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Bundesschule Prüfung von Lichtbogenschweiß- einrichtungen gemäß DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4) Unterlage für die
Bundesschule Prüfung von Lichtbogenschweiß- einrichtungen gemäß DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4) Unterlage für die
Bundesschule Prüfung von Lichtbogenschweiß- einrichtungen gemäß DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4) Unterlage für die

Bundesschule

Prüfung von Lichtbogenschweiß- einrichtungen gemäß DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4)

Unterlage für die Befähigte Person Elektro

Herausgegeben von:

Bundesanstalt Technisches Hilfswerk Bundesschule

Hasseler Steinweg 7, 27318 Hoya

© 2016 Technisches Hilfswerk Bundesschule Vorlage Stand Mai 2018 - Version: 1.0.2

Nachdruck, Veränderung, Veröffentlichung und fotomechanische Wiedergabe – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung der THW-Bundesschule. Die Wiedergabe zu gewerblichen Zwecken ist verboten. Alle Rechte vorbehalten.

Allgemeines

Allgemeines Bundesschule
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Bundesschule

In der Ausstattung des THW finden sich in der 2. Bergungsgruppe sowie den Fachgruppen Brückenbau, Infrastruktur und Logistik Schweißgeräte. Diese müssen regelmäßig wieder- kehrend von zur Prüfung befähigten Personen geprüft werden. Die notwendigen Prüfun- gen sind in DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4) vorgegeben. DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4) wurde im Mai 2017 neu herausgegeben. Die alte Ausgabe von Oktober 2011 darf noch bis 25.08.2019 angewendet werden. In dieser Unterlage soll jedoch nur auf die Neufassung der Norm eingegangen werden.

Die Anwendung dieser Prüfhinweise entbindet die Anwender/-innen und Prüfer/-innen nicht davon, sich selbst über die notwendigen Prüfungen und anzuwendenden Prüfver- fahren Gedanken zu machen. Sollte der Prüfer oder die Prüferin zu dem Ergebnis kom- men, dass weitergehende Prüfungen zur Sicherstellung des einwandfreien Zustands des Prüflings erforderlich sind, so sind sie ausdrücklich angehalten, diese Prüfungen durchzu- führen. Auch wird für die Richtigkeit der Angaben in dieser Unterlage keine Verantwor- tung übernommen.

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen

6

1.1

Lichtbogenverfahren

6

1.1.1

Lichtbogenhandschweißen

6

1.1.2

Metall-Schutzgasschweißen

7

1.1.3

WIG-Schweißen

7

1.1.4

Plasma-Schneiden

8

1.2

Gefahren durch elektrischen Strom

8

1.2.1

Erhöhte elektrische Gefährdung

9

1.2.2

Begrenzter Betrieb ohne erhöhte elektrische Gefährdung

10

1.2.3

Schweißbrenner maschinell geführt

10

1.2.4

Unter Wasser mit Person im Wasser

10

1.3

Messung der Leerlaufspannung

10

2. Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

13

2.1

Prüfvorschriften

13

2.2

Erforderliche Prüfausstattung

13

2.3

Praktische Durchführung der Prüfung

14

2.3.1

Sichtprüfung

14

2.3.2

Durchgängigkeit des Schutzleiterstromkreises

14

2.3.3

Isolationswiderstand

15

2.3.3.1

Isolationswiderstand zwischen Netzstromkreis und Schweißstromkreis

15

2.3.3.2

Isolationswiderstand zwischen Schweißstromkreis und Schutzleiterstromkreis

16

2.3.3.3

Isolationswiderstand zwischen Netzstromkreis und Schutzleiterstromkreis

17

2.3.3.4

Isolationswiderstand von Einrichtungen der Schutzklasse II gegen berührbare Oberflächen

17

2.3.4

Messung des Berührungsstrom

18

2.3.4.1

Berührungsstrom des Schweißstromkreises

18

2.3.4.2

Berührungsstrom bei Normalbetrieb

19

2.3.5

Messung des Schutzleiterstrom

20

2.3.6

Messung der Leerlaufspannung

21

2.3.7

Funktionsprüfung

24

3. Dokumentation der Prüfergebnisse

26

© THW-Bundesschule

4 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Abbildungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis Bundesschule
Abbildungsverzeichnis Bundesschule

Bundesschule

Abbildung 1 Lichtbogenverfahren

6

Abbildung 2 Lichtbogenhandschweißen/Elektroden-Schweißen

7

Abbildung 3 Metall-Schutzgasschweißen

7

Abbildung 4 WIG-Schweißen

8

Abbildung 5 Kennzeichnung für erhöhte elektrische Gefährdung

9

Abbildung 6 Alte Kennzeichnungen für erhöhte elektrische Gefährdung

10

Abbildung 7 Messung der Leerlaufspannung

11

Abbildung 8 ARC WELDING ADAPTER von Safetytest

12

Abbildung 9 SECULOAD von Gossen Metrawatt

12

Abbildung 10 Messung der Durchgängigkeit des Schutzleiterstromkreises

15

Abbildung 11 Messung des Isolationswiderstandes zwischen Netzstromkreis und Schweißstromkreis bei Geräten der Schutzklasse I

15

Abbildung 12 Messung des Isolationswiderstandes zwischen Netzstromkreis und Schweißstromkreis bei Geräten der Schutzklasse II

16

Abbildung 13 Messung des Isolationswiderstandes zwischen Schweißstromkreis und Schutzleiterstromkreis

16

Abbildung 14 Messung des Isolationswiderstandes zwischen Netzstromkreis und Schutzleiterstromkreis

17

Abbildung 15 Messung des Isolationswiderstandes zwischen dem Netzstromkreis von Geräten der Schutzklasse II und berührbaren Oberflächen

