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DER HEIMWERKER

Das große Buch für Hobby und Handwerk

Teil!
Wie man's macht
Werkzeuge und Arbeitstechniken

Ein Buch der Tchibo-Bibliothek


Autoren und Design Photos Illustrationen
beratende Redakteure Nicholas J. Frewing Barry Weller (Teil 1) A EG-Tel ef unken
Nicholas J. Frewing David J. Day Graham Henderson (Teil 2) Harold Bisby
Albert Jackson David Bryant
Paul Binscti AG RO B-Keramik Brian Craker
Siegfried Pritsche John Brookes Michael Boys Clive Crook
Herbert Krickl Ronald Carter Andrew Cockril! George Freeman
Albert Mettler Robin M. Harris R. J. Corbin Roy Grubb
Bernd Müller Catherine Knowles Alan Friend Robin M. Harris
Horst Rabsilber David Matthews John Gapp John Hutchinson
Hannes Ruebel John Finder George A. R. Gay David Jefferis
Ines Ruebel Terence Poole Grünzweig + Hartmann Launcelot Jones
Max Sauler Frederick Scott und Glasfaser AG Günther Köhler
Horst Schmeligk Alan Tilbury Jozef Gross Richard Leadbetter
Lewis Vardey Clem Harris Kay Marshall
Richard Hirschmann Dennis Ovendon
Ism et-Werke Antony Perks
Tony Jenkins Georg Rost & Söhne
Eta Lazi Lewis Vardey
James Mortimer Kenneth Vine
Georg Ott David Watson
Ray Procter Michel l e Watson
RAPHO/M.F. Broadway Arts Ltd.
Helmut Sander Madison Artists Ltd.
Simon Scott-Brown
Harry Smilh
S.R.D./Henri Pierrehumbert
Joh. Vaillant KG
Villeroy & Boch

Sonderausgabe von DO 1T YOURSELF. Das Reader's Digest Handbuch für Bastler


© 1975 Verlag DAS BESTE GmbH, Stultgart, für TCHIBO Frisch-Röst-Kaffee Max Herz, Hamburg
Alle Rechte, insbesondere die der Übersetzung, Verfilmung, Funk- und Fernsehbearbeitung
- auch von Teilen des Buches -, sind im In- und Ausland vorbehalten
Printed in Germany
Vorbemerkung zu Teil 1
Nie war es einfacher, eine Woh- zeuge, die man zu Reparaturen
nung oder ein Haus in Schuß zu im und um das Haus braucht, und
halten - selbst für diejenigen erklärt, wie man dabei vorgeht:
Männer, die sich rühmen, keinen Wie man zum Beispiel einen Riß
Nagel gerade in die Wand schlagen im Putz sauber vergipst, eine
zu können. Moderne Materialien Fensterscheibe einsetzt oder einen
und Werkzeuge machen die Arbeit Wasserfleck von der Tischplatte
zum Vergnügen. Das Buch ist in entfernt, kurz, wie man mit den
zwei Teile gegliedert. Dieser erste vielen immer wieder anfallenden
Teil vermittelt die erforderlichen Arbeiten fertig wird und oben-
Sachkenntnisse, zeigt die Werk- drein viel Geld spart.

Inhalt
Seite
4— 6 Alphabetisches Sachwortverzeichnis fürTeiH
7— 42 Dekorationsarbeiten
43^ 70 Umgang mit dem Handwerkszeug
71— 84 Elektrowerkzeuge
85-124 Alles über Holz
125—142 Nageln, schrauben, dübeln, kleben
143—154 Arbeiten mit Beton
155—180 Mauern mit Ziegeln und Steinen
181-192 Polster, Möbelstoffe und Teppiche
193—200 Glas und Glasfasern
201-216 Elektrizität im Haus
217—228 Wasserversorgung, Abwasser und
Zentralheizung
229—250 Reparaturen und Pflegearbeiten
im und am Haus
251 -272 Metallarbeiten
Alphabetisches Sachwortverzeichnis für Teil 1

Blockverband 163,165 Farbe, alte abbeizen 11 Gewinde schneiden 259-260


Bodenfliesen 30-42 alte abbrennen 11 Gewindeschneidkluppe 220
Abbeizen alter Farbe 11 Bodenplatten legen 29-31 mischen 10 Gips Karton platten 96
Abbrennen alter Farbe 11 Bohren in Holz 65-66 verdünnen 10 Glas bohren 195
Abflüsse, verstopfte 224 von Metall 256 Farbroller 8 reparieren 141
Abisoherzange 204, 205 Bohrer für Holz 65, 66 Fasebretter 98 schleifen 195
Ablängen von Holz 47 schleifen 66 Fausthobel 53 schneiden 195
Abrichten von Sägen 50 Bohrführung 75 Feilen 63, 256-257 Glasarten 194
Abstechen 58 Bohrständer 75 Feinsägen 47 Glasbausteine 194
Abstech rnei Bei 83 Bohrwinde 65 Feinschleifen 59 Glasborde 197
Abwasserableitung 223 Brechen einer Kante 54 Feinschlichten 257 Glasdachziegel 194
Abziehsteine 59 Bügeleisen 208 Fenster 239-242 Glaserhammer 51
Acrylglas biegen 194 Lärm- und Kälteschutz 200 Glaserkitt 196
Alarmanlagen 215-216 streichen 15 Glasfasern, Isolieren mit 199
Aluminiumsperrholz 91 Fensterbänder 137, 240 Reparieren mit 198
Anaglypta 19, 26 Dachboden isolieren 199 Fensterglas, Güteklassen 194 Glasfliesen 194
Anlassen von Metall 252, 267 Dachentwässerung 226 Fensterläden 243-245 Glastüren 197
Anlassen von Werkzeugen 271 Dachfenster 242 Fensterprofile 99 Gliedermaßslah 63
Anreißen von Holz 67-68,101-102 Dachreparaturen 233 Fensterrahmen 240-241 Glühlampen 211
eines Winkels 253 Dachziegel 233 Fensterscheiben ersetzen 196 Gotischer Verband 163
Anschlagwinkel 67, 253 Decke streichen 14 Fernsehantenne montieren 216 Gralhobel 55
Arbeitsgerüst 9 Deckenbürste 8 Fertig sehne i der 259 Grundstein 169
Arbeitsmaß beim Mauern 158 Deckenleuchte anbringen 210 Feuchtigkeit im Haus 230-232 Gully 222
Asbestplatten 96 Deckenplatten 27 Feuchtigkeit im Mauerwerk 166 Gummiglocke 224
Asbestzemenldächer 233 Deckentapele 19 Feuchtraumsleckdose und Gummiklebstoffe 139
Asphaltdächer 233 Deckentapeziergerät 25 -Schalter 210 Gummischaber 34
Auftrennen von Holz 78 Deckfurnier 90 Fittings 220 Gummischleifteller 80
Ausbeulen von Blechen 271 Dekorationsstoffe 187-188 Flächenslreictier 8 Gurten 182
Ausblühungen 180 Dispersionsfarbe 10 Flachglas 194 Gußeisen 252
Ausgußreiniger 224 Doppelfalzhobel 55 Flachmeißel 63, 255
Ausrichten von Holz 68 Doppelfenster, selbstgemacht Flachpinsel 8
Außenschalter 210 200 Flach rundsch raube 131 H
Außensteckdose 210 Doppelhobel 53 Flachsspanplatte 95 Halbrundholzschraube 128
Doppelverglasung 200 Flechten mit Binsen 186 Hämmer 51
Drahtgaze 272 Fleckentfernung 189, 190 Hammerstiel einsetzen 51, 52
B Drahtgeflecht 272 Fliesenbrechzange 34 Handbohrmaschine 66
Badezimmerzubehör 33 Drahtgitter 272 Fliesen legen 35-42 Harnstoffharzleime 139
Bankhaken 44, 45 Drahtglas 194 teilen 36, 37,40 Härten von Metall 252
Bauplatten 96-97 Dränieren 226 Fliesenschneider 34 von Werkzeugen 271
Baustahl 252 Drechseln 83-84 Floatglas 194 Hartfaserplatten 93
Beißzange 52 Drechslereisen 83 Fluchtschnur 161 Hartholz 88
Beizen 118 Drehbank 83 Flußstahl 252 Hartlöten 264, 265
Bestoßen einer Kante 54 Drehröhre 83 Formsäge 46, 48 Hartschaumplatten
Beton, Bestandteile 144 Dreikantfeile 256 Form steine 59 für Decken 27
mischen 148 Drillschraubenzieher 64 Forstnerbohrer 74 Haustelephon 214
reparieren 154 Druckspüler 225 Fräsbohrer 74 Hauswasserversorgung 218-219
Betonbausteine 173 Dübelholz 99 Fräsen von Zapfenlöchern 82 Heftstich 189
Betonbedarf 146 Dübel 132-133 Fräsen von Zinken 82 Heizen 227-228
Betonfertigteile 173 Dübelverbindung 112,113 Fuchsschwanz 46 Heizkamin 209
Betonieren von Böden 153 Fiigelade 44, 47 Heizkörper 228
von Wegen 149-150 Fugenarten 175 Heizkörper entlüften 228
Werkzeuge 145 Fugen ausbessern 175-176 Heizkörperpinsel 8
Betonmischmaschine 148 Einsatzsteckschlüssel 261 Fugenfüllmasse für Fliesen 33 Heizkörperverkleidungen 228
Betonmischungen 146.147 Einsteckschlosser 134, 135. 136 Fugenkratzer 9 Heizlüfter 209
Betonplatten legen 152 Elektrobohrmaschinen 72-75 Fundamente 167-168 Heizimgskesse! 228
reparieren 154 Elektrobohrmaschinenzusätze Furnieren 90 Heizungsrohre abdichten 250
selbstgemachte 151 72 Furnierholzarten 91 Helligkeitsregler 213
Biegelehren 270 Elektroheizgeräte 209 Furnierplatten 91, 92 Hexenstich 189
Biegen von Holz 77 Elektroinstallation 202,214 Fußbodendielen 98 Hieb 256
von Metallrohren 272 Elektroinstallationswerkzeuge Fußbodenreparaturen 246-247 Hobel 53-56
Biegsame Welle 75 204 Fußleisten reparieren 234 Hobelbank 44
Bindertarbe 10 Elektroschraubenzieher 204 Hobeleisen einstellen 53
Binsen, Flechten mit 186 Elektroatichsäge 79 Hobelmesserschärfen 59,60
Bitumenpappedächer 233 Epoxydharzkleber 139 Hobeln 53-56, 60
BlattStoB 114 Estrich verlegen 153 Gabelschlüssel 261 von Falzen 55, 56
Bläuen 252 Europarolle 19 Gartenentwässerung 226 von Graten 55
Blech anlassen 267 Exzenterzwinge 70 Gartentreppe 152 von Schweifungen 60
biegen 268 Gasdurchlauferhitzer 219 mit einer Zulage 54
sägen 267 Gaslötlampe 264 Hochdruckspeicher 219
schneiden 267 Gehrungen 109 Hochlochziegel 171
Blechbearbeitung 267-269 Fachwerkzwischenwand Gehrungsschneidlade 47 Hohlblockstein 157,171
Blechränder 269 errichten 96-97 Gehrungszwinge 70 Hohleisen 57
Blech seh rauben 128 Falzhobel 56 Gerüstturm 18 schärfen 59
Bleiverglasungen 197 Falzen von Holz 77, 79, 108 Gewindebohrer 259 Hohlkehlfliesen 40
Blendrahmenschraube 128 Falznaht bei Blech 268 Gewindeschneideisen 259, 260 Hohlstich 189
Alphabetisches Sachwortverzeichnis für Teil 1

Holz anreißen 101-102 Kreuzschlitzschraube 123 Messerfurnier 90 Po !y ätherschau m 182


ausrichten 68 Kreuzverband 163, 165 Metall biegen 270 Polystyrolkleber 139
beizen 118 Kreuzverbindung 112 bohren 258 Pressen 69-70
bohren 65-66 Kuhfuß 52 Fachausdrücke 252 Profilhobel 55
Oberflächenbehandlung Kunstharzfarbe und -lack 10,119 feilen 256-257 Profilleisten 99-100
118-120 Kunstharzglas 194 Handelsformen 252 Punktgeklebte Fliesen 42
Poren füllen 118 Kunstkautschukklebstoffe 139 löten 264-266 Pulzhaken 178
schleifen 118 Kunststoffenster 240 nieten 262-263 Putzlatte 178
Holzarten 88-89 Kunststoffrohre verbinden 223 sägen 254-255 Putzmörtel 177
Holzbohrer 65-66 Kurvenlineale 101 Metallarten 252 Putzreparaturen 235
Holzfehler 86 KurzschluB 202 Metallbohrer 258 PVA-Klebstoffe 139
Holzfeuchtigkeit 86 Metallfenster 240 PVC-Bahnen verlegen 32
Holzflügelfenster 239 Metallrohrebiegen 272 PVC-Klebstoffe 139
Holzfurniertapete 19 verbinden 272 PVC-Platten legen 29-31
Holzspiralbohrer 74 Lambrisleisten reparieren 234 Metallsägen 254
Holzverbinder 131 Lampenfassung Metallwinkel 103
Holzverb i ndungen 103-115 austauschen 211 MitteischneidCT 259
Holzverkleidung 28 Längsverbindungen 114 Möbeloberflächen ausbessern Querschneiden von Holz 78
Holzzäune 98 Lärmdämmung 250 123-124
Latexschaum 182 Möbelpflege 121
Laubsäge 49 Möbelreparaturen 248
l
Läuferverband 163,164 Möbelscharniere 137-138 Radialfurnier 90
Infrarotstrahler 209 Leichtbauplatten nage l 126 Möbelschlösser 136 Radialheizlüfter 209
Installationswerkzeuge 220 Leime und Klebstoffe 139-140 Mörtel 159 Radiator 228
Interior-Tufting-Tapete 26 Leimfarbe 10 Mosaikblätter verlegen 42 Raspel 61
l so lieranstriche 230 Leiter aufstellen 18 Muffenschraube 128 Räuchern von Holz 120
Isolieren von Dachböden 199 Leuchtstofflampen 212 Muttergewinde 259 Rauhbank 53
von Fenstern 200 Li einschalte r 213 Muttern 131 Rauhfasertapete 19
mit Glasfasern 199 Lineale 68 Rechte Winkel zeichnen 253
von Wänden 231-232 Linsensenkholzschraube 128 Reibebrett 145
von Wasserleitungen 221 Lochbeitel 57 N Reihstich 189
Isolierplatten 96 Lochblech 272 Nachtstromspeicherblock 228 Reinigungsspirale 224
Lochlehre 272 Nägel, Stückzahl pro kg 127 Reißnadel 67,253
Lochsäge 74, 258 ziehen 52 Resorz i n harzleime 139
Löten 264-266 Nagelarten 126 Richtscheit 253
Jalousien 243 Lötkolben 264 Nagelbohrer 64 Riegelwand 96-97
Japangrastapete 19 Nagelheber 52 Ringpinsel 8
Japanspachtel 9 Nageln 51-52 Ringschlüssel 261
M Holz an Holz 127 Ringschrauben 128
Magnethammer 51 Holz auf Mauerwerk 127 Rohrbruch 220
Makulatur 19 Nähte und Stiche 169 Rohrlertungen verkleiden 250
Kalken von Holz 120 Malen, Vorarbeiten 11-13 Nahtroller 20 Rohrschellen 205
Kalkfarbe 10 im Freien 17-18 Naturstein 173 Rohrschraubstock 220
Kantenverbindungen 113 Malerwerkzeug 8-9 Natursteinböden 174 Rohrsleckschlüssel 261
Kaseinleim 139 Maschendraht 272 Nichteisenmetalle 252 Rohrzange 220, 261
Kastenschloß 135 Maschinendrucktapete 19 Nieten 262-263 Rolläden 244-245
Kederkissen 183 Maschinenschraube 131 Nietenzieh er 262 Rollbandmaß 68
Kehl leisten 99 Maßordnung im Hochbau 157 Niederdruckspeicher 219 Roller 8
Kehiung sägen 79 MaSstäbe 68 Nulleiter 205 Rollgabelschlüssel 261
Keramikfliesen 33-39, 42 Mauern 160-162, 169-173 Nuten von Holz 77, 79, 105, Rostfreier Stahl 252
Keramik reparieren 141-142 mit Hochlochziegeln 171 108, 113 Rouleau 243
Kilowatt 2(ß mit Hohlblocksteinen 171 Nutenmeißel 255 Rückensäge 46, 47
Kippdübel 133 Umgang mit der Kelle 160 Nuthobel 55 Rundfeile 256
Kippschalter 213 Gebrauch des Maurer- Nylondübel 133 Rupfen 19, 26
Klappläden 244 hammers 161
Klauenhammer 51 mit Ornamentsteinen 172
Kleber für Fliesen 33, 39 mit Schaum- oder
Klebstoffe und Leime 139-140 Gasbetonsteinen 171 Offener Verband 163 Sägeblätter 254
Klingelanlage installieren 215 mit großformatigen Steinen Ölfarbe und -lack 10 Sägefeilen 50
Klingeltransformator 214 171 Ornamentsteine 172 Sägefurnier 90
Knetdübel 132 Gebrauch der Wasserwaage Sägen 4&-49
Kombinationswerkbank 45 162 abrichten 50
Kombinationswinkel 67 Werkzeuge 160 von Blech 267
Kondensation 231 Mauerverbände 163-165 Parallelzwinge 70 für Metall 254
Konlaktkleber 139 Mauerwerk ausbessern 179-180 Pendel leuchte anbringen 210 von Griff schlitzen 48
Kontur übertragen 68 Maurerfachausdrücke 156 Pinsel 8-9 schärfen 50
Konusauslaufhahn 221 Maurerfäustel 161 Plasttktapete 19, 26 von Schlüssel l öchern 49
Konvektor 228 Maurerhammer 161 Plaitenheizkörper 228 geschweifter Schnitte 48,
Körner 253 Maurerkellen 145,160 Plexiglas 194 49, 79
Krallendübel 133 Maurerwerkzeuge, Polieren von Metall 257 schränken 50
Krampe 126 selbstgemacht 162 Polsterbank 185 Zahnformen 46
Krauskopl 258 Meißel 255 Polsterhocker 184 Sander 60
Kreissägen 76-78 Messen 67-68 Polstern 182-185 Saumstich 189
Kreisschneider 258 von Drahtstärken 272 Polsternagel 126 Schaber 63
Kreuzmeißel 255 von Innenräumen 68 Polsterwerkzeuge 182 Schabhobe! 60
Alphabetisches Sachwortverzeichnis für Teil 1

Schablonen 101 Schwalbenschwanzzinkung 110 Stromkabel 202 Volt 202


Schälfurnier 90 Schweifsägeblätter 49 abisolieren 205 Vorreiber 128
Schärfen von Hobelmessern Schweißen 266 Farbkennzeichnungen 205 Vorschlaifen 59
59, 60 Schwerlastdübel 132 Stromkosten 203 Vorschneider 259
von Hohleisen 59 Schwinden des Holzes 87 Stromleiter 205 Vorstecher 64
von Sägen 50 Schwingschleifer 80 Stromprüfer 204
von Stecheisen 59, 60 Seh wund klammer 87,130 Stromzähler 203
von Stemmeisen 59, 60 Seitenschneider 204 Strukturglas 194 W
von Ziehklingen 62 Senkholzschraube 128 Stuhl polstern 183 Wände streichen 16
Scharnier einpassen 138 Senkkopfnagel 126 reparieren 249 Wandfliesen 35-37
Schaum- oder Gasbetonsteine Sesselkissen 184 Surform-Werkzeuge 61 Wandhahn 221
171 Sicherheitsglas 194 Wandverschalungen 98
Schellackpolitur 120,121 Sicherungsautomal 204 Wanknutscheibe 79
Schichtstoffplatten 121-122 Sichtschutzwand 172 Warmwasserversorgung 219
Seh lebe stock 78 Sickergrube 226 Tafelglas 194 Wasserhähne 221-222
Schiebetüren 238 Simshobel 55 Tapelenarten 19 Wasserhahn, tropfender 222
Schieblehre 253, 272 Sinkkasten 222 Tapetenkauf 19 Wasserleitungen reparieren 220
Schieferplatten befestigen 233 Sintern 252 Tapetenkleister 20 Wasserpumpenzange 261
Schimmelflecken 231 Siphon 222 Tapetenverbrauch 19 Wasserschenkel 99
Schlangenbohrer 74 Skarstenschaber 63 Tapezieren von Decken 25 Wasserwaage 162
Schlaufe 126 Spachteln 9 Reihenfolge der Bahnen 21 Wasserzähler 21B
Schleifen 80-81 Spaltsäge 46 mit ungewöhnlichem Watt 202
von Holz 63, 118 Spannen 69-70 Material 26 WC-Spülung 225
von Holzbohrern 66 Spannplatte 130 Vorbereiten des Unter- Wechselbrandkessel 228
von Metall 257 Spannsägen 49 grunds 21 Weichholz 88
mit der Schleifscheibe 60 Spannvorrichtungen 69 von Wänden 22-24 Weichlöten 264
Schleifpapier 63, 80 Spanplatten 95 Tapeziergerät 20 Wellennagel 103,126
Schleifscheibe 60 Sperrfurnier 90 Taschenhobel 55 Wendelbohrer 74
Schleifsteine 59 Sperrplatten 91 Taster 83 Werkbänke 44-45
Schleifzylinder 80 Spezialbeschlage 130 Teaköl 119 Werkstein 173
Schlichthobel 53 Spiegel anbringen 197 Tempern 252 Werkstein böden 174
Schließeisen 262 Spiegelglas 194 Teppichbahnen verlegen 191 Werkzeugstahl 252
Schlingstich 189 Spiegelklammer 197 Tepp ichböden 191-192 Windeisen 2S9
Schlitz und Zapfen 106-108 Spitzmeißel 255 Teppichfliesen verlegen 192 Winkelbeschläge 130
Schlösser 134-136 Spitzzange 261 Teppichmaterialien 190 Winkelgetriebe 75
reparieren und pflegen 236 Spreizdübel 133 Tischbeinhalter 130 Winkelschmiege 67, 253
Seh loßscfi raube 131 Spritzpistole 16 Tischkreissäge 78 Winkelzeichen 68
Schlüsselschraube 128 Spülkästen 225 Tischlerplalten 94 Winkel zeichnen 102
Schmelzsicherung 204 Spülklosetts 225 Transportbeton 147 Wippschalter 213
Schmiedeeisen 252 Stabbretter 98 Treppenreparaturen 246-247 Wohnungsinstallation 202
Schmiegen 67 Stahl arten 252 Truhe polstern 185
Schmirgellemen 257 Stahldrahtbürste 257 Türbänder 137, 236
Schmirgelpapier 257 Stahllineal 253 Türen 238
Schneideisen 259, 260 Stahl wolle 257 Feuchtigkeit 232 Zählertafel 203
Schrägmeißel 83 Standhahn 221 klemmende 236 Zahnformen von Handsägen 46
Schreinerbankhaken 45 Stauchkopfnagel 126 modernisieren 237 Zahnscheiben 131
Schreinerhammer 51 Stecheisen 57 sireichen 15 Zahnspachtel 34
Schränken von Sägen 50 schärfen 59. 60 Türgong 215 Zahntraufel 34
Schränkzange 50 Umgang mit 58 Türöffner 215 Zangen 261
Schrauben 64,128-131 Stechen 58 Türsummer 215 Zapfen und Schlitz 106,107,108
Schraubenarten 128,131 Stechzirkel 253 Zapfen schneiden 75
Schraubenausdreher 260 Steckdosen 207 Zapfenlöcher fräsen 82
Schraubengewinde 260 Steinanker 131 U Zapfensägen 47
Schraubenloch 64 Steinbohrer 74, 132 Überblattungen 58, 104, 112 Zapfenschlitze ausstemmen 58
Schraubenrosetten 128 Stein seh raube 131 Überlappungen 104,112 Zauntore reparieren 248
Schraubenschlüssel 261 Steinzeugfliesen 40-41 Übertragen einer Kontur 68 Zellulosekleber 139
Schraubenzieher 64 Stemmeisen 57 Überwendlingsstich 189 Zement 144
Schraubhaken 128 schärfen 59, 60 Umleimer 121 Zementmörtel 146
Schraublehre 272 Umgang mit 58 Universalhobel 56 Zentralheizung 227-228
Schraubstöcke 45 Stemmen 58 Unterlegscheiben 128,131 Zentrumbohrer 74
Schraubverbindungen 114,130 Stich säge 49 Ziegel 157-158
Schraubzwingen 69 Stoffarten und ihre Bedarfsberechnung 158
Schropphobel 53 Verwendung 187-188 ersetzen 180
Schubladen 116-117 Stoßlade 44, 47, 54 VDE-Zeichen 208 Lochungsarten 158
Schukokupplungen 206 Streckmetall 272 Velourstapete 26 Ziehklinge 62
Schukosteckdosen 207 Streichen von Decken 14 Verhällnisteüung 68 Ziehmesser 61
Schukostecker 206 von Fenstern 15 Verlöten von Blechen und Zinken fräsen 82
Schuko Verteilerdose 207 von Türen 15 Rohren 266 Zinkungen 110-111
Schutzkontakt 206 auf altem Untergrund 12-13 Verputzen 177-178, 230 Zirkel 68
Schulzleiter 202, 205 von Wänden 16 Versenker 52, 74 Zufahrtswege reparieren 248
Schlitznullung prüfen 208 Streichlatte, selbstgemacht 145 Versiegelungslack 119 Zulage 54
Schwachstrom 214-216 Streich m aß 67 Verziehen des Holzes 87 Zusammengehörigkeits-
Schwalbenschwänze Streifenfundament 168 Vinyl-Asbest-Platten 29 zeichen 68
ausstechen 57 Strichzieher 8 Vinylglas 194 Zuschlagstoffe 144
Schwalbenschwanzsäge 47 Strom 202 Vollisoliert-Zeichen 208 Zylinderschloß 136
Dekorationsarbeiten
Hier geht's um das Verschönern von Inhalt
Wanden, Fußböden, Decken, Fenstern
und Türen. Es werden aber nicht nur 8 Pinsel und Roller
die Arbeiten gezeigt, an die sich heute 9 Pinselpfiege/ Malerwerkzeug
fast jeder schon einmal herangewagt hat 10 Die richtige Farbe
- nämlich Malen und Tapezieren -, son- 11 Vorarbeiten
dern auch das Verlegen von PVC-Bah- 14 Deckenanstrich
nen und PVC-Fliesen, und man erfährt 15 Türen und Fenster streichen
auch, wie man beispielsweise Rupfen zu 16 Wandanstriche
einer schönen Wandverkleidung verar- 17 Malen im Freien
beitet, Keramikfliesen verlegt oder eine 19 Tapezieren
dekorative Holzwand einzieht. 20 Werkzeug und Ausrüstung
21 Vorarbeiten
22 Tapezieren von Wänden
25 Tapezieren von Decken
26 Tapezieren mit ungewöhnlichem
Materia!
27 Plattenbelag für Decken
28 Holzverkleidung
29 Bodenplatten aus Kunststoff
30 Bodenplatten legen
32 Bahnen verlegen
33 Keramikfliesen
35 Fliesenbeläge an Wänden
38 Bodenfliesen aus Keramik
40 Steinzeugfliesen
42 Punktgeklebte Bodenfliesen/Mosaik
Pinsel und Roller

Ein einwandfreier Anstrich ist nur mit kann nämlich einen Pinsel nach dem cher Pinsel, mit dem die Fläche vor
einem guten Pinsel möglich; die Qualität Streichen, von Rot zum Beispiel, noch so dem Bemalen gesäubert wird.
eines Pinsels aber hängt von seinen Bor- gut reinigen, kleine Farbreste werden
sten oder Haaren ab. wahrscheinlich doch zurüdcbleiben, die Roller
Pinsel mit Borsten vom Haus- oder sich dann in der weißen Farbe unange- Mit Rollern geht die Arbeit rascher vor-
Wildschwein sind gut, noch besser sind nehm bemerkbar machen. Für Decken an als mit Pinseln, außerdem wird damit
Haarpinsel aus Dachs- oder Marder- und Wände empfiehlt sich eine Decken- meistens auch der Anstrich schöner; da-
haaren. Sie kosten allerdings audi mehr. oder Anstrichbürste aus Schweinsborsten, für verbrauchen sie mehr Farbe. Ganz
Für Grundierarbeiten genügt ein billiger aber auch ein breiter Flächenstreicher ohne Pinsel kommt man bei der Arbeit
Pinsel, und er darf ruhig synthetische kann verwendet werden. mit Rollern allerdings nicht aus, denn
Borsten haben. Ringpinsel werden von Zeit zu Zeit Ecken sind nur schwer oder gar nicht zu
Da alle neuen Pinsel anfangs haaren, abgebunden: dazu wird der Schnurver- erreichen, und wenn eine Fläche unge-
ist es gut, sie vor Gebrauch erst einmal sdiluß gelöst, und einige Schnurwindun- wöhnlich rauh ist, kann es sein, daß
grÜDdlich mit den Fingern „durchzu- gen werden abgewickelt. Der natürliche nur die erhabenen Stellen mit Farbe be-
kämmen", damit die losen Borsten her- Verschleiß wird dadurch wieder ausge- deckt werden, weil die Haare der Rol-
ausfallen. glichen. lerdecke zu kurz sind.
Eine mit dem Roller gemalte Fläche
Allzweckpinsel Spezialprnsel ist nie ganz glatt; sie wird immer rauh.
Für die meisten Malerarbeiten in der Der angeschrägte Strichzieher erleichtert Die Hersteller bieten Roller mit na-
Wohnung - ausgenommen Decken- und das Streichen an schwierigen Stellen, z. B. türlichen und synthetischen Bezügen an;
Wandanstriche - genügen Pinsel in drei der Fensterrahmen, beträchtlich. am besten sind Lammfellroller.
verschiedenen Größen. Ob man sich da- Einen Strichzieher kann man leicht Roller und Abstreifgitter (zum Ab-
bei für Flachpinsel (empfehlenswert die auch selber machen; man braucht nur streifen überschüssiger Farbe von der
Größen Va, l und 2 Zoll) oder Ring- einen abgenützten Pinsel schräg abzu- Rolle) sollten gleich nach Gebrauch in
pinsel (empfehlenswert Nr. 2 mit 2 cm, schneiden. Mit dem abgeknickten Heiz- Farblösungsmittel oder, wenn mit Dis-
Nr. 6 mit 3 cm und Nr. 12 mit 4,5 cm körperpinsel streicht man Heizkörper und persions- und Binderfarben gearbeitet
Durchmesser) entscheidet, hängt vom alle sonstigen schwer zugänglichen Flä- wurde, in warmem Seifenwasser gründ-
einzelnen ab. chen. Den gleichen Dienst tut zur Not lich gereinigt werden. Danach schleu-
Nach Möglichkeit sollte man einen auch eine Schuhcremebürste, die man fest dert man die Walze gut aus, läßt sie an
Satz Pinsel nur für Weiß und einen wei- an einen Holzstab bindet. der Luft trocknen und bewahrt sie in
teren für bunte Farben benutzen. Man Der Staubpinsel ist ein einfacher wei- Papier eingewickelt auf.

Fläche n streich er

Strichzieher

Ringpinse!

Heizkörperpinsel
Pinselpflege / Malerwerkzeug
Reinigen und aufbewahren
Jeder Pinsel, ob billig oder teuer, hält Hat man den Pinsel einmal zu reini-
länger, wenn er richtig gepflegt wird. gen vergessen, so läßt er sich meistens
Der größte Teil der Farbe läßt sich noch hinterher wieder gefügig machen:
leicht von einem frisch benutzten Pinsel Wenn die Farbe noch nicht steinhart ge-
entfernen: Man legt ihn auf einige La- trocknet ist, stellt man den Pinsel in
gen Zeitungspapier und streift ihn von Terpentin oder Terpentinersatz, und
hinten nach vorne, zu den Borstenspitzen wenn sie aufgeweicht ist, schabt man
hin, unter leichtem Druck mit einem soviel wie möglich mit einem Spachtel ab.
Messerrücken oder einem anderen stump- Dies wiederholt man, bis der Pinsel
fen Gegenstand aus. weich ist, und spült ihn dann in war-
Anschließend wird der Pinsel in einem mem Seifenwasser aus.
Lösungsmittel gründlich ausgewaschen, Wirklich harte Pinsel werden am be-
wobei man auch Griff und Unterbau sten mit Farbentferner wieder weich ge-
reinigt. Für Emulsions- und Leimfarbe macht.
genügt kaltes Wasser. Gereinigte und an der Luft durchge-
Öl- und Lackfarben entfernt man mit trocknete Pinsel werden in Zeitungs-
Terpentin, Terpentinersatz oder mit dem papier ein geschlagen; dadurch behalten
entsprechenden Lösungsmittel, das der die Borsten ihre Form.
Händler empfiehlt. Wenn man ganz Über Nacht kann man einen Ölfarben-
gründlich sein will, wäscht man den Pin- pinsei ungereinigt in Wasser aufbewah-
sel danach noch in warmem Seifenwasser ren: Man durchbohrt den Stiel, spießt
aus und spült ihn hinterher unter dem ihn auf einen Nagel oder ein Stück
Wasserhahn ab. starken Draht, hängt den Pinsel in ein
Besonders den Pinselgrund - die Stelle, Glas - wobei Nagel oder Draht auf dem
wo die Borsten eingebunden sind - gilt Gefäßrand aufliegen - und füllt so viel
es sorgfältig zu reinigen, denn hier setzt Wasser ein, daß es die Borsten gerade
sich die Farbe besonders stark fest. bedeckt. Der Pinsel darf nicht den Bo- Ober Nacht oder auch länger wird der Pinsel
Der Pinsel sollte beim Reinigen nicht so den des Glases berühren, weil die Bor- an einem Nagel oder Stück Draht in Wasser
hart bearbeitet werden, daß er sich stark sten sonst krumm werden oder sogar aulbewahrt
verformt. abbrechen.

Fugenkratzer, Spachteln und Gefäße


Mit Malerspachteln schabt man Farbe auch Risse in Decken und Wänden. Der strich etwa, ist es vorteilhaft, die erfor-
von glatten Flächen, mit Kratzern wer- Japan-Flächenspachtel dagegen dient zum derliche Farbmenge in einen Eimer zu
den Ecken und Spalten gesäubert. Feinverspachteln. geben. Plastikeimer sind am geeignetsten;
Außerdem vergipst man mit Spachteln Für große Arbeiten, einen Deckenan- sie sind leicht und lassen sich gut reinigen.

Spachtel

Japanspachtel

Fugenkratzer
Schaber

Farbeimer

Arbeitsgerüst
Eine Stufenleiter, möglichst mit Platt- Stufenleitern oder Stufenböcken mit muß, um Leiter oder Bock zu verrücken.
form und einhängbarem Abstellbrett, er- einem darübergelegten Gerüstbrett. Die- Länger als drei Meter sollte das Auf-
leichtert das Arbeiten in der Höhe. Bes- ses Gerüst hat den großen Vorteil, daß lagebrett allerdings nicht sein, weil es
ser und sicherer ist ein Gerüst aus zwei man nicht pausenlos auf- und absteigen sich sonst zu stark durchbiegt.

