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SikaProof® A

VERARBEITUNGSRICHTLINIE
INHALT

1 PRODUKTSYSTEM SikaProof® A 4
1.1 Einsatzbereich 4
1.2 Aufbau 4
1.3 Wirkungsweise 5
1.4 Produktsortiment 6

2 ALLGEMEINE RAHMENBEDINGUNGEN 8
2.1 Allgemeine Anforderungen an die Sauberkeit 8
2.2 Witterung 9
2.3 Beständigkeiten 10
2.4 Verträglichkeit mit anderen Bauprodukten 10

3 VERARBEITUNG DER SikaProof® A 11


3.1 Arbeitsmittel und Werkzeug 11
3.2 Empfohlene Applikationsreihenfolge 12
3.3 Transport und Lagerung 13
3.4 Untergrundvorbereitung 13
3.5 Randaufkantung 15
3.6 Eckausbildung 17
3.6.1 Innenecke 17
3.6.2 Außenecke 18
3.7 Fläche verlegen 19
3.7.1 Einführung 19
3.7.2 Längsstöße 19
3.7.3 Querstöße 20
3.7.4 T-Stöße 21
3.7.5 Sonderecken 22
3.8 Durchdringungen und Einbauten 23
3.8.1 Rohrdurchführung 23
3.8.2 Fundamenterder 25
3.8.3 Einbauteile aus WU-Fertigteilen 25
3.8.4 Bohrpfahlköpfe 26
3.8.5 Sonstige technische Einbauteile 26
3.9 Fugenausbildung 27
3.9.1 Arbeitsfuge Betonierabschnitte 27
3.9.2 Sohle-Wand-Fuge 28
3.9.3 Dehnfuge 30
3.9.4 Anschlussfugen an Bestandsbauteile 31
3.10 Verlegung im Wandbereich 32
3.10.1 Zweihäuptig geschalt 32
3.10.2 Einhäuptig geschalt 33
3.10.3 Wände aus Fertigteilelementen 34
3.10.4 Kombination mit anderen Abdichtungsprodukten 34
3.11 Bewehrung und Betonage 35
3.11.1 Abstandhalter 35
3.11.2 Bewehrungsarbeiten 35
3.11.3 Schalöl 36
3.11.4 Anforderungen an die Betonqualität 36
3.11.5 Betonage 37
3.11.6 Ausschalen und Ausschalfristen 37
3.12 Abschließende Arbeiten 38
3.12.1 Spannstellen schließen 38
3.12.2 Arbeitsfugen abkleben 38
3.12.3 Qualitätssicherung 39

3
1 PRODUKTSYSTEM
SikaProof® A

1.1 Einsatzbereich 1.3 Wirkungsweise


Die Frischbetonverbundabdichtung ist eine vorzuinstallierende auch zum Schutz der Betonkonstruktion bei im anstehenden
Abdichtung für Betonkonstruktionen. Das bedeutet, dass die Grundwasser natürlich vorkommenden aggressiven Stoffen ein-
Abdichtungsbahn vor der Betonage auf einem geeigneten Unter- gesetzt werden. Ebenso ist eine Eignung als Barriere gegen im
grund oder Trägermaterial verlegt wird. Nach der Applikation der Boden anstehendes gesundheitsgefährdendes Radon gegeben.
Dichtungsbahn werden die Bewehrungsarbeiten ausgeführt und
auf die Dichtungsbahn betoniert. Der Frischbeton erhält somit VOLLUMFÄNGLICH GEPRÜFTES GESAMTSYSTEM
direkten Kontakt zu der Abdichtung und verbindet diese, auf- Für beide Einsatzbereiche – als flächige Bauwerksabdichtung
grund des besonderen Aufbaus, dauerhaft mit dem erhärtenden (geschlossene Wanne) sowie als Abdichtung von WU-Bautei-
Frischbeton. Das Betonbauwerk ist somit von einer dichten Hülle len, ggf. auch nur in Teilbereichen – ist jeweils ein allgemein
dauerhaft fest umschlossen und wirksam geschützt. So können bauaufsichtliches Prüfzeugnis verfügbar. Die entsprechenden
sämtliche Flächen unter Bodenplatten sowie in ein- oder zwei- Bemessungsgrundlagen und zulässigen Randbedingungen
häuptig geschalten Wänden zuverlässig abgedichtet werden. für den jeweiligen Einsatzzweck entnehmen Sie bitte dem
dafür gültigen allgemein bauaufsichtlichen Prüfzeugnis. Des
SikaProof® A darf als einlagige flächige Bauwerksabdichtung Weiteren wurden sämtliche Detailausbildungen durch separate
zur Abdichtung von Betonbauteilen und Bauwerken innerhalb Funktionsprüfungen durchgeführt. Somit kann ein vollumfäng-
und außerhalb von Gebäuden auf der dem Wasser zugewandten lich geprüftes Gesamtsystem gewährleistet werden.
Seite des Bauwerks gegen Bodenfeuchte, nichtdrückendes sowie
drückendes Wasser bis 20 m Wassersäule verwendet werden.
Ein weiterer Einsatz der SikaProof® A erfolgt als zusätzliche Wirksamer Hinterlaufschutz im Falle ungewollter Beschädigung
Maßnahme bei der Bauwerksabdichtung im System „Weiße
Wanne“. Eine solche Maßnahme wird bei hohen Anforderungen
an die Nutzung der Gebäudeteile, zum Beispiel zum Erzie-
1. Der eingebrachte Frischbeton penetriert das Vlies und füllt
len einer sofortigen Dichtheit, oder bei Unzugänglichkeit der
dieses mit Zementleim. Dazu ist eine entsprechende Konsi-
abgedichteten Bauteilinnenseite erforderlich. Die Anwendung
stenz der Klassen F3–F6 erforderlich. Mit dem Erhärten des
erfolgt in diesem Falle als ergänzende Maßnahme gemäß WU-
Frischbetons haftet die Dichtungsmembran, aufgrund der me-
Richtlinie des DAfStb- und den mitgeltenden Vorschriften. Auch
chanischen Verkrallung des Betons mit dem Vlies, dauerhaft an
eine Abdichtung von Teilbereichen oder einzelnen Bauteilen ist
der Betonkonstruktion.
mit diesem System möglich. Im Weiteren kann die SikaProof® A Direkte Betonage des Frischbetons auf der SikaProof® A

2. Durch die Kombination des Betonverbundes mit dem git-


1.2 Aufbau ternetzförmigen Dichtstoffraster wird ein wirksamer Hinter-
laufschutz sichergestellt. Im Falle einer Beschädigung der
Dichtungsbahn wird das eintretende Wasser innerhalb eines
Bei SikaProof® A handelt es sich um eine mehrschichtig
sehr kleinen Teilbereiches gehalten. Eine Hinterwanderung
aufgebaute Abdichtungsmembran auf Basis einer Kunststoff-
der Dichtungsbahn zum Betonkörper ist somit vollkommen
dichtungsbahn aus hochflexiblen Polyolefinen. Die Bahn ist mit
ausgeschlossen.
einer gitternetzartigen Struktur geprägt, welche mit einem
polyolefinischen Dichtstoff gefüllt und oberseitig mit einem
Vlies kaschiert ist.
3. Der vor genannte Hinterlaufschutz wurde im Rahmen der
Polyolefines Dichtstoffraster
Prüfungen für die allgemein bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse
nachgewiesen. Um diesen Hinterlaufschutz visuell sichtbar zu
machen, wurde eine zusätzliche Prüfung mit gefärbtem
Wasser durchgeführt. Dabei wurde eine durch ein Loch
beschädigte Dichtungsbahn betoniert. Nach dem Aushärten
des Betons wurde dieser Prüfkörper (nach ASTM) eingespannt
und mit 7 bar Druck mit gefärbtem Wasser beaufschlagt. Nach
Abschluss der Prüfung wurde der Prüfkörper geöffnet und
kontrolliert. Im neben stehenden Bild ist zu sehen, dass das
Gitternetzförmig geprägte Dichtmembran auf Basis von FPO Vlieskaschierung
gefärbte Wasser praktisch vollkommen zurückgehalten wurde.

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


4 Produktsystem Produktsystem 5
1 PRODUKTSYSTEM
SikaProof® A

1.4 Produktsortiment: Dichtungsbahn 1.4 Produktsortiment: Zubehör


Das Produktsortiment umfasst Dichtungsbahnen in drei ver-
schiedenen Materialstärken. SikaProof® A wird als Rollenware SikaProof® Tape-150 Rollenbreite Rollenlänge
in PE-Folie verpackt auf Paletten geliefert. Die Bahnen sind
werkseitig längs mit einem Selbstklebestoß ausgestattet. Für Innentape auf Butylbasis + Folie +Vlies 150 mm breit 25 m Rolle
Querstöße und Detailausbildungen sind weitere Produkte als
Zubehör verfügbar.

