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03.6.

Hülle: Dächer - Flachdach EBB 05


06
1

TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Flachdach

Abb. 6.1.1 Dachlandschaft - Wohn- und Geschäftshaus Wien, Delugan-Meissl, 2002


2 05
06 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Flachdach


03 Hülle
EBB 05
06
3

TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Flachdach


6 Dächer

6.1 Flachdach
6.1.1 Definition

6.2 Flachdachsysteme
6.2.1 Kaltdächer
6.2.2 Warmdächer
- Umkehrdach
- Konventionelles Warmdach
- Duo-Dach
- Verbunddach

6.3 Flachdachbestandteile
6.3.1 Unterkonstruktion
6.3.2 Gefälle
- Neigung der Konstruktion
- Gefälleestrich
- Gefälledämmung
- ohne Neigung, „Null“ - Gefälle
6.3.3 Dampfsperre
6.3.4 Wärmedämmung
- Dämmdicke
- Dämmmaterialien
6.3.5 Abdichtungssysteme
- Kiespressdach
- Bitumen-Abdichtung
- Poymerbitumen-Abdichtung
- Kunststoff -Dichtungsbahnen
- Gussasphalt
6.3.6 Schutz- und Nutzschichten
- Kies, Altglas, Platten auf Kies
- Platten und Beläge
- befahrbare Dächer
- Gründach
extensiv
intensiv
- ohne Schutzschicht
6.3.7 Trennlagen

6.4 Anschlüsse
- Dachrand, Attika,
- vertikale Bauteile
- Durchdringungen, Abläufe
- Dilatationsfugen
- Stützen, Masten, Geländer
- Türanschlüsse, Schwellen
- Dachfenster, Aufsätze

6.5 Lösungssprinzipien Flachdach

6.6 Testfragen

6.7 Literaturhinweise

6.8 Bildnachweise
4 05
06 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Flachdach

Abb. 6.1.2 Villa Savoye, Poissy, 1928 -29; Le Corbusier

[1] Le Corbusier: Vers une archi-


tecture, 1923
Fünf Punkte einer neuen Architektur:
1 ....
2. Die bebaute Fläche eines Grund- „Es liegt im Trieb des Menschen, in die Höhe, auf das Dach
stückes kann durch ein flaches Dach seines Hauses zu steigen...
zurückgewonnen werden. Dieses Ist es daher nicht wahrhaft wider aller Logik, wenn eine ganze
muss einerseits wohnbar gemacht Stadtfläche ungenutzt bleibt?“
werden, andererseits bedarf das Dach
eines Schutzes. Der Dachgarten wird
zum bevorzugtesten Aufenthalt des Le Corbusier
Hauses und bedeutet ausserdem für
eine Stadt den Widergewinn ihrer
ganzen bebauten Fläche..
3. ...
4. ...
5. ...

Paul Schultze Naumburg


„Flaches oder geneigtes Dach“,
Berlin, 1927 Abb. 6.1.3 Skizze LeCorbusier
6.1 Flachdach
EBB 05
06
5

6.1.1 Definition TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Flachdächer sind, nach einer Phase der Ent- Baukonstruktion und Baustoffkunde

wicklung langfristig haltbarer Materialien und 03.6 Hülle • Dächer • Flachdach


Konstruktionen zwischen 1920 (Abb. 6.1.1
- Abb. 6.1.4 u. [1]) und 1980, heute bei fach-
gerechter Ausführung zuverlässig dicht. Die [2] Die DIN 18531 und die Flach-
DIN 18531 und die Flachdachrichtlinien teilen dachrichtlinien
unterscheiden Dächer nach unter-
Dächer nach ihrer Dachneigung ein [2]. Flach- schiedlichen Dachneigungsgruppen.
Die Dachneigungsgruppe beeinflusst
dächer besitzen eine Dachneigung von 0° bis Art und Ausführung der Dachab-
5° (0% bis 9 %). Ab 3° uber (5 %) Neigung dichtung. Dächer der Dachneigungs-
gruppe I:
kommt Überlappung als Abdichtungsprinzip Abb. 6.1.4 Villa Savoye, Poissy, 1928 -29; Le Corbusier
bis 3° (5 %);
in Frage. Dachneigungsgruppe II:
über 3° bis 5° (9 %)
Bei größeren Neigungen funktioniert die werden als Flachdächer bezeichnet.
Schwerkraft als wesentliches Befestigungs- Schutzschichtt
In den Flachdachrichtlinien werden
prinzip des Dachaufbaus nicht mehr, zusätz- Flachdächer nach ihrem konstruktiven
liche Befestigungsmaßnahmen werden Dachsystem: Aufbau unterschieden in:
Dichtung+ - belüftete Dächer
erforderlich. Flachdächer ohne Dachneigung Dämmung + - nicht belüftete Dächer
sind möglich, wenn das Auftreten stehenden Dampfsperre
Nach Nutzungen werden Flachdächer
Wassers durch eine verbesserte Ausführung wie folgt eingeteilt:
der Dichtung kompensiert wird. - nicht genutzte Flachdächer
sie werden nur zur Wartung
betreten. Für die Ausführung
Flachdächer bestehen in der Regel aus: nicht genutzter Flachdächer gelten
die Flachdachrichtlinien und die
1. Schutz- und Nutzschicht
DIN 18531„Dachabdichtungen“.
2. Flachdachsystem Tragschicht
- genutzte Dachflächen
- begehbar, d.h. für den zeitweiligen
3. Tragschicht (Abb. 6.1.5) Abb. 6.1.5 Regelaufbau Flachdach
Aufenthalt von Menschen geeignet
(Dachterrasse)
- befahrbar, d.h. für das Befahren
mit PKW bzw. LKW geeignet (Park-
6.2 Flachdachsysteme deck)
- begrünte Flachdächer: exten-
sive Begrünung für anspruchs-
Flachdachsysteme liegen unterhalb der Schutz- losen, niedrigen und pflegearmen
Bewuchs; intensive Begrünung
und Nutzschichten auf der Unterkonstruktion. für anspruchsvollen Bewuchs, und
Bis auf einige Unverträglichkeiten können sie zwar unterschiedlich nach Höhe
und Pflegeaufwand.
gegeneinander ausgetauscht werden. Das
Flachdachsystem setzt sich in der Regel aus Für die Ausführung genutzter und
begrünter Flachdächer gilt neben den
den Funktionsschichten Abdichtung, Däm- Flachdachrichtlinien die DIN 18195
mung und Dampfsperre zusammen. „Bauwerksabdichtungen, Teil 5“

