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SIA 261.006 Bauwesen EN 1991-1-6:2005


EINGETRAGENE NORM DER SCHWEIZERISCHEN NORMEN-VEREINIGUNG SNV NORME ENREGISTRÉE DE L'ASSOCIATION SUISSE DE NORMALISATION

Diese Norm ersetzt die Norm SN ENV 1991-2-6:1997

Eurocode 1 - Actions sur les structures - Partie 1-6: Actions générales - Actions en cours d'exécution
Eurocode 1 - Actions on structures Part 1-6: General actions - Actions during execution

Eurocode 1 - Einwirkungen auf Tragwerke -


Teil 1-6 : Allgemeine Einwirkungen - Einwirkungen
während der Bauausführung

Die Europäische Norm EN 1991-1-6:2005 hat zusammen mit dem nationalen Vorwort den Status einer Schweizer Norm.
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Für diese EN ist in der Schweiz die Begleitgruppe CEN/TC 250 «Eurocodes für den konstruktiven Ingenieurbau» zuständig.

Referenznummer: Herausgeber:
SN EN 1991-1-6:2005 D Schweizerischer Ingenieur- und
Architektenverein
Gültig ab: 01.01.2006 Postfach, CH-8039 Zürich

Anzahl Seiten: 2 (national) + 31 (EN) Copyright  2006 by SIA Zurich Preisgruppe: E 9


SN EN 1991-1-6:2005

Nationales Vorwort

1. Allgemeines
Die Norm EN 1991-1-6:2005 hat als SN EN 1991-1-6:2005 den Status einer Schweizer Norm unter
der Bezeichnung SIA 261.006.
2. Zuständigkeiten
Die vorliegende Norm gehört in den Zuständigkeitsbereich des CEN/TC 250 «Eurocodes für den
konstruktiven Ingenieurbau».
Die Arbeiten wurden auf nationaler Ebene von der Kommission für Tragwerksnormen (KTN) des
Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins begleitet.
3. Geschichte
Nach einer ersten Generation der Eurocodes in den Achtzigerjahren wurde im Jahre 1989 dem CEN
die Aufgabe überbunden, europäische Vornormen (ENV) zu entwickeln. Die europäische Vornorm
ENV 1991-2-6:1997 wurde von einer CEN-Projektgruppe überarbeitet und am 13.01.2005 als
Europäische Norm EN 1991-1-6:2005 vom CEN angenommen.
Im Rahmen des Übereinkommens zwischen den Ländern der Europäischen Union (EU) und der
Europäischen Freihandels-Assoziation (EFTA) hat sich die Schweiz zur Übernahme von
Europäischen Normen (EN) verpflichtet mit dem Ziel, technische Handelshemmnisse abzubauen.
4. Zusammenhänge
Die Norm ist Bestandteil einer Reihe von Einwirkungs- und Bemessungsnormen, deren Anwendung
nur als Gesamtes sinnvoll ist.
5. Bestimmungen
Die SN EN 1991-1-6:2005 tritt auf den 01.01.2006 in Kraft.
Sie ersetzt die Vornorm SN ENV 1991-2-6:1997.
6. Hinweise
Die Schweiz hat mit dem Projekt Swisscodes in enger Abstimmung mit der Erarbeitung der
Eurocodes neue nationale Tragwerksnormen erarbeitet. Diese Normenserie mit den Nummern SIA
260 bis SIA 267 stellt eine kompakte Form der Bestimmungen der Eurocodes abgestimmt auf
unsere nationalen Verhältnisse dar. Sie kann gemäss den Richtlinien der Kommission der
europäischen Gemeinschaft in der Schweiz alternativ Verwendung finden.
7. National festzulegende Parameter (NDP)
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Zu allen Eurocodes werden in den Mitgliedsländern nationale Anhänge formuliert, in denen national
festzulegende Parameter (NDP) aufzuführen sind. Damit sollen unter anderem landesspezifischen,
geographischen und klimatischen Eigenheiten, Sicherheitsniveaus und gesetzlichen Bestimmungen
auf nationaler Ebene Rechnung getragen werden.
Die Schweiz verzichtet bis auf Weiteres auf die Festlegung nationaler Parameter, da die nationalen
Tragwerksnormen SIA 260 bis SIA 267 einer adäquaten Umsetzung der Eurocodes für Schweizer
Verhältnisse entsprechen.
Beim Einsatz der Eurocodes in der Schweiz sind die national festzulegenden Parameter
projektbezogen zwischen Bauherr und Planer zu vereinbaren und in der Nutzungsvereinbarung zu
dokumentieren.

Januar 2006
EUROPÄISCHE NORM EN 1991-1-6
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Juni 2005

ICS 91.010.30 Ersatz für ENV 1991-2-6:1997

Deutsche Fassung

Eurocode 1 - Einwirkungen auf Tragwerke - Teil 1-6 :


Allgemeine Einwirkungen - Einwirkungen während der
Bauausführung

Eurocode 1 - Actions on structures Part 1-6: General Eurocode 1 - Actions sur les structures - Partie 1-6: Actions
actions - Actions during execution générales - Actions en cours d'exécution

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 13.Januar 2005 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzen Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentralsekretariat
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland,
Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der
Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.
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EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2005 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 1991-1-6:2005 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
EN 1991-1-6:2005 (D)

Inhalt
Seite
Vorwort ................................................................................................................................................................3
Hintergrund des Eurocode Programm .............................................................................................................3
Status und Gültigkeit der Eurocodes ...............................................................................................................4
Nationale Fassungen der Eurocodes ...............................................................................................................5
Beziehung zwischen den Eurocodes und den harmonisierten Technischen Spezifikationen für
Bauprodukte (Ens und ETAs)...............................................................................................................5
Zusätzliche Informationen insbesondere für EN 1991-1-6 .............................................................................5
Nationaler Anhang ..............................................................................................................................................6
1 Allgemeines............................................................................................................................................8
1.1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................8
1.2 Normative Verweisungen......................................................................................................................8
1.3 Annahmen ..............................................................................................................................................9
1.4 Unterscheidung zwischen Prinzipien und Anwendungsregeln........................................................9
1.5 Begriffe ...................................................................................................................................................9
1.5.1 Allgemeines............................................................................................................................................9
1.5.2 Zusätzliche Begriffe und Definitionen, die insbesondere für diese Norm gelten ...........................9
1.6 Symbole ............................................................................................................................................... 10
2 Einteilung der Einwirkungen ............................................................................................................. 11
2.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 11
2.2 Bausführungslasten ........................................................................................................................... 13
3 Bemessungszustände und Grenzzustände ..................................................................................... 14
3.1 Allgemeines – Festlegung der Bemessungssituation .................................................................... 14
3.2 Grenzzustände der Tragfähigkeit...................................................................................................... 16
3.3 Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit ..................................................................................... 16
4 Darstellung der Einwirkungen........................................................................................................... 17
4.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 17
4.2 Einwirkung auf tragende und nicht tragende Bauteile während der Bearbeitung ...................... 18
4.3 Geotechnische Einwirkungen ........................................................................................................... 18
4.4 Einwirkung infolge Vorspannung ..................................................................................................... 18
4.5 Vorverformungen................................................................................................................................ 19
4.6 Temperatur, Schwinden, Einflüsse aus Hydratation....................................................................... 19
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4.7 Windeinwirkungen .............................................................................................................................. 19


4.8 Schneelasten....................................................................................................................................... 20
4.9 Einwirkungen verursacht durch Wasser.......................................................................................... 20
4.10 Einwirkung infolge atmosphärischer Eisbildung ............................................................................ 22
4.11 Bauausführungslasten....................................................................................................................... 22
4.11.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 22
4.11.2 Bausführungslasten beim Betonieren.............................................................................................. 25
4.12 Außergewöhnliche Einwirkung ......................................................................................................... 25
4.13 Einwirkungen aus Erdbeben ............................................................................................................. 26
Anhang A 1 (normativ) Ergänzende Regelungen für Gebäude ................................................................... 27
A1.1 Grenzzustände der Tragfähigkeit...................................................................................................... 27
A1.2 Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit ..................................................................................... 27
A1.3 Horizontale Einwirkungen.................................................................................................................. 27
Anhang A2 (normativ) Ergänzende Regelungen für Brücken .................................................................... 28
A2.1 Grenzzustände der Tragfähigkeit...................................................................................................... 28
A2.2 Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit ..................................................................................... 28
A2.3 Bemessungswerte für Verformungen .............................................................................................. 28
A2.4 Schneelasten....................................................................................................................................... 29
A2.5 Bauausführungslasten....................................................................................................................... 29
Anhang B (informativ) Einwirkungen auf Tragwerke bei Umbauten, Wiederaufbau oder Abriss............ 30
Literaturhinweise ............................................................................................................................................. 31

2
EN 1991-1-6:2005 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 1991-1-6:2005) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC CEN/TC 250 „Structural
Eurocodes“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Dezember 2005, und etwaige entgegenstehende
nationale Normen müssen bis März 2010 zurückgezogen werden.

Das Technische Komitee CEN/TC 250 ist für alle Eurocodes des konstruktiven Ingenieurbaus zuständig.

Diese europäische Norm ersetzt die Europäische Norm ENV 1991-2-6:1996.

Anhang A1 und A2 sind normativ und Anhang B ist informativ. Diese Norm enthält eine Literaturangabe.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland,
Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische
Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

Hintergrund des Eurocode Programm


Im Jahre 1975 beschloss die Kommission der Europäischen Gemeinschaften, für das Bauwesen ein
Programm auf der Grundlage des Artikels 95 der Römischen Verträge durchzuführen. Das Ziel des
Programms war die Beseitigung technischer Handelshemmnisse und die Harmonisierung technischer Normen.

Im Rahmen dieses Programms leitete die Kommission die Bearbeitung von harmonisierten technischen
Regelwerken für die Tragwerksplanung von Bauwerken ein, die im ersten Schritt als Alternative zu den in den
Mitgliedsländern geltenden Regeln dienen und diese schließlich ersetzen sollten.

15 Jahre lang leitete die Kommission mit Hilfe eines Steuerungskomitees mit Repräsentanten der
Mitgliedsländer die Entwicklung des Eurocode-Programms, das zu der ersten Eurocode-Generation in den
80‘er Jahren führte.

Im Jahre 1989 entschieden sich die Kommission und die Mitgliedsländer der Europäischen Union und der
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EFTA, die Entwicklung und Veröffentlichung der Eurocodes über eine Reihe von Mandaten an CEN zu
übertragen, damit diese den Status von Europäischen Normen (EN) erhielten. Grundlage war eine
Vereinbarung 1) zwischen der Kommission und CEN. Dieser Schritt verknüpft die Eurocodes de facto mit den
Regelungen der Ratsrichtlinien und Kommissionsentscheidungen, die die Europäischen Normen behandeln
(z.B. die Ratsrichtlinie 89/106/EEC zu Bauprodukten, die Bauproduktenrichtlinie (CPD), die Ratsrichtlinien
93/37/EEC, 92/50/EEC und 89/440/EEC zur Vergabe öffentlicher Aufträge und Dienstleistungen und die
entsprechenden EFTA-Richtlinien, die zur Einrichtung des Binnenmarktes eingeleitet wurden).

