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Kunstgeschichte_Skript 6_Gotik

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Historische/Politische Ereignisse

Kunst und Kultur Chor von St.-Denis Königsportal Chartres

GOT I K
Île-de-France (um 1260) Rostock York Peterborough Stettin Ely Tewkesbury Zentren der Gotik Chorin Cambridge Minden HalberGloucester Bristol Wichtige Höfe Ende stadt Magdeburg Wells London 13./Anfang 14. Jh. als Exeter Soest Zentren der Gotik Salisbury Canterbury Köln Erfurt Meißen Ausbreitung der Gotik Naumburg Lüttich Amiens Marburg Ecouis Prag Bayeux Rouen Beauvais Bamberg Soissons Évreux Nürnberg Karlstein Paris Reims Esslingen Mantes Straßburg Schwäbisch Zwettl KlosterSées neuburg RegensRottweil Gmünd burg Chartres Sens Troyes Ulm Freiburg Auxerre Konstanz Neu- Sankt- Wien Atlantischer Basel Poitiers Königsfelden markt Florian Zürich Ozean Bourges Graz Limoges Lausanne Venedig ClermontPadua Ferrand Dijon Oviedo Rodez Avignon Mailand Bologna Albi Léon Vitoria Pamplona Carcassone Florenz Villalcázar de Sirga Burgos Siena Pisa Narbonne Palencia Ciudad Assisi Rodrigo Toro Gerona Orvieto Lérida Coimbra Pedralbes Rom Poblet Avila Barcelona Alcobaça Tortosa TarraMit t elm eer gona Neapel Lissabon Toledo Palma

1140–44 1145–55 1147–49 um 1180 um 1190 –1220 1202 1204 1209/10 1215 1220–37 1225–30 1230/50 vor 1233 1230–50 1239 1245–54 1250–59 1253–70 bis 1260 1263–73 1266 1268 1272 1271–95 Reisen des Marco Polo (1299: Reisebericht) Legenda Aurea des Jacobus de Voragine Eroberung Neapels durch Karl von Anjou, Ende der Stauferherrschaft in Süditalien erste Papiermühlen in Italien Ludwig der Heilige empfängt die Dornenkrone Rudolf von Ems: »Weltchronik« Ebstorfer Weltkarte (Rundkarte, Mittelpunkt Jerusalem) 2. Kreuzzug (Abt Suger von St.-Denis)

Verglasung von Canterbury Dreikönigsschrein in Köln des Nikolaus von Verdun Fibonacci: »Liber Abaci« (Einführung der arabischen Zahlen in Europa) Eroberung Konstantinopels, Gründung des Lateinischen Kaiserreichs erste Franziskanergemeinschaft (Franz von Assisi, 1182–1226) Magna Carta Libertatum Bamberger Domskulptur Skulptur des südl. Querhauses des Straßburger Münsters

84
GOTIK

85
GOTIK

Heimsuchungsgruppe des Reimser Westportals Figuren des Westportals von Wells

Historia Anglorum von Mathew Paris Psalter des Hl. Ludwig Stifterfiguren und Verglasung in Naumburg

Zentren und Ausbreitung des gotischen Stils in Europa im 12. – 15. Jahrhundert

Douce-Apokalypse Arnolfo di Cambio, Grabmal des Kardinals de Braye Erfindung des Silbergelbs Giotto di Bondone, Fresken in der Oberkirche von S. Francesco in Assisi Weltchronik des Rudolf von Ems. Der Stricker: Karl der Große Residenz der Päpste in Avignon Simone Martini, Maestà im Palazzo Pubblico von Siena

Stil der hoch- und spätmittelalterlichen Kunst in Europa. Der Begriff wird im 15. Jh. von Giorgio Vasari geprägt, basierend auf der Ansicht, zwischen Antike und Renaissance läge ein barbarisches Mittelalter, dessen Urheber die Goten seien. Ende 18. / Anfang 19. Jh. wird er von seiner negativen Konnotation befreit und als Stilbezeichnung auf die Kunst der Zeit zwischen Romanik und Renaissance angewendet. Ursprung der gotischen Architektur und Skulptur ist die historische Landschaft Île-deFrance um Paris etwa ab dem 2. Drittel des 12. Jh. Von hier erfolgt die Ausbreitung in die angrenzenden europ. Länder. Die Entwicklung vollzieht sich in regionalen Varianten, entsprechend unterschiedlich ist die Chronologie der Stilstufen Früh-, Hoch- und Spätgotik. Lediglich in der Zeit um 1400 entsteht ausgehend von den Höfen in Paris, Prag, Avignon

und Burgund eine einheitliche Formensprache, die als Internationale Gotik bezeichnet wird. Eine Sonderstellung nimmt Italien ein: Hier kann sich die Gotik nur bedingt durchsetzen. Die Formensprache der Gotik, die zunächst in der Architektur begründet wird, prägt in der Folge alle übrigen Künste. Sie entsteht in einem komplexen Geflecht aus polit., kirchlichreligiösen und kulturellen Bedingungen. Das franz. Königtum versucht der territorialen Zersplitterung seiner Macht entgegenzuwirken, die kirchlichen Reformbewegungen haben ebenso Anteil an der Kunstentwicklung wie das erstarkende städtische Bürgertum. An den großen franz. Kathedralbauten entstehen Bauhütten, die mönchische Bauverbände ablösen. Serielle Produktionen werden eingeführt und das Handwerk wird in Werkstätten und Zünften organisiert.

1282 um 1300 nach 1300 1309–76 1315 1339–1453 Hundertjähriger Krieg (Frankreich und England) 1356 Goldene Bulle zur Regelung der Königswahl im Dt. Reich 1347–51 um 1365 1373 1378–1417 1394–99 Abendländische Kirchenspaltung (Schisma) Pest in Europa

Brustbild Rudolfs IV. von Österreich Hl. Wenzel des Peter Parler im Veitsdom in Prag Altar der Kartause von Champmol des Melchior Broederlam; Portal der Kartause von Champmol von Claus Sluter Entwicklung des Holzschnittes in Europa Schöne Madonna von Krumau »Goldene Bulle« Wenzels IV.

um 1400 1400

dreigeschossiger Aufriss. ihre Struktur und ihr Formenrepertoire prägen alle übrigen Künste. Im 14. Hochgotik: dreischiffiges Langhaus. überall nach Europa (Roche Abbey in Yorkshire. Lehrzeit bis zum Baumeister: 4–5 Jahre. Michaelskapelle. Grundriss. Jh. Den Beginn der gotischen Architektur markiert in Frankreich der Neubau des Chores von St.und Seitenschiffen durch: die Hallenkirche. Münster Abteikirche Pfarrkirche Noyon um 1150 Paris Sens 1163 1140 Frankreich Le Mans Paris 1217 Ste. Ebrach. setzt sich ein neuer Kirchentyp mit gleich hohen Mittel. durch Vereinfachung des Steinversatzsystems und fortschreitende Arbeitsteilung bedingt. Technische und künstlerische Kenntnisse werden innerhalb der Bauhütte als Hüttengeheimnisse streng gehütet.a. um 1170. die das konstruktive Element der Gotik. Umgangschor mit durchgehendem Kapellenkranz. Reihung gleicher Bauglieder und durchgehende Lichtführung (Triforium wird durchfenstert) erwirken ein einheitliches Raumgefüge. 1187–1208. in denen das gotische Konstruktionsprinzip stark zurücktritt. V. Zisterzienser – Vermittler der Gotik Der 1098 gegründete. stark durchfensterte Wandflächen. monastisch purifiziert.-Denis 1140 Troyes St. In Spanien wird der neue franz. vollkommen aufgenommen hat. Drittel des 13. Die eindrucks- vollen technischen Leistungen in Amiens sind v. 1220. Stil in den seit 1230 vereinten Königreichen Kastilien und León in den Kathedralen Burgos. Auffassung gemein. Maria Novella 1278 Siena Orvieto Mitte 13. In ihr verschmelzen bestehende Elemente (Spitzbogen. Jh. sondern Ende des 12. Jh. Er vereint die wesentlichen Stilmerkmale des neuen Stils. Reich Straßburg Köln Stralsund um 1210/20 1248 Nikolaikirche ab 1270 Magdeburg Marburg 1209 Elisabethkirche vor 1235 Lübeck Marienkirche Trier ab 1260 Liebfrauenkirche um 1235 Assisi Oberkirche 1228 Italien Florenz S. mit der eine umfangreiche serielle Steinherstellung einher geht. In Katalonien tritt der neue Baustil erst im 14. S. Fassade. Alcobaça. Jh. von Zisterziensern nach Italien gebracht und dient zunächst den Bettelorden im 13. Eine Sonderstellung nimmt Italien ein. Auch die Westfassaden haben nichts mit der franz. Der größte gotische Kirchenbau soll ab 1248 der Kölner Dom werden. Kreuzrippe. Baumeistern aufgegriffen. Schema folgt (19. auf. mit technischen und figürlichen Zeichnungen sowie Erläuterungen. 1290 Florenz S. a. Aufriss. mittelalterlicher Werkstattverband der an einem größeren Kirchenbau beschäftigten Steinmetze mit eigener Hüttenordnung. In der Bauhütte entsteht auch die Bauplastik (Einheitlichkeit von Architektur und Plastik). Gotik zeichnet sich durch extreme Zierfreudigkeit und Feinlinigkeit aus. die in der Folge konsequent weiterentwickelt werden. im Neubau von Canterbury auf. Jh. Strebesystem) zu einer Einheit und entfalten eine kühne Dynamik. Das Streben nach dem konsequent konstruierten Raum mit edelsteinhaftem Licht findet in den hochgotischen Kathedralen von Chartres. sind die Zisterzienser Vermittler der neuen Architektur (Fossanova.-Ouen 1318 Kathedrale. Toledo und León programmatisch als religiöser Herrschaftsstil eingeführt. Abweichend von der franz. Grundlegend dafür ist das Interesse des auf Reduktion der Architekturformen bedachten Ordens an technischen Neuerungen. 1224–88). Reims und Amiens seinen Höhepunkt. wenig ausladendes. Überlieferungen der Bauhütten sind nahezu vollständig verloren. 1200–07). dreischiffiges Querhaus. Klassischer Bau der franz. Jh. streng zentralisierte Reformorden ist maßgeblich an der Verbreitung der gotischen Architektur in Europa beteiligt.und Aufriss dem franz. Im Deutschen Reich wird die neue Bauweise erst im 13. Der Stil wird nicht von ital. Jh. Mit seiner raschen Ausbreitung gelangt auch die Architektur. Bauhütte. Croce Florenz 1294/95 um 1296 Venedig Frarikirche 1340 Mailand 1378 . Jh.-Urbain 1262 Albi 1277 Rouen St. Galgano bei Siena. aufgegriffen. Der gotische Stil tritt in England bereits vor dem Ende des 12. vermittelt über Bettelordenskirchen.86 GOTIK Amiens. der in Grund. das traditionell keine enge Beziehung zu Frankreich hat.-Denis unter Abt Suger von 1141–44.. vollendet). Jh. wie reduzierte Mauermassen. Hauptwerke europäischer Sakralarchitektur 1100–1400 (Baubeginn) 1150 1200 Laon 1155 /60 Reims Chartres 1211 1194 Bourges 1195 1250 Beauvais 1225 1300 1350 1400 87 ARCHITEKTUR ARCHITEKTUR Von der Kathedrale gehen die Innovationen der frühen Gotik aus. als Vorbild für ihre Kirchenbauten. um 1200. Dom. Langhaus nach Osten.-Chapelle 1241 Auxerre 1215 Amiens 1220 Canterbury 1175 Lincoln 1192 England Salisbury 1220 London Westminster 1245 York Exeter 1291 um 1275 Wells 1290 Gloucester Winchester um um 1360 1329 Ely Marienkapelle 1291 Barcelona Gerona 1298 1312 Batalha 1388 Alcobaça 1178 Iberische Halbinsel Burgos 1221 León um 1200 Toledo vor 1224 Palma de Palencia Mallorca 1321 um 1300 Wien um 1320 Prag 1344 Schwäbisch Gmünd Heilig-Kreuz-Münster 1351 Ebrach Michaelskapelle 1200 Dt. Gotik gibt es selten Chöre mit polygonalem Umgang und Kapellenkranz. St. Es entstehen große schmucklose Räume. einheitliches Raumgefüge. Kathedrale. in Italien. Erhalten geblieben ist nur ein Teil eines hochgotischen Hüttenbuches des Villard de Honnecourt aus dem 1. Die engl. Die Adaption erfolgt in regionaler Abwandlung.

