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VORGESCHICHTE HALLE

LANDESMUSEUMS FÜR
TAGUNGEN DES
Rings of Power
Ringe der Macht
Seit der Mensch in Urzeiten Gefallen daran fand, sich zu schmücken, gehörte
immer auch der an Finger, Arm oder Hals getragene Ring dazu. Mit seiner
Form – Unendlichkeit und Bindung verdeutlichend – avancierte er schon
bald zum perfekten Machtsymbol. Wie kaum einem anderen Signum sprach Ringe der Macht
man ihm mitunter sogar zu, selbst Macht und Kraft zu besitzen. In einer
breit gefächerten Zusammenschau verfolgen diese Bände die Entwicklung
Rings of Power
und Varianten der Ringsymbolik in Europa.
Internationale Tagung vom
o9. bis 1o. November 2o18 in Halle (Saale)
International Conference
November o9–1o, 2o18 in Halle (Saale)
Herausgeber Harald Meller, Susanne Kimmig-Völkner und Alfred Reichenberger

9 78 3 9 4 4 5 07972

I S B N 978 - 3 - 9 4 4 5 07- 97-2


I S S N 18 6 7- 4 4 0 2
21/I 21/I 2019 TAGUNGEN DES L ANDESMUSEUMS FÜR VORGESCHICHTE HALLE
Tagungen des
Landesmuseums für Vorgeschichte Halle
Band 21/I | 2019

Ringe der Macht


Rings of Power

Internationale Tagung
vom o9. bis 1o. November 2o18 in Halle (Saale)

International Conference
November o9–1o, 2o18 in Halle (Saale)

herausgegeben von
Harald Meller,
Susanne Kimmig-Völkner
und
Alfred Reichenberger

Halle (Saale)
2o19
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen
Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet
über https://portal.dnb.de abrufbar.

issn
1867-44o2
isbn 978-3-9445o7-97-2

Redaktion Susanne Kimmig-Völkner, Nele Lüttmann, Alfred Reichenberger, Manuela Schwarz,


Nico Schwerdt, Michael Strambowski
Übersetzungen und
Lektorat englische Texte David Tucker • Halle (Saale)
Endredaktion Susanne Kimmig-Völkner, Nele Lüttmann, Nico Schwerdt, Manuela Schwarz
Umschlagfotos Juraj Lipták • München
Fotos der Seiten 13–15, 78–79, 132–133, 148, 16o–161, 223–225, 258–259, 28o–281, 34o,
4o7, 4o8–4o9, 42o, 44o, 468–469, 5o8–5o9, 588, 611–613
Juraj Lipták • München
Vor- und Nachsatz Klaus Pockrandt • Halle (Saale); Fotos: alle Juraj Lipták • München
Außer Nachsatz unten: Armreif von Rodenbach, Historisches Museum der Pfalz Speyer

Für den Inhalt der Arbeiten sind die Autoren eigenverantwortlich.

© 2o19 by Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum


für Vorgeschichte Halle (Saale). Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrecht-
lich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist
ohne Zustimmung des Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilm­
ungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Gestaltungskonzept Carolyn Steinbeck • Berlin


Umschlagskonzept Klaus Pockrandt • Halle (Saale)

Layout, Satz und Produktion Brigitte Parsche


Druck Salzland Druck GmbH & Co KG
Inhalt

Band I

9 In Memoriam DDr. Olav Röhrer-Ertl

11 Vorwort der Herausgeber

RINGE UND MACHT

17 Alfred Reichenberger 
V
 on der Vielfalt der Ringe – eine Einführung

61 Anna Paola Rapelli


A Deo rex, a rege lex. Symbols of power from ancient times to the Middle Ages.

An artistic survey

DER RING VON PAUSSNITZ – GLAUBE UND ABERGLAUBE IM MITTELALTER

81 Arnold Muhl
Das Ringen um den Ring.
Fund- und Erwerbsgeschichte des Inschriftenrings von Paußnitz

91 Friedrich Röhrer-Ertl
Paußnitz revisited oder: vom Ringe nichts Neues?

105 Claus Priesner


Schutz und Schaden –
Bemerkungen zum magischen Denken, besonders der Ringmagie

121 Susanne Kimmig-Völkner


Religion oder Aberglaube? Ringe mit christlicher Ikonografie

GEHEIME BOTSCHAFTEN

135 Olav Röhrer-Ertl (†)


Über numinose Zahlen als eine Möglichkeit der Musterinterpretation

149 Klaus Schmeh


Kryptologie in der Renaissance
MAGISCHE RINGE – REALIEN, GESCHICHTEN, MYTHEN

163 Klaus Graf


Ringe in Kulturgeschichte und Erzählforschung

177 Rudolf Simek


Der Ring in Mythologie und Kult des nordischen Frühmittelalters

189 Jörg Peukert


Von den »vingerlîn«. Zwischen Fiktion und Realität, Symbol und Wert

211 Donat Wehner


Mittelalterliche Glasfingerringe mit ovalem Kopf als Repräsentation geistlicher Macht

DER EINE RING

227 Thomas Honegger


Tolkien und die Tradition der Ringe der Macht

247 James Gerrard


The Vyne Ring in context: powerful people and powerful rings
during the end of Roman Britain

VOM ANBEGINN DER RINGE

261 Juliane Weiß


Paläolithischer Ringschmuck – eine Übersicht

MACHTVOLLE RINGE DER BRONZEZEIT

283 Harald Meller


Vom Herrschaftszeichen zum Herrschaftsornat.
Zur Entstehung des goldenen Ringschmucks in Mitteleuropa

301 Andrea Schaer


Die Bronzehand von Prêles, Kanton Bern (Schweiz)

Band II

321 Michael Strambowski


Goldene Bandfingerringe der mittleren Bronzezeit – eine Übersicht

341 Louis D. Nebelsick


In höchsten Höhen und tiefsten Tiefen. Der Deponierungskontext
jungbronzezeitlicher Ringdepots Mitteleuropas

363 Franziska Knoll


Der goldene Eidring der jüngeren Nordischen Bronzezeit –
Ein forschungsgeschichtliches Konstrukt neu betrachtet
375 Flemming Kaul
Late Bronze Age oath rings from Boeslunde, Zealand (Denmark).
Their function and meaning

389 Carola Metzner-Nebelsick


»Die Ringe der Macht« revisited – Goldener Ringschmuck der Bronze- und Eisenzeit Europas
im Vergleich. Zur Agency exzeptioneller Artefakte

RINGE IN DER ANTIKE

411 Fritz Blakolmer


Siegelringe im minoisch-mykenischen Griechenland:
Herrschaft, Religion und Prestige

421 Wolfgang Adler


Der Torques als römische Kriegsbeute und donum militare.
Zu einem frühkaiserzeitlichen Grabrelief aus Bartringen, Kt. Luxemburg

441 Stefanie Nagel und Anne Wolsfeld


Prestige – Status – Macht. Fingerringe der römischen Kaiserzeit und Spätantike

STATUSSYMBOL UND DIPLOMATISCHES GUT

471 Alexandra Pesch


Königliche Kostbarkeiten: Germanischer Ringschmuck vom ersten bis
ins fünfte Jahrhundert

