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Dies ist

der Tauhid
von Diyaa'u d-Din Al-Qudsi
Übersetzt von Ibrahim al-Haddad

Teil 1

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Beinhaltete Themen

Vorwort

Wie erkennt man den Herrn der Welten?

Allah (s.t) ist über folgende Wege zu finden

Der Tauhid

Der Tauhid in der Herrschaft Allahs


Der Tauhid in der Göttlichkeit Allahs
Der Tauhid in den Namen und Eigenschaften Allahs

Die Ibada

Der Gehorsam (‫)ﺍﻟﻄﺎﻋﺔ‬

Die Gerichtsbarkeit ( ‫)ﺍﻟﺘﺤﺎﻛﻢ‬

Die Liebe und der Hass, die Freund- und Feindschaft (‫ﺍﳌﻌﺎﺩﺍﺓ‬ ,‫ ﺍﳌﻮﺍﻻﺓ‬,‫ ﺍﻟﻜﺮﻩ‬,‫)ﺍﳊﺐ‬
Das Bittgebet (‫)ﺍﻟﺪﻋﺎﺀ‬

Die Furcht (‫)ﺍﳋﻮﻑ‬

Das Hoffen (‫)ﺍﻟﺮﺟﺎﺀ‬

Das Vertrauen (‫)ﺍﻟﺘﻮﻛﻞ‬

Das Verlangen / Das Streben nach etwas (‫)ﺍﻟﺮﻏﺒﺔ‬

Die Ehrfurcht (‫)ﺍﻟﺮﻫﺒﺔ‬

Die Demut (‫)ﺍﳋﺸﻮﻉ‬

Die Furcht vor einer bestimmten Person (‫)ﺍﳋﺸﻴﺔ‬

Die Zuwendung (‫)ﺍﻹﻧﺎﺑﺔ‬

Das Bitten um Hilfe (‫)ﺍﻻﺳﺘﻌﺎﻧﺔ‬

Die Suche nach Zuflucht (‫)ﺍﻻﺳﺘﻌﺎﺫﺓ‬

Das Bitten um Beistand (‫)ﺍﻻﺳﺘﻐﺎﺛﺔ‬

Das Opfern (‫)ﺍﻟﺬﺑﺢ‬

Das Gelübde (‫)ﺍﻟﻨﺬﺭ‬

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Die Kenntnis des islamischen Din anhand von Beweisen

Die Unterwerfung in die Einzigkeit Allahs


Die Gehorsamkeit gegenüber Allah (s.t)
Die Abkehr vom Schirk und dessen Anhängern

Die drei Stufen des islamischen Din

Erste Stufe: Der Islam


1. Bedingung des Islams
2. und 3. Bedingung des Islams
4. Bedingung des Islams
5. Bedingung des Islams

Zweite Stufe: Der Imaan


1. Der Imaan an Allah (s.t)
2. Der Imaan an die Engel
3. Der Imaan an die Bücher
4. Der Imaan an die Propheten und Gesandten
5. Der Imaan an den Jüngsten Tag
6. Der Imaan an die Vorsehung und das alles Gute und alles Übel von Allah stammen

Dritte Stufe: Der Ihsan


1. Die Ebene des Istihdar
2. Die Ebene des Ittila’

Die Kenntnis über den Gesandten Allahs

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Vorwort

Gelobt sei Allah! Ihm danken wir, Ihn flehen wir um Hilfe und Ihn bitten wir um Vergebung. Wir suchen
Zuflucht bei Ihm vor dem Übel unserer Selbst und den Bosheiten unserer Taten. Weist Allah (‫)
  و‬
einem den Weg, so kann ihn niemand mehr in die Irre führen, und führt Allah ( ‫ )
  و‬jemanden in die
Irre, so gibt es niemanden, der ihm den rechten Weg weisen könnte. Ich bezeuge, dass es außer Allah
(‫ )
  و‬keinen anbetungswürdigen Gott gibt. Er ist einzig und hat keinen Partner. Und ich bezeuge,
dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.

Das wahrhafteste Wort ist das Buch Allahs (‫ )


  و‬und der beste Weg ist der Weg Muhammads
(‫ ) ام‬. Die schlechteste Sache ist die Bid’a. Jede Bid’a ist ein Irrgang, und jeder Irrgang endet im Feuer.

Der Sinn der menschlichen Existenz und der aller Geschöpfe liegt darin, einzig und allein Allah ( ‫)
  و‬
zu dienen und Ihm nichts beizugesellen. Denn es gibt keine größere Sünde als Schirk; das Beigesellen eines
Partners an die Seite Allahs (‫)
  و‬. Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻈِﻴﻢ‬‫ ﻋ‬‫ ﹶﻟﻈﹸ ﹾﻠﻢ‬‫ﻙ‬‫ﺸﺮ‬


 ‫ ﺑِﺎﻟ ﱠﻠﻪِ ﺇِ ﱠﻥ ﺍﻟ‬‫ﺸﺮِﻙ‬
 ‫ ﻟﹶﺎ ﺗ‬‫ﻲ‬‫ﺑﻨ‬ ‫ﺎ‬‫ ﻳ‬‫ ِﻌﻈﹸﻪ‬‫ ﻳ‬‫ﻮ‬‫ﻫ‬‫ِﻨﻪِ ﻭ‬‫ﺎﻥﹸ ﻟِﺎﺑ‬‫ﺇِﺫﹾ ﻗﹶﺎﻝﹶ ﻟﹸﻘﹾﻤ‬‫ﻭ‬
„Luqman sagte zu seinem Sohn: ‚O mein Sohn, geselle Allah nichts bei! Denn gewiss
ist Schirk das größte Unrecht.’“ (Sura Luqman, Aya 13)

In gleicher Weise gibt es nichts besseres als Tauhid; Allah (‫ )


  و‬bezüglich Seiner Herrschaft, Seiner
Göttlichkeit und Seiner Namen und Eigenschaften einzig zu machen und nur Ihm in Aufrichtigkeit zu
dienen.

Wer den edlen Qur’an liest und darüber nachdenkt, seine Worte vernimmt und sie versteht, wird zu der
Kenntnis erlangen, dass die Aufgabe ausnahmslos aller Gesandten darin bestand die Menschen zum Tauhid
einzuladen; die Umsetzung der Pflichten Allahs, die Meidung Seiner Verbote und die Abkehr von der
Anbetung anderer, sowie die Ausübung der Taten in Aufrichtigkeit. Der edle Qur’an befiehlt stets den
Tauhid und seine Erfordernisse und warnt sowohl vor dem Schirk selbst und all den Wegen, die zu ihr
führen. Diese Tatsache wird auch durch die Hadithe und das Leben des Propheten ( ‫)  ا    و‬
untermauert. Doch als die Fremdheit diesen Din mit der Vermehrung der Ketzer zunahm, traten nach dem
Glauben Bedenken und Zweifel auf. Und als die Epoche der großen Gelehrten ihrem Ende entgegen schritt,
wurden die meisten Bindeknoten des Islams gelöst.

So wie es der Führer der Gläubigen, Umar (r.a), einst sagte: „Die Bindeknoten des Islams werden sich erst
dann einzeln lösen, wenn Menschen im Islam erzogen werden, welche die Unwissenheit nicht kennen.“

Wer von Allah (‫ )


  و‬rechtgeleitet wurde und die Beweise über den Tauhid, sowie die Natur des
Schirk versteht, wird eindeutig erkennen, dass die meisten heutigen Menschen, die behaupten Muslime zu
sein, sich eigentlich im Schirk befinden. Die Verkünder des Islams müssen deshalb ihr Wissen soweit wie
möglich verbreiten. Besonders in der heutigen Zeit bedürfen die Menschen ihrer... Denn das Wissen hat sich
verringert, die Unwissenheit hat sich vermehrt und die Lust und Laune triumphiert über die Menschen. Sie
wurden von der Liebe zur Welt überwältigt und haben es über die Liebe zu Allah ( ‫)
  و‬, sowie über
das Handeln für das Jenseits gestellt.

O unser erhabener Herr! Hebe Deine Strafe auf, über uns und über allen anderen Muslimen. Schreibe uns
Gutes, da wir nur Dein Wohlgefallen suchen. Festige uns auf die Gehorsamkeit zu Dir, erfülle unsere
Wünsche und Bedürfnisse und der unserer Geschwister. Denn Du bist uns gegenüber barmherzig und lässt
unsere Taten nicht verloren gehen.

Allah (‫ )
  و‬ist uns genüge. Er ist der beste Beschützer.

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Wie erkennt man den Herrn der Welten?

Den Herrn der Welten erkennt man durch Seine Zeichen und durch Seine Schöpfungen.

Zu Seinen Zeichen gehören der Tag, die Nacht, die Sonne und der Mond. Zu Seinen Schöpfungen gehören
die sieben Himmel, die sieben Erden und das, was in ihnen und was zwischen ihnen ist.

Die Zeichen Allahs (Ayat) werden unterteilt in:

1. Zeichen des Universums

Hierzu gehört alles von Allah (‫ )


  و‬Erschaffene. Allah (‫ )
  و‬ist durch die Herrlichkeit, durch
die verblüffende Schönheit, sowie durch die präzise Ordnung in Seiner Schöpfung zu erkennen.

2. Zeichen des Islams

Hierzu gehören die Offenbarungen, die Allah (‫ )


  و‬Seinen Gesandten zuteil kommen ließ. Man
erkennt Ihn durch die Gerechtigkeit Seiner Gesetze und durch ihre Eigenschaften, die alle Bedürfnisse der
Menschen umfassen und jede Art von Unheil und Bosheit von ihnen fern halten.

Wie schön sagte es einst ein Dichter:

„In allem ist für Ihn ein Beweis. Dieser Beweis zeigt Seine Einzigkeit.“

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ ﺇِﻥ‬‫ﻦ‬‫ ﹶﻠﻘﹶﻬ‬‫ﻭﺍ ﻟِ ﱠﻠﻪِ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﺧ‬‫ﺪ‬‫ﺠ‬‫ﺍﺳ‬‫ﺮِ ﻭ‬‫ﻟﹶﺎ ِﻟﻠﹾ ﹶﻘﻤ‬‫ﺲِ ﻭ‬‫ﺸﻤ‬


 ‫ﻭﺍ ﻟِﻠ‬‫ﺪ‬‫ﺠ‬‫ﺗﺴ‬ ‫ ﻟﹶﺎ‬‫ﺮ‬‫ﺍﻟﹾﻘﹶﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﺲ‬‫ﻤ‬‫ﺍﻟﺸ‬‫ ﻭ‬‫ﺎﺭ‬‫ﻬ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ﻞﹸ ﻭ‬‫ﺎﺗِ ِﻪ ﺍﻟ ﱠﻠﻴ‬‫ ﺁﻳ‬‫ ِﻣﻦ‬‫ﻭ‬
‫ﻭﻥ‬‫ﺪ‬‫ﻌﺒ‬ ‫ﻩ ﺗ‬ ‫ﺎ‬‫ ِﺇﻳ‬‫ﻢ‬‫ﻛﹸﻨﺘ‬
„Die Nacht und der Tag, die Sonne und der Mond sind Zeichen für Seine Existenz.
Werft euch nicht nieder vor der Sonne oder dem Mond. Wenn ihr nur Allah dienen
wollt, dann werft euch nur vor deren Schöpfer nieder.“ (Sura al-Fussilat, Aya 37)

Allah (‫ )
  و‬befiehlt uns, dass wir nur Ihm alleine dienen sollen. Denn die Nacht, den Tag, die Sonne,
den Mond und all die anderen Geschöpfe hat Er selbst ohne jegliche Hilfe aus dem Nichts erschaffen. Aus
diesem Grund gebührt es nur Allah (‫ )
  و‬angebetet zu werden. Keinesfalls findet Er Wohlgefallen
daran, dass Ihm etwas zur Seite gestellt wird.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻪ‬‫ﻄﹾ ﹸﻠﺒ‬‫ ﻳ‬‫ﺎﺭ‬‫ﻬ‬‫ﻞﹶ ﺍﻟﻨ‬‫ﺸِﻲ ﺍﻟﻠﱠﻴ‬‫ﻐ‬‫ﺵِ ﻳ‬‫ﻌﺮ‬ ‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟﹾ‬‫ﻯ ﻋ‬‫ﻮ‬‫ﺘ‬‫ ﺍﺳ‬‫ﺎﻡٍ ﹸﺛﻢ‬‫ﺔِ ﺃﹶﻳ‬‫ ﻓِﻲ ﺳِﺘ‬‫ﺽ‬‫ﺍﻷَﺭ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﺴﻤ‬
 ‫ ﺍﻟ‬‫ ﹶﻠﻖ‬‫ﻪ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﺧ‬ ‫ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ﺑﻜﹸﻢ‬‫ﺇِ ﱠﻥ ﺭ‬
‫ﺎﻟﹶﻤِﲔ‬‫ ﺍﻟﹾﻌ‬‫ﺏ‬‫ ﺭ‬‫ ﺍﻟﻠﹼﻪ‬‫ﻙ‬‫ﺎﺭ‬‫ﺗﺒ‬ ‫ﻣﺮ‬ َ‫ﺍﻷ‬‫ ﻭ‬‫ﺨ ﹾﻠﻖ‬
 ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﺮِ ِﻩ ﺃﹶﻻﹶ ﹶﻟﻪ‬‫ﺍﺕٍ ﺑِﺄﹶﻣ‬‫ﺨﺮ‬
 ‫ﺴ‬‫ ﻣ‬‫ﻮﻡ‬‫ﺠ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ﺍﻟﹾ ﹶﻘﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﺲ‬‫ﻤ‬‫ﺍﻟﺸ‬‫ﺜِﻴﺜﹰﺎ ﻭ‬‫ﺣ‬
„Euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und sich
danach auf Seinen Thron niederließ. Er lässt den Tag durch die ihr unaufhaltsam
folgende Nacht verhüllen. Er erschuf die Sonne, den Mond, die Sterne und
unterwarf alles Seinem Befehl. Wisset! Ihm gehört die Schöpfung und der Befehl.
Erhaben ist Allah, der Herr der Welten.“ (Sura al-A’raaf, Aya 54)

Allah (‫ )
  و‬hat die gesamte Schöpfung aufgrund Seiner Weisheit in sechs Tagen erschaffen. Wenn
Er es wollte, hätte Er es in einem Augenblick erschaffen können. Anschließend ließ Er sich majestätisch und
Seiner Erhabenheit entsprechend auf Seinem Thron nieder.

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Zu Seinen erhabensten Zeichen gehören der Tag und die Nacht. Wenn die Nacht den Tag bedeckt, dann ist
es so, als ob es den Tag nicht gäbe. Dann bricht der Tag herein und verdrängt die Dunkelheit der Nacht. So
als ob es die Nacht nicht gäbe. Das eine kommt und das andere geht und ihr Verlauf folgt einer festgelegten
Ordnung. Er erschuf die Sonne, den Mond und die Sterne, und unterwarf sie Seinem Befehl. All diese
Zeichen beweisen eindeutig die Existenz und die Einzigkeit Allahs.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﻣﺮ‬ َ‫ﺍﻷ‬‫ ﻭ‬‫ ﹾﻠﻖ‬‫ﻪ ﺍﹾﻟﺨ‬ ‫ﺮِ ِﻩ ﺃﹶﻻﹶ ﹶﻟ‬‫ﺑِﹶﺄﻣ‬
„Wisset! Ihm gehört die Schöpfung und der Befehl.“ (Sura al-A’raaf, Aya 54)

So wie Allah (‫ )


  و‬beim Erschaffen Seiner Schöpfung keinen Partner hat, so hat Er auch bei der
Gesetzgebung über sie keinen Partner. Allah (‫ )
  و‬findet keinesfalls daran Wohlgefallen, dass Ihm in
der Gesetzgebung etwas beigesellt wird.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺍﺷﺎ‬‫ ﻓِﺮ‬‫ﺭﺽ‬ َ‫ﻢ ﺍﻷ‬ ‫ﻞﹶ ﻟﹶﻜﹸ‬‫ﻌ‬‫ﻘﹸﻮﻥﹶ ﺍﻟﱠﺬِﻱ ﺟ‬‫ﺘ‬‫ ﺗ‬‫ ﱠﻠﻜﹸﻢ‬‫ ﻟﹶﻌ‬‫ ِﻠﻜﹸﻢ‬‫ﻦ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬ ‫ﺍﱠﻟﺬِﻳ‬‫ ﻭ‬‫ﻠﹶ ﹶﻘﻜﹸﻢ‬‫ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﺧ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﺭﺑ‬ ‫ﻭﺍﹾ‬‫ﺪ‬‫ﺒ‬‫ ﺍﻋ‬‫ﺎﺱ‬‫ﺎ ﺍﻟﻨ‬‫ﻬ‬‫ﺎ ﹶﺃﻳ‬‫ﻳ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﻌﻠﹶﻤ‬ ‫ ﺗ‬‫ﻢ‬‫ﺃﹶﻧﺘ‬‫ﺍﺩﹰﺍ ﻭ‬‫ﻠﹸﻮﺍﹾ ﻟِﻠﹼ ِﻪ ﺃﹶﻧﺪ‬‫ﺠﻌ‬
 ‫ﻢ ﻓﹶﻼﹶ ﺗ‬ ‫ﻗﺎﹰ ﻟﱠﻜﹸ‬‫ﺍﺕِ ِﺭﺯ‬‫ﺮ‬‫ ﺍﻟﱠﺜﻤ‬‫ ِﺑﻪِ ﻣِﻦ‬‫ﺝ‬‫ﺮ‬‫ﺎﺀ ﻓﹶﺄﹶﺧ‬‫ﺎﺀ ﻣ‬‫ﺴﻤ‬
 ‫ ﺍﻟ‬‫ﺰﻝﹶ ﻣِﻦ‬ ‫ﻭﺃﹶﻧ‬ ‫ﺎﺀ‬‫ﺎﺀ ِﺑﻨ‬‫ﻤ‬‫ﺍﻟﺴ‬‫ﻭ‬
„O ihr Menschen! Dient eurem Herrn, der euch und diejenigen vor euch erschaffen
hat, damit ihr gottesfürchtig werdet. Der euch die Erde zu einem Bett und den
Himmel zu einem soliden Bau machte. Er sandte vom Himmel Wasser hernieder
und brachte euch dadurch Früchte als Versorgung hervor. So gesellt Allah bewusst
nichts bei.“ (Sura al-Baqara, Aya 21-22)

Allah (‫ )
  و‬befiehlt allen Menschen nur Ihm alleine zu dienen und Ihm dabei nichts beizugesellen.
Denn Er ist der alleinige Schöpfer des Universums. Folglich darf alles Erschaffene nur Ihm dienen. Nur Er
ist der Anbetung würdig. Die Menschen sollen nur Ihn und nur für Ihn lieben. Dass, was den Geschöpfen
gebührt, ist es im Sinne ihres Verstandes und des Islams dementsprechend so zu handeln. Nur wenn Seine
Befehle befolgt und Seine Verbote gemieden werden, kann man sich vor dem Feuer schützen.

Die Aussage „So gesellt Allah bewusst nichts bei“ bedeutet: Obwohl ihr wisst, dass Allah (‫)
  و‬
diese Geschöpfe allein erschuf, dass nur Er vom Himmel Regen regnen lässt, die Welt für die Menschen
zu einer Ruhestätte und den Himmel zu einem Bau machte und es keinen Versorger gibt außer Ihm, stellt
ihr Ihm in der Anbetung bewusst Partner zur Seite

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻌﻠِﻴﻢ‬ ‫ﻌﺰِﻳﺰِ ﺍﹾﻟ‬ ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﺗﻘﹾﺪِﻳﺮ‬ ‫ﺎ ﺫﹶِﻟﻚ‬‫ ﻟﱠﻬ‬‫ﻘﹶﺮ‬‫ﺘ‬‫ﺴ‬‫ﺠﺮِﻱ ﻟِﻤ‬


 ‫ ﺗ‬‫ﺲ‬‫ﻤ‬‫ﺍﻟﺸ‬‫ﻮﻥﹶ ﻭ‬‫ﻣﻈﹾﻠِﻤ‬ ‫ﻢ‬‫ ﻓﹶﺈِﺫﹶﺍ ﻫ‬‫ﺎﺭ‬‫ﻬ‬‫ﻪ ﺍﻟﻨ‬ ‫ ﻣِﻨ‬‫ﺴﻠﹶﺦ‬
 ‫ﻞﹸ ﻧ‬‫ﻢ ﺍﻟ ﱠﻠﻴ‬ ‫ ﹲﺔ ﱠﻟﻬ‬‫ﺁﻳ‬‫ﻭ‬
‫ﺎﺑِﻖ‬‫ﻞﹸ ﺳ‬‫ﻟﹶﺎ ﺍﻟ ﱠﻠﻴ‬‫ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ ﺍﻟﹾﻘﹶﻤ‬‫ﺪﺭِﻙ‬ ‫ﺎ ﺃﹶﻥ ﺗ‬‫ﺒﻐِﻲ ﻟﹶﻬ‬‫ﻨ‬‫ ﻳ‬‫ﺲ‬‫ﻤ‬‫ﻮﻥِ ﺍﻟﹾﻘﹶ ِﺪﱘِ ﻟﹶﺎ ﺍﻟﺸ‬‫ﺟ‬‫ﻌﺮ‬ ‫ ﻛﹶﺎﻟﹾ‬‫ﺎﺩ‬‫ﻰ ﻋ‬‫ﺘ‬‫ﺎﺯِﻝﹶ ﺣ‬‫ﻣﻨ‬ ‫ﺎﻩ‬‫ﻧ‬‫ﺭ‬‫ ﻗﹶﺪ‬‫ﺮ‬‫ﺍﻟﹾﻘﹶﻤ‬‫ﻭ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﺤ‬‫ﺒ‬‫ﻳﺴ‬ ٍ‫ ﹸﻛﻞﱞ ﻓِﻲ ﻓﹶ ﹶﻠﻚ‬‫ﺎﺭِ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﺍﻟﻨ‬
„Auch die Nacht ist für sie ein Beweis. Wir entziehen ihr das Tageslicht und sie
bleiben in Finsternis. Die Sonne dreht sich um ihre eigene, vorbestimmte Achse. Das
ist die Bestimmung Allahs, des Mächtigen, des Wissenden. Für den Mond haben wir
Stationen bestimmt, bis er wie der krumme Stiel einer alten Dattelpalmrispe
wiederkehrt. Weder muss die Sonne den Mond einholen, noch überholt die Nacht
den Tag. Alle schweben auf einer Umlaufbahn.“ (Sura Ya Sin, Aya 37-40)

Die in diesem Vers erwähnten Geschöpfe sind deutliche Beweise für die perfekte Weisheit, Macht und
Barmherzigkeit Allahs (‫)
  و‬. Eines dieser Schöpfungen ist die Sonne. Sie gehört zu den größten
Zeichen Allahs. Denn seit Allah (‫ )
  و‬die Sonne erschaffen hat, bewegt sie sich nach einer
festgelegten Ordnung. Die Sonne beweist mit ihrer großen Masse und ihrem Wirken die Existenz und
Einzigkeit Allahs. Sie gewährleistet etliche Nutzen für alle Lebewesen, Pflanzen, Flüsse und Meere.

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Der Mond gehört ebenfalls zu den Zeichen, die Allahs Einheit und Einzigkeit beweisen. Allah (‫)
  و‬
hat für den Mond Wege bestimmt. Er beginnt in Form einer Sichel und nimmt stetig zu. Anschließend nimmt
er an Masse ab, bis er verschwunden ist. In dieser Sache ähnelt der Mond dem Menschen. Der Mensch ist im
schwachen Zustand erschaffen. Er wird mit der Zeit immer kräftiger und anschließend wieder schwächer.

Das ist Allah (‫ – )


  و‬der erhabenste Herr, der beste Schöpfer.

Allah (‫ )
  و‬ist über folgende Wege zu finden

1. Über die Geschöpfe Allahs

Dadurch, dass man sie betrachtet, aus ihnen Lehren zieht und über sie nachdenkt, so wird es einen dazu
führen Allahs (‫ )
  و‬Existenz und Einzigkeit, Größe und Macht sowie Seine Weisheit und Gnade zu
erkennen.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻢ‬‫ ﹸﻠﻬ‬‫ ﺃﹶﺟ‬‫ﺏ‬‫ﺘﺮ‬‫ﻜﹸﻮﻥﹶ ﹶﻗﺪِ ﺍﻗﹾ‬‫ﻰ ﺃﹶﻥ ﻳ‬‫ﺴ‬‫ﹶﺃﻥﹾ ﻋ‬‫ﻲﺀٍ ﻭ‬ ‫ﻪ ﻣِﻦ ﺷ‬ ‫ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ ﹶﻠﻖ‬‫ﺎ ﺧ‬‫ﻭﻣ‬ ِ‫ﺽ‬‫ﺍﻷَﺭ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﻤ‬‫ ﹶﻠﻜﹸﻮﺕِ ﺍﻟﺴ‬‫ﻭﺍﹾ ﻓِﻲ ﻣ‬‫ﻨ ﹸﻈﺮ‬‫ ﻳ‬‫ﻭﻟﹶﻢ‬ ‫ﺃﹶ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﻣِﻨ‬‫ﻳﺆ‬ ‫ﻩ‬ ‫ﻌﺪ‬ ‫ﺣﺪِﻳﺚٍ ﺑ‬ ‫ﻓﹶﺒِﺄﹶﻱ‬
„Haben sie denn nicht das Reich der Himmel und der Erde betrachtet und alle
Dinge, die Allah erschaffen hat, und (haben sie nicht bedacht,) dass ihre Lebensfrist
vielleicht nahegerückt ist? An welche Aussage nach dieser wollen sie denn sonst
Imaan haben?“ (Sura al-A’raaf, Aya 185)

‫ﺎﺏ‬‫ﻟِﻲ ﺍﻷﻟﹾﺒ‬‫ﺎﺕٍ ﱢﻟﺄﹸﻭ‬‫ﺎﺭِ ﻵﻳ‬‫ﻬ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ﻞِ ﻭ‬‫ﺘِﻼﹶﻑِ ﺍﻟﻠﱠﻴ‬‫ﺍﺧ‬‫ﺽِ ﻭ‬‫ﺍﻷَﺭ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﻤ‬‫ ﹾﻠﻖِ ﺍﻟﺴ‬‫ﺇِﻥ ﻓِﻲ ﺧ‬
„In der Schöpfung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag,
liegen Zeichen für diejenigen, die Verstand besitzen.“ (Sura Ali Imran, Aya 190)

‫ﻘﹸﻮﻥﹶ‬‫ﻳﺘ‬ ٍ‫ﻡ‬‫ﺎﺕٍ ﻟﱢ ﹶﻘﻮ‬‫ﺭﺽِ ﻵﻳ‬ َ‫ﺍﻷ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﻤ‬‫ﻪ ﻓِﻲ ﺍﻟﺴ‬ ‫ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ ﹶﻠﻖ‬‫ﺎ ﺧ‬‫ﻣ‬‫ﺎﺭِ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ﻞِ ﻭ‬‫ﺧﺘِﻼﹶﻑِ ﺍﻟ ﱠﻠﻴ‬ ‫ﺇِﻥﱠ ﻓِﻲ ﺍ‬
„Gewiss, in der Aufeinanderfolge von Nacht und Tag und in dem, was Allah in den
Himmeln und auf der Erde erschaffen hat, sind Zeichen für gottesfürchtige Leute.“
(Sura Yunus, Aya 6)

‫ﺎ‬‫ﻣ‬‫ ﻭ‬‫ﺎﺱ‬‫ ﺍﻟﻨ‬‫ﻨ ﹶﻔﻊ‬‫ﺎ ﻳ‬‫ﺮِ ﺑِﻤ‬‫ﺤ‬‫ﺠﺮِﻱ ﻓِﻲ ﺍﹾﻟﺒ‬


 ‫ﺍﻟﹾ ﹸﻔﻠﹾﻚِ ﺍﱠﻟﺘِﻲ ﺗ‬‫ﺎﺭِ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ﻞِ ﻭ‬‫ﺘِﻼﹶﻑِ ﺍﻟ ﱠﻠﻴ‬‫ﺍﺧ‬‫ﺽِ ﻭ‬‫ﺍﻷَﺭ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﺴﻤ‬
 ‫ ﹾﻠﻖِ ﺍﻟ‬‫ﺇِﻥ ﻓِﻲ ﺧ‬
‫ﺎﺡ‬‫ﻳ‬‫ﺮِﻳﻒِ ﺍﻟﺮ‬‫ﺼ‬‫ﺗ‬‫ﺔٍ ﻭ‬‫ﺁﺑ‬‫ﺎ ﻣِﻦ ﻛﹸﻞﱢ ﺩ‬‫ﺚ ﻓِﻴﻬ‬
‫ ﱠ‬‫ﺑ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﺗِﻬ‬‫ﻣﻮ‬ ‫ﺪ‬ ‫ﺑﻌ‬ ‫ﺽ‬‫ﺎ ﺑِ ِﻪ ﺍﻷﺭ‬‫ﻴ‬‫ﺎﺀ ﻓﹶﺄﹶﺣ‬‫ﺎﺀ ﻣِﻦ ﻣ‬‫ﻤ‬‫ ﺍﻟﺴ‬‫ﻪ ﻣِﻦ‬ ‫ﻝﹶ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ﺃﹶﻧﺰ‬
‫ﻌﻘِﻠﹸﻮﻥ‬ ‫ﻡٍ ﻳ‬‫ﺎﺕٍ ﻟﱢ ﹶﻘﻮ‬‫ﺽِ ﻵﻳ‬‫ﺍﻷَﺭ‬‫ﺎﺀ ﻭ‬‫ﺴﻤ‬
 ‫ ﺍﻟ‬‫ﻴﻦ‬ ‫ﺨﺮِ ﺑ‬
 ‫ﺴ‬‫ﺎﺏِ ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﺤ‬‫ﺍﻟﺴ‬‫ﻭ‬
„In der Schöpfung der Himmel und der Erde, und im Wechsel von Nacht und Tag;
und in den Schiffen, die das Meer befahren mit dem, was den Menschen nützt, und
in dem, was Allah vom Himmel an Wasser herabkommen lässt, und damit dann die
Erde nach ihrem Tod wieder lebendig macht und auf ihr allerlei Tiere sich
ausbreiten lässt; und im Wechsel der Winde und der Wolken, die zwischen Himmel
und Erde dienstbar gemacht sind, (in all dem) sind Zeichen für Leute, die
begreifen.“ (Sura al-Baqara, Aya 164)

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2. Über die Offenbarungen Allahs

Wenn wir die Offenbarungen der Gesandten studieren und über das darin enthaltene Wissen nachdenken, die
für die Menschen in dieser Welt und im Jenseits großen Nutzen bringen, dann sehen wir, wie sehr es dem
Wohl der Menschen dient.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺍ‬‫ﻼﻓﹰﺎ ﻛﹶﺜِﲑ‬
‫ﺘِ ﹶ‬‫ﻭﺍﹾ ﻓِﻴﻪِ ﺍﺧ‬‫ﺪ‬‫ﺟ‬‫ﻴﺮِ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﻟﹶﻮ‬ ‫ ﻋِﻨﺪِ ﻏﹶ‬‫ ﻛﹶﺎﻥﹶ ِﻣﻦ‬‫ﻟﹶﻮ‬‫ﺁﻥﹶ ﻭ‬‫ﻭ ﹶﻥ ﺍﻟﹾ ﹸﻘﺮ‬‫ﺑﺮ‬‫ﺪ‬‫ﻳﺘ‬ ‫ﻼ‬
‫ﺃﹶﻓﹶ ﹶ‬
„Denken sie denn nicht über den Qur’an nach? Wäre er von einem anderen als
Allah, würden sie darin gewiss viele Widersprüche finden.“ (Sura an-Nisaa, Aya 82)1

3. Über die Gotteserkenntnis, die Allah (‫ )


  و‬Seinen Dienern gewährt, sind sie imstande Ihn zu
erkennen, als ob sie ihn sehen würden

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬wurde einst von Jibril gefragt: „Was ist der Ihsan?“ Er antwortete:
„Der Ihsan ist, dass du Allah so anbetest, als ob du Ihn sehen würdest. Denn auch wenn du Ihn nicht
siehst, so sieht Er dich.“ (Muslim)

1
Anm. Viele Menschen sind der Ansicht, dass es genügt, um den Tauhid zu besitzen, nur an die Existenz eines
Schöpfers zu glauben, und zu bestätigen, dass es keinen Schöpfer gibt außer Allah. Diese Erkenntnis ist zu wenig, um
in den Tauhid zu verwirklichen. Die Mekkaner haben ebenfalls an Allah geglaubt und die Existenz Allahs bestätigt.
Trotzdem waren sie vor der Entsendung unseres Gesandten keine Muslime, sondern Muschrikuun. Allah hat dies uns
mittgeteilt:

‫ﻓﹶﻜﹸﻮﻥ‬‫ﺆ‬‫ﻰ ﻳ‬‫ ﻓﹶﺄﹶﻧ‬‫ ﺍﻟ ﱠﻠﻪ‬‫ﻘﹸﻮﻟﹸﻦ‬‫ ﻟﹶﻴ‬‫ﺮ‬‫ﺍﻟﹾ ﹶﻘﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﺲ‬‫ﻤ‬‫ ﺍﻟﺸ‬‫ﺮ‬‫ﺨ‬‫ﻭﺳ‬ ‫ﺽ‬‫ﺍﻟﹾﺄﹶﺭ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﻤ‬‫ ﺍﻟﺴ‬‫ﻠﹶﻖ‬‫ ﺧ‬‫ﻣﻦ‬ ‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﺄﹶﻟﹾﺘ‬‫ﻟﹶﺌِﻦ ﺳ‬‫ﻭ‬
‫ﻝﹶ ﻣِﻦ‬‫ﺰ‬‫ﻦ ﻧ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ﻬ‬‫ﺄﹶﻟﹾﺘ‬‫ﹶﻟﺌِﻦ ﺳ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻠِﻴ‬‫ﺀٍ ﻋ‬‫ﻲ‬‫ﻪ ِﺑﻜﹸﻞﱢ ﺷ‬ ‫ ﺇِﻥﱠ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ ﻟﹶﻪ‬‫ ﹾﻘﺪِﺭ‬‫ﻭﻳ‬ ِ‫ﺎﺩِﻩ‬‫ ﻋِﺒ‬‫ﺎﺀ ﻣِﻦ‬‫ﺸ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﻕ ﻟِﻤ‬
 ‫ﺮﺯ‬ ‫ﻂﹸ ﺍﻟ‬‫ﺴ‬‫ﻳﺒ‬ ‫ﻪ‬ ‫ﺍﻟ ﱠﻠ‬
‫ ِﻘﻠﹸﻮﻥ‬‫ﻌ‬‫ﻢ ﻟﹶﺎ ﻳ‬ ‫ﻫ‬‫ﻞﹾ ﹶﺃﻛﹾﺜﹶﺮ‬‫ ﻟِ ﱠﻠﻪِ ﺑ‬‫ﺪ‬‫ﻤ‬‫ ﻗﹸﻞِ ﺍﹾﻟﺤ‬‫ ﺍﻟ ﱠﻠﻪ‬‫ﻘﹸﻮﻟﹸﻦ‬‫ﺎ ﹶﻟﻴ‬‫ﺗِﻬ‬‫ﻣﻮ‬ ِ‫ﻌﺪ‬ ‫ ﻣِﻦ ﺑ‬‫ﺽ‬‫ﺎ ِﺑﻪِ ﺍﻟﹾﹶﺄﺭ‬‫ﻴ‬‫ﺎﺀ ﻓﹶﹶﺄﺣ‬‫ﺎﺀ ﻣ‬‫ﺴﻤ‬
 ‫ﺍﻟ‬
„Wenn du sie fragst, wer die Himmel und die Erde erschaffen und die Sonne und den Mond
dienstbar gemacht hat, sagen sie ganz gewiss: ‚Allah.’ Wie lassen sie sich also abwendig
machen? Wenn du sie fragst, wer vom Himmel Wasser herabkommen lässt und dann damit
die Erde nach ihrem Tod wieder lebendig macht, sagen sie gewiss: ‚Allah.’ Sprich: ‚Alles
Lob gehört Allah!’ Aber nein, die meisten von ihnen begreifen nicht.“ (Sura al-Ankabut,
Aya 61-63)

Hier teilte Allah dem Propheten mit, wenn er sie fragen sollte, wer der Erschaffer der Schöpfung ist, oder wer die
Schöpfung lenkt, dann werden sie bezeugen, dass Allah der Erschaffer und Lenker der Geschicke in Seiner Schöpfung
ist. Es gibt hier noch zahlreiche Verse, die in ähnlicher Bedeutung sind.

Gleiches bezeugt der Shaytan, denn auch er ist überzeugt davon, dass Allah sein Herr ist. Auch bestätigt er die
Gesandtschaft Muhammads.
‫ﻌﺜﹸﻮﻥﹶ‬ ‫ﺒ‬‫ﻡِ ﻳ‬‫ﻳﻮ‬ ‫ﻧِﻲ ِﺇﻟﹶﻰ‬‫ ﻓﹶﺄﹶﻧﻈِﺮ‬‫ﺭﺏ‬ ‫ﻗﹶﺎﻝﹶ‬
„ Er sagte: „O mein Herr, gewähre mir eine Frist bis zu dem Tage, an dem sie auferweckt
werden.“ (Sura Sad, Aya 79)

Der Atheismus, d.h. das Leugnen eines Schöpfers oder der Polytheismus, d.h. der Glaube, dass viele „Götter“
existieren, und sich gemeinsam das Lenken und Erschaffen der Schöpfung teilen; diese Überzeugungen hat es in
Mekka vor dem Islam nicht gegeben. Der Glaube der Griechen damals beispielsweise, die einen Gott für die Unterwelt,
oder einen Gott für den Regen haben, dies war den Mekkanern und vielen Völker in dieser Zeit fremd. Es war genz
normal in dieser Zeit an einen Schöpfer zu glauben.

Der Fehler der Mekkaner war, dass sie in der Anbetung Allah jemanden beigesellt haben, indem sie ihre Gebete direkt
zu Steine, die tote rechtschaffene Menschen symbolisierten, verrichteten. Der Fehler des Shaitans war die Weigerung
sich weiterhin Allah zu unterwerfen.

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Der Tauhid

Tauhid bedeutet: Die Rechte, Befugnisse und Eigenschaften, die allein nur Allah (‫ )
  و‬zustehen,
auch nur Ihm zu zusprechen

Den Tauhid können wir in drei Kategorien unterteilen:

1. Der Tauhid in der Herrschaft Allahs (‫ﺭﺑﻮﺑﻴﺘﻪ‬ ‫)ﺗﻮﺣﻴﺪﻩ ﰲ‬


2. Der Tauhid in der Göttlichkeit Allahs (‫ﺃﻟﻮﻫﻴﺘﻪ‬ ‫)ﺗﻮﺣﻴﺪﻩ ﰲ‬
3. Der Tauhid in den Namen und Eigenschaften Allahs (‫ﻭﺻﻔﺎﺗﻪ‬ ‫)ﺗﻮﺣﻴﺪﻩ ﰲ ﺃﲰﺎﺋﻪ‬
Der Imaan an Allah (‫ )
  و‬beinhaltet diese drei Arten des Tauhid.

1. Der Tauhid in der Herrschaft Allahs

Diese Kategorie des Tauhid basiert auf der Bestätigung, dass Allah (‫ )
  و‬dieses Universum alleine
erschaffen hat, dass es keinen Nachfolger in Seiner Entscheidung gibt, dass Er der alleinige Besitzer Seiner
Geschöpfe ist, ihnen Leben gibt, sie sterben lässt und sie versorgt. Er ist der wahre Erhalter und Richter von
allem. Ohne Seine Erlaubnis kann man weder sich selbst, noch anderen schaden oder nutzen. Nur Er allein
erhört die Bittgebete Seiner Diener. Auch der Imaan an die Vorsehung ist in diesem Teil des Tauhids
enthalten.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻪ‬‫ﻄﹾ ﹸﻠﺒ‬‫ ﻳ‬‫ﺎﺭ‬‫ﻬ‬‫ﻞﹶ ﺍﻟﻨ‬‫ﺸِﻲ ﺍﻟﻠﱠﻴ‬‫ﻐ‬‫ﺵِ ﻳ‬‫ﻌﺮ‬ ‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟﹾ‬‫ﻯ ﻋ‬‫ﻮ‬‫ﺘ‬‫ ﺍﺳ‬‫ﺎﻡٍ ﹸﺛﻢ‬‫ﺔِ ﺃﹶﻳ‬‫ ﻓِﻲ ﺳِﺘ‬‫ﺽ‬‫ﺍﻷَﺭ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﺴﻤ‬
 ‫ ﺍﻟ‬‫ ﹶﻠﻖ‬‫ﻪ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﺧ‬ ‫ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ﺑﻜﹸﻢ‬‫ﺇِ ﱠﻥ ﺭ‬
‫ﺎﻟﹶﻤِﲔ‬‫ ﺍﻟﹾﻌ‬‫ﺏ‬‫ ﺭ‬‫ ﺍﻟﻠﹼﻪ‬‫ﻙ‬‫ﺎﺭ‬‫ﺗﺒ‬ ‫ﻣﺮ‬ َ‫ﺍﻷ‬‫ ﻭ‬‫ﺨ ﹾﻠﻖ‬
 ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﺮِ ِﻩ ﺃﹶﻻﹶ ﹶﻟﻪ‬‫ﺍﺕٍ ﺑِﺄﹶﻣ‬‫ﺨﺮ‬
 ‫ﺴ‬‫ ﻣ‬‫ﻮﻡ‬‫ﺠ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ﺍﻟﹾ ﹶﻘﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﺲ‬‫ﻤ‬‫ﺍﻟﺸ‬‫ﺜِﻴﺜﹰﺎ ﻭ‬‫ﺣ‬
„Euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und sich
danach auf Seinen Thron niederließ. Er lässt den Tag durch die ihr unaufhaltsam
folgende Nacht verhüllen. Er erschuf die Sonne, den Mond, die Sterne und
unterwarf alle Seinem Befehl. Wisset! Ihm gehört die Schöpfung und der Befehl.
Erhaben ist Allah, der Herr der Welten.“ (Sura al-A’raaf, Aya 54)

‫ﻂ‬‫ﺴ‬‫ﻳﺒ‬ ‫ﻪ‬ ‫ﻓﹶﻜﹸﻮﻥﹶ ﺍﻟﻠﱠ‬‫ﺆ‬‫ﻰ ﻳ‬‫ﻪ ﻓﹶﺄﹶﻧ‬ ‫ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﻘﹸﻮﻟﹸﻦ‬‫ ﹶﻟﻴ‬‫ﺮ‬‫ﺍﹾﻟﻘﹶﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﺲ‬‫ﺸﻤ‬


 ‫ ﺍﻟ‬‫ﺮ‬‫ﺨ‬‫ﺳ‬‫ ﻭ‬‫ﺭﺽ‬ ‫ﺍﻟﹾﺄﹶ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﻤ‬‫ ﺍﻟﺴ‬‫ ﹶﻠﻖ‬‫ ﺧ‬‫ﻣﻦ‬ ‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﺄﹶﻟﹾﺘ‬‫ﻭﻟﹶﺌِﻦ ﺳ‬
‫ﺎ ﺑِﻪ‬‫ﻴ‬‫ﺎﺀ ﻓﹶﺄﹶﺣ‬‫ﺎﺀ ﻣ‬‫ﻤ‬‫ ﺍﻟﺴ‬‫ﺰﻝﹶ ﻣِﻦ‬ ‫ﻦ ﻧ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ﻬ‬‫ﺄﹶﻟﹾﺘ‬‫ﻟﹶﺌِﻦ ﺳ‬‫ ﻭ‬‫ﻠِﻴﻢ‬‫ﺀٍ ﻋ‬‫ﻲ‬‫ﻪ ِﺑﻜﹸﻞﱢ ﺷ‬ ‫ ﺇِﻥﱠ ﺍﻟﻠﱠ‬‫ ﹶﻟﻪ‬‫ﻘﹾ ِﺪﺭ‬‫ﻭﻳ‬ ِ‫ﺎﺩِﻩ‬‫ ﻋِﺒ‬‫ﺎﺀ ﻣِﻦ‬‫ﺸ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ ﻟِﻤ‬‫ﻕ‬‫ﺮﺯ‬ ‫ﺍﻟ‬
‫ﻌﻘِﻠﹸﻮﻥ‬ ‫ ﻟﹶﺎ ﻳ‬‫ﻢ‬‫ﻫ‬‫ﺑﻞﹾ ﺃﹶ ﹾﻛﺜﹶﺮ‬ ‫ﺪ ﻟِﻠﱠ ِﻪ‬ ‫ﻤ‬‫ﻪ ﻗﹸﻞِ ﺍﻟﹾﺤ‬ ‫ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﻘﹸﻮﻟﹸﻦ‬‫ﺎ ﹶﻟﻴ‬‫ﺗِﻬ‬‫ﻣﻮ‬ ِ‫ﻌﺪ‬ ‫ﺑ‬ ‫ ﻣِﻦ‬‫ﺽ‬‫ﺍﹾﻟﺄﹶﺭ‬
„Wenn du sie fragst, wer die Himmel und die Erde erschaffen und die Sonne und
den Mond dienstbar gemacht hat, sagen sie ganz gewiss: ‚Allah.’ Wie lassen sie sich
also abwendig machen? Wenn du sie fragst, wer vom Himmel Wasser
herabkommen lässt und dann damit die Erde nach ihrem Tod wieder lebendig
macht, sagen sie gewiss: ‚Allah.’ Sprich: ‚Alles Lob gehört Allah!’ Aber nein, die
meisten von ihnen begreifen nicht.“ (Sura al-Ankabut, Aya 61-63)

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2. Der Tauhid in der Göttlichkeit Allahs

Diese Kategorie des Tauhids bedeutet, dass man die Ibada allein nur zu Allah (‫ )
  و‬verrichtet, nur
Ihm gehorsam ist und sich nur Ihm unterwirft.

