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Projektgruppe 3A

Klaus Adam, Benjamin Danner, Manuel Gebauer, Frank Simon und Sven Sommer

Funktionsgenerator mit
integrierter Schaltung
Gruppenprojekt im zweiten Semester

Hochschule Mannheim
Fakultät für Elektrotechnik
Modul Methodik des Wissenschaftlichen Arbeitens
Leitung Prof. Dr. Tilmann Krüger
Projektgruppe 3A
Juni 2007
Vorwort
In den jetzigen wirtschaftlichen Zeiten ist es für einen Studenten von großer Bedeutung während
des Studiums viel Wissen zu erwerben, um sich dann im späteren Berufsleben leichter zurecht zu
finden. Beim Erwerb des Wissens geht es nicht nur um das Basiswissen, wie das lösen
mathematischer Probleme, oder um das Aneignen fachrichtungsspezifischer Kenntnisse, sondern
auch um die Fähigkeit in einem Team oder selbständig ein Projekt zu entwickeln, organisieren und
in die Praxis umzusetzen. Diese wissenschaftliche Arbeit gibt uns die Möglichkeit, letzteres schon
am Anfang unseres Studiums zu lernen.

Während dieser wissenschaftlichen Arbeit wurden wir vor Probleme gestellt, die im ersten
Augenblick als geringfügig einzustufen waren: wie zum Beispiel das Entwickeln der Schaltung und
des Layouts mit einer vorher unbekannten Software, das gleichzeitige Anwenden der jüngst
erworbenen Kenntnisse in Digital- und Elektrotechnik, das Zusammentragen und gemeinsame
Bearbeiten von Teilaufgaben und Lösungsvorschlägen im Team. Ebenso stellte sich die
Zeiteinteilung für dieses Projekt neben dem Studium als Herausforderung dar.

Abschließend wollen wir festhalten, dass diese Arbeit einen guten Einblick in Bezug auf die
Herangehensweise und Durchführung der noch kommenden Studien- und Bachelorarbeiten gegeben
hat. Zugleich war es ein interessanter Test für unser bisher erworbenes Wissen. Die Arbeit in der
Gruppe lief sehr harmonisch ab, da jedes Mitglied sein gesamtes Wissen in die Arbeit einbrachte
und einzelne Wissenslücken mit Hilfe der Kenntnis anderer Gruppenmitglieder ausgeglichen
werden konnten.

Mannheim, den 27. Juni 2007

Klaus Adam, Benjamin Danner, Manuel Gebauer, Frank Simon, Sven Sommer

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 4
2 Projektplanung 5
2.1 Aufgabenverteilung 5
3 Vorüberlegungen 6
3.1 Schaltungsaufbau durch OPs 6
3.2 Vorteile integrierter Schaltungen 8
4 Auswahl des Frequenzgeneratorbausteins 9
4.1 XR2206 9
4.2 ICL8038 10
4.3 MAX038 10
4.4 Zusammenfassung und Entscheidung 10
5 Simulation der Schaltung 12
5.1 Simulation der Schaltung 12
5.2 Simulation der Frequenzanzeige 14
6 Schaltungsentwicklung 15
6.1 Beschaltung des MAX 038 15
6.2 Spannungsversorgung 16
6.2.1 Spannungsversorgung + 5 V 16
6.2.2 Spannungsversorgung - 5 V 18
6.5 Ausgangsverstärkung 20
6.6 Probleme mit der Bauteilungenauigkeit 21
7 Schaltungserweiterung 22
7.1 Frequenzanzeige 22
7.2 Frequenzmessung 22
7.2.1 Baustein ICM7216A 22
7.2.2 Bausteinerstellung für Eagle 22
7.3 Beschaltung 23
7.4 Messung im Frequenz Modus 24
7.5 Darstellung 24
7.5.1 Die 7-Segment-Anzeige 24
7.5.2 Anzeige des Frequenzwertes 25
8 Layoutentwicklung mit EAGLE 26
8.1 Schaltungsentwurf in EAGLE 26
8.2 Modularer Aufbau des Layouts 27
9. Bedienungsanleitung 28
9.1 Bedienungsanleitung des Funktionsgenerators 28
9.2 Bedienungsanleitung für das Simulationsprogramm 30
10 Zusammenfassung und Ausblick 31

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1 Einleitung

1 Einleitung
In der vorliegenden Dokumentation wird das Projekt „Funktionsgenerator mit integrierter
Schaltung“ von der Planung bis hin zur Fertigstellung vorgestellt, wobei die einzelnen Prozesse und
Arbeitsschritte strukturiert dargelegt werden. Im übertragenen Sinne bildet diese Dokumentation
somit einen Werkzeugkasten zur Reproduktion des Funktionsgenerators und gewährt einen genauen
Einblick in den Projektverlauf. Die Dokumentation baut in ihrer Gliederung aufeinander auf, sodass
es sich empfiehlt sie schrittweise von vorne nach hinten zu lesen. Für diejenigen, die sich besonders
für einzelne Punkte interessieren, werden an dieser Stelle die einzelnen Kapitel kurz vorgestellt.

● Kapitel 2 Projektplanung
Die Projektplanung behandelt den geplanten und realisierten Ablauf des Projekts,
einschließlich Zeitmanagement und der Aufgabenverteilung im Team.

● Kapitel 3 Vorüberlegungen
Hier werden, um einen besseren Einblick zu erlangen die Grundlagen der Arbeitsweise eines
Funktionsgenerators gelegt. Darüber hinaus wird beschrieben, wieso es sich empfiehlt
integrierte Schaltungen zu verwenden.

● Kapitel 4 Bauteilauswahl
Da es mehrere Hersteller und verschiedene Typen von Funktionsgeneratoren gibt, ist ein
wesentlicher Schritt im Projektverlauf die „richtigen“ Bauteile zu selektieren und sie mit
Konkurrenzprodukten zu vergleichen.

