Sie sind auf Seite 1von 26

Lacan - Die Bedeutung des Phallus

unter Bezugnahme auf den gleichnamigen Text von Jacques Lacan

Bachelorarbeit im Rahmen der Lehrveranstaltung

180095
Sexual Differences in the Discourse of Jacques Lacan

LV-Leiterin: Uni.-Lektorin Mag. Dr. Eva Laquièze-Waniek


Institut für Philosophie
Universität Wien
Sommersemester 2014

Vorgelegt von

Mario MARTIN
a1208394@unet.univie.ac.at

Für das Studium: A 033 541

Wien, 11. Sep. 2014


Lacan - Die Bedeutung des Phallus i

Proömium
Für Gewöhnlich werden in wissenschaftlichen Arbeiten Anmerkungen zur
Quellenlage oder zum Schreibstil eines Denkers in ein Vor- oder Nachwort
ausgelagert, das nicht Teil der eigentlichen Arbeit ist. Dieser Konvention folgend,
möchte auch ich einige Vorbemerkungen zu Lacans Sprache festhalten, wenngleich
mir das Vorwort hierzu eigentlich nicht als der ideale Ort erscheint, da Lacans „[…]
Stil zur Sache selbst gehört“ (Widmer 2011, 9).

Fink hält in seiner Arbeit über das Lacan'sche Subjekt fest, dass Lacan zu lesen „[…]
eine Erfahrung ist, die einen rasend machen kann!“, und sieht das Problem darin,
dass mit der Lektüre Lacans eine sonderbare zeitliche Logik einhergehe, sodass man
Lacans Schriften nicht verstehen könne, ohne schon mehr oder weniger vorher zu
wissen, was er meint (2009, 198 f).

Widmer beschreibt Lacans Stil als mäandrisch, fragmentarisch und merkt an, dass
Lacans Texte nur wenig Systematik beinhalten, dass eine längere Beschäftigung mit
ihnen kein abgeschlossenes Gedankengebäude zutage fördere (2011, 9 f).

Abbildung 1: Selbstähnlichkeit des Sierpinski-Dreiecks

Diese Eindrücke teile ich, habe mich bei der Lektüre Lacans jedoch zudem mehrfach
an mathematische Fraktale erinnert gefühlt. Wie bei einem Sierpinski-Dreieck (siehe
Abbildung 1), so scheint sich auch bei Lacans Texten die Struktur des Ganzen in
dessen kleinsten Teilen widerzuspiegeln; doch obschon man in den von mir
behandelten Lacan Texten immer wieder auf dieselben Begriffe stößt, fügen sich
Lacan - Die Bedeutung des Phallus ii

diese dennoch häufig zu etwas Neuem bzw. Größerem zusammen. Überdies weist
die Selbstähnlichkeit mathematischer Fraktale auf ein strukturimmanentes
Phänomen hin, dass auch auf Lacan zutrifft: Unabgeschlossenheit. Auch wenn uns
die innere Struktur des Sierpinski-Dreiecks leicht zugänglich erscheint, müssen wir
uns doch eingestehen, dass wir in unserer Betrachtung nie zu einem vollständigen
Bild dieses Dreiecks gelangen. Jedes seiner Teile zerfällt in unendlich viele weitere
Teile, wodurch sich das Dreieck als Ganzes letztendlich unserem Zugriff entzieht.

Es entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie, wenn Lacan in seiner Beschreibung
des Wahns das Bild der Pflanze bemüht, deren Struktur ebenfalls auf einem Fraktal
beruht:

„[…] es gibt etwas der ganzen Pflanze Gemeinsames, das sich


reproduziert in gewissen Formen, die ihre Gesamtheit bilden.
Genauso finden sich jeweils analoge Strukturen auf der Ebene des
Aufbaus, der Motivation, der Thematisierung des Wahns […]. Mit
anderen Worten, es ist immer die gleiche strukturierende Kraft,
wenn man sich so ausdrücken kann, die im Wahn am Werk ist, ob
man ihn nun auf einen seiner Teile oder auf sein Ganzes hin
betrachtet“ (1997, 27).

Neben der bereits erwähnten, kaum vorhandenen Systematik und einer Vielzahl an
widersprüchlichen bzw. orakelhaften Formulierungen1 (Žižek 2013, 165) besteht ein
weiteres Problem bei der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Lacan darin,
dass seine Texte vielfach nur in französischer Sprache oder in Form von zum Teil
unautorisierten Übersetzungen2 vorliegen. Dieser Umstand erklärt sich wohl nicht
zuletzt dadurch, dass Lacan selbst zu Übersetzungen seiner Schriften, besonders zu
jenen, die in einem universitären Kontext entstehen, überraschend deutliche Worte
gefunden hat:

„Aus dem streng universitären Anlaß, sage ich, ergibt sich, daß die
Person, die mich übersetzt, dadurch daß sie im Stil, in der Form
dessen ausgebildet ist, was Auflage des universitären Diskurses ist,

1Louis Althusser meint zur Sprache Lacans, dass sich diese hauptsächlich an Analytikerinnen und
Analytiker richte und dass Lacan ihnen hierdurch das abbildliche Äquivalent der Sprache des
Unbewussten liefere (1976, 19).

2 Eine eindrucksvolle Schilderung der Schwierigkeiten, die der Versuch einer Übersetzung Lacans mit
sich bringt, gibt Judith Kasper im Nachwort zu Es gibt keinen Geschlechtsverkehr von Alain Badiou und
Barbara Cassin (Diaphanes, Zürich 2012).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus iii

nicht anders kann, als – ob sie mich nun zu kommentieren glaubt


oder nicht – meine Formel verkehren, d.h. ihr einen
Bedeutungsgehalt zu verleihen, das, daß muß man wirklich sagen,
dem, was ich vorbringe, genau entgegengesetzt ist, und offen gesagt
nicht einmal irgendeine Entsprechung dazu aufweist“ (Lacan
Seminar XVII, 40 f).

Was an dieser Stelle wie eine vorauseilende Apologie erscheinen mag, wie ein
Versuch, eventuell unsauberes wissenschaftliches Arbeiten durch Kritik an Art und
Inhalt der Primärtexte zu entschuldigen, ist eher als Apell zu sehen, als Aufruf dazu,
sich dessen bewusst zu sein, dass sich der Kern des Realen/Existierenden/Gemeinten
letztlich, aufgrund der Insuffizienz der Sprache, jedem begrifflichen Zugriff entzieht
– womit auch schon der Bezug zu Lacans Denken hergestellt ist, wie die vorliegende
Arbeit zu zeigen versucht.
Lacan - Die Bedeutung des Phallus Erklärung

Plagiatserklärung

„Hiermit erkläre ich, die vorgelegte Arbeit selbständig verfasst und


ausschließlich die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt zu
haben. Alle wörtlich oder dem Sinn nach aus anderen Werken
entnommenen Textpassagen und Gedankengänge sind durch genaue
Angabe der Quelle in Form von Anmerkungen bzw. In-Text-
Zitationen ausgewiesen. Dies gilt auch für Quellen aus dem Internet,
bei denen zusätzlich URL und Zugriffsdatum angeführt sind. Mir ist
bekannt, dass jeder Fall von Plagiat zur Nicht-Bewertung der
gesamten Lehrveranstaltung führt und der Studienprogrammleitung
gemeldet werden muss. Ferner versichere ich, diese Arbeit nicht
bereits andernorts zur Beurteilung vorgelegt zu haben.“