„Ilaah“ ist ein Wesen, das angebetet wird.

Tauhid in der Göttlichkeit ist das Zusprechen der Anbetungen im Gesamten, ihrer sichtbaren und
unsichtbaren Form, allein zu Allah (‫)
  و‬. Es erfordert, dass keinerlei Anbetung, sei es auch nur im
geringsten, zu einem Geschöpf verrichtet wird.

Obwohl der Tauhid in der Göttlichkeit beide anderen Arten des Tauhid einbezieht, so fordern jedoch die
jeweils anderen diese Art des Tauhids nicht.

Wer den Tauhid in der Herrschaft oder den Namen und Eigenschaften akzeptiert, hätte dadurch nicht
gleichzeitig den Tauhid in der Göttlichkeit erfüllt. Nur die Gewährleistung des Tauhid der Göttlichkeit
bedeutet auch die gleichzeitige Akzeptanz der anderen zwei Arten. Denn nur wer allein Allah (‫)
  و‬
dient und Ihm dabei nichts beigesellt, akzeptiert dadurch auch gleichzeitig, dass nur Er der Verwalter und
Schöpfer dieser Welt ist, sowie vollkommene Namen und Eigenschaften besitzt.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎ‬‫ﻨ‬‫ﻀ‬‫ﻌ‬‫ﺨﺬﹶ ﺑ‬
ِ ‫ﺘ‬‫ﻻﹶ ﻳ‬‫ﺌﹰﺎ ﻭ‬‫ﻴ‬‫ ِﺑﻪِ ﺷ‬‫ﺮِﻙ‬‫ﺸ‬‫ﻻﹶ ﻧ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ﺪ ِﺇﻻﱠ ﺍﻟﻠﹼ‬ ‫ﺒ‬‫ﻧﻌ‬ ‫ﻢ ﹶﺃﻻﱠ‬ ‫ﻨﻜﹸ‬‫ﻴ‬‫ﺑ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻨﻨ‬‫ﺑﻴ‬ ‫ﺍﺀ‬‫ﻮ‬‫ﺔٍ ﺳ‬‫ﹾﺍ ِﺇﻟﹶﻰ ﹶﻛﻠﹶﻤ‬‫ﺎﻟﹶﻮ‬‫ﺗﻌ‬ ِ‫ﺎﺏ‬‫ﻞﹶ ﺍﻟﹾﻜِﺘ‬‫ﺎ ﺃﹶﻫ‬‫ﻗﹸﻞ ﻳ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﻠِﻤ‬‫ﺴ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﻭﺍﹾ ﺑِﺄﹶﻧ‬‫ﻬﺪ‬ ‫ﺍﹾ ﻓﹶﻘﹸﻮﻟﹸﻮﹾﺍ ﺍﺷ‬‫ﱠﻟﻮ‬‫ﻮ‬‫ﻭ ِﻥ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﻓﹶﺈِﻥ ﺗ‬‫ﻦ ﺩ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﺎﺑ‬‫ﺭﺑ‬ ‫ﻀﺎﹰ ﺃﹶ‬‫ﻌ‬‫ﺑ‬
„Sprich: ‚O Leute der Schrift! Kommt her zu einem gleichen Wort zwischen uns
und euch; dass wir nämlich Allah allein dienen und Ihm nichts beigesellen und dass
nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah.’ Doch wenn sie
sich abwenden, dann sagt: ‚Bezeugt, dass wir Muslime sind.’“ (Sura Ali Imran, Aya
64)

‫ﻭﻥﹶ‬‫ﺢ ﺍﻟﹾﻜﹶﺎﻓِﺮ‬
 ِ‫ﻳﻔﹾﻠ‬ ‫ﻪ ﻟﹶﺎ‬ ‫ﺑﻪِ ﺇِﻧ‬‫ ﺭ‬‫ﻪ ﻋِﻨﺪ‬ ‫ﺎﺑ‬‫ﺎ ﺣِﺴ‬‫ﻤ‬‫ ﺑِ ِﻪ ﻓﹶﺈِﻧ‬‫ﺎﻥﹶ ﹶﻟﻪ‬‫ﻫ‬‫ﺑﺮ‬ ‫ ﻟﹶﺎ‬‫ﺮ‬‫ﺎ ﺁﺧ‬‫ ﺍﻟ ﱠﻠﻪِ ِﺇﻟﹶﻬ‬‫ﻣﻊ‬ ‫ﻉ‬
 ‫ﻳﺪ‬ ‫ﻦ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Wer zusammen mit Allah einen anderen Angebeteten dient, dessen Abrechnung
liegt bei seinem Herrn. Die Kafiruun finden keine Errettung.“ (Sura al-Mu’minuun,
Aya 117)

3. Der Tauhid in den Namen und Eigenschaften Allahs

Um diese Art des Tauhids erfüllen zu können, müssen die folgenden drei grundlegenden Punkte beachtet
werden:

a) Die Namen und Eigenschaften Allahs (‫ )


  و‬müssen so akzeptiert werden, wie sie im edlen Qur’an
und in der Sunna beschrieben werden. Man muss sie annehmen ohne sie zu vermehren, zu vermindern, zu
ändern oder mit falschen Auslegungen zu interpretieren

Der Shaikh von Bukhari, Naim Ibn Hammad, sagte: „Wer Allah (‫ )
  و‬mit Seinen Geschöpfen
vergleicht oder Seine Eigenschaften, die Er über Sich und der Gesandte über Ihn beschrieben haben,
leugnet, wird zu einem Kafir.“ (Ar-Raudatu n-Nadiyyah S. 22, Ithafu l-Kaainaat S. 6, Sharhu malaa 'aly
Qaariyy S.10)

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b) Allah (‫ )
  و‬darf nicht mit irgendetwas aus Seiner Schöpfung verglichen werden

Denn Allah (‫ )


  و‬sagt hierzu:

‫ﺼِﲑ‬‫ ﺍﻟﺒ‬‫ﻤِﻴﻊ‬‫ ﺍﻟﺴ‬‫ﻮ‬‫ﻫ‬‫ﺀٌ ﻭ‬‫ﻲ‬‫ ﹶﻛﻤِﺜﹾﻠِ ِﻪ ﺷ‬‫ﺲ‬‫ﻟﹶﻴ‬


„Es gibt nichts Seinesgleichen. Er ist der Hörende, der Sehende.“ (Sura asch-Schura,
Aya 11)

‫ﺣﺪ‬ ‫ﺍ ﺃﹶ‬‫ ﻛﹸﻔﹸﻮ‬‫ﻳﻜﹸﻦ ﱠﻟﻪ‬ ‫ﻭﻟﹶﻢ‬


„...nichts ist Ihm ähnlich.“ (Sura al-Ikhlas, Aya 4)

c) Die Art einer Eigenschaft Allahs darf nicht hinterfragt werden. Alle Seine Eigenschaften müssen so
akzeptiert werden, wie sie sind. Die Eigenschaften Allahs sind eng verbunden mit der Art Seines Wesens. Da
die Menschen dies nicht erfassen können, sollten sie es auch nicht hinterfragen.

Imam Malik sagte, als er über die Niederlassung Allahs (Istiwa’) gefragt wurde: „Istiwa’ selbst ist etwas
Bekanntes. Man kennt jedoch nicht ihre Art und Weise. Es ist Pflicht daran zu glauben, wie es uns
offenbart wurde. Darüber Fragen zu stellen ist Bid’a.“ (Ar-Raudatu n-Nadiyyah, S. 29)

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Die Ibada

Sprachlich bedeutet Ibada (Gottesdienst, Anbetung, Dienerschaft): Sich unterwerfen, gehorchen, seine
eigene Schwäche anerkennen (Lisaanu l-'Arab, Qaamusu l-Muhiit)

Im Islam bedeutet Ibada: Alle geheimen und offenkundigen Taten und Aussagen, die Allah (‫)
  و‬
liebt, akzeptiert, befiehlt und mit denen Er zufrieden ist

Dies beinhaltet neben der wahrhaftigen Liebe zu Allah (‫)


  و‬, auch die wahrhaftige Ergebung und die
wahrhaftige Gehorsamkeit Ihm gegenüber.

Zu ihrer Verwirklichung sind folgende drei Punkte erforderlich:

Nusuk: Alle offenen und verborgenen Arten der Ibada dürfen allein nur zu Allah (‫ )
  و‬verrichtet
werden
Taschri': Es dürfen nur die Urteile und Gesetze Allahs anerkannt werden
Walaayat: Freundschaften dürfen nur in Seinem Sinne für Ihn geschlossen und Feindschaften nur in
Seinem Sinne für Ihn gehegt werden
Diese Erläuterungen beweisen, dass alles, was das Leben umfasst, Ibada darstellen. Jedes Wort, jede Tat und
jede Überzeugung, welche Allah (‫ )
  و‬wohlgefällt und mit der man sich Ihm nähert, bekommt die
Einstufung zur Ibada.

Wird von einem Diener verlangt, dass er allein nur Allah (‫ )
  و‬dienen soll, so ist damit als erstes die
umfangreiche und allgemeine Bedeutung der Ibada gemeint. Das bedeutet, dass der Diener in seiner
Verbeugung und seiner Niederwerfung, seiner Ergebung und seinem Fasten, seiner Pilgerfahrt und seiner
Gelübde, seiner Liebe und seinem Hass, seinem Kampf und seiner Opferbereitschaft, seiner Furcht und
seinem Vertrauen, seinem Bittgebet und seiner Hoffnung, seinem Urteil und seiner Urteilssuchung, sowie in
allen anderen Pflichten und empfohlenen Taten, die Ibada nur zu Allah (‫ )
  و‬verrichten darf.

Der folgende Vers drückt dies auf die beste Weise aus:

ِ‫ﻭﻥ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻌ‬‫ ﺇِﻟﱠﺎ ﻟِﻴ‬‫ﺍﹾﻟﺈِﻧﺲ‬‫ ﻭ‬‫ﺠﻦ‬


ِ ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﻠﹶ ﹾﻘﺖ‬‫ﺎ ﺧ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Ich habe die Jinn und die Menschen nur erschaffen, damit sie Mir dienen.“ (Sura
adh-Dhariyat, Aya 56)

Auch die folgenden Worte Allahs unterstreichen dies:

‫ﻠِﻤِﲔ‬‫ﺴ‬‫ﻝﹸ ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﺎﹾ ﺃﹶﻭ‬‫ﹶﺃﻧ‬‫ ﻭ‬‫ﺕ‬‫ ﹸﺃﻣِﺮ‬‫ﺑِ ﹶﺬِﻟﻚ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ ﻟﹶ‬‫ﺮِﻳﻚ‬‫ ﻻﹶ ﺷ‬‫ﺎﹶﻟﻤِﲔ‬‫ ﺍﻟﹾﻌ‬‫ﺭﺏ‬ ‫ﺎﺗِﻲ ﻟِﻠﹼ ِﻪ‬‫ﻤ‬‫ﻣ‬‫ ﻭ‬‫ﺎﻱ‬‫ﻴ‬‫ﺤ‬‫ﻭﻣ‬ ‫ﻜِﻲ‬‫ﺴ‬‫ﻧ‬‫ﺻﻼﹶﺗِﻲ ﻭ‬
 ‫ﻗﹸﻞﹾ ﺇِﻥﱠ‬
„Sprich: ‚Mein Gebet, mein Schlachtopfer, mein Leben und mein Tod gehören
Allah, dem Herrn der Welten. Er hat keinen Teilhaber. Als erste der Muslime
wurde ich hiermit befohlen.’“ (Sura al-An’aam, Aya 162-163)

So wie das Gebet, die Zakah, das Fasten oder die Pilgerfahrt nur für Allah ( ‫ )
  و‬ausgeführt werden,
so dürfen auch alle anderen Taten, die mit den verschiedensten Bereichen des Lebens zu tun haben, nur Ihm
(‫ )
  و‬gelten. Selbst der Tod... Der Tod eines Dieners darf nur für Allah (‫ )
  و‬bestimmt sein
und nicht, wie es heutzutage vorkommt, für das Land, die Fahne oder für einen Führer, der nicht mit dem
regiert was Allah herabgesandt hat.

Die Kenntnis der heutigen Menschen über die Ibada ist gewiss sehr mangelhaft. Deshalb werden wir ihnen
im Folgenden erklären was Ibada im einzelnen bedeutet, in welchen Fällen sie es zu anderen Geschöpfen
verrichten würden, statt zu Allah (‫)
  و‬, und wer oder was diese Geschöpfe sind. Zudem werden wir
erläutern, dass es erforderlich ist allein nur Allah (‫ )
  و‬zu dienen und wie man es verrichten kann.;
so, dass ihre Unwissenheit beseitigt und die Wahrheit ans Licht gebracht wird.

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Die Arten der Ibada

1. Der Gehorsam (‫)ﺍﻟﻄﺎﻋﺔ‬


Wegen seiner selbst willen, darf man nur Allah (‫ )
  و‬gehorchen. Denn nur Er ist der einzige
Anbetungswürdige, und nur Er allein richtet mit Wahrheit und Gerechtigkeit. Zu anderen außer Allah
(‫)
  و‬, darf nur im Sinne Allahs (‫ )
  و‬Gehorsam geleistet werden und nicht wegen derer selbst
wegen. Denn falls man einem Geschöpf wegen seines selbst wegen gehorcht, so hätte man ihm gedient und
er wäre neben Allah (‫ )
  و‬zu einem weiteren Anbeteten angenommen worden. Wer es selbst
verlangt, dass man ihm wegen seiner selbst willen gehorchen soll, so hätte er sich als ein Anbetungswürdiger
dargestellt, auch wenn er nicht wörtlich sagen würde: „Ich bin ein Gott / Angebeter / Anbetungswürdiger.“

Aus diesem Grund hüte dich vor ihn und warne auch die Menschen vor ihm!2

Wisse, dass er ein großer Taghut (wird später näher erklärt) ist, den man
verleugnen muss!

Die Gehorsamkeit wegen seiner selbst willen bedeutet, dass man den Befehlen gehorchen will, und es dabei
keine Rolle spielt wie die Befehle sind. Falls diese Art der Gehorsamkeit den Geschöpfen zugesprochen
wird, dann ist dies der große Schirk und der große Kufr an sich, der den Menschen aus dem islamischen
Volk ausstößt.

Nun werde ich dir hierzu einige Beweise darbieten:

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ِﺒﲔ‬‫ ﻣ‬‫ﻭ‬‫ﺪ‬‫ﻢ ﻋ‬ ‫ﻪ ﹶﻟﻜﹸ‬ ‫ﻄﹶﺎﻥﹶ ِﺇﻧ‬‫ﺸﻴ‬


 ‫ﻭﺍ ﺍﻟ‬‫ﺪ‬‫ﺒ‬‫ﺗﻌ‬ ‫ ﺃﹶﻥ ﻟﱠﺎ‬‫ﻡ‬‫ﻨِﻲ ﺁﺩ‬‫ﺎ ﺑ‬‫ ﻳ‬‫ﻴﻜﹸﻢ‬ ‫ﺪ ﺇِﻟﹶ‬ ‫ﻬ‬‫ﻢ ﹶﺃﻋ‬ ‫ﺃﹶﻟﹶ‬
„O ihr Kinder Adams, habe Ich euch nicht mitgeteilt, dass ihr nicht eurem
deutlichen Feind, dem Shaitan, sondern nur Mir dienen sollt. Das ist der gerade
Weg?“ (Sura Ya Sin, Aya 60)

Der Dienst an den Shaitan in diesem Vers bedeutet, ihm in der Auflehnung gegenüber Allah ( ‫ )
  و‬zu
gehorchen. Der Shaitan beschmückte ihnen den Schirk und sie befolgten ihn. Auf diese Weise haben sie dem
Shaitan gedient. (Siehe Tafsir at-Tabari und Zad’u l-Masiir)

2
Die Gehorsamkeit, die der Islam verbietet, teilt sich in zwei Kategorien:

a) Gehorsam, der zum Abfall aus dem Islam führt

Dies ist der Überzeugung daran, dass ein Geschöpf es verdient, dass man ihm wegen seiner selbst willen gehorcht,
unabhängig seiner Besonderheiten und Status. D.h. man glaubt daran, dass man ihm gehorchen muss und es dabei keine
Rolle spielt, ob seine Befehle der Wahrheit entsprechen oder nicht. Diese Art des Gehorsams ist großer Kufr. Denn hier
wird eine Eigenschaft Allahs einem Geschöpf zugesprochen. Eine andere Art des Gehorsams, der zum Abfall aus dem
Islam führt, ist es den Muschrikuun und Kafiruun bezüglich des Schirk und Kufr zu folgen und sie gegen die Muslime
zu unterstützen. Auch ist es Kufr sie zu befolgen wenn sie etwas erlauben, was Allah verboten hat, oder etwas
verbieten, was Allah erlaubt hat.
b) Gehorsam, das nicht zum Abfall aus dem Islam führt, aber eine Sünde darstellt und verboten ist
Bei dieser Art des Gehorsams wird einer Person bezüglich eines Verbotes gehorcht, ohne selbst das Verbot zu erlauben.
Wenn jemand zu einer Person sagt, dass er Alkohol trinken soll und dieser ihm gehorcht, mit der Bedingung es nicht für
erlaubt zu erklären und es nicht als etwas Gutes und Schönes zu betrachten, so ist das kein großer Kufr, jedoch ein
kleiner Schirk, ein kleiner Kufr und eine große Sünde. Nach dem du diese zwei Arten gelernt hast, kannst du nun besser
erkennen, dass heute viele Menschen die Gehorsamkeit ausüben, die zum Schirk führt. Denn wir leben in einer Zeit, in
der die falschen Angebeteten vermehrt auftreten. Die meisten Menschen gehorchen diesen bewusst oder unbewusst und
stellen somit Allah Partner zur Seite.

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Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻢ ﻗﹶﺎﻟﹸﻮﺍ‬ ‫ﻧﻬ‬‫ ﺑِﺄﹶ‬‫ ﹶﺫﻟِﻚ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﻣﻠﹶﻰ ﻟﹶ‬ ‫ﺃﹶ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻮﻝﹶ ﻟﹶﻬ‬ ‫ﻄﹶﺎﻥﹸ ﺳ‬‫ﻴ‬‫ﻯ ﺍﻟﺸ‬‫ﻬﺪ‬ ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ ﻟﹶ‬‫ﻦ‬‫ﺒﻴ‬‫ﺎ ﺗ‬‫ ِﺪ ﻣ‬‫ﺑﻌ‬ ‫ﻦ‬‫ﺎﺭِﻫِﻢ ﻣ‬‫ﺑ‬‫ﻠﹶﻰ ﺃﹶﺩ‬‫ﻭﺍ ﻋ‬‫ﺗﺪ‬‫ﺭ‬ ‫ ﺍ‬‫ﺇِ ﱠﻥ ﺍﻟﱠﺬِﻳﻦ‬
‫ﻢ‬‫ﺭﻫ‬ ‫ﺍ‬‫ﺮ‬‫ ﺇِﺳ‬‫ ﹶﻠﻢ‬‫ﻌ‬‫ ﻳ‬‫ﺍﻟ ﱠﻠﻪ‬‫ﻣﺮِ ﻭ‬ ‫ﺾِ ﺍﻟﹾﺄﹶ‬‫ﻌ‬‫ ﻓِﻲ ﺑ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﻄِﻴﻌ‬‫ﻨ‬‫ﻪ ﺳ‬ ‫ﻝﹶ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﻧﺰ‬ ‫ﺎ‬‫ﻮﺍ ﻣ‬‫ ﹶﻛﺮِﻫ‬‫ﻟِﱠﻠﺬِﻳﻦ‬
„Diejenigen, die den Rücken kehren und abtrünnig wurden, nachdem ihnen der
richtige Weg klar geworden ist, dies hat der Shaitan ihnen beschmückt und sie mit
falschen Hoffnungen abgeirrt. Dies geschah, weil sie zu denen sagten, die das hassen,
was Allah herabsandte: ‚Wir wollen euch in einigen Angelegenheiten gehorchen.’
Zweifellos kennt Allah ihre Heimlichkeiten.“ (Sura Muhammad, Aya 25-26)

Ibn Kathir sagte über die Worte:


‫ﺎﺭِﻫِﻢ‬‫ﺩﺑ‬ ‫ﻠﹶﻰ ﺃﹶ‬‫ﻭﺍ ﻋ‬‫ﺪ‬‫ﺭﺗ‬ ‫ﻦ ﺍ‬ ‫ﺇِﻥﱠ ﺍﱠﻟﺬِﻳ‬
„Diejenigen, die den Rücken kehren und abtrünnig wurden“

„Sie haben den Imaan verlassen und kehrten in den Kufr zurück.“ (Tafsir Ibnu Kathir Band 4, S. 193)

Der Grund, warum sie Irtidat (abtrünnig wurden) begingen und in den Kufr zurückkehrten, war, dass sie zu
jenen sagten, die Allahs Scharia nicht mochten: „Wir werden euch in einigen Angelegenheiten folgen.“

Wenn schon diese Menschen in Kufr gefallen sind, was ist dann mit denen, die zu jene sagen, die noch
weiter gehen als nur die islamische Scharia nicht zu mögen, sondern ganz offen gegen die islamische Scharia
den Krieg erklären und dagegen Feindschaft zeigen: „Wir werden euch in jeder Sache gehorchen“?

Zweifellos gebührt es ihnen vielmehr in Kufr zu fallen, abtrünnig zu werden und aus dem islamischen Volk
auszutreten als die, die in dem obengenannten Qur’anvers erwähnt wurden.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺇِﻥ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﺎﺩِﻟﹸﻮﻛﹸ‬‫ﺠ‬‫ ِﻟﻴ‬‫ﺂﺋِﻬِﻢ‬‫ﻟِﻴ‬‫ﻮﻥﹶ ﺇِﻟﹶﻰ ﹶﺃﻭ‬‫ﻮﺣ‬‫ ﻟﹶﻴ‬‫ﺎﻃِﲔ‬‫ﻴ‬‫ﺇِ ﱠﻥ ﺍﻟﺸ‬‫ﻖ ﻭ‬ ‫ ﻟﹶﻔِﺴ‬‫ﻧﻪ‬ِ‫ﺇ‬‫ﻪِ ﻭ‬‫ﻠﹶﻴ‬‫ ﺍﻟ ﹼﻠﻪِ ﻋ‬‫ﺳﻢ‬ ‫ﻳ ﹾﺬﻛﹶﺮِ ﺍ‬ ‫ﻢ‬ ‫ﺎ ﻟﹶ‬‫ﺄﹾﻛﹸﻠﹸﻮﺍﹾ ِﻣﻤ‬‫ﻻﹶ ﺗ‬‫ﻭ‬
‫ﺮِﻛﹸﻮﻥ‬‫ﺸ‬‫ ﻟﹶﻤ‬‫ﻧﻜﹸﻢ‬ِ‫ ﺇ‬‫ﻢ‬‫ﻮﻫ‬‫ﺘﻤ‬‫ﹶﺃﻃﹶﻌ‬
„Esst nicht von dem, worüber der Name Allahs (bei der Schlachtung) nicht
ausgesprochen wurde. Das ist ganz bestimmt Frevel. Und gewiss werden die
Shayatiin ihren Freunden eingeben, mit euch zu streiten. Wenn ihr ihnen gehorcht,
so werdet ihr ebenfalls zu den Muschrikuun gehören.“ (Sura al-An’aam, Aya 121)

Das heißt; falls ihr den Muschrikuun, die den Verzehr von totem Fleisch erlauben, obwohl Allah
(‫ )
  و‬es verboten hat, in dieser Sache folgt, so wisset, dass ihr wie sie zu Götzendienern werden
könnt, nachdem ihr den Imaan verwirklicht habt.

In jeder Handlung, die Allah (‫ )


  و‬als „Schirk“ bezeichnet, befindet sich stets eine Art der Ibada und
das Anbeten eines Geschöpfes.

Wisse! Wenn in einem Qur’anvers der Begriff Schirk oder Kufr vorkommt, dann
wurde nicht nur die Ibada ungültig, sondern auch etwas anderes außer Allah
(‫ )
  و‬angebetet!

In dem obigen Qur’anvers wurde eine Art der Ibada und das Anbeten eines Geschöpfes beschrieben, nämlich
der Gehorsam gegenüber den Muschrikuun, indem man ihnen die Befugnis erteilt eine Sache für Halal
(erlaubt) oder Haram (verboten), als gut oder schlecht zu erklären. Diese Besonderheit gehört zu den
wichtigsten Eigenschaften Allahs.

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Genauso wie Er es in den folgenden Versen gebietet:

‫ ِﺇﻻﱠ ِﻟﻠﹼ ِﻪ‬‫ﺤﻜﹾﻢ‬


 ‫ﺇِ ِﻥ ﺍﻟﹾ‬
„Die Entscheidung gehört allein Allah.“ (Sura Yusuf, Aya 40)

‫ﺍ‬‫ﺣﺪ‬ ‫ﻜﹾﻤِﻪِ ﺃﹶ‬‫ ﻓِﻲ ﺣ‬‫ﺸﺮِﻙ‬


 ‫ﻟﹶﺎ ﻳ‬‫ﻭ‬
„Er hat keinen Teilhaber in seiner Entscheidung.“ (Sura al-Kahf, Aya 26)

Es spielt keine Rolle, welche Besonderheiten oder Eigenschaften sie besitzen, sei es eine Person, ein System,
ein Richter oder das Parlament; wer auch immer zu diesen Geschöpfen sagt: „Du besitzt das Recht der
Gesetzgebung, die Befugnis über das Erlaubte und das Verbotene zu bestimmen, sowie das Recht eine
Sache für gut oder schlecht zu erklären. Dass, was du als gut betrachtest, ist gut und dass, was du für
schlecht betrachtest, ist auch schlecht. Die Souveränität liegt bedingungslos und ohne Einschränkung bei
dir. Die Befehlsgewalt, sei es für jetzt oder für später, gehört allein dir. Wir sind aufgetragen dir in all
diesen Angelegenheiten zu gehorchen. Denn du hast das Recht, dass man dir gehorchen und sich deinen
Befehlen fügt. Dass, was du sagst wird auch geschehen“,

so hätte er ihm die Eigenschaft Allahs zugesprochen, ihn dadurch als einen Angebeteten angenommen und
ihn somit gedient, so wie Pharao es einst für sich beanspruchte, selbst wenn er noch so oft das Gebet
verrichtet, fastet oder behauptet ein Muslim zu sein...

Die folgenden Worte Allahs erklären in schönster Weise, dass die Gehorsamkeit zu jenen, die das Erlaubte
verbieten und das Verbotene erlauben eine Anbetung darstellt.

‫ﺍ ﻻﱠ ِﺇﻟﹶﻪ‬‫ﺍ ِﺣﺪ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻭﺍﹾ ﺇِﹶﻟﻬ‬‫ﺪ‬‫ﻌﺒ‬ ‫ﻭﺍﹾ ﺇِﻻﱠ ﻟِﻴ‬‫ﺎ ﺃﹸ ِﻣﺮ‬‫ﻣ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻳ‬‫ﺮ‬‫ ﻣ‬‫ﺑﻦ‬‫ ﺍ‬‫ﺴِﻴﺢ‬‫ﺍﹾﻟﻤ‬‫ﻭﻥِ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﻭ‬‫ﻦ ﺩ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﺎﺑ‬‫ﺭﺑ‬ ‫ ﺃﹶ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﺎﻧ‬‫ﺒ‬‫ﻫ‬‫ﺭ‬‫ ﻭ‬‫ﻢ‬‫ﻫ‬‫ﺎﺭ‬‫ﺒ‬‫ﺬﹸﻭﺍﹾ ﹶﺃﺣ‬‫ﺗﺨ‬‫ﺍ‬
‫ ِﺮﻛﹸﻮﻥ‬‫ﺸ‬‫ﺎ ﻳ‬‫ﻤ‬‫ ﻋ‬‫ﻪ‬‫ﺎﻧ‬‫ﺤ‬‫ﺒ‬‫ ﺳ‬‫ﻮ‬‫ﺇِ ﱠﻻ ﻫ‬
„Sie haben ihre Rabbiner und Mönche zu Herren genommen statt Allah, sowie den
Messias, Sohn Maryams. Obwohl ihnen befohlen wurde, dem einzig
Anbetungswürdigen zu dienen. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Ihm. Er
ist erhaben über das, was sie Ihm beigesellen.“ (Sura at-Tauba, Aya 31)

Baghawi sagte in der Auslegung dieses Verses: „Wenn behauptet wird: ‚Sie haben die Schriftgelehrten
und Mönche nicht angebetet, sie haben sich weder vor ihnen verbeugt noch sich niedergeworfen’, dann
kann man dazu folgende Antwort geben:

„Ihre Anerkennung als Herren, so wie in dem Vers erwähnt, bezieht sich nicht auf die Verbeugung oder
die Niederwerfung, sondern auf die Gehorsamkeit zu ihnen, indem sie sich Allah (‫ )
  و‬dadurch
widersetzen, dass sie das, was Allah erlaubte verbieten und Seine Verbote erlauben. Auf diese Weise
haben sie die Schriftgelehrten und Mönche zu ihren Herren genommen.

Adiyy bin Hatim (r.a) sagte: „Ich trat vor dem Gesandten Allahs ( ‫ ) ا  و‬auf und trug dabei noch
ein Kreuz aus Gold. Als er (  ‫ ) ا  و‬mich sah, sagte er ( ‫) ا  و‬: „O Adiyy! Werfe diesen
Götzen weg, den du um den Hals trägst!“ Ich warf es sofort weg, und ging anschließend zu ihm. Er
( ‫ ) ا  و‬las gerade den Vers:

‫ﺍ ﻻﱠ ِﺇﻟﹶﻪ‬‫ﺍ ِﺣﺪ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻭﺍﹾ ﺇِﹶﻟﻬ‬‫ﺪ‬‫ﻌﺒ‬ ‫ﻭﺍﹾ ﺇِﻻﱠ ﻟِﻴ‬‫ﺎ ﺃﹸ ِﻣﺮ‬‫ﻣ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻳ‬‫ﺮ‬‫ ﻣ‬‫ﺑﻦ‬‫ ﺍ‬‫ﺴِﻴﺢ‬‫ﺍﹾﻟﻤ‬‫ﻭﻥِ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﻭ‬‫ﻦ ﺩ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﺎﺑ‬‫ﺭﺑ‬ ‫ ﺃﹶ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﺎﻧ‬‫ﺒ‬‫ﻫ‬‫ﺭ‬‫ ﻭ‬‫ﻢ‬‫ﻫ‬‫ﺎﺭ‬‫ﺒ‬‫ﺬﹸﻭﺍﹾ ﹶﺃﺣ‬‫ﺗﺨ‬‫ﺍ‬
‫ ِﺮﻛﹸﻮﻥ‬‫ﺸ‬‫ﺎ ﻳ‬‫ﻤ‬‫ ﻋ‬‫ﻪ‬‫ﺎﻧ‬‫ﺤ‬‫ﺒ‬‫ ﺳ‬‫ﻮ‬‫ﺇِ ﱠﻻ ﻫ‬
„Sie haben ihre Rabbiner und Mönche zu Herren genommen statt Allah, sowie den
Messias, Sohn Maryams. Obwohl ihnen befohlen wurde, dem einzig
Anbetungswürdigen zu dienen. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Ihm. Er
ist erhaben über das, was sie Ihm beigesellen.“ (Sura at-Tauba, Aya 31)

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Als er ( ‫ ) ا  و‬ihn zu Ende las, sagte ich zu ihm: „Wir beteten sie doch nicht an!“ Er
( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wenn sie das Erlaubte Allahs verboten und Seine Verbote erlaubten, habt ihr es
dann auch nicht als verboten oder erlaubt angesehen?“

Ich antwortete: „Ja.“ Daraufhin sagte der Gesandte Allahs ( ‫) ا  و‬: „Auf diese Weise haben sie
ihnen gedient.“ (Tafsiru l-Baghawi Band 3, S. 285)

Denke achtsam über die Worte des Propheten ( ‫ ) ا  و‬nach! Er beschrieb die Juden und Christen
als jene, die ihre Schriftgelehrten und Mönche zu ihren Herren genommen haben. Denn sie gehorchten
ihnen, wenn sie das Erlaubte Allahs verboten oder Seine Verbote erlaubten.

Falls diese Schriftgelehrten und Mönche ihnen befohlen hätten, zu ihnen zu beten oder für sie zu fasten, so
hätten sie ihnen niemals gehorcht. Vielleicht hätten sie sie sogar gesteinigt. Denn Handlungen wie das Gebet
oder das Fasten war jedem als Anbetung bekannt. Jedoch Dienerschaft durch Gehorsam und Ergebung war
den meisten Menschen unbekannt. Als von ihnen solche Handlungen verlangt wurden, so haben sie sie ohne
zu zögern neben Allah (‫ )
  و‬angebetet. Denn sie wussten nicht, dass sie sie dadurch anbeten, indem
sie ihnen dabei gehorchen, das Erlaubte zu verbieten und das Verbotene zu erlauben. Doch ihre
Unwissenheit ist keine Entschuldigung für ihren Kufr.

Abu l-Bahtari sagte über diesen Qur’anvers: „Sie verrichteten ihre Gebete nicht zu den Schriftgelehrten
und Mönchen. Falls diese ihnen befohlen hätten sich vor ihnen zu verbeugen und sich niederzuwerfen,
so hätten sie ihnen niemals gehorcht. Doch als sie ihnen die Verbote Allahs erlaubten und Sein Erlaubtes
verboten, gehorchten sie ihnen. Auf diese Weise haben sie sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu
Herren neben Allah (‫ )
  و‬genommen.“ (Majmuu’a l-Fataawa Band 7, S. 76)

2. Die Gerichtsbarkeit ( ‫)ﺍﻟﺘﺤﺎﻛﻢ‬

Eine weitere Bedeutung, den die Ibada beinhaltet, ist es sich richten zu lassen. Wenn der Diener in allen
Bereichen seines Lebens, sei es privat oder allgemein, nur vor Allahs Scharia Recht sucht, dann hätte er
damit nur Allah (‫ )
  و‬gedient. Doch falls er sich vor anderen Gerichten außer der Scharia Allahs
richten lässt, dann hätte er sich diesen unterworfen und dadurch gleichzeitig andere außer Allah ( ‫)
  و‬
angebetet. Es ist unwesentlich was es für Gesetze sind, auch wenn es sich um einfache Dinge des Lebens
handelt. Denn das Recht zu Urteilen bzw. Gesetze zu erlassen, sowie Maßstäbe zu setzen, sind die
wichtigsten Eigenschaften einer Göttlichkeit. Wer behauptet eines dieser Eigenschaften gemeinsam mit
Allah (‫ )
  و‬oder alleine zu besitzen, der hätte auch behauptet selbst anbetungswürdig zu sein und
sich Allah (‫ )
  و‬gleichgestellt. Und wer diese Behauptung akzeptiert und sich von ihm richten lässt,
der hätte diesen dadurch angebetet, auch wenn es ihm nicht bewusst ist.

Der Begriff „Tahaakum (sich richten lassen)“ bedeutet, dass derjenige, der sich von jemandem richten lässt,
ihm dadurch auch gleichzeitig dient. Um dies besser zu verdeutlichen, ist es notwendig mit Beweisen aus
dem Qur’an und der Sunna zu erklären, dass die Entscheidungsgewalt und das Recht der Gesetzgebung die
wichtigsten Eigenschaften der Göttlichkeit, sowie die alleinigen Rechte Allahs sind, und das Er hierbei
keinen Partner besitzt. Derjenige, der behauptet die Entscheidungsgewalt und das Recht der Gesetzgebung zu
besitzen, behauptet gleichzeitig anbetungswürdig zu sein. Dabei ist es unerheblich, welche Eigenschaften
und was für Stellungen er besitzt. Er hätte sich so auf die Ebene Allahs gestellt und sich in einer Sache, die
zu Allahs wichtigsten Eigenschaften gehört, Ihm beigesellt.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻮﻥﹶ‬‫ ﹶﻠﻤ‬‫ﻌ‬‫ﺎﺱِ ﻻﹶ ﻳ‬‫ ﺍﻟﻨ‬‫ ﹶﺃﻛﹾﺜﹶﺮ‬‫ﻭﻟﹶﻜِﻦ‬ ‫ﻴﻢ‬‫ ﺍﻟﹾﻘﹶ‬‫ﻳﻦ‬‫ﻚ ﺍﻟﺪ‬


 ِ‫ﻩ ﺫﹶﻟ‬ ‫ﺎ‬‫ﻭﺍﹾ ِﺇﻻﱠ ﺇِﻳ‬‫ﺒﺪ‬‫ﺗﻌ‬ ‫ ﹶﺃﻻﱠ‬‫ﺮ‬‫ ِﺇﻻﱠ ِﻟﻠﹼ ِﻪ ﹶﺃﻣ‬‫ﺤﻜﹾﻢ‬
 ‫ﺇِ ِﻥ ﺍﻟﹾ‬
„Die Entscheidung gehört allein Allah. Er hat euch befohlen nicht anderen, sondern
nur Ihm zu dienen. Das ist der richtige Din. Doch die meisten Menschen wissen es
nicht.” (Sura Yusuf, Aya 40)

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Allah (‫ )
  و‬hat in diesem Vers nach der Bekräftigung, ein verneinendes Partikel benutzt.3 Dies
jedoch grenzt die Bedeutung ein. D.h. die Befugnis der Entscheidung und der Gesetzgebung gehören einzig
und allein nur Allah (‫)
  و‬.

Unmittelbar danach hat Allah (‫ )


  و‬diesen Vers mit etwas Verneinendes und gleichzeitig Bejahendes
weiter geführt. Dies ist der Befehl in jedem Bereich des Lebens nur Ihm zu dienen.

Dieser Qur’anvers zeigt uns eindeutig, dass die Entscheidungsgewalt und die Gesetzgebung einzig und allein
bei Allah (‫ )
  و‬liegen und Er hierbei keinen einzigen Teilhaber akzeptiert. Demzufolge hätte jeder
von sich behauptet anbetungswürdig zu sein, und sich Allah (‫ )
  و‬gleichgestellt, wenn er vorgibt im
Besitz der Entscheidungsgewalt und der Gesetzgebung zu sein. Und jeder andere, der ihn bestätigt, ihm
gehorcht und ihm dieses Recht zuspricht, hätte ihm dadurch gedient und ihn in der Ibada zu Allah
(‫ )
  و‬beigesellt.

3. Die Liebe und der Hass, sowie die Freund- und Feindschaft (‫ﺍﳌﻌﺎﺩﺍﺓ‬ ,‫ ﺍﳌﻮﺍﻻﺓ‬,‫ ﺍﻟﻜﺮﻩ‬,‫)ﺍﳊﺐ‬
Der Begriff Ibada umfasst ebenfalls die Liebe, den Hass, sowie die Freund- und Feindschaft. Nur wer für
Allah (‫ )
  و‬liebt und hasst, Freund oder Feind wird; das liebt, was auch Allah (‫ )
  و‬liebt und
das hasst, was auch Allah (‫ )
  و‬hasst, nur dann wäre er Allahs Diener geworden und sein Glaube
wäre vollkommen. Denn er nimmt nur den als Freund, der auch ein Freund Allahs ( ‫ )
  و‬und Seines
Gesandten ist; er nimmt nur den als Feind, der auch ein Feind Allahs (‫ )
  و‬und Seines Gesandten ist.

Er ist mit dem zufrieden, mit dem auch Allah (‫ )


  و‬zufrieden ist und verabscheut das, was auch Allah
(‫ )
  و‬verabscheut. Wer jedoch statt Allahs Willen, die dem Islam widersprechenden Gesetze befolgt,
sowie Liebe und Hass, Freund- und Feindschaft nicht im Sinne Allahs (‫ )
  و‬aufbaut, der würde
dadurch anderen außer Allah (‫ )
  و‬in höchster Form dienen. Dabei kommt es weder auf die Person
an, noch auf den Grund.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Derjenige, der für Allah liebt, für Allah verabscheut, für
Allah gibt und für Allah zurückhält, dessen Imaan ist vervollständigt.“ (Abu Dawud / sahih)

„Die stärkste Handhabe des Imaans ist es für Allah Freundschaften zu schließen, für Allah
Feindschaften zu schließen, für Allah zu lieben und für Allah zu hassen.“ (Ahmad / sahih)

Bei dieser Handhabe handelt es sich um die höchste Stufe der Ibada zu Allah (‫)
  و‬.

