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Brigitte Hamann

Der Weg zu wahrer Gesundheit:

Den Darm
 sanieren und
Schadstoffe
ausleiten
Lieben Sie Ihren Darm –
er hält Sie gesund
Sie sind häufig müde und erschöpft? Ihr Leben ist oft
stressig? Ihre Stimmung ist nicht so gut, wie Sie es sich
wünschen? Sie sind oder waren krank, haben Verdauungs-
beschwerden, Blähungen und Völlegefühl? Oder Sie wollen
ganz einfach etwas tun, um gesund zu bleiben? Dann denken Sie
an Hippokrates, den großen Arzt der Antike. Ihm verdanken wir die Er-
kenntnis: »Alle Krankheiten beginnen im Darm.« Formulieren wir es so:
»Gesundheit beginnt im Darm.« Das lässt sich leicht
verstehen, denn im Darm werden die Nährstoffe auf-
genommen, die wir brauchen, um leben zu können.
Funktioniert er gut, unterscheidet er, was gesund und
wichtig für unseren Körper ist, trennt das Schädliche
und Unbrauchbare vom Nützlichen, lässt das eine in
den Blutkreislauf ein und trans-
portiert das andere wieder
hinaus. 70 – 80 Pro­-
zent unseres Im-
munsystems be-
finden sich im
Darm und ent-
scheiden darüber,
ob wir abwehrkräftig,
frei von Allergien und
Nahrungsmittelunver-
träglichkeiten sind, ob

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gesund und vital oder krank. Die Bakterien in unserem Darm sorgen
für einen gesunden Stoffwechsel, gute Verdauung und pflegen zu-
dem die kostbare Darmschleimhaut. Sie produzieren Enzyme, Boten-
stoffe und Eiweiße und steuern den Appetit sowie unser Gewicht. Nur
eine gesunde Darmflora ist in der Lage, das wichtige Vitamin B12 zu
produzieren, das wir für die Bildung roter Blutkörperchen und die Funk-
tion der Nervenzellen benötigen. Billionen von Bakterien besiedeln den
Menschen, wobei die meisten an den Wänden des Darms leben. Wir sind
ein Ökosystem, das auf eine gesunde Zusammensetzung der Darmflora
angewiesen ist – für die Verdauung, Immunabwehr und die Gesundheit
insgesamt. Wissenschaftler haben der in und auf uns lebenden Bakte-
rienwelt einen eigenen Namen gegeben: Sie nennen sie das Mikrobiom
und betrachten es als ein eigenständiges, hoch spezialisiertes Organ. Der
im Darm befindliche Teil heißt intestinales Mikrobiota.

Nach diesem Loblied auf unser


längstes Organ stellt sich die Fra-
ge, was denn im Darm schiefge-
hen kann. Es hat lange gedauert,
bis die Wissenschaft die Vielzahl
von teils dramatischen Folgen
entdeckt hat, die entstehen kön-
nen, wenn dieses sensible Organ
kränkelt. Dazu muss man wis-
sen, dass seine Aufgaben höchst
komplex sind. Allen voran muss die Darmflora ausgewogen und von Bak-
terien bevölkert sein, die uns guttun. Schädliche Bakterien und Pilze dür-
fen nicht überhandnehmen, und die Darmwand muss so gesund sein,
dass sie in der Lage ist, Stoffe sowohl durchzulassen als auch abzuweh-
ren. Hier sind wir schon beim zentralen Punkt: Aufgrund von falscher
Ernährung, Lebensmittelzusatzstoffen, Giften, Belastung mit Schwerme-
tallen und Aluminium, Antibiotikaeinnahme, Stress und mehr kippt die