Gerüst aus Stufenböcken (Tritten) und einem Brett


Die richtige Farbe
Farbenarten
Früher gab es wenig Farbenarten, mit ben für Wände und Decken, für Holz und hochwertige Dispersionsfarbe mit seidig
denen der Laie umgehen und gute Er- Metall Ölfarben und -lacke sowie Kunst- glänzender Oberfläche und sehr guter Wit-
gebnisse erzielen konnte. Heute gibt es harzfarben und -lacke. terungsbeständigkeit.
fast keinen Anstrich, den man nicht sel-
ber machen kann, gleichgültig, welchen Leimfarber» Kalkfarben
Zweck er erfüllen soll oder wie der Un- Leim färbe n ans triebe sind zwar recht bil- Kalkfarbe besteht aus gelöschtem Weiß-
tergrund beschaffen ist. Farben und lig, haben aber den Nachteil, daß sie nicht kalk, verdünnt mit Wasser, und ist be-
Lacke aller Art sind streichfertig und wetterbeständig sind. Sie eignen sich daher sonders für feuchte und starken Tempera-
meist leicht zu verarbeiten. Wer sich an nicht für Außenanstriche. turschwankungen unterworfenen Räume
die Gebrauchsanweisung hält und die im Die Farbe besteht aus Kreide, Wasser sowie für Fassaden geeignet. Vorsicht:
folgenden erklärten Techniken anwen- und Leim, dem Bindemittel. Sie läßt sich, Kalk ätzt! Deshalb bei der Arbeit immer
det, müßte einwandfreie, also deckende am besten mit dem Roller, problemlos Gummihandschuhe und eine Schutzbrille
und tränenfreie Anstriche machen kön- verarbeiten, und zwar vor allein auf Putz, tragen.
nen. Leichtbauplatten, Pappe und auch auf
Für die allerersten Streichversuche eig- Tapeten. Ölfarben und -tacke
net sich besonders eingedickte Farbe Wenn der Untergrund gut vorbereitet,
(Kompaktfarbe), weil sie überhaupt nicht Dispersions- und Binderfarben d. h. trocken, eben, staub- und rostfrei ist,
läuft und gut dedtt. Dispersionsfarben sind eine Mischung aus ist die gute alte Ölfarbe noch immer sehr
Die Fläche, die man mit einer bestimm- Kunstharzdispersionen (Binder) mit ge- brauchbar - und zwar nicht nur für Holz
ten Farbmenge streichen kann, hängt vom eigneten Farbstoffen, Füllstoffen und wei- und Metall, sondern durchaus auch für
Untergrund ab, davon, ob man Pinsel oder teren stabilisierenden Zusätzen, die letzt- Stein und Putz (Ölfarbe n so ekel). Für
Roller benützt, und von der eigenen lich für die Eigenschaften - scheuerfest, Außenanstriche darf die Ölfarbe nicht zu
Fertigkeit. Kompakt färbe, wenn man sie waschfest, wischfest - verantwortlich sind. mager, d. h. zu stark verdünnt sein. Ein
nicht zu stark ausstreicht, dedtt oft in Ein Anstrich mit Dispersionsfarbe ist Schlußanstrich mit Öllack macht den An-
einer Schicht so gut wie ein zweifacher äußerst haltbar und läßt sich innen und strich besonders wetterfest.
Anstrich mit flüssiger Farbe. außen anbringen. Auch Rauhfasertapeten
Farben sind eine Wissenschaft für sich, können damit einwandfrei deckend über- Kunstharzfarben und -lacke
und auch dem Fachmann fällt die Über- strichen werden. Doch sollte man beim Kunst harz färben lassen sich wie Ölfarbe
sicht oft nicht leidit. Deshalb seien im Farbenkauf unbedingt angeben, zu wel- verarbeiten, werden sehr schnell sehr hart
folgenden nur die Farben erwähnt, mit chem speziellen Zweck man die Farbe und sind äußerst witterungsbeständig und
denen der Laie erfahrungsgemäß am häu- braucht, denn nicht jede Dispersionsfar- widerstandsfähig gegen Stöße und Schläge
figsten zu tun hat. Das sind Leimfarben, benmischung ist genau gleich. So ist zum („Schlagfestlacke") - allerdings auch teu-
Kalkfarben, Dispersions- und Binderfar- Beispiel die Latexfarbe eine besonders rer als Ölfarben.

Farben mischen
Wer sich differenzierte Farbwünsche er- Farbengeschäft mit der geführten Marke steller lassen sich eher auf einen Nenner
füllen will, muß mit der Farbe experimen- genügend Erfahrung, um Sie beraten zu bringen. Trotzdem auch hier erst die Pro-
tieren. Daß Ge!b und Rot = Orange, Gelb können. In jedem Fall empfiehlt es sich, bemischung mit kleinen Mengen. Und
und Blau = Grün, Blau und Rot = Vio- mit Vorsicht ans Werk zu gehen und erst bitte beachten Sie, daß Leimfarben in der
lett, Schwarz und Weiß = Grau ergeben, Versuche mit kleinsten Mengen zu ma- Regel blasser auftrocknen, Dispersions-
ist allgemein bekannt. Da die Farben der chen. Außerdem kommen Sie zu den be- und Binderfarben meist kräftiger.
verschiedenen Hersteller aber schon meist sten Ergebnissen, wenn Sie zunächst mit Wer es genau wissen will, sollte seine
mehr oder weniger gemischte Töne dar- den reinen Grundfarben Rot, Blau und Mischung erst auf ein Stück Papier auf-
stellen, sind allgemein verbindliche Misch- Gelb arbeiten. tragen und abwarten, wie der Farbton
tabellen einfach nicht möglich. Aber si- Die Vollton-Abtönfarben für Decken- aussieht, wenn die Farbe schließlich ganz
cherlich haben die Fachleute in Ihrem und Wandfarben der verschiedenen Her- trocken ist.

Durchrühren und Verdünnen von Farben


Farben bestehen aus einem flüssigen und Nun wird die Farbe gut durchgerührt flüssig werden, darf man nicht verdün-
einem festen Teil, feinen Farbkörper- und durch einen alten Nylon s trumpf nen, weil sich sonst ihre Struktur ver-
chen, die sich mit der Zeit auf dem Bo- geseiht, der alle Hautstücke auffängt, die ändert und sie ihre Deckkraft verlieren.
den des Farbgefäßes absetzen. Deshalb vielleicht noch z u rü dt geblieben sind. Arbeitshinweise sollte man vor Ge-
muß die Farbe immer gut durchgerührt brauch lesen, weil beim Streichen oft-
werden, ehe man zu streichen beginnt. mals Farbe außen an der Dose herab-
Am besten ist es, spiralenförmig von läuft und den Aufdruck verdeckt,
unten nach oben zu rühren. Wer eine
elektrische Bohrmaschine hat, kann sich
einen Farbenquirl dazukaufen. Bei Mehr-
gangmaschinen quirlt man mit der nied-
rigsten Geschwindigkeit.
Man stecke vorsichtshalber den Stiel
des Quirls erst durch eine Pappe, Plastik-
haut oder ähnliches, ehe man ihn im Bohr-
futter festzieht. So kann man die Gefäß-
öffnung abdecken und verhindern, daß die
Farbe aus dem Gefäß herausgewirbelt
wird. Spiralenförmig durchrühren
Wenn Farbe in einer offenen Dose
stehen bleibt, bildet sich an der Ober- Die meisten Farben können verdünnt
fläche eine Haut. Diese schneidet man werden - Emulsionsfarben mit Wasser,
mit einem scharfen Messer rundherum Ölfarben und Lacke mit Terpentin oder
ab und nimmt sie dann, möglichst in entsprechenden Lösungsmitteln. Einge-
einem Stück, heraus. dickte Farben, die erst beim Streichen Ein alter Nylonstrumpf fängt Hautstücke auf
10
Vorarbeiten (1)
Alte Farbe entfernen
Alte Farbe entfernt man nur, wenn es
gar nicht mehr anders geht, denn die
Prozedur ist anstrengend und zeitrau-
bend. Wenn zum Beispiel die Farbe nur
an einzelnen Stellen Blasen bildet oder
abblättert, wird man nur diese und nicht
die ganze Fläche bearbeiten. Der besser
erhaltene Teil wird lediglich mit Schleif-
papier oder durch Abwaschen mit einer
Lösung aus einem Teil Salmiakgeist und
acht Teilen Wasser aufgerauht, damit die
neue Farbe besser haftet.
Mehrere Farbschichten übereinander
schützen eine Fläche immer besser als
eine einzige. Doch wenn eine alte Farb- Oberfläche mit der gezahnten Klinge auf- Den Rest der Farbe mit der glatten Klinge
schicht einen glatten Anstrich nicht mehr reißen abkratzen
zuläßt, dann muß man sich die Mühe
machen und die Farbe entfernen. Dies
kann man auf verschiedene Weise tun:
durch Schaben, Abbrennen oder Ab-
beizen mit chemischen Mitteln.

Schaben
Es ist sehr schwierig, alte Anstriche nur
mit dem Schaber - ohne Hilfe von Che-
mikalien oder einer Lötlampe - zu ent-
fernen. Man sollte es wirklich bloß bei
kleinen Flächen tun. Gut dazu geeignet
ist der Skarsten- Schaber. Er hat zwei
Klingen, eine gezahnte und eine glatte.
Mit der gezahnten wird die Oberfläche
aufgerissen; man muß dabei nur aufpas- Chemische Farbentferner sorgfältig, mög- Beim Abschaben der aufgeweichten Farbe
sen, daß die Zähne den Malgrund nicht lichst ohne Spritzer, auftragen Gummihandschuhe tragen
verletzen. Die restliche Farbe wird dann
mit der glatten Klinge abgeschabt. Für müssen unbedingt aus dem Arbeitsbe- von Metall entfernt werden soll, da
Fugen usw. ist ein spezieller Fugenkrat- reich entfernt werden; ist dies nicht mög- manche Mittel die Oberfläche angreifen.
zer empfehlenswert, doch jedes andere lich, darf die Lötlampe nicht benutzt Die meisten Entferner verbrennen die
geeignete Werkzeug, ein altes Messer werden. Haut; man sollte daher Gummihand-
zum Beispiel, tut es auch. Nachdem die Fläche von der alten schuhe tragen. Außerdem muß man dar-
Farbe befreit ist, wird sie gründlich mit auf achten, daß in der Nähe stehende
Abbrennen mittelfeinem Schleifpapier bearbeitet, ge- Möbel keine Spritzer abbekommen.
Abbrennen ist die schnellste Methode, spachtelt und wieder geschliffen. Wenn das Mittel seine Wirkung ge-
Farbe zu entfernen, in Inneiiräumen je- Verkohlte Stellen müssen abgekratzt tan hat, wird die Farbe mit dem Spachtel
doch nicht unbedingt geeignet. Am werden, weil auf ihnen die Farbe nicht abgeschabt, in Zeitungspapier gewickelt
gängigsten sind Benzin- und Gaslötlam- hält. und möglichst gleich verbrannt. Wenn
pen. Spezielle Farbabbrenneraufsätze er- das Abbeizmittel nicht gleich beim er-
leichtern hierbei die Arbeit. Abbeizen sten Mal wirkt, ein zweites oder drittes
Man bewegt die Flamme möglichst Diese Methode hat gegenüber dem Ab- Mal auftragen und dann schaben.
gleichmäßig vor- und rückwärts über die brennen den großen Vorteil, daß man Nach dem Entfernen der Farbe muß
gleiche Stelle und bringt die Farbe zum zum Beispiel auch von Fensterrahmen die Oberfläche gründlich mit Terpentin-
Schmelzen, ohne daß der Untergrund und -Stegen Farbe entfernen kann, ohne ersatz abgewaschen und dann mit Schleif-
dabei verbrannt wird. daß Scheiben dabei zerbrechen. papier geschliffen werden. Es dürfen
Wenn die Farbe sich kräuselt, wird sie Chemische Farbentferner gibt es in keine auch noch so kleinen Spritzer des
abgeschabt - Vorsicht, sie ist heiß! - und unterschiedlichen Zusammensetzungen für chemischen Entferners zurückbleiben, weil
in einen bereitgestellten Behälter getan. verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. er natürlich auch die neue Farbe an-
Rechtshänder arbeiten von rechts nach Deswegen sollte man sich vom Fach- greift.
links, Linkshänder umgekehrt. händler beraten lassen und die Ge- Dosen mit chemischen Farbentfemern
Bei Formleisten hebt man die Farbe brauchsanweisung auf der Dose lesen. nicht offen oder in Reichweite von Kin-
ab, indem man den Spachtel im rechten Das ist besonders wichtig, wenn Farbe dern stehen lassen!
Winkel zur Längsrichtung der Leisten
hält und dann der Form folgt. Ritzen
oder Ecken werden, wenn erforderlich,
mit der Spachtelspitze oder mit einem
alten Sdiraubenzieher ausgekratzt. Glatte
Flächen bearbeite! man von unten nach
oben.
Man sollte es sich zur Gewohnheit ma-
chen, die Lötlampe vom Arbeitsfeld weg
zu halten, während man schabt; auf diese
Weise lassen sich ungewollte Brand-
löcher vermeiden.
Bei Asbest, Gips verputz und nahe bei
Fenster- oder Türscheiben arbeitet man
nicht mit der Lötlampe. Beim Abbrennen mit den Zierleisten begin- Bei glatten Flächen Spachtel benutzen, die
Brennbare Materialien, Vorhänge etwa, nen und von oben nach unten arbeiten Bretter von unten nach oben bearbeiten
11
Vorarbeiten (2)
Neuer Anstrich auf altem Untergrund
Die Qualität eines Anstrichs hängt von
der Sorgfalt ab, mit der die Fläche vor-
bereitet worden ist - daran ändert auch
ein noch so sauber gelungener Schluß-
auftrag nichts. Die gegenüberliegende
Seite informiert darüber, wie Löcher,
Risse, Blasen usw. ausgebessert werden.

dl- und Lackfarben


Die Fläche wird erst mit einem Schwamm
oder Lappen und warmer Waschmittel-
lauge abgewaschen, dann spült man das
Waschmittel mit klarem Wasser ab.
Damit die neue Farbe gut haftet, wer- Die Kanten des Schleifblocks sollten abge- So wird's am schönsten: Vor dem letzten
den Wände mit Schleifpapier abgerieben, schliffen sein Auftrag Fläche naß schleifen
indem man das Papier um einen Holz-
block legt, der gut in der Hand liegen
soll. Wer sich das Abschleifen sparen
will, kann die Fläche aufrauhen, indem
er sie mit Salmiaklösung, 1:8 mit Wasser
verdünnt, abwäscht.
Feines Schleifpapier nimmt man zum
Bearbeiten von Holz, aber auch zum
Abschleifen von Flächen, die man vor-
her mit grobem Schmirgelpapier oder
Bimsstein gesäubert hat.
Am schönsten wird eine Oberfläche,
wenn man sie mit feinstem wasserfestem
Glaspapier naß schleift.
Kleine beschädigte Stellen werden bis Elektrobohrer und Stahlbürste - da halten Ein Schwingschleifer erleichtert das Ab-
auf den Untergrund abgeschliffen, ge- alte Farbe und Rost nicht stand schleifen großer, ebener Farbflächen
spachtelt und wieder geschliffen, damit
keine Stufe zur übrigen Fla die entsteht. strich absehen und frisch tapezieren. Das aber dennoch einen Farbanstrich hin-
Blanke Holzstellen werden nach dem gleiche gilt, wenn die Leimfarbe den kriegen, der nicht abblättert, ist es am
Schleifen grundiert, gespachtelt, wieder Kleister so stark aufweicht, daß die besten, man kratzt den Firnis ganz ab
geschliffen und dann gründlich gesäubert. Tapete nicht mehr hält. und behandelt die Fläche wie blankes
Auf einer so vorbereiteten Fläche gelingt Holz.
der Schlußauftrag ganz gewiß. Binder- und Dispersionsfarben
auf Tapeten Silikon-Polituren
Abwaschbare Dispersions- und Nachdem man den letzten der zwei An- Viele Polituren enthalten heute Silikon,
Binderfarben striche aufgebracht hat, bildet die Tapete und das muß vor einem Farbanstrich
Die Fläche wird zuerst mit Waschmittel- möglicherweise Blasen. Diese unerfreu- ganz entfernt werden. Denn wenn auch
lauge abgewaschen, gut abgespült und liche Erscheinung kann mit dem Trocknen nur Spuren davon zurückbleiben, wird
dann mit Schleifpapier oder Salmiak- der Tapete verschwinden. Wenn nicht, die Farbe an diesen Stellen nicht ange-
lösung aufgerauht. Lose Farbe muß ab- schneidet man die Blasen aus und klebt nommen.
gekratzt und die betreffende Stelle dann das ausgeschnittene Tapetenstück wieder Deswegen reibt man die Fläche mit
geschliffen werden. Nicht vergessen, Lö- einem rauhen Lappen und Terpentin
cher und Risse zu vergipsen. gründlich ab und wendet den Lappen
Streichen abwaschbarer Tapeten häufig, damit die Politur nicht verteilt
Leimfarben Abwaschbare Tapeten sollten vor dem wird. Zum Schluß arbeitet man mit
Leimfarben müssen grundsätzlich vor Streichen mit einer milden Waschmittel- Schleifpapier nach.
einem Neuanstrich entfernt werden. Sie lauge und dann mit klarem Wasser ab-
lassen sich normalerweise leicht abwa- gewaschen werden. Wachsbeizen
schen, weil sie aus Wasser, Kreide und Schließlich versichert man sich, daß Mit Wachs gebeizte Holzflächen werden
Leim bestehen. Fest haftende Farbreste die Tapete noch gut klebt, das Muster mit Terpentin abgewaschen und dann
müssen notfalls mit Bürste und Spachtel nicht durch die Farbe scheint, und dann mit Schleifpapier geschliffen, ehe man zu
abgekratzt werden. klebt man eventuell losgerissene Teile streichen hieginnt.
Rauhe Flächen werden mit Bimsstein fest.
glattgeschliffen. Feuchte Stellen oder Eisen und Stahl
Rauchflecken isoliert man mit Spiritus- Firnis oder Beize Sehr wirkungsvoll zur Färb- und Rost-
lack. Weil Gips- oder Kalkuntergründe Mit Sandpapier wird soviel wie möglich entfernung sind von einer elektrischen
Farbe aufsaugen, empfiehlt es sich, die von dem Firnis oder der Beize abge- Bohrmaschine angetriebene Stahldraht-
Fläche vor dem Streichen mit Alaun- schliffen. bürsten. Wer keine hat, muß zu Hand-
lösung abzudichten. Blankes Holz wird immer grundiert. stahldrahtbürste und Schleifpapier grei-
Leimfarbenanstriche können auch auf Gebeizte Flächen sollten durch zwei La- fen und, was manchen Tropfen Schweiß
Tapeten angebracht werden, vorausge- gen eines Holzgrundierers versiegelt wer- kosten wird, alle Rostflecken und losen
setzt, diese haften gut. Lose Teile müs- den, bevor man Farbe aufträgt. Wenn Farbstellen gründlich abschleifen.
sen mit Kleister festgeklebt werden. es jedoch schnell gehen soll, schleift man Dann wird mit Terpentin abgewaschen,
Allerdings muß man sich bei stark ge- den Glanz ab, grundiert und bringt dann und blanke Stellen werden grundiert.
musterten Tapeten überzeugen, daß die den Farbanstrich an. Auf diese Weise
Tapetenfarben nicht durchschlagen aufgetragene Farbe kann leicht abblät- Aluminium
(„durchbluten"); dazu streicht man eine tern. Das Verfahren eignet sich also nicht Die alte Farbe wird mit feinem Schleif-
kleine Fläche mit der Leimfarbe ein. für Scheuerleisten und dergleichen. papier geschliffen, dann mit Terpentin
Deckt sie nicht oder löst sie die Tapeten- Farbe haftet nicht gut auf Firnis - abgewasdien. Blanke Stellen grundiert
farbe auf, sollte man von einem An- auch nicht auf abgeschliffenem. Will man man vor dem Streichen.
12
Vorarbeiten (3)
Ausbesserungsarbeiten
Einige der unliebsamen Erscheinungen, geschliffen. Kleine Unterschiede gleicht schem Entferncr aufweichen, dann ab-
die bei Malerarbeiten immer wieder auf- man mit Alabasterbrei aus. kratzen, Fläche trocknen lassen und mit
treten, lassen sich durchaus vermeiden, Breite Risse und Löcher werden mög- alkalibeständigem Isoliermittel abdichten,
wenn man die paar wichtigen Grund- lichst in 2 oder 3 Arbeitsgängen gefüllt, bevor der Deckanstrich aufgetragen wird.
regeln beachtet. Aber wenn diese Fehler wobei man jede Lage trocknen läßt, be-
- und andere, nicht immer vorherzuse- vor die nächste aufgetragen wird. Abblätternde Farbe
hende - trotzdem auftreten, dann lassen Ein Tip: Den Riß fast mit Gips oder Die häufigsten Gründe sind schlechte
sie sich in den meisten Fällen noch nach- Zellulosematerial füllen, den Rest mit Vorbereitung des Malgrundes, Feuch-
träglich beheben. Alabaster, der sich leichter und genauer tigkeit unter dem Farbfilm, Ausblühun-
abschleifen läßt. gen und, bei Leimfarben, unzureichende
Blasen Qualität und das Auftragen bei sehr
Blasen in der Farbe werden meistens Risse In der Farbe feuchter Luft.
von Feuchtigkeit oder Harz hervorge- Sie entstehen, wenn auf eine Farbfläche Ist der Schaden ausgedehnt, muß die
rufen. Man schneidet die Blase heraus, eine völlig andere Farbart aufgetragen Farbe entfernt und die ganze Oberfläche
kratzt den Untergrund ab, spachtelt ihn; wird. Die untere Farbe dehnt und zieht vor dem Endauftrag sorgfähig vorberei-
Harzstellen werden mit Schellack isoliert. sich anders zusammen als die neue Farbe tet werden. Wegen des richtigen Isolier-
Dann kommt das Schleifpapier dran. und erzeugt so Risse. mittels oder der geeigneten Grundier-
Wenn die abgeschliffenen Stellen gut Treten die Risse an vielen Stellen auf, farbe den Fachhändler um Rat fragen.
durchgetrocknet sind, trägt man den muß die ganze Fläche von der Farbe Wenn das Abblättern auf kleine Flä-
Grund- und schließlich den Endanstrich befreit und frisch gestrichen werden. chen beschränkt ist, kann man wie bei
auf. Sind die betroffenen Flächen klein und Blasen vorgehen.
nicht sehr zahlreich, geht es an, nur sie
Risse In der Wand abzuschmirgein und mit einem neuen Schimmel
Dafür sind in besonderem Maße Wände Anstrich zu versehen. Tritt hauptsächlich dort auf, wo hohe
mit Gipsverputz anfällig. Ganz feine Temperaturen und starke Luftfeuchtig-
Risse füllt man mit Alabasterbrei, brei- Schlagstellen keit zusammenkommen - meistens in
tere mit Zellulosefüller und große mit Ist die Farbe nicht bereits durch den Küchen und Badezimmern.
Gips. Stoß abgeblättert, muß die Vertiefung Schimmel macht sich gewöhnlich durch
Loses Material muß so weit aus Rissen von der Farbe befreit werden, bevor rote, braune oder schwarze Flecken auf
und Löchern gekratzt werden, bis die man sie mit Spachtelmasse ausfüllt. Wenn der Farbe bemerkbar. Bevor man etwas
umgebenden Gips ran der fest sind und der Füller trocken ist, wird er auf die unternimmt, sollte man sich vergewis-
der Füllung guten Halt geben. Zum Ent- Höhe der übrigen Fläche abgeschliffen, sern, daß verdächtige Flecken nicht von
stauben genügt ein alter Pinsel. grundiert und schließlich gestrichen. rostigen Nägeln oder Schrauben her-
Nun wird der Füller zu einem Brei rühren. Ist das nicht der Fall, behandelt
angerührt und mit dem Spachtel in den Ausblühungen man die Stellen mit einem pilztötenden
vorher angefeuchteten Riß gedrückt und Alkalische Salze verursachen auf der Mittel und streicht sie neu.
glatt gestrichen. Oberfläche von Gipsverputz, Beton, Zie- Große Schimmelflächen, unter denen der
Wenn der Füller trocken ist, wird er geln und Naturstein oft einen weißen Putz abzubröckeln beginnt, zeigen an,
mit mittelgrobem Schleifpapier auf die Belag. daß die Wand in ihrer ganzen Stärke von
Höhe der umgebenden Fläche zurück- Hier hilft nur eines: Farbe mit chemi- Feuchtigkeit durchdrungen ist.

Löcher gipsen: Loses Material entfernen, Große, tiefe Löcher in Lagen füllen; jede Leizte Lage mit dem Spachtel glattstreichen;
abstauben, befeuchten Lage hart werden lassen wenn sie hart ist, abschleifen

Risse gipsen: Lockere Teile auskratzen, feste Mit altem Pinsel entstauben, dann den Riß Füller eindrücken, trocknen lassen, dann
Kanten schaffen anfeuchten abschleifen

13
Deckenanstrich
Mit der Bürste
Die richtige Menge Farbe zum Streichen
nimmt man auf, wenn man Decken-
bürste oder Flächenstreidier bis zu einem
Drittel der Borstenlänge in die Farbe
taucht und dann leicht gegen die Innen-
seite des Farbeimers preßt. Beim Ab-
streifen am Eimerrand würde leicht zu-
viel Farbe ausgedrückt oder aber über
die Außenseite des Eimers geträufelt. Am
besten jedoch ist es, über die Mitte des
Farbbehäiters einen Draht zu spannen,
an dem überflüssige Farbe wohldosiert
abgestreift werden kann.
Beim Streichen sollte immer „verschlich-
tet" werden, d. h-, die reichlich aufge-
tragene Farbe wird mit der Bürste erst
in einer Richtung, dann senkrecht dazu
und schließlich wieder in der ersten Rich-
tung durchgearbeitet, ohne daß zwischen-
durch neue Farbe aufgetragen wird. Auf einem Gerüst arbeitet
Es empfiehlt sich, die Farbe in etwa man besser als auf einer
50 bis 60 cm breiten Streifen aufzutra- Leiter
gen und ungefähr alle Meter zu ver-
schlichten - und zwar mit langen Stri-
chen unter gleichmäßigem Drude.
Ein einziger Anstrich reicht normaler-
weise nicht aus.

Mit der schmalen Seite der Bürste den An- Nun mit der Breitseite die etwa 50 cm brei- Verschlichlen der Streifen: vom Ende des
schluß der Decke an die Wände streichen ten Streifen malen Streifens zurück zur gemalten Fläche

Mit dem Roller


Für das Arbeiten mit Rollern gibt es und zwischendurch ruhig einmal diagonal. nicht genügend abgestreift. Der Roller
keine so festen Grundregeln wie für das Als erstes werden mit dem Pinsel sollte nicht ruckartig von der Farbfläche
Streichen mit Pinseln oder Bürsten. Man Ecken gestrichen, die man mit dem Rol- genommen werden, weil er sonst Farbe
braudit also nicht den Lichteinfall zu ler nicht erreicht. Dann taucht man den mit sich zieht. Und hier noch ein Tip
berücksichtigen und in einer bestimmten Roller ganz in die Farbe, streicht über- für Bequeme: den Roller an einem Be-
Richtung zu rollen, denn Ansatzstellen flüssige Farbe am Rollgitter ab und be- senstiel befestigen und vom Boden aus
gibt es so gut wie keine. Trotzdem wür- dedct die Zimmerdecke gleichmäßig mit arbeiten. Es geht besser, als man denkt!
den wir empfehlen, erst parallel zur Fen- Farbe. Tropft dabei noch Farbe von Man spart Mühe, wenn man den Roller
sterwand zu rollen, dann senkrecht dazu der Rolle, so wurde die Farbe am Gitter nach beendeter Arbeit sofort auswäscht.

Vor der Arbeit mit dem Roller die Ecken mit Fläche soweit wie möglich mit kreuzweise Verschlichtet wird die Farbe mit geraden,
dem Pinsel malen geführten Strichen malen parallelen Strichen

14
Türen und Fenster streichen
Türen mit und ohne Füllungen
Wenn Türen Füllungen haben, streicht Wenn die Oberfläche getrocknet ist, ter durchaus normal. Es hilft nur eines:
man nach einer bestimmten Regel. Außer- schleift man die Farbe ganz ab und trägt abwarten.
dem sollte die Arbeit nicht lange unter- einen neuen Untergrund und Schluß- Wenn die Ursache jedoch darin liegt,
brochen werden, weil sich sonst harte anstrich auf. daß man auf Wachs, Feit oder feuchter
Ränder bilden. Farbe trocknet schlecht: Bei kaltem Wet- Grundfarbe gemalt hat, muß die neue
Beim Streichen der Ecken immer dar- Farbe runter und die gereinigte Fläche
auf achten, daß der Pinsel nicht zu voll frisch gestrichen werden.
ist, denn sonst sammelt sich leicht Farbe Ungleichmäßiger Glanz: Dieser Fehler
an und bildet Tropfen („Tränen"). zeigt gewöhnlich an, daß die Oberfläche
Bei den Füllungen arbeitet man von nicht gründlich genug grundiert wurde.
den Seiten aus zur Mitte hin. Also: betreffende Stellen grundieren,
Glatte Türen werden in Abschnitten dann neu streichen.
von oben nach unten gestrichen. Man
muß rasch arbeiten, damit die Farbe 10
nicht trocknet, bevor ein anschließender
Abschnitt begonnen wird.

Häufige Unschönheiten
„Sandpapierfläche": Kleine Unebenheiten
11
•J/ -l/

1. Auftragen 2. Quer verstreichen


auf frisch gemalten Flächen; gewöhnlich
ist Staub die Ursache.
Farbe trodenen lassen, dann mit fein-
stem Glaspapier naß schleifen und über- 11
4'
-4/
streichen.
Wellen und Farbläufe: Diese unerfreu- 3. Auftragen 4. Quer verstreichen
lichen Erscheinungen treten meistens auf,
wenn die Farbe nicht zu einem gleich-
mäßigen Film verschlichtet oder aber zu-
viel Farbe aufgetragen wurde. I\1/ I
M/ xlx I
-4s I
Die Farbe muß erst ganz austrocknen,
5. Verteilen 6. Ausziehen
dann wird die Fläche mit feinstem Glas-

11 n
papier geschmirgelt und überstrichen.
Durchscheinen: Die neue Farbe verdeckt
die alte nicht.
si- \1/ vl/ M/
Audi in diesem Fall wird geschmirgelt
und ein neuer Anstrich aufgetragen,
wenn erforderlich auch zwei.
Abheben: wenn neue Farbe die alte vom
Malgrund löst. Ursache: Möglicherweise I-^ 1
\i--
war die untere Farbschicht noch nicht
7. Verschlichten 8. Neuer Abschnitt
ganz trocken, als die obere aufgetragen
wurde. So streicht man Füllungslüren Bei glatten Türen in ei er Ecke beginnen

Fensteranstriche
Fenster müssen besonders sorgfältig ge- einflüsse und Reinigen ist der hochglän-
strichen werden, da der ständige Wechsel zende Lade.
von Trocken zu Naß, von Kalt zu Heiß Das eben gesagte gilt sinngemäß auch
eine extreme Beanspruchung bedeutet. Als für deckende, farbige Anstriche: Erster
erster Anstrich ist in jedem Fall ein Vor- Zwischen an s trieb mit guter Grundfarbe,
strich (Schutzanstrich) mit Grundieröl Verspachtetung mit einer Spachtelmasse,
notwendig - mit einer Ausnahme: Für die sich auch für außen eignet, dann zwei-
tropische Laubhölzer eignen sich ölhaltige ter Z wischen anstrich und Schlußanstrich
Grundiermittel nicht. Man wäscht das mit unverdünntem Lad;.
Holz mit Nitroverdünnung und einer har- Ganz pfiffige Streicher, auch wenn sie
ten Bürste kräftig ab, und nach einem Tag sonst den beständigen, hoch glänz enden
streicht man es mehrmals satt mit Holz- Lade nehmen, streichen die Falze der
schutzfarbe. Soll das Holz der Fenster- Fensterflügel, die sonst schon einmal zu-
rahmen sichtbar bleiben, verwendet man sammenkleben können, mit Mattlack.
für den ersten Zwischenanstrich verdünn- Bei der Erneuerung von Fensteranstri-
ten farblosen Lade desselben Herstellers chen sollte man beachten:
wie der folgenden Anstriche. Nach dem 1. Spröden, rissig oder lose gewordenen
Trocknen dieses Anstriches werden Ver- Fensterkitt vollständig auskratzen und,
tiefungen und Risse mit Holzkitt in der nachdem das Holz vorsichtshalber noch-
Farbe des Holzes verspachtelt. mals mit Grundieröl geschützt wurde,
Es folgt dann der zweite Zwischen- das Fenster neu verkitten.
anstrich und schließlich der Schlußanstrich 2. Anstriche, die so gut erhalten sind, daß
mit demselben farblosen Lack, der jedoch man sie überstreichen kann, werden be-
unverdünnt sein muß. sonders sorgfältig mit Anlös- oder An-
Erster Zwischenanstrich, Spachtelung rauhmittel gereinigt. Die gebräuchlichen
und zweiter Zwischenanstrich sind nach Fensterreinigungsmittel sind nämlich sili-
dem Trocknen mit feinem Schleifpapier zu konhaltig. Silikon wird als Trennmittel
schleifen. Zum Streichen kann man Matt-, verwendet, ist schmutzabweisend, aber
Seidenglanz- oder Hochglanzlack verwen- würde genauso den neuen Anstrich ab-
den. Am beständigsten gegen Witterungs- stoßen. Die Reihenfolge beim Streichen
15
Wandanstriche
Verschiedene Farben - verschiedene Techniken
Man sollte die Arbeit immer so einteilen, Vorsicht: Die Stellen, wo Quadrate Binder- und Dispersionsfarben
daß eine Wand auf einmal gestrichen zusammenstoßen, sollten möglichst nicht 1. Die Farbe in etwa 40 cm breiten
werden kann. Läßt man nämlich eine zweimal Farbe abbekommen. Man ar- waagrechten Streifen auftragen. Oben an
Wandfläche halb gestrichen über Nacht beitet daher zu den „Stößen" hin und der Wand beginnen und die Arbeit nach
oder unterbricht man die Arbeit auch nimmt dabei den Pinsel allmählich von unten fortsetzen.
nur für eine Mahlzeit, dann wird die der Fläche. So gibt es keine sichtbare 2. Die noch feuchten Streifen verteilen
Linie, an der weitergestrichen wurde, Überlappung. (Streichen mit Kompakt- wie Ölfarbe und in kreuzweisen Strichen
hinterher zu sehen sein. farbe, siehe S. 10.) von unten nach oben verschliditen.

