Sie sind auf Seite 1von 7

Schulcurriculum Psychologie

Luise-von-Duesberg-Gymnasium Kempen

11/I

Kursthemen/Unterthemen Paradigma Disziplin


1. Einführung in die Psychologie
 Psychologie als Wissenschaft versus
Alltagspsychologie Allgemeine
 Aufgaben der Psychologie alle (Einführung) Psychologie/
 Einführung in die Paradigmen der Psychologie Wissenschafts-
(mit Fallbeispiel und Expertendiskussion) theorie
 das Nolting-Modell der Verhaltenserklärung
2. Grundlegende Aspekte der Wahrnehmung aus
unterschiedlichen Perspektiven
(exemplarische Vertiefung: Geruchswahrnehmung auf
der Grundlage der Patrick-Süskind-Verfilmung „Das Kg Allgemeine
Parfüm“ von Tom Tykwer [2006]; fächerverbindend mit Psychologie
Chemie)
 Selektivität und Subjektivität der Wahrnehmung
 Reizdeprivation und Reizüberflutung
 Wahrnehmung als ganzheitlicher Prozess
 Grundlagen der Gestaltpsychologie: Ganzheit und Gz
Emergenz
 Gestaltgesetze (optische Täuschungen)
 Konstanzphänomene
Sozialpsychologie
 Hypothesentheorie der Wahrnehmung (Bruner &
Postman)
 Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung;
Attribuierungsprozesse (internal/external;
labil/stabil)
 Phänomene der sozialen Wahrnehmung:
Rosenthal-Effekt; Pygmalion-Effekt; Halo-Effekt
(Demonstration: Herr Dahlmann)

3. Das Experiment als zentrale Methode der Psychologie


 UV und AV
 Experimental- und Kontrollgruppen Methodenlehre Allgemeine
 Störvariablen und Kontrolltechniken Psychologie
 experimentelle Designs
 Laborexperiment versus Feldexperiment
 Gütekriterien: Objektivität, Reliabilität, Validität,
Standardisierung
 Mittelwerte und Skalenniveaus
 Aufbau eines Experimentalberichts
 Projektphase: Planung, Durchführung und
Auswertung eigener kleiner
Extensionsexperimente in GA zur Objekt- bzw.
Personenwahrnehmung inklusive Verfassen eines

Kira Preen Seite 1 11/09/2010


Experimentalberichts

11/II

Kursthemen/Unterthemen Paradigma Disziplin


1. Gedächtnismodelle und -prozesse
 historische Gedächtnismodelle, ihre
Möglichkeiten und Grenzen
 Entwicklung von Fragestellungen für die Kg Allgemeine
Unterrichtsreihe in GA Psychologie
 Vergessenskurve nach Ebbinghaus; KVK-
Trigramme
 Definition Gedächtnis; zentrale
Gedächtnisprozesse (Enkodieren/Reproduzieren;
Kodieren, Organisieren, Elaborieren,
Wiederholen)
 Chunking
 Oberflächen- und Tiefenkodierung
 Theorie der dualen Kodierung (Paivio);
Demonstration Abstrakta versus Konkreta
 Mnemotechniken (Loci-Methode;
Wäscheleinemethode, PQ4R-Methode…) in der
Selbsterprobung Entwicklungs-
 Schemata (Bartlett) psychologie
 Prototypen Pb
 Netzwerktheorie
 Theorien des Vergessens (Spurenzerfall, Tf
Interferenz, motiviertes Vergessen) Anwendungs-
 Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen; bereich:
Untersuchungen von Elizabeth Loftus; Polizeipsychologie
Expertenbefragung zum Thema
(Hr. Heimes/Kommissariat Vorbeugung Viersen)
2. Grundlagen des Lernens
 das behavioristische Paradigma Bh Allgemeine
(Entstehungsbedingungen, Menschenbild, Psychologie/
Forschungsmethoden, klassische Vertreter und Wissenschafts-
Untersuchungen; Schwerpunkt Abi 2009: theorie
Watson/Skinner)
 Lernen als Konditionierungsvorgang
(klassisches und operantes Konditionieren;
biologische Grenzen der Konditionierbarkeit) Pb
 Erweiterung des Lernbegriffs Anwendungs-
(Modelllernen und kognitive Wende [sozial- Kg bereich:
kognitive Lerntheorie von Bandura]; Pädagogische
Schwerpunkt Abi 2009) Psychologie

