november 2009 

Gemeinde Köniz

Könizer zeitung Der Sensetaler

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Ein Wahrzeichen fürs Wangental
Zwei leuchtende Türme sollen den Zugang zum Bahnhof Niederwangen erleichtern
NIEDERWANGEN – Ab Frühling 2010 werden zwei Türme die Riedmoosbrücke überragen. Sie bilden eine direkte Verbindung von der Strasse zur S-Bahn-Station.
«Die zwei Türme werden Niederwangen städtebaulich aufwerten», ist sich Könizer Verkehrsdirektorin Katrin Sedlmayer (SP) sicher. Sie freut sich auf die beiden Lifttürme, die die Riedmoosbrücke und das Perron miteinander verbinden werden. Um die neuen Bauten vor Graffitis zu schützen, wurde ein für Sprayer unattraktives Oberflächenmaterial gewählt: «Wir haben uns für ein Gitternetz entschieden, wie es beim Stade de Suisse verwendet wurde», erklärt Architekt Franz Bamert (3B Architekten AG, Bern). Das Material habe aber auch noch einen zweiten Vorteil: «Durch die Lochstruktur wächst das optische Volumen der Türme, wenn man sich von ihnen entfernt.» Sie würden damit zu einem weithin sichtbaren «Wahrzeichen». Ein buntes Lichtspiel aufgrund der farbigen Lifte im Innern der andersfarbigen, gläsernen Liftschächte soll die Wirkung noch verstärken und die Türme ins Wangental hinaus strahlen lassen. Doch die beiden Türme sollen nicht nur eine Augenweide sein: Per Lift und per Treppe soll man über sie das Perron der S-Bahn-Station Niederwangen erreichen. «Die Bewohner des Rieds und der Juchstrasse sowie die Arbeitnehmenden im Entwicklungsschwerpunkt JuchHallmatt erhalten damit einen direkten Zugang zum Knotenpunkt», freut sich Gemeinderätin Katrin Sedlmayer. In den Liften können jeweils fünf Personen transportiert werden. Projekt mit Herausforderungen Am 23. Oktober erfolgte der offizielle Baustart zum Projekt «Türme in Niederwangen». Für die Realisierung mussten viele Bedingungen erfüllt werden. So müssen

Die Türme werden die Brücke um 5 m überragen und den öV-Nutzern den direkten Zugang zum Perron ermöglichen.

Skizze: zvg

zum Beispiel die Türme wegen der Sogwirkung der vorbeifahrenden Züge weiter weg vom Geleise gebaut werden, als ursprünglich vorgesehen. «Will man den Fahrplan auf den 15-Minuten-Takt umstellen, müssen die Züge schneller fahren», erklärt Projektleiter Martin Geiser die Planänderung. Konkret müsse die Geschwindigkeit von 140 auf 160 km/h erhöht werden. Auch auf der Brücke wird gebaut: Auf ihr soll eine Bushaltestelle entstehen. Der Strassenbelag muss deshalb verstärkt werden. Das Baugebiet auf Bachseite bietet weitere Herausforderungen: Das Gelände ist feucht und bedingt besondere bauliche Massnahmen. Die statischen Abklärungen zum Turm auf dieser Seite der Brücke füllen laut Geiser einen ganzen Bundesordner. Im Januar dieses Jahres konnte das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr abgeschlossen werden. Perron wird verlängert Die SBB werden im Zusammenhang mit dem Gemeindeprojekt die beiden bestehenden Perrons auf 220 Meter verlängern. Zwischen den neuen Türmen und der bisherigen Haltestelle soll eine niveaugleiche Verbindung geschaffen werden. Die Zugangsrampe zum Perron  1 wird behindertengerecht

umgebaut. Die geplante Verschiebung des Zughalteorts in Richtung der neuen Türme erfordert auch eine Versetzung der bestehenden Wartehalle des Perron  1 in Richtung Türme. Somit wird ein zentraler Bereich für Bus- und Bahnkunden geschaffen. Während der Verlängerung der Perrons und dem Bau der Türme soll der Eisenbahnverkehr aufrecht erhalten werden. Ein drei Millionen-Projekt Das Projekt wird vom Kanton Bern mit 900'000 Franken (400'000 Franken z.H. der Gemeinde Köniz / 500'000 Franken z.H. der SBB) unterstützt. Die Firmen Fust AG, Genossenschaft Migros Aare und Maag Technic mit Sitz im Entwicklungsschwerpunkt Juch/Hallmatt beteiligen sich mit 325'000 Franken an der Realisierung des Projektes. Das Könizer Parlament hat im Dezember 2006 für die Realisierung der Türme in Niederwangen seinerseits einen Kredit von knapp zwei Millionen Franken gesprochen. Die Verbindung zwischen Strasse und Perron wird somit fast drei Millionen Franken kosten. Der Baubeginn der Türme verzögerte sich um fast ein Jahr, weil das Baugesuch zusätzlich beim Bundesamt für Verkehr eingereicht werden musste. «Damit hatten wir

nicht gerechnet», so Sedlmayer. Bis im kommenden April sollen nun aber beide Türme fertig gestellt Barbara Imboden sein.  Die Geschichte der Türme
2004: Die Gemeinde Köniz lanciert einen Projektwettbewerb. März 2005: Die Jury kürt den Sieger des Projektwettbewerbs: Das Team der Clemençon + Ernst Architekten (heute: 3B Architekten AG, Bern) konnte mit dem Projekt «Türme in Niederwangen» überzeugen. Dezember 2006: Das Könizer Parlament spricht einen Kredit von knapp zwei Millionen Franken. Januar 2009: Das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr ist abgeschlossen. 23. Oktober 2009: Der Bau des ersten Turms auf Seite des Bachs beginnt. Dezember 2009: Aufgrund der Feiertage wird eine Baupause eingelegt. Anfang 2010: Der Bau des zweiten Turms beginnt. Ende April 2010: Der Bau ist abgeschlossen.

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