Dl> und Lackfarben


1. Man streicht eine Wand in Flächen
von etwa 60 cm im Quadrat. Bei größe-
ren Abschnitten würde die Farbe schon
zu trocknen anfangen, bevor man zum
gleichmäßigen Verteilen der Farbe
kommt. Man beginnt in der rechten TF
60 cm i
oberen Ecke (Linkshänder links oben)
und streicht das erste Quadrat mit senk- J
rechten Pinselstrichen.
2. Dann wird der ausgemalte Pinsel waag- 10
recht über die Fläche geführt.
3. Danach überstreicht man den Ab-
schnitt, immer noch ohne Farbe aufge-
nommen zu haben, wieder von oben nach l?
unten und waagrecht, bis der Pinsel
leicht über die Farbe gleitet: dies zeigt
an, daß der Farbfilm überall gleich stark
ist. Dabei sollte mit nach lassendem Druck 12
gearbeitet werden, damit die Pinselspu-
ren allmählich verlaufen.
4. Zum Schluß wird die Fläche mit gleich-
mäßig leichten und langen Strichen von
oben nach unten verschlichtet.
5. Mit neuem Quadrat beginnen und auf
die gleiche Weise verfahren. Mit Ölfarbe in Quadraten streichen, mit Binderfarben in Streifen

Wandanstrich mit Ölfarbe: Farbe mit senk- Mit ausgemaltem Pinsel horizontal über Nach dem Verteilen Farbe von außen nach
rechten Strichen auftragen jeden Abschnitt streichen innen, also unten nach oben, verschlichten

Mit der Spritzpistole


Farbe spritzen ist weit schwieriger als es 6. Die Düse muß im rechten Winkel zur Komplette leistungsfähige Farbspritz-
aussieht. Das beste ist, man läßt es sich Arbeitsfläche stehen. Pistole parallel zur anlagen (Elektromotor, Kompressor,
von jemandem zeigen, der es kann. Für Fläche, nicht in einem Bogen von einer Driickschiauch und Pistole) kosten zwi-
Ehrgeizige jedoch folgende Tips: Seite zur anderen bewegen. schen 270 und 550 DM, Pistolen mit
1. Eine Spritzpistole nur bei großen 7. Farbstrahl nicht auf eine Stelle kon- eingebautem Motor rund 120 DM. Diese
Fiächen wie Decken und Wänden ver- zentrieren, sonst gibt es Wellen und sind allerdings in der Leistung viel
wenden. Die Arbeit, die zur Vorberei- Tränen. schwächer, wie auch die auf manche Staub-
tung einer kleinen Fläche notwendig ist, 8. Pistole nach Gebrauch reinigen. sauger aufsteckbaren Pistolen.
steht in keinem Verhältnis zum Ergeb-
nis. Kleinigkeiten lieber mit 'der Farb-
sprühdose erledigen.
2. Alle nicht zu spritzenden Flächen sorg-
fältig abdecken.
3. Farbe mit dem entsprechenden Lö-
sungsmittel verdünnen. Auf alle Fälle
die Herstellerhinweise gut durchlesen.
4. Nie in schlecht gelüfteten Räumen
spritzen. Es ist ratsam, eine Gesichts- Richtig \\ W ß Falsch;
maske zu tragen.
5. Pistole beim Spritzen etwa 30 bis
50 cm von der Oberfläche entfernt halten. Nicht bogenförmig spritzen: ergibt ungleichmäßige Schicht. Parallel zur Wand arbeiten.
16
Malen im Freien (1)
Oberflächenbehandlung
Feuchtigkeit, Frost und große Hitze zuerst die trockene Seite des Hauses in gewährleistet ein zufriedenstellendes Er-
schaden trocknender Farbe. Feuchtigkeit Angriff und reibt die zu malenden Flä- gebnis.
bewirkt Abblättern, brennende Sonne chen vorher mit einem Tuch ab. Gespaditelte und vorgestrichene Flä-
Blasen, und Frost nimmt Öl- und Lack- Beim Malen ,von Fenstern werden chen läßt man gut trocknen, bevor man
farbe den Glanz. zuerst lose oder rissige Stellen im Kitt den nächsten Anstrich auftragt. Außer-
Ist man gezwungen, in einer Feucht- ausgebessert. dem sollte man es sich angewöhnen, die
wetterperiode zu arbeiten, nimmt man Wichtig: Nur gründliches Vorbereiten Voranstriche fein abzuschleifen.

Holz Metall
A Frisches Weichholz A Neue Eisenmetalle (Stahl. Gußeisen usw.)
1. Mit Hobel, Ziehmesser oder Sandpapier glätten. 1. öl oder Fett mit einem in Terpentinersatz getauchten
2. Äste und Harzstellen mit Schellack isolieren, damit das Lappen abwischen.
Harz nicht durchblutet. 2. Roststellen mit StaMdrahtbiirste oder Schmirgelpapier
3. Gut grundieren. entfernen, dann abstauben.
4. Löcher und Risse mit einem Zellulosefüller verschmieren; 3. Grundanstrich auttragen. (Beim Einkauf der Farbe dem
wenn er hart is!, abschmirgeln; noch vorhandene Vertie- Händler sagen, um welches Metall es sich handelt und
lungen ausfüllen. welchem Zweck es dient.)
5. Abstauben, besonders sorgfältig in Ecken usw. 4. Leicht schmirgeln und zweimal mit öl- oder Lackfarbe
6. Fläche mit handelsüblichem Mittel spachteln, dann streichen.
schieilen.
7. Schlußanstrich mit öl- oder Lackfarbe; besser sind zwei B Stark verrostete Eisen- und Stahlteile
Aufträge. Oberfläche gründlich mit der Stahldrahtbürste bearbeiten.
Schneller und leichter geht es allerdings mit einer elektri-
B Holz mit altem Anstrich schen Bohrmaschine, auf die eine Stahldrahtbürste aufgesetzt
a In schlechtem Zustand (Blasen, blanke Stellen usw.) wird. Danach weiter wie bei A3 und A4.
1. Farbe ganz abbrennen.
2. Farbresle mit grobem Schleifpapier abschmirgeln, bei C Frisch verzinktes Metall
Rissen und in Ecken Kratzer benutzen. 1. öl oder Fett mit einem in Terpentinersalz getauchten
3. Ganze Fläche mit mittelfeinem Schleifpapierglattschleifen. Lappen abwischen.
4. Äste und Harzstellen isolieren. 2. Den vom Händler empfohlenen Grundierer auftragen.
5. Grundieren. 3. Leicht schleifen und mit öl- oder Lackfarbe zweimal
6. Löcher und Risse ausfüllen, wenn (rocken, schleifen und streichen.
grundieren.
7. Schlußanstrich, möglichst in zwei Lagen, des besseren D Alte Farbe auf verzinktem Metall
Schutzes wegen. Chemische Farbentferner können der Zinkschicht schaden,
lose Farbe daher mit der Slahldrahlbürste vorsichtig entfer-
b In gutem Zustand nen, daß es keine Kratzer im Metall gibt, weil sich dort sonst
Flache mit mittelfeinern Glaspapier schleifen, dann wie bei Rost bilden kann. Fortfahren wie bei C.
Punkt a 6 und a 7 verfahren.

C Harthölzer Andere Oberflächen


Imprägnierungsmittel und Klarlacke sind dauerhafter als Farbe. A Neuer Asbestzement
1. Altes Leinöl oder Schutzanstrich abkratzen.
a Binder- und Oispersionsfarbe:
2. Löcher und Risse mit Kitt verschmieren, wenn erforder-
Wie für Beton und Ziegel (B).
lich, Holzkitt im Farbton des Holzes nehmen.
3. Mit Glaspapier schleifen und zweimal Imprägnierungs-
b öl- und Lackfarbe:
mittel auftragen.
1. Löcher und Fugen verschmieren, abschmirgeln.
4. Guten Klarlack auftragen.
2. Abstauben und grundieren.
3. Rauhe Flächen spachteln.
Beton-, Ziegel- und Putzflächen 4. Dann genügt ein Farbanstrich.
A Beton oder Ziegel mit aller Farbe
a Bei Verwendung von Flüssigkunslstoff: B Asbestzement mit altem Anstrich
1. Mi! hartem Pinsel oder Bürste lose Teile und Schmutz a Binder- und Dispersionsfarbe:
entfernen. Wie für Beton und Ziegel (A).
2. Löcher und Risse mit Mörtel füllen.
3. Zwei Anstriche aulbringen. b DI- und Lackfarbe:
1. Abschmirgeln, lose Teile abkratzen,
b Bei Verwendung von Binder- und Dispersionsfarbe: 2. Löcher und Fugen lullen, farbfreie Stellen spachteln.
1. Löcher und Risse vergipsen, Fläche abbürsten. 3. Ganze Fläche spachteln.
2. Mit verdünnter Farbe vorstreichen. 4. Einmal sireichen.
3. Zwei Anstriche mit unverdünnter Farbe.

B Neue Beton- und Ziegelflächen C Neue Hartfaserplatten


a Flüssigkunststoff: a Binder- und Dispersionsfarbe:
1. Um unschöne Ausblühungen - weißliche Salzablagerun- Wie für Beton und Ziegel (B).
gen, die an dte Oberfläche dringen — zu verhindern, spe-
zielles, vom Händler empfohlenes Isolierungsmittel ver- b öl- und Lackfarbe:
wenden. 1. Nagellöcher und Fugen verschmieren, schielten.
2. Drei Farbschichten auftragen. 2. Abstauben, einmal mit Einlaßgrund streichen.
3. Grundieren.
b Binder- und Dispersionsfarbe: 4. Einmal, eventuell zweimal streichen.
1. Löcher und Fugen füllen. Hinweis: Ein Anstrich auf der Plattenrückseite hält Feuchtig-
2. Isolierungsmittel auftragen. keit ab.
3. Zweimal streichen.
D Hartfaserplatten mit altem Anstrich
C Putz mit alter Farbe a Binder- und Dispersionsfarbe:
a Zement-, Binder- und Dispersionsfarbe: Wie für Beton und Ziegel (A}.
Wie bei Aa und Ab, nur daß man die Fläche feucht ab-
wäscht und vor dem Streichen trocknen läßt. b öl- und Lackfarbe:
1. Locher und Fugen verschmieren, lose Farbe abkratzen,
D Neuer Putz abstauben.
a Zement-, Binder- und Dispersionsfarbe: Wie bei altem Putz. 2. Farbfreie Stellen spachteln, dann weiter wie Cb3 und Cb4.

17
Malen im Freien (2)
Hilfsmittel
Fenster im Erdgeschoß erreicht man mit und in den Farbtopf gehängt wird. So einige Zeit zum Auf- und Abbau; dafür
einem Hocker oder Stufenbock. Für die hat man immer eine Hand zum Fest- erleichtert es die Arbeit erheblich. Im
Arbeit in größerer Höhe braucht man halten frei. Vorteil ist natürlich, wer ebenen Boden
jedoch eine Leiter oder ein Gerüst. Dachrinnen, Putz usw. tut es nicht gut, ums Haus hat. Dann genügt nämlich
Leitern: Am besten sind Ausziehleitern, wenn eine Leiter darüber gezogen wird: ein fahrbarer Gerüstturm.
weil sie auf die jeweilige Arbeitshöhe Leiter deshalb zum Versetzen immer Gerüstbaufirmen vermieten für jede
eingestellt werden können. Wenn man abheben. gewünschte Höhe Gerüste, die den ge-
alleine ist, stellt man eine Leiter fol- Ausziehleitern möglichst nicht zu weit setzlichen Sicherheitsvorschriften ent-
gendermaßen auf: Man legt die Leiter ausziehen: wenigstens ein Viertel des sprechen. Die Mietpreise sind aber recht
so auf den Boden, daß ihr Fuß die Oberteils sollte vom Unterteil gestützt unterschiedlich. Wem also daran liegt,
Hauswand berührt, hebt dann das Ende sein. nicht mehr Geld als unbedingt nötig
der Leiter über den Kopf und geht Gerüst: Ein Stahlgerüst zu mieten ist auszugeben, hole bei mehreren Firmen
damit auf die Wand zu, wobei man teurer als eine Leiter und erfordert Angebote ein.
Sprosse um Sprosse tiefer greift und die
Leiter so in die Senkrechte drückt. Dann Geländer
wird die Leiter von der Wand abge-
rückt. Der Abstand vom Leiterfuß zur
Wand sollte etwa ein Viertel der Leiter-
länge betragen. Gerüstturm: Seiten-
Läßt sich die Leiter nicht senkrecht bretter und Geländer
zur Hauswand aufstellen, zum Beispiel verhindern Unfälle;
weil der Abstand zum Nachbarhaus zu unbedingt prüfen, ob
gering ist, braucht man einen Helfer: die Räder festgestellt
sind, bevor man das
Er setzt einen Fuß auf die unterste Gerüst besteigt
Sprosse der liegenden Leiter, bückt sich,
faßt die Holme mit beiden Händen und
stabilisiert die Leiter mit seinem Körper-
gewicht, während die zweite Person die
Leiter wieder Sprosse für Sprosse auf-
richtet und am Schluß zum Haus hin
dreht.
Ausziehleitern werden in zusammen-
geschobenem Zustand aufgerichtet und
erst dann ausgezogen. Auch hier erleich-
tert ein Helfer, der während des Hoch-
schiebens die Leiter von der Wand ab-
hält, die Arbeit. Man muß immer gut
darauf achten, daß der Sicherungsbügel
des ausgezogenen Leiterteils richtig auf
der Sprosse sitzt.
Rechtshänder beginnen mit dem Strei-
chen rechts an einer Wand und rechts
von der Leiter; dadurch liegt sie beim
Versetzen nach links auf ungemalter
Fläche auf. Linkshänder arbeiten von
links nach rechts. Die Holme werden
oben mit Lappen umwickelt, damit die
Wand nicht beschädigt wird.
Man sollte die Leiter stets so weit aus-
ziehen, daß beim Malen die Schulter auf
gleicher Höhe mit dem Leiterende ist.
Dadurch hat man genügend Möglichkei-
ten zum Festhalten und wird durch die
geringe Schräglage der Leiter nicht zu
weit vom Arbeitsfeld abgedrängt.
Sicherheitsvorkehrungen: Nach Möglich-
keit sollte die Leiter oben an einem ver- Leitern • der Abstand
zum Fuß der Wand
läßlichen Haken oder dergleichen fest- sollte etwa ein
gebunden werden (Abb. 1). Ist das nicht Viertel der Leiter-
möglich, sollte ein Helfer die Leiter lange betragen
unten halten.
Wer alleine arbeitet, verhindert ein
Wegrutschen der Leiter nach hinten, in-
dem er sie an einem in die Erde getrie-
benen Pflock festbindet (Abb. 2). Läßt
sich das nicht machen, muß unbedingt
ein Helfer die Leiter sichern. Sehr
brauchbar, allerdings nur auf Erdboden,
ist eine Leiter mit Dornen an den unte-
ren Holmenenden, die in das Erdreich
eindringen und die Leiter ebenfalls rutsch-
sicher machen. 1. Leiteroben an 2. Unten wird die 3. Die Rädereines 4. Sicherheilsseiten-
Man sollte nicht vergessen, sich aus eine Ringschraube Leiter zur Sicherheit Gerüstes müssen brelterauf der
starkem Draht einen S-förmigen Haken binden; Holmen- an einen Pflock unbedingt blockiert Plattform eines
zu biegen, der in die Sprosse eingehängt enden umwickeln gebunden werden Gerüstturmes

18
Tapezieren
Tapeten und andere Wandbekleidungen
Mascfainendrucktapeten werden weitaus in normalen Europarollen (10,05 X 0,56 m) gegen Dampf. Mit weicher Bürste und
am häufigsten verwendet. Ihr Muster geliefert. Um sie zu säubern, genügt warmem Seifenwasser lassen sie sich
wird - mit bis zu 20 Farben - im End- warmes Seifenwasser. reinigen.
losdruck von Walzen hergestellt. Bei den Deckentapeten: Zimmerdecken sind Damit sich hinter den luftundurch-
billigeren, sogenannten Naturelltapeten schwieriger zu tapezieren als Wände. lässigen Plastiktapeten kein Schimmel
wird das Rohpapier unmittelbar mit dem Manchmal lassen sich aber stark ge- bildet, verarbeitet man sie mit einem
Muster bedruckt. Die besseren und teu- sprungene oder unebene Decken nur mit Spezialkleber, der gleichzeitig ein Fung-
reren Fondtapeten erhalten dagegen vor Tapete befriedigend wieder herrichten. izid (pilztötendes Mittel) enthält. Ebenso
dem Musterdruck eine farbige Grundie- Für diese Fälle eignen sich geprägte Ta- läßt sich aber auch dicker Tapetenklei-
rung: das Papier kann nun nicht mehr peten, Rauhfasertapeten oder auch Ana- ster mit einem Zusatz von Karbolineum
vergilben. glypta am besten. verwenden.
Das Papiergewicht von Tapeten ist Makulaturpapier zum Unterkleben ist in Schließlich -gibt es noch selbstklebende
sehr verschieden. Billige, dünne Tapeten manchen Fällen, zum Beispiel bei Wän- Plastikfolien in zahlreichen Farben und
dehnen und verziehen sich leicht, wenn den mit nicht entfernter Farbe, unerläß- Mustern mit einer Papierschutzschicht
sie vor dem Ankleben zu lange oder mit lich. Will man beim Tapezieren erst- auf der Rückseite. Die Rollen liegen
zuviel Kleister geweicht werden. Mit klassige Resultate erzielen, so ist seine 45 cm breit. Ihre Verwendung ist nur
dickeren Tapeten lassen sich außerdem Verwendung immer zu empfehlen. Die auf völlig ebenem und glattem Unter-
kleinere Unregelmäßigkeiten und Schä- Makulatur sorgt für eine gleichmäßige grund zu empfehlen. Die Papierschutz-
den an der Wand besser kaschieren. Saugfähigkeit der Wand, und das kommt schicht wird erst an der Wand, unmittel-
Rauhfasertapeten haben eine körnig- dem nachfolgenden Tapezieren zugute. bar vor dem Andrücken, abgezogen.
rauhe Oberfläche, die durch Beimischen Makulaturpapier ist verschieden schwer. Anaglypla ist ein aus Baumwollfasern
von Sägemehl und feinen Sägespänen Für normale Wände können Sie eine hergestellter, stark erhaben geprägter
oder Strohstückchen (Häcksel) zum Pa- leichtere Sorte verwenden, mit dickerem gipsfarbener Wandbelag und wird in Rol-
pierbrei erzeugt wird. Rauhfasertapeten Papier lassen sich Ungleichmäßigkeiten len von 10,60 x 0,56 m geliefert. Es ist
gibt es mit feiner und grober Oberfläche. der Wandfläche besser verdecken. Spach- außerordentlich fest und eignet sich gut
Sie werden nach dem Tapezieren ge- telbare Makulatur, aus einem Teil Ma- zum Tapezieren von stark gesprungenen
wöhnlich noch mit Dispersions- oder kulaturpulver und etwa sechs Teilen Decken und Wänden.
Binderfarbe gestrichen, sind aber auch Wasser hergestellt, erfüllt diesen Zweck Rupfen, ein Jutegewebe in Leinenbin-
in bereits weiß grundierter Ausführung allerdings noch besser. dung, gibt es in vielen Farben (und
zu haben. Rollengröße: 33,33 X 0,56 m. Für feuchte Räume gibt es Makula- speziell zum Tapezieren auf Rollen) zu
Abwaschbare Tapeten werden mit beson- turpapier mit bituminierter und dadurch kaufen. Die Verarbeitung wird erleich-
ders hochwertigen Farben gedruckt und wasserdicht gemachter Rückseite. Für tert, wenn die Rückseite mit Papier ka-
mit einer durchsichtigen, wasserfesten Sonderfälle sind ferner Isolierfolien aus schiert ist. Man kann aber Wände auch
Kunstharzlackschicht versehen. Sie sind Kunststoff, auch mit p apier kaschierte r mit gewöhnlichem Rupfen, wie ihn die
besonders gut für Flure, Badezimmer Rückseite, Metallfolien und verschiedene Polsterer verarbeiten, tapezieren.
und Küchen geeignet. Ein bekanntes Arten von Isolierpappen erhältlich. Japangrastapete besteht aus locker ver-
Beispiel dafür ist Salubra, das die Be- Für noch arbeitende Wandflächen, zum wobenen und auf Papier geklebten Sal-
handlung mit weicher Bürste und Seife Beispiel Holzverkleidungen mit Nut und beifasersträngen. Sie ist dauerhaft, aber
oder Feinwaschmittel verträgt. Salubra Feder, benutzt man Makulatur mit einer wegen des umständlichen Herstellungs-
wird in Rollen von 9,50 X 0,80 m gelie- Rüd;sehe aus Baumwollgewebe. Maku- verfahrens sehr teuer.
fert, zum Teil auch in Normalrollen. latur wird immer in waagrechten Bahnen Holzfurnierlapeten sind auf festes Spe-
Einmal angeklebt, lassen sich die mei- und auf Stoß geklebt. zialpapier aufkaschierte Schälfurniere aus
sten abwaschbaren Tapeten nur schwer Plastiktapeten bestehen aus mit PVC echtem Holz. Es gibt sie in Bahnen von
wieder entfernen. Man muß ihre Ober- (Polyvinylchlorid) veredeltem Papier. Sie 50 oder 70 cm Breite und in 50 X 70 cm
fläche mit einer Drahtbürste aufrauhen, sind bedruckt oder mit strukturierter großen Bogen in verschiedenen Holzarten
damit das Wasser den Kleister auf der Oberfläche zu haben. und Farben. Sie wirken sehr warm und
Rückseite loslösen kann. Plastiktapeten sind sehr fest und rei- dekorativ und sind - obwohl nicht bil-
Andere abwaschbare Tapeten mit mat- ßen bei der Verarbeitung nicht; sie sind lig - längst nicht so teuer wie eine ent-
ter oder glänzender Oberfläche werden außerdem wasserdicht und unempfindlich sprechende Sperrholztäfelung.

Tapetenverbrauch und Tapetenkauf


Bedarfserrechnung: Tapeten werden in umfang - die Breite von Türen und großen Türen und Fenstern; Sie braudien
Rollen verkauft. Das Einheitsmaß ist die Fenstern werden nicht mitgerechnet - ihre Breite also beim Messen des Zimmer -
„Europarolle" von 10,05 m Länge und durch diese Meterzahl und erhalten so umfangs, außer wenn sie ganz besonders
53 cm Breite. (Die abweichenden Maße die Zahl der benötigten Rollen. Da Sie groß sind, nicht abzuziehen. Aber am
einiger Fabrikate haben wir bereits er- Tapeten nur in ganzen Rollen kaufen kön- besten kaufen Sie noch eine Extrarolle
wähnt.) nen, müssen Sie für restliche Bahnen, die hinzu; nicht benötigte Rollen nimmt der
Um die Zahl der Rollen zu berechnen, in der Rollenzahl nicht aufgehen, eine Tapetenhändler im allgemeinen anstands-
die Sie für einen Raum brauchen, mes- weitere ganze Rolle kaufen. Für die Flä- los zurück.
sen Sie zuerst die Höhe der zu tapezie- chen unter und über den Fenstern und Tapelenkauf: Mitunter weichen die Rol-
renden Fläche aus und überlegen dann, über den Türen reicht dann der Abfall len einer Tapete in der Farbe leicht von-
wie viele Bahnen von der erforderlichen aus. einander ab. Wenn sie zur seihen Partie-
Länge eine Tapetenrolle ergibt. Denken Wenn Ihnen diese Art der Berechnung nummer des Herstellers gehören, wird
Sie dabei auch an den Verschnitt, der zu umständlich erscheint, können Sie sich das allerdings kaum zu erwarten sein.
besonders bei großgemusterten Tapeten einer recht einfädle n Formel bedienen: Legen Sie zum Prüfen der Farben die
beim Aneinanderpassen des Musters, des HXU Rollenanfänge stufenförmig übereinander,
sogenannten Rapports, entsteht. Ist Ihr ~6~ so daß von jeder Rolle wenigstens 10 cm
Zimmer zum Beispiel 2,40 m hoch, so zu sehen sind, und blicken Sie schräg
bekommen Sie aus einer Europarolle Darin ist R die Zahl der benötigten Rol- darüber hin. Bei Farbabweichungen ord-
vier Bahnen. Multiplizieren Sie die An- len, H die Höhe der zu tapezierenden nen Sie die Bahnen von dunkler nach hel-
zahl der Bahnen mit der Breite der Fläche (was meistens der ganzen Zimmer- ler hin. Gelegentlich kommt es auch vor,
beschnittenen Tapete. Vier Bahnen von höhe entspricht) und U der Raumumfang daß der Farbton einer Tapete am Rollen-
rund 50 cm Breite ergeben also 2 m. in Metern. Diese Formel ergibt einen anfang anders als am Ende ist. Tauschen
Jetzt teilen Sie den gemessenen Raum- Mittelwert für Zimmer mit zwei normal- Sie solche Rollen um.
19
Werkzeug und Ausrüstung
Was Sie zum Tapezieren brauchen
Tapezierlisch: Zur Not genügt ein ge-
wöhnlicher Küchentisch oder eine aus-
gehängte Tür ohne Füllung, die man
über zwei Böcke legt; besser arbeitet es
sich aber mit einem Tapeziertisch von
2 m Länge und 60 cm Breite, den man
sich auch leicht selbst bauen kann. Senklot
Einstreichbürste: Eine 15 bis 20 cm
breite Streichbürste oder Deckenbürste.
Tapczierbürste: Zum Anreiben und Glät-
Einstreich bürste
ten der Tapete an der Wand.
Schere: Eine 25-30 cm lange Papier-
schere.
Senklot: Zum Anzeichnen senkrechter
Linien an der Wand für das Anlegen
der Tapetenkanten.
m ••KH x

Kleistereimer: Ära besten aus Plastik Nahtroller


oder Email. Spannen Sie zum Ablegen
der Streichbiirste eine Schnur oder einen
Draht darüber (siehe Abb.).
Nahtroller: Aus Hartgummi oder Buchs-
baumholz; nicht unbedingt erforderlich,
aber praktisch zum Andrücken der Stoß-
kanten; bei druckempfindlichen Tapeten
n i di t zu verwenden.
Sonstiges: Ein Spachtel, etwa 10 cm breit,
zum Ablösen alter Tapete; einen Spachtel,
etwa 5 cm breit, zum Ausbessern schad-
hafter Wände mit Gips oder dergleichen;
Sandpapier mit Schleifklotz; Kunststoff-
schwamm; Zollstock; Bleistift; scharfes
Beschneidmesser; saubere Leinen- oder
Baumwollappen.
Klebstoffe: Welche Art von Kleister Sie
verwenden müssen, hängt vom Gewicht
der Tapete ab. Lassen Sie sich beim Ta-
petenkauf beraten. Im allgemeinen ist
es besser, dicken Kleister zu benutzen
als zu dünnen.
Zellulose- oder Zellkleister gibt es als
Pulver in verschieden großen Packun-
gen zu kaufen. Man rührt ihn mit kal-
tem Wasser an, am besten schon einen
Tag vor dem Tapezieren.
Spezialkleister: Ebenfalls in Pulverform,
wird mit Wasser angerührt. Man benutzt
ihn für schwere Tapeten.

Papierschere

Tapezierbürste

Zusammenklappbarer Tapeziertisch

20
Vorarbeiten
Vorbereiten der Wand zum Tapezieren
Bereits tapezierte Flüchen: Entfernen Sie Neuer Verputz: Für die verschiedenen leimen gibt es in Pulverform fertig zu
die alte Tapete vor dem Neutapezieren Verputzarten gilt die Faustregel: Was man kaufen, er wird einfach mit Wasser an-
vollständig. Weichen Sie sie mehrmals streichen kann, kann man auch tapezieren. gerührt.
mit warmem Wasser oder einem käuf- Neue tiipskartnnp lattcn werden mit einer Lassen Sie die Wand nach dem Vor-
lichen Tapetenloser ein; auch ein Ge- Leimgrundierung versiegelt. Dadurch leimen trocknen,und schleifen Sie sie vor
schirrspülmittel kann dabei gute Dienste verhindert man das Weichwerden des dem Tapezieren leicht mit Sandpapier an.
leisten. Feuchten Sie die Tapete mit einer Gipses, wenn die Tapete später einmal Makulatur: Makulatur p apier kann man
Streichbürste so lange an, bis der alte abgelöst werden soll. sowohl als Grundlage für einen Anstrich
Kleister weich geworden ist. Binder- and Dispersionsfarbenanstriche; wie auch als Untergrund für Tapeten
Dann entfernen Sie die Tapete mit Abblätternde Farbe muß vollständig ent- kleben, es lassen sich damit sogar stark
einem breiten Spachtel. Vorsicht, daß die fernt werden. Ein noch einwandfreier gesprungene Wände überdecken.
Wand dabei nicht beschädigt wird! Anstrich wird mit Sandpapier leicht an- Die Bahnen werden immer horizontal
Abwaschbare Tapeten werden mit einer geschliffen. Für schwere Tapeten streichen und auf Stoß geklebt, das heißt, die
Drahtbürste aufgerauht, dann aufge- Sie mit flüssiger Makulatur vor. Papier kanten l i «gen dicht aneinander,
weicht und abgezogen oder abgekratzt. ÖlfarbenaDstriche reibt man mit einem nicht übereinander. Schneiden Sie Bah-
Zum Schluß müssen alle alten Kleister- nassen Bimsstein und wasserfestem nen von der ganzen Wandlänge zu und
reste sorgfältig von der Wand abgewa- Schleifpapier gründlich ab. Mit klarem falten Sie sie nach dem Einkleistern wie
schen werden. Wasser nachspülen, etwa vorhandene bei Deckentapeten (siehe S. 25) zieh-
Nicht versiegelte Wandplatten aus Gips Risse ausbessern und mit Makulatur vor- harmonikaartig zusammen. Beginnen Sie
sind besonders vorsichtig zu behandeln, streichen. Lackanstriche müssen ganz ent- oben an der Wand zu kleben. Um die
weil sie durch Feuchtigkeit weich wer- fernt werden. Ecken wird das Papier nur etwa 2 cm
den und dann sehr empfindlich sind. Vorleimen: Die Vorbehandlung mit einer herumgeklebt, dann abgeschnitten und
Versuchen Sie zuerst an einer kleinen Leimlösung sorgt dafür, daß die Wand die nächste Bahn stumpf, das heißt auf
Stelle, ob sich die Tapete gut entfernen die Feuchtigkeit aus dem Kleister nicht Stoß, darangesetzt.
läßt. Wird der Gips dabei weich, so zu schnell aufsaugt und daß Sie die Bekleben Sie nicht die ganze Wand
lassen Sie die alte Tapete an der Wand Tapetenbahn nach dem Anlegen noch mit Makulatur, wenn nur ein kleines
und tapezieren darüber. verschieben können. Leim zum Vor- Stück uneben ist.

Abziehen alter Tapete: Gründlich mit war- Lösen Sie die Tapete mit einem Spachtel Kleben von Papiermakulatur: Bahnen falten
mem Wasser oder Tapetenlöser einweichen ab, ohne die Wand zu beschädigen und waagrecht anbringen

Reihenfolge der Bahnen beim Tapezieren

Tapezieren Sie in der hier gezeigten Reihen-


folge. Fangen Sie immer an einem Fenster
an, und lapezieren Sie nach beiden Seiten davon
weg. Die letzte Bahn kommt in die dunkelste
Zimmerecke,

Ein etwaiger Wandvorsprung ist der Hauptblick-


punkt des Zimmers. Bei gemusterten Tapeten
muß deshalb eine Bahn genau in seiner Mitte
hängen. Kleben Sie daher die mittlere Tapeten-
bahn zuerst an. Bei gestreiften oder einfarbigen
Tapeten ist das natürlich nicht nötig.

21
Tapezieren von Wänden (1)
Zuschneiden, Muster anpassen, einkleistern
1. Schneiden Sie die Tapetenrolle in quelle des Zimmers an; in der Regel
Bahnen. Da diese erst nach dem An- wird das ein Fenster sein. Auf diese
kleben oben und unten beschnitten wer- Weise vermeidet man Schattenbüdung,
den, müssen sie etwa 10 cm länger als wenn die Ränder benachbarter Bahnen
die Tapezierhöhe sein. einmal leicht überlappen. Um eine ge-
Die Tapetenbahnen werden auf Stoß naue Senkrechte zum Anlegen der ersten
geklebt oder, wie man auch sagt, stumpf Tapetenbahn zu bekommen, markieren
aneinander gestoßen. Das heißt, die Rän- Sie, von der Leibungskante ausgehend,
der werden dicht nebeneinander, nicht oben an der Wand im Abstand einer
überlappend geklebt. Sehr dünne und knappen Bahnbreite (Bahnbreite minus
damit wenig reißfeste Tapeten sollte der 1-2 cm) einen Punkt. An ihn halten Sie
ungeübte Tapezierer aber besser leicht Ihr Senklot, zeichnen entlang der Schnur
überlappen lassen. Die Muster, der so- mehrere Punkte an und verbinden diese
genannte Rapport, müssen beim Zu- mit einem Lineal zu einer Linie.
schneiden der Bahnlängen übereinstim- 3. Legen Sie den Stoß zugeschnittener
men. Legen Sie nach dem Abschneiden Bahnen mit dem Muster nach unten so Die Reihenfolge beim Einstreichen
der ersten Bahn das zweite Stück mit auf den Tapeziertisch, daß seine Enden
genau übereinstimmendem Rapport da- auf beiden Seiten gleichmäßig überste- deren (3), der dabei ganz knapp über die
neben und schneiden Sie es auf dieselbe hen. Dann schieben Sie sich die erste Tischkante vorstehen soll.
Länge zu. Fahren Sie in dieser Weise Bahn zum Einkleislern zurecht. Vorder- 6. Sobald die erste Hälfte der obersten
fort, bis Sie die erforderliche Anzahl von und Seitenkante sollen etwa l cm über Bahn eingestrichen ist, wird sie mit dem
Bahnen zugeschnitten haben. die Tischränder vorstehen, damit der Ende bis zur Mitte hin übereinanderge-
Abfallstücke können Sie später über Tisch nicht mit Kleister verschmiert wird. schlagen, dann die zweite Bahnhälfte in
Fenstern, Türen usw. verwenden. Taudien Sie die Streichbürste zu einem gleicher Weise eingestrichen und eben-
2. Um sicherzustellen, daß die Tapete Drittel der Borstenlänge in den Kleister falls bis zur Mitte eingeschlagen.
genau senkredit hängt, braudien Sie ein ein und streichen Sie das Zuviel am Anschließend wird die Bahn noch ein-
Lot. Legen Sie die erste Bahn nicht Eimerrand ab. Denken Sie sich die Bahn mal übereinandergesdilagen und zur Seite
etwa an der Kante der Fensterleibung in drei Längsstreifen unterteilt (siehe gelegt, damit sie durchweichen kann.
(Fensternische) an; Leibungskanten, Tür- Abb.). Nun streichen Sie zuerst den brei- Richten Sie Ihre Arbeit so ein, daß immer
rahmen oder Zimmerecken sind selten ten Mittelstreifen (1) bis etwa zur Mitte eine eingekleisterte Bahn Zeit zum Wei-
genau senkredit. der Tapetenbahn ein. chen hat, während Sie die vorhergehende
Fangen Sie beim Tapezieren mit der 4. u. 5. Bestreidien Sie den hinten liegen- an die Wand kleben oder die folgende
ersten Bahn neben der hellsten Licht- den Streifen (2) und schließlich den vor- einstreichen.

