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1 Einführung Einführung mittel ist sie eine vom Lot abhängige

Konstante. Hierzu muß das Lot nicht


1.1 Geschichtliches immer völlig geschmolzen sein, d.h., daß
1.2 Allgemeines zum Löten Geschichtliches die Arbeitstemperatur im Schmelzbereich
Die Bekanntschaft des Menschen mit den des Lotes liegen kann. Sie ist jedoch
Kupferwerkstoffen reicht weit zurück, das immer höher als die Solidustemperatur
2 Lote, Flußmittel, Lötatmosphären Bedürfnis nach technischer Handhabe, sie (s.u.) des Lotes.
zu verbinden, dürfte vermutlich genauso
2.1 Weichlote und Weichlötflußmittel alt sein. Entsprechend hatte man unter Löttemperatur: Die beim Löten an der
2.1.1 Weichlote Verwendung von Mischungen aus Zinn, Lötstelle tatsächlich herrschende Tempe-
2.1.2 Flußmittel zum Weichlöten Blei und anderen Metallen relativ früh ratur. Sie liegt oberhalb der Arbeitstempe-
Möglichkeiten zum Weich- und Hartlöten ratur. Oberhalb der sog. maximalen Löt-
2.2 Hartlote und Hartlötflußmittel entwickelt [1]. temperatur werden das Lot oder das
2.2.1 Hartlote So lassen die ältesten Funde von Ge- Werkstück oder das Flußmittel beeinträch-
2.2.2 Flußmittel zum Hartlöten brauchsgegenständen und Schmuck mit tigt bzw. geschädigt.
Lötstellen, die aus sumerischen Königs-
gräbern stammen, erkennen, daß dieses Solidus- bzw. Liquidustemperatur: Grenz-
3 Lötverfahren thermische Fügeverfahren bereits um temperatur, unterhalb der keine Schmelze
3200 v. Chr. einen hohen Stand erreicht bzw. oberhalb der nur Schmelze vorliegt.
hatte. Andere Funde belegen, daß schon
4 Allgemeine Regeln und um 3000 v. Chr. auch im alten Ägypten das Lötnaht: Umfaßt den mit Lötgut gefüllten
Lötstellengestaltung Löten bekannt war. Um 2000 v. Chr. wur- Spalt sowie die Diffusionsschichten (Über-
den in Ägypten u.a. Bronze als Lot und gangsphasen) beidseitig des Lötguts.
4.1 Allgemeine Regeln Alaun (Kalium-Aluminium-Sulfat), der im
4.2 Gestaltung von Lötstellen Lande gefunden wurde, als Flußmittel be- Lötteil: Besteht mindestens aus 2
nutzt. Präzise Angaben über die hochent- Einzelteilen, die durch eine Lötnaht zu
wickelte Löttechnik in der Römerzeit ver- einem Teil verbunden werden. Das sog.
5 Löten von Kupfer und mittelt Plinius, der zum Löten von Bronze Bauteil bedeutet dann ein Fügeteil, das
Kupferlegierungen und Silber bleireiche und bleiarme Zinn- aus einem Lötteil oder einer bzw. mehreren
lote, dagegen zum Löten von Kupfer blei- Lötgruppen (Gruppen, die durch Löten von
5.1 Reines Kupfer reiches Lot empfiehlt; als Flußmittel wird Lötteilen entstehen) besteht.
5.1.1 Weichlöten Harz vorgeschlagen. Selbst der Lötkolben
5.1.2 Hartlöten war im Altertum ebenfalls bekannt [2, 3]. Lötgut1): Das im Ergebnis des Lötens
5.1.3 Anwendungsbeispiele Seitdem hat sich die Löttechnik ständig umgeschmolzene und in seiner chemi-
weiterentwickelt und schließlich ihren jetzi- schen Zusammensetzung veränderte Lot
5.2 Niedriglegierte Kupferwerkstoffe gen hohen Stand erreicht. Hervorzuheben [17].
5.2.1 Kaltverfestigende ist insbesondere die enorme Entwicklung
Legierungen und Spezialisierung dieser Technologie in Lötbarkeit: Sie beschreibt die Eigenschaft
5.2.2 Aushärtbare Legierungen den letzten Jahrzehnten. Trotz großer Fort- eines Bauteils, durch Löten so gefügt wer-
schritte der Schweißtechnik hat das Löten den zu können, daß es die gestellten For-
5.3 Kupfer-Zink-Legierungen seinerseits kontinuierlich an Bedeutung derungen erfüllt. Sie berücksichtigt die
5.3.1 Weichlöten gewonnen. Löteignung, die Lötmöglichkeit und die Löt-
5.3.2 Hartlöten sicherheit. Die Löteignung ist um so bes-
5.3.3 Anwendungsbeispiele ser, je weniger die werkstoffbedingten Fak-
Allgemeines zum Löten toren als Vorbedingung für die Lötfertigung
5.4 Kupfer-Zinn-Legierungen einer Lötkonstruktion berücksichtigt wer-
5.4.1 Weichlöten Das Löten unterscheidet sich vom den müssen. Die Lötmöglichkeit ist eine
5.4.2 Hartlöten Schweißen durch die Verwendung eines Fertigungseigenschaft und um so besser,
niedriger als die Grundwerkstoffe schmel- je weniger bei der Konstruktion die ferti-
5.5 Kupfer-Nickel-Zink-Legierungen zenden Zusatzes (Lotes) und damit durch gungsrelevanten Merkmale bei der ge-
5.5.1 Weichlöten den Verzicht auf ein Aufschmelzen der wählten Werkstoffkombination zu beden-
5.5.2 Hartlöten metallischen Grundwerkstoffe. Daher kön- ken sind. Die Lötsicherheit ist eine Kon-
nen Grundwerkstoff und Lot unterschiedli- struktionseigenschaft und um so größer, je
5.6 Kupfer-Nickel-Legierungen che chemische Zusammensetzungen auf- weniger die konstruktionsbedingten Fak-
5.6.1 Weichlöten weisen. toren bei der Wahl der Werkstoffkombina-
5.6.2 Hartlöten Nach DIN 8505 ist Löten ein „thermisches tion sowie der Lötfertigungsbedingungen
Verfahren zum stoffschlüssigen Fügen und und je weniger die Anforderungen an das
5.7 Kupfer-Aluminium-Legierungen Beschichten von Werkstoffen, wobei eine Bauteil im Einsatz zu beachten sind.
5.7.1 Weichlöten flüssige Phase durch Schmelzen eines Vereinfacht lassen sich die die Lötbarkeit
5.7.2 Hartlöten Lotes (Schmelzlöten) oder durch Diffusion bestimmenden Einflußgrößen auf den Löt-
an den Grenzflächen (Diffusionslöten) ent- prozeß (Verfahren, Lötparameter), den löt-
5.8 Kupfer-Zinn-Zink-Gußlegierungen steht“. Dabei wird die Schmelztemperatur gerechten Werkstoff (Grundwerkstoff, Lot,
der Grundwerkstoffe nicht erreicht. Die Flußmittel, Lötatmosphäre) und lötgerech-
5.9 Kupfer-Blei-Zinn-Gußlegierungen jeweilige, beim Löten anzuwendende Tem- te Konstruktion reduzieren [4].
peratur richtet sich nach der Schmelztem-
peratur des benutzten Lotes. Bezüglich der hier relevanten DIN-Normen
6 Löten von Kupferwerkstoffen Im folgenden sollen von den zahlreichen ist festzuhalten, daß zum Zeitpunkt der
untereinander und mit anderen löttechnischen Begriffen jene erläutert wer- Drucklegung entsprechende europäische
Werkstoffen den, die im Text oder in der Lötpraxis häu- Normen erarbeitet und als DIN EN in das
figer vorkommen; Definition bzw. Erklärung deutsche Normenwerk übernommen wer-
anderer Termini erfolgt an betreffender den bzw. bereits wurden. Daher werden in
Literatur Stelle. dieser Schrift die Normen entsprechend
Normen dem aktuellen Stand herangezogen bzw.
Bildnachweis Arbeitstemperatur: Niedrigste Oberflä- bei Werkstoffangaben teilweise beide
chentemperatur an der Lötstelle, bei der Formen angegeben.
das Lot benetzt oder durch Grenzflächen-
1)
diffusion sich eine schmelzflüssige Phase Dieser in der DIN nicht genormte, aber in der Literatur definierte Begriff stellt
die beste Übersetzung des englischen Begriffes „braze metal“ dar, der im Zuge
bildet. Beim Anwenden geeigneter Fluß- der EN Verwendung finden wird.

2
Lote, Flußmittel, Lötatmosphären Eine charakteristische Eigenschaft der Weichlote und
Flußmittel ist deren Wirktemperatur-
Lote sind i.a. zum Löten geeignete Zusatz- bereich. Das ist der Temperaturbereich, in
Weichlotflußmittel
werkstoffe, die im Sonderfall während des dem die Flußmittel die vorhandenen
Lötens durch Diffusion aus den Oxidfilme zerstören und so das nachfol- Weichlote
Komponenten zweier verschiedener gende Benetzen des Werkstücks durch
Grundwerkstoffe entstehen können. Sie das Lot erlauben. Die Wirkung des Die wichtigsten Weichlote für Kupferwerk-
können in Form von Draht, Stab, Blech, Flußmittels setzt bei der unteren Wirktem- stoffe sind antimonfreie bzw. -arme sowie
Band, Stangen, Pulver, Schnitzeln, Kör- peratur ein und endet bei der oberen antimonhaltige Zinn-Blei- bzw. Blei-Zinn-
nern, Paste oder Formteilen geliefert wer- Wirktemperatur. Die Wirkzeit ist die Zeit- Lote nach DIN EN 29 453 und E DIN 1707
den. Die Lieferform der Lote kann in aus- spanne, über die ein Flußmittel während Teil 100, allgemein als „Lötzinn“ bekannt.
gewählten Fällen auch ihre Querschnitts- des Lötens wirksam bleibt; sie ist verfah- Bild 2 zeigt das Zustandsschaubild Blei-
beschaffenheit (z.B. bei Plattierungen, rensabhängig. Die Wirkzeit geschmolzener Zinn, in dem die Lage diverser genormter
flußmittelgefüllten oder beschichteten Flußmittel ist begrenzt, was bei Verfahren Weichlotlegierungen angegeben ist. Es
Drähten und Stäben) und Konsistenz (bei mit langen Lötzeiten beachtet werden wurden zum besseren Verständnis auch
Pasten) einschließen [4]. muß. einige antimonarme und antimonhaltige
Die charakteristischen Eigenschaften der Für die sachgemäße Durchführung der Weichlote, wie das Weichlot S-Pb69
Lote sind ihre Schmelzbereiche (die zwi- Lötung müssen Wirktemperatur des FIuß- Sn30Sb1 (L-PbSn30Sb), eingezeichnet,
schen Solidus- und Liquidustemperatur lie- mittels und Schmelzbereich (Arbeitstem- die strenggenommen nicht zum Zustands-
genden Bereiche) sowie ihre Arbeitstem- peratur) des Lotes aufeinander abge- schaubild Blei-Zinn gehören. Die
peraturen, die von der chemischen Zu- stimmt sein. In Bild 1 ist der Vorgang der Bilder 2 a-d zeigen Gefügebilder von vier
sammensetzung bestimmt werden. Lote Verdrän-gung von Flußmittel durch Weichloten, wobei Bild 2 c das charakteris-
mit einer Liquidustemperatur von unterhalb geschmolzenes Weichlot schematisch dar- tische Streifengefüge des in etwa eutekti-
450 °C werden Weichlote genannt. Liqui- gestellt. Ein Verzicht auf die Flußmittel ist schen Lotes bei 63 % Sn (Schmelzpunkt
dustemperaturen der Hartlote liegen dem- möglich, wenn an der Luft selbstfließende ca. 183°C) gut erkennen läßt.
gemäß oberhalb 450 °C. Hochtempera- Lote zum Einsatz kommen oder der Die Solidus- und die Liquidustemperatur
turlote stellen einen Sonderfall der Lötprozeß mit geeigneten Loten unter der technischen Lote weichen aufgrund
Hartlote dar; sie haben eine Liquidustem- Vakuum bzw. Schutzgas durchgeführt wird. ihrer Verunreinigungen und zusätzlichen
peratur höher als 900 °C und sind zum Werden die Lötflächen unmittelbar vor dem Legierungselemente z.T. um einige Grad
flußmittelfreien Löten unter Luftabschluß Fügen vorbehandelt und beim Löten hohe Celsius von den Werten des Blei-Zinn-
(Vakuum, Schutzgas) geeignet. Auch die Erwär-mungsgeschwindigkeiten realisiert Zustandsdiagrammes ab. Das hat für die
Einteilung der Lötverfahren (s. Kap. 3) oder aber Maßnahmen zur Zerstörung der Löttemperatur kaum Bedeutung. Jedoch
nach der Liquidustemperatur erfolgt je Oxidschichten während des Lötens getrof- sind geringe Mengen der Verunreinigungs-
nach verwendetem Lot: Weich-, Hart- und fen, kann auch flußmittelfrei gelötet wer- bzw. Zusatzelemente schon von großem
Hoch-temperaturlöten. Von besonderem den. Einfluß auf das Fließvermögen und die
Inter-esse für Kupferwerkstoffe sind hier- Lötatmosphären haben die Aufgabe, Benetzungsfähigkeit des Lotes, auf die
von Weich- und Hartlöten. Grundwerkstoff und Lotoberfläche beim Lötgeschwindigkeit und auf die mechani-
Flußmittel sind nichtmetallische Stoffe, die Aufheizen vor Oxidation zu schützen und schen Eigenschaften der Lötstelle. Dem-
für die Benetzung der Grundwerkstoffe mit gegebenenfalls vorhandene Oxidfilme zu entsprechend hat sich eine Reihe von Lot-
Lot sorgen. Unter der Voraussetzung, daß reduzieren. Schutzgase bzw. reduzierende legierungen durchgesetzt, die für die ver-
die Lötflächen ausreichend vorgereinigt Gase (Reaktionsgase) beseitigen die auf schiedenen Anwendungsgebiete geeignet
sind, lösen die Flußmittel noch vorhandene Grundwerkstoffen und Lot vorhandenen sind. In Tab. 1 ist eine Auswahl wiederge-
Oberflächenfilme auf und verhindern ihre Oxide durch chemische Reaktion ohne geben. Während antimonfreie Weichlote
Neubildung, so daß das Lot die Lötfläche Verwendung eines Flußmittels. Dagegen vorwiegend Feinlötungen vorbehalten sind,
benetzen kann. Die Praxis verwendet die werden für das Löten unter inertem kommen antimonarme und antimonhaltige
Flußmittel als Pulver, Paste und als Tinktur Schutzgas oder Vakuum höhere Anfor- Lote meist für Groblötungen infrage.
(flüssige Lösung). Kombinationen von Lot derungen an die Oberflächenreinheit Außerdem werden zum Löten von Kupfer-
und Flußmittel sind als Gemische von Löt- gestellt. Allerdings liegt der Zersetzungs- werkstoffen Zinn-Blei-Weichlote mit
und Flußmittelpulver, Lotpasten oder druck von CuO in einem technisch erreich- Kupfer-, Silber- und Phosphorzusatz
Röhrenlot mit Flußmittelseele bzw. Lotstab baren Bereich, so daß die Entfernung sol- nach E DIN 1707 Teil 100, sowie Sonder-
mit Flußmittelmantel gebräuchlich. cher Schichten unter Vakuum möglich ist. weichlote bzw. Weichlotlegierungen für
Auch die Lötatmosphären haben einen andere als Zinn-Blei- und Zinn-Blei-
charakteristischen Wirktemperaturbereich. Antimon-Legierungen nach E DIN 1707
Teil 100 und DIN EN 29 453 herangezo-
gen. Die beiden letztgenannten Gruppen
von Weichloten weisen oft höhere oder
niedrigere Solidustemperaturen als die
Weichlote in Tab. 1 auf.
Eine aus dieser Gruppe für Kupfer und
Kupferlegierungen getroffene Auswahl ist
in Tab. 2 wiedergegeben. Zinn-Blei-
Weichlote mit Kupfer-, Silber- oder
Phosphorzusatz, aber auch Sonderweich-
lote mit Silberzusätzen finden hauptsäch-
lich in Elektrotechnik und Elektronik
Anwendung. Für Glas-Metall-Lötungen eig-
net sich das indiumhaltige Lot S-Sn50In50
(L-SnIn50). Blei- und antimonfreie Weich-
lote auf Zinnbasis S-Sn97Cu3 (L-SnCu3)
sowie S-Sn96Ag4 bzw. S-Sn97Ag3
(L-SnAg5) haben sich in der Kupferrohr-
installation für Trinkwasserleitungen bes-
tens bewährt.
Bild 1 (DKI A 1286) Schematische Darstellung der Verdrängung von Flußmittel durch geschmolzenes Lot [3] Weichlote auf Zink- oder Cadmiumbasis
A: Flußmittellösung liegt auf der oxidierten Metalloberfläche; werden in geringem Umfang eingesetzt.
B: Kochende Flußmittellösung entfernt den Oxidfilm (z.B. als Chlorid)
C: Blanke Metalloberfläche in Berührung mit dem flüssigen Flußmittel
Bei Verwendung cadmiumhaltiger Weich-
D: Flüssiges Lot tritt anstelle des geschmolzenen Flußmittels lote sind die Bestimmungen in UVV-VBG
E: Lot reagiert mit dem Grundmetall
F: Lot erstarrt (Unfallverhütungsvorschriften-Vorschriften