Das Eurocode-Programm umfasst die folgenden Normen, die in der Regel aus mehreren Teilen bestehen:

EN 1990 Eurocode: Grundlagen der Tragwerksplanung

EN 1991 Eurocode 1: Einwirkung auf Tragwerke

EN 1992 Eurocode 2: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Stahlbetonbauten

1) Vereinbarung zwischen der Kommission der Europäischen Gemeinschaften und dem Europäischen Komitee für
Normung (CEN) zur Bearbeitung der Eurocodes für die Tragwerksplanung von Hochbauten und Ingenieurbauwerken.

3
EN 1991-1-6:2005 (D)

EN 1993 Eurocode 3: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Stahlbauten

EN 1994 Eurocode 4: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Stahl-Beton Verbundbauten

EN 1995 Eurocode 5: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauten

EN 1996 Eurocode 6: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Mauerwerksbauten

EN 1997 Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik

EN 1998 Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben

EN 1999 Eurocode 9: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Aluminiumkonstruktionen

Die Europäischen Normen berücksichtigen die Verantwortlichkeit der Bauaufsichtsorgane in den


Mitgliedsländern und hat deren Recht zur Festlegung sicherheitsbezogener Werte auf nationaler Ebene
sichergestellt, so dass diese Werte von Land zu Land unterschiedlich bleiben können.

Status und Gültigkeit der Eurocodes


Die Mitgliedsländer der EU und von EFTA betrachten die Eurocodes als Bezugsdokumente für folgende
Zwecke:

 als Mittel zum Nachweis der Übereinstimmung der Hoch- und Ingenieurbauten mit den wesentlichen
Anforderungen der Richtlinie 89/106/EEC, besonders mit der wesentlichen Anforderung Nr. 1:
Mechanischer Widerstand und Stabilität und der wesentlichen Anforderung Nr. 2: Brandschutz;

 als Grundlage für die Spezifizierung von Verträgen für die Ausführung von Bauwerken und dazu
erforderlichen Ingenieurleistungen;

 als Rahmenbedingung für die Herstellung harmonisierter, technischer Spezifikationen für Bauprodukte
(EN’s und ETA’s).

Die Eurocodes haben, soweit sie sich auf Bauwerke beziehen, eine direkte Beziehung zu den Grundlagen-
dokumenten2), auf die in Artikel 12 der Bauproduktenrichtlinie hingewiesen wird, wenn sie auch anderer Art
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sind als die harmonisierten Produktnormen3). Daher sind die technischen Gesichtspunkte, die sich aus den
Eurocodes ergeben, von den Technischen Komitees von CEN und den Arbeitsgruppen von EOTA, die an
Produktnormen arbeiten, zu beachten, damit diese Produktnormen mit den Eurocodes vollständig kompatibel
sind.

Die Eurocodes liefern Regelungen für den Entwurf, die Berechnung und Bemessung von kompletten
Tragwerken und Baukomponenten, die sich für die tägliche Anwendung eignen. Sie gehen auf traditionelle

2) Entsprechend Artikel 3.3 der Bauproduktenrichtlinie sind die wesentlichen Angaben in Grundlagendokumenten zu
konkretisieren, um damit die notwendigen Verbindungen zwischen den wesentlichen Anforderungen und den
Mandaten für die Erstellung harmonisierter Europäischer Normen und Richtlinien für die Europäische Zulassungen
selbst zu schaffen.
3) Nach Artikel 12 der Bauproduktenrichtlinie hat das Grundlagendokument
a) die wesentliche Anforderung zu konkretisieren, in dem die Begriffe und soweit erforderlich die technische
Grundlagen für Klassen und Anforderungshöhen vereinheitlicht werden,
b) Methode zur Verbindung dieser Klasse oder Anforderungshöhen mit technischen Spezifikationen anzugeben,
z. B. rechnerische oder Testverfahren, Entwurfsregeln,
c) als Bezugsdokument für die Erstellung harmonisierter Normen oder Richtlinien für Europäische Technische
Zulassungen zu dienen.
Die Eurocodes spielen de facto eine ähnliche Rolle für die wesentliche Anforderung Nr. 1 und einen Teil der
wesentlichen Anforderung Nr.2.

4
EN 1991-1-6:2005 (D)

Bauweisen und Aspekte innovativer Anwendungen ein, liefern aber keine vollständigen Regelungen für
ungewöhnliche Baulösungen und Entwurfsbedingungen, wofür Spezialistenbeiträge erforderlich sein können.

Nationale Fassungen der Eurocodes


Die nationale Fassung eines Eurocodes enthält den vollständigen Text des Eurocodes (einschließlich aller
Anhänge), so wie von CEN veröffentlicht, mit möglicherweise einer nationalen Titelseite und einem nationalen
Vorwort sowie einem Nationalen Anhang.

Der Nationale Anhang darf nur Hinweise zu den Parametern geben, die im Eurocode für nationale
Entscheidungen offengelassen wurden. Diese national festzulegenden Parameter (NDP) gelten für die
Tragwerksplanung von Hochbauten und Ingenieurbauten in dem Land, indem sie erstellt werden. Sie
umfassen:

 Zahlenwerte und/oder Klassen, wo die Eurocodes Alternativen eröffnen,

 Zahlenwerte, wo die Eurocodes nur Symbole angeben,

 landesspezifische, geographische und klimatische Daten, die nur für ein Mitgliedsland gelten, z.B.
Schneekarten;

 Vorgehensweise, wenn die Eurocodes mehrere Vorgehensweisen zur Wahl anbieten.

Des weiteren dürfen enthalten sein:

 Entscheidungen über die Anwendung der informativen Anhänge,

 Verweise zu ergänzenden, nicht sich widersprechenden Informationen, die dem Anwender bei der
Benutzung des Eurocodes helfen.

Beziehung zwischen den Eurocodes und den harmonisierten Technischen


Spezifikationen für Bauprodukte (Ens und ETAs)
Es besteht die Notwendigkeit, dass die harmonisierten Technischen Spezifikationen für Bauprodukte und die
technischen Regelungen für die Tragwerksplanung4) konsistent sind. Weiterhin sollten die Hinweise, die mit
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den CE-Zeichen an den Bauprodukten verbunden sind, die die Eurocodes in Bezug nehmen, klar erkennen
lassen, welche national festzulegenden Parameter (NDP) zugrunde liegen.

Zusätzliche Informationen insbesondere für EN 1991-1-6


EN 1991-1-6 beschreibt Prinzipien und Anwendungsregeln für die Bestimmung von Einwirkungen, die bei der
Bauausführung von Gebäuden und Ingenieurbauwerken, einschließlich der folgenden Aspekte, zu beachten
sind:

 Einwirkungen auf tragende und nicht tragende Bauteile während der Bauausführung,

 geotechnische Einwirkungen,

 Einwirkungen infolge Vorspannung,

 Vorverformungen,

4) Siehe Artikel 3.3 und Art. 12 der Bauproduktenrichtlinie, ebenso wie die Abschnitte 4.2, 4.3.1, 4.3.2, und 5.2 des
Grundlagendokumentes Nr. 1

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EN 1991-1-6:2005 (D)

 Temperatur, Schwinden, Einflüsse aus Hydratation,

 Windeinwirkungen,

 Schneelasten,

 Einwirkungen verursacht durch Wasser,

 Einwirkungen infolge atmosphärischer Vereisung,

 Bauausführungslasten,

 außergewöhnliche Einwirkungen,

 Einwirkungen durch Erdbeben.

EN 1991-1-6 ist für folgende Nutzungen gedacht:

 Bauherren (die, z. B. besondere Anforderungen an die Zuverlässigkeit oder Dauerhaftigkeit spezifizieren


wollen),

 Planer und Konstrukteure,

 die Bauaufsicht und öffentliche Auftraggeber.

EN 1991-1-6 ist für die Anwendung mit EN 1990, den anderen Teilen von EN 1991 und EN 1992 bis EN 1999
für die Bemessung von Tragwerken gedacht.

Nationaler Anhang
Diese Norm enthält alternative Methoden und Werte sowie Empfehlungen für Klassen mit Hinweisen, an
welchen Stellen nationale Festlegungen getroffen werden. Dazu sollte die jeweilige nationale Ausgabe von
EN 1991-1-6 einen nationalen Anhang mit den national festzulegenden Parametern erhalten, mit dem die
Tragwerksplanung von Hochbauten und Ingenieurbauwerken, die in dem Ausgabeland gebaut werden sollen,
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möglich ist.

Regelung Bezug
1.1(3) Bemessungsregeln für Hilfskonstruktionen
2.2(4) Positionierung von als frei eingestuften Bauausführungslasten
3.1(1)P Bemessungssituationen für Sturmbedingungen
3.1(5)
Anmerkung 1 Wiederkehrperiode für den Ansatz von charakteristischen Werten von veränderlichen
Einwirkungen während der Bauausführung

Anmerkung 2 Kleinste Windgeschwindigkeit während der Bauausführung


3.1(7) Regeln für die Kombination von Schneelasten und Windeinwirkungen mit Bauausfüh-
rungslasten
3.1(8) Regeln bezüglich Imperfektionen in der Tragwerksgeometrie
Anmerkung 1

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EN 1991-1-6:2005 (D)

(fortgesetzt)

Regelung Bezug
3.3(2) Kriterien für Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit während der Bauausführung
3.3(6) Anforderungen der Gebrauchstauglichkeit für Hilfskonstruktionen
4.9(6) Lasten und Wasserspiegelhöhen für Treibeis
Anmerkung 2
4.10(1)P Definition der Einwirkungen infolge atmosphärischer Vereisung
4.11.1(1) Empfohlene charakteristische Werte für die Bauausführungslasten Qca, Qcb und Qcc
Tabelle 4.1
4.11.2(1) Bauausführungslasten während des Betonierens
4.12(1)P Dynamische Auswirkungen infolge außergewöhnlicher Einwirkungen
Anmerkung 2
4.12(2) Dynamische Auswirkungen infolge herabfallender Ausrüstungsgegenstände
4.12 (3) Bemessung von menschlichen Anpralllasten
4.13(2) Einwirkungen aus Erdbebeben
Anhang A1 repräsentative Werte für veränderliche Einwirkungen infolge Bauausführungslasten
A1.1(1)
Anhang A1 Charakteristische Werte von äquivalenten Horizontalkräften
A1.3(2)
Anhang A2 Bemessungswerte für die vertikale Durchbiegung von Brücken im Taktschiebeverfahren
A2.3(1)
Anhang A2 Abminderung der charakteristischen Werte von Schneelasten
A2.4(2)
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Anhang A2 Abgeminderte Werte der charakteristischen Schneelasten für den Nachweis des
statischen Gleichgewichtes
A2.4(3)
Anhang A2 Bemessungswerte für horizontale Reibungskräft
A2.5(2)
Anhang A2 Bestimmung von Reibbeiwerten Pmin und Pmax
A2.5(3)

7
EN 1991-1-6:2005 (D)

1 Allgemeines

1.1 Anwendungsbereich

(1) EN 1991-1-6 gibt Prinzipien und allgemeine Regelungen zur Bestimmung der Einwirkungen an, die bei der
Errichtung von Gebäuden und Ingenieurbauwerken zu berücksichtigen sind.