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Darmflora in ein ungesundes Milieu. Das belastet auf Dauer die emp-
findliche Schleimhaut der Darmwände. Die Darmwand kann ihre kom-
plexen Aufgaben immer weniger gut erfüllen. Schließlich entsteht das
heute so weit verbreitete Leaky-Gut-Syndrom, der krankhaft durchlässige
Darm. Nun dringen Stoffe in den Körper, die schädlich sind. Die Folgen
sind zahlreich, unter anderem können Nahrungsmittelunverträglichkei-
ten und Allergien entstehen, wenn das Immunsystem hochfährt, um die
Fremdstoffe abzuwehren. Diese Reaktionen können so weit gehen, dass
die Immunabwehr eigenes Körpergewebe angreift. Im fortgeschrittenen
Stadium können sich Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus
Typ 2, chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Depressionen
und Schwächezustände entwickeln. Auch die Schilddrüse kann betroffen
sein, die Immunabwehr sinkt, die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt.
Symptome für Probleme im Magen-Darm-Trakt sind Völlege-
fühl, Blähungen, chronische Durchfälle oder Verstopfung,
Haarausfall, schnelle Erschöpfbarkeit und manchmal
auch Juckreiz. Ein kranker Darm erhöht die Stressabläufe
im Körper und beeinflusst Gehirn und Psyche. Eine Darm-
sanierung mit Probiotika und Präbiotika baut die
Darmflora wieder auf, reinigt den Darm von Giften
und Schlacken und stellt das gesunde Gleichge-
wicht wieder her.

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Eine gesunde Darmflora …
… sorgt für die Verwertung von Nährstoffen
… spielt eine wichtige Rolle für die Immunabwehr
… hält schädliche Erreger fern
… beruhigt einen Reizdarm
… reguliert die Verdauung
… aktiviert den Fettstoffwechsel in der Leber
… wirkt günstig auf den Cholesterinspiegel
… schützt vor Allergien
… ist an einem effektiven Entgiftungsprozess beteiligt
… ist unerlässlich für gesunde Zellen
… und vieles mehr

Darmsanierung – der Weg zu


einem gesunden Darm

Probiotika bauen die Darmflora auf

Sinkt die Anzahl der gesundheitsförderlichen Bakterien in unserem


Darm, entsteht Raum, der schnell von schädlichen Bakterien und Pilzen
eingenommen wird. Wie Sie aus dem vorher Gesagten leicht erkennen
können, ist es lebenswichtig, die Darmflora wieder in ihr ursprüngliches
Gleichgewicht zurückzubringen. Das geschieht, wenn wir nützliche Bakte-
rienstämme (Probiotika) zuführen. Sie verdrängen mit der Zeit die schäd-
lichen Bakterien, und eine eventuell bereits geschädigte Darmwand kann
heilen. Probiotika (»für das Leben«) verdanken ihren Namen übrigens den
Antibiotika (»gegen das Leben«).

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Laut Studien kann eine optimale Zusammenstellung an Probiotika aus
sechs lebenden Bakterienstämmen folgendermaßen aussehen:

• Lactobacillus rhamnosus • Bifidobacterium breve


• Lactobacillus acidophilus • Bifidobacterium bifidum
• Lactococcus lactis • Bifidobacterium longum

Laktobakterien und Bifidobakterien – Probiotika für


unsere Gesundheit
Die einen im Dünndarm, die anderen im Dickdarm: Laktobakterien und Bi-
fidobakterien wirken zusammen in den wichtigsten Abschnitten unseres
Darms. Laktobakterien bilden Milchsäure und zählen zu den Milchsäure-

bakterien, daher ihr Name (lat. lac, Milch). Im Darm haben sie essenzielle
Aufgaben: Sie wehren Krankheitserreger ab, denn die Milchsäure hält das
Darmmilieu im leicht sauren Bereich. Das ist wichtig, weil ein niedriger
pH-Wert das Wachstum unerwünschter Bakterien hemmt, während ein
basisches Milieu die Ansiedlung fördert. Clostridien, Candidapilze, Viren
und Parasiten haben so kaum eine Chance, Fuß zu fassen. Außerdem
bilden Laktobakterien Hemmstoffe, die andere, ähnliche Bakterien an
der Ausbreitung hindern. Sie verdrängen bestehende Krankheitserreger,

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indem sie ihren
Platz an der Darm-
schleimhaut einnehmen
und ihnen die Nährstoffe
wegnehmen. Laktobakterien wir-
ken wie ein Säuberungsprogramm für
die Darmschleimhaut und stärken so ihre
Barrierefunktion. Das entlastet die Leber, die
sonst noch mehr schädliche Stoffe entgiften
müsste. Milchsäurebakterien produzieren
außerdem wichtige Vitamine und das En-
zym Laktase, das den Milchzucker (Laktose)
abbaut, der bei einer Laktoseintoleranz Be-
schwerden verursacht.