3
der Berufsgenossenschaft) zu beachten.
Die Lote mit der höheren Arbeitstempera-
tur kommen zum Einsatz, wenn das Bauteil
im späteren Gebrauch Temperaturen aus-
gesetzt wird, bei denen die Warmfestigkeit
der Lötstellen aus üblichen Zinnloten nicht
ausreicht. Soll dagegen die Löttemperatur,
z.B. mit Rücksicht auf neben der Lötstelle
liegende Isolierstoffe, möglichst niedrig
sein oder aber steht eine Zweitlötung an,
dann werden Lote mit der niedrigen
Arbeitstemperatur eingesetzt.

Flußmittel zum Weichlöten


An die Flußmittel zum Weichlöten werden
zwei sich widersprechende Forderungen
gestellt. Die eine verlangt eine schnelle
und gründliche Beseitigung der Oxidfilme,
d.h. hohe Lötgeschwindigkeit mit entspre-
chend niedrigen Kosten. Flußmittel, die
dieser Forderung genügen, bestehen im
wesentlichen aus Zinkchlorid und Ammo-
niumchlorid. Ihre Rückstände können
jedoch an der Lötstelle und ihrer Um-
gebung Korrosion hervorrufen, wenn sie
nicht gründlich abgewaschen werden, was
in der Praxis oft nicht durchführbar ist oder
nicht durchgeführt wird. Daraus ergibt sich
die Gegenforderung nach Flußmitteln,
deren Reste mit Sicherheit keine Korro-
sionsgefahr darstellen. Diese Forderung
wird vom Kolophonium erfüllt. Da Kolopho-
nium aber wesentlich weniger wirksam ist
als die genannten Chloride, gestattet es
nur eine erheblich geringere Lötgeschwin-
digkeit, die sich jedoch durch Aktivierungs-
zusätze zum Flußmittel erhöhen läßt [5].
Gemäß der genannten Forderungen wur-
den Flußmittel in der früheren DIN 8511,
Teil 2, je nach Wirkung ihrer Rückstände
unterteilt, die Korrosion hervorrufen
(F-SW11 bis F-SW13) oder bedingt korro-
Bild 2 (DKI A 3972) Zustandsschaubild Blei-Zinn [3]. Darunter sind Mikrofügeaufnahmen von vier verschiedenen Weichloten dierend wirken (F-SW21 bis F-SW28) oder
wiedergegeben. Die schwarzen Flächen in a) und b) sind in das Eutektikum eingelagerte Bleimischkristalle; c) ist das Eutektikum
und d) zeigt das Eutektikum als dunklere Grundmasse, darin eingebettet sind die hellen Zinnmischkristalle.
aber nicht korrodierend sind (F-SW31 bis
F-SW34).
Abweichend hiervon wurden die Flußmittel
in der neuen DIN EN 29 454, Teil 1, nicht
mehr nach der Wirkung der Flußmittel-
rückstände eingeteilt, sondern nach ihren
chemischen Hauptbestandteilen. Der ent-
Tab.1 Blei-Zinn- und Zinn-Blei-Weichlote nach DIN EN 29 453 und E DIN 1707 Teil 100 für Kupfer und Kupferlegierungen (Auswahl)

1) Toleranzen in der Zusammensetzung, zulässige Beimengungen s. DIN EN 29 453 bzw. E DIN 1707 Teil 100
2) F = Flammlöten; I = Induktionslöten; K = Kolbenlöten; T = Tauchlöten (Lotbadlöten)
3) Die früher verwendeten Kurzzeichen von Lotwerkstoffen vergleichbarer Zusammensetzung nach der ungültigen DIN 1707

4
Tab. 2 Sonderweichlote nach DIN EN 29 453 und E DIN 1707 Teil 100 für Kupfer und Kupferlegierungen (Auswahl)

1) Toleranzen in der Zusammensetzung, zulässige Beimengungen s. DIN EN 29 453 bzw. E DIN 1707 Teil 100
2) F = Flammlöten; I = Induktionslöten; K = Kolbenlöten; T = Tauchlöten (Lotbadlöten)
3) Die früher verwendeten Kurzzeichen von Lotwerkstoffen vergleichbarer Zusammensetzung nach der ungültigen DIN 1707

Tab. 3a Einteilung von Weichlötflußmitteln gemäß ihren Hauptbestandteilen nach DIN EN 29 454 T. 1

1) Andere Aktivierungsmittel dürfen verwendet werden.

Tab. 3b Gegenüberstellung der Kennzeichnungen nach DIN EN 29 454 mit den früheren Bezeichnungen (vormals DIN 8511 T. 2) [16]

sprechende Gruppenaufbau ist in Tab. 3a gegenübergestellt, wobei die Angabe der Steht ein besonderer Anwendungsfall an,
wiedergegeben. Danach wird z.B. ein mit Flußmittelart (flüssig, fest, pastenförmig) dann sollten Entsorgungsprobleme, Korro-
Phosphorsäure aktiviertes anorganisches, unberücksichtigt bleibt. sivität und mögliche Gesundheitsschä-
als Paste geliefertes Flußmittel mit 3.2.1.C, Grundsätzlich gibt es aber kein Fluß- digungen sowie Sicherheitsaspekte sorg-
ein nicht halogenhaltiges flüssiges Harz- mittel, das für sämtliche Grundwerkstoffe fältig überprüft werden, bevor die Auswahl
Flußmittel mit 1.1.3.A gekennzeichnet. Zur und Lote sowie für alle relevanten für ein bestimmtes Flußmittel getroffen
Erleichterung des Umgangs mit den neuen Arbeitsweisen verwendbar ist. Vielmehr wird. Einzelheiten über die Anwendungs-
Typ-Kurzzeichen, wurden in Tab. 3b die müssen die Eigenschaften und die damit möglichkeiten der verschiedenen Fluß-
bisher üblichen Flußmitteltypen zum gekoppelte Zusammensetzung der Fluß- mitteltypen zum Weichlöten sind auch den
Weichlöten von Kupfer- und Kupferlegie- mittel dem Anwendungszweck angepaßt Anweisungen der Flußmittellieferanten zu
rungen denen nach DIN EN 29 454, Teil 1, werden. entnehmen.

5
Tab. 4 Hartlote (Auswahl) für Kupfer und Kupferlegierungen auf Kupferbasis

1) Toleranzen in der Zusammensetzung, weitere Legierungsbestandteile bzw. zulässige Beimengungen s. gültige Ausgaben der Normen
2) für Fugenlötungen, an die keine hohen Ansprüche an Festigkeit gestellt werden können

Hartlote und Tab. 4 aufgeführten Phosphorlote ermög- Bild 4 dargestellt. So haben die beiden
lichen durch die Abstufung im zinnhaltigen Hartlote AG104 (L-Ag45Sn)
Hartlötflußmittel Phosphorgehalt eine gezielte Auswahl für und AG106 (L-Ag34Sn) Arbeitstempera-
weitere Anwendungsgebiete. Phosphorlote turen von nur 650 bzw. 670°C. Bild 5 zeigt
Hartlote sind auf Kupfer, bedingt auch z.B. auf einige Silberhartlote.
CuSn6 (CW452K, hierzu die Erläuterung in
In Tab. 4 ist eine Auswahl von Lotwerk- Kap. 5), selbstfließend und können ohne Flußmittel zum Hartlöten
stoffen auf Kupferbasis zusammengestellt, Flußmittel verarbeitet werden, da
die zum Hartlöten von Kupfer- und Kupfer- Phosphor desoxidierend wirkt. Auf Flußmittel zum Hartlöten werden in DIN EN
legierungen herangezogen werden. Es Kupferlegierungen reicht jedoch diese 1045 behandelt. Im folgenden werden
handelt sich dabei um Kupfer-Zink- und Wirkung nicht aus, so daß dort Flußmittel Flußmitteltypen aufgeführt, die für Kupfer
Kupfer-Phosphor-Lote sowie um Lote, die zu verwenden sind. und Kupferlegierungen im allgemeinen in
weniger als 20 % Silber enthalten. Die in Tab. 4 aufgeführten Kupfer-Silber- Betracht kommen (alte Kennzeichnungen
Kupfer-Zink-Lote eignen sich für Lötungen Phosphor-Hartlote weisen eine Arbeitstem- nach DIN 8511 Teil 1 in Klammern).
von Reinkupfer und höherschmelzenden peratur von 710 °C auf und vereinigen die Flußmittel vom Typ FH10 (Typ F-SH1) wei-
Kupferlegierungen. Steigende Zinkzusätze positiven Eigenschaften der Zusätze. Sie sen Wirktemperaturen ab 550 °C auf und
bis etwa 40 % reduzieren die Schmelztem- finden für Kupfer, Rotguß, Kupfer-Zink- und sind zum Hartlöten oberhalb 600 °C bis
peratur, bewirken aber eine Zunahme der Kupfer-Zinn-Legierungen Anwendung. 800 °C geeignet. Sie enthalten neben
Festigkeit und Bindefähigkeit, weshalb sog. Eine Auswahl silberhaltiger Hartlote mit Borverbindungen einfache und komplexe
Messinglote etwa einen solchen Zinkgehalt mehr als 20 % Ag enthält Tab. 5, wo u.a. Fluoride. Die Flußmittelrückstände wirken
aufweisen. Zur Verhinderung von porösen hauptsächlich Silber-Kupfer-Zink-Cad- meist korrosiv, sie sollen daher ab-
Lötstellen, die auf Zinkverdampfung und mium- und Silber-Kupfer-Zink-(Zinn-)Hart- gewaschen oder abgebeizt werden.
Wasserstoffaufnahme zurückzuführen lote aufgelistet sind. Bei der ersten Gruppe FH11 (F-SH1a) sind Flußmittel mit den
sind, werden meist 0,1 bis 0,2 % Silizium handelt es sich um niedrigschmelzende gleichen Eigenschaften wie die vorgenann-
zulegiert bzw. das Löten erfolgt mit Hartlote, deren Cadmiumzusätze die ten Flußmittel, enthalten jedoch zusätzlich
schwach oxidierender, nicht zu intensiver Schmelztemperaturen herabsetzen, wie es noch Chloride.
Flamme [4]. Bild 3 zeigt. Niedrige Löttemperaturen FH21 (F-SH2) sind Flußmittel mit einem
Phosphor zeigt im Kupfer eine geringe bewirken einen geringeren Energiever- Wirktemperaturbereich ab 750 °C bis etwa
Löslichkeit und liegt hauptsächlich als brauch und vermeiden Lötfehler, da dabei 1100 °C zum Hartlöten oberhalb 800 °C
Kupferphosphat (Cu3P) in intermetallisch die Beeinflussung des Grundwerkstoffs einsetzbar. Sie enthalten Borverbindungen
gebundener Form vor. Die mechanischen minimiert ist. Diese Lote lassen außerdem als Grundlage. Ihre Rückstände wirken im
Eigenschaften der Kupfer-Phosphor-Lote, die Umformbarkeit bei Raumtemperatur allgemeinen nicht korrosiv, sind ggf.
auch Phosphorlote genannt, werden durch zu. Allerdings sind beim Einsatz cadmium- mechanisch (Bürsten) oder durch Beizen
den Phosphorgehalt und damit den Cu3P- haltiger Hartlote wie bei den cadmiumhalti- zu entfernen.
Gehalt sowie Größe, Form und Anordnung gen Weichloten die Vorschriften in UVV- FH40 (F-SH4) sind Flußmittel für
seiner Partikel bestimmt. Eine Kaltumfor- VBG15 (s. 2.1.1) zu beachten. In vielen Wirktemperaturen ab 600 °C bis etwa
mung ist bei Loten mit einem Phosphor- Anwendungen wird der Einsatz cadmium- 1000 °C und werden zum Hartlöten ober-
gehalt über 7 % nicht mehr möglich, ab freier Hartlote angestrebt und zunehmend halb 600 °C verwendet. Sie enthalten meist
etwa 300°C haben dagegen alle Phosphor- praktiziert. Chloride und Fluoride und sind ohne
lote eine sehr gute Umformbarkeit. Verschärfte Arbeitsplatzbestimmungen und Borverbindungen. Ihre Rückstände wirken
Sie sind oberhalb ihrer Arbeitstemperatur neue Regelungen der Verwendung von im allgemeinen korrosiv und sollen durch
von ≥ 710 °C dünnflüssig und deshalb für Loten für Gegenstände, die mit Abwaschen oder Abbeizen beseitigt wer-
breitere Lötspalte nicht geeignet. Wegen Lebensmitteln, z.B. Trinkwasser, in Berüh- den. Prinzipiell gilt, daß reiner Borax nur in
der Phosphorverbrennung ist eine lötge- rung kommen, haben dazu geführt, daß Ausnahmefällen verwendet werden sollte.
rechte Verarbeitung besonders wichtig. cadmiumhaltige Hartlote in bestimmten Die im Handel befindlichen Flußmittel-
Eine Umformung der Lötstelle beim CP201 Bereichen nicht mehr einzusetzen sind. gemische sind wirksamer, passen sich den
(L-CuP8) ist kaum möglich; es kommt zum Die Zinnzusätze setzen ähnlich, jedoch Löttemperaturen besser an und hinterlas-
Einsatz, wenn niedrige Arbeitstempera- nicht so ausgeprägt wie Cadmium, die sen keine oder nur wenige harte Rück-
turen und eutektisches Schmelzverhalten Schmelztemperaturen der Silberhartlote stände. Einzelheiten, insbesondere Sicher-
erforderlich sind. Die beiden anderen in herab. Diese Zusammenhänge sind in heitshinweise, sind den Herstellerangaben

6
zu entnehmen. Auch hier müssen die ent-
sprechenden Vorschriften in UVV-VBG15
(s. 2.1.1) beachtet werden.

