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Langenfeld

Eine Stadt wird schuldenfrei


Public-Forum, 27. Oktober 2009, Arcotel Nike, Linz
Magnus Staehler, Stadt Langenfeld Rhld.
Langenfeld – eine Stadt wird
schuldenfrei

Agenda

1. Langenfeld – Zahlen, Daten und Fakten


2. Schuldenabbau – ein langer Weg
3. Schritte zur gesunden Finanzkraft
4. Bürgerdividende
1. Langenfeld - Zahlen, Daten und Fakten
Langenfeld, eigentlich ein normales
Mittelzentrum im Rheinland,
aber …
Alleinstellungsmerkmale Langenfelds

Langenfeld ist die erste


schuldenfreie Stadt in der
Größenordnung zwischen
50.000 und 100.000
Einwohnern in ganz
Deutschland
Alt

Alleinstellungsmerkmale
Langenfelds

Durch Langenfeld verläuft


der einzige Äquator
Deutschlands:
der Bier Äquator.

Bier Äquator

Kölsch
Fakten

• Einwohnerzahl ca. 59.200


• Stadtfläche 41,1 qkm
• Zahl der ausländischen
Mitbürger: 4.700
• Ausländeranteil ca. 8 %
• 110 Nationen

• Gesamtzahl der
Schüler/innen: 6.306
Größenordnungen der Städte und
Gemeinden in der BRD

Gemeindegröße Anzahl der Anzahl der


Gemeinden NRW Gemeinden
BRD
1-<5.000 3 9623
5.000-<10.000 50 1306
10.000-<20.000 124 875
20.000-<50.000 143 511
50.000-<100.000 46 107
100.000-<200.000 15 45
200.000-<500.000 11 25
500.000 und mehr 4 12
396 12504
Wirtschaftspolitische Daten
• Haushaltvolumen 2009
Ergebnisplan
Gesamtbetrag der Erträge 143,1 Mio. €
Gesamtbetrag der Aufwendungen 142,5 Mio. €

Finanzplan
Gesamtbetrag der Einzahlungen
(aus laufender Verwaltungstätigkeit) 134,0 Mio. €
Gesamtbetrag der Ausgaben 126,0 Mio. €

Investitionen
Gesamtbetrag der Einzahlungen
(aus der Investitions- und der Finanzierungstätigkeit) 4,9 Mio. €
Gesamtbetrag der Auszahlungen 26,7 Mio. €
2. Schuldenabbau – ein langer Weg
Fazit der letzten zwei Jahrzehnte:

• kontinuierliche Aufwärtsentwicklung der Steuereinnahmen durch erfolgreiche


Gewerbeansiedlung

• konsequente Personalkostenoptimierung

• Aufbau eines leistungsstarken Gebäudemanagements

• „Kultur“ der Budgetdisziplin

• gleichzeitig kontinuierliche Entschuldung

• trotzdem: hohe Investitionen in die Infrastruktur,


seit 2000 ohne Einsatz von Fremdmitteln

• Stärkung der allgemeinen Rücklage


und Aufbau einer eigenen Pensionssicherungsrücklage
3. Schritte zur gesunden Finanzkraft
Schritte zur gesunden Finanzkraft

• Bürgerschaftliches Engagement
• Wirtschaftsförderung
• Stadtentwicklung
• Haushaltsgrundsätze
• Kostenoptimierung
• Entschuldung
• Investitionen
• Rücklagen
Bürgerschaftliches Engagement

Ehrenamt wird groß geschrieben!


Ehrenamt ist Pflichtaufgabe!

•Fast 30.000 eingetragene Vereinsmitglieder


•Jeder 2. Bürger ist Vereinsmitglied
•Allein 17.000 eingetragene Vereinsmitglieder
sind in über 50 Sportvereinen
•Mehr als 200 aktive Vereine engagieren sich
in Langenfeld
•Einrichtung einer Freiwilligenagentur im
Rathaus
•Aktiv in der Kultur, z.B. Museum und VHS
Wirtschaftsförderung
Wirtschaftsförderung

Branchenmix
• in Langenfeld sind rund 1.800 Betriebe angesiedelt
• über 65% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
arbeiten in Dienstleistungsberufen
• der Strukturwandel in Langenfeld vom Stahl- und
Webereistandort mit wenigen Großfirmen hin zu einer
mittelständisch geprägten Firmenstruktur mit jetzt 1.800
Firmen wurde in den 70ziger Jahren eingeleitet
• ständige Ansprechpartner der Verwaltung sind der
Industrieverein und die Mittelstandsvereinigung
• regelmäßige Unternehmensbesuche durch den
Bürgermeister und die Wirtschaftsförderung
Wirtschaftsförderung