6.2.1 Kaltdächer
Als Kaltdach bezeichnet man Dachsysteme, 1 Schutzschicht 5 cm
die auf einer im Winter nicht geheizten Unter- 2 Abdichtung:
überlappende
konstruktion aufgebracht sind. Kunststoffbahn 0,3 cm
Dies betrifft nicht gedämmte Dächer, Kons- 3 Gefälleestrich > 2,0 cm
truktionen, bei denen die Dämmebene 4 Stahlbetondecke 20 cm
unter der Tragkonstruktion angeordnet ist 5 Dämmung 12 cm
6 Dampfsperre 0,03 cm
(Abb. 6.2.1) und hinterlüftete Konstruktionen 7 Lattung 4 cm
(Abb. 6.2.2). Hinterlüftete Flachdächer sollten 8 Konterlattung 4 cm
ausreichend (mindestens 5 cm) in Längs- und 9 Innenbekleidung 2,5 cm
Querrichtung (Konterlattung) durchlüftet Abb. 6.2.1 Kaltdach, Dämmung unter Tragschicht
sein, um Feuchtigkeit aus der Dämmebene
schnell abzuführen. In der Dämmebene ein-
geschlossene Feuchtigkeit verringert die
Dämmwirkung erheblich. Gezieltes Abführen Konterlattung 50 x 60 mm
Lüftersparren 160 / 80 mm
der Feuchtigkeit ist unter anderem auch des- auf druckfestem Dämmstreifen (ver-
Lüftung
halb wichtig, weil Dampfsperren aus Folien besserte Dämmwirkung, Schutz der
Dampfbremse)
selten völlig dicht sind.
Unter dem Tragwerk angeordnete Dämm-
ebenen sind riskant, da Befestigungen 1 Schutzschicht 5 cm
(Abhängung) und Elektroinstallationen zu 2 Abdichtung 0,9 cm
3 Tragschicht
Wärmebrücken und Durchdringungen der Schalung 2,2 cm
Dampfsperre führen. 4 Luftschicht - Lattung 4 cm
5 Luftschicht über 4 cm
6 Wärmedämmung 12 cm
6.2.2 Warmdächer
7 Dampfbremse 0,03 cm
Als (flaches) Warmdach bezeichnet man Dach- 8 Trennlage, Gleitlage 0,03 cm
systeme, die auf einer im Winter geheizten 9 Tragschicht, Stahlbeton 20 cm
Unterkonstruktion aufliegen. Abb. 6.2.2 Kaltdach, hinterlüftet
6 05
06 EBB Umkehrdach
Beim Umkehrdach ist eine wasserbeständige
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso Dämmung (z.B. XPS) oberhalb der Dichtebene
Baukonstruktion und Baustoffkunde angeordnet (Abb. 6.2.3 u. Abb. 6.2.4). Sie
03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
wird durch ein UV- beständiges Filtervlies
aus Polyester gegen Einschwemmungen ge-
schützt.
Vorteile: Die Dämmung schützt die Dachdi-
chtung vor Beschädigung. Die Dichtung liegt
auf einem harten Untergrund auf. Beschädi-
gungen können schnell lokalisiert und repa-
riert werden. Die thermische Belastung der
Dichtebene ist gering.
Nachteile: Da kaltes Wasser zwischen den
gefalzten Dämmplatten auf die Dichtebene
laufen kann, sollte die Dämmdicke von derzeit
üblichen 12 cm um 2 cm auf mindestens 14 cm
Abb. 6.2.3 Umkehrdach heraufgesetzt werden. Das Umkehrdach ist
wegen der erhöhten Dicke höherwertigen
des Dämmstoffs teurer als ein konventionelles
Warmdach. Das Gefälle kann nicht in die Däm-
mung integriert werden (z.B. Gefälleestrich).
Umkehrdächer können nicht direkt auf Trape-
wasserfeste Dämmung: zblechen angewendet werden, da die Dich-
Da die Dämmung durchfeuchten tung nicht vollflächig aufliegt und aufgrund
kann muss die Mindestdicke herauf-
gesetzt werden (mind. 14 cm) der geringen thermischen Trägheit der Trag-
konstruktion Kondenswasser auftreten kann.
1 Schutzschicht, Kies 5 cm
2 Trennlage, Filtervlies 0,03 cm Konventionelles Warmdach
3 Dämmung, wasserfest 14 cm Bei einem konventionellen Warmdach befin-
4 Drainschicht 1 cm
det sich die Dämmung zwischen Dampfsperre
5 Abdichtung 0,9 cm
Dampfsperre und Dachdichtung (Abb. 6.2.5).
6 Trennlage, PE-Folie 0,03 cm Vorteile: Aufgrund ihrer Lage zwischen
7 Gefälleestrich, mind. 2 cm zwei dichten Schichten ist die Verwendung
Abb. 6.2.4 Umkehrdach einfacher und daher billiger Dämmstoffe
möglich. Da die Dichtung oberhalb der Däm-
mebene liegt, kann die Dämmung im Gefälle
geschnitten werden.
Nachteile: Die auf der Dämmung liegende
Gefälledämmung:
Zur Ausbildung einer Gefälledämmung
Dichtung kann leicht durchstanzt werden.
ist ein genauer Verlegeplan erforder- Dringt Wasser ein, ist die Undichtigkeit wegen
lich (mindestens 12 cm Dämmdicke der Verteilung in der Dämmebene zwischen
am Gefälletiefpunkt). Materialien:
mineralischer Faserdämmstoff oder den dichten Schichten nur schwer lokali-
Polystyrol - Partikelschaum, Polyure- sierbar. Durch die dann auftretende Durch-
than , Schaumglas.
feuchtung der Dämmung sind Sanierungen
1 Schutzschicht, Kies 5 cm
2 Abdichtung 0,9 cm
aufwändig. Die Dichtebene ist hohen Tem-
3 Gefälledämmung 12 cm peraturdifferenzen zwischen Sommer und
4 Dampfsperre 0,03 cm Winter ausgesetzt. Dies kann Spannungsriss-
5 Trennlage, Voranstr. 0,03 cm bildung und Versprödung verursachen.
Abb. 6.2.5 konventionelles Warmdach

Duo-Dach
Der Duo-Dachaufbau sieht einen Umkehrdach-
aufbau auf einem konventionellen Warmdach
vor und vereint so die Vor- und Nachteile der
beiden Dachsysteme (Abb. 6.2.6). Er eignet
Duodach:
Umkehrdach sich besonders bei einem Profilblechuntergrund
über über hochwertigen Räumen. Die untere Däm-
konventionellem Warmdach
mung kann im Gefälle geschnitten werden.
Die Dachhaut wird von der zusätzlichen Däm-
1 Schutzschicht, Kies 5 cm
mung geschützt. Das Duodach ist auch als
2 Trennlage, Filtervlies 0,03 cm Sanierungsmaßnahme zur Verbesserung der
3 Dämmung, wasserfest 14 cm Dämmung eines bestehenden Warmdachs
4 Drainschicht 1 cm
einsetzbar. (Plusdach)
5 Abdichtung 0,9 cm
6 Gefälledämmung 12 cm
7 Dampfsperre 0,03 cm Verbunddach
8 Trennlage, Voranstrich 0,03 cm Das Verbunddach (Kompaktdach) ist ein
Abb. 6.2.6 Duodach Warmdachsystem, bei dem eine Schaumglas-
dämmung mit Heißbitumen vollflächig auf
die Unterkonstruktion geklebt wird. Oberhalb EBB 05
06
7

der Dämmebene werden weitere Bahnenab- TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
dichtungen angeordnet. Der Dachaufbau rea- Baukonstruktion und Baustoffkunde

giert als kompakte Masse, die an jeder Stelle 03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
angestochen werden kann, ohne Undich-
tigkeit aufzuweisen. Es handelt sich um den
sichersten, aber aufgrund der hochwertigen
Schaumglasdämmung und der notwendigen
vielen Arbeitsschritte auch um den teuersten
Flachdachaufbau (Abb. 6.2.7 u. Abb. 6.2.8).

6.3 Flachdachbestandteile wasserfeste Dämmung:


Schaumglas (mind. 14 cm) wird voll-
fächig mit Heißbitumen vergossen,
6.3.1 Unterkonstruktion so dass eine kompakte Masse aus
Entscheidend bei der Beurteilung von geeig- Abdichtung und Dämmung entsteht
neten Unterkonstruktionen für Flachdachauf- Abb. 6.2.7 vollflächiges Verkleben mit Heißbitumen
bauten sind drei Kriterien:
1 Schutzschicht 5 cm
1. Masse
2 Gefälledämmung - 14 cm
- (thermische Trägheit, Kondensatbildung z.B. Schaumglas,
auf der Unterseite) 3 Abdichtung, 0,9 cm
2. Oberflächenbeschaffenheit Bitumenverguss

- (Unebenheit, wie z.B. bei Trapezblech) 4 Dampfsperre 0,03 cm


3. Homogenität 5 Trennlage, Voranstr. 0,03 cm
6 Stahlbeton 20 cm
(zu überbrückende Fugen (Fertigteile))

Die Beschaffenheit der Unterkonstruktion und [3] Flachdachrichtlinien - 2.1


die vorgesehene Nutzschicht sind maßgeblich Dachneigung und Gefälle, 9/2001
für die Auswahl des passenden Dichtungsma- Abb. 6.2.8 Verbunddach „Kompaktdach“ Gefälleausbildung:
terials. Unterkonstruktionen lassen sich unter-
scheiden in:
- schwer, massiv, o. Wärmedämmung (WD)
- schwer, vorgefertigt, ohne WD
- schwer, massiv oder vorgefertigt, mit WD
- Holz
- Profilblech, mit u. ohne WD

6.3.2 Gefälle
Um stehendes Wasser auf der Dachhaut zu
vermeiden, sollte bei Flachdächern ein Gefälle
von mindestens 2 % zum Dacheinlauf hin
eingebaut werden [3]. In diagonalen Kehlen
und Graten kann diese Regelneigung unter-
schritten werden (0,5 -1,5 %) (Abb. 6.3.1
u. Abb. 6.3.2). Eine genaue Planung der
Gefällelage ist entwurfsabhängig und daher
zwingend erforderlich. Sie kann durch unter-
schiedliche Maßnahmen erreicht werden: Abb. 6.3.3 Gefälle durch Neigung der Konstruktion Abb. 6.3.1 Aussenentwässerung

Neigung der Konstruktion


Eine Neigung der Konstruktion kann Auswir-
kungen auf den Innenraum haben (Abb. 6.3.3).
Sie findet daher häufig bei Räumen Anwen-
dung, an die geringe gestalterische Ansprü-
che gestellt werden und deren Konstruktion
leicht sein soll. (z.B. Industriebau mit großen
Spannweiten). Oft wird auch die Oberseite
geneigt und die Unterseite horizontal belas-
sen. Die Oberseiten von Betondecken können
vor dem Abbinden der Matrix in ein Gefälle
gezogen werden. Dabei ist jedoch die Erreich-
barkeit auf dem frischen Beton, die ohnehin
notwendige Überdeckung der Bewehrung
und der Mangel an Präzision bei der Bauaus-
führung problematisch. Abb. 6.3.4 Gefälleestrich Abb. 6.3.2 Innenentwässerung
8 05
06 EBB Gefälleestrich
Ein (Zement)-estrich von mindestens 2cm
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso Dicke wird unter der wasserführenden Schicht
Baukonstruktion und Baustoffkunde eingebracht. Diese Lösung ist, sicher und billig,
03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
jedoch schwer. Sie war bis zur Entwicklung
von in Gefälle geschnittenen Dämmplatten
weit verbreitet und ist es beim Umkehrdach
noch heute (Abb. 6.3.4).