● Kapitel 5 Simulation
Bevor es an die physikalische Schaltungsentwicklung geht, empfiehlt es sich, mit geeigneter
Software, in diesem Fall einer selbst entwickelten, Grundfunktionen zu simulieren um im
Voraus Fehler zu vermeiden.

● Kapitel 6 Schaltungsentwicklung
In diesem Kapitel wird die gesamte Beschaltung des Funktionsgenerators dargelegt und
erklärt, wobei im wesentlichen auf die Einzelfunkionen, die Arbeitsweise der Bauteile und
die Außenbeschaltung dieser eingegangen wird.

● Kapitel 7 Schaltungserweiterung
Die Schaltungserweiterung umfasst einen Frequenzzähler und eine Anzeige der jeweiligen
Frequenz. In diesem Kapitel wird sowohl Aufbau als auch Funktion und Entwicklung der
Erweiterung beschrieben.

● Kapitel 8 Layout
Das Layout der Platine mit der Software EAGLE und die Modularisierung der einzelnen
Funktionen werden hier erläutert.

4
3 Vorüberlegungen

3 Vorüberlegungen
Zunächst muss man sich über die Aufgabenstellung, und die Realisierung der einzelnen Punkte
Gedanken machen.

Es müssen möglichst viele Signalformen erlaubt sein. Die gängigsten und bei den Herstellern von
Signalgeneratoren weit verbreitetsten Signalformen sind Rechteck-, Dreieck- und Sinusfunktion,
die relativ einfach und günstig realisiert werden können.

Die Frequenzbandbreite sollte möglichst groß abgedeckt sein. Der Frequenzbereich sollte 10 Hz bis
10 MHz betragen. Damit deckt er ein weites Spektrum der Niederfrequenz und ein Drittel der
Hochfrequenz ab.

Die gegebene Aufgabenstellung wird noch durch einen Frequenzzähler mit Frequenzanzeige
erweitert, da dieser wesentlich günstiger als ein Oszilloskop in der Beschaffung ist. Außerdem lässt
sich während der Nutzung die Frequenz direkt ablesen und stellt somit einen erheblichen Vorteil
dar.

3.1 Schaltungsaufbau durch OPs

Abbildung 1: Integrierglied

Der Wechsel zwischen den Signalformeln Rechteck, Dreieck und Sinus wurde zuerst mathematisch
durchdacht. Da der Übergang durch Integrieren zu erzielen ist, ist ein Integrierglied in Form eines
Operationsverstärkers in der Grundbasis die beste Wahl.

Unter einem Integrierer versteht man eine Schaltung mit einer frequenzabhängigen Gegenkopplung,
meistens in Form eines Kondensators. Der Kondensator dient dabei als analoger „Speicher“, in dem
die Eingangsspannung Ue über die Zeit aufaddiert wird. Dadurch ergibt sich die Integration über die
Zeit.

Zur Überprüfung der mathematischen Überlegung wurde die Schaltung mit Hilfe des
Simulationsprogramms „ Elektronic Workbench “ wie folgt aufgebaut:

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3 Vorüberlegungen

Ein Frequenzgenerator zur Speisung des Eingangssignals, zwei zuschaltbare Integrierglieder für den
Wechsel zwischen den Signalformen und schließlich ein Oszilloskop zur Endüberprüfung des
Ausgangssignals.

Abbildung 2: Umformung Dreieck in Sinus


Abbildung 3: Dreieck Signal

Abbildung 4: Simulation in Workbench

Durch die Simulation konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden.. Die aufgebaute
Simulationsschaltung funktioniert zwar, jedoch nur für einen Frequenzbereich. Für einen breiteren
Frequenzbereich müssten die jeweiligen RC-Glieder immer wieder neu berechnet und ersetzt
werden. Auf Grund des Problems haben wir uns nach langen Recherchen im Internet für einen
Baustein mit integrierter Schaltung entschieden.

7
3 Vorüberlegungen

3.2 Vorteile integrierter Schaltungen


Mit geringem Schaltungsaufwand erzeugen Bausteine mit integrierter Schaltung Ausgangssignale
wie Sinus, Dreieck, Sägezahn und Rechteck mit Frequenzen von bis zu 20 MHz bei einem
Klirrfaktor von 1%.

Die variable Änderung der Impulsbreite und des Tastverhältnisses von 10 bis 90% kann mit einer
externen Steuerspannung eingestellt werden.

Ein TTL-kompatibler SYNC-Ausgang sorgt für die exakte Synchronisation anderer Baugruppen.

Die unabhängige Einstellung von Frequenzen und Tastverhältnis wird durch eine interne Schaltung
automatisch geregelt.

In der Anschaffung sind sie günstiger und variabler gegenüber der selbst aufgebauten Schaltung mit
OP’s.

Zudem ist ein solcher Baustein sehr klein, damit enorm platzsparend und bei einem Defekt leichter
zu tauschen als mehrere einzelne OP's.

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4 Auswahl des Frequenzgeneratorbausteins

4 Auswahl des Frequenzgeneratorbausteins


Die Aufgabenstellung grenzt die Auswahl eines Frequenzgeneratorbausteins erheblich ein, da ein
Baustein ohne „Direct Digital Synthesis“ (DDS) verwendet werden soll. Bei DDS-Bausteinen wird
das analoge Ausgangssignal von digitaler Hardware mit Hilfe einer Wertetabelle erzeugt, die im
Baustein selbst abgelegt ist. Diese Bausteine sind die heute gebräuchlicheren, da sie über
verschiedene Vorteile gegenüber rein analog arbeitenden Bausteinen verfügen, so z.B.
Frequenzänderungen im Millihertzbereich, geringe Baugröße, Programmierbarkeit.

Die Online-Enzyklopädie „Wikipedia“ kennt im Artikel „Funktionsgenerator“ drei


Funktionsgeneratorbausteine ohne DDS, die als integrierte Schaltungen (engl. integrated circuit,
kurz IC) ausgeführt sind. Diese Bausteine heißen:

• XR2206
• ICL8038
• MAX038

Eine intensive Internetrecherche ergibt keine weiteren Bausteine, die in Frage kommen und zudem
noch lieferbar sind.