Vorrang für Wachstum

Ziele:
• Mehr Einwohner
• Mehr Unternehmen
• Mehr Beschäftigte
• Mehr Kaufkraft
• Mehr Besucher
• Mehr Kunden
Wirtschaftsförderung

• Unternehmensfreundliche Politik
• Ansiedlung von Unternehmen in Langenfeld mit dem Fokus
„Mittelstand“

Ergebnisse:

Anstieg der Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter


• 1996: 18.615 => 31.12.2007: 24.072
• Arbeitslosenquote am 31.12.2008: 4,9 %
• Aktueller Ansiedlungserfolg: 2007 ca. 600, 2008 ca. 200 neue
Arbeitsplätze
Wirtschaftsförderung

Entwicklung der Steuerkraft


Grundsteuer A und B

9.000.000 €
8.000.000 €
7.000.000 €
6.000.000 €
5.000.000 €
4.000.000 €
3.000.000 €
2.000.000 €
1.000.000 €
0€
97

98

99

00

01

02

03

04

05

06

07

08

09
19

19

19

20

20

20

20

20

20

20

20

20

20
Wirtschaftsförderung

Entwicklung der Steuerkraft


- Gemeindeanteil a. d. Einkommensteuer -

30.000.000 €

25.000.000 €

20.000.000 €

15.000.000 €

10.000.000 €

5.000.000 €

0€
97

99

00

01

03

06

07
98

02

04

05

08

09
19

19

19

20

20

20

20

20

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20

20

20

20
Der landesweite Trend rückläufiger Einkommensteueranteile konnte durch
den Langenfelder Zuwachs der im dreijährigen Turnus anzupassenden
Schlüsselzahlen in 2000 und 2003 deutlich abgefedert werden.
Wirtschaftsförderung

Entwicklung der Steuerkraft



Gewerbesteuer –

60.000.000 €

50.000.000 €

40.000.000 €

30.000.000 €

20.000.000 €

10.000.000 €

0€
1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Stadtentwicklung
Stadtentwicklung

Handlungsmaxime:

Stadtmarketing durch partnerschaftliche


Zusammenarbeit zwischen Einzelhandel,
Bürgerschaft und Stadt
Stadtentwicklung

KOMMIT

- Institutionalisierung der strategischen


Partnerschaft
- Integration und Bündelung der verschiedenen
Werbegemeinschaften, Kulturträger und
Initiativgruppen unter der Federführung und
Beteiligung der Stadt
Stadtentwicklung
Parkraumbewirtschaftung

Handlungsmaxime
„Der Kofferraum ist die größte
Einkaufstasche des Kunden.“
- Mit 2.000 Parkplätzen im unmittelbaren Kernbereich unserer
Innenstadt bieten wir ein Überangebot an Parkplätzen an.

- 1. Stunde freies Parken bei bewusster Subvention von jährlich


ca. 300.000 Euro aus dem städtischen Haushalt

- Mit diesem in der Region einzigartigen Angebot werben die


Stadt, aber auch die Einzelhandelsverbände und sogar die
einzelnen Einzelhändler überregional.
Stadtentwicklung

- Stadt, Einzelhandel und Initiativgruppen aus der


Bürgerschaft führen eine Vielzahl von Events
durch.
- Dabei achten wir als Stadt darauf, dass neben der
Quantität nicht die Qualität leidet.
- In erster Linie Berücksichtigung von Langenfelder
Anbietern
- Leerstandsquote 4,0%
Haushaltsgrundsätze
Haushaltsgrundsätze

Grundsatz:
„Man kann nur das Geld ausgeben, das man einnimmt“

1. Einnahmen stärken
Vorrang für Wachstum

2. Mittel sinnvoll einsetzen


Effiziente Fiskalpolitik

3. Ausgaben begrenzen
Konsequente Netto-Neuverschuldung = 0
Haushaltsgrundsätze

Effiziente Fiskalpolitik - Mittel sinnvoll einsetzen

• Effizienter Personaleinsatz und schlanke Verwaltung


• Flache Hierarchien
• Wenig Personal, aber gut bezahlt: Jede nicht eingerichtete Planstelle
ist bares Geld!
• Pflege der Vermögenswerte, z.B. Gebäudemanagement
• Verantwortungsbewusstes Ausgabenmanagement der Verwaltung
• strikte Kostenrechnung und Budgetierung
• Kostendeckungsgrade erhöhen, z.B. VHS 137% im Jahr 2006, 134% im
Jahr 2007
Kostenoptimierung
Kostenoptimierung
Vermögen erhalten
- Gebäudemanagement -