491 Matthias Becker


Goldene Halsringe der späten römischen Kaiserzeit

499 Matthias Hardt


Herrschaftszeichen, Prestigegüter oder kaiserliche Gaben? Hals- und Armringe aus Edelmetall
zwischen Völkerwanderungszeit und frühem Mittelalter

MAGIE DER WORTE

511 Stefan Krabath


Hoch- und spätmittelalterliche Fingerringe mit Inschriften –
eine Übersicht zu archäologischen Funden in Europa

589 Eberhard Bönisch und Friedrich Beck


Der Inschriftenring aus der mittelalterlichen Holzkirche in Horno/Niederlausitz

603 Mirko Gutjahr


Zur (Be-)Deutung des Inschriftenrings von Horno, Lkr. Spree-Neiße (Brandenburg)

MODERNE RINGE DER MACHT

615 Thomas Richter und Georg Schafferer


Schlaue Ringe – vom Ringträger zum Daten-Träger
Ringe in Kulturgeschichte und Erzählforschung
Klaus Graf

Zusammenfassung Abstract

Erzählungen über verschwundene Ringe, ob im Fischbauch Rings in cultural history and narrative research
wieder gefunden oder – wie in Merseburg – vom Raben sti-
bitzt, verdeutlichen durch ihren Verlust die besondere Stories about vanished rings, whether found again in the
Bedeutung der Schmuckstücke für ihre Besitzer. Weltweit belly of a fish or – as at Merseburg – pilfered by the raven,
müssen in variantenreichen Märchen Zauberringe abenteu- illustrate by means of their loss the special importance of
erlich wiederbeschafft werden. Zu den ubiquitären magi- the jewellery for the owners. Around the world, magic rings
schen Ringen gehören spezifische »Ringe der Macht«: aristo- have to be retrieved adventurously in a variety of fairy tales.
kratische Familien-Talismane, zum Beispiel der Dessauer Specific »rings of power« pertain to the ubiquitous magic
»Krötenring« des Hauses Anhalt. Mit ihnen war das Glück rings: aristocratic family talismans, for example the Dessau
des Geschlechts untrennbar verbunden. Ringe manifestie- »Toad Ring« of the House of Anhalt. The fortune of the
ren – als Treuesymbole – Bindungen: etwa als Ring des Wie- dynasty was inseparably linked to them. Rings mani-
dererkennens bei Heimkehr des verschollenen Gatten, den fest – as symbols of loyalty – bonds, such as the Ring of
er in den Becher der Ehefrau wirft. Ein Verlobungsring, der Recognition which on his return the lost husband throws
einer Statue übergestreift wird, ist magisches Requisit eines into his wife's cup. An engagement ring, slipped on a statue,
seit dem 12. Jh. beliebten literarischen Stoffs. Der Verlust is a magical prop of literary material popular since the 12th
eines Rings gilt als schlimmes Omen: Wird die Treue gebro- century. The loss of a ring is considered an ill omen: If faith
chen, springt das Ringlein entzwei. is broken, the ring breaks in two.

Der Merseburger Schulrektor Georg Möbius überliefert 1668 verwechselt zu haben, wenn er ein Jahr früher die
die älteste bekannte Version der Merseburger Rabensage, Geschichte auf Raben-Dukaten eines Naumburger Bischofs
die sich an den 1514 gestorbenen Bischof Thilo von Trotha bezieht (Prätorius 1667, 133–134).
knüpft: »Von diesem Bischoff Thilo von Trodt ist unter dem Die Sage ist in Merseburg äußerst populär. Der steinerne
gemeinen Mann eine gemeine Rede gewesen, als wenn er Rabenkäfig am Merseburger Schloss (Abb. 1), inzwischen
einsmahls seinen Cammerdiener darumb, daß er ihme sei- aus Tierschutzgründen mit Voliere und einem Rabenpär-
nen Pitzschier-Ring entführet haben solle, hinrichten laßen, chen, zählt zu den Wahrzeichen der mitteldeutschen Stadt.
welches sich aber nach etlichen Jahren anders befunden, Er ist ein touristisches »Erzähl-Mal« mit Alleinstellungs-
indem ein Schiefer-Decker solchen Ring in eines Raben Nest merkmal, also ein Denkmal, das Erzählungen provoziert
auf dem Thurm innen an der Dom Kirchen gefunden, wes- (Graf 2o17a). Schon im 18. Jh. wurde der Rabe auf Staatskos-
wegen solcher Bischof hernachmahls solche That an seinem ten verpflegt: 174o–1744 hatte die Witwe des Fleischers Die-
Diener soll sehr bedauert, und zum steten Andencken einen ter dem Raben für gut 35 Taler monatlich zwölf Stück
Raben mit einem Ring in Schnabel in seinem Wappen Schöpsgeschlinge zu liefern (von Trotha 2o19).
geführet haben.« Aber Möbius glaubt nicht daran: »Allein Es handelt sich um eine ätiologische Überlieferung
dieses ist billig für eine Fabel zu halten.« Erstens würden die (Erklärungssage) des Wappens der Familie von Trotha, das
alten handschriftlichen Chroniken nichts davon wissen, einen Raben mit Ring im Schnabel zeigt (Abb. 2). Man fin-
zweitens hätten die von Trotha das Wappen lange vorher det im Merseburger Dom eine ganze Reihe solcher Wap-
geführt und drittens finde man im Dom Grabmäler des penabbildungen. Exklusiv ist dieses Schildbild jedoch kei-
Geschlechts mit diesem Wappen, die älter als der Amtsan- neswegs. Unter den Adelsfamilien, die es führten, ragt der
tritt des Bischofs seien1. Der barocke Polyhistor Johannes 149o gestorbene ungarische König Matthias Corvinus
Prätorius (163o–168o) scheint Naumburg und Merseburg (= Rabe) heraus. Schon um 15oo ist für ihn eine Wappenätio-

1 Von der Chronik gibt es eine Reihe von »seinen Wappen«) nach dem Faksimile aus Thema lieferte mir 2oo3 Dr. Dietrich Hakel-
Handschriften. Ausgabe: Möbius 1914, 154. Merseburg, Domstiftsbibliothek, Cod. I, 2o8; berg (jetzt Marbach am Neckar), dem daher
Meine Wiedergabe stammt aus Cottin 2o14, 495–496 korrigiert. Materialien: Wikimedia dieser Aufsatz in alter Verbundenheit gewid-
15o, ist aber an einer Stelle (»seinem« statt Commons, div. D. Wertvolle Hinweise zum met sei.