Nur Allah (‫ )


  و‬darf wegen seiner selbst willen geliebt werden. Andere dürfen nur im Sinne Allahs
(‫ )
  و‬geliebt werden und keinesfalls zusammen mit Ihm auf gleicher Ebene. Jeder, der wegen seiner
selbst willen oder auf einer Stufe mit Allah (‫ )
  و‬geliebt wird, oder wegen seiner selbst willen
Freund- und Feindschaft gehegt wird, der wäre dadurch auch zu einem Herrn und Gott genommen worden.

3
D.h. ‫ ﺇِﻥ‬von ‫ﺤﻜﹾﻢ‬
 ‫ﺇِﻥِ ﺍﻟﹾ‬ ist die Bekräftigung und ‫ﺇِﻻ‬ ist der verneiende Partikel. ‫ ﺇِﻻ‬bedeutet vereinfacht mit einem
Beispiel dargestellt, wenn sich in einem Raum viele Leute befinden und man will ausdrücken, dass alle Menschen
stehen und nur ein einziger sitzt, so aberkennt man zuerst alle in dem Raum befindlichen Personen die Eigenschaft
des Sitzens, und spricht dann nur dem einen Menschen der sitzt, diese Eigenschaft zu.
Ebenso verhält es sich mit dem Glaubensbekenntnis Laa ilaaha ilalllah. Mit ‫ﻻ‬ wird ausgedrückt, dass niemand

anbetungswürdig ist bzw. das niemand ein Recht auf Ibada besitzt und mit ‫ﺇِﻻ‬ wird ausgedrückt, dass Allah der
Einzige ist, zu dem zu Recht Ibada verrichtet wird bzw. Ibada gebührt bzw. der Ibada würdig ist.

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Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎ ﱢﻟﻠﹼﻪ‬‫ﺒ‬‫ﺪ ﺣ‬ ‫ﻮﺍﹾ ﺃﹶﺷ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﻭ‬‫ﺐ‬‫ ﹶﻛﺤ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﻮﻧ‬‫ﺤﺒ‬


ِ ‫ﺍﺩﹰﺍ ﻳ‬‫ﻭﻥِ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﺃﹶﻧﺪ‬‫ﺨﺬﹸ ﻣِﻦ ﺩ‬
ِ ‫ﺘ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﺎﺱِ ﻣ‬‫ﻣِﻦ ﺍﻟﻨ‬‫ﻭ‬
„Es gibt unter den Menschen manche, die anstelle Allahs die Ihm gleichgestellten
Partner lieben, wie man nur Allah lieben soll. Die aber, die den Imaan
verwirklichen, lieben Allah noch mehr.“ (Sura al-Baqara, Aya 165)

4. Das Bittgebet (‫)ﺍﻟﺪﻋﺎﺀ‬

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺍﺧِﺮِﻳﻦ‬‫ ﺩ‬‫ﻨﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻠﹸﻮﻥﹶ ﺟ‬‫ﺧ‬‫ﺪ‬‫ﻴ‬‫ﺗِﻲ ﺳ‬‫ﺎﺩ‬‫ ﻋِﺒ‬‫ﻦ‬‫ﻭﻥﹶ ﻋ‬‫ﻜﹾﺒِﺮ‬‫ﺘ‬‫ﻳﺴ‬ ‫ ﺇِ ﱠﻥ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ ﹶﻟﻜﹸﻢ‬‫ﺠِﺐ‬‫ﺘ‬‫ﻮﻧِﻲ ﺃﹶﺳ‬‫ﻋ‬‫ﻢ ﺍﺩ‬ ‫ﺑﻜﹸ‬‫ﻗﹶﺎﻝﹶ ﺭ‬‫ﻭ‬
„Euer Herr sprach: ‚Ruft Mich an, so erhöre Ich euch. Diejenigen, die sich zu groß
wähnen um Mir zu dienen, werden erniedrigt in die Hölle eintreten.“ (Sura al-Ghafir,
Aya 60)

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Das Bittgebet ist das Haupt der Ibada.“ (Tirmidhi, Abu
Dawud, Ibn Maja)

Ferner: „Das Bittgebet ist eine Ibada.“ (Tirmidhi / hassan-sahih)

Allah (‫ )
  و‬hat den Menschen befohlen, die Bittgebete nur zu Ihm zu richten und versprach ihnen
gleichzeitig ihre Bittgebete zu erhören. Beides zeigt, dass das Bittgebet eine Ibada ist. Zudem ist es die
höchste Form der Ibada. Diese Beweise zeigen uns, dass an Allah ( ‫ )
  و‬gerichtete Bittgebete Seinen
Wohlgefallen finden.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wer nicht Allah anruft, über ihn ist Allah erzürnt.“ (Ahmad,
Ibn Kathir sagte zur Überlieferungskette ganz gut ‫)ﻻ ﺑﺄﺱ‬

Ein Muwahhid richtet seine Bittgebete allein nur zu Allah (‫)


  و‬. Hier stellt sich die Frage: Wird
jeder, der andere außer Allah (‫ )
  و‬anruft, ein Muschrik?

Dies hängt von den äußerlichen Umständen und der Absicht der Person ab. Wenn man in einer Sache, die
allein nur in Allahs Macht steht, jemand anderen anruft, so wird man ein Muschrik.

z.ß: falls jemand einen Toten anruft, damit Allah ( ‫ )


  و‬ihm Versorgung, Kinder oder Heilung für
seine Krankheit beschert oder einen Schaden von ihm abwendet oder damit er zwischen sich und Allah
(‫ )
  و‬als Vermittler fungiert, so hätte er großen Schirk begangen. Denn Tote anzurufen ist großer
Schirk, auch wenn die Tat etwas ist, die der Tote zuvor, als dieser noch am Leben war, imstande war es zu
tun - wie von ihnen Geld zu verlangen...

Einen Lebenden um etwas zu bitten, zu das er in der Lage ist, ist erlaubt. Wie z.ß: von einem lebenden
Menschen Geld zu leihen...

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬lieh sich ein Kamel. Als der Mann zu ihm kam um sein Kamel zurück
zu verlangen, befahl der Prophet ( ‫ ) ا  و‬Abu Razi von den gespendeten Kamelen die Schuld zu
begleichen. Dieser erwiderte, dass das Kamel noch wertvoller ist, als das Kamel des Mannes. Der Prophet
( ‫ ) ا  و‬befahl ihm dieses Kamel zu geben und sagte: „Der beste unter den Menschen ist der, der
seine Schuld am besten begleicht.“ (Muslim)

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5. Die Furcht (‫)ﺍﳋﻮﻑ‬

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻣِﻨِﲔ‬‫ﺆ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ﺎﻓﹸﻮﻥِ ﺇِﻥ ﻛﹸﻨﺘ‬‫ﺧ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﺎﻓﹸﻮﻫ‬‫ﺗﺨ‬ ‫ ﹶﻓﻼﹶ‬‫ﺎﺀﻩ‬‫ﻟِﻴ‬‫ ﺃﹶﻭ‬‫ﻑ‬‫ﻮ‬‫ﺨ‬‫ﻄﹶﺎﻥﹸ ﻳ‬‫ﺸﻴ‬


 ‫ ﺍﻟ‬‫ﺎ ﹶﺫﻟِﻜﹸﻢ‬‫ﻤ‬‫ﺇِﻧ‬
„Wenn ihr gläubig seid, dann fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich.“ (Sura Ali
Imran, Aya 175)

‫ ِﻥ‬‫ﻮ‬‫ﺸ‬‫ﺍﺧ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻫ‬‫ﻮ‬‫ﺸ‬‫ﺗﺨ‬ ‫ﻓﹶﻼﹶ‬


„Fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich.” (Sura al-Ma’ida, Aya 3)

In diesen Versen befiehlt uns Allah (‫ )


  و‬nur Ihn zu fürchten. Dies zeigt, dass die Furcht eine Ibada
ist.

Die Furcht in den Worten „...fürchtet nicht sie...“ bezieht sich auf die Furcht vor den Geschöpfen. Bei
dieser Art der Furcht handelt es sich um die Annahme, dass einem selbst durch sie, auch ohne die Erlaubnis
Allahs, Schaden widerfahren könnte.

Die Furcht vor jemand anderen außer Allah (‫ )


  و‬in Sachen, die nur in der Hand Allahs liegen,
gehört zum großem Schirk.

Wie z.ß: die Furcht vor Menschen oder Jinn mit der Annahme, dass sie auch ohne die Erlaubnis Allahs den
eigenen Nachkommen Schaden, Krankheiten, Armut oder Behinderung zufügen könnten. Diese liegen allein
in der Macht Allahs.

Die Furcht vor den Toten oder unlebendigen Dingen mit der Annahme, dass sie einem schaden könnten, ist
ebenfalls großer Schirk. Auch wenn es sich um etwas handelt, wozu der Tote zu Lebzeiten imstande war, so
wie die Furcht davor, dass sie einen schlagen könnten... Dies wäre großer Schirk, denn ein Toter hat nicht
mehr die Macht so etwas zu tun.

Die Anbetung eines Geschöpfes aus Furcht vor diesem wäre ebenfalls großer Schirk.

Wie z.ß: dass man aus Furcht vor einer Person ihm ein Opfer darbringt; oder den Jinn etwas opfert, damit
diese einem in der eigenen Wohnung keinen Schaden zufügen. Diese Taten gehören alle zum großen Schirk.

Die Furcht kann auch ein kleiner Schirk sein. Dies ist der Fall, wenn aus Furcht vor einer Person eine
Pflichttat aufgegeben oder eine Sünde begangen wird.

Wie z.ß: das Abrasieren des Bartes, aus Furcht vor Verspottung oder Beschimpfung; das Aufgeben des Amri
bi l-Ma`ruufi wa nahyi `ani l-Munkar (das Rechte gebieten und das Schlechte verbieten), aus den selben
Gründen; das Unterlassen des Gemeinschaftsgebets, aus Furcht seine Stellung, Arbeit oder sein Vermögen
zu verlieren; das Unterlassen des Gebieten des Rechten und des Verbieten des Schlechten in einer Gruppe, in
der verbotene Musik gehört wird.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Im Jenseits wird Allah Seinen Diener fragen: ‚Was hat dich
daran gehindert, das Schlechte zu ändern, als du es gesehen hattest?’ Der Diener wird sagen: ‚Mein
Herr! Die Furcht vor den Menschen.’ Allah (‫ )
  و‬wird ihm antworten: ‚Dass du dich vor Mir
fürchtest, war erstrangig.’“ (Ahmad / marfuu`u)

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Die natürliche Furcht, wie die vor einem Einbrecher oder einem wilden Tier, ist gestattet.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻡِ ﺍﻟﻈﱠﺎِﻟﻤِﲔ‬‫ ﺍﻟﹾ ﹶﻘﻮ‬‫ﻨِﻲ ﻣِﻦ‬‫ﻧﺠ‬ ‫ﺏ‬‫ ﻗﹶﺎﻝﹶ ﺭ‬‫ﻗﱠﺐ‬‫ﺮ‬‫ﺘ‬‫ﺎﺋِﻔﹰﺎ ﻳ‬‫ﺎ ﺧ‬‫ﻨﻬ‬ ِ‫ ﻣ‬‫ﺝ‬‫ﺮ‬‫ﻓﹶﺨ‬
„Da zog Musa furchtsam aus der Stadt hinaus und hielt immer wieder Ausschau. Er
sagte: ‚Mein Herr, rette mich vor dem ungerechten Volk.’“ (Sura al-Qasas, Aya 21)

6. Die Hoffnung (‫)ﺍﻟﺮﺟﺎﺀ‬

Die Hoffnung ist das Gefühl des Herbeisehnens und Verlangens im Herzen, dass ein bestimmtes Ereignis
geschehen möge.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺍ‬‫ﺪ‬‫ ِﻪ ﹶﺃﺣ‬‫ﺑ‬‫ﺓِ ﺭ‬‫ﺎﺩ‬‫ ِﺑﻌِﺒ‬‫ﺮِﻙ‬‫ﻳﺸ‬ ‫ﻟﹶﺎ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﺎﻟِﺤ‬‫ﻠﹰﺎ ﺻ‬‫ﻤ‬‫ﻞﹾ ﻋ‬‫ﻤ‬‫ﻌ‬‫ ِﻪ ﹶﻓﻠﹾﻴ‬‫ﺑ‬‫ﻮ ﻟِﻘﹶﺎﺀ ﺭ‬‫ﺮﺟ‬ ‫ﻦ ﻛﹶﺎﻥﹶ ﻳ‬‫ﻓﹶﻤ‬
„Wer auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll rechtschaffen handeln und
beim Dienst an seinem Herrn Ihm nichts beigesellen.“ (Sura al-Kahf, Aya 110)

D.h. wer auf die Begegnung mit Allah (‫ )


  و‬und Seiner Belohnung hofft, der sollte um das
Wohlgefallen Allahs willen entsprechend der Sunna Seines Gesandten handeln.

In diesem Vers stellt Allah (‫ )


  و‬für die Akzeptanz einer Handlung zwei Bedingungen:

a) Sie muss der Sunna des Propheten ( ‫ ) ا  و‬entsprechen

„Er soll rechtschaffen handeln.“

b) Sie muss nur für das Wohlgefallen Allahs verrichtet werden

„Er soll seinem Herrn nichts beigesellen.“

Tauhid ist nur von Allah (‫ )


  و‬zu erhoffen. Jemand, der etwas von anderen außer Allah (‫)
  و‬
erhofft, hätte je nach Situation großen oder kleinen Schirk begangen.

Eine Sache, die nur in Allahs Macht liegt, von anderen zu erhoffen, ist großer Schirk, wie z.ß: die Erlangung
des Sieges, Kinder zu bekommen, Heilung zu finden oder die Befreiung.

Sich etwas von unlebendigen Dingen oder Toten zu erhoffen, ist ebenfalls großer Schirk, auch wenn es sich
um etwas handelt, wozu sie zu Lebzeiten imstande waren.

Sich etwas von Menschen zu erhoffen, zu denen sie imstande wären, auf eine Art und Weise, dass man sein
Vertrauen und Hoffnung in ihnen setzt, ist kleiner Schirk. z.ß: zu hoffen, dass jemand einem mit Sicherheit
Geld leihen wird. Hierzu gehört auch, dass man voll und ganz auf die Begabung eines Arztes vertraut und
sich dann sicher ist geheilt zu werden...

Die Heilung von Allah (‫ )


  و‬zu erhoffen, indem man einen Weg einschlägt, der verboten ist, ist
ebenfalls kleiner Schirk, wie z.ß: das Erhoffen der Heilung von Allah ( ‫ )
  و‬mittels Amulette, Bänder,
Nazar-Anhänger (Talismane). Hierzu gehört auch, dass man den Ehering als Festiger der Ehe betrachtet.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wer etwas trägt um sich vor Bösen Blicken zu schützen oder
einen Schaden abzuwenden hat Schirk begangen.“ (Ahmad, Hakim / sahih)

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7. Das Vertrauen (‫)ﺍﻟﺘﻮﻛﻞ‬

Vertrauen bedeutet im Islam: Allah ( ‫ )


  و‬zu vertrauen, um Gutes zu erfahren oder Böses
abzuwenden

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ ِﻣﻨِﲔ‬‫ﺆ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ﻛﱠﻠﹸﻮﹾﺍ ﺇِﻥ ﻛﹸﻨﺘ‬‫ﻮ‬‫ﻓﹶﺘ‬
„Vertraut nur auf Allah, wenn ihr Gläubige seid.“ (Sura al-Ma’ida, Aya 23)

‫ﻪ‬ ‫ﺒ‬‫ﺴ‬‫ ﺣ‬‫ﻮ‬‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟﱠﻠﻪِ ﻓﹶﻬ‬‫ﻛﱠﻞﹾ ﻋ‬‫ﻮ‬‫ﺘ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬


„Wer auf Allah vertraut, dem wird Allah genügen.“ (Sura at-Talaq, Aya 3)

Tauhid ist nur Allah (‫ )


  و‬zu vertrauen und sich Ihm innerlich zu ergeben.

In den unten angeführten Situationen führt das Vertrauen zum großen Schirk (unmittelbares Vertrauen).

Dies ist der Fall, wenn man in Sachen, die nur in der Macht Allahs liegen, auf die Geschöpfe vertraut, wie
z.ß: das Vertrauen auf Geschöpfe, Tote oder leblose Dinge, auf dass sie es regnen lassen mögen, die
Versorgung oder Kinder gewährleisten, einem vor Krankheiten schützen oder einem von Krankheiten heilen.

All dies wäre großer Schirk.

Wenn man sein Vertrauen auf bestimmte Mittel bezieht, so wird das Vertrauen zum kleinen Schirk
(mittelbares Vertrauen). z.ß: Wenn jemand auf die Fähigkeit eines Arztes vertraut und sich dann sicher ist,
dass die Operation erfolgreich verläuft; oder wenn jemand auf die Anzahl der Soldaten vertraut und sich
sicher ist den Sieg zu erlangen; oder wenn jemand auf die Begabung eines Fahrers vertraut und sich sicher ist
kein Unfall zu verüben; oder wenn jemand auf sein Lernen vertraut und sich sicher ist die Prüfung zu
bestehen.

Das Vertrauen auf Mittel ist unter den Muslimen leider sehr verbreitet. Diese Art des Vertrauens erkennt
man auf folgende Weise:

Falls es einen Mittel gibt, entsteht im Herzen das Gefühl der inneren Ruhe, des Friedens und der Gewissheit.
Man ist sich sicher, dass das erwünschte Ziel erreicht wird. Doch wenn es dieses Mittel nicht gibt, so entsteht
im Herzen eine Bedrücktheit und Sorge. Jetzt ist man sich nicht mehr sicher, ob das erwünschte Ziel erreicht
wird. Dies ist der Fall, wenn man daran glaubt, dass ein bestimmter Arzt die Operation erfolgreich
durchführt und dabei das Vertrauen auf Allah (‫ )
  و‬vergisst. Wenn dieser bestimmte Doktor die
Operation durchführt, ist das Herz beruhigt. Doch wenn ein anderer Arzt es durchführt, glaubt man, dass
diese Operation nicht gelingen wird. Dies ist kleiner Schirk.

Die Worte in dem Vers „Vertraut nur auf Allah“ bedeuten: Vertraut in ausnahmslos jeder Sache allein
nur Ihm, indem ihr dabei eure eigene Schwäche eingesteht

Dieser Vers zeigt, dass man nur Allah (‫ )


  و‬und nicht den Mitteln vertrauen darf. Wir haben dafür zu
gewährleisten, dass die Mittel zum Ziel erfüllt werden, aber wir vertrauen ihnen nicht, sondern nur Allah
(‫)
  و‬.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Vertrauen auf die Mittel und das Empfinden von Ruhe aufgrund
ihrer Existenz.

Jemand, der sich auf eine Reise begibt, lässt vorher sein Auto gründlich kontrollieren und spürt deswegen
eine innere Ruhe. Diese Ruhe zu hegen ist erlaubt. Doch wenn jemand sagt: „Ich ließ mein Auto gründlich
kontrollieren, meinem Auto wird nichts passieren“, dann wird das Vertrauen auf solche Mittel zum kleinen
Schirk.

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8. Das Verlangen / Das Streben nach etwas (‫)ﺍﻟﺮﻏﺒﺔ‬

Das Streben nach etwas kann sowohl „starke Begierde“ und „Wunsch“, als auch „großes Verlangen“
bedeuten. Ein langes und mehrmaliges Bitten bedeutet Raghba-Du’a. Das mehrmalige Verrichten und
Verlängern des Gottesdienstes bedeutet Raghba in der Ibada.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺎﺷِﻌِﲔ‬‫ﺎ ﺧ‬‫ﻮﺍ ﹶﻟﻨ‬‫ﻛﹶﺎﻧ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻫﺒ‬ ‫ﺭ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻏﹶﺒ‬‫ﺎ ﺭ‬‫ﻨ‬‫ﻮﻧ‬‫ﻋ‬‫ﻳﺪ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ﺨﻴ‬
 ‫ﻮﻥﹶ ﻓِﻲ ﺍﻟﹾ‬‫ﺎﺭِﻋ‬‫ﻳﺴ‬ ‫ﻮﺍ‬‫ ﻛﹶﺎﻧ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ِﺇﻧ‬
„Sie wetteiferten in guten Taten, und riefen Uns im Verlangen und in Ehrfurcht an,
und waren demütig vor Uns.“ (Sura al-Anbiyaa, Aya 90)

Allah (‫ )
  و‬oft zu bitten, und Ihn oft anzubeten, ist Tauhid. Jemand, der von den Jinn, den Toten oder
anderen leblosen Wesen oft bittet und sie mehrmals anruft, hätte zu ihnen Raghba ausgeübt und großen
Schirk begangen. Dabei ist es ist unwesentlich, ob die erflehte Sache etwas ist, das in der Macht Allahs liegt
oder ob auch die Menschen dazu imstande wären es zu tun.

Von den Menschen etwas beharrend zu bitten, zu der sie auch imstande sind, und zu ihnen so Raghba
auszuüben, und in dieser Sache nur ihnen zu vertrauen, ist kleiner Schirk. Wenn jedoch die ganze Hoffnung
nicht in ihnen gesetzt wird, mindert diese Tat nur den Tauhid.

Der Gesandte Allahs ( ‫ )  ا    و‬sagte: „Aus meiner Gemeinde werden 70.000 Leute ohne
Rechenschaft ins Paradies eintreten. Das sind jene, die keine Ruqya machen, nicht an das Unglück
glauben, kein Key praktizieren (Brandmarkung) und nur allein Allah vertrauen.“ (Bukhari, Muslim)

9. Die Ehrfurcht (‫)ﺍﻟﺮﻫﺒﺔ‬

Rahba ist eine starke und fortwährende Furcht. Da ein Mönch lange Zeit in starker Angst lebte, wurde ihm
der Name Rahib gegeben. Der Unterschied zwischen Erfurcht und Furcht ist die Zeitspanne. Wenn die Angst
im Herzen lange andauert, bekommt es den Namen Rahba.

Ein weiterer Unterschied ist, dass die Angst selbst einen möglichen Schaden erwartet. Der erwartende
Schaden kann eintreffen, muss aber nicht. Wenn jemand sich in Angst befindet und die Nachricht bekommt,
dass der Schaden nicht eintreffen wird, fühlt er sich sicher und die Angst verschwindet von ihm.

Erfurcht jedoch ist die Furcht vor einem Schaden, der gewiss eintreffen wird. Die Furcht dauert solange an,
bis der Schaden eintrifft. Deshalb bezeichnet man eine Person, die die Todesstrafe erwartet, als Rahib. Denn
er fürchtet sich solange vor diesem erwarteten Schaden, bis er hingerichtet wird.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
ِ‫ﻮﻥ‬‫ﺒ‬‫ﻫ‬‫ ﻓﹶﺎﺭ‬‫ﺎﻱ‬‫ﺇِﻳ‬‫ﻭ‬
„Vor mir allein sollt ihr Ehrfurcht haben.“ (Sura al-Baqara, Aya 40)

Erfurcht vor Allah (‫ )


  و‬bedeutet Ihn solange zu fürchten bis man stirbt, und dies ist eine Form der
Ibada. Deshalb ist die Furcht vor einem Toten oder irgendeinem Geschöpf in einer Sache, die nur in Allahs
Macht steht, in der Überzeugung, dass diese mit Bestimmtheit einem Schaden zufügen können,
gleichbedeutend mit der Rahba zu ihnen und dies ist großer Schirk. Hierzu gehört auch die fortwährende
Furcht vor Toten.

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10. Die Demut (‫)ﺍﳋﺸﻮﻉ‬

Demut bedeutet die Ruhe und Gewissheit im Herzen, in den Gliedmaßen, in der Stimme, in den Blicken und
im Gang.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎﺷِﻌِﲔ‬‫ﺎ ﺧ‬‫ﻮﺍ ﹶﻟﻨ‬‫ﻛﹶﺎﻧ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻫﺒ‬ ‫ﺭ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻏﹶﺒ‬‫ﺎ ﺭ‬‫ﻨ‬‫ﻮﻧ‬‫ﻋ‬‫ﻳﺪ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ﺨﻴ‬


 ‫ﻮﻥﹶ ﻓِﻲ ﺍﻟﹾ‬‫ﺎﺭِﻋ‬‫ﻳﺴ‬ ‫ﻮﺍ‬‫ ﻛﹶﺎﻧ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ِﺇﻧ‬
„Sie wetteiferten in guten Taten, und riefen Uns im Verlangen und in Ehrfurcht an,
und waren demütig vor Uns.“ (Sura al-Anbiyaa, Aya 90)

Wer das Gebet verrichtet, sollte in seiner Stellung und in seinen Bewegungen demütig sein. D.h. er sollte
zum Gebet ruhig und gelassen gehen, und wenn er dann im Gebet in ruhiger und sicherer Stellung steht,
sollte er seinen Haupt beugen und sich nur auf den Punkt konzentrieren, wo er sich niederwerfen wird. Auf
diese Weise hätte er während des Gebets die Ibada der Demut verrichtet.

Sollte sich jemand bewegungslos vor einem Grab oder vor eine Person aus Respekt so hinstellen, wie im
Gebet vor Allah (‫)
  و‬, so hätte er zu diesen die Ibada der Demut gezeigt, auch wenn er von ihnen
nichts verlangt. So zu handeln ist großer Schirk.

Sei es mit dem Herzen oder den Gliedmaßen, wer sich zu einem Grab bewusst ruhig und langsam begibt, so
hätte er diesem Grab gegenüber Demut gezeigt, wie vor Allah ( ‫)
  و‬, und somit großen Schirk
begangen. Denn der wahre Platz der Demut ist das Herz, und das Gemüt des Herzens reicht bis zu den
Gliedmaßen.

11. Die Furcht vor einer bestimmten Person (‫)ﺍﳋﺸﻴﺔ‬

Die Furcht entsteht aufgrund der Erwartung eines Schadens, die jemand einem zufügen könnte. Khaschya
jedoch ist nicht die Furcht vor dem Schaden einer Person, sondern vor der Person selbst.

z.ß: wenn jemand dich töten möchte und du dich deswegen fürchtest, so ist das Furcht. Doch wenn du dich
nicht vor seinem Tun fürchtest, sondern vor seiner Person selbst, dann ist das Khaschya.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
ِ‫ﺎﺏ‬‫ﻮﺀَ ﺍﳊِﺴ‬‫ﺎﻓﹸﻮﻥﹶ ﺳ‬‫ﺨ‬‫ﻭﻳ‬ ‫ﻢ‬ ‫ﺑﻬ‬‫ﻥﹶ ﺭ‬‫ﻮ‬‫ﺸ‬‫ﺨ‬‫ﻭﻳ‬ ‫ﻞﹶ‬‫ﻮﺻ‬‫ ﻳ‬... ‫ﻦ‬ ‫ﺍﻟﱠﺬِﻳ‬‫ﻭ‬
„Die ihren Herrn fürchten (Khaschya) und Angst (Khauf) vor einer schweren
Abrechnung haben.“ (Sura ar-Ra’d, Aya 21)

In diesem Vers hat Allah (‫ )


  و‬den Khaschya auf Sich bezogen, den Khauf jedoch auf das Resultat
der Abrechnung.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﻔِﻘﹸﻮﻥﹶ‬‫ﻣﺸ‬ ‫ﻬِﻢ‬‫ﺑ‬‫ﻴﺔِ ﺭ‬‫ﺸ‬‫ ﺧ‬‫ﻦ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ ﻫ‬‫ِﺇﻥﱠ ﺍﻟﱠﺬِﻳﻦ‬
„Gewiss, jene, die erbeben in Furcht vor ihrem Herrn.“ (Sura al-Mu’minuun, Aya 57)

‫ ِﻥ‬‫ﻮ‬‫ﺸ‬‫ﺍﺧ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻫ‬‫ﻮ‬‫ﺸ‬‫ﺗﺨ‬ ‫ﻓﹶﻼﹶ‬


„Fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich.”(Sura al-Ma’ida, Aya 3)

Tauhid ist nur Allah allein aufgrund seiner selbst willen zu fürchten und niemanden sonst. Die Furcht vor
Toten oder leblosen Geschöpfen aufgrund ihrer selbst wegen ist Khaschya, und das ist großer Schirk.

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12. Die Zuwendung (‫)ﺍﻹﻧﺎﺑﺔ‬

Inaba ist die mehrmalige Zuwendung zu einer Sache.


Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻭﻥﹶ‬‫ﺮ‬‫ﻨﺼ‬‫ ﻟﹶﺎ ﺗ‬‫ ﺛﹸﻢ‬‫ﻌﺬﹶﺍﺏ‬ ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﻳﺄﹾﺗِﻴ‬ ‫ﻞِ ﺃﹶﻥ‬‫ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ﻮﺍ ﻟﹶﻪ‬‫ﻠِﻤ‬‫ﹶﺃﺳ‬‫ ﻭ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﺑ‬‫ﻮﺍ ِﺇﻟﹶﻰ ﺭ‬‫ﺃﹶﻧِﻴﺒ‬‫ﻭ‬
„Wendet euch eurem Herrn zu. Ergebt euch Ihm, bevor Seine Strafe über euch
kommt. Denn sonst wird euch nicht geholfen.“ (Sura az-Zumar, Aya 54)
Inaba bedeutet, dass ein Diener bei jeder eintreffenden Plage sich regelmäßig Allah ( ‫ )
  و‬zuwendet.
Dies ist Tauhid. Wer sich bei Plagen regelmäßig zu einem Toten zuwendet hätte großen Schirk begangen.
Der Unterschied zwischen Inaba und Raghba: Raghba bedeutet sich zu Allah ( ‫ )
  و‬oder zu anderen
regelmäßig zu wenden um geliebte oder verlangte Sachen zu erlangen. Inaba jedoch ist es sich zu Allah
(‫ )
  و‬oder zu anderen regelmäßig zu wenden um sich vor stattgefundenen Schaden oder Plagen zu
befreien.
Die Inaba ist umfangreicher als die Tauba. Tauba bedeutet, eine begangene Tat zu bereuen und es
abzuschwören um nicht wieder zu ihr zurückzukehren. Dass ein Unterschied zwischen Inaba und Tauba
existiert, beweist der folgende Vers:
‫ﺎﺏ‬‫ﺃﹶﻧ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﺍﻛِﻌ‬‫ ﺭ‬‫ﺮ‬‫ﺧ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ﺑ‬‫ ﺭ‬‫ ﹶﻔﺮ‬‫ﻐ‬‫ﺳﺘ‬ ‫ﻓﹶﺎ‬
„Da bat er (Dawud) seinen Herrn um Vergebung und fiel in Verbeugung nieder und
wandte sich Ihm reuig zu.“ (Sura Sad, Aya 24)

13. Das Bitten um Hilfe (‫)ﺍﻻﺳﺘﻌﺎﻧﺔ‬

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﻌِﲔ‬‫ﺘ‬‫ﻧﺴ‬ ‫ﺎﻙ‬‫ ﻭﺇِﻳ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻌ‬‫ ﻧ‬‫ﺎﻙ‬‫ِﺇﻳ‬
„Nur Dir allein dienen wir, und nur Dich allein bitten wir um Hilfe.“ (Sura al-Fatiha,
Aya 4)
D.h. wir dienen nur Dir, indem wir uns von allen Arten des Schirks fernhalten und uns davor reinigen. In
jeder Angelegenheit bitten wir nur Dich um Hilfe. Denn der einzig wahre Inhaber der Macht bist Du.
Ibn Abbas überliefert, dass der Gesandte Allahs (  ‫ ) ا  و‬sagte: „Wenn du Hilfe benötigst, so bitte
nur Allah um Hilfe.“ (Tirmidhi / hassan-sahih)
Diesem Hadith zufolge, darf man nur Allah (‫ )
  و‬um Hilfe bitten und in jeder Angelegenheit nur Ihm
vertrauen. Wer bei anderen in einer Sache Hilfe sucht, die nur in der Macht Allahs liegt, wäre ein Muschrik.

14. Die Suche nach Zuflucht (‫)ﺍﻻﺳﺘﻌﺎﺫﺓ‬

Isti’adha ist die Flucht vor etwas, wovor man Angst hat und die gleichzeitige Zuwendung zu jemanden, der
uns von dieser Angst befreien könnte.
Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺱ‬
ِ ‫ﺎ‬‫ﻣﻠِﻚِ ﺍﻟﻨ‬ ِ‫ﺎﺱ‬‫ ﺍﻟﻨ‬‫ﺏ‬‫ﻮﺫﹸ ﺑِﺮ‬‫ﻗﹸﻞﹾ ﹶﺃﻋ‬
„Sprich: ‚Ich nehme Zuflucht beim Herrn der Menschen, dem König der
Menschen’.“ (Sura an-Nas, Aya 1-2)

ِ‫ ﺍﻟﹾ ﹶﻔﻠﹶﻖ‬‫ﺏ‬‫ﻮﺫﹸ ﺑِﺮ‬‫ﻗﹸﻞﹾ ﹶﺃﻋ‬


„Sprich: ‚Ich nehme Zuflucht beim Herrn der Morgendämmerung.’“ (Sura al-Falaq,
Aya 1)

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15. Das Bitten um Beistand (‫)ﺍﻻﺳﺘﻐﺎﺛﺔ‬

Istighaatha ist das Verlangen um Hilfe, damit die Sorge und die Bedrängnis behebt werden .

Allah (‫ )
  و‬sagt:

„Als ihr euren Herrn um Beistand gerufen habt, da hat Er euch geantwortet: „Ich
werde euch mit nacheinander tausend Engeln helfen.“ (Sura al-Anfal, Aya 9)

Die Worte Istighaatha, Isti’ana und Isti’adha haben eine gleiche Bedeutung, nämlich zu helfen und die Sorge
zu beheben.

Der Unterschied hängt vom Ort und Zeit ab. Den Hilferuf für die Befreiung von etwas Schlechtem oder einer
erfahrenen Plage nennt man Istighaatha. Wie der eines Ertrinkenden...

Das Bitten um Hilfe gegen eine Plage oder etwas Schlechtes, das noch nicht eingetroffen ist, aber dazu es
noch kommen könnte, nennt man Isti’adha.

In normalen Situationen Hilfe zu erwarten, in der man weder eine Plage oder Schlechtes erfahren hat noch
erwartet, nennt man Isti’ana.

Ein Diener, der bei der Isti’ana, Istighatha und Isti’adha allein nur Allah ( ‫ )
  و‬anruft, hätte Ihm auf
diese Weise den Tauhid ausgesprochen. Sollte er aber in einer Sache, die nur in Allahs Macht steht, zu
irgendwelchen Geschöpfen diese Arten der Ibada widmen, hätte er großen Schirk begangen, wie der Hilferuf
zu einem Geschöpf, damit es die Dürre beseitigt...

Werden jedoch diese Arten der Hilfegesuche bei einem Menschen gemacht in einer Sache, zu der dieser
fähig ist, und dabei die Hoffnung auf ihn gesetzt wird, so wäre dies ein kleiner Schirk.

Wie z.ß: wenn jemand in eine Plage fällt und für deren Beseitigung er einen Herrscher um Hilfe bittet, und
sich sicher wähnt dass dieser ihm helfen kann, d.h. ihm dabei vollkommen vertraut, so hätte er kleinen
Schirk begangen.

Hierzu gehört auch dass ein Ertrinkender die Menschen zu Hilfe ruft und bezüglich seiner Rettung nur ihnen
vertraut. Das Zeichen für das vollkommene Vertrauen an die Geschöpfe ist die Gewissheit seiner Rettung
durch sie.

Jedoch ist es erlaubt, dass ein Diener von Geschöpfen etwas verlangt, was auch in ihren Kräften liegt, aber
bezüglich seines Resultats nicht ihnen, sondern Allah (‫ )
  و‬vertraut.

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16. Das Opfern (‫)ﺍﻟﺬﺑﺢ‬

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻠِﻤِﲔ‬‫ﺴ‬‫ﻝﹸ ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﺎﹾ ﺃﹶﻭ‬‫ﹶﺃﻧ‬‫ ﻭ‬‫ﺕ‬‫ ﹸﺃﻣِﺮ‬‫ﺑِ ﹶﺬِﻟﻚ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ ﻟﹶ‬‫ﺮِﻳﻚ‬‫ ﻻﹶ ﺷ‬‫ﺎﹶﻟﻤِﲔ‬‫ ﺍﻟﹾﻌ‬‫ﺭﺏ‬ ‫ﺎﺗِﻲ ﻟِﻠﹼ ِﻪ‬‫ﻤ‬‫ﻣ‬‫ ﻭ‬‫ﺎﻱ‬‫ﻴ‬‫ﺤ‬‫ﻭﻣ‬ ‫ﻜِﻲ‬‫ﺴ‬‫ﻧ‬‫ﺻﻼﹶﺗِﻲ ﻭ‬
 ‫ﻗﹸﻞﹾ ﺇِﻥﱠ‬
„Sprich: „Mein Gebet, mein Schlachtopfer, mein Leben und mein Tod gehören
Allah, dem Herrn der Welten. Er hat keinen Teilhaber. Als Erster der Muslime
wurde mir hiermit befohlen.“ (Sura al-An’aam, Aya 162-163)

Allah (‫ )
  و‬gebietet Seinem Gesandten ( ‫) ا  و‬: „O Muhammad sprich: Ihr Kafiruun, die
ihr anderen außer Allah (‫ )
  و‬dient und anderen eure Opfergabe darbringt! Ich diene nur Allah
(‫ )
  و‬und nur für Ihn opfere ich ein Tier. Mein ganzes Leben und mein Tod ist für Allah
(‫ )
  و‬bestimmt, dem Herrn der Welten. Er hat keinen Teilhaber. Mir wurde befohlen so zu
handeln und euch dies zu sagen.“

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺮ‬‫ﺤ‬‫ﺍﻧ‬‫ ﻭ‬‫ﻚ‬‫ﺑ‬‫ﻞﱢ ِﻟﺮ‬‫ﹶﻓﺼ‬
„So bete zu deinem Herrn und opfere für Ihn.“ (Sura al-Kauthar, Aya 2)

D.h. verrichte zu Allah (‫ )


  و‬das Pflichtgebet und schlachte für Ihn ein Opfertier, mit dem Ziel Sein
Wohlgefallen zu erlangen.

In diesen Versen erwähnt Allah (‫ )


  و‬das Gebet gemeinsam mit der Opferschlachtung. Der Grund
dafür ist, dass das Pflichtgebet eines der gesegnetsten körperlichen und die Opferschlachtung der materiellen
Gottesdienste ist. Für das Letztgenannte gibt es zwei Gründe:

a) Die Einhaltung der Gehorsamkeit gegenüber Allah (‫)


  و‬

b) Die eigene Überwindung ein lebendiges Wesen zu töten, nur um das Wohlgefallen Allahs wegen

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Allah verdammt denjenigen, der für andere außer Ihm ein
Opfer darbringt.“ (Muslim)

Verdammen: Jemanden von Allahs Barmherzigkeit entfernen

Dieser Hadith zeigt, dass die Opferschlachtung eine Ibada ist. Denn Allah (‫ )
  و‬verdammt all jene,
die für andere außer Ihm eine Opfergabe darbringen.

Die Opferschlachtung für Allah (‫ )


  و‬geschieht mit der Absicht Ihn zu verherrlichen und sich Ihm zu
nähern - und dies ist Tauhid.

Sollte die Opferschlachtung für eine Sache, Person oder etwas Leblosem stattfinden um sie zu verherrlichen
oder sich dadurch ihnen oder Allah (‫ )
  و‬zu nähern, so ist das großer Schirk, der den Tauhid zerstört.

Die Absicht bei der Opferschlachtung ist es, durch sie weltlichen und jenseitigen Nutzen zu erhalten, sowie
einen Schaden zu beheben oder zu verhindern. Dies wäre eine geistige Annäherung zu dem Gegenstand für
das man opfert. Ihre Verherrlichung durch die Opferschlachtung findet durch den Respekt und der
Hochachtung vor diese Geschöpfe statt.

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Das Opfern für andere außer Allah (‫ )
  و‬geschieht auf die folgenden Weisen:

a) Das Opfern für die Jinn, um sich vor ihrer Bosheit zu schützen oder von ihnen Hilfe zu verlangen. z.ß:
damit sie einen belegten Zauber beheben oder „Böse Blicke“ abwenden.

b) Das Opfern an einem bestimmten Ort (z.ß: vor dem Eingang eines Hauses), um den Besitz vor der Bosheit
der Jinn, vor Neid oder vor Bösen Blicken zu schützen.

c) Das Opfern für Allah (‫ )


  و‬mit der Absicht Tote oder rechtschaffene Personen zu verherrlichen,
ihnen Respekt zu erweisen, von ihnen in dieser Welt und im Jenseits Nutzen zu erhalten oder sie als
Vermittler zwischen sich und Allah (‫ )
  و‬zu nehmen. (Das Opfern für Allah (‫ )
  و‬um das
Fleisch zu verteilen, damit der Gotteslohn den Toten überreicht wird, ist jedoch erlaubt. In diesem Fall findet
das Opfern für Allah (‫ )
  و‬statt, nicht für die Toten.)

d) Das Opfern um Richter, Führer oder Regenten zu verherrlichen, damit sie einem dabei helfen an Reichtum
zu gelangen oder einen höheren Status zu erlangen.

e) Das Opfern vor einem Führer, Sultan oder Regenten um sie damit zu verherrlichen, wenn sie von einem
Flugzeug aussteigen oder durch die Tür eintreten. (Wer aus Respekt vor ihnen schlachtet und auf das Fleisch
kein Wert legt, hätte ihnen auf diese Weise gedient. Doch wenn das Fleisch an einem anderen Ort
geschlachtet wurde mit der Absicht sie zu bewirten, so ist das erlaubt. Der verschwenderische Umgang mit
dem Fleisch ist jedoch verboten.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wer an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt, soll seinen
Gast bewirten.“ (Bukhari, Muslim)

f) Das Opferschlachten in Namen anderer statt Allah (‫)


  و‬, z.ß: im Namen des Volkes, des Königs,
der Gemeinde, im Namen Jesu u.s.w.

Auch ist es nicht gestattet bei der Schlachtung zuerst den Namen Allahs und anschließend einen anderen
Namen zu erwähnen.

Zusammenfassend können wir zu diesem Thema folgendes sagen: In der Opferschlachtung existiert kein
kleiner Schirk. Die Opferschlachtung ist eine Ibada, wenn es zu anderen außer Allah (‫ )
  و‬verrichtet
wird, ist es unter allen Umständen großer Schirk.

