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Arquidiócesis de Bogotá

Deutsche Pfarrgemeinde
Sankt Michael
Adviento 2017
Adventszeit
D
as Wort Advent geht auf das lateinische "adventus" zurück, das übersetzt "Ankunft" heißt und auf die
Geburt Christi hinweist. Die Christen bereiten sich in dieser Zeit auf das Geburtsfest Jesu (25.
Dezember) vor und denken an die Wiederkunft Christi am Ende der Welt. Die Kirche bezeichnet den
Advent daher als eine Zeit "freudiger Erwartung".

Älteste Spuren für die vorweihnachtliche Vorbereitungszeit finden sich in der jungen Kirche in Gallien und
Spanien. Damals begann der Advent bereits am Tag nach dem Martinsfest (11. November). Er hatte mit Blick
auf die Wiederkunft Christi einen Bußcharakter, so dass während dieser Zeit gefastet wurde. Seit dem 5.
Jahrhundert wurde in Rom durch eine eigene Vorbereitungszeit vor allem die Menschwerdung Gottes
hervorgehoben. Erst seit 1570 setzte sich der römische Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor
dem Fest zu beginnen. Fest verwurzelt sind in dieser Zeit auch die volkstümlichen Bräuche wie
Adventskranz, St. Nikolaus und Barbarazweige.

Die Adventszeit wurde erstmals im 5. Jahrhundert im Gebiet um


Ravenna (Italien) gefeiert. Der Sonntag vor Weihnachten wurde
der Vorbereitung der Geburt Christi gewidmet. In Rom hielt eine
Adventsliturgie im 6. Jahrhundert Einzug. Gregor, der Große,
setzte erstmals die Zahl der Adventssonntage auf vier fest - in
Mailand feiert man aber noch heute eine sechswöchige
Adventszeit. Im 13. Jahrhundert wurde die römische Liturgie
durch den Franziskanerorden weit verbreitet. Pius V. schrieb um
1570 die römische Adventsliturgie endgültig für die gesamte
Kirche fest.

Beginn der Adventszeit


Die Adventszeit beginnt mit der ersten Vesper des ersten Adventssonntags und endet am Heiligen Abend mit
der ersten Vesper von Weihnachten. Die westliche christliche Adventszeit dauert 22 bis 28 Tage und hat
immer vier Sonntage, mit Ausnahme der Bistümer, die am Ambrosianischen Ritus festhalten.

Der Grund für die unterschiedliche Länge der Adventszeit liegt in der Tatsache, dass der Beginn an einen
Sonntag gebunden ist, das Ende aber einen Monatstag, den 24. bzw. 25. Dezember. Der letzte
Adventssonntag ist dabei der Sonntag vor dem 25. Dezember, womit sich als frühestmögliches Datum der
18. und als spätestmögliches der 24. Dezember ergibt. Daraus folgt: die Adventszeit beginnt am Sonntag
zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember.

Der 1. Adventssonntag ist der viertletzte Sonntag vor dem 25. Dezember, die Adventszeit endet am
Weihnachtstag. Früher galt die Adventszeit als Fasten- und Bußzeit, in der nicht getanzt und nicht geheiratet
werden durfte.
Die Adventssonntag haben je ihr eigenes liturgisches Gepräge:
* 1. Adventssonntag: "Der kommende Herr" (Matthäus 21,1-9),
* 2. Adventssonntag: "Der kommende Erlöser" (Lukas 21,25-33),
* 3. Adventsonntag: Johannes der Täufer als "Der Vorläufer des Herrn" (Matthäus 11,2-6),
* 4. Adventsonntag: "Die nahende Freude" (Philipper, 4,4-7).

Die Sitte des Adventskranzes ist recht jung, sie geht zurück auf Johann Hinrich Wichern, den Gründer des
"Rauhen Hauses" in Hamburg. Er hat im Dezember 1839 seinen Zöglingen an jedem Tag des Advents eine
Kerze entzündet und sie auf einen Holzkranz gesteckt; zu Weihnachten erhellte dieser Lichterkranz feierlich
den Saal. Damals bestand er aus einem Holzreif, ähnlich einem Wagenrad ohne Speichen, mit einem
Durchmesser von etwa zwei Metern. Er trug vier große weiße Kerzen für jeden Adventssonntag und 19
kleine rote für jeden Werktag bis zum Heiligen Abend. Täglich wurde während einer kurzen Andacht -
zunächst in der Mittagspause und später als Vigil (Nachtwache) in der Dämmerung - eine neue Kerze
angezündet. Dies, so Wichern, "um auf die Ankunft des Herrn" und das nahende Weihnachtsfest
hinzuweisen. Besonderes Augenmerk richtete Wichern dabei auch auf das Sinnbild der Kerzen als "Licht in
der Finsternis".

