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Steffen Fliegel: Mobbing in der Schule *)

Das Problem Seit Jahren wird behauptet, daß die "Gewalt"


in der Schule "ständig zunimmt", "immer
  brutaler", "hemmungsloser" oder
"entregelter" wird (Krumm & Lamberger-
Mobbing kommt vom
Baumann, 1996). In der empirischen
englischen "mob" für
Meute, randalierender Literatur finden sich hingegen eher
Haufen; "to mob" heißt "Entwarnungen" als Bestätigungen dieser
pöbeln. Doch nicht jeder Behauptung. Früher hieß es "triezen",
Krach, jede Streiterei, "schikanieren" oder "fertig machen". Heute
Schikane oder heißt es "Mobbing" und ist durch diese
Ungerechtigkeit ist
Bezeichnung stärker in das
Mobbing.
Problembewusstsein der Menschen
Der Begriff des
"Mobbings" bezeichnet eingedrungen. Im Fernsehen werden
eine Art Psychoterror, Gesprächforen angeboten, es gibt viele
also einen Prozeß der Ratschläge und Selbsthilfe-Gruppen,
systematischen Anlaufstellen und Beratungsstellen für
Ausgrenzung und Menschen, die gemobbt werden.
schwerwiegende
Erniedrigung eines Mobbing in der Schule steht also für
anderen Menschen, die böswillige und bewusste Handlungen, die
von einer oder zum Ziel haben, den Mitschüler oder die
mehreren Personen Mitschülerin "fertig" zu machen. Unter
fortwährend betrieben Fachleuten wird davon ausgegangen, dass
werden, was meist auch
einer von zehn Schülern in der Schule
unter der Rubrik
ernsthaft gemobbt, d. h. schikaniert wird
"Machtmissbrauch"
und mehr als eine(r) von zehn schikaniert
einzuordnen ist. Diese
feindseligen Handlungen selber. Dieses Bild spiegelt sicherlich die
geschehen mit einer harte Realität in der Schule wider, wobei
gewissen Regelmäßigkeit, sich nach einem Artikel des "Spiegel"
also mindestens einmal verschiedene Arten des Mobbings aufzeigen
die Woche und über eine lassen:
bestimmte Dauer, d.h.
mindestens ein halbes  Mobbing durch körperliche Gewalt
Jahr. wie Verprügeln, Sachbeschädigung,
Der Begriff des Mobbing Erpressung oder Nötigung.
 Verbales Mobbing: Schüler wegen
ihres Verhaltens, ihres Aussehens,
wurde in der
Verhaltensforschung ihres in der Mode nicht up-to-date-
geprägt, dann in der Seins, ihrer Schulleistungen meist mit
Schulpsychologie (der sehr bissigen Bemerkungen belegt.
schwedische Arzt Dies geschieht auf dem Schulhof, wie
Heinemann) und später auch im Unterricht selbst. Dies
allgemein benutzt. Heute
geschieht von
wird der Begriff Mobbing
Klassenkameradinnen(en) genauso
überwiegend
angewendet, um wie von Lehrern. Die mildeste Methode
psychische dieses Mobbings ist das Lästern hinter
Gruppengewalt im dem Rücken, vieles geschieht aber
Arbeitsleben zu auch direkt und laut. Äußerungen von
charakterisieren. Im Lehrern wie: "Aus dir wird nie etwas!
Spiegel gab es 1997
Du bist so dumm wie Bohnenstroh!"
einen Artikel mit der
gehören zu solchem verbalen Mobbing
Überschrift "Was da
abläuft, ist extrem" und ebenso, wie das Geraune und
befasste sich mit der entnervte Stöhnen, wenn jemand
Problematik des Mobbing etwas nicht versteht und sich
in der Schule. mehrfach erklären lässt.
 Das stumme Mobbing:
   Stillschweigendes Verachten, links
Siehe dazu auch Liegenlassen, Nichtbeachten bis
Mechthild Schäfer: Verachtung und Ausschluß aus der
Bullying - Aggression Gemeinschaft u. ä. ist in den Klassen
unter Schülern  und den Kursen recht normal. Diese
Form ist demütigend und verletzend.
Renges, Annemarie
(2001).
Von Mobbing betroffen sind Schülerinnen
Mobbing in der Schule.
wie Schüler gleichermaßen. Die Herkunft
In Wassilios E. Fthenakis
spielt keine entscheidende Rolle, auch nicht
& Martin R. Textor
der Bildungsgrad. Psychologische Studien
(Hrsg.), Online-
ergaben keine einheitlichen
Familienhandbuch
Persönlichkeitsstrukturen, weder bei
[http://www.familienhand
gemobbten noch bei mobbenden Personen.
buch.de/]
Eine Schüler-Initiative beschreibt im
Internet:
Eigentlich sollte die Schule ja ein
Ort sein, an dem man sich
wohlfühlt. Leider gilt das nicht für
alle Schüler. Manche beschleicht
schon am Wochenende oder am
Morgen ein flaues Gefühl, wenn sie
an die nächste Schulstunde denken.
Der Grund hierfür sind nicht immer
schlechte Noten, oftmals werden
einzelne Schüler von ihren
  Klassenkameraden zuerst
Zum Vergleich: ausgeguckt und dann schikaniert.
Das "normale" Meist stehen sie dann ganz alleine,

Mobbing am weil ihnen niemand hilft und andere


Kinder es sich nicht getrauen
Arbeitsplatz
einzuschreiten. Lehrer merken oft
nichts von diesen Vorgängen oder
wollen sich nicht einmischen.

Als besonders gefährdete Personen


gelten SchülerInnen, die sich durch ein oder
mehrere Merkmale von der Klasse abheben,
z.B. durch eine Behinderung, die Sprache,
einen anderen Sozialstatus, äußere
Auffälligkeiten wie Kleidung, Haare,
Verhalten z.B. ein Nichtraucher unter
Rauchern oder umgekehrt oder
weltanschauliche Ansichten. Auch die
besonders Engagierten und
Leistungsorientierten sowie die eher
Introvertierten gehören häufig dazu.

Was ist alles Zu den aktiven und körperlichen


Mobbing? Mobbinghandlungen gehören
 die körperliche Gewalt in
 
unterschiedlichem Ausmaß,
Quelle:
Lauper, Esther (2001).  die Erpressung von sogenannten
Mobbing im Bildungsbereich Schutzgeldern,
(2001).
 der Diebstahl oder die Beschädigung
WWW:
von Gegenständen des Opfers,
http://www.neueslernen.ch/
 das Zerstören des im Unterricht
(03-03-01)
erarbeiten Materialien,
 das Beschädigen und Stehlen von
Kleidungsstücken und Schulmaterial,
 das Knuffen und Schlagen auf dem
Pausenhof und in den Gängen,
 sexuelle Belästigungen.