Lötverfahren

Eine Klassifizierung der Lötverfahren kann


nach verschiedenen Gesichtspunkten
erfolgen [4]. Eine Einteilung der bekannten
Lötverfahren zeigt Tab. 6. Nachstehend
werden einige Lötverfahren erläutert, die
für Kupferwerkstoffe von besonderem
Interesse sind; die Behandlung von
Verfahren nach der Art der Lötstelle erfolgt
unter Kap. 4.

Wie bereits in Kap. 2 erwähnt, wird je nach


der Liquidustemperatur der Lote
(DIN 8505, Teil 2) unterschieden zwischen:
• Weichlöten (unterhalb 450 °C),
• Hartlöten (oberhalb 450 °C) und
• Hochtemperaturlöten (oberhalb 900°C). Bild 3 (DKI A 1287) Wirkung von Cadmiumzugaben
(etwa 20 %) zu Silber-Kupfer-Zink-Legierungen [6]
Bild 4 (DKI A 1288) Solidus- und Liquidustemperaturen von
Silber-Kupfer-Zink-Legierungen mit Zinnzusätzen
Zum Hochtemperaturlöten für andere (ca. 2 %) [6]
Werkstoffe werden u.a. auch Lote auf
Kupferbasis verwendet, für Kupferwerk- Abschmelzen des Lots mittels eines Zinnlot die Lötspitzen bei Massenlötungen
stoffe selbst kommen jedoch fast aus- Lötkolbens, der von Hand oder maschinell oft nachzubessern oder auszutauschen
schließlich das Weich- und Hartlöten zur geführt und ausschließlich zum Weichlöten waren, wurden kupferhaltige Lote (s. 5.1.1)
Anwendung. benutzt wird. Für Spaltlötungen mit langer bzw. mit anderen Werkstoffen plattierte
Für erfolgreiches Löten ist die gewählte Art Überlappung ist er jedoch nicht verwend- Lötspitzen entwickelt. Bilder 6 und 7 zei-
der Energieträger bzw. Wärmezufuhr sehr bar. gen einige Lötspitzen sowie einen
entscheidend. Die Wärmequelle muß Die meisten Lötkolben tragen eine einge- Gaslötstift.
sicherstellen, daß die zum Erreichen der baute Wärmequelle in Form eines elektri- Beim Lötbadtauchlöten werden die zu
Löttemperatur erforderliche Wärmemenge schen Heizelementes oder eines Brenners lötenden Teile in ein flüssiges Lotbad
in ausreichend kurzer Zeit, auf jeden Fall für Erdgas, Acetylen oder Propan. getaucht und dabei vom Lot benetzt. Die
während der Wirkdauer des Flußmittels, Wärmekapazität und Form des Lötkolbens Eintauchgeschwindigkeit ist so zu optimie-
auf die Lötstelle übertragen wird. sowie der Lötspitze müssen dem Lötteil ren, daß in jeder Tauchphase die Errei-
Entsprechend explizit ist die Einteilung angepaßt sein. Ein spitzer Winkel der letz- chung der Löttemperatur gesichert bleibt.
(s. Tab. 6) der Lötverfahren nach dieser Art teren gewährleistet eine bessere Zugäng- Dieses Verfahren wird bei Kupfer und sei-
(DIN 8505, Teil 3). Dabei ist die Wärme- lichkeit der Lötstelle, verursacht jedoch nen Legierungen im allgemeinen nur zum
übertragungsform (fest, flüssig usw.) für höhere Wärmeverluste. Die Masse der Weichlöten angewendet. Eine modifizierte
den Ablauf des Lötvorganges entschei- Lötspitzen liegt zwischen 20 g und 1 kg, Form ist das Wellen- bzw. Schwallöten,
dend. welche früher wegen des guten Wärme- wobei die Lötteile, hauptsächlich bestückt
Aus dem Bereich des Lötens durch feste transports und der guten Benetzbarkeit Leiterplatten, über oder durch eine sog.
Körper erfolgt beim Kolbenlöten die fast ausschließlich aus Kupfer bestanden. stehende Lötwelle geführt werden. Bei
Erwärmung der Lötstelle und das Da aufgrund der Kupferlöslichkeit von dem ähnlichen Schlepplöten werden die

Tab. 5 Silberhaltige Hartlote (Auswahl) mit mehr als 20% Ag für Kupfer und Kupferlegierungen

1) Toleranzen in der Zusammensetzung, weitere Legierungsbestandteile bzw. zulässige Beimengungen s. gültige Ausgaben der Normen

7
Bild 5 (DKI A 6009) Cadmiumfreie Silberhartlote (blank bzw. flußmittelummantelt)

Lötteile, auch meist Leiterplatten, ober- Schutzgasofen zum Hartlöten von Kupfer- den vorstehenden Grundverfahren vielsei-
flächlich mit dem Lotbad in Berührung Zink-Legierungen (Messing) und für den tige Lötmaschinen und -vorrichtungen ent-
gebracht und darüberhinweggezogen. Einsatz von zink- und cadmiumhaltigen wickelt.
Diese Verfahren werden ebenfalls aus- Loten nicht zu empfehlen; dafür eignen
schließlich zum Weichlöten herangezogen. sich z.B. die Kupfer-Phosphor-Lote, die
Das Flammlöten gehört zu den siIberhaltigen Phosphorlote und das Allgemeine Regeln und löt-
Lötverfahren, bei denen die zum Löten not- Silberlot AG401 (L-Ag72).
wendige Energie durch Gase (Verbren- Das Ofenlöten weist dahingehend Vorteile
gerechte Konstruktion
nung von Brenngas) erreicht wird. Es ist auf, daß dabei Lötteile spannungs- bzw.
grundsätzlich für alle Löttemperaturen verzugsfrei bleiben und Werkstücke kom- Allgemeine Regeln
möglich. Die Lötlampe und der Propan- plizierter Form gelötet werden können.
Luft-Brenner sind für Weichlötarbeiten weit Außerdem ermöglicht es auch gezielte Für das Löten gibt es eine Reihe von allge-
verbreitet. Zum Hartlöten dünner Werk- Wärmebehandlung der Werkstücke bzw. mein gültigen, zu beachtenden Regeln, um
stoffe wird vorzugsweise ein Lötbren- das Löten und Wärmebehandeln in einem die Vorteile des Lötens, insbesondere das
ner mit den Gas/Luftgemischen benutzt. Arbeitsschritt. selbsttätige Fließen des Lotes in den Spalt,
Bild 8 zeigt zwei zum Flammlöten verwen- Neben diesen bisher üblichen Verfahren sicher und wirtschaftlich zu beherrschen.
dete Brenner. Brenngas-Sauerstoff-Ge- gewinnen das elektrische Widerstands- Einige sollen hier erwähnt werden [4].
mische sind die wirtschaftlichen Energie- löten und das Induktionslöten zuneh- Vor allem aber müssen die zu lötenden
quellen, wenn dickere Werkstücke gelötet mend an Bedeutung. Sie werden sowohl Teile bzw. Werkstücke lötgerecht konstru-
werden sollen. zum Weich- als auch zum Hartlöten einge- iert und vorbereitet sein. Unter Berück-
Von den Lötverfahren mit elektrischer setzt. Neuerdings kommen für spezielle sichtigung der jeweiligen Anforderungen
Energiezufuhr findet das Ofenlöten Lötungen auch Licht-, Laser- sowie und Lötverfahren müssen Grundwerkstoff,
(Erwärmung auf Löttemperatur in einem Elektronenstrahllöten (Energiezufuhr Lot, Flußmittel (Wirktemperatur min. 50 K
elektrisch beheizten Ofen) sowohl zum durch Strahlen) und Lichtbogenlöten unterhalb der Solidustemperatur des Lots)
Weich- als auch zum Hartlöten Anwen- (elektrische Gasentladung) zum Einsatz. und Lötatmosphäre aufeinander abge-
dung. Das Hartlöten im Schutzgasofen ist Aufgrund der gewaltigen Steigerung der stimmt sein. Zur Vermeidung von uner-
bei solchen Kupferwerkstoffen möglich, die Produktionszahlen und der damit zuneh- wünschten Erscheinungen, wie die nur bei
keine leicht verdampfenden Legierungs- menden Massenlötungen wurden zwecks bestimmten Grundwerkstoff-Lot-Verbin-
bestandteile enthalten. So ist der normale Mechanisierung und Automatisierung nach dungen auftretende Lötbrüchigkeit und die
Tab. 6 Lötverfahren, Einteilung nach verschiedenen Gesichtspunkten

8
Bild 6 (DKI A 6010) Lötspitzen aus Reinkupfer (oberflächen- Bild 7 (DKI A 6011) Glaslötstift, dessen Spitze mit Butangas Bild 9 (DKI A 1322) Gegenüberstellung direkter und indirekter
behandelt) zum Handlöten über Konverter (ohne offene Flamme) beheizt wird Loterwärmung [4]

beim Löten von Grundwerkstoffen mit sehr können. Möglich sind neben der bereits Oberflächen einen kleinen, üblicherweise
unterschiedlichen Ausdehnungskoeffi- genannten Lötbrüchigkeit und -rissigkeit gleich breiten Abstand (Spalt) voneinander
zienten aufgrund von Spannungen entste- Oxidation, Form- und Abmessungsände- haben. Der Lötspalt wird vorzugsweise
hende Lötrissigkeit, sind geeignete rung sowie Änderung der mechanischen
Grundwerkstoffkombinationen und Löt- Eigenschaften der gelöteten Werkstücke.
bedingungen auszuwählen. Während eine Im Gegensatz zu einem üblichen Glühpro-
zügige Erwärmung der Lötstelle auf die zeß mit einer Dauer von ca. 0,5 bis mehre-
Löttemperatur anzustreben ist, kann beim ren Stunden dauern Lötvorgänge kürzere
Löten mit Flußmitteln oder Lötpasten am Zeit. Entsprechend gering ist die Beein-
Anfang ein vorsichtiges Erwärmen ratsam flussung der üblichen kaltumgeformten
sein. Auf jeden Fall muß der Grundwerk- Werkstücke. Bild 10 vergleicht die Vor-
stoff an der Berührungsstelle mit dem Lot gänge bei normaler und kurzzeitiger
min. die Arbeitstemperatur erreicht haben, Glühung. Bei der letzteren, wie sie beim
anderenfalls kugelt das Lot. Daher erweist Löten gegeben ist, sind die Bereiche der
sich eine indirekte Erwärmung des Lots Erholung und der Rekristallisation breiter
über das Werkstück als günstig, wie es und die Grenzen zu höheren Temperaturen
Bild 9 verdeutlicht. Es sollte nur so viel an verschoben. Das bedeutet, daß eine Glüh-
Lotmenge zugeführt werden, daß sie den temperatur, die bei Langzeitglühung eine
Lötspalt füllt und eine Lothohlkehle bildet, Rekristallisation des Grundwerkstoffes
wobei ggf. die Anordnung des Lots in einer bewirkt, beim Löten nur Erholungsvor- Bild 10 (DKI A 1323) Verhalten metallischer Werkstoffe bei
lang- und kurzzeitiger Erwärmung [7]
Depotnut kurze Fließwege und dadurch gänge hervorrufen oder Festigkeitswerte
gute Durchlötung sowie wenig Fehlstellen reduzieren kann. Lote mit niedrigen durch kapillaren Fülldruck mit Lot gefüllt.
Arbeitstemperaturen sind hierbei vorteil- Der maximal zulässige Abstand soll nur
haft. Anders ist es jedoch bei aushärtbaren ausnahmsweise größer als 0,25 mm sein.
Werkstoffen, wo insbesondere beim Für das Löten mit dem silberfreien
Hartlöten spezifische Besonderheiten zu Kupferhartlot CP201 (L-CuP8) sollte - um
beachten sind. Sprödbruch zu vermeiden - eine Montage-
Dieser Sachlage wird an betreffenden spaltbreite von 0,1 mm und weniger
Stellen Rechnung getragen. gewählt werden.
Beim Spaltlöten benetzt das Lot die zu
lötende Fläche erst dann, wenn sie min-
Lötgerechte Konstruktion destens die Arbeitstemperatur erreicht hat.
Deshalb besteht die Notwendigkeit, eine
Die konstruktive Gestaltung entscheidet größere Fläche des Werkstücks entlang
Bild 8 (DKI A 3973 und 3974) Brenner zum Flammlöten mit über Qualität und Kosten eines Bauteils. des Lötspaltes gleichmäßig auf Arbeits-
Propan-Ansaugluft (links) und Acetylen-Ansaugluft Sie sollte einen reibungslosen Ablauf der temperatur zu erwärmen, um das
(rechts)
Lötvorgänge, wirtschaftliche Fertigung und Einschießen des Lots in den Spalt zu
mechanisch belastbare Lötverbindungen sichern. Die Temperaturverteilung, die
sichert. Außerdem sollte die Erwärmung gewährleisten. Eine ordnungsgemäße beim Spaltlöten möglichst anzustreben ist,
nach dem Fließen des Lots abgebrochen Lötverbindung versagt immer im Grund- wird in Bild 12 dargestellt.
werden, um eine Überhitzung der Lötstelle werkstoff. Daneben sind bei der Gestaltung Fugenlöten ist ein Fügen von Teilen,
zu verhindern. Beim Ofenlöten von größe- der Lötverbindung Faktoren wie der wobei eine sich zwischen den Teilen
ren Werkstücken muß die Erwärmung Zustand und die Güte der zu lötenden befindliche breite Fuge vorwiegend infolge
gemäß einer vorher in Versuchen ermittel- Oberflächen, Spaltbreite und ihr Einfluß auf der Schwerkraft mit Lot gefüllt wird (s. Bild
ten Zeit-Temperatur-Vorgabe erfolgen, um kapillaren Fülldruck, die Geometrie und 14). Die Temperaturverteilung zeigt
ein einheitliches Erreichen des Tempera- lagerichtige Zuordnung sowie Formände- Bild 13. Weichlote werden hauptsächlich
turprofils zu sichern. Während der Abküh- rung der Einzelteile zu beachten. Außer- für Spaltlötungen eingesetzt, während
lungsphase ist die Fügestelle ruhig zu hal- dem muß die Zielsetzung feststehen, ob Hartlote für Spalt- und Fugenlötungen in
ten, so darf beispielsweise bei einigen dabei Verbindung von Einzelteilen oder Frage kommen. Spaltlöten findet jedoch
rißempfindlichen Werkstoffen nach dem Beschichtung (Ergänzen bzw. Veredeln von auf sehr verbreiteter Basis Anwendung.
Löten nicht mit Wasser abgeschreckt wer- Oberflächen) angestrebt wird [4]. Das schmelzende Lot breitet sich im
den. Nach dem Löten sollten die Lötteile So unterscheidet DIN 8505, Teil 2, nach Art Lötspalt durch Kapillarwirkung selbsttätig
von korrosiven Flußmittelrückständen der Lötstelle zwischen Auftraglöten aus. Deshalb darf ein Spalt in Fließrichtung
befreit und - wenn Oberflächenbehandlun- (Beschichten durch Löten) und Verbin- des Lotes wohl enger, aber nicht weiter
gen durchzuführen sind - entsprechend dungslöten (Fügen durch Löten). Verbin- werden, wenn des Lot ihn restlos füllen
nachbehandelt werden. dungslöten wird weiterhin in Spalt- und soll. Zur besseren Veranschaulichung der
Besonders hingewiesen werden soll auf Fugenlöten unterteilt, welche in Bild 11 Verhältnisse wird dies in Bild 14 am
den Aspekt, daß sich durch die Erwärmung schematisch dargestellt sind. Beispiel einer V-förmigen Lötstelle (Löt-
die Eigenschaften der Grundwerkstoffe in Spaltlöten hat die größte Bedeutung für fuge) demonstriert.
Abhängigkeit von der Temperatur und Zeit die Praxis. Es ist ein Fügen von Werkstük- Die erzielte mechanische Festigkeit hängt
sowie von Werkstückabmessungen ändern ken, deren miteinander zu verbindende unter anderem von der Breite des Spaltes ab.

