Batteriespannung
alle intern benötigten Hilfsspannungen. Die vorhandenen Kon-
densatoren überbrücken kurze Einbrüche (max. 50 ms) der Ein-
gangsspannung. Die Speiseeinheiten sind gegen Verpolung
geschützt.
Im weiteren werden durch die Speiseeinheit alle für die anderen
Einheiten benötigten Kontrollsignale wie Einschaltrückstellung
(Reset) und Speisespannungsausfall generiert.
Die technischen Daten der Speiseeinheit sind aus dem Daten-
blatt ersichtlich.

2.4. Wandlereinheit
Die Wandlereinheit 316GW61 dient als Prozessankopplung für
die analogen Eingangsgrössen wie Ströme und Spannungen.
Auf der Wandlerplatte können bis zu neun Strom- oder Span-
nungswandler montiert werden. Die Stromwandler sind auf der
Wandlereinheit mit einem Shunt abgeschlossen.
Die Wandler stellen einerseits die notwendige galvanische Tren-
nung sicher und erzeugen (beim Stromwandler mit dem Shunt)
die für die Weiterverarbeitung durch die Analog/Digital-Wand-
lereinheit notwendigen Spannungen auf Elektronikniveau. Somit
stehen am Ausgang der Wandlereinheit sowohl für die Strom-,
als auch für die Spannungskanäle Spannungssignale zur Ver-
fügung.
Entsprechend der Gerätevariante ist die Wandlereinheit mit den
notwendigen Strom- und Spannungswandlern bestückt. Weitere
Angaben dazu sind aus dem Datenblatt ersichtlich.

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2.5. Hauptrechnereinheit
Auf dem Hauptrechner werden die Steuer- und Schutzalgorith-
men gemäss den jeweiligen Einstellungen abgearbeitet. Die
Daten erhält der Hauptrechner von der Analog/Digital-Umsetzer-
einheit und von den Ein-/Ausgabeeinheiten. Ergebnisse der Al-
gorithmen werden direkt oder nach weiteren logischen Ver-
knüpfungen an die binären Ein-/Ausgabeeinheiten weitergeleitet.
In der Hauptrechnereinheit 316VC61a bzw. 316VC61b ist ein
Mikroprozessor mit einem 80486 Rechnerkern eingesetzt. Die
Abtastwerte der Analog/Digital-Umsetzereinheit werden von einem
Digital-Signalprozessor (DSP) vorverarbeitet. Die Kommunikati-
onsschnittstellen für den Bedien-PC und die Stationsleittechnik
(SPA, VDEW6) sind integriert. Ein PCMCIA-Interface mit zwei
Steckplätzen ermöglicht den Anschluss weiterer Bussysteme
wie LON, MVB. Der Einsatz von Flash-EPROMs als Programm-
speicher erlaubt das Laden der Firmware von einem PC über die
Frontschnittstelle.
Der Hauptrechner führt im Hintergrund eine Selbstüberwachung
durch. Der Rechner selbst (beziehungsweise der korrekte Pro-
grammablauf) wird durch eine Watchdog-Schaltung überwacht.

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2.6. Binäre Ein-/Ausgabeeinheit


Mit den binären Ein-/Ausgabeeinheiten 316DB6. können über
Optokoppler binäre Signale vom Prozess eingelesen und über
Signal- beziehungsweise Auslöserelais Signale und Befehle an
den Prozess ausgegeben werden.
Sämtliche Ein- und Ausgabeeinheiten stellen die notwendige
galvanische Trennung der Signale zur Elektronik sicher.
Die Ein-/Ausgabeeinheiten in den Steckplätzen 1 und 2 steuern
über ein Register zusätzlich noch je 8 LEDs an der Front an.
Durch eine bis vier binäre Ein-/Ausgabeeinheiten können die für
die jeweilige Gerätevariante notwendige Anzahl der Ein- und
Ausgänge bestückt werden. Aus dem Datenblatt ist ersichtlich,
welche Einheiten für welche Varianten notwendig sind.
Die Optokopplereingänge können durch Widerstände auf Löt-
stützpunkten für verschiedene Eingangsspannungsbereiche kon-
figuriert werden. Die Eingänge werden normalerweise gemäss
der Bestellung direkt in der Fabrik entsprechend konfiguriert.
Die technischen Daten der Optokopplereingänge sowie der
Signal- und Auslöseausgänge sind aus dem Datenblatt ersicht-
lich.

2.7. Verbindungseinheit
Die einzelnen Einheiten werden durch die Verbindungseinheit
316ML62a (Gehäusebreite 271 mm) oder 316ML61a (Gehäuse-
breite 225 mm) elektrisch miteinander verbunden. Die Verbin-
dungseinheit ist im Gehäuse hinter der Front montiert. Sie ent-
hält die entsprechenden Stecker und Verbindungen für die ein-
zelnen Einheiten.
Die Verbindungseinheit enthält im weiteren die Verbindungen
zur lokalen Bedieneinheit, die Rückstelltaste sowie 16 LEDs für
Zustandsanzeigen.

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