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Vorwort

Zur Adventszeit mal wieder einmal etwas Neues probieren, dabei hilft der Conrad-
Elektronik-Kalender. Der Schwerpunkt dieses Advents sind Feldeffekt-Transistoren (FET).
Im Mittelpunkt steht der integrierte CMOS-Baustein 4007 mit insgesamt sechs
MOSFETs. Bauen Sie damit ganz unterschiedliche Schaltungen auf. Der letzte Versuch
am 24. Dezember eignet sich auch diesmal wieder als Schmuck für den Weichnachts-
baum, eine Schaltung mit sechs farbigen LEDs, die angenehme Lichteffekte erzeugt.

Wer möchte, kann sich bemühen, die einzelnen Schaltungen genauer zu verstehen.
Viele wollen aber vielleicht einfach nur alles richtig aufbauen und sich an der Funktion
der Schaltungen erfreuen. Um den unterschiedlichen Interessen gerecht zu werden,
werden die meisten Versuche in zwei Stufen beschrieben. In einem Absatz geht es
darum, wie ein Versuch aufgebaut wird und wie das Experiment durchgeführt wird.
Der zweite Absatz beschreibt die elektronischen Hintergründe. Da kann es auch mal
etwas komplizierter werden. Und manchmal werden Fachausdrücke verwendet, die
man vielleicht noch nachschlagen muss. Im Mittelpunkt soll jedenfalls der Spaß stehen.
Und auch solche Versuche können Spaß machen, die man noch nicht so ganz versteht.

Die Türchen des Kalenders lassen sich am leichtesten öffnen, indem man sie nach
innen eindrückt und dann nach außen aufklappt. Das eigentliche Bauteil befindet sich
jeweils hinter einer umweltfreundlichen Abdeckung aus dünnem Karton, damit es
zuverlässig an seinem Platz bleibt. Es lässt sich herausnehmen, nachdem man sie nach
innen eingedrückt hat.

Hinter jedem Türchen des Kalenders finden Sie ein neues Bauteil. Je mehr Sie sich mit
den Schaltungen beschäftigen, desto mehr wird deutlich werden, dass kleine Variationen
jederzeit möglich sind. Entscheidend sind die Schaltpläne. Betrachten Sie die Aufbau-
zeichnungen nur als Vorschläge. Sie können die Bauteile oft bei gleicher Funktion etwas
anders auf die Steckplatine setzen, einzelne Drähte einsparen oder kürzere Verbindungen
nutzen. Aber auch Variationen in den Schaltungen sind oft möglich und sinnvoll.
Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf!

Wir wünschen viel Freude und eine frohe Weihnachtszeit!


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Alle Versuche im Überblick:

1. Tag: Der LED-Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4


2. Tag: Verwendung der Steckplatine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4
3. Tag: Schaltbare LED-Lampe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5
4. Tag: Feldeffekttransistor schaltet LED . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5
5. Tag: Zwei LEDs einschalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6
6. Tag: Ein digitaler Speicher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7
7. Tag: LED-Dimmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7
8. Tag: Rot-Grün-Speicher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8
9. Tag: Drei-Stufen-Schalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8
10. Tag: Rot, Gelb oder Grün . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9
11. Tag: Lichtsteuerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9
12. Tag: Elektrofeld-Sensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10
13. Tag: Flipflop-Speicher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10
14. Tag: Wechselblinker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 1
15. Tag: Lichtgesteuerter Blinker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 1
16. Tag: Leitfähigkeitssensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 2
17. Tag: Blitzlicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .13
18. Tag: Lichtgesteuertes Blitzlicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14
19. Tag: Elektronisches Pendel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15
20. Tag: Elektronisches Langzeit-Pendel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15
21. Tag: Berührungssensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16
22. Tag: Lichtschranke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .17
23. Tag: Dreiphasen-Ringoszillator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18
24. Tag: Sechs-LED-Blinker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .19
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1. Tag Der LED-Test


1. Tag Öffnen Sie das Türchen Nr. 1. Hier finden Sie eine rote LED und einen Widerstand.
Eine LED besitzt zwei unterschiedlich lange Anschlüsse und muss in der korrekten
Richtung eingebaut werden. Der kurze Draht ist der Minuspol (Kathode), der längere
Draht ist der Pluspol (Anode). Wenn eine LED eingebaut ist, kann man nur noch
schlecht sehen, welches der kurze Draht ist. Es gibt jedoch noch eine zweite Kenn-
zeichnung. Der breitere untere Rand ist an der Kathodenseite abgeflacht. Außerdem
trägt der Kathodendraht einen kleinen Halter, auf dem der LED-Kristall montiert ist.

Der Widerstand ist mit Farbringen versehen. Die Ringe tragen die Farben Gelb,
Violett und Rot und stehen für 4700 Ω (Ohm), bzw. 4,7 kΩ (Kiloohm). Ein zusätzlicher
goldener Ring steht für die Toleranzklasse 5%.

Eine LED darf grundsätzlich nicht direkt mit einer Batterie verbunden werden, sondern es ist immer ein
Vorwiderstand nötig, um den Strom zu begrenzen. Der Widerstand von 4,7 kΩ ist recht groß, sodass der
Strom mit deutlich unter 2 mA relativ klein ist. Die LED leuchtet nicht mit voller Helligkeit, aber immer
noch sehr gut sichtbar. Die Versuche in diesem Elektronik-Kalender arbeiten durchgehend mit Vorwider-
ständen von 4,7 kΩ, weil der geringe Strom Vorteile bei CMOS-Schaltungen bringt. Auch die Batterie-
lebensdauer verlängert sich mit kleinerem LED-Strom.

Für den ersten Versuch benötigen Sie zusätzlich eine 9-V-Blockbatterie. Der Versuch muss besonders
vorsichtig ausgeführt werden. Vermeiden Sie es, dass jemals beide LED-Anschlüsse gleichzeitig
die Batterieanschlüsse berühren! Es muss immer der Widerstand in Reihe angeschlossen werden.
Halten Sie beide Bauteile an die Batterie, wie es die Zeichnung zeigt. Der Stromkreis ist damit
geschlossen, die LED leuchtet.