1. Die Musler müssen beim Zuschneiden der 2. Leibungskanten sind selten senkrecht; 3. Zuerst streicht man einen breiten Streifen
Bahnlängen übereinstimmen deshalb benutzt man ein Lot in der Mitte der Bahn ein

4. Dann wird der hinten liegende schmale 5. Man zieht die Bahn zu sich her und 6. Den eingekleisterten Teil der Bahn schlägt
Streifen eingekleistert streicht den vorderen Streifen man zur Mitte hin ein
22
Tapezieren von Wänden (2)
Ankleben, beschneiden, Ecken tapezieren
7. Tragen Sie die zusammengefaltete bis die ganze Tapetenlänge fest und glatt umgeschlagen und angeklebt. Dann legen
Bahn zur Wand. Ehe Sie die Bahn auf- an der Wand hängt. Sie die nächste Bahn so dicht wie mög-
nehmen, legen Sie die obere und untere 11. Nun fahren Sie mit dem Scheren- lich neben der ersten locker an die
Kante 2 cm um. Um bequem bis zur Decke rücken entlang der Zimmerdecke und Wand. Schieben Sie sie zurecht, bis
zu reichen, braudien Sie eine Trittleiter der Fußleiste - wenn Sie diese nicht vor- die Kanten sich genau berühren, strei-
oder kleine Stufenleiter. her entfernt haben - über die Tapete chen Sie sie mit der Bürste fest und
8. Entfalten Sie den oberen Teil der und markieren so die Linien, an denen beschneiden Sie sie oben und unten.
Bahn und legen Sie sie, an der Decken- die Tapete beschnitten werden muß. 15. Die Zimmerecken sind meistens nicht
kante etwas überstehend, entlang der 12. Ziehen Sie die Bahnenden wieder winkelrecht. Daher geht der Versuch nicht
angezeichneten Senkrechten an. leicht von der Wand ab und schneiden gut, mit einer ganzen Bahn um die Ecke
9. Drücken Sie die Mitte der Bahn von Sie die überstehenden Stücke weg. Wischen herum zu tapezieren- Es gibt Falten.
oben nach unten mit der Tapezierbürste Sie mit einem Schwamm Kleisterreste Sie vermeiden das auf folgende Weise:
an und streichen Sie dann nach den Rän- von Decke und Fußleiste weg, bevor Sie Messen Sie in verschiedener Wandhöhe
dern zu, um eventuell vorhandene Luft- die Bahnenden wieder ankleben und mit die Entfernung der letzten ganzen Bahn
blasen zu entfernen. der Bürste glattstreichen. von der Ecke, fügen Sie der größten
10. Sobald die obere Bahnhälfte richtig 13. u. 14. Die 1-2 cm, die Ihre Tapeten- gemessenen Entfernung 5 mm hinzu und
sitzt, entfalten Sie den unteren Teil und bahn über die Leibungskante übersteht schneiden Sie eine Tapetenbahn von die-
drücken ihn in der gleichen Weise an, (siehe Punkt 2), wird in die Fensternische ser Breite zurecht.

7. So trägt man eine zusammengefaltete 8. Erst wenn man auf der Leiter steht, läßt 9. Man beginnt mit dem Anbürsten der Bahn
Bahn zur Wand man die Bahn auseinandergleiten oben in der Mitte

10. Wenn die obere Bahnhälfte richtig sitzt, 11. Mit dem Scherenrücken markiert man die 12. Schneidet man der Linie sauber nach,
wird die untere entfaltet Schnittlinie entlang der Fußleiste paßt die Tapete genau an die Fußleiste

13. Man schneidet die Kante mehrmals ein, 14. Die nächste Bahn schiebt man an die 15. Man mißt mit dem Meterstab den Strei-
damit sie sich gut umlegen läßt erste heran, bis sich die Kanten berühren fen bis zur Ecke und gibt 5 mm zu

23
Tapezieren von Wänden (3)
Schalter und Steckdosen, Leitungen und Nischen
16. Kleistern Sie die Bahn ein und kleben schneiden Sie sternförmig und etwa 2 cm 22. Bei größeren Unterbrechungen der
Sie sie an die Wand. Der zusätzliche tiefer, als der Umfang des Schalters ist, Wand, wie zum Beispiel Türrahmen,
halbe cm greift dabei um die Ecke. ein. Auf diese Weise kann die Tapete markieren Sie die Tapete entlang der
17. u. 18. Nun wird die zweite Hälfte der nicht ein reißen. Vorderkante des Rahmens mif dem Sche-
Bahn über diesen schmalen Streifen genau 20. Schneiden Sie die Tapete um den re n rücken.
bis in die Ecke geklebt. Vergewissern Sie Schalter herum genau passend aus und 23. Schneiden Sie das überschüssige Stück
sich mit dem Lot, daß er senkrecht hängt. drücken Sie sie glatt an. entlang der markierten Linie heraus und
19. Von Unterputzschaltern und -dosen 21. Auf der Wand liegende Stromleitun- drücken Sie die Bahn um den Türrah-
schrauben Sie die Deckplatte mit einem gen beklebt man zunächst für sich mit men herum an, bevor Sie den Reststrei-
schmalen Schraubenzieher ab und tape- einem schmalen Tapetenstreifen, der auf fen abschneiden und die Tapete endgül-
zieren dann darüber hinweg. Nach dem beiden Seiten etwa 2 cm auf die Wand tig ankleben.
Trocknen schneiden Sie die Tapete um reicht. Dann tapeziert man von der letzten 24. Zuletzt wird die Fensternische tape-
die Öffnungen herum mit einem Messer Bahn genau bis an das Rohr heran und ziert. Dabei wird der umgeklebte schmale
aus und bringen die Deckplatten wieder legt den zweiten Teil der zerschnittenen Tapetenstreifen leicht überlappt, jedoch
an. Vorher Sicherung ausschalten! Bahn oder eine neue Bahn an der ande- niemals bis zur Leibungskante, weil der
Bei auf der Wand sitzenden Schaltern ren Rohrseite an. Tapetenrand sich sonst leicht lösen kann.

16. Der auf die anstoßende Wand greifende 17. Die zweite Bahnhälfte wird genau bis in 18. Mit dem Lot prüft man, ob der zweite
Überstand wird eingeschnitten die Ecke geklebt Teil der Bahn senkrecht sitzt

19. Ober Hindernissen auf der Wand schnei- 20. Dann wird die Tapete der Form entspre- 21. Elektrische Auf-Pulz-Leitungen werden
del man kreuz- oder sternförmig ein chend ausgeschnitten und angeklebt mit einem Tapetenstreifen überklebt

22. BeiTür- und Fensterrahmen markiert man 23. Das überschüssige Tapetenstück wird der 24. Der umgeklebte Tapetenstreifen wird
die Tapele entlang der Rahmenkante Markierung entlang ausgeschnitten nicht ganz bis zur Leibungskante überlappt

24
Tapezieren von Decken
Ausrüstung und Arbeitsweise
Wollen Sie eine Decke tapezieren, so bauen
Sie sich zunächst ein Laufbrett aus zwei
Leitern und einer Holzplanke auf, von
dem aus Sie, ohne herunterzusteigen, die
ganze Deckenbreite bequem erreichen
können.
Wenn Ihnen kein Laufbrett und auch
keine Hilfskraft zur Verfügung steht,
brauchen Sie ein besonderes Decken-
tapeziergerät zum Hochhalten der Bahn
während des Tapezierens. Ein solches
Gerät ist einfach konstruiert und leicht
zu handhaben.
1. Fangen Sie mit Tapezieren am Fen-
ster und quer zum Fenster an und kle-
ben Sie eine Bahn nach der anderen bis
B
zur gegenüberliegenden Wand. Zeichnen
Sie sich an der Decke eine gerade Linie 1. Die Tapetenbahnen für die Decke laufen, 2. Zum Ankleben wird die Bahn nach dem
an, damit die erste Bahn genau liegt. am Fenster beginnend, quer zur Fensterwand Einsireichen zusammengefaltet
2. Schneiden Sie sich die erforderliche
Anzahl von Bahnen mit etwas Überstand
an Anfang und Ende zurecht. Streichen
Sie sie so wie bei Wandtapeten mit Klei-
ster ein (siehe S. 22) und falten Sie sie
ziehharmonikaartig zusammen.
3. Beim Tapezieren ohne Deckentapezier-
gerät hält ein Helfer die zusammenge-
legte Tapetenbahn, während Sie die Bahn
auf die Decke auflegen und sie mit der
Bürste anstreichen. Dabei lösen Sie
immer nur eine Falte auf einmal.
Die Bahnkanten werden aneinander-
gestoßen.
4. Um Deckenlichtanschlüsse herum
schneiden Sie die Tapete wie bei Wand-
schaltern sternförmig ein (siehe S. 24),
ziehen die ganze Bahn auf und beschnei- 3. Beim Ankleben wird der Rest der Bahn 4. Um Deckenlichtanschlüsse herum zunächst
den den Ausschnitt erst dann genau. mit einer Tapetenrolle gehalten nur sternförmig einschneiden

Wenn Sie nur mit einer kleinen Tritt-


leiter arbeiten und auch keine Hilfskraft
zur Verfügung steht, braudien Sie zum
Hochhallen der Tapete ein Decken-
tapeziergerät.

Besser geht die Arbeit von einem Lauf-


brett aus. das zwischen zwei Stufen-
leitern liegt. Sie können dann, ohne
herunterzusteigen, eine ganze Bahn-
länge ankleben.

25
Tapezieren mit ungewöhnlichem Material
Rupfen, Anaglypta, Plastik-, Velours- und Interior-Tufting-Tapeten
Rupfen, ein Jutegewebe in Leinenbin- den Seiten mit einem Tapeten- oder man ihm ein Fungizid, zum Beispiel
dung, ist im Handel in zwei Ausführun- Farbroller. etwas Karbolineum, zu. Es gibt auch
gen zu haben: als gewöhnlicher Rupfen, Die zweite Bahn wird in derselben Spezialkleber zu kaufen, die diesen Zu-
wie ihn Polsterer verwenden, und als Weise aufgebracht; ihre Kante überlappt satz schon enthalten. Die Wand wird
Tapezierrupfen mit papierbeschichteter die erste Bahn um 2 bis 3 cm. Tapezie- wie für Papiertapeten vorbereitet; sie
Rückseite. ren Sie auf diese Art die ganze Wand. muß fest, eben und vollkommen trocken
Tapezierrupfen ist an der Wand bes- Weil der Rupfen mit Sicherheit etwas sein. Streichen Sie die Rückseite der Bah-
ser zu verarbeiten. Es gibt ihn in ver- einläuft, werden die Nahtstellen zwischen nen ein, und bringen Sie sie nach 3-5 Mi-
schiedenen Breiten und Farben, ferner den Bahnen erst zum Schluß, nach dem nuten an die Wand.
auch ungefärbt zum späteren Anstreichen Trocknen des Kleisters, fertig behandelt. Die Bahnen werden auf Stoß geHebt.
mit öl- oder Lackfarbe. Ist irgendwo Kleister auf die Rupfen- Läßt sich eine Überlappung gelegent-
Man kann jedoch auch mit gewöhn- bahn geraten, so wischen Sie ihn sofort, lich nicht vermeiden, so behandeln Sie
lichem Rupfen tapezieren. Dieser Hegt bevor er trocken wird, mit einem Lappen diese Stelle, wie für Rupfen angegeben,
130 cm breit und kostet nur etwa die ab. nach.
Hälfte von Tapezierrupfen. Weil er etwas Nun werden die Bahnen aneinander- Velourstapeten sehen samtartig aus und
durchscheinend ist und deshalb starke gestoßen. Dazu brauchen Sie ein Lineal sind stark schallschluckend. Sie werden
Farbkontraste an der Wand nicht ganz und ein scharfes Messer. Schneiden Sie mit einer Seiden-, Nylon- oder Wollstaub-
verdeckt, müssen solche Wände mit farbi- in der Mitte der Überlappung senkrecht schicht versehen; das Muster erscheint
ger Makulatur vorgeklebt werden. durch beide Bahnen, und entfernen Sie spürbar erhaben. Velourstapeten sind ge-
Audi gewöhnlicher Rupfen läßt sich die beiden Abfallstreifen. gen Bürslenstriche anfällig. Deshalb soll-
anstreichen, am besten mit dünner Öl- Streichen Sie die Wand unter den Kan- ten Sie nie darauf herumbürsten. Besser
farbe oder Binderfarbe. ten der Bahnen nochmals mit Kleister ist das Arbeiten mit der Gummiwalze -
Für das Tapezieren mit Rupfen müssen ein, und drücken Sie die Kanten fest an. oder aber Sie legen auf die Velourstapete
die Wände sauber sein, Tapetenreste sind Beim Tapezieren mit gewöhnlichem ein Stück Papier und drücken die Bahn
zu entfernen, und die Wand ist wie für Rupfen müssen Sie darauf achten, daß durch das Papier mit Bürste oder Gummi-
Tapeten vorzubereiten. Ein ebener Unter- das Gewebe möglichst wenig verzogen walze an die Wand. Genauso verfahren
grund ist sehr wichtig. wird. Sie mit sehr empfindlichen einfarbigen
Messen Sie von einer Zimmerecke Anaglypta: Die Wand wird wie für ge- Tapeten. So vermeiden Sie später häßliche
aus an der Wand 2 cm weniger ab, als wöhnliche Tapete vorbereitet und mit Striche und Spiegel.
die Rupfenbreite beträgt, und ziehen Sie Sandpapier aulgerauht, um die Haft- Interior-Tufting-Tapete: Wenn Ihnen Pa-
durch den markierten Punkt mit dem Lot fähigkeit zu erhöhen. piertapeten und andere bisher schon ge-
eine senkrechte Linie. Dann messen Sie Schlechte Wände müssen nach dem nannte Wandbekleidungen nicht genügen,
die Höhe der Wand, geben 5 cm für das Ausbessern von Löchern und Rissen mit wenn Sie Ihren Teppichboden so lieben,
Einlaufen des Rupfens zu und schneiden Makulaturpapier vorgeklebt werden. daß Sie auch Ihre Wände entsprechend
eine Bahn von dieser Länge ab. Anaglypta wird wie Tapete verarbei- wertvoll bekleiden wollen, dann kleben
Die Hersteller von Tapezierrupfen tet. Benutzen Sie schweren Spezialkleister, Sie Interior-Tufting-Tapeten. Tufting
empfehlen für ihre Fabrikate geeignete und lassen Sie die Bahnen vor dem Auf- heißt Nadelflor, und eine getuftete Tapete
Kleber und geben in der Gebrauchsan- ziehen an der Wand 5 Minuten lang ist ein in ein Grundgewebe eingenadeiter
weisung auch an, ob der Rupfen oder weichen. Um das Relief nicht zu verder- Flor: Ein textiles Wandkleid, wertvoll,
die Wand damit zu bestreichen ist. Für ben, muß man beim Andrücken vorsichtig repräsentativ, warm, schallschluckend.
gewöhnlichen Rupfen nimmt man dick- sein. Dieser textile Wandbelag ist 100 % voll-
flüssigen Tapetenkleister und bestreicht Im allgemeinen wird Anaglypta nach synthetisch, aber schwer entflammbar und
damit die Wand. dem Anbringen noch gestrichen, vorzugs- unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Sie
Legen Sie die Rupfenbahn entlang der weise mit Binderfarbe. Danach ist der pflegen ihn, soweit das nötig werden
Markierungslinie so an, daß sie oben Belag abwaschbar. sollte, wie Teppichböden.
und unten 2>/a cm übersteht. Plastiktapeten aus PVC (Polyvinylchlorid) Interior-Tufting-Tapete kann man selbst
Nun drücken Sie die Bahn von oben werden mit dickem Spezialkleister geklebt. kleben. Die Vorarbeiten sollten Sie natür-
nach unten mit der flachen Hand an Um Schimmelbildung hinter der luftun- lich, wie bei allen wertvollen Tapeten, be-
und glätten sie von der Mitte aus nach durchlässigen Tapete zu verhindern, setzt sonders sorgfältig machen.
Zum Kleben eignen sich am besten Dis-
persionskleber, mit denen eine hohe Haf-
tung erreicht werden kann. Das Kleben
selbst ist unkompliziert. Sie markieren
sich vom Fenster, im Abstand von 65,5 cm
(Bahnenbreite 66 cm) nach links bzw. nach
rechts eine ausgelotete Anlagelinie. Auf
die so markierte Fläche wird mit Pinsel
oder Bürste der Kleber aufgetragen und
die Bahn sofort entlang der markierten
Linie eingelegt. Die Bahn wird mit der
Hand oder besser mit einer Gummiwalze
angedrückt, und Luftblasen werden nach
außen weggedrückt. Überstehende Bah-
nenenden können oben und unten, wie
bei Tapeten, markiert und mit der Schere
oder aber mit einem scharfen Universal-
messer beschnitten werden.
Bei der Stärke des Materials muß Bahn
neben Bahn - nicht überlappt - geklebt
werden. Damit die Strichrichtung immer
von oben nach unten verläuft, ist die
Rückseite mit Pfeilen gekennzeichnet.
Verbinden der Rupfenbahnen: 1. Kleben Sie jede Bahnkante 2 cm über die vorhergehende. Kleberflecken sind sofort mit einem feuch-
2. Schneiden Sie die überlappenden Ränder entlang der Mittellinie durch. 3. Entfernen Sie ten Schwamm sorgfältig abzuwaschen, da
die Abiallstreifen. 4. Kleistern Sie die Wand ein, und drücken Sie den Rupfen gut an. sie sonst kaum mehr wegzubringen sind.
26
Plattenbelag für Decken
Schnelles und sauberes Renovieren
Eine stark gesprungene oder verfärbte schmale, nicht gut aussehende Platten- entfernt in die vier Ecken. Sie sollen etwa
Decke laßt sich mit einem Belag von streifen. Markieren Sie in diesem Fall so groß wie ein Zweimarkstück und gut
Hartschaumplatten, zum Beispiel aus Sty- 15 cm neben den Mittellinien neue An- l cm dick sein. Legen Sie die erste Platte
ropor, auf einfache Weise wieder richten. legelinien und legen Sie die Platten von in einen der von den Mittellinien gebil-
Die gebräuchlichsten Deckenplatten diesen aus an. deten rechten Winkel an und drücken
messen 30,5 x 30,5 oder 40,5 X 40,5 cm Sie sie mit einem flachen Holzklotz gut
und sind 10 mm dick. fest (2).
Kleber: Für Hartschaumplatten gibt es Kleben Sie nun Platten in die drei
verschiedene Spezialkleber, die aber nicht anderen Winkel, so daß in der Decken-
alle gleich gut für jeden Untergrund ge- mitte ein Quadrat entsteht, und arbeiten
eignet sind. Lassen Sie sich deshalb beim Sie von dort aus nach außen hin weiter.
Kauf der Platten beraten. Vergewissern Sie sich während der Ar-
Vorbereiten der Deckt: Leimfarbe wird beit immer wieder, daß die verlegten
abgewaschen, abblätternde Farbe und Platten dicht aneinanderstoßen und in
Fettstellen müssen sorgfältig entfernt geraden Reihen verlaufen (3).
bzw. isoliert werden. Lackfarbe und Öl- Der Idealfall, daß Sie beim Verlegen
farbe behandelt man mit der Draht- Einteilen der Decke ausschließlich mit ganzen Platten aus-
bürste, damit man einen brauchbaren kommen, tritt kaum jemals ein. Sie müs-
Haftgrund erhält. Für einen Lichtanschluß in der Dck- sen also die Platten für die äußeren Rei-
Bei sehr schlechten Decken in Altbau- kenmitte schneiden Sie aus den Ecken hen exakt ausmessen und zuschneiden.
ten entfernt man am besten den Gips- der vier angrenzenden Platten mit einem Das tun Sie auf folgende Weise: Halten
verputz ganz, mitsamt allen Latten. Dann scharfen Messer Viertelkreise heraus, die Sie genau unier die zuletzt verlegte Platte
verkleidet man die Deckenbalken mit genau um die Rosette passen. Zum An- eine zweite Platte ohne Klebstoff. Legen
normalen Hartfaserplatten und bringt zeichnen können Sie eine Tasse von ge- Sie darüber (4) noch eine dritte Platte,
auf ihnen die Hartschaumplatten an. eigneter Größe benutzen. Liegt die Ro- deren eine Kante an der Wand anstößt.
Anzeichnen der Decke: Halbieren Sie die sette nicht in der Deckenmitte oder Ziehen Sie jetzt eine Bleistiftlinie auf
Decke der Länge und Breite nach durch schneiden sich Ihre Anlegelinien nicht bei der zweiten Platte an der Kante der
je eine Linie (1). Messen Sie die Strecken ihr, so sollten Sie eine der Linien so dritten entlang. An dieser Linie müssen
AB und AC (siehe Abb.) und rechnen verlegen, daß die Rosette in die Fuge Sie die Platte mit einem scharfen Messer
Sie aus, wieviel ganze Platten auf die zwischen zwei entsprechend ausgeschnit- trennen (5). Der nicht bedeckt gewesene
Strecken gehen. Bleibt ein Rest von we- tene Platten kommt. Eine auf Putz ver- Teil der zweiten Platte paßt nun genau
nigstens 15 cm - also mindestens eine legte Stromleitung sollte zwischen zwei in den Randstreifen.
halbe Platte - übrig, so können Sie mit Plattenreihen fallen. Styroporleisten (Kehlleisten) zum Ab-
dem Belegen bei den Markierungslinien Ankleben: Versehen Sie jede Platte mit decken des Winkels zwischen Wand und
beginnen. Ein Rest von weniger als 15 cm fünf Klebstofftupfern. Einer kommt in Decke gibt es in verschiedenen Profilen
ergäbe an den Rändern der Decke die Mitte, die anderen 3 cm vom Rand und Größen fertig zu kaufen (6).

4. Platte anzeichnen für Randstreifen 5. Platte schneiden entlang der Markierung 6. Kante mit einer Kehlleiste abdecken

27
Holzverkleidung für Wand und Decke
Erst der Lattenrost, dann die Bretter
Eine Holzwand ist nicht nur sehr deko- thode. Dabei werden die Nägel zuerst in dessen Innenkante so gehobelt werden,
rativ, sie hat auch ihre nützlichen Seiten: die Latten getrieben und dann an der daß sie sauber ans erste Brett anschließt.
sie wirkt schall- und wärmedämmend Wand vollends eingeschlagen. Bei losem, Die folgenden Bretter werden nun mit
und verdeckt Unschönheileo der Wand porösem Verputz muß man dübeln (siehe ihren Nuten und Federn so fest wie mög-
- auf dem Putz verlegte Leitungen zum S. 132). Randleisten an Türen und Fen- lich zusammengesteckt und genagelt. Da
Beispiel - besser als jeder andere Wand- stern, sofern vorhanden, werden entfernt die Nägel durch die Feder in die Latten
belag. und durch Latten ersetzt. Vorragende getrieben werden und nachher nicht zu
Die zurechtgesägten Bretter - am be- Scheuerleisten reißt man ebenfalls her- sehen sind, spricht man von verdeckter
sten eignen sich Bretter mit Nut flnd aus. Bei leicht feuchten Wänden werden Nagelung (siehe S. 98).
Feder (siehe S. 98) - werden auf ca. die Latten mit Holzimprägnierungsmittel Will man die Bretter waagrecht ver-
60 x 20 mm starken Latten befestigt, die gestrichen und außerdem durch zwischen laufen lassen, so arbeitet man von unten
quer zu ihnen an die Wände geschraubt Wand und Latten angebrachte Dach- nach oben.
oder genagelt werden. Der Abstand der pappenstreifen geschützt. Außerdem emp- Bei Deckenverkleidungen geht man wie
Latten sollte etwa 40 bis 60 cm betragen. fiehlt es sich, die Holzverkleidung oben bei Wandverkleidungen vor: Auf dem
Mit Richtscheit und Wasserwaage wird und unten einen Spalt offen zu lassen, fest verankerten Lattenrost (der gegebe-
geprüft, ob die Oberflächen der Latten damit sich die Luft ständig erneuern kann. nenfalls zum Ausgleichen von Niveau-
auf einer gemeinsamen senkrechten Ebene Bei senkrechter Verlegung der Bretter unterschieden an der Decke hinterfüttert
liegen. Eventuelle Unebenheiten der Wand beginnt man in einer Ecke. Rechtshänder werden muß) werden die Bretter ange-
werden mit Zulagen ausgeglichen („hin- arbeiten von links nach rechts, Links- bracht und verdeckt genagelt.
terfüttert"); man sollte also verschieden händer von rechts nach links. Das erste Aussparungen für elektrische An-
starke Leistenstücke oder Keile zur Ver- Brett muß lotrecht angenagelt werden schlüsse müssen so bemessen sein, daß
fügung haben. Wenn der Verputz fest (mit der Wasserwaage prüfen). Das glei- die Schnittränder von den Deckplatten
ist, nagelt man die Latten mit Stein- che gilt für das zweite Brett auf der der Steckdosen oder Lichtschalter ver-
nägeln fest; das ist die schnellste Me- ändern Seite der Ecke; außerdem muß deckt werden.

Hier mit Lot oder Wasserwaage Innenecken: Nutkanle von Brett 2 passend
Senkrechte prüfen zu Brett 1 hobeln. Nichl verdeckte Nägel
versenken und Löcher zuspachteln.

Kante passend Randleisten entfer-


zu Brettl hobeli nen, durch Latten
ersetzen; sie sollen
6 mm von der Tür-
füllung entfernt sein

Außenecken: Brett 1 genau auf Lattenkanle


legen. Nut oder Feder von Brett 2 absägen,
dieses annageln und dann den überstehen-
den Teil abhobeln.

40-60 cm

Hier Scheuer-
leiste nageln

Türabschluß: Die senkrechten Latten und die


waagrechte werden 6 mm vom Rahmen be-
festigt. Das letzte Brett (1) zur Tür hin wird
passend zur Lattenkante geschnitten, Brett 2
wird zwischen Türrahmen und Brett 1 genau
eingepaßt.

28
Bodenplatten aus Kunststoff
PVC- und Vinyl-Asbest-Platten
Zum Selberverlegen eignen sich Platten ziehen läßt, können die Platten verlegt telt werden, damit die Fläche eben wird.
aus Weich-PVC besser als Vinyl-Asbest- werden. PVC-Platten können normalerweise
Platten (Hartfliesen). PVC-Platten - ent- Kunststoffplatten werden normaler- kalt, d. h. nicht angewärmt, verlegt wer-
weder durchgehend aus Polyvinylchlorid weise auf Estrich (siehe S. 153) verlegt. den, wenn die Temperatur über 15° C
oder mit einer PVC-Schicht auf einer Ist dieser uneben, so muß er geglättet beträgt. In der kalten Jahreszeit müssen
Unterschicht (z. B. aus Kork oder Filz) werden: durch Abschleifen bzw. Spach- sie und die Hilfsstoffe dagegen 24 Stun-
- sind strapazierfähig, bruchfest, wasser- teln mit einer Ausgleichsmasse, die es den in einem geheizten Raum lagern.
abweisend, leicht zu pflegen und recht als Pulver zu kaufen gibt und die mit Vinyl-Asbest-Platten sollten in jedem
widerstandsfähig gegen Säuren, Laugen, Wasser angerührt wird. Fall einen Tag bei 15° bis 20° C ausge-
Fette und Öle. Vinyl-Asbest-Fliesen sind Kritisch wird es, wenn der Unterboden packt gelagert werden, ehe man sie ver-
zwar billiger, aber wegen ihres geringe- aus Holz ist. Er muß nämlich auch die legt.
ren PVC-Anteils auch spröder und des- oben erwähnten Eigenschaften haben, soll Mit den Platten kauft man gleich den
halb bruchempfindlich. Sie brauchen ausgetrocknet sein, darf nicht nachgeben geeigneten Kleber und die gezahnte Trau-
einen 100°/oig ebenen Unterboden. und muß eine gute Ventilation haben. fei (siehe S. 34). Mit ihr kann man den
Jedoch gilt in jedem Falle die Regel: Folgendes ist zu empfehlen; Boden mit Kleber gleichmäßig auf den Unterboden
Ein Boden ist immer nur so gut wie sein verdünntem Neoprene- Kleber vorstrei- auftragen.
Unterboden; dieser muß eben, druck- chen (verhindert Eindringen von Wasser) Beschädigte alte Platten löst man mit
fest, riß- und staubfrei und absolut trok- und dann spachteln, oder aber Holz- einem scharfen Schaber; dies geht leich-
ken sein, denn Feuchtigkeit verhindert spanplatten von 16-22 mm Dicke ver- ter, wenn man die Platte vorher mit einer
die Bindung zwischen Kleber und Be- schrauben. Diese müssen vom Hersteller Lötlampe etwas anwärmt. Dann kratzt
lag. Ob ein Unterboden feucht ist oder als tauglich für Bodenunterlagen ge- man den alten Kleber vom Unterboden
nicht, wird so festgestellt: Man streicht kennzeichnet sein. Achtung: Scheuerlei- ab, entfernt Schmutz und Staub, trägt
eine Stelle mit Kleber ein, und wenn der sten müssen Luftschlitze haben, und eine neue Kleberschicht gleichmäßig auf
sich am nächsten Tag nicht als Haut ab- Stöße und Schrauben müssen gespach- und setzt eine neue Platte ein.

Bedarfsberechnung, Verlegeplan
Kunststoffplatten gibt es in vielen Far- cm SO 200 2ÜD 35(1 400 •i50 ÜOO 550
ben, zumeist marmoriert, und mehreren
1 4 • 7 - • 1! 13 14 15 16 17 19 19 20 21 22 23 24
Größen. Die gebräuchlichsten Formate
sind 25 X 25 und 30 X 30 cm bei PVC- 50
. • B . ; • 1 24 36 28 30 32 3J 36 38 40 42 44 46 48
Platten und 25 X 25 cm bei Vinyl-Asbest- 3 ' ' -. • 1
i 33 36 39 42 . 4B- 51 54 57 60 63 66 69 n
Platten.
Um festzustellen, wieviel Platten im 100
1 • 16 - . 16 . . .- 52 56 60 64 es 72 76 80 84 ea 92 M
Format 25 X 25 cm man braucht, wenn 5 i - • • • •' 1 i - 60 6 60 ab 90 95 100 106 HO 115
1
'
man einen Raum einfarbig auslegen
möchte, mißt man seine Länge und 1bü
Breite, stellt diese Werte auf der Tafel 7 14 21 26 b 4! 49 66 70 77 84 31 98 105 11! 119 126 133
1
: 147 154 161 '•.'
(rechts) fest, fährt von ihnen aus mit dem 8 •f 24 33 40 48 56 64 72 BÖ 88 96 lOd 112 136 144 152 160 168 176 184 192
120 128
Finger horizontal und vertikal zur Tafel- 200
mitte hin und liest dann im Schnittpunkt 9 IS 27 36 IS 54 63 12 8i • •" 108 117 126 -' 144 153 16! 771 -i 1B9 198
1
6

der beiden „Linien" die erforderliche 10 zo 30 •W • 70 80 90 . . 110 120 140 150 160 170 10 190 200 . ' 220 230 ..'
Zahl der Platten ab. Ü50

Unregelmäßige Zimmergrundrisse teilt 11 22 33 44 55 •i 77 88 1 . 121 132 143 isa 65 176 1B7 198 209 220 . .'1 242 253 .--.

man in zwei oder mehr Rechtecke auf, 301}


12 24 36 48 et -. i 96 1
- 13! 144 166 180 192 304 216 . - 240 252 764 276 ••
stellt die erforderliche Plattenzahl für
13 26 39 52 65 78 - 104 1« 156 169 1B2 195 206 221 ;• 247 260 273 ".. 299
die einzelnen Flächen fest und zählt sie
dann zusammen. 350
U 2B 42 56 84 - 112 • 140 IS* • 182 • 210 324 v •i 266 280 -.: • 32? '•

Sollen Platten in zwei Farben schach- 15 -' 45 60 '. 105 120 1


' 165 150 195 210 '• 240 2 55 • za 300 315 330 '.'. 360
brettartig oder in abwechselnden Rei-
hen verlegt werden, teilt man die Ge- 400
16 32 äB 64 80 96 11? 128 144 160 i7fl 193 208 224 2(0 ?56 272 2H8 304 -. • 336 352 368 -?-

t? 34 51 68 85 10? 119 136 153 170 187 Z04 221 338 255 272 2B9 306 323 340 357 374 391 : -

4bü
18 36 54 72 90 108 128 144 ie? 180 198 216 234 252 270 288 TO6 32t 342 - 'h .-,. 414 1

19 38 57 76 95 114 133 162 171 190 •• 228 247 266 a ..; 323 •••• 361 - 399 - •• •137 "

20 40 60 80 100 120 140 180 '-• 200 220 240 260 - • 320 3*0 360 ... 400 :.' • 440 460 ia
500
1
11 4! 63 8t 105 • 147 168 '- ?ii 252 •i 294 3i5 336 357 378 •- 420 «1 ii . 483 A

650
22 i» 86 SB
1
• ' • 154 176 220 242 266 i ' •1 n 374 19! •; • i. M •- • •

23 4fl 69 92 • 138 161 184 i 253 176 •' 322 - .... 391 : 1 - 460 ia &06 '• L

1
6QfJ
24 48 72 36 . 144 168 • . 264 288 . 336 ' 384 408 •132 480 504 526 'L -.'•'
_ . .- . . .. _i
Der Bedarf an 25 x 25-cm-Platten kann hier abgelesen werden

Solche Zimmer in Rechtecke aufteilen


samtzahl durch zwei _ und kauft dann
soviel Platten von jeder Farbe. Bei kom-
plizierten Mustern legt man ein durch-
sichtiges Papier auf die Tafel, zeichnet
den Grundriß des Zimmers ein, fährt die
Plattenumrisse nach, kennzeichnet eine
Farbe (am besten die dunklere) durch
Schattierungen und zählt dann, wieviel Die Muster 1-3 erfordern die Hälfte der Gesamtzahl von jeder Farbe; Muster 4 ein Drittel
Platten man von jeder Farbe braucht. von der einen und zwei Drittel von der anderen Farbe

29
Bodenplatten legen (1)
Verlegelinien; Kleber auftragen
Eine Schnur einkreiden, an den Nägeln
A und B festbinden, die in der Mitte
gegenüberliegender Wände stecken müs-
sen (1), und zwar im Boden oder in der
Scheuerleiste.
A

Schnur auf Spannung prüfen. Durch


Schnurschlag Verlegelinie markieren.
Schnur abnehmen, Nägel bleiben (2).

Mittelpunkt der Kreidelinie markieren,


eine Reihe „trockener" Platten zu einer
Stirnwand führen; erste Platte mit einer
Ecke genau an Mittelpunkt und Linie
legen (3).

Schnurschlag: Beim Markieren der langen Linie preßl man die Mitte der Schnur auf den
Boden und macht den Schlag dann rechts und links davon

Beträgt der Abstand zwischen letzter


Platte und Wand eine drittel Platten-
länge oder weniger, ganze Reihe um eine
halbe Plattenlänge von der Wand weg-
schieben: dadurch ergeben sich nicht zu
schmale und gleich breite Randstücke an
beiden Wänden. Nägel versetzen, mit er-
neutem Schnurschlag neue Verlegelinie
markieren (4).

Messen des Abstandes zwischen letzter Für ein größeres Randstück Reihe um 10-12
Platte und Wand cm verrücken; neuer Schnurschlag

Und wieder: Bei zu kleinem Abstand Damit sind die Linien zunächst fertig,
beide Reihen um eine halbe Platten- an denen die Platten ausgerichtet wer-
Wenn der Abstand größer als eine länge zurückversetzen, Nägel einschla- den. Nun Kleber über den Linien auf-
drittel Plattenlänge bzw. die neue Linie gen, Platten wegnehmen und mit der tragen und, wenn dieser angetrocknet ist,
geschlagen ist, eine zweite Plattenreihe Schnur eine Linie im rechten Winkel durch erneuten Schnurschlag endgültige
im rechten Winkel zur ersten legen (5). zur ersten schlagen (6). Verlegelinien anzeichnen (7).

30
Bodenplatten legen (2)
Verlegetechnik; Randstücke einpassen
Zuerst die eine Hälfte des Zimmers be-
legen, dann die andere. Der Anfang:
Boden rechts und links der Mittellinie
jeweils keilförmig mit Kleber für die
ersten 20 Platten bestreichen. Die beiden
ersten Platten genau in die rechten Win-
kel der Verlegelinien bringen, dann von
beiden Seiten aus treppenförmig nach
außen und oben weiterarbeiten (siehe
Photo rechts). Bei erneutem Auftragen
von Kleber richtet man sich nach dessen
Trockenzeit und der eigenen Arbeitsge-
schwindigkeit; Herstellerhinweise beach-
ten. Als letztes werden die Randstücke
eingepaßt: Auf eine geklebte Platte eine
trockene legen, darauf eine weitere trok-
kene und diese bis an die Wand schie-
ben. Strich entlang der Kante und mit
scharfem Messer abschneiden: Stück A
paßt genau in den Rand (8).