um 1260–80 Bayeux Westportal. und 13.: antikisierende Figurenauffassung in der Heimsuchung. 1160 Südportal. Westportal. um 1240 – 50 um 1280 – 1306 Portail de la Calende. um 1320 Champmol bei Dijon Portal. Im 12.-Denis in Auftrag. um 1150 N-Querhausportal. Exeter. Jh. die Skulptur wird in umfangreichen Zyklen in Nischen eingestellt über die gesamte Fassade verteilt (Apostelstatuen. die von Paris ausgeht. Jh. 1145–55. agiler und zierlicher (Paris. sodass das Portal ein Abbild des gesamten bekannten Kosmos dieser Zeit umfasst. streng frontalen. Die bedeutendste plastische Aufgabe stellen die großen Portalanlagen dar. ein Wechsel von christologischen zu mariologischen Programmen. um 1210 Chartres 88 GOTIK Le Mans Südportal.Denis: Traditioneller Typus der Grabfigur. Reims. 89 SKULPTUR Bordeaux N-Querhausportal. Jh. um 1210/20 S-Querhausportal. um 1204–10. St.Kathedrale 12. 1240 – 50 Nordportal. England Aufgrund der Bilderstürme in den Reformationskriegen lässt sich von der engl. Westportal. Sie bilden mit dem architektonischen Gerüst eine Einheit. Im Zuge zunehmender Marienverehrung erfolgt im 12.-Denis (vor 1140. Ausdruck der Gemütsbewegung und zeitgenössische Kleidung treten in der Plastik auf (Amiens. Antikisierende Gewänder mit straffer Faltengebung. In der sog.. der Jahreszeiten oder Monate bevölkert. um 1230. um 1170 Auxerre Westportal. entsteht eine Vielzahl monumentaler stehender Marienfiguren mit Kind. die sich der seit der Antike nicht mehr vorkommenden Freifigur annähern. fällt mit Bildhauern wie Jean de Liège und André Beauneveu die Glanzzeit der Grabplastik. Ende des 13. Jh. fließenden Gewänder können entweder wie in den Archivolten von Laon (um 1200) zur schwingenden Bewegung oder wie in den Querhausportalen von Chartres (um 1204–1230) zur Betonung des ruhigen Lineaments eingesetzt werden. der freien Künste. 1137 – 40 Senlis Reims Westportal. Das Antikisieren ermöglicht die körperliche Belebung der Skulptur. Querhausportal. Am Beginn dieser Entwicklung stehen die Portalanlagen von St. S-Querhausportal. 1160 Portalprogramme Die großen Figurenportale dienen der Darstellung des Heilsgeschehens. Um die Jh. Im 13. Schlanke. Das franz. Jh. Könige für die Grablege in St. Ab Ende des 13. Zentrale Themen sind den Tympana zugewiesen. um 1230). Figurenportal bleibt England fremd. Notre-Dame. die physiognomisch charakterisierten Kopfkonsolen. Die Körper besitzen Volumen. die eng mit dem architektonischen Gerüst verbunden sind und sich nicht aus dem Blockumriss lösen. 1350 – 65). Apostel. NotreDame. Notre-Dame. um 1200 Laon Rouen Écouis Westportal. streng hierarchisch geordneten Königsportalen des franz. um 1220/30 Königsportal Gerichtsportal Marienportal Westportal.mitte vollzieht sich eine Änderung in der Monumentalskulptur. die zurückgenommene Räumlichkeit und Betonung der Linie bewirkt Gleichberechtigung von Architektur und Skulptur. Renaissance des 12. Amiens um 1280 – 1306 Westportal. Königsportal. Chartres. Der menschliche Körper und seine Bewegungsmöglichkeiten werden deutlicher wahrgenommen. die sich erst allmählich zu lösen beginnt und werden deshalb auch als Säulenfigur bezeichnet. höfische Figuren mit pointierter. Heiligenportal Stifterportal Portal mit Szenen aus dem Leben Christi Hauptwerke der Portalskulptur in Frankreich Westportal. der antikisch angeregten Kunst. um 1210/30 N-Querhausportal. Die fein gefältelten. um 1200–10. um 1220 – 30 Portail des Libraires. Abtei-/Stiftskirche 13. nach 1250 Westportal. um 1250/60 S-Querhausportal. Kronlands die Majestas und das Jüngste Gericht. Südquerhaus. Ins 14. Wells. die einem gleichen formelhaften Stil mit sanft s-förmig geschwungenen Umrissen und reicher Gewandfältelung folgen. um 1140/45 – 50 Westportal. um 1250 Bourges Westportal. Joseph und der Magd. Aufgrund der wachsenden Zahl der Portalanlagen an den Kathedralen erweitert sich das Programm um Heiligenszenen. Chartres. bilden Bild. 1240 /45. Das Westportal zeigt alle Stile der franz. bewegter Gewandgestaltung und sprechenden Köpfen im Verkündigungsengel.. Kathedralskulptur nur ein fragmentarisches Bild gewinnen. 1145–55) mit ihren langen. Mitte des 13. André Beauneveu. Gerichtsportaltympanon. neu ist die Ausführung des Antlitzes als lebensgetreues Bildnis mit ausgeprägter Physiognomie. nördl. für die Statuen entstehen. Jh. um 1225 – 65 N-Querhausportal. Reims. zierliche. die alle den höfisch verfeinerten Stil der Pariser Kunst zeigen. Jh. v. Jh. um 1320 mittl. hat England eine wichtige Rolle gespielt.und Bauwerk eine Einheit. im Blockumriss gebundenen Gewändefiguren. stellt die monumentale Portalplastik keine führende Aufgabe mehr dar. hohe Figuren mit zarter Linienführung. die Figuren werden. um 1346–66. beherrschendes Bild wird die Krönung Mariens. 1245 – 50). Gisant Karls V. um 1300 Saint-Denis Westportal. Heimsuchung (vor 1233?)/Verkündigung (vor 1233? und 1245/50) und Darbringung (vor 1233?)/Joseph und die Magd Maria (1255/60). Skulptur des 13. um 1150 – 55 Poitiers Wesportal. Beachtenswert ist die Skulptur im Innenraum. 14. York. Die Gewände werden mit symbolischen Darstellungen der Tugenden und Laster. entstehen in Westminster . Jh. Reims und Paris. Jh. weitgehend zerstört) und Chartres (Königsportal. mittleres Westportal. Gegen 1200 ist die Skulptur Nordfrankreichs von einer neuen Monumentalität und antiki- sierenden Stilelementen geprägt. In den 1260er Jahren gibt Ludwig der Heilige 16 Gräber franz. schmächtige Formen in der Darbringung und Verkündigungsmaria. wird das Antikisieren aufgegeben. um 1395 SKULPTUR Frankreich Die gotische Skulptur entsteht mit der in der Île-de-France gründenden gotischen Architektur. bei zunehmender Stilisierung. in den frühen. strenge. 1170/80 Mantes östl. a. Jh. um 1260/70 Westportal. in Amiens. Das Tympanon wird untergliedert und bietet narrativen Szenen Platz. der Typus ist aristokratisch. um 1260–80 S-Querhausportal. 1160/70 Paris Annenportal. Die größten Skulpturenportale entstehen bis zur Mitte des Jh. Vierge Dorée. Jh.