17

Abbildung 16 Messung des Berührungsstroms des Schweißstromkreises bei Geräten der Schutzklasse I

18

Abbildung 17 Messung des Berührungsstroms des Schweißstromkreises bei Geräten der Schutzklasse II

18

Abbildung 18 Messung des Berührungsstromes bei Normalbetrieb SK I

19

Abbildung 19 Messung des Berührungsstromes bei Normalbetrieb SK II

19

Abbildung 20 Messung des Schutzleiterstroms mit dem direkten Verfahren

20

Abbildung 21 Messung des Schutzleiterstroms mit dem Differenzstromverfahren

20

Abbildung 22 Messung der Leerlaufspannung

21

Abbildung 23 Messung der Leerlaufspannung mit dem ARC WELDING ADAPTER

22

Abbildung 24 Anschluss mit Krokodilklemmen

23

Abbildung 25 Messung der Leerlaufspannung mit dem SECULOAD

24

Abbildung 26 Prüfablauf für Lichtbogenschweißgeräte

25

Abbildung 27 Dokumente zum Prüfwesen im THW Extranet

27

Art der Unterlage

(X)

TN-Unterlage

(X)

Druckunterlage

()

Lehrunterlage

()

Konzept

1. Grundlagen

1.1

Lichtbogenverfahren

Beim Lichtbogenschweißen wird durch die Energie eines elektrischen Lichtbogens, das zu verschweißende Material aufgeschmolzen. Durch die eventuelle Zugabe weiteren Materials werden die Werkstücke miteinander verbunden. In der Technik unterscheidet man verschiedene Lichtbogenverfahren. Dies sind:

Lichtbogenverfahren Lichtbogenschweißen Schneiden und Ausfugen Termisches Spritzen z. B.: (elektrischer Lichtbogen
Lichtbogenverfahren
Lichtbogenschweißen
Schneiden und Ausfugen
Termisches Spritzen
z.
B.:
(elektrischer Lichtbogen ohne Gasentladung)
- Plasmaschneiden
z.
B.:
- Lichtbogenschneiden
Lichtbogenspritzen
- Lichtbogenausfugen
Plasmaspritzen
Metall-Schutzgasschweißen
z. B.:
Metall-Lichtbogenschweißen
ohne Schutzgas
Plasmaschweißen
Wolframschutzgas-
Unterpulver-
z.
B.:
schweißen
Schweißen
-
MIG
z.
B.:
Plasma-Metall-
z. B.:
-
MAG
- Lichtbogenhandschweißen
Intergasschweißen
WIG
- Metall-Lichtbogenschweißen
mit Fülldraht ohne Schutzgas

Abbildung 1 Lichtbogenverfahren

Von den Lichtbogenverfahren haben lediglich die rotgekennzeichneten Verfahren wie Plasmaschneiden, Metall-Schutzgasschweißen, Wolframschutzgasschweißen und das Lichtbogenhandschweißen im THW Bedeutung.

1.1.1

Lichtbogenhandschweißen

Beim Lichtbogenhandschweißen – auch Elektroden-Schweißen genannt – brennt der Lichtbogen zwischen dem Werkstück und einer abschmelzenden Elektrode. Die Elektrode liefert den Zusatzwerkstoff. Die stabförmige Elektrode wird in den Elektrodenhalter ein- gespannt und vom Schweißer oder der Schweißerin an der Nahtstelle geführt. Die Elekt- rode ist im Allgemeinen umhüllt. Die Umhüllung schmilzt ebenfalls ab. Durch die frei werdenden Gase und die entstehende Schlacke wird das Schmelzbad und der Lichtbogen vor der Außenluft geschützt. Nach dem Erkalten der Schweißverbindung wird die Schla- cke entfernt.

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6 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule Abbildung 2 Lichtbogenhandschweißen/Elektroden- Schweißen 1.1.2 Metall-Schutzgasschweißen Beim

Bundesschule

Bundesschule Abbildung 2 Lichtbogenhandschweißen/Elektroden- Schweißen 1.1.2 Metall-Schutzgasschweißen Beim

Abbildung 2 Lichtbogenhandschweißen/Elektroden-Schweißen

1.1.2 Metall-Schutzgasschweißen

Beim Metall-Schutzgasschweißen unterscheidet man das MIG-Verfahren (Metall-Inert- Gas-Verfahren) und das MAG-Verfahren (Metall-Aktiv-Gas-Verfahren). Der Lichtbogen brennt hier zwischen dem automatisch zugeführten (abschmelzenden) Schweißdraht und dem Werkstück. Ein separat zugegebenes Gas schützt den Lichtbogen und das Schmelz- bad vor der Außenluft. Je nach zu verschweißendem Material ist das MIG- oder MAG- Verfahren auszuwählen.

Material ist das MIG- oder MAG- Verfahren auszuwählen. Abbildung 3 Metall-Schutzgasschweißen 1.1.3 WIG-Schweißen

Abbildung 3 Metall-Schutzgasschweißen

1.1.3 WIG-Schweißen

Beim WIG-Schweißen (Wolfram-Inert-Gas-Verfahren) brennt der Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Elektrode aus Wolfram und dem Werkstück. Ein separat zu- geführtes Argon-Schutzgas schütz den Lichtbogen und das Schmelzbad vor der Außen- luft. Falls erforderlich wird Zusatzwerkstoff von Hand oder durch eine spezielle Kalt- drahtzufuhr zugegeben.