Mario MARTIN
Wien, 11. Sep. 2014
Lacan - Die Bedeutung des Phallus Inhalt

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ..................................................................................................................... 1
2 Der Phallus als Signifikant der Signifikatswirkungen ...................................... 1
2.1 Signifikat und Signifikant .......................................................................................... 1
2.2 Signifikatswirkung ...................................................................................................... 5
2.3 Die Wahl des Begriffs Phallus .................................................................................... 8
3 Der Phallus und das Begehren .............................................................................. 10

3.1 Der Begriff des Begehrens ........................................................................................ 10


3.2 Der Phallus und das Begehren in der (prä-)ödipalen Phase ............................... 13
3.3 Der Phallus und das Begehren jenseits des Ödipuskomplexes .......................... 14
4 Zusammenfassung und Schlussbemerkungen .................................................. 16
5 Literaturverzeichnis ................................................................................................. 18
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 1

1 Einleitung
Am 9. Mai 1958 hält der französischer Psychiater und Psychoanalytiker Jacques
Lacan am Max-Planck Institut in München einen Vortrag, der den Titel Die Bedeutung
des Phallus trägt. Dieser Vortrag bildet den Hauptgegenstand der vorliegenden
Arbeit, die sich die Klärung folgender Punkte zum Ziel setzt:

 Was ist unter dem Phallus als Signifikant der Signifikatswirkungen zu


verstehen?
 In welchem Zusammenhang stehen Phallus und Begehren im Denken Lacans?

Bei der Ausarbeitung dieser Punkte wird nach Möglichkeit versucht Lacan mit Lacan
zu erklären, wobei sowohl frühe Texte Lacans aus dem Anfang der 50ern, als auch
Texte aus den 70ern Verwendung finden.

Im Rahmen mehrerer Exkurse werden Verbindungen zur Linguistik und zu Teilen


der Freud’schen Psychoanalyse näher beleuchtet.

2 Der Phallus als Signifikant der Signifikatswirkungen


In Die Bedeutung des Phallus definiert Lacan den Phallus als „[…] Signifikant, der
bestimmt ist, die Signifikatswirkungen in ihrer Gesamtheit zu bezeichnen, soweit der
Signifikant diese konditioniert durch seine Gegenwart als Signifikant“ (1986c, 26).

Diese Definition wirft folgende Fragen auf:

1. Was ist ein Signifikant?


2. Was sind Signifikatswirkungen?
3. Warum wählt Lacan für das Definiendum die Bezeichnung Phallus?

Diese Fragen sollen in den anschließenden drei Abschnitten geklärt werden.

2.1 Signifikat und Signifikant

Freud hat in Bezug auf die von ihm begründete Psychoanalyse mehrfach behauptet,
dass Praxis und Technik erst dann als „wissenschaftlich“ zu bezeichnen sind, wenn
ihnen eine begründete Theorie hierzu das Recht verleiht (Althusser 1976, 14 - 25).
Freuds Worten folgeleistend, wagt sich Lacan an eine neue Theoretisierung der
Psychoanalyse heran und bedient sich dabei u.a. Erkenntnissen, die der damals noch
jungen Wissenschaft der Linguistik entsprungen sind (ibd.) – genauer: Ferdinand de
Saussures Auffassung von der Natur des sprachlichen Zeichens (vgl. Lacan 1986c,
124).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 2

Saussure erkennt das sprachliche Zeichen als eine Verknüpfung einer Vorstellung
mit einem Lautbild (siehe Abbildung 2) und definiert es in weiterer Folge
allgemeiner als Verbindung eines Bezeichneten (Signifikat) mit einem Bezeichnenden
(Signifikant) (2001, 79 f).

Vorstellung Signifikat

Lautbild Signifikant

Abbildung 2: Zeichen als Verknüpfung

Das so definierte Zeichen weist dabei zum einen die Eigenschaft auf, (1) dass diese
Verbindung zwar durch die jeweilige Sprachgemeinschaft geprägt, an sich jedoch
arbiträr/unmotiviert ist, d.h. keinem Naturgesetz oder ähnlichem unterliegt, und
zum anderen jene Eigenschaft, (2) dass es seinen Wert dadurch erhält, indem es sich
von anderen benachbarten Zeichen unterscheidet, mit diesen nicht zusammenfällt
(Saussure 2001, 79 ff). Das Zeichen besitzt demnach selbst keinen positiven Inhalt.
Sein bestimmendes Merkmal besteht darin, dass es etwas ist, was die anderen nicht
sind (Saussure 2001, 139 f), dass es gerade durch die Abwesenheit, den Mangel in
den anderen Zeichen, entsteht und somit auf die Präsenz des Anderen angewiesen ist
(vgl. hierzu auch Laquièze-Waniek 2012, 189 f).

Saussure sieht das (vorbegriffliche) Denken, wie auch die Summe der möglichen
Laute, jeweils als unbestimmte Masse ohne klare Abgrenzungen. Nach Saussure
wird das Denken, das seiner Natur nach chaotisch ist, durch die mit der Sprache
einhegenden Gliederungen gezwungen sich zu präzisieren, wobei jedoch weder eine
Verstofflichung der Gedanken noch eine Vergeistigung der Laute stattfindet. Die
Sprache arbeitet ihre Einheiten heraus, indem sie sich zwischen diesen beiden
gestaltlosen Massen bildet und diese somit verbindet, wobei diese Verbindung
jedoch bloß eine Form und keine Substanz schafft (2001, 133 f).

Lacan bringt nun Saussures Erkenntnisse mit dem Menschen und in weiterer Folge
mit der Psychoanalyse in Verbindung indem er festhält:

„[...] der Signifikant übt seine aktive Funktion aus in der


Bestimmung jener Wirkungen, über die das Bedeutbare seine
Prägung erleidet und durch dieses Erleiden Signifikat wird.
Dieses Erleiden, diese Passion des Signifikanten wird von da her zu
einer neuen Dimension der Conditio humana: sofern nämlich nicht
einfach der Mensch spricht, sondern Es in dem Menschen und durch
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 3

den Menschen spricht; sofern seine Natur eingewoben ist in


Wirkungen, in denen die Struktur der Sprache, zu deren Material er
wird, wieder auftaucht […]“ (1986c, 124).

Hierbei fällt auf, das Lacan – anders als Saussure – dem Signifikanten eine
privilegierte Stellung gegenüber dem Signifikat zuspricht. Nach Lacan wirkt der
Signifikant auf das Bedeutbare ein, wodurch sich dieses in ein Signifikat wandelt,
während für Saussure beide Seiten gleichberechtigt sind, was durch die in Abbildung
2 eingezeichneten Pfeile ausgedrückt wird (vgl. Saussure 2001, 136).

Die Wirkung des Signifikanten auf das Bedeutbare, die sich darin äußert, dass sie ein
Signifikat hervorbringt, nennt Lacan in weiterer Folge Signifikatswirkung (vgl. hierzu
Lacan 1986a, 22 f und Lacan 1986c, 126), während er die Signifikanten in ihrer
Gesamtheit als das Symbolische bezeichnet:

„Das signifikante Material, so wie ich Ihnen immer sage, daß es ist,
zum Beispiel auf diesem Tisch, in diesen Büchern, ist das
Symbolische“ (1997, 66).