Elektronische Schaltungen stellt man übersichtlich in Schaltbildern dar. Für jedes Bauteil gibt
es ein spezielles Symbol. Die LED besteht aus einem Dreieck für die Anode und einem geraden
Strich für die Kathode. Das deutet die Stromrichtung an. Zwei kurze Pfeile nach außen stehen für
das abgegebene Licht. Der Widerstand ist als rechteckiges Kästchen gezeichnet. Das Schaltbild
zeigt den geschlossenen Stromkreis mit Batterie, Widerstand und LED.

2. Tag Verwendung der Steckplatine


2. Tag Öffnen Sie das zweite Türchen und nehmen Sie einen Batterieclip und eine Steckplatine aus dem Fach.
Damit vereinfacht sich der Aufbau komplizierter Schaltungen. Das Steckfeld mit insgesamt 270 Kontakten
im 2,54-mm-Raster sorgt für eine sichere Verbindung der Bauteile.

Das Steckfeld hat im mittleren Bereich 230 Kontakte, die jeweils durch vertikale Streifen mit 5 Kontakten
leitend verbunden sind. Zusätzlich gibt es am Rand 40 Kontakte für die Stromversorgung, die aus zwei
horizontalen Kontaktfederstreifen mit 20 Kontakten bestehen. Das Steckfeld verfügt damit über zwei
unabhängige Versorgungsschienen.

Das Einsetzen von Bauteilen benötigt relativ viel Kraft. Die Anschlussdrähte knicken daher leicht um.
Wichtig ist, dass die Drähte exakt von oben eingeführt werden. Dabei hilft eine Pinzette oder eine kleine
Zange. Ein Draht wird möglichst kurz über dem Steckbrett gepackt und senkrecht nach unten gedrückt.
So lassen sich auch empfindliche Anschlussdrähte wie die verzinnten Enden des Batterieclips ohne
Knicken einsetzen.

Bauen Sie die Schaltung aus dem ersten Versuch noch


einmal auf der Steckplatine auf. Wieder handelt es sich
um eine Reihenschaltung mit Widerstand und LED.
Das Schaltbild zeigt die gleiche Schaltung wie im ersten
Versuch, aber mit einer etwas andern Anordnung der
Bauteile, die dem realen Versuch möglichst ähnlich ist.
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3. Tag Schaltbare LED-Lampe


Bauen Sie einen Stromkreis mit LED und Schaltkontakt. Den passenden Schaltdraht finden Sie hinter 3. Tag
dem dritten Türchen. Schneiden Sie mit einer Zange ein passendes Stück von ca. 3 cm Länge ab und
entfernen Sie an den Enden die Isolierung auf einer Länge von etwa 5 mm. Zum Abisolieren der Drahtenden
hat es sich als praktisch erwiesen, die Isolierung mit einem scharfen Messer rundherum einzuschneiden.
Achtung, dabei sollte der Draht selbst nicht angeritzt werden, weil er sonst an dieser Stelle leicht bricht.

Mit dem Draht lässt sich auch ein einfacher Schalter bauen. Er besteht aus zwei blanken Drahtstücken,
die sich erst mit einem Fingerdruck berühren. Schneiden Sie dazu Drahtstücke von 2 cm Länge ab und
entfernen Sie die Isolierung komplett.

Ein zusätzlicher kurzer Draht wird als Zugentlastung eingebaut, um die weichen Anschlussdrähte zu schonen.
Der Batterieclip sollte immer verbunden bleiben, damit sich die Anschlüsse nicht übermäßig abnutzen.

Ein Tipp zum leichteren Umgang mit dem Steckboard: Schneiden Sie die Drähte am Ende schräg an, damit
sie eine scharfe Spitze erhalten und leichter in die Kontakte gesteckt werden können. Dies ist auch für
die Leuchtdioden, Widerstände und andere Bauteile sinnvoll und verhindert, dass die Anschlussdrähte
beim Einstecken umknicken.

4. Tag Feldeffekttransistor schaltet LED


Hinter dem vierten Türchen kommt das wichtigste Bauteil dieses 4. Tag
Kalenders zum Vorschein, der CMOS-IC 4007. Dieser IC enthält
insgesamt sechs MOSFET-Transistoren, die teilweise bereits intern
verbunden sind. Drei Transistoren sind P-FETs, die anderen drei sind
N-FETs.

MOSFETs müssen mit Vorsicht behandelt werden, weil sie durch hohe Spannungen zerstört werden.
Statische elektrische Aufladungen können zu einer Gefahr für elektronische Bauteile führen.
Alle CMOS-Typen der 4000er B-Reihe enthalten jedoch interne Schutzschaltungen, die das Arbeiten sehr
sicher machen. Dazu gibt es interne Schutzdioden, die Spannungen über der positiven Betriebsspannung
Vdd und unterhalb der negativen Betriebsspannung Vss begrenzen. Das Bild rechts zeigt das Prinzip. Diese
Schutzschaltung ist nur dann wirksam, wenn die Anschlüsse Vss (Minus) und Vdd (Plus) an der Batterie
liegen. Pin 7 und Pin 14 müssen also auch dann angeschlossen, werden, wenn nur ein einzelner Transistor
verwendet wird. Der IC ist damit relativ gut gegen statische Entladungen geschützt. Gleichzeitig führen
diese Schutzdioden aber dazu, dass eine falsch gepolte Betriebsspannung einen großen Strom verursacht,
der den IC zerstören kann. Achten Sie deshalb genau auf den richtigen Anschluss der Batterie.

Vor dem ersten Einsetzen des ICs müssen die Anschlüsse genau parallel ausrichtet werden, weil sie nach
der Produktion noch etwas zu weit nach außen stehen. Drücken Sie alle Beinchen einer Seite zusammen
auf eine harte Tischfläche, um sie passend auszurichten. Setzen Sie den IC dann richtig herum auf die
Steckplatine. Achtung, wenn er falsch herum eingesetzt wird, sind die Anschlüsse 7 und 14 vertauscht,
sodass die Betriebsspannung verpolt angeschlossen wird und den IC zerstört. Die Anschlüsse 1 und 14
liegen an der linken Seite. Sie ist durch eine Einkerbung gekennzeichnet.