Abbildung 4 WIG- Schweißen 1.1.4 Plasma-Schneiden Beim Plasma-Schneiden brennt der Lichtbogen zwischen einer nicht

Abbildung 4 WIG-Schweißen

1.1.4

Plasma-Schneiden

Beim Plasma-Schneiden brennt der Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Elektrode und dem Werkstück. Durch eine Düse und zugeführte Druckluft wird der Licht- bogen eingeschnürt. Dies erhöht die Intensität und Stabilität des Lichtbogens. Durch die- se Einschnürung entsteht im Brenner ein hocherhitztes ionisiertes Gas (Plasma) das den Lichtbogen auf das Werkstück überträgt.

1.2 Gefahren durch elektrischen Strom

Zwischen den beiden Polen des Schweißgerätes Elektrodenhalter/Brenner und der Schweißstromrückleitungsklemme steht eine Spannung an. Beim eigentlichen Schweiß- vorgang beträgt die Brennspannung des Lichtbogens etwa 10 und 40 Volt. Wird nicht ge- schweißt steht zwischen den beiden Polen eine höhere Spannung an. Spannungen von 25 Volt Wechselstrom bzw. 60 Volt Gleichstrom werden für den Menschen im Allgemeinen als ungefährlich angesehen. Die Vereinbarte Grenze der zulässigen Berührungsspannung liegt bei 50 Volt Wechselspannung und 120 Volt Gleichspannung. Durch Schweißende können die Leerlaufspannungen zwischen dem Elektrodenhalter/Brenner und der Schweißstromrückleitungsklemme überbrückt werden. Je nachdem wie trocken oder feucht, und damit leitfähig, Kleidung, Handschuhe aber auch das Schuhwert sind ist es möglich eine elektrische Körperdurchströmung zu erleiden.

In verschiedenen Vorschriften sind daher die Grenzwerte für die zulässige Leerlaufspan- nung zu finden. Diese finden sich unter anderem in DGUV Information 209-010 „Lichtbo- genschweißen“ aus März 2017.

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8 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule Einsatzbedingung Max. zulässige Leerlaufspannung in Volt Gleichspannung Wechselspannung

Bundesschule

Einsatzbedingung

Max. zulässige Leerlaufspannung in Volt

Gleichspannung

Wechselspannung

Scheitelwert

Effektivwert

Erhöhte elektrische Gefährdung

113

68

48

Ohne erhöhte elektrische Gefährdung

113

113

80

Begrenzter Betrieb ohne erhöhte elekt- rische Gefährdung

113

78

55

Schweißbrenner maschinell geführt

141

141

100

Plasmaschneiden

500

-

-

Unter Wasser mit Personen im Wasser

65

unzulässig

Tabelle 1 Maximal zulässige Leerlaufspannungen

1.2.1 Erhöhte elektrische Gefährdung

Von einer erhöhten elektrischen Gefährdung spricht man wenn elektrische Anlagen oder Betriebsmittel in leitfähigen Bereichen mit begrenzter Bewegungsfreiheit oder in sonsti- gen Räumen und Bereichen mit leitfähiger Umgebung betrieben werden.

Ein leitfähiger Bereich mit begrenzter Bewegungsfreiheit liegt vor, wenn dessen Begren- zungen im Wesentlichen aus Metallteilen oder leitfähigen Teilen bestehen und eine Per- son großflächig mit ihrem Körper in Berührung mit der leitfähigen Begrenzung stehen kann. Dabei ist die Möglichkeit der Unterbrechung dieser Berührung eingeschränkt. Dies können z. B. Arbeiten in kleinen Kesseln, Tanks, Reparatur- oder Montagearbeiten in en- gen, metallisch begrenzten Räumen, aber auch Arbeiten in Bohrungen oder Rohrschäch- ten sein.

Lichtbogenschweißeinrichtungen die für den Einsatz bei erhöhter elektrischer Gefährdung geeignet sind werden heute mit einem „S“ gekennzeichnet.

geeignet sind werden heute mit einem „S“ gekennzeichnet. Abbildung 5 Kennzeichnung für erhöhte elektrische

Abbildung 5 Kennzeichnung für erhöhte elektrische Gefährdung

Diese Kennzeichnung bedeutet, dass mit einer maximalen Gleichspannung von 113 Volt bzw. einer Wechselspannung mit einem Effektivwert von 48 Volt (Scheitelwert 68 Volt) gearbeitet wird.

Früher wurden die Schweißgeräte für den Einsatz bei erhöhter elektrischer Gefährdung mit dem bei Gleichspannung mit dem Kennzeichen „K“ und bei Wechselspannung mit dem Kennzeichen 42V gekennzeichnet.

bei Wechselspannung mit dem Kennzeichen 42V gekennzeichnet. K 42V Abbildung 6 Alte Kennzeichnungen für erhöhte
bei Wechselspannung mit dem Kennzeichen 42V gekennzeichnet. K 42V Abbildung 6 Alte Kennzeichnungen für erhöhte

K

Wechselspannung mit dem Kennzeichen 42V gekennzeichnet. K 42V Abbildung 6 Alte Kennzeichnungen für erhöhte
42V
42V

Abbildung 6 Alte Kennzeichnungen für erhöhte elektrische Gefährdung

1.2.2 Begrenzter Betrieb ohne erhöhte elektrische Gefähr- dung

Die Leistung der Schweißstromquellen für begrenzten Betrieb ist durch die Einschaltdauer (Temperaturwächter) und die maximale Stromstärke von 160 Ampere eingeschränkt. Hierbei handelt es sich um Geräte aus dem Heimwerkerbereich.

1.2.3 Schweißbrenner maschinell geführt

Schweißbrenner gelten als maschinell geführt, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

Der Brenner darf nicht von Hand gehalten werden.

Die Leerlaufspannung muss selbsttätig abgeschaltet werden, wenn nicht ge-

schweißt wird. Der Schutz gegen direktes Berühren aktiver Teile muss:

o

Mindestens der Schutzart IP 2X entsprechen,

o

oder durch eine Gefahrenminderungseinrichtung sichergestellt sein.