Details zu den physikalischen Eigenschaften entnehmen Sie


bitte den aktuellen gültigen Produktdatenblättern. Diese sind
in der jeweiligs aktuellen Fassung im Internet unter www.sika.de SikaProof® Tape-150

als Download verfügbar.


SikaProof® Ex-Tape-150 Rollenbreite Rollenlänge

Außentape auf Butylbasis + Folie 150 mm breit 20 m Rolle

1 m Rollenbreite für Wände, Details oder beengte Bereiche;


2 m Rollenbreite als wirtschaftliche Verarbeitung in der Fläche

SikaProof® Ex-Tape-150
Dichtungsbahn Rollenbreite Dicke in mm Rollenlänge Einsatzbereich
(FPO/Gesamt)
SikaProof® Patch-200 Rollenbreite Rollenlänge
SikaProof® A-05 1 m und 2 m 0,5 / 1,10 30 m ohne abP; nur zur zusätzlichen
Sicherung bei Sickerwasser Außentape mit FPO-Membran 200 mm breit 20 m Rolle
SikaProof® A-08 1 m und 2 m 0,8 / 1,35 25 m mit abP; für Bodenplatten bis 40
cm Stärke und alle Wandbereiche
SikaProof® A-12 1 m und 2 m 1,20 / 1,70 20 m mit abP; für alle Bodenplatten
und Wandbereiche
Sortimentsübersicht SikaProof® A Dichtungsbahnen SikaProof® Patch-200

SikaProof® Fix Tape-50 Rollenbreite Rollenlänge

doppelseitiges Butyltape 50 mm breit 20 m Rolle

SikaProof® Fix Tape-50

SikaMelt®-9175 (Verarbeitungseinheit erforderlich)

Heißkleber 230 g Kartuschen

SikaMelt®-9175

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


6 Produktsystem Produktsystem 7
2 ALLGEMEINE
RAHMENBEDINGUNGEN

2.1 Allgemeine Anforderungen an die Sauberkeit 2.2 Witterung


Trotz der hohen Sicherheit, die dieses Abdichtungssystems Auswirkungen von Verschmutzungen auf der Vliesseite: Aufgrund der Materialeigenschaften kann das System grund- VERARBEITUNG BEI HOHEN TEMPERATUREN
bietet, sollten gewisse Rahmenbedingungen eingehalten sätzlich in einem sehr breiten Witterungsbereich eingesetzt Bei der Verarbeitung in den Sommermonaten werden die Ma-
werden, um so die volle Funktionstauglichkeit gewährleisten • Verschmutzungen durch Staub und Dreck, die sich optisch werden. terialien durch hohe Umgebungstemperaturen oder extreme
zu können. im Vlies darstellen (Verfärbung), haben für den Haftverbund Sonneneinstrahlung stark erwärmt und verändern damit ihre
keine negativen Auswirkungen. Zwingend erforderlich ist ein VERARBEITUNG BEI NIEDRIGEN TEMPERATUREN Verarbeitungseigenschaften.
Es ist in erster Linie auf einen sauberen Untergrund sowie freies Vlies, um ein Penetrieren des Frischbetons zu gewähr- Die unterste allgemeine Verarbeitungstemperatur beträgt 5°C. Aufgrund großer Temperaturunterschiede entstehen Längen-
eine saubere Umgebung zu achten. Um dies gewährleisten zu leisten. Bis zu dieser Temperatur kann die Dichtungsbahn ohne zusätz- änderungen im Material. Daher wird empfohlen, die Beweh-
können, empfiehlt es sich z. B. die Sauberkeitsschicht etwa • Grobe Verschmutzungen, wie z.B. Klumpen aus Lehm liche Maßnahmen, wie in Kapitel 3 beschrieben, verarbeitet rungsarbeiten möglichst direkt und zeitnah nach der Verlegung
60 – 80 cm (Arbeitsraumbreite) über die Bodenplattengrund- und Erdreich bewirken eine Trennlage (bzw. Füllen das Vlies) werden. der Dichtungsbahn auszuführen. Da über die Abstandhalter der
fläche überstehen zu lassen. Somit können saubere Laufwege und verhindern somit den Haftverbund. Diese müssen vor Unterschreiten die Temperaturen 5°C besteht die Möglich- Bewehrung die Dichtungsbahn belastet und somit punktuell
geschaffen und der Schmutzeintrag in die zu verlegende Fläche der Betonage, z.B. mit einem Wasserstrahl, restlos entfernt keit, durch zusätzliche Maßnahmen das Material dennoch zu fixiert ist, wird die Ausdehnung der Dichtungsbahn minimiert
minimiert werden. werden. verarbeiten. Hierbei wird empfohlen, das Material geschützt bzw. gleichmäßig verteilt.
• Verschmutzungen durch Betonreste, Zementschlämpe oder und möglichst an einem warmen Ort, z. B. einem beheizten Durch die Temperaturausdehnung kann es ggf. zur Wellenbil-
Die Abdichtungsbahn muss vor Umwelteinflüssen (Schmutz, allen sonstigen störenden Verunreinigungen in Arbeits- Container, zu lagern und erst direkt vor der Verarbeitung an dung in der verlegten Fläche kommen. Diese Wellenbildung
mechn. Belastungen, Witterung) geschützt werden. Sollte die bereichen (z.B. Schwenkbereich des Krans mit Mörtelkübel den Verlegeort zu transportieren. Da das FPO-Material eine ist materialbedingt bei Kunststoffdichtungsbahnen immer
Betonage der Bahn später als 3 Wochen nach der Verlegung oder Laufwege etc.) sowie in angrenzenden Flächen bei sehr gute Kälteflexibilität besitzt, ist eine Verlegung der Bahn vorhanden, stellt aber in der Regel keine Beeinträchtigung des
erfolgen, ist der frei bewitterte Teil der Membrane mit einer Arbeits- / Betonierabschnitten sind unmittelbar nach der trotz niedriger Temperaturen möglich. Besonders zu beachten Gesamtsystems dar.
PE-Folie zu schützen. So können spätere Verzögerungen und Verschmutzung mit Wasser zu säubern oder durch parti- sind dann die Stoß- und Detailausbildungen. Aufgrund der Der werkseitig applizierte Kleber des Selbstklebestreifens
ein höherer Aufwand vermieden werden. elles Abdecken mit einer Schutzfolie vor Verschmutzung zu niedrigen Temperaturen reduzieren sich die Haftungseigen- wird mit zunehmender Temperatur weich und erhöht seine
schützen. Nach Aushärtung evtl. Betonverschmutzungen ist schaften des Selbstklebestreifens. Es empfiehlt sich deshalb, Klebrigkeit. Gleiches lässt sich auf die butylbasierenden Tapes
das Vlies gefüllt und der Verbund zum eigentlichen späteren die Selbstklebestöße mit einem geeigneten Heißluftgerät zu übertragen, da das Butyl mit zunehmender Temperatur eben-
Bauteil unterbunden. erwärmen. Mit Zunahme der Temperatur wird die Klebeeigen- falls erweicht.
• Bei Sägearbeiten auf der Abdichtungsfläche (z.B. für schaft des Selbstklebestreifens verbessert. Es kann so mit Aus den genannten Gründen wird empfohlen, das zu verar-
weitere Schalarbeiten) muss das Sägemehl durch eine Folie dieser Maßnahme und verhältnismäßig geringem Aufwand beitende Material nicht in der direkten Sonneneinstrahlung
aufgefangen oder vor der Betonage entfernt werden, da eine Verlegung des Dichtungssystems erfolgen. Des Weiteren zu lagern. Im Optimalfall wird das Material geschützt gela-
dieses sich im Vlies festsetzt und den Betonverbund stört. wird empfohlen, die Stöße mit einem Handroller anzurollen. gert, z.B. im Schatten oder abgedeckt, und erst direkt vor der
• Restmaterialien und Abfälle auf der verlegten Fläche stellen Gleiches gilt bei der Verwendung der Tapes. Gerade in der Verarbeitung an den direkten Verlegeort transportiert. Auch
ebenfalls eine Trennlage dar und müssen entfernt werden. kalten Jahreszeit ist die Verwendung der Heißklebeeinheit zur ein Arbeiten in den kühleren Morgenstunden erleichtert die
• Verfärbungen durch Rost aus den Bewehrungsarbeiten Verbindung der Querstöße besonders empfehlenswert. Es hat Applikation deutlich.
Eingetragenes Laub unbedingt vor der Betonage entfernen stellen keine Beeinträchtigung dar. sich bewährt, vor Beginn der Arbeiten einen Probestoß zur
• Eingetragenes Laub sollte, z.B. mit einem Laubgebläse Bewertung der Ausführungsparameter herzustellen.
oder Laubsauger, vor der Betonage entfernt werden. VERARBEITUNG BEI FEUCHTIGKEIT UND NÄSSE
• Schalöle sind bei diesem System nicht erforderlich. In den Niederschläge begleiten den Bauablauf das ganze Jahr. Kurze
Randbereichen ist bei angrenzender Verwendung von Schal- Schauer stellen üblicherweise keine größeren Beeinträchtigun-
öl entsprechend sauber zu arbeiten und die SikaProof® A gen dar.
nicht durch Schalöl zu verschmutzen; andernfalls kann der Das System kann grundsätzlich auf feuchten Flächen verlegt
Betonverbund oder die Haftung für anschließende weitere werden. Stehende Feuchtigkeit ist jedoch zwingend zu besei-
Systeme wie z.B. Tricoflex beeinträchtigt werden. tigen. Sämtliche Klebestöße müssen jedoch trocken verklebt
werden. Dazu ist der Schutzstreifen erst unmittelbar vor der
Verschmutzungen, wie hier Zementschlämpe, müssen sofort entfernt werden Verklebung zu entfernen und der zu verklebende Überlap-
pungsbereich ggf. vorher mit einem Tuch trocken zu reiben.
Bei der Verwendung der Tapes kann der Klebebereich mit
einem Föhn getrocknet, das Butyl entsprechend vorgewärmt
und das Tape mit einem Handroller kräftig angerollt werden.