ANMERKUNG 1 Dieser Teil von EN 1991 gibt Hinweise zur Bestimmung der Einwirkungen, die bei unterschiedlichen
Arten von Bauarbeiten, einschließlich Änderungen des Tragwerks und /oder teilweisen oder ganzen Abriss zu
berücksichtigen sind. Weitere Hinweise Regelungen und Hinweise werden in den Anhängen A1, A2 and B gegeben.

ANMERKUNG 2 Regelungen, die die Sicherheit von Personen auf und um die Baustelle betreffen, sind nicht Gegenstand
dieser Europäischen Norm. Diese Regelungen sind für das Einzelprojekt festzulegen.

(2) Die folgenden Aspekte werden in diesem Teil von EN 1991 behandelt:

Kapitel 1: Allgemeines

Kapitel 2: Einteilung der Einwirkungen

Kapitel 3: Bemessungszustände

Kapitel 4: Darstellung der Einwirkungen

Anhang A1: Ergänzende Regelungen für Gebäude (normativ)

Anhang A2 : Ergänzende Regelungen für Brücken (normativ)

Anhang B: Einwirkung auf Tragwerke bei Umbauten, Wiederaufbau oder Abriss (informativ).

(3) EN 1991-1-6 enthält auch Regelungen zur Bestimmung der Einwirkungen, die für die Bemessung von
Hilfskonstruktionen, wie sie in 1.5 definiert sind, und die für die Errichtung von Gebäuden und
Ingenieurbauwerken benötigt werden, verwendet werden können.

ANMERKUNG Bemessungsregeln für Hilfskonstruktionen können im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt
festgelegt werden. Hinweise können in den maßgebenden Europäischen Normen gefunden werden. Zum Beispiel werden
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Bemessungsregeln für Schalungen und Lehrgerüste in EN 12812 angegeben.

1.2 Normative Verweisungen

Diese Europäische Norm beinhaltet datierte oder undatierte Verweise zu anderen Veröffentlichungen. Diese
normativen Verweise sind an den entsprechenden Stellen im Text zitiert und die Veröffentlichungen sind
hiernach aufgelistet. Bei datierten Verweisen gelten spätere Änderungen oder Ergänzungen der in Bezug
genommenen Normen nur, wenn diese durch Änderungen oder Ergänzungen der Norm eingeführt sind. Bei
undatierten Verweisen gilt die jeweils gültige Ausgabe der in Bezug genommenen Veröffentlichung
(einschließlich ihrer Ergänzungen).

ANMERKUNG Die Eurocodes wurden als Europäische Vornorm veröffentlicht. Die folgenden bereits veröffentlichten
oder in Bearbeitung befindlichen Vornormen werden in den normativen Abschnitten oder in Anmerkungen zu den
normativen Abschnitten zitiert.

EN 1990 Eurocode: Grundlagen der Tragwerksplanung

EN 1991-1-1 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 1-1: Allgemeine Einwirkungen — Wichten,
Eigenlasten, Nutzlasten für Gebäude

EN 1991-1-2 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 1-2: Brandeinwirkung

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EN 1991-1-6:2005 (D)

EN 1991-1-3 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 1-3: Allgemeine Einwirkungen — Schnee-
lasten

EN 1991-1-4 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 1-4: Allgemeine Einwirkungen — Wind-
lasten

EN 1991-1-5 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 1-5: Allgemeine Einwirkungen — Ther-
mische Einwirkungen

EN 1991-1-7 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 1-7: Allgemeine Einwirkungen —


Außergewöhnliche Einwirkungen aus Anprall und Explosion

EN 1991-2 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 2: Einwirkungen auf Brücken

EN 1991-3 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 3: Einwirkung infolge Krane und Maschinen

EN 1991-4 Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke: Teil 4: Silos und Tank

EN 1992 Eurocode 2: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Stahlbetonbauten

EN 1993 Eurocode 3: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Stahlbauten

EN 1994 Eurocode 4: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Stahl-Beton-Verbundbauten

EN 1995 Eurocode 5: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauten

EN 1996 Eurocode 6: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Mauerwerk

EN 1997 Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik

EN 1998 Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben

EN 1999 Eurocode 9: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Aluminiumkonstruktionen

1.3 Annahmen
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(1)P Es gelten allgemein die in EN 1990:2002, 1.3 angegebenen Annahmen.

1.4 Unterscheidung zwischen Prinzipien und Anwendungsregeln

(1)P Es gelten die in von EN 1990:2002, 1.4 angegebenen Regelungen.

1.5 Begriffe

1.5.1 Allgemeines

(1) Es gelten die in von EN 1990:2002, 1.5 angegebenen Begriffe.

1.5.2 Zusätzliche Begriffe und Definitionen, die insbesondere für diese Norm gelten

1.5.2.1 Hilfskonstruktionen

Konstruktionen, die in Verbindung mit dem Baufortschritt stehen, die nach ihrer Nutzung nicht mehr benötigt
werden, wenn die zugehörigen Ausführungsarbeiten abgeschlossen sind und die demontiert werden können
(z.B. Lehrgerüst, Baugerüst, Hilfsstützen, Kofferdamm, Aussteifungen, Vorbauschnabel).

9
EN 1991-1-6:2005 (D)

ANMERKUNG Ganze Tragwerke, die einer zeitlich begrenzten Nutzung unterliegen, (z.B. eine Hilfsbrücke zur
Umleitung des Verkehrs) werden nicht als Hilfskonstruktionen angesehen.

1.5.2.2 Bauausführungslasten

Last, die durch Bauausführungsarbeiten vorhanden sein kann, die aber nicht mehr bei Abschluss der
Bauarbeiten vorhanden ist.

1.5.2.3 Tiefe allgemeiner Ausspülungen

Tiefe Spülrinnen infolge Flussstörung, unabhängig vom Vorhandensein von Hindernissen (die Tiefe hänge
vom Wasserstand ab.

1.5.2.4 Tiefe lokaler Ausspülungen

Tiefe von Ausspülungen infolge Wasserwirbeln an Hindernissen, wie z. B. Brückenpfeilern

1.6 Symbole
Für die Anwendung dieser Europäischen Norm gelten die folgenden Symbole (siehe auch EN 1990).

Lateinische Großbuchstaben

Adeb Lagerfläche (Ansammlung von Ablagerungen)

Fdeb Horizontalkräfte verursacht durch angesammelte Ablagerungen

Fcb.k charakteristische Werte von konzentrierten Bauausführungslasten Qcb

Fhn Nennwert für die Horizontalkräfte

Fwa Horizontalkräfte verursacht durch die Wasserströmmung auf untergetauchte Gegenstände

Qc Bauausführungslasten (allgemeines Symbol)

Bauausführungslasten infolge Personal, Angestellte und Besucher, möglicherweise mit Hand-


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Qca
werkzeugen oder anderen kleinen Baustellengeräten

Qcb Bauausführungslasten infolge gestapelter beweglicher Güter (z. B. Bau- und Konstruktions-
materialien, vorbetonierte Bauteile, und Ausrüstungsgegenstände)

Qcc Bauausführungslasten infolge nicht ständig vorhandener Ausrüstungsgegenstände, vor Ort um


während der Errichtung benutzt zu werden, entweder statisch (z.B. Schaltafeln, Baugerüst,
Lehrgerüst, Maschinen, Container) oder beweglich (z.B. fahrbare Schalungen, Vorbauträger
und -schnabel, Gegengewichte)

Qcd Bauausführungslasten infolge beweglicher schwerer Maschinen und Ausrüstungsgegenstände,


in der Regel auf Rädern oder Gleisen (z.B. Krankonstruktionen, Aufzüge, Fahrzeuge,
Hubwagen, Stromerzeuger, Hebezeug, schwere Leiteinrichtungen)

Qce Bauausführungslasten aus Ansammlung von nicht genutzten Materialien (z.B. überschüssige
Baumaterialien, Abraummaterial oder Abbruchmaterial)

Qcf Bauausführungslasten aus Teilen des Tragwerks für zeitlich begrenzte Zustände (während der
Errichtung) bevor die endgültigen Einwirkungen der Bemessung wirksam werden

QW Windeinwirkungen

10
EN 1991-1-6:2005 (D)

Qwa Einwirkungen aus Wasser

Lateinische Kleinbuchstaben

b Breite eines untergetauchten Gegenstandes

cpe Winddruckkoeffizient für frei-stehende Wände

h Wassertiefe

k Formbeiwert für einen untergetauchten Gegenstand

kdeb Dichte der angesammelten Ablagerungen

p Wasserdruck, bei fließendem Gewässer

qca,k charakteristische Werte von einheitlich verteilten Bauausführungslasten Qca

qcb,k charakteristische Werte von einheitlich verteilten Bauausführungslasten Qcb

qcc,k charakteristische Werte von einheitlich verteilten Lasten, stellvertretend für die Bauausfüh-
rungslast Qcc

vwa Mittlere Strömungsgeschwindigkeit des Wassers in m/s, gemittelt über die Wassertiefe

Griechische kleine Buchstaben

Uwa Dichte von Wasser

2 Einteilung der Einwirkungen

2.1 Allgemeines
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(1) Einwirkungen während der Bauausführung, die sowohl Lasten, die unmittelbar aus der Bauausführung
herrühren, als auch andere Lasten als diese umfassen, sind in Übereinstimmung mit EN 1990:2002, 4.1.1
einzuteilen.

ANMERKUNG Tabelle 2.1 enthält die Einteilungen von Einwirkungen (andere als Bauausführungslasten).

11
EN 1991-1-6:2005 (D)

Tabelle 2.1 Einteilung der Einwirkungen (andere als Bauausführungslasten) während der
Bauausführungszeit

Einteilung Bemerkungen Verweis


Abschnitt Räum-
in dieser Einwirkung Verände- Einteilung/ liche Eigenschaft
Norm (Statisch/
rung in Zeit Herkunft Verän-
derung Dynamisch)
Frei während
fest mit
Transport/
Eigenge- Tole-
4.2 ständig direkt statisch Lagerung. EN 1991-1-1
wicht ranz/
Dynamisch bei
frei
Fall
Baugrund-
4.3 bewe- ständig indirekt frei statisch EN 1997
gungen
ständig/
4.3 Erddruck veränder- direkt frei statisch EN 1997
lich
Veränderlich
ständig/ EN 1990,
Vorspan- für örtliche
4.4 veränder- direkt fest statisch EN 1992 bis
nung Bemessung
lich EN 1999
(Verankerung).
ständig/
Vorverfor-
4.5 veränder- indirekt frei statisch EN 1990
mungen
lich
Veränder-
4.6 Temperatur indirekt frei statisch EN 1991-1.5
lich
ständig/
Schwinden/ EN 1992, EN
4.6 veränder- indirekt frei statisch
Hydratation 1993, EN1994
lich
ständig/
Windein- fest/ Statisch/
4.7 außerge- direkt (*) EN 1991-1-4
wirkung frei dynamisch
wöhnlich
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ständig/
Schnee- fest/ Statisch/
4.8 außerge- direkt (*) EN 1991-1-3
lasten frei dynamisch
wöhnlich
Ständig/ver-
änderlich nach
ständig/
Einwir- Projektfestle-
veränder-
kungen fest/ Statisch/ gung, dyna-
4.9 lich/außer- direkt EN 1990
durch frei dynamisch misch für
gewöhn-
Wasser Wasserströ-
lich
mungen, falls
maßgebend
Atmos-
Veränder- Statisch/
4.10 phärische direkt frei (*) ISO 12494
lich dynamisch
Eislasten
Ausserge- Außerge- direkt/in- Statisch/ EN 1990, EN
4.12 frei (*)
wöhnliche wöhnlich direkt dynamisch 1991-1-7
Veränder-
lich/aus- EN 1990 (4.1),
4.13 Erdbeben direkt frei dynamisch (*)
serge- EN1998
wöhnlich
ANMERKUNG(*) Die Bezugsquellendokumente müssen im Rahmen der Erstellung der Nationalen Anhänge überprüft
werden, ob weitere einschlägige Informationen gegeben werden müssen.

