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09.01.

2019
George Dragnea
Deutsch A-Fortgeschrittene 1
Vergleichende Grammatik
Wintersemester 2018-2019

Schweizerdeutsch und Letzeburgisch

I. Schweizerdeutsch

1. Was ist Schweizerdeutsch?


 Bezeichnung für die gesprochenen alemannischen Dialekten

2. Wo wird gesprochen ?  In der Deutschschweiz

3. Dialekte

 Vielfalt von Dialekten zwischen denen keine Sprachgrenzen gibt


 Entstehung eines Dialektkontinuums wegen der Vielfalt
 Dialektkontinuum= Gruppe verschiedener Dialekte die ineinander fließen

4. Gliederung der Dialekte

Es gibt drei wichtige Dialekte in der Schweiz :

a) Niederalemannisch  anlautendes k statt hochalemannischen ch


b) Hochalemannisch  meist gesprochene Mundart
c) Höchstalemannisch  Formen wie buu(w)e/büü(w)ä statt boue/baue
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5. Problematik: Schweizerdeutsch vs Schweizerhochdeutsch


Schweizerhochdeutsch= Variante des Standarddeutschen ( in der Schule)
Schweizerdeutsch = Dialekt ( mündlich )

6. Grammatik
 Nomen : Umlaut zur Bildung des Plurals öfter verwendet
keine Opposition zwischen Nominativ und Akkusativ
Umschreibung des Genitivs

 Artikel : der bestimmte Artikel singular feminin bzw. plural hat zwei
verschiedene Formen ( feminin sg )

 Substantiv: Bildung der auf „el“ endenden Substantive durch Umstellung „le“
auslautendes e ist apokopiert worden

 Verb : alemannische Dialekte unterscheiden sich im Plural der Verben

östliche Dialekte weisen eine einzige Endung in allen 3 Personen auf

westliche Dialekte unterscheiden zwei Endungen

einige höchstalemannische Dialekte unterscheiden 3 Endungen

Imperfekt und Plusquamperfekt fehlen  eine Art Überperfekt

Indikativ und Konjunktiv I unterschieden sich deutlich


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II. Letzeburgisch

1. Was ist Letzeburgisch ?


 moselfränkische Sprachvarietät des Westmitteldeutschen
 Teil des deutschen westgermanischen Dialektkontinuums

2. Wo wird gesprochen ?
 im Großherzogtum Luxemburg
 ferner in den angrenzenden Gebieten Deutschlands,Belgiens,Frankreichs
 in den westlichen Landesteilen des Saarlandes

3. Informationen

erste offizielle Schreibweise des Luxemburgischen wurde 1946 eingeführt

Letzebürgisch wurde nur mündlich vermittelt und weniger als


Schulsprache verbraucht

seit einigen Jahrzehnten in zunehmendem Maße auch als Schriftsprache


verwendet
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4. Grammatik

 Ortographie
Die Sprache kennt die Laute ä,ü, ë ( früher ö) und é ( starkes e).
kein ß ( wird durch ein Doppelt-s ersetzt)
 Adjektiv
Komparativ  analytisch gebildet, anders als im Deutschen
Superlativ  wie im Deutschen, durch “sten” gebildet.
 Nomen
nur drei Fälle: Akkusativ, Dativ und Genitiv
Genitiv meist ausgeprägt possesive Satzkonstruktion wird mit Hilfe des
Dativs gebildet
 Syntax
durch Verbzweitstellung charakterisiert
 Einflüsse
französische Wörter haben sich ins Luxemburgische integriert

III. Webographie
https://www.linguistik.uzh.ch/de/easyling/faq/kolmer-schweizerdeutsch.html

https://www.nzz.ch/gruezi_wohl-1.6166489

http://luxembourg.public.lu/de/cartes-du-luxembourg/03-regions-geographiques/index.html

IV. Bibliographie

Althaus, Hans Peter, Helmut Henne und Herbert Ernst Wiegand: Lexikon der
Germanistischen Linguistik, 2., vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage,
Studienausgabe III, Tübingen: Niemeyer, 1980
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