9
0,25 mm

Lötspalt Lötfuge

Bild 11 (DKI A 3602) Lötspalt und Lötfuge. In der neueren Bild 12 (DKI A 1324) Temperaturverteilung im Werkstück beim Spaltlöten [8]
Literatur wird in Ergänzung zur DIN unterschieden in AT = Arbeitstemperatur, T = Temperatur
einen Montagespalt (den Spalt bei Raumtemperatur) und
einen Lötspalt (Spalt bei Löttemperatur, der aufgrund von
Wärmedehnungen nicht mehr dem Montagespalt ent-
spricht). Eine Übernahme in EN/ISO ist in der Diskussion.

Dabei liegt die günstigste Montagespalt-


breite für Weich- und Hartlöten bei 0,05 bis
0,20 mm. Bild 15 enthält eine für das
Flammlöten mit Flußmittel relevante
Aufteilung. Insbesondere beim Weichlöten
ergibt sich bei einem Lötspalt bis 0,1 mm
Breite die optimale Festigkeit. Geringe
Toleranzen bedeuten jedoch erhöhte
Bearbeitungskosten.
In der vorliegenden Schrift werden
Prüfverfahren der Lote, Flußmittel und
Lotverbindungen nicht behandelt. Die rele-
vanten Normen sind am Schluß aufgeführt. Bild 13 (DKI A 1290) Temperaturverteilung im Werkstück beim Fugenlöten [8]
AT = Arbeitstemperatur, T = Temperatur

oder S-Sn60Pb40 bzw. S-Sn60Pb40E


Löten von Kupfer und (L-Sn60Pb) Anwendung. Zum Weichlöten
Kupferlegierungen von Kupfer können die üblichen Flußmittel
wie z.B. 3.2.2. (F-SW11), 3.1.1. (F-SW 21),
Kupfer und seine Legierungen können 3.2.2. (F-SW22), 2.1.1., 2.1.3., 2.2.3.
sowohl weich- als auch hartgelötet werden. (F-SW24) oder 2.1.2., 2.2.2. (F-SW25) ver-
Wenn diese Werkstoffe durch Kaltumfor- wendet werden.
mung verfestigt sind, erfahren sie beim Die Lote S-Pb50Sn50 bzw. S-Pb50Sn50E
Weichlöten im allgemeinen keine Einbuße (L-Sn50Pb) und S-Sn60Pb40 bzw.
ihrer Festigkeit. Beim Hartlöten werden sie S-Sn60Pb40E (L-Sn60Pb) wurden früher
jedoch je nach Kaltumformgrad zumindest auch in der Elektronik eingesetzt, griffen
an der Lötstelle entfestigt. jedoch kupferne Lötspitzen verhältnismä-
Nachstehend werden neben den in DIN ßig stark an, wie es Bild 16 zeigt. Das führ-
genormten und bekannten Werkstoffbe- te durch häufiges Nachbearbeiten der
zeichnungen der Grundwerkstoffe auch Lötkolbenspitzen zu Zeitverlusten in der
Bild 14 (DKI A 3975) Richtiges und falsches Ansetzen des
schon die neuen europäischen Werkstoff- Lotes bei V-förmiger Lötstelle Fertigung, so daß zur allgemeinen
nummern (Angaben in Klammern) ange- Schonung der Lötkolben und beim Tauch-
führt. Bei Loten und Flußmitteln erfolgt die löten zur Schonung kupferkaschierter
Bezeichnung wie im vorangegangenen Text Leiterplatten sowie dünner Kupferdrähte
nach EN bzw. EN ISO sowie eine zusätzli- kupferhaltige Weichlote eingeführt wurden.
che Nennung der DIN-Kurzzeichen in So sind heute für die Elektrotechnik und
Klammern. Elektronik die antimonfreien Weichlote
L-Sn60PbCu (für Bäder) und
S-Sn60Pb38Cu2 (L-Sn60PbCu2), als
Reines Kupfer Röhrenlot mit Flußmittelfüllung, von großer
Bedeutung. Hier kommen bevorzugt die
Die herausragenden Eigenschaften des Flußmitteltypen 1.1.2. (F-SW26), 1.1.3
Kupfers sind hohe Leitfähigkeit für Wärme (F-SW27 und F-SW32) und 1.1.1 (F-SW31)
und Elektrizität, ausgezeichnete Bearbeit- auf Kolophoniumbasis zur Anwendung.
barkeit und gute Korrosionsbeständigkeit Teile von Elektromotoren, die bei etwas
gegenüber den vielen verschiedenen Me- höheren Temperaturen beansprucht wer-
dien. Man unterscheidet zwischen den, sollten bevorzugt mit den in Tab. 2
Bild 15 (DKI A 1291) Kapillarer Fülldruck in Abhängigkeit von
der Spaltbreite [4]
aufgeführten Sonderloten höherer Solidus-
• sauerstoffhaltigen, temperatur gelötet werden. Die Scher-
• sauerstofffreien, nicht desoxidierten und Weichlöten festigkeit überlappter, mit Zinnloten
• sauerstofffreien, mit Phosphor desoxi- erzeugter Lötstellen beträgt im Kurzzeit-
2
dierten Kupfersorten. Das Weichlöten erfolgt vorwiegend mit versuch etwa 20 N/mm . Lötstellen mit
Zinn-Blei-Loten, im allgemeinen mit 50 und Sonderloten zeigen meist etwas höhere
Gelötet werden hauptsächlich diese sog. 60 % Sn, nach DIN EN 29453 bzw. Werte.
Knet-Kupfersorten; das Löten von Guß- E DIN 1707 Teil 100. Für größere Teile fin- Zum Weichlöten von Kupfer im Lebens-
Kupfer findet dagegen selten Anwendung. den meist die antimonarmen Lote, z B. mittelbereich sollen - und für Lötungen an
Reines Kupfer bereitet beim Löten keine S-Pb55Sn45 (L-PbSn45(Sb)), für feinere Trinkwasserleitungen dürfen - nur die
Schwierigkeiten, sofern einige Besonder- Teile die antimonfreien Lote wie z. B. Sonderweichlote S-Sn97Ag3 bzw.
heiten beachtet werden. S-Pb50Sn50 bzw.S-Pb50Sn50E (L-Sn50Pb) S-Sn96Ag4 (L-SnAg5) und S-Sn97Cu3

10
Kupfer-Phosphor-Loten besonders bei eine Wasserstoffaufnahme verhindert
höheren Phosphorgehalten und Lötspalten wird.
über 0,1 mm spröde (s. Kap. 4). So wird
beispielsweise für ein Kupfer-Phosphor-
Hartlot mit 5% P eine maximale Lötspalt- Anwendungsbeispiele
breite von 0,125 mm empfohlen.
Im übrigen werden als Flußmittel je nach Kommutatoren elektrischer Maschinen
Arbeitstemperatur die Typen FH10 werden weich- oder hartgelötet. Kontakt-
(F-SH1), FH11 (F-SH1a), FH21 (F-SH2) verbindungen in der Fernmeldetechnik und
und FH40 (F-SH4) benutzt. Vorrangig kom- der modernen Elektronik werden bevor-
men für silberhaltige Hartlote mit zugt weichgelötet; ein besonderes Anwen-
Arbeitstemperaturen bis 800°C Flußmittel dungsgebiet sind die gedruckten Schal-
des Typs FH10 (F-SH1) und für Hartlote tungen [9]. Die Lötbarkeit der dabei einge-
mit Arbeitstemperaturen über 800°C setzten dünnen Kupferdrähte wird durch
Bild 16 (DKI A 1292) Lösefähigkeit von Blei-Zinn-Legierungen Flußmittel des Typs FH21 (F-SH2) zum Überzüge, meist Zinn, verbessert und gesi-
für Kupfer [9] Einsatz. Entscheidend für die Auswahl der chert. Für das Hartlöten der immer winzi-
Flußmittel ist auch die verfahrensbedingte ger werdenden Kontaktteile sind Sonder-
(L-SnCu3) eingesetzt werden. Detaillierte Lötzeit. Flußmittel für Ofenlötungen unter verfahren entwickelt worden, z.B. auf der
Angaben sind in dem DVGW-Regelwerk Luftatmosphäre müssen z.B. wegen der Basis des elektrischen Widerstandslötens.
sowie in der betreffenden Informations- längeren Lötzeit anders zusammengesetzt Kupferne Rohrleitungen lötet man, je nach
schrift des DKI enthalten [10]. Die sein als Flußmittel für Flammlötungen, die mechanischer und thermischer Beanspru-
Festigkeit (ermittelt als Berstdruck) derart nur kurze Zeit wirksam zu sein brauchen. chung, weich oder hart, auch unter
weichgelöteter überlappter Rohrverbin- Bei der Wahl des Lötverfahrens ist der Zuhilfenahme von Lötfittings. Wärmeüber-
dungen kann in diesem Fall höher liegen Sauerstoffgehalt des Kupfers zu berück- trager (hierzu zählen z.B. auch Autokühler)
als diejenige hartgelöteter Verbindungen sichtigen. Bei einem Sauerstoffgehalt werden sowohl weich- als auch hartgelötet.
[18]. > 0,02 % und Erwärmung in wasserstoff- Einige Anwendungsbeispiele von Lötun-
Für Lötstellen, die tiefen Temperaturen haltiger Atmosphäre (Flamme oder redu- gen an Kupfer zeigen die Bilder 177
ausgesetzt sind, benutzt die Kälteindustrie zierendes Schutzgas) besteht die Gefahr und 18.
außer silberhaltigen Hartloten bevor- der sog. Wasserstoffkrankheit, d.h., daß je
zugt die Sonderweichlote S-Sn95Sb5 nach Löttemperatur und -zeit die betroffene
(L-SnSb5) und S-Sn97Ag3 bzw. Oberflächenzone durch die Einwirkung von Niedriglegierte Kupferwerkstoffe
S-Sn96Ag4 (L-SnAg5). Wasserstoff verspröden kann. Das gilt z.B.
Bei höheren Temperaturen kommt es zum nicht, wenn Werkstücke bei Flammlötungen Niedriglegierte Kupferwerkstoffe enthalten
Kriechen der Lötstellen. Hierfür stehen kurzzeitig auf Löttemperatur gebracht werden bis etwa 5% Legierungszusätze zum
warmfeste Sonderweichlote (bleifreie können. Bei sauerstoffhaltigem Kupfer soll- Kupfer und wurden vor allem für die
Sonderweichlote oder Blei-Silber-Weich- ten daher Lötverfahren angewendet wer- Elektrotechnik, aber auch für spezielle
lote) zur Verfügung, die Dauertempera- den, die an die Lötstelle keinen Bearbeitungen entwickelt.
turen bis 110°C ohne Beeinträchtigung Wasserstoff heranführen, wie z.B. Induk- Man unterscheidet zwischen nicht aushärt-
ertragen können. tions- und Vakuumlöten. Wenn auf Flamm- baren und aushärtbaren Knetlegierungen.
Die Guß-Kupfersorten nach DIN EN 1982 lötung nicht verzichtet werden kann, sollte
lassen sich ähnlich wie die Knet- mit Sauerstoffüberschuß (Streuflamme) Bei den nicht aushärtbaren Knetlegierun-
Kupfersorten einwandfrei weichlöten, was und einem niedrigschmelzenden Lot gelö- gen sind höhere Festigkeitswerte nur
jedoch deutlich seltener angewandt wird. tet werden. Die Gefahr einer Wasserstoff- durch Kaltumformung möglich. Bei den
versprödung kann durch Verwendung von aushärtbaren Knetlegierungen lassen sich
sauerstofffreien bzw. desoxidierten Kupfer- die Festigkeitswerte sowohl durch Kaltum-
Hartlöten sorten gänzlich ausgeschlossen werden. formung als auch durchWärmebehandlung
Die größte Bedeutung haben hartgelötete (Aushärtung) steigern. Von den niedrigle-
Bei höheren mechanischen und thermi- Verbindungen im Bereich der Kupferrohr- gierten Kupfer-Gußwerkstoffen ist nur eine
schen Beanspruchungen wird hartgelötet. Installation, z.B. Trinkwasserleitungen (ab aushärtbare Legierungssorte CC140C
Dabei gehen im Hartlötbereich die durch Durchmesser 35 mm), weiterhin Flüssig- (G-CuCr bzw. GK-CuCr) genormt.
Kaltumformung erzielten höheren Festig- gas-, Gas- und Heizölleitungen (hierbei
keitseigenschaften des Kupfers verloren. darf nur hartgelötet werden) sowie
Außerdem können zu hohe Zug-, Druck- Heizungsleitungen. In der Rohrinstallation Kaltverfestigende Legierungen
oder Scherbeanspruchungen des Werk- wird vorzugsweise mit den Loten CP203
stücks neben der Lötstelle zum Bruch füh- (L-CuP6) oder CP105 (L-Ag2P) ohne I) Kupfer-Silber
ren, denn die Festigkeit aller üblichen Flußmittel gelötet. Außerdem sind für
Hartlote (genauer: des Hartlötgutes) ist Kupferrohrinstallationen die hochsilberhal- Die beiden Werkstoffe CuAg0,1 (CW013A)
höher als diejenige des geglühten Kupfers. tigen Hartlote AG203 (L-Ag44), AG106 und CuAg0,1P (CW016A) waren in DIN
Zum Hartlöten dickerer Teile aus Kupfer (L-Ag34Sn) und AG104 (L-Ag45Sn) in 17666 noch als niedriglegierte Kupfer-Silber-
können Messinglote, wie z.B. CU301, Verbindung mit dem Flußmittel FH10 Legierungen genormt. Die europäischen
CU302 bzw. CU303 (L-CuZn40) sowie (F-SH1) zugelassen. Werden Fittings oder Normen enthalten jedoch mit Silbergehalten
CU306 (L-CuZn39Sn), und phosphorhalti- Armaturen aus Rotguß oder Messing gelö- 0,04, 0,07 und 0,1 % in jeweils sauerstoff-
ge Lote verwendet werden. Größere tet, so wird auch bei den phosphorhaltigen freien, sauerstoffhaltigen sowie phosphor-
Bedeutung haben jedoch die siIberhaltigen Hartloten Flußmittel benötigt. Bei der haltigen Varianten insgesamt 9 Werkstoffe,
Hartlote. Sie haben niedrigere Arbeitstem- Verarbeitung von phosphorfreien Loten die dann nicht mehr zu den niedriglegierten
peraturen, verringern die Gefahr von muß immer ein Flußmittel eingesetzt wer- Kupferlegierungen, sondern wegen der mini-
Grobkornbildung, gestatten höhere Löt- den. malen Silberzusätze den reinen Kupfersor-
geschwindigkeiten und erlauben einen ver- Im Lebensmittelbereich werden die zinn- ten zugerechnet werden.
ringerten Lotmaterialeinsatz. Das führt haltigen Hartlote wie z.B. AG104 Die in diesen Legierungen enthaltenen
trotz des höheren Preises der Lote oft zu (L-Ag45Sn) bzw. AG106 (L-Ag34Sn) ein- geringen Silbergehalte ändern die hohe
wesentlichen Kostensenkungen. gesetzt. Auf die bislang z. T. üblichen cad- elektrische Leitfähigkeit des Kupfers nur
Breite Anwendung finden selbstfließende miumhaltigen Lote muß hier aus gesund- wenig, erhöhen jedoch die Entfestigungs-
phosphorhaltige Lote CP201 (L-CuP8), heitlichen Gründen generell verzichtet wer- temperatur (z.B. bei einer Legierung mit
CP202 (L-CuP7), CP203 (L-CuP6), CP102 den. Die Guß-Kupfersorten werden wie die 0,1 % Ag auf etwa 350°C). Deshalb
(L-Ag15P), CP104 (L-Ag5P) und CP105 Knet-Kupfersorten hartgelötet. Bei wird Kupfer-Silber in der Elektrotechnik z.B.
(L-Ag2P), die zum Hartlöten von Reinkup- CC040A (G-CuL50 bzw. GK-CuL50) auch bei Temperaturbeanspruchung für
fersorten ohne Flußmittel einsetzbar sind. ist allerdings Hartlöteignung nur dann Kommutatorlamellen, Ankerwicklungen usw.
Allerdings sind Lötstellen aus silberfreien gegeben, wenn bei kurzer Lötdauer eingesetzt.