12
EN 1991-1-6:2005 (D)

2.2 Bausführungslasten

(1) Bauausführungslasten (siehe auch 4.11) sind in der Regel als veränderliche Einwirkungen (Qc)
einzuordnen.

ANMERKUNG 1 Tabelle 2.2 enthält eine Einteilung für Bauausführungslasten.

Tabelle 2.2 — Einteilung der Bauausführungslasten

Einwirkungen Einteilung Bemerkungen Verweis


Abschnitt
(kurze Verände- Eintei- räumliche Eigen-schaft
in dieser
Beschrei- rung in lung/ Verände- (Statisch/
Norm
bung) Zeit Herkunft rung Dynamisch)
Personal
veränder-
4.11 und Hand- direkt frei statisch
lich
werkzeuge
bewegliche Dynamisch
Stapelgüter im Fall von
veränder- statisch /
4.11 direkt frei herabfal- EN 1991-1-1
lich dynamisch
lenden
Lasten
Nicht –
ständig vor-
handene
veränder- statisch/
4.11 Aus- direkt fest/frei EN 1991-3
lich dynamisch
rüstungs-
gegen-
stände
Bewegliche
schwere
Maschinen EN 1991-2,
veränder- statisch/
4.11 und Aus- direkt frei
lich dynamisch EN 1991-3
rüstungs-
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gegen-
stände
Ansamm- Kann Lasten
lung von auf z. B.
veränder- statisch/
4.11 Bruck- und direkt frei vertikale EN 1991-1-1
lich dynamisch
Abbruch- Oberfläche
arbeiten hervorrufen
Lasten von
Bauteilen Dynamisch
des Trag- veränder- Einflüsse sind
4.11 direkt frei statisch EN 1991-1-1
werks aus lich ausge-
Bauzu- schlossen
stände

ANMERKUNG 2 Tabelle 4.1 enthällt die volle Beschreibung und Einteilung für Bauausführungslasten.

ANMERKUNG 3 Bauausführungslasten, verursacht durch Krane, Ausrüstungsgegenstände, Hilfskonstruktionen, können


abhängig von ihren möglichen Einsatzpositionen als feste oder freie Einwirkungen eingeteilt werden.

13
EN 1991-1-6:2005 (D)

(3) Werden die Bauausführungslasten als fest eingeteilt, sollten Toleranzen für mögliche Abweichungen von
der theoretischen Position festgelegt werden.

ANMERKUNG Die Abweichungen dürfen für das Einzelprojekt festgelegt werden.

(4) Werden die Bauausführungslasten als frei eingeteilt, dann sollte die Fläche, auf der sie bewegt oder
positioniert werden können, festgelegt werden.

ANMERKUNG 1 Die Grenzen können im Nationalen Anhang und für das Einzelprojekt festgelegt werden.

ANMERKUNG 2 In Übereinstimmung mit EN 1990:2002, 1.3(2), sind Kontrollmaßnahmen festzulegen, um nachzuweisen,


dass die Positionen und Bewegungen der Bauausführungslasten mit den Bemessungsannahmen übereinstimmen.

3 Bemessungszustände und Grenzzustände

3.1 Allgemeines – Festlegung der Bemessungssituation

(1)P Es sind die vorübergehenden, außergewöhnlichen und seismischen Bemessungssituationen festzulegen


und falls angemessen für die Bemessung der Bauzustände zu berücksichtigen.

ANMERKUNG Für Windeinwirkungen bei stürmischen Bedingungen (z. B. Zyklone, Wirbelsturm) darf der Nationale
Anhang die zu verwendende Bemessungssituation auswählen. Die empfohlene Bemessungssituation ist diejenige für
außergewöhnliche Bedingungen.

(2) Die Bemessungssituationen sollten sowohl für das Gesamttragwerk, für die Einzelbauteile, für das
teilweise errichtete Tragwerk als auch für die Hilfskonstruktionen und Ausrüstungsgegenstände angemessen
ausgewählt werden.

(3)P Die ausgewählten Bemessungssituationen haben die während des Baufortschritts auftretenden
Verhältnisse in Übereinstimmung mit EN 1990:2002, 3.2 (3)P zu berücksichtigen.

(4)P Die ausgewählten Bemessungssituationen müssen mit der in der Planung erwarteten Bauausführung
übereinstimmen. Die Bemessungssituationen haben jegliche Änderung der Bauausführung zu berücksichtigen.

(5) Jede gewählte vorübergehende Bemessungssituation ist in der Regel mit einer nominellen Zeitdauer zu
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verbinden, die gleich oder größer als die vorhersehbare Dauer der betrachteten Bauausführung ist. Die
Bemessungssituationen sollte die Wahrscheinlichkeit jeglicher entsprechender Wiederkehrperioden von
veränderlichen Einwirkungen berücksichtigen (z. B. klimatische Einwirkungen).

ANMERKUNG Die Wiederkehrperioden für die Festlegung der charakteristischen Werte von veränderlichen
Einwirkungen während der Bauausführung dürfen im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt werden.
Empfohlene Wiederkehrperioden klimatischer Einwirkungen sind in Tabelle 3.1 in Abhängigkeit der nominellen Zeitdauer
der maßgeblichen Bemessungssituation angegeben.

14
EN 1991-1-6:2005 (D)

Tabelle 3.1 — Empfohlene Wiederkehrperioden zur Festlegung


der charakteristischen Werte für klimatische Einwirkungen

Zeitdauer Wiederkehrperiode (Jahre)


d 3 Tage 2a
d 3 Monate (aber > 3 Tage) 5b
d 1 Jahr (aber > 3 Monate) 10
> 1 Jahr 50
a
Eine nominelle Dauer von 3 Tagen, zu wählen für kurze Bauzustände,
gehört zu einer zuverlässigen meteorologischen Vorhersage für den Ort der
Baustelle. Diese Wahl darf für einen etwas längeren Bauzustand
beibehalten werden, wenn entsprechende organisatorische Maßnahmen
berücksichtigt werden. Das Verfahren mit mittleren Wiederkehrperioden ist
im allgemeinen nicht für kurze Zeitspannen angemessen.
b
Für eine nominelle Dauer von 3 Monaten dürfen Einwirkungen unter
Berücksichtigung von angemessenenen jahreszeitlichen und kurzfristigen
meteorologischen klimatischen Veränderungen bestimmt werden. Zum
Beispiel, hängt die Größe der Strömung eines Flusses von der betrachteten
Jahreszeit ab.

ANMERKUNG 2 Die kleinste Windgeschwindigkeit während der Bauausführung darf im Nationalen Anhang oder für das
Einzelprojekt festgelegt werden. Der empfohlene Grundwert für eine Dauer von bis zu 3 Monaten ist 20 m/s in Überein-
stimmung mit EN 1991-1-4.

ANMERKUNG 3 Beziehungen zwischen den charakteristischen Werten und der Wiederkehrperiode für klimatische
Einwirkungen sind in den entsprechenden Teilen von EN 1991 angegeben.

(6) Wenn eine Planung für die Ausführungsphase zeitlich begrenzte klimatische Bedingungen oder ein
Wetterfenster berücksichtigt, sind die charakteristischen Einwirkungen in der Regel zu bestimmen, dass
folgendes berücksichtigt wird:
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 voraussichtliche Dauer der Ausführungsphase,

 Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen,

 Zeitaufwand für Schutzmaßnahmen.

(7) Die Kombinationsregeln für Schneelasten und Windeinwirkungen mit Bauausführungslasten Qc (siehe
4.11.1) sollten festgelegt werden.

ANMERKUNG Diese Regelungen dürfen im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt werden.

(8) Geometrische Imperfektionen des Tragwerks und der Bauteile sollten für ausgewählte Bemessungs-
situationen der Bauausführung festgelegt werden.

ANMERKUNG 1 Diese Imperfektionen dürfen im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt werden. Siehe
auch Anhang A2 und EN 1990, 3.5 (3) und (7).

ANMERKUNG 2 Für Betonkonstruktionen, siehe auch die geeignete Europäische Norm einschließlich derer
für ”Vorgefertigte Betonprodukte”, die von CEN/TC 229 erarbeitet wurden.

(9) Einwirkungen aus Wind, die zu einer Ermüdung der Bauteile führt, sind in der Regel zu berücksichtigen.

ANMERKUNG Siehe EN 1991-1-4 und EN 1991-2.

15
EN 1991-1-6:2005 (D)

(10) Wenn das Tragwerk oder Teile des Tragwerks Beschleunigungen ausgesetzt ist, die dynamische oder
Trägheitseffekte hervorrufen, sind diese Effekte in der Regel zu berücksichtigen.

ANMERKUNG Merkliche Beschleunigungen dürfen vernachlässigt werden, wenn möglich Bewegungen durch
entsprechende Vorrichtungen kontrolliert werden.

(11) Wo angemessen, sollten durch Wasser verursachte Einwirkungen, z. B. Auftrieb durch Grundwasser in
Verbindung mit Wasserständen bestimmt werden, die festgelegten oder festgestellten Bemessungs-
situationen entsprechen.

ANMERKUNG Diese Einwirkungen dürfen üblicherweise, in gleicher Weise wie in (5) beschrieben, bestimmt werden.

(12) Falls notwendig, sollten Bemessungssituationen festgelegt werden, die Einflüsse aus Unterspülungen in
strömendem Wasser berücksichtigen.

ANMERKUNG Bei längeren Ausführungsphasen können für die Bemessung im Bauzustand für die im strömenden
Wasser untergetauchten, ständigen oder Hilfskonstruktionen unterschiedliche Höhen der Unterspülungen zu
berücksichtigen sein. Diese Höhen dürfen für das jeweilige Projekt festgelegt werden (siehe 4.9(4))..

(13) Wo notwendig, sollten bei Betonkonstruktionen Einwirkungen aus Kriechen und Schwinden auf der
Grundlage von Zeitangaben und Dauer berücksichtigt werden, die im Zusammenhang mit der Bemessungs-
situation stehen.

3.2 Grenzzustände der Tragfähigkeit

(1)P Grenzzustände der Tragfähigkeit müssen für alle vorübergehenden, außergewöhnlichen und
seismischen Bemessungssituationen, die für die Dauer der Bauausführung in Übereinstimmung mit EN 1990
als geeignet ausgewählt wurden, nachgewiesen werden.

ANMERKUNG 1 Die Einwirkungskombinationen für außergewöhnliche Bemessungssituationen können entweder


ausdrücklich die außergewöhnliche Einwirkung enthalten, oder sie können sich auf eine Situation nach einem
außergewöhnlichem Ereignis beziehen (siehe EN 1990: 2002, Abschnitt 6).