unterhalten vor Sanieren


Optimierung der Gebäudereinigung


Energiespartechnik

Pool für technische Mitarbeiter


eigene Architekten

Betreuungsmodell Sportstätten durch Vereine



Entschuldung
Entschuldung

Schuldenstand Langenfelds 31.12.2006 31.12.2007 31.12.2008

Verschuldung absolut: 4.698.917€ 2.446.917€ 0€

Schuldenstand pro Einwohner: 79,68€ 41,48€ 0€

Zinsausgaben: 321.000€ 191.000€ 65.000 €

Zinseinnahmen: 385.000€ 785.000€ 1.583.700 €


Entschuldung
- Schuldenstand absolut -

20,8

16,5

13,3
12
10,4
9,1
7,9

4,7

2,5

'99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08

Quelle: Stadt Langenfeld, 2007 Mio. €


Entschuldung
- Zinsen für Kommunalkredite -

1.089.427

926.290

720.378

570.522 600.819

428.694
386.540
315.431

174.530
84.000
0

'99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09
60 Jahre Schuldenberg der Stadt
Langenfeld 1949 – 2008 in Euro
40.000.000 €

36.000.000 €

32.000.000 €

28.000.000 €

24.000.000 €

20.000.000 €

16.000.000 €

12.000.000 €

8.000.000 €

4.000.000 €

-€
49 51 53 55 57 59 61 63 65 67 69 71 73 75 77 79 81 83 85 87 89 91 93 95 97 99 01 03 05 07

Quelle: Stadt Langenfeld, 2007


Zum Vergleich

Schuldenstände auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene

Staatsverschuldung: 1, 6 Billionen € Stand: 30.06.2009

Verschuldung der Bundesländer: 498,6 Mrd. € Stand: 30.06.2009

Verschuldung der Gemeinden: 76,3 Mrd. € Stand: 30.06.2009

Kassenkredite der Kommunen


in Nordrhein-Westfalen: 14,6 Mrd. € Stand: 31.12.2008

Quellen: Statistisches Bundesamt; IT.NRW


Erfolgsfaktoren Langenfelds

Ausgaben begrenzen
Konsequente Netto-Neuverschuldung = 0

• Seit 1986: Netto-Neuverschuldung = 0


• Konsequente Umsetzung trotz konjunktureller Schwankungen
• Strikte Ausgabendisziplin
• Rückzug auf das Kerngeschäft von Verwaltung, aber keine
Ausgliederung und Privatisierung, z.B. Müllabfuhr
• „Privat vor Staat“ ist kein Allheilmittel
• Fachlichkeit ist richtig und wichtig,
aber Wirtschaftlichkeit ist besser!
Investitionen
Investitionen
- Gesamt -

18.000.000 €
16.000.000 €
14.000.000 €
12.000.000 €
10.000.000 €
8.000.000 €
6.000.000 €
4.000.000 €
2.000.000 €
0€
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Investitionen
- Dritte einbinden -

• Erschließungsverträge

• Stadtentwicklungsgesellschaft Langenfeld mbH

• Business-Park Katzberg GmbH

• Einbindung von Investoren


„Kosten und Verluste nicht kommunalisieren“
Rücklagen
Rücklagen
- Entwicklung allgemeine Rücklage –
ab 2009 Bestand der liquiden Mittel

25.000.000 €

20.000.000 €

15.000.000 €

10.000.000 €

5.000.000 €

0€
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

Stand:
Entwurf Haushalt
2009
Rücklagen
- Entwicklung Pensionsfonds -

14.000.000

12.000.000

10.000.000

8.000.000

6.000.000

4.000.000

2.000.000

0
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

In Langenfeld tickt keine Zeitbombe!