Exkurs 1:

Wenn Lacan dem Signifikanten den Primat gegenüber dem Signifikat einräumt, scheint
er zu übersehen, dass bei Saussure der Signifikant nur ein Platzhalter für das Lautbild
ist. Saussure weist (wenn auch auf genau umgekehrtem Wege) darauf hin, dass das
Lautbild in seiner Definition eben gerade nicht für das steht, was gemeinhin unter Wort
verstanden wird:

„Ich nenne die Verbindung der Vorstellung mit dem Lautbild das Zeichen;
dem üblichen Gebrauch nach aber bezeichnet dieser Terminus [Zeichen;
Anm. MARTIN] im allgemeinen das Lautbild allein, z.B. ein Wort (arbor
usw.). Man vergisst dabei, daß, wenn arbor Zeichen genannt wird, dies nur
insofern gilt, als es Träger der Vorstellung ‚Baum‘ ist, so daß die
Bezeichnung außer dem Gedanken an den sensorischen Teil den an das
Ganze einschließt” (Saussure 2011, 78; Hervorhebungen MARTIN).

Aus diesem Zitat geht hervor, dass für Saussure das Lautbild selbst nicht Träger einer
Vorstellung ist. Das Lautbild selbst meint nichts und beeinflusst das Signifikat nur
insofern, als es mit ihm gemeinsam das Zeichen bildet – doch gilt dies auch in
umgekehrter Richtung. Um aber eben diesen Fehler (der darin liegt, die
Signifikantenstelle mit einem „fertigen“ Begriff zu besetzen) vorzubeugen, ersetzt
Saussure (wenngleich erfolglos) das Begriffspaar Vorstellung und Lautbild durch das
Begriffspaar Signifikat und Signifikant (Saussure 2011, 78 f).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 4

An späterer Stelle hält Lacan fest, dass das Verhältnis zwischen Signifikat und
Signifikant zu Unrecht als arbiträr eingeschätzt wurde und bezieht sich hierbei explizit
auf Saussure, indem er festhält, dass dieser (indem er auf die Arbitrarität besteht)
durchaus anders gedachte habe, durchaus näher am Text des Kratylos (1986a 24).

Auch hierbei ist nicht klar, worauf Lacan sich in seiner Referenz auf Platons Kratylos-
Dialog bezieht. Platons Kratylos-Dialog behandelt die Frage, ob eine naturgegebene
und notwendige Verbindung zwischen Namen und Dingen besteht (physei-These),
bzw. ob diese Verbindung willkürlich ist und auf Konvention beruht (thesei-These).
Der Dialog endet in einer Aporie, da beide Thesen zurückgewiesen werden (Platon
Crat. 390c-391a bzw. 438d-439b). Auch wenn es auf den ersten Blick einen Bezug zu
Saussures Text zu geben scheint, besteht ein entscheidender Unterschied doch darin,
dass Saussure nicht die Verbindung von Dingen und Namen, sondern von
Vorstellungen, d.h. mentalen Repräsentationen von Dingen, und deren Bezeichnungen
untersucht hat (Saussure 2001, 79 f).

Widmer führt in diese Betrachtung eine zusätzliche Position ein, indem er Saussure
unterstellt, nur halbwegs von einem „[…] Primat des Signifikats […]“ abgerückt zu
sein (2009, 39), wobei Widmer die Erläuterung für diesen, meiner Meinung nach
falschen Eindruck (bei Saussure gab es keinen Primat), schuldig bleibt.

Streng nach den Buchstaben beurteilt, bedeutet dies entweder, (1) dass Saussures
Überlegungen falsch sind und Vorstellung und Lautbild doch aufgrund einer Art
Naturgesetz zueinanderfinden bzw. das Signifikat erst durch den Signifikanten
hervorgebracht wird, oder (2) dass Lacans Versuch, die Psychoanalyse durch eine
Theoretisierung mithilfe der Linguistik wissenschaftlich zu machen, gescheitert ist, da
Lacan die für sein Vorhaben so bedeutenden Begriffe Signifikat und Signifikant falsch
anwendet.

Zum Glück für Linguistik und Psychoanalyse, lassen sich die jeweiligen von diesen
beiden Wissenschaften vertretenen Standpunkte relativ unspektakulär versöhnen:
Saussures Feststellung der Arbitrarität zwischen Signifikat und Signifikant gilt
ausschließlich für das sprachliche Zeichen. Lacan spricht in seinen Texten jedoch selten
von Zeichen, sondern hauptsächlich von Symbolen, und zu diesen meinte Saussure:

„[…] Man hat auch das Wort Symbol für das sprachliche Zeichen
gebraucht, genauer für das, was wir die Bezeichnung nennen. Aber dieser
Ausdruck hat seine Nachteile […]. Beim Symbol ist es nämlich wesentlich,
daß es niemals ganz beliebig ist; es ist nicht inhaltslos, sondern bei ihm
besteht bis zu einem gewissen Grade eine natürliche Beziehung zwischen
Bezeichnung und Bezeichnetem“ (2011, 82).

Saussure führt als Beispiel für diese Beziehung das Symbol der Gerechtigkeit an, die
Waage, die nicht durch beliebiges anderes, z.B. einen Wagen, ersetzt werden könne
(ibd.).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 5

In dem von Saussure gegebenen Beispiel bezieht sich ein Signifikant (das Bild der
Waage) auf ein Signifikat (den Inhalt des Begriffs Gerechtigkeit), wobei die Verbindung
zwischen den beiden Teilen weder arbiträr (im Sinne von gänzlich beliebig) noch
notwendig ist (anstatt einer Waage hätte sich in diesem Kontext eventuell auch die
Darstellung eines längs der Mitte geteilten Apfels durchsetzen können), worin sich
jedoch die Gemeinsamkeiten zwischen Saussure und Lacan und womöglich auch jene
zwischen Linguistik und Psychoanalyse bereits erschöpfen.

2.2 Signifikatswirkung

Lacan sieht die Natur des Menschen eingewoben in Wirkungen, in denen die
Struktur der Sprache, zu deren Material der Mensch wird, wieder auftaucht (siehe
Zitat auf Seite 2). Was damit gemeint ist, hoffe ich anhand der folgenden beiden von
Lacan an anderer Stelle angeführten Punkte verdeutlichen zu können:

„[…] 1. dadurch, daß das Subjekt sein Sein nur bezeichnet, indem es
alles was es bedeutet, schrägstreicht, wie daraus erhellt, daß es um
seiner selbst willen geliebt werden möchte, ein Trugbild, das nicht
darin aufgeht, als grammatikalisch benannt zu werden (da es ja den
Diskurs abschafft);
2. dadurch, daß das, was von diesem Sein im Urverdrängten
lebendig ist, sein Signifikantes darin findet, daß es das Kennzeichen
der Verdrängung vom Phallus erhält (durch das das Unbewusste
Sprache ist)“ (1986c, 169).

Punkt eins besagt kaum mehr, als dass sich das Subjekt verfehlt, sofern es versucht
sich selbst zu bezeichnen (siehe Abbildung 3), da der Signifikant immer nur das
Signifikat (in diesem Fall das verfremdete Subjekt) bezeichnet, jedoch nicht den
eigentlichen Referenten (in diesem Fall das Subjekt). Lacan stellt das bezeichnete und
durch die Sprache entfremdete Subjekt durch ein gebarrtes / schräggestrichenes S
dar. Dieses verschwindet „unter“ oder „hinter“ dem Signifikanten, der durch S1
dargestellt wird (vgl. Fink 2011, 68).