Zu den passiven und psychischen


Mobbing-Handlungen gehören

 das Ausgrenzen von Schülerinnen und


Schülern aus der Schulgemeinschaft,
 das Zurückhalten wichtiger
Informationen,
 das Auslachen,
 verletzende Bemerkungen,
 ungerechtfertigte Anschuldigungen,
 das Erfinden von Gerüchten und
Geschichten über den Betroffenen
(zunächst Diskriminierungen hinter
dem Rücken, später umso offener),
 das Verpetzen,
 die Androhung von körperlicher
Gewalt,
 das Ignorieren und Schneiden des
Opfers (stummes Mobbing).

Esther Lauper (2001) liefert eine detailierte


Liste der möglichen Erscheinungformen
von SchülerInnen ausgehend

 Hinter dem Rücken wird von


jemandem schlecht geredet
 Man fügt jemandem regelmässig
Schaden zu (z. B. Hefter verschwinden
lassen, Velo auseinandernehmen ...)
 Jemand wird vor andern lächerlich
gemacht, blossgestellt
 Ausschluss von sozialen Verbindungen
und Anlässen, z. B. jemand wird nie zu
einer Party eingeladen, darf nicht
mitspielen, bei einer Gruppenarbeit
nicht mitmachen ...
 Es werden falsche Gerüchte über eine
Person verbreitet
 Es werden Gerüchte über die Eltern,
Herkunft u. ä. verbreitet
 Man lässt jemanden nicht zu Wort
kommen
 Man macht sich über etwas
Persönliches lustig (Nase, Frisur,
Behinderung, Körperformen, ...)
 Es werden Andeutungen gemacht
 Durch ständige Kritik wird Druck
ausgeübt
 Mitschüler/innen werden angepinkelt
oder gezwungen, den Urin eines
andern zu trinken
 Mitschüler werden gehindert, nach
Hause zu gehen.
 Schuhe oder Kleidungsstücke von
Mitschülern werden versteckt oder
zerstört
 Die Schulsachen werden beschädigt
oder zerstört (z. B. Seiten
zusammenleimen, Seiten
herausreissen ...)
 Die Schulsachen u. a. werden mit
Kacke beschmiert
 Kinder, die sich mit dem Mobbing-
Opfer solidarisieren werden unter
Druck gesetzt
 Ein Kind und sein Anliegen wird nicht
ernst genommen
 Wenn ein Kind fehlt, zu sagen, dass es
schwänze
 Briefliche Demütigungen mit Worten
und Zeichnungen
 Sexuelle Diffamierungen,
Verleumdungen, Anspielungen und
Provokationen. Auch sexuelle
Übergriffe als Mittel der Demütigung
 Andere körperliche Übergriffe wie
stossen, schlagen, kneifen, pla-gen,
treten, Bein stellen, streicheln,
tätscheln ...
 Geheimnisse werden systematisch
herumerzählt
 Andere Kinder werden zu aggressiven
Taten gegen das Mobbing-Opfer
aufgehetzt
 Schadenfreudiges Lachen und
Auslachen
 Jemand wird permanent als dumm
hingestellt
 Jemand wird beschimpft und beleidigt
 Pseudowahrheiten oder Peinlichkeiten
verbreiten, in die Klasse tragen
 Spott
 Erpressung (von Geld, Schweigen,
andere Leistungen wie Znüni
bringen...)
 Bedrohung, Gewaltandrohung (mit und
ohne Waffen)
 Verletzungen
 vorsätzlich zufügen als Mittel der
Demütigung

von LehrerInnen ausgehend

 Vor Übertritten wird eine folgende


Lehrperson negativ beeinflusst ("vor-
informiert")
 Die Lehrperson stellt einen Schüler
immer wieder bloss
 Abschätzige Gesten, abwertende
Blicke
 Die Lehrperson witzelt über eine
Schülerin
 Die Lehrkraft gibt einen Spitznamen
 Eine Lehrperson fragt immer dann
nach einer Antwort, wenn sie weiss,
dass der Schüler keine Antwort geben
kann
 Die Schülerin wird regelmässig
übergangen, wenn sie sich selber
meldet
 Es werden Andeutungen zu den Eltern
gemacht
 Demütigungen in Worten und
bezüglich verlangten Handlungen
 Privates wird vor die Klasse gezogen,
die Intimsphäre wird verletzt
 Man lässt jemanden nicht zu Wort
kommen
 Probleme werden ignoriert,
weggeredet, als inexistent dargestellt
 Schuldzuweisung gegenüber dem
Mobbing-Opfer
 Durch ständige Kritik wird Druck
ausgeübt
 Eine Person wird nie gelobt
 Eine Person kriegt Noten, die nicht der
Leistung entsprechen
 Ein Schüler wird gezwungen, Arbeiten
auszuführen, die sein
Selbstbewusstsein verletzen, oder die
ihn vor der Klasse demütigen
 Übertriebene Strafen ohne Relation
zum sonstigen Strafverhalten der
Lehrperson
 Unangemessenes Drohen mit
Konsequenzen
 Das Lob, das das Kind verdienen
würde, wird an andere weitergegeben
 Verbale Beschimpfungen (z. B. ãDu
bist eine halbtote FliegeÒ)
 Unwahre oder massiv übertriebene
Aussagen werden gegenüber den
Eltern über das Kind gemacht
 Unzulässige oder schikanöse
Vergleiche anstellen, verbunden mit
einer Vorwurfshaltung
 Hilfe verweigern
 Schülerin nicht ernst nehmen
 Spitznamen geben, auch Spitznamen
übernehmen, die die Schüler sich
geben
 Schutz verweigern
 Schutzzone verweigern

 Körperliche Übergriffe wie treten,


stossen, kneifen, schlagen, berühren,
klopfen

Unangenehme Ob sich Schüler durch eine Handlung eines


anderen 'gekränkt' oder 'verletzt' fühlen,
Erfahrungen mit
hängt von ihrer Situationsinterpretation,
Lehrern dem Verhältnis zum Angreifer, ihrer
Empfindlichkeit u. ä. ab. Dennoch ist
  zunächst einmal der bekundete Kummer
Quelle: oder Schmerz durch den Angriff zu
Karazman-Morawetz, I. & akzeptieren, unabhängig davon, ob er von
Steinert, H. (1995b). einem Mitschüler oder von einem Lehrer
Studie ausging, und auch unabhängig von den
"Gewalterfahrungen im Motiven der Täter. Selbst wenn die Handlung
Generationenvergleich". etwa eines Lehrers eine Reaktion auf einen
Bericht 2.: Angriff, eine Unverschämtheit oder
Gewalterfahrungen von 'Herausforderung' ist, muß die erlebte
Jugendlichen durch Verletztheit akzeptiert werden. Sie ist dann
"Autoritäten" im Ausdruck dafür, daß es dem Lehrer nicht
Generationenvergleich. gelang, dem Schüler verständlich zu
Wien: Bundesministerium machen, daß er auf eine Normverletzung
für Unterricht und des Schülers berechtigt mit 'Gewalt'
Kulturelle reagierte.
Angelegenheiten. Es handelt sich bei den bekundeten
Kränkungen nicht nur um solche, die schnell
vergessen werden. Die
'Generationenvergleiche' von Karazman-
Morawetz & Steinert (1995b) zeigen es. Die
Autoren haben den drei Altersgruppen neun
Fragen gestellt:
 