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Abb. 1 Rabenkäfig am Schloss Merseburg. Abb. 2 Wappen derer von Trotha im Merseburger Dom.

logie zu belegen, in der ein Ring von einem Raben gestohlen


wird 2.
Parallelen zur Merseburger Rabensage andernorts entwi-
ckelten sich ebenfalls aus bildlichen Darstellungen (Kinkel
1876, 23o–231), etwa in Brandenburg an der Havel. In einer
Sagensammlung von 1843 ist zu lesen: »Auf der Spitze des
Rathenower Thors zu Brandenburg sieht man einen Raben,
in dessen Schnabel ein Ring mit daran befindlicher Kette
sichtbar ist. Den hat einer der ehemaligen Bischöfe dort
anbringen lassen zum ewigen Andenken daran, daß er
einen seiner Diener ungerechter Weise hinrichten ließ«
(Kuhn 1843, 6o). In Fürstenwalde wird die Sage mit dem
155o gestorbenen Bischof Georg von Lebus zusammenge-
bracht (Graffunder 1912, 26–28). Die Merseburger Raben-
sage ist also eine sog. Wandersage, die an verschiedenen
Orten lokalisiert wurde3. Sie zählt zu einer Gruppe von
Erzählungen über Unschuldige, die zu Unrecht verurteilt
wurden (Graf 2oo1, 31–34). Aus heutiger Sicht kann man sie
dem justizkritischen Diskurs zuweisen. Es gibt natürlich
noch etliche andere Erzählungen über von Raben und ande-
ren Vögeln gestohlene Ringe. Ob die Rabenvögeln vielfach
attestierte Vorliebe für glänzende Gegenstände4 naturwis-
senschaftlich tatsächlich nachweisbar ist (Shephard u. a.
2o15), steht hier nicht zur Debatte. Abb. 3 Im Wappen von Glasgow trägt der Lachs des Hl. Mungo einen
Überlieferungen über gestohlene Ringe gehören zu einer Ring im Maul.
heterogenen Gruppe von Erzählungen, bei denen es um
abhandengekommene, verschwundene Ringe geht. Für den (Brednich 2oo2; Uther 2o15, 166 Nr. ATU 736A). Im Wappen
Erzähltyp vom Ring im Fischbauch ist Schillers Ballade der Stadt Glasgow nimmt ein Lachs mit einem Ring im Maul
»Der Ring des Polykrates« nur das prominenteste Beispiel (Abb. 3) Bezug auf eine hagiografische Erzählung über den

2 K riza 1999, 418. In der deutschsprachigen 3 L epsius 1854, 3o4; Lemke 191o, 137; 143– Jahren in seiner Ida-Legende, in der Raben
Kompilationsliteratur des 17. Jhs. ist dieser 144; Graf 2o16. einen Ring entführen: Kern 1927/28, 65; 1o5.
Stoff ebenfalls vertreten. Es genüge der Hin- 4 Von diebischen Raben spricht bereits Keine Hinweise bei Bies 2oo4.
weis auf Prätorius 1667, 382–383. Albrecht von Bonstetten in den 148oer-

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Abb. 4 Bischof Heinrich von Blois mit Ring,


138o.

Abb. 5 Rottweiler Brautrelief, 14. Jh. (romanti-


sierende Wiedergabe).

Schutzheiligen St. Mungo/Kentigern (Doniger 2o17, 31–32). eine listige Alte den Ring. Dann läßt er die Prinzessin ent-
Die in den »Deutschen Sagen« der Brüder Grimm (Uther führen, alles vom Prinzen Gewünschte zerstören und den
1993, Nr. 24o) vertretene Überlieferung von einer hartherzi- Prinzen selbst den Verstand verlieren. Die Katze zwingt eine
gen Frau im niederländischen Stavoren, die Weizen ins Ratte dazu, den Ring zurückzuholen. Daraufhin kommt der
Meer schütten lässt, verarbeitete Adolf Böttger im 19. Jh. zu Prinz wieder zur Vernunft und wünscht, daß alles wieder
einem Gedicht (Böttger 1866, 55). Die entscheidende Szene: wie früher werde« (Marzolph 2o14, 1191).
Verschwundene Ringe können für Vielerlei stehen und in
»So wahr ich nimmer wieder den goldnen Reifen seh', die verschiedensten Erzählungen eingebunden werden: so
Den ich hinunterschleudre in diese tiefe See, in Merseburg in eine justizkritische Geschichte, in Stavoren
So wahr bleibt auch bis zum Tode meiner Seele fern, in eine Sage, bei der es um Hybris und Nahrungsmittelfre-
Was ihr mir sagt von Elend, von dem Fluch des Herrn. – vel geht. Aber ihr Verschwinden unterstreicht doch in jedem
Fall den hohen Wert und die Kostbarkeit des abhandenge-
Das Ringlein flog hinunter, und auch der Waizen sank, kommenen Rings. Der Verlust stellt die besondere Bedeu-
Er wirbelt auf und nieder bei einer sand'gen Bank! tung des Schmuckstücks heraus.
Doch als am andern Morgen Sagitta saß zu Tisch, Zur Kulturgeschichte des Ringgebrauchs will ich mich
Fand sie, erblaßt vor Schrecken, den Ring in einem Fisch« auf wenige Andeutungen beschränken5. Im europäischen
Mittelalter zählten Fingerringe – wie schon in der Antike –
Der Verlust eines Rings liegt dem weltweit bekannten zu den beliebtesten Schmuckstücken der Oberschicht. Als
Erzähltyp »Zauberring« zugrunde, von dem es viele Varian- herrscherliche Macht- und Würdezeichen beglaubigten Sie-
ten gibt (Marzolph 2o14; Uther 2o15, 135 Nr. ATU 56o). Der gelringe (wie der Fischerring des Papstes) den Rang ihres
Zauberring kommt zeitweilig dem Märchenhelden abhan- Trägers. Der bei der Bischofsweihe übergebene Bischofsring
den und muss wieder beschafft werden. In einem womög- (Abb. 4) war signum fidei, Zeichen der Bindung an die Orts-
lich noch frühneuzeitlichen südindischen Volksbuch wird kirche (Berger/Schmauder 1999). 1o57 legte der Zähringer
das Märchen so erzählt: »Ein aufgrund einer Verleumdung Graf Berthold der Kaiserin Agnes den von Kaiser Heinrich
vom Hof verstoßener Prinz rettet eine Katze und eine III. erhaltenen Ring zum Beweis seiner Anwartschaft auf
Schlange vor dem Tod. Der Vater der Schlange schenkt ihm das Herzogtum Schwaben vor (Parlow 1999, Nr. 28). 1172
aus Dank seinen Z[auberring]. Der Prinz läßt sich einen erhielt Richard Löwenherz zum Zeichen seiner Herrschaft
Palast bauen und heiratet die Prinzessin. Ein durch ein Haar über Aquitanien in Limoges den Ring der dortigen heiligen
der Prinzessin in sie verliebter König [...] besorgt sich durch Patronin Valérie angesteckt (Smith 2oo1, 31o).