"Adressaten" dieses Adventbrauches waren für Johann Hinrich Wichern


damals sozial vernachlässigte Jugendliche in Hamburg, die er in der so
genannten Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder des Rauhen Hauses
("dat ruge hus") betreute. Ausgehend vom Rauhen Haus - die
MitarbeiterInnen trugen diesen Brauch auch in ihre eigenen Häuser und
Gemeinden - verbreitete sich die Idee des Adventskranzes zuerst im
protestantischen Norddeutschland, bald auch im Süden Deutschlands
und in den Nachbarländern. Mit den Emigranten gelangte dieser Brauch
dann schließlich auch ins ferne Ausland.
Erst mehr als zwanzig Jahre nach seiner "Erfindung", etwa um 1860,
wurde der Holzreif dann nicht nur mit Kerzen, sondern zusätzlich mit
grünen Tannenzweigen geschmückt. Im Lauf der Zeit wurde aus dem
Holzkranz der aus Tannengrün geflochtene Kranz, der nur noch mit vier
dicken Kerzen bestückt war, so wie wir ihn heute kennen.

Nach Ansicht von Historikern ist der Brauch, dunkle Winternächte mit Kerzen und immergrünen Zweigen
aufzuhellen, heidnischen Ursprungs und älter als das christliche Denken. Die meisten vorweihnachtlichen
Bräuche unserer Zeit entstammen aber der jüngeren Geschichte. Neben dem Adventskranz sind z.B. auch
der Adventskalender und der Adventsstern "christliche Erfindungen" aus dem 19. Jahrhundert. Dieser
Brauch hielt zunächst in evangelischen Familien Einzug, 1925 hing in Köln zum ersten Mal ein
Adventskranz in einer katholischen Kirche. Der Brauch verbreitete sich inzwischen weltweit.

http://www.theology.de/kirche/kirchenjahr/adventszeit.php
Adventszeit 2017
ADVENTSKRANZ
Schon aus der Antike kennen wir den Kranz als Siegeszeichen.
Symbol für den keineswegs aussichtslosen Kampf des
christlichen Menschen gegen das Dunkle des Lebens soll auch
der mit vier Kerzen geschmückte Adventskranz sein. Diese
schöne Sitte ist übrigens ein sehr junger vorweihnachtlicher
Brauch , der noch zu Beginn unseres Jahrhunderts in vielen
deutschen Familien unbekannt und keineswegs der Vorläufer
des Weihnachtsbaums war.

Geht man den Spuren der wenig mehr als hundertjährigen Geschichten des Adventskranzes nach, so stößt
man auf den evangelischen Theologen Johann Wichern (*1808, +1881), den Begründer und Bahnbrecher
der Inneren Mission, der 1833 in Hamburg-Horn das "Rauhe Haus" gründete. In dieser Anstalt der Inneren
Mission brannte um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die ersten Adventsleuchter. Schon für eine Andacht
am 1. Advent des Jahres 1838 bezeugen die Tagebücher des jungen Wichern die Benutzung von
kranzförmig aufgestellten bunten Wachskerzen. In den 1840er wurde auf den Kronleuchter des Betsaales
vom 1. Advent an jeden Tag ein Licht mehr angezündet. Für 1851 wird auch der Schmuck mit tannengrün
berichtet. Allmählich hat sich die Sitte des Adventkranzes dann von Norddeutschland weiter verbreitet,
zunächst gewiss mit den im Rauhen Haus ausgebildeten Hausväter. Erst in den Jahren nach dem 1. den
Weltkrieg hat die Jugendbewegung dem Adventskranz zu seiner heutigen Verbreitung verholfen.