Tabelle 6: Unangenehme Erfahrungen mit


Lehrern in der Grundschule (GS) und in
weiterführenden Schulen (WS) nach
Altersgruppen und Geschlecht. Alles Ja?
Antworten - außer in der letzten Zeile. 
Quelle: Karazman-Morawetz & Steinert
(1995b)

männlich weiblich
Erwachs Erwachs Erwachs Erwachs
ene bis ene bis ene bis ene bis
Jugend 40 60 Jugend 40 60

Jahre   Jahre   Jahre   Jahre  


GS WS GS WS   GS   WS GS   WS GS WS   GS   WS

vom
4 5 2 4
Lehrer 54 27 41  48 49 29 49 26 
beleidigt 7 3 5 7
vom
Lehrer
beschimpft 4 5 2 3
,
62  32 49 47 40  17 43 20
6 6 1 4
angeschrie
n

vom
Lehrer
3 3 1 2
verspottet, 36 15 20 26 27 12 23 12
bloßgestell 1 2 3 3
t

vom
Lehrer 2 1
geschlage
16 5 3 36 6 5 2 1 18 3 
3 0
n

vom
Lehrer 6 6 2 5
ungerecht
58  38 42 57 63  36 54 33
0 6 3 0
behandelt

Lehrer
körperlich 4  4 2 1 1 1 2 3  1 3 4 3
zudringlich

vom
Lehrer
1 1 1
ständig 22 11 11 7 16 21 9 13 6
nicht 4 4 0
beachtet

vom
Lehrer
2 1 1
Schuldgef 29  13 14 8 20 19  11 18 12
ühle 3 9 3
gemacht

vom
2 2 1
Lehrer 28 11 15 9 21 18 8 19 10 
schikaniert 2 4 3
alles nein
23 2 1 45 2 5 27 2 3 55 2 5
5 3 4 8 3 6 8 7
Ein großer Teil der Befragten erinnert sich
an Kränkungen durch Lehrer auch aus der
Grundschulzeit, also Kränkungen, die
durchschnittlich 10, 22 und 40 Jahre
zurückliegen. Mit der Entfernung von der
Schulzeit werden die Zahlen kleiner: Die
weniger schlimmen Erfahrungen werden
wohl vergessen - es gibt aber Erfahrungen
mit 'Gewalt', Mobbing oder Schikane durch
Lehrer, die nie vergessen werden!1

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KOMMUNIKATION / MobbingSchule.shtml
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Gesamtüberblick]

Die Folgen von Experten schätzen, dass etwa 20 % der


jährlichen Selbstmordfälle durch
Mobbing
Mobbing ausgelöst werden. Mobbing in

  der Schule kann also sehr negative


Folgen für den weiteren Lebensweg der
Wegen massiver Beleidigung
betroffenen Schüler(innen) haben, nicht
seiner Lehrer im Internet
nur für die Opfer, sondern auch für die
hat das Amtsgericht
Braunschweig einen 18 Jahre Täter. Häufig kommt es vor, dass die
alten Schüler zu 80 Stunden Täter noch unbeliebter in der
gemeinnütziger Arbeit Gemeinschaft sind als die Opfer, dass
verurteilt. Außerdem zog das nur die Angst vor ihnen den Ausschluss
Gericht den Tat-Computer ein. aus der Gruppe verhindert.
"Die Beleidigungen fanden Im überwiegenden Teil der Mobbing-
nicht auf dem Schulhof statt. Fälle sprechen Kinder und Jugendliche
Sie wurden weltweit weder mit Eltern noch mit Lehrern
verbreitet. Das hat eine über das Problem. Die Opfer haben
andere Qualität", begründete
Angst als Verräter und Petzer
der Richter das Urteil.
dazustehen und dann noch mehr
Der Angeklagte hatte Lehrer
als "Fachidioten" und
Repressalien ausgesetzt zu sein. Die
"Arschlöcher" betitelt. Als Täter haben Angst vor Bestrafung.
besonders schwerwiegend Mobbing kann in jeder Klasse auftreten,
bewertete der Richter die wobei die Häufigkeit des Auftretens ja
Beschimpfung eines
abhängig ist von dem Phänomen der
Religionslehrers als
sozialen Gewalt und dem Sozial-Klima
"muslimischen Perserteppich".
"Ein politischer, rassistischer in der Klasse. Stimmt das Sozial-Klima
Hintergrund ist nicht ganz von in der Klasse, gibt es nur in seltenen
der Hand zu weisen", sagte Einzelfällen "Mobbing", d. h.: je offener
der Richter. eine Klasse, Lehrer(innen) sowie
Der 18-Jährige ist der einzige Schüler(innen) mit dem Thema
von mehreren verdächtigten
umgehen, desto geringer ist das Klima
Schülern, der sich vor Gericht
für "Mobbing".
verantworten musste. Er hatte
gestanden und sich Da das Mobbing häufig aus
entschuldigt. Er gilt nur als zwischenmenschlichen Problemen
Mitläufer. Dem mutmaßlichen resultiert, Mobbing deren Konsequenz
Drahtzieher und anderen
ist, bildet Mobbing oft den
verdächtigen Schülern konnte
Ausgangspunkt für eine kriminelle
die Polizei nichts nachweisen.
Karriere. Dies insbesondere dann, wenn
(dpa) / (wst[1]/c't)
Quelle: die zwischenmenschlichen Probleme
http://www.heise.de/newstick nicht thematisiert und anders gelöst
er/ werden können.
data/wst-16.08.01-004/ (02-
Deutliche Warnzeichen dafür, das
06-23)
Kinder gemobbt werden, können sein:
 Die Kinder gehen nicht mehr allein
in die Schule (der größte Teil des
körperlichen Mobbings spielt sich
auf dem Schulweg ab).
 Die Kinder möchten gar nicht
mehr in die Schule.
 Häufiges Klagen über
Kopfschmerzen.
 Die Leistungen lassen rapide
nach.
 psychosomatische Symptome
 zunehmende Isolation
 verschwindendes
Selbstbewusstsein und Absinken
des Selbstwertgefühls