Beispiel für ein Heißluftgerät zum Vorwärmen der Stöße und Tapes

Sägemehl durch Sägearbeiten muss vor der Betonage entfernt werden

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


8 Allgemeine Rahmenbedingungen Allgemeine Rahmenbedingungen 9
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A

2.3 Beständigkeiten 3.1 Arbeitsmittel und Werkzeug


Die FPO-Bahn weist allgemein eine hohe chemische Beständig- Bei Einsatz des Systems gegenüber Einwirkung durch che- Um eine sichere und effektive Verarbeitung des Abdichtungs-
keit auf. Somit können Bauwerke gegenüber z. B. in der Natur mische Medien ist in jedem Fall im Vorfeld eine separate systems auf der Baustelle zu gewährleisten, haben sich in
vorkommendem betonangreifendem Grundwasser wirksam Bewertung im Einzelfall durchzuführen. der Praxis die nachfolgend aufgeführten Arbeitsmittel und
geschützt werden. Auch gegenüber industrieller Verschmut- Für den Einsatz als Abdichtung bei LAU-Anlagen und WHG- Werkzeuge bewährt.
zung ist die Dichtungsbahn in vielen Fällen beständig. Flächen gegenüber Stoffen gem. WHG ist das System nicht
SikaProof® A ist nicht dauerhaft UV-beständig, nur für die Zeit zugelassen. Als Abdichtung gegen von außen eintretendes HEISSKLEBEEINHEIT HEISSLUFTGERÄT
der Verarbeitung. Generell ist die Bahn möglichst direkt nach Wasser, kann das System jedoch auch in diesen Bereichen Diese ist für die Applikation des Heißklebers – SikaMelt® 9175 Ein Heißluftgerät ist für das Umformen der Dichtungsbahn
dem Ausschalen zu verwahren und z. B. durch einen Anfüll- Anwendung finden. Die Abdichtung gegen vom Innenraum – erforderlich. Die Einheit wurde speziell auf die erforderlichen erforderlich. Dies wird z. B. bei Rohrdurchführungen benötigt.
schutz, Perimeterdämmung und Anfüllen des Arbeitsbereiches austretende Medien und Stoffe ist jedoch mit einer separaten Parameter abgestimmt und ist z.B. werkseitig auf die optimale
zu schützen. zusätzlichen Abdichtung mit Zulassung nach WHG auszubilden Verarbeitungstemperatur von 195°C voreingestellt. Mittels SCHLAGTACKER, KLEMMSCHIENEN, NAGELLEISTE
(z. B. Westec-Fugenband, Sikaflex® Tank N etc.) einer integrierten Steuereinheit wird eine höchste und gleich- Zur temporären Befestigung der Dichtungsbahn an der Schal-
bleibende Verarbeitungsqualität sichergestellt. Die separate haut.
Bedienungsanleitung der Klebeeinheit ist zu beachten.
ALLGEMEINES KLEINWERKZEUG
ANDRÜCKROLLE Generell zur Verarbeitung erforderliches Werkzeug wie Messer
Für das Anreiben der Tapes hat sich in der Praxis ein Handroller (idealerweise mit Hakenklinge), Metallschiene als Schneidhilfe,
bewährt. Aufgrund der kleinen Rolle kann ein hoher effektiv Meterstab, Bleistift etc.
wirksamer Druck auf den Stoß ausgeübt werden. Ebenfalls
2.4 Verträglichkeit mit anderen Bauprodukten stellen durch die kleine Rolle Unebenheiten im Untergrund kein
Problem dar.
Bei der Betrachtung der Kombinierbarkeit der SikaProof® A mit
anderen Bauprodukten spielt in erster Linie die Befestigung
der Perimeterdämmung oder Übergänge auf andere Abdich-
tungsmaterialien eine Rolle. Eine Kombination ist allgemein
mit den üblichen Materialien auf Basis von lösemittelfreien PU,
PUR oder Epoxidharzen möglich. Die vollflächige Verklebung
der Perimiterdämmung auf der SikaProof® kann weiterhin z.B.
mit lösemittelfreien KMB-Beschichtungen erfolgen. In jedem
Fall sollte aber im Vorfeld eine Bewertung und ggf. Prüfung zur
Verträglichkeit der Materialen und des entsprechenden Haft-
verbundes durchgeführt werden. Der Haftverbund zu anderen
Produkten, wie z.B. Tricoflex, kann ggf. durch zusätzliche Maß-
nahmen, wie z.B. Beflammen der Rückseite der SikaProof® A,
verbessert werden.
Kombination von SikaProof® A und Tricoflex®

Übersicht der empfohlenen Arbeitsmittel und Werkzeuge

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


10 Allgemeine Rahmenbedingungen Verarbeitung der SikaProof® A 11
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A

3.2 Empfohlene Applikationsreihenfolge 3.3 Transport und Lagerung


Die aufgeführte Reihenfolge stellt eine bewährte Empfehlung 0. Untergrundvorbereitung Bei Anlieferung ist die gesamte Lieferung auf mögliche Be-
dar und kann je nach Objekt und Randbedingungen geändert 1. Randaufkantung umlaufend verlegen schädigungen zu überprüfen. Für die Lagerung der Ware auf
werden. Zu beachten ist in jedem Fall eine vollständige und 2. Ecken ausbilden der Baustelle sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:
fachlich korrekte Ausführung der einzelnen Detailausbildungen, 3. SikaProof® A in der Fläche verlegen
wie z.B. Stöße, Anschlüsse, Durchdringungen usw. 4. Detailausbildungen herstellen, • Ware vor Beschädigungen schützen
z. B. Dehnfugenband verlegen und anschließen, Schmutz- • Ware nicht direkt an Fahrwegen lagern
wasserhebeanlage, Rückstauklappe, Bohrpfahlköpfe, Rohr- • Ware nicht im Arbeitsbereich von Maschinen lagern
durchführungen etc. • Ware vor Verschmutzungen und Durchfeuchtung schützen
5. Gesamte verlegte Fläche abschließend auf evtl. Beschädi- • Ware nicht direkt auf dem Boden, sondern auf Paletten
gungen kontrollieren und sicherstellen, dass ein geschlosse- lagern
nes Abdichtungssystem hergestellt ist. • Paletten nicht übereinander stapeln
6. Bewehrung und Betonage • geöffnete Ware bei längerer Lagerung mit Folie abdecken
7. Nach dem Ausschalen / ggf. Stellen der Fertigteile: • Ware vor extremer Bewitterung schützen
ggf. Abkleben der Arbeitsfugen; Verschließen der Spann- • Ware im Sommer im Schatten oder abgedeckt lagern
stellen; visuelle Kontrolle der Fläche auf Beschädigungen • Ware im Winter in geschlossenen Räumen oder vor dem
oder Auffälligkeiten Einbau in beheizten Räumen lagern

SikaProof® A besitzt bei Lagerung in der ungeöffneten Original-


verpackung, liegend, trocken und geschützt vor Schnee, Eis und
Sonnenstrahlung bei einer Lagertemperatur zwischen +5°C und
+30°C eine Haltbarkeit von 18 Monaten ab Produktionsdatum.