ANMERKUNG 2 Allgemein beziehen sich außergewöhnliche Bemessungssituationen auf außergewöhnliche Bedin-


gungen, die auf das Tragwerk oder seine Umgebungsbedingungen anwendbar sind, wie z. B. Anprall, örtliches Versagen
und nachfolgender fortschreitender Zusammenbruch, Absturz von tragenden oder nicht tragenden Bauteilen und im Falle
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von Bauwerken, ungewöhnliche Konzentrationen von Baugeräten und/oder Baumaterialien, Wasseransammlung auf
Stahldächern, Brand, usw.

ANMERKUNG 3 Siehe auch EN 1991-1-7.

(2) Der Nachweis des Tragwerks hat in der Regel die zutreffende Geometrie und Widerstandsfähigkeit des
teilweise fertiggestellten Tragwerks entsprechend der gewählten Bemessungssituation zu berücksichtigen.

3.3 Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit

(1)P Für die ausgewählten Bemessungssituationen während der Bauausführung sind die Grenzzustände der
Gebrauchstauglichkeit in Übereinstimmung mit EN 1990 nachzuweisen.

(2) Die mit den Grenzzuständen der Gebrauchstauglichkeit verbundenen Anforderungen haben in der Regel
die an das fertige Tragwerk gestellten Anforderungen zu berücksichtigen.

ANMERKUNG Die mit den Grenzzuständen der Gebrauchstauglichkeit verbundenen Anforderungen dürfen im
Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt werden (siehe EN 1992 bis EN 1999).

(3)P Arbeitsverfahren, die während der Bauausführung übermäßige Rissbildung und/oder frühzeitig Verfor-
mungen verursachen und die Dauerhaftigkeit, die Betriebsbereitschaft und/oder das Erscheinungsbild im
Endzustand beeinträchtigen, sind in der Regel zu vermeiden.

16
EN 1991-1-6:2005 (D)

(4) Beanspruchungen infolge Schwinden und Temperatur sind in der Regel bei der Bemessung zu
berücksichtigen, und sie sollten durch eine geeignete konstruktive Durchbildung verringert werden.

(5) Die Einwirkungskombinationen sollten in Übereinstimmung mit EN 1990:2002, 6.5.3 (2) aufgestellt werden.
Im Allgemeinen sind die maßgebenden Einwirkungskombinationen für vorübergehende Bemessungs-
situationen während der Bauausführung:

 die charakteristische Kombination

 die quasi-ständige Kombination

ANMERKUNG Wenn häufige Werte für einige bestimmte Einwirkungen betrachtet werden müssen, dürfen diese Werte
für das Einzelprojekt festgelegt werden.

(6) Gebrauchstauglichkeitsanforderungen für Hilfskonstruktionen sollten festgelegt werden, um jegliche


unbeabsichtigte Verformungen und Verschiebungen zu vermeiden, die das Erscheinungsbild oder den
wirksamen Gebrauch des Tragwerks beeinflussen oder Schäden an der Bauwerksaußenfläche oder an nicht
tragenden Bauteilen hervorrufen.

ANMERKUNG Diese Anforderungen dürfen im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt werden.

4 Darstellung der Einwirkungen

4.1 Allgemeines

(1)P Charakteristische oder andere repräsentative Werte von Einwirkungen sind in Übereinstimmung mit
EN 1990, EN 1991, EN 1997 und EN 1998 zu bestimmen.

ANMERKUNG 1 Die repräsentativen Werte der Einwirkungen während der Bauausführung dürfen von denjenigen
abweichen, die zur Bemessung des fertiggestellten Tragwerks verwendet werden. In diesem Kapitel werden
gebräuchliche Einwirkungen während der Bauausführung, besondere Bauausführungslasten und Verfahren zur
Festlegung ihrer Zahlenwerte angegeben.

ANMERKUNG 2 Siehe auch Kapitel 2 bezüglich der Klassifizierung der Einwirkungen und Kapitel 3 für die Nenndauer
von vorübergehenden Bemessungssituationen.
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ANMERKUNG 3 Die Auswirkungen der Einwirkungen dürfen durch geeignete konstruktive Maßnahmen, den Einsatz von
Hilfskonstruktionen oder Schutz- bzw. Sicherheitseinrichtungen vermindert oder verhindert werden.

(2) Repräsentative Werte für Bauausführungslasten (Qc) sind in der Regel unter Berücksichtigung ihres
zeitabhängigen Verhaltens zu bestimmen.

(3) Auswirkungen von Wechselwirkungen zwischen den Tragwerken und Teilen davon sind in der Regel
während der Bauausführung zu berücksichtigen. Derartige Tragwerke sollten auch solche einschließen, die
Teile von Hilfskonstruktionen sind.

(4)P Wenn Teile eines Tragwerks durch andere Teile des Tragwerks ausgesteift oder abgestützt werden (z. B.
Schalungsträger zum Betonieren der Decke), sollten die sich daraus auf diese Teile ergebenden
Einwirkungen berücksichtigt werden.

ANMERKUNG 2 Abhängig von den angewendeten Bauausführungsverfahren dürfen tragende Teile des Tragwerks durch
höhere Lasten beaufschlagt werden, als die Nutzlasten, für die sie für die ständige Bemessungssituation bemessen
wurden. Die tragenden Bauteile dürfen jedoch nicht bis zu ihrer vollen Tragfähigkeit ausgenutzt werden.

ANMERKUNG 2 Für Bauausführungslasten siehe auch 4.11.

(5) Horizontale Einwirkungen infolge Reibung sollten auf der Grundlage von geeigneten Reibungsbeiwerten
bestimmt werden.

17
EN 1991-1-6:2005 (D)

ANMERKUNG Es kann erforderlich sein, dass obere und untere Grenzen für die Reibung zu berücksichtigen sind. Die
Reibungsbeiwerte dürfen für das Einzelprojekt festgelegt werden.

4.2 Einwirkung auf tragende und nicht tragende Bauteile während der Bearbeitung

(1) Das Eigengewicht von tragenden und nicht tragenden Teilen während der Bearbeitung sollte in
Übereinstimmung mit EN 1991-1-1 bestimmt werden.

(2) In der Regel sind die Einflüsse aus Dynamik und Trägheit des Eigengewichtes von tragenden und nicht
tragenden Bauteilen zu berücksichtigt.

(3) Es sollten die Einwirkungen auf Befestigungen von Hebeeinrichtungen und Materialien nach EN 1991-3
bestimmt werden.

(4) Einwirkungen auf tragende und nicht tragende Bauteile die durch Unterstützungspositionen bei Hebe- und
Transportvorgängen und Lagern sind in der Regel zu berücksichtigen. Wenn erforderlich, sollten die
tatsächlichen Bedingungen beim Absetzen und die Auswirkungen aus Dynamik oder Trägheitseffekten infolge
senkrechter und waagerechter Beschleunigungen berücksichtigt werden.

ANMERKUNG Für die Abschätzung von vertikalen und horizontalen Beschleunigungen infolge Transport und
Hebevorgängen siehe EN 1991-3.

4.3 Geotechnische Einwirkungen

(1)P Die charakteristischen Werte für geotechnische Parameter, Boden und Erddruck sowie Grenzwerte für
Gründungsverschiebungen sind nach EN 1997 zu bestimmen.

(2) Die Baugrundsetzungen für Fundamente von Tragwerken und Hilfskonstruktionen, z.B. zeitlich begrenzte
Unterstützungen während der Bauausführung, sind in der Regel anhand von geotechnischen Untersuchungen
zu berücksichtigen. Entsprechende Untersuchungen sollten durchgeführt werden, um Informationen über
absolute und relative Setzungen sowie deren Zeitabhängigkeit und möglichen Streuungen zu erhalten.

ANMERKUNG Setzungen von Hilfskonstruktionen können Verformungen und zusätzliche Spannungen verursachen.

(3) Charakteristische Werte von Baugrundsetzungen, die auf der Grundlage von geotechnischen Unter-
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suchungen unter Verwendung statistischer Verfahren abgeschätzt wurden, sind in der Regel als Nennwerte
für eingeprägte Verformungen auf das Tragwerk zu verwenden.

ANMERKUNG Es ist möglich, die berechneten eingeprägten Verformungen durch Betrachtung der vollständigen
Boden-Bauwerk-Wechselwirkung anzupassen.

4.4 Einwirkung infolge Vorspannung

(1) Einwirkungen infolge Vorspannung sollten, wenn erforderlich, einschließlich der Einflüsse aus Wechsel-
wirkungen zwischen Tragwerken und Hilfskonstruktionen (z. B. Gerüste) berücksichtigt werden.

ANMERKUNG Vorspannkräfte während der Bauausführung dürfen in Übereinstimmung mit den Anforderungen der
Eurocodes EN 1992 bis EN 1999 und möglicherweise mit besonderen Anforderungen, die für das Einzelprojekt festgelegt
wurden, bestimmt werden.

(2) Lasten auf das Tragwerk durch Spannvorrichtungen während des Spannvorganges sind in der Regel für
die Bemessung des Verankerungsbereiches als veränderliche Lasten anzunehmen.

(3) Vorspannkräfte während der Bauausführung sind in der Regel als ständige Lasten zu berücksichtigen.

ANMERKUNG Siehe auch Abschnitt 3.

18
EN 1991-1-6:2005 (D)

4.5 Vorverformungen

(1)P Die Behandlung der Auswirkung von Vorverformungen hat in Übereinstimmung mit den einschlägigen
Bemessungsnormen (EN 1992 bis EN 1999) zu erfolgen.

ANMERKUNG Vorverformungen können z. B. durch das Verschieben von Auflagern (wie Lockerung von Seilen,
einschließlich Hänger, Lagerverschiebungen) verursacht werden.

(2) Einflüsse aus Einwirkungen infolge des Bauausführungsverfahrens sind in der Regel zu berücksichtigen,
insbesonders wenn Vorverformungen auf ein bestimmtes Tragwerk aufgebracht werden, um durch diese ein
besseres Verhalten im Endzustand, besonders hinsichtlich der Tragsicherheits- und Gebrauchstaug-
lichkeitsanforderungen, zu erzielen.

(3) Die Einflüsse aus Vorverformungen sind in der Regel gegenüber den Bemessungsvorgaben durch
Messungen der Kräfte und Verformungen während der Bauausführung zu überprüfen, um die Überein-
stimmung der Einflüsse aus Verformungen mit den Entwurfsvorgaben nachzuweisen.

4.6 Temperatur, Schwinden, Einflüsse aus Hydratation

(1)P Die Einflüsse aus Temperatur, Schwinden und Hydratation sind in jeder Bauphase angemessen zu
berücksichtigen.

ANMERKUNG 1 Für Gebäude sind Einwirkungen infolge Temperatur und Schwinden üblicherweise nicht maßgebend,
wenn für die ständige Bemessungssituation eine angemessene konstruktive Ausbildung vorgenommen wird.

ANMERKUNG 2 Zwängungen aus dem Einfluss der Lagerreibung können zu berücksichtigen sein (siehe auch 4.1 (5)).

(2) Klimatische Temperatureinwirkungen sind in der Regel nach EN 1991-1-5 zu bestimmen.