Die Aufgabenstellung stellt klare Anforderungen an den zu verwendenden Baustein:

● möglichst viele Signalformen bei breitem Frequenzband


● Betriebsspannung von + 5 V
● oberflächenmontierbare Bauform
● schnell und preiswert erhältlich

Die oben genannten Bausteine werden im Folgenden auf diese Anforderungen hin überprüft.

4.1 XR2206
Der Baustein XR2206 der Firma EXAR CORPORATION, Fremont, CA (USA), kann folgende
Signalformen im Frequenzbereich von 0,01 Hz bis 10 MHz ausgeben:

• Sinus
• Rechteck
• Dreieck
• Linearer Spannungsanstieg
• Impuls

Die typische Betriebsspannung beträgt für die oberflächenmontierbare Version XR2206-D 14 V.


Bei den großen Elektronikversandhäusern ist lediglich die Version XR2206-CP im DIL16-Gehäuse
verfügbar, die eine Betriebsspannung von 12 V aufweist.

Der Preis beträgt rund 4,00 €.

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4 Auswahl des Frequenzgeneratorbausteins

4.2 ICL8038
Der Baustein ICL8038 der Firma Intersil Corporate, Milpitas, CA (USA), kann folgende
Signalformen im Frequenzbereich von 0,001 Hz bis 300 kHz ausgeben:

● Sinus
• Rechteck
• Dreieck
• Sägezahn
• Impuls

Eine oberflächenmontierbare Version ist von Intersil nicht verfügbar. Alle Versionen befinden sich
in einem DIL-14-Gehäuse und haben eine typische Betriebsspannung von 12 V.

Der Preis beträgt rund 4,50 €.

4.3 MAX038
Der Baustein MAX038 der Firma Maxim Integrated Products, Inc., Sunnyvale, CA (USA), kann
folgende Signalformen im Frequenzbereich 0,1 Hz bis 20 MHz ausgeben:

● Sinus
• Rechteck
• Dreieck
• Sägezahn
• Impuls

Die typische Betriebsspannung aller Versionen beträgt +/- 5 V. Jedoch ist die
oberflächenmontierbare Version MAX038CWP bei den großen Elektronikversandhäusern nicht
lieferbar. Es ist lediglich die Version MAX038CPP im DIL-20-Gehäuse lieferbar.

Der Preis beträgt ca. 25,00 €.

4.4 Zusammenfassung und Entscheidung


Alle Bausteine weisen die gleiche Anzahl an Signalformen auf, auch wenn diese teilweise leicht
unterschiedlich sind. Da jedoch alle Bausteine über die wichtigen Signalformen (Sinus, Rechteck,
Dreieck, Impuls) verfügen, kann dies nicht als entscheidendes Kriterium dienen.
Eine weitere Anforderung wurde an die Breite des Frequenzbandes gestellt. Über die größte
Maximalfrequenz verfügt der MAX038 mit 20 MHz, während der ICL8038 über die kleinste
Minimalfrequenz mit 0,001 Hz verfügt. Der XR2206 bewegt sich dazwischen.

Da für viele Anwendungen Frequenzen kleiner als 1 Hz irrelevant sind, ist hier das entscheidende
Kriterium die Maximalfrequenz, wodurch sich der Baustein MAX038 als adäquat erweist.

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4 Auswahl des Frequenzgeneratorbausteins

Keiner der Bausteine verfügt über die geforderte Betriebsspannung von nur + 5 V. Sowohl der
XR2206 als auch der ICL8038 benötigen beide + 12 V, der MAX038 hingegen +/- 5 V, womit
dieser am nächsten zu der geforderten Betriebsspannung liegt. Die fehlenden – 5 V können über
einen einfachen Spannungsinverter (siehe Kapitel 5.2.2) gewonnen werden.

Die von der Aufgabenstellung erwartete Oberflächenmontierbarkeit des Bausteins kann nicht erfüllt
werden, da keiner der Bausteine zurzeit oberflächenmontierbar geliefert werden kann bzw.
überhaupt in dieser Bauform produziert wird. Demnach spielt dieses Kriterium bei der Auswahl
eines Bausteins keine Rolle.

Der XR2206 und der ICL8038 kosten ungefähr gleichviel, der MAX038 ungefähr das 6-fache. Da
keine Serienproduktion der Leiterplatte angestrebt wird, überwiegen bei der Entscheidung für bzw.
gegen einen Baustein die technischen gegenüber den betriebswirtschaftlichen Faktoren.

Aus den oben genannten Gründen fällt die Entscheidung auf den MAX038, da er die geforderten
technischen Eigenschaften am ehesten erfüllt. Er ist zwar mit Abstand der teuerste Baustein, verfügt
jedoch über eine hohe Maximalfrequenz von 20 MHz. Ferner ist seine Betriebsspannung von
+/- 5 V sehr einfach aus der in Laboren üblichen Versorgungsspannung von + 5 V (z.B. zur
Versorgung von TTL-Logik, o.ä.) zu realisieren.

In der folgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Unterkapitel 4.1 bis 4.3 nochmals übersichtlich
zusammengefasst.

XR2206 ICL8038 MAX038


Signalformen Sinus Sinus Sinus
Rechteck Rechteck Rechteck
Dreieck Dreieck Dreieck
Linearer Spannungsanstieg Sägezahn Sägezahn
Impuls Impuls Impuls
Frequenzbereich 0,01 Hz – 10 MHz 0,001 Hz – 300kHz 0,1 Hz – 20 MHz
Betriebsspannung + 12 V + 12 V +/- 5 V
Gehäuse DIL-16 DIL-14 DIL-20
Preis 4,00 € 4,50 € 25,00 €

Als Lieferant wurde die Firma Kessler Electronic GmbH, Bergheim, gewählt, da sie sowohl den
Baustein MAX038 als auch den Baustein ICM7216A (vgl. Kapitel 7) sofort liefern kann. Die
Bestellung kann über den Internetauftritt der Firma erfolgen.