Nicht alle Milchsäurebakterien sind für den Menschen gleichermaßen hilf-


reich. Die genannten Bakterienstämme haben sich in Studien als beson-
ders wirksam erwiesen. Wie ein Orchester arbeiten sie alle zusammen für
unsere Gesundheit, nehmen aber im Einzelnen auch spezielle Aufgaben
wahr. Alle drei Stämme der Laktobakterien haben die folgenden Aufgaben
gemeinsam: Sie sorgen für eine gesunde Darmflora, regulieren die Darm-
tätigkeit und stoppen schädliche Bakterien wie E. coli (Escherichia coli)
im Dünndarm. Sie hemmen Entzündungen, wirken gegen Allergien und
Reizdarm, können Asthma beruhigen sowie Depressionen und Ängste
mildern. Beobachtet wurde außerdem ein positiver Einfluss auf den Blut-
druck. Eine Studie der Emory University in Atlanta ergab, dass Milchsäure-
bakterien sogar geschädigtes Gewebe im Darm reparieren können. Damit
haben sie einen entscheidenden Einfluss auf den Alterungsprozess.

Auch die Bifidobakterien bilden Milchsäure, jedoch auf ganz andere


Weise als die Laktobakterien, außerdem sind sie für die Entstehung von
Essigsäure zuständig. Sie senken den pH-Wert im Darm, sodass sich

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schädliche Erreger wie Salmonellen nicht ansiedeln können. Mit einem
Anteil von rund 25 Prozent haben sie einen wichtigen Platz innerhalb der
Darmflora. Bei Säuglingen sind es sogar etwa 95 Prozent, die sie mit der
Muttermilch aufnehmen. Da die Bifidobakterien ihre Energie ohne Sau-
erstoff gewinnen, sind sie vor allem im Dickdarm anzutreffen, während
Laktobakterien hauptsächlich den Dünndarm besiedeln. Sie stärken die
Darmflora, indem sie einen Giftstoff bilden, der Keime, die sich trotzdem
ansiedeln konnten, daran hindert, zu wachsen und sich zu verbreiten. Bifi-
dobakterien arbeiten eng mit dem Immunsystem zusammen. Sie wehren
Erreger ab und schützen vor Verdauungsbeschwerden und Blähungen,
die entstehen, wenn die Darmflora zu einem Großteil aus gasbildenden
Bakterien besteht. Forscher gehen davon aus, dass das weit verbreitete
Reizdarmsyndrom mit einem Mangel an Bifidobakterien verbunden ist.
Bifidobakterien produzieren ebenfalls Vitamine.

Kurz- oder langfristige Einnahme?


Probiotika können als Kur oder dauerhaft eingenommen werden. Vieles
spricht dafür, die Darmgesundheit langfristig mit Probiotika zu unterstüt-
zen, denn allein die zahlreichen Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln

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und ihre Verarbeitung stellen eine permanente Belastung für die Darm-
flora dar und können die Darmschleimhaut angreifen. Anhaltender Stress
wirkt sich ausgesprochen negativ auf den Darm aus. Hinzu kommen
­Medikamenteneinnahme, vor allem Antibiotika, Giftstoffbelastungen und
mehr. Wenn die Zahl der gesund erhaltenden Bakterien erst einmal redu-
ziert ist, dauert es meist geraume Zeit, bis sich die Darmflora erholt hat.
Wir müssen dann viele gute Bakterien (Probiotika) zuführen und sie gut
ernähren (mit Präbiotika), damit sie Lust haben zu bleiben.

Die Beigabe von Colostrum erhöht die gesundheitlichen


Wirkungen einer hochwertigen Probiotika-Mischung.

Colostrum – wie die Natur für ihre Neugeborenen sorgt

Das wohl älteste natürliche Mit-


tel für die Gesundheit ist in der
Erstmilch enthalten. Sie wird in
den ersten 24 – 72 Stunden nach
der Geburt produziert, um das
Neugeborene zu Beginn seines
Lebens optimal zu ernähren und
vor Erregern zu schützen. Es dau-
ert nur wenige Tage, dann ändert
sich die Zusammensetzung und gleicht schließlich der von normaler Mut-
termilch. Colostrum ist ein Geschenk der Natur, das schützt und heilt. Wir
können dieses Geschenk für eine immunstärkende Nahrungsergänzung
nutzen. Dazu wird Colostrum aus der Kuh-Erstmilch hergestellt. Sie ist
besonders hochwertig, da die Inhaltsstoffe konzentrierter sind als in der
menschlichen Muttermilch. Colostrum ist reich an Vitaminen, Mineral-
stoffen, Antioxidantien, freien Aminosäuren, natürlichen Wachstumsfak-
toren und Hormonen, Immunglobulinen und weiteren Immunfaktoren