Fortsetzung Tag 4 auf nächster Seite


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Nach diesen Vorüberlegungen und dem sorgfältigen Einsetzen des ICs startet der erste Versuch.
Der N-FET N1 soll eine LED einschalten. Dazu muss sein Steuereingang (Pin 6) an +9 V gelegt werden.
Bei diesem Versuch wird nur ein Transistor verwendet. Nur die Anschlüsse 6, 7, 8 und 14 werden
angeschlossen, alle anderen bleiben frei.

Der N-FET kann mit einem NPN-Transistor verglichen werden. Der Source-Anschluss (Pin 7) entspricht dem
Emitter, der Drain-Anschluss (Pin 8) dem Kollektor. Die Steuerelektrode heißt Gate (Pin 6) und entspricht
der Basis. Im Unterschied zum NPN-Transistor ist das Gate aber vollständig isoliert. Der FET wird deshalb
allein durch eine anliegende Spannung gesteuert und benötigt keinen Steuerstrom.

Ändern Sie die Schaltung einmal so, dass Sie das Gate (Pin 6) an Masse legen. Die LED geht aus. Testen
Sie auch einmal einen offenen Gate-Anschluss. Das Ergebnis ist zufällig und kann durch Annähern mit dem
Finger beeinflusst werden. Bereits in einem Abstand von einigen Zentimetern kann sich der Zustand des
Transistors ändern. Verantwortlich dafür sind statische Ladungen und die damit verbundenen elektrischen
Felder.

5. Tag Zwei LEDs einschalten


5. Tag Öffnen Sie das fünfte Türchen und nehmen Sie eine grüne LED heraus. Beide LEDs werden in Reihen-
schaltung betrieben. Diesmal soll der P-FET den Strom leiten. Dazu muss sein Gate an Vss gelegt werden.
Der P-FET leitet und schaltet damit beide LEDs ein.

Im Vergleich mit dem Versuch Nr. 4 zeigt sich, dass ein N-FET und ein P-FET die gleiche Funktion, aber
unterschiedliche Polarität haben. Alle Versuche, die mit einem N-FET durchgeführt werden können,
funktionieren auch mit einem P-FET. Testen Sie auch hier wieder den offenen Gate-Anschluss. Das Ergebnis
ist wie erwartet zufällig. Eine Verbindung zwischen Gate und Vdd dagegen schaltet die LEDs aus.
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6. Tag Ein digitaler Speicher


Hinter dem sechsten Türchen kommt ein keramischer Kondensator mit 100 nF (Nanaofarad) zum 6. Tag
Vorschein. Der Aufdruck lautet 104 und steht für 100.000 pF (Pikofarad). Ein Kondensator besteht aus
zwei Metallflächen mit einer Isolierschicht zwischen ihnen. Er kann mit einer Spannung aufgeladen
werden und speichert elektrische Ladung. In diesem Versuch hält der Kondensator die Gate-Spannung
des P-FET. Zwei Kontaktpaare dienen dazu, den Kondensator aufzuladen oder zu entladen. Man kann die
Kontakte zusammenhalten oder einfach nur mit dem Finger berühren. Die angeschlossenen LEDs werden
damit entweder an- oder ausgeschaltet. Der Kondensator hält seine Ladung für mehrere Minuten, sodass
ein vorhandener Zustand gespeichert bleibt.

Die Schaltung zeigt das Prinzip eines dynamischen Speichers, wie er im PC verwendet wird.
Jede Speicherzelle besteht im Wesentlichen aus einem kleinen Kondensator und einem FET. Weil die
Ladung des Kondensators nicht beliebig lange erhalten bleibt, muss sie in einem dynamischen Prozess
regelmäßig wieder aufgefrischt werden. Im Gegensatz zu dynamischen Speichern brauchen statische
Speicher eine solche Auffrischung nicht. Sie benötigen dafür aber mehr Bauteile. Ein entsprechender
Versuch wird an einem späteren Tag in diesem Kalender beschrieben.

7. Tag LED-Dimmer
Hinter dem siebten Türchen finden Sie einen hochohmigen Widerstand mit 10 Megaohm (10 MΩ). 7. Tag
Er trägt die Farbringe Braun, Schwarz, Blau. Mit ihm und den schon vorhandenen Bauteilen soll nun ein elek-
tronischer LED-Dimmer aufgebaut werden. Mit den beiden Schaltkontakten kann eine beliebige Helligkeit der
LEDs eingestellt werden. Statt einer direkten Verbindung reicht auch eine Berührung mit dem Finger, wobei
der Hautwiderstand beide Kontakte verbindet. Damit hat man einen Berührungssensor mit Dimmer-Funktion.
Nach dem Öffnen bzw. Loslassen der Kontakte bleibt die eingestellte Helligkeit lange konstant.

Der Speicher-Kondensator liegt diesmal zwischen Gate und Drain des P-FET. Dadurch entsteht eine Integrator-
Schaltung, deren Ausgangsspannung sich nur relativ langsam ändert. Mit 10 MΩ und 100 nF erhält man
normalerweise eine Zeitkonstante von einer Sekunde. Der Integrator vergrößert die Kapazität des Konden-
sators aber scheinbar um den Faktor seiner Spannungsverstärkung. In diesem Fall dauert es mehr als zehn
Sekunden, um die Helligkeit zwischen Maximum und Minimum zu verändern.
Die gleiche Funktion kann auch mit einem NFET erreicht werden. Betrachten Sie noch einmal den
Versuch vom Tag 4. Ändern sie die Schaltung so, dass ein LED-Dimmer mit dem N-FET N1 entsteht.
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8. Tag Rot-Grün-Speicher
8. Tag Einen Widerstand mit 4,7 kΩ (Gelb, Violett, Rot) finden Sie hinter dem Türchen Nr. 8. Er wird als weiterer
Vorwiderstand für eine LED eingesetzt. Die Drain-Anschlüsse beider Transistoren N1 und P1 werden nun
verbunden. Damit erhält man einen so genannten Inverter. Im Normalfall leitet immer nur einer der
beiden Transistoren. Bei hoher Eingangsspannung leitet der N-FET und schaltet den gemeinsamen Ausgang
gegen Vss. Bei kleiner Eingangsspannung leitet dagegen der P-FET und schaltet den Ausgang gegen Vdd.
Im Endergebnis ist die Ausgangsspannung gegenüber der Eingangsspannung umgekehrt (invertiert).