3.4 Untergrundvorbereitung
Für eine Verbundwirkung der SikaProof® A mit dem Frisch- Der Untergrund muss mindestens folgende Anforderungen
beton ist ein wirksamer Betondruck erforderlich. Aus diesem erfüllen:
Grund kann das System nicht auf Decken appliziert werden. Der
Beton muss auf bzw. im Wandbereich gegen die Frischbeton- • Ausreichende Tragfähigkeit des Untergrundes (Untergrund
verbunddichtungsbahn eingebracht werden. SikaProof® A darf sich bei nachfolgenden Arbeiten, wie z. B. der Beto-
kann somit unter Bodenplatten sowie in ein- oder zweihäuptig nage, nicht verformen)
geschalten Wandflächen eingesetzt werden. • Gleichmäßige Abstützung der Dichtungsbahn (keine Hohl-
räume und Lücken größer als 15 mm im Verlegeuntergrund)
• Keine scharfkantigen und spitzen Bestandteile auf der
Oberfläche
• Zusätzliche Gleitfolien sind im Normalfall nicht erforderlich
• Sauber und frei von groben und störenden Verschmutzungen
• Kann feucht, muss jedoch frei von stehendem Wasser sein

Empfohlene Applikationsreihenfolge

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


12 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 13
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A

Sind die Untergründe zu uneben oder weisen eine unsaubere chende Schutzlagen verbessert werden. Dabei können z.B. 3.5 Randaufkantung
und somit evtl. problematische Oberfläche auf, können diese Zwischenlagen aus Vlies oder Geotextilien verlegt werden.
Flächen vor der Verlegung der SikaProof® A durch entspre- Bevor die Randaufkantung verlegt wird, empfiehlt es sich,
die Bahn thermisch vorzuformen. Dies kann zum Beispiel mit
einem Heißluftgerät erfolgen. Die thermische Umformung ist
nicht zwingend erforderlich, erleichtert aber die weitere Ver-
arbeitung. Ohne Umformung rundet sich der Eckbereich leicht
aus. Dies ist jedoch dichtungstechnisch nicht relevant.

Thermisches Umformen der Bahn mit einem Heißluftföhn

Grobe scharfkantige Zuschläge, die aus der Sauberkeitsschicht herausstehen, Verlegeuntergrund mit Geotextil als Schutzlage vorbereitet Beim Umformen ist darauf zu achten, dass die Membran durch
stellen eine Gefahr für eine evtl. Beschädigung der Abdichtung dar.
zu große Hitzeeinwirkung beschädigt werden kann. Es ist
ausreichend, die Materialspannung durch kurzes Erwärmen
mit einem Heißluftgerät zu nehmen und durch anschließendes
Falten die Bahn in die entsprechende Form zu bringen.
BEISPIELE FÜR GEEIGNETE UNTERGRÜNDE:

• Sauberkeitsschicht (frei von spitzen Steinen) • Verlorene Schalung


• Perimeterdämmung • Holz
• Systemschalung

Materialverwerfungen in der Aufkantung durch zu starkes Umformen (li)


und korrekt umgeformte Dichtungsbahn (re)

Bei der Verlegung der SikaProof® A wird empfohlen, zuerst die


Randaufkantung zu verlegen. Dabei muss die Randaufkantung
waagerecht verlegt werden. Der Selbstklebestreifen ist dabei
auf der horizontalen Fläche unter der späteren Bodenplatte
anzuordnen. Somit kann der Selbstklebestoß als umlaufender
Anschluss für die zu verlegende Fläche genutzt werden. Wird
die SikaProof®-Dichtungsbahn über die Bodenplatte hinaus
verlegt, z.B. als Anschluss für die spätere Fläche im Wand-
bereich, ist zu beachten, dass die Bahn mind. 40 cm über die
spätere Anschlussbewehrung vorgestreckt wird. Nur so kann
später ein fachgerechter Anschlussstoß erfolgen. Der Selbst-
klebestoß sollte hier nicht vorgestreckt werden, da dieser
infolge der freien Bewitterung und des Baustellenbetriebes Randaufkantung auslegen

verschmutzt und / oder beschädigt werden kann. Des Weiteren


kann eine länger anhaltende freie Bewitterung die Klebeeigen-
schaften des Selbstklebestreifens beeinflussen.

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


14 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 15
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.6 Eckausbildung

Die Befestigung an der Schalung sollte im obersten Randbe- 3.6.1 Innenecke


reich erfolgen. Diese kann z. B. mit Tackerklammern, Klemm-
schienen oder einer Nagelleiste erfolgen. Sind zusätzliche Fi- Im Zuge der Randaufkantung ist es erforderlich, Innen- und Au-
xierungen in der Fläche notwendig, müssen diese anschließend ßenecken auszubilden. Dazu wird, wie in den folgenden Darstel-
mit dem Innentape SikaProof® Tape-150 abgedeckt werden. lungen beschrieben, vorgegangen. Ausbildung einer Innenecke:

Die Durchdringungen der Tackerklammern des oberen Randbe-


reiches werden später entweder durch

• die anschließende Abdichtung des Bodenplattenüber-


standes, z.B. Tricoflexabklebung überdeckt oder
• den Überlappungsstoß der SikaProof® A Dichtungsbahn
mit dem weitergehenden Wandbereich überlappt
1. geformte Bahn einlegen

und somit vollständig verschlossen.

Die Befestigung durch Ankleben der SikaProof® A-Dichtungs-


bahn an die Schalung hat sich ich der Praxis nicht bewährt.
Entweder sind die verwenden Kleber zu schwach und lösen sich
bereits beim Betonieren, oder die Klebeverbindung durch z.B.
doppelseitige Klebebänder sind bei linienförmiger Verwendung Befestigung der Membran mit Schlagtacker im obersten Randbereich
2. Einschneiden und Ecke formen
zu stark und bewirken ein evtl. herausreißen der betonierten
Dichtungsbahn beim Ausschalen. Des Weiteren wird durch
den Kleber die Schalhaut verschmutzt und muss aufwendig
gereinigt werden.

3. Fixieren mit Selbstklebestreifen und schräg schneiden der Überlappung

4. Außentape SikaProof® Ex-Tape 150 anbringen

Befestigung mit einer Nagelleiste im oberen Randbereich

5. Freien Rand zurückschneiden, zur Vermeidung einer Kapillare


Optional:
Für eine höhere Sicherheit
wird empfohlen, den Über-
lappungsstoß zusätzlich mit
Heißkleber SikaMelt® 9175 zu
verkleben.

6. Überlappungsstoß ausbilden und Innentape SikaProof® Tape-150 anbringen

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


16 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 17
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.7 Fläche verlegen

3.6.2 Außenecke 3.7.1 Einführung


Ausbilden einer Außenecke: Nach erfolgter Randaufkantung und Eckausbildung wird die Stöße, wie z.B. Querstöße, werden überlappt und sind mit
Fläche verlegt. Dabei wird der umlaufende Selbstklebestrei- einem Innentape abzudichten. Eine zusätzliche Verwendung
fen der Randaufkantung als Anschlussbereich genutzt. Zum von Außentape wird empfohlen.
Verlegen der freien Fläche bieten die 2 m breiten Bahnen eine
wirtschaftliche Vorgehensweise, da sich die Anzahl der Längs- Optional: Für eine höhere Sicherheit bei der handwerklichen
stöße erheblich reduziert. Sämtliche Längsstöße sind werksei- Verarbeitung wird empfohlen, den Überlappungsbereich alterna-
tig mit einem Selbstklebestreifen ausgestattet. Alle weiteren tiv oder zusätzlich mit Heißkleber SikaMelt® 9175 zu verkleben.

1. geformte Bahn einschneiden


Selbstkleberand

Längsstoß
überlappt und verklebt
2. Außentape SikaProof® Ex-Tape 150 anbringen
mit Selbstkleberand

Querstoß
überlappt und verklebt mit
Heißkleber und / oder
Innen- und Außentape

3. Spiegel einsetzen
Optional: Verlegen der Fläche
Für eine höhere Sicherheit bei der handwerklichen Verarbei-
tung wird empfohlen, den Überlappungsbereich zusätzlich
mit Heißkleber zu verkleben.