Buchmalerei näher stehen als kontinentaler Skulptur. Erst in den 1270er Jahren wird in Tarragona durch Meister Barthomeu eine an nordfranz. Portugal Infantin Vataça Joao I. Zentren der Bildhauerkunst sind neben der Residenzstadt Coimbra Lissabon und Évora. Jh. Ursula Lérida Königs. Granada Mittelmeer Mateo in Santiago de Compostela (um 1188– Spanien und Portugal Die von Frankreich ausstrahlende Gotik trifft in Spanien auf eine neue künstlerische Strömung. Analog zu den internationalen Handelsbeziehungen arbeiten neben einheimischen franz. die häufig als Protore- Protorenaissance Von dem Kunsthistoriker Jacob Burckhardt geprägter Begriff für Tendenzen intensiver Antikenrezeption in der süd. Kgr. Die herausragenden Künstlerpersönlichkeiten. dessen reiche Architektur an Heiligenschreine erinnert. In der Gestaltung des Gisants weisen die engl. Kirche 15. naissance bezeichnet wird. eine eigenständige Weiterentwicklung der Romanik. stilistisch wird die Puerta de la Coronería in Burgos fortgeführt in eine farbige. Kapitell. Fuß. eine Umformung der Stilelemente. Katalonien und Aragón weisen starke eigene Traditionen auf. In Lincoln wird um 1270–80 die Komposition der Engel in Chorzwickeln mit anderem Formwillen wiederholt. Santiago de Compostela Kreuzgang Oviedo León Villalcázar de Sirga Infanten Felipe/Doña Leonor Thronende Madonna WestVitoria Puerta del Sarmental Puerta de la Coronería Kreuzgang Alfons X. 2. sind neben Niccolò Pisano seine Schüler Giovanni Pisano und Ar- Italien In Italien erfolgt in der 2. Gloucester: Das stilisierte Idealbildnis des Herrschers. Die ital. Aragon Gerona Barcelona Portada San Ivo Hl. Die Entwicklung des neuen Stils erfolgt regional.und WestRodrigo II. & Violante von Aragón..: Aufbau und Ikonografie des Figurenportals nach franz.. Jh. Verkündigung Kgr. Kastilien Skulpturen (Verkündigung und Engel in Triforiumszwickeln). Kronland. Jh. Kgr. Lancaster Coimbra WestCiudad Rodrigo Batalha WestAlcobaça Don Pedro/ Inês de Castro Lissabon Kathedrale 12. Zahlreiche Grabmäler der Kleriker und Adeligen bieten ein weiteres Aufgabenfeld. in lange. nimmt die plastische Produktion. Eulalia Kgr. ist ein Meisterwerk der engl. Hälfte des 13. span. Abtei-/ Stiftskirche 13. In Portugal fasst die Gotik ebenfalls erst Ende des 13. letztes Viertel 13. Jh. Alvarez Virgen de la Esperanza Grabmal König Eduards II. . um 1330–35. León Querhaus. Holz gefasst. sprung- haft zu. das durch die Wahl des Materials und dessen verfeinerte Behandlung malerisch in Szene gesetzt wird. um 1309: traditioneller Sarkophag mit Liegefiguren in ungewöhnlicher Haltung und Gewandung. zw. extravagante Bildsprache. und burgund. / Filipa v. Niccolò Pisano mit seiner deutlich an antike Sarkophagplastik anknüpfenden Skulptur ist der bedeutendste Vertreter dieser Stilrichtung. († 1327). Die Bildhauerschulen der großen Kathedralen von Burgos und León orientieren sich ikonografisch und stilistisch am franz. Formen. dessen Wandungen spitzbogige Blendarkatur mit Figuren zieren. Portal Kathedralskulptur (Standbild. Beziehungen zu Frankreich und Deutschland. füllige Gewänder gekleidet und kräftiger in der Körperbehandlung. dt. Navarra 90 GOTIK Grabmal des Ritters Robert Curthouse († 1134). die bewegte Liegefigur mit angewinkelten Beinen und halbgezogenem Schwert auf. und 13. Villalcázar de Sirga. Wichtigstes Aufgabenfeld ist die Grabskulptur. María. Künstler. ital. Anders ist dies in den seit 1230 vereinigten Königreichen Kastilien und León durch wachsende polit. Portal der Virgén Blanca (Hauptportal). fein gefältelte Gewänder gehüllt. 1360–67. Jh.und Konsolfiguren) Altar Grabmal Relief Freiplastik Granada Kgr. der zur Steigerung der Varietas mit anderen Materialien wie Alabaster kombiniert wird. Jh. S. Sohn Wilhelms des Eroberers. Alabaster..a. vornehmlich liturgische Ausstattung und Grabplastik. In Westengland tritt im 13. Die Tumba ist häufig von einem Baldachin überfangen. Retabel der hl. der eine die ganze Epoche prägende Bildhauerschule begründet hat. Die prächtigsten Beispiele sind die zwei Sarkophage Don Pedros und Inês de Castros in Sta. Beispiele einen großen Variantenreichtum auf. Gloucester: Engl. Tendenz zum Wirklichkeitssinn kommt in der ungewöhnlichen. León. Jh. zum Ausdruck. Jh.. Dies führt zu einer klassischen Auffassung der Skulptur.und mittelital. 14. Die Sepulkralskulptur hat sich in größerem Umfang erhalten. Jh.Poblet Barco de Ávila Tarragona Kruzifix WestJuan de Aragón Toledo Verkündigung Virgen Blanca HochPortada del Reloj Trascoro West- 91 SKULPTUR Palma de Mallorca Portada del Mirador Grabmal der Infanten von Kastilien. Vorherrschend ist die auf einer Steintumba ruhende Grabfigur. Protogotik gehört u. Sie sind in schwere. Maria in Alcobaça. begleitet von einem Rückgriff auf röm. Zentrum dieses neuen Stils ist die Toskana mit Niccolò Pisano. und byzant. Caen-Stein.Jh. Der vornehmlich in der Bauornamentik und Architektur gründende Stil ist nicht als Grundlage der Renaissance zu verstehen.Hauptwerke der Skulptur auf der Iberischen Halbinsel Pórtico de la Gloria Alfons IX. In den 30er Jahren führt Meister Pere aus Aragón einen verbindlichen Typus ein: auf Löwen ruhender Sarkophag mit Gisant. Modellen orientierte Portalskulptur eingeführt. Skulptur ist – anders als in Frankreich – nicht vornehmlich an die Architektur gebunden. neben Reliefs strebt sie zur Freifigur. Dieser sog. Purbeck-Marmor. Jh. der Pórtico de la Gloria des Meister 1200) an. seit dem 13. Vorbild. Neben farbig gefassten Holzfiguren wird – wie auch zur Gliederung der Architektur – farbiger Purbeck-Marmor verwendet. Daneben entstehen Werke der Hofkunst mit zu Idealtypen stilisierten Fürstenbildnissen. Jh. Hälfte 13. Hofkunst. deren schlanke Gestalten. engl. Der wachsenden Bedeutung des Totenkultes wird in den die Bestattung darstellenden Reliefs des Sarkophages Rechnung getragen. Anfang des 14. Burgos Palencia Cristo de las Batallas Pamplona Kapellen Puerta Preciosa HochKönig Ildefonso-Chor Kreuzgang Kgr. verbreiteten Haltung des Ritters. Die figurenreichen Portalanlagen finden in Kastilien eine große Nachfolge. deren Werk über die Grenzen der Toskana hinaus prägend ist. der engl. Architektur und Plastik des 12.

In den klugen und törichten Jungfrauen des Magdeburger Paradiesportales (um 1250) zeichnet sich eine neue Figurenauffassung mit Tendenzen zum Naturalismus ab. Elisabeth) führen. 1255–60 Kanzel. 1310/30 Andrea Orcagna (nachweisbar 1343 – 77) Tabernakel. beginnt mit den Arbeiten Lorenzo Maitanis und Andrea Pisanos. in der gefälligen. Ende 13. Naumburg). Analog zur franz. ruhigere Formensprache. Arnolfo di Cambio. Ecclesia/Synagoge. Reich. Neben den Stifterfiguren und dem Lettner in Naumburg stammen der Westlettner in Mainz und die monumentalen Figuren in Meißen aus derselben Werkstatt. mit zurückgenommenen HelldunkelWirkungen (Propheten in Freiburg i. Die Ausführung reicht von Höhungen/Akzentuierungen (Augen. Die Kanzelreliefs Niccolòs beleben in Bildaufbau und Figurenauffassung den Reliefstil spätantiker Sarkophage wieder. Porta Picta. die er von der Skulptur des franz. Bedeutende Zyklen werden für Innenräume geschaffen (Bamberg. pathetischen Charakterisierung (vgl. 1282 Fassadenskulpturen. Giovanni in Laterano Grabmal Kardinals de Braye. Kunst nahesteht. dramatischer Schilderung dynamisiert. a. 93 SKULPTUR Synagoge und sog. Dom. Im Gegensatz zu den franz. für die zw. entsteht an der Straßburger Westfassade einer der größten Skulpturenzyklen des Mittelalters. 1220 – 37 eine in Reims geschulte Bildhauerwerkstatt engagiert wird. Auseinandersetzung mit der Antike kann zur Wiederentdeckung sinnlicher Schönheit (vgl. Siena. Mailand. Eine Sonderstellung nimmt die Skulptur des Naumburger Domes ein. sog. 1260. durch die Gewandgestaltung betont. Pisanos Bronzereliefs der Florentiner Baptisteriumstür zeigen in ihrer ruhigen Komposition und Massenwirkung die Schulung Giottos. nach 1284 Niccolò Pisano. Portaltympana.Br. Schüler Giovanni Pisanos. Reich tritt die gotische Skulptur nicht vor 1220 auf. Giovanni di Balduccio und Tino da Camaino. 1352–59 Lehrer-Schüler-Verhältnis Mitarbeit Bildhauer des Trecento in Italien nolfo di Cambio. Bamberg. greift ebenfalls antikisierende franz. Farbige Skulptur Monumentalplastik des Mittelalters ist häufig farbig gefasst. Dom. Florenz. 1301 Kanzel. die antikisierende Anregungen aus Frankreich und England mit eigenen Traditionen verbinden (Halberstädter und Wechselburger Triumphkreuz. Lippen) über Vergoldung einzelner Partien bis zu vollflächiger Bemalung. Andrea. belegt durch erhaltene Beispiele (u.. Naumburg) und neuere Forschung. Straßburg) keine ausgedehnten Portalanlagen. entkörperlichte Figuren. gotischer (Dreipässe) und spätantiker Elemente. Sein Sohn Giovanni Pisano verbindet die klassische Form mit Anregungen. S. vor 1340). 1278 92 GOTIK Giovanni Pisano (1245/48 – nach 1314) Fassadenskulptur. Florenz. Florenz. Petrus Martyr. Wohlgeordnete Bildfelder Niccolòs werden zugunsten realistischer. Pisa. eine neue Entwicklung. Pisa. Elisabeth. Dom. 1330–36 Reliefs. In Sachsen entstehen zw. Stifterfiguren und Lettner. S. Kanzel. Dom. Florenz. zw. Neapel. 1337–43 Nino Pisano (um 1315 – 68) Madonna. Reliefs zeigen kraftvollen. 1220 / 30) auf. Hälfte des 14. Baptisterium. Deutsches Reich Im Dt. Die zweite große Dombauhütte im Dt. Dom. nicht nur wegen der ungewöhnlichen Aufstellung der Stifter im Chor. Skulpturen sind die Bamberger nicht in die Architektur eingebunden und besitzen eine der Freifigur nahe kommende Eigenständigkeit. entwickelt trotz gleicher Voraussetzung eine andere. Georgenchor. Die kleinteiligen. Die Bedeutung des neuen franz. In der 1. entwickeln sich schlanke. Dom. Anders als in Frankreich entstehen mit wenigen Ausnahmen (u. S. . Straßburg. Impulse zur psychologischen Charakterisierung der Skulptur des Südquerhauses (Marientod. Goldene Pforte in Freiberg). a. Dom. Baptisterium. Or San Michele. der seit 1277 im Dienste Karls von Anjou steht und somit im Kontakt zur franz. Orvieto. Perugia. Ausdrucksvolle Physiognomien verweisen auf franz. zu einem spannungsgeladenen dynamischen Stil. Florenz. verbreiten seinen Stil in Norditalien und Neapel. nach 1348 Lorenzo Maitani (1270– 1330) Fassadenreliefs. sondern auch in der Lebensnähe und dem Verismus im Habitus der Zeit um 1250. um 1313 Königsgräber. Kreuzigung. S. Synagoge) oder zu einer herben. 1302–12 Arnolfo di Cambio (um 1250 – 1302) Grabmal Kardinals Annibaldi ( 1276). Im ersten Drittel des 14. Pisa. 1339 Tino da Camaino (1280/85 – 1337) Grabmal Heinrichs VII. Eustorigo. Dom 1284–99 Kanzel. Pisa. Kronlandes empfangen hat.Norditalien/ Lombardei Toskana/Umbrien Rom/Neapel/ Süditalien Niccolò Pisano (1220/25 – 78/84) Kanzel. Anders die Andrea Pisano (um 1300 – 50) 1. 1302–11. um 1320 / 30 und in Rottweil. Jh. S. aus antiken Reliefs entnommen Stil. malerisch ausgestatteten Reliefs der Domfassade von Orvieto entsprechen dem Sieneser Stil. die der Eleganz der westl. Entwicklung folgen die Figuren einem höfischen Idealtypus und sind. Bronzetür. ab 1325 Giovanni Pisano. Kombination romanischer (Löwenbasen).. Jh. Domenico. Lausanne. 1220 – 35 Werke. Pisa. 1266-68 Brunnen. Kunst. Siena. Maria Novella. Maria Donna Regina. 1225–37. langgezogenen Faltengebung über Elfenbeine vermittelte Pariser Anregungen. Giovanni di Baldduccio (nachweisbar 1317 – 50) Arca Hl. sie äußert sich in der Darstellung zeitgenössischer Kleidung und ausgeprägter Mimik. Pistoia. Orvieto. Kanzel. Stils zeigt die Bamberger Domskulptur. Rom. Jh. S. stark bewegt. Campanile. Mainz. Baptisterium.