(3) Temperatureinwirkungen infolge Hydratation sind in der Regel in Übereinstimmung mit den Bemessungs-
normen EN 1992, EN 1994 und EN 1995 zu bestimmen.

ANMERKUNG 1 Die Temperatur kann bei massiven Betontragwerken nach dem Betonieren merkbar ansteigen.

ANMERKUNG 2 Die Extremwerte von Tief- und Höchsttemperaturen, die bei der Bemessung berücksichtigt werden
sollte, können infolge jahreszeitlicher Änderungen wechseln.
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(4) Der durch das Schwinden von Baustoffen hervorgerufene Einfluss ist in der Regel mit den maßgebenden
Bemessungsnormen EN 1992 bis EN 1999 zu bestimmen.

(5) Bei Brücken ist in der Regel die Ermittlung von Zwang der bei Temperaturwirkung durch Lagereibung in
verschieblichen Lagern hervorgerufen wird, auf Grundlage von geeigneten repräsentativen Werten
durchzuführen.

ANMERKUNG Siehe EN 1337.

(6) Wenn zutreffend, sollten Auswirkungen zweiter Ordnung berücksichtigt werden und Auswirkungen aus
Verformungen infolge Temperatur und Schwinden sollten mit den ursprünglich angenommenen Imperfek-
tionen kombiniert werden.

4.7 Windeinwirkungen

(1) Die Notwendigkeit, die mit Berücksichtigung der dynamischen Windeinwirkung zu führen ist, ist in der
Regel mit Berücksichtigung des Grades der Fertigstellung und der zugehörigen Standsicherheit des
Tragwerks zu bestimmen.

ANMERKUNG Merkmale und Verfahren dürfen für das Einzelprojekt festgelegt werden.

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EN 1991-1-6:2005 (D)

(2) Wo ein Verfahren mit dynamischer Windeinwirkung nicht benötigt wird, sind die charakteristischen Werte
der statischen Windkraft QW nach EN 1991-1-4 bei entsprechender Wiederkehrperiode zu bestimmen.

ANMERKUNG Siehe 3.1 für empfohlene Wiederkehrperioden.

(3) Für Hebe- und Verschiebearbeiten oder für andere Bauzustände, die von kurzer Dauer sind, sollte eine
maximale zulässige Windgeschwindigkeit für die Bauzustände festgelegt werden.

ANMERKUNG Die maximale Windgeschwindigkeit darf für das Einzelprojekt festgelegt werden. Siehe auch 3.1(6).

(4) Auswirkungen von windinduzierten Schwingungen wie z. B. wirbelerregte Querwindschwingungen


Gallopping, Flattern und Schlagregen sind in der Regel zu erfassen, z. B. einschließlich möglicher
Materialermüdung bei schlanken Bauteilen.

(5) Windeinwirkungen auf Teile des Tragwerks, die später beim fertig gestellten Bauwerk Innenbauteile sind,
wie z.B. Innenwände, sind in der Regel bei der Bauausführung zu berücksichtigen.

ANMERKUNG In diesen Fällen ist der Staudruckbeiwert cpe für frei-stehende Wände anzuwenden.

(6) Bei der Ermittlung der Windkräfte sind in der Regel die Flächen von Ausrüstungsgegenständen, Gerüsten
und anderer Hilfskonstruktionen, wenn diese belastet werden, zu berücksichtigen.

4.8 Schneelasten
(1)P Schneelasten sind in Übereinstimmung mit EN 1991-1-3 für die Bedingungen auf der Baustelle und der
entsprechenden Wiederkehrperiode zu bestimmen.

ANMERKUNG 1 Für Brücken siehe auch Anhang A2.

ANMERKUNG 2 Siehe 3.1 für empfohlene Wiederkehrperioden.

4.9 Einwirkungen verursacht durch Wasser


(1) Im Allgemeinen, sollten Einwirkungen infolge Wasser, einschließlich Grundwasser (Qwa), entweder als
statischer Druck und/oder als hydrodynamische Wirkung dargestellt werden, sodass sich die ungünstigste
Auswirkung ergibt.

ANMERKUNG Phänomene, die durch hydrodynamische Wirkungen verursacht werden, sind:


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 hydrodynamische Kräfte infolge Anströmen von unter Wasser vorhandenen Hindernissen;

 Kräfte infolge Wellengang, durch Erdbeben verursachte Wasserbewegungen (Springfluten)

(2) Die durch Wasser verursachten Einwirkungen dürfen in den Lastkombinationen als ständige oder
veränderliche Einwirkungen berücksichtigt werden.

ANMERKUNG Die Einteilung der durch Wasser verursachten Einwirkungen in ständig oder veränderlich darf unter
Berücksichtigung der besonderen Umgebungsbedingungen für das Einzelprojekt festgelegt werden.

(3) Einwirkungen verursacht durch Wasser, einschließlich dynamischer Auswirkungen, hervorgerufen durch
Strömungen auf im Wasser stehende Bauteile, sollten senkrecht zur Kontaktfläche angreifend angenommen
werden. Sie sind in der Regel mit Hinblick auf die Fließgeschwindigkeit, die Wassertiefe und die Form des
Bauteils zu bestimmen, wobei die geplanten Bauzustände zu berücksichtigen sind.

(4) Die Größe der gesamten Horizontalkraft Fwa (N), die durch das Ausströmen vertikaler Flächen
hervorgerufen wird, sind in der Regel mit Gleichung 4.1 zu bestimmen. Siehe auch Bild 4.1.

2
Fwa 1 / 2k U wa h b v wa (4.1)

20
EN 1991-1-6:2005 (D)

Dabei ist
vwa die mittlere Geschwindigkeit des Wassers gemittelt über die Tiefe in m/s;
Uwa die Dichte von Wasser in kg/m3;
h die Wassertiefe, ohne Berücksichtigung von örtlichen Unterspülungen, in m;
b die Breite des Bauteils, in m;
k der Formbeiwert, wobei
k = 1,44 für einen Gegenstand mit einem quadratischen oder rechteckigen horizontalen
Querschnitt, und
k = 0,70 für einen Gegenstand mit einem kreisförmigen horizontalen Querschnitt ist.
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Legende
1 Druck infolge Wasserströmung
2 Objekt
3 Tiefe allgemeiner Ausspülung
4 Tiefe lokaler Ausspülung
5 Gesamttiefe der Ausspülung

Bild 4.1 — Druck und Kraft infolge Wasserströmung

ANMERKUNG 1 Fwa darf benutzt werden, um die Stabilität von Brückenpfeilern und Kofferdämmen zu prüfen. Für das
Einzelprojekt darf eine genauere Festlegung von Fwa erfolgen.

ANMERKUNG 2 Die Auswirkung von Ausspülungen darf, wenn erforderlich, bei der Planung berücksichtigt werden.
Siehe 3.1(12), 1.5.2.3 und 1-5-2-4.

(5) Wo notwendig, sollte mitgeführtes Geröll durch eine Kraft Fdeb (N) berücksichtigt werden, die zum Beispiel
für einen rechteckigen Gegenstand (z. B. Kofferdamm) folgendermaßen berechnet wird
2
Fdeb k deb Adeb v wa (4.2)

21
EN 1991-1-6:2005 (D)

Dabei ist

kdeb ist die Dichte des Gerölls in kg/m3;

vwa ist die mittlere Strömungsgeschwindigkeit von Wasser in m/s;

Adeb ist die Fläche des Hindernisses, das vom abgefangenen Geröll oder einem Leergerüst gebildet
wird.

ANMERKUNG 1 Gleichung (4.2) darf unter Berücksichtigung der Umgebungsbedingungen für das Einzelprojekt
angepasst werden.
3
ANMERKUNG 2 Der empfohlene Wert für kdeb ist 666 kg/m .

(6) Einwirkungen infolge Eis, einschließlich Treibeis, sollten wo notwendig berücksichtigt werden.

ANMERKUNG 1 Die Einwirkungen dürfen als verteilte Lasten angesehen werden, und sie wirken in Richtung der
Strömung, die zum höchsten oder niedrigsten Wasserspiegel gehört. Der mit der ungünstigsten Auswirkung ist
maßgebend.

ANMERKUNG 2 Die Lasten und Wasserspiegelhöhen dürfen im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt
werden.

(7) Einwirkungen aus Regenwasser ist der Regel für Bedingungen zu berücksichtigen werden, bei denen es
zu Wassersackbildung kommen kann, zum Beispiel nicht ausreichende Drainage, Imperfektionen in der
Oberfläche, Verformungen und/oder Versagen von Entwässerungsanlagen.

4.10 Einwirkung infolge atmosphärischer Eisbildung

(1)P Wo notwendig, sind Einwirkungen infolge atmosphärischer Eisbildung zu berücksichtigen.

ANMERKUNG Die repräsentativen Werte dieser Einwirkungen dürfen im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt
festgelegt werden. Hinweise können in EN 1993-3 und in ISO 12494 gefunden werden.

4.11 Bauausführungslasten
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4.11.1 Allgemeines

(1) Bauausführungslasten (Qc) können in den entsprechenden Bemessungssituationen (siehe EN 1990)


entweder als eine einzelne veränderliche Einwirkung angesehen werden oder sie können, wo angemessen,
aus unterschiedlichen Arten von Bauausführungslasten zusammengesetzt werden und als eine einzelne
veränderliche Einwirkung betrachtet werden. Wo zutreffend sollten einzelne und/oder gruppierte
Bauausführungslasten gleichzeitig mit Lasten, die nicht aus der Bauausführung resultieren, berücksichtigt
werden.

ANMERKUNG 1 Siehe EN 1990 und EN 1991 für Hinweise zur Gleichzeitigkeit von Bauausführungslasten mit Lasten,
die nicht aus der Bauausführung resultieren.

ANMERKUNG 2 Die Gruppierung von Lasten hängt von dem Einzelprojekt ab.

ANMERKUNG 3 Siehe auch Tabelle 2.2.

(2) Bauausführungslasten, die zu berücksichtigen sind, werden in Tabelle 4.1 angegeben.