5 Ich lehne mich teilweise wörtlich an Graf die ich hier nicht wiederhole. Materialreiche Stern 1931/32; Jungwirth 1935/36; Kloster-
2oo4 an. Dort und in der erweiterten Fassung ältere Zusammenstellungen (auch zu den halfen 1967; aus jüngster Zeit: Doniger 2o17.
Graf 2o17 sind weitere Nachweise zu finden, Erzählstoffen): Jones 1877; Cassel 1893;

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Ringe fungierten daneben als Zeichen der Liebe und lief überreicht ein Ritter seiner Dame einen Ring (Abb. 5).
Treue und zwar schon im hohen Mittelalter. Sie waren Am wahrscheinlichsten ist eine mystisch-allegorische Deu-
zugleich Rechtssymbole für die Einigung über den Ehe- tung. Die Frau steht für die christliche Seele, der Ritter ver-
schluss. Bereits in der »Schwäbischen Trauformel« des körpert den Seelenbräutigam Christus (Schott 1992, 1o8). Im
12. Jhs. zählt zu den vom Vormund der Braut übergebenen kurzen deutschen Traktat »Geistlicher Fastnachtskrapfen«
Gegenständen ein »guldin uingerlin«6. Aus dem einseitig (Ruh 198o), den man irrtümlich auf das Rottweiler Kunst-
vom Bräutigam beim Verlöbnis der Braut übergebenen Ver- werk bezogen hat (Hecht 1973/75, 57o), wird das Verhältnis
lobungsring entwickelte sich unter kirchlichem Einfluss der der frommen Seele zu Christus mit einer Fastnachtslieb-
gegenseitige Ringwechsel bei der Trauung (Schott 1992, schaft verglichen. Christus »wirt ir auch ein guldin fingerlin
42–44; Kocher 2oo8). Im deutschen Raum etablierte er sich an stossen« zu einer Bestätigung, dass sie ewig und ohne
im 13. Jh., blieb jedoch bis in die frühe Neuzeit auf die Ober- Ende nicht mehr von ihrem (geistlichen) Fastnachtslieb-
schicht und das wohlhabende Bürgertum beschränkt. haber getrennt werden solle8. Wohl in einem norditalieni-
Eine besonders eindrucksvolle Darstellung aus dem 14. Jh. schen Frauenkonvent (in Venedig?) entstand in der Mitte
befindet sich am Kapellenturm in Rottweil7. Im sog. Brautre- des 15. Jhs. ein lateinischer Dialog »Anulus nuptialis«, der

Abb. 6 Der Ring der Jungfrauen steht für die


Liebe Gottes. Traktat »Anulus nuptialis«
(Venedig?, Mitte 15. Jh.).

6 Einzige Handschrift: Staatsbibliothek Mün- de/15462> (o2.o3.2o19). Zum Text: Schmidt- 8 Abdruck von Winfried Hecht: Gaier/Schürle
chen, Clm 2, Bl. 38v. Digitalisat: <http:// Wiegand 1992. 2oo4, 436 nach der erst im 15. Jh. entstande-
daten.digitale-sammlungen.de/ 7 Das Foto »Brautrelief 1927/29« macht deut- nen Donaueschinger Handschrift 267 der
bsboo1o36o9/image_78> (o2.o3.2o19). lich, dass die Ringübergabe heute nicht mehr Württembergischen Landesbibliothek
Ausgabe: Wilhelm 1914, 47. Zur Hand- im Original vorhanden ist. Die Wiedergabe Stuttgart.
schrift: <http://www.handschriftencensus. bei Heideloff 1855, H. 6 Taf. 5 bietet eine
romantisierende Interpretation.

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Abb. 7 »Mourning Ring« mit Haaren früh gestorbener Kinder, Ende 18. Jh. (Fitzwilliam Museum Cambridge).

Abb. 8 Ringe der Agnes von Hayn, geb. von Rabenstein, 1543 (rechts Ausschnitt aus dem Gemälde von Lucas Cranach d. J.).

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Verbreitung frühneuzeitlicher Fingerringe in allen gesell-


schaftlichen Schichten bestehen.
Mit dieser lebensweltlichen Allgegenwärtigkeit von Rin-
gen im Alltag – nicht nur der Oberschicht – korrespondierte
ihr häufiges Vorkommen in der sog. Volksüberlieferung und
in literarischen Erzählungen. Es versteht sich von selbst, dass
hier nur ein kleiner Ausschnitt berücksichtigt werden kann10.
Ringe mit magischen Kräften sind in Weltliteratur und
Folklore allenthalben anzutreffen – bis hin zum modernen
Fantasy-Boom (Stichwort Tolkien). Der universelle Wun-
schring des Märchens, der alle Wünsche erfüllt, ist eine welt-
weit verbreitete Machtfantasie. Schon in der mittelalterli-
chen Literatur sind Zauberringe, die u. a. unsichtbar machen
können, das dominierende magische Requisit (Faral 1913,
34o). Für ein Beispiel machtvollen Liebeszaubers steht der
Ring der Fastrada, der Karl den Großen über Fastradas Tod
hinaus zu nekrophiler Leidenschaft zwingt (Heyder 2o16).
Von den Wunderringen will ich nur eine Gruppe näher in
den Blick nehmen, nämlich jene »Ringe der Macht«, die das
adelige Familienglück verkörpern. Sie gehören zu den aristo-
kratischen Familien-Talismanen, bekannt etwa durch das
von Ludwig Uhland verewigte englische »Luck of Edenhall«
(Abb. 9). Das ist ein Glaspokal des 14. Jhs., den man noch
heute im Londoner Victoria and Albert-Museum besichtigen
kann11. Überlieferungen dieser Art gibt es vom 14. Jh. bis
zur Gegenwart. Wolfgang Menzel veröffentlichte 1858 eine
Abb. 9 The Luck of Edenhall, Glas, emailliert und vergoldet, wohl Mitte Liste von 19 adeligen Familien-Talismanen des deutschspra-
14. Jh. (Victoria and Albert Museum, London). chigen Raums, die jeweils von Zwergen oder Elben stam-
Rechte Seite
men. In neun Fällen sind Ringe darunter (Menzel 1858, 1o9;
Abb. 1o Der Alvenslebensche Familienring ist mit einer hölzernen vgl. auch Peuckert 1966, 516–517).
Johannesstatue verbunden. Glaubt man einer Aufzeichnung aus Gotha von 1836
(Hoffmann/Rölleke 1979, Nr. 4o), werden die Herzöge von
vom Ehering als Sinnbild der Vermählung der Nonne mit Sachsen-Gotha aussterben, wenn der Ring der hl. Elisabeth
ihrem himmlischen Bräutigam Christus ausgeht (Abb. 6). nicht mehr in ihrem Besitz sei. Solche Gegenstände müssen,
Das Manuskript hat es in die Special Collections & Archi- wie die seit dem Spätmittelalter in historischen Quellen
ves, Florida State University Libraries, Tallahassee, ver- bezeugten aristokratischen Erbkleinodien (Graf 1998, 5),
schlagen 9. unveräußerlich bewahrt werden, damit das Glück die Fami-
Ringe spielten aber auch eine Rolle in der Erinnerungs- lie nicht verlässt. Sie sind meist die Gabe von jenseitigen
kultur: In der frühen Neuzeit verbreitete sich der Typus der Wesen, überwiegend von Zwergen. Am frühesten ist im
das persönliche Andenken fixierenden Gedächtnis- oder deutschsprachigen Raum die Sage »Der Scherfenberger und
Trauerringe, die den schon im Mittelalter vorhandenen der Zwerg« belegt, denn schon zu Beginn des 14. Jhs. erzählt
Memorialcharakter des verschenkten Rings unterstrichen. Ottokar in seiner Steirischen Reimchronik, wie der Herr von
Solche Ringe wurden im deutschen Sprachraum als »Denk- Scherfenberg von einem Zwerg einen wunderbaren Ring
ringe« oder Gedenkringe bezeichnet (Kompetenzzentrum erhält (Seemüller 189o, 827; vgl. Moeglin 1991).
Trier o. D.; Kompetenzzentrum Trier o. D. a). Ein außerge- Bereits 1599 gedruckt wurden zwei einschlägige Erzäh-
wöhnliches Objekt verwahrt das Fitzwilliam Museum in lungen: über den Grafen von Hoya und die Frau von Alvens-
Cambridge (Abb. 7; Inv. PER.M.272-1923). Es handelt sich leben (Hamelmann 1599, 21–22). Die von Alvensleben leistet
um einen »Mourning Ring«, der unter Glas Haare von zwei Geburtshilfe bei einer Zwergenfrau und erhält zum Dank
1784 und 1786 gestorbenen Kindern enthält, ein wohl für einen Goldring. Solange er sich im Haus Kalbe und beim
die Mutter angefertigtes Andenken (Tycz o. D.). Geschlecht befindet, sorgt er für dessen Wohlergehen. Der
Kostbare Ringe, von denen reiche Leute häufig mehrere Familienring derer von Alvensleben existiert (wie das
trugen, demonstrierten augenfällig das Ansehen ihres Trä- Geschlecht selbst) bis heute und befindet sich seit 2oo8 in
gers (Abb. 8). Wenngleich die Massenproduktion von Rin- der Obhut des Domschatzes Halberstadt (Abb. 1o). Die
gen erst im 19. Jh. einsetzte, kann kein Zweifel an der weiten Erwähnung eines halben Rings, der dem ganzen Geschlecht