Maschinell geführte Schweißbrenner sollten im THW nicht vorhanden sein.

1.2.4 Unter Wasser mit Person im Wasser

Hier gelten natürlich durch das Wasser noch schärfere Grenzwerte als bei den erhöhten elektrischen Gefährdungen. Dieser Anwendungsfall sollte im THW nicht vorkommen.

1.3 Messung der Leerlaufspannung

Da durch die Leerlaufspannung für die Schweißenden Gefahren bestehen ist auf eine dau- erhaft vorhandene Isolation von Elektrodenhalter/Brenner zu achten. Bei der Schweiß- stromrückleitungsklemme sind auch unisolierte Schraubzwingen oder Federklemmen zugelassen. DIN EN 90974-4 (VDE0544-4) fordert im Rahmen der Prüfungen die Leer- laufspannung zu messen. Bei Wechselstrom-Schweißgeräten kann diese Messung auch

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10 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule mit einem Multimeter (Spannungsmesser für Effektivwerte (trms)) erfolgen. Dieses Mul- timeter soll über

Bundesschule

mit einem Multimeter (Spannungsmesser für Effektivwerte (trms)) erfolgen. Dieses Mul- timeter soll über einen Innenwiderstand von 5 k verfügen bzw. der Schweißstromkreis soll bei der Messung mit 5 k belastet werden. Ein derartiges Multimeter ist dem Verfas- ser jedoch unbekannt. Die normalen Multimeter haben einen Eingangswiderstand der in der Regel über 1 M liegt. Einige Multimeter verfügen über einen Messbereich mit ver- ringertem Eingangswiderstand bzw. die Möglichkeit den Eingangswiderstand durch Drü- cken einer Taste kurzzeitig für die Messung herabzusetzen. Hierdurch sollen Spannungs- einkopplungen durch Induktion bzw. Influenz unterdrückt werden. Aber auch bei diesen Multimetern beträgt der Eingangswiderstand noch einige 100 k . Um diese Möglichkeit der Messung nutzen zu können müsste daher das Schweißgerät mit einem Widerstand von 5 k während der Messung belastet werden. Auch ein entsprechender Messwider- stand (der ja in einem berührungsgeschützten Gehäuse mit Messanschlüssen verbaut sein müsste) ist dem Verfasser derzeit nicht bekannt. Daher wird auf diese Messmethode nicht weiter eingegangen.

Bisher erfolgte zur Ermittlung der Leerlaufspannung eine Messung der Scheitelwerte. Hiermit sollen kleinere Spannungsspitzen (Peaks) die bei Gleichstrom-Schweißgeräten bzw. Inverter-Schweißgeräten auftreten können mitgemessen werden. Die maximale zu- lässige Ausgangsspannung ist dem Typenschild des Schweißgerätes zu entnehmen. Bei Wechselstromschweißgeräten muss der Effektivwert der Wechselspannung zur Ermitt- lung des Grenzwertes mit 1,4 (√2) multipliziert werden.

In der Norm ist hierzu eine Messschaltung angegeben.

1 k 0,2 k 10 nF 6,8 F V max. Speicher 0 - 5 k
1 k
0,2 k
10 nF
6,8 F
V
max. Speicher
0 - 5 k
Messschaltung
Multimeter
Netzspannung
L PE N
Umpolen!
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 7 Messung der Leerlaufspannung

Durch eine Messschaltung wird die Schweißspannungsquelle mit einem Widerstand zwi- schen 0,2 und 5,2 k belastet. Über einen Widerstand von 1 k und eine Einweg- Gleichrichterdiode wird ein Kondensator von 6,8 µF aufgeladen. Mit einem Spannungs- messer für Mittelwerte (Multimeter) mit einem Eingangswiderstand nicht kleiner als 1 M wird die Spannung zur Anzeige gebracht. Um den Maximalwert ablesen zu können muss das Multimeter einen Max-Speicher haben. Kann das Lichtbogenschweißgerät auf verschiedene Betriebsarten umgeschaltet werden, so kann es möglich sein, das unterschiedliche Leerlaufspannungen auftreten. Die Leer- laufspannung ist daher in allen Betriebsarten zu messen. Die folgenden Abbildungen zeigen zwei Adapter die zur Messung der Leerlaufspannung angeboten werden.

die zur Messung der Leerlaufspannung angeboten werden. Abbildung 8 ARC WELDING ADAPTER von Safetytest Abbildung 9

Abbildung 8 ARC WELDING ADAPTER von Safetytest

werden. Abbildung 8 ARC WELDING ADAPTER von Safetytest Abbildung 9 SECULOAD von Gossen Metrawatt ©

Abbildung 9 SECULOAD von Gossen Metrawatt

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12 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule 2. Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen Die Prüfung von Lichtbogenschweißgeräten durch die

Bundesschule

2. Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Die Prüfung von Lichtbogenschweißgeräten durch die ehrenamtlich tätigen „Befähigten Personen zur Prüfung elektrischer Gefährdungen (BP-E)“ sollte sich auf die Lichtbogen- schweißeinrichtungen mit den THW-Sachnummern:

3431T00207 (Schweißtransformator, 65 – 130 A Schweißstrom) und 3431T23208 (Schweißtransformator, vollschutzisoliert)

3431T00207 (Schweißtransformator, 65 – 130 A Schweißstrom) und 3431T23208 (Schweißtransformator, vollschutzisoliert)

beschränken.