Studien haben gezeigt, dass von den


Langzeitfolgen her Mädchen unter
Mobbing in der Schule leiden als
Jungen. Für Mädchen ist die Re-
Integration in die Gemeinschaft
einfacher, männliche Mobbing-Opfer
finden in der Schule oft keinen sozialen
Rückhalt mehr. Sie haben Angst vor
körperlichen Übergriffen und leiden
unter von Angst belasteten oder
fehlenden sozialen Kompetenzen im
Erwachsenen-Alter.
Für die Täter, bei denen sich häufig ein
fehlerhaftes Gerechtigkeitsbewusstsein
schärft, sind kriminelle Laufbahnen
nicht selten, wenn dieses Bewusstsein
nicht korrigiert werden kann.
In einer schwedischen Untersuchung
wurden eine Vielfalt von
psychosomatischen Beschwerden bei
Mobbing-Opfern gefunden, die zur
Information einmal aufgelistet werden
sollen:
 grübelnde Gedanken-Verläufe, wie
Gedächtnisstörungen,
Konzentrationsschwierigkeiten,
Niedergeschlagenheiten, Apathie,
Initiativlosigkeit, Gereiztheit,
Ratlosigkeit, Aggressionen,
Gefühle der Unsicherheit,
Übersensibilität
 psychosomatische Symptome wie
Alpträume, Bauchschmerzen,
Magenschmerzen, Durchfall,
Erbrechen, Übelkeit,
Appetitlosigkeit, Kloß im Hals,
Weinen, Einsamkeit,
Kontaktarmut
 Erschreckenssymptome, wie
Druck auf der Brust,
Schweißausbrüche, trockener
Mund, Herzklopfen, Atemnot mit
Asthma, Blutwallungen
 Schmerzen des Rückens, des
Nackens und der Muskeln

 posttraumatische Störungen,
insbesondere Schlafstörungen

Die Ursachen von Die Ursache des Schulmobbings sind


vielfältig. Dem Mobbing (zu mobben)
Mobbing
liegen in der Regel Konflikte zugrunde,
die unterschiedliche Auslöser haben
können: Überforderung,
Unterforderung, überzogenes
Leistungsverhalten,
Identifikationsverluste, gestörtes Klima
an der Schule/in der Klasse.
In Schulklassen, in denen gestörte
Lehrer-Schüler-Beziehungen
herrschen, verschlechtert sich bald auch
das Verhältnis der Schüler
untereinander, sagt Ferdinand Eder,
Dozent am Linzer Institut für Pädagogik
und Psychologie. Ein Lehrer, der Schüler
z. B. bloßstellt, gibt sie oft der Häme
der Klassengemeinschaft preis. Auch
Leistungsdruck paart sich mit schlechter
sozialer Beziehung. Allerdings nutzt es
hier wenig, einfach dem schlechten
Lehrer Vorwürfe zu machen, der in der
Regel in ein komplexes Schulsystem
eingebunden ist. (z.B. Überforderung
des Lehrers durch Personalmangel).
Mobbing ist
 ein Entlastungsventil für
Aggressionen, wenn die
Entlastung nicht anders
ermöglicht oder die Aggressionen
nicht verhindert werden können.
 das Holen von Anerkennung,
wenn sie nicht anders (zu Hause,
in der Schule) gegeben werden
kann.
 Missbrauch von Macht (Lehrer und
Eltern, Politiker und Sportler
können dazu Vorbilder sein)
 Angst, in der Schule zu versagen
 für einige wichtig, die ein falsches
Gemeinschaftsgefühl ("Alle gegen
einen", "Gemeinsam sind wir
stark")
 der Versuch, die eigenen
Minderwertigkeitsgefühle an
anderen auszulassen.
 ist wahrscheinlicher, wenn die
Täter selbst Mobbingopfer waren.
Die familiäre Situation von Kindern
kann - wie gezeigt - auch für das
Mobbing von der Schule von Bedeutung
sein. Ein Beispiel:

Die Bekleidung, nicht als


Ursache, wohl aber als
Auslöser, kann eine wichtige
Rolle spielen. Die
Altersschwelle für das
Markenbewusstsein ist in den
letzten Jahren merklich
gesunken. Spätestens ab der
5. oder 6. Klasse müssen
Markennamen auf Hosen,
Rucksäcken oder Turnschuhen
"stimmen", sonst ist man nicht
mehr "angesagt". Ist es
stimmig, ist man "cool".
Kleidung wird aber zunehmend
auch zum sozialen Indikator
für Gleichrangigkeit und
Gleichförmigkeit. Das gleiche
Äußere schafft Solidarität und
gibt dem Einzelnen das Gefühl
von Stärke. Wer nicht zu
dieser Gruppe gehört, wer den
Ansprüchen nicht genügt, wird
zum Außenseiter. Hier schließt
sich wieder der Kreis: Da viele
Eltern ihren Kindern die in der
Regel teueren Kleidungsstücke
aus finanziellen Gründen
heraus nicht kaufen können,
wird der sozi-ökonomische
Familienstatus eventuell
schnell zur Mobbing-
Grundlage.
Auch "das Fremde" oder "das
Andere" gehört zum Ursachen-
Komplex für das Mobbing in der Schule.
Unterschiede im Vergleich zur Mehrheit
der jeweiligen Gruppe spielt eine Rolle:
Die andere Nationalität, die andere
Kultur, die andere Religion, die andere
Sprache oder die andere Bekleidung
können Mobbingverhalten begünstigen.
Die Bekleidung spielt eine immer mehr
wichtigere Rolle und die Altersschwelle
für das Markenbewußtsein ist in den
letzten Jahren gesunken, daß es sogar
schon im Kindergarten beobachtet
werden kann, aber spätestens ab der
weiterführenden Schule müssen die
Markennamen auf Hosen, Rucksäcken,
Turnschuhen, Jacken, Pullovern und
anderen Kleidungsstücken "stimmen",
sonst ist man nicht mehr "angesagt"
oder "cool". Kleidung wird zunehmend
zum sozialen Indikator, zum
Erkennungszeichen untereinander.
Uniformität des Äußeren unter
Gleichgesinnten schafft Solidarität, gibt
dem Einzelnen das Gefühl von Stärke.
Es bilden sich bestimmte
"Gruppenästhetiken", wer diesen nicht
genügt, wird schnell zum Außenseiter.
Die familiäre Situation, die soziale
Situation, die Herkunft, bestimmte
Verhaltensweisen oder Eigenschaften,
soziale Indikatoren und ein oft nicht
verbalisierter Verhaltenskodex, all
das und noch ein größerer
Facettenreichtum können es
ausmachen, ob ein Schüler(in) auf der
Sonnenseite oder auf der Opferseite
manövriert.