Zur Beziehung von Subjekt und Signifikant hält Lacan fest: „Ein Signifikant ist
dadurch definiert, daß er ein Subjekt für einen anderen Signifikanten repräsentiert“
(2007a, 18)3 und merkt zum Verhältnis zwischen Signifikat und Referent explizit an,

3 Hierbei ist festzuhalten, dass das repräsentierte Subjekt direkt für diesen „anderen Signifikanten“
repräsentiert wird. Lacan schreibt nicht: „Ein Signifikant ist dadurch definiert, dass er ein Subjekt für
ein anderes (durch einen anderen Signifikanten repräsentiertes) Subjekt repräsentiert“, woraus folgt,
dass der „andere Signifikant“ von allgemeinerer Natur sein muss als S 1 (vgl. Evans 2002, 269 ff).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 6

dass es dadurch charakterisiert sei, dass der Referent vom Signifikat verfehlt werde
(1986a 24). Zwischen dem gebarrten Subjekt $ und S besteht somit keine direkte
Verbindung. $ ist nur Signifikatswirkung seines Signifikanten S1. Das referenzierte
Subjekt S entzieht sich dem Zugriff. Die damit verbundene Spaltung des Subjekts in S
und $ stellt einen grundsätzlichen Mangel dar (vgl. Lacan 2007b, 530 bzw. Lacan
1986c, 129 und Widmer 2009, 47).

S S1

Subjekt als Referent Signifikant

$
Durch die Sprache verfremdetes
Subjekt in Form des Signifikats

Abbildung 3: Sich selbst verfehlendes Subjekt S

Punkt zwei bezieht sich auf das, was Lacan mit „analytischem Phänomen“ zu
bezeichnen scheint (1986c, 124), sprich auf Phänomene, die von Freud in seinem
Werk Zur Psychopathologie des Alltagslebens beschrieben worden sind (Freud 1907) –
wie z.B. jenes, das gemeinhin als „freudscher Versprecher“ bekannt ist. Das in
diesem Punkt angesprochene Urverdrängte und Verdrängte bezieht sich auf die zwei
Phasen des Verdrängungsprozesses nach Freud. Vereinfacht ausgedrückt besagt
dieser Prozess, dass lediglich das Verdrängte, als Abkömmling des Urverdrängten,
aus dem Unbewussten hervorzudringen vermag (vgl. hierzu Levine 1926, 112 ff).
Dies vorausgeschickt, lässt sich in Punkt zwei des Zitates auf Seite 5 dieselbe
Struktur wie in Abbildung 3 erkennen: das Verdrängte, das im Sprechen in Form von
„freudschen Versprechern“ und ähnlichen Blödheiten (Lacan 1986a 26) zutage tritt,
referenziert jene Teile des Subjekts, die dem Urverdrängten zuzurechnen sind und
die sich dem Zugriff entziehen. Die Signifikatswirkung ist in diesem Fall das durch die
Fehlleistung des „freudschen Versprechers“ (Signifikant) bezeichnete Verdrängte
(Signifikat), womit verständlich wird, was Lacan meint, wenn er festhält, dass „[…]
nicht einfach der Mensch spricht, sondern Es in dem Menschen und durch den
Menschen spricht […]“ (1986c, 124).

Sowohl Punkt eins als auch Punkt zwei zeigen, dass das Subjekt S als Referent
weder sich selbst zugänglich ist, noch einem anderen, weshalb es auch nicht um
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 7

seiner selbst willen geliebt werden kann, wie es auch keinen anderen um dessen
selbst willen zu lieben vermag, da hierzu erforderlich wäre, die Limitierungen der
Sprache4 zu überwinden – der Diskurs müsste abgeschafft werden. Lacan bringt es
auf den Punkt, indem er schreibt: „Das Subjekt ist nicht der, der denkt“ (1986a 26).

Exkurs 2:

Den Ort, an dem Es spricht, bezeichnet Lacan mit dem Anderen (Lacan 1986c, 25),
wobei im Werk Lacans der Begriff des Anderen – neben dem Ort, an dem sich das
sprechende Ich konstituiert (Lacan 1997, 322) – auch ein anderes Subjekt meinen kann,
„[…] in seiner radikalen Alterität und unassimilierbaren Einzigartigkeit, wie auch die
symbolische Ordnung, welche die Beziehung mit diesem anderen Subjekt vermittelt“
(Evans 2002, 39), d.h. die Sprache und den Akt des Sprechens selbst:

„Was mich betrifft, spezifiziere ich, innerhalb des verallgemeinerten


Kommunikationsbegriffs, was Sprechen ist als Sprechen zum anderen. Es
ist den anderen als solchen zum Sprechen bringen. Diesen anderen werden
wir, wenn Sie damit einverstanden sind, mit einem großen A schreiben.
Und warum mit einem großen A? Aus einem zweifellos verrückten Grund,
wie jedesmal wenn man gezwungen ist, zusätzliche Zeichen, zu dem, was
uns die Sprache liefert, anzubringen. Dieser verrückte Grund ist hier der
folgende. Du bist meine Frau – letzten Endes, was wissen Sie davon? Du bist
mein Herr – in Wirklichkleit [sic], sind Sie so sicher? Was genau den
stiftenden Wert dieser Worte ausmacht, das ist, daß das, worauf in der
Botschaft abgezielt wird, genauso gut wie das, was in der Täuschung
sichtbar ist, darin besteht, daß der andere da ist als absoluter Anderer.
Absolut, das heißt, daß er anerkannt, aber nicht gekannt wird. In gleicher
Weise ist das, was die Täuschung ausmacht, daß Sie letztlich nicht wissen,
ob es eine Täuschung ist oder nicht. Diese Unbekannte in der Andersheit
des Andern zeichnet im wesentlichen das Verhältnis des Sprechens auf der
Ebene aus, wo es gesprochen wird zum anderen.
[…] [E]s spricht nicht nur zum andern, es spricht vom andern als Objekt.
Und gerade darum handelt es sich, wenn ein Subjekt zu Ihnen spricht von
sich“ (Lacan 1997, 48; Hervorhebungen im Original).

4Sprache ist hierbei nicht als Zeichensystem zur Informationsvermittlung zu verstehen, sondern eher
als ein System aus Differenzen (vgl. Evans 2002, 288), als Raum, der Strukturen vorgibt bzw. diese (als
Vorbedingung jedweder Bezugnahme mittels Signifikant-Signifikat-Relationen) erst ermöglicht.
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 8

2.3 Die Wahl des Begriffs Phallus

Nachdem die Begriffe Signifikant und Signifikatswirkungen geklärt sind, bleibt zu


lösen, weshalb Lacan für denjenigen Signifikanten, der alle Signifikatswirkungen in
ihrer Gesamtheit bezeichnet, ausgerechnet das Wort Phallus gewählt hat.

Lacan liefert hierzu selbst eine Begründung (1986c, 128), doch diese erfordert ein
Verständnis des Begriffs Begehren (siehe Kapitels 3), weshalb an dieser Stelle nur
darauf hingewiesen werden soll, dass Phallus ein Ausdruck ist, der in Freuds Werk
eine nicht unbedeutende Stellung einnimmt.

Exkurs 3:

In seiner Schrift Fetischismus hält Freud folgendes fest:

„Wenn ich nun mitteile, der Fetisch ist ein Penisersatz, so werde ich gewiß
Enttäuschung hervorrufen. Ich beeile mich darum hinzuzufügen, nicht der
Ersatz eines beliebigen, sondern eines bestimmten, ganz besonderen
Penis, der in frühen Kinderjahren eine große Bedeutung hat, aber später
verlorengeht. Das heißt: er sollte normalerweise aufgegeben werden, aber
gerade der Fetisch ist dazu bestimmt, ihn vor dem Untergang zu behüten.
Um es klarer zu sagen, der Fetisch ist der Ersatz für den Phallus des
Weibes (der Mutter), an den das Knäblein geglaubt hat […]. Der Hergang
war also der, daß der Knabe sich geweigert hat, die Tatsache seiner
Wahrnehmung, daß das Weib [an sich; Anm. MARTIN] keinen Penis besitzt,
zur Kenntnis zu nehmen. Nein, das kann nicht wahr sein, denn wenn das
Weib kastriert ist, ist sein eigener Penisbesitz bedroht […]“ (Freud 1927,
373 f; Hervorhebungen MARTIN).

