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Die Analyse Der Sprachlichen Mittel

Die Analyse sprachlicher Mittel in Texten umfasst die Ebenen Wortwahl, Satzbau und rhetorische Mittel, wobei die Wortwahl durch Faktoren wie Textintention und Adressatenbezug beeinflusst wird. Der Satzbau wird hinsichtlich Satzarten, Satzformen und Satzverbindungen untersucht, wobei die Art der Satzverbindung stilbildend wirkt. Rhetorische Mittel werden analysiert, um den funktionalen Zusammenhang zwischen sprachlicher Gestaltung, Inhalt und Aussage zu erfassen.

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Die Analyse Der Sprachlichen Mittel

Die Analyse sprachlicher Mittel in Texten umfasst die Ebenen Wortwahl, Satzbau und rhetorische Mittel, wobei die Wortwahl durch Faktoren wie Textintention und Adressatenbezug beeinflusst wird. Der Satzbau wird hinsichtlich Satzarten, Satzformen und Satzverbindungen untersucht, wobei die Art der Satzverbindung stilbildend wirkt. Rhetorische Mittel werden analysiert, um den funktionalen Zusammenhang zwischen sprachlicher Gestaltung, Inhalt und Aussage zu erfassen.

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Die Analyse der sprachlichen Mittel erfolgt bei der Textanalyse auf den Ebenen der
 der Wortwahl
 des Satzbaus (Syntax) und
 der rhetorischen und stilistischen Mittel
Vom Autor her gesehen wird die Wortwahl bestimmt durch
 die Aussageabsicht (Textintention)
 die sprachlichen Fähigkeiten des Autors
 die Situation
 den Adressatenbezug der Aussage(n) und
 das Thema
In einem Text können bestimmte Wortarten dominieren und damit stilbildend wirken. Ihre
Häufigkeit lässt unter Umständen auch auf die Aussageabsicht eines Textes schließen.
 Texte, die nur konkrete Substantive enthalten, wirken anders als Texte, die vorwiegend
aus Abstrakta bestehen,
 Texte, die eine deutliche Häufung von Substantiven, Adjektiven und Partizipien
aufweisen (Nominalstil), zeigen eine andere Wirkung als Texte, die vermehrt Verben
enthalten (Verbalstil)
Außerdem können Texte auch durch die Verwendung von Begriffen aus verschiedenen
Sprach(gebrauchs)formen (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 1994) einen besonderen
Charakter erhalten. Jargonausdrücke, Fremdwörter, fachsprachliche Ausdrücke,
schichtenspezifische Wörter und Wendungen (Soziolekte), Mundarten (Dialekte) und die
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altersspezifische Kinder- und Jugendsprache können jede für sich einem Text ihren Stempel
aufdrücken.
Fragenkatalog
1. Werden bestimmte Wortarten besonders häufig verwendet? Verwendet der Autor
deutlich mehr Verben, Substantive oder Adjektive? Welche Absicht verfolgt er damit?
2. Werden vom Autor bestimmte Begriffe in auffälliger Weise umschrieben oder vermeidet
er bestimmte Begriffe (Euphemismen/Tabuisierungen)?
3. Enthält der Text Wörter und Ausdrücke, die in einem übertragenen Sinn verstanden
werden müssen (sprachliche Bilder, Metaphern, Vergleiche)? Welche Wirkung haben
sie?
4. Welche Sprachschichten lassen sich erkennen? Welche Wirkung geht von ihnen aus?
5. Enthält der Text eine auffällige Fremdwörter oder fachsprachliche Ausdrücke? Warum?
6. Gibt es im Text Wörter und Wendungen, die mit anderen Vorstellungen assoziiert bzw.
konnotiert werden können? Warum?
7. Kommen Schlagwörter, Leerformeln oder sonstige Stereotype vor? Wie wirken sie? Was
wird mit ihnen beabsichtigt?
8. Erhalten bestimmte Wörter eine besondere Bedeutung, wenn man den Kontext
berücksichtigt (Bedeutungserweiterung, -verengung, -emotionale Färbung)?
9. Aus welcher Zeit stammen die verwendeten Wörter? Sind sie schon veraltet
(Archaismus) oder neu gebildet (Neologismus)? Welchen Zweck verfolgen sie?
10. Lassen sich bestimmte Wörter einem bestimmten Bereich zuordnen (z.B. Technik, Kunst,
Sport)? Wie wirkt das?
Analyse des Satzbaus