In dieser Schaltung kann die Eingangsspannung am Pin 6 des Inverters durch die Schaltkontakte aus
blankem Draht entweder hoch oder auf Null gesetzt werden. Statt eines direkten Kontakts reicht es auch,
zwei Drähte mit dem Finger zu berühren. Die LEDs können deshalb mit einfacher Berührung der Kontakte
umgeschaltet werden. Bei offenen Kontakten bleibt der vorhandene Zustand theoretisch unendlich lange
bestehen. In der Praxis können aber kleine Isolationsfehler die Eingangsspannung ändern. Versuchen Sie
einmal festzustellen, wie lange ein Zustand unverändert bleibt.

Unter der Voraussetzung, dass die Eingangsspannung entweder Null oder gleich der Betriebsspannung ist,
ist jeweils einer der beiden FETs vollständig gesperrt. Das besondere Merkmal der CMOS-Bausteine ist
daher, dass sie im statischen Betrieb fast ohne Eigenverbrauch arbeiten. Nur im Umschaltmoment durch-
läuft die Eingangsspannung einen Bereich, in dem beide FETs leiten. Bei halber Eingangsspannung ist die
Stromaufnahme maximal. Meist wird dieser Bereich jedoch sehr schnell durchlaufen, sodass die mittlere
Stromaufnahme gering bleibt. Man kann daher Schaltungen bauen, die eine extrem lange Batterielebens-
dauer haben. Ein Beispiel sind Digitaluhren, die länger als ein Jahr mit einer Batterie arbeiten.

9. Tag Drei-Stufen-Schalter
9. Tag Hinter dem neunten Türchen finden Sie eine gelbe LED. Sie soll hier zusammen mit der roten LED eingesetzt
werden. Der 10-MΩ-Widerstand liegt diesmal zwischen dem Eingang und dem Ausgang des Inverters.
Am Ausgang stellt sich eine mittlere Spannung von etwa 4,5 V ein. Damit leuchten beide LEDs etwa halb hell.
Eine von beiden beleuchtete Fläche erscheint orange. Die beiden Kontakte am Eingang können jedoch dieses
Gleichgewicht verändern. Verbindet man einen Kontakt mit einem Stück Draht oder mit dem Finger, dann
leuchtet jeweils nur noch eine der beiden LEDs. So lassen sich drei Farben wählen: Rot, Gelb und Orange.

Der Widerstand zwischen Ausgang und Eingang des Inverters bewirkt in dieser Schaltung eine Gegenkopplung
und sorgt dafür, dass sich eine mittlere Spannung einstellt. Ist die Ausgangsspannung zu hoch, leitet der NFET
stärker und zieht sie etwas herunter. Ist sie zu tief, leitet entsprechend der PFET mehr und zieht die Ausgangs-
spannung etwas hoch. Im Endeffekt stellt sich bei offenen Schaltern eine Ausgangsspannung von ca. 4,5 V ein.
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10. Tag Rot, Gelb oder Grün


Öffnen Sie das zehnte Fach und nehmen Sie einen weiteren Widerstand mit 10 MΩ heraus (Braun, 10. Tag
Schwarz, Blau). Diesmal kommen insgesamt vier FETs zum Einsatz. Beim zweiten Inverter mit den
FETs N2 und P2 müssen auch die Source-Anschlüsse (Pin2, Pin 4) und die Drain-Anschlüsse (Pin 1, Pin 5)
verdrahtet werden. Bei diesem Versuch werden beide Inverter hintereinander geschaltet. Damit kehrt sich
die Funktion noch einmal um. Wenn der obere Kontakt geschlossen wird, leuchtet die untere LED (Grün)
auf, der untere Kontakt schaltet die obere LED (Rot) ein. Im Ruhezustand ergibt sich wegen der Gegen-
kopplung in der ersten Inverterstufe eine mittlere Spannung und damit die Mischfarbe Gelb.

Vielleicht haben Sie es bemerkt, der zweite 10-MΩ-Widerstand in der Schaltung zwischen Pin 13 und Pin 3
könnte auch durch eine Drahtbrücke ersetzt werden, die Funktion bliebe gleich. Allerdings hilft er dabei,
ungewollte Hochfrequenzschwingungen zu verhindern. Die Verbindungsleitungen in der Schaltung bilden
nämlich kleine Kondensatoren, die der Schaltung eine unerwartete und zufällige Funktion geben können.

Entfernen Sie einmal den ersten 10-MΩ-Widerstand zwischen Pin 6 und Pin 8 aus der Schaltung. Damit
gibt es keine Gegenkopplung mehr, und der Eingang ist extrem hochohmig. Beide Inverter zusammen
haben eine hohe Verstärkung. Elektrische Felder im Umfeld der Schaltung führen daher zu einem
Umschalten zwischen Grün und Rot, wobei der Zwischenzustand Gelb kaum noch beobachtet wird.

11. Tag Lichtsteuerung


Hinter dem elften Türchen verbirgt sich eine weiße LED. Sie wird nun am Ausgang des zweifachen Inverters 11. Tag
angeschlossen. Am Eingang liegen zwei LEDs in Sperrrichtung, sie leuchten also nicht. Der 4,7-kΩ-Wider-
stand erfüllt nur eine Schutzfunktion für den Fall, dass man versehentlich beide LEDs anders herum
einsetzt. Beide LEDs funktionieren nun als Fotodioden. Die Eingangsspannung am Pin 6 des ICs wird
dadurch bestimmt, auf welchen der beiden Sensoren mehr Licht fällt. Durch Abschattung jeweils einer
LED mit der Hand können Sie daher den Ausgangszustand umschalten. Die weiße LED kann also nach
Belieben ein- und ausgeschaltet werden.