Lösungen und So vielfältig wie die Ursachen, die


Symptome, die Folgen von Mobbing in
Ratschläge
der Schule sind, so vielfältig sind die
Lösungsansätze. Lösungen finden sich
einerseits in der Persönlichkeitsstärkung
und der Stärkung in der sozialen
Kompetenz von Kindern, innerhalb der
Familie, in der Schulklasse, in der
Schule selbst, im Schulsystem und in
der Gesellschaft.
Die ersten Lösungsansätze sollten darin
bestehen, dass verschiedene Mythen
aufgelöst werden. Belinda Mettauer und
Christopher Szaday von der Fachstelle
Integrative Schulung im Kanton St.
Gallen (CH) haben mit einer
Plakataktion zum Thema "Mobbing:
Hinschauen und Handeln" sich mit 3
Mythen befasst:
1. An unserer Schule gibt es kein
Mobbing. Fälle von Mobbing, die
bekannt werden, sind kein
Einzelfall, und die Überzeugung,
dass Mobbing unter
Schülern(innen) nicht vorkommt
ist falsch. Untersuchungen in
verschiedenen Ländern zeigen,
dass ein beträchtlicher Anteil der
Schüler(innen) Mobbing direkt
erleben oder Mobbing-Vorfälle
beobachten.
2. Mag sein, dass Mobbing an
unserer Schule vorkommt,
aber es ist harmlos.
Schüler(innen) lösen Mobbing-
Situationen selbst. Mobbing ist
nicht harmlos. Ständig werden
Schulutensilien zerstört, Brillen
weggenommen und versteckt,
Bedrohungen ausgesprochen und
sogar Zimmer zu Hause
verwüstet. Mobbing-Opfer erleben
körperliche und/oder seelische
Verletzungen und soziale
Isolation. Kinder in Mobbing-
Situationen brauchen
Unterstützung von Außen, den
Mobbing-Opfer können sich meist
nicht mehr selbst wehren.
3. Als Lehrer(in) kann ich nichts
unternehmen gegen Mobbing.
Die Lösung heißt jedoch:
Hinschauen und Handeln. Schulen
brauchen präventive Anti-
Mobbing-Strategien und
wirkungsvolle Lösungen im
Umgang mit konkreten Mobbing-
Vorfällen. Das gemeinsame
Handeln in der ganzen Schule ist
von größerer Wirkung als die
Einzelaktion in den verschiedenen
Klassen. Hauptanliegen sollte es
allerdings nicht nur sein zu
reagieren, sondern auch wirksam
der Gewalt in verschiedenen
Formen vorzubeugen.

Nach Mettauer und Szaday können


Opfer folgendes tun:
 An eine Person wenden, die helfen
kann. Viele Opfer schämen sind,
dass sie gemobbt werden und
leiden still vor sich hin.
 Klassenkameraden(innen):
Schüler(innen) müssen
erwachsenen Personen von
Mobbing-Geschehen erzählen und
diese Person sollte eine Person
ihres Vertrauens sein. Sie sollten
so stark sein nicht aufzugeben,
bis ihnen jemand zuhört.
 Lehrer(innen): Sie können
Schüler(innen) ermutigen, über
Mobbing-Vorfälle zu berichten.
Opfer müssen geschützt und
unterstützt werden, Täter(innen)
sind zur Rede zu stellen und aktiv
in die Lösung mit einzubeziehen.
Klassenregeln sollten als
präventive Maßnahmen gegen
Mobbing vereinbart werden.
 Eltern sollten die Warnsignale
von Mobbing kennen. Sie
ernstnehmen, z. B. wenn das Kind
nicht mehr in die Schule gehen
will, sich oft krank fühlt,
Alpträume hat oder Schulsachen
beschädigt nach Hause bringt. Bei
Mobbing-Verdacht sollten sie die
Schule informieren und fordern,
dass gehandelt wird. Wird nicht
gehandelt, sollten sie immer
wieder vorstellig werden und sich
auch an die nächsthöhere Instanz
wenden. Jedoch sollten Eltern
nicht direkt mit den Tätern(innen)
Kontakt aufnehmen.
 Schulen und Gemeinden: In der
Zusammenarbeit mit Kindern und
Eltern sollten Anti-Mobbing-
Strategien entwickelt werden.
Schüler(innen) müssen
sorgfältiger beaufsichtigt werden
und Mobbing-Vorfälle
dokumentiert werden. Schulen
dürfen nie aufhören, gegen
Mobbing zu kämpfen.

In vielen Schulen werden zunehmend


soziale Kompetenz-Trainings und
Trainings zur
Persönlichkeitsentwicklung,
Kommunikationstrainings und
Konfliktbewältigungstrainings
durchgeführt. Gelernt wird das
Verhalten in Gruppen. Darin enthalten
sind Präventiv-Maßnahmen auch gegen
Mobbing und Schikane. Es besteht
allerdings die Gefahr, dass die eben
genannten Trainings - so wichtig sie
auch sind - eine Alibifunktion erhalten
und die Schulen keine weiteren
Maßnahmen für notwendig halten. Es ist
zu fordern, dass das soziale und
pädagogische Leben innerhalb der
Schule von jeglicher Gewalt befreit der
Gewalt vorgebeugt, Kommunikation
gelehrt und "soziales Lernen" fester
Bestandteil des Lehrplanes wird.
Mittlerweilen bieten zahlreiche Schulen
auch Anti-Aggressionstrainings an.
Hier können Täter stärker mit ihren
Opfern und dem Unrecht, dass sie ihnen
zugefügt haben, konfrontiert werden.
Das bereits im Strafvollzug bewährte
Training wird stärker an Schulen
eingesetzt werden, wodurch den Tätern
einerseits die Lust an Gewalttaten
genommen, andererseits ihr Mitgefühl
für die Opfer geweckt werden soll.
Gelernt werden soll auch die offene und
faire Konfrontation sowie eine
konstruktive Art zu streiten. Toleranz
wird gelernt und sich auf andere
Menschen einzulassen, die vielleicht in
das eigene Denkschema passen. Mut
zur Veränderung, überwinden von
Klischees sind Beweise von Stärke, von
emotionaler wie auch sozialer
Intelligenz.
In der Schule können die Themen des
Klassenklimas, der Gewalt in der Klasse,
des Mobbings und des sozialen Lernens
Inhalt werden von Elternabenden und
Vorträgen, Klassenkonferenzen,
Projekttagen und als
Themenbehandlung im Fachunterricht.
Sind Mobbing-Probleme erkannt, hilft es
wenig, Täter zu ermahnen oder Opfer
gar aus der Schule zu nehmen. Mobbing
muss Thema der Klasse und der Schule
werden. Der Konflikt muss ausgetragen
werden.
Konkreter Hinweis für Schülerinnen und
Schüler und deren Eltern:
 Moralischen und menschlichen
Rückhalt bei Verbündeten in der
Klasse oder in anderen Klassen
suchen.
 Jeden Übergriff protokollieren
(Mobbing-Tagebuch).
 Mitschüler oder Lehrer schriftlich
auffordern, das unerwünschte
Verhalten zu unterlassen.
 Hilft das nicht, an den
Vertrauenslehrer oder die
Schulleitung wenden, hat auch
das keinen Zweck, die
Schulaufsichtsbehörde
einschalten.
 Selbst ggf. professionelle Hilfe
suchen (s.u.)