neue Themen wie die aus dem Abendmahl isolierte Christus-JohannesGruppe und die Pietà werden eingeführt. um 1250 Westportal. 1150 1200 Nikolaus von Verdun. St. das sog. vorbereitet. Dreikönigsschrein. Ste. exportiert und nachgeahmt wird. Jh. Dom. deren Körper zugunsten eines dekorativen. um 1300 Simeonsreliquiar.). die farbige Fassung verleiht dem gesteigerten Gefühl Ausdruck.. Jh. Vom höfischen Ideal durchdrungene Figuren. in den Raum ausgreifende Figuren. Anstelle formelhaft vergeistigter Skulpturen entstehen körperhaft schwere. Die Pietà.Jh Internationalen Stil löst sich aus ihrem Zusammenhang mit der Architektur. die mystische Verschmelzung zweier Seelen veranschaulichen soll. um 1275 Westportal und Vorhalle. Chartres. mit dem eine Steigerung der Ausdruckskraft einhergeht. im Zusammenhang mit dem Weichen Stil. Viertel 14. Straßburg Münster. den plastischen Wert allein bestimmenden Faltenwurfes zurücktreten. Neue Bildaufgaben und die Internationale Gotik Im Dt. zeigt die trauernde Muttergottes mit dem toten Christus. St. In der Miniaturmalerei tritt sie bereits im 12. Deutlich wird dies an den durch Prag beeinflussten Fürstenfiguren des Südturmes vom Stephansdom in Wien (um 1359–65). Dom. Ausdrucksstarker Realismus – verstärkt durch die farbige Fassung – verleiht räumliche Ausstrahlung. In ihm wird die Drastik des Leidens zugunsten verinnerlichter Trauer aufgegeben. Oberschwaben. wichtig ist nicht die naturalistische Darstellung. Dom 1373–85 Pietà aus Seeon. Martin. die. die im 12. Jh. nach 1351 Figuren vom Südturm. deren Körperformen unter den schmiegsamen Gewändern zu spüren sind. 1233 Engelspfeiler u. sondern die Inszenierung der Gemütsbewegung. 2. Schwäbisch-Gmünd. um 1390/1400 Schöne Madonna aus Breslau. um 1400 1250 Propheten. Bay. Braunschweig. auch Vesperbild. appellativer Bildtyp. . Wenzelskapelle. vor 1373. Paris. Jh. zum Andachtsbild isoliert in der dt. in der religiösen Dichtung des 12. vornehmlich in Frauenklöstern verbreitet. Ekkehard und Uta. Aachen. um 1290 1300 Pietà Röttgen. 1220–37 GOTIK Westportal. Köln. wird aus der Kreuzabnahme und Beweinung herausgelöst und tritt Anfang des 14. um 1280–1300. um 1395/1400 Stein Holz Edelmetall Schöne Madonna aus Krumau. 95 SKULPTUR Christus-Johannes-Gruppe aus St. vollzieht sich in den großen Kunstzentren ein Wandel in der Formensprache. Wien. Straßburg. Halberstadt. Jh. Freudvolle Pietà. um 1220 Grabmal Heinrich des Löwen und seiner Gemahlin. Nat. Hl. Dieser neue Stil ist eng mit der Künstlerfamilie Parler verbunden. Um 1350 setzt ein grundlegender Stilwandel ein. Skulptur Südl. Wirklichkeitsnähe der höfisch idealisierten Figuren wird durch Verismus in der Darstellung erreicht. Jh. Straßburg. auf. ihre bedeutendsten Werke entstehen im Auftrag Karls iv. um 1250. Kopf und Gewand unterstreichen die Bewegung der Skulptur. Hl. Die Ausführung erfolgt vornehmlich in Holz. um 1190–1220 Triumphkreuz. Freiberg (Sachsen). Wenzel u. Münster. Wenzel. Plastik auf.Monumentalskulptur Kleinskulptur. Jh. ab 1241 Reiter u. 1350 1400 Hauptwerke der Skulptur im Deutschen Reich Chorfiguren des Kölner Domes (vor 1322). in der Mystik und religiösen Dichtung vorbereitet wurden und den Andachtsbildern zugerechnet werden können. Dom. Lorenz. In der Folge Erneuerung der Ikonografie: Eingebürgerte Themen wie Kreuzigung und Schmerzensmann werden mit gesteigertem Pathos dargestellt. Westportal. um 1230/40 94 Bamberger Domskulptur. Kluge/Törichte Jungfrauen. Pathos und Emotionalität im Ausdruck soll den Rezipienten zum Mit. Katharinental. Um etwa 1380 – 90 entsteht in Prag. Dom. Heiligkreuzkirche. die sich als individualisierte Herrscherbildnisse geben. Veitsdom. Plastische Hauptwerke entstehen Ende des 13. um 1235 Apostelfiguren. Schöne Vesperbild. Internationale Gotik Ende des 14. Querhaus. Nürnberg. Andachtsbilder Königsportal. der in einer neuen Auffassung des Menschlichen gründet. Prag. in der Maria die Trauer mit der Freude über das Wissen der durch den Opfertod vollbrachten Erlösung verbindet (Bamberg. Das Andachtsbild fokussiert auf einen Aspekt aus einem größeren Erzählzusammenhang. Köln. um 1280–90 Chorfiguren. einem festen Kanon folgend. im schwäbischen und Bodenseeraum. Erstmals tritt sie in Schwäbisch-Gmünd auf. Magdeburg. das in großer Zahl hergestellt./13./13. Einer der wichtigsten Typen des Andachtsbildes ist die Christus-Johannes-Gruppe. zw. Westchor. Mus. Stifterfiguren. Naumburg. München. Münster. Dom. um 1300 Westportal. Freiburg. Rheinisch. Neben der drastischen Schilderung des Leidens existiert die sog. um 1220 Goldene Pforte. und Mitte des 14. seit 1356 in Prag. neue Bildtypen auf. Dom.-Chapelle.und Nachempfinden anregen. Durch Austausch der höf. Reims. Anfang 14. um 1330–40 Propheten. Die Skulptur am Übergang zum Andachtsbild. Das Sujet. Jh. Triphoriumsbüsten. Dom. Münster. Prag. Reich treten in der Plastik des 14. Naumburg. um 1365 Peter Parler. um 1245/50 Westlettner u.