Das Schlachten eines Tieres ist in den unten angeführten Situationen gestattet. Denn es wird im Namen
Allahs und zudem für eine erlaubte Sache geschlachtet.

a) Um Gäste zu bewirten
b) Um die Kinder zu ernähren
c) Um es den Eltern und Verwandten zu schenken
d) Für das Opferfest, Aqiqa oder um ein Gelöbnis einzulösen
e) Während der Wahlfahrt zur Kaaba
f) Als Buße für eine im Hajj begangene Sünde
g) Um Handel zu treiben
h) Um ein verletztes Tier nicht verenden zu lassen

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17. Das Gelübde (‫)ﺍﻟﻨﺬﺭ‬

Nadhr bedeutet wörtlich: Die Selbstverpflichtung etwas zu tun, das eigentlich keine Pflicht ist

Im Islam trägt es die Bedeutung: Die freiwillige Aufbürdung einer Aufgabe für ein bestimmtes Wesen, um
diesen zu verehren und sich ihm dadurch zu nähern

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺍ‬‫ﻄِﲑ‬‫ﺴﺘ‬
 ‫ ﻣ‬‫ﻩ‬‫ﺮ‬‫ﺎ ﻛﹶﺎﻥﹶ ﺷ‬‫ﻣ‬‫ﻳﻮ‬ ‫ﺎﻓﹸﻮﻥﹶ‬‫ﺨ‬‫ﻭﻳ‬ ‫ﺬﹾ ِﺭ‬‫ﻮﻓﹸﻮﻥﹶ ﺑِﺎﻟﻨ‬‫ﻳ‬
„Sie erfüllen ihre Gelübde und fürchten einen Tag, dessen Unheil sich weit
ausbreitet.“ (Sura al-Insan, Aya 7)

Für einige Gelehrte ist es verpönt für Allah (‫ )


  و‬ein Gelöbnis abzugeben. Andere Gelehrte
wiederum betrachten es als Verboten und bringen den folgenden Hadith als Beweis vor:

Der Gesandte Allahs sagte: „Das Gelöbnis bringt keinen Nutzen. Mit ihr kann man nur von dem Besitz
eines Geizigen etwas nehmen.“ (Bukhari, Muslim)

Doch für alle Gelehrten gilt: Wenn eine nichtverbotene Sache gelobt wird, so ist dessen Erfüllung für ihn
Pflicht

Es ist großer Schirk wenn man für etwas anderes ein Gelübde abgibt. Dies geschieht aufgrund der starken
Liebe im Herzen und des Respekts, dass man ihnen gegenüber empfindet und weil man sich selbst dadurch
Gutes von ihnen erhofft, wie die Worte „Wenn Allah meinen Sohn heilt, dann werde ich vor dem Grab des
Soundso ein Opfer darbringen oder Soundso viel Geld spenden“ oder „Wenn die Operation erfolgreich
verläuft, oder ich von meiner Krankheit geheilt werde, dann reiche ich dem Grab eines Shaikhs Soundso
viele Waren“ oder „Wenn ich das finde, was ich verloren habe, werde ich dem Grab von dem und dem
„Gottesfreund“ etwas entrichten.“...

Die hier vorgeführten Beispiele beinhalten alle den großen Schirk. Um in dieser Sache das Urteil des großen
Schirk zu fällen, betrachtet man nicht ihren Glauben, sondern ihre Worte und Taten.

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Die Kenntnis des islamischen Din
anhand von Beweisen
Das bedeutet, dass wir die Beweise für unsere Werke aus dem Qur’an und der Sunna suchen und
dementsprechend handeln, und uns vor Erneuerungen, Aberglauben, blinder Nachahmung, sowie uns vor
Gedanken, Aussagen und Handlungen, die zu einem Muslim nicht passen, hüten. Wer das nicht tut, läuft mit
großer Wahrscheinlichkeit Gefahr zu jeder Zeit in den Sumpf des Kufr und Schirk zu fallen.

Der islamische Din besteht aus der Unterwerfung in die Einzigkeit Allahs, der Gehorsamkeit Ihm gegenüber
und die Abkehr vom Schirk und dessen Anhängern.

1. Die Unterwerfung in die Einzigkeit Allahs (‫ﺑﺎﻟﺘﻮﺣﻴﺪ‬ ‫)ﺍﻻﺳﺘﺴﻼﻡ ﷲ‬


D.h. die Vereinung Allahs hinsichtlich Seiner Göttlichkeit (Uluuhiyyah), Seiner Herrschaft (Rubuubiyyah)
und Seiner Namen und Eigenschaften. Dies erfordert, dass man die Namen und Eigenschaften, die Allah
(‫ )
  و‬gebühren, nur Ihm zuspricht und alle Arten der Ibada zu Ihm verrichtet. Auf diese Weise wird
Allah (‫ )
  و‬als einziger Herr akzeptiert.

2. Die Gehorsamkeit gegenüber Allah (‫ﺑﺎﻟﻄﺎﻋﺔ‬ ‫)ﻭﺍﻻﻧﻘﻴﺎﺩ ﻟﻪ‬


Nur um das Wohlgefallen Allahs wegen, Seine Befehle zu befolgen und Seine Verbote zu meiden.

3. Die Abkehr vom Schirk und dessen Anhängern (‫ﻭﺃﻫﻠﻪ‬ ‫)ﻭﺍﻟﱪﺍﺀﺓ ﻣﻦ ﺍﻟﺸﺮﻙ‬
Im Imaan und in den Handlungen muss man gegen den Schirk und dessen Anhängern Feindschaft zeigen,
gegen sie Groll hegen und sich von ihnen distanzieren.

Damit ein Mensch Muslim werden kann, muss er sich sowohl vom Schirk selbst als auch vor den Gedanken,
Taten, Gewohnheiten und der Nachahmung der Muschrikin hüten, zudem sie weder lieben noch mit ihnen
enge Freundschaften schließen.

Die Abkehr vom Schirk und dessen Anhängern teilt sich in zwei Kategorien auf:

a) Die Abkehr von der Handlung

Für jeden einzelnen Muslim ist es Pflicht sich vor Kufr- und Schirk-Handlungen abzukehren.

b) Die Abkehr von den Handelnden

Dies ist die Distanzierung von den Kafiruun und Muschrikuun. D.h. Die Laizisten, Faschisten und andere
Muschrikuun dürfen weder geliebt werden noch darf man mit ihnen enge Freundschaften schließen. Man
muss ihnen Feindschaft zeigen, sich vor ihren Taten fernhalten, gegen sie Groll hegen und daran glauben,
dass sie nicht zur islamischen Gemeinschaft gehören.

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Die Abkehr vom Schirk und dessen Anhängern erfolgt auf folgende Weise:

a) Die Abkehr mit den Herzen (‫ﺍﻟﻘﻠﺒﻴﺔ‬ ‫)ﺍﻟﱪﺍﺀﺓ‬


Davon kann erst dann die Rede sein, wenn man im Herzen gegen den Schirk und den Muschrikuun, wie die
Juden, Christen, Hindus, Kommunisten, Säkularisten und Parlamente, Groll hegt, sie nicht liebt und ihre
Nichtexistenz wünscht. Dies ist für jeden einzelnen Muslim Pflicht und kann zu keiner Zeit hinfällig werden.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wer Laa ilaaha illallah sagt und alles ablehnt, was neben
Allah angebetet wird, dessen Eigentum und Leben ist unter Schutz. Seine Rechenschaft liegt dann bei
Allah.“ (Muslim)

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺔﹰ ﻓِﻲ‬‫ﺎﻗِﻴ‬‫ ﹰﺔ ﺑ‬‫ﺎ ﻛﹶﻠِﻤ‬‫ﻠﹶﻬ‬‫ﺟﻌ‬ ‫ﺪِﻳ ِﻦ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﻴ‬‫ ﺳ‬‫ﻪ‬‫ﻧِﻲ ﻓﹶﺈِﻧ‬‫ﻭﻥﹶ ﺇِﻟﱠﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﻓﹶﻄﹶﺮ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻌ‬‫ﺎ ﺗ‬‫ﻤ‬‫ﺍﺀ ﻣ‬‫ﺑﺮ‬ ‫ﻧﻨِﻲ‬ِ‫ﻣِ ِﻪ ﺇ‬‫ﻗﹶﻮ‬‫ ِﻟﺄﹶﺑِﻴﻪِ ﻭ‬‫ﺍﻫِﻴﻢ‬‫ﺮ‬‫ﻭﺇِﺫﹾ ﻗﹶﺎﻝﹶ ِﺇﺑ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﺟِﻌ‬‫ﺮ‬‫ ﻳ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﻠﱠ‬‫ ِﻘﺒِ ِﻪ ﹶﻟﻌ‬‫ﻋ‬
„Ibrahim sagte zu seinem Vater und seinem Volk: ‚Gewiss bin ich fern von dem,
dem ihr dient. Außer Demjenigen, Der mich erschuf. Er wird mich gewiss recht
leiten.’ So machte (Ibrahim) es zu einem bleibenden Wort unter seinen
Nachkommen, auf dass sie (verstehen und) umkehren mögen.“ (Sura az-Zukhruuf,
Aya 26-28)

b) Die Abkehr mit Worten (‫ﺍﻟﻠﺴﺎﻥ‬ ‫)ﺑﺮﺍﺀﺓ‬


Das bedeutet mit der Zunge kund zu geben, dass man vom Schirk und dessen Anhängern fern ist, dass ihr
Din auf Falschheit basiert und sie deshalb Kafiruun und Muschrikuun sind. Der Beweis dafür ist der
folgende Vers:
‫ﻭﻥﹶ‬‫ﺪ‬‫ﺒ‬‫ﺗﻌ‬ ‫ﺎ‬‫ ﻣ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻭﻥﹶ ﻟﹶﺎ ﺃﹶﻋ‬‫ﺎ ﺍﻟﹾﻜﹶﺎﻓِﺮ‬‫ﻬ‬‫ﺎ ﹶﺃﻳ‬‫ﹸﻗﻞﹾ ﻳ‬
„Sprich: O ihr Kafiruun! Ich diene nicht dem, dem ihr dient.“ (Sura al-Kafiruun,
Aya 1-2)

Der Begriff „Sprich“ bedeutet „sag es mit deiner Zunge“

Ferner heißt es im Qur’an:

‫ﺔﹰ ﻓِﻲ‬‫ﺎﻗِﻴ‬‫ ﹰﺔ ﺑ‬‫ﺎ ﻛﹶﻠِﻤ‬‫ﻠﹶﻬ‬‫ﺟﻌ‬ ‫ﺪِﻳ ِﻦ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﻴ‬‫ ﺳ‬‫ﻪ‬‫ﻧِﻲ ﻓﹶﺈِﻧ‬‫ﻭﻥﹶ ﺇِﻟﱠﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﻓﹶﻄﹶﺮ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻌ‬‫ﺎ ﺗ‬‫ﻤ‬‫ﺍﺀ ﻣ‬‫ﺑﺮ‬ ‫ﻧﻨِﻲ‬ِ‫ﻣِ ِﻪ ﺇ‬‫ﻗﹶﻮ‬‫ ِﻟﺄﹶﺑِﻴﻪِ ﻭ‬‫ﺍﻫِﻴﻢ‬‫ﺮ‬‫ﻭﺇِﺫﹾ ﻗﹶﺎﻝﹶ ِﺇﺑ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﺟِﻌ‬‫ﺮ‬‫ ﻳ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﻠﱠ‬‫ ِﻘﺒِ ِﻪ ﹶﻟﻌ‬‫ﻋ‬
„Ibrahim sagte zu seinem Vater und seinem Volk: ‚Gewiss bin ich fern von dem,
dem ihr dient. Außer Demjenigen, Der mich erschuf. Er wird mich gewiss recht
leiten.’ So machte (Ibrahim) es zu einem bleibenden Wort unter seinen
Nachkommen, auf dass sie (verstehen und) umkehren mögen.“ (Sura az-Zukhruuf,
Aya 26-28)

Die Worte „Ibrahim sagte“ bedeuten: „Er sagte mit seiner Zunge, dass er von ihren Adyaan fern ist“

Die unterste Stufe dieser Angelegenheit ist es Worte zu benutzen, die besagen, dass die Muschrikuun sich
nicht auf dem rechten Weg befinden, dass man sie und ihren Din nicht akzeptiert, nicht liebt und ihnen
widerspricht.

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c) Die Abkehr mit dem Körper (‫ﺍﳉﻮﺍﺭﺡ‬ ‫)ﺑﺮﺍﺀﺓ‬
Das bedeutet gegen den Schirk und dessen Anhängern mit dem Körper vorzugehen, also ihre Angebeteten zu
vernichten.

Die Beweise hierzu sind:

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺼِﲑ‬‫ ﺍﻟﹾﻤ‬‫ِﺑﺌﹾﺲ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻬﻨ‬ ‫ ﺟ‬‫ﻫﻢ‬ ‫ﺍ‬‫ﺄﹾﻭ‬‫ﻣ‬‫ ﻭ‬‫ﻬِﻢ‬‫ﻠﹶﻴ‬‫ﺍﻏﹾﻠﹸﻆﹾ ﻋ‬‫ ﻭ‬‫ﺎﻓِﻘِﲔ‬‫ﻨ‬‫ﺍﻟﹾﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﺎﻫِﺪِ ﺍﻟﹾﻜﹸﻔﱠﺎﺭ‬‫ ﺟ‬‫ﺒِﻲ‬‫ﺎ ﺍﻟﻨ‬‫ﻬ‬‫ﺎ ﺃﹶﻳ‬‫ﻳ‬
„O Prophet! Führe den Jihad gegen die Kuffar und die Heuchler und sei streng mit
ihnen. Ihr Aufenthalt ist die Hölle, und schlimm ist der Ausgang!“ (Sura at-Tauba,
Aya 73)

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wer etwas schlechtes sieht, soll es mit seiner Hand ändern.“
(Muslim)

Die Abkehr mit dem Körper wird für den Muslim in dem Maße seiner Kraft zur Pflicht. Er ist nicht dazu
verpflichtet, wenn er nicht die körperliche Kraft dazu hat.

Der Rechtsspruch über das Beisammensein mit den Muschrikuun:

a) Das Beisammensein mit den Muschrikuun aufgrund der Liebe zu ihnen und zu ihren Adyaan. Dies
widerspricht der Abkehr von ihnen und ist deshalb Kufr

Jarir bin Abdillah berichtete, dass der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Ich bin fern von dem
Muslim, der mit den Muschrikuun zusammensitzt.“ Die Gefährten fragten: „Warum o Gesandter Allahs!“
Er antwortete: „Denn das Feuer, was ein Muslim anzündet und das Feuer, was ein Kafir anzündet, sollten
sich nicht gegenseitig sehen.“ (Abu Dawud)

b) Das Beisammensein mit den Muschrikuun um sie zu unterstützen, ihnen zu helfen, sich ihnen zu binden
oder aus Gefallen an ihnen

Auch diese Taten führen zum Abfall aus dem Islam. Denn es wird mit den Muschrikuun enge Freundschaft
geschlossen. Wer mit ihnen enge Freundschaft schließt, bekommt auch das gleiche Urteil wie sie.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ ﺇِﻥ‬‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻪ ِﻣﻨ‬ ‫ﻢ ﻓﹶﺈِﻧ‬ ‫ﻨﻜﹸ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ﱠﻟﻬ‬‫ﻮ‬‫ﻳﺘ‬ ‫ﻦ‬‫ﻣ‬‫ﻌﺾٍ ﻭ‬ ‫ﺎﺀ ﺑ‬‫ﻭﻟِﻴ‬ ‫ ﺃﹶ‬‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻌﻀ‬ ‫ﺎﺀ ﺑ‬‫ﻟِﻴ‬‫ﻯ ﹶﺃﻭ‬‫ﺎﺭ‬‫ﺼ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ ﻭ‬‫ﻮﺩ‬‫ﻬ‬‫ﺨِﺬﹸﻭﺍﹾ ﺍﻟﹾﻴ‬‫ﺘ‬‫ﻮﹾﺍ ﻻﹶ ﺗ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻳﻬ‬‫ﺎ ﺃﹶ‬‫ﻳ‬
‫ ﺍﻟﻈﱠﺎﻟِﻤِﲔ‬‫ﻡ‬‫ﺪِﻱ ﺍﻟﹾ ﹶﻘﻮ‬‫ﻬ‬‫ﻪ ﻻﹶ ﻳ‬ ‫ﺍﻟ ﹼﻠ‬
„O die ihr den Imaan verwirklicht! Nehmt nicht die Juden und die Christen zu
engen Freunden! Sie sind die engen Freunde voneinander. Wer von euch sie zu
engen Freunden nimmt, der gehört zu ihnen. Gewiss, Allah leitet das ungerechte
Volk nicht recht.“ (Sura al-Ma’ida, Aya 51)

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‫ﻦ‬‫ﺎﺀﻛﹸﻢ ﻣ‬‫ﺎ ﺟ‬‫ﻭﺍ ِﺑﻤ‬‫ ﻛﹶﻔﹶﺮ‬‫ﻗﹶﺪ‬‫ ِﺓ ﻭ‬‫ﺩ‬‫ﻮ‬‫ﻬِﻢ ﺑِﺎﻟﹾﻤ‬‫ ﹾﻠﻘﹸﻮﻥﹶ ﺇِﹶﻟﻴ‬‫ﺎﺀ ﺗ‬‫ﻟِﻴ‬‫ﻢ ﹶﺃﻭ‬ ‫ﻛﹸ‬‫ﻭ‬‫ﺪ‬‫ﻋ‬‫ﻱ ﻭ‬‫ﻭ‬‫ﺪ‬‫ﺨﺬﹸﻭﺍ ﻋ‬
ِ ‫ﺘ‬‫ﻮﺍ ﻟﹶﺎ ﺗ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻳﻬ‬‫ﺎ ﺃﹶ‬‫ﻳ‬
‫ﺎﺗِﻲ‬‫ﺿ‬‫ﻣﺮ‬ ‫ﺎﺀ‬‫ﺘِﻐ‬‫ﺍﺑ‬‫ﺒِﻴﻠِﻲ ﻭ‬‫ﺍ ﻓِﻲ ﺳ‬‫ﺎﺩ‬‫ ِﺟﻬ‬‫ﺘﻢ‬‫ﺟ‬‫ﺮ‬‫ﻢ ﺧ‬ ‫ ﺇِﻥ ﻛﹸﻨﺘ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﺭﺑ‬ ‫ﻮﺍ ﺑِﺎﻟﻠﱠ ِﻪ‬‫ﻣِﻨ‬‫ﺗﺆ‬ ‫ ﺃﹶﻥ‬‫ﺎ ﹸﻛﻢ‬‫ﻭﺇِﻳ‬ ‫ﻮﻝﹶ‬‫ﺮﺳ‬ ‫ﻮﻥﹶ ﺍﻟ‬‫ﺨﺮِﺟ‬
 ‫ ﻳ‬‫ﻖ‬‫ﺍﹾﻟﺤ‬
‫ﺴﺒِﻴﻞِ ﺇِﻥ‬
 ‫ﺍﺀ ﺍﻟ‬‫ﻮ‬‫ﻞﱠ ﺳ‬‫ ﺿ‬‫ ﻓﹶ ﹶﻘﺪ‬‫ ﻣِﻨ ﹸﻜﻢ‬‫ ﹾﻠﻪ‬‫ ﹾﻔﻌ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﻣ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻠﹶﻨﺘ‬‫ﺎ ﹶﺃﻋ‬‫ﻣ‬‫ ﻭ‬‫ﻢ‬‫ﺘ‬‫ ﹶﻔﻴ‬‫ﺎ ﺃﹶﺧ‬‫ﻢ ِﺑﻤ‬ ‫ﻠﹶ‬‫ﺎ ﹶﺃﻋ‬‫ﹶﺃﻧ‬‫ ِﺓ ﻭ‬‫ﺩ‬‫ﻮ‬‫ﻬِﻢ ﺑِﺎﹾﻟﻤ‬‫ﻭﻥﹶ ِﺇﻟﹶﻴ‬‫ﺴِﺮ‬‫ﺗ‬
‫ﻜﹸﻢ‬‫ﻨ ﹶﻔﻌ‬‫ﻭﻥﹶ ﻟﹶﻦ ﺗ‬‫ﻜﹾ ﹸﻔﺮ‬‫ ﺗ‬‫ﻭﺍ ﻟﹶﻮ‬‫ﺩ‬‫ﻭ‬‫ﻮﺀِ ﻭ‬‫ﻢ ﺑِﺎﻟﺴ‬‫ﻬ‬‫ﺘ‬‫ﺴﻨ‬
ِ ‫ﺃﹶﻟﹾ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻬ‬‫ ِﺪﻳ‬‫ﻢ ﹶﺃﻳ‬ ‫ﻜﹸ‬‫ﻄﹸﻮﺍ ِﺇﻟﹶﻴ‬‫ﺴ‬‫ﺒ‬‫ﻳ‬‫ﺍﺀ ﻭ‬‫ﺪ‬‫ ﺃﹶﻋ‬‫ﻮﺍ ﹶﻟﻜﹸﻢ‬‫ﻜﹸﻮﻧ‬‫ ﻳ‬‫ ﹾﺜﻘﹶﻔﹸﻮ ﹸﻛﻢ‬‫ﻳ‬
‫ﺼِﲑ‬‫ﻠﹸﻮﻥﹶ ﺑ‬‫ﻌﻤ‬ ‫ﺎ ﺗ‬‫ﻪ ﺑِﻤ‬ ‫ﺍﻟﻠﱠ‬‫ ﻭ‬‫ ﹸﻜﻢ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ﻔﹾﺼِﻞﹸ ﺑ‬‫ﺔِ ﻳ‬‫ﺎﻣ‬‫ ﺍﻟﹾ ِﻘﻴ‬‫ﻡ‬‫ﻳﻮ‬ ‫ ﹸﻛﻢ‬‫ﻟﹶﺎﺩ‬‫ﻟﹶﺎ ﺃﹶﻭ‬‫ ﻭ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﺎﻣ‬‫ﺭﺣ‬ ‫ﺃﹶ‬
„O die ihr den Imaan verwirklicht! Nehmt nicht Meine Feinde und eure Feinde zu
engen Freunden. Ihr bringt ihnen Zuneigung entgegen. Obwohl sie die Wahrheit
leugnen, die zu euch gekommen ist. Sie haben den Gesandten und euch vertrieben,
weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. Wenn ihr zum Kampf für Meine Sache und
im Trachten nach Meiner Zufriedenheit ausgezogen seid, so nehmt sie nicht zu
engen Freunden. Ihr verheimlicht eure Zuneigung zu ihnen. Doch Ich weiß am
besten, was ihr verbergt und was ihr offen legt. Wer von euch Meine und eure
Feinde zu engen Freunden nimmt, der ist wahrlich vom rechten Weg abgeirrt.
Wenn sie die Oberhand über euch gewinnen, sind sie euch Feind. Sie strecken gegen
euch ihre Hände und Zungen zum Bösen aus. Sie wünschen inständig, dass ihr
leugnet. Weder eure Blutsverwandten noch eure Kinder werden euch am Jüngsten
Tag nützen. An diesem Tage wird Er zwischen euch entscheiden. Und Allah sieht
alles, was ihr tut.“ (Sura al-Mumtahina, Aya 1-3)

Solange ein Muslim seinen eigenen Din vollständig leben und ihnen offenkundig sagen kann, dass er gegen
sie und ihren Din Groll hegt, ihnen keine enge Freundschaft zeigt und von ihnen fern ist, ist es für ihn erlaubt
gezwungenermaßen aufgrund seiner Bedürfnisse mit Kuffar und Muschrikuun beisammen zu sein.

Wer zuvor ein Kafir war und danach Muslim wurde, und in seinem Land nicht die Möglichkeit hat seine
Abkehr von ihnen und ihren Din zu bekunden, und gleichzeitig die Kraft und Möglichkeit besitzt in ein
anderes Land, wo er bezüglich seines Imaans in Sicherheit ist, auszuwandern, so ist es für ihn Pflicht dies zu
tun. Die Unterlassung dieser Auswanderung wäre für ihn eine Sünde. Falls keine Möglichkeiten und Mittel
vorhanden sind diesen Ort zu verlassen, so muss er seiner Kraft entsprechend sich von ihnen und von ihren
Adyaan distanzieren, seine engen Beziehungen zu ihnen verringern und sich solange gedulden bis ein
Ausweg sich für ihn eröffnet.

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Die drei Stufen
des islamischen Din

Der Islam, der Imaan und der Ihsan. Jede dieser Stufen stellt für sich eigene Bedingungen.

Erste Stufe
Der Islam
„Islam“ ist aus dem Wort „Unterwerfung“ abgeleitet. Sich zu unterwerfen bedeutet dem Befehl zu gehorchen
und sich zu ergeben.

In der Scharia hat der Begriff Islam zwei Bedeutungen, die Allgemeine und die Spezifische.

1. Wenn Islam gemeinsam mit dem Begriff „Imaan“ erwähnt wird, so ist damit die spezifische Bedeutung
beabsichtigt. Die Bedeutung ist dann folgendermaßen: Mit äußerlichen Taten wie den Tauhid oder das Gebet
sich den Befehlen Allahs zu unterwerfen und sich zu ergeben.

2. Sollte der Begriff Islam gesondert erwähnt werden, so ist damit die allgemeine Bedeutung gemeint. D.h.
Bezüglich des Glaubens und der Handlung sich gänzlich der Scharia Allahs zu unterwerfen und sich zu
ergeben.

Die Bedingungen des Islams:

1. Das Ablegen des Glaubensbekenntnisses


2. Das Verrichten des Pflichtgebets
3. Das Entrichten der Zakah
4. Das Fasten im Monat Ramadan
5. Die Wahlfahrt zur Kaaba

Nun wollen wir diese Bedingungen einzeln erläutern:

Das Ablegen des Glaubensbekenntnisses


„Laa ilaaha illallah Muhammadu r-Rasuluullah“

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻜِﻴﻢ‬‫ ﺍﹾﻟﺤ‬‫ﻌﺰِﻳﺰ‬ ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﻮ‬‫ﻪ ﺇِﻻﱠ ﻫ‬ ‫ﺴﻂِ ﻻﹶ ﺇِﻟﹶ‬


 ِ‫ﺎﹰ ﺑِﺎﻟﹾﻘ‬‫ﻟﹸﻮﺍﹾ ﺍﻟﹾ ِﻌﻠﹾ ِﻢ ﻗﹶﺂﺋِﻤ‬‫ﺃﹸﻭ‬‫ﻼﹶِﺋﻜﹶﺔﹸ ﻭ‬‫ﺍﻟﹾﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﻮ‬‫ﻪ ِﺇﻻﱠ ﻫ‬ ‫ﻪ ﻻﹶ ﺇِﻟﹶ‬ ‫ﻪ ﺃﹶﻧ‬ ‫ﻬِﺪ ﺍﻟ ﹼﻠ‬‫ﺷ‬
„Die Gerechtigkeit aufrechterhaltend bezeugt Allah, dass es keinen
Anbetungswürdigen gibt, außer Ihm. Auch die Engel und die Wissenden bezeugten
dies. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Ihm, dem Mächtigen, den Weisen.“
(Sura Ali Imran, Aya 18)

Allah (‫ )
  و‬bezeugt in diesem Vers Seine eigene Einzigkeit und hält somit die Gerechtigkeit
aufrecht. Das bedeutet: Er besitzt die Kenntnis der Notwendigkeit Seiner Vereinung, Er benachrichtigt Seine
Diener über diese Kenntnis, erläutert es ihnen und befiehlt ihnen dementsprechend zu handeln. Allah
(‫ )
  و‬fällte das Urteil, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt außer Ihm und dass jede Behauptung
der Göttlichkeit der Geschöpfe ungültig ist, sowie dass allein nur Ihm die Eigenschaft der Göttlichkeit
gebührt. Dies erfordert, dass man nur Ihn als Anbetungswürdigen akzeptiert und alle falschen Angebeteten
ablehnt.

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Mit diesem Zeugnis wird die Aufmerksamkeit auf folgende Tatsachen gelenkt: Allah ( ‫ )
  و‬akzeptiert
nur die Ibada, die in einer aufrichtigen Art und Weise zu Ihm verrichtet werden und verlangt zudem, dass
diese innerhalb der von Ihm gesetzten Rahmen des Islams zu vollziehen sind. Nur dann hätte man
entsprechend der von Allah (‫ )
  و‬geforderten Ergebenheit gehandelt. Eine rein aus Glauben und
Gefühlen bestehende Aqida findet keine Geltung. Sie erhält erst dann ihre wahre Gewichtung, wenn diesen
beiden genannten Punkten – entsprechend den Geboten des Qur’ans - die praktische Ausübung der Ibada, die
Gehorsamkeit und die Unterwerfung hinzugefügt werden.

In jeder Epoche und zu jeder Zeit befinden sich Menschen, die trotz ihrer Behauptung an Allah ( ‫)
  و‬
den Imaan zu haben, nicht Seinem Rechtssystem, der Scharia, sondern anderen von Geschöpfen
auserdachten Systemen folgen. Bezüglich der Ibada gesellen sie Allah (‫ )
  و‬Partner zur Seite, indem
sie sich jenen Übeltätern beugen, die sich nicht dem Buch Allahs und der Sunna Seines Gesandten
unterwerfen. Zudem beziehen sie ihre Wertmaßstäbe, ihre Ansichten und Meinungen, sowie ihre
Moralvorstellungen aus anderen Quellen, die nicht göttlichen Ursprungs sind. Diese Verhaltensweisen
widersprechen ihrer Behauptung an Allah (‫ )
  و‬Imaan zu haben und sind zudem in keiner Weise
vereinbar mit dem Zeugnis Allahs.

Das Zeugnis der Engel und der Wissenden weist darauf hin, dass sie allein nur den Geboten Allahs
gehorchen, sich in jeder Angelegenheit nur Seinem System hinwenden und ohne jegliche Zweifel und
Einspruch all das akzeptieren, was von Ihm kommt.

Dieser Qur’anvers zeigt deutlich auf, dass das Glaubensbekenntnis „Laa ilaaha illallah Muhammadu
r-Rasuluullah“ die erste Bedingung des Islams ist.

Die Bedeutung von Laa ilaaha illallah

Laa ilaaha illallah hat zwei Kategorien:

1. Die Ablehnung

Dies ist der erste Teil des Zeugnisses „La ilaaha“ und bedeutet: Alles, was außer Allah (‫)
  و‬
angebetet wird, und jene, die sie anbeten, zu verweigern

2. Die Akzeptanz

Dies ist der zweite Teil des Zeugnisses „illallah“ und bedeutet: Allein nur Allah (‫ )
  و‬zu dienen

Die Definition von Laa ilaaha illallah hat Allah (‫ )


  و‬keinesfalls Seinen Dienern überlassen, im
Gegenteil, Er selbst hat es im Qur’an mehrfach erläutert.

1. Beispiel

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺔﹰ ﻓِﻲ‬‫ﺎﻗِﻴ‬‫ ﹰﺔ ﺑ‬‫ﺎ ﻛﹶﻠِﻤ‬‫ﻠﹶﻬ‬‫ﺟﻌ‬ ‫ﺪِﻳ ِﻦ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﻴ‬‫ ﺳ‬‫ﻪ‬‫ﻧِﻲ ﻓﹶﺈِﻧ‬‫ﻭﻥﹶ ﺇِﻟﱠﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﻓﹶﻄﹶﺮ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻌ‬‫ﺎ ﺗ‬‫ﻤ‬‫ﺍﺀ ﻣ‬‫ﺑﺮ‬ ‫ﻧﻨِﻲ‬ِ‫ﻣِ ِﻪ ﺇ‬‫ﻗﹶﻮ‬‫ ِﻟﺄﹶﺑِﻴﻪِ ﻭ‬‫ﺍﻫِﻴﻢ‬‫ﺮ‬‫ﻭﺇِﺫﹾ ﻗﹶﺎﻝﹶ ِﺇﺑ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﺟِﻌ‬‫ﺮ‬‫ ﻳ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﻠﱠ‬‫ ِﻘﺒِ ِﻪ ﹶﻟﻌ‬‫ﻋ‬
„Ibrahim sagte zu seinem Vater und seinem Volk: ‚Gewiss bin ich fern von dem,
dem ihr dient. Außer Demjenigen, Der mich erschuf. Er wird mich gewiss recht
leiten.’ So machte (Ibrahim) es zu einem bleibenden Wort unter seinen
Nachkommen, auf dass sie (verstehen und) umkehren mögen.“ (Sura az-Zukhruuf,
Aya 26-28)

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Ibrahim (‫ – ) ام‬einer der liebsten Diener und Gesandten Allahs, der Führer der Muwahhidiin und der
Vater der nach ihm kommenden Propheten – wandte sich seinem Vater Azar, seinem Volk Babylon und dem
König Nimrod zu und sagte:
‫ﻭ ﹶﻥ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻌ‬‫ﺎ ﺗ‬‫ﻣﻤ‬ ‫ﺍﺀ‬‫ﺮ‬‫ﻨِﻲ ﺑ‬‫ِﺇﻧ‬
„Gewiss bin ich fern von dem, dem ihr dient...“

Dies ist die Bedeutung von „La ilaaha“. Hier sehen wir, dass Ibrahim (‫ ) ام‬sich von allen Götzen, d.h.
von allem, was außer Allah (‫ )
  و‬angebetet wurde, abgewendet und sich von diesen distanziert hat.

‫ﺮﻧِﻲ‬ ‫ﺇِﻟﱠﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﻓﹶﻄﹶ‬


„...Außer Demjenigen, Der mich erschuf...“

Dies ist die Bedeutung von „illallah“. Mit ihr spricht Ibrahim (‫ ) ام‬all seine Ibada nur Allah
(‫ )
  و‬seinem Schöpfer, zu.

ِ‫ ِﻘﺒِﻪ‬‫ﺔﹰ ﻓِﻲ ﻋ‬‫ﺎﻗِﻴ‬‫ﺔﹰ ﺑ‬‫ﺎ ﹶﻛﻠِﻤ‬‫ ﹶﻠﻬ‬‫ﻌ‬‫ﺟ‬‫ﻭ‬


„...So machte (Ibrahim) es zu einem bleibenden Wort unter seinen Nachkommen...“

D.h dass Ibrahim (‫ )  ام‬allen nach ihm kommenden dieses „Wort“ als Erbe hinterließ. Nach
übereinstimmender Auffassung aller Qur’angelehrten ist der Begriff „bleibendes Wort“ das
Glaubensbekenntnis „Laa ilaaha illallah“.

‫ﻮﻥﹶ‬‫ﺟِﻌ‬‫ﺮ‬‫ ﻳ‬‫ﻢ‬‫ ﱠﻠﻬ‬‫ﹶﻟﻌ‬


„...Auf dass sie (verstehen und) umkehren mögen.“

Hier wird die Hoffnung geäußert, dass das Volk von Mekka und die anderen Kuffar Ibrahim (‫ ) ام‬zum
Vorbild nehmen, sich vom Schirk abkehren, den Din Ibrahims - den Tauhid - annehmen und dadurch die
Errettung erlangen.

2. Beispiel

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻭﻥ‬‫ﻭﻥﹶ ﻣِﻦ ﺩ‬‫ﺪ‬‫ﺒ‬‫ﺗﻌ‬ ‫ﺎ‬‫ﻣِﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﺀَﺍﺅﺍﹾ ﻣِﻨﻜﹸﻢ‬‫ﺑﺮ‬ ‫ﺎ‬‫ﻢ ِﺇﻧ‬ ِ‫ﻣِﻬ‬‫ﻪ ِﺇﺫﹾ ﻗﹶﺎﻟﹸﻮﺍ ﻟِ ﹶﻘﻮ‬ ‫ﻣﻌ‬ ‫ﺍﻟﱠﺬِﻳﻦ‬‫ ﻭ‬‫ﺍﻫِﻴﻢ‬‫ﺮ‬‫ﺔﹲ ﻓِﻲ ِﺇﺑ‬‫ﻨ‬‫ﺴ‬‫ﺓﹲ ﺣ‬‫ﻮ‬‫ﻢ ﹸﺃﺳ‬ ‫ ﻟﹶﻜﹸ‬‫ﺖ‬‫ ﻛﹶﺎﻧ‬‫ﹶﻗﺪ‬
‫ﻩ‬‫ﺪ‬‫ﻭﺣ‬ ‫ﻮﺍ ﺑِﺎﻟﻠﱠ ِﻪ‬‫ﻣِﻨ‬‫ﺗﺆ‬ ‫ﻰ‬‫ﺘ‬‫ﺍ ﺣ‬‫ﺑﺪ‬‫ﺎﺀ ﺃﹶ‬‫ﻀ‬‫ﻐ‬‫ﺍﻟﹾﺒ‬‫ ﹸﺓ ﻭ‬‫ﺍﻭ‬‫ﻌﺪ‬ ‫ﻢ ﺍﻟﹾ‬ ‫ﻜﹸ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ﺑ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ﻴﻨ‬ ‫ﺍ ﺑ‬‫ﺪ‬‫ﻭﺑ‬ ‫ﺎ ﺑِﻜﹸﻢ‬‫ﻧ‬‫ﺍﻟ ﱠﻠ ِﻪ ﻛﹶ ﹶﻔﺮ‬
„Ihr habt ein schönes Vorbild in Ibrahim und denjenigen, die mit ihm waren. Sie
sprachen zu ihrem Volk: „Wir sind fern von euch und von dem, dem ihr statt Allah
dient. Wir verleugnen euch. Zwischen uns und euch herrscht für immer Feindschaft
und Hass, bis ihr den Imaan allein an Allah verwirklicht.“ (Sura al-Mumtahina,
Aya 4)

‫ﻢ‬ ِ‫ﻮﻣِﻬ‬ ‫ ﺇِﺫﹾ ﻗﹶﺎﻟﹸﻮﺍ ﻟِﻘﹶ‬‫ﻪ‬‫ﻣﻌ‬ ‫ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ ﻭ‬‫ﺍﻫِﻴﻢ‬‫ﺮ‬‫ ﹲﺔ ﻓِﻲ ِﺇﺑ‬‫ﻨ‬‫ﺴ‬‫ ﹲﺓ ﺣ‬‫ﻮ‬‫ﻢ ﺃﹸﺳ‬ ‫ ﻟﹶﻜﹸ‬‫ﺖ‬‫ ﻛﹶﺎﻧ‬‫ﻗﹶﺪ‬
„Ihr habt ein schönes Vorbild in Ibrahim und denjenigen, die mit ihm waren...“

Der Begriff „ein gutes Beispiel“ bedeutet: ein zu befolgendes Beispiel. D.h. für jeden Muslim ist es Pflicht
dieses gute Beispiel zu befolgen

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‫ﺎ ﺑِ ﹸﻜﻢ‬‫ﺮﻧ‬ ‫ﻭﻥِ ﺍﻟ ﱠﻠﻪِ ﻛﹶﻔﹶ‬‫ﻭﻥﹶ ﻣِﻦ ﺩ‬‫ﺪ‬‫ﻌﺒ‬ ‫ﺎ ﺗ‬‫ ِﻣﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﺀَﺍﺅﺍﹾ ﻣِﻨ ﹸﻜﻢ‬‫ﺮ‬‫ﺎ ﺑ‬‫ ﺇِﻧ‬‫ ِﻣﻬِﻢ‬‫ﺇِﺫﹾ ﻗﹶﺎﻟﹸﻮﺍ ِﻟﻘﹶﻮ‬
„...Sie sprachen zu ihrem Volk: Wir sind fern von euch und von dem, dem ihr statt
Allah dient. Wir verleugnen euch...“

Weil ihr anderen außer Allah (‫ )


  و‬dient, erkennen wir euch nicht als Muslime an und verleugnen
euch. Solange ihr auf diese Verhaltensweise beharrt und es weiterhin ablehnt euch dem Din Allahs
zuzuwenden und daran Imaan zu haben, wird der Hass und die Feindschaft zwischen uns und euch andauern.

‫ﻩ‬‫ﺣﺪ‬ ‫ﻮﺍ ﺑِﺎﻟﻠﱠ ِﻪ ﻭ‬‫ﻣِﻨ‬‫ﺗﺆ‬ ‫ﻰ‬‫ﺘ‬‫ﺍ ﺣ‬‫ﺪ‬‫ﺎﺀ ﺃﹶﺑ‬‫ﻀ‬‫ﻐ‬‫ﺍﻟﹾﺒ‬‫ ﹸﺓ ﻭ‬‫ﺍﻭ‬‫ﻌﺪ‬ ‫ ﺍﹾﻟ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ﺑ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ﺍ ﺑ‬‫ﺑﺪ‬‫ﻭ‬
„...Zwischen uns und euch herrscht für immer Feindschaft und Hass, bis ihr den
Imaan allein an Allah verwirklicht.“

Ibrahim (‫ ) ام‬und seine Gefährten verkündeten ihre Feindschaft und ihren Hass gegenüber ihrem Volk,
weil diese es ablehnten sich vom Schirk abzukehren. Während die Feindschaft eher eine äußerliche
Angelegenheit ist und sich in den Taten und den Verhaltensweisen einer Person widerspiegelt, ist der Hass
eine Empfindung des Herzen und bedeutet, dass man jemanden vom Herzen her nicht liebt.

Ibrahim (‫ )  ام‬und seine Gefährten sagten sich von ihrem Volk und dem, was diese außer Allah
(‫ )
  و‬dienten, los und distanzierten sich von ihnen. Weil ihr Volk Schirk beging, erkannten sie diese
nicht als Muslime an. Sie brachen ihre engen Freundschaftsbeziehungen mit ihnen ab und zwischen ihnen
begann eine unüberwindbare Feindschaft und Zorn. Und dies ist die Bedeutung von „Laa ilaaha“.

Ibrahim (‫ ) ام‬und seine Gefährten verkündeten, dass sie jegliche Art des Schirk verwerfen, sich allein
nur dem Din Allahs zuwenden und ihre Ibada nur Allah ( ‫ )
  و‬zusprechen, sowie niemals davon
ablassen werden, nur Ihm zu dienen. Und dies ist die Bedeutung von „illallah“.