3.7.2 Längsstöße
Längsstöße werden mit Hilfe des werkseitig aufgebrachten
4. Optional
Selbstklebestreifens überlappt und verklebt. Dazu ist die Bahn
zuerst sauber auszulegen und auszurichten. Um die notwendige
Überlappungsbreite einzuhalten ist eine Verlegemarkierung in
Form von zwei farbigen Streifen aufgebracht. Dabei handelt es
sich lediglich um eine Orientierungshilfe zur Verarbeitung – ist
der Rand der überlappenden Bahn innerhalb der beiden Streifen
und somit nur noch einer der Streifen sichtbar, ist die Überlap-
pungsbreite in Ordnung. Werden beide Markierungsstreifen
5. Innentape SikaProof® Tape-150 anbringen
überdeckt, muss kontrolliert werden ob sich der Rand der
überlappenden Bahn noch innerhalb des selbstklebenden Be-
reiches befindet. Ist dies der Fall, ist auch hier die Überlappung
in Ordnung. Übergreift der Rand den selbstklebenden Bereich,
muss er bis zu diesem zurückgeführt werden.

Nach erfolgter und faltenfreier Verklebung ist der Selbstklebe-


stoß kräftig anzureiben um die volle Klebekraft zu erreichen. Längsstoß mit Selbstklebestreifen und Verlegemarkierung

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


18 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 19
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.7 Fläche verlegen

3.7.3 Querstöße 3.7.4 T-Stöße


Querstöße werden auf der Baustelle ca. 8 cm überlappt. Der Im Anschlussbereich der Fläche zur umlaufenden Randaufkan- muss vor der Verklebung zurückgeschnitten werden, da der
Stoß ist mit einem Innentape abzudichten; eine zusätzliche tung müssen entsprechende T-Stöße aus den bestehenden Rand andernfalls eine Kapillare darstellt. Abschließend ist der
Verwendung von einem Außentape wird empfohlen. Dabei Selbstklebestreifen hergestellt werden. Dabei sind grundsätz- T-Stoß auf der Innenseite mit einem Innentape SikaProof®
sind die Tapes mittig über den Stoß aufzubringen und kräftig lich dieselben Parameter wie beim Längsstoß zu beachten. Der Tape-150 zu sichern. Verlegung eines T-Stoßes:
anzureiben. Als Werkzeug für das Anreiben des Überlappungs- freie Bahnenrand (ist produktionsbedingt immer vorhanden)
stoßes hat sich in der Praxis ein Handroller bewährt.

Optional: Für eine höhere Sicherheit bei der handwerklichen


Verarbeitung wird empfohlen, die Überlappung alternativ
oder zusätzlich mit Heißkleber SikaMelt® 9175 zu verkleben. Ausbildung eines Querstoßes mit Innen- und Außentape

Der Heißkleber ist in Alukartuschen zu 230 g verfügbar und


wird in einer eigens konzipierten Heißklebeeinheit auf 195°C
aufgeschmolzen und appliziert. Direkt nach dem Auftragen
des Heißklebers ist der Stoß mit einem geeigneten Handrol-
ler kräftig anzureiben. Dies ist wichtig, da der Kleber kurze
Auskühlzeiten besitzt und im frischen Zustand in das Vlies
eingerieben werden muss. Die Mindestbreite des verklebten
Bereiches muss 5 cm betragen. Es ist darauf zu achten, dass
der freie Rand vollständig mit Kleber gefüllt ist, da andernfalls
eine Längskapillare entstehen kann.

Querstoß mit anschließender Verklebung mittels Heißkleber

mit Heißkleber verklebter Stoß


– deutlich ist die vollständige Füllung der Überlappung mit Heißkleber erkennbar

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20 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 21
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.8 Durchdringungen und Einbauten

3.7.5 Sonderecken 3.8.1 Rohrdurchführung


Innerhalb der zu verlegenden Fläche sind häufig Höhenver- Die Membran wird bei der Verlegung der Fläche um die Rohr-
sprünge auszubilden und somit Spiegelecken herzustellen. Dies durchführung vorerst ausgeschnitten. Nach Verlegung der
ist z. B. bei Aufzugsunterfahrten, Pumpensümpfen etc. gege- Fläche wird die Rohrdurchführung selbst angedichtet.
ben. Bei diesen Ecken erfolgt die Herstellung grundsätzlich nach
der bereits bei Außenecken beschriebenen Vorgehensweise. SYSTEMDARSTELLUNG DER ROHRDURCHFÜHRUNG:
1. Rohrmanschette aus SikaProof® A
2. Innentape SikaProof® Tape-150

Ausbildung von Spiegelecken bei Höhenversprüngen

Systemdarstellung der Rohrdurchführung:

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22 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 23
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.8 Durchdringungen und Einbauten

3.8.2 Fundamenterder
VORGEHENSWEISE ZUR HERSTELLUNG EINER ROHR- Fundamenterder können mittels Heißkleber SikaMelt® 9175
DURCHFÜHRUNG: bauseitig eingedichtet und mit Innentape SikaProof® Tape-150
gesichert werden. Um eine größere Widerstandsfähigkeit der
1. Passstück zurechtschneiden, Durchmesser der anzudich- Durchdringung zu erreichen, wird das Aufbringen einer zweiten
tenden Rohrdurchführung anzeichnen und einen ca. 2-4 cm Lage SikaProof® A mit Heißkleber empfohlen.
kleineren Durchmesser (abhängig von der Dimension des
Rohres) ausschneiden. Rückseite der FPO-Membran um den Optional: Der Fundamenterder kann gleich wie eine Rohr-
Ausschnitt herum mit einem Heißluftfön erwärmen. Dabei durchführung mittels thermischer Formung und Anschluss mit
ist darauf zu achten, dass die Dichtungsbahn nicht durch zu einem Innentape eingedichtet werden.
große Hitzeeinwirkung beschädigt wird.

Eindichtung eines Fundamenterders mit Heißkleber

2. Erwärmte SikaProof® A über die Rohrdurchführung ziehen.

3.8.3 Einbauteile aus WU-Fertigteilen


Teilweise werden in der Fläche auch Fertigteile aus WU-Beton, Verarbeitungsrichtlinie zu beachten. Um einen optimalen
wie z.B. Fertigteilpumpensümpfe, eingesetzt / eingeplant. Verbund des Tricoflex®-Systemklebers mit der SikaProof® A
3. Durch die thermische Formbarkeit des FPO-Materials wird Als Anschlussmöglichkeit für Fertigbauteile ist das Tricoflex®- Membran zu erzielen, ist die Rückseite der Dichtungsbahn
ein passender Anschlussflansch als Manschette ausgebildet. Abklebesystem bestens geeignet. Mit diesem System kann durch kurzzeitiges Beflammen thermisch vorzubehandeln.
flexibel an die Fläche angeschlossen werden. Für die Verarbei- Dabei ist darauf zu achten, dass die Membran nicht durch zu
tung des Tricoflex®-Abklebesystems ist die separat verfügbare große Hitzeeinwirkung beschädigt wird.

4. Abschließend um die Rohrdurchführung mit Überlappung


auf den Anschlussflansch ein Innentape SikaProof® Tape-150
anbringen. Den Überlappungsbereich an die umgebende Fläche,
gleich wie Querstöße in Kapitel 3.7 beschrieben, andichten.
Durch die Flexibilität dieser Ausführungsvariante kann jeder
Rohrdurchmesser ausgeführt werden. Selbst die Anordnung
mehrerer Rohrdurchführungen mit geringem Abstand kann
sichergestellt werden.
Beispiel für das Andichten eines Fertigteil-Pumpensumpfes
mit dem Tricoflex®-Abklebesystem

Optional: Für eine höhere Sicherheit wird empfohlen, die Rohr-


durchführung zusätzlich mit einer Rohrschelle zu sichern.

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


24 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 25
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.9 Fugenausbildung

3.8.4 Bohrpfahlköpfe 3.9.1 Arbeitsfuge Betonierabschnitte


Es können grundsätzlich alle Arten von Bohrpfahlköpfen in die Eine grundsätzliche Möglichkeit zur Einbindung eines Bohr- Arbeitsfugen sind durch geeignete innenliegende Fugenabdich- Die Abdichtung sollte mind. 40 cm über die längsten Beweh-
Abdichtungsebene eingebunden werden. Durch die Vielzahl pfahlkopfes wurde im Rahmen einer Funktionsprüfung gete- tungen zu sichern. Geeignete Sicherungen sind innenliegende rungseisen hinausreichen. Nur so kann später bei der Verle-
an technischen Variationen der Kopfausbildung ist dabei eine stet. Diese können Sie gerne auf Anfrage bei Ihrem zuständi- Fugenabdichtungssysteme, die in der DIN 18197 geregelt oder gung des weiteren Abschnittes ein fachgerechter Anschluss
individuelle Planung notwendig. Hierzu sind auch Rücksprachen gen Verkaufsberater anfordern. mit Verwendbarkeitsnachweisen, wie z.B. einem allgemein hergestellt werden.
mit dem Tragwerksplaner, insbesondere hinsichtlich mögli- bauaufsichtlichen Prüfzeugnis, belegt und konform der WU-
cherweise verminderter Schubkraftübertragungen auf den Richtlinie des DAfStb sind. Bei der Betonage des ersten Abschnittes ist zwingend darauf
abgespitzten Betonflächen, notwendig. zu achten, dass das Vlies des zweiten Abschnittes nicht ver-
schmutzt wird. Zementschlämpe oder Betonreste, die das Vlies
SICHERUNG EINER ARBEITSFUGE verschmutzen, stören im ausgehärteten Zustand die Frisch-
1. SikaProof® A betonverbundwirkung und stellen eine Trennschicht dar. Aus
2. Arbeitsfuge diesem Grund sind solche Verunreinigungen direkt zu entfer-
3. zugelassene Fugensicherung mit Verwendbarkeitsnachweis nen. Dies kann z. B. durch Reinigung mit Wasser erfolgen. Noch
empfehlenswerter ist, die Verschmutzung durch Auslegen
einer temporären Schutzfolie generell zu vermeiden.