Die vollendete Rhythmisierung der Gestalten wird durch die kalligraphisch-lineare Faltengebung unterstrichen. Paris. überformen den Körper. blutenden Leibes Christi und des schmerzerfüllten Gesichtes Mariens. Parallel steigt der Bedarf an wertvollen Skulpturen zur privaten Andacht bzw. Florenz.Namentlich bekannte Künstler des 13. ist weich. Jahrhunderts 1150 1200 1250 1300 1350 1400 1450 Sog. vergoldet. Jh. Böhmen. um 1400. H. doch finden sich die typischen Merkmale auch an Skulpturen anderer Sujets (Heiligenstatuen. Jh.) Konrad von Soest (um 1370–1424/25) Deutsches Reich Meister von Wittingau (nachweisbar 4. (stereotyper) Psychologisierung und Versinnlichung bis zur Erotik aus sowie durch ihre biegsame. H. Charakteristisch ist die beidseitige Konturierung der Figur durch Faltenkaskaden. Ausgehend von der gotischen Formensprache wird die körperbetonte. SMPK. Parlerplastik) zugunsten zunehmend feingliedriger. Zentren (Köln. Schöne Pietà). Benedetto Antelami (um 1160–um 1220) Niccolò Pisano (um 1225–78/84) Cimabue (um 1240–1302) Arnolfo di Cambio (1240/50–1302/10) Giovanni Pisano (1245/50–1320) Cavallini (um 1250–1340/50) Duccio (um 1255–1319) Giotto di Bondone (1266–1337) Tino di Camaino (um 1285–um 1337) Vitale da Bologna (um 1285–1369) Simone Martini (1280/85–1344) Pietro Lorenzetti (nachw. Jan und Hermann Limburg (1385/90–1416) Nikolaus von Verdun (nachweisbar 1181–1205) Naumburger Meister (nachweisbar um 1235–um 1250) Meister der Manesse–Handschrift (nachw. in bisher ungekanntem Reichtum. ineinandergelegte Hände. und 14. Wien. Festes Schema – an Christus gelehnter Johannes. Umarmung des Johannes durch Christus – entspricht der visionären Bildvorstellung. Siena. Rheinisches Landesmuseum. um 1400. Die neuen Mäzene. Meister Honoré ( vor 1318) Jean d’Arras (nachweisbar 1290–1308) Jean Pucelle ( 1334) Jean Pépin de Huy (nachweisbar 1311– vor 1382) André Beauneveu (1330/40–1400/01) Jan Bandol (um 1340–um 1400) Matteo Giovanetti (nachweisbar 1343–66) Jacquemon de Nivelles (nachweisbar 2. Schöne Madonna. Dem Weichen Stil entsprechend Gewandführung zur Inszenierung des Inhaltes sowie zur Ästhetisierung der Form eingesetzt und Drastik des Geschehens zurückgenommen (Avignon. Steigerung des unermesslichen Leidensausdrucks durch drastische Darstellung des ausgemergelten. Gewänder gewinnen an Stofflichkeit und Dreidimensionalität. Der Charakter des Internationalen Stils – Blüte etwa von 1380 bis 1420 –. London. um 1300. Prag. Mailand) und städt. Pietà Roettgen. Jh. Berlin. Sie zeichnen sich durch Wirkungsqualität in der intimen.) Peter Parler (um 1330– 99) Meister Bertram (um 1340–1414/15) Theoderich von Prag (nachweisbar 1348–81) Meister von Hohenfurt (nachweisbar 3. 97 SKULPTUR England Schöne Madonna aus Krumau.) Claus Sluter (1355/60–1405/06) Jean de Liège (nachweisbar 1360– vor 1382) Drouet de Dammartin (nachweisbar 1365– 1413) Jacquemart de Hesdin (nachweisbar 1380–1411) Melchior Broederlam (nachweisbar 1381–1409) Frankreich mit Burgund Paul. Die Faltenmodellierung. elegante Körperbewegung. Bonn. Viertel 14. Bayerisches Nationalmuseum. 89 cm. Venedig) werden die Voraussetzungen rasch verbreitet. Rheinland. Stiftung. Wien.) Matthew Paris ( 1259) William Torel (nachweisbar 1291–1303) Roger of Crundale (nachweisbar 1281– 1293) William of Ireland (nachweisbar 1290–94) 96 GOTIK Christus-Johannes-Gruppe. Hälfte 13. München. treten in Form individueller Bildnisfiguren an Kirchen und Portalen auf. 1285–1344) Guccio di Mannaia (nachweisbar 1288–1320) Maler Andrea Pisano (1290/95–48/49) Bernardo Daddi (um 1295–nach 1348) Bildhauer Taddeo Gaddi (um 1300–66) Goldschmied Andrea Orcagna (um 1308–68) Nino Pisano (um 1315–68) Ambrogio Lorenzetti (nachweisbar 1319–47) Andrea da Firenze (um 1320–um 1377) Altichiero da Zevio (um 1320–85) Maso di Banco (nachweisbar 1336–47) Giovanni di Milano (nachweisbar 1346–68) Agnolo Gaddi (um 1350–96) Gentile da Fabriano (1360/70–1427) Lorenzo Monaco (um 1370–um 1425) Jacopo della Quercia (1374–1438) Italien Meister Mateo (nachweisbar 1168–1217) Meister Bartomeù (nachweisbar 1272–1320) Pêro de Coimbra (nachweisbar um 1330 – 34) Juan Oliverio (nachweisbar 1330–32) Telo Garcia (nachweisbar 1334) Ferrer Bassa ( 1348) Jaume Cascalls (nachweisbar 1340–77/8) Iberische Halbinsel Ramón Destorrents (nachweisbar 1380–91) . ätherischer Figuren aufgegeben. Anfang 14. sog. 88. Kunsthistorisches Museum. direkten Beziehung zw. ohne Grate und arbeitet mit starken Helldunkel-Kontrasten. 112 cm Pietà aus dem Kloster Seeon.5 cm. Sigmaringen. um 1330.). Nürnberg. Vesperbilder etc. Dijon. gilt als Inbegriff des Internationalen Stils. Dramatisches wird gemildert (vgl. die zur seelischen Vereinigung mit Gott führen soll. Kalkstein gefasst. Mutter und Kind. diesseitige Statuarik (vgl. Viertel 14. tritt in der Plastik deutlich zutage. H. die sich selbst in der Förderung der Kunst verherrlichen. Eichenholz gefasst. Prag. Hamburg. Kalkstein gefasst. Jh. Lindenholz gefasst.

dringen verstärkt fläm. Jh. um 1253 – 70). nur langsam neuen Entwicklungen. Stilistisch orientieren sich diese Luxushandschriften an der antikisierenden Malerei der Zeit. ist sie fester Bestandteil der Komposition. im 15. die sich zwischen die Figuren und den gemusterten Hintergrund schieben. Malerei verrät.a. Jh. Manessische Liederhandschrift. Mit schwarzem Stift skizziert und deckenden Farben unter Freilassung des Hintergrundes ausgeführt. Im Auftrag Jean de Berrys gestalten die bedeutendsten frankofläm. sind Köln. Die antikisierende Formensprache hält sich in der engl. Jh. mit regionalen und nordalpinen Traditionen verbunden. Hofmalerei. Stundenbuch. Buchmalerei. 79) und öffnet sich. The Cloisters. u. Neben der Tradition der Pariser Schule verarbeitet er Einflüsse der ital. Ende des 14. um 1270) und Bestiarien mit eindringlichen Illustrationen. Stundenbuch der Jeanne d’Évreux. und ital.. Universitätsbibliothek. Jh.. bleibt Ostengland führend. 16r. kalligrafische Feinheit. und ital. vorherrschende Primat der Glasmalerei in der Gestaltung der zw. Charakteristisch sind v. Motive in die englische Buchmalerei ein. 1312–21). Eine eher malerische Auffassung kündigt bereits die nächste Generation an. Jh. 2554. Heidelberg. VIII. Berry. auch von ital. die lebendigen Trabantenszenen. Burgund. pal. die in der komplexen Gesamtkomposition sowie der Farb. 9 x 6 cm. mit Dombauhütte und Universität offen für neue Ideen. die immer stärkere Bedeutung erlangen. Innovative Zentren Ende des 13. Jh. Typologische Anordnung der Szenen und Farbigkeit an zeitgenössischer Glasmalerei orientiert. Paris 1220/30. New York. der die Tradition der lavierten Federzeichnung wieder einführt. ist eng mit der Monumentalmalerei verbunden. die Bestandteil des Stundengebetes sind. Jh. Duccio). In der venez. Zürich (?). Augenfällig ist das bis Mitte des 13. Anfang 14. erlebt die Buchmalerei eine Blüte. die wohl auch als Unterhaltungsliteratur abenteuerlichen Inhalts dienen. und ital. Jean Pucelle. Cod. beginnt sie sich an franz. Stil. der Glasmalerei verpflichteten Vorbildern zu orientieren. Österr. Jh. 99 Christus lehrt im Tempel. Wie in Frankreich dominieren im Umkreis des Hofes Psalter und Stundenbücher. v. liturgisches Buch mit 150 Psalmen.. deren herausragendster Vertreter Jean Pucelle ist. Wien. die bisher dem geistlichen Gebrauch vorbehaltene Handschrift wird verweltlicht. In Böhmen ist die gleiche Tendenz zur Assimilation franz. häufig profanen Inhalts. London. Künstlerpersönlichkeiten gewinnen an Gewicht. Mit den Werken des Meisters Honoré erneuert Paris seine führende Stellung. geprägt. wird unter Vorbehalt nach Köln lokalisiert. gleichmäßige Flächenfüllung und starke Farbigkeit aus (Psalter Ludwigs des Heiligen. Prag. engl.und plastischen Gestaltung franz. Ostengland (?). bleibt Byzanz bestimmend. mit dem Kloster St. Im Trecento werden in den Zentren Bologna. des Robert de Lisle (vor 1339) und des Luttrel (1340). für das Stundengebet der Laien.). Monumentalität und plastische Durchformung des Körperlichen. um 1300–40. Einflüsse zu beobachten (Passionale der Äbtissin Kunigunde. Prag und Wien mit ihrer prächtigen Hofhaltung für eine Blüte der Buchmalerei. 311. Anfänge in der romanischen Buchmalerei.BUCHMALEREI Die Miniaturmalerei verliert im Laufe des 13. Trecentomalerei (v. Paris 1325–28. André Beauneveu. Charakteristisch ist die plastisch durchgebildete und räumliche Malweise sowie das differenzierte Kolorit bis hin zur Grisaille-Malerei. verbreitetstes Buch des Mittelalters. Mit GrisailleFiguren wird die Ausdrucksweise der Glasmalerei umgekehrt. Buchmalerei nahe stehen. Mitte des 13. burgund. Jh.. Queen Mary’s Psalter. und das Gebiet zwischen Bodensee und Zürich. Verkündigung an Maria.. Typisch engl. Albans. Siena. 1250/55). Buchmalerei hingegen. Die Werkgruppe um den verlorenen Willehalm-Codex und das Graduale von Wettingen vom Anfang des 14.und Schattengebung und die Landschaftsmotive. Jh. in der franz. der Lombardei und dem Hof der Anjou in Süditalien Giottos Errungenschaften. MS. Meistern beeinflussten Concordia novi et veteris testamenti. regional verschieden. In ihnen verbinden sich traditionelle Gewanddrapierungen und leuchtende Farbigkeit mit neuen. a. Hocharistokratie luxuriös ausgestattetes Andachtsbuch. in den Marginalien Auseinandersetzung mit der realistischen Wiedergabe profaner Themen. Höhepunkt bilden die Psalter der Queen Mary (Anfang 14. dekorative oder szenische Illustration. Jh. fol. Daneben tritt Österreich zu Beginn des Jh. deckende Miniaturen repräsentieren mit lieblichen Gesichtern und zierlichen Gesten den höfischen Stil. Royal 2 B. 4r. Jh. Marginal-/Randillustration. 98 GOTIK Psalter. die deutliche Analogien zur Mosaikkunst aufweist. Im 14. BUCHMALEREI Deutsches Reich Im Dt. Minnedichtung. 151r. Seit dem 13. Nationalbibliothek. Malerei hervor. Malerei bis Mitte des 13. unzählige Prachthandschriften. Seine Werke bezeichnen den Höhepunkt der Pariser Italien Ital. Jh. Florian als Vermittler franz. Neue räumliche Auffassung setzt Kenntnisse ital. Höhepunkt im 14. Neu sind die Plastizität der Faltenmotive durch markante Licht. Maler. Illuminiert mit ornamentierten und figürlichen Initialen sowie Illustrationen. Besonders beliebt sind bis ins 14. Jacquemart de Hesdin und die Brüder Limburg. Miniaturmalerei verbunden.. fol. England Im 12. Psalter der Blanca von Kastilien). Cod. fol. zeichnen sich die hochgotischen Pariser Miniaturen durch klare Umrisslinien. und engl. Jh. Florenz. fol. die in Inhalt und Form in keinem Zusammenhang mit dem Text stehen muss. Jh. Hofes Hauptwerke der frühgotischen Miniaturmalerei (sog. 848. farblich mit dominierendem Rot und Blau auf Goldgrund an der zeitgenössischen Glasmalerei. ihre Schulprägung und nähert sich einem gesamteurop. 1200 und 1235 entstandenen Bibles moralisées. (Amesbury-Psalter. Wird zunehmend von Laien verwendet. Trecentomalerei voraus. Apokalypsen (Douce Apocalypse. die in ihrer kalligrafischen Auffassung sowie der transparenten Farbigkeit Kenntnisse der engl. Um 1330 werden auch sienesische und giotteske Anregungen aufgegriffen. germ. Internationale Gotik Um 1400 sorgen die großen Höfe Paris. Wirkungsvolle Körpermodellierung durch Faltenführung und Farbschattierungen. Bible moralisée. In dieses Umfeld gehört die Manessische Liederhandschrift. reich illuminierte Handschrift. mit der franz. Autorenbild als Standesbild mit Merkmalen der Tätigkeit des Autors. In der Historia Anglorum (1250/55) des Matthew Paris aus St. in dem zahlreiche Weltchroniken eigener Prägung entstehen: Farbintensive. Zugleich verändert sich die Trägerschaft. lange byzant. die wichtigste Sammlung mittelhochdt. Herr Alram von Gresten. Ingeborg-Psalter.–15. ist der antike Pathos des Dreikönigsschreins des Nikolaus von Verdun oder des Ingeborg-Psalters zu spüren. . Jh. a. Frankreich Um 1200 entstehen im Umkreis des franz. Reich bleibt die Handschriftenproduktion Sache der Klöster (s. Zu Beginn des 13. British Museum. a. S.