11
II) Kupfer-Eisen

Die Kupfer-Eisen-Legierung CuFe2P


(CW107C) enthält 2,1 bis 2,6 % Fe sowie
Zusätze aus Phosphor und Zink. Der
Werkstoff zeichnet sich durch eine hohe
thermische und elektrische Leitfähigkeit
bei gleichzeitig hoher Zugfestigkeit und
hoher Entfestigungstemperatur aus. Sein
Hauptanwendungsgebiet liegt in der
Elektrotechnik, wo diese Legierung in gro-
ßem Umfang für Leadframes (Halbleiter-
montagerähmchen) als Systemträger-
werkstoff eingesetzt wird. Diese typische
Bild 17 (DKI 3976) Ofenlötung an Wärmeübertrager und Anwendung zeigen Bilder 19 bis 21. Bild 19 (DKI A 6007) Durch Reflow-Löten (Lötprozeß, bei dem
Schacht aus SF-Cu (CW024A) eines gasbeheizten Das Weichlöten erfolgt mit Zinn-Blei- vorbelotete Werkstücke auf Löttemperatur gebracht
Durchlauferhitzers, hartgelötet mit CP105 (L-Ag2P),
ohne Flußmittel
Weichloten, wie z.B. S-Sn63Pb37 bzw. und so miteinander verbunden werden) hergestellte
elektronische Baugruppen, angewendet in der SMD-
S-Sn63Pb37E (L-Sn63Pb), sowie Flußmit- Technologie (= Surface Mounted Devices)
tel vom Typ 3.1.1. (F-SW 12 bzw. F-SW 21)
und hat keine Entfestigung des kaltumge-
formten Werkstoffes zur Folge. Zum
Hartlöten sind Silberhartlote und Fluß-
mittel vom Typ FH10 (F-SH 1) geeignet.

III) Kupfer-Blei

Der Legierung CuPb1P (CW113C) sind 0,7


bis 1,5% Blei als Spanbrecher zur Verbes-
serung der Spanbarkeit zugesetzt.
Restphosphorgehalte von 0,003 bis
0,012%P bieten Gewähr für eine gute
Desoxidation des Werkstoffes und damit
Bild 18 (DKI 3977) Verteilerstück aus SF-Cu (CW024A), größ- Schutz gegen das Auftreten der Wasser-
ter Ø ~ 100 mm, kleinster Ø ~ 25 mm; mittels stoffkrankheit. Diese Legierung hat eine Bild 20 (DKI A 6008) Durch Aufschmelzung von Lötpaste her-
Flammlötung gefügt mit Hartlot CP105 (L-Ag2P), gestellte Verbindung (Lötpad) zwischen Beinchen des
ohne Flußmittel sehr hohe elektrische Leitfähigkeit und Systemträgers aus CuFe2P (CW107C) und dem Ba-
wird dann anstelle von reinem Kupfer ein- sismaterial (Umgebung der Verbindungsstelle mit Lot-
stoplack versehen, um ein unerwüschtes Ausbreiten
Für das Weichlöten bevorzugt man Zinn- gesetzt, wenn gleichzeitig gute Spanbar- des geschmolzenen Lots auf diese Restfläche zu ver
Blei-Weichlote mit 40 bis 60% Sn. Als keit gefordert wird. Das ist z.B. der Fall, hindern)
FlußmitteI werden u.a. die Typen 3.1.1. wenn Automaten-Drehteile aus einem
(F-SW 12), 3.1.1. (F-SW 21), 2.1.1. hochleitfähigen Werkstoff zu fertigen sind.
(F-SW 24) sowie 1.1.1. (F-SW 31) und 1.2.3. Wegen seines Bleigehaltes ist sie jedoch
(F-SW 33) im Bereich der Elektrotechnik ein- nicht schweißbar, nur bedingt hartlötbar,
gesetzt. Aufgrund der höheren Entfesti- aber gut weichlötbar.
gungstemperatur bleiben bei fachgerech-
tem Weichlöten die durch Kaltumformung Zum Weichlöten werden wie bei reinem
erzielten hohen Festigkeitswerte des Kupfer Zinn-Blei-Weichlote mit 40 bis 60 %
Grundwerkstoffes weitgehend erhalten. Zinn eingesetzt und als Flußmittel der Typ
Dagegen werden beim Hartlöten die durch 3.1.1. (F-SW12 bzw. F-SW21) empfohlen.
Kaltumformung erreichten Festigkeitswerte Wenn Hartlöten nicht vermeidbar ist, emp-
des Kupfer-SiIbers im Bereich der Erwär- fehlen sich Silberhartlote und Flußmittel
mung erheblich reduziert. Die sauerstoff- vom Typ FH10 (F-SH1). Auch hier liegen
freien, desoxidierten Legierungen (mit dann die Arbeitstemperaturen oberhalb der
0,001 bis 0,007% P oder aber einem ande- Erweichungstemperatur dieser Legierung.
ren Desoxidationsmittel, z.B. Lithium), wie Bild 21 (DKI A 6006) Metallographischer Längsschliff durch
z.B. CuAg0,1P (CW016A), sind zum das in Bild 20 dargestellte Bauteil (demonstriert wird
Hartlöten am besten geeignet. Im allgemei- die gute Lotbenetzung)

nen wird mit den meisten Silberhartloten IV) Kupfer-Schwefel


unter Verwendung von Flußmittel, bei-
spielsweise Typ FH10 (F-SH1), gearbeitet. Die Schwefelgehalte in der Kupfer-
Bei besonderen Anforderungen an die Schwefel-Legierug CuSP (CW114C) von V) Kupfer-Tellur
elektrische Leitfähigkeit der Lötverbindung 0,3 bis 0,5% verbessern ebenfalls die
wird auch mit AG401 (L-Ag72), ohne Zerspanbarkeit, wobei eine sehr hohe Die Kupfer-Tellur-Legierung CuTeP
Flußmittel im Vakuum oder in technischen elektrische Leitfähigkeit gewahrt bleibt. Der (CW118C) mit Zusätzen von 0,4 bis
Löt-Schutzgasen, hartgelötet. Grundsätz- Phosphorgehalt von 0,003 bis 0,012% P 0,7%Te und von 0,003 bis 0,012% P hat
lich kann mit allen phosphorhaltigen gewährleistet die Wasserstoffbeständig- die gleichen Eigenschaften wie die o.g.
Hartloten ohne Flußmittel gearbeitet wer- keit. Diese Legierung ist schweiß- sowie Kupfer-Schwefel-Legierung.
den. Bei dem Lötvorgang ist der Bereich hartlötbar und ausgezeichnet warmstauch- CuTeP (CW118C) wird mit Zinn-Blei-
der Erwärmung möglichst klein zu halten, bar. Weichloten (40 bis 60 % Sn) und Flußmittel
damit die Beeinträchtigung der Festig- Auch hierbei werden zum Weichlöten vom Typ 3.1.1. (F-SW12 bzw. F-SW21)
keitswerte örtlich begrenzt bleibt, wobei Zinn-Blei-Weichlote mit 40 bis 60% Sn und weichgelötet. Da die Anlaßbeständigkeit
jedoch unbedingt sicherzustellen ist, daß Flußmittel vom Typ 3.1.1. (F-SW12 bzw. durch den Tellurzusatz auf Temperaturen
die Arbeitstemperatur im gesamten Löt- F-SW21) verwendet. Zum Hartlöten wer- um 300°C erhöht ist, kann bei fachgerech-
bereich eingehalten wird. den bevorzugt Silberhartlote und ter Weichlötung eine wesentliche Vermin-
Flußmittel vom Typ FH10 (F-SH1) einge- derung der Festigkeit kaltverformten Mate-
setzt. Die Festigkeitswerte von kaltverfes- rials vermieden werden. Zum Hartlöten
tigtem Material gehen dabei auf die des verwendet man meist Silberhartlote und
weichen Zustands zurück. Flußmittel vom Typ FH10 (F-SH1). Die