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wie Cytokinen, Lactoferrin und Lysozymen
sowie entzündungshemmenden Stoffen und
Enzymen. Japanische Studien ergaben, dass
Colostrum das Wachstum von Krebszellen
und die Bildung von Metastasen unterdrückt
und sich deutlich auf die Größe des Tumors
auswirkt. Ein spezielles Glykoprotein schützt
Colostrum vor Magensäure und erhält die
Verwertbarkeit. Viele Ärzte und Heilpraktiker
nutzen inzwischen die aufbauenden, schüt-
zenden und heilenden Kräfte von Colostrum.

Laut Studien kann Colostrum eingesetzt werden …


… zur Stärkung des Immunsystems
… gegen Entzündungen
… gegen schädliche Krankheitserreger wie E. coli, Clostridien
und Pilze
… zur Verbesserung der Barrierefunktion im Darm (Leaky Gut)
… bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes, multipler
Sklerose (MS) und rheumatoider Arthritis
… bei Asthma
… bei Alzheimer
… bei Allergien
… als ergänzende Therapie bei Krebs

Weitere Beigaben wie die fettlöslichen Vitamine D3, Vitamin K2 (MK-7) und
Vitamin A sowie Chondroitinsulfat in Verbindung mit Ölsäure entfalten wei-
tere immunstärkende und heilsame Wirkungen.

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Präbiotika: Ballaststoffe und Bakteriennahrung

Probiotika und Präbiotika: Die einen kön-


nen nicht ohne die anderen, und beide
verhelfen uns zu einem gesunden Darm
und allgemeiner Gesundheit. Früher
glaubte man, Ballaststoffe seien unnütz –
Ballast eben. Grund für den Namen die-
ser Pflanzenbestandteile war, dass wir sie
nicht verdauen können und wieder ausschei-
den. Das gilt allerdings nur für einen Teil, denn
etwa 70 Prozent der Ballaststoffe in Lebensmitteln werden
eben doch verdaut, nur nicht von uns, sondern von den Bakterien in
­unserem Darm. Vor allem die Bifidobakterien stürzen sich geradezu auf
bestimmte Ballaststoffe. Studien haben gezeigt, dass ihre Anzahl durch
für uns unverdauliche Pflanzenstoffe wie Inulin deutlich erhöht wird. Die-
se Nahrungsfunktion brachte den Ballaststoffen den Namen »Präbiotika«
ein (sinngemäß: »Grundlage des Lebens«).

Es gibt wasserlösliche und wasserunlösliche Ballaststoffe. Beide Arten­


fördern die Verdauung und reinigen den Darm. Die wasserlöslichen
quellen im Wasser auf und bilden ein Gel. Das macht den Stuhl ange-
nehm weich, sodass er den Darm leicht verlassen kann. Der Quellvor-
gang beginnt bereits im Magen, weshalb wir uns schneller satt fühlen. Im
Dickdarm bieten sie den dort lebenden Bakterien eine leckere, stärken-
de Mahlzeit. Wasserunlösliche Ballaststoffe binden kaum Wasser. Weil
sie nicht von den Darmbakterien verwertet werden, vergrößern sie das
Stuhlvolumen erheblich. Das regt die Darmbewegungen an, wodurch der
Stuhl schneller weitertransportiert und ausgeschieden wird. Beide Bal-
laststoffarten sind hilfreich bei Verdauungsstörungen, Verstopfung und
unregelmäßigem Stuhlgang und können dem Leaky Gut vorbeugen. Auf
dem Weg durch den Darm sind sie wie ein hocheffektiver Putztrupp.

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Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Ballaststoffe zahlreiche
positive und wichtige gesundheitliche Wirkungen haben: Lösliche Bal-
laststoffe wie Apfelpektine, Zitruspektine, Haferfasern, Inulin, Leinsamen,
Hanfsamen und Kakaofasern machen länger satt, weil sie die Magenent-
leerung verlangsamen. Sie verbessern die Blutzuckerwerte nach dem
Essen und die Cholesterinwerte im Blut. Das tun sie, indem sie die Gal-
lensäuren binden, die nun neu hergestellt werden müssen,
und das verbraucht Cholesterin. Sie senken damit das
Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 oder an Arterioskle-
rose zu erkranken. Wasserunlösliche Ballaststoffe
können Darmkrankheiten wie Divertikulitis, Hämor-
rhoiden und Dickdarmkrebs vorbeugen.