und Tafelmalerei zugeneigten Italien bleibt die Glasmalerei Randerscheinung. hohe Lanzetten und vereinfachte Eisenarmierung bedingen die serielle Anordnung der Szenen ohne Hierarchisierung. um 1415.-Chapelle. 100 GOTIK Brüder Limburg. Chantilly. wodurch die Figuren Dreidimensionalität erhalten.und Landschaftsdarstellungen in grafischer Klarheit. Musée Condé (ms. Plastizität durch differenzierte Schattenmalerei – charakteristische Merkmale ab der 2. Apsisrose. Eigenart: große. räuml. Seit dem späten 13. Edelsteinhafte Farbigkeit. anfänglich noch an dem antikisierenden Stil der Kunst um 1200 orientiert. Anordnung und antikisierendem Stil gibt es Parallelen zwischen den Fenstern von Canterbury um 1180 und denen von Chartres und Bourges. 1r. /Anfang 14. Frankreich Beispiellose Blüte der Glasmalerei Anfang des 13. Wird in allen Malereigattungen aufgegriffen. Werkstatt geschaffene Fensterzyklus in S. Ost. Das ab 1270 verbreitete Registerfenster eignet sich besonders für die Darstellung stehender Figuren unter Baldachinen. Cod. Jh. Trecentomalerei. Rouen.trachter vom Irdischen zum Überirdischen erheben soll. wird zunehmend hochgotisch. und dt. Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Ste. eigenen Gesetzen. Die weitere Entwicklung nimmt jedoch einen eigenen Weg. Der um 1253 von einer mitteldt.-Ouen. Standfiguren unter Baldachinarchitekturen. Jh. wurzelt in der ital. St. um 1340.Chapelle. fol. harmonisch farbiger Stil durch. Mit Karl iv. Überwuchernde kostbare Dekoration mit allegorisch-verschlüsselten Darstellungen. Ostchor. 1400. Die Entwicklung und Verwendung des Silbergelbes vollzieht sich zeitgleich zu Frankreich. Einzelne Szenen sind vor teppichartig gemustertem Grund in Medaillons zu geometrischen Mustern zusammengefügt. Die 30 Jahre jüngere Apsisrose des Domes von Siena weist eine ganz andere Sprache auf als die franz. Die Farbigkeit ist in einem tiefen Blau-Rot-Akkord gehalten. panelierte Ost. Italien Im stark der Wand. Dom. Bereits Abt Suger rühmt das wunderbare und ununterbrochene Licht von St. 6v. Jh. Als ornamental gestaltetes Glasfenster erstmals im 12. es ermöglicht zwei Farben ohne Bleistege nebeneinander zu setzen. 1287/88. deren lichte Farbigkeit eine gute Ausleuchtung des Kirchenraumes gewährleistet. Jh.und Tafelmalern auf die Glasmalerei übertragen. engl. GLASMALEREI Der Aufriss hochgotischer Kirchen stellt die Glasmalerei vor immense Aufgaben. . Paris. als Mäzen entwickelt auch die Prager Buchmalerei ein neues Verständnis für plastische Darstellung und ein gesteigertes Interesse an Wirklichkeitsnähe. Maßwerkunterteilung der Fensterflächen in schmale. Baukunst zeigt auch die Glasmalerei Entsprechungen. Ab den 1260er Jahren erfolgt ein Wechsel: Abkehr vom Medaillon-Schema und Rückkehr zur Monumentalität – anstelle kleinteiliger Szenen großformatige Figuren unter Baldachinen – sowie Aufhellung der Farbigkeit und Verwendung von Grisaille. Ste.. 1420er Jahre). Der Monat Juni. Jh. Jh. 1260 an den . Titelseite der Goldenen Bulle. Detailgetreue Architektur. Glasmalerei der Zeit: hellere kühle Farbigkeit und perspektivische Gestaltung. das nach der neoplatonischen Lichtmetaphysik den Be- Siena. 65). Francesco in Assisi entspricht in Stil und Farbigkeit nördl. Primat des Schmuckwerks – typisch für die höfische Kunst Wenzels IV. Deutsches Reich Die dt. sodass eine gleichmäßige Lichtwand entsteht.-Denis. Über dynastische Verbindungen wird der Prager Stil an den Wiener Hof vermittelt (Klosterneuburger Antiphonar. Einen ersten Höhepunkt stellen in den beiden ersten Jahrzehnten die Zyklen von Chartres und Bourges dar. kleinteiliges Medaillonschema – typische Fenstergestaltung bis zur Mitte des 13. Gloucester. Diese neue Auffassung von Bildräumen. Glasmalerei folgt im frühen 13. Nationalbibliothek. Charakteristische Fenstergestaltung ohne Maßwerk seit Ende des 13. Très Riches Heures de Duc de Berry. Chor. Einzelfiguren und wenige. Gerade geschnittene Bildfelder folgen der bildhaften Gesamtkomposition. Lichte Farbigkeit durch Silbergelb und Grisaille. 101 GLASMALEREI Tendenzen zu Porträthaftigkeit und naturgetreuer Landschaftsschilderung.und Westfassaden werden als gläserne Wände gestaltet. 338. Innovative und weit ausstrahlende Zentren der Glasmalerei entstehen ab ca. Aufgrund stark reduzierter Wandflächen übernimmt sie einen bedeutenden Teil des ikonografischen Programms. 1241–48. Das Maßwerkfenster entwickelt in England ungeheure Dimensionen. Vorbildern. Kathedrale. Grisailleverglasung wird bereits vor 1230 verwendet und bleibt in Kombination mit farbigen Scheiben eine Konstante. Wien. In Farbigkeit. Hälfte des 13. Jh. Engl. Die Entdeckung des Silbergelbes um 1300 eröffnet neue gestalterische Dimensionen. England Analog zur frühen Reaktion Englands auf die Neuerungen der nordfranz. größere Szenen im Obergaden. verstärkt verwendete Grisailleverglasung aufgrund besserer Beleuchtung der Architektur und Geschmackswandel zu noblen Materialien. um 1340-60. Jh. Wechselwirkung Buchund Glasmalerei Glasmalerei Medaillonschema Rot-Blau-Farbakkord Buchmalerei Glasmalerei feingliedrige. Figuren harmonische Farbigkeit Buchmalerei Grisaille-Malerei monochrome Malerei in Graustufen. Inspiriert von der Pariser Buchmalerei setzt sich Ende 13. fol. in ganz Europa ein feingliedriger. Österr. Prag. Die Formensprache. Sie wird von den Wand. höfischer Eleganz und kostbarer Farbpalette – Internationale Gotik in höchster Vollendung. Thema und Gestaltung nehmen auf Ort und Höhe der Anbringung Rücksicht: narrative kleinteilige Zyklen im Erdgeschoss. nach dem von Bernhard von Clairvaux formulierten Bilderverbot für Zisterzienserkirchen. Oberkapelle. Neben dekorationsreicher Kleinteiligkeit und zackenbrüchigem Stil wird der Rot-Blau-Akkord mit Gelb und Grün zu einem typischen Farbklang verbunden.und Westfenster.