9 Digitalisat: <http://purl.flvc.org/fsu/fd/FSU_ (ATU) (Uther 2o11), ebenso zu finden wie in 11 The Luck of Edenhall, wohl Mitte 14. Jh.;
BT769A56> (2o.o3.2o19); vgl. Thomas 2o17. stattlicher Fülle im Registerband der Enzy- Wolf 2oo3, 588–589 Kat.-Nr. 46 (freundl.
1o R inge sind in den Registern der (in der folk- klopädie des Märchens (Shojaei Kawan 2o15, Hinw. Dr. Stefan Krabath, Wilhelmshaven).
loristischen Erzählforschung so beliebten) 491–492). Zu den Kinder- und Hausmärchen Geschichten englischer Familientalismane
Kataloge von Erzähltypen, allen voran der der Brüder Grimm: Uther 2o13, 61o (Regis- sammelte Lockhart 1938.
»Aarne-Thompson-Uther Typenkatalog« ter).

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(Beckmann 171o, 352–353). In der ersten wird eine hoch-


schwangere Fürstin von Anhalt von der »Frau Kröte« mit
einem Glücksring belohnt, da diese sich für von der Servi-
ette ausgeschüttelte Speise-Brocken bedanken wollte. Wenn
der Ring stets im Schloss Dessau bliebe, würde es dem Haus
Anhalt »wohl gehen und der Stamm nicht aussterben.«
Außerdem überbrachte die von der Kröte beauftragte Frau
noch einen guten Rat: Man solle an Weihnachten besonders
auf das Feuer achtgeben, damit das Schloss nicht verbrenne.
Die zweite, laut Beckmann noch verbreitetere Fassung hebt
auf die nächtliche Geburtshilfe bei einer Frau ab, die durch
einen unterirdischen Gang erreicht wird, wobei die Fürstin
über sich das Rauschen des Mühlwassers hört. Zum Dank
wird der Fürstin einige Nächte später der Ring übergeben.
Diese Version, die mit dem Unterstreichen des unterirdi-
schen Geburtsorts den weit verbreiteten Erzähltyp »Hebam-
mendienst bei Unterirdischen« (Uther 2o15, 114–115 Nr.
476**) besonders wörtlich nimmt, ist anscheinend bereits
um 1664 belegt16.
Die prominente Publikation bei Beckmann ist wohl die
Erklärung dafür, dass es schon im 18. Jh. mehrere Abdrucke
der Tradition gibt. Im 19. Jh. wurde der Stoff, der durch sei-
nen Bezug zur Dynastie in dem kleinen Territorium durch-
aus anhaltischen Patriotismus aktivieren konnte, wiederholt
poetisch gestaltet (Abb. 12).
Im Spreewald erzählte man sich, so ein wendisches Sagen-
buch (Veckenstedt 188o, 255), von einer Kröte, die einem
Mädchen aus Dankbarkeit einen Ring schenkte, der den
Nachkommen Schönheit verhieß. Wesentlich näher steht der
Dessauer Erzählung eine frühneuzeitliche Überlieferung aus
dem Haus Hohenzollern. Als eine Fürstin gerade gebar, habe
Abb. 11 1811 wurde unter »Merkwürdige Ringe« auch der Anhaltische ihr eine Kröte einen goldenen Ring mit einem Diamanten
Wunder-Ring (Fig. 3) vorgestellt. und zwei Rubinen gebracht, der jeweils an den Erstgebore-
nen übergeben wurde und »Glück und Wohlergehen« verlei-
gehöre, im Jahr 1575 darf auf diese Preziose bezogen werden. hen sollte17. Es lag offenbar nahe, das Geschlechterglück und
Erstmals erscheint die Geschichte von der Geburtshilfe, aber den Geburtsvorgang zu verknüpfen. Indem solche Talisman-
zugunsten einer normalen Menschenfrau, in der lateini- Erzählungen den »Morgenglanz des Wunderbaren« (Uhland
schen Familiengeschichte des Cyriacus Edinus 158112. Eben- 1865, 493) auf die Anfänge der Geschlechter warfen, veredel-
falls noch vorhanden ist der früher auf Schloss Harbke auf- ten sie das aristokratische Herkommen. Dinge und ätiologi-
bewahrte Familienring derer von Veltheim13. sche Erzählungen stehen in einem symbiotischen Verhältnis,
Eine der bekanntesten Sagen Anhalts ist die vom Des- denn die Ringe verbürgen als Wahrzeichen die Wahrheit der
sauer Krötenring der einst herrschenden Dynastie, eine Erzählungen, während umgekehrt die Geschichten die Ringe
Überlieferung, die ebenfalls schon in der frühen Neuzeit erklärend und erläuternd umlagern. Dinge und Erzählungen
belegt ist (Abb. 11). Das wohl Ende 16./ Anfang 17. Jh. ent- dienen beide dem Heil des Hauses. Die Untertanen sollten
standene Schmuckstück14 soll die Zerstörung des Dessauer wissen: Diese Herren regieren von Gottes Gnaden.
Schlosses im Zweiten Weltkrieg überstanden haben15. Wie bei anderen Ring-Geschichten gilt auch hier, dass die
Bereits in der 171o erschienenen »Historie des Fürstenthums mediale Popularisierung durch gedruckte Publikationen im
Anhalt« von Johann Christoph Beckmann werden von der 19. und 2o. Jh. sie lebendig erhalten hat. So findet man die
»gar merckwürdigen Geschichte« zwei Varianten berichtet Talisman-Erzählungen zu den von Alvensleben, von Hoya