8. Randstück anreißen

Auf gleiche Weise bei Winkeln, Tür-


pfosten usw. vorgehen. Platte zuerst wie
für ein gerades Randstück markieren (9).

Platten pyramidenförmig verlegen. Angefangen wird mit den Platten 1 und 2, die genaue-
stens an den Verlegelinien ausgerichtet werden.

9. Winkel anreißen - 1. Vorgang

Dann den gleichen Vorgang auf der


anderen Seite des Winkels wiederholen:
zuerst die untere trockene Plafte ver-
schieben und, ohne sie zu drehen, genau
auf die festgeklebte Randanschlußplatte Die Platten werden angedrückt und nicht Randstücke mit einem scharten Messer oder
legen, dann mit der zweiten trockenen eingeschoben mit der Schere schneiden
Platte Anschluß zur Wand herstellen,
einen Strich bis zum Schnitt mit der ersten Linie ziehen (10) und abschneiden,
entlang den Linien bis zu ihrem Schnitt-
punkt.
Audi vor komplizierten Formen braucht
man nicht zurückzuschrecken, denn man
geht dabei genauso vor wie bei den
obenerwähnten Fällen, nur daß man
eben jeden vor- oder zurücktretenden
Teil für sich und von beiden Seiten ab-
nehmen muß. Wie dies in der Praxis
aussieht, zeigt die Zeichnung (11).
Man kann sich von Winkeln oder un-
regelmäßigen Formteilen auch Papier-
schablonen machen und die Umrisse so
10. Winkel anreißen - 2. Vorgang auf die Platte übertragen. 11. Komplizierte Kontur anreißen

31
Bahnen verlegen

PVC-Bahnen lösen Linoleum immer mehr einer Raumtemperatur von mindestens nere Flächen wie Schwellen und Nischen
als Bodenbelag ab. Wie die Platten, gibt 15° C aufbewahrt werden, und zwar aus- werden extra belegt.
es auch sie in vielen Farben und Marmo- gepackt und stehend. Ein sehr nützliches Hilfswerkzeug ist
rierungen. Auch sie verlangen trockene, Bahnen werden normalerweise in Rich- ein Anreißholz oder Streichmaß. Es ist
ebene und feste Unterböden, wie sie auf tung auf die Hauptfenslerfront des Zim- leicht zu machen. Man nimmt eine etwa
Seite 29 bereits beschrieben wurden. mers verlegt. Dabei sollte jedoch darauf 50 cm lange Holzleiste und schlägt 15 cm
Kalte Bahnen schmiegen sich dem geachtet werden, daß an Türen beispiels- von einem Ende entfernt einen Nagel so
Unterboden nicht genügend an. Deshalb weise oder nahe bei Waschgelegenheiten ein, daß er auf der anderen Seite etwa
sollten die Rollen und Hilfsmittel bei keine Fugen oder Stoße auftreten. Klei- 3 mm herausschaut.

So geht man vor


Der Unterboden wird sauber abgekehrt lappen (2); Bahn 2 auf l, 3 auf 2 usw. Die decken den Spalt hinterher. Zum Schluß
und vermessen. Aus der Zimmerbreite Überlappungen werden dann in der Mitte werden Profile an Türen und Abschlüsse
ergibt sich die Anzahl der Bahnen. In durchgeschnitten (3). Gelingt dies nicht an Türschwellen geschnitten.
der Länge werden beim Abschneiden einige auf einmal, sollte die untere Bahn wenig- Wenn alle Bahnen z u rechtgerichtet sind,
cm zugegeben. Nun legt man die erste stens stark angeritzt sein, damit der Ab- schlägt man die erste etwa zur Hälfte
Bahn in einem Abstand von etwa 10-12 fallstreifen passend abgetrennt werden zurück und beginnt bei diesem Umbruch
cm parallel zu einer Wand, die senkrecht kann. mit dem Auftragen des Klebers in Bah-
zur Hauptfensterfront steht. Die Bahn- Als nächstes werden die Bahnen auf nenbreite auf den Unterboden (siehe auch
enden stehen an den Stirnwänden hoch. Lange geschnitten: Meterstab an derWand S. 29).
Jetzt hält man das Anreißholz mit der anstoßen, bei 20 cm einen Strich an die Wenn der Kleber angetrocknet ist, wird
Nagclspitze nach unten rechtwinklig zur Bahnkante machen (4), die Bahn von der die erste Bahn ins Kleberbett eingeschoben
Seitenwand und führt es so daran ent- Wand wegziehen, bis sie flach liegt, dann und dann kräftig angerieben. Zum Anrei-
lang, daß der Nagel nahe der Kante eine von der Markierung 20 cm zum Bahn- ben eignet sich sehr gut eine Flasche. Es
sichtbare Linie in die Bahn ritzt (l). Durch ende hin zurückmessen und wieder ein muß unbedingt darauf geachtet werden,
diese Paralielübertragung werden alle Zeichen machen (5). Nun das Anreißholz daß Luft unter hohlliegenden Stellen her-
Bud;ei oder Vertiefungen der Wand exakt senkrecht zur Wand halten und die Bahn ausgedrückt wird. Beim Einschieben der
abgezeichnet. Nun muß nur noch der Ab- so verschieben, bis der Anreißnagel auf weiteren Bahnen geht man genauso vor,
fall entlang der Linie abgeschnitten und die 2. Markierung zu liegen kommt (6), achtet aber zusätzlich auf den genauen
die Bahn genau bis an die Wand gerückt dann, wie beschrieben, anreißen und Anschluß der Kanten. Die Ränder und
werden. Randabfall abschneiden. Wenn dies um 2 die Nähte werden mit Sandsäcken oder
Alle weiteren Bahnen legt man so auf- oder 3 mm daneben geht, macht es nichts, sonstigen schweren Gegenständen be-
einander, daß die Ränder 2-3 cm Über- Deckleisten aus Holz oder PVC über- schwert.

1. Die erste Bahn wird an der Seite den Un- 2. Die Bahnenden werden überlappt; sie 3. Die Überlappungen werden in der Mitte
ebenheiten der Wand angepaßt stehen an den Wänden etwas hoch möglichst ganz durchgeschnitten

4. Man legt den Meterstab an der Wand an 5. Man zieht die Bahn von der Wand weg 6. Die zweite Markierung wird auf Höhe des
und markiert die Bahnkante bei 20 cm und mißt auf der Bahnkante 20 cm zurück Nagels gebracht; dann reißt man an

32
Keramikfliesen (1)

Hier tut sich ein Feld auf, das so voll ist abgerundet ist, und solche, die zwei anein- Klebcrarten sind auf dem Markt; die
von verschiedenen Farben, Farbschattie- anderstoßende abgerundete Kanten haben. eine isl auf Zement-, die andere auf
rungen, Formen, Zeichnungen, Dekors, Fliesen mit vier rechtwinkligen Kanten Kunstharzbasis aufgebaut- Beide Arten
Muslern, Glasurarten und Maßen, daß werden in der Fläche verlegt, Fliesen mit werden nach dem sogenannten Diinnbett-
eine Unterscheidung auf die Oberflächen- einer abgerundeten Kante schließen eine verfahren verarbeitet, das heißt, die Kle-
beschaffenheit beschränkt werden muß. Es Fläche seitlich und oben ab, und solche berschicht wird mit einer Zähntraufel oder
gibt Fliesen mit glatter, rauher und relief- mit zwei aneinanderstoßenden abgerunde- -Spachtel auf eine verhältnismäßig geringe
artiger Oberfläche. Um eine Vorstellung ten Kanten bilden den Eckenabschluß Stärke (2-4 mm) abgezogen (siehe S. 34).
von den Gestaltungsmöglichkeiten mit einer Fläche. Eine Neuerung auf dem Es gibt wasserfeste, hitze- und frostbe-
Fliesen zu bekommen, läßt man sich vom Markt sind Fliesen mit Abstandshaltern. ständige sowie bis zu einem gewissen
Fadihandler Prospektmaterial geben, am Das sind kleine Höcker an den Kanten, Grade dehnfähige Kleber, die vor allem
besten von mehreren Herstellern. Danach die garantieren, daß die Fugen gleich für Untergründe aus Holz, Spanplatten
geht man zu einem Großhändler oder, breit werden. usw. in Frage kommen. Der Kauf des
wenn möglich, zum Hersteller selbst und richtigen Klebers dürfte keine Schwierig-
wählt in aller Ruhe „seine" Fliesen aus Badezimmerzubehör keiten bereiten, denn der Händler, bei
dem Sortiment aus. Selbstverständlich Die meislen FHesenhersleller erzeugen dem man die Fliesen aussucht, weiß auch
sollte man dem Verkäufer sagen, in wel- Seifenschalen, Kleiderhaken, Klosettrol- hier Bescheid. Nicht zu vergessen ist in
chen Räumen die Fiiesen verlegt werden, lenhalter usw. passend zu ihren verschie- diesem Zusammenhang, daß es Kleber auf
ob sie geheizt oder im Winter der Kalte denen'Fliesen. Diese Zubehörteile werden Zementbasis gibt, die auch als Fugen-
ausgesetzt sind. Dann nämlich muß man auf die gleiche Weise wie Fliesen an die füller verwendet werden können.
frostsichere Fliesen kaufen. Dies gilt na- Wand geklebt. Fugenfüllmasse ist auf Zementbasis auf-
türlich für alie Wände, die an der Außen- gebaut und dient zum Ausfüllen der Zwi-
seite eines Hauses liegen. Zum Schluß Kleber und Fugenmasse schenräume zwischen den Fliesen.
bleibt noch zu erwähnen, daß es im allge- Moderne Kleber erübrigen heute das für Flächen, die Wasser ausgesetzt werden
meinen Fliesen mit vier rechtwinkligen den Laien sehr schwierige Verfahren des sollen, verfugt man mit wasserfestem Füll-
Kanten gibt, solche, bei denen eine Kante FUesenlegens mit Zementmörtel. Zwei material.

Seifenschale Klosettrollenhalter Waschlappenhalter

Fliese mit einer abgerun-


deten Kante; sie schließt
eine Fläche seitlich und
oben ab

Fliese mit vier recht-


winkligen Kanten; sie Fliese mit zwei abge-
wird in der Fläche rundeten Kanten; sie
verlegt bildet den Eckenab-
schluß einer Fläche

33
Keramikfliesen (2)
Vorbereiten des Untergrunds
Nur auf einem sorgfältig vorbereiteten striche). Audi Tapeten müssen abgelöst an so vielen Punkten wie möglich am
Untergrund - er muß fest, sauber, trocken werden. Letzter Arbeitsgang: Untergrund Untergrund befestigt sein. Damit keine
und eben sein - lassen sich Fliesen ver- aufrauhen. Feuchtigkeit eindringen kann, isoliert man
legen. Alte Fliesenbeläge geben, wenn sie ganz die Rückseite und die Kanten der Plat-
Im folgenden die häufigsten Unter- eben sind, einen guten Untergrund für ten. Nach dem richtigen Mittel den Fach-
gründe und ihre Vorbehandlung. einen neuen Fliesenbelag ab. Beschädigte mann fragen. Staub, lose Teile und Fett-
Verputz: Eine frisch verputzte Wand Flicscnteile werden entfernt und durch flecke müssen, wie immer, entfernt werden.
sollte mindestens einen Monat lang trock- eine Zementmörtelfüliung ersetzt, locker Als Regel gilt: Auf Uniergründen, die
nen, bevor man Fliesen darauf verlegt. sitzende Fliesen löst man ab und klebt sich durch Feuchtigkeitseinwirkung verzie-
Außerdem ist das Isolieren mit verdünn- sie wieder fest, nachdem man den Unter- hen, also auf Holz und Holzwerkstoffen,
tem Kleber zu empfehlen; dies hängt je- grund gesäubert hat. Dann sollte aber keine Kleber verwenden, die auf Zement-
doch von der Kleberart ab und ist beim etwa eine Stunde vergehen, bevor eine basis aufgebaut sind.
Kauf zu erfragen oder den Hersteller- neue Fliese darauf geklebt wird. Beton: Im allgemeinen heißt es, auf fri-
hinweisen zu entnehmen. Alter Verputz Damit der Kleber einen besseren Halt schem Beton könne nicht verlegt werden.
muß genau geprüft werden, ob er noch findet, kann man die Glasur der alten Dies trifft heute jedoch nicht mehr für
gut ist. Lose Stellen werden abgeschlagen Fliesen mit grobem Schleifpapier aufrau- alle Kleber zu, denn es gibt welche, die
und ausgebessert. Meistens ist auch hier hen. Danach spült man mit Wasser gut auch auf feuchtem Beton verarbeitet wer-
eine Isolierschicht angebracht, damit die nach und entfernt allen Staub und alle den können. Ob frischer oder trockener
Kleberflüssigkeit nicht zu rasch aufge- Fettflecken. Beton: Reste von Schalöl müssen mit
saugt wird. Bauplatten (Asbestzement-, Vollgips-, einem Lösungsmittel entfernt werden.
Farbanstriche werden auf die übliche Gipskarton-, Preßspan- und Hartfaser- Ist der Beton rauh oder uneben, dann
Weise entfernt, also entweder abgeschmir- platten) sind ebenfalls als Untergrund ge- muß er mit Untergrundfüllmasse über-
gelt (Ölfarb- und Lackanstriche, Latex-, eignet. Sie müssen allerdings so dick oder zogen werden; dazu braucht man eine
Kunstharz- und waschfeste Binderfarben so angebracht sein, daß sie nicht vibrie- Traufei und ein etwa l m langes Streich-
usw.) oder abgewaschen (z. B. Leiman- ren, sondern starr bleiben; sie sollten also brett sowie eine Wasserwaage.

Werkzeuge
Zahntraufcl: Es ist gut, beim Kauf von
Fliesen, Kleber und Fugenfüller die
Zahntraufel oder den Zahnspachtet gleich
mitzukaufen, denn die Kleberhersteller
empfehlen Träufeln mit unterschiedlicher
Zahnung, je nachdem, was für Arbeiten
mit welchem Kleber ausgeführt werden.
Fliesenschneider: Am besten sind Schnei-
der mit einer Widiaspitze. Glasschneider
gehen auch, werden aber schnell stumpf.
Fliese obre chzange: Sehr praktisch, aber
eine gewöhnliche Beißzange lut es auch.
Gummischaber: Ein einfaches, aber sehr
nützliches Werkzeug zum Verfugen; man
braucht es besonders, wenn man Fliesen
auf Böden verlegt.
Außerdem benötigt man: einen Kar-
borundumstein, einen synthetischen
Schwamm, Hammer, Senklot, Wasser-
waage und Richtscheit. G u m m i schabe r Fliesenbrechzange

Bedarfsberechnung
Man mißt Länge und Breite der zu bele- cm Zahl der Fliesen cm Zahl der Fliesen cm Zahl der Fliesen
genden Fläche, liest auf der nebenstehen-
den Tabelle (sie gilt für normale, also 15 1 225 15 435 29
15 X 15 cm große Fliesen) die für diese 30 2 240 16 450 30
Maße angegebenen Zahlen der Fliesen ab
und multipliziert sie miteinander. 45 3 255 17 465 31
Beispiel: Länge 210 cm = 14 Fliesen 60 4 270 18 480 32
Breite 165 cm = 11 Fliesen 75 5 285 19 495 33
Erforderliche Fliesen:
14 X 11 = 154 Fliesen 90 6 300 2C 510 34
Ist eine Fläche von einer Türe oder einem 105 7 315 21 525 35
Fenster unterbrochen, errechnet man auf
120 8 330 22 Ü40 36
gleiche Weise die Zahl der Fliesen, die
man dafür brauchen würde, und zieht sie 155 9 345 23 555 37
dann von der vorher festgestellten Ge- 150 10 360 24 570 38
samtzahl ab.
Zum Schluß errechnet man, wieviel 165 11 375 25 585 33

Fliesen mit abgerundeten Kanten man 180 12 390 26 600 40


braucht: Strecke vermessen, auf der sie 195 13 405 27 615 41
verlegt werden sollen, und Zahl auf der
Tabelle ablesen. 210 •A 420 28 630 42
Über den Verbrauch von Kleber und
Fugenfüller weiß am besten der Händler Die Bedarfsberechnungstabelle gilt für Platten von der Größe 15x15 cm. Wenn ein Maß
Bescheid. zwischen zwei Zahlen der Tabelle liegt, nehme man die größere.
Fliesenbeläge an Wänden (1)
Das Verlegen
Als erstes nagelt man waagrechte Leisten
an alle Wände, die man mit Fliesen bele-
gen wiü, und zwar so, daß ihre Oberkan-
ten den Abstand einer Fliese plus Fugen-
breite (3 mm) vom Fußboden haben (1). Richtig
Mit der Wasserwaage prüft man, ob sie
genau waagrecht festgemacht sind (2).
Nun schneidet man sich ein handliches
Lcistenstück von etwa l m Länge zurecht
und markiert darauf mit Hilfe von zwei 7—T
Fliesen und einem aus 3 mm starkem \
Karton zurcchtgeschnhtenen Abstand-
halter die Plattenabstände (3). Angenom-
men, man beginnt links auf der Leiste zu
markieren, dann sieht das so aus: Ab-
standhalter bündig am Leistenende auf-
setzen, erste Füese daran anlegen, Strich
entlang der rechten Fliesenkante ziehen.
Abstandhalter nun an dieser Fliesenkante
anlegen, zweite Fliese dagegenschieben.
Strich entlang der rechten Kante usw.
Von dieser Leiste überträgt man die
Markierungen auf die an der Wand fest- Falsch
gemachten Lallen (4). Man geht dabei \
jeweils von der Wandmitte aus nach rechts
und nach links, damit die beiden Rand-
fliesen gleich breit werden. Dann zieht
man an der Wandseite, an der man zu
arbeiten beginnt, mit Hilfe einer weiteren
Leiste und einer Wasserwaage einen senk-
rechten Strich an der Wand, und zwar
genau über der ersten Markierung auf der
horizontalen Leiste (5). Dann wird die
senkrechte Leiste bündig an den Strich
genagelt. Der Winkel, den die beiden Lei-
sten bilden, muß genau 90 ° betragen. Um Verlegeplan: Fliesen immer so verteilen, daß Teilstücke an die Enden von Flächen zu liegen
dies zu prüfen, halt man drei Fliesen lose kommen (Bild oben) und nicht in der Mitte (Bild unten). Bei Fenstersimsen und -leibungen
übereinander (6). verlegt man sie hinten (Bild oben), nicht vorne (Bild unten).

1. Horizontale Leiste mit der Oberkante eine 2. Die Leiste muß genau horizontal liegen; 3. Fliesenbreiten auf einen Anreißstab über-
Fliesenbreite überm Boden anbringen mil der Wasserwaage prüfen tragen und eine Fugenbreite zugeben

4. Mit dem Anreißstab die Abstände anzeich- 5. Mit der Wasserwaage eine Vertikale für G. Lose Fliesen sollten exakt in den von den
nen; Teilfliesen an die Enden legen die senkrechte Anschlagleiste ermitteln Leisten gebildeten Winkel passen

35
Fliesenbeläge an Wänden (2)

Nun wird der gebrauchsfertige oder vor- hinweis), gedrückt und nicht eingeschoben. Deswegen empfiehlt es sich, eine Holz-
her angerührte Kleber mit dem Spachtel Abstandhalter, kleine Keile zwischen leiste als horizontalen Anschlag für die
oder mit der glatten Seite der Zahntrau- den Fliesen, sind heute nicht mehr erfor- erste ganze Fliesenreihe anzubringen (10).
fe] auf etwa l qm aufgetragen und dann derlich, weil die Kleber sofort binden. L-förmige Fliesen (11) für Ecken an
mit Zahntraufel oder -Spachtel abgezo- Das heißt aber nicht, daß keine Korrek- Türen und Fenstern werden mit Beiß-
gen (7). Dabei muß die Traufei in einem turen vorgenommen werden können, wenn zange und Fliesen- oder Glasschneider
Winkel von etwa 45 ° zum Untergrund eine Fliese erst einmal angedrückt ist. hergestellt: Zuerst reißt man die Form
gehalten werden, damit die entstehenden Horizontale und Vertikale der wach- kräftig auf der Plattenoberseite an (12)
Mörtelstege die richtige Dicke bekommen senden Fläche müssen so oft wie möglich und zwickt dann den Abfall mit der Zange
und die Oberfläche eben wird. Mit dem geprüft (9) und notfalls korrigiert werden. in kleinen Stückchen ab (13). Anschlie-
Verlegen wird in dem Winkel, den die Wenn die ganze Fläche belegt ist, geht ßend werden die Schnittkanten mit dem
beiden Leisten bilden, begonnen (8) und man an das Auskleiden der übriggeblie- Karborundumstein versäubert (14).
in horizontalen Reihen fortgeführt. Die benen Randstreifen mit Fliesenteilstücken. Zum Schluß geht man mit dem Karbo-
Fliesen werden in das Kleberbett, das Die Oberkanten von Waschbecken oder rundumstein noch einmal über die ganze
noch feucht sein muß (siehe Hersteller- Badewannen sind nicht immer waagrecht. Kante (15).

7. Kleber auftragen und mit Zahntraufel unter 8. Mit dem Verlegen in der Ecke beginnen 9. Die horizontalen und vertikalen Kanten
kräftigem Druck abziehen und in horizontalen Reihen fortfahren der Fiiesenfläche häufig prülen

10. Eine Leiste dient als Anschlag für die 11. Für Ecken an Türen und Fenstern werden 12. Fliese an die Wand hallen, Ausschnitt
Fliesen über dem Waschbecken L-förmige Fliesen geschnitten anzeichnen und glasierte Seite ritzen

13. Der Abfall wird mit der Beißzange in 14. Mit einem Karborundumstein versäubert 15. Nebeneinanderliegende geschnittene
kleinen Stückchen herausgezwickt man die Schnittkanten Fliesen ebenfalls versäubern

36
Fliesenbeläge an Wänden (3)

In Fensternischen, die tiefer als eine Plat- liche Breite, in der die Fuge mit beredinet Fliese ein, die man wieder entfernt, wenn
tenbreite sind, werden die Fliesen so ver- ist. überträgt die Striche mit dem Schnei- alle Fliesen verlegt sind. Dann streicht
legt, daß die ganzen Platten vorn und der auf die Vorderseite und ritzt entlang man die Seifenschale auf der Rückseite
TeÜstücke hinten liegen. Die Vorderkan- der Schnittlinie. Der Abfall wird abge- mit Kleber ein, setzt sie an die freie Stelle
ten der Fliesen auf dem Fenstersims ste- brochen, indem man ein Streichholz paral- und sichert sie mit Klebeband (21), bis
hen soweit über die Simskante über, daß lel zur eingeritzten Schnittlinie unter die der Kleber angezogen hat.
sie sich in einer Ebene mit den Fliesen Fliese legt und ihre Ecken mit den Dau- Erst 24 Stunden nach dem Verlegen
unterhalb des Simses befinden (16). men leicht nach unten drückt (18). können die Fliesen verfugt werden. Die
Die senkrechten und waagrechten Lei- Falls man an einer unzugänglichen Füllmasse wird mit dem Gummischaber
sten entfernt man, sobald die dazwischen- Stelle den Kleber nicht auftragen konnte, kräftig in die Fugen gepreßt (22). Dann
liegende Fläche mit Fliesen belegt ist. streicht man die Rückseite der Fliese ein entfernt man mit dem Schaber das Zu-
Das Einpassen von Fliesen in die ver- (19) und drückt sie in Position (20). viel und reinigt die Fliesen mit einem
bleibenden Randstreifen geht so vor sich: Badezimmerzubehör aus Keramik, z. B. Schwamm oder leicht angefeuchteten
Man legt eine Fliese mit der glasierten Seifenschalen, werden wie Fliesen ange- Tuch (23). Wer es ganz schön machen
Seite auf die Lücke (17), markiert oben klebt. Den dafür vorgesehenen Platz will, fährt die Fugen mit einem abgerun-
und unten mit zwei Strichen die erforder- nimmt eine mit Klebeband befestigte deten Holzstäbchen vorsichtig nach (24).

16. Die Fliesen müssen rnil der Oberfläche 17. Beim Anzeichen der Breite muß man die 18. Ein Sireichholz unter der Fliese garan-
der darunterliegenden Fliesen abschließen Fugenbreite abziehen tiert einen sauberen Bruch

19. Wenn der Kleber schwierig auf die Wand 20. Auch beschnittene Fliesen werden ins 21. Schwere Teile sichert man mii Klebe-
aufzutragen ist, auf die Fliese geben Kleberbett gedrückt und nichl geschoben streilen, bis der Kleber angezogen hat

22. Mit dem Gummischaber die Füllmasse in 23. Mit Schwamm oder feuchtem Tuch wer- 24. Wer will, kann die Fugen mit einem ab-
die Fugen pressen den die Fliesen gesäubert gerundeten Holzstäbchen leicht nachziehen

37
Bodenfliesen aus Keramik (1)
Messen und markieren
Bodenfliesen müssen im rechten Winkel der Tür aus in gleichen Abständen unter- d. h. bei nicht rechtwinkligen Räumen,
zur Türe verlegt werden, d. h., die Fliesen- teilt (2). befestigt man eine weitere Leiste am (in
reihen müssen senkrecht von einem weg Die Abstände entsprechen einer Flie- unserem Beispiel linken) Ende der ersten,
zur gegenüberliegenden Wand verlaufen, senbreite plus 3 mm Fugenbreite. so daß sie zusammen einen rechten Win-
wenn man in ein Zimmer tritt. Hierbei ist es wenig wahrscheinlich, daß kel bilden (4).
Dies muß man besonders bei Räumen eine volle Zahl von Fliesen in die Länge In dieser Ecke fängt man mit dem Ver-
beachten, die weder rechteckig noch des Zimmers paßt. Man kennzeichnet da- legen an; der Winkel muß deshalb genau
quadratisch sind. her die Stelle nahe der hinteren Wand, 90° betragen, weil sich jede noch so ge-
Man zeichnet daher eine Linie auf den an der die Außenkante der letzten ganzen ringe Abweichung bei fortschreitender
Boden, die im rechten Winkel von der Fliese die Verlegelinie schneidet. Und an Arbeit zur gegenüberliegenden Zimmer-
Türmitte zur rückwärtigen Wand ver- diesem Punkt wird dann eine Anschlag- ecke immer stärker bemerkbar machen
läuft (1). Diese Linie wird mit einem leiste im rechten Winkel zur Verlegelinie würde. Die Fliesenreihen verliefen dann
Markierungsstab (siehe Seite 35) von auf den Boden genagelt (3). Nach Bedarf, nicht mehr parallel zur Wand.

Tür-
pfosten

BÖ"

1. Vom Mittelpunkt der Tür aus wird im rechten Winkel eine Linie 2. Dann wird mit dem Anreißstab die Linie unterteilt; die Abstände
durch das Zimmer gezogen; auf ihr basiert die weitere Arbeit setzen sich aus Fliesen- und Fugenbreite zusammen

90" Erste Leiste

Zweite Leiste

3. Es ist sehr wichtig, daß Leiste und Richtlinie einen Winkel von 4. Die zweite Leiste muß im rechten Winkel zur ersten stehen und
genau 90° bilden damit parallel zur Richtlinie verlaufen

38
Bodenfliesen aus Keramik (2)

Das Angebot an Bodenfliesen ist so groß sich, Kleber auf Kunstharzbasis zu ver- oder schmäler werden. Dann kann man
und vielfäitig wie das an Wandfliesen; für wenden, da sie nach der Verarbeitung nur noch versuchen, die einzelnen Fliesen
den Laicn am leichtesten zu verlegen sind elastischer sind als solche, die auf Zement- so zurechtzurüdien, daß ihre Kanten eine
jedoch rechteckige und quadratische Flie- basis aufgebaut sind (siehe S. 33). gerade Linie bilden, von der aus weiter
Verlegen: Wer gleich große Randfliesen verlegt werden kann. Geht das nicht,
haben möchte, rechnet aus, wie viele nimmt man die Fliesen ab, korrigiert den
ganze Fliesen (einschließlich Fugen) auf Winkel und beginnt von vorne.
Länge und Breite gehen, und schafft mit Die Leisten werden entfernt, wenn man
rechtwinklig zueinander angebrachten Lei- sie nicht mehr als Anschlag braucht. Da-
sten gleich breite Randausspamngen. In nach reißt man die Breite der Randfliesen
der Eckfläche zwischen den beiden Lei- an (4), wie auf Seite 37 beschrieben, und
sten (1) wird etwa l qm mit Kleber be- trennt den Abfall so: hinknien, eine Fliese
strichen. Empfiehlt der Hersteller eine senkrecht zwischen die Knie klemmen, die
Sogenannle Florentiner Fliesen zu verlegen Wartezeit, werden erst danach die Fliesen markierte Fliese mit beiden Händen fest-
erfordert einige Erfahrung ins Kleberbett gedrückt (2). Das früher halten, Oberseite nach unten, mit einem
angewandte Einstecken von Abstandhal- kurzen Schlag auf die senkrecht stehende
Untergrund: Holz- oder Holzwerkstoff- tern (3) in die Fugen ist bei den heute Fliese entlang der eingeritzten Linie ent-
böden eignen sich gut. Man muß nur erhältlichen Klebern nicht mehr nötig. zweibrechen (5). Die Kante wird mit einem
dafür sorgen, daß sie eben und fest sind, Wer seinem Augenmaß nicht traut, kann Karborundumstein in Längsrichtung ver-
sie also mit Schleifpapier abschleifen und, es natürlich ruhig tun. säubert. Dann streicht man die Fliese auf
wenn erforderlich, festnageln oder fest- Wenn der erste qm mit Fliesen belegt der Rückseite mit Kleber ein und setzt
schrauben. ist, kratzt man angetrockneten Kleber sie, die Bruchkante zur Wand hin, an
Auf rauhe oder poröse Beton- und vom umgebenden Untergrund und streicht ihren Platz (6).
Steinunterboden sollte eine Schicht Füll- einen weiteren qm ein, belegt ihn usw. Der fertige Fliesenboden darf 24 Stun-
masse aufgetragen werden. Sind die beiden Leisten nicht rechtwink- den nicht betreten werden, denn so lange
Kleber: Da Fußböden häufig kleinen lig zueinander angebracht, wird man fest- braucht der Kleber zum Hartwerden.
Schwingungen unterliegen, empfiehlt es stellen, daß die Fugen entweder weiter Danach wird verfugt (siehe S. 37).

1. An einer der Tür gegenüberliegenden 2. Auch auf dem Fußboden werden die Flie- 3. Wie schon beim Fliesenlegen an Wänden
Ecke wird mit dem Auftragen des Klebers sen ins Kleberbett gedrückt und nicht ge- erwähnt, sind Abstandhalter heute überflüs-
begonnen. Man bedeckt etwa 1 qm und schoben, damit das Kleberbett nicht ungleich sig. Wer seinem Augenmaß nicht traut, ver-
zieht dann mit der Zahntraufel ab. oder Kleber in die Fugen gepreßt wird wendet Streichhölzer oder Kunststoff keile.

4. Seim Anzeichnen der erforderlichen Breite 5. Die Rißlinie liegt über der Kante der 6. Bruchkanten von Fliesenteilen sollten
muß man die Breite der Fuge abziehen, da- senkrecht zwischen den Knien gehaltenen möglichst zur Wand hin liegen, damit das
mit ein einheitliches Bild entsteht Fliese. Die Hände drücken nach unten. Muster gleichmäßig ausläuft

39
Steinzeugfliesen (1)
Arten und Maße
Bodenfliesen, aus Tonmischungen gepreßt, reichen lieferbaren Größen sind die qua- 3 mm schmäler ist als der Streifen am
gebrannt und meistens unglasiert, sind dratischen im Format 10 X 10 oder 15 X 15 Boden. Nun legt man eine Metallschiene
der ideale Bodenbelag für Küchen, Bäder cm mit einer Dicke von 8 bis 10 mm die auf die Platte und ritzt mit einem schar-
und Toitetienräume, aber auch für Flure gebräuchlichsten. fen Meißel oder Fliesenschneider ent-
und Dielen. Boden fliesen werden in vielen Farben lang dem Bleistiftstrich so tief wie mög-
Das Material widersteht fast allen Säu- angeboten; es gibt sie einfarbig, marmo- lich ein. Die Platte, die man danach mit
ren sowie alkalischen Stoffen und ist kratz- riert, gesprenkelt oder mit anderen Mu- der angeritzten Linie nach oben schräg
und abriebfest. Außennippel stern. Für Ecken und Winkel fertigen über die Metallschiene legt, läßt sich nun
einige Firmen besondere Hohlkehlplatten mit einem schwachen Hammerschlag leicht
Innennippel ^^^ an, doch verwendet man sie heute nur brechen.
noch selten. Platten mit gerundeten Ecken
empfehlen sich hier und da für freilie-
gende Kanten, Fensterbänke, Schwellen

So teilt man Bodenfliesen


Läuter
Oft braucht man Teilstücke der Fliesen,
Hohlkehlfliesen aus Steinzeug für Ecken um mit ihnen schmale Streifen zu be-
legen.
Als Unterlage brauchen die Fliesen Bevor man eine Fliese teilt, reißt man
(oder Platten) einen ebenen, gesunden mit einem Bleistift genau die Bruchstelle
Betonboden, auf den eine Zementmortel- an. Dabei ist darauf zu achten, daß das Bei leichtem Druck bricht die Fliese an der
sdiicht aufgetragen wird. Von den zahl- benötigte Teilstück wegen der Fuge um vorgeritzten Linie

So werden Bodenfliesen verlegt


Aus gehobenen Latten sägt man zwei
Maßlatten auf 6 Plattenbreiten plus 5 6 Fliesenbreiten zuzüglich 5 x 3 mm (= Fugen)-
Fugenbreiten (Fuge = 3 mm) Länge zu-
recht und markiert darauf die Fliesen-
-Plattendicke abzüglich 3 mm
und Fugenbreiten. Die Maßlatten wer-
den in einigem Abstand voneinander im Abstand zwischen Führungslatlen-
rechten Winkel gegen die Wand gelegt,
an der man mit der Arbeit beginnt. Eine solche Streichlatte ist eine gute Verlegehilfe
Parallel zur Wand wird nun eine Füh-
rungslattc gegen die Enden der Maß-
latten auf den Boden gelegt und fest- man an beiden Ecken so viel aus, daß sie nun zwischen den Führungslatten glatt (3).
genagelt. Nachdem man die Maßlauen zwischen die Führungslatten paßl. Die Jetzt nimmt man die Führungslatte an
wieder entfernt hat, legt man eine zweite Höhe der Aussparung ist gleich der Plat- der Wand hoch und füllt die Lücke mit
Ftihrungslatte entlang der Wand auf den tendicke plus 3 mm. Mörtel (4). Die Oberseite der Mörtel-
Boden. Die Führungslatten sollen etwa Der Zementmörtel aus l Teil Port- sdiicht wird mit trockenem Zement ge-
doppell so dick sein wie die Fliesen. Mit landzemenl und 3 Teilen Bausand soll pudert; das gibt den Platten besonders
einer Wasserwaage prüft man, ob die weder krümeln noch so feucht sein, daß guten Halt. Zwischen der zweiten Füh-
Flihrungslatten waagerecht und in glei- die Platten einsinken. rungslatte und der Wand legt man nun
cher Höhe liegen (1). Mit kleinen Holz- Mit einer Stahltraufel oder Kelle ver- entlang der Wand die erste Fliesenreihe
keilen kann man Ungleichheiten korri- teilt man die Mischung (2). Dabei trägt mit Hilfe der Maßlatte aus. (Die ins-
gieren. man aber immer nur so viel Mörtel gesamt benötigte Fliesenzahl hat man
Die Streichlatte soll genauso lang sein auf, daß das Bett für die ersten 5 bis zuvor beredinet, siehe S. 34.) Die Maß-
wie die Maßlatten. An der Unterkante, 6 Plattenreihen gut ausreicht. Mit der latten werden danach im Winkel von 90°
die ganz glatt und gerade sein muß, klinkt StreichlaUe zieht man die Mörtelschicht gegen die erste Reihe gelegt, und die

1. Die ausgelegten Führungslatten werden 2. Mit einer Stahltraufel oder Kelle trägt 3. Das Mörtelbett wird mit der Streichlalle
mit der Wasserwaage ausgerichtet man das erste Mörtelbett auf abgezogen

40
Steinzeugfliesen (2)

4. An der Wand entstandene Lücken werden 5. Parallel zur ersten Fliesenreihe legt man 6. Zum Einklopfen der Platten dient ein
mit Mörtel gefüllt die Streichlatte aus breiter Holzklotz

7. Mit der Kellenspitze fährt man durch die 8. Mit dem Gummischaber wird vollgefugt. 9. Mit Sägemehl und einem Lappen reinigt
Fugen und richtet die Fliesen aus Überschüssiger Mörtel wird entfernt. man den fertigen Fliesenboden

Streichlatte wird flach mit der Ober- Mörtelbett, bis sie mit der Oberkante große Holzplatte zum Schutz darüber.
kante gegen ihre unteren Enden gescho- der Führungsplatte in einer Ebene lie- Zum Verfugen verwendet man reinen
ben (5). Nachdem man die Maßlatten gen (6). Die Platten werden ausgerich- Zement, den man mit einem Gummi-
wieder hochgenommen hat, wird eine tet, indem man mit der Kellenspitze schaber kräftig in die Fugen drückt (8).
Reihe Platten entlang der Führungsiatte vorsichtig durch die Fugen fährt (7). Ein Danach entfernt man den übrigen Ze-
gelegt, dann folgt je eine Reihe entlang feuchter Schwamm entfernt Mörtelreste. ment mit dem Schaber.
der Streichlatte und der Wand, bis die Für das nächste Stück beginnt man Mit Sagemehl und einem weichen Lap-
Fläche rundum von Platten eingefaßt ist. wieder mit dem Einrichten der Führungs- pen wischt man die letzten Zementreste
Anschließend füllt man nach und nach latten; die Anschlußstelle am ersten Mör- von den Platten (9); dabei reibt man erst
den offenen Raum in der Mitte. telbett wird mit Zement gepudert, ehe diagonal über die Fläche und erst ganz
Sollte der Zementmörtel bis zu diesem man den nächsten Mörtel aufbringt. zuletzt in Fugenrichtug.
Zeitpunkt so weit erhärtet sein, daß die Wieder beginnt man mit der ersten Plat- Schließlich gibt man den Platten mit
Platten sich bei Berührung nicht bewe- tenreihe - und so weiter. sauberen Lappen den letzten Glanz. Wur-
gen, gibt man mit einem Pinsel ein we- Der fertige Belag sollte mindestens den sie im Freien verlegt, reibt man
nig Wasser in die Fugen. Mit einem 24 Stunden ruhen, bevor man ihn ver- sie mit abgekochtem Leinöl ein, in In-
Holzblodc von ca. 10 X 20 cm Größe fugt. Muß man bei dieser Arbeit den Bo- nenräumen verwende man ein geeigne-
klopft man die Fliesen behutsam ins den betreten, so lege man eine möglichst tes Poliermittel.