22
EN 1991-1-6:2005 (D)

Tabelle 4.1 — Darstellung der Bauausführungslasten (Qc)

Bauausführungslasten (Qc)
Einwirkungen Anmerkungen und
Darstellung
Art Symbol Beschreibung Bemerkungen
Personal, Qca Arbeitspersonal, Modelliert als eine einheit- ANMERKUNG 1 Der charakte-
und Angestellte und lich verteilte Last qca, die ristische Wert qca,k der einheitlich
Handwerk- Besucher, mög- so angreift, dass sie den verteilten Last darf im Nationalen
zeuge licherweise mit ungünstigsten Einfluss Anhang oder für das Einzel-
projekt festgelegt werden.
Handwerkzeugen erzielt
oder anderen ANMERKUNG 2 Der
kleineren Aus- empfohlene Wert ist 1,0 kN/m2.
Siehe auch 4.11.2.
rüstungsgegen-
ständen
Gestapelte Qcb Stappelung von Modelliert als freie ANMERKUNG 3 Der charakte-
bewegbare beweglichen Gütern, Einwirkung, die ange- ristische Wert für die einheitlich
Güter z. B: messen dargestellt wird verteilte Last und die konzen-
als: trierte Einzellast darf im Natio-
— Bau- und Kon- nalen Anhang oder für das
struktions- — eine einheitlich ver- Einzelprojekt festgelegt werden.
materialien, teilte Last qcb; Für Brücken werden die
Schalungs- — eine konzentrierte Last folgenden kleinsten Werte
elementen, und Fcb. empfohlen:
— Ausrüstungs- — qcb,k = 0,2 kN/m2;
gegenstände
— Fcb,k = 100 kN
wobei für eine genaue
Bemessung Fcb,k über eine
Nennfläche angreift. Für die
Dichte von Baumaterialien,
siehe EN1991-1-1.
Nicht Qcc Nicht ständig Modelliert als freie ANMERKUNG 4 Diese Lasten
ständig vor- vorhandene Einwirkung, die dürfen für das Einzelprojekt unter
handene Ausrüstungsgegen- angemessen dargestellt Verwendung der Informationen
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Ausrüst- stände, in Position für werden sollte als: des Anbieters festgelegt werden.
ungsge- den Einsatz während — eine einheitlich ver- Wenn keine genaueren
genstände der Bauausführung, teilte Last qcc; Angaben verfügbar sind,
entweder: dürfen sie durch eine
— statisch (z. B. einheitlich verteilte Last mit
Schalungsträger, einem minimalen
Baugerüst, charakteristischen Wert von
Lehrgerüst, qcc,k = 0,5 kN/m2 modelliert
Maschinen, werden.
Container) oder Eine Anzahl von CEN-
— in Bewegung Bemessungsnor-men sind
(z. B. fahrbahre verfügbar, z. B. siehe
Schalungen, EN 12811 und für
Vorbauträger-und Schalungen und Lehrgerüste
Schnabel, siehe EN 12812.
Gegengewichte)

23
EN 1991-1-6:2005 (D)

Tabelle 4.1 (fortgesetzt)

Bauausführungslasten (Qc)
Einwirkungen Anmerkungen und
Darstellung
Art Symbol Beschreibung Bemerkungen
Bewegbare Qcd Bewegbare schwere wenn nicht festgelegt Informationen zur Bestim-
schwere Maschinen und sollte sie modelliert mung von Einwirkungen aus
Maschie- Ausrüstungsgegen- werden auf Informationen Fahrzeugen, wenn nicht für
nen und stände, angegeben in den das Einzelprojekt festgelegt,
Ausrüst- normalerweise mit maßgebenden Teilen von kann in EN 1991-2 gefunden
ungsge- Räder oder Gleise EN 1991. werden. Informationen zur
genstände (z. B. Kran, Aufzüge, Bestimmung der
Fahrzeuge, Einwirkungen infolge Krane
Hubfahrzeuge, werden in EN 1991-3
Stromerzeuger, angegeben.
Pressen, schwere
Hebewerkzeuge)
Ansamm- Qce Ansammlung von Zu berücksichtigen bei der ANMERKUNG 5 Diese Lasten
lung von ungenutzten Betrachtung von können in Abhängigkeit von z. B.
Bauausfallm Materialien (z.B. Masseneinflüssen auf den Baumaterialien, den
aterialien überschüssige horizontale, geneigte und Klimabedingungen, der
Geschwindigkeit des Anhäufens
Baumaterialien, vertikale Elemente (z. B. und Räumens kurzfristig merkbar
Bodenaushub, oder Wände) schwanken.
Abruchmaterialien)
Lasten Qcf Lasten von Teilen Zu berücksichtigen und zu Siehe auch 4.11.2 für
durch Teile des Tragwerks für modellieren in zusätzliche Lasten infolge
des Trag- zeitlich begrenzte Übereinstimmung mit den Frischbeton.
werks für Zustände (während geplanten Bauzuständen,
zeitlich der Errichtung) bevor einschließlich der
begrenzte die endgültigen Konsequenzen von
Bauzu- Bemessungseinwir- solchen Bauzuständen,
stände kungen vorliegen, wie z. B. Lasten und
z. B. Lasten aus Entlastungen während
Hebevorgänge eines bestimmten
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Bauzustandes, wie
Lagerung

(3)P Charakteristische Werte für Bauausführungslasten, einschließlich vertikaler und horizontaler Anteile, wo
notwendig, sollten entsprechend den technischen Anforderungen für die Ausführung der Bauarbeiten und
nach den in EN 1990 enthaltenen Anforderungen bestimmt werden.

ANMERKUNG 1 Für Bauausführungslasten sind Empfehlungen für die Werte von \ Faktoren für Gebäude in Anhang A1
dieser Norm und für Brücken in Anhang A2 von EN 1990 angegeben.

ANMERKUNG 2 Es können auch andere Arten von Bauausführungslasten zu berücksichtigen sein. Diese Lasten sind für
das Einzelprojekt festzulegen.

(4)P Horizontale Einwirkungen, die aus den Bauausführungslasten resultieren, sind zu bestimmen und sowohl
bei teilweise errichteten Tragwerken als auch bei vollständig errichteten Tragwerken zu berücksichtigen.

(5)P Wenn Bauausführungslasten dynamische Einflüsse erzeugen, sind diese Einflüsse zu berücksichtigen.

ANMERKUNG Siehe auch 3.1(10) und EN1990, Anhang A1 und A2.

24
EN 1991-1-6:2005 (D)

4.11.2 Bausführungslasten beim Betonieren

(1) Einwirkungen, die gleichzeitig während des Betoniervorganges zu berücksichtigen sind, können
Arbeitspersonal mit kleinem Arbeitsgerät (Qca), Schalungen und Lastabtragende Bauteile (Qcc) und das
Gewicht des Frischbetons sein (dass ein Beispiel für Qcf ist).

ANMERKUNG 1 Für die Dichte von Frischbeton siehe EN 1991-1-1 Tabelle A.1.

ANMERKUNG 2 Qca, Qcc und Qcf dürfen im Nationalen Anhang angegeben werden.

ANMERKUNG 3 Empfohlene Werte für Einwirkungen während des Betonierens (Qcf) dürfen aus Tabelle 4.2 und
EN 1991-1-1: 2002, Tabelle A.1 entnommen werden. Andere Werte sind festzulegen, zum Beispiel bei Fließbeton oder
vorbetonierten Bauprodukten.

ANMERKUNG 4 Es ist beabsichtigt, die Lasten nach (1), (2) und (3), wie sie in Tabelle 4.2 angegeben sind, so
anzuordnen und, dass sie eine maximale Beanspruchung hervorrufen, die symmetrisch oder unsymmetrisch sein kann.

Tabelle 4.2 — Empfehlungen für die charakteristischen Werte der Einwirkungen aus
Bauausführungslasten während des Betoniervorganges

Einwirkung Belastete Fläche Last in kN/m2


(1) Außerhalb der Arbeitsfläche 0,75 deckt Qca ab
(2) Innerhalb der Arbeitsfläche 3 m u 3 m 10 % des Eigengewichtes von Beton aber nicht
(oder der Spannweite, falls kleiner) weniger als 0,75 und nicht mehr als 1,5 ein-
schließlich Qca und Qcf
(3) Aktuelle Fläche Eigengewicht der Schalung, Lastabtragende
Elemente (Qcc) und das Gewicht des Frischbetons
für die Bemessungshöhe (Qcf)
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(2) Horizontale Einwirkungen von Frischbeton sind in der Regel zu berücksichtigen.

ANMERKUNG: Siehe auch A1.3(2).

4.12 Außergewöhnliche Einwirkung

(1)P Wo notwendig sind außergewöhnliche Einwirkungen, wie Anprall von Baufahrzeugen, Kran,
Gebäudeausstatung oder bewegte Materialien (z.B. Förderung von Frischbeton), und/oder lokales Versagen
von endgültigen oder zeitlich begrenzten Auflagern, einschließlich dynamischer Einflüsse, die zum Einsturz
von Last tragenden Bauteilen führen können, zu berücksichtigen.

25
EN 1991-1-6:2005 (D)

ANMERKUNG 1 Außergewöhnliche Konzentration von Gebäudeausrüstungen und/oder Baumaterialien auf


lastabtragenden Bauteilen werden nicht als außergewöhnliche Einwirkung betrachtet.

ANMERKUNG 2 Dynamische Einflüsse dürfen im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt werden. Der
empfohlene Wert für den dynamischen Vergrößerungsfaktor ist 2. In speziellen Fällen ist eine dynamische Berechnung
notwendig.

ANMERKUNG 3 Außergewöhnliche Einwirkungen aus Kranbetrieb darf für das Einzelprojekt festgelegt werden. Siehe
auch EN 1991-3.

(2) Die Einwirkungen durch das Herabfallen von Ausrüstungsgegenständen auf oder von dem Tragwerk,
einschließlich der dynamischen Auswirkungen, sollten festgelegt und berücksichtigt werden.

ANMERKUNG Die dynamischen Einwirkungen durch herabfallende Ausrüstungsgegenstände dürfen im Nationalen


Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt werden.

(3) Wo notwendig, sollte eine Aufpralllast infolge von Personen als eine außergewöhnliche Einwirkung
berücksichtigt werden, die als eine quasi-statische Vertikalkraft angesetzt wird.

ANMERKUNG Die Bemessungswerte der Aufpralllast infolge von Personen dürfen im Nationalen Anhang oder für das
Einzelprojekt festgelegt werden. Empfohlene Werte sind:

a) 2,5 kN angreifend auf einer Fläche von 200 mm u 200 mm, zur Berücksichtigung von Einflüssen aus
Stolpern

b) 6,0 kN angreifend auf einer Fläche von 300 mm u 300 mm, zur Berücksichtigung von Einflüssen aus
Fallen

(4) Bewegungen, wie auch Größe und Auswirkungen im Tragwerk, infolge des Einflusses der in den Absätzen
(1), (2) und (3) beschreibenen Einwirkungen sind zu bestimmen, einschließlich der Abschätzung der Gefahr
für ein fortschreitendes Versagen.

ANMERKUNG Siehe auch EN1991-1-7.

(5) Außergewöhnliche Einwirkungen, die für Bemessungssituationen verwendet werden, haben in der Regel
jede Änderung zu berücksichtigen. Um sicher zu stellen, dass die zugehörigen Bemessungskriterien zu allen
Zeiten zutreffen, sind in der Regel mit dem Fortschritt der Bauarbeiten Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.
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(6) Einwirkungen aus Brand sollten, wo notwendig, angemessen berücksichtigt werden.

4.13 Einwirkungen aus Erdbeben

(1) Einwirkungen infolge Erdbeben sind unter Berücksichtigung der Dauer der betrachteten vorübergehenden
Bemessungssituation in Übereinstimmung mit EN 1998 zu bestimmen.

(2) Der Bemessungswert der Beschleunigung und der Bedeutungsbeiwert JI sollte festgelegt werden.

ANMERKUNG Der Bemessungswert der Beschleunigung und des Faktors JI darf im Nationalen Anhang oder für das
Einzelprojekt festgelegt werden.

26
EN 1991-1-6:2005 (D)

Anhang A1
(normativ)

Ergänzende Regelungen für Gebäude

A1.1 Grenzzustände der Tragfähigkeit


(1) Für vorübergehende, außergewöhnliche Bemessungssituationen und Erdbeben haben die Nachweise für
die Grenzzustände der Tragfähigkeit in der Regel auf Kombinationen der Einwirkungen, multipliziert mit den JF
-Faktoren für die Einwirkung und den zugehörigen \-Faktoren, zu basieren.