Der Adventskranz hängt in der Kirche, im Kindergarten und auch bei uns zu Hause. Ohne den Adventskranz
mit seinen vier Kerzen können sich viele die Adventszeit nicht vorstellen. Aber den Adventskranz gibt es
noch gar nicht so lange. Angefangen hat es vor über hundert Jahren in Hamburg. Damals gab es viele Kinder
die keine Eltern hatten. Sie hatten kein zu Hause und bettelten auf der Straße. Aus Not wurden manche zu
Verbrechern und landeten im Gefängnis. In armen Ländern ist das manchmal noch heute so. Aber vor ca.
150 Jahren wohnte ein evangelischer Pfarrer in Hamburg. Er kümmerte sich um die Kinder und
Jugendlichen und besonders um die Jungen. Er baute ein großes Haus in Hamburg so um, dass er viele von
der Straße dort hin holen konnte. Sie hatten einen Platz in dem Haus, schliefen dort und bekamen zu Essen.
Aber sie erlernten auch einen Beruf. Sie wurden Schuhmacher oder Maler, Schneider oder Gärtner. So
brauchten sie nicht mehr zu betteln, sondern konnten selbst ihr Geld verdienen. Diese Haus heißt das
"Rauhe Haus". Und der Pfarrer hieß Johann Heinrich Wichern. Nun wurde im Rauhen Haus jedes Jahr im
Advent eine Andacht gehalten. Dann versammelten sich alle Jungen, und Pfarrer Wichern er- zählte von
Advent und Weihnachten. Sie sangen auch viele Lieder. Weil jeden Tag eine Kerze angesteckt wurde, hieß
die Andacht Kerzenandacht. Jeden Tag kam eine Kerze mehr hinzu. 24 Kerzen standen auf einem großen
Holzreifen, der an einem Kronleuchter aufgehängt war. Und jeden Tag wurde eine Kerze angezündet. An
Weihnachten brannten alle 24 Kerzen. Weil den Jungen dieser Holzreif mit den 24 Kerzen so gefiel,
schmückten sie ihn noch mit Tannenzweigen, als Zeichen für das Leben. So hing vor über hundert Jahren im
Rauhen Haus in Hamburg der erste Adventskranz. Viele Leute fanden den Adventskranz so schön, dass sie
auch so einen Lichterkranz zu Hause haben wollten. Doch wer hat schon so viel Platz in der Wohnung, dass
er einen Adventskranz aufhängen kann, der Platz für 24 Kerzen hat! So kommt es, dass auf unseren
Adventskranz nur vier Kerzen stehen, für jeden Sonntag eine.
Adventszeit 2017
1. Adventssonntag - Zu Mk 13,24-37; 13,37b (B)
„Seid wachsam!"
Wie ein die Botschaft des gesamten Advents eigentlich vorwegnehmender und zusammenfassender
Schlussakkord klingt der abschließende Aufruf Jesu aus dem heutigen Evangelium: Seid wachsam!
Spontan wird man dabei erinnert an die sprichwörtliche Redewendung: „Holzauge, sei wachsam!", deren
Ursprung allerdings ungeklärt ist. Sicher bezeichnet das Holzauge eine Stelle an einem Holzstamm, an
dem einmal ein mittlerweile entfernter Ast gewachsen war. Demnach ist „Holzauge, sei wachsam!" ein Ruf
zur Aufmerksamkeit bei der Bearbeitung von Holz, um durch vorsichtige Handhabung den Hobel zu
schonen. Wahrscheinlich ist, dass der Ausruf von jemandem an sich selbst gerichtet ist und scherzhaft
meint: „Pass auf! Sieh Dich vor, damit Du nicht übervorteilt und hintergangen wirst!"

VOM WELTENDE UND DEM JÜNGSTEN GERICHT


Weit über eine mögliche beschwörende Selbstermutigung im Alltag hinaus geht es hier ums Ganze. Die
Botschaft des Evangeliums spricht vom Weltende und vom jüngsten Gericht, und es steht nichts Größeres
in Frage als unser ewiges Heil. Jesus unterstreicht die Ernsthaftigkeit mit drastischen Bildern, die uns
Zuhörern in der Tat zunächst Angst einflößen: Da ist von der „großen Not" die Rede, die Sonne werde sich
verfinstern und der Mond nicht mehr scheinen, die Sterne
werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels
werden erschüttert… Kann man das Chaos markanter
und furchterregender beschreiben? Nichts geht mehr!
Alles irdische Leben ist vorbei! Doch - der Menschensohn
wird in diese Leere kommen und sie mit seiner Person
aus- bzw. erfüllen. Gott zeigt sich selbst als Richter, als
Gestalter einer neuen, anderen Welt. Der Wendepunkt
der Weltgeschichte führt nicht ins absolute Nichts,
sondern konfrontiert uns mit Gott selbst. Das ist der
positive Nachklang zu dem Schreckensszenario. Der
Advent will uns, liebe Schwestern und Brüder, einmal
mehr wachrüttelnd ermahnen, dass wir das Ende des
Lebens und der Welt vor Augen haben, und dass wir dann
Gott gegenüberstehen und ihn unverhüllt sehen werden
(vgl. 1 Joh 3,2).