3.8.5 Sonstige technische Einbauteile


Technische Einbauteile wie Hebeanlagen oder Rückstauklappen
sind so zu wählen und höhenmäßig anzuordnen, dass diese
durch entsprechende Flanschverbindungen an die flächige Beim Verlegen des ersten Betonierabschnittes ist zwingend
Membran angeschlossen werden können. Geeignete Systeme darauf zu achten, wo die Arbeitsfuge später abgestellt wird
sind am Markt von verschiedenen Anbietern erhältlich. und wie weit die Bewehrungsanschlüsse in den zweiten Ab-
schnitt herauskragen. Entsprechend muss die Fläche der vom
ersten Abschnitt verlegten SikaProof® A vorgestreckt werden. Selbstklebende Schutzfolie zur temporären Sicherung vor Verschmutzungen

Beispiel für das Einbinden einer Rückstauklappe


mittels Anschlussflansch

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26 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 27
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.9 Fugenausbildung

3.9.2 Sohle-Wand-Fuge
Bei Sohle-Wand-Fugen müssen zwei Konstruktionsarten VARIANTE 2 – OHNE SOHLÜBERSTAND
unterschieden werden: Bei dieser Variante kann die SikaProof® A-Dichtungsbahn über
die Fuge hinweg verlegt werden. Dabei ist grundsätzlich nach
VARIANTE 1 – MIT SOHLÜBERSTAND den gleichen Vorgaben wie bei Arbeitsfugen unterschiedlicher
Bei dieser Variante wird die SikaProof® A Dichtungsbahn im Betonageabschnitte vorzugehen.
Fugenbereich abgestellt. Da die Dichtungsbahn, um einen
ausreichenden Verbund zum Bauwerk zu erlangen, einen wirk- BEISPIEL EINER SOHLE-WAND-FUGE OHNE AUSBILDUNG
samen Betondruck benötigt, kann diese nicht auf Decken oder EINES SOHLÜBERSTANDES
horizontalen Flächen verlegt werden. Daher muss der Bereich 1. SikaProof® A
des Sohlüberstandes ausgespart und nachträglich mit einem 2. Arbeitsfuge
geeigneten Abdichtungssystem geschlossen werden. Dazu 3. zugelassene Fugensicherung mit Verwendbarkeitsnachweis
wird das Tricoflex®-Abklebesystem empfohlen, dessen Kombi- Beispiel einer Sohle-Wand-Fuge mit Ausbildung eines Sohlüberstandes

nation mit SikaProof® A in einem Funktionstest nachgewiesen Optional: Die Sohle-Wand-Fuge kann mit dem Tricoflex®-
wurde. Für die Verarbeitung des Tricoflex®-Abklebesystems Abklebesystem abgedichtet werden. Dieser Einsatz wird zum
ist die separat verfügbare Tricoflex®-Verarbeitungsrichtlinie zu Beispiel bei Verwendung von Fertigteilelementen im Wandbe-
beachten. Um einen optimalen Verbund des Tricoflex® System- reich erforderlich.
klebers mit der SikaProof® Membran zu erzielen, ist die Rück-
seite der Membran durch kurzzeitiges Beflammen thermisch
vorzubehandeln. Dabei ist darauf zu achten, dass die Membran
nicht durch zu große Hitzeeinwirkung beschädigt wird.

Beispiel einer Sohle-Wand-Fuge ohne Ausbildung eines Sohlüberstandes, in diesem Fall mit einer Tricoflex®-Abklebung

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28 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 29
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.9 Fugenausbildung

3.9.3 Dehnfuge 3.9.4 Anschlussfugen an Bestandsbauteile


Dehnfugen müssen durch ein geeignetes außenliegendes Empfohlen wird die Verwendung von Tricoflex®-Fugenprofilen Werden Neubauten an bestehende Gebäude angeschlossen, Systemkleber an das Bestandsbauteil aufgeklebt) verwendet.
Dehnfugenband abgedichtet werden. Der Anschluss der (z. B. DFT330/3). Dabei erfolgt der Anschluss an die Dichtungs- muss die auszubildende Bauteiltrennfuge abdichtungstech- Entsprechende Profile gibt es je nach Fugengeometrie als
Fugenbänder an die flächige Abdichtung erfolgt mittels einer bahn durch Verklebung mit dem Tricoflex®-Systemkleber FU60. nisch aufgenommen werden. Gleiches gilt, wenn Bodenplatten DFT330/3 in der Form KI, KA oder KFV. Die jeweiligen Geome-
verklebten Überlappung. Alternativ kann die Verklebung auch mit Hotmelt erfolgen. in bestehende Gebäude oder Hallen eingebracht werden und trien sind in den unten dargestellten Zeichnungen ersichtlich.
Stützen die Fläche durchdringen. Hierzu wird die Fuge, ver- Die separat verfügbare Tricoflex®-Verarbeitungsrichtlinie ist zu
gleichbar einer zuvor beschriebenen Dehnfuge, mit einem Tri- beachten.
coflex® Fugenprofil abgedichtet. Dabei werden spezielle Profile
mit einseitigem Einbetonierteil (Neubauseite – SikaProof® A Weiterhin muss das Abdichtungskonzept des Bestandsgebäu-
wird mit Rückseite des DFT-Profiles verklebt) und einseitigem des beachtet werden und ggf. in den Anschluss integriert wer-
Klebeflansch (Bestandsseite – Klebeflansch wird mit FU-60 den – z.B. Aufnahme einer bestehenden Flächenabdichtung.

DFT 330/3 KI
Sicherung einer Dehnfuge mit außenliegenden Fugenbändern, z.B. DFT Profile

DFT 330/3 KA

Anschluss am Beispiel eines DFT 330/3 KFV


Ausbildung einer Dehnfuge mit Tricoflex®-Profil DFT 330/3

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30 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 31
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.10 Verlegung im Wandbereich