Gefälledämmung
Die Stärke der Gefälledämmung bemißt sich
nach den Mindestanforderungen an die not-
wendige Dachdämmung am Tiefpunkt. Diese
Art der Gefälleausbildung ist zu empfehlen,
da das Dach durch das Gefälle zusätzlich
gedämmt wird (Abb. 6.3.5).
Gefälledämmung:
mit Hilfe von Dämmkeilen (nach Ver-
legeplan) wird oberhalb der Decke Ohne Neigung - „Null“ - Gefälle
das notwendige Gefälle erzeugt. Die Ausführung eines Flachdachs ohne Nei-
Gleichzeitig liefert die Dämmung die
erforderliche ebene Grundlage für die gung und begrünte Dächer mit Wasseranstau
Bahnenabdichtung werden in den Flachdachrichtlinien als Son-
Abb. 6.3.5 Gefälledämmung, Mineralwolle derkonstruktionen bezeichnet. Sie erfordern
zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen, um die
Wasserdach: höhere Beanspruchung durch das stehende
Wasserdächer sind Sonderkonstruk-
tionen und erfordern eine besonders Wasser auszugleichen (Abb. 6.3.6).
sorgfältige Planung der Abdichtungen, Ohne Gefälle kann z.B. das Verbunddach
der Ab- und Überläufe und der verti-
kalen Bauwerksanschlüsse aufgrund der flächigen Verklebung der
Schaumglasdämmung mit Heißbitumen und
der darüber angeordneten zweischichtigen
[3] Flachdachaufbauten mit Dach-
dichtungsbahnen Dachdichtung ausgebildet werden [3]. Die
Die Suche nach dem sicheren Dach, Schaumglasdämmung sollte um die Abläufe
Bobran Ingenieure, Detail 7/8/2002
Beispiel Null-Gefälle Dach: Kunstmu- vertieft abgezogen werden.
seum Stuttgart, Kleiner Schlossplatz;
Hascher + Jehle, Berlin
6.3.3 Dampfsperre
Generell sind Dampfsperren dann nötig,
wenn aufgrund der klimatischen Verhältnisse
hohe Temperaturdifferenzen un erhöhtem
Dampfdruckgefälle zwischen Innen- und
[4] Materialien für Dampfsperren
- Flächendichtungen: Aussenraum entstehen können und der
Dampfdurchlasswiderstand ausserhalb der
Flächendichtung Wasser- Material-
dampf- stärke
Dämmebene größer ist als innerhalb. Sie ver-
diffusi- (mm) hindert das Eindringen von Wasserdampf und
onswi-
derstand
schützet vor Tauwasserbildung im Bauteil-
querschnitt [4].
Folien
Alumminiumfolie dampf- 0,05 Da die Dachdichtung wasserdicht sein soll,
dicht sind an die Dichtigkeit der Dampfsperre
PE-Folie 30.000 0,25 Abb. 6.3.6 „Wasserdach“ mit Null-Gefälle; BAAS, Barcelona höchste Ansprüche zu stellen (Abb. 6.3.7).
PVC-Folie 20.000 0,25 Üblich ist die Verwendung von Bitumen-
Polyamidfolie -
schweissbahnen mit Metallbandeinlage,
Bahnen punkt oder streifenweise auf der Rohdecke
Polymerbitumen 21.500 5 aufgeschweisst. Bei Kunststoff-Dampfsper-
PE-C 30.000 1,2 ren muss auf die Rohdecke eine zusätzliche
PVC-P 20.000 1,2
CPDM 60.000 1,5
Schutzlage aufgebracht werden ansonsten ist
PIB 250.000 1,5 eine werkseitig auf die Dampfsperre aufge-
ECB 90.000 1,5 brachte Schutzlage erforderlich. Bei Umkehr-
CSM 25.000 1,2
dächern ist keine gesonderte Dampfsperre
Beschichtungen
nötig, weil die Abdichtung unter der Däm-
KMB 1 komp. 2000 4 mung gleichzeitig als Dampfsperre dient. Bei
KMB 2 komp. 4000 4 hinterlüfteten Kaltdächern kann u.U. auf eine
Gussasphalt dampf- >15
dicht
Dampfsperre verzichtet werden. Die proviso-
rische Abdichtung der Tragkonstruktion wird
Reaktionsharze 20.000 1,5
Zemenputz 25 20 oft als Dampfsperre eingesetzt. (Abb. 6.2.1 u.
WU-Beton B45/55 100 200 Abb. 6.2.4)

Der Wasserdampfdiffusionswider- 6.3.4 Wärmedämmung


stand ist abhängig von der relativen
Luftfeuchte; Werte gelten für 50 und Die Wärmedämmung sollte von der Fassade
80 % relative Luftfeuchte Abb. 6.3.7 Dampfsperren, PE: einfach, gewebeverstärkt zum Dach durchgängig sein.
Die Dicke der Dämmung kann variieren. Im
Attikabereich sind z.B. Holzbohlen von 3 - EBB 05
06
9

4 cm als dämmendes und zur Befestigung der TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Blechabdeckung dienendes Element üblich, Baukonstruktion und Baustoffkunde

obwohl die Dämmung des Regeldachauf- 03.6 Hülle • Dächer • Flachdach


baus erheblich unterschritten wird. Auch in
der Randaufkantung werden oft geringere
Dämmstärken als im Regeldachaufbau ver-
wendet (s. auch Abb. 6.4.1)