Bei den Lichtbogenschweißgeräten mit den THW-Sachnummern:

3431T91007 (Schutzgasschweißgerät, eli),

3431T31100 (WIG-Schweißgerät; ACDC Inverter-Stromquelle) und

5130T23801 (Plasmaschneidanlage)

sind weitere Prüfungen erforderlich, die von dieser Unterlage eventuell nicht erfasst wer- den. Gerade die bei diesen Geräten evtl. vorhandenen Gasventile und auch die Drahtzu- führeinrichtungen bedürfen einer entsprechenden Wartung. Auch kann es sein, dass bei diesen Geräten im Rahmen der Prüfung elektrische/elektronische Baugruppen abge- klemmt werden müssen. Dies erfordert besondere Fachkenntnisse über die jeweiligen Gerätetypen bzw. eine entsprechende Schulung durch die Hersteller. Diese Geräte sind daher durch geeignete Fachfirmen (Schweißcenter) bzw. durch die Hersteller zu prüfen.

2.1 Prüfvorschriften

Die notwendigen Prüfungen Lichtbogenschweißeinrichtungen sind in „DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4): Mai 2017 Lichtbogenschweißeinrichtungen – Teil 4: Wiederkehrende In- spektion und Prüfung“ enthalten.

2.2 Erforderliche Prüfausstattung

Prüfgerät für Geräteprüfung nach VDE 0701-0702, THW-Sachnummer 6665T00015 mit Zubehör Prüfadapter für Geräteprüfung nach VDE 0701-0702, THW-Sachnummer

6665T00017

Vielfachmessgerät, handelsüblich, THW-Sachnummer 6625T90150 mit Min- /Max-Speicherung Prüfadapter zur Messung der Leerlaufspannung von Lichtbogenschweißeinrich- tungen THW-Sachnummer 6665T00028 Werkzeugsatz Elektriker, THW-Sachnummer 5180T22324

Prüfprotokoll Prüfplakette zur Kennzeichnung des Prüflings nach erfolgreich bestandener Prü- fung Persönliche Schutzausstattung

2.3

Praktische Durchführung der Prüfung

2.3.1 Sichtprüfung

Die Sichtprüfung ist sowohl am Lichtbogenschweißgerät selbst, als auch an den zugehöri- gen Elektrodenhaltern und der Schweißstrom-Rückleitungsklemme durchzuführen. Hier- bei ist insbesondere auf:

Beschädigungen des Gehäuses,

Beschädigungen von Isolierungen,

defekte Anschlüsse,

defekte Stecker,

einwandfreie Zugentlastungen,

Anzeichen auf thermische Überlastung,

freie Kühlöffnungen,

starke Verschmutzung, starker Staub, Kontamination,

schlechte Lesbarkeit oder fehlende Kennzeichnungen bzw. Typenschilder und

andere Beschädigungen oder Hinweise auf unsachgemäßen Gebrauch zu achten.

Anmerkung: Sollte der Prüfling starke Verschmutzungen aufweisen, ist der Prüfling vor der Prüfung zu reinigen (auch durch Auseinandernehmen).

2.3.2 Durchgängigkeit des Schutzleiterstromkreises

Der Widerstand des Schutzleiterstromkreises darf:

0,3 für die ersten 5 m Länge,

o

darüber hinaus zzgl. 0,1 je weitere 7,5 m Länge der Anschlussleitung,

o

maximal jedoch 1,0 nicht überschreiten.

Bei Anschlussleitungen größer 16 A Nennstrom gilt der Widerstandswert des Lei- ters als Grenzwert. Anmerkung: Während der Messung ist die Leitung in Abschnitten, insbesondere an den Einführungsstellen der Leitungen in die Gehäuse, zu bewegen.

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14 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule = Prüfgerät Netztrennschalter Netzstecker Abbildung 10 Messung der Durchgängigkeit des

Bundesschule

= Prüfgerät
=
Prüfgerät
Netztrennschalter
Netztrennschalter
Bundesschule = Prüfgerät Netztrennschalter Netzstecker Abbildung 10 Messung der Durchgängigkeit des

Netzstecker

Abbildung 10 Messung der Durchgängigkeit des Schutzleiterstromkreises

2.3.3

Isolationswiderstand

2.3.3.1

Isolationswiderstand zwischen Netzstromkreis und Schweißstromkreis

Der Isolationswiderstand ist zwischen Netzstromkreis und Schweißstromkreis zu messen.

Der Grenzwert beträgt 5,0 M . = 500V Prüfgerät Netzstecker Netztrennschalter
Der
Grenzwert beträgt 5,0 M .
=
500V
Prüfgerät
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 11 Messung des Isolationswiderstandes zwischen Netzstromkreis und Schweißstromkreis bei Geräten der Schutzklasse I

= 500V Prüfgerät Netzstecker Netztrennschalter
=
500V
Prüfgerät
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 12 Messung des Isolationswiderstandes zwischen Netzstromkreis und Schweißstromkreis bei Geräten der Schutzklasse II

2.3.3.2 Isolationswiderstand zwischen Schweißstromkreis und Schutzleiterstromkreis

Der Isolationswiderstand ist zwischen Schweißstromkreis und Schutzleiterstromkreis zu messen (Nur bei Geräten der Schutzklasse I). Der Grenzwert beträgt 2,5 M .

= 500V Prüfgerät Netzstecker Netztrennschalter
=
500V
Prüfgerät
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 13 Messung des Isolationswiderstandes zwischen Schweißstromkreis und Schutzleiterstromkreis

Anmerkung: Diese Messung ist bei Prüfgeräten, die nicht über einen speziellen Prüfablauf für Lichtbogenschweißgeräte verfügen, nicht über die Prüfdose des Prüfgerätes möglich. Die Messung muss bei diesen Prüfgeräten über separate Prüfleitungen erfolgen. Nicht bei allen am Markt verfügbaren Prüfgeräten ist dies möglich.