3. Beispiel

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎ‬‫ﻨ‬‫ﻀ‬‫ﻌ‬‫ﺨﺬﹶ ﺑ‬
ِ ‫ﺘ‬‫ﻻﹶ ﻳ‬‫ﺌﹰﺎ ﻭ‬‫ﻴ‬‫ ِﺑﻪِ ﺷ‬‫ﺮِﻙ‬‫ﺸ‬‫ﻻﹶ ﻧ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ﺪ ِﺇﻻﱠ ﺍﻟﻠﹼ‬ ‫ﺒ‬‫ﻧﻌ‬ ‫ﻢ ﹶﺃﻻﱠ‬ ‫ﻨﻜﹸ‬‫ﻴ‬‫ﺑ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻨﻨ‬‫ﺑﻴ‬ ‫ﺍﺀ‬‫ﻮ‬‫ﺔٍ ﺳ‬‫ﹾﺍ ِﺇﻟﹶﻰ ﹶﻛﻠﹶﻤ‬‫ﺎﻟﹶﻮ‬‫ﺗﻌ‬ ِ‫ﺎﺏ‬‫ﻞﹶ ﺍﻟﹾﻜِﺘ‬‫ﺎ ﺃﹶﻫ‬‫ﻗﹸﻞ ﻳ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﻠِﻤ‬‫ﺴ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﻭﺍﹾ ﺑِﺄﹶﻧ‬‫ﻬﺪ‬ ‫ﺍﹾ ﻓﹶﻘﹸﻮﻟﹸﻮﹾﺍ ﺍﺷ‬‫ﱠﻟﻮ‬‫ﻮ‬‫ﻭ ِﻥ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﻓﹶﺈِﻥ ﺗ‬‫ﻦ ﺩ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﺎﺑ‬‫ﺭﺑ‬ ‫ﻀﺎﹰ ﺃﹶ‬‫ﻌ‬‫ﺑ‬
„Sprich: ‚O Leute der Schrift! Kommt her zu einem gleichen Wort zwischen uns
und euch; dass wir nämlich Allah allein dienen und Ihm nichts beigesellen und dass
nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah.’ Doch wenn sie
sich abwenden, dann sagt: ‚Bezeugt, dass wir Muslime sind.’” (Sura Ali Imran, Aya
64)
ِ‫ﺎﺏ‬‫ﻞﹶ ﺍﻟﹾﻜِﺘ‬‫ﺎ ﺃﹶﻫ‬‫ﻳ‬
„O Leute der Schrift!...“

Dies ist eine Bezeichnung für die Juden und Christen. Doch gilt der Appell allen, die sich ebenfalls in einem
ähnlichen Zustand befinden.
‫ﻢ‬ ‫ﻨﻜﹸ‬‫ﻴ‬‫ﻭﺑ‬ ‫ﺎ‬‫ﻨ‬‫ﻨ‬‫ﺑﻴ‬ ‫ﺍﺀ‬‫ﻮ‬‫ ٍﺔ ﺳ‬‫ﺍﹾ ِﺇﻟﹶﻰ ﻛﹶﻠﹶﻤ‬‫ﺎﻟﹶﻮ‬‫ﺗﻌ‬
„...Kommt her zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch...“

Hier werden die Muschrikin dazu aufgefordert vom unwissenden Nachsagen des Glaubensbekenntnisses
abzulassen und nunmehr dessen wahre Bedeutung kennen zu lernen und zu akzeptieren.

Der Begriff „das gleiche Wort“ zwischen den Juden, Christen und den Muslimen ist das Zeugnis „Laa
ilaaha illallah“. Anschließend wird die wahre Bedeutung dieser Worte von Allah (‫ )
  و‬erklärt:

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‫ﺌﹰﺎ‬‫ﻴ‬‫ ِﺑﻪِ ﺷ‬‫ﺮِﻙ‬‫ﻧﺸ‬ ‫ﻻﹶ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ﺪ ِﺇﻻﱠ ﺍﻟﻠﹼ‬ ‫ﻌﺒ‬ ‫ﹶﺃﻻﱠ ﻧ‬
„...Dass wir nämlich Allah allein dienen und Ihm nichts beigesellen...“

Weder die Götzen, noch das Kreuz, noch das Feuer, noch die Taghut, noch sonst irgendetwas - stellt Allah
(‫ )
  و‬keine anderen Angebeteten als Partner zur Seite! Kehrt euch von diesen ab und lasst uns allein
nur Ihm dienen, dem Einzigen und Partnerlosen.

ِ‫ﻭﻥِ ﺍﻟ ﹼﻠﻪ‬‫ﻦ ﺩ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﺎﺑ‬‫ﺑ‬‫ﻀﺎﹰ ﹶﺃﺭ‬‫ﺑﻌ‬ ‫ﺎ‬‫ﻨ‬‫ﻀ‬‫ﻌ‬‫ﺨِ ﹶﺬ ﺑ‬‫ﺘ‬‫ﻻﹶ ﻳ‬‫ﻭ‬


„...Und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah...“

Lasst uns nicht jenen gehorchen, die ein Verbot Allahs erlauben oder das von Ihm Erlaubte verbieten.
Ansonsten hätten wir sie zu Herren genommen.

‫ﻮﻥﹶ‬‫ﻠِﻤ‬‫ﺴ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﻭﺍﹾ ﺑِﺄﹶﻧ‬‫ﻬﺪ‬ ‫ﺍﹾ ﻓﹶﻘﹸﻮﻟﹸﻮﹾﺍ ﺍﺷ‬‫ﱠﻟﻮ‬‫ﻮ‬‫ﹶﻓﺈِﻥ ﺗ‬


„...Doch wenn sie sich abwenden, dann sagt: ‚Bezeugt, dass wir Muslime sind.’“

Sollten sie diese Worte nicht anerkennen und sich von der Shahada distanzieren, so sprecht zu ihnen: „Wir
sind Muslime, weil wir ‚Laa ilaaha illallah’ in dieser Bedeutung anerkennen. Ihr aber seid Kuffar, weil
ihr euch weigert dies zu tun.“

4. Beispiel

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎ‬‫ ﻟﹶﻬ‬‫ﺎﻡ‬‫ ﻻﹶ ﺍﻧ ِﻔﺼ‬‫ﹾﺛﻘﹶﻰ‬‫ ِﺓ ﺍﻟﹾﻮ‬‫ﻭ‬‫ﻌﺮ‬ ‫ ﺑِﺎﻟﹾ‬‫ﻚ‬‫ﺴ‬‫ﺘﻤ‬‫ﻣِﻦ ﺑِﺎﻟﻠﹼ ِﻪ ﻓﹶ ﹶﻘﺪِ ﺍﺳ‬‫ﺆ‬‫ﻳ‬‫ ﺑِﺎﻟﻄﱠﺎﻏﹸﻮﺕِ ﻭ‬‫ﻜﹾ ﹸﻔﺮ‬‫ ﻳ‬‫ﻦ‬‫ﹶﻓﻤ‬
„Wer den Kufr gegen den Taghut begeht und den Imaan an Allah verwirklicht, der
hat einen festen Halt ergriffen, das kein Abbrechen kennt.“ (Sura al-Baqara, Aya 256)

‫ﻜﹾ ﹸﻔﺮ‬‫ ﻳ‬‫ﻦ‬‫ﹶﻓﻤ‬


„Wer den Kufr gegen den Taghut begeht...“

Diese Aussage entspricht dem ersten Teil des Glaubensbekenntnisses „Laa ilaaha“.

Der Taghut

Taghut ist ein Sammelbegriff für alles, was gegen die Gerechtigkeit, gegen die
Wahrheit und gegen den Glauben ist, zudem die Ordnung und die Grenzen, die von
Allah (‫ )
  و‬für die Menschen gesetzt wurden, missachtet und überschreitet.

Taghut kann eine Person sein, oder ein System, dessen Ursprung nicht auf der
Ordnung Allahs ruht. Auch ist jede Art der Idee, des Gedankens, des Brauchtums oder
der Gewohnheit, die ebenfalls nicht von Allah (‫ )
  و‬stammen, jeweils ein
Taghut.

Im Allgemeinen ist ein Taghut ein Geschöpf, der seine Grenzen überschreitet, indem
er sich anbeten lässt, von anderen befolgt werden will und andere zu Gehorsamkeit
zwingt.

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Demnach gibt es den Taghut in drei Formen:

a) Taghut, der angebetet wird (‫ﺍﻟﻌﺒﺎﺩﺓ‬ ‫)ﻃﻮﺍﻏﻴﺖ‬


Das sind all jene, die daran Wohlgefallen finden, dass man sie anbetet; die die
Menschen zu ihrer Anbetung aufrufen; und alle Götzen und Shaitane

b) Taghut, der befolgt wird (‫ﺍﻷﺗﺒﺎﻉ‬ ‫)ﻃﻮﺍﻏﻴﺖ‬


Das sind alle falschen Gelehrten, verwirrten Shaikhs und Führer von Gruppen und
Parteien, die sich dem Islam zuschreiben aber eigentlich dem Kufr-Systemen dienen

c) Taghut, dem gehorcht wird (‫ﺍﻟﻄﺎﻋﺔ‬ ‫)ﻃﻮﺍﻏﻴﺖ‬


Das sind alle Herrscher, die das von Allah ( ‫ )
  و‬Erlaubte verbieten oder Seine
Verbote erlauben, sowie alle Befehlshaber, Stammesführer, Wahrsager, Zauberer und
Richter, die nicht nach dem richten, was Allah (‫ )
  و‬hinabgesandt hat, und alle
Gesetzesgeber, die Gesetze erlassen, die dem Islam widersprechen

Die Häupter des Taghut

Von der Anzahl her gibt es sehr viele Taghut. Doch wenn man den Qur’an und die
Sunna betrachtet wird man erkennen, dass der Taghut fünf Häupter hat:

1. Iblis, der die Menschen dazu aufruft anderen außer Allah (‫ )
  و‬zu dienen

Es reichte Iblis nicht aus selbst nur in Kufr zu fallen, sondern er schmückte den Schirk
und den Kufr für die Menschen aus und forderte sie zu diesen Untaten auf. Iblis und
die übrigen Shaitane sind die größten und gefährlichsten Taghut. Denn sie rufen die
Menschen nicht nur dazu auf ihnen selbst, sondern auch anderen zu dienen.
Gleichzeitig versuchen sie die Urteile Allahs (‫ )
  و‬zu ändern und unterstützen
zudem jene Taghut, die vorgeben das Verborgene zu kennen.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻘِﻴﻢ‬‫ﺴﺘ‬
 ‫ﻣ‬ ‫ﺍﻁﹲ‬‫ﺬﹶﺍ ﺻِﺮ‬‫ﻭﻧِﻲ ﻫ‬‫ﺪ‬‫ﻋﺒ‬ ‫ﹶﺃﻥﹾ ﺍ‬‫ ﻭ‬‫ﻣﺒِﲔ‬ ‫ﻭ‬‫ﺪ‬‫ ﻋ‬‫ﻪ ﹶﻟﻜﹸﻢ‬ ‫ﻄﹶﺎﻥﹶ ِﺇﻧ‬‫ﺸﻴ‬
 ‫ﻭﺍ ﺍﻟ‬‫ﺪ‬‫ﺒ‬‫ﺗﻌ‬ ‫ ﺃﹶﻥ ﻟﱠﺎ‬‫ﻡ‬‫ﻨِﻲ ﺁﺩ‬‫ﺎ ﺑ‬‫ ﻳ‬‫ﻴﻜﹸﻢ‬ ‫ ﺇِﻟﹶ‬‫ﺪ‬‫ﻬ‬‫ﻢ ﹶﺃﻋ‬ ‫ﺃﹶﻟﹶ‬
„O ihr Kinder Adams, habe Ich euch nicht mitgeteilt, dass ihr nicht eurem
deutlichen Feind, dem Shaitan, sondern nur Mir dienen sollt. Das ist der gerade
Weg?“ (Sura Ya Sin, Aya 60-61)

2. Die ungerechten Herrscher, die die Gesetze Allahs verändern

Diese Gesetzesgeber sind eindeutige Kuffar. Auch wenn sie nur ein einziges Gesetz
erlassen, das der Scharia Allahs (‫ )
  و‬widerspricht, auch wenn sie diese Tat
nicht als erlaubt betrachten, oder sogar daran glauben, dass das Urteil Allahs besser ist
als ihre eigenes, so hätten sie dennoch großen Kufr begangen. In solchen Fällen hat
der angebliche Glauben des Herzens keine Bedeutung, hier zählt nur die Tat. Der
Grund warum er zu einem Kafir wird ist der, weil er das Recht der Gesetzgebung, die
nur Allah (‫ )
  و‬gehört, für sich beansprucht.

Der Beweis dafür sind die folgenden Verse Allahs:

‫ ﹾﺄﺫﹶﻥ ﺑِ ِﻪ ﺍﻟ ﱠﻠﻪ‬‫ ﻳ‬‫ﺎ ﻟﹶﻢ‬‫ﻳﻦِ ﻣ‬‫ ﺍﻟﺪ‬‫ﻦ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ﻮﺍ ﻟﹶﻬ‬‫ﻋ‬‫ﺷﺮ‬ ‫ﻛﹶﺎﺀ‬‫ﺮ‬‫ ﺷ‬‫ﻢ‬‫ ﻟﹶﻬ‬‫ﹶﺃﻡ‬
„Oder haben sie etwa Teilhaber, die ihnen im Din Gesetze vorschreiben, die
Allah nicht verordnet hat?“ (Sura asch-Schura, Aya 21)

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‫ﺍﺷﺎ‬‫ ﻓِﺮ‬‫ﺽ‬‫ ﺍﻷَﺭ‬‫ﻞﹶ ﻟﹶ ﹸﻜﻢ‬‫ﻌ‬‫ﻘﹸﻮ ﹶﻥ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﺟ‬‫ﺘ‬‫ ﺗ‬‫ﻠﱠ ﹸﻜﻢ‬‫ﻢ ﹶﻟﻌ‬ ‫ﻠِﻜﹸ‬‫ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ﺍﻟﱠﺬِﻳﻦ‬‫ ﻭ‬‫ﻠﹶﻘﹶ ﹸﻜﻢ‬‫ﻢ ﺍﻟﱠﺬِﻱ ﺧ‬ ‫ﻜﹸ‬‫ﺑ‬‫ﻭﺍﹾ ﺭ‬‫ﺒﺪ‬‫ﺱ ﺍﻋ‬
 ‫ﺎ‬‫ﺎ ﺍﻟﻨ‬‫ﻬ‬‫ﺎ ﺃﹶﻳ‬‫ﻳ‬
‫ﻢ‬‫ﻭﺃﹶﻧﺘ‬ ‫ﺍﺩﺍﹰ‬‫ﻌﻠﹸﻮﺍﹾ ﻟِ ﹼﻠ ِﻪ ﺃﹶﻧﺪ‬ ‫ﺠ‬‫ ﻓﹶﻼﹶ ﺗ‬‫ﻗﺎﹰ ﱠﻟﻜﹸﻢ‬‫ﺍﺕِ ﺭِﺯ‬‫ﺮ‬‫ ﺍﻟﺜﱠﻤ‬‫ ﺑِ ِﻪ ِﻣﻦ‬‫ﺝ‬‫ﺮ‬‫ﺎﺀ ﻓﹶﺄﹶﺧ‬‫ﺎﺀ ﻣ‬‫ﻤ‬‫ ﺍﻟﺴ‬‫ﻝﹶ ِﻣﻦ‬‫ﺃﹶﻧﺰ‬‫ﺎﺀ ﻭ‬‫ﺎﺀ ﺑِﻨ‬‫ﻤ‬‫ﺍﻟﺴ‬‫ﻭ‬
‫ﻮﻥ‬‫ ﹶﻠﻤ‬‫ﻌ‬‫ﺗ‬
„Der euch die Erde zu einem Bett und den Himmel zu einem Bau machte. Er
sandte vom Himmel Wasser hernieder und brachte euch dadurch Früchte als
Versorgung hervor. So gesellt Allah bewusst nichts bei.“ (Sura al-Baqara, Aya 21-
22)

‫ﻮﹾﺍ ِﺇﻟﹶﻰ‬‫ﺎ ﹶﻛﻤ‬‫ﺤ‬‫ﺘ‬‫ﻭﻥﹶ ﺃﹶﻥ ﻳ‬‫ﻳﺮِﻳﺪ‬ ‫ﺒﻠِﻚ‬ ‫ﺎ ﺃﹸﻧﺰِﻝﹶ ﻣِﻦ ﻗﹶ‬‫ﻣ‬‫ ﻭ‬‫ﻚ‬‫ﺎ ﺃﹸﻧ ِﺰﻝﹶ ِﺇﻟﹶﻴ‬‫ﻮﹾﺍ ِﺑﻤ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﻮﻥﹶ ﹶﺃﻧ‬‫ﻤ‬‫ﻋ‬‫ﺰ‬‫ ﻳ‬‫ ِﺇﻟﹶﻰ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﺗﺮ‬ ‫ﻢ‬ ‫ﺃﹶﻟﹶ‬
‫ﺍ‬‫ﻌِﻴﺪ‬‫ﻼﹶﻻﹰ ﺑ‬‫ ﺿ‬‫ﻢ‬‫ﻳﻀِ ﱠﻠﻬ‬ ‫ﻄﹶﺎﻥﹸ ﺃﹶﻥ‬‫ﻴ‬‫ﺪ ﺍﻟﺸ‬ ‫ﻳﺮِﻳ‬‫ﻭﹾﺍ ِﺑﻪِ ﻭ‬‫ﻜﹾﻔﹸﺮ‬‫ﻭﺍﹾ ﺃﹶﻥ ﻳ‬‫ ﺃﹸﻣِﺮ‬‫ﻗﹶﺪ‬‫ﺍﻟﻄﱠﺎﻏﹸﻮﺕِ ﻭ‬
„Siehst du nicht jene, die behaupten an das Imaan zu haben, was zu dir
herabgesandt worden ist, und was vor dir herabgesandt wurde? Sie wollen sich
vor dem Taghut richten lassen, wo ihnen doch befohlen worden ist, ihn zu
verleugnen. Doch der Shaitan will sie weit in die Irre führen.” (Sura an-Nisaa,
Aya 60)

3. Diejenigen, die nicht nachdem richten, was Allah (‫ )


  و‬hinabgesandt hat

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻭﻥﹶ‬‫ ﺍﹾﻟﻜﹶﺎﻓِﺮ‬‫ﻢ‬‫ ﻫ‬‫ﻟﹶﺌِﻚ‬‫ﻪ ﻓﹶﺄﹸﻭ‬ ‫ﻝﹶ ﺍﻟ ﹼﻠ‬‫ﺎ ﺃﹶﻧﺰ‬‫ﻜﹸﻢ ِﺑﻤ‬‫ﻳﺤ‬ ‫ﻦ ﱠﻟﻢ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Wer nicht nach dem richtet, was Allah hinabgesandt hat, das sind die
Kafiruun.“ (Sura al-Ma’ida, Aya 44)

4. Diejenigen, die die Menschen dazu aufrufen einem selbst zu dienen und sie dazu
zwingen sich nach anderen Gesetzen, außer denen Allahs, richten zu lassen. Genauso
wie die heutigen Regenten es tun

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺰِﻱ ﺍﻟﻈﱠﺎﻟِﻤِﲔ‬‫ﻧﺠ‬ ‫ ﻛﹶ ﹶﺬﻟِﻚ‬‫ﻢ‬‫ﻨ‬‫ﻬ‬‫ﺠﺰِﻳ ِﻪ ﺟ‬


 ‫ ﻧ‬‫ﻭﻧِﻪِ ﻓﹶ ﹶﺬﻟِﻚ‬‫ﻦ ﺩ‬‫ ﻣ‬‫ﻲ ِﺇﻟﹶﻪ‬‫ﻢ ِﺇﻧ‬ ‫ﻬ‬‫ﻘﹸﻞﹾ ﻣِﻨ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Wer von ihnen sagen sollte: ‚Ich bin ein Anbetungswürdiger neben Allah’, so
bestrafen Wir ihn mit der Hölle. Derart vergelten Wir den Ungerechten.“ (Sura
al-Anbiyaa, Aya 29)

5. Diejenigen, die behaupten Kenntnis über das Verborgene zu besitzen

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ ﹾﻠﻔِﻪ‬‫ ﺧ‬‫ﻣِﻦ‬‫ ِﻪ ﻭ‬‫ﺪﻳ‬ ‫ﻳ‬ ِ‫ﻦ‬‫ﺑﻴ‬ ‫ ﻣِﻦ‬‫ ﹸﻠﻚ‬‫ﺴ‬‫ ﻳ‬‫ﻪ‬‫ﻮﻝٍ ﻓﹶِﺈﻧ‬‫ﺳ‬‫ﻰ ﻣِﻦ ﺭ‬‫ﻀ‬‫ﺭﺗ‬ ‫ﻦِ ﺍ‬‫ﺍ ِﺇﻟﱠﺎ ﻣ‬‫ﺪ‬‫ﺒِﻪِ ﺃﹶﺣ‬‫ﻠﹶﻰ ﻏﹶﻴ‬‫ ﻋ‬‫ﻳﻈﹾﻬِﺮ‬ ‫ﺐِ ﻓﹶﻠﹶﺎ‬‫ﻐﻴ‬ ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﺎِﻟﻢ‬‫ﻋ‬
‫ﺍ‬‫ﺪ‬‫ﺻ‬‫ﺭ‬
„Allah, der Kenner des Verborgenen, enthüllt niemandem das Verborgene.
Außer denen unter Seinen Gesandten, die Ihm Wohlgefallen und die Er
auserwählt hat. Dann lässt Er vor ihnen und hinter ihnen Wächter (Engel)
schreiten.“ (Sura al-Jinn, Aya 26-27)

‫ﺔ‬‫ﺒ‬‫ﻻﹶ ﺣ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﻌ ﹶﻠﻤ‬ ‫ﻗﹶ ٍﺔ ﺇِﻻﱠ ﻳ‬‫ﺭ‬‫ﻂ ﻣِﻦ ﻭ‬


‫ﻘﹸ ﹸ‬‫ﺴ‬‫ﺎ ﺗ‬‫ﻣ‬‫ﺤﺮِ ﻭ‬
 ‫ﺍﻟﹾﺒ‬‫ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ﺎ ﻓِﻲ ﺍﻟﹾﺒ‬‫ﻢ ﻣ‬ ‫ ﹶﻠ‬‫ﻌ‬‫ﻳ‬‫ ﻭ‬‫ﻮ‬‫ﺎ ِﺇﻻﱠ ﻫ‬‫ﻬ‬‫ﻌﻠﹶﻤ‬ ‫ﺐِ ﹶﻻ ﻳ‬‫ﻴ‬‫ ﺍﹾﻟﻐ‬‫ﻔﹶﺎﺗِﺢ‬‫ﻩ ﻣ‬ ‫ﻋِﻨﺪ‬‫ﻭ‬
‫ﻣﺒِﲔ‬ ٍ‫ﺎﺏ‬‫ﺎﺑِﺲٍ ﺇِ ﱠﻻ ﻓِﻲ ِﻛﺘ‬‫ ﹶﻻ ﻳ‬‫ﻃﹾﺐٍ ﻭ‬‫ﻻﹶ ﺭ‬‫ﺭﺽِ ﻭ‬ َ‫ﺎﺕِ ﺍﻷ‬‫ﻓِﻲ ﹸﻇﻠﹸﻤ‬
„Nur bei Allah befinden sich die Schlüssel des Verborgenen. Keiner kennt sie
außer Er selbst. Er weiß, was auf dem Land ist und was im Meer.“ (Sura al-
An’aam, Aya 59)

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Das Leugnen der Taghut

1. Das Leugnen der Taghut mit dem Herzen

Davon kann erst dann die Rede sein, wenn man im Herzen gegen die Taghut Groll
hegt, ihre Nichtexistenz wünscht, ihnen Feindschaft zeigt und sie verabscheut.

Diese Art des Leugnens ist für jeden einzelnen Muwahhid Pflicht und kann niemals
aufgegeben werden, nicht einmal unter starkem Zwang von außen. Denn sonst
verschwindet der Tauhid aus dem Herzen.

2. Das Leugnen der Taghut mit der Zunge

Dadurch, dass man mit Worten offenkundig sagt, dass die Taghut und jene, die ihm
dienen, Kafiruun und Götzendiener sind.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

„Sprich: „O ihr Kafiruun! Ich diene nicht dem, dem ihr dient.“ (Sura al-Kafiruun,
Aya 1-2)

Der Begriff „Sprich“ bedeutet: „Sag es mit deiner Zunge“

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺔﹰ ﻓِﻲ‬‫ﺎﻗِﻴ‬‫ﺔﹰ ﺑ‬‫ﺎ ﻛﹶ ِﻠﻤ‬‫ﻠﹶﻬ‬‫ﻌ‬‫ﺟ‬‫ﺪِﻳﻦِ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﻴ‬‫ﻪ ﺳ‬ ‫ﻧِﻲ ﹶﻓﺈِﻧ‬‫ﻭﻥﹶ ِﺇﻟﱠﺎ ﺍﻟﱠﺬِﻱ ﻓﹶ ﹶﻄﺮ‬‫ﺪ‬‫ﻌﺒ‬ ‫ﺎ ﺗ‬‫ﻤ‬‫ﺍﺀ ﻣ‬‫ﺮ‬‫ﻨِﻲ ﺑ‬‫ﻣِﻪِ ِﺇﻧ‬‫ﻭﻗﹶﻮ‬ ‫ ﻟِﺄﹶﺑِﻴ ِﻪ‬‫ﺍﻫِﻴﻢ‬‫ﺮ‬‫ﺇِﺫﹾ ﻗﹶﺎﻝﹶ ﺇِﺑ‬‫ﻭ‬
‫ﻮﻥ‬‫ﺟِﻌ‬‫ﻳﺮ‬ ‫ﻬﻢ‬ ‫ﻌﻠﱠ‬ ‫ﻘِﺒِﻪِ ﻟﹶ‬‫ﻋ‬
„Ibrahim sagte zu seinem Vater und seinem Volk: ‚Gewiss bin ich fern von dem,
dem ihr dient. Außer Demjenigen, Der mich erschuf. Er wird mich gewiss recht
leiten.’ So machte (Ibrahim) es zu einem bleibenden Wort unter seinen
Nachkommen, auf dass sie (verstehen und) umkehren mögen.“ (Sura az-Zukhruuf,
Aya 26-28)

Die Worte „Ibrahim sagte“ bedeuten „er sagte es offenkundig mit seiner Zunge“

Den Taghut mit der Zunge zu leugnen ist in dem Maße der Kraft der Menschen
Pflicht. Deshalb wird das Urteil über eine Person aufgehoben, wenn er wahrlich
unfähig dazu ist.

Der Beweis dafür sind die folgenden Worte Allahs (‫)


  و‬:

‫ﻢ‬‫ﻌﺘ‬ ‫ ﹶﻄ‬‫ﺳﺘ‬ ‫ﺎ ﺍ‬‫ﻪ ﻣ‬ ‫ﻘﹸﻮﺍ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﻓﹶﺎﺗ‬


„So fürchtet Allah, soviel ihr nur könnt.“ (Sura at-Taghabun, Aya 16)

3. Das Leugnen der Taghut mit der Hand

Das bedeutet die Taghut mit den Händen zu vernichten, sie zu zerstören. Dies ist
ebenfalls entsprechend der Kraft der Muslime Pflicht.

Als der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬Mekka eroberte, zerstörte er alle Götzen
und ordnete die Muslime an, das gleiche zu tun.

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ِ‫ﻣِﻦ ﺑِﺎﻟ ﹼﻠﻪ‬‫ﺆ‬‫ﻳ‬‫ﻭ‬
„...und den Imaan an Allah verwirklicht...“

Dies entspricht dem zweiten Teil des Glaubensbekenntnisses „illallah“. Der Imaan an Allah (‫)
  و‬
wird nur dann akzeptiert, wenn es den Vorgaben des Qur’ans und der Sunna entspricht.

‫ﺎ‬‫ ﻟﹶﻬ‬‫ﺎﻡ‬‫ ﻻﹶ ﺍﻧﻔِﺼ‬‫ﻮﺛﹾ ﹶﻘﻰ‬ ‫ﺓِ ﺍﻟﹾ‬‫ﻭ‬‫ﻌﺮ‬ ‫ ﺑِﺎﻟﹾ‬‫ﻚ‬‫ﺴ‬‫ﻤ‬‫ﺘ‬‫ﻓﹶ ﹶﻘﺪِ ﺍﺳ‬


„...der hat einen festen Halt ergriffen, dass kein Abbrechen kennt.“

Betrachtet man nun aufmerksam den obigen Qur’anvers, so stellt man fest, dass das Ergreifen der starken
Handhabe nicht möglich ist, ohne sich nicht vorher von den Taghut abgewendet zu haben. Ohne das
Leugnen des Taghut kann man kein Muslim werden und der Imaan bleibt einem versagt.

Schließlich steht der Begriff „die starke Handhabe“ für den Islam selbst. Der Islam ist ohne die Abkehr
vom Taghut zu keiner Zeit zu realisieren.

Nur jene Menschen, die all diese Formen der Taghut auf diese Weise leugnen und den Imaan allein an Allah
(‫ )
  و‬verwirklichen, sowie sich Ihm binden und nur Seine Gesetze und Ordnungen anerkennen,
zudem ihr ganzes Leben dementsprechend gestalten, gehören zu den Geretteten.

Ihre Errettung gleicht bildlich der einer Person, der sich fest an einer starken unzerbrechlichen Handhabe
geklammert hat.

Die Erfordernisse von Laa ilaaha illallah

Nachdem wir die Bedeutung von Laa ilaaha illallah anhand von Qur’anversen erläutert haben, wollen wir
nun aufzeigen, was diese Worte von uns verlangen:

1. Das Leugnen all jener, denen statt Allah (‫ )


  و‬gedient wird, und die Abkehr von ihnen. Nur Allah
(‫ )
  و‬verdient die Anbetung, die falschen Angebeteten werden jedoch zu Unrecht angebetet und
müssen deshalb abgelehnt werden. Auch muss man sich von den Kuffar, die diesen falschen Angebeteten
dienen, abkehren.

2. Es erfordert von uns, dass wir die enge Freundschaft nur zu Allah (‫)
  و‬, Seinem Gesandten und
den Gläubigen zeigen, nur sie lieben, nur ihnen helfen und uns nur ihren Gemeinschaften anschließen.

3. Die Ibada zu Allah (‫ )


  و‬darf nur auf die Art und Weise ausgeführt werden, wie sie uns von Allah
(‫ )
  و‬aus dem Mund Seines Gesandten Muhammad ( ‫ ) ا  و‬befohlen wurde.

Die Bedeutung von Muhammadu r-Rasuluullah

Nun wollen wir versuchen den zweiten Teil des Glaubensbekenntnisses „Muhammadu r-Rasuluullah“ zu
erläutern.

Zu bezeugen, dass Muhammad ( ‫ ) ا    و‬der Gesandte Allahs ist, beinhaltet die Gehorsamkeit
gegenüber seinen Befehlen, die Bestätigung seiner Botschaft, das Meiden seiner Verbote und die Ibada zu
Allah (‫ )
  و‬auf die Weise, wie er es lehrte.

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Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻢ‬ ‫ﺣِﻴ‬‫ ﺭ‬‫ﻭﻑ‬‫ﺅ‬‫ ﺭ‬‫ﻣِﻨِﲔ‬‫ﺆ‬‫ﻴﻜﹸﻢ ﺑِﺎﻟﹾﻤ‬ ‫ﻠﹶ‬‫ ﻋ‬‫ﺮِﻳﺺ‬‫ﻢ ﺣ‬ ‫ﻨِﺘ‬‫ﺎ ﻋ‬‫ﻪِ ﻣ‬‫ ﹶﻠﻴ‬‫ ﻋ‬‫ﺰِﻳﺰ‬‫ ﻋ‬‫ ﺃﹶﻧ ﹸﻔﺴِﻜﹸﻢ‬‫ﻦ‬‫ﻮﻝﹲ ﻣ‬‫ﺳ‬‫ ﺭ‬‫ﺎﺀﻛﹸﻢ‬‫ﺪ ﺟ‬ ‫ﻟﹶﻘﹶ‬
„Zu euch ist ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es
für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid. Er ist eifrig um euch bestrebt. Zu den
Gläubigen ist er gütig und barmherzig.“ (Sura at-Tauba, Aya 128)

Die Liebe zu Allah (‫ )


  و‬ist zweifellos nicht durch Lippenbekenntnisse zu realisieren. Sie ist auch
nicht einfach nur eine innere Angelegenheit des Herzens und des Gewissens. Dieser Weg ist nur zu
beschreiten, wenn man dem Gesandten Allahs folgt, Seiner Rechtleitung entsprechend lebt und die eigene
Lebensweise entsprechend Seiner Ordnung gestaltet. Auch besteht der Imaan nicht nur aus ständig
wiederholten und dahergeredeten Phrasen. Weder sind prächtig formulierte Gedichte und aufgestellte
Denkmäler oder sonstige Symbole imstande den Imaan darzustellen noch zu verwirklichen. Der wahre
Imaan besteht aus der Gehorsamkeit zu Allah (‫ )
  و‬und zu Seinem Gesandten, sowie der Gestaltung
der eigenen Lebensweise allein nach dem, was der Gesandte Allahs (  ‫ ) ا  و‬von Allah (‫)
  و‬
gebracht hat.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻮﹾﺍ ﺍﻟﻠﹼﻪ‬‫ ﻗﹸﻞ ﹶﺃﻃِﻴﻌ‬‫ﺭﺣِﻴﻢ‬ ‫ ﻏﹶﻔﹸﻮﺭ‬‫ﺍﻟ ﹼﻠﻪ‬‫ ﻭ‬‫ ﹸﻜﻢ‬‫ﻮﺑ‬‫ ﺫﹸﻧ‬‫ ﹶﻟﻜﹸﻢ‬‫ ِﻔﺮ‬‫ﻐ‬‫ﻳ‬‫ ﻭ‬‫ﻢ ﺍﻟ ﹼﻠﻪ‬ ‫ﺒﻜﹸ‬ ِ‫ﺤﺒ‬
 ‫ﻳ‬ ‫ﻮﻧِﻲ‬‫ِﺒﻌ‬‫ﻪ ﻓﹶﺎﺗ‬ ‫ﻮﻥﹶ ﺍﻟ ﹼﻠ‬‫ﺗﺤِﺒ‬ ‫ﺘﻢ‬‫ﻗﹸﻞ ﺇِﻥ ﻛﹸﻨ‬
‫ ﺍﻟﹾﻜﹶﺎﻓِﺮِﻳﻦ‬‫ﺤﺐ‬
ِ ‫ ﻻﹶ ﻳ‬‫ﺍﹾ ﻓﹶِﺈﻥﱠ ﺍﻟ ﹼﻠﻪ‬‫ﱠﻟﻮ‬‫ﻮ‬‫ﻮﻝﹶ ﻓﺈِﻥ ﺗ‬‫ﺳ‬‫ﺍﻟﺮ‬‫ﻭ‬
„Sprich: ‚Wenn ihr Allah liebt so folgt mir, damit auch Allah euch liebt und euch
eure Sünden verzeiht. Denn Allah ist verzeihend und barmherzig.’ Sprich:
‚Gehorcht Allah und Seinem Gesandten.’ Doch wenn sie sich abwenden (so sollen sie
wissen), Allah liebt die Kafiruun nicht.“ (Sura Ali Imran, Aya 31-32)

Ibn Kathir sagte zu dem ersten der obengenannten Qur’anverse: „Dieser Vers überführt all jene Menschen
der Lüge, die behaupten Allah (‫ )
  و‬zu lieben, aber nicht dem Pfad Seines Gesandten und seinen
Din folgen.

Denn der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wer immer eine Tat begeht, die unseren Befehlen
nicht entspricht, so wird sie nicht anerkannt und für nichtig erklärt.“ (Muslim)

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ ﺍﹾﻟﻜﹶﺎﻓِﺮِﻳﻦ‬‫ﺤِﺐ‬‫ ﻻﹶ ﻳ‬‫ﺍﹾ ﻓﹶﺈِﻥﱠ ﺍﻟ ﹼﻠﻪ‬‫ﱠﻟﻮ‬‫ﻮ‬‫ﻮﻝﹶ ﻓﺈِﻥ ﺗ‬‫ﺳ‬‫ﺍﻟﺮ‬‫ ﻭ‬‫ﻮﺍﹾ ﺍﻟ ﹼﻠﻪ‬‫ﺃﹶﻃِﻴﻌ‬
„Gehorcht Allah und Seinem Gesandten. Doch wenn sie sich abwenden (so sollen sie
wissen), Allah liebt die Kafiruun nicht.“

Dieser Vers zeigt uns deutlich auf, dass die Nichtbefolgung der Sunna des Gesandten Allahs
( ‫ ) ا  و‬und die Zuwiderhandlung ein Akt des Kufrs ist. Auch wenn sie noch so sehr behaupten
Allah (‫ )
  و‬zu lieben und denken Ihm nahe zu stehen, so lange sie sich nicht der Sunna des
Propheten anpassen und ihm folgen, wird Allah (‫ )
  و‬sie keinesfalls lieben.“ (Tafsir Ibn Kathir)

Allah (‫ )
  و‬sagt:

ِ‫ ﺍﻟﹾﻌِﻘﹶﺎﺏ‬‫ﺪِﻳﺪ‬‫ ﺷ‬‫ﻪ ِﺇﻥﱠ ﺍﻟﱠﻠﻪ‬ ‫ﺗﻘﹸﻮﺍ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﺍ‬‫ﻮﺍ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ ﻓﹶﺎﻧﺘ‬‫ﻪ‬‫ﻨ‬‫ﻢ ﻋ‬ ‫ﺎﻛﹸ‬‫ﻬ‬‫ﺎ ﻧ‬‫ﻣ‬‫ﻩ ﻭ‬ ‫ﺨﺬﹸﻭ‬
 ‫ﻮﻝﹸ ﻓﹶ‬‫ﺮﺳ‬ ‫ﻢ ﺍﻟ‬ ‫ﺎﻛﹸ‬‫ﺎ ﺁﺗ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Was der Gesandte euch gibt, so nehmt es; und was er euch untersagt, so meidet es.
Fürchtet Allah, denn gewiss, Allah ist streng im Bestrafen.“ (Sura al-Haschr, Aya 7)

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Die Bedeutung von Laa ilaaha illallah Muhammadu r-Rasuluullah können wir nun wie folgt
zusammenfassen.

Laa ilaaha: Ich verspreche Allah (‫)


   و‬, dass ich die Taghut und all jene, die sich zu
Anbetungswürdigen erklären, nicht anerkenne, sie verleugne, meine Beziehung zu ihnen beende und meine
gesamte Kraft dazu aufbringen werde mein Herz von diesem Schmutz zu reinigen.

Illallah: Ich verspreche Allah (‫)


  و‬, dass ich in meiner Ibada und dessen Erfordernissen aufrichtig
bin, und dass ich bezüglich des Wissens, der Aqida und der Taten als Motiv allein nur das Wohlgefallen
Allahs zulassen werde. Meine Handlungen, meine Ibada und meine Aufrichtigkeit werde ich nur so
ausführen, wie sie der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬uns beigebracht hat.

Muhammadu r-Rasuluullah: Ich verspreche Allah (‫)


  و‬, dass ich die Ibada zu meinem Herrn
weder nach den Vorstellungen der Menschen, noch nach meinem persönlichen Verlangen und Neigungen,
noch nach irgendwelchen Erneuerungen ausüben werde. Sondern nur so, wie Allah (‫ )
  و‬sie liebt,
wie Er sie uns im Qur’an zeigte, Seinem Gesandten lehrte und er wiederum uns diese beigebracht hat.

Die Bedingungen von Laa ilaaha illallah

Damit das Glaubensbekenntnis dem Aussprechenden von Nutzen sein kann, müssen die unten angeführten
Bedingungen unbedingt erfüllt werden. Dies jedoch bedeutet nicht sie bloß aufzuzählen oder auswendig zu
lernen. Es gibt sehr viele Menschen, die all diese Bedingungen erfüllen und auch dementsprechend handeln,
doch sollten sie aufgefordert werden sie aufzuzählen, könnten sie es nicht. Und es gibt sehr viele Menschen,
die diese Bedingungen auswendig aufzählen können, doch gleichzeitig zerstören sie sie durch ihre
Handlungen und Worte. Man muss diese Bedingungen erfüllen und darf keine Handlungen begehen, die
eines davon zerstören würde.

Imam Wahb bin Munabbih wurde einst gefragt: „Sagte nicht der Gesandte Allahs ( ‫„ ) ا  و‬Laa
ilaaha illallah ist der Schlüssel zum Paradies“?“ Er antwortete: „Ja, aber ein Schlüssel ohne
Schlüsselbart gibt es nicht. Wenn du einen Schlüssel bringst, der keinen Bart hat, kannst du die Tür nicht
öffnen. Nur mit einem Schlüssel, der einen Bart hat, kannst du die Tür öffnen.“ (Bukhari / sahih zu
seinem Kommentar in Kitaabu l-Janaaiz Band 3, S.109)

Der Bart des Schlüssels für das Tor zum Paradies sind die Bedingungen von „Laa ilaaha illallah“, die wir
nun aufzählen werden.