MEMENTO MORI!

Gedenke des Todes! Eine auf den ersten Blick seltsame Begrüßungsformel, die aber in der
Kirchengeschichte immer den Zweck hatte, einander auf die Vergänglichkeit des Lebens hinzuweisen! Wer
den Tod stets vor Augen hat, wird mit dem Gut des Lebens bewusster und achtsamer umgehen. Neben
Franz von Assisi werden zahlreiche Heilige mit einem Totenschädel dargestellt. Die christliche Bildkunst
bringt mit diesem Attribut besonders die Wachsamkeit und Unerschrockenheit gegenüber der
Vergänglichkeit und dem Tod zum Ausdruck. Spätestens hier wird wohl deutlich, dass mit dem Aufruf Jesu
zur Wachsamkeit nicht vordergründig gemeint ist, auf seinen Vorteil bedacht zu sein, seine Chance zu
wahren, im Karrierekampf den Sieg davonzutragen, an der Börse die Früchte eines guten Analysten zu
ernten, usw. Dieser Gewinn ist vergänglich. Mit dem Bild vom Feigenbaum im heutigen Evangelium lädt
Jesus uns ein, die Zeichen der Zeit zu deuten und danach zu leben.
Seid wachsam!
NICHT ANGST VOR DEM WELTENDE, SONDERN ZUVERSICHT, DASS GOTT
BARMHERZIG IST
Noch einmal: Nicht Angst und Schrecken sollen verbreitet werden, wenn auch die Schilderung des
jüngsten Tags höchst drastisch daherkommt. Mit Endzeitprophetien, die sich in der Geschichte bisher
übrigens allesamt als Luftblasen herausgestellt haben, wird immer wieder Angst und Hysterie erzeugt
und leider auch viel Geld gemacht auf Kosten der seelischen Gesundheit vieler Menschen. Dem haben
wir Christen mit unserer Erwartung des Himmels etwas
Wunderschönes entgegenzuhalten: Jesus bringt im letzten
Teil des heutigen Evangeliums ein weiteres Gleichnis als frohe
Botschaft. Und es lohnt sich, auf die Einzelheiten dieses
Bildes genau zu schauen, zumal er zuvor unterstreicht:
„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte
werden nicht vergehen."

DER HAUSHERR SELBST KOMMT WIEDER


Ein Hausbesitzer verlässt sein Haus, um auf Reisen zu gehen.
Und - er kommt wieder! Die Zurückgebliebenen erhalten vor
der Abreise Anweisungen, was sie zu tun haben in der Zeit der
Abwesenheit ihres Herrn. Wann er wiederkommen wird, weiß
niemand. Was immer die Diener in der unbestimmten Zeit der
Reise ihres Patrons auch tun und lassen mögen, das
Schlimmste wäre, wenn er sie bei seiner plötzlichen Heimkehr
schlafend vorfände. Wenn wir, liebe Schwestern und Brüder,
die Wiederkehr unseres Herrn als den großen Augenblick der
Freude und der Klärung begreifen, dann werden wir nicht
angstvoll zitternd auf das Ende unseres Lebens und der
ganzen Welt starren, sondern - wachsam! - unser Leben
gestalten. Gott, der Schöpfer, hat diese Welt geschaffen und
uns Menschen nach seinem Bild (vgl. Gen 1,1-27). Jesus hat
uns den Willen und die Liebe des Vaters im Himmel offenbart
und der Heilige Geist ist uns als Beistand gegeben, damit wir
in dieser Erdenzeit nicht hilf- und orientierungslos agieren
müssen, sondern in der guten Zuversicht, dass es höchst
lohnenswert ist, nach seinen Geboten - gestärkt durch seine
liebevolle Zusage, bis zum Ende der Tage bei uns zu sein - zu leben. Im Schlussgebet der heutigen
Messe wird unsere Bitte vor dem Schlusssegen und dem Sendungsauftrag heißen: „Zeige uns den
rechten Weg durch diese vergängliche Welt und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche, damit wir
in allem dein Reich suchen." Dafür lohnt sich doch wohl alle Wachsamkeit, die uns möglich ist, oder?