Dämmdicke
Die Dämmdicke sollte in Deutschland in der
Regel 12 cm nicht unterschreiten. Dämmstär-
ken bis 30 cm sind sinnvoll. Dämmplatten aus
Polystyrolschaum (EPS, XPS) und Schaumglas
können schräg geschnitten bestellt werden,
so daß das Gefälle durch dämmendes Mate- Kaschierte Mineralwolle:
die Oberfläche der Dämmplatten ist
rial hergestellt werden kann. (Gefälle nur nach mit einer glasfaserverstärkten Bitu-
Programm der Hersteller, in der Regel 1,5 %, menhaftgrundierung versehen. Auf
diese Grundierung wird die Abdich-
2 %, 2,5 %). tung in Heiß- oder Kaltklebeverfahren
aufgebracht.
Dämmmaterialien Abb. 6.3.8 Verkleben von kaschierten Steinwolleplatten
Im konventionellen Flachdachaufbau können
Dämmplatten aus Polystyrol - Partikelschaum
(EPS, Abb.6.3.10), Polyurethanschaum
(PU) und Mineralwolle (Glaswolle, Stein-
wolle) verwendet werden (Abb. 6.3.8).
Extrudierter Polystyrolschaum (XPS) ist
geschlossenporig und daher auch für feuch-
tigkeitsbelastete Dämmungen, etwa bei
Umkehrdächern, verwendbar (Abb. 6.3.9).
Das ebenfalls geschlossenporige, kosteninten-
sive aber feuchtigkeitsfeste Schaumglas wird
bei besonderer Hitzeeinwirkung und erhöhter
Druckbelastung der Konstruktion verwendet. XPS Dämmplatten:
Polystyrol-Extruderschaumstoff (XPS)
wird in einem kontinuierlichen Extru-
sionsprozess hergestellt: Treibmit-
6.3.5 Abdichtungssysteme telfreies Polystyrol-Granulat wird in
Die Abdichtung soll als „dichte Wanne“ aus- einem Extruder aufgeschmolzen und
unter Zugabe von Treibmittel über eine
geführt werden. Anfallendes Wasser wird Breitschlitzdüse kontinuierlich ausge-
kontrolliert an Ein- und Überläufen gesammelt tragen. Der entstehende Schaumstoff
ist homogen und geschlossenzellig
und anschliessend versickert oder abgeleitet. und wird in Form von Platten ange-
In der Regel wird die „Wanne“durch das Ver- boten. Diese sind wasserbeständig
und druckfest und werden daher bei
kleben oder Verschweißen von Bahnen her- Umkehrdächern vorgesehen. Die vor-
gestellt. konfektionierten Platten werden zur
wärmebrückenfreien Verlegung an
Bei Abdichtungssystemen aus Gussasphalt den Rändern mit einem Stufenfalz
wird dieser ausgebreitet und mit Blechen und versehen.
Bahnen gesäumt. Abb. 6.3.9 lose Verlegung wasserfester XPS - Dämmplatten
Im Randbereich werden Abdichtungen hoch-
geführt und schließen nach Möglichkeit
durch Überlappung an die Dichtebene der
Fassade an. Je nach Abbdichtungstyp werden
die Bahnen aufgeklebt, lose verlegt oder
mit Nägeln befestigt, die mit zusätzlichen
Abdeckstreifen abgedichtet werden müssen.
EPS Dämmplatten:
Bei unterirdischen Flachdächern kann Wasser Styropor ist ein treibmittelhaltiges,
auch entlang der Kellerwand abgeleitet expandierbares Polystyrol (EPS). Es
entsteht durch Polymerisation von
werden. Monostyrol und unter Zusatz von
Pentan. Styropor zeichnet sich aus
durch ein sehr gutes Wärmedämm-
Kiespressdach vermögen, durch hohe Druckfestig-
Die einfachste Dachdichtung kann mit keit, hervorragende Stoßdämpfung,
geringes Gewicht und Feuchteun-
einer Bahnenabdichtung aus bekiester oder empfindlichkeit. Ein entscheidender
beschieferter Dachpappe (Polymerbitumen- Vorteil von Styropor ist sein günsti-
ges Preis-Leistungs-Verhältnis. Beim
Abdichtungen), dem Kiespressdach, erreicht konventionellen Warmdach können
werden. Die Lebensdauer ist eingeschränkt profilierte und kaschierte vorkonfek-
tionierte Platten lose verlegt werden.
(10 - 20 Jahre). Größere Gefälle als 5 % Anschliessend wird die Abdichtung
sind möglich, da keine zusätzlichen Schutz- auf die Kaschierung aufgebracht.
schichten erforderlich sind. Abb. 6.3.10 lose Verlegung kaschierter EPS -Dämmplatten
10 05
06 EBB Bitumen-Abdichtungen
Bitumendichtungsbahnen werden in mehre-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso ren Lagen vollflächig mit Heißbitumen ver-
Baukonstruktion und Baustoffkunde klebt (Abb. 6.3.11). Nachteile: Versprödung,
03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
geringe Elastizität und arbeitsintensive Verle-
gung.

Polymerbitumen-Abdichtungen
Ein- oder mehrlagige Polymerbitumenbahnen
werden mit einem Brenner angeschmolzen
und untereinander sowie mit dem Unter-
grund verklebt. Die Mehrlagige Ausführung
ist auch geschweißt möglich (Abb. 6.3.12).
Abb. 6.3.11 Heißbitumenverguss Polymerbitumenbahnen besitzen eine gute
Reißdehnung, sind alterungsbeständig und
leicht zu verlegen.

Kunststoff-Dichtungsbahnen
Kunststoffdichtungsbahnen bestehen aus
Vinylchlorid-Polymeren oder Hochpolymeren.
Je nach Fabrikat werden sie mit oder ohne
Schutzschicht geliefert.

Gussasphalt
Gussasphalt wird heiß (250° Einbringtem-
peratur) und einlagig in einer Dicke von
25-35 mm auf eine Trennlage (z.B. glasvlies-
verstärkte Oxidbitumenbahnen) aufgebracht.
Abb. 6.3.12 Verschweissen von Polymerbitumen Mehrschichtige Aufbauten mit Dicht- und
Verschleißschicht sind bis zu 75 mm stark.
Gussasphalt kann nur auf einem harten,
ebenen Untergrund aufgebracht werden
(Abb. 6.3.13).

6.3.6 Schutz- und Nutzschichten


Schutz- und Nutzschichten bilden den äuße-
ren Abschluss des Flachdachaufbaus und
können im Prinzip gegeneinander ausge-
tauscht werden.

Kies, Altglas, Platten auf Kies


Mindestens 5 cm Kies- oder Altglasschüttung
dienen als Beschwerung und UV-Schutz der
Abb. 6.3.13 Gussasphalt Dachdichtung. Hohe Windlasten erfordern
einen verfestigten Randstreifen, z.B. Platten-
belag oder eine Matrixbindung der Schüttung
(z.B. Kunstharz).

Platten und Beläge


Begehbare Plattenbeläge sind in der Regel
- je nach Spannweite - etwa 3-5 cm (z.B.50/
50 cm) stark. Sie werden im Splittbett oder
auf Stelzlagern, Tellern, Mörtelsäckchen o.ä.
zur Justierung über einem Hohlraum (varia-
bel bei Gefälle, mind. 2 cm) verlegt. Bei Ver-
1 Betonsteinplatten 4 cm
wendung von Ortbeton und hydraulischem
2 Feinbeton 6 cm
Mörtel oberhalb der Dachdichtung ist mit
3 Schüttung, Schotter 16 cm
Ausschwemmungen, die die Entwässerung
4 Filtervlies 0,5 cm
zusetzen, zu rechnen. Daher sollte Feinbeton
5 Drainschicht 8 cm
verwendet werden oder die o.g. vorgefertig-
6 Trennlage, Gleitlage 0,03 cm
ten Zementplatten auf Stelz- Tellerlagern.
7 Abdichtung 0,9 cm

8 Wärmedämmung 12 cm befahrbare Dächer


9 Dampfsperre 0,03 cm Befahrbare Dächer sind oft ungeheizt (z.B.
10 Trennlage 0,03 cm Garagen). Hier ist eine Gussasphalt-Abdich-
11 Stahlbeton 20 cm tung günstig. Wegen hoher Punktlasten ist
Abb. 6.3.14 befahrbarer Belag bei gedämmten Dächern oberhalb der Dämm-
schicht eine zusätzliche Lastverteilungsplatte
(meistens aus Feinbeton mit Trasszusatz) zur EBB 05
06
11

vorzusehen. In der Regel wird auf einer Gleit- TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
lage eine Feinbetonschicht (ca. 5 cm), dann Baukonstruktion und Baustoffkunde

oberhalb auf einer Gleitlage eine Fahrbahn- 03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
platte ausgeführt. Dehnfugen sind wegen
der großen thermischen Belastung ca. alle
4 m vorzusehen (Abb. 6.3.14). Alternativ: Ver-
bundsteine oder Steinpflaster im Sandbett [5] Dachbegrünungen
Das Eigengewicht einer Dachbegrü-
über einer Feinbetonschicht auf Trennlage. nung muss bei der statischen Berech-
nung im wassergesättigten Zustand
berücksichtigt werden. Die DIN 1055
Gründach „Lastannahmen für Bauten“ ist
Gründächer schützen die Dichtung vor ther- hierbei zu beachten. Statisch ins
Gewicht fallen vor allem die Vegeta-
mischen Belastungen und halten den Regen tionssubstrate und die Dränschicht,
zurück. In der Regel bestehen sie aus einer falls diese aus mineralischen Schüt-
tungen und nicht aus leichten Ele-
Schutzschicht, einer Dränageschicht, einer Fil- menten bzw. Matten aus Kunststoff
terschicht und dem Substrat mit der Bepflan- oder Schaumstoff hergestellt wird.
Das Eigengewicht der verschiedenen
zung. Zur Sicherung der Dichtung wird ein Begrünungsarten kann näherungs-
Durchwurzelungsschutz (z.B. PVC- Bahn) not- weise wie folgt angesetzt werden:

wendig. Dünnschichtige Extensivbegrünung,


Extensiv: Bepflanzung und Schichten sind so Abb. 6.3.15 extensives Gründach Sedum: ca. 0,5 – 1,0 kN/m²
Extensivbegrünung, Stauden und Grä-
ausgewählt, dass auf Bewässerung verzichtet sern: ca. 1,0 – 1,5 kN/m²
werden kann. Bei Anschlüssen an Dachdurch- Intensivbegrünung:
ca. 1,5 – 3,0 kN/m²
dringungen und Dachrändern ist nach Flach- Intensivbegrünung mit Rasen und
dachrichtlinie ein vegetationsfreier Kies oder Stauden:
ca. 3,0 – 5,0 kN/m²
Plattenstreifen als Sicherheitsabstand vorzuse- Intensivbegrünung, Sträucher und
hen (Abb. 6.3.15 u. Abb. 6.3.16.) Die Aufbau- Bäume: ca. 5,0 - >10 kN/m²