12 Edinus 1581, P ij = Scan 131. Zum Familien- 14 Für den Datierungsvorschlag danke ich zu machen, wie das Landesarchiv Sachsen-
ring: von Alvensleben 2oo8 und die auf der Stefan Krabath. Anhalt freundlicherweise mitteilte.
Familien-Website verfügbaren Materialien: 15 Materialien bei Lange 1877; Graf 2o12. Ein 17 Schneider 1888, 156. Seine handschriftliche
<https://www.familie-von-alvensleben.de/> Foto des Rings konnte nicht ermittelt wer- Quelle (Ms. boruss. fol. 367) wurde zwischen-
(o8.o4.2o19). Auf die gedruckten Fassungen den. Der Ring befindet sich jedenfalls nicht zeitlich dem Geheimen Staatsarchiv überge-
von Alvensleben 2oo9 und von Alvensleben bei dem Chef des Hauses Anhalt, Eduard ben, wo sie aber – nach freundlicher Aus-
2o1o sowie auf Weiteres wies mich Prof. von Anhalt. kunft der Doctores Heckmann zu Berlin
Dr. Hans-Jörg Uther, Göttingen, hin, dem 16 Bemerkung bzw. Textmitteilung von F[ranz] – derzeit nicht identifiziert werden kann.
auch hier dafür gedankt sei. K[indscher] zu Hartung 1896, 496, bezugneh-
13 Siehe Beitrag Krabath in diesem Band. Im mend auf 492: »Zettel von Addendis zur
Kontext weiterer Familien-Talismane Chronik etwa vom Jahre 1664.« Das Archi-
erwähnt von Schwebel 1887, 72–73. vale ist mit diesen Angaben nicht ausfindig

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Abb. 12 Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz ver-


misst das dem Krötenring gewidmete Gemälde
von Julius Naue, von dem es aber einen Holz-
schnitt von 1866 gibt.

Abb. 13 Auf der Tafel (um 14oo) im Braun-


schweiger Dom hält die Gemahlin Heinrichs des
Löwen ihren Ehering hoch.

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14b
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14a

Abb. 14a–b (b linke Seite) Zwei Handschriften


der französischen Übersetzung des Vinzenz von
Beauvais, 137o/8o. a Der Kleriker verlobt sich
mit Maria. b Der junge Mann streift der heidni-
schen Venusstatue den Verlobungsring über.

Abb. 15 (rechts) Die romanischen Skulpturen


unter der Muttergottesdarstellung an der Schwä-
bisch Gmünder Johanniskirche wurden seit der
frühen Neuzeit mit der Ringsage zusammenge-
bracht. Das Männchen soll den Ring hochhalten
(Zeichnung des 19. Jhs. im Museum Schwäbisch
Gmünd).

und von Scherfenberg in den wirkmächtigen »Deutschen die bereits im Spätmittelalter in Böhmen greifbar sind
Sagen« der Brüder Grimm (1816/18)18. Dadurch sind sie (Abb. 13). Von dort fand die Heinrich-Erzählung in der frü-
gegenwärtig in Lesebüchern, in der lokalen Heimatliteratur hen Neuzeit über Drucke Eingang in populäre russische
und im 21. Jh. natürlich auch im Internet19. und ungarische Lesestoffe22 . Ringe des Wiedererkennens
Zuletzt sind noch einige Worte über Ringe als Treuesym- erscheinen aber auch in skandinavischen Balladen, die
bol und Ringe des Wiedererkennens angebracht. Ringe diesen Stoff behandeln, wie es überhaupt in der europäi-
bezeugen Bindungen. Als Symbole von Liebe und Ehe ver- schen Balladenüberlieferung sehr verbreitet ist (Leidig 1927,
körpern sie den Grundwert der Treue. Obwohl überwiegend 56–1oo). Die Wechselwirkung schriftlicher und mündlicher
Textilien (besonders Bänder) als Liebespfänder verwendet Fassungen darf nicht unterschätzt werden.
wurden, sind seit dem Hochmittelalter daneben auch Ringe Eindrucksvoll demonstriert die magische Bindung durch
als Liebespfänder der Dame an den Ritter belegt 20. Sie soll- den Ring der vielbeachtete Stoff von der Verlobung einer
ten Andenken und Memorialzeichen sein, ihm aber auch Statue. Er wurde wohl nur literarisch weitergegeben, kann
Kraft und Mut verleihen. Immer wieder erscheinen Ringe also nicht als »Volkserzählung« gelten. Erstmals im frühen
als Liebespfänder im Volkslied (Meisen 1953, 17o). 12. Jh. bei William of Malmesbury 23 greifbar, machte die
Ein Treuesymbol sind Ringe oder Ringhälften, wenn sie wohl in Rom entstandene Geschichte der Statue der Venus,
in weltweit verbreiteten Erzählungen des Typs »Heimkehr die den ihr von einem jungen Mann übergestreiften Ring
des Gatten«21 vom verschollenen Ehemann als Erkennungs- ernst nimmt und ihn am Vollzug der Ehe mit seiner irdi-
zeichen in den Becher der Ehefrau geworfen werden, die im schen Braut hindert, durch das »Speculum historiale« des
Begriff ist, einen anderen zu heiraten. Das seit dem Ende Vinzenz von Beauvais24 im 13. Jh. Karriere und gelangte ins-
des 15. Jhs. vielfach gedruckte Erzähllied vom edlen Morin- besondere über Heinrich Kornmann (1614, 77–81) zu weite-
ger (Rüther 2oo7, 18–139) enthält das Ringmotiv ebenso rer Popularität (Abb. 14)25. Im 19. und 2o. Jh. wurde der Stoff
wie die Fassungen der Erzählung von Heinrich dem Löwen, wiederholt literarisch aufgegriffen. Am bekanntesten ist die

18 Uther 1993, Nr. 29; 35; 68. Vgl. auch Nr. 41 21 Holzapfel 199o; Uther 2o15, 269 Nr. ATU 23 Mynors u. a. 1998, 38o–385 (mit englischer
»Die Ahnfrau von Ranzau«; 69 »Die Frau von 974; Wikipedia-Autoren 2o18 mit weiterer Übersetzung); Stubbs 1887, 256–258.
Hahn und der Nix«; 71 »Das Streichmaß, der Literatur. Zum Motiv des Wiedererkennens: 24 Es ist sowohl die Venus-Version (XXV,29 bei
Ring und der Becher« des Marschalls von Lundt 2o14, 751. von Beauvais 1624 [Nachdr. 1964] 1o12) als
Bassompierre. 22 Die misslungene Dissertation von Werth- auch die Maria-Version (VII,81, von Beauvais
19 Beobachtungen zu Sagen im Internet: Graf schulte 2oo7 führt nicht weiter. Korrekturen 1642 [Nachdr. 1964] 253) vertreten.
2o11, 243–25o. und Hinweise in meiner Rezension Graf 25 K lapper 19o9, 132–134; Huet 1913; Baum
2o Siehe auch Beitrag Peukert in diesem Band. 2oo9. 1919; Baum 192o; Lebede 1919; Ohly 194o
(1968) 2o3–21o; Pabst 1955, 114–147; Mülher