3.10.1 Zweihäuptig geschalt 3.10.2 Einhäuptig geschalt


Auch Bauteile mit zweihäuptiger Schalung lassen sich mit Dichtungsbahnen sind im Wandbereich hochkant zu verle- Bei Wänden in einhäuptiger Bauweise wird das abzudichtende Wird keine Trennlage vorgesehen, muss die Oberfläche, ins-
Hilfe der SikaProof® A abdichten. Hierbei erfüllen die gängigen gen, damit die Stoßverbindungen vertikal verlaufen. Müssen Bauwerk einseitig durch eine Schlitzwand, Bohrpfahlwand oder besondere bei Bohrpfahlwänden, mit geeigneten Maßnahmen
Schalungssysteme im Regelfall alle Anforderungen eines ge- aufgrund baustellenseitiger Randbedingungen die Bahnen durch sonstige Verbaumaßnahmen, wie z. B. einen „Berliner wie z.B. mineralischen Mörtelsystemen bearbeitet werden.
eigneten Untergrundes für die Verlegung der Dichtungsbahn. horizontal verlegt werden, ist darauf zu achten, dass die Verbau“, begrenzt. Für eine direkte Installation der Dichtungs- Ist die Bestandsoberfläche zu Rauh, kann diese z.B. mit einer
Überlappungsstöße nach dem Regenschirmprinzip ausgebildet bahn eignen sich diese Bauteile aufgrund der sehr ungleich- Schutzlage aus Geotextil oder dem WT-Protectionsheet
Der Arbeitsablauf gestaltet sich hierbei wie folgt: werden. Somit wird anfallendes Sickerwasser über den Stoß mäßigen und unebenen Oberfläche im Regelfall nicht. Auch (Schutzbahn auf FPO-Basis) verbessert werden.
vorbeigeleitet. Die Befestigung der Dichtungsbahn erfolgt, konstruktiv wird häufig eine Entkopplung von Baugruben-
• Stellen der Außenschalung wenn möglich ausschließlich am oberen Randabschluss mittels verbau und Bauteil angestrebt, die mit Hilfe einer Trennlage Die Verlegung und Befestigung der SikaProof® A erfolgt grund-
• Einlegen der SikaProof® A einer Nagelleiste, Klemmschiene oder ggf. Tackerklammern. aus einer stabilen Wärmedämmung oder aus einer Holzlage sätzlich analog der bei zweihäuptig geschalten Wänden beschrie-
• Einbau der Bewehrung Fixierungen in der Fläche sind nach Möglichkeit zu vermeiden, erzeugt wird. benen Variante. Ergänzend kann hier in Abhängigkeit des
• Stellen der Innenschalung da diese bei der Betonage zur Faltenbildung führen können. Verlegeuntergrundes noch die Verwendung weiterer Befesti-
Aufgrund des Flächengewichtes der Bahn und der ggf. ein- gungsmittel erforderlich werden, z.B. Tellerkopfanker bei der
wirkenden Umgebungstemperaturen (Wärme) längt sich die Applikation auf Wärmedämmung oder Schlag-/Schussdübel
Bahn unter Umständen etwas aus. Aus diesem Grund können bei der Applikation auf mineralische Flächen.
ggf. solche zusätzliche Fixpunkte in der Fläche notwendig
werden. Diese werden jedoch erst ab Wandhöhen von über 3
m empfohlen und sind entsprechend zu begrenzen. Werden
solche Fixpunkte erforderlich, sind diese im Idealfall innerhalb
des Selbstklebestoßes anzuordnen. Somit überdeckt die über-
lappende angrenzende Bahn die Penetration der Befestigung.
Befestigungen in der freien Fläche müssen mit einem Innenta-
pe abgedichtet werden.
Der horizontale Anschluss an die vorgestreckte Dichtungsbahn
Mit SikaProof® A vorbereitete Schalung aus der Bodenplatte sollte erst als letzter Arbeitsgang erfol-
gen, damit die Bahn sich zuerst entsprechend aushängen kann.
Spannstellen der Systemschalungen in der Fläche müssen
mind. 2 – 3 cm größer als deren Durchmesser ausgeschnitten
werden, da andernfalls auch hier bei der Betonage Falten
entstehen können. Diese erschweren die spätere außenseitige
Abdichtung der Spannstelle.

Anmerkung:
Falten und Wellen in der Fläche können materialbedingt immer
auftreten. Diese stellen jedoch in der Regel keine Beeinträchti-
gung des Gesamtsystems und der Betonkonstruktion dar.

Zweihäuptig geschalte Wandkonstruktionen


– Außenseite der SikaProof® A nach dem Ausschalen

Einhäuptig geschalte Wandkonstruktionen Befestigung am Beispiel von Tellerkopfnägeln in einhäuptigen Bereichen

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


32 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 33
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.11 Bewehrung und Betonage

3.10.3 Wände aus Fertigteilelementen 3.11.1 Abstandhalter


Die Abdichtung von Fertigteilelementen mit SikaProof® A kann Im Fertigteilwerk sind folgende Punkte zu beachten: Die Abstandhalter sind so zu wählen, dass keine Beschädigung
im Fertigteilwerk problemlos hergestellt werden. Dazu werden der Dichtungsbahn erfolgt. Das bedeutet, dass im Sohlbereich
Flächen entsprechend der späteren Elementwände aus Sika- • Bewährt hat sich als Fixierung der Dichtungsbahn auf dem keine Einzelabstandhalter oder Abstandhalter mit scharfkan-
Proof® A vorkonfektioniert und auf dem Schalwagen eingelegt. Schaltisch die Verwendung von doppelseitigem Klebeband. tigen oder spitzen Ecken und Kanten eingesetzt werden dür-
Alle Überlappungsstöße sind vertikal oder nach dem Regen- Dabei sollte die Dichtungsbahn nur an einer Längs- und fen. Empfohlen werden lineare Abstandhalter aus Faserzement
schirmprinzip anzuordnen. Die Elementwände sollten allseitig einer Querseite fixiert werden, aus der dann die Betonage- für Sichtbetondecken. Durch die wellenartige Auflagefläche
einen freien Betonrand von mind. 5 cm aufweisen. richtung erfolgt. Somit kann einer Faltenbildung entgegen- kann der Beton unter den Abstandhalter gelangen und gewähr-
Die Fugen zwischen den Elementwänden sowie die Sohle- gewirkt werden. leistet einen flächigen Verbund. Entsprechende Abstandhalter
Wand-Fugen werden auf der Baustelle mit dem Tricoflex®- • Die Bauteildicke für Fertigteile sollte 6 cm nicht unter- sind von verschiedenen Herstellern verfügbar.
Abklebesystem abgedichtet. Die separat erhältliche Tricoflex®- schreiten.
Verarbeitungsrichtlinie ist zu beachten. • Die erforderlichen Aushärtezeiten hängen von der verwen-
deten Betonrezeptur, sowie den sonstigen Randbedin- empfohlene Faserzementabstandhalter

gungen ab.
• Auf Schalöle in der Fläche kann verzichtet werden. Die freien
Ränder werden sorgfältig mit einem ölgetränkten Lappen
nachgewischt. Die SikaProof® A muss frei von Ölen bleiben.
• Schalwägen vor der Verarbeitung reinigen, da Ölrückstände, 3.11.2 Bewehrungsarbeiten
die die SikaProof® A verunreinigen, den späteren Haftver-
bund zur angrenzenden Tricoflexabklebung beeinträchtigen. Da die Bewehrungsarbeiten direkt auf der Fläche der Dich- den mit Trennschleifern bei dem Funkenflug entsteht, muss
tungsbahn erfolgen, müssen die Arbeiten mit erhöhter Sorgfalt so erfolgen, dass die Oberfläche der Dichtungsbahn nicht
ausgeführt werden. Dazu sollten die Eisenbinder entsprechend beschädigt wird.
zu den Besonderheiten unterwiesen werden.
Allgemein ist die Dichtungsbahn sehr robust. Sollten dennoch
Generell sollte der Bewehrungsstahl nicht direkt auf der trotz der Sorgfalt eine Beschädigung auftreten, kann diese
Dichtungsbahn gelagert werden. Dazu sind Kanthölzer als durch ein Innentape SikaProof® Tape-150 repariert werden.
Lagerhölzer unterzulegen. Schweißarbeiten oder das Schnei-

Fertigteilkeller mit SikaProof® A in der Fläche,


die Stoßfugen werden mit dem Tricoflex®-Abklebesystem abgedichtet

Bewehrungsarbeiten auf einer SikaProof® A Reparatur einer Beschädigung mit SikaProof® Tape-150

3.10.4 Kombination mit anderen Abdichtungsprodukten


Sollen z.B. die Wandflächen mit anderen Abdichtungssy- des Tricoflex®-Systemklebers mit einem Quarzsand, z.B. Kör-
stemen, wie z.B. Beschichtungen aus KMB oder ähnlichem nung 0,8, abgesandet. Die abgesandete Oberfläche bietet im
erfolgen, wird die SikaProof® A unter der Bodenplatte sowie in ausgehärteten Zustand die Anschlussmöglichkeit für weitere
der Stirnseite der Bodenplatte verlegt. Die Boden-Wand-Fuge Abdichtungsprodukte. Es wird empfohlen, die Kombination
wird in diesem Fall mit dem Tricoflex®-Abklebesystem, wie weiterer Produkte vor der Ausführung auf Verträglichkeit zu
bereits beschrieben, abgedichtet. Dabei wird der Deckauftrag prüfen.

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


34 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 35
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.11 Bewehrung und Betonage

3.11.3 Schalöl 3.11.5 Betonage


Der Einsatz von Schalöl ist bei Bauteilen mit FBV-Dichtungs- Die Betonage der Bauteile muss unabhängig von der Abdich-
bahnen nicht erforderlich. Bei Aussparungen oder angren- tung sach- und fachgerecht nach den geltenden Normen und
zenden Bauteilen, bei denen Schalöl verwendet wird, ist Regelwerken ausgeführt werden. Auf eine hohlraumfreie
darauf zu achten, dass die SikaProof® A nicht mit dem Schalöl Betonage ist zu achten. Für den mechanischen Haftverbund
verschmutzt wird. des Betons mit der SikaProof® A ist die Verwendung der Kon-
sistenzen F3–F6 zwingend erforderlich, damit der Zementleim
das Vlies vollständig penetrieren kann. Aus diesem Grund ist
die Verwendung von erdfeuchten Betonen nicht möglich.