4. Bürgerdividende
Bürgerdividende

• Steuersenkungspaket
• Gebührenstabilität
• Gesellschaftsfonds
• Bildungsoffensive
–städtische Schulen
–Langenfelder Kindertageseinrichtungen
• Absenkung der Kindertagesstättengebühren pauschal
um 20 % (365.000 Euro)
Gebührenstabilität
Durchschnittliche Belastung eines 4-
Personenhaushaltes
Jahr Grundsteuer B (€) Straßenreini- mit Grundbesitzabgaben
Abwasserbesei- Abwasser- imAbfall- Gesamt Veränderung Veränderung
gung (€) tigung SW (€) beseitigung RW (€) entsorgung (€)
Einfamilienhaus (€) gegenüber gegenüber
Vorjahr in € Vorjahr in %

1998 352,79 24,77 369,15 87,07 191,37 1.025,15 4,52

1999 337,45 26,23 368,13 83,08 206,89 1.021,78 -3,37 -0,33

2000 337,45 27,76 355,86 81,76 228,55 1.031,38 9,60 0,94

2001 337,45 29,07 343,59 79,10 222,78 1.011,99 -19,39 -1,88

2002 337,45 28,95 344,00 78,00 221,88 1.010,28 -1,71 -0,17

2003 389,61 33,75 322,00 83,02 196,08 1.024,46 14,18 1,40

2004 389,61 36,30 350,00 75,40 178,43 1.029,74 5,28 0,52

2005 389,61 39,45 370,00 72,80 172,32 1.044,18 14,44 1,40

2006 389,61 0,00 378,00 71,50 172,32 1.011,43 -32,75 -3,14

374,27 0,00 366,00 74,10 172,32 986,69 -24,74


2007 -2,45

2008 364,05 0,00 370,00 72,80 172,32 979,17 -7,52 -0,76

2009 343,59 0,00 362,00 80,60 183,48 969,67 -9,50 -0,97


Gesellschaftsfonds

• Sonderrücklage Haushalt von 5 Mio. Euro


• Förderung von zusätzlichen und besonderen Projekten oder
Anschaffungen von gemeinnützigen Organisationen und
Einrichtungen aus den Bereichen „ Soziales, Jugend,
Familie, Schule, Sport und Umwelt“
• Projekte und Maßnahmen aus dem kulturellen Bereich
erfolgen durch die Bürgerstiftung der Sparkasse
• ausgeschlossen sind laufende Betriebs- und
Personalausgaben
• Ausschüttung jährlich zum Stadtgründungstag am 3.
Oktober
• erstmalige Ausschüttung von 156.000 Euro am
3. Oktober 2008
• Ausschüttung 2009 ca. 200.000 Euro
• ab 2009 stehen jährlich 220.000 Euro zur Verfügung
Bildungsoffensive

• Qualitätsoffensive in den städt. Schulen


• 2008-2011 werden pro Schüler/in 200 Euro an
zusätzlichen Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt
• die zusätzlichen Mittel sollen die pädagogische Arbeit der
Schulen unterstützen und helfen, schulspezifische
Angebote auszubauen oder zu verbessern
• finanziert werden können Lehrerfortbildungen im
Zusammenhang mit der Profilbildung der Schule,
Ausstattungsgegenstände, Mädchen- / Jungenprojekte,
Projekte zur Gewaltprävention / Streitschlichtung
Bildungsoffensive

• Qualitätsoffensive in Langenfelder Kindertages-einrichtungen


• 2008-2011 werden pro Kind der Kita 150 Euro an zusätzlichen
Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt
• die Kindertageseinrichtungen werden bei der
Schwerpunktsetzung ihrer Einrichtung gestärkt
• Unterstützung der pädagogischen Arbeit und Ausbau der
einrichtungsspezifischen Angebote
• finanziert werden können Fortbildungen, experimentelles
Material für Natur und kulturelle Umwelt, Projekte zur
Stärkung sozialer Kompetenzen und Ausstattungs-
gegenstände, sofern sie der Schwerpunktsetzung der
Einrichtung dienen
Bürgerdividende

Die Mixtur stimmt:

• „Alles hängt mit allem zusammen“


• Rahmenbedingungen von der Infrastruktur bis zur
Verlässlichkeit von Entscheidungen sind optimal
• Langfristperspektive der Stadtentwicklung führt zu
Sicherheit von unternehmerischen Entscheidungen
• Sparen ja, aber nicht kaputt sparen
• Investition in Stadtkultur als Pflichtaufgabe kommunalen
Handelns schafft Lebensqualität
Langenfeld in der Zukunft

nach der Schuldenfreiheit gilt die besondere


Aufmerksamkeit den folgenden Themen:

• Schuldenfreiheit auch in der Zukunft


• Langenfeld als die familienfreundlichste Stadt in der
Region
• Antwort auf die demografische Entwicklung
• Ausbau des Bildungsangebotes
• Ökologie im Sinne von nachhaltiger Stadtentwicklung
Vielen Dank für ihre
Aufmerksamkeit