Der Versuch zeigt eine Eigenschaft aller CMOS-ICs, nämlich ihre extrem hochohmigen Eingänge. Zum
Umschalten reichen deshalb bereits kleinste Ströme aus. Eine LED als Fotodiode liefert bei mittlerer
Helligkeit nur wenige Nanoampere. Und trotzdem reichen solch kleine Ströme aus, um ein sicheres
Umschalten zu bewirken.
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12. Tag Elektrofeld-Sensor


12. Tag Einen weiteren Widerstand mit 4,7 kΩ (Gelb, Violett, Rot) finden Sie im zwölften Fach. Er dient in diesem
Versuch zur Verbindung beider Inverterstufen. Am offenen Eingang liegt diesmal ein 10-MΩ-Widerstand,
der wie eine Antenne eingesetzt wird.

Halten Sie Ihre Hand in die Nähe dieser Antenne und bewegen Sie Ihre Füße auf einem isolierenden
Bodenbelag. Dabei werden elektrische Ladungen bewegt, die den Ausgang umschalten. Mit etwas Übung
lassen sich die Ausgangszustände gezielt umschalten, ohne dass die Ursache sichtbar wird. Man könnte
meinen, dass mentale Kräfte die LEDs umschalten. Überraschen Sie Ihre Umgebung mit diesem kleinen
Zaubertrick!
Nehmen Sie die Schaltung in die Hand und bewegen Sie sich im Raum. In den meisten Fällen erzeugt
jeder Schritt eine Änderung des elektrischen Feldes. Die LEDs blinken im Takt Ihrer Schritte. Nähern Sie
die Antenne einem isolierten Netzkabel. Nun leuchten plötzlich beide LEDs. Die Netzleitung ist von einem
50-Hz-Wechselfeld umgeben, das die LEDs im 50-Hz-Takt umschaltet. Das schnelle Flackern ist kaum
erkennbar, sodass beide LEDs gleichzeitig zu leuchten scheinen. Der Elektrofeld-Sensor ist so empfindlich,
dass sogar in der Wand verlegte Stromleitungen aufgespürt werden können.

13. Tag Flipflop-Speicher


13. Tag Ein weiterer Widerstand mit 4,7 kΩ (Gelb, Violett, Rot) kommt hinter dem Türchen Nr. 13 zum Vorschein.
Damit besteht nun die Möglichkeit, alle vier LEDs mit eigenen Vorwiderständen zu betreiben.

Die Schaltung dieses Tages zeigt die


Wirkungsweise eines statischen Ein-Bit-
Speichers. Es handelt sich dabei um ein so
genanntes Flipflop. Durch eine Rückkopplung
über beide Stufen bleibt ein Zustand beliebig
lange erhalten. Der Zustand kann allerdings
mit zwei Kontakten für Reset (R) und Set (S)
umgeschaltet werden. Man bezeichnet die
Schaltung daher auch als RS-Flipflop.

Die Rückkopplung in der Schaltung bewirkt, dass jeder der FETs


entweder ganz an- oder ganz ausgeschaltet ist. Man kann sich
vorstellen, dass im ersten Moment nach dem Einschalten beide Inverter
noch eine mittlere Spannung haben. Die kleinste Abweichung von der
Mitte wird aber verstärkt und bewirkt mit der Rückkopplung, dass das
Ungleichgewicht sich schnell vergrößert. Schon nach wenigen Mikro-
sekunden kippt die Schaltung vollständig in einen der beiden möglichen
Zustände. Beim Einschalten nimmt das Flipflop einen zufälligen
Zustand an, den man nicht vorhersagen kann. Erst mit einem Tasten-
druck wird ein gewünschter Zustand sicher erreicht.
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14. Tag Wechselblinker


Einen weiteren Kondensator mit 100 nF (104) finden Sie hinter dem 14. Türchen. Er wird für die folgende 14. Tag
Blinkschaltung benötigt. Die Rückkopplung der letzten Schaltung ist zwar auch hier wieder vorhanden,
allerdings liegen nun zwei Kondensatoren in der Rückkopplungs-
leitung. Ein Zustand wird immer nur so lange aufrechterhalten, bis
die Kondensatoren weitgehend geladen sind. Hier werden zwei
Kondensatoren mit je 100 nF in Reihe geschaltet. Damit erhält man
eine Kapazität von 50 nF, was hier zu einem Blinkintervall von etwa
einer Sekunde führt.

Um den Blinker langsamer laufen zu lassen, überbrücken Sie einen


der beiden Kondensatoren. Die Schaltung läuft dann mit 100 nF und
einer Taktperiode von ca. zwei Sekunden. Noch langsamer arbeitet
der Blinker, wenn Sie beide Kondenstoren parallel schalten.

15. Tag Lichtgesteuerter Blinker


Das 15. Türchen bringt eine grüne LED zum Vorschein. Ersetzen Sie den 10-MΩ-Widerstand der vorigen 15. Tag
Schaltung durch zwei in Reihe geschaltete grüne LEDs als Lichtsensoren. Die Geschwindigkeit des Blinkers
hängt nun von der Beleuchtung der Sensor-LEDs ab.

Leuchten Sie mit einer hellen Lampe direkt auf die Sensoren, dann ergibt sich ein
schnelles Blinken.Bei mittlerer Raumhelligkeit dauert es bereits einige Minuten bis
zum nächsten Wechsel. Die Schaltung eignet sich auch als Lichtmessgerät.
Man kann z.B. vergleichen, welche von zwei Taschenlampen heller ist.
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16. Tag Leitfähigkeitssensor


16. Tag Hinter dem Türchen Nr. 16 finden Sie einen weiteren Kondensator mit 100 nF (Aufdruck 104). Der Blinker
soll nun als Sensor für einen veränderlichen Widerstand umgebaut werden. Die beiden Prüfkabel können
z.B. mit dem Finger berührt werden. Der hauptsächlich von der Hautfeuchtigkeit abhängige Hautwider-
stand beeinflusst dabei die Blinkfrequenz. Je besser die Leitfähigkeit, desto schneller blinkt die LED.
Umgekehrt führt ein größerer Hautwiderstand zu einem langsameren Blinken.