1. Die Kenntnis ihrer Bedeutung

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﻪ‬ ‫ ﺇِﻟﱠﺎ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﻪ ﻟﹶﺎ ِﺇﻟﹶﻪ‬ ‫ ﺃﹶﻧ‬‫ﻠﹶﻢ‬‫ﻓﹶﺎﻋ‬
„Wisse! Es gibt keinen anbetungswürdigen Gott außer Allah.“ (Sura Muhammad,
Aya 19)
‫ﻮﻥﹶ‬‫ﻌﻠﹶﻤ‬ ‫ ﻳ‬‫ﻢ‬‫ﻫ‬‫ﻖ ﻭ‬ ‫ ﺑِﺎﻟﹾﺤ‬‫ﻬِﺪ‬‫ﻦ ﺷ‬‫ﺇِﻟﱠﺎ ﻣ‬
„Ausgenommen sind diejenigen, die die Wahrheit (Laa ilaaha illallah) bezeugen und
(über ihre Bedeutung) Bescheid wissen.“ (Sura az-Zukhruuf, Aya 86)

‫ﻜِﻴﻢ‬‫ ﺍﹾﻟﺤ‬‫ﻌﺰِﻳﺰ‬ ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﻮ‬‫ﻪ ﺇِﻻﱠ ﻫ‬ ‫ﺴﻂِ ﻻﹶ ﺇِﻟﹶ‬


 ِ‫ﺎﹰ ﺑِﺎﻟﹾﻘ‬‫ﻟﹸﻮﺍﹾ ﺍﻟﹾ ِﻌﻠﹾ ِﻢ ﻗﹶﺂﺋِﻤ‬‫ﺃﹸﻭ‬‫ﻼﹶِﺋﻜﹶﺔﹸ ﻭ‬‫ﺍﻟﹾﻤ‬‫ ﻭ‬‫ﻮ‬‫ﻪ ِﺇﻻﱠ ﻫ‬ ‫ﻪ ﻻﹶ ﺇِﻟﹶ‬ ‫ﻪ ﺃﹶﻧ‬ ‫ﻬِﺪ ﺍﻟ ﹼﻠ‬‫ﺷ‬
„Die Gerechtigkeit aufrechterhaltend bezeugt Allah, dass es keinen
Anbetungswürdigen gibt außer Ihm. Auch die Engel und die Wissenden bezeugten
dies. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Ihm, dem Mächtigen, dem Weisen.“
(Sura Ali Imran, Aya 18)

Der Gesandten Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Jeder, der die Bedeutung von ‚Laa ilaaha illallah’ kennt
und mit diesem Wissen stirbt, wird ins Paradies eintreten.“ (Muslim)

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2. Die Akzeptanz ihrer Bedeutung ohne Bedenken und Zweifeln

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻟﹶﺌِﻚ‬‫ﺒِﻴﻞِ ﺍﻟﱠﻠﻪِ ﺃﹸﻭ‬‫ ﻓِﻲ ﺳ‬‫ﺴﻬِﻢ‬


ِ ‫ﺃﹶﻧﻔﹸ‬‫ ﻭ‬‫ﺍﻟِ ِﻬﻢ‬‫ﻮ‬‫ﻭﺍ ِﺑﺄﹶﻣ‬‫ﺪ‬‫ﺎﻫ‬‫ﺟ‬‫ﻮﺍ ﻭ‬‫ﺎﺑ‬‫ﺗ‬‫ﻳﺮ‬ ‫ ﹶﻟﻢ‬‫ﻮِﻟﻪِ ﹸﺛﻢ‬‫ﺳ‬‫ﺭ‬‫ﻮﺍ ﺑِﺎﻟ ﱠﻠﻪِ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﻮﻥﹶ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻣِﻨ‬‫ﺆ‬‫ﺎ ﺍﹾﻟﻤ‬‫ﻧﻤ‬ِ‫ﺇ‬
‫ﺎﺩِﻗﹸﻮﻥ‬‫ ﺍﻟﺼ‬‫ﻫﻢ‬
„Diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten Imaan haben, hierauf nicht (an
ihrem Glauben) zweifeln, und sich mit ihrem Besitz und ihrem Leben für Allahs
Sache einsetzen, sind die wahren Gläubigen. Das sind auch die Wahrhaftigen.“ (Sura
al-Hujurat, Aya 15)

Der Gesandten Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Ich bezeuge: ‚Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer
Allah und Muhammad ist der Gesandte Allahs’. Wer an diesen beiden Glaubensbekenntnissen nicht
zweifelt und damit vor Allah tritt, dem wird das Paradies nicht verwehrt.“ (Muslim)

Der Gesandten Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „O Abu Hurayra! Wem du hinter diesem Feld begegnest,
der ohne jeglichen Zweifel und mit dem Herzen in voller Gewissheit ‚Laa ilaaha illallah’ bezeugt, so
überbringe ihm die frohe Botschaft des Paradieses.“ (Muslim)

3. Die Akzeptanz der Bedeutung mit dem Herzen und der Zunge

Über die vorangegangenen Völker berichtet uns Allah (‫)


  و‬, wie Er jene rettete, die diese Worte
akzeptierten, und wie Er sich an jene rächte und sie vernichtete, die es ablehnten es zu akzeptieren.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻠﹶﻰ ﺁﺛﹶﺎﺭِﻫِﻢ‬‫ﺎ ﻋ‬‫ﺇِﻧ‬‫ﺔٍ ﻭ‬‫ﻠﹶﻰ ﹸﺃﻣ‬‫ﺎ ﻋ‬‫ﺎﺀﻧ‬‫ﺎ ﺁﺑ‬‫ﺪﻧ‬ ‫ﺟ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﺎ ِﺇﻧ‬‫ﻓﹸﻮﻫ‬‫ﺮ‬‫ﺘ‬‫ﺬِﻳﺮٍ ﺇِﻟﱠﺎ ﻗﹶﺎﻝﹶ ﻣ‬‫ﻦ ﻧ‬‫ﻳﺔٍ ﻣ‬‫ ﻓِﻲ ﻗﹶﺮ‬‫ ِﻠﻚ‬‫ﺎ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ ﹾﻠﻨ‬‫ﺳ‬‫ﺎ ﹶﺃﺭ‬‫ ﻣ‬‫ﻭﻛﹶﺬﹶﻟِﻚ‬
‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﺎ ِﻣﻨ‬‫ﻨ‬‫ﻘﹶﻤ‬‫ﻭﻥﹶ ﻓﹶﺎﻧﺘ‬‫ﻢ ﺑِ ِﻪ ﻛﹶﺎﻓِﺮ‬‫ﺳِ ﹾﻠﺘ‬‫ﺎ ﹸﺃﺭ‬‫ﺎ ﺑِﻤ‬‫ ﻗﹶﺎﻟﹸﻮﺍ ﺇِﻧ‬‫ﺎﺀ ﹸﻛﻢ‬‫ﻪِ ﺁﺑ‬‫ ﹶﻠﻴ‬‫ﻢ ﻋ‬ ‫ﺪﺗ‬‫ﺟ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻯ ﻣِﻤ‬‫ﺪ‬‫ﻜﹸﻢ ﺑِﺄﹶﻫ‬‫ ﺟِﺌﹾﺘ‬‫ﻟﹶﻮ‬‫ﻭ ﹶﻥ ﻗﹶﺎﻝﹶ ﹶﺃﻭ‬‫ﺪ‬‫ﻣﻘﹾﺘ‬
‫ﻜﹶ ﱢﺬﺑِﲔ‬‫ﺔﹸ ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﺎﻗِﺒ‬‫ ﻛﹶﺎﻥﹶ ﻋ‬‫ﻒ‬‫ ﻛﹶﻴ‬‫ﻓﹶﺎﻧ ﹸﻈﺮ‬
„So sandten Wir keinen Warner vor dir in irgendeine Stadt, ohne dass ihre
aufsässigen Reichen gesprochen hätten: ‚Wir fanden unsere Väter auf einem Din,
und wir folgen ihren Spuren.’ (Ihr Warner) sagte: ‚(Wollt ihr den Din eurer Väter
nicht verlassen) auch wenn ich euch eine bessere Führung bringe als die, bei deren
Befolgung ihr eure Väter fandet?’ Sie sagten: ‚Wir leugnen das, womit ihr gesandt
seid.’ Da übten Wir an ihnen Vergeltung. Sieh nur, wie das Ende der Leugner war!”
(Sura az-Zukhruuf, Aya 23-25)

‫ ِﻣﻨِﲔ‬‫ﺆ‬‫ﻨﺞِ ﺍﹾﻟﻤ‬‫ﺎ ﻧ‬‫ﻨ‬‫ﻠﹶﻴ‬‫ﺎ ﻋ‬‫ﻘ‬‫ ﺣ‬‫ﻮﺍﹾ ﹶﻛﺬﹶِﻟﻚ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ ﹶﻠﻨ‬‫ﺳ‬‫ﻲ ﺭ‬‫ﺠ‬‫ﻨ‬‫ ﻧ‬‫ﹸﺛﻢ‬
„Dann werden Wir Unsere Gesandten und diejenigen, die den Imaan verwirklichen,
erretten. So ist es uns eine Pflicht die Gläubigen zu retten.“ (Sura Yunus, Aya 103)

ٍ‫ﻮﻥ‬‫ﻨ‬‫ﻣﺠ‬ ٍ‫ﺎﻋِﺮ‬‫ﺎ ﻟِﺸ‬‫ﺘِﻨ‬‫ﺎﺭِﻛﹸﻮﺍ ﺁِﻟﻬ‬‫ﺎ ﻟﹶﺘ‬‫ﻘﹸﻮﻟﹸﻮﻥﹶ ﺃﹶِﺋﻨ‬‫ﻳ‬‫ﻭﻥﹶ ﻭ‬‫ ﹾﻜﺒِﺮ‬‫ﺴﺘ‬


 ‫ ﻳ‬‫ ِﺇﻟﱠﺎ ﺍﻟ ﱠﻠﻪ‬‫ ﻟﹶﺎ ِﺇﻟﹶﻪ‬‫ﻢ‬‫ﻮﺍ ﺇِﺫﹶﺍ ﻗِﻴﻞﹶ ﹶﻟﻬ‬‫ ﻛﹶﺎﻧ‬‫ﻢ‬‫ﻧﻬ‬ِ‫ﺇ‬
„Als zu ihnen gesagt wurde: ‚Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah’, da
verhielten sie sich hochmütig. Sie sagten: ‚Sollen wir unsere Angebeteten verlassen
wegen eines besessenen Dichters?’“ (Sura s-Saffaat, Aya 35-36)

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4. Das Gestalten des eigenen Verhaltens, Benehmens und der Lebensweise entsprechend ihrer Bedeutung

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻭﻥﹶ‬‫ﺮ‬‫ﻨﺼ‬‫ ﻟﹶﺎ ﺗ‬‫ ﺛﹸﻢ‬‫ﻌﺬﹶﺍﺏ‬ ‫ ﺍﻟﹾ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﻳﺄﹾﺗِﻴ‬ ‫ﻞِ ﺃﹶﻥ‬‫ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ﻮﺍ ﻟﹶﻪ‬‫ﻠِﻤ‬‫ﹶﺃﺳ‬‫ ﻭ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﺑ‬‫ﻮﺍ ِﺇﻟﹶﻰ ﺭ‬‫ﺃﹶﻧِﻴﺒ‬‫ﻭ‬
„Wendet euch eurem Herrn zu. Ergebt euch Ihm, bevor Seine Strafe über euch
kommt. Denn sonst wird euch nicht geholfen.“ (Sura az-Zumar, Aya 54)

‫ﻠِﻴﻼﹰ‬‫ ﺧ‬‫ﺍﻫِﻴﻢ‬‫ﺮ‬‫ﻪ ِﺇﺑ‬ ‫ﺬﹶ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ﺗﺨ‬‫ﺍ‬‫ﻨِﻴﻔﹰﺎ ﻭ‬‫ ﺣ‬‫ﺍﻫِﻴﻢ‬‫ﺑﺮ‬ِ‫ ِﻣﻠﱠﺔﹶ ﺇ‬‫ﻊ‬‫ﺗﺒ‬‫ ﻭﺍ‬‫ﺤﺴِﻦ‬
 ‫ ﻣ‬‫ﻮ‬‫ﻫ‬‫ ﷲ ﻭ‬‫ﻪ‬‫ﻬ‬‫ﺟ‬‫ ﻭ‬‫ ﹶﻠﻢ‬‫ ﺃﹶﺳ‬‫ﻦ‬‫ﻤ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ ﺩِﻳﻨ‬‫ﻦ‬‫ﺴ‬‫ ﹶﺃﺣ‬‫ﻦ‬‫ﻭﻣ‬
„Wer hätte einen besseren Din als der, der sich Allah ergibt und dabei Gutes tut und
die rechte Religion Ibrahims folgt. Allah nahm sich Ibrahim zum Freund.“ (Sura an-
Nisaa, Aya 125)

ِ‫ﻮﺭ‬‫ﺔﹸ ﺍﻟﹾﺄﹸﻣ‬‫ﺎﻗِﺒ‬‫ﺇِﻟﹶﻰ ﺍﻟ ﱠﻠﻪِ ﻋ‬‫ﹾﺛﻘﹶﻰ ﻭ‬‫ﺓِ ﺍﻟﹾﻮ‬‫ﻭ‬‫ﻌﺮ‬ ‫ ﺑِﺎﻟﹾ‬‫ﻚ‬‫ﺴ‬‫ﻤ‬‫ﺘ‬‫ ﻓﹶﻘﹶﺪِ ﺍﺳ‬‫ﺴِﻦ‬‫ﻣﺤ‬ ‫ﻮ‬‫ﻫ‬‫ ﺇِﻟﹶﻰ ﺍﻟ ﱠﻠﻪِ ﻭ‬‫ﻪ‬‫ﻬ‬‫ﺟ‬‫ﻢ ﻭ‬ ِ‫ﻠ‬‫ﻳﺴ‬ ‫ﻦ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Wer sein Antlitz auf Allah richtet und Gutes tut, hat gewiss die festeste Handhabe
ergriffen. Und zu Allah führt das Ende aller Angelegenheiten.“ (Sura Luqman,
Aya 22)

Die Bedeutung der festen Handhabe ist Laa ilaaha illallah.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻮﺍ‬‫ﻠﱢﻤ‬‫ﻳﺴ‬‫ ﻭ‬‫ﺖ‬‫ﻴ‬‫ﺎ ﻗﹶﻀ‬‫ﻤ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﺟ‬‫ﺮ‬‫ ﺣ‬‫ﻭﺍﹾ ﻓِﻲ ﺃﹶﻧﻔﹸﺴِ ِﻬﻢ‬‫ﺠﺪ‬


ِ ‫ ﻻﹶ ﻳ‬‫ ﹸﺛﻢ‬‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻨ‬‫ﺑﻴ‬ ‫ﺮ‬‫ﺷﺠ‬ ‫ﺎ‬‫ ﻓِﻴﻤ‬‫ﻮﻙ‬‫ﻜﱢﻤ‬‫ﻳﺤ‬ ‫ﻰ‬‫ﺘ‬‫ﻮ ﹶﻥ ﺣ‬‫ﻣِﻨ‬‫ﺆ‬‫ﻚ ﻻﹶ ﻳ‬
 ‫ﺑ‬‫ﺭ‬‫ﹶﻓﻼﹶ ﻭ‬
‫ﺎ‬‫ﻠِﻴﻤ‬‫ﺴ‬‫ﺗ‬
„Aber nein, bei deinem Herrn! Sie sind nicht eher Gläubige, bis sie dich
(Muhammad) zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen umstritten ist,
und hierauf in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden, und
sich ihr in voller Ergebung fügen.“ (Sura an-Nisaa, Aya 65)

Ibn Kathir sagte hierzu: „Allah (‫ )


  و‬weist unter Schwur auf sein ehrwürdiges und heiliges Wesen
darauf hin, dass niemand Imaan besitzt, ehe er nicht in all seinen Angelegenheiten Allah (‫)
  و‬
und Seinen Gesandten zu Richtern wählt. Sein Urteil ist die einzig wahre Gerechtigkeit und die Wahrheit
selbst, und dessen äußere wie innere Befolgung ist die Pflicht eines jeden Muslims. Deshalb sagt Allah
(‫)
  و‬:
‫ﺎ‬‫ﻠِﻴﻤ‬‫ﺗﺴ‬ ‫ﻮﺍﹾ‬‫ ﱢﻠﻤ‬‫ﺴ‬‫ﻳ‬‫ ﻭ‬‫ﺖ‬‫ﻴ‬‫ﺎ ﻗﹶﻀ‬‫ﻤ‬‫ﺎ ﻣ‬‫ﺟ‬‫ﺮ‬‫ ﺣ‬‫ﻭﹾﺍ ﻓِﻲ ﺃﹶﻧ ﹸﻔﺴِﻬِﻢ‬‫ﺠﺪ‬
ِ ‫ﻢ ﻻﹶ ﻳ‬ ‫ﺛﹸ‬
„...und hierauf in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden,
und sich ihr in voller Ergebung fügen.“

D.h. wenn sie dich (Muhammad) zum Richter ernennen, so gehorchen sie dir von Herzen. Sie hegen
keine Bedenken gegen dein Urteil, sondern unterwerfen sich ihr innerlich wie äußerlich.
Widerspruchslos, ohne jegliches Auflehnen und unter Verzicht auf jegliche Debatte ergeben sie sich
deiner Entscheidung.

Schließlich sagte auch der Gesandte Allahs ( ‫) ا  و‬: „Solange euer Verlangen nicht dem
entspricht, was ich euch gebracht habe, geltet ihr nicht als Gläubige.“ (Muslim) (Tafsir Ibn Kathir)

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5. Die wahrhaftige Bestätigung ihrer Bedeutung mit dem Herzen und der Zunge

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻮﻥ‬‫ﻋ‬‫ﺨﺪ‬
 ‫ﺎ ﻳ‬‫ﻣ‬‫ﻮﺍ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺍﻟﱠﺬِﻳﻦ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ﻮﻥ ﺍﻟ ﹼﻠ‬‫ﺎﺩِﻋ‬‫ﺨ‬‫ ﻳ‬‫ ِﻣﻨِﲔ‬‫ﺆ‬‫ﻢ ﺑِﻤ‬‫ﺎ ﻫ‬‫ﻭﻣ‬ ِ‫ﻡِ ﺍﻵﺧِﺮ‬‫ﻮ‬‫ﺑِﺎﻟﹾﻴ‬‫ﺎ ﺑِﺎﻟﻠﹼ ِﻪ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ﻳﻘﹸﻮﻝﹸ ﺁﻣ‬ ‫ﻦ‬‫ﺎﺱِ ﻣ‬‫ﻣِﻦ ﺍﻟﻨ‬‫ﻭ‬
‫ﻮﻥ‬‫ ﹾﻜ ِﺬﺑ‬‫ﻮﺍ ﻳ‬‫ﺎ ﻛﹶﺎﻧ‬‫ ﺑِﻤ‬‫ ﹶﺃﻟِﻴﻢ‬‫ﺬﹶﺍﺏ‬‫ﻢ ﻋ‬‫ﻟﹶﻬ‬‫ﺿﺎﹰ ﻭ‬‫ﻣﺮ‬ ‫ﻪ‬ ‫ﻢ ﺍﻟﻠﹼ‬ ‫ﻫ‬‫ﺍﺩ‬‫ ﻓﹶﺰ‬‫ﺮﺽ‬ ‫ﻭﻥﹶ ﻓِﻲ ﻗﹸﻠﹸﻮﺑِﻬِﻢ ﻣ‬‫ﻌﺮ‬ ‫ﺸ‬‫ﺎ ﻳ‬‫ﻣ‬‫ﻢ ﻭ‬‫ﻬ‬‫ﺇِ ﱠﻻ ﺃﹶﻧﻔﹸﺴ‬
„Unter den Menschen gibt es manche, die sagen: ‚Wir verwirklichen den Imaan an
Allah und an den Jüngsten Tag’, doch sie sind keine Gläubige. Sie versuchen Allah
und die Gläubigen zu betrügen. Doch sie betrügen nur sich selbst, ohne es zu
merken. In ihren Herzen ist Krankheit, und Allah mehrte ihre Krankheit. Für sie
wird es schmerzliche Strafe geben, weil sie logen.“ (Sura al-Baqara, Aya 8-10)

‫ﻪ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬ ‫ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﻦ‬‫ﻌﻠﹶﻤ‬ ‫ ﻓﹶﻠﹶﻴ‬‫ ِﻠﻬِﻢ‬‫ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻨ‬‫ ﻓﹶﺘ‬‫ﻟﹶ ﹶﻘﺪ‬‫ﻮﻥﹶ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ﻳﻔﹾﺘ‬ ‫ ﻟﹶﺎ‬‫ﻢ‬‫ﻫ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ﻘﹸﻮﻟﹸﻮﺍ ﺁﻣ‬‫ﻛﹸﻮﺍ ﺃﹶﻥ ﻳ‬‫ﺮ‬‫ﻳﺘ‬ ‫ ﺃﹶﻥ‬‫ﺎﺱ‬‫ ﺍﻟﻨ‬‫ﺣﺴِﺐ‬ ‫ﺃﹶ‬
‫ ﺍﹾﻟﻜﹶﺎﺫِﺑِﲔ‬‫ﻦ‬‫ﻠﹶﻤ‬‫ﻌ‬‫ﹶﻟﻴ‬‫ﻗﹸﻮﺍ ﻭ‬‫ﺪ‬‫ﺻ‬
„Meinen die Menschen etwa, dass sie in Ruhe gelassen werden, nur weil sie sagen:
‚Wir haben Imaan’, ohne dass sie geprüft werden? Wir haben schon diejenigen vor
ihnen geprüft. Gewiss kennt Allah diejenigen, die die Wahrheit sprechen, und
gewiss kennt Er die Lügner.“ (Sura al-Ankabut, Aya 2-3)

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wer von ganzem Herzen anerkennend ‚Laa ilaaha illallah,
Muhammadu r-Rasuluullah’ bezeugt, dem verwehrt Allah den Eintritt in die Hölle.“ (Bukhari, Muslim)

Der Gesandte Allahs sagte: „Meine Fürsprache wird derjenige erlangen, der aufrichtig ‚Laa ilaaha
illallah’ bezeugt und das, was in seinem Herzen ist, mit der Zunge bestätigt, und das, was auf seiner
Zunge ist, mit dem Herzen bestätigt.“ (Hakim / sahih, Zahabi unterstützte es)

Laa ilaaha illallah zu bestätigen, erfordert die Unterwerfung in die islamische Scharia, die Akzeptanz seiner
Urteile, die Bestätigung seiner Nachrichten, die Befolgung seiner Befehle und das Meiden seiner Verbote.

6. Die Aufrichtigkeit gegenüber dieser Worte

D.h. alle Handlungen nur für das Wohlgefallen Allahs wegen zu tätigen und sich auf eine gereinigte Art und
Weise von jeglichem Schirk zu distanzieren.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺤﻜﹸﻢ‬
 ‫ﻪ ﻳ‬ ‫ﹾﻟﻔﹶﻰ ﺇِﻥﱠ ﺍﻟﻠﱠ‬‫ﺎ ﺇِﻟﹶﻰ ﺍﻟ ﱠﻠﻪِ ﺯ‬‫ﻮﻧ‬‫ﺑ‬‫ ﹶﻘﺮ‬‫ ِﺇﻟﱠﺎ ﻟِﻴ‬‫ﻢ‬‫ﺪﻫ‬ ‫ﻌﺒ‬ ‫ﺎ ﻧ‬‫ﺎﺀ ﻣ‬‫ﻟِﻴ‬‫ﻭﻧِ ِﻪ ﹶﺃﻭ‬‫ﺬﹸﻭﺍ ﻣِﻦ ﺩ‬‫ﺨ‬‫ ﺍﺗ‬‫ﺍﻟﱠﺬِﻳﻦ‬‫ ﻭ‬‫ﺎِﻟﺺ‬‫ ﺍﻟﹾﺨ‬‫ﻳﻦ‬‫ﺃﹶﻟﹶﺎ ِﻟﻠﱠ ِﻪ ﺍﻟﺪ‬
‫ ﻛﹶﻔﱠﺎﺭ‬‫ ﻛﹶﺎﺫِﺏ‬‫ﻮ‬‫ ﻫ‬‫ﻦ‬‫ﺪِﻱ ﻣ‬‫ﻳﻬ‬ ‫ﻪ ﻟﹶﺎ‬ ‫ ِﻠﻔﹸﻮﻥﹶ ﺇِ ﱠﻥ ﺍﻟﻠﱠ‬‫ﺨﺘ‬
 ‫ ﻓِﻴﻪِ ﻳ‬‫ﻢ‬‫ﺎ ﻫ‬‫ ﻓِﻲ ﻣ‬‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻴﻨ‬ ‫ﺑ‬
„Allah allein gehört der aufrichtige Din. Diejenigen, die sich andere zu engen
Freunden nehmen statt Allah, sagen: ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Allah
nahe bringen.’ Allah wird zwischen ihnen richten über das, worüber sie uneins sind.
Gewiss, Allah leitet nicht recht, wer ein lügnerische Kuffar sind.“ (Sura az-Zumar,
Aya 3)

ِ‫ﺔ‬‫ﻤ‬‫ ﺍﹾﻟﻘﹶﻴ‬‫ ﺩِﻳﻦ‬‫ﺫﹶِﻟﻚ‬‫ﻛﹶﺎ ﹶﺓ ﻭ‬‫ﻮﺍ ﺍﻟﺰ‬‫ﺗ‬‫ﺆ‬‫ﻳ‬‫ﻠﹶﺎﺓﹶ ﻭ‬‫ﻮﺍ ﺍﻟﺼ‬‫ﻘِﻴﻤ‬‫ﻭﻳ‬ ‫ﻔﹶﺎﺀ‬‫ﺣﻨ‬ ‫ﻳﻦ‬‫ ﺍﻟﺪ‬‫ ﻟﹶﻪ‬‫ﺨﻠِﺼِﲔ‬
 ‫ﻪ ﻣ‬ ‫ﻭﺍ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻌ‬‫ﻭﺍ ِﺇﻟﱠﺎ ِﻟﻴ‬‫ﺎ ﺃﹸﻣِﺮ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Ihnen wurde nichts anderes befohlen, als nur Allah zu dienen und dabei Ihm
gegenüber aufrichtig im Din zu sein (frei von jeglichem Schirk), als Anhänger des
rechten Din, und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten. Das ist der
richtige Din.“ (Sura al-Bayyina, Aya 5)

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Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Derjenige, der am Jüngsten Tag mit meiner Fürsprache am
glücklichsten sein wird, ist der, der aufrichtig mit seinem Herzen ‚Laa ilaaha illallah’ sagt.“ (Bukhari)

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Allah verwehrt jenem (den Eintritt in) die Hölle, der Laa
ilaaha illallah sagt, und dabei nach Sein Wohlgefallen sucht.“ (Muslim)

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا    و‬sagte: „Wer vom Herzen aufrichtig sagt: ‚Es gibt keinen
Anbetungswürdigen außer Allah. Er ist einzig und hat keinen Partner. Ihm gehört die Herrschaft, Ihm
gebührt aller Lob und Er hat Macht über alle Dinge.’ und das, was im Herzen ist, mit der Zunge bestätigt,
so öffnet Allah für ihn den Himmel und blickt auf ihn. Und wen Allah ansieht, so gibt er ihm alles, was er
von Ihm verlangt.“ (An-Nasai)

Imam Al-Fadl Ibn Iyad sagte: „Jede Tat, die zwar für das Wohlgefallen Allahs wegen gemacht wurde,
aber nicht Seinem Befehl entspricht, wird von Allah (‫ )
  و‬nicht anerkannt. Auch jene Taten, die
zwar Seinem Befehl entsprechen, aber nicht für Sein Wohlgefallen wegen ausgeübt wurden, erkennt
Allah ( ‫ )
  و‬nicht an. Nur die Taten, deren einziges Motiv Sein Wohlgefallen ist und die
entsprechend der Sunna Seines Gesandten ausgeführt werden, werden von Allah ( ‫)
  و‬
akzeptiert.“

Die Bindung zum islamischen Din erfordert die alleinige Unterwerfung zu Allah ( ‫ )
  و‬und sonst zu
keinem anderen. Und dies ist die Natur von Laa ilaaha illallah. Wer sich gleichzeitig Allah ( ‫ )
  و‬und
einem anderen unterwirft, wird ein Muschrik und Allah (‫ )
  و‬wird Ihm niemals vergeben. Wer sich
Allah (‫ )
  و‬nicht unterwirft, der zeigt Hochmut in der Ibada zu Allah (‫)
  و‬.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺍﺧِﺮِﻳﻦ‬‫ ﺩ‬‫ﻨﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻠﹸﻮﻥﹶ ﺟ‬‫ﺧ‬‫ﺪ‬‫ﻴ‬‫ﺗِﻲ ﺳ‬‫ﺎﺩ‬‫ ﻋِﺒ‬‫ﻦ‬‫ﻭﻥﹶ ﻋ‬‫ﻜﹾﺒِﺮ‬‫ﺘ‬‫ﻳﺴ‬ ‫ ﺇِ ﱠﻥ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ ﹶﻟﻜﹸﻢ‬‫ﺠِﺐ‬‫ﺘ‬‫ﻮﻧِﻲ ﺃﹶﺳ‬‫ﻋ‬‫ﻢ ﺍﺩ‬ ‫ﺑﻜﹸ‬‫ﻗﹶﺎﻝﹶ ﺭ‬‫ﻭ‬
„Euer Herr sprach: ‚Ruft Mich an, so erhöre Ich euch. Diejenigen, die sich zu groß
wähnen um Mir zu dienen, werden erniedrigt in die Hölle eintreten.“ (Sura al-Ghafir,
Aya 60)

7. Die Liebe zu Laa ilaaha ilallah und zu ihrem Weg, und zu all jenen, die diese Worte lieben und auf ihr
schreiten. Sowie der Groll und das Verweigern der engen Freundschaft zu jene, die diese Aussage als
schlecht ansehen und andere Wege einschlagen

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎ ﱢﻟﻠﹼﻪ‬‫ﺒ‬‫ﺪ ﺣ‬ ‫ﻮﺍﹾ ﺃﹶﺷ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﻭ‬‫ﺐ‬‫ ﹶﻛﺤ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﻮﻧ‬‫ﺤﺒ‬


ِ ‫ﺍﺩﹰﺍ ﻳ‬‫ﻭﻥِ ﺍﻟﻠﹼ ِﻪ ﺃﹶﻧﺪ‬‫ﺨﺬﹸ ﻣِﻦ ﺩ‬
ِ ‫ﺘ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﺎﺱِ ﻣ‬‫ﻣِﻦ ﺍﻟﻨ‬‫ﻭ‬
„Es gibt unter den Menschen manche, die anstelle Allahs die Ihm gleichgestellten
Partner lieben, wie man nur Allah lieben soll. Die aber, die den Imaan
verwirklichen, lieben Allah noch mehr.“ (Sura al-Baqara, Aya 165)

‫ﺓ‬‫ ﺃﹶﻋِﺰ‬‫ ِﻣﻨِﲔ‬‫ﺆ‬‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﻪ ﺃﹶ ِﺫﻟﱠﺔٍ ﻋ‬ ‫ﻮﻧ‬‫ﻳﺤِﺒ‬‫ﻢ ﻭ‬ ‫ﻬ‬‫ﻳﺤِﺒ‬ ٍ‫ﻡ‬‫ﻪ ﺑِ ﹶﻘﻮ‬ ‫ﻳﺄﹾﺗِﻲ ﺍﻟﻠﹼ‬ ‫ﻑ‬‫ﻮ‬‫ﻦ ﺩِﻳﻨِ ِﻪ ﻓﹶﺴ‬‫ ﻋ‬‫ ﻣِﻨ ﹸﻜﻢ‬‫ﺪ‬‫ﺮﺗ‬ ‫ﻦ ﻳ‬‫ﻮﹾﺍ ﻣ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻳﻬ‬‫ﺎ ﺃﹶ‬‫ﻳ‬
‫ﺍﺳِﻊ‬‫ ﻭ‬‫ﺍﻟ ﹼﻠﻪ‬‫ﺎﺀ ﻭ‬‫ﺸ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﺆﺗِﻴﻪِ ﻣ‬ ‫ﻀﻞﹸ ﺍﻟ ﹼﻠ ِﻪ ﻳ‬
 ‫ ﻓﹶ‬‫ ﹶﺔ ﻵﺋِﻢٍ ﺫﹶﻟِﻚ‬‫ﻣ‬‫ﺎﻓﹸﻮﻥﹶ ﻟﹶﻮ‬‫ﺨ‬‫ﻻﹶ ﻳ‬‫ﺒِﻴﻞِ ﺍﻟ ﹼﻠﻪِ ﻭ‬‫ﻭﻥﹶ ﻓِﻲ ﺳ‬‫ﺎﻫِﺪ‬‫ﺠ‬‫ ﻳ‬‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟﹾﻜﹶﺎﻓِﺮِﻳﻦ‬‫ﻋ‬
‫ﻠِﻴﻢ‬‫ﻋ‬
„O die ihr den Imaan verwirklicht! Wer von euch sich von seinem Din abkehrt, so
wird Allah an eurer Stelle ein Volk hervorbringen, die Er liebt und die Ihn lieben.
Sie sind bescheiden gegenüber den Gläubigen und mächtig und voller Würde
gegenüber den Kafiruun. Sie setzen sich ein auf dem Weg Allahs und fürchten nicht
den Tadel des Tadelnden. Dies ist die Gunst Allahs. Er gewährt sie, wem Er will.
Allah ist allumfassend und wissend.“ (Sura al-Ma’ida, Aya 54)

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Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Nur jene, die die folgenden drei Eigenschaften besitzen,
erfahren die wahre Freude und den wahren Genuss des Imaans:

1. Wenn ihre Liebe zu Allah und Seinem Gesandten alles andere überragt,

2. ihre Liebe zu anderen Menschen nur um das Wohlgefallen Allahs erfolgt,

3. und sie den Rückfall zum Kufr genauso fürchten, wie die Furcht davor ins Feuer geworfen zu
werden.“ (Bukhari, Muslim)

Die Zeichen der Liebe eines Dieners zu seinem Herrn sind folgende: Dass, was Allah ( ‫ )
  و‬liebt,
über alles zu stellen, auch wenn es dem eigenen Neigungen widerspricht. Dass, was Allah (‫)
  و‬
verabscheut, ebenfalls zu verabscheuen, auch wenn sich die eigenen Neigungen dazu hingezogen fühlen. Mit
jenen Freundschaften zu schließen, die Allah (‫ )
  و‬und Sein Gesandter sich zu Freunden nahmen,
und mit jenen Feind zu werden, die die Feinde Allahs und Seines Gesandten sind. Zudem sich dem
Gesandten Allahs ( ‫ )  ا    و‬zu binden, seine Sunna zu befolgen und sich seinen Befehlen zu
unterwerfen.

Das Verrichten des Pflichtgebets & Das Entrichten der Zakah

Das Verrichten des Pflichtgebets und das Entrichten der Zakah. Das Gebet ist nach dem Tauhid die erste Tat,
die zur Pflicht erklärt wurde.

Über das Gebet und die Zakah sagt Allah (‫)


  و‬:

ِ‫ﺔ‬‫ﻤ‬‫ ﺍﹾﻟﻘﹶﻴ‬‫ ﺩِﻳﻦ‬‫ﺫﹶِﻟﻚ‬‫ﻛﹶﺎ ﹶﺓ ﻭ‬‫ﻮﺍ ﺍﻟﺰ‬‫ﺗ‬‫ﺆ‬‫ﻳ‬‫ﻠﹶﺎﺓﹶ ﻭ‬‫ﻮﺍ ﺍﻟﺼ‬‫ﻘِﻴﻤ‬‫ﻭﻳ‬ ‫ﻔﹶﺎﺀ‬‫ﺣﻨ‬ ‫ﻳﻦ‬‫ ﺍﻟﺪ‬‫ ﻟﹶﻪ‬‫ﺨﻠِﺼِﲔ‬
 ‫ﻪ ﻣ‬ ‫ﻭﺍ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﺒﺪ‬‫ﻌ‬‫ﻭﺍ ِﺇﻟﱠﺎ ِﻟﻴ‬‫ﺎ ﺃﹸﻣِﺮ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Ihnen wurde nichts anderes befohlen, als nur Allah zu dienen und dabei Ihm
gegenüber aufrichtig im Din zu sein (frei von jeglichem Schirk), als Anhänger des
rechten Din, und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten. Das ist der
richtige Din.“ (Sura al-Bayyina, Aya 5)

Hier teilt Allah (‫ )


  و‬den Menschen mit, dass Er ihnen folgende Pflichten auferlegt hat: Nur Ihm
allein zu dienen, nur Seine Gesetze anzuerkennen, sich von jeder Art des Schirks und dessen Anhängern
abzukehren, das Pflichtgebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten.

Der Hinweis Allahs „Das ist der richtige Din“ verdeutlicht, dass nur diejenigen, die die oben genannten
Eigenschaften besitzen, die Inhaber des einzig wahren Glaubens sind.

Das Fasten im Monat Ramadan

Eine weitere Bedingung des Islams ist das Fasten, das sowohl den vorherigen Völkern Pflicht war, als auch
diesem Volk zur Pflicht erklärt wurde.

Allah (‫ )
  و‬sagt über das Fasten:

‫ﻘﹸﻮﻥ‬‫ﺘ‬‫ ﺗ‬‫ ﱠﻠﻜﹸﻢ‬‫ﻢ ﹶﻟﻌ‬ ‫ﻠِﻜﹸ‬‫ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ﻠﹶﻰ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ ﻋ‬‫ﺎ ﻛﹸﺘِﺐ‬‫ ﻛﹶﻤ‬‫ﺎﻡ‬‫ﻴ‬‫ ﺍﻟﺼ‬‫ ﹸﻜﻢ‬‫ ﹶﻠﻴ‬‫ﺐ ﻋ‬
 ِ‫ﻮﺍﹾ ﹸﻛﺘ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻳﻬ‬‫ﺎ ﺃﹶ‬‫ﻳ‬
„O die ihr den Imaan verwirklicht! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es
denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr Allah
fürchten.“ (Sura al-Baqara, Aya 183)

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Allah (‫ )
  و‬wendet sich dieser Gemeinschaft zu und befiehlt ihnen zu fasten. Das Fasten ist das
meiden von Essen, Trinken und dem Beischlaf nur um das Wohlgefallen Allahs wegen. Der Zweck des
Fastens ist die Klärung der Seele, ihre Reinigung, Aufpolierung und ihre Befreiung von schlechten
Benehmen und Eigenarten.

Das Fasten wurde im zweiten Jahr der Hijra zur Pflicht. So wie das Fasten für die Muslime zur Pflicht erklärt
wurde, so war es bereits schon vor dem Islam eine Pflicht. Die vorangegangenen Glaubensgefährten sind
Vorbilder für die Muslime. So müssen die Muslime versuchen diese Ibada so gut wie nur möglich zu
vollziehen.

Das Fasten reinigt den Körper und verschließt alle Wege gegenüber den Einflüssen des Shaitans. Deshalb
empfiehlt der Gesandte Allahs ( ‫) ا  و‬: „O ihr Jugendlichen! Wer von euch die Kraft hat zu
heiraten, der möge heiraten. Und wessen Kraft dazu nicht reicht, der möge fasten. Dies wird ihn
schützen.“ (Bukhari, Muslim)

Die Wahlfahrt zur Kaaba

Für jeden Muslim, der einen Weg findet, ist es Pflicht das Haus Allahs, die Kaaba, zu besuchen.

Allah (‫ )
  و‬sagt hierzu:

‫ﺎﻟﹶﻤِﲔ‬‫ﻦِ ﺍﻟﹾﻌ‬‫ ﻋ‬‫ ﹶﻓﺈِﻥﱠ ﺍﷲ ﻏﹶﻨِﻲ‬‫ﻦ ﹶﻛﻔﹶﺮ‬‫ﻣ‬‫ﺒِﻴﻼﹰ ﻭ‬‫ﻴﻪِ ﺳ‬ ‫ ﺇِﻟﹶ‬‫ﻄﹶﺎﻉ‬‫ﺘ‬‫ﻣﻦِ ﺍﺳ‬ ِ‫ﺖ‬‫ﻴ‬‫ﺞ ﺍﹾﻟﺒ‬
 ِ‫ﺱ ﺣ‬
ِ ‫ﺎ‬‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟﻨ‬‫ﻭﻟِﻠﹼﻪِ ﻋ‬
„Allah steht es den Menschen gegenüber zu, dass sie die Pilgerfahrt zum Hause
(Kaaba) unternehmen, wer die Möglichkeit dazu hat. Wer es leugnet, so ist Allah
erhaben über alle Welten.“ (Sura Ali Imran, Aya 97)

Allah (‫ )
   و‬verlangt von jedem Menschen, dass er den Din des Islams anerkennt, dessen
Verpflichtungen und Befehle erfüllt und sich, wie all die anderen Gläubigen auch, dem Hause Allahs
zuwendet, in der Absicht die Wahlfahrt auszuführen.

Die Wahlfahrt zur Kaaba muss mindestens einmal im Leben durchgeführt werden. Sobald die
Reisesicherheit und die Reisemöglichkeit vorhanden sind, wird diese zur unverzüglichen Pflicht. Die
Pilgerfahrt ist der jährliche Generalkongress der Muslime.

Die Muslime versammeln sich um einen Haus, an der die islamische Bewegung zum ersten Mal in die
Öffentlichkeit trat. Sie begegnen einander an einem Haus, das den ersten Treffpunkt dieses reinen Din
darstellt. Es wurde durch Ibrahims Hände zum Zwecke der alleinigen Anbetung Allahs erbaut. Die
Pilgerfahrt besitzt unzählige Erinnerungen und Inspirationen, die nirgendwo sonst zu erfahren sind. Die
Menschen begegnen einander in der Gegenwart Allahs, indem sie ein Haus umkreisen, dass die Geburtsstätte
eines erhabenen Dieners ist. Sie vereinigen sich um den geistigen Wert, der das Individuum erst zum
Menschen macht. Sie begegnen einander nur um dieses eine Ideals willen. Selbstverständlich ist dieses Ideal
nur an ihrer Geburtsstätte erfahrbar, sodass eine Wahlfahrt dorthin unabdingbar ist.

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Zweite Stufe
Der Imaan

Der Imaan besitzt mehr als siebzig Zweige. Ihr Höchster ist die Aussage „Laa ilaaha illallah“, und ihr
Niedrigster ist das Entfernen eines störenden Gegenstandes von der Straße. Die Scham ist ebenfalls ein
Zweig des Imaans.

Imaan bedeutet wörtlich „Bestätigen“.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺎﺩِﻗِﲔ‬‫ﺎ ﺻ‬‫ ﻛﹸﻨ‬‫ﻭﻟﹶﻮ‬ ‫ﺎ‬‫ﻣِﻦٍ ﻟﱢﻨ‬‫ﺆ‬‫ ِﺑﻤ‬‫ﺎ ﺃﹶﻧﺖ‬‫ﻭﻣ‬
„Du wirst uns doch nicht glauben, auch wenn wir die Wahrheit sagen.“ (Sura Yusuf,
Aya 17)

Imaan hat zwei Bedeutungen, die allgemeine und die spezifische.

Wenn es gesondert erwähnt wird, ist damit seine allgemeine Bedeutung beabsichtigt. Das bedeutet: Das
Bestätigen mit der Zunge, das Handeln mit den Gliedmaßen und der Glaube mit dem Herzen. D.h. sei es in
der praktischen Ausübung oder im Geiste, sich dem islamischen Din zu unterwerfen und all seine Befehle zu
erfüllen.

Die Salafu s-Salihin benutzen mindestens zwei, oder maximal sechs Begriffe um den Imaan zu definieren.
Wenn sie zwei Begriffe benutzen, sagten sie: „Imaan ist Wort und Tat.“

Wenn sie sechs Begriffe benutzen, sagten sie: „Imaan ist Wort, Tat, Glaube, Absicht, Befolgung und
Aufrichtigkeit.“

Wird Imaan zusammen mit dem Begriff Islam erwähnt, so ist seine spezifische Bedeutung gemeint: Alles,
was die islamische Scharia brachte, zu bestätigen und daran zu glauben. Demzufolge beinhaltet der Imaan
die verborgenen und der Islam die sichtbaren Taten.

Die Bedingungen Des Imaans:

Der Imaan hat sechs Bedingungen. Wer auch nur an einen dieser Bedingungen nicht glaubt, verlässt dadurch
die islamische Gemeinschaft und wird zu einem Kafir.

1. Der Imaan an Allah (‫)


  و‬
2. Der Imaan an die Engel
3. Der Imaan an die Bücher
4. Der Imaan an die Propheten und Gesandten
5. Der Imaan an das Jenseits
6. Der Imaan an die Vorsehung, und dass alles Gute und alles Übel von Allah (‫ )
  و‬stammen

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻶﺋِﻜﹶﺔ‬‫ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﻡِ ﺍﻵﺧِﺮِ ﻭ‬‫ﻮ‬‫ﺍﻟﹾﻴ‬‫ ﺑِﺎﻟ ﹼﻠ ِﻪ ﻭ‬‫ﻦ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﻣﻦ‬ ‫ ﺍﹾﻟﺒِﺮ‬‫ﹶﻟﻜِﻦ‬‫ ِﺮﺏِ ﻭ‬‫ﻐ‬‫ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﺮِﻕِ ﻭ‬‫ﺸ‬‫ﻞﹶ ﺍﹾﻟﻤ‬‫ ﻗِﺒ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﻮﻫ‬‫ﺟ‬‫ﻟﱡﻮﺍﹾ ﻭ‬‫ﻮ‬‫ ﺃﹶﻥ ﺗ‬‫ﺲ ﺍﹾﻟﺒِﺮ‬‫ﻟﱠﻴ‬
‫ﲔ‬‫ﺒِﻴ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ﺎﺏِ ﻭ‬‫ﺍﻟﹾﻜِﺘ‬‫ﻭ‬
„Es ist keine Tugend, dass ihr euer Antlitz nach Osten oder Westen richtet. Tugend
ist vielmehr, dass man an Allah, an den Jüngsten Tag, an die Engel, an die Bücher
und an die Propheten Imaan hat.“ (Sura al-Baqara, Aya 177)

ٍ‫ﺭ‬‫ ِﺑ ﹶﻘﺪ‬‫ﺎﻩ‬‫ﻠﹶ ﹾﻘﻨ‬‫ﺀٍ ﺧ‬‫ﻲ‬‫ﺎ ﻛﹸﻞﱠ ﺷ‬‫ِﺇﻧ‬


„Zweifellos haben Wir alles mit einer Vorsehung (Qadar) erschaffen.“ (Sura
al-Qamar, Aya 49)

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Nun wollen wir die Bedingungen des Imaans einzeln erläutern:

1. Der Imaan an Allah (‫)


  و‬

Um ein Muslim werden zu können, muss man an Allah (‫ )


  و‬wie folgt Imaan haben:

Allah (‫ )
   و‬existiert und Er besitzt vollkommene Eigenschaften. Seine Existenz und Seine
Eigenschaften gleichen in keinster Weise Seinen Geschöpfen. Er ist einzig, d.h. Er hat keinen Partner und
keinen Gleichgesinnten und es gibt keinen anderen Seiner Art. Er ist Einzig in Seiner Göttlichkeit, in Seiner
Herrschaft und in Seinen Namen und Eigenschaften.

