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Praktikum der Berufsfelderkundung

Information für Studierende


WS 2018 / SS 2019

Institut für Allgemeinmedizin (Univ.-Prof. Dr. med. Stefan Wilm)


Institut für Medizinische Soziologie (Dr. Simone Weyers)

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:


Institut für Allgemeinmedizin (ifam)
Frau Petra Honerkamp
petra.honerkamp@med.uni-duesseldorf.de
1. Lernziele

Die Veranstaltung hat zum Ziel, den Studierenden einen Einblick in verschiedene
ärztliche Tätigkeitsbereiche der Patientenversorgung zu geben und die notwendigen
Kompetenzen zu reflektieren.
Beim ärztlichen Handeln sind v.a. die folgenden Kompetenzen von Bedeutung (Me-
dizinische Fakultät 2010):

- Humanbiologische Kompetenz - ist die Fähigkeit, aufbauend auf den natur-


wissenschaftlichen Grundlagen, den Menschen in seiner Struktur und Funkti-
on in Gesundheit und Krankheit zu verstehen, Krankheitsprozesse zu analy-
sieren und als Grundlage für Prävention, Diagnostik und Therapie zu nutzen.
- Diagnostische, therapeutische und präventive Kompetenz - ist die Fähig-
keit, aktiv für Gesundheitsförderung einzutreten, Entscheidungen zu Präventi-
on, Diagnostik und Therapie nach den Regeln der ärztlichen Kunst zu treffen
und dementsprechend zu handeln.
- Wissenschaftliche Kompetenz - ist die Fähigkeit, Informationen kritisch zu
hinterfragen, zu analysieren, Hypothesen aufzustellen und diese mit geeigne-
ten Methoden zu überprüfen.
- Soziale und ethische Kompetenz - ist die Fähigkeit, Einstellungen und Wer-
te im ärztlichen Handeln kritisch zu reflektieren und unter Beachtung und Res-
pektierung der soziokulturellen Unterschiede und Autonomieansprüche von
Patienten verantwortungsvoll zu leben.
- Kommunikative Kompetenz - ist die Fähigkeit, jedem Menschen angemes-
sen zu begegnen.
- Selbstkompetenz - ist die Fähigkeit zur Selbstorganisation und Selbstreflexi-
on als Grundlage einer lebenslangen persönlichen Weiterentwicklung.
- Wirtschaftliche Kompetenz - ist die Fähigkeit, die zur Verfügung stehenden
Ressourcen effizient zu nutzen.
- Lehrkompetenz - ist die Fähigkeit, Wissen, Fertigkeiten und Haltungen kon-
textangemessen zu vermitteln.

 Ziel der Hospitationen zur Berufsfelderkundung ist nicht, das Arbeiten der
Ärzt/innen zu bewerten, sondern ärztliche Kompetenzen zu beobachten und
zu reflektieren.

2. Aufgabenstellung

Die Studierenden hospitieren je einen Tag (à 8 Stunden) in zwei verschiedenen, der


gesundheitlichen Versorgung dienenden Einrichtungen. Sie verschaffen sich einen
allgemeinen Eindruck über die ärztlichen Tätigkeiten in diesen Bereichen. Sie arbei-
ten v.a. heraus, inwiefern die o.g. Kompetenzen jeweils relevant sind. Diese Erfah-

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rungen arbeiten sie selbstständig in Kleingruppen auf. Die Kleingruppen referieren
ihre Erfahrungen im Seminar. Abschließend geben alle Studierenden einen persönli-
chen Reflexionsbericht ab.

3. Hospitationsfelder und Einrichtungen

Bei der Auswahl der Einrichtungen sollen zwei der drei Säulen der Medizin: Präventi-
on, Kurative Medizin und Rehabilitation abgedeckt werden. Die Einrichtungen sollen
sowohl im ambulanten als auch stationären Sektor angesiedelt sein.

Prävention Kurative Medizin Rehabilitation

Ambulant

Stationär

Die Hospitationen sollen nach dem Wintersemester in der vorlesungsfreien Zeit


durchgeführt werden. Die Auswahl der Hospitationseinrichtungen erfolgt durch die
Studierenden selber.
Die Studierenden erhalten ein entsprechendes Begleitschreiben, welches auch der
Anwesenheitsbescheinigung dient. Insgesamt sind zwei Bescheinigungen einzu-
reichen. Am Ende dieses Leitfadens befinden sich der Vordruck für das Empfeh-
lungsschreiben und die Anwesenheitsbescheinigung.
Während der Hospitation sind die Studierenden genauso wie während des sonstigen
Unterrichtes versichert.
Bitte weisen Sie sich vor Ort mit einem HHU/UKD-Namensschild aus. Dieses kön-
nen Sie zum Ende des Wintersemesters in der Fachschaft abholen.