Testen Sie auch einmal verschiedene Kombinationen der drei Kondensatoren, um unterschiedliche Blink-
frequenzen zu erreichen. Drei 100-nF-Kondensatoren in Reihenschaltung ergeben 33 nF. In Parallelschaltung
erreichen Sie dagegen 300 nF und damit eine fast zehnfach kleinere Blinkfrequenz.
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17. Tag Blitzlicht


Ein weiterer Widerstand mit 4,7 kΩ (Gelb, Violett, Rot) verbirgt sich hinter dem Türchen Nr. 17. Alle bishe- 17. Tag
rigen Blinker waren völlig symmetrisch, d.h. die LED am Ausgang war gleich lange an und aus. Mit Hilfe
einer Diode wird der Vorgang asymmetrisch. Die rote LED dient in dieser Schaltung als Diode und leuchtet
kaum sichtbar und für kurze Momente. In einer Richtung werden die Kondensatoren langsam über den
10-MΩ-Widerstand geladen, in der anderen Richtung wesentlich schneller über die LED und den 4,7-kΩ-
Widerstand. An der weißen LED entstehen kurze Lichtblitze.

Jeder Lichtblitz ist kürzer als eine Millisekunde und daher auch nicht sehr hell. Zum Test können Sie einmal
mehrere Widerstände mit 4,7 kΩ in Reihe zur roten LED verwenden. Das verlängert die Lichtblitze und
macht sie deutlicher sichtbar. Drehen Sie die rote LED auch einmal um. Nun sieht man ein Dauerleuchten
der weißen LED, das periodisch kurz unterbrochen wird.
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18. Tag Lichtgesteuertes Blitzlicht


18. Tag Hinter dem Türchen Nr. 18 findet sich ein weiterer Kondensator mit 100 nF. Die Schaltung vom vorigen
Tag wird nur geringfügig umgebaut. Der Gegenkoppelwiderstand in der ersten Inverterstufe entfällt, und
der Kondensator besteht jetzt aus einer Reihenschaltung mit viermal 100 nF, woraus sich eine kleinere
Kapazität von 25 nF ergibt. Die grüne LED in dieser Schaltung arbeitet zugleich als Diode und als Licht-
sensor. In Durchlassrichtung wird der Kondensator schnell umgeladen, was zu einem kurzen Blitz führt.

In Sperrrichtung hält die Ladezeit von der jeweiligen Beleuchtung ab. Bei sehr hellem Licht folgen die
einzelnen Blitze schneller aufeinander, bei geringer Helligkeit sind die Pausen zwischen den einzelnen
Blitzen mehrere Minuten lang. Damit man bei mittlerem Licht nicht zu lange warten muss, wurde die
Kondensator-Reihenschaltung mit nur 25 nF verwendet.
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19. Tag Elektronisches Pendel


Das Türchen Nr. 19 bringt einen weiteren Scheiben- 19. Tag
kondensator mit 100 nF zum Vorschein. Nun
wird eine Schaltung aufgebaut, deren Funktion
mit einem mechanischen Pendel vergleichbar ist.
Ein frei schwingendes Pendel wird einmal ange-
stoßen und pendelt dann längere Zeit bei
konstanter Pendelfrequenz und abnehmendem
Ausschlag. In einer Pendeluhr wird bei jeder
Bewegung etwas Energie zugeführt, sodass die
Schwingungen erhalten bleiben. Dieser Versuch
soll ein mechanisches Pendel elektronisch
nachbilden.

Die Schaltung besteht aus einem Inverter und einem Phasenschieber-Netzwerk


aus zwei RC-Gliedern mit jeweils 10 MΩ und 100 nF. Ein weiterer Inverter dient
als Ausgangsverstärker zum Anschluss einer LED. Beim Einschalten beginnt die
Schaltung langsam zu schwingen. Die weiße LED wird periodisch heller und
schwächer. Die Helligkeitsschwankungen werden schwächer und hören nach
wenigen Schwingungen ganz auf. Schließen Sie kurz den Schaltkontakt, um das
elektronische Pendel erneut anzustoßen.

Das Ergebnis des Versuchs ist teilweise auch vom Zustand der Batterie abhängig.
Gerade eine stark verbrauchte Batterie kann bewirken, dass die Schaltung endlos
blinkt. Das liegt am erhöhten Innenwiderstand der Batterie. Bei jedem Einschalten 19. Tag
der LED bricht die Spannung um bis zu 1 V ein. Dieser Spannungssprung bewirkt
eine zusätzliche Rückkopplung auf den Eingang und verstärkt damit die Schwin-
gungen. Alkali-Batterien haben meist auch im entladenen Zustand einen geringen
Innenwiderstand. Bei einfachen Zink-Kohle-Batterien kann der Innenwiderstand
dagegen sehr groß werden.

20. Tag Elektronisches Langzeit-Pendel


Öffnen Sie das Fach Nr. 20 und nehmen Sie 20. Tag
einen weiteren Widerstand mit 10 MΩ (Braun,
Schwarz, Blau) heraus. Er wird nun zusammen
mit einem 100-nF-Kondensator verwendet, um
ein drittes RC-Glied aufzubauen. Mit dem drei-
fachen Phasenschiebernetzwerk verbessern sich
die Bedingungen für ungedämpfte Schwingun-
gen. Damit halten die Schwingungen wesentlich
länger an oder bleiben sogar dauerhaft bestehen.
Ob die Gesamtverstärkung für unbegrenzt
anhaltende Schwingungen ausreicht, kann nicht
sicher vorausgesagt werden. In vielen Fällen
wird die Schwingung langsam auspendeln und
bei einer mittleren Helligkeit enden. Mit einer
kurzen Betätigung des Schaltkontakts kann das
Pendel jedoch immer wieder neu angestoßen
werden.