ANMERKUNG 1 Für die Werte von JF und \ -Faktoren siehe EN 1990, Anhang A1.

ANMERKUNG 2 Repräsentative Werte von veränderlichen Einwirkungen infolge Bauausführungslasten dürfen durch den
Nationalen Anhang innerhalb des Bereiches \ 0 0,6 bis 1,0 festgelegt werden. Der empfohlene Wert für \ 0 ist 1,0.

Der kleinste empfohlene Wert für \ 2 ist 0,2 und es wird weiter empfohlen keinen Wert unter 0,2 festzulegen.

ANMERKUNG 3 \ 1 ist nicht für Bauausführungslasten während der Errichtung anzuwenden.

A1.2 Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit


(1) Für den Nachweis von Grenzzuständen der Gebrauchstauglichkeit sind die zu berücksichtigenden
Einwirkungskombinationen die charakteristischen und quasi ständigen Kombinationen in der Regel, wie in
EN 1990 definiert, festzulegen.

ANMERKUNG Für die empfohlenen Werte von \Faktoren siehe A1.1, Anmerkung 1 und 2.

A1.3 Horizontale Einwirkungen


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(1)P Zusätzlich zu 4.11.1 (3) sind horizontale Einwirkungen zu berücksichtigen, die sich zum Beispiel aus
Windeinwirkungen und Einflüssen aus Schiefstellungen und Durchbiegungen ergeben.

ANMERKUNG Siehe auch 4.7 und EN 1990: 2002, 3.5(7).

(2) Nennwerte für die Horizontalkräfte (Fhn) dürfen nur angewendet werden, wo eine entsprechende
Vorgehensweise angemessen und für einen speziellen Fall begründet ist. In diesen Fällen sollten die
bestimmten nominellen Horizontalkräfte an Örtlichkeiten angreifen, die den ungünstigsten Einfluss ergeben,
und die nicht immer mit denen für die Vertikalkräfte übereinstimmen.

ANMERKUNG Die charakteristischen Werte dieser äquivalenten Horizontalkräfte dürfen im Nationalen Anhang oder für
das Einzelprojekt festgelegt werden. Der empfohlene Wert beträgt 3 % der vertikalen Lasten aus der ungünstigsten
Einwirkungskombination.

27
EN 1991-1-6:2005 (D)

Anhang A2
(normativ)

Ergänzende Regelungen für Brücken

A2.1 Grenzzustände der Tragfähigkeit


(1) Für vorübergehende, außergewöhnliche Bemessungssituationen und Erdbeben sind die Nachweise in der
Regel für den Grenzzustand der Tragfähigkeit zu führen.

ANMERKUNG Für die Werte von JF und \ -Faktoren siehe EN 1990, Anhang A2.

A2.2 Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit

(1) Für Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit sollten die JF –Beiwerte der Einwirkung zu 1,0 angesetzt
werden, wenn nichts anderes in EN 1991 bis EN 1999 festgelegt ist. Die \- Beiwerte sollten wie in EN 1990,
Anhang A2 festgelegt werden.

A2.3 Bemessungswerte für Verformungen


(1) Für das schrittweise Verschieben von Brücken sollten die Bemessungswerte für die vertikale
Durchbiegung (siehe Bild A2.1) festgelegt werden.

a) Verformung in Längsrichtung
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b) Verformung in Querrichtung

Bild A2.1 — Verformungen von Auflagern während der Errichtung von Brücken im
Taktschiebeverfahren

ANMERKUNG 1 Die Bemessungswerte für die vertikalen Durchbiegungen dürfen im Nationalen Anhang oder für das
Einzelprojekt festgelegt werden. Die empfohlenen Werte sind:

 r 10 mm in Längsrichtung für ein Auflager, die anderen Auflager werden auf dem theoretischen Niveau festgehalten
(Bild A2.1a);

 r 2,5 mm in Querrichtung für ein Auflager, die anderen Auflager werden auf dem theoretischen Niveau festgehalten
(Bild A2.1b).

28
EN 1991-1-6:2005 (D)

ANMERKUNG 2 Die Verformungen in Längs-und Querrichtung werden einzeln betrachtet.

A2.4 Schneelasten
(1) Schneelasten auf Brücken während der Bauausführung sollten auf Werten basieren, die unter
Berücksichtigung der Wiederkehrperiode (siehe Kapitel 3) in EN 1991-1-3 festgelegt sind.

(2) Wenn eine tägliche Räumung des Schnees (auch an den Wochenenden und in den Ferien) für das
Einzelprojekt gefordert ist, und Sicherheitsmaßnahmen für die Räumung vorbereitet sind, darf die
charakteristische Schneelast so reduziert werden, dass sie dem Wert EN 1991-1-3 für den endgültigen
Zustand entspricht.

ANMERKUNG Die Reduzierung kann im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt werden. Der
empfohlene Wert beträgt 30 % des charakteristischen Wertes für die ständigen Bemessungssituationen.

(3) Für den Nachweis des statischen Gleichgewichtes (EQU) und wenn es durch die klimatischen
Bedingungen und durch die voraussichtliche Bauausführungsdauer gerechtfertigt ist, ist in der Regel die
charakteristische Schneelast als gleichmäßig verteilt auf Flächen anzusetzen, so dass die ungünstigige
Wirkung erreicht wird und sie sollte X% des charakteristischen Wertes für ständige Bemessungssituationen,
nach EN 1991-1-3, betragen.

ANMERKUNG Die Bedingungen für die Anwendung dieser Regelung und der reduzierten prozentuale Werte (X%)
dürfen im Nationalen Anhang festgelegt werden. Es wird empfohlen, den Wert 75 % zu verwenden.

A2.5 Bauausführungslasten
(1) Für Brücken, die mit dem Taktschiebeverfahren ausgeführt werden, sind in der Regel die Horizontalkräfte
infolge Reibung zwischen dem Brückentragwerk und den Lagern und Stützkonstruktionen anzusetzen, wobei
dynamische Auswirkungen, wenn angemessen, berücksichtigt werden sollte.

(2) Die Bemessungswerte für die horizontalen Gesamtreibkräfte sollten ermittelt werden, sie sollten nicht
kleiner als x% der vertikalen Lasten sein, und sie sollten so bestimmt sein, dass sie die ungünstigste Wirkung
erzielen.
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ANMERKUNG Der Wert x % darf im Nationalen Anhang festgelegt werden. Der empfohlene Wert beträgt 10 %.

(3) Die horizontalen Reibkräfte sollten an jedem Pfeiler mit angemessenen Reibkoeffizienten µmin und µmax
bestimmt werden.

ANMERKUNG 1 Die Reibkoeffizienten µmin und µmax dürfen im Nationalen Anhang oder für das Einzelprojekt festgelegt
werden.

ANMERKUNG 2 Wenn keine genaueren Werte aus Versuchen für Bewegungen unter Berücksichtigung sehr geringer
Obeflächenreibung (z.B. PTFE - Polytetrafluorethen) verfügbar sind, werden die folgenden Werte empfohlen:

µmin = 0

µmax = 0,04

29
EN 1991-1-6:2005 (D)

Anhang B
(informativ)

Einwirkungen auf Tragwerke bei Umbauten, Wiederaufbau oder Abriss

(1) Charakteristische und andere repräsentative Werte der Einwirkungen sollten in Übereinstimmung mit
EN 1990 bestimmt werden.

(2) Das aktuelle Trageverhalten des Tragwerks, beeinträchtigt durch Schädigungen, sollte in den Nachweisen
für die beim Wiederaufbau und Abriss vorhandenen Bauzustände berücksichtigt werden. Es sollten
Untersuchungen für die Tragwerkszustände durchgeführt werden, um die Belastbarkeit des Tragwerks
festzustellen und um unvorhersehbares Verhalten bei Wiederaufbau oder Abriss zu vermeiden.

(3) Hinweise für die ungünstigsten Einwirkungen und Verfahren für deren Ermittlung werden in Kapitel 4
gegeben. Einige Bauausführungslasten für Wiederaufbau oder Abriss können sich in ihren Eigenschaften und
Darstellungen von denen, die in Tabelle 2.2 und 4.1 aufgeführt sind, unterscheiden. Die Auswirkungen auf alle
maßgebenden Bauteile unter vorübergehenden Bemessungssituationen sollten berücksichtigt und
nachgewiesen werden.

(4) Einwirkungskombinationen für verschiedene Bemessungssituationen sollten, wie in EN 1990 und seinem
Anhängen A1 und A2 angegeben, berücksichtigt werden.

(5) Wenn keine weiteren Informationen bekannt sind, sollten die Werte für die \-Faktoren, empfohlen für
Hochbauten in EN 1990 Anhang A1 und für Brücken in EN 1990 Anhang A2, für die Bemessung von
vorübergehenden Bemessungssituationen benutzt werden.

(6) Alle Nutzlasten, einschließlich Verkehrslasten sollten berücksichtigt werden, falls Teile des Tragwerks bei
Wiederaufbau oder Abriss weiter genutzt werden. Diese Lasten, zum Beispiel Anprall und Horizontalkräften
von Fahrzeugen, Windeinwirkungen auf Fahrzeuge, Aerodynamische Einwirkungen von vorüberfahrenden
Fahrzeugen und Zügen können sich für verschiedene Bauzustände gegebenenfalls ändern.

(7) Eine Reduzierung der Verkehrslasten ausgehend von den Bemessungswerten für den Endzustand sollte
nicht vorgenommen werden, außer wenn die Tragwerke geregelt und planmäßig überwacht werden.
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(8) Die Zuverlässigkeit für das verbleibende Tragwerk oder für Teile des Tragwerks sollten beim
Wiederaufbau, teilweise oder vollständigen Abriss mit derjenigen übereinstimmen, die in den Eurocodes für
das vollständige Tragwerk oder Teile des Tragwerks festgelegt ist.

(9) Die durch Bauarbeiten verursachten Einwirkungen sollten nicht nachteilig die in der Umgebung
vorhandenen Tragwerke beeinflussen, zum Beispiel kann das Entfernen oder Hinzufügen von Lasten
Instabilitäten hervorrufen.

(10) Bauausführungslasten speziell für den Wiederaufbau oder Abriss sollten so bestimmt werden, dass zum
Beispiel folgendes berücksichtigt wird: Art und Anordnung von gelagerten Baustoffen, die Techniken, die beim
Wiederaufbau oder Abriss benutzt werden, die Ausführungsverfahren und die einzelnen Bauzustände.
Bauausführungslasten während des Wiederaufbaus und des Abrisses sollten auch die Auswirkungen von
rückgebauten Materialien oder Elementen einschließlich Horizontalkräfte einschließen.

(11) Dynamische Auswirkungen sollten berücksichtigt werden, wo erwartet wird, dass Aktivitäten während des
Wiederaufbaus und Abrisses solche Auswirkungen hervorrufen.

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EN 1991-1-6:2005 (D)

Literaturhinweise

EN 1337, Lager im Bauwesen

EN 12811, Temporäre Konstruktionen für Bauwerke

EN 12812, Traggerüste — Anforderungen, Bemessung und Entwurf

ISO 12494, Einwirkungen auf Tragwerke infolge atmosphärischer Eisbildung


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