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5 Simulation der Schaltung

5 Simulation der Schaltung

5.1 Simulation der Schaltung


Die Simulation der entwickelten Schaltung in einem Simulationsprogramm, wie z.B. PSpice,
gestaltet sich aufgrund der Tatsache schwierig, dass für die meisten verwendeten Bausteine keine
entsprechende Bibliothek zur Verfügung steht.
Da die Zusammenhänge zwischen der Beschaltung des Bausteins MAX038 und der daraus
resultierenden Ausgangsfrequenz des Signals aus dem Datenblatt entnommen werden können,
ergibt sich die Möglichkeit ein Computerprogramm zu schreiben, welches die grundlegenden
Funktionen der Schaltung simuliert.
Hierfür wird zuerst der Gesamtwiderstand, der in einer bestimmten Konfiguration auftritt,
berechnet:
R ges=R vorR grob R fein (1)

Hierbei ist Rvor der fest verlötete Vorwiderstand und R grob sowie R fein die variablen
Widerstandswerte der beiden Potentiometer an der Vorderseite des Gehäuses.
Danach wird der Strom der durch die Widerstände fließt berechnet, wobei eine Spannung von 2,5 V
anliegt:
2,5V
I= (2)
R ges

Die Frequenz berechnet sich dann nach der Formel:


I
f= (3)
C Kond

Hierbei ist zu beachten, dass das Ergebnis zusätzlich durch die Kondensatorgenauigkeit beeinflusst
wird. Die Einstellmöglichkeit der Kondensatorgenauigkeit ist notwendig, da Kondensatoren mit den
benötigten Werten nur mit einer schlechten Genauigkeit von +/- 20% lieferbar sind.
Um eine einfach zu bedienende Programmoberfläche gestalten zu können, kommt als
Programmiersprache C++ zum Einsatz.

Abbildung 5.

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5 Simulation der Schaltung

Auf der Programmoberfläche kann man zwischen Ausgabefeldern und Stellfeldern unterscheiden.
Die Ausgabefelder sind in der folgenden Abbildung „rot“, die Stellfelder „grün“ markiert.

Abbildung 6.

Die Stellfelder umfassen rechts oben die Kondensatorgenauigkeit in einem Bereich von +/- 20% mit
einer Schrittweite von 5% sowie die verschiedenen Frequenzbereiche, die mit einem Drehschalter
an der Gehäusefront der realen Schaltung ausgewählt werden können. Die Möglichkeit der Angabe
einer Kondensatorgenauigkeit ist notwendig, da die in der realen Schaltung verwendeten
Kondensatoren nur mit einer Genauigkeit von +/- 20 % lieferbar sind.
Darunter befinden sich zwei Schieberegler mit denen der Gesamtwiderstand und somit die Frequenz
verändert werden kann. Diese beiden Schieberegler finden sich als Drehpotentiometer ebenso an
der Gehäusefront der realen Schaltung.
Bei den Ausgabefeldern links oben werden die feste Spannung sowie die nach den Formeln (1) und
(2) berechneten Werte für den Gesamtwiderstand und den Strom ausgegeben. Außerdem wird die
Kapazität des zum gewählten Frequenzbereichs zugehörigen Kondensators, sowie die nach Formel
(3) berechnete Frequenz ausgegeben. Am unteren Rand des Programmfensters wird die gerundete
Frequenz ausgegeben, wie sie auch auf den 7-Segment-Anzeigen der realen Schaltung zu sehen ist.
Beim Umstellen der Kondensatorgenauigkeit erfolgt sofort eine Aktualisierung der
Frequenzanzeige. Somit ist es möglich, die Auswirkungen der Kondensatorgenauigkeit direkt zu
beobachten.

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5 Simulation der Schaltung

5.2 Simulation der Frequenzanzeige


Frequenzanzeige mit Einzelkomponenten simuliert in Workbench.

Abbildung 7: Testschaltung zur Frequenzmessung

Das Bild oben zeigt einen selbst entwickelten Frequenzzähler aus Grundbausteinen. Die Schaltung
funktioniert folgendermaßen: Zuerst wird ein Taktsignal an den Eingang angelegt. Die
Zählerschaltung zählt dann solange die Takte bis ein Referenzsignal eingeht. Bei der positiven
Flanke des Referenzsignals wird der Speicherwert übernommen und bei der negativen Flanke an die
Siebensegmentanzeige übergeben und der Zähler zurückgesetzt. Es empfiehlt sich, die
Referenzfrequenz mit 1 Hz zu beschalten, um eine sinnvolle Ausgabe des Wertes zu erzielen.

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6 Schaltungsentwicklung

6 Schaltungsentwicklung

6.1 Beschaltung des MAX 038

Vorbeschaltung berechnet durch RC Glied zur Frequenzregulierung

Abbildung 8: Beschaltung MAX038

Die Ausgangsfrequenz der Schaltung lässt sich durch die Veränderung der Werte für den
Widerstand (R) und den Kondensator (C) einstellen. Die Frequenz kann mit folgender Gleichung
berechnet werden.

II U REF
F 0= N
(4) U REF = I I ∗R (5) F 0= (6)
CF N
C F∗I I 
N

Die Frequenzarten lassen sich beim MAX038 durch digitale Beschaltung der Eingänge A0 und A1
steuern.

A0 A1 Wellenform
X 1 Sinus
0 0 Rechteck
1 0 Dreieck
Tabelle 1: Eingangsbelegung zur Wahl der Wellenform

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6 Schaltungsentwicklung

Um ein sicheres 0-Signal zu erhalten wurden beide Steuereingänge mit einem Pull-Down
Widerstand verschaltet. Dabei werden die Eingänge durch einen Drehschalter mit entsprechender
Codierung angesteuert. Aufgrund der Pull-Down-Widerstände müssen keine zusätzlichen Low-
Signale vom Drehschalter geliefert werden.