12
Festigkeitswerte von kaltverformtem Mate- gelötet. Abhängig von der Oberflächen-
rial gehen auf die des weichen Zustands beschaffenheit können Weichlötflußmittel
zurück. der Typen 3.2.2. (F-SW11) und 3.1.1.
(F-SW12 bzw. F-SW21) eingesetzt wer-
den. Vorverzinnte Teile lassen sich mit
VI) Kupfer-Zink kolophoniumhaltigen Flußmitteln der
Typen 1.1.2. (F-SW26) und 1.1.3. (F-
Die Legierung CuZn0,5 (CW119C) enthält SW27) weichlöten.
etwa 0,1 bis 1,0 % Zn und bis 0,02 % P und
weist eine sehr hohe elektrische Leitfähig- Das Hartlöten wird nach Möglichkeit vor
keit auf. Sie ist sehr gut kaltumformbar, dem Aushärten durchgeführt. Dabei ver-
wasserstoffbeständig und außerdem gut wendet man zumeist niedrigschmelzende
schweiß- bzw. hartlötbar und findet daher Silberhartlote mit niedrigen Arbeitstempe-
hauptsächlich als Systemträgerwerkstoff in raturen zwischen 610 bis 650°C, wie z.B.
der Halbleitertechnik Anwendung. Wegen AG302 (L-Ag45Cd), sowie Flußmittel, die Bild 22 (DKI A 3979) Kontakte (Brücken CuBe1, 7 (CW100C)
guter Tiefziehfähigkeit wird diese Legie- niedrigschmelzende Fluoride hoher Akti- und Plättchen aus Silber), mittels Induktionslötung
rung auch zur Herstellung von Hohlwaren vität enthalten. Um die Aushärtbarkeit nicht (Lötung max. 30 s) mit Hartlot L-Ag40Cd, nach DIN
8513, und Flußmittel FH10 (F-SH1) gelötet und an-
aller Art und von Wärmeüberträgerele- zu gefährden, muß schnell und gegebe- schließend ausgehärtet
menten verwendet. nenfalls unter Kühlung der Lötstellen-
Zum Weichlöten eignen sich alle Zinn- umgebung erwärmt und nach dem Erstar- V) Kupfer-Nickel-Beryllium
Blei-Weichlote mit 40 bis 60% Sn und ren des Lotes in Wasser abgeschreckt
Flußmittel vom Typ 3.1.1. (F-SW12 bzw. werden. Bereits eine Lötzeit über 30 s hin- Als es vor einigen Jahren bei der Kobalt-
F-SW21). Kurzzeitiges Weichlöten führt aus beeinträchtigt die Aushärtbar-keit, des- versorgung Engpässe gab, wurde die
noch zu keiner Entfestigung des kaltver- halb ist ein schnelles Löten erforderlich. Legierung CuNi2Be (CW110C) entwickelt,
formten Grundwerkstoffs. Das Hartlöten Für Sonderfälle stehen hochschmelzende wobei in der Kupfer-Kobalt-Beryllium-
wird mit Silberhartloten unter Verwendung Hartlote, z.B. AG401 (L-Ag72) mit einer Legierung das Kobalt durch Nickel ersetzt
von Flußmittel vom Typ FH10 (F-SH1) Arbeitstemperatur von 780°C, zur Ver- wurde.
durchgeführt. fügung. Dabei liegt die Löttemperatur stets Diese Legierung ist in den mechanischen
im Lösungsbereich. Wegen der hohen und physikalischen Eigenschaften prak-
Oxydationsneigung ist hierbei ein Arbeiten tisch mit CuCo2Be übereinstimmend. In
Aushärtbare Legierungen unter Schutzgas mit zusätzlichem Fluß- der löttechnischen Verarbeitung beider
mittel zu empfehlen. Um die Aushärtungs- Werkstoffe gibt es kaum Unterschiede.
Im Gegensatz zu den kaltverfestigenden fähigkeit zu sichern, werden die Teile nach
Knetlegierungen, die ihre durch Kalt- dem Löten bis zum Erstarren der Lötver-
umformung erzielte Festigkeit im Bereich bindung auf etwa 760°C gehalten und V) Kupfer-Nickel-Silizium
der Erwärmung zumindest teilweise einbü- anschließend in Wasser abgeschreckt.
ßen, lassen sich gewisse Lötungen an Ein Anwendungsbeispiel zeigt das Bild 22. Kupfer-Nickel-Silizium-Legierungen
aushärtbaren Legierungen ohne Beein- CuNi1Si (CW109C), CuNi2Si (CW111C)
flussung der mechanischen Eigenschaften sowie CuNi3Si (CW112C) mit 1,0 bis 4,5 %
ausführen. Ebenso können Löten und II) Kupfer-Beryllium-Blei Ni und 0,4 bis 1,3 % Si sind Werkstoffe mit
Wärmebehandeln in einem Arbeitsschritt mittlerer elektrischer Leitfähigkeit sowie
vorgenommen werden. Die CuBe 2Pb (CW102C) Legierung weist bis hoher Zugfestigkeit und werden vornehm-
auf die durch Blei verbesserte Spanbarkeit lich zur Herstellung von Schrauben, Bolzen
die gleichen Eigenschaften wie CuBe2 auf. und Freileitungsarmaturen eingesetzt.
I) Kupfer-Beryllium Das Weichlöten und Hartlöten erfolgt auch
entsprechend. Die Temperaturen für das Weichlöten lie-
Kupfer-Beryllium-Legierungen CuBe1,7 gen auch hier unter der Warmaushärtungs-
(CW100C) und CuBe2 (CW101C) mit 1,6 temperatur, so daß dabei die mechani-
bis 2,1 % Be haben eine mittlere elektri- III) Kupfer-Kobalt-Beryllium schen Werte nicht nennenswert beeinflußt
sche Leitfähigkeit, sehr hohe Zugfestigkeit werden. Als Weichlote kommen Zinn-Blei-
im ausgehärteten Zustand und eine erhöh- Die Legierung CuCo2Be (CW104C) mit 2,0 Lote mit Flußmittel vom Typ 3.1.1. (F-
te Temperaturbeständigkeit. Die Anwen- bis 2,8 % Co und 0,4 bis 0,7 % Be stellt die SW21) infrage. Zum Hartlöten sind
dung erstreckt sich auf Federn aller Art, hochleitfähige Variante der Kupfer-Beryl- Silberhartlote mit möglichst niedrigen
Membranen, verschleißfeste Teile und fun- lium-Legierungen dar. Sie weist bei etwas Arbeitstemperatu-ren unter Verwendung
kenarme Werkzeuge. reduzierten Festigkeitswerten im Vergleich von Flußmittel vom Typ FH10 (F-SH1) zu
Die zu lötenden Teile aus diesen Legie- zu den hochfesten binären Kupfer- empfehlen. Die Festigkeitswerte der zu
rungen sollten vorher entfettet und gebeizt Beryllium-Legierungen eine mehr als dop- lötenden Teile wird durch Löttemperatur
werden, danach ist sofort zu löten, damit pelt so hohe elektrische Leitfähigkeit auf und Einwirkungszeit beeinträchtigt.
die Lötbarkeit nicht durch Anlauf-schichten und ist auch wesentlich temperaturbestän-
herabgesetzt wird. Ist eine sofortige Lötung diger. Hauptanwendungsgebiete sind
nicht möglich, sollte auf die zu lötende stromführende und temperaturbelastete VI) Kupfer-Chrom-Zirkon
Oberfläche eine dünne Verkupfe-rung, Federn, Teile für die Kunststoffverarbeitung
Versilberung oder Verzinnung als Schutz- und Elektroden von Widerstandsschweiß- Die Legierung CuCrZr (CW106C) hat 0,3
schicht und Verbindungsschicht aufge- maschinen. bis 1,2 % Cr und 0,03 bis 0,3 % Zr. Sie ist
bracht werden. Die Ausführungen über das Weich- und bei erhöhten Temperaturen nicht kerbemp-
Hartlöten von Kupfer-Beryllium (s. oben) findlich wie Kupfer-Chrom (s. unten) und
Bei diesen Werkstoffen betragen die gelten im wesentlichen auch für Kupfer- hat deshalb diesen Werkstoff aus seinen
Temperaturen für das Lösungsglühen 760 Kobalt-Beryllium. Beim Hartlöten können Anwendungsgebieten weitgehend ver-
bis 800°C und für die Ausscheidungshär- hochschmelzende Lote mit Arbeitstem- drängt.
tung 315 bis 330°C (Anlaßtemperatur). peraturen von 870 bis 900°C. verwendet Beim Weichlöten tritt infolge der hohen
Das Weichlöten wird grundsätzlich nach werden. Danach wird in Wasser abge- Anlaßbeständigkeit warmausgehärteter
der Aushärtung mit geeigneten Weichloten schreckt, wodurch der lösungsgeglühte Teile keine Minderung der Festigkeits-
durchgeführt, deren Fließtemperatur unter Zustand vorliegt. Eine Aushärtungs- werte auf. Als Lote können nicht nur Zinn-
den üblichen Anlaßtemperaturen liegt. Am behandlung zwischen 450 und 480°C kann Blei-Lote, sondern vor allem auch Sonder-
häufigsten wird mit L-Sn60PbCu bzw. dann unmittelbar nachfolgen. weichlote wie S-Sn96Ag4 bzw. S-Sn97Ag3
S-Sn60Pb38Cu2 (L-Sn60PbCu2) oder mit Ausgehärtete Lötteile lassen sich mit (L-SnAg5) oder S-Sn95Sb5 (L-SnSb5) mit
bleifreiem, jedoch kupferhaltigem Sonder- einem niedrigschmelzenden Hartlot ohne Flußmittel vom Typ 3.1.1. (F-SW12 bzw.
weichlot wie S-Sn97Cu3 (L-SnCu3) weich- wesentlichen Härteverlust hartlöten. F-SW21) verwendet werden.

13
Zum Hartlöten werden vorzugsweise nie- • mit Blei (Kupfer-Zink-Blei-Legierungen Die Kupfer-Zink-Gußlegierungen werden
drigschmelzende Silberhartlote unter bzw. bleihaltiges Messing) und selten weichgelötet; sie unterscheiden sich
Verwendung von Flußmittel des Typs FH10 • mit weiteren Legierungselementen jedoch löttechnisch nicht wesentlich von
(F-SH1) eingesetzt. Sowohl die Anwär- (komplexe Kupfer-Zink-Legierungen den Knetlegierungen vergleichbarer Zu-
mung als auch der eigentliche Lötvorgang bzw. Sondermessing). sammensetzung.
sollen von kurzer Dauer sein, da sonst bei Es existieren Kupfer-Zink- Knet- und
den höheren Arbeitstemperaturen bereits Gußlegierungen.
mit einer zeitabhängigen Erweichung des Hartlöten
Grundwerkstoffs gerechnet werden muß.
Weichlöten Mechanisch und thermisch höher bean-
spruchte Werkstücke aus Kupfer-Zink-
VII) Kupfer-Zirkon Obgleich die Elemente Zink und Zinn in Legierungen werden hartgelötet. Grund-
Weichloten keine gegenseitige Verträglich- sätzlich besteht hierbei die Gefahr einer
Die gegenüber Glühungen in wasserstoff- keit aufweisen, sind die binären und blei- Lötrissigkeit, die jedoch durch Spannungs-
haltiger Atmosphäre unempfindliche haltigen Kupfer-Zink-Legierungen (Mes- armglühung und den Einsatz von niedrig-
Kupfer-Zirkon-Legierung CuZr (CW120C) sing und bleihaltiges Messing) prinzipiell schmelzenden Hartloten sowie durch Ver-
enthält 0,1 bis 0,3 % Zirkon und zeichnet gut weichlötbar. meidung von äußeren Spannungen zu ver-
sich durch sehr hohe Leitfähigkeit und Zum Weichlöten von diesen Kupfer-Zink- hindern ist.
Anlaßbeständigkeit bei hoher Festigkeit Legierungen müssen möglichst sog. anti- Zum Hartlöten von binären Kupfer-Zink-
und Zeitstandfestigkeit (Kriechfestigkeit) monarme Lote (max. 0,5 % Sb) verwendet Legierungen mit niedrigen Zinkgehalten
aus. Bei höheren Temperaturen ist aller- werden. Höhere Antimongehalte können eignen sich die Messinglote CU301 bis
dings auf die hohe Affinität des Zirkons durch Entstehung von spröden Antimon- CU303 (L-CuZn40), ihre Arbeitstempe-
zum Sauerstoff und damit auf die Oxidation Zink-Kristallen zur Lötbrüchigkeit in der raturen liegen unter den Solidustempera-
zu achten. Lötstelle und im Grundwerkstoff führen, turen dieser Grundwerkstoffe. Darüber hin-
Das Weichlöten bereitet keine wenn Zugspannungen vorliegen. Für große aus verwendet man je nach Arbeitstem-
Schwierigkeiten. Wegen der hohen Ent- Teile, z.B. Fahrzeugkühler, verwendet man peratur und geforderter Dehnbarkeit der
festigungstemperatur können höher die zinnarmen Lote S-Pb90Sn10 bzw. Lötstelle silberhaltige Hartlote mit niedri-
schmelzende Weichlote eingesetzt wer- S-Pb92Sn8 (L-PbSn8(Sb)) oder gen Arbeitstemperaturen. Aufgrund der
den. Wenn aus Korrosionsgründen Fluß- L-PbSn20Sb zum Flamm- und Tauchlöten. Erwärmung ist die Festigkeit der Lötstelle
mittel des Typs 3.2.2. (F-SW11) nicht Für Zweitlötungen, auch mit dem Kolben, meist niedriger als die des Grundwerkstof-
zulässig sind, sind Flußmittel wie die Typen eignet sich das antimonarme Lot fes. Bei ausreichender Überlappung treten
2.1.2. bzw. 2.2.2. (F-SW25) oder 1.1.2. S-Pb60Sn40 (L-PbSn40 (Sb). Für Weich- etwaige Brüche nicht mehr an der Lötstelle,
(F-SW26) erforderlich. lötungen im Lebensmittelbereich, z.B. an sondern in der weichgeglühten Randzone
Beim Hartlöten mit niedrigschmelzenden Fittings und Armaturenteilen aus Kupfer- (Wärmeübergangszone) auf. In der
Hartloten, deren Arbeitstemperaturen Zink-Legierungen in kupfernen Trinkwas- Kupfer-rohrinstallation werden Fittings und
immer noch über der Entfestigungstem- serleitungen, sind die Sonderweichlote Arma-turen aus Kupfer-Zink-Legierungen
peratur dieser Kupfer-Zirkon-Legierung lie- S-Sn97Ag3 bzw. S-Sn96Ag4 (L-SnAg5) mit Kupfer auch durch Hartlöten mit CP105
gen, bleibt der ausgehärtete Zustand im und S-Sn97Cu3 (L-SnCu3) einzusetzen. (L-Ag2P) oder CP203 (L-CuP6) und
vollen Umfang nur erhalten, wenn ein Im Gegensatz zu reinem Kupfer neigen Flußmittel vom Typ FH10 (F-SH1) verbun-
schnelles Löten sichergestellt wird. kaltumgeformte Kupfer-Zink-Legierungen den. Phosphorhaltige Lote sind auf
bei langen Lötzeiten und hoher Lotzufuhr Messing nicht wie auf Reinkupfer selbst-
sowohl beim Weich- als auch beim fließend und benötigen daher Flußmittel.
VIII) Kupfer-Chrom Hartlöten zur Lötbrüchigkeit. Beim Benet- Bleihaltige Kupfer-Zink-Legierungen, ins-
zen der Teile mit flüssigem Lot treten besondere mit Pb-Gehalten von über 3 %,
Die Kupfer-Chrom-Legierung CuCr Brüche im Grundwerkstoff auf, wenn an sind schlechter hartlötbar als die binären
(CW105C) mit 0,3 bis 1,2 % Cr ist als der Lötstelle ein inhomogener Spannungs- Legierungen und können auch spröde
Knetwerkstoff wegen seiner Kerbempfind- zustand vorliegt. Die Gefahr der Lötbrü- Lötstellen aufweisen. Sie sind unter Ein-
lichkeit bei höheren Temperaturen weitge- chigkeit ist besonders groß, wenn die zu schränkungen mit niedrigschmelzenden
hend durch die vorher beschriebene lötenden Teile in der Phase der Lot- Silberhartloten und Flußmittel des Typs
Kupfer-Chrom-Zirkon-Legierung substitu- benetzung umgeformt werden. FH10 (F-SH1) hartlötbar.
iert worden und unterscheidet sich im Unter den binären Kupfer-Zink-Legie- Aluminiumhaltige Kupfer-Zink-Legierungen
Lötverhalten von dieser nicht wesentlich. rungen sind diejenigen mit -Gefüge, z.B. sind gut hartlötbar. Bei Aluminiumgehalten
Dagegen wurde der Gußwerkstoff CC140C CuZn30 (CW505L), für die Lötbrüchigkeit von mehr als 1% sind nur Flußmittel der
(G/GK-CuCrF35) in seinen anfälliger als solche mit (+)-Gefüge, Typen FH10 (F-SH1), FH11 (F-SH1a) bzw.
Anwendungsbereichen beibehalten, da die z.B. CuZn37 (CW508L). Im Zweifelsfall ist FH40 (F-SH4) zu verwenden; als Hartlote
Herstellung von Kupfer-Chrom-Zirkon- der Spannungszustand zu beseitigen, können niedrigschmelzende Hartlote ein-
Gußlegierungen nicht oder nur sehr indem die kaltverfestigten Teile vor dem gesetzt werden. Für korrosionsbean-
schwierig möglich ist. Diese Gußlegierung Löten spannungsarm- bzw. weichgeglüht spruchte Teile sollten aber Silberhartlote
wird selten gelötet, unterscheidet sich in werden. Bekanntlich tritt danach keine mit höheren Silbergehalten eingesetzt wer-
der Löteignung jedoch nicht von der o.g. Lötbrüchigkeit mehr auf. Die beiden o.g. den. Bei Meerwasserbeanspruchung wer-
Legierung. Werkstoffe sollten beim Schwallöten zur den nickelhaltige Silberlote AG351
Behebung einer gewissen Lötträgheit vor- (L-Ag50CdNi), AG403 (L-Ag56InNi) und
verzinnt werden. AG502 (L-Ag49) empfohlen [4].
Kupfer-Zink-Legierungen Zum Weichlöten werden Flußmittel der Die Kupfer-Zink-Gußlegierungen werden
Typen 3.1.1. (F-SW12 bzw. F-SW21), in gleicher Weise wie die Knetlegierungen
Von allen Kupferlegierungen werden die 3.1.2. (F-SW22) und 2.1.2. bzw. 2.2.2. hartgelötet.
Kupfer-Zink-Legierungen bei weitem am (F-SW25) eingesetzt.
meisten verwendet und finden in fast allen Kupfer-Zink-Knetlegierungen mit weiteren
Bereichen Anwendung. Gründe hierfür Legierungszusätzen (Sondermessing) be-
sind neben ihrer ansprechenden Farbe die reiten beim Weichlöten mit Ausnahme der Anwendungsbeispiele
leichte Bearbeitbarkeit sowie die guten aluminiumhaltigen Legierungen keine
physikalischen und Festigkeitseigenschaf- Schwierigkeiten. Bei den aluminiumhalti- Gelötete Komponenten aus Kupfer-Zink-
ten. Man unterscheidet zwischen Kupfer- gen Kupfer-Zink-Legierungen können auf- Legierungen werden z.B. für Elektro- und
Zink-Legierungen grund der hohen Sauerstoffaffinität des Automobilindustrie, Kommunikations- und
Aluminiums (Oxidfilme) einige Probleme Haushaltsgerätetechnik, elektrische und
• ohne weitere Legierungselemente auftreten. Durch Verwendung von Sonder- mechanische Systeme usw. in größeren
(binäre Kupfer-Zink-Legierungen bzw. flußmitteln kann aber eine Auflösung der Stückzahlen gefertigt und in dieser Vielfalt
Messing), Oxidfilme erreicht werden. eingesetzt. Die Bilder 23 - 25 zeigen