Kira Preen Seite 2 11/09/2010


12/I

Kursthemen/Unterthemen Paradigma Disziplin


1. Die Persönlichkeit und ihre Entwicklung
 Typologische Modelle – Beispiele, Persönlichkeits-
Grundannahmen psychologie
(Hippokrates; Kretschmer; Eysenck) Kg
 Eigenschaftstheorien
(Allport und „The Big Five“;
Annahme der Konsistenz und Bedeutung
situativer Einflüsse
 das psychodynamische Modell Freuds
(gesellschaftsgeschichtlicher Hintergrund;
Schichtenmodell, Instanzenmodell, Trieblehre;
Manifestationen des Unbewussten [Traumarbeit, Entwicklungs-
Fehlleistungen]; Angst und Abwehr, psychologie
Abwehrmechanismen; Phasen der Tf
psychosexuellen Entwicklung [Ödipus- und
Elektrakomplex; Ausbildung des Über-Ich];
Neurosenlehre [exemplarische Vertiefung:
Zwangsneurosen]; Hysterie: der Fall Anna O.; Anwendung:
Aspekte der Therapie: Hypnose, freie Klinische
Assoziation, Traumdeutung, Analyse der Psychologie
Übertragung
 Rückschau/Paradigmenvergleich: Persönlichkeits-
Gegenüberstellung der tiefenpsychologischen und Bh/Tf psychologie
der behavioristischen Vorstellung von
Persönlichkeit

2. Humanistische Psychologie – die dritte Kraft


(Schwerpunkt LK 2009) HP/Gz Wissenschafts-
 gesellschaftsgeschichtlicher theorie
Hintergrund/philosophische Wurzeln
 Zielsetzung, Menschenbild
 methodische Vorgehensweise: Ganzheitlichkeit,
Hermeneutik; Abgrenzung von einer
naturwissenschaftlichen Auffassung von
Psychologie (Empirismus und Positivismus;
Kritischer Rationalismus)
 typische Vertreter und ihre
Forschungsschwerpunkte Persönlichkeits-
(Maslows Hierarchie der Bedürfnisse => psychologie
Motivation; Rogers Persönlichkeitsmodell:
Bedeutung des Selbstkonzepts; Rogers Konzept
der non-direktiven Beratung/klientenzentrierte Anwendung:
Therapie) Klinische
 die Positive Psychologie – Weiterentwicklung der Psychologie
Humanistischen Psychologie?

Kira Preen Seite 3 11/09/2010


 Rückschau/Paradigmenvergleich:
Gegenüberstellung der Menschenbilder aus
Humanismus/Behaviorismus/Tiefenpsychologie
12/II

Kursthemen/Unterthemen Paradigma Disziplin


1. Psychodiagnostik
 Grundlagen
(Test, Befragung, Beobachtung;
Testdefinition, Gütekriterien nach Lienert; Kg Persönlichkeits-
Messskalenniveaus; Kausalität und Kovariation; psychologie/
Korrelationsstudien [Wiederholung und Methodik
Vertiefung zur 11/I], Aufbau und Entwicklung
von Tests, Testarten [Leistungs- und Kg/Tf
Persönlichkeitstests; projektive und
psychometrische Verfahren; Zeitschriften])
 Persönlichkeitsmessung
(Fragebögen und standardisierte
Persönlichkeitsmessung [Eysenck:
Introversion/Extraversion]; projektive {Bsp.:
TAT, Rorschach} und psychometrische {Bsp.:
FPI-R}Verfahren; Zeitschriftentests)
 Intelligenzdiagnostik und ihre Kg Allgemeine
neurophysiologischen und Psychologie/
kognitionspsychologischen Grundlagen Persönlichkeits-
(Intelligenzmodelle; Messung von Intelligenz am psychologie/
Beispiel des IST 2000; neurophysiologische Methodik
Grundlagen des Denkens [Verfahren der Pb
Hirnforschung; Strukturen und Funktionen des
Gehirns])