Robert Jauch

“Seid also wachsam, denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde”
MARTIN, DER SCHUSTER
eine nette Legende von Leo Tolstoi

E
s war einmal ein armer Schuster, der hieß Martin und lebte in einem Keller. Durch das
kleine Kellerfenster konnte er die Menschen sehen, die draußen auf der Straße
vorübergingen. Zwar sah er nur ihre Füße, doch erkannte er jeden an seinen
Schuhen. Fast alle dieser Schuhe hatte er schon ein- oder zweimal in seinen Händen gehabt.

Schon seit vielen Jahren arbeitete Martin in dem Keller, der ihm zugleich Werkstatt und Wohnung war. Von
morgens bis abends schnitt er Leder zurecht, nagelte neue Sohlen auf die Schuhe oder nähte einen Flicken
auf die geplatzte Naht. Die Leute kamen gerne zu Martin, denn er machte seine Arbeit gut und verlangte nicht
zuviel Geld dafür.

Wenn der Abend kam und es draußen dunkel wurde, zündete Martin die Lampe an und las in seinem
Lieblingsbuch. Es war die Bibel mit den vielen Geschichten von Jesus. Den ganzen Tag freute er sich auf
dieses Buch. Er konnte den Abend kaum erwarten.

Eines Tages hörte Martin, wie jemand seinen Namen rief. "Martin", klang es plötzlich ganz leise an seinem
Ohr. Er blickte sich um. Aber niemand war in seiner Werkstatt. Doch gleich darauf hörte er die Stimme wieder:
"Martin! Schau morgen hinaus auf die Straße. Ich will zu dir kommen."
Martin dachte, er habe geträumt. War es Jesus, der aus der Stille zu ihm sprach? Am nächsten Morgen sah
Martin vor seinem Fenster ein Paar alte, geflickte Soldatenstiefel und bald erkannte er auch den Mann, der sie
anhatte. Es war der alte Stephan. Er schaufelte gerade den Schnee von der Straße. Die Arbeit strengte ihn
sehr an. Er mußte immer stehenbleiben, um sich auszuruhn. Martin hatte Mitleid mit dem alten Mann und rief
ihn zu sich herein: "Komm, Stephan! Wärme dich in meiner Stube!" Dankbar nahm Stephan die Einladung an.
Er getraute sich kaum, mit dem Schnee an den Stiefeln die Stube zu betreten. Doch Martin redete ihm
freundlich zu: "Setz dich zu mir an den Tisch, Stephan. Ich will dir ein Glas Tee einschenken. Der warme Tee
wird dir guttun."

Als Stephan gegangen war, schaute Martin bei der Arbeit wieder aus dem Fenster. Da sah er eine junge
Mutter mit einem kleinen Kind auf den Armen. Die Frau fror in ihrem dünnen Kleid. Sie versuchte, ihr Kind vor
dem kalten Wind zu schützen. "Komm herein, Frau!", rief ihr Martin zu. "Hier drinnen kannst du dein Kind
besser wickeln."
Martin nahm die Suppe vom Herd, die er für sich selber gekocht hatte, und gab sie der Frau. "Hier, iß etwas",
sagte er, denn er sah der Frau an, dass sie Hunger hatte. Während die Mutter die Suppe aß, nahm Martin das
Kind auf seinen Schoß und versuchte, es durch allerlei Späße zum Lachen zu bringen. Dann gab er es der
Mutter zurück. "Halt! Bevor ihr geht, will ich dir noch etwas mitgeben, worin du dein Kind einwickeln kannst."
Martin holte seine alte Jacke und schenkte sie der Frau.

Kaum war die Mutter mit dem Kind gegangen, da hörte Martin ein Geschrei vor seinem Fenster. Eine
Marktfrau schlug auf einen kleinen Jungen ein, der einen Apfel aus ihren Korb gestohlen hatte. "Warte nur, du
Dieb! Ich bringe dich zur Polizei!", schrie sie wütend und zerrte den Jungen an den Haaren. Sofort rannte
Martin auf die Straße hinaus. "Lass ihn doch laufen", sagte er zu der Frau. "Er wird es bestimmt nicht wieder
tun. Den Apfel will ich dir bezahlen." Da beruhigte sich die Frau und der Junge mußte sich bei ihr
entschuldigen, weil er den Apfel gestohlen hatte. "Schon gut", sagte die Marktfrau und ging weiter. Der Junge
aber half ihr freiwillig, den schwere Apfelkorb zu tragen.