Auswechseln schadhafter Bodenfliesen


Zerbrochene Fliesen werden mit dem Wenn man nur eine oder zwei Platten Erst bei größeren Flächen lohnt sich
Hammer und einem kleinen Meißel her- auswechseln muß, verlegt man sie am ein neues Bett aus Zementmörtel. Das
ausgeschlagen. Man beginnt dabei in der besten mit einem der im Handel erhält- alte Mörlelbett muß in diesem Falle
Mitte der Platte, um die angrenzenden lichen Kleber. Man muß dann darauf sauber bis an die Kanten der rundum
nidit zu beschädigen. Lose benachbarte achten, daß beim Herauslösen der Fliese festsitzenden Platten herausgemeißelt
Platten nimmt man hoch. das Mörtelbett nicht beschädigt wird. werden.
41
Punktgeklebte Bodenfliesen / Mosaik
Bodenplatten im Block verlegen
Neuerdings bietet die keramische Indu-
strie Bodenplatten an, die zu je 15 Stück
mit Kunststoffpunkten an den Ecken
2usammengeklebt sind. Diese größeren
Einheiten bieten dem Heimwerker be-
trächtliche Vorteile, auch wenn sie etwas
(eurer sind als einzelne Fliesen: Die Fu-
gen sind maßgenau, die Verlegezeit ist
beträchtlich kürzer. Die vorgefertigten
Bodenfliesentafeln sind absolut eben,d.h.,
es gibt keine Höhenunterschiede zwischen
den Fliesen. Die Vorbereitung des Unter-
grundes, die Mischung für das Mörtelbett In einem Karton sind acht 15er-Tafeln. die Die Fliesen lassen sich leicht trennen; man
und die ganze weitere Verarbeitung ent- an den einzelnen Fugen durch abgeflachte benutzt dazu am besten ein scharfes Uni-
sprechen dem Verlegen von einzelnen Kunststolfpunkte unlösbar zu einer Einheit versalmesser, doch tut es notfalls auch ein
Fliesen. verbunden sind altes Küchenmesser

Papiergebundenes Mosaik
Beim Anblick eines Mosaikfußbodens zelnen Steinchen. Das Papier sollte nicht die Randstücke geschnitten (4). Wenn
mag man an schreckliche Kleinarbeit zu lange Wasser aus dem Fugenfüllmit- man Glück hat, paßt eine gerade Zahl
denken. Irrtum: Die viereckigen Stein- tel aufnehmen können, weil es sich sonst von Mosaiksleinen in den Rand. Wenn
chen sind auf Papierstücke geklebt und lösen kann, bevor das Mosaikbfatt ver- nicht, müssen sie einzeln angerissen und
werden in ganzen Blättern gekauft. legt ist. mit der Beißzange abgekniffen werden.
Für Mosaik gilt das gleiche wie für Man legt die Mosaikplatten in dem Danach streicht man Kleber in den Rand-
mit Kleber verlegte Fliesen, was das Abstand nebeneinander, den die einzel- streifen, legt den mit Fugenmasse ver-
Vorbereiten des Untergrundes, Verlege- nen Steinchen zueinander haben (2). Da- sehenen Mosaikstreifen ein (5) und drückt
hilfen (Verlegelinie, Führungslatte) und mit das Mosaik eine gleichmäßige ebene ihn, wie oben beschrieben, an.
Auftragen des Klebers betrifft (siehe S. Fläche bildet, drückt man es fest in das Das Papier weicht man mit einem nas-
38-39). Ist dies alles getan, so streicht man Kleberbett; das Werkzeug dazu kann man sen Schwamm ein und zieht es dann vor-
Fugenfüllmasse auf die Rückseite eines leicht selbst herstellen (3). Bevor der sichtig von Ecke zu Ecke ab (6). Nun
Mosaikblattes (1). (Über die Oberseite nächste Abschnitt in Angriff genommen braucht man nur noch mit dem Gummi-
ist das Papier geklebt.) Dann preßt man wird, entfernt man eventuelle Klebe- schaber die Fugen zu füllen, die beim
die Füllmasse tüchtig mit dem Gummi- reste vom Unterboden. Ist die Fläche Aneinanderlegen der Mosaikblätter ent-
schaber in die Fugen zwischen den ein- belegt, werden die Leisten entfernt und standen sind-

1. Fugenlüllmasse auf die Unterseite des 2. Abstand zwischen den Blättern = Abstand 3. Das Mosaik wird kräftig in das Kleberbett
Mosaikblattes auftragen der einzelnen Steinchen zueinander eingedrückt

4. Mosaikblatt über den treien Rand legen 5. Der Streifen wird verfugt, eingelegt und 6. Das feuchte Papier wird vorsichtig von
und Trennlinie anzeichnen dann ins Kleberbett gedrückt Ecke zu Ecke abgezogen
42
Umgang mit dem Handwerkszeug
Fast alle Holzarbeiten im und rund ums Inhalt
Haus erfordern Werkzeuge. Wie man
richtig mit ihnen umgeht, lehrt das fol- 44 Werkbänke und Hilfsvorrichtungen
gende Kapitel in vielen gründlichen An- 46 Sägen
leitungen - ob nun ein Loch zu bohren 48 Spezialsägen
ist, ob man einen sauberen Sägeschnitt 50 Sägen abrächten, schränken und
führen oder ein Brett winkelrecht hobeln schärfen
will. Auch die Werkzeuge selbst werden 51 Nagein und Nägel ziehen
ausführlich beschrieben. 53 Der Umgang mit Hobeln
55 Spezialhobe!
57 Stech- und Stemmeisen
58 Die Techniken des Stemmens und
Stechens
59 Schärfen von Stemmeisen, Stecheisen
und Hobelmessern
61 Weitere Werkzeuge zur
Holzbearbeitung
62 Der letzte Schliff bei Holz
64 Schraubenzieher
65 Löcher bohren
67 Messen und anreißen
69 Spannen und pressen

43
Werkbänke und HilfsVorrichtungen (1)
Der gut ausgerüstete Arbeitsplatz
Das ideale Grundgerät für Holzarbeiten P l alte- Stoßlade
aller Art ist die traditionelle Hobelbank Fügelade
mit stabilem Untergestell und schwerer Beilade
Platte aus Weißbuche. Sie hat zwei Spann-
vorrichtungen, die Vorderzange (links an
der Bank) und die Hinterzange (rechts)
mit rechteckigen Löchern, in welche die
Bankhaken eingesetzt werden. Der Heim-
werker hat die Wahl zwischen Hobelbän-
ken sehr verschiedener Größen. Wem sie
zu teuer sind, der kaufe sich eine Bank-
platte mit Hinlerzange, die man auf jeden
Tisch schrauben und nach getaner Arbeit
wegräumen kann.
Am billigsten und für den Anfang
durchaus ausreichend ist ein einfacher
Tisch, den man durch Querverbindungen
versteift. Einige Schraubzwingen oder
andere Spannvorrichtungen genügen für
die meisten Schreinerarbeiten an einer sol-
chen Werkbank. Sie darf nur nicht wak-
keln und nicht verrutschen. Dies verhin-
dern Gummistücke, die man unter die
Tischbeine nagelt. Für kleine Arbeiten
kann man auch mal den Küchentisch be-
nutzen. Werkzeug k i ste

Die selbstgemachte Werkbank


Die hier gezeigte Ausführung kann auch dingt rechtwinklig sein. Die Seitenver- über die Rückwand hinaussteht. Nun
von ungeübten Heimwerkern mit ein- strebungen werden dann so an die Innen- werden die Löcher in die Verstrebungen
fachen Werkzeugen hergestellt werden. seite der Beine geschraubt, daß sie mit gebohrt und die Schrauben versenkt ein-
Die Maße für Länge, Breite und Tiefe der oberen Stirnseite glatt abschließen. Die gesetzt. Schließlich leimt man mit Kon-
können den Platz Verhältnissen entspre- Rückwand schraubt man an die Rück- taktkleber eine entsprechend große, 6 mm
chend verändert werden. Die abgebildete seite der hinteren Beine. starke Hartholzplatte darauf. Die Vorder-
Bank ist 83 cm hoch und hat eine 165 X 60 Das Ablagebrett wird zwischen die kante kann man mit einer 22 mm dicken
cm große Platte. Rückwand und die Beine eingepaßt und Hartholzleiste schützen. Statt der Hart-
Zuerst schraubt man vordere und hin- mit Vorder- und Hinterleiste verschraubt. holzplatte kann man auch eine Platte aus
tere Verstrebung (Zarge) mit Fiachrund- Die Deckplatte besteht aus zwei 165 X 60 Schichtstoff aufkleben.
schrauben (Schloßschrauben) so an die cm großen und 19 mm starken Tischler- Ebenso stabil, aber etwas teurer wird
Innenseite der Beine, daß ihre Oberkan- platten, die man verleimt und verschraubt. die Bank, wenn man ihr Untergestell aus
ten rund 25 cm über dem Boden liegen. Dann bohrt man an ihren Enden auf der L-fÖrmigen gelochten Stahlschienen fertigt.
Nun wird an den Beinpaaren von außen Höhe der Seite n Verstrebungen je 3 Durch- Diese Winkel schienen, sie sind meistens
je ein Seitenstück befestigt; sie müssen gangslöcher für 13 cm lange versenkbare grau lackiert, gibt es in verschiedenen
ca. 2 cm über die hinteren Beine hinaus- Schrauben. Danach legt man die Platte so Ausführungen und Maßen. Man kann sie
stehen. Die Seitenstücke müssen unbe- auf das Untergestell, daß sie etwa 2,5 cm fast stufenlos miteinander verschrauben.
Bankhaken Rückwand, 160 x 53,5 x 1,9 cm,
Span- öde r Tisch l erplatte (1 Stück)

Seitenverstrebung,
48 x 10 x 4 cm,
Weichholz,
gehobelt
(2 Stück)

Seitenstück,
53,5x50x1,9 cm,
Span- oder
Tischlerplatte
(2 Stück)

Vordere
Bein, Ablagebrett, ü h:nlere
78,6 x 7,5 x 7,5 cm, 160x42,5x1,9 cm, Verstrebung,
Weich- oder Hartholz, Span- oder Tischlerplatte 160 x 10 x 4 cm
gehobelt (4 Stück) (1 Stück) (2 Stück)
44
Werkbänke und Hilfsvorrichtungen (2)
Schraubstöcke
Der wichtigste Zusatz zu einer Werkbank 15 cm. Er wird von unten an die Werk- seite fest. So kann der Schraubstodc nicht
ist ein Schraubstock für die Holzbearbei- bank geschraubt. Zuerst muß man jedoch durch einseitige Spannung verzogen wer-
tung. Von seiner Größe hängt es ab, wie den hinteren Backen mit einer Holzvor- den.
fest und wie breit man spannen kann. lage versehen und diese auf der Höhe Eine sehr nützliche Hilfe beim Bearbei-
Große Schraubstöcke oder Zangen gibt der Arbeitsfläche so weit in die Bank- ten langer Hölzer ist der sogenannte
es mit und ohne Vorrichtung zum raschen kante einlassen, daß beide eine Ebene Bankknecht (Anfertigung siehe Teil 2,
Ein- und Ausspannen. Dies geschieht bilden. Seite 440-441). Auch Bankhaken, die beim
durch einen Hebel, mit dem die Gewinde- Schraubstöcke, deren Backen über der Hobeln auf der Bank als Anschlag für das
spindel aus der Mutter ausgekoppelt Arbeitsfläche liegen, sind im allgemeinen Werkstück dienen, tun gute Dienste. Es
wird, wodurch der Vorderbacken rasch in nicht zu empfehlen, weil ihre Backen zu gibt verschiedene versenkbare Typen.
beiden Richtungen bewegt und an das kurz und zu niedrig sind und die Werk- Der Klappenhaken wird in die Bank-
Werkstück herangefahren werden kann. stücke nur über der Werkbank festhalten. oberfläche eingelassen und durch eine
Mit der Spindel braucht man danach nur Wenn man jedoch nicht viel schreinert Schraube bewegt. Eine andere Art schraubt
noch die nötige Spannung zu erzeugen. oder die Arbeitsfläche klein ist, lohnt sich man von unten an die Bank, und der
Manche Zangen haben außer dieser Vor- die Anschaffung eines großen Schraub- dazugehörige verstellbare Hartholzstab
richtung in der Höhe verstellbare Vorder- stockes nicht. wird durch ein Loch in der Platte ge-
backen. Wenn man für einen gegenüber- Für Schraubstöcke jeglicher Art gilt: steckt. Man kann natürlich auch die mit
liegenden Anschlag sorgt, kann man da- Sie sind zum Spannen da, nicht zum einer Feder versehenen Haken verwenden,
mit Werkstücke flach auf der Werkbank Quetschen. Wenn ein Werkstück kürzer die der Schreiner benutzt.
festklemmen. Ein derart ausgerüstetes ist als die Backen, spannt man es mög- Wenn kein Platz für eine Werkbank
Werkzeug ersetzt bis zu einem gewissen lichst in der Mitte ein. Muß es jedoch oder einen Arbeitstisch vorhanden ist und
Grad eine Hinterzange. mit einem Backenende gefaßt werden, dennoch eine große Zange gebraucht wird,
Nicht so teuer ist ein Heimwerker- klemmt man gleichzeitig eine Holzzwi- kann ein Kombinationsgestell gute
schraubstock mit einer Spannweite von schenlage gleicher Stärke auf der Gegen- Dienste tun, das Spannvorrichtung, Bank

Schreinerbankhaken
Große Zange mit verstell-
barem Vorderbacken
und SchnellverschluB Heimwerkerzange

Buchenbacken, 12 x 5 cm,
Spannweite 7,5 cm Hartholzstab läuft
in einem Loch in
der Platte

Klappenhaken

Höhenstellschraube

Verstellbarer
Fuß gleicht und Sägebock in einem ist. Die 70 cm
Unebenheiten
des Bodens langen Backen spannen lange Bretter und
aus lassen sich auch V-förmig verstellen.
Außerdem kann man das Ganze als Bohr-,
Säge- oder Frästisch für elektrische Ge-
räte benützen. Ein besonderer Vorzug
dieses Gestells ist, daß man es zusammen-
klappen und platzsparend wegräumen
kann.
Wer nur einen unbestüdcten Arbeits-
tisch hat oder gar mit dem Küchentisch
vorlieb nehmen muß, braucht deswegen
Verschlußknopf Arbeiten, zu denen Spannvorrichtungen
Das Körpergewicht und Sicherheits- erforderlich sind, nicht vom Handwerker
verstärkt die riegel machen zu lassen. Es gibt heute nämlich
Stabilität preisgünstige Kombinationsgeräte aus
Holz oder Metall, die sich an fast jeder
Unterlage festklemmen lassen und Werk-
Zusammengeklappt nimmt die Kleinbank wenig Raum in Anspruch stücke unterschiedlicher Größe und Form
festhallen.
45
Sägen (1)
Typen und Tips
Größe und Form der Zähne bestimmen ist. Die Zähne müssen riditig geschränkt gleiten besser, wenn man mit einer Kerze
die Verwendbarkeit einer Säge: Eine und gut geschärft sein. einen feinen Stearinfilm auf die Blätter
Zweihandsäge schneidet kein Streichholz, Man kann die Sägen in drei Gruppen bringt. Rost wird mit feiner Stahlwolle
eine Laubsäge keinen Baum. Je mehr einteilen. und Terpentinersatz oder Spiritus ent-
Zähne eine Säge auf einer bestimmten 1. Große Handsägen, Fuchsschwänze, Bü- fernt. Man sollte Sägen möglichst hän-
Länge hat, desto feiner wird der Schnitt, gelsägen für grobe, lange Schnitte und gend aufbewahren, damit die Zähne nicht
aber um so langsamer sägt sie. zum Ablängen oder Querschneiden. beschädigt werden.
Bei fast allen Sägen sind die Zähne ge- 2. Verschiedene Rücken- und Femsägen,
schränkt, d. h. abwechselnd nach rechts mit denen Verbindungen, Zapfen und
und links vom Blatt weg nach außen ge- Schlitze etwa, und andere feine Arbeiten
bogen. Dadurch schneiden die Sägen bes- ausgeführt werden.
ser und verklumpen nicht. Außerdem 3. Sägen zum Schneiden von Bogen oder
kann der Schnitt beim Sägen leicht korri- geschweiften Formen: Formsägen, Schweif-
giert werden, weil die geschränkten Zähne sägen (Spannsägen mit schmalem Schweif-
etwas breiter sägen, als das Blatt stark Sägeblatt), Laubsägen, Stichsägen.
Audi die Zahnformen ergeben drei Auf Stoß
Gruppen (siehe Abb.): Die Verzahnung
„auf Stoß" eignet sich am besten für
Langholzschnitte, zum Trennen von Bret-
tern beispielsweise, die beidseitig wirkende
Verzahnung dagegen für Querholzschnitte,
Fuchsschwanz zum Ablängen. Am häufigsten bei Hand-
sägen ist die Verzahnung „schwach auf Schwach auf Stoß
Stoß".
Sägengriffe gibt es aus Holz und Pla-
stik. Plastik ist stabiler, Holz dafür aber
angenehmer, weil es bei längerem Arbei-
ten den Schweiß besser absorbiert.
Sägenblätter werden mit feinem öl ein-
gerieben, damit sie nicht rosten; man Beidseitig wirkend
sollte es aber vor der Arbeit abwischen,
Formsäge weil es sonst Flecken im Holz gibt. Sägen Übliche Zahnformen von Handsägen

Fuchsschwanz
Den Fuchsschwanz mit mittelgrober Ver- Wenn man an einem Strich entlang- schritten werden, oder man hat keinen
zahnung „schwach auf Stoß" sollte jeder sägt, muß der Schnitt daneben auf der Spielraum mehr zum Versäubern der
Heimwerker besitzen. Es gibt diese Säge Abfallseite liegen. Denn sägt man auf Schnittfläche.
in mehreren Größen und mit offenem dem Strich, dann kann das Maß unter- Das Werkstück wird beim Sägen immer
oder geschlossenem Griff. Mit dem Fuchs- fest gehalten - entweder auf Böcken, in
schwanz kann man Platten und dünnere Zangen oder Schraubzwingen.
Bretter gut schneiden. Er läßt sich, wie Stark vibrierende Bretter lassen sich auf
alle Handsägen, beim Sägen am besten Böcken am besten trennen, wenn man
führen, wenn man den Zeigefinger aus- rechts und links vom Schnitt je eine Latte
gesireckt seitlich an den Griff legt. Einen unterlegt.
Schnitt beginnt man immer mit einer Sperrholz und Hartfaserplatten unter
Rückwärtsbewegung der Säge, wobei das 6 mm Dicke sollten nicht mit dem Fuchs-
Blatt am Daumen der freien Hand ent- schwanz gesägt werden, weil er die Kan-
langgeführt wird. Bei sofortigem Vor- ten aufreißen kann; eine feinere Rücken-
stoßen könnte das Blatt aus dem Riß säge tut das nicht. Ein langer Fuchs-
springen. Gedrückt wird nur bei Vor- schwanz gerat nicht ins Schwingen und
wärtsbewegungen, und kräftig erst, wenn läßt sich leichter führen, wenn man mit
das Blatt im Spalt genügend Führung hat. kleinen Schraubzwingen zwei schmale
Zurückgezogen wird leicht und locker. Dünne Platten auf zwei Latten legen Leisten oben an das Sägeblatt klemmt.

Spaltsäge
Die Spaltsäge, ein auf Stoß verzahnter
Fuchsschwanz, eignet sich nur zum Tren-
nen von Brettern in Faserrichtung. Sägt
man mit ihr quer zu den Fasern, reißen
ihre dolchartigen Zähne die Kanten auf.
Kurze Bretter trennt man auf einem
Bock auf: zuerst von der einen Seite aus
bis ungefähr zur Mitte einschneiden, dann
das Brett umdrehen und von der anderen
aus vollends durchsägen. Für lange Bret-
ter braucht man zwei Unterlagen, bei-
spielsweise Böcke oder Stühle. Man be-
ginnt an einem Ende, sägt zwischen den
Unterlagen weiter und vollendet den
Schnitt hinter der zweiten Unterlage. Das Leichtes Verwinden bringt die Säge wieder Überhand wird gesägt, wenn man nicht
Einklemmen der Säge in einen Schnitt zur Linie zurück. Wird der Schnitt nicht neben dem Werkstück stehen kann: die
läßt sich durch einen Holzkeil verhindern, genau winkelrecht, muß man das Blatt leicht Zähne stehen in Sägerichtung, das Blatl fast
den man oben in den Spalt steckt. biegen. senkrecht
46
Sägen (2)/Rückensägen (Feinsägen)
Ablängen
Wer keine Säge mit beidseitig wirkender
Verzahnung (senkrecht stehende Zähne)
hat, nimmt den einfachen Fuchsschwanz
zum Sägen quer zur Faser. Liegt ein
Brett auf zwei Unterlagen, darf ein sol-
cher Querholzschnitt nicht zwischen den
Auflagepunkten geführt werden, denn
sonst biegt sich das Holz durch, klemmt
dadurch die Säge ein oder bricht. Das
Brett wird deshalb so gelegt, daß das
Abfallstück über die Unterlage hinaus-
ragt. Will man beispielsweise ein dünnes
Stück von einem Vierkantholz absägen,
spannt man ein Stück Abfallholz über-
stehend dazu, zeichnet die Schnittlinie auf
die Hölzer und sägt beide durch.

Abfall
Einwandfrei ablängen: Das überstehende Ende wird mit der freien Hand festgehalten, die
Ablängen mit einer Zulage letzten Sägestöße werden sehr vorsichtig geführt

Zapfensägen
Für genaue, feine Arbeiten sind diese festgeschraubter Keil und ein loser Keil
Sägen genauso vielseitig zu verwenden wie halten das Werkstück zum Sagen und
der Fuchsschwanz für gröbere. Feinsägen Hobeln fest, während die untere Leiste
haben eine feinere Zahnteilung und ein als Anschlag an der Werktisch kante dient.
dünneres Sägeblatt. Der Rücken verleiht Auch eine einfachere Fügelade ohne
dem Blatt Stabilität, begrenzt jedoch die Klemmvorrichtung tut gute Dienste.
Schnittiefe. Rückensägen gibt es in mehre- Um sicher zu gehen, daß man im rech-
ren Größen, mit offenen und geschlosse- ten Winkel sägt, zeichnet man die
nen, mit einfachen, gekröpften und um- Schnittlinie an der Oberseite und an der
legbaren Griffen. Seitenfläche des Werkstückes an und be-
Man braucht sie für die Herstellung hält beide Striche beim Sägen im Auge.
fast aller Verbindungen, mit und gegen Und wie immer beim Sägen gilt die Re-
die Fasern. Mit einiger Übung kann man gel: Auf der Abfallseite des Striches sä-
mit ihnen z. B. Schlitze und Zapfen so gen, damit man die Schnittfläche noch
schneiden, daß man nicht nachzuarbeiten versäubern kann. Exakte rechte Winkel
braucht. Da ihre Blätter verwindimgsfrei und echte Gehrungen bekommt man leicht
sind, kann man auch dünnstes Material auf der Gehrungsschneidlade.
genau und sauber sägen. Fürs erste ist Schwalbenschwanzsägen sind kleineRük-
eine Rückensäge von 25 oder 30 cm Länge kensägen. Man braucht sie zum Schneiden
zu empfehlen. sehr feiner Verbindungen wie Schwalben-
Eine selbstgebaute Stoß- oder Fügelade, schwänzen oder zum Ablängen von sehr
die auch für Hobelarbeiten unentbehrlich dünnen Leisten. Ihre Zähne sind nicht ge-
ist, erleichtert das Sägen quer zur Faser schränkt (nicht abwechselnd), die Blätter
sehr. Die Stoßlade besteht aus einem sind noch dünner und die Zahnstellung ist
Brett, dessen Größe von den erforder- noch feiner als bei Zapfensägen. Kleinere
lichen Arbeiten abhängt (30 X 20 cm oder Ausgaben davon wiederum sind für be-
45 X 30 cmj und an deren eine Unter kante sonders kleine und exakte Verbindungen,
eine Leiste aufgeschraubt wird. Eine fest- bei Schmuckschatullen oder für den Mo-
geschraubte Leiste auf der Oberseile, ein dellbau, unentbehrlich. Gehrungsschneidlade mit 90°-Winkel

Zum Aussagen eines Zapfens das Werkstück zuerst schräg einspannen, damit man die oben und seitlich angezeichneten Rißlinien gleich-
zeitig sehen kann, und aul der Abfallseite neben den Strichen sägen. Dann das Hol? umdrehen und andere Seite beschneiden; danach das
Werkstück senkrecht einspannen und auf Tiefe sägen. Zürn Schluß: Querschnitte mit der Fügelade.

47
Spezialsägen (1)
Formsägen
Zum Aussägen von Kurven jeder Art eingehängt werden kann. Die Zähne müs- stehen, sonst wird das Blatt verdreht.
sind die Formsägen unentbehrlich. Die sen nach vorne, vom Griff weg stehen, Beim Sägen von Kurven und Bogen ist
Schnittiefe ist allerdings durch den Bügel damit sie bei Vorwärtsbewegungen schnei- es gut, das Blatt in verschiedene Winkel
begrenzt. Und doch kann man mit ihnen den. Gebrauchsfertig ist die Säge aber zum Bügel zu drehen. Die Bilderfolge
die unterschiedlichsten Arbeiten ausfüh- erst, wenn der Griff festgeschraubt ist und unten gibt dafür ein Beispiel. Das Ver-
ren, z. B. Aussparungen für Heizungs- die Befestigungsbolzen parallel zueinander stellen des Winkels ist einfach: Griff so
rohre sägen oder Abfallteile bei Schwal- weit nach links, bis das Blau entspannt
benschwanzverbindungen entfernen. ist, dann stellt man die Bolzen parallel
Wenn man beispielsweise eine kreis- zueinander in den gewünschten Winkel.
förmige oder ovale Fläche aus einem Danach muß der Griff wieder festge-
Brett schneiden will, so bohrt man ein schraubt werden.
Loch ins Abfallstück, führt das lose Sä- Der sicheren Führung wegen hält man
genblatt hindurch, befestigt es wieder am die Säge mit beiden Händen am Griff fest.
Bogen, sägt dann zur aufgezeichneten Beim Sägen beobachtet man den Verlauf
Schnittlinie hin und schließlich an dieser Die Bolzen werden immer so gestellt, daß des Sägeblattes und nicht den nach rechts
entlang. sie parallel zueinander sind oder links verstellten Bügel.

Q: :D
Die gepunkteten Linien zeigen, wie man von
zwei Löchern aus einen Schlitz sägt

Zum Aussägen von Formen wie etwa


Griffschlitzen (siehe Abb.) bohrt man
zwei Löcher, zwischen denen dann gesägt
wird.
Stumpfe Sägeblätter werden nicht ge-
schärft, sondern durch neue ersetzt; des-
wegen sollte man immer einige vorrätig
haben. An den Enden des Bügels befin-
den sich zwei Befestigungsbolzen, in die
die Blätter eingehängt werden. Der Ab-
stand zwischen den Bolzen ist großer als
die Blätter lang sind; nach dem Einlegen
werden sie durch die Spannung des Bügeis
so straff gehalten, daß sie sich beim Sä-
gen nicht verbiegen.
Eingespannt wird so: Griff losschrau-
ben, Bolzen vorschieben, Bügel zusam-
mendrücken, bis das Blact in den Bolzen

So wird ein Blatt eingespannt: Man drückt den Bügel der Säge zusammen und legt das
Die Zähne müssen vom Griff weg stehen, Blatt in die Schlitze der Bolzen. Wenn man die Säge nicht mehr braucht, nimmt man das
weil in der Vorwärtsbewegung gesägt wird. Blatt aus einem Hallerungsbolzen, damit der Bügel die Spannung behält.

Eine U-Form beginnt man abwärts auszu- Wenn man am Grund des Bogens angekom- Der zweite senkrechte Schnitt des U-Bogens
sägen. Dabei wird der Bügel in leichtem men ist. verändert man den Winkel des wird aufwärts geführt. Sägt man von oben
Winkel nach außen gestellt, damil man den Sägeblattes so, daß man seitwärts sägen nach unten zum Bogen hin, kann es ge-
Schnitt des Sägeblattes genau verfolgen kann. Wie immer müssen die Halterungs- schehen, daß die beiden Schnitte nicht
Kann. bolzen parallel gestellt werden. genau ineinander übergehen.

48
SpezialSägen (2)
Stichsägen
Zwar kann man mit Stichsägen nicht rasch Eines gilt jedodi für alle: Je länger das man ein genügend großes Loch bohrt, von
arbeiten, und sie sind auch schwer gerade Blatt, desto leiditer verbiegen sie sich. diesem aus nach unten sägt und den Ab-
zu halten. Aber sie haben dafür den Vor- Man kann sie wieder geraderichten, aber fall mit dem Stemmeisen entfernt. Natür-
teil, dort eingesetzt werden zu können, einmal verbogene Blätter werden leicht lich kann man für diese Arbeit auch eine
wo andere Sägen unbrauchbar sind, z. B. wieder krumm. Es ist schwierig, sie zu Formsäge nehmen, aber dann muß man
wenn man ein Schlüsselloch in ein Tür- schärfen, weil sie sich schwer einspannen wegen eines kleinen Schnittes das Blatt
blatt sägen will. lassen. ausspannen, durch das Loch fädeln und
Es gibt Stichsägen mit festen und aus- Man kann eine Stichsäge mit einer wieder einspannen.
wechselbaren Sägeblättern und mit Holz- Hand führen; besser ist es aber, sie mit Beim Aussägen von Quadraten und
und Metallgriffen; außerdem können die der ändern Hand an der Spitze festzuhalten. Rechtecken sollte die Stichsäge nur so
Zähne einfach und doppelt geschärft sein. Ein Schlüsselloch sägt man aus, indem lang wie absolut nötig gebraucht werden:

1. In den vier Ecken der aufgezeichneten


Fläche Löcher bohren.

2. Dann mit der Stichsäge von oben nach


unten die Seiten sägen.

3. Zum Schluß Ober- und Unterseite: mit


der Stichsäge nur so weit schneiden, bis
Schlüssellöcher sind kein Problem mit einer Stichsäge; man muß nur aufpassen, daß man der besser zu führende Fuchsschwanz ein-
sie nicht verbiegt. Tip: Mit der freien Hand die Blatlspitze führen. gesetzt werden kann.

Spannsägen Laubsäge
Wie mit Formsägen lassen sich auch mit man kann sie auswechseln. Für die ver- Mit der Laubsäge kann man schwierigste
der Spannsäge geschweifte Formen sägen, schiedenen Zwecke gibt es Blätter mit Formen aller Art ganz exakt aussägen,
allerdings nicht so fein; dafür schneidet unlersdiiedlicher Zahnung und Breite. Mit allerdings nur mit einer wirklich stabilen
sie dank ihrer gröberen Zahnung und s di malen Blättern, den sogenannten Säge. Man sollte also kein Kinderspiel-
ihres längeren Blattes schneller, auch dik- Schweifsägeblättern, kann man besonders zeug kaufen. Die Blätter werden mit den
keres Holz. Natürlich eignet sie sich auch gut geschwungene Formen aussägen. Die Zähnen nach unten eingespannt, denn
für größere gerade Schnitte. Schnur oder der Draht, mit denen die gesägt wird in der Abwärtsbewegung. Mit
Die Blätter der Spannsägen lassen sich Säge gespannt wird, werden mittels eines einiger Übung sägt man ziemlich rasch;
mit Hilfe der Griffe um 360° drehen, und Knebels und einer Kordel oder einer F1U- das Blatt wird dadurch sehr heiß und
reißt dann leicht. Um das zu verhindern,
zieht man es immer wieder durch ein
Stück Kernseife; die Gleitschicht vermin-
dert die Reibungshitze.