Der wasserlösliche Ballaststoff Inulin ist besonders


wichtig für die Knochengesundheit. Dank Inulin
werden größere Mengen an Calcium und Magnesi-
um aufgenommen und gespeichert. Das beugt der
Osteoporose vor und hält Knochen, Zähne und Ge-
lenke fit. Inulin

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Flohsamenschalen (Psyllium) quellen besonders stark und können viele
Stoffe binden. Sie unterstützen die Verdauung, helfen bei Verstopfung
und können schneller sättigen. Reizdarmbeschwerden werden gelindert.
Anders als andere quellende Ballaststoffe wie Weizenkleie werden Floh­
samenschalen nicht in Kohlenhydrate umgewandelt, sondern bleiben na-
hezu kalorienfrei.

Besondere Aufmerksamkeit erregte


der Faserkomplex des Feigenkak-
tus. In Mexiko zählt der Feigenkak-
tus seit Langem zu den traditionel-
len Nahrungsmitteln. In klinischen
Studien wurde festgestellt, dass der
Faserkomplex für ein schnelleres
und intensiveres Sättigungsgefühl
sorgt und dass weniger Fett aus
der Nahrung aufgenommen wird.
Sowohl seine löslichen wie auch
die nicht löslichen Ballaststoffe können Fette sehr stark binden und bilden
einen Fett-Faser-Komplex, der leicht ausgeschieden werden kann.

Apfelpektine und Zitruspektine haben nicht nur die bereits erwähnten ge-
sundheitlichen Wirkungen. Sie sind vor allem in der Lage, ausgeleitete
Schwermetalle effektiv zu binden und sie daran zu hindern, im Dünndarm
wieder aufgenommen zu werden. Nur so ist eine effektive Entgiftung mög-
lich, da der Körper ansonsten die Stoffe »recycelt«.

Zusätzliche Beigaben von aktiven Vitaminverbindungen und organischen


Mengen- und Spurenelementen wie B-Vitamine, Folsäure und Vitamin B12,
Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Kalium und Jod
sowie darmfreundliches Kurkuma verstärken die heilsamen Wirkungen
­einer präbiotischen Mischung.

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Entgiftung: den Körper
von Schadstoffen befreien

Unser tägliches Leben mit Schadstoffen

Schwermetalle, allen voran Quecksilber, sind eine ernste Bedrohung der


Gesundheit, die erst seit relativ kurzer Zeit gebührende Aufmerksamkeit
findet. Das Problem geht bis hinunter zur Zellebene und belastet damit
die Basis des Körpers. Schadstoffe wie Schwermetalle schädigen die Zel-
len, lösen Oxidationsprozesse und Entzündungen aus, beschleunigen den
Alterungsprozess und können überall im Körper zu Schädigungen und
Erkrankungen führen. Schwermetalle lagern sich nicht nur im Gewebe
ab, sondern auch in den Mitochondrien der Zellen. Sie sind daher der
Hauptgrund für eine sinkende Energieproduktion (ATP) und verantwort-
lich für Erkrankungen der Mitochondrien, den Energiekraftwerken in den
Zellen. Medizinische Tests zeigen häufig eine hohe Belastung mit dem
Leichtmetall Aluminium, das die Blut-Hirn-Schranke durch-
schreiten und Gehirnzellen zerstören
kann. Hinzu kommen all
die vielen Giftstoffe,
die sich im Kör-
per ansammeln,
wie Mittel zur

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Schädlings- und Unkrautbekämpfung, Chemikalien aus Plastikflaschen,
Kosmetika, Medikamente, Impfstoffe usw. Unsere Umwelt und die Meere
sind voll Quecksilber, Blei, Cadmium, Arsen und mehr, und es ist kaum
noch möglich, diesen Stoffen zu entgehen. Unser Körper verfügt über ei-
gene, kraftvolle Entgiftungsmechanismen, aber die Flut an Schadstoffen
überfordert unser System. Immer mehr Mediziner gehen davon aus, dass
eine Toxinbelastung die Hauptursache für viele Erkrankungen, vor allem
für Zivilisationskrankheiten, ist. Eine regelmäßige Ausleitung von Schad-
stoffen ist deshalb unerlässlich, und zwar nicht nur als eine spezielle Ent-
giftungskur, sondern in kleinem Umfang jeden Tag. Im Ayurveda, der tra-
ditionellen indischen Heilkunst, deren Ursprünge bis ins 2. Jahrtausend
v. Chr. zurückgehen, und in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
stehen Entgiftungskuren ganz oben auf dem Heilplan.