14
Beispiele von weichgelöteten Bauteilen. und sich beim Beizen von Ziergegenstän-
Ein Beispiel von Hartlötung an Kupfer- den und Haushaltgeräten und bei einer
Zink-Legierungen zeigt das Bild 26. späteren galvanischen Behandlung günsti-
ger verhält. Die beim Weichlöten auftreten-
den Temperaturen führen zu keiner
Kupfer-Zinn-Legierungen Entfestigung der kaltverfestigten Grund-
werkstoffe. Voraussetzung für eine gute
Die Kupfer-Zinn-Legierungen sind wichtige Benetzung der Lötstellen sind fett- und
Werkstoffe für die Elektrotechnik (strom- oxidfreie Oberflächen.
führende Federn) und den Maschinenbau Zur Sicherstellung einer optimalen Benet-
(Gleitelemente, Lagerbuchsen, Membra- zung sollten die zu lötenden Oberflächen
nen), unterteilt in Knetlegierungen und vorher besonders sorgfältig gebeizt (z.B.
Gußlegierungen. mit 10%iger Schwefelsäure) und entfettet
werden [11]. Als Flußmittel sind dann die
Bild 24 (DKI A 3980) Abdeckplatte auf Federbalgen (be- stark aktivierten Typen 3.2.2. (F-SW11)
stehend aus unterschiedlichen Kupfer-Zink-Legie- oder 3.1.1. (F-SW12 bzw. F-SW21) zu ver-
rungen) durch Flammlötung und mit Sonderweichlot
Weichlöten S-Pb98Ag2 (L-PbAg3) sowie Flußmittel des Typs
wenden.
3.1.1. (F-SW21) weichgelötet
Kupfer-Zinn-Knetlegierungen lassen sich
ähnlich wie reines Kupfer gut weichlöten, Hartlöten
obgleich die Benetzung etwas träger ist.
Gegebenenfalls (wie z.B. beim Schwal- Hartlöten von Kupfer-Nickel-Zink-Legie-
löten) ist es ratsam, mit dem Lot rungen kann mit silberhaltigen Hartloten
S-Sn60Pb40E (L-Sn60Pb) vorzuverzinnen. erfolgen, wobei das Silberhartlot AG306 (L-
Sonst werden zum Weichlöten Lote mit 50 Ag30Cd) eine ähnliche Farbe wie die des
bis 60 % Sn eingesetzt. Für Feinlötungen Grundwerkstoffs aufweist. Das meist ein-
kommen als Flußmittel z.B. die Typen gesetzte Messinglot L-ZnCu42 hat diesel-
1.1.2. (F-SW26), 1.1.1. (F-SW31) oder be silbergraue Farbe wie die Kupfer-
1.1.3. (F-SW27 bzw. F-SW32), für allge- Nickel-Zink-Legierungen. Als Flußmittel
meine Lötungen 3.1.1. (F-SW12 bzw. sind z.B. die vom Typ FH10 (F-SH1) geeig-
F-SW21) und 3.1.2. (F-SW22) infrage. net. Zu beachten ist beim Hartlöten die
Kupfer-Zinn-Gußlegierungen werden kaum Beeinträchtigung der durch Kaltumformung
weichgelötet, verhalten sich jedoch löttech- erreichten Festigkeitseigenschaften.
nisch wie die Knetlegierungen vergleichba- Bild 25 (DKI A 3981) Mittels Induktionslötung mit Weichlot
rer Zusammensetzung. S-Pb50Sn50E (L-Sn50Pb) und Flußmittel 2.1.2. Bleihaltige Kupfer-Nickel-ZinkLegierungen
(F-SW25) weichgelötetes Manometergehäuse aus
G-CuZn40Fe nach DIN 1709; a) Anschluß für Zeiger,
neigen bei Glühung zu Rißbildung, insbe-
b) Einlöten des Federrohres aus CuBe1,7 (CW100C) sondere nach starker Kaltumformung.
Hartlöten Daher sollten beim Hartlöten dieser
Legierungen niedrigschmelzende Silber-
Auch bei den Kupfer-Zinn-Knetlegierungen hartlote eingesetzt und nicht zu schnell
bewirkt das Hartlöten eine Weichglühung erwärmt werden.
an der Lötstelle. Vorzugsweise kommen
hierbei niedrigschmelzende Silberhartlote,
wie z. B. AG302 (L-Ag45Cd), und für Kupfer-Nickel-Legierungen
Kapillarlötungen auch Kupfer-Phosphor-
Lote, wie CP203 (L-CuP6) oder CP201 Kupfer-Nickel-Legierungen gehören zu den
(L-CuP8), zum Einsatz. Anderenfalls be- korrosionsbeständigsten Kupferwerkstof-
fen. Die Knetlegierungen sind wichtige
Werkstoffe für den Schiffbau (insbesonde-
re Kondensatoren und Seewasser-
leitungen), den Apparatebau und die
Elektrotechnik, z.B. als Widerstands-
Bild 26 (DKI A 1295) Hochdruckventil, hartgelötet mit werkstoffe. Die Gußlegierungen werden
L-Ag40Cd nach DIN 8513; Mittelteil aus CuZn39Pb3 außer im Schiffbau auch im Maschinen-
(CW614N), Anschlußrohre aus SF-Cu (CW024A)
bau, in der chemischen Industrie usw. ein-
gesetzt.
Kupfer-Nickel-Zink-Legierungen

Kupfer-Nickel-Zink-Knetlegierungen Weichlöten
(Neusilber) werden in der Elektrotechnik
als Federwerkstoffe, im Bauwesen, in der Diese Legierungen verhalten sich löttech-
Feinmechanik und im Kunstgewerbe ein- nisch etwa wie reines Kupfer. Die etwas
gesetzt. Die Gußlegierungen, die z.B. für träge Benetzung beim Weichlöten ist durch
Bild 23 (DKI A 6012) Mit Lotpaste weichgelötete Bauteile aus Schiffsbeschläge, Armaturen und Kunst- den Einsatz von Sonderflußmitteln auszu-
Kupfer-Zink-Legierungen in Sicherungskasten für LKW
guß verwendet werden, sind in EN nicht gleichen; in Ausnahmefällen ist vorzuver-
steht die Gefahr der Anschmelzung und erfaßt. zinnen. Hierzu eignen sich bleifreie Zinn-
damit der Versprödung infolge Grobkorn- Kupfer-Nickel-Zink-Gußlegierungen ver- Silber- und Zinn-Kupfer-Weichlote, wie z.B.
bildung. Bei Arbeitstemperaturen unter halten sich löttechnisch ähnlich wie die S-Sn96Ag4 bzw. S-Sn97Ag3 (L-SnAg5)
800°C werden Flußmittel vom Typ FH10 Kupfer-Zink-Knetlegierungen. oder S-Sn97Cu3 (L-SnCu3), die im
(F-SH1), über 800°C solche vom Typ FH20 Vergleich zu den früher verwendeten blei-
(F-SH2) verwendet. haltigen Zinnloten bessere Festigkeits-
Gußteile aus Kupfer-Zinn-Legierungen, die Weichlöten eigenschaften sowie höhere Korrosions-
weniger als 1,5 % Pb enthalten, lassen und Temperaturbeständigkeit haben. Als
sich mit Silberloten gut hartlöten. Bei Meer- Zum Weichlöten wird neben den alt Flußmittel werden die Typen 3.2.2.
wasserbeanspruchung sollte das Hartlot bewährten Blei-Zinn-Loten bevorzugt das (F-SW11) oder 3.1.1. (F-SW12 bzw.
einen Silbergehalt von etwa 50 % haben. Weichlot S-Sn97Ag3 bzw. S-Sn96Ag4 F-SW21) eingesetzt.
Als Fluß-mittel können die o.g. verwendet (L-SnAg5) eingesetzt, weil es eine bessere Kupfer-Nickel-Legierungen werden für die
werden. Bindungs- und Benetzungsfähigkeit hat Anwendungen in der Elektrotechnik sehr