Betonagearbeiten auf einer SikaProof® A

3.11.4 Anforderungen an die Betonqualität 3.11.6 Ausschalen und Ausschalfristen


Das SikaProof® A System kann in Verbindung mit üblichem Das Ausschalen eines mit SikaProof® A abgedichteten Bauteils
Beton der Konsistenzklassen F3–F6 verwendet werden. Bei ist mit besonderer Sorgfalt durchzuführen.
flächiger Verwendung der SikaProof® A ist der Einsatz eines Da der Haftverbund zwischen Beton und Dichtungsbahn rein
WU-Betons nicht zwingend erforderlich, es sei denn der Einsatz mechanisch mit der Erhärtung des Frischbetons erfolgt, sind
ist als zusätzliche Maßnahme bei einer WU-Konstruktion beim Ausschalen der Bauteile die Schalfristen entsprechend
geplant. Jedoch ist in jedem Fall ein Beton mit geschlossenem der DIN 1045 - Teil 3, Abschnitt 5.6.1, Pkt. (3) Ausschalfristen,
Gefüge zu verwenden. Leichtbetone sind somit als ungeeignet einzuhalten.
zu bewerten. Diese können zwar einen Verbund mit der Dich-
tungsbahn eingehen, weisen aber aufgrund der porösen Struk- Um Störungen des Haftverbundes ausschließen zu können,
tur keinen ausreichenden Hinterlaufschutz im Falle einer evtl. sollte der Beton zum Zeitpunkt des Ausschalen eine Mindest-
Beschädigung auf. Die Betonsorte kann in den meisten Fällen druckfestigkeit von 10 N/mm2 haben.
aufgrund der außenliegenden Abdichtung in der Expositions-
klasse angepasst werden. Soweit der Einsatz in Ergänzung
einer WU-Konstruktion geplant ist, muss die WU-Anforderung
an den Beton erhalten bleiben.

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


36 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 37
3 VERARBEITUNG DER
SikaProof® A
3.12 Abschließende Arbeiten

3.12.1 Spannstellen schließen 3.12.3 Qualitätssicherung


Nach dem Ausschalen von zweihäuptig geschalten Wänden ABDICHTEN EINER SPANNSTELLE Nach Abschluss aller Arbeiten muss die gesamte Abdichtung Ablösungen würde hier eher eine neue Schwachstelle erzeugen.
ist es notwendig, die Spannstellen zu verschließen. Dazu 1. Spannhülse mit Verschlussstopfen visuell auf evtl. Beschädigungen kontrolliert werden. Sollten größere Ablösungen auftreten, können diese entfernt,
sind diese mit den vom Hersteller der Spannhülse dazugehö- 2. SikaProof® Patch-200 Werden Beschädigungen festgestellt, sind diese entsprechend und die Fläche ebenfalls mit dem Tricoflex-Abklebesystem
rigen Verschlussstopfen wasserdicht gem. Herstellervorgabe 3. SikaProof® A zu beheben. Bei kleineren Beschädigungen kann dies mit dem repariert werden.
einzukleben. Die angrenzende SikaProof® A ist gründlich 4. optional kann bei Unebenheiten mit SikaProof® FixTape-50 Außentape SikaProof® Patch-200 erfolgen. Großflächige Be-
von haftmindernden Substanzen wie Staub, Öl, Fette etc. zu ausgeglichen werden schädigungen können z. B. mit dem Tricoflex®-Abklebesystem Generell ist die Abdichtung umgehend nach dem Ausschalen
reinigen. Danach kann die Spannstelle mit einem Tape Sika- repariert werden. fertigzustellen und durch geeignete Maßnahmen zu schützen
Proof® Patch-200 überklebt werden. Hierzu muss zuerst ein (z. B. Anbringen der Perimeterdämmung, Anbringen von An-
Formstück auf 20 x 20 cm aus SikaProof® Patch-200 zurecht- Ggf. auftretende Ablösungen können verschiedene Ursachen füllschutz durch Geotextil oder Schutzmatten). Ein längeres Of-
geschnitten werden. Die Ecken sind abzurunden. Danach das haben (zu frühes Ausschalen, Verschmutzungen im Vlies fenstehen der abgedichteten Flächen ist zu vermeiden – Risiko
Formstück mittig über der Spannstelle platzieren und faltenfrei etc.) Treten kleinere Ablösungen (etwa handtellergroß) in der für Beschädigungen durch Baustellenbetrieb, freie Bewitterung
anreiben. Dabei ist darauf zu achten, dass der Untergrund ab- Fläche auf, empfiehlt es sich diese zu belassen. Ein Öffnen der des Systems (UV-Schutz).
solut trocken ist. Auf ein faltenfreies Applizieren ist zu achten.
Verwerfungen und Unebenheiten im Bereich der Spannstelle
können mit dem Butyltape FixTape-50 ausgeglichen werden.
Alternativ kann die Spannstelle mit einer Tricoflex®-Abklebung
abgedichtet werden. Die Rückseite der SikaProof® A ist dann
durch kurzes Beflammen thermisch vorzubehandeln. Dabei
ist darauf zu achten, dass die Dichtungsbahn nicht durch zu
große Hitzeeinwirkung beschädigt wird. Die separat erhältliche
Tricoflex®-Verarbeitungsrichtlinie ist zu beachten.

3.12.2 Arbeitsfugen abkleben Allgemeine Hinweise


Je nach Ausbildung können die Fugen im Wandbereich auch PROSPEKTANGABEN / ANWENDUNG TECHNISCHE HINWEISE
nachträglich mit dem Tricoflex®-Abklebesystem geschlossen Alle in diesem Handbuch enthaltenen Angaben sind allgemeine Die graphischen Darstellungen sind schematisch und können von der
werden. Dabei ist grundsätzlich analog zu dem bereits im Ab- Verarbeitungsempfehlungen. Sie basieren auf Erfahrungen tatsächlichen Einbausituation abweichen.
schnitt Fertigteilwände beschriebenen Verfahren vorzugehen. und Prüfungen im Normalfall und berücksichtigen nicht den
konkreten Anwendungsfall. Aus den Angaben können keine VERARBEITUNGSQUALIFIKATION
1. Tricoflex®-Abklebung einer Arbeitsfuge Ersatzansprüche hergeleitet werden. Zertifizierte Fachverarbeiter sind nur solche Verarbeiter, die von Sika
2. Tricoflex®-Abklebung einer Dehnfuge Ergänzend zum vorliegenden Handbuch gelten die für den je- bedarfsgerecht geschult wurden. Sie sind ausgebildet, das SikaProof® A
3. SikaProof® A weiligen Einsatzzweck anzusetzenden allgemein bauaufsicht- Abdichtungssystem fachgerecht zu verlegen. Die Schulungen sind mit
lichen Prüfzeugnisse. Die Unterlagen haben nur in Kombination namentlichen Zertifikaten belegbar.
Gültigkeit. Sämtliche in den Prüfzeugnissen ggf. ergänzenden
Anforderungen und Vorgaben sind zu beachten. COPYRIGHT
Anwendungsbezogene Einzelprüfungen für besondere Eigen- © 2013: Sika Deutschland GmbH
schaften oder Anforderungen müssen durch ein geeignetes Alle Rechte vorbehalten, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der
Labor vorgenommen bzw. durch uns bei einer Prüfstelle veran- photomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung.
lasst werden.
Von den hier genannten allgemeinen Verarbeitungsempfeh- AUSGABE
lungen im Einzelfall abweichende Verarbeitungsmaßnahmen 12/2013
müssen im Vorfeld durch einen Fachplaner unter Berücksichti-
gung des abdichtungstechnischen Gesamtkonzeptes fest-
gelegt werden und fallen in den ausschließlichen Verantwor-
tungsbereich des jeweiligen Anwenders.
Technische Änderungen, die sich aus neuen Erkenntnissen
ergeben, behalten wir uns vor.

VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A VERARBEITUNGSRICHTLINIE SikaProof® A


38 Verarbeitung der SikaProof® A Verarbeitung der SikaProof® A 39
WELTWEITE SYSTEMLÖSUNGEN
FÜR BAU UND INDUSTRIE

FLACHDACH­ABDICHTUNG BETON­TECHNOLOGIE BAUWERKS­ABDICHTUNGEN

BRANDSCHUTZ KORROSIONSSCHUTZ BODENBESCHICHTUNGEN

BETONSCHUTZ UND -INSTANDSETZUNG KLEBEN UND DICHTEN IM INNENAUSBAU KLEBEN UND DICHTEN IM FASSADENBEREICH

Als Tochterunternehmen der global tätigen Sika AG, Baar/Schweiz, zählt die
Sika Deutschland GmbH zu den weltweit führenden Anbietern von bauchemischen
Produktsystemen und Dicht- und Klebstoffen für die industrielle Fertigung.
BWA/F/12-13/750

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