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Bearbeitung von Prosper Mérimée. In seiner 1837 publizier- Gemahlin nimmt (Grimm 182o, 91–92). Der wiedergefun-
ten Schauernovelle »La Vénus d'Ille« steigt die Venus vom dene Ehering der Schwabenherzogin Agnes (Abb. 15) führt
Sockel und erdrückt den Bräutigam Alphonse. Spätmittelal- in der seit Ende des 16. Jhs.26 fassbaren Ring-Sage zur Stif-
terliche Marienmirakel ersetzten die Venus durch Maria, tung der St. Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd 27. Es
um die Bindung zwischen Maria und einem Geistlichen, der wird aber auch die Stadtgründung selbst auf dieses legen-
sich der Verehrung der Gottesmutter verschrieben hatte, däre Ereignis zurückgeführt, wenn es in einer Publikation
narrativ zu akzentuieren (Wyrembek/Morawski 1934). von 1619 heißt: »Und dieweil er Hertzog Friderich so hoch
Verlust und Zerbrechen von Ringen gelten als böse Vor- erfrewet wardt, von wegen des gefundenen Rings; hat er
zeichen (Klosterhalfen 1967, 1o3). »Sie hat die Treu gebro- die Stadt dahin gebawet, und wegen Gedächtnuß dieser
chen, Mein Ringlein sprang entzwei«, heißt es in dem um Frewdt, genandt Gamundam, daß sich alle Welt frewen
181o entstandenen volksliedhaften Gedicht »In einem küh- solte: Dann Gamunda ist soviel geredt, als Gaude munde,
len Grunde« von Joseph von Eichendorff (Bolte 191o; Bolte Frewe dich Welt« (Abermann 1619, 34). Ringe, die Freude
1917/18). Der goldene Verlobungsring zerbricht, als der spenden, sind gewiss nur ein Aspekt des facettenreichen
brandenburgische Kurfürst Friedrich III., der erste preu- Themas, aber vielleicht der sympathischste.
ßische König, entgegen seinem Versprechen eine neue

1957; Tubach 1969, Nr. 41o1; 41o3; 5148; Ziol- 24o. Die Handschriften können farbig in aus- meiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd
kowski 1977, 18–77; Keil 1988; Schmitt 1988, gezeichneter Qualität online konsultiert wer- (Graf 1984) führte zu Aufsätzen über die
137–143 (wieder in: Schmitt 2oo2, 122–131); den. Die heidnische Version aus Paris, BNF, Gmünder Ring-Sage (Graf 1982; Graf 1987),
Schulz 1989; Németh 1997; Hinz 1998, 116– Ms. Français 311, Bl. 2ov: <https://gallica.bnf. die wiederum ausschlaggebend waren, dass
122; 149–158; Bettini 1999, 131–134; Frenzel fr/ark:/12148/ btv1b525o49o6t/f42> die Enzyklopädie des Märchens mich als Ver-
2oo5, 871–874 (»Statuenverlobung«); Galde- (o2.o3.2o19); die christliche aus Paris, BNF, fasser des 2oo4 erschienenen Artikels »Ring«
risi 2oo5; Donà 2oo8; Doniger 2o17, 1o3–1o6 Ms. NAF 1594o, Bl. 71v: https://gallica.bnf.fr/ auswählte (Graf 2oo4). Die Neuveröffent-
– eine sicher unvollständige Liste. Unzuläng- ark:/12148/btv1b8449693p/f15o (o2.o3.2o19). lichung dieses Lexikonartikels in meinem
lich: Tuczay 2oo7. Einige wichtige Texte ver- Vgl. auch Schmitt 1988, 154. Blog Archivalia (Graf 2o17) hat die Veran-
sammelte das Büchlein von Lebede 1927. 26 Der Erstbeleg 1585 erst bei Graf 2o17a. stalter der Ringe-Tagung in Halle auf mich
Zwei mittelalterliche Illustrationen aus der 27 Die Beschäftigung mit dieser Überlieferung aufmerksam gemacht.
französischen Übersetzung des Vinzenz von im Rahmen meiner 1981 eingereichten
Beauvais weisen nach: Camille 1989, 239– Tübinger Magisterarbeit über die Chroniken

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Bl. 87v/akg-images/British Fig. 3, CCo 1.o, Thüringer Univer- gmuend.jpg> (18.o7.2o19)
Library sitäts- und Landesbibliothek Jena
5 nach Heideloff 1855, H. 6 Pl. 5

Anschrift

Dr. Klaus Graf


Minzstraße 8
41466 Neuss
Deutschland

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Bislang erschienene Bände in der Reihe


»Tagungsbände des Landesmuseums für
Vorgeschichte Halle«

Die Reihe der Tagungsbände des Landesmuseums wurde nationaler Autorinnen und Autoren entsprechend, erschei-
2oo8 ins Leben gerufen. Anlass dazu war die Konferenz nen viele Beiträge dieser Reihe in englischer Sprache mit
»Luthers Lebenswelten«, die im Jahr 2oo7 in Halle ausge- deutscher Zusammenfassung.
richtet wurde. Bereits der zweite Tagungsband widmete sich Mit dem bislang zuletzt erschienenen Tagungsband
mit dem Thema »Schlachtfeldarchäologie« dem Mitteldeut- konnten die Vorträge des 11. Mitteldeutschen Archäologen-
schen Archäologentag, der seit 2oo8 jährlich von Landesamt tags »Siedlungsarchäologie des Endneolithikums und der
für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt veran- frühen Bronzezeit« in zahlreichen Artikeln renommierter
staltet und zeitnah publiziert wird. Dem großen Anteil inter- Forscher verschiedenster Fachdisziplinen vorgelegt werden.