Ein wärmeres Schulklima zu schaffen,


so endet der zu Beginn genannte
"Spiegel"-Artikel, hat im Hinblick auf die
kommende gesellschaftliche Eiszeit
einen besonderen Wert.
Schüler(innen) schlagen in
www.kidsmobbing.de/kids vor,
Diskussionsmöglichkeiten in
Schülermitverwaltungssitzungen, in
Konferenzen, am "Pädagogischen Tag",
im Klassenzimmer, an Elternabenden,
im Lehrerzimmer und an Projekttagen
zu bieten. In Mobbingfällen sollte
überprüft werden, was wirklich passiert
ist, ob vorher bereits ähnliche
Situationen gab, ob es jemand mit der
gleichen Erfahrung gab. Und es sollen
gemeinsame Aktionen und Maßnahmen
gegen Mobbing an der Schule überlegt
werden. Schulvereinbarungen bieten
sich an sowie Veranstaltungen, bei
denen dieses Problem besprochen
werden kann. Die "Kids": "Die meisten
Menschen haben ein ausgeprägtes
Gerechtigkeitsgefühl, an das man
appellieren kann, denn es gilt für alle.
Man sollte sein Gegenüber so
behandeln, wie man selbst gern
behandelt werden möchte. Wenn du
aber nicht mehr weiter weißt, dann ruf -
uns an, denn wir sind für dich da."

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KOMMUNIKATION / MobbingSchule.shtml
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Mobbing als War das Burn-out-Syndrom in der ersten Hälfte


der 90iger Jahre ein medialer Renner und ein
Bedrohungsbild
Hinweis auf die psychische Befindlichkeit von
bei Lehrern Lehrern, so taucht nunmehr der Begriff
Mobbing immer häufiger auf. Der wesentliche
Quellen:
Unterschied: War Burn-out ein allgemeines
Rudolph, Herbert (o.J.).
Symptom ohne personifizierbare Ursache, ist
Mobbing als
Bedrohungsbild. Mobbing die konkrete Diskriminierung Einzelner
WWW: durch Einzelne. Mobbing ist eine Erniedrigung,
http://lehrer.freepage.de die sich im Schulwesen noch mit dem Gefühl
/ der besonderen Hilflosigkeit paart. Im
cgi-
angestammten Beruf gibt es praktisch keinen
bin/feets/freepage_ext/
anderen Arbeitgeber als den Staat. Ausweichen
41030x030A/rewrite/foel
/ ist nicht möglich. Das streng hierarchisch
Fm991/mobbing.htm aufgebaute System mit verfilzten
(02-11-29) parteipolitischen Seilschaften, wenig
Lauper, Esther (2001). Aufstiegsmöglichkeiten und der Kampf um
Mobbing im einen kleiner werdenden "Kuchen" begünstigt
Bildungsbereich (2001).
die Ellbogenmentalität. Mitzuerleben, wie
WWW:
Schulleiter ehrfurchtsvoll das Wort Inspektor
http://www.neueslernen.
ch/ (03-03-01) aussprechen, läßt den Grad der
Brück, Horst (1986). Die Autoritätsgläubigkeit erahnen. Und in welchem
Angst des Lehrers vor Lehrerkollegium gibt es nicht auch die
seinem Schüler. Schwachen, vorauseilend Gehorsamen, die aus
Rheinbeck bei Hamburg: Angst, selbst zum Opfer zu werden, andere
Rowohlt.
zum Opfer machen.
Weidemann, Bernd
Siehe dazu Schülerängste - Lehrerängste.
(1983). Lehrerangst. Ein
Versuch, Emotionen aus Esther Lauper (2001) liefert eine Liste der
der Tätigkeit zu Erscheinungformen des Lehrermobbings:
begreifen.München: SchülerInnen und Eltern
Ehrenwirth.
   Die Lehrperson wird systematisch
lächerlich gemacht
Das Burn-out-
Syndrom bezeichnet
 Man macht sich über die Lehrperson
einen vollständigen lustig
und für die Betroffenen  Die Lehrperson wird angepöbelt oder
zunächst beschimpft
unerklärlichen  Man lässt die Lehrperson nicht ausreden
Motivationsverlust.
 Es werden Gerüchte und unwahre
Dieses "Ausbrennen"
Aussagen über die Lehrperson verbreitet
geschieht nicht
 Der Lehrperson wird ein regelwidriges
schlagartig, sondern
geht schleichend Verhalten unterstellt
voran. Zentrale  Sexuelle Provokationen gegenüber der
Faktoren bei der Lehrperson
Entstehung von Burn-  Sexuelle Belästigung der Lehrperson
out sind oft mit  Der Lehrperson werden
großem Ehrgeiz
unberechtigterweise sexuelle Übergriffe
unterstellt
verfolgte Ziele und
Bedürfnisse, die nicht  Das Alter oder das Geschlecht der
oder nur mit großen Lehrperson wird als Grund angeführt,
Opfern erreicht werden dass sie am falschen Ort sei
können. Daraus  Eltern solidarisieren sich mit den
können dann bei Schüler/innen und mobben gemeinsam
Nichterreichen der
 Die Kompetenz der Lehrperson wird ohne
Ziele
echten Grund in Frage gestellt
Verzweiflungsgefühl
e und bei Erreichen  Die Lehrperson wird diffamiert
Erschöpfungszustän  Arbeitsmittel der Lehrperson werden
de resultieren. Dies versteckt oder zerstört
geht meist mit einem  Die Schuleinrichtungen werden
Rückzug aus dem beschädigt oder zerstört
gewohnten sozialen
 Die Lehrperson wird am Unterrichten
Umfeld einher. Das
gehindert
Endstadium des
Burnout - "Meltdown"  Das Fahrzeug der Lehrperson wird
- ist durch chronische beschädigt
Hilflosigkeitsgefühle  Die Lehrperson wird in ihrer Integrität
und Suizidgedanken verletzt
geprägt.  Über die Lehrperson werden private
Dinge (z. B. Ausrichtung ihrer
Sexualität ...) herumerzählt, mit dem
Ziel, die Person in Frage zu stellen
 Der Lehrperson wird unbegründet
Unfairness oder Unkorrektheit unterstellt
(Verleumdung)
 Die Lehrperson wird beschuldigt, zuviel
zu verdienen
 Die Lehrperson wird in der Freizeit
geplagt, z. B. anonyme Anrufe, falsche
Bestellungen von Ware, u. a. Schikanen
 Der Lehrperson werden unüblich viele
und harte Streiche gespielt
 Das Schulmaterial wird beschädigt oder
zerstört
 Manipuationen an technischen Geräten
mit dem Ziel, den Unterricht zu
beeinträchtigen (z. B. Computer)
 Private Effekte der Lehrkraft werden
beschädigt, versteckt, zerstört ...
 Die Lehrperson wird unter Druck gesetzt
und bedroht
 Das Privatleben der Lehrperson wird
ausspioniert und herumerzählt
 Die Lehrperson wird bei der
Schulbehörde verleumdet
 Es wird eine Schlammschlacht (z. B.
Presse) gegen die Lehrperson inszeniert
 Die Eltern organisieren eine Hetzjagd
 Der Lehrperson wird das Äusserungsrecht
entzogen
 Die Lehrperson wird nicht gegrüsst
 Die Lehrperson wird offen (Schulraum,
Schulareal, irgendwo) verspottet
 Grimassen hinter dem Rücken der
Lehrperson, Verulkungen
 Anweisungen der Lehrperson
systematisch werden ignoriert