höhe beträgt ca. 4-20 cm; das Flächengewicht Bei starkem Windeinfluss muss eine
liegt zwischen 40 und 300 kg/m2 (feucht) Dachbegrünung lagesicher bleiben,
was bei Verwendung kantiger Subs-
[5]. Der Regelaufbau beträgt etwa 8 cm trate und dichter Bepflanzung kein
(Abb. 6.3.17). Bepflanzung: Sedum, Kräuter, Problem darstellt. Wenn ein Begrü-
nungsaufbau die Funktion der Auflast
Gräser, Gehölze. für eine lose verlegte Dachabdichtung
Intensiv: Intensiv begrünte Dachflächen übernehmen soll, muss die Begrü-
nung unverzüglich nach Abschluss
werden künstlich bewässert und mit einer der Abdichtungsarbeiten aufgebracht
Aufbauhöhe von ca. 10 – 25 cm, und einem werden. Die Höhe der dann not-
wendigen Auflast in den Dacheck-,
Flächengewicht zwischen 100 und 400 kg/m2 Dachrand- und Dachmittenbereichen
(feucht) ausgeführt. Der Regelaufbau beträgt hängt von verschiedenen Faktoren ab
(u.a. Lage des Gebäudes, Gebäude-
etwa 20 cm. Die Bewässerung erfolgt durch höhe und –form) und kann entspre-
individuelles Sprengen, Bewässerung des chend den Flachdachrichtlinien bzw.
DIN 1055 Teil 4 ermittelt werden.
Substrates oder mittels Anstauverfahren.
Bepflanzung: Rasen, Gemüse und Blumen Da begrünte Dächer gewartet und
gepflegt werden müssen, sollten
sind möglich. Die Höhe von Bäumen und sowohl entsprechende Zugangsmög-
Sträuchern entspricht in der Regel der Höhe lichkeiten, als auch Absturzsicherung
vorgesehen werden.
des Unterbaus. Abb. 6.3.16 Schutzstreifen am Dachrand Während der Anwachsphase muss in
Dachnähe ein Wasseranschluss zur
Verfügung stehen, damit bei Bedarf
ohne Schutzschicht eine Zusatz-Bewässerung erfolgen
Abdichtungssysteme ohne zusätzliche Schutz- kann. Dachdurchdringungen werden
gebündelt, so dass größere zusam-
schicht können mit besplitteten Dachpappen, menhängende Begrünungsflächen
Gussasphalt oder geeigneten Kunststoff- entstehen und die Anzahl vegetations-
frei zu haltender Sicherheitsstreifen
bahnen hergestellt werden. Die Abdichtung möglichst gering bleibt.
muss gegen Abheben (Windsog) gesichert
und UV-beständig sein.

6.3.7 Trennlagen
Trennlagen überbrücken kleine Schwind- und
Spannungsrisse und schützen gegen Uneben-
1 Sedum 5 cm
heit und evtl. chemische Einflüsse der Trag-
2 Substrat 10 cm
schicht auf das Dachsystem. Als Trennlagen
3 Filtervlies 0,5 cm
werden Polyestervliese, Glasvliese, mehrla-
4 Drainschicht 8 cm
gige PE-Bahnen oder Voranstiche verwendet.
5 Wurzelschutz 0,9 cm
Ein bituminöser Voranstrich bei bituminösen
6 Abdichtung 0,9 cm
Abdichtungen bindet Staub auf Stahlbe-
ton- und Porenbetonflächen und verschliesst 7 Wärmedämmung 12 cm

offene Poren. Als Haftvermittler dient ein 8 Dampfsperre 0,03 cm


Voranstrich zwischen bituminöser Dampf- 9 Trennlage 0,03 cm
sperre und kunststoffbeschichteten Stahlpro- 10 Stahlbeton 20 cm
filblechen. Abb. 6.3.17 extensive Begrünung
12 05
06 EBB Gefälle

5 cm - 10 cm
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde
3 gekantetes Aluminiumblech auf Holzbohle befestigt
03.6 Hülle • Dächer • Flachdach

2 Abdichtungshöhe, gemessen bis OK Anpressprofil:


Überlappung: + 0.15 m ü. OK Schutzschicht [6]
Unterkante äusserer Schenkel bis
OK Putz:
5 cm bis 8m
8 cm bis 8 - 20 m 1
1 0 cm > 20 m Gebäudehöhe

Abstand: Tropfkante - Fassade > 2 cm


mindestens 2cm

1 Dachsystem:
konventionelles Flachdach
Abdichtung: Bitumenbahnen
Randaufkantung mit Abdeck-
blech vor UV-Strahlung
geschützt

2 Anpressprofil, 60/6
3 gekantetes Aluminiumblech
Abb. 6.4.1 Attika mit Blechabdeckung

[6] Abdichtungshöhen: 6.4 Anschlüsse (Abb. 6.4.2 und Abb. 6.4.3). Die Aufkantung
erfolgt entweder durch ein Dachrandprofil
vertikale Bauteile / Attika:
- bei Dachneigungen über 5° (8,8%) Dachrand, Attika (z.B. gekantetes Aluminiumblech, Vollholz)
mindestens 10 cm über Oberkante Der Dachrand als Übergang zwischen Fassade oder durch die Ausbildung einer Attika
Belag, z.B. Kiessschüttung/Vegeta-
tion betragen. und Dachfläche ist besonders durch Wind- (Abb. 6.4.1). In den Flachdachrichtlinien
- bei Dachneigungen bis 5° (8,8%) druck und Windsog beansprucht. Die Dach- werden Anschlusshöhen von Abdichtungen
mindestens 15 cm (Abb.6.4.1)
haut muss daher im Randbereich mit großer im Bereich der Dachränder in Abhängigkeit
Dachrand ohne Attika: Sorgfalt befestigt werde. Eine erhöhte oder von der Dachneigung definiert [6].
bei Dachneigungen über 5° (8,8%)
-
mindestens 5 cm über Oberfläche strömungsoptimierte Ausführung des Dach-
Belag, z.B. Kiesschüttung Vegeta- randes trägt zur Reduzierung der Ansichts- vertikale Bauteile
tion
- bei Dachneigungen bis 5° (8,8%) breite, vor allem aber der Windsogwirkungen An vertikalen Bauteilen (Schornsteine, Auf-
mindestens 10 cm (Abb. 6.4.2) und zur Sicherung des Dachaufbaus bei bauten) muss die Abdichtung zur Vermeidung

Abdichtungshöhe, da Dachneigung unter 5 ° und keine Attika:


mind. + 0.10 m ü. OK Schutzschicht [6]

UV-Schutzblech
1

Randaufkantung
Brettschichtholzprofil

Dachrandprofil
gekantetes Zinkblech

Tragkonstruktion

1 Dachsystem:
konventionelles Flachdach Abb. 6.4.2 Dachrand mit Dachüberstand
EBB 05
06
13

TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Flachdach

Abb. 6.4.3 aufgelöster Dachrand, Bundestag, Bonn; Günther Behnisch

von Überflutungsschäden und zum Schutz cker verlegt. Der Bereich einer möglichen UV
vor Spritzwasser hochgeführt werden. Auch -Einstrahlung ausgesetzte Bereich der Abdich-
hier geben die Flachdachrichtlinien einzuhal- tung zwischen Blechverwahrung und Schutz-
tende Anschlusshöhen je nach Dachneigung schicht muss gegen UV-Strahlung geschützt
vor [6]. werden (Bleche, Aluminium-kaschierte Dach-
Die Abdichtung wird aufgebordet, durch pappe; Abb. 6.4.4). Bei Bahnenblechen sind
Pressleisten befestigt und dauerelastisch ver- ca. alle 6 m Dilatationsfugen notwendig.
fugt. Dieser Anschluss muss nachträglich kont-
rolliert werden können. Die viel verwendeten Materialstärken für Blechverwahrungen:
Blechverwahrungen sind nicht sonderlich - Kupfer d = > 0,55 mm
präzise, aber leicht an die Bauteilgeometrien - Aluminium d = > 1,00 mm
anzupassen. Bleche (Bahnenbleche, gekantete - Chromnickelstahl d = > 0,50 mm
Bleche) werden vom Spengler oder Dachde- - Titanzinkblech d = > 0,80 mm

2 3
Abdichtungshöhe je nach Dachneigung + 0.10 oder + 0,15 m ü. OK Belag / Kies [6]

Die Aufkantung der Abdichtung


muss vor Verwitterung durch
UV-Strahlung geschützt werden
4 durch:

1 OK Schutzschicht 5
Abdeckblech oder die UV - beständige
Abdichtungsbahn

1 Dachsystem:
konventionelles Flachdach
2 Abdeckblech 0,3 cm
3 Dauerelastische Fuge
4 Anpressprofil, 60/6mm
5 UV - Schutzblech 0,3 cm
6 Dämmelement, 2DF
Dämmkeil, Foamglas
Abb. 6.4.4 Abdichtungsanschluss vertikales Bauteil
14 05
06 EBB Durchdringungen, Abläufe
Jede Dachabdichtungsfläche benötigt mindes-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso tens einen Dachablauf mit einem Notüberlauf
Baukonstruktion und Baustoffkunde (z.B. Wasserspeier, Abb .6.4.5) oder alternativ
03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
zwei Abläufe [7]. Bei genutzten Dachflächen
ist zusätzlich die Entwässerung der Nutzfläche
vorzusehen. Abläufe dürfen nur so angeord-
net werden, daß zwischen Aussenkante des
Dichtflansches und einem aufgehenden Bau-
[7] Flachdachrichtlinien, 2.4
Dachflächen mit nach Innen abge- teil ein Mindestabstand von 30 cm eingehal-
führter Entwässerung müssen unab- ten wird. Abläufe sollen abgesenkt eingebaut
hängig von der Größe der Dachfläche
bei einem Ablauf mindestens einen werden (z.B. Dämmung 1 cm reduzieren),
Notüberlauf oder mehrere Abläufe so daß die Verklebung des Kranzes mit der
erhalten...
Dachdichtung nicht zu Wasserrückstau führt.
DIN 1986-100: 2002-03 (Auszug) Sie sind gedämmt lieferbar und durch ein Sieb
9.3.8.2 Entwässerungs- und Notü-
berlaufsysteme müssen gemeinsam
gegen Laub und Kies geschützt (Abb. 6.4.6 u.
mindestens das am Gebäudestandort Abb. 6.4.7).
über 5 Minuten zu erwartende Jahr-
hundert-Regenereignis entwässern
Bei der Planung von Überläufen ist das zusätz-
können. liche Gewicht der im Belastungsfall angestau-
Die Unterkante des Notüberlaufs
muß oberhalb der erforderlichen
ten Wassermengen auf die Belastbarkeit des
Stauhöhe (Druckhöhe) für den Dachtragwerks abzustimmen. Überläufe soll-
gewählten Dachablauf liegen.
Abb. 6.4.5 Überlauf, Ronchamp 1955; Le Corbusier ten im Randbereich liegen und 5 cm unter
Beispiel Abflussleistung von Notüber- Türschwellen und oberen Wannenabschlüs-
läufen Fa. Loro (Abb. 6.4.6)
sen angeordnet werden, um ein Hinterlaufen
DN 70: 7,8 l/s* der Anschlüsse zu verhindern.
als Wasserspeier: 4,7 l/s
DN 100: 9,0 l/s*
als Wasserspeier: 6,3 l/s Dilatationsfugen
Dilatationsfugen dienen dem Ausgleich
von Bauwerks- oder Materialbewegungen.
Sie werden aus eingeklebtem Fugenband,
abgeklebtem und geschützten PVC- Rohr,
Dichtflansch:
Anschluss der Abdichtung oder speziellen Fugenprofilen erstellt. Je nach
Siebaufsatz:
Belastung werden schwere Profile (Rampen,
hier Kunststoff, höhenjustierbar Fahrbahnen) und leichte Profile (Bodenfugen,
Klebeflansch: Belagsfugen) unterschieden.
Anschluss der Dampfsperre Sie lassen Bewegungen der Bauteile in Längs-,
Dachsystem: Quer und Vertikalrichtung zu. Wenn möglich
konventionelles Warmdach liegen sie an Hochpunkten der Dachdichtung
Abb. 6.4.6 Dacheinlauf, konventionelles Warmdach (Abb. 6.4.8 u. Abb. 6.4.9).

Siebaufsatz:
hier Edelstahl, höhenjustierbar 1 2

Losflansch, Edelstahl
Klemmverschraubung

Einlaufkorpus, Edelstahl,
abgesenkter Einbau

Dichtring
Anschlussrohr DN 100,
gedämmt

1 Dachsystem:
Umkehrdach 20 cm

2 ringförmiger Klebe-
flansch, vollflächig mit
Bitumenbahn verklebt 0,9 cm Abb. 6.4.7 gedämmter Dacheinlauf mit einfachem Dichtflansch; Dacheinläufe mit einfachem und doppeltem Dichtflansch
EBB 05
06
15

TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Flachdach

PVC- oder Schaumstoffprofil


erhöht eingedichtet

Druckfeste Dämmung
im Bereich der Fuge erhöht ausge-
führt

Dampfsperrschlinge
zur Aufnahme von Bauteilbewegungen
Abb. 6.4.8 Dilatationsfuge: Fugendichtprofil über Bauwerksfuge; erhöhter Anschluss mit eingedichtetem PVC-Profil

Stützen, Masten, Geländer


Stützen und Masten können auf der Trag-
schicht verankert sein. Belastungsmomente
durch Windeinwirkung werden direkt in die
Tragkonstruktion abgeleitet. Anschlüsse soll-
leichtes Fugenprofil
ten daher beweglich ausgeführt werden. Die Aluminiumstrangpressprofil mit einge-
Verbindung mit der Dichtebene erfolgt durch lagerter, elastischer Neoprendichtung
Klebeflansche. Diese müssen allseitig mindes-
tens 12 cm Klebefläche bieten und in Abhän- Abdichtungsflansch
gigkeit von der Dachneigung 10 cm - 15 cm zum Anschluss der Abdichtung,
mit Klemmleiste an Fugenprofil
über Oberkante Belag geführt werden [6], geschraubt
(Abb. 6.4.10). Geländerbefestigungen wer-
den analog behandelt. Abb. 6.4.9 Fugenpofil mit Klebeflansch, Fa. Etasa

+ 0.10 m oder + 0,15 m ü. OK Belag / Kies [6]

Antennenmast
1 2 3 4 mit angeschweisster Fussplatte zum
Anschluss des Klebeflansches
Klebeflansch
überlappend und vollflächig mit
Abdichtung verklebt

Mastfuss
auf Tragkonstruktion geschraubt

1 Schutzschicht 5 cm
2 Abdichtung 0,9 cm
3 Wärmedämmung 12 cm
4 Dampfsperre 0,03 cm
Abb. 6.4.10 Anschluss eines Antennenmastes beim konventionellen Warmdach
16 05
06 EBB Türanschlüsse, Schwellen
Die Flachdachrichtlinien fordern am unteren
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso Anschluss einer Balkon- oder Terrassentür
Baukonstruktion und Baustoffkunde eine Aufkantung der Abdichtung von 15 cm
03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
über Oberkante Belag. Dadurch soll sicherge-
stellt werden, dass Niederschlags- oder Stau-
wasser (Schneematsch, Schlagregen) nicht
über die Türschwelle in den Innenraum bzw.
in die Dämmebene eindringen kann.
Im Schwellbereich kann die Abdichtungs-
höhe durch die Anordnung einer Entwäs-
serungsrinne auf 5 cm reduziert werden.
Schwellenlose, behindertengerechte Austritte
(Abb. 6.4.11 und Abb. 6.4.12) können erreicht
werden durch:

- beheizbaren, wannenförmigen Entwässe-


hier wird der bodengleiche Über- rungsrost
gang ermöglicht durch:
- Terrassenabläufe im Türbereich
- Dachüberstand - ausreichendes Gefälle
- Gefälle des Balkonbelages nach
Aussen - Spritzwasserschutz durch Überdachung
- Entwässerungsfuge zwischen Glas- - Türrahmen mit Flanschkonstruktion
fassade und Balkonbelag
Abb. 6.4.11 Bodengleicher Übergang; Verwaltungsgebäude
- Dachsystem mit vollflächig verklebten
Heilbronn; Dominik Dreiner Schichten

Haustür mit integrierter Bodendich-


tung, z.B. Fa. Athmer

Anschlusshöhe Abdichtung: Betonschwelle Fertigteil


+ 0.05 m ü. OK Belag / Kies [6] im Kiesbett,
1,5 % Gefälle

1 Oberfläche: Besenstrich

Schwellenprofil (60/6)
Edelstahl, auf Schwellholz geschraubt
2 3
Dämmkeil
Vermeidung von Wärmebrücken

4
5

1 Gitterrost,
Stahl, verzinkt 5 cm

2 Abdeckblech
Aluminium, gekantet 0,3 cm
3 Wärmedämmung, 12 cm
wasserfest
4 Abdichtung 1,5 cm
5 Filtervlies 0,3 cm
Abb. 6.4.12 Beispiel: Schwellenloser Übergang im Hauseingangsbereich
Dachfenster, Aufsätze
Vorgefertigte Lichtkuppeln sind dicht und
6.5 Lösungssprinzipien Flachdächer
EBB 05
06
17

gedämmt und können horizontal eingeklebt - durchlaufende Dämmebene TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
werden. Sie bestehen in der Regel aus einem Wärmedämmung von Fassade und Baukonstruktion und Baustoffkunde

