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SPENGLER
INFO
Merkblatt Nr. 2a – Oktober 2006

Weichlöten: Die richtige Vorbereitung


In diesem und im Merkblatt Nr. 2b "Weichlöten: Die saubere Lötnaht"
zeigt die Branchenkommission Gebäudehülle/Spengler alle
entscheidenden Faktoren und notwendigen Massnahmen zur
Erzielung einer hochwertigen Lötnaht auf.

Abb. 1: Löten ist eine Arbeitstechnik, die eine dichte und kraftschlüssige Verbindung erlaubt.
Verschiedene Faktoren müssen berücksichtigt werden, damit eine technisch und ästhetisch
einwandfreie Naht gelingt. (Quelle: Rheinzink)

O
ft beurteilen Kunden Löt- Dann wird der Lötbereich auf eine zu kompensieren, wird der Lötstel-
nähte nur nach ästhetischen Temperatur von 220 bis 240° C er- le während des Lötens weitere
Kriterien. Die Qualität der wärmt, bei der das Lötzinn voll- Wärme zugeführt.
Löhtnaht wird jedoch durch viele ständig schmilzt. Das Lötzinn ver-
weitere Faktoren beeinflusst. Feh- hält sich dann wie eine Flüssigkeit, Nach Entfernen der Wärmequelle
ler entstehen häufig, weil sich der die durch die Kapillarwirkung des und Abkühlung erstarrt das Lötzinn
ausführende Spengler der Vorgän- Spalts die Oberflächen der beiden wieder vollständig und die Bauteile
ge beim Löten nicht bewusst ist. metallischen Bauteile benetzt. sind verbunden.

Einzelne Atome des Lötzinns dif- Das Löten wird angewendet bei:
fundieren in die Metalloberfläche
Was ist Weichlöten? des zu lötenden Bauteils, hier ent- – Verbindungen
steht eine Legierung aus Lot und – Verbindungen mit hoher
Beim Löten werden zwei metalli- Grundwerkstoff. Korrosionsbeständigkeit
sche Bauteile und das Lötzinn – Abdichtungen mechanischer
(Metalllegierung von 50% Zinn + Um den Wärmeentzug durch das Verbindungen (Falzen, Nieten,
50% Blei) thermisch verbunden. schmelzende Lot (Schmelzwärme) Punktschweissen)
Lötgerät
Der Bauspengler verwendet die im Damit eine optimale Wärmeüber-
Handel gebräuchlichen, geprüften tragung stattfindet, muss das Kup-
Propangasflaschen mit dem geeig- ferstück immer wieder plan ge-
neten Flaschenventil, Regler oder schliffen oder gerichtet (Abb. 5a
Druckreduzierventil (DRV), und 5b) und neu verzinnt werden
Schlauch und Brenner (Abb. 2). (Abb. 6). Mit fortwährendem Ge-
Zur gefahrlosen Abfüllung von brauch verändert sich resp. ver-
Flüssiggas in Kleinflaschen ist das sprödet das Metallgefüge und des-
Merkblatt von suvaPro "Abfüllen sen Oberfläche (Abb. 7). Hier gilt Abb. 5a: Bei langer Betriebszeit
von Flüssiggas in Kleinflaschen" es, die Kupferstücke auszuglühen verformt sich das Kupferstück;
zu beachten. Propangasflaschen und zu schmieden, damit das es ist keine gleichmässige Wär-
müssen alle 10 Jahre einer Nach- Metallgefüge wieder kompakt und meübertragung mehr möglich.
prüfung unterzogen werden. Diese die Wärmeleitfähigkeit wieder er-
kann bei der EMPA oder dem Lie- höht wird.
feranten veranlasst werden.
Nach dem Schmieden ist die Ober-
fläche der Kupferspitze mit einer
Metallfeile zu säubern, die Kanten
sind leicht zu brechen.

Vor dem Löteinsatz muss die Kup-


ferspitze auf einem Salmiakstein
verzinnt werden. Grosse Rauchent-
wicklung beim Verzinnen zeigt an,
dass die Temperatur zu hoch ist. Abb. 5b: Plan geschliffene
Kupferstücke gewährleisten
eine gleichmässige Wärme-
übertragung.

Abb. 2: Für eine einwandfreie


Funktion der Propangasflasche Ein sauber geschmiedetes Kupferstück (Spitz-
muss diese stehend gelagert oder Hammerkolben) ist der Grundstein zu einer
werden. einwandfreien Lötnaht.