Chapter House 1294 Oxford. 103 MALEREI Königsfelden. Jh. Zur parlerischen Architektur. in den Hussitenkriegen verloren).-Chapelle um 1400 Évreux. Ein zukunftsweisendes Phänomen ist die Entstehung und Verbreitung des Tafelgemäldes seit dem 13. Trecentomalerei gehen unmittelbare Impulse nach Avignon und Böhmen. Jh. Mit dem Ende des 13. um 1380. a. Ende des 14. ist Rom der Sammelpunkt künstlerischer Kräfte. Zudem wird Alltägliches in den Darstellungen aufgegriffen. Gestaltungssystem aus Standfiguren unter ausgedehnten Baldachinarchitekturen vor monochrom blauroten Hintergründen. Bildhaft räumlich gestaltete Szenen.-Ouen um 1340 Évreux. Jh. Parallel dazu bildet Duccio Straßburg. . Insgesamt kommt es zur Aufhellung und malerischen Verfeinerung. Antike. Wandmalerei ist kaum erhalten. Abteikirche. Raum verbindlich. thronen. Jh. Ende des 13. Jakob Italien Vollfarbig – monumentale Figuren perspektivische Bildräume Vollfarbig – Medaillon-Schema Grisaille – Medaillon-Schema Grisaille – monumentale Figuren Entwicklung der Glasmalerei 12.–15. in der die Habsburger. Tauber. Dom. Hälfte des 14. um 1330. Der seit der Eroberung Konstantinopels dominierende byzant. orientiert an der röm. Führende Künstlerpersönlichkeiten sind Pietro Cavallini und Jacopo Torriti.und Figurenauffassung tritt eine Betonung des Individuellen und ein ausgeprägter Detailreichtum. setzt sich in den Fresken von S. Im Gegensatz zu Straßburg weist die in über 50 Jahren entstandene Chorverglasung des Kölner Domes eine partielle Grisailleverglasung auf. „Five Sisters” 1285–90 York. Siena mit Duccio di Buoninsegna und Simone Martini sowie die Werkstätten von Assisi. Tendenzen zu räumlicher Wirkung. Giotto. nähern sich die Zentren an. Francesco in Assisi eine neue Bildauffassung in der Monumentalmalerei durch. 1340–49. Zusammenfassung der Fensterfläche zu einer einheitlichen räumlichen Architekturbühne. Domenico 1380–1420 Rothenburg o. Cimabue. mündet die Malerei in die verfeinerte Formensprache des Internationalen Stils. S. die über Italien vermittelt wurden. u. Chor sog. eingebunden in das traditionelle ornamentale Bildsystem mit blau-roten Hintergründen und aufwändigen Architekturen. Francesco 1287/88 Siena. Merton College Chapel 1301 Exeter. Die Schönlinigkeit ist Ausdruck der Kunst in der 1. Der neue Stil nimmt seinen Anfang im Umkreis der parlerischen Bauhütten in Prag (die dortigen Glasmalereien gingen im 15. Jh. in porträthafter Weise dargestellt. Mitte des 14. Jh. Mit dem Festhalten an den aus Straßburg bekannten zweidimensionalen. bis zu seiner verselbstständigten Form in der Katharinenkapelle im Straßburger Münster. vermittelt durch Miniatur. zeichnerische Flächenstil. Mit dem Weggang der Päpste nach Avignon verlassen auch die Künstler Rom. Jh. Jh. Der Internationale Stil schlägt sich. Die Baldachingestaltung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wien. Chor Obergaden 1350 um 1350 Gloucester. Ste. Ostfenster 1365 Florenz. Nürnberg und Ulm. Wien. gemusterten Hintergründen wird diese Tendenz jedoch negiert. geht. ehem. Zentren der Trecentomalerei sind Florenz mit Giotto. Katharinenkapelle. Giotto di Bondone und den Florentiner Bildhauer Arnolfo di Cambio. Trotz der Tendenz zur Aufhellung in Frankreich und England ist die generelle Ablehnung von Grisaille Bestandteil dieser Strömung. Aufträge der Päpste ziehen Künstler von außerhalb an. Habsburgerfenster 1370–1400 Erfurt 1400 um 1400/05 Bourges. Maria Novella 1380 Wien.und Tafelmalerei in der Glasmalerei nieder. MALEREI »Gotische« Malerei tritt um 1200 in der Glasund Buchmalerei auf. St. Ostfenster um 1410 Perugia. Ste. zeigt der vollfarbige Zyklus von Königsfelden. in einer gewissen Raumhaftigkeit und Körpermodellierung auf. Ostfenster vor 1253 Assisi. Sie werden Vermittler der neuen Figurenauffassung.Internationale Gotik Frankreich 1150 1200 um 1200–30 Chartres um 1210 Bourges vor 1240 Reims 1241– 48 Paris. tritt die Dreidimensionalität in den zu Bildräumen gestalteten Rahmenarchitekturen und den betonten Körpervolumen verstärkt auf. St. d. S. wodurch die Zeichnung stärker hervortritt. Von der ital. S. St. Münster. entwickelt aus Antikenstudium und zeitgenössischer Plastik eine monumentale Bildsprache mit einfachen Kastenräumen und Gefühl für Gewicht und Masse der Körper. Schüler Cimabues. Jahrhundert großen Kathedralbauten Straßburg und Köln.-Chapelle England um 1180 Canterbury um 1220/25 Salisbury um 1240 Lincoln Italien Deutsches Reich nach 1176 Straßburg 1250 um 1270 Troyes. Apsisrose um 1250 Naumburg 1260–1340 Straßburg 1260–1320 Köln 1260–1320 Königsfelden 1340 Wien Gegen Ende des 14. Fürstenkapelle. 102 GOTIK um 1280 Sées 1300 1325–38 Rouen.-Urbain um 1260 York. Der Straßburger Fenstertyp mit den von Baurissen abgeleiteten Baldachinen wird für den gesamten südwestdt. königliches Fenster 1405–08 York.

Siena. 2. zum Wandelalter. sparsames Beiwerk. begünstigt durch den Aufstieg der Städte. kubisch-massive Formen und ruhige geschlossene Figurengruppen kennzeichnen Giottos Werk. 1311. Deutsches Reich/Österreich/Böhmen Die Frühgeschichte der dt. In Padua und Verona repräsentieren Altichiero und Giusto de’Menabuoi die Monumentalmalerei am besten. Giottos ruhiger. mit der Bauhütte von San Marco Byzanz dominierend. Duccio. die in engem Kontakt zu Frankreich und dem Rheinland steht. Taddeo Gaddi. 1370). Maso di Banco) unter Sieneser Einfluss anekdotisch und reicher in der Farbigkeit. Verona. Uffizien. Konvention. Komposition sowie Architektur. Verkehrswege. a. Fresko. . die einer v. der bei Bemühung um plastische Ordnung die Wirkung der Farbigkeit betont. In Venedig bleibt bis in die Mitte des 14. Vorbilder. Siena. empfindsamer Malstil lässt ihn zum Miniaturist des Trecento werden. In der Lombardei. v. 1333. Jh. ist beispielhaft für weite Bereiche der dt. ebenfalls ausgehend vom Byzantinismus Cimabues. Noli me tangere. höfisch geprägten Kunst entstammen. aus der Glasmalerei. Vorbilder zugunsten eines plastischen. Wird erweitert zum Polyptychon mit starrer Struktur (auch in Spanien). ebenso wie die Throngestaltung. Bei Paolo Veneziano treten ab 1335 byzant.. Seine Fresken in S. Kunst über den päpstl. Einfache. Im Norden enge Bindung an Reliquienkult und erzählende Funktion der Tafel. Jh. u. B. Stifterbild. Tafelmalerei ist im Gegensatz zur Buchmalerei nur lückenhaft überliefert.und Triptychen ein. ins Trecento weisenden Stils in den Hintergrund. Farbreichtum und Schönlinigkeit charakterisieren den in Wechselwirkung mit franz. In Farbigkeit und Linienführung gehen lokale Traditionen. Malerei um die Mitte des 13. Pietro Cavallini Jacopo Torriti 105 MALEREI f. die Sieneser Schule. machen sich den neuen Stil Giottos und Martinis zu eigen. um 1330/40). Ikone und franziskanischer Gebetsmystik. Buchmalerei stehenden Stil Martinis. Dommuseum. Sein verfeinerter. der byzant. Angeregt durch den Stil der dort tätigen Künstler. Das Fresko wird zur eigentlichen Gattung Italiens. Hälfte des 14. mit engl. führt zum Porträt der Neuzeit als selbstständiges Bildthema. Pala (Altarbild) entwickelt sich aus östl. Anastasia. um 1305. Tempera auf Holz. a.Maler des Trecento in Italien Mailand Avignon 13 35 6 /3 1305 1339 Guariento Altichiero Padua Venedig Paolo Veneziano Cimabue Florenz Giotto di Bondone um 104 GOTIK Giotto. Altichiero entwickelt an Giotto anknüpfend neue tiefenräumliche Bildarchitekturen in denen Figuren. B. Die Sieneser Pietro und Ambrogio Lorenzetti schließlich manifestieren einen Stil. der bis an den Pariser Hof wirkt. Campo Santo. Simone Martini. um 1300. stellt Giovanni da Milano die Verbindung zu Mittelitalien her. einen Stil. Nach den einschneidenden Pestjahren um 1348 ist eine Entwicklung zur lehrhaft-programmatischen Malerei (z. Konventionelle zierliche Figuren. Köln. 1 4 13 8 Neapel 0 Lehrer/Schüler-Verhältnis Reisen Mittelmeer Frankreich Franz. Jh. der sienesische und florentinische Elemente zusammenführt. Siena. Einzelheiten gewinnen an Bedeutung. Francesco Trainis Triumph des Todes. (Verkündigung und Darstellung. Madonna und Kreuzigung. miniaturhafte Einzelheiten. Noch eindrücklicher als Duccio prägt sein Schüler.. agieren (z. Noli me tangere. Arenakapelle Padua. In der 1. um 1340. und ital. um 1350) festzustellen. Simone Martini. wird ital. aber auch. Tempera auf Holz. Florenz. Jh. kostbare Farbigkeit auf Goldgrund und Goldhöhung folgen der byzant. auf ital. Fresko der Familie Cavalli in Sta. in Siena. a. des Sienesen Simone Martini. Streng geordnete Bildräume. Berlin Gemäldegalerie. schwerer Stil wird bei seinen Schülern (Bernardo Daddi. Rückseite der Maestà. Hälfte 13. die Figuren leichter. Pisa.und Landschaftsschilderung vergleichbar mit Giotto. Verkündigung. eine beachtliche Produktion kleiner Di. Chorschranken des Domes. Provinzielle Schulen. Buchmalerei aufnimmt. Der bizarre Zackenstil der erhaltenen Soester Altäre (2. Tafelbild – Altarbild – Privates Bild Ital. sowie Anregungen aus der engl. dem Schnittpunkt europ.: privates Andachtsbild. Hof in Avignon vermittelt. Tafelmalerei ist eng mit Soest verbunden. Duccio di Buoninsegna Siena Simone Martini Lippo Memmi Pietro Lorenzetti Ambrogio Lorenzetti Jh Bernardo Daddi Taddeo Gaddi Maso di Banco u Adria 17 1300 127 2 m 13 An Rom . Francesco in Assisi sind im Vergleich mit denen Giottos weniger massiv.). ca. und engl. franz. Jh. Jh. Verbindung von verschließbarem Reliquienschrein und bemalten Flügeln führt im 15. Tempera auf Holz. Um 1300 setzt in Köln. die Figurenanordnung auf franz. gelangt Jean Pucelle zu einer neuen Plastizität. Bildepitaph. Einflüssen eine Synthese ein. Hälfte des 14. starke Binnenzeichnung verweist auf Glasmalerei.