Entgiftung – das Drei-Phasen-Konzept

Eine wirksame Entgiftung reinigt die Zellen (intrazelluläre Entgiftung),


und die Zellzwischenräume (extrazelluläre Entgiftung). Die Schadstoffe
müssen gebunden und ausgeleitet werden, sonst verbleiben sie im Kör-

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per oder werden im Dünndarm in
einem Recyclingprozess wieder
aufgenommen. Eine optimale Ent-
giftung erfolgt in drei Stufen, in
denen Giftstoffe und Stoffwechse-
lendprodukte umgewandelt, neu-
tralisiert und schließlich ausge-
schieden werden. Während der
Entgiftungsphasen I und II erfolgt
die Biotransformation: Schadstof-
fe werden umgewandelt, mit was-
serlöslichen Molekülen verbunden
und neutralisiert. In Entgiftungs-
phase III werden die Schadstoffe
gebunden und ausgeschieden. Un-
ser Körper nutzt bestimmte Stoffe
für die Entgiftung und Ausleitung –
wenn sie in ausreichender Menge
vorhanden sind. Die Flut an Schad-
stoffen, mit denen wir konfrontiert
sind, führt allerdings dazu, dass die
körpereigenen Möglichkeiten nicht
genügen. Besonders wichtig sind
Entgiftungsmaßnahmen nach ei-
ner Amalgam-Entfernung sowie bei Diäten und starkem Gewichtsverlust,
da sich Giftstoffe im Fettgewebe besonders gut ansammeln.

Mit den im Folgenden beschriebenen Stoffen können Sie


einen umfassenden Reinigungsprozess in Gang bringen und
wirksam unterstützen.

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Entgiftungsphasen I und II

Glutathion – Hochleistung bei Zellschutz und Entgiftung


Das schwefelhaltige Eiweiß Glutathion ist eines der stärksten Antioxidan-
tien, die wir kennen, und es ist hocheffektiv bei der Entgiftung und Aus-
leitung von Schwermetallen. In seiner reduzierten Form ist Glutathion
überall im Körper aktiv. Es schützt vor Oxidation durch freie Radikale,
verhindert Zellschäden und ist ein zentrales Element der Immunabwehr.
Je mehr Glutathion in den Zellen vorhanden ist, desto besser sind sie
geschützt. Das verlangsamt den Alterungsprozess, unser Körper kann
schneller heilen und von einer Krankheit genesen. Vom Stoffwechsel über
die Sauerstoffversorgung und das Erbgut bis hin zum Gehirn hält Gluta-
thion uns gesund und fit. Wie ein Magnet zieht Glutathion Giftstoffe an
sich, bindet sie und transportiert
sie aus dem Körper. Diese Fä-
higkeit verdankt Glutathion
unter anderem dem hohen
Anteil an Schwefel.

MSM – ohne Schwefel keine Entgiftung


Organischer Schwefel – wie er natürlich im menschlichen Körper vor-
kommt – ist eine der Substanzen, die zentrale und umfangreiche Aufga-
ben übernehmen. Dazu gehören die Immunabwehr, der Stoffwechsel,
die Bildung von Enzymen und Hormonen (z. B. Insulin) und die Bildung
schwefelhaltiger Aminosäuren, die für die Eiweißsynthese gebraucht
werden. Sehnen, Bänder, Kapseln, Gelenke, alles braucht Kollagen, für
das Schwefel ein wichtiger Baustoff ist. MSM (Methylsulfonylmethan)
ist die Fachbezeichnung für diese erstaunliche Substanz, von der wir
fünfmal mehr im Körper haben als Magnesium und vierzigmal mehr als
Eisen. MSM wirkt entzündungshemmend und hilft (längerfristig einge-
nommen) speziell bei Schmerzen in den Muskeln und im Bewegungs-
apparat, aber auch bei häufigen Kopfschmerzen und Migräne. Regel-

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mäßig eingenommen, baut MSM oxidativen Stress ab, unterstützt die
Darmtätigkeit und wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus. Für die
Entgiftung besonders wichtig: Durch verschiedene Umstände kann die
Zellmembran an Flexibilität verloren haben. MSM verbessert die Durch-
lässigkeit und Flexibilität der Zellwände, was die Nährstoffaufnahme so-
wie den Abtransport von Säuren, Giften und Stoffwechselendprodukten
des Zellstoffwechsels erhöht.