In der Diktion Lacans ließe sich diese Feststellung in etwa so ausdrücken: Der fehlende
„Phallus des Weibes“ referenziert als Signifikant etwas, das nicht da ist, weist auf eine
Differenz, eine Abwesenheit, einen Mangel5 hin und führt bei seiner Entdeckung durch
den Knaben als Signifikatswirkung die Kastrationsdrohung ein („[…] sein eigener
Penisbesitz [ist] bedroht […]“).

Der Begriff Kastration ist im Werk Freuds von erheblicher Bedeutung, denn die
Kastrationsdrohung ist letztlich für das Zugrundegehen des Ödipuskomplexes
verantwortlich (1924a, 249), weshalb Freud dieser Drohung, genauer der Überwindung

5 Der in diesem Zusammenhang gebrauchte Begriff Mangel ist hier frei von jeder pejorativen
Konnotation zu verstehen und ergibt sich lediglich daraus, dass Freud die Perspektive eines Knaben
schildert. Man kann es, wie mir scheint, nicht oft genug festhalten: der Frau fehlt nichts (vgl. hierzu
auch Lacan 2014, 226).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 9

der selbigen, eine wichtige Funktion in der Psychogenese zuschreibt (vgl. 1923, 31 –
47). Wesentlich hierbei ist, dass die Kastrationsdrohung erst dann vollends wirksam
wird, wenn der Knabe das weibliche Genital zu sehen bekommt, wodurch er des
fehlenden Penis gewahr wird und so die Kastration für tatsächlich möglich hält (1924a,
247 f). In nuce: Der Phallus spielt bei Freud eine entscheidende Rolle in Bezug auf die
Entwicklung des Subjekts.

Jedoch: Auch wenn Freud glauben mag, dass seine Beobachtungen, die er in Analyse der
Phobie eines fünfjährigen Knaben (1924b, 129 – 265) festgehalten hat, einen Beleg für die
tatsächliche Existenz einer Kastrationsangst darstellen, wirkt dieses Modell doch recht
befremdlich. Fromm merkt dazu in einer ausführlichen Kritik an, dass der
Ödipuskomplex (genauer die Bindung des Mannes an seine Mutter und seine Angst,
sie zu verlieren) eine große Entdeckung Freuds sei, doch scheine Freud übersehen zu
haben, dass die Sexualität als solche unbeständig ist, wodurch die Annahme, Männer
wären wegen einer sexuellen Bindung an ihre Mutter gebunden, deren Ursprung 20
bis 30 oder 50 Jahre zurückliege, schlichtweg absurd sei, „[…] wenn man bedenkt, daß
viele sich nicht einmal mehr nach drei Jahren einer sexuell befriedigenden Ehe an ihrer
Ehefrau gebunden fühlen“ (1979, 29). Fromm stellt im weiteren Verlauf sein eigenes
Erklärungsmodell vor und führt die im Ödipuskomplex vorhandene Rivalität
zwischen dem Knaben und dessen Vater auf eine patriarchale Gesellschaftsordnung
zurück (1979, 30 ff), während er die intensive Bindung an die Mutter durch die
Sehnsucht des Kindes nach Schutz und Liebe erklärt (1979, 28). In nuce: Der Phallus
spielt in Fromms Modell keine Rolle, an seiner statt wirken Sehnsüchte und Gesetze.

Die für mich größte Leistung Lacans besteht nun darin, dass er es ermöglicht hat,
Freuds albtraumhaftes Ödipus-Szenario in einer Weise zu deuten (siehe Kapitel 3.2
und vgl. Dylan 2002, 206 ff), die Fromms Modell, das Jahrzehnte nach Lacans
Interpretation entstanden ist, weit überragt. Fromms Modell liefert zwar eine
Erklärung für die Rivalität zwischen dem Knaben (das Mädchen kommt in Fromms
Schilderung nicht vor) und dessen Vater, lässt hingegen die Auflösung der dyadischen
Bindung zwischen Mutter und Kind unbehandelt. Anders als bei Freud steht Phallus in
Lacans Variante des Ödipuskomplexes für Signifikant des Begehrens (siehe Kapitels 3)
und ist dabei weitestgehend frei von einem sexuellen Verlangen, weshalb bei Lacan der
Komplex von beiden Geschlechtern nicht derart abenteuerlich durchlaufen wird, wie
es bei Freud der Fall ist.

Dass der Phallus bei Lacan auch als Signifikant der Signifikatswirkungen im Vergleich zu
Freuds Phallusbegriff eine nicht minder große Rolle in Bezug auf die Entwicklung des
Subjekts einnimmt, lässt sich anhand Lacans Deutung jener Beobachtungen ablesen,
die Freud beim Spiel seines Enkels machte (Lacan 2007b, 6 – 48; Freud 1920, 12ff, vgl.
Laquièze-Waniek 2012, 185 ff).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 10

3 Der Phallus und das Begehren


Lacan hält fest, dass der Phallus der privilegierte Signifikant einer Markierung sei,
„[…] in der der Part des Logos mit der Heraufkunft des Begehrens konvergiert“
(1986c, 128).

Um zu verstehen, wie der Signifikant der Signifikatswirkungen den Logos (im Sinne
von Sprache/begrifflichem Denken) mit dem Begehren in Beziehung setzt, muss
zunächst der Begriff des Begehrens geklärt werden.

3.1 Der Begriff des Begehrens

Lacan unterscheidet das Begehren vom Bedürfnis und dieses vom Anspruch. Das
Bedürfnis entspricht dabei dem, was sich aus der Biologie des Menschen ergibt, wie
z.B. das Bedürfnis nach Nahrung, während der Anspruch zunächst als Artikulation
eines derartigen Bedürfnisses verstanden werden kann (vgl. Evans 2002, 46). Evans
veranschaulicht den Inhalt dieser Begriffe deutlich am Beispiel eines Kindes:

„Da das Kind unfähig ist, die spezifischen Handlungen zu seiner


Bedürfnisbefriedigung zu vollziehen, muß es diese Bedürfnisse
mittels der Stimme äußern, damit ein anderer (die Mutter) diese
spezifischen Handlungen an seiner Statt vollzieht. Das deutlichste
Beispiel eines biologischen Bedürfnisses ist der Hunger, den das
Kind mit einem Schrei (einen An-Spruch) ausdrückt, damit die
Mutter es füttert“ (2002, 46).

Neben der Artikulation eines Bedürfnisses kommt dem Anspruch jedoch noch eine
weitere Funktion zu. Lacan legt fest:

„Der Anspruch an sich zielt auf etwas anders als die Befriedigungen,
nach denen er ruft. Er ist Anspruch auf eine Gegenwart oder auf eine
Abwesenheit“ (1986c, 127).