Die Schaltung wurde durch Trennung mit Jumperelementen modular aufgebaut, um spätere
Feineinstellungen oder eventuelle Schaltungskorrekturen vorzunehmen.

6.2 Spannungsversorgung
Die Schaltkreise des Funktionsgenerators benötigen Versorgungsspannungen von +/- 5 V. Der
Betriebsspannungsbereich liegt bei + 5,9 bis + 15 V. Aus diesem Betriebsspannungsbereich wird
zuerst die positive 5 V Spannung gebildet. Mit Hilfe einer weiteren Schaltung wird aus der
positiven 5 V Spannung die negative 5 V Spannung erzeugt.

6.2.1 Spannungsversorgung + 5 V

Die + 5 V Spannungsversorgung wird mit dem Spannungsregler REG103UA-5 gebildet.

Abbildung 9: Blockschaltbild +5V Spannungsregler REG103

Die Eingangsspannung wird an VIN angelegt und von dem DMOS Transistor auf die gewünschte
Ausgangsspannung VOUT geregelt. Der Operationsverstärker vergleicht die von den Widerständen
R1/R2 geteilte Ausgangsspannung mit der internen Referenzspannung VREF und steuert den DMOS
Regeltransistor.
Dieser Schaltkreis ist in DMOS-Technologie gefertigt und zeichnet sich durch folgende
Eigenschaften aus:

● Eingangsspannungsbereich 5,9 – 15 V. Für die Reglung auf + 5 V Ausgangsspannung wird


eine um mindestens 0,9 V höhere Eingangsspannung benötigt.
● Maximaler Ausgangsstrom 500 mA

16
6 Schaltungsentwicklung

● Nur ein kleiner Ausgangskondensator wird benötigt


● Schutz gegen Überstrom
● Schutz gegen Übertemperatur

Die Beschaltung des + 5 V Spannungsversorgung ist wie in Abbildung 10 ausgeführt.

Abbildung 10: Schaltplanausschnitt +5V Spannungsversorgung

Zum Schutz von rückinduziertem Strom beim Ausschalten oder einer Stromunterbrechung wurde
eine Schottky-Freilaufdiode eingebaut. Zu Testzwecken sind die Jumper X1 und X2 vorgesehen. Im
Ausgang ist ein SMD Kondensator mit 1µF zur Filterung vorgesehen.

Die Bausteine des Funktionsgenerators haben im wesentlichen einen Stromverbrauch von:

● Frequenzgenerator 45 mA
● Frequenzteiler 2 mA
● Operationsverstärker 5,2 mA
● -5 V Spannungsversorgung 60 mA
● 5 V Spannungsregler 1 mA
● 7 Segmentanzeige 40 mA

Es ergibt sich ein Gesamtverbrauch von rund 315 mA, die Spannungsversorgung kann bis zu 500
mA liefern und ist somit für diesen Einsatz geeignet.

17
6 Schaltungsentwicklung

6.2.2 Spannungsversorgung - 5 V

Für die Bildung der negativen 5 V Spannungsversorgung wurde der Schaltkreis TPS60403
ausgewählt. Dieser Schaltkreis ist ein ungeregelter 60 mA Spannungsinverter, welcher nach dem
Prinzip einer Ladungspumpe arbeitet.

Abbildung 11: Prinzip Ladungspumpe

Die Schaltung invertiert die am Eingang angelegte Spannung. Während der ersten Hälfte des
Schaltzyklus sind die Schalter S2, S4 geöffnet und S1, S3 geschlossen. Der Kondensator C (fly) lädt
sich auf die Eingangsspanung VI. In der zweiten Hälfte des Schaltzyklus wird S1, S3 geöffnet und
S2, S4 geschlossen. Dadurch wird der positiv geladene Kondensatoranschluss an GND und der
negative Anschluss mit VO verbunden und der Ausgangskondensator C0 negativ geladen.

Laut Datenblatt des Hersteller liegt die typische Stromaufnahme des Frequenzgenerators von der
negativen Spannungsquelle zwischen 45 mA und 55 mA. Der Operationsverstärker bezieht
zusätzlich noch 5,2 mA bzw. 7.5 mA. Im Grenzfall beträgt der Strom von der negativen
Spannungsquelle 62,5 mA. Der typische Ausgangsstrom der negativen Spannungsquelle liegt bei
60 mA. Um die Funktionssicherheit zu gewährleisten, empfiehlt es sich 2 Schaltkreise im
Parallelbetrieb zu verwenden.

18
6 Schaltungsentwicklung

Abbildung 12: Schaltplanausschnitt +5V Spannungsversorgung

Für den Funktionsgenerator werden zwei Schaltkreise parallel geschaltet. Gemäß Datenblatt sind
die Kondensatoren mit je 1 µF auszulegen. Im Falle zweier paralleler Schaltkreise ist der
Ausgangskondensator zu verdoppeln. Der Ausgangswiderstand ist aus der Kennlinie ersichtlich.

Abbildung 13: Kennlinie Ausgangswiderstand

Bei zwei parallel geschalteten Schaltkreisen ist somit der Ausgangswiderstand ca. 3,75 Ω, was der
Hälfte des Widerstandswerts eines einzelnen Schaltkreises entspricht.

19
6 Schaltungsentwicklung

6.5 Ausgangsverstärkung
Um eine definierte Ausgangsamplitude zu erhalten ist es erforderlich das Ausgangssignal des
Signalgeneratorbausteins zu verstärken. Die Verstärkung wird mit einem Operationsverstärker
vorgenommen.

Der Operationsverstärker ist als nichtinvertierender Verstärker gewählt. Ein Teil der
Ausgangsspannung wird über einen Spannungsteiler auf den negativen Anschluss des
Operationsverstärkers zurückgeführt, der durch einen 5 kΩ Potentiometer realisiert ist. Die
Verstärkung lässt sich wie folgt berechnen:

R2
v=1 (7)
R1

wobei R2 und R1 durch die Position des Schleifkontakts des Potentiometers gegeben ist.