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16 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule 2.3.3.3 Isolationswiderstand zwischen Netzstromkreis und Schutzleiterstromkreis Der Isolationswiderstand ist

Bundesschule

2.3.3.3 Isolationswiderstand zwischen Netzstromkreis und Schutzleiterstromkreis

Der Isolationswiderstand ist zwischen Netzstromkreis und Schutzleiterstromkreis zu mes- sen (nur bei Geräten der Schutzklasse I). Der Grenzwert beträgt 2,5 M .

= 500V Prüfgerät Netzstecker Netztrennschalter
=
500V
Prüfgerät
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 14 Messung des Isolationswiderstandes zwischen Netzstromkreis und Schutzleiterstromkreis

2.3.3.4 Isolationswiderstand von Einrichtungen der Schutzklas- se II gegen berührbare Oberflächen

Der Isolationswiderstand ist zwischen dem Netzstromkreis von Geräten der Schutzklasse II und berührbaren Oberflächen zu messen.

Der Grenzwert beträgt 5,0 M . Hierbei ist gegen leitfähige Teile, die am Gehäuse angebracht
Der Grenzwert
beträgt 5,0 M .
Hierbei ist gegen leitfähige Teile, die am Gehäuse angebracht sind, zu messen.
Ebenfalls sind die Kunststoffteile des Gehäuses mit der Prüfspitze zu berüh-
ren/abzutasten.
=
500V
Prüfgerät
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 15 Messung des Isolationswiderstandes zwischen dem Netzstromkreis von Geräten der Schutzklasse II und berührbaren Oberflächen

2.3.4

Messung des Berührungsstrom

2.3.4.1 Berührungsstrom des Schweißstromkreises

Der Berührungsstrom des Schweißstromkreises gegen den Schutzleiter des Netzes ist zu messen. Während der Messung ist das Lichtbogenschweißgerät in Betrieb zu nehmen. Der Grenzwert beträgt 10 mA.

Hierbei ist der Berührungsstrom des Schweißstromkreises gegen den Schutzleiter bzw. bei Geräten der Schutzklasse II gegen den Schutzleiteranschluss einer Steck- dose zu messen. Bei Prüflingen mit ungepolter Steckvorrichtung ist die Prüfung in beiden Stecker- stellungen vorzunehmen.

mA Netzspannung L PE N Messgerät 1. Messung Netzstecker 2. Messung Netztrennschalter
mA
Netzspannung
L PE N
Messgerät
1.
Messung
Netzstecker
2.
Messung
Netztrennschalter

Abbildung 16 Messung des Berührungsstroms des Schweißstromkreises bei Gerä- ten der Schutzklasse I

mA Messgerät 1. Messung 2. Messung Netztrennschalter
mA
Messgerät
1.
Messung
2.
Messung
Netztrennschalter
mA Messgerät 1. Messung 2. Messung Netztrennschalter Netzspannung L PE N Netzstecker Abbildung 17 Messung des

Netzspannung L PE N

Messung 2. Messung Netztrennschalter Netzspannung L PE N Netzstecker Abbildung 17 Messung des Berührungsstroms des
Messung 2. Messung Netztrennschalter Netzspannung L PE N Netzstecker Abbildung 17 Messung des Berührungsstroms des
Messung 2. Messung Netztrennschalter Netzspannung L PE N Netzstecker Abbildung 17 Messung des Berührungsstroms des

Netzstecker

Abbildung 17 Messung des Berührungsstroms des Schweißstromkreises bei Gerä- ten der Schutzklasse II

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18 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule Anmerkung: Bei Prüfgeräten, die keine automatischen Prüfabläufe für die Prüfung von

Bundesschule

Anmerkung: Bei Prüfgeräten, die keine automatischen Prüfabläufe für die Prüfung von Lichtbogenschweißgeräten haben, ist der Bereich zur Messung des Berührungsstromes in der Regel eingeschränkt. Somit können Überschreitungen des Messbereichsendwertes auftreten. Durch die Prüferinnen und Prüfer muss dann anhand der Bedienungsanleitung des Messgerätes festgestellt werden ab welchem Messwert die Überschreitung des Mess- bereiches erfolgt. Liegt dieser Wert deutlich unter 10 mA bleibt nur die Prüfung in einem Fachbetrieb der über die notwendige Messtechnik verfügt.

Dies ist z. B. beim Metratester 5+ der Fall. In der hier zu verwendenden Stellung des Messbereichswahlschalters I A geht der Messbereich lediglich bis 1,99 mA.

2.3.4.2 Berührungsstrom bei Normalbetrieb

Der Berührungsstrom ist an berührbaren leitfähigen Oberflächen die nicht an den Schutz- leiter angeschlossen sind zu messen. Die Messung erfolgt gegen den Schutzleiter.

Der Grenzwert beträgt 0,5 mA. mA Netzspannung Berührbares leitfähiges Teil L PE N Messgerät Netzstecker
Der Grenzwert beträgt 0,5 mA.
mA
Netzspannung
Berührbares leitfähiges Teil
L
PE N
Messgerät
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 18 Messung des Berührungsstromes bei Normalbetrieb SK I

mA Netzspannung L PE N Messgerät Berührbares leitfähiges Teil Netzstecker Netztrennschalter
mA
Netzspannung
L
PE N
Messgerät
Berührbares leitfähiges Teil
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 19 Messung des Berührungsstromes bei Normalbetrieb SK II

2.3.5

Messung des Schutzleiterstrom

Der Schutzleiterstrom ist zu messen. Der Grenzwert beträgt 10 mA. 1

Bei Prüflingen mit ungepolter Steckvorrichtung ist die Prüfung in beiden Stecker- stellungen vorzunehmen.

Netzspannung

L PE N mA Messgerät Netzstecker Netztrennschalter
L
PE
N
mA
Messgerät
Netzstecker
Netztrennschalter

Gerät isoliert Aufgestellt!