Hinter diesem Anspruch auf eine Gegenwart oder auf eine Abwesenheit verbirgt sich weit
mehr, als es zunächst den Anschein haben mag: die Mutterbrust, welche anfangs nur
an- oder abwesendes Objekt zur Stillung eines Bedürfnisses gewesen ist, wandelt sich
in dem Moment, in dem die Mutter dem Ruf des Kindes erstmalig nicht antwortet, in
eine Gabe (Lacan 2014, 77 f). Gleichsam wandelt sich die Mutter von einen Agenten
(der zwischen Bedürfnis und Befriedigung vermittelt, sobald ein Anspruch geäußert
wird) zu einer Macht, die über die Befriedigung des Bedürfnisses bestimmt; alles was
von ihr kommt (was von ihr gegeben wird), ist für das Kind von nun an „[…] ein
zweifach mögliches Befriedigungsobjekt – wie zuvor befriedigt es ein Bedürfnis, aber
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 11

es symbolisiert außerdem eine freundlich gesonnene Macht“ (ibd.), wodurch


verständlich wird, was Lacan meint, wenn er festhält:

„Auf diesem Wege hebt der Anspruch die Besonderheit von alledem,
was gewährt werden kann, auf und verwandelt es in einen
Liebesbeweis […]“ (1986c, 127).

Doch weder die Bedürfnisbefriedigung, noch der durch die Befriedigung dargestellte
Liebesbeweis, sind in der Lage das zu stillen, was Lacan als Begehren bezeichnet:

„[…] [D]as Begehren [ist] weder Appetit auf Befriedigung, noch


Anspruch auf Liebe, sondern vielmehr die Differenz, die entsteht aus
der Substraktion [sic] des ersten vom zweiten, ja das Phänomen ihrer
Spaltung selbst“ (1986c, 127).

Lacan stellt des Weiteren fest, dass das Begehren gerade deshalb, weil es artikuliert
sei, nicht artikuliert werden könne (2007b, 681) und meint dies anhand seines Graph
des Begehrens (siehe Abbildung 4) veranschaulichen zu können (ibd.). Allerdings
handelt es sich bei dieser Konstruktion um ein Modell, das eher dazu geeignet ist
neue Fragen zu generieren, als Antworten zu liefern, weshalb die von mir
verwendete Sekundärliteratur wohl auch keinen ernsthaften Versuch unternimmt,
auf den Graphen näher einzugehen.

Jouissance S(A) ($◊D) Kastration

($◊a) d

s(A) A

Signifikant Stimme
m i(a)

I(A) $

Abbildung 4: Der Graph des Begehrens


Lacan - Die Bedeutung des Phallus 12

Ungeachtet der Komplexität des Graphen, sollen seine wichtigsten Merkmale kurz
Erwähnung finden:

 Wesentlich ist, dass der Graph aus zwei hufeisenförmigen Bögen besteht (in
Abbildung 4 durch breite Linien dargestellt; im Original weisen diese Linien
die selbe Strichstärke auf, wie die übrigen Elemente des Graphen), deren
Ursprung in $ liegt und deren Endpunkt mit I(A) bezeichnet ist.
 $ stellt das gebarrte Subjekt dar (siehe hierzu Kapitel 2.2) und I(A) etwas, das
von $ verschieden ist. In meiner Interpretation steht I(A) für das von $ mittels
der Signifikanten geformte idealisierte Ich (vgl. Lacan 2007b, 684 - 686).
 Die beiden hufeisenförmigen Bögen werden von zwei horizontalen Bögen
geschnitten, wobei in Hinblick auf den Phallus als Signifikant der
Signifikatswirkungen besonders der untere Bogen von Interesse ist. Dieser
schneidet den Vektor ⃗⃗⃗⃗⃗⃗⃗⃗⃗⃗⃗⃗⃗
$, I(A) in zwei Punkten: A und s(A).
 A steht hierbei für den Wertevorrat an Signifikanten, womit in meiner
Interpretation lediglich die Gesamtheit an möglichen Bezeichnungen im Sinne
Saussures, wenn er über das Symbol spricht, gemeint ist (vgl. Lacan 2007b, 682
ff und Kapitel 2.1).
 s(A) meint in meiner Interpretation jenen Zeitpunkt, an dem der Signifikant zu
seiner Bedeutung gelangt (vgl. Lacan 2007b, 682 ff sowie Evans 2002, 153 ff
und 286 f).

Anhand dieser Bestimmungen lässt sich folgender Sachverhalt formulieren: was


immer sich von $ ausgehend in Form eines Anspruchs artikuliert, kann sich nur
mittels der in A enthaltenen Signifikanten artikulieren und wird von diesen in s(A)
verfehlt.

Die Wirkung des Phallus als Signifikant der Signifikatswirkungen zeigt sich
demnach im Begehren insofern, dass es beim Menschen zu einer Umleitung seiner
Bedürfnisse kommt, „[…] die dadurch auftritt, daß dieser spricht, in dem Sinne, daß
seine Bedürfnisse in dem Maße, wie sie dem Anspruch unterstellt sind, entfremdet
zu ihm wiederkehren“ (Lacan 1986c, 126). Der Phallus wird somit zum Signifikant
einer Markierung, „[…] in der der Part des Logos [im Sinne von Sprache/
begrifflichem Denken; Anm. MARTIN] mit der Heraufkunft des Begehrens
konvergiert“ (1986c, 128).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 13

3.2 Der Phallus und das Begehren in der (prä-)ödipalen Phase

Im Zusammenhang mit dem Begehren spielt der Phallus auch eine entscheidende
Rolle in Lacans Konzeption der präödipalen Phase6 bzw. des Ödipuskomplexes
selbst; Lacan kommt in seinem Text Die Bedeutung des Phallus auf diese Rolle jedoch
nur kurz zu sprechen (1986c, 130).

Im Seminar IV verweist Lacan darauf, dass das Kind, während es das Spiegelstadium
durchläuft (siehe hierzu Lacan 1986b), „[…] die Erfahrung und Auffassung eines
möglichen Mangels […]“ macht (2014, 207). Im Verlauf der präödipalen Phase
erkennt das Kind, dass die Mutter in einer Sehnsucht verhaftet ist, einem Mangel
unterliegt, den es als Kind nicht auszufüllen im Stande ist. Lacan nennt diesen
Mangel der Mutter Phallusmangel (ibd.). Das Kind bemerkt, „[…] dass es, auch wenn
die Anwesenheit der Mutter ihm allein gilt, nicht allein ist“ (Lacan 2014, 265). Der
Phallus ist Teil der Beziehung zwischen dem Kind und seiner Mutter und wird vom
Kind als Zentrum ihres Begehrens erfahren (ibd.; vgl. hierzu auch Lacan 1997, 50). In
weiterer Folge führt diese Entdeckung des Kindes dazu, dass es versucht, sich an die
Stelle des Phallus zu setzen, sprich das Zentrum des mütterlichen Begehrens zu
bilden. Es ist bestrebt das den Mangel ausfüllende Objekt vorzulegen (Lacan 2014,
207):

„Es ist die Etappe, auf der das Kind sich in die intersubjektive
Dialektik des Köders hineinbegibt. Um zu befriedigen, was nicht
befriedigt werden kann, nämlich jenes Begehren der Mutter, das in
seinem Grunde unstillbar ist […]. Es geht darum, dieses Begehren,
das nicht gestillt werden kann, zu täuschen“ (Lacan 2014, 229 f; vgl.
hierzu auch Lacan 2014, 266).

An anderer Stelle beschreibt Lacan diese Situation recht drastisch, indem er die
Mutter (bzw. ihr Begehren) mit einem Krokodil gleichsetzt:

„Das Begehren der Mutter ist nicht etwas, das man einfach so
aushalten kann, das Ihnen gleichgültig wäre. Das zieht immer
Verwüstungen nach sich. Ein großes Krokodil, in dessen Maul Sie
stecken – das ist sie, die Mutter. Man weiß nicht, was es plötzlich
dazu bringen kann, seine Klappe zuzumachen. Das ist es, das
Begehren der Mutter“ (2007a, 97).