Abhängig von Exemplarstreuungen des ICs und je nach Zustand der Batterie ist es
möglich, dass diese Schaltung bereits genügend Verstärkung aufweist, um anhal-
tende Schwingungen zu erzeugen. Das Pendel kommt in diesem Fall nie zur Ruhe.
Um die Helligkeit zu erhöhen, können Sie einen oder mehrere 4,7-kΩ-Widerstände
zum Vorwiderstand der weißen LED parallel schalten. Später in diesem Elektronik-
Kalender wird übrigens eine Schaltung vorgestellt, die mit mehr Verstärkung arbeitet
und andauernde Schwingungen garantiert.
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21. Tag Berührungssensor


21. Tag Ein weiterer Kondensator mit 100 nF befindet sich hinter dem Türchen Nr. 21. Die Schaltung dieses Tages
ist ein Signalgenerator für Frequenzen im Kilohertzbereich. Die beiden grünen LEDs werden diesmal als
kleine Kondensatoren eingesetzt. Jede LED stellt in Sperrrichtung einen sehr kleinen Kondensator mit
etwa 5 pF (Pikofarad) dar. Aus einem langsamen Blinker wird so ein schneller Signalgenerator mit einer
Frequenz von etwa 2 kHz. Am Ausgang wird ein Wechselstrom über den Kondensator von 100 nF geleitet,
der die rote und die gelbe LED zum Leuchten bringt. Die Ausgangs-LEDs müssen antiparallel eingesetzt
werden, weil jede von beiden eine Halbwelle des Wechselstroms leitet.

Zwei Punkte der Schaltung sind mit Drahtstücken nach außen geführt und können berührt werden.
Berühren Sie zunächst nur den Anschluss B. Die Schwingungen werden damit gestoppt, die LEDs gehen
aus. Das ist eigentlich erstaunlich, weil Sie nur einen Punkt berühren, nicht aber einen Stromkreis schließen.
Ihr Finger und damit der gesamte Körper wirkt in diesem Fall wie eine Platte eines Kondensators. Wegen
der großen Plattenabstände ist die Kapazität trotzdem gering und beträgt nur einige Pikofarad. Diese
Kapazität reicht aber aus, um den Signalgenerator zu stoppen.

Berühren Sie in einem zweiten Versuch die Anschlüsse A und B gemeinsam. Diesmal ist das Ergebnis
genau das Gegenteil: Die LEDs leuchten heller. Die Berührung hat nämlich den zweiten 10-MΩ-Widerstand
in der Schaltung überbrückt, damit die Gesamtverstärkung erhöht und die Frequenz bis auf etwa 5 kHz
erhöht.
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22. Tag Lichtschranke


Ein weiterer Widerstand mit 4,7 kΩ (Gelb, Violett, Rot) kommt hinter dem Türchen Nr. 22 zum Vorschein. 22. Tag
Mit geringen Änderungen wird aus der letzten Schaltung ein Sensor, der auf Licht und Schatten reagiert.
Die beiden Drähte nach außen entfallen. Der Koppelkondensator am Ausgang der Schaltung wird im
Interesse einer größeren Helligkeit verdoppelt.

Die beiden grünen LEDs arbeiten auch hier wieder als kleine Kondensatoren und sorgen für eine hohe
Schaltfrequenz der Schaltung. Zugleich sind sie aber auch Lichtsensoren. Bei sehr hellem Licht steigt ihre
Leitfähigkeit so weit an, dass sie sich mehr und mehr wie Widerstände verhalten. Bei ausreichender
Helligkeit wird damit aus dem Signalgenerator plötzlich ein statisch rückgekoppeltes Flipflop. Damit
bleibt der Ausgang entweder im eingeschalteten oder im ausgeschalteten Zustand stehen. Entscheidend
ist, dass keine Schwingungen mehr vorhanden sind.

Damit fließt auch kein Wechselstrom über die Kondensatoren, die LEDs leuchten nicht mehr. Richten Sie
eine starke Lichtquelle auf die Sensor-LEDs, die LEDs am Ausgang sind aus. Wenn das Licht aber durch
einen Gegenstand oder eine Person abgeschattet wird, gehen die Ausgangs-LEDs wieder an.

Ersetzen Sie einmal den 10-MΩ-Koppelwiderstand zwischen den beiden Invertern (Pin 13, Pin 3) durch
den sehr viel kleineren Widerstand mit 4,7 kΩ. Damit steigt die Generatorfrequenz an, und die LEDs
leuchten heller. Bei starker Beleuchtung gehen
die LEDs wie bisher aus.
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23. Tag Dreiphasen-Ringoszillator


23. Tag Im Fach Nr. 23 finden Sie noch einen Widerstand mit 4,7 kΩ (Gelb, Violett, Rot). Der Versuch dieses Tages
verwendet zum ersten Mal alle sechs FETs aus dem 4007. P3 und N3 werden als dritter Inverter ange-
schlossen. Alle drei Inverter sind über 10-MΩ-Widerstände zu einem Ring gekoppelt. Zusammen bilden
Sie einen Ring-Oszillator. Eine Welle wandert durch alle Inverter und läuft damit im Kreis. Die drei
Kondensatoren sorgen für eine ausreichende Verlangsamung, sodass die Schwingungen an den drei LEDs
sichtbar werden.