2. Sozialpsychologie:
soziale Einflüsse, Phänomene, Prozesse Gz Sozialpsychologie
 zur Subjektivität von Erkenntnis =>
Konstruktivismus
 Grundlagen der Systemtheorie
(Schwerpunkt Abi 2009: systemische
Betrachtung von Gruppenstrukturen und
-prozessen; Systembegriff, Subsystem, Grenzen,
Regeln, Homöostase; soziale Normen, Regeln,
Status, Kohäsion; Ausbildung von Rollen und
Positionen; Kreisprozesse, Interdependenz,
offene und geschlossene Systeme; Regelkreise;
Phasen der Gruppenentwicklung [Schwerpunkt
LK 2009]; Gruppendenken und
Gruppenpolarisation [Schwerpunkt LK 2009]) Anwendung:
 Anwendungsbeispiel: systemische Klinische
Beratung Psychologie
 Konformität und Gruppendruck (Asch,
Sherif, Stanford-Prison-Experiment; System oder

Kira Preen Seite 4 11/09/2010


Persönlichkeit [Aggression] als Einflussfaktor; Anwendung:
Autorität und Gehorsam [Milgram]) Wirtschafts-
 Anwendungsschwerpunkt: psychologie
Werbepsychologie (Techniken der
Einflussnahme; Elaboration-Likelihood-Modell;
Reaktanz)
 Einstellungen und Vorurteile
(Grundlagen: Drei-Komponenten-Modell;
Einstellungen; Attribuierungen und ihre soziale
Bedingtheit; Kognitive Dissonanz [Festinger];
Pygmalion-Effekt und self-fulfilling prophecy
[Rosenthal] [Wiederholung/Vertiefung 11/I])

13/I

Kursthemen/Unterthemen Paradigma Disziplin


 Aspekte der Betriebspsychologie
(Systemische Eigenschaften von Betrieben und Gz Wirtschafts-
Arbeitsgruppen) psychologie
 Personalauswahlverfahren Kg
(Analyse von Bewerbungsunterlagen;
Einstellungsgespräch; Test [z.B. IST]; Tf
integrative Wiederholung der Gütekriterien)
 Schwerpunkt Assessment Center
(zentrale Merkmale; typische Elemente und
Übungen; Vergleich Test/AC)
 Projektarbeit: Psychologische
Einstellungsverfahren in Institutionen der
Schulumgebung
(Betriebserkundungen, Experteninterviews, evtl.
Konzeption eigener Trainingseinheiten für
Schulabgänger der 10)
 Personalentwicklung und Personalführung Kg
(X-Y-Theorie von Mc Gregor [self-fulfilling Gz
prophecy und Personalführung]; psychologische
Methoden der Personalentwicklung
[Arbeistzufriedenheit und Leistungsmotivation;
Selbstkonzept und Selbstsicherheit])
 Anwendungsbeispiel:
Krisenintervention bei Mitarbeitern
(Konfliktentstehung [systemische und
Gz/Kg
tiefenpsychologische Perspektive];
Tf
Schwerpunktthema: Mobbing;
Konfliktberatung: Interventionsverfahren der
systemischen Beratung [Symptomträger,
Verflüssigung von Fragestellungen, zirkuläres
Fragen, reframing, paradoxe Intention];
Methoden zur Förderung der Selbstwirksamkeit
[Selbstsicherheits- und

Kira Preen Seite 5 11/09/2010


Reattribuierungstraining])