Wandmalerei. Bis zur Mitte des 14. Körperbewegung und Faltengebung der schlanken Figur mit zarten Gesichtszügen wird durch gekurvte Linien bestimmt. Freskenzyklus der Königshalle. nimmt. Kunst verpflichtet (Meister von Hohenfurt.päpstlichen Hof in Avignon vermittelt. Feste. Prag. Petrus. In der Ausstattung der Kreuzkapelle auf Burg Karlstein durch Meister Theoderich entsteht ein Stil. Besonders in Florenz und Norditalien werden von Malern wie Lorenzo di Monaco und Gentile da Fabriano diese Tendenzen aufgegriffen.-hanseatischen Raum schlägt sich im Kunstschaffen dieser Region nieder. 1324. Jh. Pedralbes. Gestaltungsweisen. aus der Buchmalerei und Skulptur bekannten Charakteristika. oder ital. Meister des Wilton-Diptychon. Michaelskapelle des Klarissinnenklosters Santa Maria. Malerei auf Holz. 106 GOTIK Drei Marien am Grabe und Noli me tangere. Bildmotive werden in architektonischen oder Landschaftsraum als Bedeutungsbereich für seelisches Erleben integriert. Hl. 1394–99. Neu ist die Auffassung des Lichtes. räumlich empfundene Formen und konzentrierte Reglosigkeit zeichnen die hell in den Vordergrund gerückten Szenen aus. 1346. Stift Klosterneuburg: Giotteske Anleihen in Komposition und Landschaft (vgl. Dijon. Künstler verpflichtete. elegante Bewegungen und realistische Detailschilderungen. Vorbildern herleiten lässt. sind Anleihen und wörtliche Motivzitate aus Giottos Fresken zu erkennen. Jean Malouel). a. die bereits auf den Internationalen Stil um 1400 hinweist und prägend bleibt. Mariä Verkündigung und Heimsuchung (Altarflügel. ital. Meister Bertram von Minden führt mit der realistischen Präzision einzelner Motive und der Faltengebung des Grabower Altares (um 1379) eine Tendenz ein. beeinflussten Stilideal. London. Die enge Verbindung Böhmens mit dem norddt. Kanon. 104). das nicht geführt wird. Tempera auf Holz. Melchior Broederlam. Ikonenhafte Heiligendarstellung. Die kalligrafische Zeichnung und Farbgebung bleibt der westl. Komposition verrät Kenntnis der Werke Giottos und der Sienesen. Spanien Die Malerei ist – analog zur Plastik – lange an romanische Traditionen gebunden. Prag. Zweidimensionalität bleibt vorherrschend. bewusst unräumlich. Kreuzkapelle auf Burg Karlstein. B. (1346 – 78) Prag. endet die Schule der böhmischen Malerei. . Meister der Glatzer Madonna). National Gallery. Lluís Borrassá übernimmt neben sienesischer auch franz. der bekanntermaßen ital. Leuchtende Farben. Tempera auf Holz. Der Hof von Westminster erhält unter Heinrich iii (1216–72). Malerei zeigt seit der 2. Anregungen. S. Dijon. England Lückenhafte Überlieferung der Wand. Räumliche Wirkung ist trotz der Arkadenrahmung nicht beabsichtigt. Hälfte des 14. Im West. Jh. in der Geburtszene vom Altar aus Santa Creus (1403–11). Merkmale sind: Schönlinigkeit. 107 MALEREI In einigen österr. Sie folgt einem franz. Katalonien im 14. und ital. In der 2. Sieneser Kunst wird über katalanische Künstler am Internationale Gotik Die europ. und franz. Melchior Broederlam. Lediglich einige Retabelfragmente geben Auskunft über die Verschmelzung kontinentaler Stilmerkmale mit insularen. Hl. um 1395. Kartause von Champmol). Abb. Jh. exquisite Farben und detaillierte Landschaftsschilderungen.und Norddeutschen Raum dominiert das Werk Konrad von Soests. z. London. zeichnen ihn als Vertreter des Internationalen Stils aus. der geprägt durch die Kunst des Meister Bertram realistische Tendenzen mit der Formensprache des Internationalen Stils verbindet. Wilton Diptychon. Národní Galerie. Mit dem Meister von Wittingau. Drittel des 14.und Tafelmalerei Englands lässt kaum Aussagen über spezifische Stilmerkmale und Künstler zu. Kulturelles Zentrum des Reiches ist in der Regierungszeit Kaiser Karls iv. Westminster Abbey. führend. keine gravierenden stilistischen Unterschiede. ist der Stil in einzelnen Motiven geprägt durch ital. Ferrer Bassas Wandmalereien der Michaelskapelle des Klosters von Pedralbes zeigen schwere Figuren und das Ambiente der Sieneser Malerei. das in den Internationalen Stil führt. Werken aus dem 1. Malerei auf Holz. um 1280. Tempera auf Holz. Hälfte des Jh. Beispielhaft für die Internationa- Ferrer Bassa. 1263–67) ist zerstört.-burgund. Mit kalligrafischer Faltengebung und flächiger Figurenauffassung stehen sie in der Tradition des Nordens. um 1360–65. Die großangelegte Ausstattung Westminsters mit Wandmalerei (u. Meister Theoderich. und provençalische Impulse auf. Soziologische Grundlage bilden die eng verflochtenen Herrscherhäuser mit ähnlicher höfischer Kultur. Klosterneuburger Altar. geografisch und politisch bedingt. Lokale Zersplitterung des Landes führt zu isolierten Entwicklungen. a. ist Barcelona künstlerisches Zentrum. dessen Werk in den Internationalen Stil mündet. der sich nicht ausschließlich von franz. impulsgebende Bedeutung. Hieronymus. Jh. Anbetung der Könige. Gewänder gewinnen an Stofflichkeit und durch Faltenreichtum an Dreidimensionalität. Neue Intensität der Farbigkeit und Lichtwirkung zugunsten einer Entkörperlichung. Plastizität durch Helldunkelwirkung und Leuchtkraft der Malerei. sondern die Figuren selbst scheinen zu leuchten. blockhaft. Musée des Beaux Arts. Für die Höfe in Paris und Dijon arbeiten vornehmlich Künstler aus Flandern (u. flache Figurenauffassung folgt nordwestl. Retabeldetail.

109 ELFENBEINSCHNITZEREI GOTIK Madonna mit Kind. entstehen umfangreichere Elfenbeine u. Stilistisch sind Bezüge zur Großplastik zu erkennen. 1235 – 49). für Karl iv. Buchdeckel.und Monumentalkunst ablesbar./Anfang des 15. Domschatz. Leuchter. Plastik und des Emails. H. um 1350. Köln. nehmen Elfenbeinschnitzereien einen neuen Aufschwung. untereinander verbundenen Auftraggeberkreis aus weltlichen und geistlichen Fürsten begründet als auch darin. Florenz. Prag und später Aachen. um 1339. Silber vergoldet. Jh. 69 cm. sondern auch Großbürger. Plastik und Malerei. Elfenbein gefasst. Die erhaltenen Gegenstände. Dreikönigsschrein. 1. Jh. Ende des 14. Das Kapellenreliquiar demonstriert die Möglichkeit der Goldschmiedekunst auf dem Gebiet der konsequent durchgebildeten Architektur. Mit den sichtbaren Reliquien trägt es dem Schaubedürfnis der Gläubigen Rechnung. nach 1183. Sitzende Madonna mit Kind. Im Mittelpunkt stehen Pariser Werkstätten.-Denis. So findet der Ende des 14. Internationale Stil besonders in diesen Objekten seinen Niederschlag. 1347). Email. Die Kombination von Elfenbein mit anderen Materialien weist auf die Verbindung zu Goldschmieden und Emailleuren hin. eine führende Stellung ein. entstehen aufwändige Hostienmonstranzen (Kaiserpaarmonstranz Basel. a. London. Eine eigene bedeutende Stellung besitzen um 1300 die Elfenbeinplastiken von Giovanni Pisano.und Reisealtäre und bis ins späte Mittelalter zahlreiche profane Gebrauchsgegenstände wie Spiegelkapseln. nach dem bereits das Schauen der Hostie heilsbringend ist. (Sockel später). dass die Kunstwerke – anders als in den übrigen Gattungen – verschickt werden können. Reliquienbehälter und Retabel – vereinen Architektur. Di. dessen Herkunft aus einer franz. Villeneuve-lès-Avignon. und Jean de Berry.-burgund. oder engl. Jh. vornehmlich aus dem sakralen Bereich – profane Goldschmiedearbeiten wie Schmuck. Der Biegung des Elefantenzahnes hervorragend angepasst ist der zierliche Schwung der Gruppe.a. einsetzende Visualisierung des Reliquienkultes folgt eine vermehrte Produktion luxuriöser Reliquienschreine (Annoschrein. Silber teilvergoldet. Die luxuriösen Objekte sind in so hohem Maße international. steht der zeitgenössischen Monumentalplastik des 13.und Triptychen als Haus. Die in gotische Arkaden eingestellten Figuren. 32 cm. Kästchen und Kämme. Jh. Musée de Cluny. England und den Rheinlanden. Aachen. Mit der Einführung des Fronleichnamsfestes 1264 und einem veränderten eucharistischen Kult. Transluzidemail. Die stilistische Verflechtung der Schatzkunst liegt sowohl in dem kleinen. Deutlich sind an ihnen stilistische wie inhaltliche Wechselbeziehungen zwischen Klein. Jh. Auftraggeber sind nicht nur Fürsten und die Kirche. Prunk. Wien und Nürnberg – oft nicht möglich ist. 3. In Italien nimmt die in Florenz und Venedig tätige Schnitzerfamilie Embriachi seit Ende des 14. H. Viertel 14. . Triptychon aus St. Dom. die der Malerei eines Jean Pucelle nahe stehen. entstehende 108 Nikolaus von Verdun. Ein typisches Beispiel ist die Madonna der Jeanne d’Évreux mit ihrem leichten s-förmigen Schwung und dem sorgfältig ausgearbeiteten Linienspiel. Die Prophetenfiguren des größten erhaltenen Reliquienschreins des Mittelalters zeugen von dem Antikenstudium. Werkstatt bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnte.-Sulpice-des-Tarns. Thematik entstehen v. 153 cm. Louvre. Elfenbein. deren hoher künstlerischer Rang in der Eleganz des Gewandflusses und der Feinheit des Gesichtes deutlich zum Ausdruck kommt. Neben Buchdeckeln und einzelnen Statuen christl.lität dieser Werke steht das Wilton-Diptychon. Kreuze. um 1190–1220. Viertel 13. Sich wandelnde liturgische Bedürfnisse führen zu neuen Formen: Auf die Ende des 12. 125 cm. Karlsreliquiar. dass eine eindeutige Lokalisierung in eines der Zentren der Goldschmiedekunst – Paris. Paris. GOLDSCHMIEDEKUNST Die Bedeutung der Goldschmiedekunst bleibt im Laufe des Mittelalters ungebrochen.. Jh. sind in ihrer Bilderfindung und Figurenauffassung ins Miniaturhafte übertragene Großplastiken.und Tafelsilber wurden häufiger eingeschmolzen –. zeugen von der großen Qualität der Werkstätten. Elisabethschrein. Der beherrschende Pariser Stil erschwert das Erfassen anderer lokaler Zentren in Frankreich. nahe. Jh. Transluzidemail. die dem Internationalen Stil um 1400 folgen. das in der Kunst um 1200 zu einer neuen Sinn. Die Elfenbeinfigur. So in den überzeugend plastischen Figuren des Dreikönigsschreins in Köln von Nikolaus von Verdun oder in den Transluzidschmelzarbeiten am Sockel der Madonna mit Kind der Jeanne d’Évreux. Jh.und Körperlichkeit führt. Bischofsstäbe. Köln. Venedig. H. Die Arbeiten – liturgisches Gerät. ELFENBEINSCHNITZEREI Ab Mitte des 13. Silber vergoldet. wird in den Werken der Kleinkunst besonders anschaulich. Stiftung der Jeanne d’Évreux für St. Paris. Stiftskirche Notre Dame. 45 cm. die Szenen der Passion und der Jugend Christi schildern. H. H. Die elegante Haltung und die zierliche Gesichtsbildung des höfischen Stils des 14. Jh.

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