Tipps
 Vorherige Berufstätigkeit im Gesundheitswesen ist kein Ersatz für die struktu-
rierten Hospitationen. Wenn Sie schon Erfahrungen im Gesundheitswesen
haben, suchen Sie sich etwas ganz Anderes aus, als Sie bisher kennen.
 Seien Sie bei der Ansprache Ihrer Wunsch-Einrichtung motiviert und weisen
Sie darauf hin, dass Sie ein ärztliches Arbeitsfeld entdecken WOLLEN.
 Montagstermine könnten problematisch sein. Sollten Sie eine Absage erhal-
ten, prüfen Sie, ob ein anderer Wochentag günstiger ist.
 Sie sind kein ‚Störenfried‘, der eine lästige Pflicht absolvieren muss. Seien sie
neugierig und aufgeschlossen bei Ansprache und Hospitation!

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4. Leistungsnachweis

Der Leistungsnachweis kann nur bei folgenden Leistungen ausgestellt werden:


- Teilnahme an zwei Seminaren
- Abgabe von zwei Hospitationsbescheinigungen
- Halten eines PPT-gestützten Vortrages mit den Kommilitonen der Unter-
Arbeitsgruppe zu EINER Hospitation (20 Minuten max.)
- Abgabe insgesamt EINES persönlichen Reflexionsberichtes zu BEIDEN Hospi-
tationen im Papierausdruck an den Dozenten
- Ablage der Kopie des Reflektionsberichtes im Portfolio ‚Primärversorgung‘
- Fehlzeiten sind nicht möglich.

5. Struktur der PPT-Präsentation

Die Studierenden ordnen zunächst die Reihenfolge der Einzelbeiträge, z.B. nach
ambulanter und stationärer Versorgung.
Sie beschreiben dann jeweils kurz, in welchen Einrichtungen die Hospitationen er-
folgten (nur die Einrichtungen, welche für die Gruppenarbeit herangezogen wurden).
Wie wurden Prävention, kurative Medizin bzw. Rehabilitation umgesetzt?
Sie schildern dann jeweils kurz ein bis zwei besondere Eindrücke aus der eigenen
Hospitation anhand von praktischen Beispielen und verknüpfen sie mit der jeweiligen
Kompetenz. Treffen Sie eine Auswahl. Was hat Sie erstaunt oder beeindruckt?
Bitte nicht zu jeder Kompetenz referieren!
Die Gruppe zieht abschließend ein gemeinsames Fazit.
Die Einzelbeiträge sollen jeweils so kurz sein, dass die Gesamtzeit des Gruppenre-
ferates von 20 Minuten nicht überschritten wird.
 Üben Sie bei dieser Gelegenheit Ihre Lehrkompetenz. Gestalten Sie Ihr Refe-
rat so interessant, dass Ihre Zuhörer einen Gewinn davon haben! 
Technisch kompatible Formate sind MS Power Point oder pdf. Bitte bringen Sie Ihre
Gruppenpräsentation auf einem USB-Stick mit, NICHT auf Ihrem eigenen Laptop.

6. Struktur des persönlichen Reflexionsberichtes

Hintergrund
- Beschreiben Sie, warum Sie sich die besuchten Einrichtungen ausgesucht ha-
ben und welche Erwartungen Sie mit den Hospitationen verknüpft haben.
- Beschreiben Sie die besuchten Institutionen (Standort, Anzahl der Beschäftig-
ten, Anzahl der dort tätigen Ärztinnen/Ärzte, Aufgabenbereiche).