So wie Er der alleinige Schöpfer, Eigentümer, Versorger und Erzieher aller Geschöpfe ist, so besitzt auch nur
Er das Recht auf alleinige Verfügungsgewalt über Seine Geschöpfe. Er ist der einzige Gesetzesgeber, der
ihnen Befehle und Verbote für die Gestaltung ihres Lebens verkünden darf, und dem es einzig und allein
gebührt in den Himmeln und auf Erden Seinen Gesetzen zu folgen und Seinen Urteilen zu gehorchen.
Sowohl die Ibada als auch die Gehorsamkeit ist einzig und allein nur Sein Anrecht.

Dem widersprechen folgende Zustände: Irgendeine Eigenschaft Allahs (‫ )


  و‬bezüglich Seiner
Göttlichkeit und Seiner Herrschaft einem Geschöpf zuzusprechen; oder die Ibada und die Gehorsamkeit, was
einzig und allein nur Sein Anrecht ist, zu irgendeinem Geschöpf in einer Art auszuüben, die eigentlich nur
Allah (‫ )
  و‬gebührt.

Obwohl nur Allah (‫ )


  و‬der alleinige Versorger ist, die Versorgung von einem Geschöpf zu erwarten;
obwohl nur Er alles weiß und sieht, diese Eigenschaften einem Geschöpf zu erteilen; obwohl das Recht der
Gesetzgebung alleine nur Ihm gehört, die von Menschen ausgerufenen Gesetze zu akzeptieren; obwohl nur
bei Allah (‫ )
  و‬und Seinen Gesetzen die wahre Gerechtigkeit zu finden ist, sich vor anderen
Systemen, dessen Kern sich an Ungerechtigkeit und menschlichem Habsucht stützt, richten zu lassen oder
von ihnen ein Urteil zu verlangen und so von Ungerechten Gerechtigkeit zu erwarten, sind nur einige
Beispiele von Taten, die den Imaan an Allah (‫ )
  و‬zerstören und den Übeltäter die Eigenschaft des
Muschrik geben. Der Imaan an Allah (‫ )
  و‬kann nur dann verwirklicht werden, wenn man sich von
solchen Arten des Schirks abkehrt. Natürlich kann man nicht vom „Imaan an Allah“ sprechen, wenn man
zwar an die Existenz Allahs Imaan aber gleichzeitig ein Recht, das nur Ihm gehört, wie z.B. die Ibada, die
Gehorsamkeit und die Gesetzgebung, auf diese oder jene Art, diesem oder jenem Geschöpfen zuspricht, und
dadurch Allah (‫ )
  و‬sowohl in Seiner Göttlichkeit als auch in Seiner Herrschaft etwas beigesellt
wird.

2. Der Imaan an die Engel

Die Engel sind angesehene Diener Gottes, die Allah (‫ )


  و‬ohne zu ermüden morgens und abends
lobpreisen, sich Seinen Befehlen niemals widersetzen, die ihnen aufgetragenen Befehle tadellos ausführen
und fortdauernd ihren Pflichten nachgehen. Sie sind aus Licht erschaffene Wesen und besitzen keine von
menschlichen Sinnesorganen wahrnehmbare materiellen Körper. Sie ähneln nicht den Menschen, essen und
trinken nicht, weder schlafen sie, noch heiraten sie und sind weder männlichen noch weiblichen Geschlechts.

Es ist erforderlich an die Engel namentlich, so sie aus dem Qur’an und in den Hadithen bekannt sind,
detailliert zu glauben. Einige von ihnen sind Jibril, Mikail, Israfil, Ridwan und Malik. Jeder einzelne von
ihnen hat bestimmte Besonderheiten wie z.B. das Tragen des Thrones, das Beschützen oder das
Aufschreiben der Taten.

An die Engel, die namentlich nicht erwähnt sind, muss man im Allgemeinen glauben. Ihre wahre Anzahl
kennt allein nur Allah (‫)
  و‬. Außer Ihm besitzt niemand die Macht sie zu zählen.

Wer die Existenz der Engel leugnet, der ist irregeleitet und befindet sich in Kufr, denn ihre Existenz ist durch
den Qur’an und in den Hadithen eindeutig beschrieben.

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3. Der Glaube an die Bücher

Allah (‫ )
  و‬offenbarte Seinen Gesandten und Propheten Bücher und Schriften, auf das sie ihren
jeweiligen Völkern diese verkünden. Einige davon sind im Qur’an namentlich erwähnt. So berichtet uns
Allah (‫ )
  و‬vom Taurat, dem Injil, den Zabur und den Schriften, die Er Ibrahim (‫ ) ام‬und
Musa (‫ ) ام‬offenbarte. Es existieren zudem weitere Gesandte, denen ebenfalls Bücher offenbart
wurden, die jedoch im Qur’an namentlich nicht erwähnt werden.

Wir müssen daran glauben, dass all diese Bücher von Allah ( ‫ )
  و‬mit der Wahrheit, als Licht und
Rechtleitung, sowie zur Vereinung Allahs in Seiner Herrschaft, Seiner Göttlichkeit und Seinen Namen und
Eigenschaften herabgesandt wurden, und dass jeder zurzeit vorherrschende Zustand, das dem oben Gesagten
widerspricht, durch die Menschen herbeigeführt wurde.

Es ist unsere Pflicht daran Imaan zu haben, das alle Bücher außer dem Qur’an von Menschenhand entstellt
und verfälscht wurden. Der Qur’an wird dagegen bis zum Jüngsten Tag seine ursprüngliche Form
beibehalten, da er von Allah (‫ )
  و‬selbst geschützt wird. Der Qur’an ist das letzte offenbarte Buch
Allahs. Seine Gesetze bleiben bis zum Weltuntergang gültig, ohne dass sie irgendwelche Entstellungen oder
Veränderungen jemals erfahren werden. Allah (‫ )
  و‬hat dieses Buch allen Menschen und Jinn
gesandt. Man muss sich seinen Befehlen ergeben, seine Verbote meiden, seine Nachrichten bestätigen und
sich in kleinen wie großen Angelegenheiten nur von ihr richten lassen.

Der Glaube an die vorher gesandten Bücher gilt nur deren ursprünglichen Formen, d.h. so wie sie von Allah
(‫ )
  و‬seinerzeit hinab gesandt wurden, und nicht deren jetzigen, entstellten und verfälschtem
Zustand. Wir glauben nicht daran, dass der Zustand in denen sich diese Bücher zurzeit befinden und die
Inhalte, die in ihnen geschrieben stehen, von Allah (‫ )
  و‬stammen.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻦ‬‫ﻣ‬‫ﻞﹸ ﻭ‬‫ﻝﹶ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ ﺃﹶﻧﺰ‬‫ﺎﺏِ ﺍﱠﻟﺬِﻱ‬‫ﺍﻟﹾﻜِﺘ‬‫ﻮﻟِﻪِ ﻭ‬‫ﺳ‬‫ﻠﹶﻰ ﺭ‬‫ﻝﹶ ﻋ‬‫ﻧﺰ‬ ‫ﺎﺏِ ﺍﱠﻟﺬِﻱ‬‫ﺍﹾﻟﻜِﺘ‬‫ﻮﻟِ ِﻪ ﻭ‬‫ﺳ‬‫ﺭ‬‫ﻮﺍﹾ ﺑِﺎﻟﻠﹼ ِﻪ ﻭ‬‫ﻮﹾﺍ ﺁﻣِﻨ‬‫ﻨ‬‫ ﺁﻣ‬‫ﺎ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻳﻬ‬‫ﺎ ﺃﹶ‬‫ﻳ‬
‫ﺍ‬‫ﻌِﻴﺪ‬‫ﻼﻻﹰ ﺑ‬
‫ ﹶ‬‫ﻞﱠ ﺿ‬‫ ﺿ‬‫ﻡِ ﺍﻵ ِﺧﺮِ ﻓﹶ ﹶﻘﺪ‬‫ﻮ‬‫ﺍﻟﹾﻴ‬‫ﻠِ ِﻪ ﻭ‬‫ﺳ‬‫ﺭ‬‫ﺒِﻪِ ﻭ‬‫ ﹸﻛﺘ‬‫ﻣﻼﹶِﺋﻜﹶﺘِﻪِ ﻭ‬ ‫ ﺑِﺎﻟﻠﹼ ِﻪ ﻭ‬‫ ﹾﻜﻔﹸﺮ‬‫ﻳ‬
„O ihr die ihr Imaan verwirklicht! Habt Imaan an Allah und Seinen Gesandten und
an das Buch, das Er Seinem Gesandten herabgesandt hat, und an die Schrift, die Er
zuvor herabsandte. Wer nicht an Allah, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine
Gesandten und an den Jüngsten Tag glaubt, der ist gewiss weit irregegangen.“ (Sura
an-Nisaa, Aya 136)

4. Der Glaube an die Propheten und Gesandten

Allah (‫ )
  و‬schickte der Menschheit Gesandte und Propheten, um die Menschen durch sie in ihren
Lebens- und Verhaltensweisen auf den Rechten Weg zu leiten.

Es ist für uns Pflicht an jene Gesandten, die Allah (‫ )


  و‬im Qur’an und in der Sunna namentlich
erwähnt, detailliert zu Imaan zu haben. In gleicher Weise müssen wir daran glauben, dass Allah (‫)
  و‬
außer diesen weitere, namentlich nicht erwähnte Propheten und Gesandte schickte. Ihre wahre Anzahl und
Namen kennt allein nur Allah (‫)
  و‬.

Der Gläubige hat Imaan an die Gesandten und Propheten mit einem unerschütterlichen, festen und tiefen
Glauben. Er weist immer wieder darauf hin, dass in der Natur der Gesandtschaft und des Prophetentums
keine Unterschiede existieren. Er hat Imaan an die Gesandten und Propheten ohne sie voneinander zu
unterscheiden und ehrt sie alle, denn sie sind auserwählte Menschen.

Allah (‫ )
  و‬hat einige Gesandte vor den anderen bevorzugt. Einigen von ihnen gab Er Eigenschaften,
die andere nicht haben. Zudem hat Er einige über Rangstufen erhöht.

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Der Muslim muss daran Imaan haben, dass das Prophetentum eine göttliche Wahl ist. Es ist ein Geschenk
Allahs. Er schenkt sie wem Er will. Deshalb kann man dieses Amt keinesfalls durch Gebete verdienen, sei es
auch noch so viel. Es ist eine göttliche Wahl und Allah ( ‫ )
  و‬gibt es jenen Seiner Diener, die am
Tugendsten und Reinsten sind. Allah (‫ )
  و‬erwählt sie, damit sie Seine Botschaft den Menschen
verkünden.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻦ‬‫ﺪٍ ﻣ‬‫ ﹶﺃﺣ‬‫ﻦ‬‫ﺑﻴ‬ ‫ﻕ‬‫ﻧﻔﹶﺮ‬ ‫ﻠِﻪِ ﻻﹶ‬‫ﺳ‬‫ﻭﺭ‬ ‫ﺘﺒِ ِﻪ‬‫ﻛﹸ‬‫ﻶﺋِﻜﹶﺘِ ِﻪ ﻭ‬‫ﻣ‬‫ ﺑِﺎﻟﻠﹼ ِﻪ ﻭ‬‫ﻣﻦ‬ ‫ﻮﻥﹶ ﻛﹸﻞﱞ ﺁ‬‫ﻣِﻨ‬‫ﺆ‬‫ﺍﻟﹾﻤ‬‫ ِﻪ ﻭ‬‫ﺑ‬‫ﻪِ ﻣِﻦ ﺭ‬‫ﺎ ﺃﹸﻧ ِﺰﻝﹶ ِﺇﻟﹶﻴ‬‫ﻮﻝﹸ ِﺑﻤ‬‫ﺮﺳ‬ ‫ﻦ ﺍﻟ‬‫ﺁﻣ‬
‫ﺼِﲑ‬‫ ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﻚ‬‫ِﺇﻟﹶﻴ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﺑﻨ‬‫ ﺭ‬‫ﻧﻚ‬‫ﺍ‬‫ﺎ ﻏﹸﻔﹾﺮ‬‫ﻌﻨ‬ ‫ﹶﺃﻃﹶ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ﺳﻤِﻌ‬ ‫ﻗﹶﺎﻟﹸﻮﺍﹾ‬‫ﺳﻠِﻪِ ﻭ‬ ‫ﺭ‬
„Der Gesandte hat Imaan an das, was zu ihm von seinem Herrn herabgesandt
worden ist. Ebenso die Gläubigen; sie alle haben Imaan an Allah, Seine Engel, Seine
Bücher, und Seine Gesandten. (Sie sagen): ‚Wir machen keinen Unterschied
zwischen Seinen Gesandten.’ Und sie sagen: ‚Wir hören und gehorchen. Unser
Herr! Gewähre uns Deine Vergebung! Und zu Dir ist die Heimkehr.’“ (Sura
al-Baqara, Aya 285)

‫ﻢ‬‫ﻳ‬‫ﻣﺮ‬ ‫ﻦ‬‫ﻰ ﺍﺑ‬‫ﺎ ﻋِﻴﺴ‬‫ﻴﻨ‬ ‫ﺁﺗ‬‫ﺎﺕٍ ﻭ‬‫ﺟ‬‫ﺭ‬‫ ﺩ‬‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻌﻀ‬ ‫ﻊ ﺑ‬ ‫ﻓﹶ‬‫ﻭﺭ‬ ‫ﻪ‬ ‫ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ﻦ ﹶﻛﻠﱠﻢ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ﻬ‬‫ﻨ‬‫ﺾٍ ﻣ‬‫ﻌ‬‫ﻠﹶﻰ ﺑ‬‫ ﻋ‬‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻌﻀ‬ ‫ﺎ ﺑ‬‫ﻀﻠﹾﻨ‬
 ‫ﺳﻞﹸ ﻓﹶ‬ ‫ﺗِﻠﹾﻚ ﺍﻟﺮ‬
‫ﺱ‬‫ﻭﺡِ ﺍﻟﹾﻘﹸﺪ‬‫ ﺑِﺮ‬‫ﺎﻩ‬‫ﺪﻧ‬ ‫ﹶﺃﻳ‬‫ﺎﺕِ ﻭ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ﺍﹾﻟﺒ‬
„Dies sind die Gesandten. Einige von ihnen haben Wir vor anderen (Gesandten)
bevorzugt. Zu manchen von ihnen sprach Allah, und andere erhöhte Er um
Rangstufen. Wir gaben ‘Isa, dem Sohn Maryams, klare Beweise und stärkten ihn
mit dem Heiligen Geist (Jibril).“ (Sura al-Baqara, Aya 253)

‫ﺑﺼِﲑ‬ ‫ﻤِﻴﻊ‬‫ ﺳ‬‫ﺎﺱِ ﺇِ ﱠﻥ ﺍﻟﱠﻠﻪ‬‫ ﺍﻟﻨ‬‫ﻭﻣِﻦ‬ ‫ﻠﹰﺎ‬‫ﺳ‬‫ﻠﹶﺎﺋِﻜﹶﺔِ ﺭ‬‫ ﺍﻟﹾﻤ‬‫ﻄﹶﻔِﻲ ِﻣﻦ‬‫ﻳﺼ‬ ‫ﻪ‬ ‫ﺍﻟ ﱠﻠ‬
„Allah erwählt aus den Engeln Gesandte und aus den Menschen. Gewiss, Allah ist
Hörend, Sehend.“ (Sura al-Hajj, Aya 75)

Der Unterschied zwischen Rasuul (Gesandter) und Nabiy (Prophet):

Rasuul bedeutet wörtlich „Gesandter“. Ihre islamische Bedeutung ist: „Jemand, der mit neuen Gesetzen zu
den Kafiruun geschickt wurde.“

Für die Kafiruun, zu denen er gesandt wurde, sind die Gesetze neu. Es ist jedoch möglich, dass diese Gesetze
zuvor in anderen Völkern existierten. Es muss auch nicht immer ein Buch sein, das ihm offenbart wird. Es ist
möglich, dass er mit einem Buch der vorangegangenen Gesandten geschickt wurde. Ismail ( ‫ ) ام‬z.ß:
war ein Gesandter, doch ihm wurde kein Buch offenbart. Er handelte nach den Gesetzen seines Vaters
Ibrahim (‫ ) ام‬.

Die wörtliche Bedeutung von Nabiy ist „verkünden“. Gleichzeitig kann es auch „hoher Rang“ bedeuten.

Der allgemein bekannte Unterschied zwischen einem Propheten und einem Gesandten ist unter den
Gelehrten folgende: „Der Prophet ist jemand, dem Allah (‫ )
  و‬etwas offenbarte. Doch ihm wurden
keine Gesetze mitgegeben, die er verkünden muss. Der Gesandte ist jemand, dem Allah (‫)
  و‬
etwas offenbarte und dem Gesetze mitgegeben wurde, die er verkünden muss.“

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Aus den unten angeführten Gründen ist diese Definition der Gelehrten nicht ganz korrekt:

a) Sura al-Hajj, Aya 52

‫ﻴﻄﹶﺎﻥﹸ‬ ‫ﻠﹾﻘِﻲ ﺍﻟﺸ‬‫ﺎ ﻳ‬‫ ﻣ‬‫ﺦ ﺍﻟ ﱠﻠﻪ‬


 ‫ﻨﺴ‬‫ﺘِﻪِ ﻓﹶﻴ‬‫ِﻨﻴ‬‫ﻴﻄﹶﺎﻥﹸ ﻓِﻲ ﺃﹸﻣ‬ ‫ﻰ ﹶﺃﹾﻟﻘﹶﻰ ﺍﻟﺸ‬‫ﻨ‬‫ﻤ‬‫ ﺇِﻟﱠﺎ ﺇِﺫﹶﺍ ﺗ‬‫ﺒِﻲ‬‫ﻟﹶﺎ ﻧ‬‫ﻮﻝٍ ﻭ‬‫ﺭﺳ‬ ‫ ﻣِﻦ‬‫ ِﻠﻚ‬‫ﺎ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ﺳﻠﹾﻨ‬ ‫ﺎ ﺃﹶﺭ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Wir sandten vor dir keinen Gesandten oder Propheten, ohne dass ihm, wenn er
etwas wünschte, der Shaitan in seinen Wunsch etwas dazwischen geworfen hätte.“

In diesem Vers teilt uns Allah (‫ )


  و‬mit, dass Er Propheten und Gesandte geschickt hat. Jemand, der
zu einem Volk gesandt wird, ist beauftragt etwas mitzuteilen und zu verkünden.

Die Definition „der Prophet ist jemand, dem keine Scharia mitgegeben wurde, um es zu verkünden“ ist
nicht richtig. Denn nach diesem Vers ist er mit der Verkündung beauftragt.

b) Muslim überliefert

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Die Gemeinschaften wurden mir gezeigt. Ich sah einen
Propheten, der eine Gemeinschaft hatte, die ihn befolgte. Ich sah einen anderen Propheten mit ihm
waren nur ein oder zwei Personen. Und ich sah einen weiteren Propheten, bei dem keine Leute waren.“

Dieser Hadith zeigt, dass auch die Propheten mit der Verkündung geschickt wurden. Wer ihnen gehorcht und
sie bestätigt wird am Tage des Gericht mit ihnen zusammen sein. Und die, die sie verleugnen und sich ihnen
widersetzen, werden zu den Verlierern und Verlorenen gehören. Kann man demzufolge sagen, dass ein
Prophet mit der Verkündung nicht beauftragt wurde?

c) Der eigentliche Zweck der Offenbarung ist es die Menschen recht zu leiten und ihnen den rechten Weg zu
weisen.

Eine Offenbarung, die den Menschen nicht verkündet wird, enthält keinen Nutzen. Denn die Menschen zur
Zeiten der Propheten hatten großen Bedarf nach Offenbarungen, die den Propheten zuteil kamen, sogar mehr
als Nahrung. Wie kann demnach die Verkündung einer so wichtigen Offenbarung nicht befohlen sein?

d) Ein Gelehrter ist dazu verpflichtet die Scharia zu verkünden, die Unwissenden zu belehren, dem
Irregehenden den rechten Weg zu zeigen und dem nach einer Fatwa Fragenden zu antworten.

Allah (‫ )
  و‬teilte uns mit, dass Er jene bestrafen wird, die irgendetwas von Seiner Botschaft
verheimlichen. Wenn dies für den Gelehrten gilt, wie kann es dann für die Propheten nicht gelten?! Die
Propheten sind doch erhabener und perfekter als die Gelehrten. Sie sind sogar jene, denen die Gelehrten
gehorchen müssen. Denn die Gelehrten geben die Worte der Propheten wieder und verkünden ihre Scharia.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻨﺎ‬‫ﺍﹾ ﺑِ ِﻪ ﹶﺛﻤ‬‫ﻭ‬‫ﺮ‬‫ﺘ‬‫ﺍﺷ‬‫ ﻭ‬‫ﻮ ِﺭﻫِﻢ‬‫ﺍﺀ ﹸﻇﻬ‬‫ﺭ‬‫ ﻭ‬‫ﺬﹸﻭﻩ‬‫ﺒ‬‫ﻪ ﻓﹶﻨ‬ ‫ﻮﻧ‬‫ﻤ‬‫ﻜﹾﺘ‬‫ﻻﹶ ﺗ‬‫ﺎﺱِ ﻭ‬‫ ﻟِﻠﻨ‬‫ﻪ‬‫ﻨ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ﺒ‬‫ ﹶﻟﺘ‬‫ﺎﺏ‬‫ﻮﺍﹾ ﺍﻟﹾﻜِﺘ‬‫ ﺃﹸﻭﺗ‬‫ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ ﻣِﻴﺜﹶﺎﻕ‬‫ﺬﹶ ﺍﻟ ﹼﻠﻪ‬‫ﻭﺇِﺫ ﹶﺃﺧ‬
‫ﻭﻥ‬‫ﺮ‬‫ﺸﺘ‬
 ‫ﺎ ﻳ‬‫ ﻣ‬‫ﻗﹶﻠِﻴﻼﹰ ﹶﻓﺒِﺌﹾﺲ‬
„Gedenke, als Allah mit jenen, denen die Schrift gegeben wurde, ein Abkommen
traf: ‚Ihr sollt dies den Menschen kundtun und es nicht verborgen halten!’ Sie aber
warfen es hinter ihren Rücken und verkauften es für einen geringen Preis. Schlimm
ist das, was sie erkauften!“ (Sura Ali Imran, Aya 187)

Diese hier aufgezählten Beweise zeigen, dass die allgemein bekannte Definition unter den Gelehrten über
den Unterschied eines Propheten und Gesandten nicht ganz richtig ist. Die Bekanntheit dieser
Unterscheidung unter den Menschen, ist kein Beweis für ihre Gültigkeit.

Richtig ist folgendes: Der Prophet empfängt eine Offenbarung und ist damit beauftragt es zu verkünden

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Der folgende Vers beweist diese Tatsache.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎﺱ‬‫ ﺍﻟﻨ‬‫ﻴﻦ‬ ‫ ﺑ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﻴﺤ‬ِ‫ ﻟ‬‫ﺤﻖ‬


 ‫ ﺑِﺎﻟﹾ‬‫ﺎﺏ‬‫ﻢ ﺍﻟﹾﻜِﺘ‬ ‫ﻌﻬ‬ ‫ﻝﹶ ﻣ‬‫ﻭﺃﹶﻧﺰ‬ ‫ﻨﺬِﺭِﻳﻦ‬‫ﻭﻣ‬ ‫ﺮِﻳﻦ‬‫ﺸ‬‫ﺒ‬‫ ﻣ‬‫ﻴﲔ‬ِ‫ﻨﺒ‬‫ﻪ ﺍﻟ‬ ‫ﻌﺚﹶ ﺍﻟﻠﹼ‬ ‫ ﹰﺓ ﹶﻓﺒ‬‫ﺍﺣِﺪ‬‫ﻣﺔﹰ ﻭ‬ ‫ ﺃﹸ‬‫ﺎﺱ‬‫ﻛﹶﺎﻥ ﺍﻟﻨ‬
‫ﻪ ﺍﻟﱠﺬِﻳﻦ‬ ‫ﻯ ﺍﻟ ﹼﻠ‬‫ﺪ‬‫ ﻓﹶﻬ‬‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﻨ‬‫ﺑﻴ‬ ‫ﺎ‬‫ﻴ‬‫ﺑﻐ‬ ‫ﺎﺕ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ ﺍﹾﻟﺒ‬‫ﻬﻢ‬ ‫ﺎﺀﺗ‬‫ﺎ ﺟ‬‫ﻌ ِﺪ ﻣ‬ ‫ﻩ ﻣِﻦ ﺑ‬ ‫ﻮ‬‫ ﺃﹸﻭﺗ‬‫ ﻓِﻴ ِﻪ ِﺇﻻﱠ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﺘﻠﹶﻒ‬‫ﺎ ﺍﺧ‬‫ﻣ‬‫ ﹶﻠﻔﹸﻮﺍﹾ ﻓِﻴﻪِ ﻭ‬‫ﺧﺘ‬ ‫ﺎ ﺍ‬‫ﻓِﻴﻤ‬
‫ﻘِﻴﻢ‬‫ﺴﺘ‬
 ‫ﻁ ﻣ‬
ٍ ‫ﺍ‬‫ﺎﺀ ﺇِﻟﹶﻰ ﺻِﺮ‬‫ﺸ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﻬﺪِﻱ ﻣ‬ ‫ﻪ ﻳ‬ ‫ﺍﻟﻠﹼ‬‫ ﺑِﺈِﺫﹾﻧِﻪِ ﻭ‬‫ﻖ‬‫ ﺍﹾﻟﺤ‬‫ﻠﹶﻔﹸﻮﺍﹾ ﻓِﻴﻪِ ﻣِﻦ‬‫ﺘ‬‫ﺎ ﺍﺧ‬‫ﻮﺍﹾ ﻟِﻤ‬‫ﻨ‬‫ﺁﻣ‬
„Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Dann schickte Allah die Propheten
als Verkünder froher Botschaft und Warner. Er sandte ihnen Bücher mit der
Wahrheit herab, um zwischen den Menschen über das zu richten, worüber sie
uneinig waren. Doch nur diejenigen waren darüber uneinig, denen sie gegeben
wurde, nachdem die klaren Beweise zu ihnen gekommen waren – aus Missgunst
untereinander. So hat Allah mit Seiner Erlaubnis diejenigen, die den Imaan
verwirklichen, zu der Wahrheit geleitet, über die sie uneinig waren. Und Allah leitet,
wen Er will, auf den geraden Weg.“ (Sura al-Baqara, Aya 213)

Dieser Vers zeigt eindeutig, dass ein Prophet mit dem Auftrag der Verkündung zu den Menschen geschickt
wird.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Mir wurden fünf Sachen gegeben, die keinem Propheten
zuvor gegeben wurden.“ Dann fuhr er fort: „Der Prophet wurde zu einem bestimmten Volk gesandt. Ich
jedoch, wurde für alle Menschen gesandt.“ (Bukhari, Muslim)

Die Unterschiede zwischen einem Propheten und einem Gesandten sind demnach folgende:

a) Hinsichtlich des Volkes

Die Gesandten wurden zu den Kafiruun, die Propheten jedoch zu den Muslimen geschickt.

b) Hinsichtlich der Gesetze

Die Gesandten verkündeten neue Gesetze. Die Propheten verkündeten entweder die Gesetze der Gesandten,
die zuvor gesandt waren oder die mit ihnen in der gleichen Zeit lebten.

5. Der Imaan an den Jüngsten Tag

Der Imaan an den Jüngsten Tag gehört zu den Grundlagen des Imaans. Es ist Pflicht an alle Ereignisse Imaan
zu haben, die Allah (‫ )
  و‬in Seinem Buch und in der Sunna Seines Gesandten erwähnt.

Wie z.ß: die Zeichen des Weltuntergangs, die Prüfung im Grab, sowie an die dortige Bestrafung und
Belohnung, an die Auferstehung der Geschöpfe aus ihren Gräbern, an die Versammlung aller Menschen, an
die Schriftseiten eines Jeden, auf denen seine guten wie schlechten Taten geschrieben stehen, an das Ablegen
der Rechenschaft, an die Waage, an die Brücke, die über der Hölle hinweg in das Paradies führt, an die
Fürsprache, an das Paradies und an die Hölle, sowie der Imaan daran, dass Allah (‫ )
  و‬all dies für
alle Menschen und Jinn vorbereitet hat.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
ِ‫ﻮﺭ‬‫ﻦ ﻓِﻲ ﺍﻟﹾ ﹸﻘﺒ‬‫ﺚﹸ ﻣ‬‫ﻌ‬‫ﻳﺒ‬ ‫ﻪ‬ ‫ﺃﹶ ﱠﻥ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ ﻓِﻴﻬ‬‫ﺐ‬‫ﻳ‬‫ﺔﹲ ﻟﱠﺎ ﺭ‬‫ﺔﹶ ﺁﺗِﻴ‬‫ﺎﻋ‬‫ﻭﺃﹶﻥﱠ ﺍﻟﺴ‬
„Und weil die Stunde kommt, an der es keinen Zweifel gibt, und weil Allah alle
erwecken wird, die in den Gräbern sind.“ (Sura al-Hajj, Aya 7)

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6. Der Imaan an die Vorsehung (Qadar), und das alles Gute und alles Übel von Allah stammen

Damit der Imaan an die Vorsehung (Qadar) von Allah ( ‫ )


  و‬akzeptiert wird, muss man ohne
Bedenken an die unten angeführten Punkte glauben:

a) Der Imaan an das ewige und zeitlose Wissen Allahs. Allah (‫ )
  و‬wusste aufgrund Seines ewigen
und zeitlosen Wissens was geschehen wird, und schrieb dieses Wissen auf der „Wohlbewahrten Tafel“
nieder.

b) Der Imaan daran, dass alles, was Allah (‫ )


  و‬will, dass es geschehe, auch geschehen wird und das
alles, was Allah (‫ )
  و‬nicht will, dass es geschehe, auch nicht geschehen wird - sowie dass alle
Bewegungen und jegliche Stille in den Himmeln und auf Erden, sich nur mit der Einwilligung und der
Erlaubnis Allahs ereignen.

c) Der Imaan daran, dass Allah (‫ )


  و‬der Schöpfer alles Erschaffenen ist, und dass alles im
Universum sich durch Seine Schöpfung und Fügung ereignen.

d) Der Imaan daran, dass ein uns widerfahrenes Übel unter keinen Umständen eine andere Person hätte
treffen können, sowie der Imaan daran, dass das Gute was uns widerfährt, nicht das Resultat eines Zufalls
ist.4

Allah (‫ )
  و‬sagt:
ٍ‫ﺭ‬‫ ِﺑ ﹶﻘﺪ‬‫ﺎﻩ‬‫ﻠﹶ ﹾﻘﻨ‬‫ﺀٍ ﺧ‬‫ﻲ‬‫ﺎ ﻛﹸﻞﱠ ﺷ‬‫ِﺇﻧ‬
„Gewiss haben Wir alles mit einer Vorsehung (Qadar) erschaffen.“ (Sura al-Qamar,
Aya 49)
Alles geschieht unter der Vorsehung und der Fügung Allahs (‫)
  و‬. Auch die von den Menschen
ausgeführten Taten werden von Allah (‫ )
  و‬erschaffen. Nur sind die Menschen für ihre Taten selbst
verantwortlich, da sie es sind, die diese ausführen. Denn Allah (‫ )
  و‬hat den Menschen die Fähigkeit
gegeben bei allem zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, Er hat ihnen zudem das Gute befohlen und das
Schlechte verboten.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺍ‬‫ﺎ ﻛﹶﻔﹸﻮﺭ‬‫ﻭﺇِﻣ‬ ‫ﺍ‬‫ﺎﻛِﺮ‬‫ﺎ ﺷ‬‫ﺒِﻴﻞﹶ ﺇِﻣ‬‫ ﺍﻟﺴ‬‫ﺎﻩ‬‫ﻳﻨ‬‫ﺪ‬‫ﺎ ﻫ‬‫ﺇِﻧ‬
„Wir haben ihm den (rechten) Weg gezeigt. Manche gehen diesen Weg als
Dankbare, und manche weichen als Kafiruun davon ab.“ (Sura al-Insaan, Aya 3)

Allah (‫ )
  و‬hat alles, was bis zum Weltuntergang geschehen wird, und alles, was jeder einzelne
Mensch bis zu seinem Tod tun wird, auf der „Wohlbewahrten Tafel“ niedergeschrieben. Er hat niemanden zu
irgendeiner Handlung gezwungen. Die Niederschrift all dieser Ereignisse basiert einzig und allein auf Sein
ewiges und zeitloses Wissen.

Noch bevor Er den Menschen erschafft, weiß Er schon wie dieser nach der Schöpfung werden wird, ob er
gläubig wird oder in Kufr fällt, oder im Imaan oder im Kufr stirbt. In dem Niedergeschriebenen wird es
niemals Änderungen geben und alles wird so geschehen, wie es geschrieben steht.

4
Folgende 2 Hadithe sind zu diesem Thema zu erwähnen:

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Niemand ist ein Gläubiger, solange er nicht bezeugt, dass es keinen
Anbetungswürdigen gibt außer Allah, und dass ich Sein rechtmäßiger Gesandter bin, und er nicht an den Tod, an
die Auferstehung und an die Vorsehung Imaan hat.“ (Tirmidhi)

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte :„Alles ruht auf dem Schicksal und der Vorsehung; auch der Verstand
und die Dummheit.“ (Bukhari, Muslim, Malik)

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Die Tatsache, dass Allah (‫ )
  و‬alles niederschrieb bedeutet nicht, dass Er dadurch den Menschen
zum Imaan oder Kufr zwingt. Denn Allah (‫ )
  و‬hat ihm eine begrenzte Willensfreiheit gegeben um
zwischen dem Imaan und dem Kufr frei zu entscheiden. Folglich wird Er ihn auch nach seiner getroffenen
Entscheidung zur Rechenschaft ziehen und ihn dementsprechend bestrafen oder belohnen.

Dass Allah (‫ )


  و‬die Geschehnisse der Menschen von dem Zeitpunkt ihrer Schöpfung bis zu ihrem
Tod niederschrieb, noch bevor Er sie erschuf und diese ausgeübt wurden, bedeutet keineswegs, dass Er die
Menschen auch zu diesen Taten gezwungen hat. Denn Allah ( ‫ )
  و‬weiß über alle Dinge Bescheid.
Sein Wissen ist kein neu erlangtes Wissen. In Seinem Wissen gibt es weder Vergangenheit, Gegenwart noch
Zukunft.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺍ‬‫ﻘﹾﺪِﻳﺮ‬‫ﻩ ﺗ‬ ‫ﺭ‬‫ﺀٍ ﻓﹶ ﹶﻘﺪ‬‫ﻲ‬‫ ﻛﹸﻞﱠ ﺷ‬‫ ﹶﻠﻖ‬‫ﺧ‬‫ﻭ‬
„Er hat alles erschaffen und ihr die Vorsehung gegeben.“ (Sura al-Furqan, Aya 2)

‫ﺴِﲑ‬‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟﻠﱠ ِﻪ ﻳ‬‫ ﻋ‬‫ﺎ ِﺇﻥﱠ ﹶﺫﻟِﻚ‬‫ﺃﹶﻫ‬‫ﺮ‬‫ﻧﺒ‬ ‫ﻞِ ﺃﹶﻥ‬‫ﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ﺎﺏٍ ﻣ‬‫ ﺇِﻟﱠﺎ ﻓِﻲ ِﻛﺘ‬‫ﻭﻟﹶﺎ ﻓِﻲ ﺃﹶﻧ ﹸﻔﺴِﻜﹸﻢ‬ ِ‫ﺽ‬‫ﺔٍ ﻓِﻲ ﺍﻟﹾﺄﹶﺭ‬‫ﻣﺼِﻴﺒ‬ ‫ ﻣِﻦ‬‫ﺎﺏ‬‫ﺎ ﺃﹶﺻ‬‫ﻣ‬
‫ﻮﺭ‬‫ﺎﻝٍ ﻓﹶﺨ‬‫ﺘ‬‫ﻣﺨ‬ ‫ ﻛﹸﻞﱠ‬‫ﺤﺐ‬
ِ ‫ ﻟﹶﺎ ﻳ‬‫ﺍﻟﻠﱠﻪ‬‫ ﻭ‬‫ﺎﻛﹸﻢ‬‫ﺎ ﺁﺗ‬‫ﻮﺍ ِﺑﻤ‬‫ﺣ‬‫ﺗﻔﹾﺮ‬ ‫ﻟﹶﺎ‬‫ ﻭ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﺎ ﻓﹶﺎﺗ‬‫ﻠﹶﻰ ﻣ‬‫ﺍ ﻋ‬‫ﺳﻮ‬ ‫ﺗﺄﹾ‬ ‫ﻠﹶﺎ‬‫ﻟِ ﹶﻜﻴ‬
„Es geschieht kein Unheil auf Erden oder an euch, ohne dass es in einem Buch
(verzeichnet) wäre, bevor Wir es erschaffen. Gewiss, dies ist Allah ein leichtes. (Dies)
damit ihr nicht betrübt seid über das, was euch entgangen ist, und euch nicht zu
sehr freut über das, was Er euch gegeben hat. Allah liebt niemanden, der eingebildet
und prahlerisch ist.“ (Sura al-Hadid, Aya 22-23)

Der Gesandte Allahs ( ‫ )  ا    و‬sagte: „Wisse, dass die gesamte Gemeinschaft, wenn sie sich
versammelt, dir in einer Sache zu nutzen, sie dir nur in etwas nutzt, das Allah schon für dich
niedergeschrieben hat, und dass sie, wenn sie sich versammelt, dir in einer Sache zu schaden, sie dir nur
in etwas schadet, das Allah schon für dich niedergeschrieben hat.“ (Bukhari, Muslim)

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Dritte Stufe
Der Ihsan

In der Scharia bedeutet Ihsan: Die äußere und innere Zuwendung zu Allah (‫ )
  و‬in schönster
Weise. D.h. den Islam und den Imaan in bester Weise auszuführen

Dies ist die höchste Stufe des islamischen Din. Wenn der Mensch den Islam und den Imaan in schönster
Weise ausführt, dann erreicht er die Stufe des Ihsan und wird zu einem Muhsin.

Der Ihsan hat nur eine Bedingung, und dies ist die Ibada zu Allah (‫ )
  و‬so auszuführen, als ob man
Ihn sehen kann. Das bedeutet Allah (‫ )
  و‬in schönster Weise zu dienen. D.h. Ihm in unseren
äußerlich sichtbaren und verborgenen Handlungen in vollkommener Unterwerfung zu gehorchen.

Die Ebenen des Ihsan:

1. Die Ebene des Istihdar (‫ﺍﻻﺳﺘﺤﻀﺎﺭ‬ ‫)ﻣﺮﺗﺒﺔ‬


Allah (‫ )
  و‬so zu dienen, als ob man Ihn sehen kann. D.h. zu spüren, dass die Ibada in der Gegenwart
Allahs verrichtet wird.