Kupferstück
Das Kupferstück hat die Aufgabe,
die Hitze gleichmässig und gezielt
auf die Lötstelle zu verteilen. Das
Lötzinn wird über das Kupferstück
auf die Lötstelle aufgetragen. Beim
Kupferstück wird zwischen Spitz-
kolben (Abb. 3) und Hammerkol-
ben (Abb. 4) unterschieden. Abb. 3: Spitzkolben Abb. 4: Hammerkolben
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Ein schwereres Kupferstück (z.B.


500 g) vermindert die direkte Ein-
wirkung der Lötflamme auf das
Kupferstück verzinnt Werkstück und begünstigt eine
konstante Löttemperatur. Dies ist
besonders im Freien auf der Bau-
stelle wichtig, um Witterungs- und
Windeinflüssen entgegenwirken zu
können.

Nahtvorbereitung
Weil normalerweise nicht unter La-
Abb. 6: Die verzinnte Kupferspitze muss weiss glänzend sein,
borbedingungen gelötet werden
damit einwandfrei gelötet werden kann.
kann, wie dies in der Industrie
möglich ist, sind mindestens fol-
gende Bedingungen einzuhalten:
Die zu verbindenden Oberflächen
müssen sauber, metallisch blank
und fettfrei sein. Der Lötspalt zwi-
schen den zu verbindenden Dünn-
blechen sollte gleichmässig ca.
0.30 mm betragen (Abb. 8 und 9).
Von dem vielerorts üblichen Anreif
(Abb. 10) ist abzuraten, weil damit
die Kapillarität unterbrochen wird.
Bei Zusammenschlüssen mit beste-
henden oxidierten Blechteilen gilt
es, die Nahtstelle mechanisch mit
Abb. 7: Die Kupferspitze ist zu heiss à Die Zinnschicht verbrennt Faservlies oder Schleifpapier blank
mit Schlacke. Mit diesem Kupferstück kann nicht mehr gelötet zu scheuern und mit Vorteil vor-
werden. gängig zu verzinnen.

Abb. 8: Bei einer regelmässi-


gen Wärmeübertragung ist das
Durchfliessen über die ganze
Nahtbreite gewährleistet, die
Naht ist dicht und die Gefahr
von Spaltkorrosion ist ge-
Abb. 9: Sauber vorbereitete Punktschweissverbindung. bannt.
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Verbindung Flussmittel
Die Anforderungen an eine Lötnaht Industrie und Handel bieten eine begünstigt das Fliessverhalten des
sind einerseits Dichtigkeit und an- genügende Auswahl an geeigneten Lötzinns und hält die Naht sauber.
dererseits Festigkeit auf Zug und Flussmitteln (siehe Tabelle). Das Die Wahl des geeigneten Flussmit-
Stoss bzw. Auslenkkräfte. Die Ver- gleichmässige Benetzen der Naht- tels ist sehr wichtig! Ungeeignete
bindungstechniken Nieten, Punkt- stelle mit einem Flussmittel verhin- Flussmittel führen in der Praxis
schweissen und Falzen dienen der dert die Bildung der Oxydations- immer wieder zu Korrosions-
Festigkeit der Lötnähte während schicht während des Lötvorgangs, schäden.
ihrer gesamten Lebensdauer. Sie
gewährleisten aber auch, dass sich
die zu verbindenden Blechteile Falsche Flussmittel führen nicht nur zu Korrosion der verbun-
während des Lötens nicht zu stark denen Metalle, auch der Durchfluss des Zinnbades ist nicht
verwerfen und somit der Lötspalt gewährleistet. Die Verbindung zwischen den zu verbindenden
keine unzulässigen Abweichungen Werkstoffen ist ebenfalls nicht gesichert.
in Grösse und Form aufweist.

Tipp:
Lötgefässe für Fluss-
mittel entsprechend
dem Werkstoff farb-
lich unterschiedlich
kennzeichnen.

Abb. 10: Angereifte Verbindungen verhindern ein Durchfliessen


des Zinnbades.

Kontakt und weiterführende Informationen:


Das vorliegende Merkblatt wurde durch die Branchenkommission Gebäudehülle/Spengler
des Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverbandes (suissetec) erarbeitet.

Auskünfte erteilt gerne:


Rolf Wirth, Fachberater Spengler/Gebäudehülle, Telefon: 043 244 73 32

Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband Auf der Mauer 11, Postfach, 8023 Zürich


Association suisse et liechtensteinoise de la Technique du bâtiment Telefon 043 244 73 00, Fax 043 244 73 79
Associazione svizzera e del Liechtenstein della tecnica della costruzione www.suissetec .ch