Der Satzbau (besser Syntax) ist ein sehr wichtiger Teil der Textgestaltung. Daher gehört seine
Untersuchung im Rahmen der sprachlichen Analyse bei der Textanalyse zu den grundlegenden
Aufgaben.
Bei seiner Analyse kommen drei verschiedene Aspekte in Betracht:
 Satzbau
 Satzarten
 Satzformen
 Satzverbindungen
Dabei ist die Unterscheidung und Wirkung der Satzverbindungen, nämlich Satzreihen
(Parataxen) und Satzgefügen (Hypotaxen) besonders wichtig. Wenn die eine oder die andere
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Form dieser Satzverbindungen in einem Text überwiegt, hat dies stilbildende Bedeutung. Man
spricht
 von einem parataktischen Stil, wenn selbständige Hauptsätze aneinandergereiht werden,
 von einem hypotaktischen Stil, wenn unselbständige Sätze in einen anderen Satz
eingebettet und in einem Satzgefüge (Hypotaxe) miteinander verbunden sind.
Mit beiden Formen der Satzverbdingung lassen sich eine Abfolge von Gedanken und ihre
Beziehungen zueinander ausdrücken. Allerdings ist die Wirkung derartiger Satzkonstruktionen
häufig ganz unterschiedlich, hängt aber letztlich auch von der sprachlichen Kompetenz des Hörer
oder Lesers ab.
Auf der Ebene des Satzformen ist weiterhin die Länge der Sätze zu beachten, die ebenso wie
alle anderen Feststellungen zur Syntax auf ihre Funktion und Wirkung hin zu betrachten sind.
Darüber hinaus kommen natürlich auf der Ebene der Syntax besondere rhetorische Mittel in
Betracht.

Analyse des Satzbaus


Fragenkatalog
1. Welche Satzarten werden im Text verwendet? Kommt eine Satzart besonders häufig oder
in auffälliger Weise vor?
2. Welche Sprachhandlungen werden mit den verwendeten Satzarten vollzogen?
3. Welche Formen der Satzverbindung (Parataxe, Hypotaxe) sind zu erkennen? Dominiert
eine davon? Den ganzen Text über oder nur an einer bestimmten Textstelle?
4. Werden die Sätze unverbunden (asyndetisch) aneinandergereiht oder besteht eine enge
Verknüpfung durch beiordnende (koordinierende) oder unterordnende (subordinierende)
Konjunktionen oder Pronominaladverbien?
5. Werden im Text auffällig kurze oder lange Sätze verwendet?
6. Lassen sich Zusammenhänge zwischen dem Satzbau und der Aussageabsicht erkennen?
Analyse der rhetorischen u. stilistischen Mittel

Die Wirkung eines rhetorischen Mittels hängt natürlich sehr stark von der Situation, vom
Kontext und den an der Kommunikation Beteiligten selbst ab. Die tatsächliche Wirkung eines
rhetorischen Mittels in einer öffentlichen Rede, vor einer Parteiversammlung zum Beispiel, wird
anders ausfallen als in einem nur als geschriebenes Wort vorliegenden Text.
Bei der Textanalyse sind daher gute Kenntnisse über die rhetorischen Mittel (rhetorische
Figuren), über ihre Wirkungsbereiche, Wirkungsakzente und die ihnen zugrunde liegenden
rhetorischen Änderungsoperationen unabdingbar.
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Bei der Textanalyse geht es aber keineswegs um eine vollständige, d.h. weitgehend lückenlose
Auflistung der in einem Text verwendeten rhetorischen Mittel. Es geht immer darum, den
funktionalen Zusammenhang von sprachlich-stilistischer Gestaltung, Inhalt und Aussage zu
erfassen und zu beschreiben.
Daraus folgt: Die bloße Auflistung gefundener rhetorischer Mittel genügt den Anforderungen bei
der Textanalyse nicht.
Analyse der rhetorischen u. stilistischen Mittel
Fragenkatalog

Wenn es im Rahmen der sprachlichen Analyse bei der Textanalyse um die Untersuchung der
rhetorischen und stilistischen Mittel geht, kann man sich neben der Orientierung an den
allgemeinen Leitfragen zur sprachlichen Analyse um die Beantwortung der Fragen des folgenden
erweiterten Fragenkatalogs bemühen.
1. Gibt es Wörter oder Wendungen, die
o etwas übertreiben oder untertreiben?
o etwas bildlich ausdrücken? (sprachliche Bilder, Metaphern, Vergleiche ...)
o etwas veranschaulichen?
o etwas beschönigen? (Euphemismen)
o nur einen Teil von einem Ganzen ansprechen? (Synekdoche)
o das Gegenteil von dem meinen, was sie sagen? (Ironie)
o zwei oder mehr Bedeutungen haben? (Synonyme)
2. Werden vom Autor bestimmte Begriffe in auffälliger Weise umschrieben oder vermeidet
er bestimmte Begriffe (Euphemismen/Tabuisierungen)?
3. Enthält der Text Wörter und Ausdrücke, die in einem übertragenen Sinn verstanden
werden müssen (sprachliche Bilder, Metaphern, Vergleiche)? Welche Wirkung haben
sie?
4. Gibt es im Text Wörter und Wendungen, die mit anderen Vorstellungen assoziiert bzw.
konnotiert werden können? Warum
5. Kommen Schlagwörter, Leerformeln oder sonstige Stereotype vor? Wie wirken sie? Was
wird mit ihnen beabsichtigt?
6. Erhalten bestimmte Wörter eine besondere Bedeutung, wenn man den Kontext
berücksichtigt (Bedeutungserweiterung, -verengung, -emotionale Färbung)?
7. Sind Wörter/Wendungen schon veraltet (Archaismus) oder neu gebildet (Neologismus)?
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