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Ergebnisse a und b
- Für wen ist der Arzt/die Ärztin tätig?
- Mit welchen Aufgaben ist der Arzt/die Ärztin betraut?
- Inwiefern sind folgende Kompetenzen jeweils relevant? (Beispielhafte strukturie-
rende Stichworte in Klammern)
o humanbiologische Kompetenz
o diagnostische, therapeutische und präventive Kompetenz
o wissenschaftliche Kompetenz
o soziale und ethische Kompetenz
o kommunikative Kompetenz
o Selbstkompetenz
o wirtschaftliche Kompetenz
o Lehrkompetenz
Diskussion
- Stellen Sie die Anforderungen an die ärztliche Rolle und ihre verschiedenen
ärztlichen Kompetenzen Ihrer eigenen Persönlichkeit mit ihren Stärken und
Schwächen gegenüber. Welche ärztlichen Kompetenzen passen gut zu Ihrer
Persönlichkeitsstruktur, wo können Sie ihre Stärken einbringen? Wo liegen
eher Ihre Schwächen, die beim Erreichen einer hohen Kompetenz hinderlich
sein könnten?
- Ziehen Sie ein Resümee und nehmen Sie dabei auch Bezug auf Ihre anfangs
geschilderten Erwartungen.
Format
- 1-5 zeilig, Schriftgröße 12
Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Reflexionsbericht zwei Seiten nicht überschreitet.
Bitte denken Sie daran, ein Exemplar Ihres Reflektionsberichtes in Ihr Portfolio
‚Primärversorgung‘ abzuheften. Das Portfolio wird am Ende des zweiten Studien-
jahres eingesammelt, und Sie bekommen ein Feedback im Sinne einer formativen
Evaluation.
Wenn Sie ein unmittelbares Feedback zu Ihrem Bericht haben möchten, schreiben
Sie bitte Ihren Gruppenmoderatoren eine E-Mail.

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7. FAQs

Besteht für die Vorlesungen Anwesenheitspflicht? Nein.


Besteht Anwesenheitspflicht an den 2 x 2 Seminarstunden? Ja, ein Fehltermin ist
nicht möglich.
Was ist, wenn ich an einem Termin der Seminarstunden nicht teilnehmen kann?
Wird ein Termin versäumt, müssen die 2 x 2 Seminarstunden im darauffolgenden
Wintersemester und Sommersemester erneut absolviert werden.
Was passiert, wenn man einen der beiden Hospitationstage nicht absolvieren
kann? Für das Praktikum (2 ganze Tage) gibt es keine Möglichkeit des Fehlens, in
diesem Fall muss ein Ersatztermin gefunden werden.
Kann ich die Kleingruppe wechseln? Nein, ein Gruppenwechsel ist im Prinzip nicht
möglich. Sonderregelungen durch die Lehrkommission müssen im ifam beantragt
werden.
Ist es möglich, die Hospitation in einer Zahnarztpraxis zu absolvieren? Ja.
Ist es möglich, eine der beiden Hospitationen in der stationären Palliativmedizin
durchzuführen? Ja, allerdings muss der 2. Hospitationstag im ambulanten Bereich
erfolgen, in dem Sie der Referatsgruppe zugeteilt sind (Prävention, Kuration, Rehabi-
litation).
Müssen es immer ganze 8 Stunden an einem Hospitationstag sein? Sie können
auch 2 mal 4 Stunden je Hospitationstag absolvieren.
Reichen in begründeten Fällen (Freitag früher Feierabend) auch 4 oder 5 Stun-
den? Nein.
Kann ich die Hospitationen während der Vorlesungszeit absolvieren? Nein.
Darf ich meine Hospitation auch an einem Samstag in der vorlesungsfreien Zeit
absolvieren? Ja, dies ist möglich, wenn wirklich reguläre ärztliche Tätigkeiten beglei-
tet werden.
Viele Hausärzte haben mittags eine zweistündige Pause und arbeiten nicht 8
Stunden durch. Ein Hospitationstag soll aber insg. 8 Stunden dauern. Zählt die
Pause dazu? Ja, die Pause zählt dazu.
Kann ich meine Hospitationen auch im Ausland absolvieren? Ja, wir begrüßen
Auslandserfahrungen sehr. Bitte stellen Sie aber sicher, dass Sie ärztliche Tätigkeiten
begleiten. Die Hospitationsbescheinigung muss nicht ins Deutsche übersetzt werden.
Kann ich meine Hospitationen in den Weihnachts-Neujahrsferien absolvieren?
In Einzelfällen ist dies möglich, wenn wirklich reguläre ärztliche Tätigkeiten begleitet
werden.
Kann ich während meines Krankenpflegepraktikums die Hospitationstage ab-
solvieren? Nein. Nach ÄAppO sind Krankenpflegepraktikum und BFE getrennte
Praktika. Bescheinigungen, in denen die BFE-Tage in den gleichen Zeitraum wie das
Krankenpflegepraktikum fallen, werden nach Überprüfung nicht anerkannt.
Muss ich einen oder zwei persönliche Reflexionsberichte abgeben? Sie geben
bitte einen Bericht ab, in dem Sie Ihre Erfahrungen zu beiden Hospitationstagen zu-
sammenführen.

Viel Erfolg!
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