LehrerkollegInnen

 Jemand wird von Informationen


ausgeschlossen
 Jemand wird an Veranstaltungen
systematisch nicht eingeladen
 Jemand darf an Aktionen (Projektwochen
u. a.) nicht teilnehmen
 Jemand wird vor Schülern blossgestellt
 Über jemand wird vor Schülern schlecht
geredet
 Es werden Bedenken über die
Schulführung verbreitet
 Kollegen beschweren sich ohne
wirklichen Grund bei den Behörden über
eine Lehrkraft
 Kollegen äussern sich gegenüber Eltern
über die betreffende Lehr-kraft
 Gerüchte und Lügen machen die Runden
 Das Privatleben einer Person wird
ausgebreitet
 Das Privatleben einer Person wird als
Aspekt der Schulführung beigezogen
 Persönliche oder schulische Effekte der
Lehrperson werden beschädigt, verstellt,
versteckt, zerstört ...
 Diese Person kriegt immer den
schlechtesten Stundenplan
 Diese Person kriegt immer die
schlechtesten Räume zugewiesen
 Die Person wird gehänselt, verspottet ...
 Es werden dauernd Witze über jemanden
erzählt
 Es werden Gerüchte über diese Lehrkraft
verbreitet
 Der Lehrkraft werden unbegründete
Übergriffe unterstellt
 Man lässt die Person nicht zu Wort
kommen oder hört einfach nicht hin,
übergeht ihre Voten
 Die Person wird von positiven
Zuwendungen (Lob, Znüni u. a.)
ausgeschlossen
 Schulmaterial oder Geräte der Lehrkraft
werden beschädigt, vernichtet,
manipuliert ...
 Man schafft Bedingungen, in denen die
Lehrkraft ihre Stärken nicht zeigen kann
 Abwertende Blicke und Gesten
 Die Person wird vom Austausch von
Unterrichtsmaterialien ausgeschlossen
 Niemand arbeitet mit der Lehrperson
zusammen