Spannsäge mit Spanndraht und Flügelmutter

gelmutter und einem Spanndraht stramm-


gezogen. Dazu eine Regel: Die Säge wird
nach getaner Arbeit in entspanntem Zu-
stand aufgehängt. Daher empfiehlt es sich
bei Sägen mit Flügelmutter, diese hin und
wieder zu ölen, ebenso die Unterleg-
sdieibe, gegen die sie beim Festziehen
Säge mit beiden Händen festhalten und in
gepreßt wird. Eine Spannsäge sollte man
Das Werkstück liegt flach auf einem Säge-
langen, nicht zu starken Stößen hin- und her- eigentlich im Haus haben, weil sie sich brett. Dieses hat einen am Grund kreis-
bewegen. Bei schwierigen Bögen den Win- auch für grobe Arbeiten aller Art gut förmig erweiterten V-Ausschnitt und kann
kel des Blattes anpassen. eignet. festgeklemmt werden.

49
Sägen abrichten, schränken und schärfen
Die Technik
Den ersten Schärfversuch sollte man an Zum Schärfen schließlich braucht man
einer verhältnismäßig unverbrauchten eine passende Dreikantsägefeile. Man
Säge unternehmen, weil an ihr der ur- faßt sie mit der einen Hand am Heft, mit
sprüngliche Winkel der Zähne und ihre der ändern an der Spitze und führt sie
Form noch zu sehen sind und man sich horizontal in einem rechten Winkel zum
das beschwerliche, bei einer stark mitge- Blatt an den Zähnen entlang. Häufig ist
nommenen Säge aber unerläßliche Ab- es möglich, dabei gleichzeitig die Rück-
richten erspart. seite des einen und die Vorderseite des
Bei stark abgenutzten Sägeblättern muß anderen Zahnes zu schärfen. Gearbeitet
zunächst die Säge richtig eingespannt wird gegen die Stoßrichtung vom linken
werden. Am billigsten und doch sehr zum rechten Griff hin.
wirkungsvoll sind zwei gerade Holzleisten,
zwischen die das Blatt in den Schraub-
stock oder in die Vorderzange der Hobel-
bank geklemmt wird. Sie machen die
Feiikluppe, eine spezielle Spannvorrich-
timg, überflüssig. Wichtig ist, daß das
Blatt knapp eingespannt ist, d. h., nur
die Zähne sollen herausragen. Nun wird
abgerichtet: Die Zähne werden gleich Abrichten: Die Feile wird in Längsrichtung über das Sägeblatt geführt
hoch gefeilt, und zwar in der Längsrich-
tung des Blattes, wobei die Eisenflach-
fcile ohne Griff ganz aufliegen muß. Dann
bekommen die abgestumpften Zähne
durch Feilen wieder ihren ursprünglichen
Sitz und ihre Form. Der nächste Schritt
ist das Schränken, das wechselseitige Aus-
biegen der Zähne. Dabei muß man sehr
behutsam vorgehen, denn nur der obere
Teil, etwa ein Drittel, des Zahnes darf
ausgcbogen werden. Biegt man ihn am
Grund, so bricht er ab. Doch auch das
Ausbiegen hat seine Grenzen; es soll das
Anderthalbfache der Blattstärke nicht
überschreiten, sonst läßt sich die Säge Richtig geschränkt: '/i der zahnliefe
nicht mehr gut führen und geht schwer.
Als Regel gilt: Grobe Sägen werden stär-
ker geschränkt ais feine.
Man biegt zunächst jeden zweiten Zahn
nach der einen Seite, dann die dazwischen-
liegenden nach der ändern. Am leichtesten
ist das mit einer Schränkzange, auf der
der Grad der Biegung einzustellen ist; er
hängt von der Zahl der Zähne pro Maß-
einheit ab, also von der Zahnteilung. Nicht
ganz so gleichmäßig schafft man es mit
dem Schränkeisen, und noch unvollkom-
mener mit einem Schraubenzieher oder
einem stumpfem Hobeleisen. Dennoch
kann man sich mit diesen Werkzeugen
einmal behelfen: Man stellt sie senkrecht
in jede zweite Zahnlücke und dreht sie
unter Druck von oben etwas um ihre
Längsachse. Dabei wird der eine Zahn
nach rechts, der andere nach links ausge-
bogen - das ist die ganze Arbeit. Schällen: Jeder Zahn sollte die gleiche Anzahl gleich starker Feilstöße bekommen

Dreikantsägefeilen und Schränkzange, die Wenn man seine Säge regelmäßig selbst schärft, lohnt es sich, zwei Harlholzleisten herzu-
sich auf die für die zu schränkende Säge richten, mit denen sie eingespannt werden kann. Beim Einspannen sollte man darauf achten,
passenden Abbiegewinkel einstellen läßt daß nur die Zähne herausschauen, das Blatt also nicht vibrieren kann.
50
Nageln und Nägel ziehen (1)
Der richtige Hammer
Der Heimwerker braucht drei verschie-
dene Hämmer für Holzarbeiten: einen
Klauenhammer, rund 500 g schwer, zum
Eintreiben und Ausziehen größerer Nägel,
einen S ehre ine r Hammer, rund 300 g, für
die verschiedensten Arbeiten und einen
kleinen Hammer, 100 g, zum Eintreiben
von kleinen Stiften, Messingnägeln und
für Glaserarbeiten (für die es allerdings
auch einen speziellen Glaserhammer gibt).
Den kleinen Hammer kann man auch als
Magnethammer kaufen. Sein Kopf hält
kleine Stahlstifte und -nägel fest. Selbst-
verständlich kann man sich auch mit
landläufigen Hämmern verschiedenen Ge-
wichts behelfen.
Die Hammerstiele sollten aus zähem
Hartholz wie Esche, Weißbuche und
Hickory, durchgesteckt und verkeilt und
etwa 25 bis 30 cm lang sein, damit der
Schlag Kraft hat. Am besten in der Hand
Hegen ovale Stiele, die zum Ende hin
dicker werden. Klauenhämmer gibt es
auch mit sehr stabilen Stahlstieien.
Der Kopf muß unbedingt fest auf dem
Stiel sitzen. Bei Hämmern mit Stahlstiel
gibt es keine Probleme, Holzstiele aber
können durch Nachtrocknen schwinden,
und dann wackelt der Kopf. In diesem
Fall, oder wenn Stiele splittern oder rei-
ßen, darf man nicht mehr mit ihnen
weiterarbeiten, sondern muß den Schaden
beheben. Ein durch die Luft fliegender
Hamnierkopf ist gefährlich! Ist der Kopf
locker, schlägt man ihn nach, d. h., man
staucht den Hammer, Stielende nach
unten, auf einer Holzunterlage auf; da-
durch zieht sich der Kopf fest. Das geht
aber nur, wenn der Stiel glatt in ihn hin-
eingeht und keinen Absatz hat, wo der
Stiel in den Kopf mündet. Sonst kann der
Kopf beim Nachschlagen nicht nachrut-
schen. Eine Regel: Der Stiel wird nie mit
einem zweiten Hammer in den Kopf hin-
eingeschlagen, auch nicht beim Einsetzen
eines neuen Stieles. Außerdem sollte man
den Stiel hin und wieder mit Schleifpapier
abschleifen und mit Einlaßgrund streichen.
die Hammerbahn (das ist die glatte Flä-
che, mit der genagelt wird) von Verun-
reinigungen, öl, Leim usw., sauberhalten Ein Hammerschlag wird aus dem Ellenbogen geführt. Das Handgelenk bleibt gestreckt.
und eventuell entstehende Barte abfeilen.
Ein neuer Stie! wird so eingesetzt: Man
feilt das Kopfende zurecht, so daß es in
das Hammeröhr paßt, und sägt in die
Stirnseite einen Schlitz für den Keil.
Eisenkeile sind am besten, aber Holzkeile
tun es auch. Sie sollten aber vor dem
Einschlagen mit Leim bestochen werden,

So wird genagelt
Einen Nagel treibt man am besten mit
einem kräftigen Schlag aus dem Ellen-
bogen ein, wobei das Handgelenk ge-
streckt bleibt. Einen Hammer sollte man
immer nahe am Stielende festhalten, nicht
in der Mitte. Beim Nageln blickt man
nicht auf den Hammer, sondern auf den
Nagel. Zuerst wird der Nagel mit leich-
ten kurzen Stillägen angesetzt, bis er
stehenbleibt, dann folgen immer stärker Kurze und dünne Nägel werden zunächst Wenn man ungeübt ist, steckt man kleine
werdende Schläge aus dem Ellenbogen; mit der Spilze des Hammers vorsichtig ein- Stifte durch einen Papierstreifen, treibt sie
im Augenblick des Auftreffens sollte der geschlagen, bis sie stehen. Dann treibt man halb ein, reißt den Streifen ab und schlägt
Stiel im rechten Winkel zum Nagel stehen. sie mit der Hammerbahn ganz ein. sie vollends ein

51
Nageln und Nägel ziehen (2)
Versenker (Senkstift)
Wer nageln will, ohne störend wirkende Langen, teilweise herausragenden Nägeln muß, etwa beim Herausnehmen eines
Nagelköpfe zu hinterlassen, treibt seine rückt man mit dem Klauenhammer zu allen Bretterbodens, sollte sich einen
Nägel unter die Oberfläche, versenkt sie. Leibe: Der Nagelkopf wird in die Klaue Zimmermanns-Kuhfuß beschaffen. Das
Die dabei entstehenden Löcher werden genommen, dann zieht man den Nagel ist ein Eisenstab, der am einen Ende eine
verkittet und so eingefärbt, daß sie von Zug um Zug heraus. Wenn die Holz- leicht gebogene Klaue zum Anheben und
ihrer Umgebung nicht mehr zu unter- oberfläche nicht beschädigt werden soll, am anderen eine stark abgewinkelte zum
scheiden sind. legt man zum Schutz ein Stück. Holz unter Ausziehen der Nägel hat. Wenn alle Ver-
Mit Versenkern treibt man Nägel auch den Hammer; es erleichtert zudem das suche, einen Nagel zu lösen, scheitern,
vollends ein, wenn man Hammerschi ag- Herausziehen. stemmt man so viel Holz um ihn herum
ma!e auf einer Oberfläche vermeiden will. Kleinere Nägel, die mit dem Klauen- weg, bis er sich fassen läßt.
Versenker gibt es in verschiedenen Stär- hammer nicht zu fassen sind, werden mit
ken; zwei Stärken sollte der Heimwerker der Beißzange gezogen; mit ihr kann man
auf alle Fälle haben. Am besten ist es, aber auch lange Nägel auf Griffhöhe für
wenn die Platte des Versenkers einen den Klauenhammer anheben. Ein sehr
etwas kleineren Durchmesser hat als die wirkungsvolles Werkzeug ist ein Nagel-
Nagelköpfe, denn dann vergrößert man heber mit stabiler Zwinge; man treibt sie
das Loch nicht. Die Versenktiefe ent- unter die Nagelköpfe, die dadurch frei-
spricht etwa dem Durchmesser des Na- gelegt werden. Wer viele Nägel ziehen Mit dem Kuhfuß hebt man große Nägel

Runder Versenker

Quadratischer Versenker

gelkopfes. Mit der Zeit kann die Platte


des Versenkers schief werden und einen
Grat bekommen. Mit einer feinen Eisen-
flachfeile stellt man die alte Form wieder
her.

So ist die Zugkran des Hammers am größten Holzunterlagen verhindern Druckstellen

X\\\N k\\\N> V-
Passender Versenker Versenktiefe

Man kann mit Versen kern audi kleine


Löcher stanzen, z. B. in Holz oder Leder,
und festgefressene Schrauben lösen.
Wie die obige Abbildung zeigt, gibt es
runde und quadratische Versenker. Beide
Formen wirken gleich gut, die quadratisdie
hat jedoch den Vorteil, nicht wegzuroilen,
wenn eine Arbeitsplatte nicht waagrecht
ist. Der Nagel wird mit kurzen Rucken gezogen Der Nagelheber löst tiefsitzende Nagel

Einen Hammerstiel einsetzen

Man paßt den Stiel in das Hammeröhr ein Der Schlitz für den Keil liegt schräg Der Keil verteilt den Druck gleichmäßig
52
Der Umgang mit Hobeln (1)
Fausthobel
Hobel gibt es in einer großen Vielfalt von
Formen, Ausführungen und Größen für
alle nur erdenklichen Aufgaben.
Für die einfachste Arbeit, die man mit
einem Hobel verrichtet - das Herstellen
einer glatlen, ebenen Oberfläche nach
Maß -, benützt der Schreiner drei Hobel-
typen, bei denen die Eisen verschieden
weit herausschauen; den Schropphobel für
die erste grobe Arbeit, den Schlichthobel,
der eine Oberfläche mittelfein glättet, und
schließlich die Rauhbank, die ganz dünne
Späne abhebt. Dem Heimwerker kann
jedoch der sogenannte Doppelhobel für Klappenschraube
alle drei Zwecke genügen.
Um mit einem Hobel richtig umgehen
zu können, muß man seine Einzelteile
kennen und wissen, wie man sie her- Keilwiderlager
richtet und exakt einstellt. Als erstes (beweglich)
prüft man die Schärfe des Hobeleisens, Handschutz
indem man mit dem Daumen leicht über
die Schneide fährt. Dann prüft man den Sohle
Sitz des Eisens. Es muß gleichmäßig über
die ganze Sohlenbreite vorstehen (siehe
nebenstehendes Bild). Wenn das Eisen
scharf ist, aber nicht richtig sitzt, muß es
gelockert, geradegerichtet und wieder fest-
gekeilt werden, aber nicht zu stramm.
Zum Lockern genügt ein kräftiger Schlag
auf die Hobelhinterseite, wo häufig ein
Schlagknopf sitzt, und je ein leichter

Mit dem Schropphobel lührt man die ersten Die Bezeichnung Rauhbank ist irreführend, denn mit diesem Hobel kann man sehr fein
groben Arbeiten aus; er trägt viel Holz ab arbeiten, weil die lange Sohle dem Messer eine gute Führung gibt.

Schlag rechts und links gegen den Keil. rige glatte Feinhobeln, indem sie den hin und her, bis sich ein einheitliches
Bei Hobeln mit einem Keilwiderlager Span bricht und das Einreißen des Eisens Schleifbild ergibt. Weist die Hobelsohle
wird der Keil mit der Hand geöffnet. Man ins Holz verhindert. Steht diese Klappe hellglänzende Stellen auf, dann muß dort
legt den Hobel auf die Seite und bewegt zu weit vor, wird das Hobelmaul zuge- noch mehr Holz abgeschliffen werden.
den Keil hin und her. Stumpfe Eisen stopft. Steht sie aber zu weit zurück, dann
werden gelockert, herausgenommen und kommt es zum Einreißen, weil sie den
geschärft, wie auf Seite 59 beschrieben. Span nicht mehr bricht. Der Laie stelle
Beim Doppelhobel muß man außerdem die Klappe daher so ein, daß sie etwa
noch den Sitz der Klappe beachten, von l mm hinter der Schneide beginnt, die
der der Name des Hobels herrührt. Diese wiederum l mm über die Hobelsohle
Klappe, eine Eisenplatte, sitzt auf dem herausragt. Mit der Zeit bekommt man
Hobeleisen und macht es so zum Doppel- heraus, wann mehr und wann weniger
eisen. Sie ermöglicht das sonst so schwie- Eisen vor der Klappe freiliegen darf. Bei
ganz feinen Arbeiten und Hartholz kann
die Klappe weiter vor-, bei gleichmäßigem
Span Klappe Eisen Weichholz weiter zurückgezogen werden.
Schließlich muß noch die Sohle be-
achtet werden. Sie soll leicht eingeölt,
sauber und wirklich eben sein. Ist sie das
nicht, wird auch die gehobelte Fläche
uneben. Wer viel hobelt, wird feststellen,
daß die Sohle ganz von selbst uneben
wird und sich vor dem Eisen stärker ab-
nützt als dahinter. Wenn dies der Fall ist,
stellt man das Eisen etwa l cm zurück
und verkeilt es in dieser Stellung. Dann Wenn man das Hobeleisen einstellen muß,
Die Klappe des Doppelhobels bricht den schleift man den Hobel auf Schleifpapier visiert man schräg nach unten über die
Span, verhindert ein Einreißen des Eisens (Korn 80), das über ein ebenes Brett ge- Hobelsohle; die Eisenschneide muß parallel
ins Holz. Ergebnis: eine glatte Fläche. spannt ist, so lange in der Längsrichtung zu ihr verlaufen

53
Der Umgang mit Hobeln (2)
So wird die Fläche glatt und eben
Soll ein altes Brett gehobelt werden, ent-
fernt man vorher eventuell vorhandene
Farbe und Nägel, da beide sowohl die
Hobetsohle als auch das Eisen beschädi-
gen können. Außerdem muß darauf ge-
achtet werden, daß das Holz nicht feucht
ist; es zieht sonst Fäden und reißt ein.
Ist das Holz hergerichtet und der Hobel
arbeitsbereit, so geht es ans Einspannen.
Wer eine Hobelbank hat, spannt das
Werkstück so zwischen den Bankhaken
fest, daß sie knapp an die zu behobelnde
Oberfläche heranreichen. Steht nur ein
Tisch zur Verfügung, genügen auch
Schraubzwingen. Dann bearbeitet man
zuerst die eine Hälfte und nach dem Um-
spannen die andere.
Der Heimwerker kauft heute meistens
vorgehobeltes Holz und muß nur noch
mit dem Doppelhobel glätten. Und dazu
gleich eine Grundregel: Es wird immer
in Faserrichtung gehobelt, weil sonst das
Holz aufreißt. Verändert sich die Faser-
richtung, wie etwa bei Aststellen, muß
allerdings die Hobelrichtung ebenfalls
verändert und der Faserrichtung ange- Man setzt den Hobel mit dem vorderen Sohlenteil auf, stöBt ihn unter gleichmäßigem Druck
paßt werden. nach vorne, bis das Messer vom Werkstück ist, bringt ihn zurück und setzt ihn so wieder
Man faßt den Hobel so mit der rechten an, daB das Messer etwa ein Viertel der gehobelten Fläche bestreicht.

Das Glätten einer Brettkante nennt man Wenn man einer Kante die Schärfe nimml. Das sicherste Mittel, bei Arbeiten an Stirn-
Bestoßen. Beim Bearbeiten einer Stirnhoiz- bricht man sie. Man hält dabei den Hobel holzkanten ein Splittern des Holzes zu ver-
kante splittern keine Fasern ab, wenn man im gewünschten Winkel und arbeitet wie hindern, ist, ein Stück Holz, die Fasern
von den Enden zur Mitte hin hobelt. beim Bestoßen zur Mitte. waagrecht verlaufend, dazuzuspannen

Hand, daß der Daumen links vom Keil müssen sie entfernt werden, denn sonst gehobelte Brettfläche an und fährt dann
auf dem Kasten liegt und die übrigen greift die Schneide nicht. Um zu prüfen, an der Kante entlang; es darf kein Licht-
Finger rechts davon. Mit der Linken hält ob die Fläche eben ist, legt man zwei spalt zu sehen sein. Die Kante wiederum
man die Nase des Hobels fest. Nun setzt gleich dicke, gerade Leisten auf die Wcrk- wird durch Auflegen eines Richtscheites,
man den Hobel mit dem vorderen Sohlen- stückenden und visiert darüber hin. eines geraden H o 1z Stabes, auf Ebenheit
teil auf und stößt ihn unter gleichmäßi- Nach den großen Flächen kommen die geprüft.
gem Drude nach vorne. Beim Abgang Kanien dran. Das Glatthobeln einer Breit- Am schwierigsten zu bestoßen sind die
vom Werkstück ist zu beachten, daß der kante nennt man Bestoßen, und nimmt Stirnholzkanten, weil man dabei quer zur
Sohlenteil hinter dem Messer auf der man einer Kante ihre Schärfe, so heißt es Faser schneidet. Ein sehr scharfes Eisen
Oberfläche aufliegt. Beim Zurückgehen Brechen. Zum Bestoßen wird das Werk- ist dafür Voraussetzung. Damit das Holz
hebt man den Hobel an und setzt dann stück senkrecht eingespannt. Bretter kön- an den Kanten nicht absplittert, kann man
alle weiteren Hobelstriche in Faserrich- nen aber auch flach auf den Werktisch sie ein bißchen anschrägen, oder man
tung so nebeneinander, daß jedesmal oder die Hobelbank geklemmt werden. hobelt von beiden Seitenkanten zur Mitte
etwa ein Viertel des Hobeleisens über die Dann wird der Hobel auf die Seite gelegt hin. Am besten ist jedoch, oberflächen-
bereits gehobelte Fläche streicht. Wenn und an der Kante vorbeigeführt. bündig hinter die gefährdete Kante ein
sich Spane im Hobelmaul verklemmen, Sehr exakt läßt sich mit der selbstge- Stück Langholz (Zulage, Beistück) zu
machten Stoßlade (siehe Abb.) arbeiten, spannen und dann über beide Holzflächen
die man am Arbeitstisch einhängt. Das zu zu hobeln. Werkstücke mit kleinem Quer-
Anschlag
bestoßende Brett wird gegen den Anschlag schnitt legt man dagegen auf die Fügelade.
geschoben und mit einer Hand festgehal- Zum Kantenbrechen muß das Werk-
ten; die andere führt den Hobel, der auf stück nicht unbedingt eingespannt werden.
der unteren Stufe der Sloßlade aufliegt, Man stemmt es gegen den Werktisch und
an der Brettkanle entlang. fährt mit dem fein eingestellten Hobel
Um festzustellen, ob die Kante recht- unter 45° der Länge nach über die Brett-
winklig ist, legt man einen Winkel an die kanten.
Spezialhobel (1)
Simshobel
Mit dem einfachen Simshobel werden
Falze, Profilecken und -kanten ausge-
arbeitet oder nachgehobelt. Man kann ihn
aber auch zum Einlassen von sogenannten
Bcschlagteilen, Stangenschamieren bei-
spielsweise, verwenden.
Der doppelte Simshobel hat ein Dop-
pelmesser und wird gehandhabt wie der
einfache Simshobel, aber hauptsächlich
zum Glätten von Falzen und für feinere
Arbeiten gebraucht.
Der vordere Teil der Sohle ist verstell-
bar, damit das Eisen eingesetzt oder her-
ausgenommen werden kann. Außerdem
läßt sich das Hobelmaul dadurch beliebig
eng stellen.

Klemmschraube

Verstellbare Sohle

Doppelter Simshobel Zimmertüren, Fensterflügel, Schranktüren und Möbelklappen aller Art haben die Eigenschaft,
manchmal nicht richtig zu schließen. Mit einem Simshobel lassen sich die hemmenden
Unebenheiten in Falzen leicht beseitigen.

Profilhobel Grathobel
Diese Hobel gibt es für konvexe und kon- Der Grathobel dient zum Hobeln von
kave Formen und in mehreren Größen. Gratfedern an Brettkanten. Die Sohle bil-
Das Hobeleisen wird durch leichte Schläge det mit der rechten Seitenfläche des Ho-
auf den Keil gelöst und eingespannt. Zum bels einen Winkel von 78°. Das Messer
Schärfen braucht man einen Formstein für steht schräg zur Hobelkante. Die An-
die Schneidfase (Spiegelseite) und einen schlagschiene ist verstellbar und ermög-
flachen Abziehstein für die Rückseite. licht ein genaues Einstellen. Der Vor-
Bevor man mit dem Profilhobel zu schneider gewährleistet eine saubere
arbeiten beginnt, bereitet man das Profil Schnittfläche auch bei Querholz. Hobel-
vor, indem man mit einem flachen Hobel messer und Vorschneider müssen auf die
soviel Material wie möglich abhebt. gleiche Höhe gebracht werden.

Eisen Keil Vorschneider


Hobelkasten Beim Taschenhobel ist besonders auf gleich-
mäßige Druckverteilung zu achten

Nuthobel
Mit dem Nuthobel werden Nuten parallel
und quer zum Faserverlauf ausgehoben.
Er hat einen verstellbaren Seiten- und
Tiefenanschlag. Das Hobeleisen weist an
der Hinterseite eine Einfräsung auf, die
sich auf eine als Hobelsohle dienende
Grathobel Stahlschiene aufschiebt, wenn das Eisen
eingekeilt wird.

Taschenhobel
Das sind die kleinsten Vertreter der Ho-
belfamilie; sie messen noch keine 10 cm
und eignen sich daher nur für Kleinarbei-
ten, zum Bestoßen von Brettchen und
Leisten etwa.

Profilhobel mit beiden Händen halten. Die Wer keine Elektromaschinen, Kreissäge
Finger einer Hand als Führung am Werk- oder Bohrmaschine mit Fräser hat, braucht
stück entlanggleiten lassen. für Nutverbindungen einen Nuthobel
55
Spezialhobel (2)
Doppelfalzhobel
Wie der Name sagt, werden damit Falze
geschnitten. Das Messer kann in zwei
Positionen festgemacht werden, in der
Mitte und vorne am Gestell. Die Mittel-
stellung ist für durchgehende, die Front-
stellung für gestoppte und rechtwinklig
aufeinanderstoßende Falze, bei denen mit
dem Stecheisen Vorarbeit geleistet wer-
den muß, d. h., man sticht den Falz so
weit aus, daß die Nase des Hobels Platz
hat und das Messer die abgestochene
Kante erreicht. Ecke ausstemmen, dann Falze hobeln Schrittweise hobeln
Der Doppelfalzhobel hat einen verstell-
baren Anschlag für die Breite des Falzes
und einen weiteren für die Tiefe. Frontstellung Normal- oder
Das Messer steht wie bei Holzhobeln des Messers, Mittelstellung
schräg nach vorne; eingestellt wird es mit um Ecken zu
einem dahinterliegenden Hebel. Mit der erreichen
linken Hand faßt man den Hobel vorne
um Körper und Breitenanschlag und
drückt ihn nach unten, mit der rechten
wird er unter Drude nach unten vorwärts-
bewegt.
Beim Herstellen eines Falzes geht man
schrittweise vor: An einem Ende beginnt
man mit kurzen Stößen und hobelt auf
gleiche Weise zum anderen Ende hin
weiter. So wird verhindert, daß der Hobel
schräg liegenden Fasern folgt und seitlich
wegwandert.
Audi beim Falzhobeln gilt: Nicht ge-
gen die Faser arbeiten. Wenn man nicht
sicher ist, wie sie verläuft, führt man den
Hobel einmal kurz über das Werkstück.
Bei gegenläufiger Faser verbeißt sich das
Messer. Hebt es jedoch einen sauberen
Span ab, dann stimmt die Richtung. Bei gestoppten und aufeinanderstoßenden Falzen befestigt man das Messer vorn

Universalhobel
Dieser universelle Hobel ist bis auf die
beiden Griffe ganz aus Metall. Das auf-
fallendste daran ist das Messer. Seine
Länge reicht über die ganze Hobeisohle,
aber es ist nur 8 mm breit und nicht einmal
l mm dick. Festgehalten wird es in einer
Klemme, die sich durch Bewegen eines
Nockenhebels um rund 90° öffnen und
schließen läßt. Das Einlegen des Messers
ist daher recht einfach und geht rasch:
Schlitz der Klemme öffnen, Messer in den
Schlitz einführen und durch eine Viertel-
umdrehung des Nockenhebels festklem-
men.
Die Schnittiefe wird mit einer Schraube
eingestellt; dreht man sie nach rechts,
schiebt sich das Messer zur Hobelsohle
hinaus, und mit einer Linksdrehung wird
es eingezogen. Durch seitlichen Druck auf
die Klemme und die Einstellschraube
bringt man die Schneide des Messers in
Parallelstellung zur Hobelsohle.
Wenn ein Messer mit der Zeit stumpf
wird, ersetzt man es durch ein neues. Die
Mühe des Schaffens lohnt sich bei dem
recht niedrigen Kaufpreis nicht.
Der Umbau zum Falzhobel ist denk-
bar einfach; man klemmt das mit gelie-
ferte Falzgerät an der gewünschten Seite
des Hobels mittels einer Schraube fest
und stellt die verschiebbare Anschlag-
leiste auf die beabsichtigte Falzbreite ein.
Die Leiste wird mit einer weiteren
Schraube in der gewünschten Position
gehalten. So wird gearbeitet: Die linke Hand führt und drückt den Hobel ans Werkstück
56
Stech- und Stemmeisen
Die verschiedenen Ausführungen und ihre Anwendung
Stech- und Stemmeisen sind keineswegs
ein und dasselbe, wie oft angenommen
wird. Stemmeisen haben rechteckige Blät-
ter, die der Stecheisen sind seitlich abge-
schrägt, verklemmen daher nicht so leicht
im Holz und erreichen auch spitze Ecken.
Stemmeisen sind für gröbere Arbeiten da.
Stecheisen für feinere. Die vom Fach-
mann kurz Eisen genannten Werkzeuge
gibt es in verschiedenen Breiten ab 4 mm, Stech eisen
jeweils um 2 mm steigend. mit langer Klinge
Zum Anfang genügen vier Eisen, 6 mm,
10 mm, 16 mm, 20 mm breit. Beim Kauf
ist darauf zu achten, daß das Blatt
(Klinge) scharf geschliffen ist und das
Heft (Griff) zwei Zwingen (Ringe) hat,
die ein Splittern verhindern. Das Heft
sollte außerdem seitlich abgeflacht sein,
damit man es gut festhalten kann.

Hohleisen
mit Außentase

Hohleisen
mit Innenfase

Wirkung des Eisens das Holz am Ende Umgang mit Hohleisen


ausbrechen. Um dies zu verhindern, läßt
man das Werkstück etwas länger, stemmt Mit außen geschliffenen Hohleisen wer-
den Schulz aus und sägt es dann auf die den flache Vertiefungen und Rillen aus-
So sieht ein gutes Stecheisen aus richtige Länge. Zum Versäubern von Ver- gehoben.
tiefungen mit schrägen Seiten wie schwal- Eisen mit Innenschliff dagegen dienen
Umgang mit Stecheisen benschwanzförmigen Nuten usw. nimmt zum Anpassen von Flächen an Werkstücke
man Stecheisen, weil man mit ihnen auch mit gewölbter Oberfläche.
Die Arbeitstechnik ist bei Stemm- und Ecken erreicht, in die die Stemmeisen we- Beim Ausheben von Vertiefungen arbei-
Stecheisen die gleiche; das Siecheisen ist gen ihrer rechteckigen Form nicht ein-
jedoch vielseitiger. Man verwendet es zum dringen können.
Ausheben und Stechen von Schulzen, Einen Schwalbenschwanz sticht man am
Überblattungen, Zapfen usw. Ob man mit besten mit zwei verschieden breiten Eisen
dem Klöpfel arbeitet oder das Stecheisen aus; der größte Teil des Abfalls wird mit
mit den Händen führt, hängt von der dem schmalen Werkzeug entfernt, der
Stärke des abzuhebenden Spanes ab. Als
Regel gilt jedoch immer: Mit der Faser
stechen oder im rechten Winkel dazu, nie
dagegen, sonst reißt das Holz ein, oder Man arbeitet von den Seiten zur Mitte hin
das Eisen läuft aus der Linie.
Beim Stemmen oder Ausstechen treibt tet man abwechselnd von beiden Seiten
man das Eisen zuerst in das Abfallholz zur Mitte hin, bis die gewünschte Tiefe
und arbeitet sich dann, bei einem Zapfen- erreicht ist.
schlitz beispielsweise, an die aufgezeich- Das Stemmeisen erreicht die Ecke nicht Ein typisches Beispiel für die Arbeit mit
neten Begrenzungslinien heran. Wird das innen geschliffenem Hohleisen ist das An-
Eisen nämlich auf der Linie angesetzt, Rest an der Rückseite mit dem breiten. passen einer Querzarge an ein Tisch- oder
wandert es beim Eintreiben darüber hin- Die Werkzeuge werden beim Eintreiben Stuhlbein. Hohleisen - ob mit Innen- oder
aus. Bei den letzten Schnitten zeigt die ins Holz parallel zur Vorderkante des Außenschliff - kauft man sich am besten
Schneidfase des Eisens zum Abfall hin. Werkstücks gehatten. Zum letzten Schnitt erst, wenn man sie wirklich braucht.
Wenn man ein Zapfenloch nahe am an der Rückseite wird das Eisen auf die Im allgemeinen kommt der durchschnitt-
Ende eines Werkstücks aussticht (z. B. an Markierungslinie gesetzt, mit der Schneid- liche Heimwerker ohne diese beiden Werk-
einem Tischbein), kann durch die Keil- fase zum Abfall hin. zeuge aus.

Abfall

Schwalbenschwänze mit zwei Eisen Konkave Wangenkanten werden mit innen


Schnitte im Abfallstuck beginnen ausstechen geschliffenem Hohleisen geformt

57
Die Techniken des Stemmens und Stechens
Überblattungen ausheben
Beim Ausheben solcher Vertiefungen
quer zur Faser wird das Werkstück fest-
gespannt, damit man das Eisen mit bei-
den Händen festhalten kann. Die Klinge
wird, mit der Schneidfase nach oben,
eingetrieben.

1. Breite und Tiefe oben 2. Mit der Feinsäge bis 3. Abfall in kleinen
und auf beiden Kanten zur angezeichneten Tiefe Stückchen von beiden
markieren einschneiden Seiten von unten nach
oben abheben

4. Auf diese Weise wird 5. Den Grund gut glatten 6. Bei breiteren Qber-
das Mittelslück bis zur und mit einem Winkel blattungen erleichtern
geplanten Tiefe abgetra- auf Ebenheit prüfen zusätzliche Sägescfinitle
gen das Ausstochert

Zapfenschlitze ausstemmen
Das Stemmeisen wird mit dem Holz-
klöpfel eingeschlagen. Das Eisen sollte
möglichst die Breite des geplanten Schlit-
zes haben, und dieser darf nicht breiter als
ein Drittel der Holzstärke sein. Die Eisen-
kanten stehen senkrecht zur Oberfläche.

1. Das Eisen in die Mitte 2. Dies nach der rück- 3. Das gleiche wird dann
des Schlitzes treiben wärtigen Seite hin wieder- vom ersten Einstich aus
und einen Span anheben holen; einen etwa 2 mm in der anderen Richtung
starken Rest vor dem gemacht
Querriß stehenlassen

4. Nun die angehobenen 5. Den Rest an den 6. Oder: Löcher bohren


Späne entfernen, bis Schlitzenden abstechen, und den Rest mit dem
die Tiefe erreicht ist. Bei das Eisen senkrecht Eisen herausarbeiten
durchgehenden Schlitzen hatten
von beiden Seiten
arbeiten.

Abstechen
Man arbeitet auf einer ebenen Unter-
lage, jedoch nicht direkt auf der Werk-
bankplatte, damit sie nicht beschädigt
wird. Das Eisen wird senkrecht gehalten.
Der Daumen der einen Hand liegt auf
der Griff o her seile und drückt nach unten.