Aufsetzkranz und einer darauf getrennt Dach zusammenführen


03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
angeordneten Lichtschale. Aufsatzkränze - mehrfache Sicherheit
werden in der Regel in Standardhöhen von verklebte, mehrlagige Dichtung aus
15, 30 oder 50 cm hergestellt. Als Kuppel- Bahnen mit überlappenden Stößen
schalen-Materialien werden am häufigsten - Gefälle
Acryl-Schalen (opal eingefärbt) verwendet; gegen stehendes Wasser auf der
ausserdem finden Materialien wie GFK, PC Dachfläche
und PETG Verwendung. Die Oberkante des - Überlauf
Lichtkuppelaufsetzkranzes soll in Abhän- gegen Überlasten und Wassereintritt
gigkeit von der Dachneigung mindestens im Randbereich
10 - 15 cm über Oberkante Belag liegen [6]. - Schutz der Abdichtung
Die Abdichtung wird nach Flachdachrichtlinie Dichtung hochführen (Wanne)
10 - 15 cm aufgekantet und muss vor UV- und gegen UV-Strahlung schüt-
Strahlung geschützt werden. zen, Abschlüsse mit Blech abde-
Die öffenbaren und starren Lichtkuppel- cken; Schutzschicht zur Vermeidung
elemente mit Seitenlängen bis zu 470 cm hoher Temperaturschwankungen der
können auch die Funktion des Rauchabzuges Abdichtungsebene
im Brandfall übernehmen, dann jedoch sind - ausgeglichener Feuchtigkeitshaushalt
gemäß DIN 18232-2 Seitenlängen von max. Hinterlüftung (Kaltdach), durchge-
250 cm möglich (Abb. 6.4.13 u.Abb. 6.4.14). hende Dampfsperre

Lichtkuppelaufsatz,
mechanisch öffenbar

Abb. 6.4.13 öffenbare Lichtkuppel mit Akrylschale

+ 0.10 m oder + 0,15 m ü. OK Belag / Kies [6]


Aufsetzkranz, gedämmt
Aufkantung der Abdichtung nach
Flachdachrichtlinie.
Die Abdichtung muss UV-beständig
1 2
sein, oder zusätzlich vor UV - Strah-
lung geschützt werden (Abdeckblech)

1 Schutzschicht: Kiesschüttung

2 Dachsystem:
konventionelles Warmdach mit
Gefälledämmung (mind. 12 cm)
Abb. 6.4.14 Anschluss der Dichtung an ein Dachoberlicht
18 05
06 EBB 6.6 Testfragen 9. Welchen Zweck erfüllen Notüberläufe
beim Flachdach?
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso 1. Warum wird über einer bituminösen a Sie gewährleisten im Falle einer Ver-
Baukonstruktion und Baustoffkunde Flachdachabdichtung eine Kiesschicht stopfung der Abläufe den Abfluss des
benötigt? Wassers.
03.6 Hülle • Dächer • Flachdach
a um das Wasser ableiten zu können b Sie erfüllen den selben Zweck wie
b um die Dachhaut vor Temperatur- Regelabläufe.
schwankungen zu schützen c Sie entwässern die Kehle eines Wand-
c um Flachdächer begehen zukönnen aufgangs direkt.
d als Unterlage für eine extensive Dach- d Sie sind nur notwendig, wenn das
begrünung Flachdach keine Attikaausbildung
besitzt.
2. Welche Schicht ist im Aufbau eines
Warmdaches (Flachdach) nicht enthal- 10. Welches Verfahren ist für Dachabdich-
ten? tungsarbeiten nicht geeignet?
a Wärmedämmung a Verschweißen von Bitumenbahnen
b Hinterlüftung b Verkleben von Bitumenbahnen im
c Dachabdichtung Gießverfahren
d Tragschicht c Bitumenabdichtungen mit Heißbitu-
men verklebt
3. Welche Schicht muss beim Verbund- d Kunststoffabdichtungsbahnen mit
dach (Flachdach) nicht extra ausgebil- Heißbitumen verschweißt
det werden?
a Wärmedämmung 11. Was macht einen Flachdachaufbau zum
b Dampfsperre Verbunddach?
c Dichtschicht a das feste Verbinden von Tragschicht
d extensive Dachbegrünung und Wärmedämmung
b das vollflächige Verkleben von Wär-
4. Was haben Umkehr- und Duodach medämmung und Dachabdichtung
gemein? c das vollflächige Verkleben von Dicht-
a keine Dachabdichtung schicht, Wärmedämmung und Trag-
b Dachabdichtung unterhalb der Wär- schicht
medämmung d das vollflächige Verkleben der oberen
c keine Dampfsperre Schutzschicht mit der Abdichtung
d eine Dränlage
12. Wo darf das Gefälle eines Flachdaches
5. Wo darf bei einem Umkehrdach das nicht liegen?
Gefälle nicht angeordnet werden? a in der Dämmebene
a in der Tragschicht b in der Tragschicht
b im Estrich c im Estrich
c in der Dämmung d unterhalb der Tragschicht
d unterhalb der Dämmung
13. Wo sind Notüberläufe beim Flachdach
6. Wie groß sollte bei einem Flachdach anzuordnen?
das Gefälle ausgelegt werden? a in Dachmitte
a mindestens 2% b am Dachrand
b 0,2% bis 0,3% c unterhalb der Abdichtungsebene
c 2,5° bis 3° d immer unterhalb der Dämmebene
d mindestens 5%
14. Welche Schicht macht ein Flachdach
7. Wo liegt beim Umkehrdach die Wärme- befahrbar?
dämmung? a eine ausreichend dimensionierte Stahl-
a unter der Tragkonstruktion betondecke
b unter der Gefälleschicht b ein bewehrter Zementestrich
c zwischen Dachdichtung und Dampf- c eine bewehrte Wärmedämmung
sperre d ein ausreichend dimensionierter Natur-
d über der Dachdichtung steinbelag

8. Auf intensiv begrünte Flachdächer 15. Wie kann beim Umkehrdach ein Gefälle
trifft zu: nicht hergestellt werden?
a Die Dachfläche ist größer als diejenige a mittels Gefälleestrich
nicht begrünter Dächer. b mittels geneigter Unterkonstruktion
b Die Vegetationsschicht muss bewäs- c mittels im Gefälle geschnittener Wär-
sert werden. medämmung aus Polystyren.
c Rasen kann nicht gepflanzt werden. d mittels Duo-Dachaufbau (Gefälledäm-
d Die Dachfläche kann mit hohen mung zwischen Dampfsperre und
Bäumen bepflanzt werden. Dichtung)
16. Welche zusätzliche Schicht benötigt
ein Gründach?
24. Welches System ist zur Sanierung von
Flachdächern besonders geeignet? EBB 05
06
19

a Filter- und Dränschicht a Umkehrdach TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
b zusätzliche Dämmebene b Verbunddach Baukonstruktion und Baustoffkunde