Darüber lässt sich die Ausgangsspannung SIG_OUT (UA) justieren.

R2
U A=v∗U E =[1 ]∗U E (8)
R1

20
6 Schaltungsentwicklung

6.6 Probleme mit der Bauteilungenauigkeit

Abbildung 14: Frequenzwahl


Der Frequenzgenerator arbeitet nach dem Prinzip der alternativen Ladung und Entladung der
Kondensatoren C1.1 bis C1.6.

Der Lade- und Entladestrom ist der Strom, welcher in IIN fließt. Er kann Werte zwischen 2 µA und
750 µA einnehmen, sodass mit einem Kondensatorwert ein Frequenzbereich von mehr als zwei
Dekaden erzeugt werden kann. Der Strom IIN wird von dem Wert des Widerstandes, welcher
zwischen den Anschlüssen REF und IIN geschaltet ist, bestimmt. Um einen definierten Anfangswert
in den verschiedenen Frequenzbereichen zu erzielen sind jeweils sehr genaue Widerstandswerte
erforderlich. Dies wird in der vorhandenen Schaltung dadurch erreicht, dass in Reihe zu jedem
festen Widerstandswert ein Stellwiderstand verwendet wird. Diese Stellwiderstände sind beim
Abgleich des Funktionsgenerators fest einzustellen.

21
7 Schaltungserweiterung

7 Schaltungserweiterung

7.1 Frequenzanzeige
Damit nicht für jede Einstellung der Frequenz ein Oszilloskop an den Ausgang angeschlossen
werden muss, wird die bestehende Schaltung durch eine Frequenzanzeige erweitert. Diese ist in der
Beschaffung wesentlich günstiger und bietet den Vorteil, den Frequenzwert direkt ablesen zu
können.
Die Erweiterung umfasst die Frequenzmessung und die Darstellung des Frequenzwertes.

7.2 Frequenzmessung
Bei der Schaltungserweiterung erfolgt die Frequenzmessung durch einen separaten Baustein.

7.2.1 Baustein ICM7216A

Der ICM7216A ist ein Frequenzzählerbaustein mit sechs verschiedenen Funktionsarten. So ist er in
der Lage Frequenz, Periode, Frequenzverhältnis, Impuls, Zeitintervall und Oszillator-Frequenz zu
messen. In der Schaltung wird lediglich die Frequenzmessung verwendet.

Der Baustein passt sehr gut zur vorhandenen Schaltung, da er bei einer Versorgungsspannung von
5 V betrieben wird. Die maximal messbare Frequenz ist 10 MHz. Der MAX038 kann laut
Datenblatt eine Frequenz von 20 MHz liefern. Jedoch ist er so beschaltet, dass er 10 MHz nicht
überschreitet und dadurch der ICM7216A die komplette Frequenzbandbreite des
Frequenzgenerators anzeigen kann. Ein weiterer Vorteil dieses Bausteins ist die interne Schaltung
zur Ansteuerung von 7-Segment-Anzeigen bzw. LED-Displays.

7.2.2 Bausteinerstellung für Eagle

Den Baustein ICM 7216A gibt es nicht standardmäßig in der Bibliothek in Eagle. Daher muss
dieser extra erstellt werden.

Zunächst muss eine Bibliothek ausgewählt werden, in die das neue Element eingefügt werden soll.
Anschließend wird das Schaltplansymbol erstellt, indem man es mit einer Strichstärke von 16mil
zeichnet. Als nächstes müssen alle 28 Pins mit einem Abstand von 100mil hinzugefügt und benannt
werden. Das Schaltplansymbol ist nun fertig und kann gespeichert werden.

Des weiteren muss das Zeichenlayout bearbeitet werden. Dem Datenblatt kann entnommen werden,
dass es sich um ein DIL 28 Layoutpackage handelt. Da dieses Gehäuse durchaus üblich ist, kann es
von einem anderen Bauteil kopiert werden. Somit erspart man sich die Arbeit, es neu zu erstellen.
Es müssen lediglich Pads hinzugefügt bzw. gelöscht und genau wie das Bauteil umbenannt

22
7 Schaltungserweiterung

werden.Nachfolgend wird das Bauteil erzeugt, indem man Symbol und Package durch Verknüpfung
von Pins und Pads logisch miteinander verbindet.

Abschließend wird die Bibliothek gespeichert und die Änderungen werden wirksam.

7.3 Beschaltung

Abbildung 15: Beschaltung des ICM7216

Die Versorgungsspannung von 5 V werden an Pin 18 (VDD), das zu messende Signal wird direkt an
Pin 28 (Input A) gelegt.

Der Quarz Q1 (10 MHz) und das RC-Glied (R7: 22 MΩ, C7: 33 pF) sind an Pin 25 (OSC Input)
und Pin 26 (OSC Output) angeschlossen und geben den Referenztakt für den Zähler vor. Dieser
Referenztakt lässt sich mit dem einstellbaren Kondensator C10 (4,5 – 70 µF) im Promille-Bereich
abstimmen. Da die Frequenz gemessen werden soll, ist über R3 (10 kΩ) Pin 3 (Function Input) mit
Pin 23 (Digit 1 Output) verbunden.

Zur Darstellung der Frequenz mit Hilfe der 7-Segment-Anzeige sind diese an den Pin’s 5-7 und 9-
12 (Segment a-g Output) angeschlossen. Die Anzeigen werden über die Pin’s 15-17 und 19-23

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7 Schaltungserweiterung

(Digit 1-8 Output) mit Spannung versorgt. Der Dezimalpunkt (Pin 4, Decimal Point Output) ist an
alle 7-Segment-Anzeigen angeschlossen. Die Position des Dezimalpunktes kann durch das
Verbinden von Pin 14 (Range Input) mit Digit 1-8 Output variiert werden (siehe 6.2.2 Anzeige des
Frequenzwertes). Der Frequenzwert wird automatisch berechnet und der Position des
Dezimalpunktes angepasst.