 Die Lehrperson wird isoliert

Gewalt in der In der umfangreichen Literatur über Gewalt in


der Familie tauchen fast ausschließlich die
Schule
Eltern und erwachsenen Verwandten als
Gewalttäter gegenüber Kindern auf und man
Quelle:
hält es für selbstverständlich, daß die "Starken"
Krumm, Volker,
Lamberger-Baumann, die "Schwachen" mißhandeln, daß kaum
Birgit & Haider, Günter untersucht wird, in welchem Ausmaß Kinder
(1997). GEWALT IN DER und Jugendliche gegen die Eltern "gewalttägig"
SCHULE - AUCH VON sind. In der Schule ist es genau umgekehrt: In
LEHRERN. den Veröffentlichungen über 'Gewalt in der
WWW:
Schule' wird in der Hauptsache untersucht,
http://www.sbg.ac.at/erz
welche Gewalttaten von Schülern ausgehen
/
Salzburger_Beitraege/kru (Krumm & Lamberger-Baumann, 1996). Ist
mm1.htm (98-06-26) diese Beschränkung auf Schülergewalt
gerechtfertigt? Geht man davon aus, daß
In den empirischen Gewalt in der Regel von 'Mächtigen' gegenüber
Arbeiten über 'Gewalt in 'Ohnmächtigen' ausgeübt wird, dann ist die
der Schule' wird fast
Beschränkung auf Schüler als Täter
ausnahmslos nur über
überraschend: In der Schule können alle dort
Gewalt von Schülern
geforscht. Im Rahmen Agierenden Gewalt anwenden - aber doch eher
von TIMSS (Third die Lehrer gegen die Schüler, die Schulleitung
International Mathematic gegen Lehrer, Lehrer und Schulleiter gegen
and Science Study) Eltern.
wurden rund 10.000
In der qualitativen Literatur wurden in 74%
Schüler der
aller Fälle Schüler als Täter genannt, Lehrer
Klassenstufen 7/8 und
der Abschlußklassen lediglich in 23% (Krumm & Lamberger-
10/11/12 der Baumann, 1996). Demgegenüber tauchen
weiterführenden Schulen Lehrer relativ häufiger als Opfer auf (35%) -
befragt, in welchem als Opfer von Schülergewalt. Wenn von
Ausmaß sie Opfer von
Gewalt durch Schüler und Schülern als 'Opfer' geschrieben wird (68%),
durch Lehrer waren. Die
handelt es sich fast immer um Opfer von
Prävalenzuntersuchung
gewalttätigen Schülern.
zeigte: 'Gewalt'
('Mobbing') von Lehrern In den empirischen Untersuchungen der Jahre
gegen Schüler ist ebenso 1990-1996 ist die Verteilung der Täter noch
häufig verbreitet wie einseitiger (Krumm, 1997). Fast alle Arbeiten,
'Gewalt' von Schülern die mit ihrem Titel angeben, über 'Gewalt in
gegen Schüler.
der Schule' zu schreiben, untersuchen nur
Gewalt, die von Schülern ausgeht. Etwa die
Hälfte berücksichtigt auch Lehrer als Opfer. Nur
eine Untersuchung zieht auch Lehrer als Täter
in Betracht - allerdings nur am Rande. Von 28
Items beziehen sich 25 auf Schüler als Täter,
lediglich drei auf Lehrer.
Rund ein Drittel der Schüler berichtet, im
vergangenen Monat eine oder mehrere
Kränkungen erlebt bzw. beobachtet zu haben.
Von den Siebent- und Achtkläßlern schreiben
23%, sie seien "dreimal oder mehrmals im
Monat" vom Lehrer unfair behandelt worden,
von den älteren Schülern berichten das 11%.17
Die erfahrenen oder erlebten Kränkungen
durch Schüler sind seltener.
Die "Beobachter" scheinen die Vorfälle anders
zu interpretieren: 29% der Elftkläßler, aber
"nur" 21% der Siebent- und Achtkläßler haben
beobachtet, daß Lehrer Schüler "dreimal oder
mehr" (in vier Wochen) unfair behandelt oder
gekränkt haben. Geht man davon aus, daß
Lehrerangriffe auf einzelne Schüler in der Regel
vor allen anderen Schülern einer Klasse
erfolgen, dann sind das relativ weniger
beobachtete als selbst erfahrene
Lehrerattacken
Mobbing im Für viele SchülerInnen beginnt und endet der
Schultag mit der täglichen Busfahrt, denn hier
Schulbus
treffen sie auf die MitschülerInnen, vergleichen
noch schnell die Lösung der Hausaufgaben,
Quelle:
auch kleinere Neckerein oder Rauferein
http://www.teachersne
kommen vor. Für manche wird die tägliche
ws.net vom 8.7.2003
Fahrt jedoch zum Horrortrip und die Hänseleien
(03-08-31)
der anderen zur Seelenqual. "Das so genannte
Schulbus-Phänomen beschreibt ein
Störungsbild bei Kindern, die im Schulbus
dominanten meist körperlich und verbal
aggressiven Schülern ausgesetzt sind",
erläutert Prof. Dr. Günther Scholz (Friedrich-
Schiller-Universität Jena).
In einem Projekt wurden mit einem
Fragebogen Schüler, Eltern und Busfahrer zur
Situation in den Thüringer Schulbussen befragt.
8 - 10% der Kinder leiden unter dem Schulbus-
Phänomen, einer speziellen Art von Schulangst.
"Die Störungen treten meist beim Wechsel von
der 4. in die 5. Klassenstufe auf - also zu dem
Zeitpunkt, an dem die Kinder von der
Grundschule in eine zentrale Regelschule oder
auf ein Gymnasium wechseln und erstmals den
Schulbus benutzen", sagt er. "Bei Einzelkindern
tritt die Störung häufiger auf." Auch die Länge
der Fahrzeiten beeinflusse die
Angstausprägung.
Im Rahmen des Projektes erarbeiteten die
Wissenschaftler gemeinsam mit den Kindern
Vorschläge, was man an der Inneneinrichtung
der Schulbusse ändern könnte, damit sie sich
wohl darin fühlen. "Denn wenn das Umfeld
stimmt, wird auch der Angst der Betroffenen
vorgebeugt. Die jüngeren Schüler möchten
möglichst weit vorne in der Nähe der
'respektheischenden' Busfahrer sein". Daher
gab es Vorschläge, die Anzahl der Sitze im
vorderen Bereich zu verringern. Auf Bänken
könnten mehr Kinder Platz finden. Auch
Stehplätze mit der Möglichkeit zum Anlehnen
wären eine Alternative zu den Zweiersitzen. Die
Wunschliste der Schüler reichte von
"fröhlicheren Farben", über besser erreichbare
Signalknöpfe, bis hin zu extra Behältern für die
Taschen, damit sie während der Fahrt nicht
weggenommen werden können. Ein Thüringer
Omnibusbetrieb hat mit den Wünschen der
Schüler auseinandergesetzt und seinen
Fuhrpark um zwei Busse ergänzt, bei deren
Bau die Wünsche der Schüler berücksichtigt
wurden.

Informationen, Informationen und Hilfen über alle


Kontakte, Schulpsychologischen Beratungsstellen
(Adressen über die Schule, Telefonbuch,
Literatur
Jugendamt, Beratungsstellen für Eltern-Kinder-
Jugendliche) und alle anderen Beratungsstellen
im Jugendamt und der Städte und Kirchen für
Eltern und Kinder.
Sog. Mobbingtelefone können
Schülern(innen) und Eltern helfen, schneller
Rat und Hilfe zu erhalten. Der mehrheitliche
Teil der betroffenen Kinder möchte keine
Erwachsenen zu Rate ziehen, so dass das
Mobbingtelefon Tätern und Opfern objektive
und anonyme Beratungshilfe anbieten kann. In
schwerwiegenden Fällen können von dort auch
weiterführende Kontakte vermittelt werden.
Zahlreiche gute Seiten zum Thema gibt es im
Internet, wenn in die Suchmaschine
"Mobbing" und als Eingrenzung "Schule"
eingegeben wird. Eine sehr informative Quelle,
aus der sich teilweise auch dieser Artikel
bedient, war:
http://www.infoquelle.de/jobkarriere/mobbing/
schulmobbing, die nicht mehr aktiv ist.
Literatur
Karl E. Dambach: Mobbing in der Schulklasse:
Reinhardt-Taschenbuch.
Horst Kasper: Mobbing in der Schule. Probleme
annehmen - Konflikte lösen. Beltz-Taschenbuch
1998.
Dan Olweus: Gewalt in der Schule - Was Lehrer
und Eltern wissen sollten und tun können.
Huber-Verlag: Bern 1996.
Cornelia Nitsch u. Cornelia von Schelling:
Schule ohne Bauchweh - Was Eltern, Schüler
und Lehrer wissen sollten über Hausaufgaben,
Zensuren, Prüfungsangst, Leistungsdruck.
Mosaik-Verlag 1997.
Krumm, V. & Lamberger-Baumann, B. (1996).
Was über Gewalt in der Schule geschrieben
wird. In K. E. Witruk & G. Friedrich (Hrsg.),
Pädagogische Psychologie im Streit um ein
neues Selbstverständnis (S. 570-576). Landau:
Verlag Empirische Pädagogik.

Hauptquelle: Fliegel, Steffen (2000). Mobbing in der Schule.


WWW:
http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/psych
ologie001108.html (01-04-07)
Die Erlaubnis des Autors liegt vor.
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