Stellt man sich die entstehenden Schwingungen in einem Kreis vor, dann besteht zwischen zwei LEDs
immer eine Pasenverschiebung von 120 Grad, also von einem Drittel des Vollkreises. Um zu verstehen,
wie diese Schwingungen entstehen, kann man zunächst von drei Invertern ausgehen. Insgesamt wird die
Phase um 180 Grad gedreht. Die Kopplung vom Ausgang auf den Eingang ist also eine Gegenkopplung.
Man sollte erwarten, dass sich eine stabile mittlere Spannung einstellt. Durch die eingefügten RC-Glieder
wird eine Störung aber erst mit einer gewissen Zeitverzögerung nachgeregelt. Das führt zu einer
zusätzlichen Phasenverschiebung, die aus der Gegenkopplung eine Rückkopplung macht. Bei einer
bestimmten Frequenz ist die gesamte Phasendrehung gerade Null, sodass sinusförmige Schwingungen
entstehen.
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24. Tag Sechs-LED-Blinker


Am 24. Dezember bauen Sie eine ganz besondere Schaltung. Hinter dem letzten Türchen finden Sie eine 24. Tag
blau leuchtende Leuchtdiode im klaren Gehäuse. Damit haben Sie jetzt insgesamt sechs LEDs. Und alle
zusammen sollen nun in einer gemeinsamen Schaltung verwendet werden. Dazu wird die Schaltung des
letzten Versuchs um drei LEDs mit drei eigenen Vorwiderständen erweitert. Die oberen drei LEDs leuchten
genau gegenphasig zu den unteren LEDs. Insgesamt werden aus drei LED-Phasen nun sechs. Zwischen
den Zuständen An und Aus gibt es jeweils weiche Übergänge, sodass diese farbige Leuchte eine angenehm
entspannende Wirkung zeigt. Hängen Sie den Aufbau an den Weihnachtsbaum und genießen Sie die
besonderen Lichteffekte.

Falls Sie noch etwas mit der Schaltung experimentieren möchten, beachten Sie einmal die übrig
gebliebenen Bauteile. Es gibt noch drei weitere Kondensatoren mit 100 nF. Durch Parallelschaltung von
jeweils zwei Kondensatoren können Sie die Schaltung insgesamt mit halber Geschwindigkeit betreiben.
Umgekehrt läuft die Schaltung mit Reihenschaltungen jeweils zweier Kondensatoren doppelt so schnell.
Auch ein Widerstand mit 4,7 kΩ ist noch unbenutzt. Durch die Parallelschaltung zu einem vorhandenen
Vorwiderstand können Sie die entsprechende LED mit doppeltem Strom betreiben. Das bietet sich an,
falls eine der LEDs als zu schwach erscheint. Sicherlich gibt es noch viele andere sinnvolle Schaltungs-
varianten. Lassen Sie Ihrem Erfindungsreichtum freien Lauf!
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Der Conrad-Adventskalender mit


24 Experimenten
Schluss mit langweiligen Schokoladenkalendern!
Mit diesem Elektronik-Adventskalender verkürzen Sie die Wartezeit auf Weihnachten durch interessante Experimente.
Jeden Tag finden Sie ein neues Bauteil hinter dem Türchen. Das beiliegende Handbuch stellt dazu jeden Tag einen
neuen Versuch vor – ohne Löten und perfekt geeignet für Hobby, Schule, Studium, Ausbildung und Beruf!

Am 24. Dezember bauen Sie dann mit den gesammelten Bauteilen ein größeres Projekt auf, mit dem Sie Ihren
Weihnachtsbaum schmücken können. Mehr wird nicht verraten, aber Sie dürfen gespannt sein!

Vorkenntnisse sind nicht nötig, wenn Sie Schritt für Schritt die Anweisungen des Buches befolgen. Am Ende besitzen
auch Einsteiger Grundkenntnisse in Sachen Elektronik und Schaltungen. Eine ideale Möglichkeit, auch junge Leute für
dieses spannende Thema zu begeistern! Das Einzige, was Sie zusätzlich benötigen, ist eine 9-Volt-Blockbatterie.

Plus! Weihnachts-Bonus
Das Know-how-Zertifikat 2012
Experimentieren, lernen – weiterbilden! Nach dem 24. Dezember können Sie Ihr erworbenes Wissen testen und
kostenlos das Jahres-Zertifikat unter www.conrad.de/zertifikat erwerben.

Damit bringen Sie nicht nur Ihre Freunde zum Staunen, Sie weisen damit auch Ihr Wissen in der Elektronik nach.

Plus! Sammel-Bonus
Die praktischen Wissens-Kärtchen
Schneiden Sie nach dem 24. Dezember die Infos auf der Rückseite des Kalenders aus. Sie werden Ihnen auch nach Weih-
nachten wertvolle Dienste leisten. Mit den Sammelkarten erweitern Sie jährlich, Schritt für Schritt, Ihr Elektronikwissen.

Impressum

© 2012 Franzis Verlag GmbH, 85540 Haar bei München


www.elo-web.de
Autor: Burkhard Kainka
ISBN 978-3-645-10103-1

Produziert im Auftrag der Firma Conrad Electronic SE, Klaus-Conrad-Str. 1, 92240 Hirschau

Alle Rechte vorbehalten, auch die der fotomechanischen Wiedergabe und der Speicherung in elektronischen Medien. Das Erstellen und
Verbreiten von Kopien auf Papier, auf Datenträgern oder im Internet, insbesondere als PDF, ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des
Verlags gestattet und wird widrigenfalls strafrechtlich verfolgt.

Die meisten Produktbezeichnungen von Hard- und Software sowie Firmenlogos, die in diesem Werk genannt werden, sind in der Regel
gleichzeitig auch eingetragene Warenzeichen und sollten als solche beachtet werden. Der Verlag folgt bei den Produktbezeichnungen im
Wesentlichen den Schreibweisen der Hersteller.

Alle in diesem Buch vorgestellten Schaltungen und Programme wurden mit der größtmöglichen Sorgfalt entwickelt, gepru�ft und gete-
stet. Trotzdem können Fehler im Buch und in der Software nicht vollstandig ausgeschlossen werden. Verlag und Autor übernehmen für
fehlerhafte Angaben und deren Folgen keine Haftung.

Elektrische und elektronische Geräte dürfen nicht �


uber den Hausmüll entsorgt werden! Entsorgen Sie das Produkt am Ende seiner
Lebensdauer gemäß den geltenden gesetzlichen Vorschriften. Zur Rückgabe sind Sammelstellen eingerichtet worden, an denen Sie
Elektrogeräte kostenlos abgeben können. Ihre Kommune informiert Sie, wo sich solche Sammelstellen befinden.

Dieses Produkt ist konform zu den einschlagigen CE-Richtlinien, soweit Sie es gemäß der beiliegenden Anleitung verwenden. Die Be-
schreibung gehört zum Produkt und muss mitgegeben werden, wenn Sie es weitergeben.