13/I

Kursthemen/Unterthemen Paradigma Disziplin


 Klinische Psychologie – Psychopathologie
(Normalität und Abweichung; Klassifikation von Tf Anwendung:
Störungen [Nosologie {Ätiologie vs. Symptomatologie}; Bh Klinische
Arbeit mit dem DSM IV-R]; Hauptformen psychischer Kg Psychologie
Störungen [Neurose/Psychose; Angststörungen; Gz/HP
Affektive Störungen; Persönlichkeitsstörungen; Pb
Dissoziative Störungen; Schizophrene Störungen;
Wahnhafte Störungen])
 Schwerpunkt Abi 2009: Angststörungen Tf Klinische
aus der Sicht unterschiedlicher Paradigmen Bh Psychologie
(Begriff der Angst; Abgrenzung gesund/krankhaft; Kg
Funktionen von Angst; Physiologie der Angst; Pb
Erklärungsmodelle der Angstentstehung und –
verarbeitung [Konditionierungsprozesse {klassisch und
operant; Zwei-Faktoren-Modell von Miller & Mowrer};
die dritte Angsttheorie Freuds {Revsion: Instanzen- und
Schichtenmodell; Angst und Abwehr; Triebtheorie und
Phasen der psychosexuellen Entwicklung}; das kognitive
Prozessmodell von Lazarus]; generalisierte
Angststörung, Phobie, Panikstörung {Margraf},
Zwangsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
 Therapieformen für Angst aus Sicht der
unterschiedlichen Paradigmen (Schwerpunkt LK 2009)
 fakultative Ergänzung: Pb Klinische
Die paradigmatischen Erklärungsmodelle der Gz Psychologie
Schizophrenie Kg
(Arten der Störung; prämorbide Indikatoren; biologische Bh
Modelle [z.B. Diathese-Stress-Modell; Gehirnfunktion;
systemische Modelle [z.B. Familienstrukturen,
Kommunikationsmuster]; kognitive Faktoren und
Lernfaktoren [Informationsverarbeitung und
Verstärkungsmuster])

Kira Preen Seite 6 11/09/2010


13/II

Kursthemen/Unterthemen Paradigma Disziplin


 Klinische Psychologie: Therapieformen allgemein
(Psychoanalytische Verfahren – vertiefende Revision Tf Klinische
[Hypnose und freie Assoziation; Analyse von Bh Psychologie
Produktionen des Unbewussten [Fehlleistung, Traum]; Kg
Übertragung]; Behavioristische Verfahren – vertiefende Gz/HP
Revision [systematische Desensibilisierung; Pb
Gegenkonditionierung; Flooding; Token Economy];
Kognitivistische Verfahren [Kognitive
Verhaltensmodifikation {Meichenbaum}; kognitive
Therapie nach Aaron T. Beck; geleitetes Entdecken und
Änderung fehlerhafter Kognitionen {Margraf}; Rational-
emotive Therapie {RET nach Albert Ellis};
Humanistische und ganzheitliche Verfahren – vertiefende
Revision [Gesprächstherapie {Rogers}; systemische
Therapie; biomedizinische Therapie;
Therapievergleich
 Synopse der psychologischen Paradigmen Tf/Bh Wissenschafts-
(SuS erstellen Lernposter für ein zusammenfassendes Kg/Pb theorie
Stationenlernen [alternativ: Portfolio ab 11/I; dann Gz/HP
Auswertung in 13/II]; Revision 11/I: Podiumsdiskussion
über „die richtige Art, Psychologie zu treiben“)
 vom Missbrauch der Psychologie
(historische Beispiele: „Kriegspsychologen“, Folter und
Gehirnwäsche; Formen der Manipulation)

Abkürzungen:

GA = Gruppenarbeit

Tf = Tiefenpsychologie
Bh = Behaviorismus
Kg = Kognitivismus
Gz/HP = Ganzheitspsychologie/Humanistische Psychologie
Pb = Psychobiologie

Es gilt die Obligatorik der Richtlinien – Lehrplan Psychologie

 angemessene Berücksichtigung der Grundlagendisziplinen


(Allgemeine Psychologie; Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie;
Sozialpsychologie; Wissenschaftstheorie und Methodik; vertiefte Bearbeitung von
zwei Anwendungsdisziplinen [hier: Wirtschaftspsychologie; Klinische Psychologie])
 angemessene Berücksichtigung der fünf Paradigmen der Psychologie
(jeweils mit gesellschaftsgeschichtlichem Hintergrund, Menschenbild, „Gründern“
und klassischen Vertretern; Forschungsmethoden; klassischen Untersuchungen,
typischen Theorien oder theoretischen Konstrukten)

Kira Preen Seite 7 11/09/2010