2. Die Ebene des Ittila’ (‫ﻭﻫﻲ‬ ‫)ﻣﺮﺗﺒﺔ ﺍﻹﻃﻼﻉ‬


Allah (‫ )
  و‬zu dienen mit dem Gedanken, dass man von Allah (‫ )
  و‬beobachtet wird. Denn
obwohl man Allah (‫ )
  و‬nicht sehen kann, sieht Er alles. D.h. im Moment der Ibada zu spüren, dass
Allah (‫ )
  و‬einen sieht und beobachtet. Dies bringt den Betenden dazu, sein Gebet besser zu
verrichten.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﻮﻥﹶ‬‫ﺴِﻨ‬‫ﻣﺤ‬ ‫ﻢ‬‫ ﻫ‬‫ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﺗﻘﹶﻮﺍﹾ ﻭ‬‫ ﺍ‬‫ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻣﻊ‬ ‫ﻪ‬ ‫ﺇِﻥﱠ ﺍﻟ ﹼﻠ‬
„Gewiss, Allah ist mit denen, die gottesfürchtig und Muhsinuun sind.“ (Sura an-Nahl,
Aya 128)

Die Gottesfürchtigen von denen hier die Rede ist, sind all jene, die den Imaan an Allah (‫)
  و‬
verwirklichen ohne Ihm irgendwelche Partner beizugesellen und Seine Verbote meiden. Die
Rechtschaffenden sind all jene, die ihre Taten der erforderlichen Gehorsamkeit zu Allah ( ‫)
  و‬
unterwerfen. Diese Menschen wird Allah (‫ )
  و‬beschützen und unterstützen, sie zum Sieg über ihre
Feinde und Gegner führen und ihnen helfen. Auf diese Weise ist Allah (‫ )
  و‬mit ihnen.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎ ِﺟﺪِﻳﻦ‬‫ ﻓِﻲ ﺍﻟﺴ‬‫ﻚ‬‫ﻘﹶﱡﻠﺒ‬‫ﺗ‬‫ ﻭ‬‫ﻘﹸﻮﻡ‬‫ ﺗ‬‫ ِﺣﲔ‬‫ﺍﻙ‬‫ﻳﺮ‬ ‫ﺣِﻴﻢِ ﺍﱠﻟﺬِﻱ‬‫ﻌﺰِﻳﺰِ ﺍﻟﺮ‬ ‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟﹾ‬‫ﻛﱠﻞﹾ ﻋ‬‫ﻮ‬‫ﺗ‬‫ﻭ‬
„Vertraue auf den Mächtigen, den Barmherzigen, Der dich sieht, wenn du dastehst
im Gebet. Der deine Bewegungen inmitten derer sieht, die sich vor Ihm
niederwerfen.“ (Sura asch-Schuara, Aya 217-219)

Die Worte „Der dich sieht“ bedeutet: Der dich beobachtet

Dieses Gefühl führt dazu, dass der Mensch im Islam und Iman die Ebene des Ihsan erreicht

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‫ﺎ‬‫ﻣ‬‫ﻮﻥﹶ ﻓِﻴﻪِ ﻭ‬‫ﻔِﻴﻀ‬‫ﺍ ِﺇﺫﹾ ﺗ‬‫ﻮﺩ‬‫ﻬ‬‫ ﺷ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ ﹶﻠﻴ‬‫ﺎ ﻋ‬‫ﻞٍ ﺇِﻻﱠ ﹸﻛﻨ‬‫ﻤ‬‫ ﻋ‬‫ﻠﹸﻮﻥﹶ ﻣِﻦ‬‫ﻤ‬‫ﺗﻌ‬ ‫ ﹶﻻ‬‫ﺁﻥٍ ﻭ‬‫ﻪ ﻣِﻦ ﻗﹸﺮ‬ ‫ﻠﹸﻮ ِﻣﻨ‬‫ﺘ‬‫ﺎ ﺗ‬‫ﻣ‬‫ﺄﹾﻥٍ ﻭ‬‫ﻜﹸﻮﻥﹸ ﻓِﻲ ﺷ‬‫ﺎ ﺗ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
‫ﻣﺒِﲔ‬ ٍ‫ﺎﺏ‬‫ ﺇِ ﱠﻻ ﻓِﻲ ِﻛﺘ‬‫ﺮ‬‫ﻻ ﺃﹶ ﹾﻛﺒ‬‫ ﻭ‬‫ ﻣِﻦ ﺫﹶﻟِﻚ‬‫ﻐﺮ‬ ‫ﻻﹶ ﹶﺃﺻ‬‫ﺎﺀ ﻭ‬‫ﻤ‬‫ﻻﹶ ﻓِﻲ ﺍﻟﺴ‬‫ﺽِ ﻭ‬‫ ٍﺓ ﻓِﻲ ﺍﻷَﺭ‬‫ﻣﺜﹾﻘﹶﺎﻝِ ﺫﹶﺭ‬ ‫ ﻣِﻦ‬‫ﺑﻚ‬‫ﻦ ﺭ‬‫ ﻋ‬‫ﺏ‬‫ﻌﺰ‬ ‫ﻳ‬
„Du unternimmst nichts, und du verliest von dem Qur’an keinen Teil, und ihr
vollbringt keine Tat, ohne dass Wir über euch Zeugen sind, wenn ihr damit vollauf
beschäftigt seid. Es entgeht deinem Herrn nicht das Geringste, weder auf der Erde
noch im Himmel. Und es gibt nichts, weder etwas Kleineres als dies noch etwas
Größeres, das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) wäre.“ (Sura Yunus, Aya
61)

Umar (r.a) berichtete den folgenden bekannten Hadith: „Eines Tages, während wir beim Gesandten Allahs
saßen, erschien ein Mann vor uns mit weißen Gewändern und schwarzem Haar. Weder kannte ihn jemand
von uns, noch war an ihm die Spur eines Reisenden zu sehen. Schließlich setzte er sich zum Propheten,
lehnte seine Knie gegen dessen Knie, legte seine Handfläche auf dessen Oberschenkel und sagte: „O
Muhammad, berichte mir vom Islam.“ Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬antwortete: „Islam ist, dass
du bezeugst, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt außer Allah, und dass Muhammad der Gesandte
Allahs ist, und dass du das Gebet verrichtest, die Zakah zahlst, im Monat Ramadan fastest, und wenn
möglich, die Pilgerfahrt vollziehst.“ „Du hast recht gesprochen!“, sagte der Mann und wir wunderten uns,
wieso er ihn erst fragt und ihn dann noch bestätigt. „Sage mir was Imaan ist.“ fuhr er fort. „Der Imaan ist,
dass du an Allah, an Seine Engel, an Seine Propheten, an Seinen Gesandten, an den Jüngsten Tag, an
die Vorsehung, sowie daran, dass alles Gute und alles Übel von Allah stammen glaubst“, sagte der
Gesandte Allahs ( ‫)  ا    و‬. „Sage mir was Ihsan ist“, sagte der Fremde. Der Prophet
( ‫ ) ا  و‬antwortete: „Der Ihsan ist, dass du Allah so anbetest, als ob du Ihn sehen würdest. Denn
auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich.“ „Berichte mir von der Stunde (des Weltuntergangs)“,
sagte der Fremde. „Der Gefragte weiß diesbezüglich nicht mehr als der Fragende“, erwiderte der Gesandte.
„Dann berichte mir über ihre Vorzeichen“, verlangte der Fremde. Der Gesandte Allahs ( ‫) ا  و‬
sagte: „Ihre Vorzeichen sind: Dass die Magd ihren Herren zur Welt bringt (d.h., dass die Mutter Kinder
gebärt, die sie selbst wie eine Dienerin behandeln), und dass man sieht, dass die barfüßigen und nackten
Hirten anmaßend im Bauen sind und die Gebäuden erhöhen.“

Danach entfernte sich der Fremde wieder. Nach einer gewissen Zeit fragte mich der Gesandte Allahs
( ‫) ا  و‬: „O Umar, weiß du, wer der Fragende war?“ „Allah und Sein Gesandter wissen es am
besten“, antwortete ich. Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Es war Jibril, der zu euch
gekommen ist, um euch euren Din zu lehren.“ (Muslim)

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Die Kenntnis über den Gesandten Allahs

Sein Name ist Muhammad ( ‫) ا  و‬. Sein Vater hieß Abdullah und sein Großvater war Abdu l-
Muttalib, der Sohn des Haschim. Haschim gehörte zum Stamm der Quraysch. Die Quraysch sind vom Volk
der Araber und die Araber sind die Nachkommen Ismails. Ismail ist der erste Sohn Ibrahims, dem Freund
Allahs.

Aufgezählt bis Adnan hatte der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬insgesamt 21 Großväter.

Diese waren: Abdu l-Muttalib, Haschim, Abdu Manaf, Qusayy, Kilab, Murra, Kaghb, Lughay, Ghurra,
Ghalib, Fihr, Malik, Al-Nadr, Kinana, Khuzayma, Ilyas, Mudhar, Nizar, Maghad, Yaqrib und Adnan.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬wurde in Mekka geboren. Er erreichte das Alter von 63 Jahren. Erst
im Alter von 40 Jahren erhielt er die erste Offenbarung, sodass er die folgenden 23 Jahre seines Lebens als
Prophet und Gesandter verlebte.

Die Söhne des Propheten ( ‫ ) ا  و‬hießen: Qasim, Abdullah (Tayyib) und Ibrahim.

Seine Töchter hießen Zaynab, Ruqayya, Ummu-Ghulsum und Fatimatu z-Zahra. Außer Ibrahim stammen
alle Kinder von Khadija (r.a). Ibrahim ist der gemeinsame Sohn mit Mariya, die Koptin.

Die Frauen des Propheten ( ‫ )  ا    و‬hießen: Khadija, Sauda, A’ischah, Hafsa, Ummu Salama,
Juwayriya bint al-Harith, Zaynab bint Jahsch, Zaynab bint Husayma, Rukana bint Huzayma, Ummu Habiba
bint Abu Sufyan, Safiyya bint Huway und Maymuna bint al-Harith. (Möge Allahs Wohlgefallen auf ihnen
allen sein).

Nach dem Tod des Propheten ( ‫ ) ا  و‬waren A’ischa, Maymuna, Safiya, Hafsa, Zaynab, Juwayriya
und Sauda noch am Leben.

Durch den ersten Vers der Sura al-`Alaq, wurde Muhammad ( ‫ ) ا  و‬zum Propheten erkoren.

‫ﻖ‬ ‫ﻠﹶ‬‫ﻚ ﺍﱠﻟﺬِﻱ ﺧ‬


 ‫ﺑ‬‫ﻢِ ﺭ‬‫ﺃﹾ ﺑِﺎﺳ‬‫ﺍ ﹾﻗﺮ‬
„Lies im Namen deines Herrn, dem Schöpfer.“ (Sura al-'Alaq, Aya 1)

Zum Gesandten wurde er durch den ersten Vers in der Sura Muddathir:

‫ﺒِﺮ‬‫ ﻓﹶﺎﺻ‬‫ﻚ‬‫ﺑ‬‫ِﻟﺮ‬‫ ﻭ‬‫ﻜﹾﺜِﺮ‬‫ﺘ‬‫ﺗﺴ‬ ‫ﻦ‬‫ﻨ‬‫ﻤ‬‫ﻟﹶﺎ ﺗ‬‫ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ﺠ‬‫ ﻓﹶﺎﻫ‬‫ﺰ‬‫ﺟ‬‫ﺍﻟﺮ‬‫ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ ﻓﹶﻄﹶﻬ‬‫ﻚ‬‫ﺎﺑ‬‫ﺛِﻴ‬‫ ﻭ‬‫ﺮ‬‫ ﻓﹶﻜﹶﺒ‬‫ﺑﻚ‬‫ﺭ‬‫ﺭ ﻭ‬ ِ‫ ﻓﹶﺄﹶﻧﺬ‬‫ ﻗﹸﻢ‬‫ﺛﱢﺮ‬‫ﺪ‬‫ﺎ ﺍﹾﻟﻤ‬‫ﻳﻬ‬‫ﺎ ﺃﹶ‬‫ﻳ‬
„O du Zugedeckter! Stehe auf und warne. Verherrliche deinen Herrn, reinige deine
Kleider und meide das Schmutzige. Halte nicht deinen Verdienst vor, um Mehrung
zu erhalten. Verrichte keine Wohltaten nur um des eigenen Vorteiles willen. Sei
geduldig für deinen Herrn.“ (Sura al-Muddathir, Aya 1-7)

‫ﻢ ﻓﹶﺄﹶﻧ ِﺬﺭ‬ ‫ﻗﹸ‬


„...Stehe auf und warne...“

In diesem Teil des Verses fordert Allah (‫ )


  و‬Seinen Gesandten auf die Menschen vor dem Schirk zu
warnen und sie zum Tauhid einzuladen.

‫ﺮ‬‫ ﹶﻓﻄﹶﻬ‬‫ﻚ‬‫ﺎﺑ‬‫ﻭﺛِﻴ‬ ‫ﺮ‬‫ ﻓﹶﻜﹶﺒ‬‫ﻚ‬‫ﺑ‬‫ﺭ‬‫ﻭ‬


„...Verherrliche deinen Herrn und reinige deine Kleider...“

D.h. verehrlicht euren Herrn mittels des Tauhids und reinigt eure Taten vom Schirk.

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‫ﺮ‬‫ﺠ‬‫ ﻓﹶﺎﻫ‬‫ﺰ‬‫ﺟ‬‫ﺍﻟﺮ‬‫ﻭ‬
„...Und meide das Schmutzige...“

Dies ist der Befehl die Götzen und ihre Diener zu meiden und sich von ihnen abzukehren. Dreizehn Jahre
lang konzentrierte sich der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬auf dieses Thema.

Im zehnten Jahr seiner Berufung geschahen die Ereignisse Isra und die Miraj.

Isra: Die Nachtreise, bei der der Gesandte Allahs ( ‫ )  ا    و‬von seinem Haus in Mekka nach
Jerusalem zur Aqsa-Moschee gebracht wurde.

Miraj: Die Erhebung des Propheten ( ‫ ) ا  و‬von der Aqsa-Moschee in den Himmel. Dort wurde das
Gebet zu den fünf Tagesabschnitten als Pflicht auferlegt. Diese Pflichtgebete verrichtete er insgesamt drei
Jahre in Mekka, bevor ihm die Auswanderung zu der gesegneten Stadt Medina aufgetragen wurde.

Erst nach der Auswanderung wurde ihm die restlichen Pflichten, - wie z.ß: die Zakah, das Fasten, die
Pilgerfahrt und der Kampf mit dem Schwert - auferlegt. Diese Gebote sind innerhalb der folgenden zehn
Jahre offenbart worden. Der Kampf mit dem Schwert, die Zakah und das Fasten wurden im zweiten Jahr der
Hijra zur Pflicht.

Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬verstarb im zehnten Jahr der Hijra. Seinen Din behält seine Gültigkeit
bis zum Jüngsten Tag. Es gibt nichts Gutes, das diesem Din nicht befohlen und kein Übel, das sie nicht
verboten hätte. Das wahre Gute, das dieser Din befiehlt, ist der Tauhid, sowie jene Worte und Taten, die
Allah (‫ )
  و‬liebt und an denen Er Wohlgefallen findet. Und die Quelle allen Übels, das dieser Din
verbietet, ist es Allah (‫ )
  و‬einen Partner beizugesellen, sowie jene Worte und Taten, die Allah
(‫ )
  و‬nicht liebt und die Er keinesfalls akzeptiert. Muhammad ( ‫ ) ا  و‬ist der Gesandte
Allahs, der für die gesamte Menschheit entsandt wurde. Allah (‫ )
  و‬hat allen Menschen und Jinn
befohlen ihm zu gehorchen.

Allah (‫ )
  و‬sagt in Sura al-A’raaf, Aya 158:

‫ﺎ‬‫ﻤِﻴﻌ‬‫ ﺟ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ﻮﻝﹸ ﺍﻟ ﹼﻠﻪِ ﺇِﹶﻟﻴ‬‫ﺳ‬‫ﻲ ﺭ‬‫ ﺇِﻧ‬‫ﺎﺱ‬‫ﺎ ﺍﻟﻨ‬‫ﻬ‬‫ﺎ ﹶﺃﻳ‬‫ﻗﹸﻞﹾ ﻳ‬


„Sprich: ‚O ihr Menschen! Gewiss, ich bin für euch alle der Gesandte Allahs.’“

Und Er sagte:

‫ ِﻣﻬِﻢ‬‫ﺍ ﺇِﻟﹶﻰ ﻗﹶﻮ‬‫ﱠﻟﻮ‬‫ ﻭ‬‫ﺎ ﻗﹸﻀِﻲ‬‫ﻮﺍ ﻓﹶﻠﹶﻤ‬‫ﻩ ﻗﹶﺎﻟﹸﻮﺍ ﺃﹶﻧﺼِﺘ‬ ‫ﻭ‬‫ﺮ‬‫ﺣﻀ‬ ‫ﺎ‬‫ﺁﻥﹶ ﻓﹶﻠﹶﻤ‬‫ﻮﻥﹶ ﺍﻟﹾ ﹸﻘﺮ‬‫ﻤِﻌ‬‫ﺴﺘ‬
 ‫ ﻳ‬‫ ﺍﻟﹾﺠِﻦ‬‫ﻣﻦ‬ ‫ﺍ‬‫ﻧﻔﹶﺮ‬ ‫ﻚ‬‫ﺎ ِﺇﻟﹶﻴ‬‫ﻓﹾﻨ‬‫ﺮ‬‫ﻭﺇِﺫﹾ ﺻ‬
‫ﻨ ِﺬﺭِﻳﻦ‬‫ﻣ‬
„Wir haben dir (Muhammad) eine Gruppe Jinn zugewendet, damit sie den Qur’an
vernehmen. Als sie bei ihm gegenwärtig waren und den Qur’an hörten, sagten sie:
‚Seid still und hört zu!’ Als er beendet hatte, kehrten sie zu ihrem Volk als
Warnende zurück.“ (Sura al-Ahqaf, Aya 29)

Allah (‫ )
  و‬vollendete durch Muhammad ( ‫ ) ا    و‬Seinen Din. Sodass der Islam nach
seinem Tod nichts und niemanden mehr bedarf.

Allah (‫ )
  و‬sagt hierzu:

‫ﺎ‬‫ ﺩِﻳﻨ‬‫ﻼﹶﻡ‬‫ ﺍ ِﻹﺳ‬‫ ﻟﹶ ﹸﻜﻢ‬‫ﺿِﻴﺖ‬‫ﺭ‬‫ﺘِﻲ ﻭ‬‫ﻤ‬‫ﻢ ِﻧﻌ‬ ‫ﻴﻜﹸ‬ ‫ﻠﹶ‬‫ ﻋ‬‫ﺖ‬‫ﻤ‬‫ﻤ‬‫ﻭﺃﹶﺗ‬ ‫ ﹸﻜﻢ‬‫ ﺩِﻳﻨ‬‫ ﹶﻟﻜﹸﻢ‬‫ﻠﹾﺖ‬‫ ﺃﹶ ﹾﻛﻤ‬‫ﻡ‬‫ﻮ‬‫ﺍﻟﹾﻴ‬
„Heute habe Ich euch euren Din vervollkommnet und meine Gnade an euch
vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Din für euch zufrieden.“ (Sura al-Ma’ida,
Aya 3)

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In diesem Qur’anvers teilt uns Allah (‫ )
  و‬mit, dass der Din vervollständigt und das Rechtssystem
Allahs und Sein Gesetz vervollkommnet wurde. Und dies ist der wahre Din!

Es ist unvorstellbar, dass ein Muslim auch nur daran denken könnte es gäbe Mängel im Islam oder der Islam
benötige einige Ergänzungen. Der Islam besitzt absolut keine Mangelhaftigkeit, die auch nur geringste
Ergänzungen rechtfertigen könnten. Da Allah (‫ )
  و‬den Islam für die gesamte Menschheit bis zum
Jüngsten Tag als Din auserwählt hat, bedarf er keiner Weiterentwicklung oder Korrektur.

Jene, die die Scharia Allahs und Seine Gesetze nicht beachten, diese nicht anwenden und sich anderen
Gesetzen unterwerfen, hätten dadurch offen ihr Missfallen an dem bekundet, was Allah ( ‫ )
  و‬für die
Gläubigen auserwählt hat. Folglich hätten sie durch ihre Taten Allah (‫ )
  و‬verleugnet und wären
dadurch von dem Din abgefallen.

Eines Tages kam ein Jude zu Umar (r.a) und sagte: „Ihr lest im Qur’an solch einen Vers, wenn dieser zu
uns herabgesandt worden wäre, hätten wir dessen Offenbarungstag zum Festtag ausgerufen.“ „Welchen
Vers meins du?“, fragte Umar (r.a).

‫ﺎ‬‫ ﺩِﻳﻨ‬‫ﻼﹶﻡ‬‫ ﺍ ِﻹﺳ‬‫ ﻟﹶ ﹸﻜﻢ‬‫ﺿِﻴﺖ‬‫ﺭ‬‫ﺘِﻲ ﻭ‬‫ﻤ‬‫ﻢ ِﻧﻌ‬ ‫ﻴﻜﹸ‬ ‫ﻠﹶ‬‫ ﻋ‬‫ﺖ‬‫ﻤ‬‫ﻤ‬‫ﻭﺃﹶﺗ‬ ‫ ﹸﻜﻢ‬‫ ﺩِﻳﻨ‬‫ ﹶﻟﻜﹸﻢ‬‫ﻠﹾﺖ‬‫ ﺃﹶ ﹾﻛﻤ‬‫ﻡ‬‫ﻮ‬‫ﺍﻟﹾﻴ‬
„Heute habe Ich euch euren Din vervollkommnet und meine Gnade an euch
vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Din für euch zufrieden.“

antwortete der Jude. Daraufhin sagte Umar (r.a): „Bei Allah, ich weiß wann und wo dieser Vers dem
Gesandten Allahs ( ‫ ) ا  و‬offenbart wurde. Es war an einem Freitag, am Tage des Arafat.
Gelobt sei Allah, denn beide Tage sind für uns Festtage.“ (Bukhari, Muslim, Tirmidhi, an-Nasai)

Jeder Muslim muss daran Imaan haben, dass der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬gestorben ist, dass alle
Menschen nach dem Tod auferstehen und Rechenschaft ablegen, sowie Vergeltung für ihre Taten erfahren
werden.

Allah (‫ )
  و‬sagt in Sura az-Zumar, Aya 30-31:

‫ﻮﻥﹶ‬‫ﺼِﻤ‬‫ﺘ‬‫ﺗﺨ‬ ‫ ﹸﻜﻢ‬‫ﺑ‬‫ ﺭ‬‫ﺔِ ﻋِﻨﺪ‬‫ﺎﻣ‬‫ ﺍﻟﹾ ِﻘﻴ‬‫ﻡ‬‫ﻳﻮ‬ ‫ ﹸﻜﻢ‬‫ ﺇِﻧ‬‫ﻮﻥﹶ ﹸﺛﻢ‬‫ﻴﺘ‬‫ﻢ ﻣ‬‫ﻧﻬ‬ِ‫ﺇ‬‫ ﻭ‬‫ﺖ‬‫ﻣﻴ‬ ‫ﻧﻚ‬ِ‫ﺇ‬
„(O Muhammad!) Du wirst gewiss sterben, und auch sie werden sterben. Dann
werdet ihr euch am Tage der Auferstehung vor eurem Herrn gegenüberstehen.“

Während des Todes trennt sich die Seele vom Körper. Tod bedeutet nicht das die Seele verschwindet. Denn
die Seele wird niemals verschwinden. Wenn ein Mu’min stirbt, wird seine Seele zu „Malu l-A’la“ erhoben.

Die Seele eines Kafiruun begibt sich zu einem Ort, wo er bestraft wird.

Man könnte folgendes fragen: „Wenn die Seele sich vom Körper trennt, ist dies eine Trennung, die keine
Vereinigung mehr zwischen Seele und Körper zulässt?“

Die Seele, die sich vom Körper trennt, wird sich nach dem Tod wieder mit ihr vereinen. Nachdem der
Körper ins Grab gelegt wird, und die Engel Munkar und Nakir zu ihm kommen um ihn zu befragen, kehrt die
Seele zum Körper zurück. Hiernach begibt sich die Seele entweder zu einem Ort, wo sie belohnt, oder wo sie
bestraft wird, solange wie es Allah (‫ )
  و‬will.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﻯ‬‫ﺮ‬‫ﺓﹰ ﺃﹸﺧ‬‫ﺎﺭ‬‫ ﺗ‬‫ﻜﹸﻢ‬‫ ِﺮﺟ‬‫ﺨ‬‫ﺎ ﻧ‬‫ﻨﻬ‬ ِ‫ﻣ‬‫ ﻭ‬‫ ﹸﻛﻢ‬‫ﻧﻌِﻴﺪ‬ ‫ﺎ‬‫ﻓِﻴﻬ‬‫ ﻭ‬‫ﺎ ﹸﻛﻢ‬‫ ﹶﻠﻘﹾﻨ‬‫ﺎ ﺧ‬‫ﻬ‬‫ﻣِﻨ‬
„Aus Erde haben Wir euch erschaffen, und in sie bringen Wir euch zurück, und aus
ihr bringen Wir euch erneut hervor.“ (Sura Ta Ha, Aya 55)

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‫ﺎ‬‫ﺍﺟ‬‫ﺮ‬‫ ﺇِﺧ‬‫ ﹸﻜﻢ‬‫ ِﺮﺟ‬‫ﺨ‬‫ﻳ‬‫ﺎ ﻭ‬‫ ﻓِﻴﻬ‬‫ ﹸﻛﻢ‬‫ﻳﻌِﻴﺪ‬ ‫ﻢ‬ ‫ﺎ ﺛﹸ‬‫ﺎﺗ‬‫ﺒ‬‫ﺽِ ﻧ‬‫ ﺍﻟﹾﺄﹶﺭ‬‫ﻦ‬‫ﺘﻜﹸﻢ ﻣ‬‫ ﺃﹶﻧﺒ‬‫ﺍﻟ ﱠﻠﻪ‬‫ﻭ‬
„Allah hat euch aus der Erde heranwachsen lassen. Dann wird Er euch in sie
zurückbringen und wieder aus ihr hervorbringen.“ (Sura Nuh, Aya 17-18)

Nach dem Tod wird Allah (‫ )


  و‬die Menschen wieder auferwecken, sie zur Rechenschaft ziehen und
ihnen die Gegenleistung ihrer Taten erteilen.

‫ﻰ‬‫ﻨ‬‫ﺴ‬‫ﻮﺍ ﺑِﺎﻟﹾﺤ‬‫ﻨ‬‫ﺣﺴ‬ ‫ ﺃﹶ‬‫ ﺍﻟﱠﺬِﻳﻦ‬‫ﺠﺰِﻱ‬


 ‫ﻭﻳ‬ ‫ﻤِﻠﹸﻮﺍ‬‫ﺎ ﻋ‬‫ﻭﺍ ﺑِﻤ‬‫ﺎﺅ‬‫ ﺃﹶﺳ‬‫ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﺰِﻱ‬‫ﺠ‬‫ﺭﺽِ ِﻟﻴ‬ ‫ﺎ ﻓِﻲ ﺍﹾﻟﺄﹶ‬‫ﻣ‬‫ﺍﺕِ ﻭ‬‫ﺎﻭ‬‫ﻤ‬‫ﺎ ﻓِﻲ ﺍﻟﺴ‬‫ﻟِﻠﱠ ِﻪ ﻣ‬‫ﻭ‬
„Allah wird denen, die Böses tun ihren (gerechten) Lohn geben. Und diejenigen, die
Gutes tun, mit dem Besten (Paradies) belohnen.“ (Sura an-Najm, Aya 31)

In dem folgenden Vers teilt uns Allah (‫ )


  و‬mit, dass jene, die die Auferstehung (Ba’s) nach dem
Tod leugnen, zu Kafiruun werden.

‫ﲑ‬
 ِ‫ﺴ‬‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟ ﱠﻠﻪِ ﻳ‬‫ ﻋ‬‫ﺫﹶﻟِﻚ‬‫ ﻭ‬‫ﻢ‬‫ﻤِﻠﹾﺘ‬‫ﺎ ﻋ‬‫ﺆﻥﱠ ﺑِﻤ‬ ‫ﺒ‬‫ﻨ‬‫ﻢ ﹶﻟﺘ‬ ‫ ﹸﺛ‬‫ﺜﹸﻦ‬‫ﻌ‬‫ﺘﺒ‬‫ﻲ ﻟﹶ‬‫ﺑ‬‫ﺭ‬‫ﻠﹶﻰ ﻭ‬‫ﺜﹸﻮﺍ ﻗﹸﻞﹾ ﺑ‬‫ﻌ‬‫ﻳﺒ‬ ‫ﻭﺍ ﺃﹶﻥ ﻟﱠﻦ‬‫ ﻛﹶﻔﹶﺮ‬‫ ﺍﱠﻟﺬِﻳﻦ‬‫ﻢ‬‫ﻋ‬‫ﺯ‬
„Diejenigen, die Kufr begehen, behaupten, dass sie nicht auferweckt werden.
Sprich: ‚Doch, bei meinem Herrn, ihr werdet gewiss auferweckt werden. Dann wird
euch gewiss verkündet, was ihr getan habt. Dies ist Allah ein Leichtes.’“ (Sura at-
Taghabun, Aya 7)

Ba’s (Auferstehung) bedeutet wörtlich „entsenden“

Im Islam bedeutet es, dass die Seelen nach dem letzten Posaunenstoß zu ihren Körpern zurückkehren. Die
Toten, die in Gräbern liegen, werden aus ihr auferstehen. Wer nicht in einem Grab liegt, wird von dort
auferstehen, wo er sich befindet.

Unter allen Menschen wird Muhammad ( ‫ ) ا  و‬der erste sein, der auferstehen wird.

Von Abu Said al-Khudri (r.a); der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬sagte: „Wenn die Erde aufgerissen
wird, werde ich - ohne mich selbst zu loben - der erste sein, der auferstehen wird.“ (Ahmad / hassan)

Alle Gesandten wurden durch Allah (‫ )


  و‬beauftragt, all jenen die frohe Botschaft des Paradieses zu
übermitteln, die ihre Ibada einzig und allein nur zu Allah (‫ )
  و‬verrichten und Ihm dabei nichts
beigesellen, und all die anderen mit der Pein der Hölle zu warnen.

Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎ‬‫ﻜِﻴﻤ‬‫ﺍ ﺣ‬‫ﺰِﻳﺰ‬‫ﻪ ﻋ‬ ‫ﻛﹶﺎﻥﹶ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ﻞِ ﻭ‬‫ﺳ‬‫ ﺍﻟﺮ‬‫ﻌﺪ‬ ‫ﺑ‬ ‫ ﹲﺔ‬‫ﺠ‬‫ﻠﹶﻰ ﺍﻟ ﹼﻠﻪِ ﺣ‬‫ﺎﺱِ ﻋ‬‫ﻳﻜﹸﻮﻥﹶ ﻟِﻠﻨ‬ ‫ﻼ‬
‫ ِﻟﺌﹶ ﱠ‬‫ﻨ ِﺬﺭِﻳﻦ‬‫ﻣ‬‫ ﻭ‬‫ﺮِﻳﻦ‬‫ﺸ‬‫ﺒ‬‫ﻼﹰ ﻣ‬‫ﺭﺳ‬
„Wir schickten Gesandte als Überbringer froher Botschaften und Warner (vor der
Hölle), so dass die Menschen nach den Gesandten keine Ausrede vor Allah haben.“
(Sura an-Nisaa, Aya 165)

ِ‫ﻭﻥ‬‫ﺪ‬‫ﺒ‬‫ﺎ ﻓﹶﺎﻋ‬‫ﻪ ِﺇﻟﱠﺎ ﹶﺃﻧ‬ ‫ ﻟﹶﺎ ﺇِﻟﹶ‬‫ﻧﻪ‬‫ﻴﻪِ ﺃﹶ‬ ‫ﻮﺣِﻲ ِﺇﻟﹶ‬‫ﻮﻝٍ ﺇِﻟﱠﺎ ﻧ‬‫ﺳ‬‫ ﻣِﻦ ﺭ‬‫ ِﻠﻚ‬‫ﺎ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ ﹾﻠﻨ‬‫ﺳ‬‫ﺎ ﹶﺃﺭ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Wir schickten keinen Gesandten vor dir, dem Wir nicht offenbart haben: ‚Es gibt
keinen Anbetungswürdigen außer Mir. Darum dient nur Mir.’“ (Sura al-Anbiyaa,
Aya 25)
‫ﻮﺍﹾ ﺍﻟﻄﱠﺎﻏﹸﻮﺕ‬‫ﻨِﺒ‬‫ﺘ‬‫ﺍﺟ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ﻭﺍﹾ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ﺪ‬‫ﻋﺒ‬ ‫ﻮﻻﹰ ﹶﺃﻥِ ﺍ‬‫ﺳ‬‫ﻣﺔٍ ﺭ‬ ‫ﺎ ﻓِﻲ ﹸﻛﻞﱢ ﺃﹸ‬‫ ﹾﺜﻨ‬‫ﻌ‬‫ ﺑ‬‫ﻟﹶ ﹶﻘﺪ‬‫ﻭ‬
„Gewiss erweckten Wir in jedem Volk einen Gesandten, der zu ihnen sagte: ‚Dient
nur Allah und meidet den Taghut!’“ (Sura an-Nahl, Aya 36)

Muhammad ( ‫ )  ا    و‬ist der letzte unter den Gesandten und Propheten. Nach Muhammad
( ‫ ) ا  و‬wird es keinen Propheten mehr geben.

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Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﺎ‬‫ﻠِﻴﻤ‬‫ﺀٍ ﻋ‬‫ﻲ‬‫ﻪ ِﺑﻜﹸﻞﱢ ﺷ‬ ‫ﻛﹶﺎﻥﹶ ﺍﻟ ﱠﻠ‬‫ ﻭ‬‫ﲔ‬‫ﻨﺒِﻴ‬‫ ﺍﻟ‬‫ﻢ‬‫ﺎﺗ‬‫ﺧ‬‫ﻮﻝﹶ ﺍﻟ ﱠﻠﻪِ ﻭ‬‫ﺳ‬‫ﻟﹶﻜِﻦ ﺭ‬‫ ﻭ‬‫ﺎﻟِﻜﹸﻢ‬‫ﺟ‬‫ﻦ ﺭ‬‫ﺣﺪٍ ﻣ‬ ‫ﺎ ﺃﹶ‬‫ ﹶﺃﺑ‬‫ﻤﺪ‬ ‫ﺤ‬‫ﺎ ﻛﹶﺎﻥﹶ ﻣ‬‫ﻣ‬
„Muhammad ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern der Gesandte Allahs
und der letzte der Propheten. Und Allah weiß über alles Bescheid.“ (Sura al-Ahzaab,
Aya 40)

Der erste Gesandte, der zu den Kafiruun geschickt wurde, um sie zu einer neuen Scharia einzuladen, war
Nuh (‫ ) ام‬.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
ِ‫ﻌ ِﺪﻩ‬ ‫ﲔ ﻣِﻦ ﺑ‬
 ‫ِﺒﻴ‬‫ﺍﻟﻨ‬‫ﻮﺡٍ ﻭ‬‫ﺎ ِﺇﻟﹶﻰ ﻧ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ﺣ‬‫ﺎ ﹶﺃﻭ‬‫ﻚ ﻛﹶﻤ‬
 ‫ﺎ ِﺇﻟﹶﻴ‬‫ﻨ‬‫ﻴ‬‫ﺣ‬‫ﺎ ﹶﺃﻭ‬‫ﺇِﻧ‬
„Gewiss, Wir haben dir (Muhammad) offenbart, wie Wir Nuh und den Propheten
nach ihm offenbart haben.“ (Sura an-Nisaa, Aya 163)
Der erste Prophet war Adam. Nach Adam (‫ )  ام‬wurde sein Sohn Schiyt (‫ )  ام‬als Prophet
geschickt und nach ihm sein Sohn Idris (‫) ام‬. Sie kamen alle vor Nuh (‫) ام‬. (Siehe Al-Bidaya wa
n-Nihaya von Ibn Kathir)

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺎ‬‫ِﺒﻴ‬‫ﻳﻘﹰﺎ ﻧ‬‫ ﻛﹶﺎﻥﹶ ﺻِﺪ‬‫ﻧﻪ‬ِ‫ ﺇ‬‫ﺭِﻳﺲ‬‫ﺎﺏِ ِﺇﺩ‬‫ ﻓِﻲ ﺍﻟﹾﻜِﺘ‬‫ﺍﺫﹾﻛﹸﺮ‬‫ﻭ‬
„Erzähle, was in diesem Buch über Idris steht. Er war ein Wahrhaftiger, ein
Prophet.“ (Sura Maryam, Aya 56)
Die Zeitspanne zwischen Adam (‫ ) ام‬und Nuh (‫ ) ام‬beträgt tausend Jahre. In dieser Zeit befand
sich die ganze Menschheit auf dem Tauhid, bis sie bei der Verehrung rechtschaffener Personen so
übertrieben, dass dadurch der Schirk zum ersten Mal auf der Welt hervortrat. Daraufhin entsandte Allah
(‫ )
  و‬Nuh (‫ ) ام‬zu ihnen, der sie zu einer neuen Rechtsordnung einlud. Adam (‫ ) ام‬war
kein Gesandter, sondern ein Prophet.

Es wird überliefert: „Der Gesandte Allahs ( ‫ ) ا  و‬wurde über Adam (‫ ) ام‬befragt: „War
Adam (‫ ) ام‬ein Prophet?“ Er antwortete: „Ja, er war ein Prophet, zu dem Allah (‫ )
  و‬sprach
und der Offenbarungen erhielt.“ (Tabarani, Hakim / sahih)

Ferner sagte er: „Auf der Suche nach Linderung ihrer Not, werden die Menschen am Tage der
Auferstehung zu Nuh gehen und ihn bitten: ‚O Nuh, du bist der erste Gesandte für die Bewohner dieser
Erde; lege für uns bei deinem Herrn Fürsprache ein.’“ (Bukhari, Muslim)

Die Gelehrten sind sich nicht einig ob Idris (‫ ) ام‬und Ilyas (‫ ) ام‬ein und die selbe Person sind.
Die richtige Ansicht ist, dass sie unterschiedliche Personen sind. Denn Idris lebte vor dem Gesandten Nuh
( ‫) ا  و‬. Ilyas (‫ ) ام‬gehörte jedoch zu den Söhnen Haruns und wurde zu den Kindern Israils
gesandt. ( Siehe Al-Bidaya wa n-Nihaya von Ibn Kathir sowie Tarikh von Ibn Jarir)

Laut einer Überlieferung von Ibn Mas’ud (r.a) und Ibn Abbas (r.a), das in Bukhari als sahih-mu`allaq
überliefert wurde, sind Idris und Ilyas ein und die selbe Person. Doch Bukhari sagte, dass diese
Überlieferung schwach ist.

Die Vorzüglichsten unter den Propheten sind die Gesandten. Unter den Gesandten gibt es fünf, die zu den
Größten und Bedeutendsten zählen. Diese sind: Muhammad (  ‫) ا  و‬, Ibrahim, Musa, Nuh und Isa –
Friede mit ihnen allen.

Der hervorragendste unter diesen fünf ist Muhammad ( ‫) ا  و‬. Ihm folgt in Übereinstimmung der
Gelehrten Ibrahim (‫) ام‬. Bezüglich der Einstufung der anderen drei Propheten, sind sich die Gelehrten
nicht einig.

Hafidh Ibn Hajar sagte: „Der beste nach Ibrahim (‫ ) ام‬ist Musa (‫) ام‬. Ihm folgt Isa (‫) ام‬
und anschließend Nuh (‫) ام‬.“ (As-Saffarini fii s-Saffariniyyah)

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Allah (‫ )
   و‬entsandte 124.000 Propheten, und 313 Gesandte um die Menschen zum Tauhid
einzuladen und sie vor dem Schirk zu warnen.

Abu Huraira (r.a) berichtete folgendes Ereignis: Ich fragte den Gesandten Allahs ( ‫) ا  و‬: „O
Gesandter Allahs! Wie viele Propheten gibt es?“ Er ( ‫ )  ا   و‬antwortete: „Es gibt 124.000
Propheten.“ „Wie viele von ihnen sind Gesandte?“, fragte ich weiter. „313 von ihnen waren Gesandte“,
antwortete der Prophet ( ‫) ا  و‬. „Und wie viele Schriften und Bücher wurden offenbart?“, fuhr
ich mit seinen Fragen fort. Der Prophet ( ‫ ) ا  و‬antwortete: „Es wurden hundert Schriften und
vier Bücher offenbart. Die Thora zu Musa, das Evangelium zu ‘Isa, die Psalmen zu David und mir wurde
der Qur’an offenbart. Und die Schriften; fünfzig Seiten wurden Schiyt, dreißig Seiten wurden Idris, zehn
Seiten wurden Ibrahim und zehn Seiten wurden Musa offenbart.“ (Ahmad, Ibnu Marduyah, Ibnu Abi
Hatim)

Ob dieser Hadith wirklich zu den wahren Überlieferungen gehört, weiß nur Allah ( ‫)
  و‬. Deshalb
muss jeder Gläubige generell an alle Propheten, Gesandten, Bücher und Schriften glauben. Deren wahre
Anzahl kennt nur Allah (‫)
  و‬.

Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﻚ‬‫ﻠﹶﻴ‬‫ ﻋ‬‫ﻢ‬‫ﻬ‬‫ﺼ‬‫ﻘﹾﺼ‬‫ﻢ ﻧ‬ ‫ﺳﻼﹰ ﻟﱠ‬ ‫ﺭ‬‫ﻞﹸ ﻭ‬‫ ﻣِﻦ ﻗﹶﺒ‬‫ﻚ‬‫ﻠﹶﻴ‬‫ ﻋ‬‫ﻢ‬‫ﺎﻫ‬‫ﻨ‬‫ﺼ‬‫ ﻗﹶﺼ‬‫ﻼﹰ ﹶﻗﺪ‬‫ﺳ‬‫ﺭ‬‫ﻭ‬
„Es sind Gesandte, von denen Wir dir bereits berichtet haben, und andere, von
denen Wir dir nicht berichtet haben.“ (Sura an-Nisaa, Aya 164)
Allah (‫ )
  و‬hat zu jedem Volk einen Gesandten geschickt. Alle Gesandten luden die Menschen dazu
ein nur Allah (‫ )
  و‬zu dienen, Ihn einzig zu machen und alle Arten des Taghut zu verleugnen.
Allah (‫ )
  و‬sagt hierzu:

‫ﻮﺍﹾ ﺍﻟﻄﱠﺎﻏﹸﻮﺕ‬‫ﻨِﺒ‬‫ﺘ‬‫ﺍﺟ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ﻭﺍﹾ ﺍﻟﻠﹼ‬‫ﺪ‬‫ﻋﺒ‬ ‫ﻮﻻﹰ ﹶﺃﻥِ ﺍ‬‫ﺳ‬‫ﻣﺔٍ ﺭ‬ ‫ﺎ ﻓِﻲ ﹸﻛﻞﱢ ﺃﹸ‬‫ ﹾﺜﻨ‬‫ﻌ‬‫ ﺑ‬‫ﻟﹶ ﹶﻘﺪ‬‫ﻭ‬
„Gewiss erweckten Wir in jedem Volk einen Gesandten, der zu ihnen sagte: ‚Dient
nur Allah und meidet den Taghut!’“ (Sura an-Nahl, Aya 36)
Unser Gesandter Muhammad ( ‫ ) ا    و‬ist der letzte unter den Propheten. Nach ihm wird kein
Prophet mehr kommen. Seine Scharia ist die Endgültige. Sie hebt alle Rechtssysteme vor ihr auf. Aus diesem
Grund wird Allah (‫ )
  و‬keinen anderen Din und kein anderes Rechtssystem, außer dem Islam,
anerkennen.
Allah (‫ )
  و‬sagt:
‫ﺎﺳِﺮِﻳﻦ‬‫ ﺍﹾﻟﺨ‬‫ ِﺓ ِﻣﻦ‬‫ ﻓِﻲ ﺍﻵﺧِﺮ‬‫ﻮ‬‫ﻫ‬‫ﻪ ﻭ‬ ‫ﻞﹶ ِﻣﻨ‬‫ ﹾﻘﺒ‬‫ﺎ ﻓﹶﻠﹶﻦ ﻳ‬‫ﻼﹶ ِﻡ ﺩِﻳﻨ‬‫ ﺍ ِﻹﺳ‬‫ﺮ‬‫ﺘﻎِ ﻏﹶﻴ‬‫ﺒ‬‫ﻦ ﻳ‬‫ﻣ‬‫ﻭ‬
„Wer einen anderen Din als den Islam begehrt, so wird es von ihm gewiss nicht
angenommen, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.“ (Sura Ali Imran,
Aya 85)
Dieser Vers zeigt eindeutig, wer in irgendeinem Bereich seines Lebens an andere Gesetze, außer denen des
Islams, glaubt, oder Wohlgefallen an deren Anwendung findet, oder diese über die Menschen anwendet, ist
kein Muslim, auch wenn er sie vom Herzen ablehnt. Falls er stirbt ohne die reumütige Abschwur davon, so
wird er im Jenseits zu den Verlierern gehören.
Allah (‫ )
  و‬sagt:

‫ﻪ‬ ‫ﺎﺀ ﺍﻟ ﹼﻠ‬‫ﺸ‬‫ﻠِﻚِ ﺇِﻻﱠ ﺃﹶﻥ ﻳ‬‫ ﻓِﻲ ﺩِﻳﻦِ ﺍﹾﻟﻤ‬‫ﺎﻩ‬‫ ﹶﺬ ﺃﹶﺧ‬‫ ﹾﺄﺧ‬‫ﺎ ﻛﹶﺎ ﹶﻥ ِﻟﻴ‬‫ ﻣ‬‫ﺳﻒ‬ ‫ﻮ‬‫ﺎ ﻟِﻴ‬‫ﺪﻧ‬ ‫ ِﻛ‬‫ﻛﹶ ﹶﺬﻟِﻚ‬
„So führten Wir für Yusuf eine List aus. Denn nach dem Din (dem Gesetz) des
Königs hätte er seinen Bruder nicht aufhalten können, es sei denn, Allah hätte es
gewollt.“ (Sura Yusuf, Aya 76)

Mit dem Din des Königs ist hier seine Gesetze gemeint.

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