Abbildung 20 Messung des Schutzleiterstroms mit dem direkten Verfahren

Netzspannung

L PE N mA Messgerät Netzstecker Netztrennschalter
L
PE
N
mA
Messgerät
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 21 Messung des Schutzleiterstroms mit dem Differenzstromverfahren

1 Lichtbogenschweißgeräte die zum dauerhaften Anschluss einen verstärkten Schutzleiter haben dürfen einen Ableitstrom bis zu 5 % des Bemessungs- Netzstroms je Außenleiter haben.

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20 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule 2.3.6 Messung der Leerlaufspannung Die Leerlaufspannung an den Schweißanschlüssen ist zu messen. Als

Bundesschule

2.3.6 Messung der Leerlaufspannung

Die Leerlaufspannung an den Schweißanschlüssen ist zu messen. Als Grenzwert für die Leerlaufspannung gilt die Angabe auf dem Typenschild des Herstel- lers. Da mit der Messschaltung die Scheitelwerte gemessen werden ist bei Wechsel- stromschweißgeräten der auf dem Typenschild angegebene Effektivwert mit 1,4 (√2) zu multiplizieren um den zulässigen Scheitelwert zu ermitteln.

Zur Messung der Leerlaufspannung ist eine spezielle Schaltung zur Messung der Scheitelwerte zu verwenden (Prüfadapter zur Messung der Leerlaufspannung von Lichtbogenschweißeinrichtungen THW-Sachnummer 6665T00028). Die Messschaltung muss mit einem Spannungsmesser für Mittelwerte (Gleich- spannung) verbunden werden. Der Spannungsmesser muss über einen MAX- Speicher verfügen. Bei Prüflingen mit ungepolter Steckvorrichtung ist die Prüfung in beiden Stecker- stellungen vorzunehmen. Der Eingang der Messschaltung ist (wenn erforderlich) umzupolen. Durch die Ein- weggleichrichtung wird nur eine Halbwelle der Spannung erfasst. Der von der Fa. Safetytest vertriebene ARC WELDING ADAPTER ist so wie die Schaltung in der Norm aufgebaut. Bei dem von Gossen Metrawatt vertriebenen SECULOAD braucht nicht umgepolt zu werden da im Gerät ein Brückengleichrichter verbaut ist. Bei diesem Messadapter werden beide Halbwellen erfasst. Bei Messgeräten die über einen Automatischen Prüfablauf zur Prüfung von Licht- bogenschweißeirichtungen verfügen kann der Adapter zur Messung der Leer- laufspannung bereits im Messgerät integriert sein.

1 k 0,2 k 10 nF 6,8 F V max. Speicher 0 - 5 k
1 k
0,2 k
10 nF
6,8 F
V
max. Speicher
0 - 5 k
Messschaltung
Multimeter
Netzspannung
L PE N
Umpolen!
Netzstecker
Netztrennschalter

Abbildung 22 Messung der Leerlaufspannung

Als maximaler Grenzwert gelten die in Tabelle 1 dieser Unterlage angegebenen Werte. Wird auf dem Typenschild des Schweißgerätes eine Leerlaufspannung angegeben, so ist diese als Grenzwert anzusehen. Um Abweichungen durch eine abweichende Eingangs- spannung zu berücksichtigen gilt für die gemessene Leerlaufspannung eine Toleranz von ± 15 %. Keinesfalls dürfen jedoch die Werte der Tabelle 1 überschritten werden.

Die bedeutet für ein Schweißgerät mit einer Angabe auf dem Typenschild von 92 Volt Gleichspannung:

Maximale Spannung 92 V + 15 % = 105,8 V, bzw. 92 V * 1,15 = 105,8 V. Minimale Spannung 92 V – 15 % = 78,2 V, bzw. 92 V * 0,85 = 78,2 V.

92 V + 15 % = 105,8 V, bzw. 92 V * 1,15 = 105,8 V.

Die folgende Abbildung zeigt die Messung der Leerlaufspannung mit dem ARC WELDING ADAPTER von Safetytest. Zum Anschluss an das Lichtbogenschweißgerät wurden Bürs- tensonden eingesetzt. Dabei ist zu beachten, dass zwischen den beiden Schweißausgän- gen eine Spannung anliegt die den Prüfer oder die Prüferin gefährden kann. Zur Anzeige der Spannung wurde das IronMeter von HT-Instruments eingesetzt.

Spannung wurde das IronMeter von HT-Instruments eingesetzt. Abbildung 23 Messung der Leerlaufspannung mit dem ARC

Abbildung 23 Messung der Leerlaufspannung mit dem ARC WELDING ADAPTER

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22 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

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Bundesschule Die nächste Abbildung zeigt den Anschluss an den Schweißausgängen mit Krokodilklem- men. Dabei ist

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Die nächste Abbildung zeigt den Anschluss an den Schweißausgängen mit Krokodilklem- men. Dabei ist darauf zu achten das über ein möglicherweise vorhandenes Metallgehäuse kein Kurzschluss entsteht.

vorhandenes Metallgehäuse kein Kurzschluss entsteht. Abbildung 24 Anschluss mit Krokodilklemmen ©

Abbildung 24 Anschluss mit Krokodilklemmen

Auf der nächsten Abbildung wurde der Anschluss über die Schweißstromrückleitungs- klemme und den Elektrodenhalter vorgenommen. Die Messung erfolgt mit dem SECULOAD von Gossen-Metrawatt. Zur Anzeige der Spannung wurde das MM12 von Benning verwandt.

Anzeige der Spannung wurde das MM12 von Benning verwandt. Abbildung 25 Messung der Leerlaufspannung mit dem

Abbildung 25 Messung der Leerlaufspannung mit dem SECULOAD

2.3.7

Funktionsprüfung

Alle sicherheitstechnisch relevanten Funktionen müssen auf einwandfreien Betrieb getes- tet werden.