Bärlauch – das Detox-Kraut saniert auch den Darm


Dieser Verwandte des Knoblauchs ist ein wirkliches Multitalent. Bärlauch
reinigt das Blut, entgiftet, stärkt die Abwehr und löst Ablagerungen aus
den Blutgefäßen (Arteriosklerose). Die Senfglykoside des Bärlauchs regen
die Verdauungssäfte an, wodurch mehr Enzyme produziert werden und
die Nahrung besser aufgespalten wird. Gärungs- und Fäulnisprozesse
werden seltener und damit auch Blähungen. Bärlauch regu-
liert die Keime der Darmflora, indem er nützliche Bakterien
stärkt und unerwünschte reduziert. Nach einer Antibiotika-
therapie kann Bärlauch helfen, den Darm wieder aufzufors-
ten. Sein hoher Schwefelgehalt hilft, Schadstoffe und Schwer-
metalle wie das zellzerstörende Quecksilber auszuleiten.

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Silizium – stark gegen Aluminium
Das Wirkspektrum der siliziumhaltigen Kieselsäure ist breit gefächert. Sie
aktiviert spezifische Abwehrzellen des Immunsystems, ist am Zellaufbau
und Zellstoffwechsel beteiligt, stärkt das Bindegewebe
und hält die Blutgefäße elastisch. Haare, Haut und
Nägel brauchen sie, und für Knochen, Knorpel, Seh-
nen und Gelenke ist Silizium ein Muss. Ein
Mangel bringt degenerative Erkrankungen
mit sich und lässt uns schneller altern. Für
die Ausleitung von Aluminium ist die Kiesel-
säure das Mittel der Wahl. Studien zeigen au-
ßerdem, dass Silizium die Neuaufnahme und Einlagerung
von Aluminium blockiert. Ein besonders hochwertiger,
natürlicher Lieferant für Silizium sind Bambusspros-
sen bzw. der Bambussprossen-Extrakt.

Mariendistel – die Heilpflanze für die Leber


Beim Ausleiten hat die Leber wichtige Aufgaben. Keine andere
Pflanze schützt, stärkt und regeneriert die Leber so sehr wie die
Mariendistel. Ihre Samen enthalten einen Komplex aus sekundä­
ren Pflanzenstoffen, dem Silymarin, und weiteren, zellschützenden
Substanzen. Die Mariendistel neutralisiert selbst freie Radikale und
regt darüber hinaus die körpereigene Produktion von zellschützenden
Stoffen an. In den Entgiftungsphasen I und II erhöht sie die Entgiftungs-
fähigkeit der Leber. Mariendistel regt den Gallenfluss und damit die Ver-
dauung an. Sie fördert die Bildung neuer Leberzellen und kann die Leber
bis zu einem gewissen Umfang vor Belastungen durch Medikamentenein-
nahme schützen.

B-Vitamine, Vitamin B12 und Folsäure – die Vielkönner


Die B-Vitamine aktivieren wichtige Stoffwechselvorgänge, die unter ande-
rem für die Entgiftung gebraucht werden. Es handelt sich dabei um völlig

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unterschiedliche Substanzen mit eigenständigen Funktionsweisen, die
aber bei vielen Aufgaben zusammenwirken. B-Vitamine schenken mehr
Energie, wirken sich positiv auf die Stimmung und Konzentration aus und
erhöhen die Belastbarkeit.

Molybdate – Schwefelhaltige Aminosäuren


bauen darauf auf

Molybdate sind die für den Menschen verwertbaren Salze der Molybdän-
säure. Unser Körper kann das lebensnotwendige Spurenelement nicht
selbst herstellen, deshalb muss es mit der Nahrung aufgenommen wer-
den. Molybdate sind am Stoffwechsel beteiligt, vor allem im Entgiftungs-
organ Leber. Gute Harnsäurewerte und ein funktionierender Stoffwechsel
schwefelhaltiger Aminosäuren werden ebenfalls von Molybdaten beein-
flusst. Da Schwefel für die Ausleitung so zentral wichtig ist, haben auch
die oft übersehenen Molybdate einen besonderen Stellenwert.