Sowohl der Kondensator C8 (100 nF) an Pin 1 (Control Input) als auch der Widerstand R6 (10 kΩ)
an Pin 27 (Hold Input) sorgen für ein definiertes Low-Signal und damit für eine hohe Störfestigkeit.

7.4 Messung im Frequenz Modus

Das Signal an Pin 28 (Input A) wird von dem Hauptzähler gezählt. Die Dauer hängt von dem
Referenztakt und der vom internen Bezugszähler automatisch bestimmten Anzahl der Zählungen
ab.
Der Output des Hauptzählers steuert die 7-Segment-Anzeigen an, welche die Frequenz anzeigen.
Nach jeder Zählperiode werden die Daten zwischengespeichert und an die Anzeigen weitergeleitet.
Danach werden die Zähler zurückgesetzt und eine neue Zählperiode beginnt.

7.5 Darstellung
Der Frequenzwert wird mit Hilfe von 7-Segment-Anzeigen dargestellt. Da die gesamte Schaltung in
ein Gehäuse eingebaut werden soll, befinden sich acht Anzeigen aus optischen Gründen auf einer
separaten Platine, die über eine Flachbandleitung mit der Hauptplatine verbunden ist.

7.5.1 Die 7-Segment-Anzeige

Eine 7-Segmentanzeige besteht aus sieben Leuchtsegmenten, die eine Dezimalzahl von 0 bis 9
dargestellen können, wobei jedes Segment einzeln angesteuert wird. Die Segmente sind von a bis g
eingeteilt. Die Ansteuerung der Segmente ist im ICM7216A integriert.

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7 Schaltungserweiterung

7.5.2 Anzeige des Frequenzwertes

Abbildung 16: 7 Segment Anzeige

Der Frequenzwert wird generell in Hz angezeigt. Jedoch lassen sich Frequenzen ab 100 kHz
leichter als 100.000 kHz anstatt als 100000Hz ablesen. Zu diesem Zweck lässt sich ein Jumper an
X3 setzen, der PIN 14 (Range Input) mit PIN 20 (Digit 4 Output) verbindet. Dies bewirkt, dass der
Dezimalpunkt in der vierten Segmentanzeige erscheint; es werden also drei Nachkommastellen
ausgegeben. Der Frequenzbereich wird automatisch vom Hz-Bereich in den kHz-Bereich gehoben
und 100 kHz erscheint als 100.000 kHz auf den 7-Segment-Anzeigen.

Kleine Frequenzen sind optisch leichter ohne Dezimalpunkt abzulesen. Für diesen Fall entfernt man
den Jumper und die Anzeige wechselt wieder in den Hz-Bereich, in der sich als kleinste Frequenz
1 Hz darstellen lässt.

Da sich der Jumper im Gehäuse befindet, muss die Wahl zwischen den Bereichen vor dem
Verschrauben des Gehäuses und nach eigenen Vorlieben getroffen werden.

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8 Layoutentwicklung mit EAGLE

8 Layoutentwicklung mit EAGLE

8.1 Schaltungsentwurf in EAGLE


Nach dem Abschluss der Planung- und Entwicklungsphase der Schaltung geht es nun darum, die
Schaltung auf einer realen Platine aufzubauen. Mit dem Programm EAGLE wird zuerst ein
Schaltplan erstellt, die so genannte Schematic. Diese beschreibt jedoch nicht die Funktion, sondern
die Verknüpfung der einzelnen Bauteile untereinander. Erst in einem späteren Schritt wird das
Layout der Platine erstellt. Hierbei ist folgendes zu beachten:

● Die Positionierung der Bauteile ist für eine bessere Übersichtlichkeit in Module unterteilt,
damit Fehler in der Schaltung vermieden werden und und sie gegebenenfalls besser zu
finden sind.

● Zu jedem Modul ist ein Testpunkt mit dem Ausgang verbunden, um später die einzelnen
Komponenten kalibrieren zu können.

● Da der Baustein ICM7216A nicht in der Bauteilbibliothek verfügbar war wurde er erstellt.
Dieser Bauteilentwurf befindet sich in einer selbst erstellten Bibliothek und kann aus dieser
verwendet werden.

● Um die Störfestigkeit der Platine im Betrieb zu gewährleisten und um die Produktionskosten


geringer zu halten, wird eine Massefläche eingefügt, welche auf den Freiflächen der Platine
platziert ist.

● Als kritisches Bauteil wird der Quarzbaustein separat mit einer Massefläche abgeschirmt,
damit Störungen nicht auf den Rest der Platine induziert werden können.

● Die Anzeigeplatine ist von der Schaltungsplatine getrennt und wird über eine 16-polige
Flachbandverbindung angesteuert. Diese Trennung ist erforderlich um die vorgesehene
Montage im Gehäuse zu gewährleisten.

● Die Bedienelemente die am Gehäuse montiert sind, werden für eine verbesserte Übersicht
über eine Flachbandleitung mit Lötpads auf der Platine verlötet

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8 Layoutentwicklung mit EAGLE