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24 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Bundesschule nicht Einwandfrei Sichtprüfung nicht Einwandfrei in Ordnung Schutzklasse I Schutzklasse II

Bundesschule

nicht Einwandfrei Sichtprüfung nicht Einwandfrei in Ordnung Schutzklasse I Schutzklasse II Schutzleiterwiderstand
nicht Einwandfrei
Sichtprüfung
nicht Einwandfrei
in Ordnung
Schutzklasse I
Schutzklasse II
Schutzleiterwiderstand
Nein
0,3
(1)
Ja
Isolationswiderstand
Netzstromkreis-Schweißstromkreis
Nein
Nein
5,0 M
Ja
Ja
Isolationswiderstand
Isolationswiderstand
Schweißstromkreis - Schutzleiterstromkreis
Netzstromkreis - berührbare Oberflächen
Nein
Nein
2,5 M
5,0 M
Ja
Ja
Isolationswiderstand
Netzstromkreis - Schutzleiterstromkreis
Nein
2,5 M
Ja
Berührungsstrom des
Schweißstromkreises
Nein
Nein
10 mA
Berührungsstrom
bei Normalbetrieb
Nein
Nein
0,5
mA
Ja
Ja
Schutzleiterstrom
Nein
10 mA
Ja
Leerlaufspannung
Nein
Nein
Typenschild
Grenzwert eingehalten
keine Funktion
Funktionsprüfung
keine Funktion
Funktion Einwandfrei
Prüfung bestanden
Prüfung nicht bestanden

(1) Grenzwert gilt nur für die ersten 5 m. Bei längeren Leitungen bzw. Nennströmen >16 A Erläuterungen in der Prüfanweisung beachten.

Abbildung 26 Prüfablauf für Lichtbogenschweißgeräte

3. Dokumentation der Prüfergebnisse

Die Prüfung gilt als bestanden, wenn die folgenden Prüfpunkte in dieser festgelegten Rei- henfolge nacheinander bestanden wurden:

Bei der Sichtprüfung keine die Sicherheit beeinträchtigenden Mängel festgestellt wurden. Bei Geräten der Schutzklasse I die Messung der Durchgängigkeit des Schutzleiters bestanden wurde. Alle für den Prüfling zutreffenden Messungen des Isolationswiderstandes bestan- den wurden. Die Messung des Ableitstroms des Schweißstromkreises bestanden wurde. Die Messung des primären Ableitstroms bestanden wurde. Die Messung der Leerlaufspannung bestanden wurde. Die Funktionsprüfung bestanden wurde.

Ableitstroms bestanden wurde. Die Messung der Leerlaufspannung bestanden wurde. Die Funktionsprüfung bestanden wurde.
Ableitstroms bestanden wurde. Die Messung der Leerlaufspannung bestanden wurde. Die Funktionsprüfung bestanden wurde.
Ableitstroms bestanden wurde. Die Messung der Leerlaufspannung bestanden wurde. Die Funktionsprüfung bestanden wurde.
Ableitstroms bestanden wurde. Die Messung der Leerlaufspannung bestanden wurde. Die Funktionsprüfung bestanden wurde.
Ableitstroms bestanden wurde. Die Messung der Leerlaufspannung bestanden wurde. Die Funktionsprüfung bestanden wurde.
Ableitstroms bestanden wurde. Die Messung der Leerlaufspannung bestanden wurde. Die Funktionsprüfung bestanden wurde.

Die durchgeführte Prüfung ist gemäß den Vorgaben des THW zu dokumentieren.

Hat der Prüfling die Prüfung bestanden, ist der Prüfling mit einer Prüfplakette zu verse- hen, auf der der nächste Prüftermin dokumentiert wird. Auf der Prüfplakette sollte der nächste Prüftermin vorzugsweise mechanisch gekennzeichnet werden (Lochzange o. ä.).

Hat der Prüfling die Prüfung nicht bestanden, ist der Prüfling als „Defekt“ zu kennzeich- nen und der weiteren Verwendung zu entziehen. Der oder die Vorgesetzte ist zu informie- ren.

Über die Dokumentation des Prüfergebnisses hinaus ist es erforderlich, einmal pro Prü- fungstag zu dokumentieren, welche Mess- und Prüfgeräte (Hersteller, Typ und Serien- nummer bzw. Inventarnummer) für die Prüfungen eingesetzt wurden.

Die Dokumente zum Prüfwesen im THW können im THW-Extranet abgerufen werden.

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26 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

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Bundesschule Abbildung 27 Dokumente zum Prüfwesen im THW Extranet © THW-Bundesschule Prüfen von

Bundesschule

Bundesschule Abbildung 27 Dokumente zum Prüfwesen im THW Extranet © THW-Bundesschule Prüfen von

Abbildung 27 Dokumente zum Prüfwesen im THW Extranet

Notizen

Notizen © THW-Bundesschule 28 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen Version 1.0.2 Stand Mai 2018

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28 Prüfen von Lichtbogenschweißeinrichtungen

Version 1.0.2 Stand Mai 2018

Quellennachweis

Quellennachweis Bundesschule
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Alle Abbildungen, Fotos und Zeichnungen: Matthias Korth, THW-BuS in Hoya.

Autoren/-innenverzeichnis

Erarbeitet durch/OE/am:

Matthias Korth, THW-BuS in Hoya, 01.06.2017

Letzte Änderung durchführt von/OE/am:

Matthias Korth, THW-BuS in Hoya, 18.05.2018

Redaktionell bearbeitet von/OE/am:

Wiebke Stephan, THW-BuS in Hoya, 02.06.2017