6Als präödipalen Phase kann jene Phase bezeichnet werden, in der der Vater noch nicht in der
Beziehungsdynamik zwischen Mutter und Kind interveniert (vgl. Evans 2002, 237 ff).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 14

Derjenige, der letztlich verhindert, dass das Kind vom Begehren „gefressen“ wird, ist
der Vater, der vom Kind als der Besitzer des Phallus erkannt wird: „Der Vater, als
Vater, hat den Phallus – Punktum“ (Lacan 1997, 376). Die mit diesem Erkennen des
Kindes verbundene Kastration befreit das Kind aus der Illusion, die darin besteht, zu
glauben, es könne das Begehren der Mutter befriedigen, und stellt somit den
Ausgang aus dem Ödipuskomplex dar (vgl. Evans 2002, 160 f).7

Wesentlich ist hierbei, dass der Phallus in Lacans Schilderung des Ödipuskomplexes
der Signifikant des Begehrens des Anderen ist (Fink 2011, 88) und nicht das Organ (Penis
oder Klitoris) meint, das er symbolisiert (vgl. Lacan 1986c, 125 f), wodurch sich die
Kastration auch nicht direkt auf den Penis des Knaben beziehen kann und somit auf
das Kind in Bezug auf das Begehren unabhängig von dessen Geschlecht zu wirken
hat.

Diese, im Ödipuskomplex angetroffenen Strukturen von Phallus haben bzw. Phallus


sein, finden sich nach Lacan auch jenseits des Ödipuskomplexes, in der Beziehung
zwischen den Geschlechtern wieder (Lacan 1986c, 130), wobei eine vollständige
Klärung dieses Umstandes die Einführung weiterer Begriffe erforderte, weshalb an
dieser Stelle darauf verzichtet wird (siehe hierzu Lacan 1986a, 85 ff; vgl. Fink 2011,
146 ff).

3.3 Der Phallus und das Begehren jenseits des Ödipuskomplexes

Wenn Lacan mit „[…] le désir de l'homme est le désir de l'Autre […]“ (2007b, 690)
festlegt, dass das Begehren des Menschen, das Begehren des Anderen ist, so ist dies
in dem Sinn zu deuten, dass der Mensch nicht so sehr den Anderen an sich, als
vermittels des Anderen begehrt (ibd.).

Doch auch das Begehren vermittels des Anderen lässt sich in mehrfacher Hinsicht
auslegen: begehren, von dem anderen begehrt zu werden, oder begehren, was der
andere begehrt (vgl. Žižek 2013, 52 und Evans 2002, 56 ff). In Die Bedeutung des
Phallus scheint mir besonders die erste Interpretation von Interesse zu sein, denn
neben dem bereits behandelten Begehren des Kindes, Zentrum des mütterlichen

7 Die genaue Schilderung dieses Vorganges ist in Lacans Werk ungleich komplizierter, da Lacan
zwischen symbolischen, imaginären und realem Phallus und symbolischen, imaginären und realem
Vater unterscheidet, diese Unterscheidung jedoch nicht gänzlich konsequent erfolgt (vgl. Evans 2002,
225) bzw. einigermaßen schwer nachzuvollziehen ist (vgl. Lacan 1997, 208 f).
Der Kastration des Kindes erfüllt nach Lacan überdies noch zumindest eine weitere Funktion, da die
Kastration einem Verbot gleichkommt und dieses wiederum eng mit dem, was Lacan jouissance nennt,
in Verbindung steht (vgl. Lacan 2007b, 700 und Widmer 2009, 120 bzw. Fink 2011, 137).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 15

Begehrens zu sein, merkt Lacan in diesem Text in Bezug auf die sexuelle Beziehung8
an, dass:

„[…] weder das Subjekt noch der Andere (für jeden der
Beziehungspartner) sich damit zufrieden geben können, Subjekte des
Bedürfnisses oder Objekte der Liebe zu sein, sondern einzig und
allein damit, Statthalter zu sein für die Ursache (cause) des Begehrens
[des Anderen; Anm. MARTIN]“ (Lacan 1986c, 127 f).

Unter Berücksichtigung des Gesamten bisher Gesagten, wohnt diesem Zitat eine
spannende Deutungsmöglichkeit inne:

Indem Lacan explizit ausschließt, dass sich das Subjekt damit zufrieden geben könne
Objekt der Liebe zu sein, lässt sich festhalten, dass sich das Subjekt nicht allein damit
begnügt begehrt zu werden, d.h. Ziel des Begehrens und somit Ersatz für den Mangel
im Anderen zu sein, vielmehr möchte es – indem es versucht Ursache des Begehrens zu
sein – selbst diesen Mangel im Anderen hervorrufen bzw. aufrechterhalten.

Aus dem Umstand, dass das Subjekt versucht einen Mangel im Anderen
hervorzurufen bzw. aufrechtzuerhalten, lässt sich schließen, dass jedes In-Beziehung-
Treten der Geschlechter seinem innersten Wesen nach einem aggressiven Akt
gleichkommt, der seinen Ausgang im Grund des eigenen Begehrens nimmt, sprich
im eigenen Mangel, welcher Folge der ursprünglichen Spaltung des Subjekts in $ und
S ist (siehe hierzu Kapitel 2.2) und sich unablässig in Form neuer Ansprüche äußert
(siehe hierzu Kapitel 3.1).

Bereits Freud weist (wenngleich auch nur mittels einer Fußnote) ausführlich darauf
hin, dass die Begriffe männlich und weiblich nicht unbedingt im biologischen Sinne zu
verstehen sind, dass jede Einzelperson eine Vermengung männlicher und weiblicher
Charakterzüge und biologischer Merkmale aufweise (1915, 80 f). Lacan scheint diese
Ansicht zu teilen (vgl. Lacan 1986c, 86 f), wodurch die zuvor getätigte Feststellung
(In-Beziehung-Treten der Geschlechter = aggressiver Akt) auf ein weit größeres Feld
zutreffen mag, als nur auf die Beziehungen zwischen biologischen Männern und
biologischen Frauen.

8Lacan bezieht sich hierbei eher auf die Beziehung zwischen den Geschlechtern, als auf den
Geschlechtsverkehr (vgl. Evans 2002, 122).
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 16

Ich gehe soweit zu behaupten, dass jede Form der menschlichen Beziehung von
dieser Dynamik durchdrungen ist. Der dem Menschen immanente Mangel und das
daraus folgende Begehren korrumpieren letztlich selbst jene Beziehung, die als die
edelste gelten mag, die Liebe, zu der Lacan meint:

„Die Liebe ist unvermögend, mag sie auch reziprok sein, denn sie
weiß nicht, daß sie nur das Begehren ist, Ein zu sein […]“ (1986a, 11).

4 Zusammenfassung und Schlussbemerkungen


Die vorliegende Arbeit hat gezeigt, dass der Phallus – sowohl als Signifikant der
Signifikatswirkungen, als auch als Signifikant des Begehrens des Anderen – wesentlichen
Einfluss auf die Existenz des Menschen nimmt:

Der Phallus als Signifikant der Signifikatswirkungen steht zum einen für die Spaltung,
die das Subjekt erfährt, wenn es sich selbst mittels der Sprache bezeichnet, und zum
anderen für die Präsenz des Unbewussten, das sich mitunter im Sprechen des
Menschen offenbart – wie am Beispiel des in Abbildung 5 dargestellten T-Shirts
deutlich wird.