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oft vorverzinnt oder vorversilbert und barkeit der Grundwerkstoffe mit steigen- höheren Bleigehalten muß sogar mit mas-
danach mit kolophoniumhaltigen Flußmit- dem Aluminiumgehalt verschlechtert, so siven Diffusionserscheinungen gerechnet
teln vom Typ 1.1.2. (F-SW26) oder 1.1.3. daß eine Bindung ganz schwer und nur mit werden.
(F-SW27 bzw. F-SW32) weichgelötet. Hilfe spezieller Flußmittel erfolgen kann.
Dagegen hat die speziell für federnde Als Weichlote kommen für Einzellötungen
Bauelemente verwendete Legierung insbesondere S-Sn96Ag4 bzw. S-Sn97Ag3 Löten von Kupferwerkstoffen unterein-
CuNi9Sn2 (CW351H) eine sehr gute (L-SnAg5) und für höhere Temperatur- ander und mit anderen Werkstoffen
Anlaufbeständigkeit und ist deshalb auch beanspruchungen L-CdAg5 infrage. Dabei
nach langer Lagerungszeit sehr gut lötbar. werden Sonderflußmittel vom Typ 2.1.3. In der Praxis werden oft Kupferwerkstoffe
Für Lötungen an elektrischen Widerstän- (F-LW2) eingesetzt. verschiedener Art untereinander oder auch
den, die höheren Temperaturen ausgesetzt mit anderen Metallen gefügt; für eine Reihe
sind, werden höherschmelzende Sonder- von Anwendungen kommen beispiels-
weichlote eingesetzt Hartlöten weise durch das Hartlöten hergestellte
Die Kupfer-Nickel-Gußlegierungen werden Verbin-dungen von Kupferwerkstoffen und
kaum weichgelötet. Das Hartlöten bereitet wenig Schwierig- Stahl zum Einsatz [12]. Die Auswahl der
keiten, sofern auch hier geeignete Fluß- Lötstoffe wird von dem Werkstoff bestimmt,
mittel verwendet werden. Als Hartlote kom- der die schlechtere Löteignung besitzt. Für
Hartlöten men Silberhartlote mit niedrigen bis mittle- Ge-staltung und Lötverfahren sind die
ren Arbeitstemperaturen, z.B. AG301 unterschiedlichen Eigenschaften wie
Kupfer-Nickel-Legierungen haben eine (L-Ag50Cd), zum Einsatz. Bei Anforderun- Wärme-leitfähigkeit, Wärmeausdehnung
höhere Solidustemperatur als Kupfer, gen an Meerwasserbeständigkeit wird und spezifische Wärme der zu verbinden-
daher ist das Hartlöten vor allem bei AG203 (L-Ag44) bevorzugt verwendet. den Werkstoffe zu beachten. Einige Anwen-
Legierungen mit höheren Nickelgehalten Zum Hartlöten werden Sonderflußmittel dungsbeispiele zeigen die Bilder 27
auch mit reinem Kupfer möglich. Im allge- vom Typ FL20 (F-LH2) eingesetzt. bis 31.
meinen werden jedoch Kupferhartlote, wie
z.B. CU301 bis CU303 (L-CuZn40), Außerdem wurden aufgrund zunehmender
CU306 (L-CuZn39Sn) oder CU305 Kupfer-Zinn-Zink-Gußlegierungen Bedeutung von Metall/Keramik-Verbunden
(L-CuNi10Zn42), sowie Silberhartlote in für industrielle Anwendungen entsprechen-
Verbindung mit vor Oxidation schützenden Die Kupfer-Zinn-Zink-Gußlegierungen de Lösungen entwickelt und die Eigen-
Flußmitteln des Typs FH10 (F-SH1) einge- (Rotguß) verfügen über gute Gleit- und schaften solcher Kombinationen unter-
setzt. Es können auch farbähnliche Notlaufeigen-schaften oder aber hohe sucht, so können z.B. Kupfer und Al2O3
Hartlote wie L-ZnCu42 und AG306 Kavitations- und Verschleißfestigkeit sowie mit Sonderloten hartgelötet oder aber mit
(L-Ag30Cd) verwendet werden. Um eine Beständigkeit in Meerwasser. So werden Zinn-Blei-Loten weichgelötet werden
Lötbrüchigkeit zu vermeiden, sollten aller- sie vor allem für Armaturen, Ventil- und [13-15].
dings die eingesetzten Lote auf jeden Fall Pumpengehäuse, Fittings und Gleitlager
phosphorfrei sein. eingesetzt.
Das Hartlöten von manganhaltigen Kupfer- Zum Weichlöten sind je nach Verwen- Literatur
Nickel-Legierun-gen erfolgt bevorzugt mit dungszweck ausgewählte Zinn-Bleilote mit
den o.g. farbähnlichen Loten. Für die eisen- min. 60 % Sn gut geeignet. Als Flußmittel [1] Brown, L.: Joining copper and copper
haltigen Kupfer-Nickel-Legierungen wird kommen die Typen 3.1.1. (F-SW12 bzw. alloys. Welding & Metal Fabrication,
meist CU305 (L-CuNi10Zn42) und AG203 F-SW21) und 3.1.2. (F-SW22) infrage. 63 (1995), S. 18-21
(L-Ag44) verwendet. Für korrosionsbean- Fittings bzw. Armaturenteile aus Rotguß für
spruchte Lötstellen sollten in-dessen nur Trinkwasserleitungen werden in der [2] Lüder, W.: Handbuch der
hochsilberhaltige Lote eingesetzt werden, Kupferrohrinstallation mit den blei- und Löttechnik. Verlag Technik, 1952
so kommt z.B. bei Meerwasserbeanspru- antimonfreien Sonderweichloten weichge-
chung das Hartlot AG301 L-Ag50Cd) zum lötet (s. Kap. 5.1.1 und 5.3.1). [3] Löten von Kupfer und Kupferlegierun-
Einsatz. Die Hartlöteignung der Kupfer- Gußteile, die weniger als 1,5 % Pb enthal- gen. DKI-Fachbuch, Deutsches Kupfer-
Nickel-Gußlegierungen entspricht dem der ten, lassen sich unter Einsatz von Institut, Berlin 1969
Knetlegierungen mit ähnlicher Legierungs- Silberhartloten mit min. 30 % Ag und
zusammensetzung. Flußmitteln des Typs FH10 (F-SH1) gut [4] Müller, W. und Müller, J.-U,: Löttechnik
hartlöten. Praktische Bedeutung hat das - Leitfaden für die Praxis. Fachbuch-
Hartlöten von Kupferrohren mit Rotguß- reihe Schweißtechnik, Band 127,
Kupfer-Aluminium-Legierungen flanschen im Apparatebau. Für Meerwas- Deutscher Verlag für Schweißtechnik
serleitungen sind die Vorschriften der DVS-Verlag GmbH, Düsseldorf 1996
Kupfer-Aluminium-Legierungen Klassifikationsgesellschaften zu beachten,
(Aluminiumbronzen) zeichnen sich durch wobei der Ag-Gehalt der einzusetzenden [5] van’t Hoen, A.: Die Entwicklung der
eine außerordentlich hohe Kavitationsfe- Hartlote etwa 50 % beträgt. In der Kupfer- neueren Flußmittel zum Weichlöten
stigkeit aus und gehören darüber hinaus rohrinstallation für Trinkwasserleitungen und die damit verbundene Proble-
auch zu den korrosionsbeständigsten kommen bei Verwendung von Rotgußfit- matik. Metall 21(1967), S. 795-8
Kupferwerkstoffen. Daher sind sie als tings die Hartlote CP105 (L-Ag2P) oder
Knet- und Gußlegierungen unentbehrliche CP203 (L-CuP6) unter Verwendung von [6] Roberts, P.: Coping without cadmium.
Werkstoffe für die chemische Industrie und Flußmittel vom Typ FH10 (F-SH1) zum Welding & Metal Fabrication 47 (1979),
den Maschinenbau. Einsatz. S. 35-46
Sowohl beim Weich- als auch Hartlöten
von Kupfer-Aluminium-Legierungen sind [7] Technik die verbindet. Berichte aus
zwecks Auflösung der chemisch sehr Kupfer-Blei-Zinn-Gußlegierungen Forschung und Praxis Heft 2, Degussa
widerstandsfähigen Aluminiumoxide immer AG, Hanau
Sonderflußmittel erforderlich. Diese Gußlegierungen (Guß-Zinn-Blei-
Die Kupfer-Aluminium-Gußlegierungen Bronzen) sind wichtige Konstruktions- und [8] Technik die verbindet. Berichte aus
werden kaum gelötet, verhalten sich Lagerwerkstoffe, die kaum gelötet werden. Forschung und Praxis Heft 36,
jedoch löttechnisch wie die Knetlegierun- Zum Weichlöten kommen ggf. Zinn- Degussa AG, Hanau
gen vergleichbarer Zusammensetzungen. Bleilote mit 50 bis 60% Sn und Flußmittel
vom Typ 3.1.1. (F-Sw12 bzw. F-SW21) und [9] Laubmeyer, G. und Kupke, W.: Weich-
3.1.2. (F-SW22), zum Hartlöten niedrig- löten in der Elektronik. Fachverlag
Weichlöten schmelzende Silberhartlote, wie z.B. Schiele & Schön, Berlin 1967
AG302 (L-Ag45Cd) und Flußmittel vom
Kupfer-Aluminium-Legierungen werden Typ FH10 (F-SH1) infrage, wobei die Hart- [10] Die fachgerechte Kupferrohr-Installa-
selten weichgelötet, da sich die Benetz- löteignung deutlich eingeschränkt ist. Bei tion. DKI - Informationsdruck Nr. i. 158,

16
DIN EN 29454-1 Flußmittel zum Weich-löten
- Einteilung und Anforderungen -
T 1: Einteilung, Kennzeichnung und Ver-
packung
ISO 9454-2 Flußmittel zum Weichlöten -
Einteilung und Anforderungen -
T 2: Eignungsanforderungen
DIN EN 29455-1 Flußmittel zum Weich-
löten - Prüfverfahren - T 1: Bestimmung
von nichtflüchtigen Stoffen, Gravimetrische
Methode
DIN EN ISO 9455-2 Flußmittel zumWeich-
löten - Prüfverfahren - T 2: Bestimmung
von nichtflüchtigen Stoffen, Ebulliometrische
Bild 27 (DKI A 6013)Thermofühlermontage aus unterschied- Methode
lichen Werkstoffen durch Erwärmung einer aufge- DIN EN ISO 9455-3 Flußmittel zumWeich-
brachten Lötpaste
löten - Prüfverfahren - T 3: Bestimmung
Bild 31 (DKI A 4625) Mit AG306 (L-Ag30Cd) und Flußmittel FH10 des Säurewertes, Potentiometrische und
(F-SH1) hart eingelötete Kapillarröhrchen aus Edelstahl in visuelle Titrationsmethode
Messingfühler und Meßbalgen (Messing mit ca. 20 % Zn),
der mit flußmittelgefülltem Weichlot eingelötet wurde
DIN EN 29455-5 Flußmittel zum Weich-
löten - Prüfverfahren - T 5: Kupferspiegel-
Deutsches Kupfer-Institut, test
Düsseldorf 1998 DIN EN ISO 9455-6 Flußmittel zumWeich-
löten - Prüfverfahren - T 6: Bestimmung
[11] Mechanische, chemische und elektro- und Nachweis des Halogenidgehaltes
lytische Oberflächenvorbehandlung (ausgeschlossen Fluorid)
von Kupfer und Kupferlegierungen. DIN EN 29455-8 Flußmittel zum Weich-
DKI-Informationsdruck Nr. i. 023, Deut- löten - Prüfverfahren - T 8: Bestimmung
sches Kupfer-Institut, Berlin 1990 des Zinkgehaltes
DIN EN ISO 9455-9 Flußmittel zumWeich-
[12] Wittke, K. und Bleul, E.: Ofenlöten von löten - Prüfverfahren - T 9: Bestimmung
Kupfer-Stahl-Verbindungen mit Silber- des Ammoniumgehaltes
Bild 28 (DKI A 6014) Krawattennadel, hergestellt aus Messing loten an Kältemittelverdichtern. ISO 9455-10 Flußmittel zum Weichlöten -
und Kupfer mittels Lötpaste Schweißen und Schneiden 43 (1991) Prüfverfahren - T 10: Benetzungsprüfung,
7, S. 394-7 Ausbreitungsmethode
[13] Kuzumaki, T., Ariga, T., Miyamoto, Y., DIN EN 29455-11 Flußmittel zum Weich-
and Kobayashi, T.: Brazing of Alumina löten - Prüfverfahren - T 11: Löslichkeit
to Copper Using Cu-Ti-Co. ISIJ von Flußmittelrückständen
International, 30 (1990) 5, S. 403-8 DIN EN ISO 9455-12 Flußmittel zum
Weichlöten - Prüfverfahren - T 12: Stahl-
[14] Türpe, M.: Temperaturwechselverhal- Röhrchen-Korrosionstest
E DIN ISO 9455-13 ) Flußmittel zum
2
ten gelöteter Metall-Keramik-Ver-
bunde. Metall, 50 (1996) 5, S. 340-4 Weichlöten - Prüfverfahren - T 13: Bestim-
mung von Flußmittelspritzern
[15] Naka, M. and Taniguchi, H.: Ultrasonic DIN EN 29455-14 Flußmittel zum Weich-
Soldering of Alumina to Copper Using löten - Prüfverfahren - T 14: Bestimmung
Sn-Pb Solders. Transactions of JWRI, des Haftvermögens
20 (1991) 2, S. 113-8 DIN ISO 9455-15 Flußmittel zum Weich-
löten - Prüfverfahren - T 15: Kupfer-Korro-
[16] Schweißen und Schneiden 50 (1998) sionstest
1, S. 81 ISO 9455-16 Flußmittel zum Weichlöten -
Prüfverfahren - T 16: Bestimmung der
[17] Wittke, K.: Löten. Wissenschaftliche Wirksamkeit des Flußmittels, Benetzungs-
Bild 29 (DKI A 4624) Büchse aus Messing, hartgelötet mit
Schriftenreihe der Technischen Hoch- prüfung
Silber-Cadmium-Silizium-Lot und Flußmittel FH10 schule Karl-Marx-Stadt. 10/1980 ISO/CD 9455-17 Flußmittel zum Weich-
(F-SH1) an Edelstahlplatte löten - Prüfverfahren - T 1: Bestimmung
[18] Koschlig, M.: Weichlöten – die zuver- des Widerstandes der Oberflächenisolie-
lässige Fügetechnik in der Kupferrohr- rung, Kammprüfung und elektrochemische
installation. Tagungsband DKI-Work- Migrationsprüfung von Flußmittelrückstän-
shop 2: Die Anwendung von Kupfer den
rohren in der Hausinstallation, DIN EN ISO 10564 Zusätze zum Weich-
bautec´96 Berlin, Kap. 3 und Hartlöten - Probenahme von Weich-
loten für die Analyse
DIN ISO 12224-1 Lötdrähte, massiv und
gefüllt - Anforderungen und Prüfverfahren -
Normen1) T 1 : Einteilung und Eigenschaftsanforde-
rungen
Löttechnische Normen DIN EN ISO 12224-2 Lötdrähte, massiv
und gefüllt - Anforderungen und Prüfver-
DIN 8505 T 1, 2 Löten; Allgemeines, Begriffe fahren - T 2: Bestimmung des Flußmittel-
DIN EN ISO 3677 Zusätze zum Weich- und gehaltes
Hartlöten, Bezeichnungen ISO/CD 12224-3 Lötdrähte, massiv und
DIN EN 29453 Weichlote - Chemische Zu- gefüllt - Anforderungen und Prüfverfahren -
sammensetzung und Lieferformen T 3: Benetzungsprüfung
Bild 30 (DKI A 4623) Induktionsspule aus CuCr (CW105C) E DIN 1707, T 100 Weichlote - Chemische E DIN EN ISO 12226-1 Weichlotpasten -
weichgelötet mit S-Sn50Pb49Cu1 (L-Sn60PbCu) Zusammensetzung und Lieferformen T 1: Einteilung und Prüfverfahren
und Flußmittel 2.1.2. (F-SW25) an Messing. DIN 8526 Prüfung von Weichlötverbindun- ISO/CD 12226-2 Weichlotpasten -
gen - Mechanische Prüfungen T 2 : Eignungsanforderungen

17
DIN EN 1044 Schweißen - Hartlote
DIN EN 1045 Schweißen - Flußmittel zum
Hartlöten - Einteilung
DIN EN 12797 ) Zerstörende Prüfung von
2

Hartlötverbindungen
DIN EN 12799 ) Zerstörungsfreie Prüfung
2

von Hartlötverbindungen
DIN 8514 T 1 Lötbarkeit, Begriffe
DIN 8515 T 1 Fehler an Lötverbindungen
aus metallischen Werkstoffen
DIN 65169 Luft- und Raumfahrt; Hart- und
hochtemperaturgelötete Bauteile; Kon-
struktionsrichtlinien
DIN EN 1057 Nahtlose Rundrohre aus
Kupfer für Wasser- und Gasleitungen für
Sanitärinstallationen und Heizungsanlagen
DIN EN 1254-1 Fittings für Lötverbindun-
gen, Technische Lieferbedingungen

Werkstoffnormen (Zusammensetzung)

DIN V 17900 Kupfer und


Kupferlegierungen-
Europäische Werkstoffe-
Übersicht über
Zusammensetzungen
und Produkte

EN 1982
Kupfer und Kupferlegierungen -
Blockmetalle und Gußstücke
1) Diese Liste erhebt keinen Anspruch der
Vollständigkeit. Gültig sind jeweils die neu-
esten Ausgaben der Normen. Infolge der
geltenden Verpflichtung, EN-Normen in
das nationale Normenwerk zu überneh-
men, werden die DIN-Normen sukzessive
durch EN-Normen ersetzt.

ISO = ISO-Norm; ISO/DIS = ISO-Norm-


Entwurf; ISO/CD = ISO-Bearbeitungs-
dokument; E = in Entwurfphase

) in Vorbereitung
2

Bildnachweis

CHEMET GmbH, Postfach 12 09, 56419


Wirges : 2 a-d, 25, 29, 30, 31

Degussa AG, Postfach 13 45, 63403


Hanau : 17, 18, 22, 26

FELDER GmbH, Postfach 1004 10,


46004 Oberhausen : 5

GLT, Rennfelderstr. 18, 75173Pforzheim:


23, 27, 28

SIEMENS AG, Nonnendammallee 101,


13629 Berlin : 19, 20, 21

ZEVATRON Löttechnik GmbH, Postfach


12 60, 34468 Volkmarsen : 6, 7

* * *

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