Band 1/2oo8 Harald Meller/StefanRhein/ Band 7/2o12 Harald Meller/Regine Maraszek (Hrsg.),
Hans-Georg Stephan (Hrsg.),  Masken der Vorzeit in Europa II.
 Luthers Lebenswelten. Internationale Tagung vom 19. bis 21. November
Tagung vom 25. bis 27. September 2oo7 in Halle 2o1o in Halle (Saale).
(Saale). ISBN 978-3-939414-9o -2, € 32,oo
ISBN 978-3-939414-22-3, € 39,oo
Band 8/2o12 François Bertemes/Harald Meller (Hrsg.),
Band 2/2oo9 Harald Meller (Hrsg.),  Neolithische Kreisgabenanlagen in Europa.
 Schlachtfeldarchäologie. Battlefield Archaeology. Neolithic Circular Enclosures in Europe.
1. Mitteldeutscher Archäologentag vom Internationale Arbeitstagung 7. bis 9. Mai 2oo4
o9. bis 11. Oktober 2oo8 in Halle (Saale). in Goseck (Sachsen-Anhalt).
ISBN 978-3-939414-41-4, € 35,oo ISBN 978-3-939414-33-9, € 59,oo

Band 3/2o1o Harald Meller/Kurt W. Alt (Hrsg.), Band 9/2o13 Harald Meller/Francois Bertemes/
 A nthropologie, Isotopie und DNA – Hans-Rudolf Bork/Roberto Risch (Hrsg.),
biografische Annäherung an namenlose vorge-  16oo – Kultureller Umbruch im Schatten des
schichtliche Skelette? Thera-Ausbruchs? 16oo – Cultural change in the
2. Mitteldeutscher Archäologentag vom shadow of the Thera-Eruption?
o8. bis 1o. Oktober 2oo9 in Halle (Saale). 4. Mitteldeutscher Archäologentag vom
ISBN 978-3-939414-53-7, € 29,oo 14. bis 16. Oktober 2o11 in Halle (Saale).
ISBN 978-3-9445o7- oo -2, € 69,oo
Band 4/2o1o Harald Meller/Regine Maraszek (Hrsg.),
 Masken der Vorzeit in Europa I. Band 1o/2o13 Harald Meller/Christian-Heinrich
Internationale Tagung vom 2o. bis 22. November Wunderlich/Franziska Knoll (Hrsg.),
2oo9 in Halle (Saale).  Rot – die Archäologie bekennt Farbe.
ISBN 978-3-939414-54-4, € 32,oo 5. Mitteldeutscher Archäologentag vom
o4. bis o6. Oktober 2o12 in Halle (Saale).
Band 5/2o11 Harald Meller/François Bertemes (Hrsg.), ISBN 978-3-9445o7- o1-9, € 49,oo
 Der Griff nach den Sternen. Wie Europas Eliten
zu Macht und Reichtum kamen. Band 11/2o14 Harald Meller/Roberto Risch/
Internationales Symposium in Halle (Saale) Ernst Pernicka (Hrsg.),
16.–21. Februar 2oo5 (2 Bände). Me talle der Macht – Frühes Gold und Silber.
ISBN 978-3-939414-28-5, € 128,oo Metals of power – Early gold and silber.
6. Mitteldeutscher Archäologentag vom 17. bis
Band 6/2o11 Hans-Rudolf Bork/Harald Meller/ 19. Oktober 2o13 in Halle (Saale).
Renate Gerlach (Hrsg.), ISBN 978-3-9445o7-13-2, € 119,oo
 Umweltarchäologie – Naturkatastrophen und
Umweltwandel im archäologischen Befund. Band 12/2o15 Harald Meller/Helge Wolfgang Arz/
3. Mitteldeutscher Archäologentag vom Reinhard Jung/Roberto Risch (Hrsg.),
o7. bis o9. Oktober 2o1o in Halle (Saale). 22oo BC – Ein Klimasturz als Ursache für den
ISBN 978-3-939414-64-3, € 32,oo Zerfall der Alten Welt?

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22oo BC – A climatic breakdown as a cause for Band 18/2o18 Harald Meller/Detlef Groneborn/
the collapse of the old world? Roberto Risch (Hrsg.),
7. Mitteldeutscher Archäologentag vom 23. bis Überschuss ohne Staat. Politische Formen in der
26. Oktober 2o14 in Halle (Saale). Vorgeschichte. Surplus without the State. Political
ISBN 978-3-9445o7-29-3, ¤ 1o9,oo Forms in Prehistory.
1o. Mitteldeutscher Archäologentag vom 19. bis
Band 13/2o16 Judith M. Grünberg/Bernhard Gramsch/ 21. Oktober 2o17 in Halle (Saale).
Lars Larsson/Jörg Orschiedt/Harald Meller (Hrsg.), ISBN 978-3-9445o7-83-5, ¤ 69,oo
Mesolithic burials – Rites, symbols and social
organisation of early postglacial communities. Band 19/2o19 Harald Meller/François Bertemes (Hrsg.),
Mesolithische Bestattungen – Riten, Symbole und Der Aufbruch zu neuen Horizonten. Die Funde
soziale Organisation früher postglazialer Gemein- von Nebra, Sachsen-Anhalt, und ihre Bedeutung
schaften. International Conference Halle (Saale), für die Bronzezeit Europas.
18th–21st September 2o13. Abschlusstagung der Forschergruppe FOR55o
ISBN 978-3-9445o7-43-9, ¤ 81,oo vom 26. bis 29. November 2o1o in Halle (Saale).
(in Vorb.)
Band 14/2o16 Harald Meller/Hans Peter Hahn/
Reinhard Jung/Roberto Risch (Hrsg.), Band 2o/2o19 Harald Meller/Susanne Friederich/
A rm und Reich – Zur Ressourcenverteilung in Mario Küßner/Harald Stäuble/Roberto Risch (Hrsg.),
prähistorischen Gesellschaften. Rich and Poor – Siedlungsarchäologie des Endneolithikums und
Competing for resources in prehistoric societies. der frühen Bronzezeit. Late Neolithic and Early
8. Mitteldeutscher Archäologentag vom 22. bis Bronze Age Settlement Archaeology.
24. Oktober 2o15 in Halle (Saale). 11. Mitteldeutscher Archäologentag vom 18. bis
ISBN 978-3-9445o7-45-3, ¤ 89,oo 2o. Oktober 2o18 in Halle (Saale).
ISBN 978-3-9445o7-94-1, € 149,oo
Band 15/2o16 Harald Meller/Alfred Reichenberger/
Christian-Heinrich Wunderlich (Hrsg.),
A lchemie und Wissenschaft des 16. Jahrhunderts.
Fallstudien aus Wittenberg und vergleichbare
Befunde. Internationale Tagung vom 3. bis 4. Juli
2o15 in Halle (Saale).
ISBN 978-3-9445o7-48-4, ¤ 49,oo

Band 16/2o17 Harald Meller/Susanne Friederich (Hrsg.),


 Salzmünde – Regel oder Ausnahme? Salzmünde –
rule or exception? Internationale Tagung vom
18. bis 2o. Oktober 2o12 in Halle (Saale).
ISBN 978-3-9445o7-11-8, ¤ 75,oo

Band 17/2o17 Harald Meller/Falko Daim/Johannes Krause/


Roberto Risch (Hrsg.),
Migration und Integration von der Urgeschichte
bis zum Mittelalter. Migration and Integration from
Prehistory to the Middle Ages.
9. Mitteldeutscher Archäologentag vom 2o. bis
22. Oktober 2o16 in Halle (Saale).
ISBN 978-3-9445o7-61-3, ¤ 49,oo

Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim


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Thomas-Müntzer-Straße 1o3
o8134 Langenweißbach
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Tel. o376o3/36 88
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