8.2 Modularer Aufbau des Layouts

Abbildung 17: Module der Platine

1 Quarz Oszillator 7 Bereichslänge


Q1 Quarz 10MHz R4.1 – R4.6 SMD Stellwiderstand 1kΩ
R7 SMD Widerstand 22MΩ R3.1 – R3.6 SMD Widerstand undef.
C7 SMD Kondensator 33pF 8 Kondensatortoleranz Kompensation
C10 Stellkondensator 4.5 – 70 µF R1.1 – R1.6 SMD Stellwiderstand 1kΩ
2 Spannungsreglung +5V R2.1 – R2.6 SMD Widerstand undef.
C13 SMD Kondensator 1µF R11 SMD Widerstand 3,7 kΩ
IC2 Spannungsregler REG103UA-5 9 Frequenzbereichseinstellung
V1 Shottky BAT54 C1.1.2 SMD Kondensator 2,2 µF
3 Frequenzwahl C1.1.1 SMD Kondensator 4,7 µF
R4 SMD Widerstand 1kΩ C1.2– C1.6 SMD Kondensator 6.8
R5 SMD Widerstand 1kΩ 10 Frequenzeinstellung
4 Frequenzzählerbaustein R8 SMD Stellwiderstand 5 kΩ
ICM7216 DIL Frequenzzählerbaustein ICM7216 Ber_abst SMD Stellwiderstand 10 kΩ
R3 SMD Widerstand 10 kΩ R1 SMD Widerstand 91 kΩ
R6 SMD Widerstand 100 kΩ Spindelpoti 1 kOhm
C8- C9 SMD Kondensator 100nF Log Poti 50 kOhm
5 Ausgangsverstärkung +5V 11 Frequenzgenerator
C6 SMD Kondensator 56pF MAX038 DIL Frequenzgenerator
R2 SMD Widerstand 50Ω R10 SMD Widerstand 12 kΩ
R9 SMD Stellwiderstand 5kΩ C4 SMD Kondensator 1µF
IC4 SMD Operationsverstärker OPA350 C5 SMD Kondensator 1µF
6 Spannungsstabilisierung -5V
IC3, IC5 Spannungsregler -5V TPS604000
C3, 11 -15 SMD Kondensator 1µF

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9. Bedienungsanleitung

9. Bedienungsanleitung

9.1 Bedienungsanleitung des Funktionsgenerators

Abbildung 18: Gehäuse des Funktionsgenerators

1. Sicherung

Um den Frequenzgenerator vor einer eventuellen Überlast abzusichern wird eine


Feinsicherung (230 V, flink, 500 mA) eingebaut, welche nach der Auslösung ersetzt
werden muss.

Warnhinweis: Bei Auslösung der Sicherung, Fachkraft für die Überprüfung und
Reparatur des Geräts hinzuziehen.

2. Netzschalter

Kippschalter zur Inbetriebnahme des Geräts, sowie zur Zuschaltung der


Spannungsversorgung.

3. Wahlschalter der Frequenzform

Mit diesem Wahlschalter kann die Signalform zwischen sinus-, dreieck- und
rechteckförmiger Ausgangsspannung umgeschaltet werden.

4. Wahlschalter für Frequenzbereiche

Hiermit wird der Wert der maximalen Frequenz angegeben, wobei die Frequenz wird
dekadisch ausgewählt.

5. Drehregler für die grobe und feine Frequenzabstimmung

Mit dem Drehregler für die grobe Frequenzeinstellung lässt sich die gewünschte

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9. Bedienungsanleitung

Frequenz in einem Frequenzbereich auswählen. Anschließend kann mit dem Drehregler


zur Feinabstimmung die gewünschte Frequenz sehr genau eingestellt werden.

6. Kippschalter für Signalfreigabe

Dieser Schalter dient zum Ein- und Ausschalten des Ausgangssignals Dabei ist jedoch
zu beachten, dass das Signal erst eingeschaltet werden darf, wenn das Gerät bereits
angeschlossen und in Betrieb ist.

7. Frequenzanzeige

Auf der Frequenzanzeige wird die erzeugte Frequenz in kHz angezeigt. (Falls xxx
erscheint, übersteigt die Frequenz den möglichen Anzeigewert der Frequenzanzeige.)

8. Schalter des Ausgangkanals

Zum Ein- und Ausschalten des Ausgangssignals.

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9. Bedienungsanleitung

9.2 Bedienungsanleitung für das Simulationsprogramm


Beim Starten des Simulationsprogramms öffnet sich die folgende Programmoberfläche:

Abbildung 19.

Auf der Programmoberfläche kann man zwischen Ausgabefeldern und Stellfeldern unterscheiden.
Die Ausgabefelder sind in der folgenden Abbildung „rot“, die Stellfelder „grün“ markiert.

Abbildung 20.

Rechts oben kann der Frequenzbereich vorgewählt, danach die gewünschte Frequenz über die
beiden Schieberegler eingestellt werden. Hierbei ermöglicht der obere Schieberegler eine grobe
Frequenzvorwahl wohingegen der untere Schieberegler zur Feinabstimmung dient.
Unter den beiden Schiebereglern wird die Frequenz, wie auf den 7-Segment-Anzeigen an der
Gehäusefront, ausgegeben.
Es kann zusätzlich über dem Frequenzbereich noch die Kondensatorgenauigkeit gewählt werden.
Dies ist notwendig, da die Kondensatoren nur mit einer Genauigkeit von +/- 20 % verfügbar sind.
Die Schrittweite beträgt 5 %. Beim Umstellen der Genauigkeit erfolgt sofort eine Aktualisierung
der Anzeige. Somit ist es möglich, die Auswirkungen der Kondensatorungenauigkeit direkt zu
beobachten.
Die Werte die das Programm links oben ausgibt haben für die Programmbedienung keine Relevanz.
Sie werden im Kapitel 4.1 der technischen Projektdokumentation näher erläutert.

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10 Zusammenfassung und Ausblick

10 Zusammenfassung und Ausblick


Da einige Bauteile, insbesondere das Gehäuse, der Frequenzzählerbaustein und die 7-Segment-
Anzeigen nicht rechtzeitig geliefert werden konnten, wurde das Projekt nur theoretisch
fertiggestellt.

Die Spannungsversorgung sowie die Ausgangsverstärkung konnten aufgebaut und getestet werden.
Somit müssen nur noch die fehlenden Bausteine eingesetzt und einige Stellpotentiometer sowie die
7-Segment-Anzeigen angelötet werden. Anschließend kann die Platine in das Gehäuse eingebaut
werden.

Die dann in das Gehäuse integrierte Schaltung ist als in sich abgeschlossenes Projekt zu betrachten.
Demnach können keine Vorschläge zur Erweiterung der Schaltung gegeben werden. Lediglich bei
der selbst programmierten Software besteht die Möglichkeit, diese um eine, einem Oszilloskop
ähnliche, Anzeige zu erweitern.

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