Am Abend las Martin wieder in seinem Lieblingsbuch, in der Bibel. Da hörte er die leise Stimme an seinem
Ohr: "Ich bin bei dir gewesen, Martin. Hast du mich erkannt?" "Wann? Wo?", fragte Martin erstaunt. "Schau
dich einmal um", sagte die Stimme. Da sah Martin plötzlich den alten Stephan im Licht der Lampe stehen und
daneben die junge Mutter mit ihrem Kind. Auch den Jungen mit dem Apfel sah er und die Marktfrau mit dem
Korb am Arm. "Erkennst du mich jetzt?" flüsterte die Stimme. Dann waren sie alle auf einmal verschwunden.
Da freute sich Martin. Er schlug wieder seine Bibel auf und las, was Jesus gesagt hatte: "Alles, was ihr den
Armen getan habt, das habt ihr mir getan."
LA ESPIRITUALIDAD DEL ADVIENTO
Hoy la consideración del Adviento y la Navidad se centra
más en el hecho del nacimiento histórico de Jesús. La
venida gloriosa del Señor al final de los tiempos llama
menos la atención de los cristianos o, tal vez, esté menos
comentada y resaltada por pastoralistas y catequistas;
aunque aparece también en la liturgia, se le concede menos
acentuación. Lo que sobresale y se enfatiza en este tiempo
es la encarnación y el nacimiento de Jesús.

LA ESPERANZA

La esperanza se asoma por todas las ventanas del


Adviento. Si miramos al pasado, toda la historia de Israel es
un camino de esperanza. Si miramos al futuro, escuchamos
la voz de san Pablo: "¡Ven, Señor Jesús!" (1 Co 16,22).
La esperanza invita a la vigilancia. Que no nos suceda
como a los habitantes de Belén, que cerraron las puertas al
Señor. En sus hogares no pudo nacer el Mesías. Para ellos no hubo Navidad.
La esperanza invita a construir más esperanza, porque es enemiga de la pereza, de la ociosidad... El
apóstol Pablo advierte: "Me he enterado que algunos de vosotros viven en la ociosidad... A éstos les ordeno y
recomiendo en nombre del Señor Jesucristo que trabajen pacíficamente" (2 Tes 3,11-12). Construimos
esperanza cuando no nos cansamos de hacer el bien (2 Tes 3,13).
Dar razón de la esperanza. En medio del panorama social que tenemos, los cristianos hemos de ser
testigos sobresalientes de la esperanza, animados por la experiencia del Evangelio. La esperanza que se
enraíza en la revelación de Dios no es vana ni estéril. Es una motivación para atraer el Reino de Dios a los
ambientes, para comprometemos en todo lo que eleva la humanización y dignidad de las personas. Dios lo
dejó bien asentado por boca de Jeremías: "Hay esperanza para tu futuro. Yo, el Señor, lo afirmo" (Jr 31,17).

LA CONVERSIÓN

El llamamiento a la conversión nos llega por la voz de los profetas: "Preparen los caminos", "conviértanse",
"estén vigilantes". Lo más importante de la conversión es tomar conciencia de que Dios viene a romper todas
las cadenas que nos atan y oprimen, nos reconcilia y nos coloca de nuevo en el camino de la libertad, la paz y el
amor. "Hoy se cumple esta Escritura que acaban de oír" (Lc 4,21).
Por tanto, preparen los caminos para que el Señor llegue, entre y nos habite salvadoramente. Remuevan
obstáculos, eliminen oscuridades, faciliten el acceso y la estancia...
Así mismo, conversión es compartir. Toda conversión del corazón ha de mostrarse con gestos, con
hechos... Hay que empezar por lo más elemental: compartir con el que no tiene lo necesario...
Convertirse es practicar la justicia, no defraudar, retribuir con equidad... Pero la justicia evangélica exige
más: reparto justo de bienes, que cada persona disponga de los recursos para una vida digna. Ello supone
austeridad, desprendimiento y amplia generosidad.
LA ALEGRÍA DE LA SALVACIÓN