Abbildung 5: T-Shirt der Modekette Zara, das Assoziationen zu einer KZ-Uniform weckt
(Quelle: Onlineausgabe der FAZ (http://www.faz.net/-gqi-7t7o2 [Zugriff 31.08.2014]))
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 17

Das in Abbildung 5 gezeigte T-Shirt ist bis vor kurzem noch Bestandteil der aktuellen
Kollektion der Modekette Zara gewesen und weckt aufgrund der Streifen sowie des
gelben „Sheriffsterns“ Assoziationen zu jener Art Uniform, die Insassen der Arbeits-
und Vernichtungslager zur Zeit des Nationalsozialismus tragen mussten. Sofern es
sich hierbei nicht um einen Teil einer perfiden Marketingstrategie handelt, deren
einziger Zweck es ist, mediales Interesse zu erwecken, erscheint es mir als gut
möglich, dass in diesem T-Shirt das Unbewusste der Designerin bzw. des Designers
Ausdruck gefunden hat, indem es sich mittels einer symbolischen Sprache „Gehör“
verschafft.

Der Phallus als Signifikant des Begehrens des Anderen lässt uns während der
präödipalen Phase erkennen, dass wir nicht in der Lage sind, den Mangel im
Anderen zu befriedigen. Das Begehren, als Differenz aus Anspruch und
Befriedigung, sowie die mit ihm einhergehende Dynamik haben wesentlichen Anteil
am Wesen der menschlichen Natur und nehmen bewusst oder unbewusst Einfluss
auf alle Formen zwischenmenschlicher Beziehungen.

Da in Lacans Text Die Bedeutung des Phallus keine explizite Unterscheidung zwischen
symbolischem, imaginärem und realem Phallus erfolgt, ist der Penis, als realer Phallus,
auch in dieser Arbeit weitgehend unerwähnt geblieben. Ich erachte weitere
Untersuchungen zur Bedeutung des realen Phallus im Werk Lacans für sinnvoll, da
der reale Phallus besonders in Bezug auf die im Verlauf des Ödipuskomplexes
stattfindende Sexuierung eine nicht unerhebliche Funktion zu erfüllen scheint (vgl.
Evans 2002, 117 ff). Im Zuge dieser Untersuchung wäre auch zu klären, ob Lacans
Verwendung der Begriffe Mann und Frau tatsächlich unabhängig vom biologischen
Geschlecht zu verstehen sind, bzw. wäre zu klären inwieweit männliche und weibliche
Attribute durch das biologische Geschlecht beeinflusst werden.
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 18

5 Literaturverzeichnis
ALTHUSSER, Louis (1976): Freud und Lacan. Merve Verlag, Berlin 1976

EVANS, Dylan (2002): Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse. Turia + Kant, Wien
2002

FINK, Bruce (2011): Das Lacan'sche Subjekt. Zwischen Sprache und Jouissance. Turia
+ Kant, Wien 2011

FREUD, Sigmund (1907): Zur Psychopathologie des Alltagslebens. Über Vergessen,


Versprechen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum. [Digitalisierte Ausgabe,
https://archive.org/details/zurpsychopathol00freugoog (Zugriff 16.08.2014)]. S.
Karger, Berlin 1907

FREUD, Sigmund (1915): Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie [3., vermehrte


Auflage]. [Digitalisierte Ausgabe, https://archive.org/details/Drei
AbhandlungenZurSexualtheorie3.VermehrteAuflage (Zugriff 28.08.2014)].
K.u.K. Hofbuchdruckerei Karl Prochaska, Teschen 1915

FREUD, Sigmund (1920): Jenseits des Lustprinzips. [Beihefte der Internationalen


Zeitschrift für Psychoanalyse. Nr. II]. [Digitalisierte Ausgabe,
https://archive.org/details/II_Freud_1920_Jenseits_k (Zugriff 17.08.2014)].
Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig – Wien – Zürich 1920

FREUD, Sigmund (1923): Das ich und das Es. [Digitalisierte Ausgabe,
https://archive.org/details/Freud_1923_Das_Ich_und_das_Es_k (Zugriff
17.08.2014)]. Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig – Wien –
Zürich 1923

FREUD, Sigmund (1924a): „Der Untergang des Ödipuskomplexes“, in: Internationale


Zeitschrift für Psychoanalyse, X Band, Heft 3, 1924, 245 – 252. [Digitalisierte
Ausgabe, https://archive.org/details/InternationaleZeitschriftFuumlrPsycho
analyseX.Band1924Heft3 (Zugriff 18.08.2014)]

FREUD, Sigmund (1924b): „Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben“, in ders.:
Gesammelte Schriften. Achter Band. [Digitalisierte Ausgabe,
https://archive.org/details/Freud_1924_Gesammelte_Schriften_VIII_Krankeng
eschichten_k (Zugriff 17.08.2014)]. Internationaler Psychoanalytischer Verlag,
Leipzig – Wien – Zürich 1924

FREUD, Sigmund (1927): „Fetischismus“, in: Internationale Zeitschrift für


Psychoanalyse, XIII Band, Heft 4, 1927, 373 – 378. [Digitalisierte Ausgabe,
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 19

https://archive.org/details/InternationaleZeitschriftFrPsychoanalyseXv.Band19
27Heft4 (Zugriff 17.08.2014)]

FROMM, Erich (1979): Sigmund Freuds Psychoanalyse – Größe und Grenzen.


Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1979

LACAN, Jacques (1986a): Das Seminar. Buch 20. Encore [Buch XX]. Quadriga, Berlin
1986

LACAN, Jacques (1986b): „Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion“, in ders.:
Schriften I. Quadriga , Weinheim – Berlin 1986

LACAN, Jacques (1986c): „Die Bedeutung des Phallus“ 1958, in ders.: Schriften II.
Quadriga , Weinheim – Berlin 1986

LACAN, Jacques (1997): Das Seminar von Jacques Lacan Buch III (1955-1956). Die
Psychosen. Quadriga, Weinheim – Berlin 1997

LACAN, Jacques (2007a): Die Kehrseite der Psychoanalyse [Seminar XVII]. Lacan-
Archiv, Bregenz 2007

LACAN, Jacques (2007b): Ecrits. The First Complete Edition in English. W. W. Norton
& Company, New York 2007

LACAN, Jacques (2014): Die Objektbeziehung. Das Seminar, Buch IV. Turia + Kant,
Wien 2014

LAQUIÈZE-WANIEK, Eva (2012): „Fort und Da. Zur Ankunft des Subjekts“, in dies. /
Peter Berz / Marianne Kubaczek / David Unterholzner: Spielregeln. 25
Aufstellungen. Eine Festschrift für Wolfgang Pircher. Diaphanes, Zürich –
Berlin 2012

LEVINE, Israel (1926): Das Unbewusste. [Digitalisierte Ausgabe,


https://archive.org/details/DasUnbewusste_999 (Zugriff 16.08.2014)].
Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig – Wien – Zürich 1926

PLATON (1974): „Kratylos“, in ders.: Spätdialoge I. Theaitetos. Der Sophist. Der


Staatsmann. Kratylos. Sämtliche Werke Band V [Crat.]. Artemis, Zürich –
München 1975

SAUSSURE, Ferdinand (2001): Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft.


Walter de Gruyter, Berlin – New York 2001
Lacan - Die Bedeutung des Phallus 20

WIDMER, Peter (2009): Subversion des Begehrens. Eine Einführung in Jacques Lacans
Werk. Turia + Kant, Wien 2009

Žižek, Slavoj (2013): Lacan. Eine Einführung. S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am
Main 2013