Entgiftungsphase III

Was gelöst wurde, muss gebunden und abtransportiert werden. Diese


Phase darf keinesfalls übersprungen oder nur ungenügend vorgenom-
men werden. Drei Substanzen sind hier besonders effektiv:

Chlorella-Alge – Nähren und Entgiften mit


purem Chlorophyll
Die tiefgrüne Chlorella-Alge zählt zu
den chlorophyllreichsten Pflanzen, die
wir kennen. Das macht die Alge zu et-
was wirklich Besonderem. Chlorophyll,
das Blattgrün der Pflanzen, ist ein star-

20  
kes Antioxidans und schützt als
solches die Zellen vor freien Radi-
kalen. Chlorophyll schützt, nährt,
spendet Energie und heilt. Wunden
schließen sich schneller, Entzün-
dungen klingen ab. Die Alge sorgt
für gesundes, reines Blut, regt die
Bildung von roten Blutkörperchen
an, behebt Eisen- und Magnesium-
mangel, unterstützt die Darmtätig-
keit und wirkt intensiv entgiftend.
60–70 Prozent in Chlorella beste-
hen aus einem biologisch hoch-
wertigen Eiweiß, das unser Körper
besonders leicht verwerten kann. Mit allen acht essenziellen Aminosäu-
ren enthält Chlorella ein vollständiges Aminosäurenprofil.

Chlorella hat eine besonders hohe Fähigkeit, Giftstoffe wie Schwer-


metalle und Pestizide zu binden, sodass sie ausgeschieden
werden können. Das gilt insbesondere auch für das
schwierig auszuleitende Quecksilber, das
z. B. durch Amalgamfüllungen
in den Körper gelangt.

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Zusätzlich findet sich in Chlorella ein natürlicher Wachstumsfaktor, der
Chlorella Growth Factor (C. G. F). Dieser ist eine komplexe und reichhaltige
Wirkstoffkombination, die beeindruckende Wirkungen entfaltet. Das Kon-
zentrat eignet sich sehr gut zur Entgiftung, da es schwermetallbindende
Proteine und Substanzen enthält, die Giftstoffe binden.

Alpha-Liponsäure
Die wasserlösliche Alpha-Liponsäure ist ein herausragendes Antioxidans,
denn die Omega-3-Fettsäure ist sowohl fett- als auch wasserlöslich. Da-
durch kann sie ebenso im Blut und innerhalb der Zellen im wässrigen
Bereich vor freien Radikalen schützen, wie in den fetthaltigen Zellmem-
branen und in der fetthaltigen Myelinschicht, welche
die Nerven umgibt und schützt. Alpha-Liponsäure
stärkt die Leber, reguliert den Blutzucker, schützt
Herz, Blutgefäße und das Gehirn. Sie steigert die
Gehirn- und Gedächtnisleistung, verlangsamt Al-
terungsprozesse und entgiftet. Alpha-Liponsäure
besitzt außerdem die besondere Fähigkeit, sich

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selbst und die Antioxidantien Vitamin C und E, Glutathion und Coenzym
Q10 zu regenerieren, nachdem diese bei der Abwehr freier Radikale ver-
braucht wurden. In Studien zeigte sich, dass durch die Gabe von Alpha-
Liponsäure deutlich mehr Schwermetalle ausgeschieden wurden,
während sich gleichzeitig die Leberwerte verbesserten.

Seegras-Pektin – Ballaststoff mit hoher Bindungsfähigkeit


Über Pektine konnten Sie bereits im
Abschnitt »Präbiotika: Ballaststoffe
und Bakteriennahrung« lesen. See-
gras-Pektin ist ein zell-aktives Mik-
ropektin mit einer besonderen Bin-
dungsfähigkeit für Giftstoffe. Auf-
grund seiner Molekülgröße kann
Seegras-Pektin die Darmschleim-
haut durchdringen und im Blut und
den Körperzellen wirksam werden.
Dort bindet es hocheffektiv Schad-
stoffe und schleust sie über Leber
und Niere aus.

Fazit: Sanieren Sie nicht nur Ihren Darm, sondern den Körper
und seine Zellen insgesamt. Beides geht Hand in Hand. Solange
die Zellen mit Giftstoffen belastet sind und ihre Entgiftungsfähigkeit
eingeschränkt ist, kann auch der Darm nicht dauerhaft gesunden.

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