La alegría es un atributo de Dios, cualidad que se aprecia en su revelación. Dios quiere salvamos
devolviéndonos la alegría original: "Devuélveme la alegría de la salvación", dice el Salmo 50.
Isaías es el profeta de la alegría mesiánica, una alegría que se ha expandido de
manera desbordante con el nacimiento del Salvador: "Les anuncio una gran alegría,
que lo será para todo el pueblo" (Lc 2,10). Se puede afirmar rotundamente que Jesús
es portador y distribuidor de alegría y bienaventuranza. Dios nos quiere felices. Jesús
lo repite en cada bienaventuranza. Pero hay algo más: Los cristianos estamos
llamados a meter alegría en el mundo.
Hay quien no demuestra interés por las bienaventuranzas, tal vez porque sus
enredos le parecen más rentables... Sin embargo, hemos de decir muy alto y muy claro
que por el camino de los vicios nadie es verdaderamente feliz. Sin el ejercicio de las
bienaventuranzas ni uno es feliz ni hace felices a los demás. Intentar la felicidad al
margen o en contra de las bienaventuranzas es como intentar respirar sin atmósfera.
La alegría cristiana viene del Espíritu, es fruto del Espíritu (Gá 5,22). Todo lo que nace
del Espíritu embellece y alegra la vida.

TESTIMONIO y COMPROMISO MISIONERO

Navidad evoca una genialidad de Dios: Se abajó hasta la condición de criatura humana para ir de
misionero por la vida. "Qué hermosos son sobre los montes los pies del mensajero..." (Is 52,7). Como testigo
de Dios, Jesús se dedicó a presentar y ensanchar su Reino. Ésta fue la Causa que lo cautivó ardientemente y
por la que se jugó la vida. Jesús vivió al aire del Espíritu divino, se dejó conducir por Él. Era como una
fotografía humana, transparente, de Dios: "Quien me ve a mí, ve al Padre" (Jn 14,9).
Nosotros experimentamos que somos también hijos de Dios y hermanos de Jesús. Estamos
enriquecidos con una vocación divina para ser igualmente testigos y misioneros de los planes de Dios: "Brille
vuestra luz ante los hombres..." (Mt 5,16). La Iglesia existe para evangelizar. Lo mismo cada cristiano.
Porque la fe nos alimenta y robustece, la debemos irradiar con todas nuestras fuerzas, en todo momento y
lugar. Decía san Pablo: "¡Ay de mí, si no anunciara el evangelio!" (1 Cor 9,16).

TRES EJERCICIOS PRÁCTICOS


La Iglesia hace una propuesta concreta para este tiempo, que resumimos en tres palabras: Oración,
austeridad, compartir.
Oración. El cristiano ha de orar siempre. Advirtamos que cualquier tiempo y lugar son buenos para orar.
Pero la Iglesia recomienda encarecidamente que los cristianos intensifiquen su oración durante el Adviento-
Navidad. La liturgia de este ciclo ofrece abundantes lecturas de la Palabra de Dios y oraciones impregnadas
de espíritu mesiánico. Oremos la Palabra y la vida, y asumamos los compromisos que el Señor nos pida.
Austeridad. Tradicionalmente la austeridad del Adviento ha estado ligada a la
privación de alimentos, ayuno, entendido más como el cumplimiento de una ley
que como una virtud interiorizada y asumida. La austeridad cristiana nos invita a
mirar hacia la realidad social que viven los pobres. No podemos permitimos el
disfrute egoísta de las riquezas cuando hay personas que sólo pueden comer una
vez al día o ninguna y carecen de remedios para su salud. No podemos disfrutar
egoístamente de los bienes cuando muchas personas no pueden darse una
alegría ni siquiera en Navidad. La austeridad cristiana ha de tener un fuerte sentido
social.
Compartir. Una forma de compartir, de larga tradición en la Iglesia, es la
limosna. Por muchas razones se la ha cuestionado. No por lo que tiene de
generosidad y de expresión del amor fraterno, sino por la forma, y en ocasiones,
por su dudosa eficacia. En un tiempo en que todo se organiza y se programa en
vistas a la eficacia, no podemos seguir funcionando con formas de compartir ya
superadas. No colaboremos con nuestras "limosnas" a mantener los pobres en la
calle, convirtiéndolos en "indigentes de profesión". Los cristianos, además de los
bienes materiales, tenemos otras cosas que compartir: la fe, las esperanzas, el gozo, la oración, las
inquietudes, el compromiso... para que el Reino de Dios se convierta en una bella realidad visible y palpable.