c diffusionsoffene Dampfsperre c Duodach 03.6 Hülle • Dächer • Flachdach


d zusätzlich bewehrte Tragschicht d konventionelles Warmdach

17. Wie hoch ist die Dichtung über Ober- 25. Welcher Dämmstoff ist für ein Umkehr-
kante Belag eines Flachdaches mindes- dach geeignet?
tens hinaufzuziehen? a extrudierter Polystyrolschaum
a 15 cm b Polystyrol-Partikelschaum
b 100 cm c Steinwolle
c 5 cm d Zellulose
d 50 cm
26. Welcher Dämmstoff ist für ein »Kom-
18. Wo liegt beim flachen Warmdach die paktdach« am besten geeignet?
Dämmung? a Isolierglas
a unter der Tragkonstruktion b Polystyrol-Partikelschaum
b unter der Gefälleschicht c Schaumglas
c zwischen Dachdichtung und Dampf- d Porenbeton
sperre
d über der Dachdichtung 27. Warum ist das Umkehrdach ein sicherer
Aufbau für ein Flachdach?
19. Wofür ist die Wurzelschutzschicht bei a Die Dachhaut ist vor Temperaturände-
einem Gründach verantwortlich? rungen und mechanischen Belastun-
a um die Tragschicht zu schützen gen geschützt.
b um die Dichtschicht zu schützen b Ein Umkehrdach lässt sich besser ent-
c um die Dämmung zu schützen wässern als ein konventionelles Warm-
d um die Wurzeln zu schützen dach.
c Ein Umkehrdach ist besser gedämmt
20. Welches Prinzip ist auf Flachdächer als ein konventionelles Warmdach.
anwendbar? d Die Dichtschicht kann wegfallen
a Wanne aus verklebten Bahnen
b Überlappung 28 Keine zusätzliche Schutzschicht hat
c Schikane das:
d Tarifautonomie a Kiespressdach
b Duo-Dach
21. Warum ist das Umkehrdach ein sicherer c Umkehrdach
Aufbau für ein Flachdach? d Plusdach
a Die Dachhaut ist vor Temperaturände-
rungen und mechanischen Belastun- 29. Wie dick ist Gefälleestrich in 5 m Ent-
gen geschützt. fernung vom Dacheinlauf mindestens?
b Ein Umkehrdach lässt sich besser ent- a 5 cm
wässern als ein konventionelles Warm- b 10 cm
dach. c 15 cm
c Ein Umkehrdach ist besser gedämmt d 15 mm
als ein konventionelles Warmdach.
d Die Dichtschicht kann wegfallen. 30. Wieweit sollen Aufbordungen an
einem vertikalen Bauteil mindestens
22. Wo sind Filter- und Dränschicht bei über OK Schutzschicht ragen?
einem Gründach anzuordnen? a 5 cm
a unterhalb der Wärmedämmung b 15 cm
b unterhalb des Pflanzsubstrats c 12 mm
c unterhalb der Dachabdichtung d 20 cm
d oberhalb der Dachbegrünung
31. Wie hoch sollen Schwellen mindestens
23. Worauf muss bei einer Dilatationsfuge über der OK Nutzschicht liegen?
geachtet werden? a 6 cm
a auf eine zusätzliche Dämmung in b 15 cm
diesem Bereich c 17,9 cm
b Die Dichtschicht muss in diesem d immer behindertengerecht
Bereich ausreichenden Bewegungs-
spielraum haben. 31. Flachdächer haben eine Neigung bis:
c Eine Dampfsperre ist in jedem Fall a 5°
anzuordnen. b 5%
d Die Stahlbetonplatte muss an dieser c 3°
Stelle auf jeden Fall durchgehen. d 9%
20 05
06 EBB 6.7 Literaturhinweise 6.2.1-2

6.2.3
EBB, Prof. Musso, F. , München

Fa. Isover, Ladenburg


TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso Flachdach:
6.2.4-6 EBB, Prof. Musso, F., München
Baukonstruktion und Baustoffkunde
[1] Belz, W. (1999)
Zusammenhänge Bemerkungen zur Baukonstruktion, 6.2.7 Bauder, PIR Kompaktdach, S.1
03.6 Hülle • Dächer • Flachdach und dergleichen (2. Aufl.)
Köln: Rudolf Müller GmbH 6.2.8 EBB, Prof. Musso, F., München

[2] Bobran, H., Bobran Wittfoht, I., Schlauch, D. (2002) 6.3.1 - 4 EBB, Prof. Musso, F., München
Flachdachaufbauten mit Dichtungsbahnen - Die Suche
nach dem sicheren Dach 6.3.5 Rockwool, Flachdach, S.9
Detail 2002 (7/8), S. 954 - 964.
6.3.6 Eugeni Pons, Lloret (Girona)
[3] Braas Flachdachsysteme GmbH (Hrsg.). (1990) Bestattungsinstitut in Leon
Braas Flachdach Detail 2002 (6), S. 940
Handbuch für Planung und Ausführung
Oberursel: Eigenverlag 6.3.7 URSA, Grupo Uralita
URSA Seco, S.22
[4] Courtis, C. (1992)
Practical Guide to Flat Roofing 6.3.8 Rockwool, Flachdach, S.7
Brüssel:Verlag? aus Detail 2002 (6), S. 955

[5] Deplazes, A. (Hrsg.). (2005) 6.3.9 Fa. BASF, G + H AG, Ludwigshafen


Architektur Konstruieren Styrodur, S. 2
vom Rohmaterial zum Bauwerk,
Ein Handbuch 6.3.10 Fa. AW. Andernach, Bonn
Basel: Birkhäuser Detail 2002 (6), S. 955

[6] Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.). (1991) 6.3.11 keine Quelle
DIN 18531
Berlin: Beuth Verlag GmbH 6.3.12 keine Quelle

[7] Dournow, R. (1989) 6.3.13 www.boden-wand-decke.de/artikel/baustellenreport-


Ausführungsrichtlinien für Flachdachabdichtungen gussasphalt
Bern: Eigenverlag
6.3.14 EBB, Prof. Musso, F., München
[8] Drefahl, J. (2000)
Dachterrassen und Balkone 6.3.15 Shinkenchiku-sha, Tokio
Detail 2000 (5), S. 876 - 79. Universität in Saitama
Detail 2000 (5), S. 855
[9] Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U. (1997)
Baukonstruktion Teil 1, (31. Aufl.) 6.3.16 Rockwool
Stuttgart: B.G. Teubner Vegarock Gründachsystem, S.6

[10] Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U. (1998) 6.3.17 EBB, Prof. Musso, F., München
Baukonstruktion Teil 2, (30. Aufl.)
Stuttgart: B.G. Teubner 6.4.1 - 2 EBB, Prof. Musso, F., München

[11] Grün, I. (1990) 6.4.3 Christian Kandzia


Das Foliendach Plenarbereich Deutscher Bundestag, Bonn
Detail 1990 (3), S.305 - 308. Detail 1994 (4), Stahlbau IV

[12] Moritz, K. (1975) 6.4.4 EBB, Prof. Musso, F., München


Flachdachhandbuch, flache und flachgeneigte Dächer
Wiesbaden: Bauverlag 6.4.5 LucienHerve´, Neuilly
Ronchamp, Le Corbusier, S.69
[13] Schlee, J. (1998)
Wärmegedämmtes Parkdach, Hofkellerdecke, wärmege- 6.4.6 keine Quelle
dämmte Verkehrsfläche
Hamburg: ? 6.4.7 EBB, Prof. Musso, F., München
Loro, Entwässerungssysteme
[14] Von Busse, B., Waubke, N., Grimme, R., Mertins, J. Loro Drainjet, S.10
(1992)
Atlas Flache Dächer/Nutzbare Dächer 6.4.8 EBB, Prof. Musso, F., München
München: Institut für Internationale Architekturdoku-
mentation GmbH 6.4.9 www.etasa.ch
- www.baunetz.de:
infoline flachdach [15] Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks 6.4.10 EBB, Prof. Musso, F., München
(Hrsg.). (2001)
- Firmen, Verbände: Fachregeln für Dächer mit Abdichtungen - Flach- 6.4.11 Eugeni Pons, Girona
dachrichtlinien Verwaltungsgebäude Heilbronn
Industrieverband Bitumen-Dach- Köln: Rudolf Müller GmbH Detail 2005 (4), S. 323
und Dichtungsbahnen (vdd) e.V.
6.4.12 EBB, Prof. Musso, F., München
Europäische Vereinigung dauerhaft
dichtes Dach e.V.
6.8 Bildnachweise 6.4.13 www.baunetz.de/Lamilux

Technische Arbeitsgruppe Kunst- 6.4.14 EBB, Prof. Musso, F., München


stoff- und Kautschukbahnen für
Flachdach:
Dach- und Bauwerksabdichtung
6.1.1 Margherita Spiluttini., Wieb
e.V.
Dächer - flach und geneigt
Detail 2002 (7/8), S. 934
FBB Fachvereinigung Bauwerksbe-
grünung e.V.
6.1.2 Palladium Photodesign, Köln
Vom Schützen und Nützen - Das flache Dach als Lebens-
Acco
raum
Bayer AG
Detail 2000 (5), S. 802
BRAAS
Bauder
6.1.3 Le Corbusier (1964)
Foamglas
Feststellungen zu Architektur und Städtebau;
ISOVER
Frankfurt: Ullstein Verlag
Kaim
aus: Atlas Flache Dächer/Nutzbare Dächer
Kemper System GmbH
München, 1992, S.44
Loro
Lucobit AG -Abdichtungen
6.1.4 Palladium Photodesign, Köln
Sarnafil
www.palladium.de
Rheinzink
ZinCo
6.1.5 EBB, Prof. Musso, F., München
EBB 05
06
21

TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Flachdach

Nur für Lehrzwecke ©

Verfasser:

TUM - Fakultät für Architektur


Lehrstuhl EBB
Arcisstr.21
80333 München

Univ. Prof. Florian Musso


Dipl.-Ing. Thomas Lenzen

Mitarbeit
Cand.- Arch. Monika Breig
Cand.- Arch. Bernhard Kurz

Stand: 11.2005