1. So entsteht eine 2, Dann kommt die 3. Nun die durch das


Rundung: eine Ecke unter nächste Ecke dran Abstechen entstandenen
etwa 45° abstechen Ecken entfernen

4. Zur Erinnerung: 5. So nahe wie möglich 6. Mit der Feile wird die
Stecheisen immer senk- an die vorgesehene Form vollends rund und
recht halten Rundung heranarbeiten genau auf Maß gebracht

58
Schärfen von Stemmeisen, Stecheisen und Hobelmessern (1)
Schleif- und Abziehsteine
Es läßt sich nun einmal nicht verhindern: Es ist wichtig, daß die Schleif- und Form steine
Schneidwerkzeuge werden eines Tages Abziehsteine immer sauber sind. Man
stumpf, und dann kann man nicht mehr sollte sie deshalb stets vor Verschmut-
gut mit ihnen arbeiten. Deshalb sollte zung bewahren und sie in saubere Lappen
man Steine parat haben, mit denen man gewidcelt aufbewahren.
sie nach Bedarf schärfen kann. Solche Für viele Spezialwerkzeuge und Hohl-
Schleif- und Abziehsteine gibt es für den eisen benutzt man besondere Formsteine.
Gebrauch mit Öl, Wasser und Petroleum. Sie sind kleiner, oft sehr fein und werden
Ihre Körnung kann grob, mittel und fein zum Schärfen in der Hand gehalten. Es Damit Schleif- und Formsteine nicht
sein. Sogenannte Kombinationssteine be- gibt davon vier Grundformen: drei- einseitig abgenützt werden, führt man
stehen aus einer groben und einer feinen eckige, runde, rechteckige und konische das Eisen in langen Zügen über die ganze
Schicht. Unterschiedlich sind sie auch in Steine mit zwei verschiedenen Radien für Fläche. Entstehen jedoch trotzdem Ver-
den Größen und damit im Preis. Man Hohleisen. Man sollte auch sie unter tiefungen, schleift man den Stein eben:
sollte aber nicht sparen und lange Steine Verschluß aufbewahren, damit sie nicht Man gibt Vogelsand auf ein Stück Fen-
kaufen, weil sie das Schärfen erleichtern. verschmutzen. sterglas oder auf eine Metallplatte, macht
Grobe und mittetfeine Steine tragen Bevor man die Steine benützt, müssen den Stein naß und reibt ihn in Kreis-
natürlich mehr Material von einer Klinge sie unbedingt benetzt werden. Die ent- bewegungen auf dem Sand, bis er wieder
ab als feine. Sie werden deswegen zum stehende Schleifbrühe wird mit einem eben ist. Ein stark ölverschmutzter Stein
Vorschleifen benutzt, die feinen dagegen alten Lappen entfernt und durch frische wird sauber, wenn man ihn in einem Ge-
zum Abziehen oder Feinschleifen. Flüssigkeit ersetzt. fäß erwärmt.

Vorschleifen und Feinschleifen


Stecheisen, Stemmeisen und Hobelmesser führt es unter Druck vor und zurück, bis verschwunden und die Schneide rasier-
haben im allgemeinen einen Keil- oder sich auf der Spiegelseite der Schneide messerscharf ist. Sie sollte ein lose gehal-
Schärfwinkel von 25°; er darf durdi das ein kleiner Grat bildet. tenes Blatt Papier schneiden. Diesen
Schärfen nicht verändert werden. Man Eine Schärflehre, in die Eisen unter- Schnitt halten gute Eisen beträchtlich
muß also darauf achten, daß Fase und schiedlicher Breite eingespannt werden länger als solche minderer Qualität.
Spiegel (die Innenseite des Eisens) immer können, erleichtert das Schleifen. Immer gilt jedoch: Stumpfe Eisen auch
flach auf dem Stein aufliegen. Wenn der Grat hergestellt ist, geht es während der Arbeit so oft als erforder-
ans Feinschleifen. Dazu legt man das lich abziehen (feinschleifen). Vorsdileifen
Eisen zuerst mit dem Spiegel flach auf muß man nicht so häufig, meistens erst,
Schärf- oder den feinen Stein und bewegt es in dieser wenn die Schneide stark abgearbeitet ist.
'v
Keilwinkel: 25r Lage hin und her, bis der Grat auf die Beim Schleifen der Schneidfase hält
T andere Seite gebogen ist. Dann ist die man das Eisen parallel zu den Seiten-
Fase,--''''
Schneidfase an der Reihe, danach wieder kanten des Steines. Ist es breiter als der
Spiegel der Spiegel. Auf diese Weise werden Stein, wie ein Hobelmesser etwa, wird es
Zum Vorschleifen hält man das Eisen beide Seiten abwechselnd unter nachlas- schräg zu den Kanten des Steines gehal-
im Keilwinkel auf den rauhen Stein und sendem Drude abgezogen, bis der Grat ten und auch vor und zurück bewegt.

Hohleisen schärfen
Bei Hohleisen mit Außenschliff läßt
man einen Grat zuerst auf der Innenseite
(Spiegel) entstehen, indem man die ge-
wölbte Außenseite, die Fase, im Schärf-
winkel mit Drehbewegungen um die
Längsachse über den Stein zieht, so daß
die ganze Fase mit der Steinoberfläche
in Berührung kommt. Wenn sich der Grat
gebildet hat, wird er mit dem Formstein

AuQenschliff Beim Eisen mit Außenschliff wird zuerst die Dann führt man den Formstein über den
Innenschlilf
Fase unter 25° über den Stein bewegt Spiegel und biegt den entstandenen Grat um

auf die andere Seite gebogen. Der Stein


wird dabei flach über die Innenseite des
Eisens geführt. Diese beiden Arbeitsgänge
werden so lange wiederholt, bis der Grat
verschwunden ist.
Hohleisen mit Innenschliff werden auf
die gleiche Weise geschärft, nur laufen
die Arbeitsgänge in umgekehrter Reihen-
folge ab: Zuerst wird die Fase mit dem
Formstein geschliffen, bis auf der Spie-
gelseite der Schneide ein Grat entsteht,
dann biegt man diesen um, indem man
das Eisen flach auf den feinen Stein legt
und, um die Längsachse drehend, hin-
und herzieht. Das Ganze wird, wie oben Beim Eisen mit Innenschliff bearbeitet man Danach bewegt man es mit der Spiegelseite
beschrieben, so oft wie nötig wiederholt. die Fase mit dem Formstein unter 25° flach über den Stein und legt den Grat um

59
Schärfen von Stemmeisen, Stecheisen und Hobelmessern (2)1
Schabhobel
Umgang mit der Schleifscheibe
Wenn Eisen ausgebrochen oder schartig
sind, durch unsachgemäßes Abziehen ihre
Breites Eisen
Forin verloren haben oder einseitig ab- nach links
getragen sind, dann hilft nur die Schleif- und rechts
scheibe. Hohleisen sollte man vom Fach- bewegen
mann schleifen lassen.

Scharten Runde Schneide


Schleifscheiben gibt es mit Hand- oder
elektrischem Antrieb. Die elektrisch ange-
triebenen haben unter anderem den Vor-
teil, daß man das Eisen beim Schleifen
mit beiden Händen festhalten kann.
Zuerst wird das Eisen stumpf ange-
schliffen, bis alle Unebenheiten beseitigt
sind; dazu hält man es senkrecht zur
Scheibe. Mit einem Winkel prüft man,
ob die Schneide im rechten Winkel zu
den Seitenkanlen des Eisens steht. Zum
Anschleifen des Schärfwinkels - das ist
der zweite Schritt - hält man das Eisen Die Scheibe muß gegen die Schneide laufen. Das Eisen wird nur leichl angedrückt.
unter 25° gegen die Scheibe. Eine ver- zu groß, verliert das Eisen seine Härte, Damit der Stein sich nicht ungleich-
stellbare Werkzeugauflage gewährleistet, was durch eine deutliche Blaufärbung des mäßig abnutzt, werden breite und schmale
daß der Winkel stimmt und die Fase plan Stahls sichtbar wird. In diesem Falle muß Eisen in Pendelbewegungen an der Scheibe
wird. Wichtig ist, daß das Eisen nur leicht der blaue Teil abgeschliffen werden. Durch hin- und herbewegt.
gegen die Scheibe gedrückt und sofort in das Schleifen entsteht an der Schneide Die Fase sollte zwei- bis zweieinhalb-
Wasser getaucht wird, wenn es warm ge- auf der Spiegelseite ein kleiner Grat, der mal so lang sein, wie die Klinge des
worden ist. Ist die Reibungshitze nämlich auf dem feinen Stein abgezogen wird. Eisens dick ist.

Schabhobel
Mit Schabhobeln formt man Schweifun-
gen, Rundungen, schrägt Kanten ab usw.
Vom Aussehen her haben sie nichts mit
einem üblichen Hobel gemein. Sie beste-
hen aus einem Gußstück mit zwei seit-
lichen Handgriffen und einer dazwischen-
liegenden Eisenklappe, in die die kurzen,
einfachen Messer eingespannt werden.
Diese Messer gibt es mit gerader und mit
hohl geschliffener Schneide. Man kann
mit ihnen so fein arbeiten, daß nicht mehr
versäubert werden muß.
Wichtig bei der Arbeit mit Schabhobeln
ist, daß man immer mit der Faser hobelt
und das Eisen dabei im rechten Winkel
zum Werkstück hält.

Scnabhobel mit gerader Klinge

Mit der Faser hobeln Mit dem Schabhobel kann man ziehend und schiebend arbeiten

60
Weitere Werkzeuge zur Holzbearbeitung
Ziehmesser
Das Ziehmesser, eines der einfachsten Griffe drücken. Auf diese Weise wird der
Holzbearbeitungswerkzeuge, besteht aus Schneidwinkel kontrolliert. Wie mil dem
einer einfachen Klinge mit zwei Griffen Schabhobel arbeitet man bei konvexen
und dient zum Herstellen geschwungener Formen von der Mitte und bei konkaven
Formen oder Flächen an breiten, schwe- von beiden Enden aus.
ren Werkstücken. Man kann damit Späne Geschärft wird ein Ziehmesser ähnlich
von beträchtlicher Stärke abheben. wie Stech eisen, nur daß hier der Stein
über die Klinge gezogen wird und nicht
umgekehrt. Zuerst wird die Fase ge-
schliffen, bis an der Schneide ein Grat
entsteht, dann die andere Seite. Beides
wird wiederholt, bis der Grat verschwun- Beim Schärfen wird das Ziehmesser fest auf
den ist. den Werktisch aufgelegt

Wenn man eine konvexe Kurve heraus-


arbeitet, muß die Fase nach oben liegen

Wird dagegen eine konkave Form heraus-


gearbeitet, muß die Fase nach unten zeigen

Das Ziehmesser ist daher besonders ge-


eignet zum Zurichten dicker Hölzer, zum
Ansdiragen von Balken für stabile Ein-
friedungen und ähnliches. Beim Herstel-
len ebener oder nach außen gewölbter
Flächen wird das Messer mit der flachen
Seite, dem Spiegel, auf das Werkstück
gelegt, bei Innenwölbungen umgekehrt.
Das Messer muß fest gehalten werden,
wobei die Daumen auf die Ringe der Die Klinge wird gezogen, nicht gestoßen. Die Daumen kontrollieren den Schnittwinkel.

Surform-Werkzeuge
Das sind leicht zu handhabende Form-
werkzeuge mit auswechselbaren Blättern,
die von Spänen nicht zugesetzt werden
können, weil sie am Grund der Zähne
Schlitze haben. Zu den verschiedenen Hal-
terformen gibt es runde, halbrunde und
gerade Blätter mit unterschiedlicher Zah-
nung. Mit diesen Werkzeugen kann man
fast alle Materialien bearbeiten.
Wenn man rasch viel Holz abtragen
möchte, hält man das Werkzeug so zur
Arbeitsfläche, daß die Schneiden der
Zähne im rechten Winkel zur Faser ste-
hen. Ansonsten führt man es leicht ver-
setzt oder parallel zur Faserrichtung.

Raspeln
Die Raspel ist ein weiteres Formwerk-
zeug, das in mehreren Formen auf dem
Markt ist. Wie glatt die zu bearbeitende
Fläche wird, hängt von der Zahnung ab.
Holz muß hinterher geschliffen werden.
Eine 25 cm lange Halbrundraspel ge-
nügt für die meisten Arbeiten. Damit las-
sen sich viele Formen in Holz, Sperrholz,
Hartfaserplatten, Plastik und sogar Alu-
minium feilen. Hefte kauft man lose; sie
brauchen nur auf die Angel getrieben zu
werden.
Raspeln hält man am besten mit der
einen Hand am Heft und mit der ändern
vorne am Blatt. Hefte kauf! man lose und treibt sie auf die Angeln der Raspeln

61
Der letzte Schliff bei Holz (1)
Ziehklingen für Holz
Mit Ziehklingen kann man Hartholz und
Furniere seidenglatt machen. Man benützt
sie nach dem Hobeln und vor dem Po-
lieren, um abstehende Fasern oder miß-
farbene Stellen zu entfernen.
Ziehklingen schaben nicht, sie wirken
wie sehr feine Hobel. Man schärft sie,
indem man an einer Kante einen Grat
anzieht und ihn dann nach oben umbiegt.
Dieser Grat hebt kleine Späne ab.

Schmal- Seiten-
seite Kanten fläche

Klingendetail

Ziehklingen müssen immer selbst ge-


schärft werden. Sobald sie während der
Arbeit keine Spane mehr abheben, müssen
sie wieder geschliffen werden. Das ist ein-
fach und dauert nicht länger als bei
einem Hobelmesser. Am besten schärft
man die beiden langen Schmalseiten zu- Das Schaben mit einer Ziehklinge ist nicht so anstrengend, wenn man sie in eine Schraub-
sammen, denn dann hat man vier Schneid- zwinge klemmt. Am besten ist es jedoch, zum Spannen zusätzlich zwei Holzbeilagen zu
kanten zum Arbeiten (siehe Photos unten). verwenden. Die Ziehklinge biegt sich dann nicht durch.

So wird geschärft

1. Mit feiner Feile die Schmalseite eben 2. Die Klinge flach über den Abziehstein be- 3. Nun die Klinge senkrecht über den Stein
feilen. Dadurch entsteht an beiden Seiten- wegen, bis ein Teil des Grates verschwun- ziehen und den Grat vollends entfernen.
flächen ein Grat, wie er in der Detailzeich- den ist und der Rest parallel zu den Seiten- Dadurch bekommt man gerade Kanten für
nung dargestellt ist. flächen steht den neuen Grat.

4. Klinge auf die Werkbank legen und einen 5. Dann den Stahl in etwa 85° zu den Seiten 6. Geschweifte Klingen mit Formstein
Ziehklingenstahl (lach über beide Seilen halten und damit 2 oder 3 mal über die schärfen; die Arbeitsgänge sind die glei-
ziehen. So bildet sich ein Grat parallel zu Kante fahren. Der Grat wird dadurch zurück- chen. Bei ganz abgetragenem Grat sind nur
den Seitenflächen. gebogen und bildet die Schneide. die Punkte 4 und 5 zu beachten.

62
Der letzte Schliff bei Holz (2)
Feinarbeit mit dem Schleifpapier
Schleifpapier besieht aus einer Unterlage Zum Glätten geschwungener Stücke
von Leinwand oder Papier und der Schleif- lohnt es sich, einen Korkblock entspre-
schicht aus Gias-, Granat-, Schmirgel-, chend zu formen: Man schneidet die Form
Siliziumkarbid-(Karborundum-) oder grob heraus, legt Schleifpapier auf das
Flintkörnern. Werkstück und bewegt den Block darauf
GJaspapier wird irrtümlicherweise häu- hin und her. Nach kurzer Zeit schon ist
fig mit Sandpapier bezeichnet. Glas- und er gebrauchsfertig.
Granatpapier werden zum Feinschleifen
von Holz verwendet. Granatpapier hält
langer und erzeugt einen feineren Schliff.
Schleifpapier mit Siliziumkarbidbelag
kann trocken und feucht verwendet wer-
den. Trocken wird es zu den gleichen
Zwecken wie Granat- oder Glaspapier
benützt, feucht dagegen dient es zum Ent-
fernen und Abschleifen von Farbe. Bei
dieser Arbeitsweise hält es auch am läng-
sten und ergibt einen sehr feinen Schliff; Das Papier läßt sich am besten an einer
man muß dabei allerdings den Schleifbrei scharten Kante auseinanderreißen. Ein Bo-
in Kauf nehmen, der immer wieder ab- Einen Schleifblock formen gen Schleifpapier ergibt 6 gleiche Teile, die
gewaschen werden muß. Das Naßverfah- zu einem Korkblock passen.
ren eignet'sich für Farbe auf Holz und Tips
Metall. Das Papier soll nur feucht gehal- Feuchtes Holz läßt sich mit keinem Pa-
ten und nicht triefnaß gemacht werden. pier sauber glattschleifen. Schleifpapiere
Mit Schmirgel papier wird ausschließlich muß man trocken lagern, weil die meisten
Metall geschliffen. unter Feuchtigkeit leiden. Zugesetztes
Alle diese Papiere gibt es in den Kör- Schleifpapier wird wieder sauber, wenn
nungen von rauh bis fein. Für alle gilt, man es mit der Rückseite über eine Kante
daß man mit dem rauhen Papier begin- zieht. Dadurch wird es auch biegsamer
nen und dann zu immer feineren Graden und bricht nicht so leicht.
übergeht, bis der erwünschte Schliff er-
reicht ist. Die Körnung wird durch Zah-
len angegeben; je hoher die Zahl, desto
feiner wird sie. Im allgemeinen genügt
aber Papier mit der Körnung 80, 150, 220.
Bei Hartholz sollte man lieber eine
Ziehklinge verwenden, denn der von
Schleifpapier erzeugte Staub verstopft die
Fasern des Holzes.
Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn
man das Papier zum Schleifen um einen
Kork- oder Holzblock mit abgerundeten
Kanlen legt. Auf diese Weise kommt die Zuerst wird mit rauhem Papier geschliffen,
ganze Papierfläche mit dem Holz in Be- dann mit mittlerem und schließlich mit
rührung und nicht nur ein Teil, was der feinem. Den Block führt man immer in
Fall ist, wenn man mit der Hand schleift. Zugesetztes Papier reinigen Faserrichtung.

Feilen Schaber
Mindestens eine Feile sollte man stets ist 25 cm lang und hat einen mittelfeinen Für Schabarbeiten an Fußböden oder
griffbereit haben, denn es kommt immer Hieb. Man hält die Feile mit beiden Hän- anderen großen Flächen gibt es Schaber
wieder vor, daß man Kanten brechen, den und arbeitet in Hüfthöhe. Gefeilt mit Holz- oder Metallgriffen.
Ecken abrunden oder ein Werkstück auf wird mit Vorwärtsbewegungen unter kräf- Wer zum Abziehen eines Fußbodens
Maß feilen muß. Eine gute Allzweckfeile tigem Druck. einen elektrischen Sander (siehe S. 80)
mietet, braucht einen Schaber für Ecken,
die mit der Maschine nicht zu erreichen
sind.
Schaber mit auswechselbaren Klingen,
Skarstenschaber, sind in mehreren Größen
für die unterschiedlichsten Arbeiten zu
kaufen. Die Arbeit mit ihnen strengt
nicht so sehr an wie mit einfachen Zieh-
küngen.

Skarstenschaber mit langem Stiel

Einhängen der Klinge

63
Schraubenzieher
Vorsicht beim Eindrehen
Schraubenzieher gehören zu den am häu- sitzende Schraube kann durch einen höhter Kraft drehen. Auch kann man die
figsten gebrauchten Werkzeugen - und zu Schlag auf den Schraubenziehergriff ge- Schraube mit einem Lötkolben anwär-
den am häufigsten falsch gebrauchten. lockert werden. Wenn das nicht hilft, men; das Metall dehnt sich dabei aus und
Man sollte stets nur einen Schrauben- klemmt man die im Schraubenschlitz ste- zieht sich beim Abkühlen wieder zusam-
zieher verwenden, dessen Klingenschneide hende Klinge in einen verstellbaren men. Wenn alles nichts nützt, durchbohrt
genau in den Schlitz der jeweiligen Schraubenschlüssel und kann so mit er- man die Schraube.
Schraube paßt. Eine zu breite Klinge be-
schädigt die Werkstückoberfläche bei den
letzten Umdrehungen, eine zu schmale, zu
dünne oder abgerundete den Schlitz der
Schraube.

Normschraubenzieher

Kreuzschützschraubenzieher
Schraubenzieherklingen müssen genau
in den Schulz passen

Der Schraubenzieher sollte ganz und


senkrecht im Schrauben schlitz stehen -
die Schraube muß gewissermaßen zu
einem Teil des Schraubenziehers werden. Schraubenzieher mit Sechskantansatz
Ein einwandfreies Arbeiten ist nur mög-
lich, wenn die Klingenschneide im rech-
ten Winkel zum Schaft steht. Außerdem
sollte das vordere Ende abgesetzt und
parallel zur Längsachse angeschliffen sein.
Das Heft muß gut sitzen, der Schaft sollte
durch das Heft, wenn es aus Holz ist, Vergaserschraubenzieher
hindurchgehen und in einen Schlagknopf
oder eine Schlagfläche auslaufen.
Zum Herausdrehen einer beschädigten
Schraube nimmt man den längsten Schrau-
benzieher, den man hat, denn je länger Utirmacherschraubenzieher
das Werkzeug, desto mehr Kraft bringt es
an der Schraube zur Wirkung. Eine fest-

Drillschraubenzieher Das Schraubenloch


Diese „schnellen" Schraubenzieher setzen Die Voraussetzung für eine gut sitzende
eine vertikale Pumpbewegung in eine Schraube ist das Schraubenloch. Für
Schraubbewegung um. Man kann damit kleine und mittlere Schrauben genügen
Schrauben ein- und ausdrehen; die Be- Vorstecher oder Nagelbohrer zum Vor-
bohren, für große braucht man eine Bohr-
maschine.
Knarre Spannfutter Klinge
Vorstecher gibt es mit runder und kan-
tiger Klinge; sie werden ins Holz gedreht;
wenn man sie mit dem Hammer eintreibt,
ohne zu drehen, bekommt man sie nur
Drillschraubenzieher mit SchloB werden schwer wieder heraus.
zusammengeschoben aufbewahrt Nagelbohrer erzeugen einen vorstehen-
den Rand um das Bohrloch; er sollte ab-
wegungsrichtung kann durch eine Knarre geschliffen werden. Eine Schraube folgt
bestimmt werden. immer dem vorgebohrten Loch, es sollte
Es gibt dazu auswechselbare Klingen in also möglichst gerade sein.
verschiedenen Größen und Formen sowie
Reibahlen zum Vorbereiten von Schrau-
benlöchern. Der Nachteil von Drill Schrau-
benziehern ist, daß sie leicht aus dem
Schraubenschlitz rutschen und dann die
Werkstückoberfläche stark beschädigen
können. Dies wird am ehesten dadurch
verhindert, daß man die Klinge mit einer
Hand an ihrem Spannfutter führt, wäh-
rend die andere pumpt. Drillschrauben. Mit beiden Händen arbeiten.
Längenangaben gelten für das ausge- Die Klinge unbedingt senkrecht in die
zogene Werkzeug plus Klinge. Übliche Schraube setzen. Für die Drillbewegung
Längen: 36 und 52 cm. braucht man Raum nach oben.

64
Löcher bohren (1)
Die Bohrwinde
Mit diesem Werkzeug kann man schnell Das Bohren auf eine bestimmte Tiefe Stark abgenutzte, nicht mehr greifende
und genau bohren, außerdem stärkere gelingt am besten mit einem Tiefensteller. Backen werden durch neue ersetzt. Das
Bohrer verwenden als bei einer elektri- Man kann diese Bohrhilfe kaufen oder Futter wird ganz aufgedreht, die alten
schen Bohrmaschine. aus einem Stück Holz oder Gummi- Backen herausgenommen und neue so
Ausschlaggebend für die Wirksamkeit schlauch selber machen. Oft genügt aber eingesetzt, daß sie mit ihrer Schmalseite
einer Bohrwinde ist ihr „Schwung". Das auch schon Isolierband, das man um den zur Futteröffnung stehen.
ist der Kreis, den der Griff beim Bohren Bohrer klebt. Geeignete Bohrer: Douglas-Schlangen-
beschreibt. Je größer der Schwung, desto bohrer für zylindrische Löcher und tiefe
mehr Kraft kann erzeugt werden. Ein Bohrungen in Quer- und Hirnholz; Irwin-
großer Schwung kann allerdings an un- Schlangenbohrer, arbeitet schnell, verläuft
zugänglichen Stellen hinderlich sein. Üb- aber gerne in Hirnholz. Verstellbare
liche Maße: Schwung 23 cm und 26 cm. Zentrumbohrer, ausschließlich für Bohr-
Am besten ist eine Bohrwinde mit einer winden geeignet. Sie haben ein verstell-
Knarre; damit kann man auch in Ecken bares Schneidmesser zum Bohren unter-
usw. bohren, indem man den Griff hin- schiedlich großer Löcher. Bei tiefen Boh-
und herbewegt; man muß keinen Kreis rungen wandern sie gerne. Für Hartholz
beschreiben. und Bretter unter l cm Stärke sind sie
ungeeignet. Forstnerbohrer für flache
Bohrungen. Sie bohren sauber, verlangen
Bohrer aber hohen Drude. Zentrumbohrer für
In Bohrwinden mit Vierbackenfutter kann große, flache Löcher, gut für Sperrholz,

l jeder Werkzeugschaft eingespannt werden;


Futter mit drei Backen halten auch noch
zylindrische Schäfte, solche mit zwei aber
wandert bei tiefen Bohrungen.

In Ecken Griff hin- und herbewegen nur vierkantige.

Ein Splittern des Holzes beim Austreten


des Bohrers kann vermieden werden, in-
dem man bohrt, bis der Bohrer gerade
durchbrechen will, dann das Werkstück
umdreht und das Loch von der anderen
Seite vollends durchsticht. Der Ansatz-
punkt für den Bohrer ist das Loch, das
die durchtretende Bohrerspitze hinterläßt.

Von beiden Seiten bohren: kein Splittern

Wenn man nicht von beiden Seiten boh


ren kann und doch ein Splittern verhin Genau bohren: Die Vertikale mittels eines 1. Douglas-Schlangenbohrer. 2. Irwin-Schlan-
dern will, führt man die letzten Umdre- Winkels prüfen, oder ein Helfer tut es. Bei genbohrer. 3. Verstellbarer Zentrumbohrer.
hungen vorsichtig aus oder hält ein Holz horizontalen Bohrungen preßt man den Kör- 4. Forstnerbohrer. 5. Zentrumbohrer. 6. Ver-
stück hinter das Loch und bohrt hinein per gegen den pilzförmigen Griff. senker. 7. Schraubenzieher.

So gekennzeichnete
Stellen häufig ölen

Schnitt durch das Spannfutter


so hallen die Backen
Entscheidend bei
Bohrwinden:
der Schwung
(Bügeltiefe)
Knarrenemsleltrmg
Knarre
Futter \

65
Löcher bohren (2)
Bohrer schleifen
Zum Schärfen von Schlangen- und Zen-
trumbohrern eignen sich am besten Vo-
gelzungen- und Halbrundfeilen. Schärfen
heißt, beim Feilen den Schneidewinkel
wieder herzusteilen und dabei so wenig
Material wie möglich abzutragen. Forst-
nerbohrer sollte man vom Fachmann
schleifen lassen. Abgenützte Versenker
können nicht geschärft werden.

Irwin-Schlangenbohrer. Die Vorschneider werden nur innen gefeilt; man folgt dabei der
leichten Krümmung der Schneidkante. Man muß darauf achten, daß die beiden Vorschneider
gleich hoch bleiben. Die horizontalen Schneiden werden nur oben und nach dem Original-
winkel geschärft. Die Unterseite feilt man bloß ganz leicht und nur, um einen eventuellen
Grat zu entfernen. Zentrumbohrer werden genauso geschärft; sie haben im allgemeinen
So wird ein verstellbarer Zentrumbohrer nur einen Vorschneider und ein horizontales Schneidmesser.
geschärft

Handbohrmaschine
Die gebräuchlichen Handbohrmaschinen Schmierlöcher. Wenn das Antriebsrad
fassen Bohrer bis 8 oder 10 mm Durch- nach langer Zeit gereinigt werden muß,
messer; man verwendet dazu Spiralboh- schraubt man die Kurbel los, nimmt sie
rer, die für Holz, Metall und Plastik ge- von der Spindel und hebt das Rad her-
eignet sind. Sie arbeiten viel langsamer aus. Beim Zusammenbauen achtet man
als elektrische Bohrmaschinen, dafür sind darauf, daß das Antriebsrad richtig in
sie aber leichter zu kontrollieren und die Kegelräder greift; erst dann schraubt
überall zu gebrauchen. man die Kurbel fest.
Im allgemeinen haben Handbohrma-
schinen einen angeschraubten Seitengriff;
ihn benützt man nur, wenn großer Drude
erforderlich ist. Dann preßt man den
Hauptgriff gegen den Magen und hält den
Seitengriff fest, damit sich die Maschine Haupt-
beim Bohren nicht drehen kann. griff
Beim senkrechten Bohren nimmt man
den Hauptgriff in die Faust und preßt
die Brust dagegen; so wird genügend
Druck auf den Bohrer ausgeübt.

Backen

Jeder Spiralbohrer, Versenker oder Holz-


Maschinen-Spiralbohrer (rechts außen) kann
in Handbohrmaschinen gespannt werden, die
Schaftstärke darf nur nichl die Spannweite
des Futters übersteigen

Handbohrmaschinen haben Dreibacken-


futter und halten daher auch zylindrische
Schäfte. Nach langem Gebrauch kann es
vorkommen, daß die Backen nicht mehr
gut greifen; passenden Ersatz gibt es in
Fachgeschäften zu kaufen. Das Einlegen
der neuen Backen ist einfach: Das Futter
wird abgeschraubt, der gerändelte Teil in
den Schraubstock gespannt und das hin- Kurbel
tere Verschlußstück herausgedreht. Man tad
spannt das Futter aus und klopft es
leicht an, damit die alten Backen heraus-
fallen. Nun werden die neuen Backen so Kegelrad
eingelegt, daß sie mit der Schmalseite zur
Futteröffnung liegen. Das Verschlußstück
wird eingedreht und das Futter wieder an
den Bohrer geschraubt.
Handbohrmaschinen braucht man kaum Der Daumen am Hauptgriff zeigt beim hori-
zontalen Bohren zur Kurbel hin, beim verti-
zu warten. Sie braudien nur hin und kalen liegt er auf der Griffoberseite. Mit
wieder einen Tropfen Öl an die Zahn- Futter dem Körper gibt man den nötigen Vor-
räder, in das Futter und in eventuelle schubdruck.

66
Messen und anreißen (1)
Anschlagwinkel, Schmiegen und Lehren
Anschlagwinkel oder Winkelhaken sind
unerläßlich zum Anzeichnen und Nach-
prüfen rechter Winkel. Sie können ganz
aus Holz sein, Schienen aus Stahl und
Anschläge aus Holz oder Plastik haben.
Holzwinkel kann man nacharbeiten, wenn
sie nicht mehr stimmen. Die Rechtwinklig-
keit prüft man so: Man legt an einem
Brett mit gerader Kante den Winkel an
und zieht entlang der Schiene einen Strich.
Anschließend schlägt man den Anschlag
um 180° um, legt wieder an der Brettkante
an und stellt an der Schiene eventuelle
Abweichungen zum ersten Strich fest.
Mit Kombinationswinkel aus Metall
kann man Außen- und Innenwinkel sowie
rechte Gehrungen (45°-Winkel) zeichnen
und prüfen.
Der Anschlag eines Winkels muß fest
an das Werkstück gedrückt werden; zum
Anreißen nimmt man einen harten, spit-
zen Bleistift oder eine Reißnadel.

Reißnadeln

Die Winkelschmiege hat eine verstell- 1. Winkel mit Holzanschlag gibt es in Längen von 15—100 cm. 2. Plastikanschläge verziehen
bare Schiene zum Anreißen und Prüfen sich nicht durch Feuchtigkeit. 3. Kombinationswinkel. 4. Winkelschmiege. 5. Schwalben-
beliebiger Winkel. schwanzlehre.

Kombinalionswinkel. Den Gehrungsanschlag Der verstellbare Anschlag läßt sich auf der Bei Innenwinkeln den Anschlag ans Schie-
zum Anzeichnen oder Prüfen von 45° ans Meßschiene verschieben und an jeder Stelle nenende schieben und ein wenig überste-
Werkstück halten. Die Feststellschraube muß festschrauben. Hier wird ein Außenwinkel hen lassen, damit kleine Unebenheilen in
angezogen sein. geprüft. der Ecke die Schiene nicht behindern

Das Streichmaß
Auch beim Heimwerken kommt es vor, Das unten abgebildete Streichmaß hat
daß man Striche parallel zu Kanten zeich- zwei Stäbe und Millimeterskala. Ein ein-
nen muß, beim Ablängen etwa oder beim faches Streichmaß, wie auf dem Photo
Herstellen von Falzen und Schlitzen. Dies rechts etwa, kann man selber machen.
gelingt sehr genau mit einem Streichmaß.
Handelsübliche Streichmaße bestehen aus
einem oder zwei Stäben und einem An-
schlag, in dem sie je nach der abzumes-
senden Breite verschoben und dann fest-
geklemmt werden. Den Riß markieren
Stahlslifte im Kopf der Stäbe. Besonders
wertvolle Streichmaße haben an den Stä-
ben noch Millimeterskalen, auf die allein Streichmaß
man sich jedoch nicht verlassen sollte,
denn die Spitzen können sich verbiegen Man braucht dazu einen etwa 10 X 7 X 5
oder beim Nachschärfen ihre Form ver- cm großen Hartholzblock, einen rund
ändern; und dann stimmen die einge- 20 X 3 cm großen Hartholzstab, einen
stellten Werte nicht. Deswegen macht man 5 cm langen Stahlstift und eine Feststell-
einen Proberiß und mißt diesen nach. schraube. Der Block erhält eine Öffnung
Beim Anreißen wird das Streichmaß für den Stab, und in diesen wird 2 cm Das Sireichmaß rnil dem Anschlag an das
Werkstück drücken, das dabei nicht ver-
mit dem Anschlag fest an die Kante ge- hinter einem Ende der Stift eingesetzt. rutschen darf. Der Stahlstill sollte dabei
drückt, leicht in Strichrichtung geneigt Die Feststellschraube sitzt seitlich im leicht geneigt über die Oberfläche des Werk-
und dann an der Kante entlanggezogen. Block und drückt auf den Stab. stücks gezogen werden.

67
Messen und anreißen (2)
Maßstäbe, Lineale und Zirkel
Das unentbehrlichste Meßwerkzeug, den Kante, dreht das Meßwerkzeug, bis eine Anzahl von Markierungspunkten hinter-
Gliedermaßstab, gibt es in den Längen l gut durch 5 teilbare Zahl (z. B. 20) auf einander ab. Man kann auch genaue
und 2 m, geeicht und ungeeicht, mit die andere Kante zu liegen kommt. Dann Kreise damit schlagen.
durchgenuteten Beschlägen an den Ge- markiert man bei 4, 8, 12, 16 cm die Bleistiftzirkel erleichtern das Anpassen
lenken und ohne. einzelnen Abschnitte und zieht Parallelen von Brettern an unebene Oberflächen,
Ein 2 m langer ungeeichter Maßstab zur Längskante. Nützlich sind auch Stahl- z. B. eine Wand. Das Brett wird l cm
genügt durchaus, er soll jedoch genutet rollbandmaße von l oder 2 m Länge. von der Wand entfernt senkrecht gehal-
und nicht nur in Blechfalze geklemmt sein: Stahllineale gibt es von 40 bis 200 cm ten, dann führt man den Zirkel mit der
Damit die Gelenke immer leicht beweg- Länge. Mit ihnen prüft man Flächen auf Nadel an der Wand und der Bleistift-
lich bleiben, gibt man von Zeit zu Zeit Ebenheit; sie sind auch gut zum Anreißen. spitze auf dem Holz nach unten. Damit
einen Tropfen Öl darauf. Horizontalen werden mit Wasserwaa- ist die Kontur der Wand auf das Brett
gen geprüft. übertragen und kann ausgesägt werden.

Wand
Brett

Gliedermaßstab

Mit einem Gliedermaßstab kann man


außer Längemessungen auch die soge- Stechzirkel drehend umsetzen
nannte Verhältnisteilung durchführen.
Dies gilt auch für Lineal- und Stock- Stechzirkel dienen zum Abgreifen mehr-
fach wiederkehrender Maße. Man stellt
den gewünschten Abstand mit Hilfe des
Maßstabes ein und trägt die erforderliche Eine Kontur mit dem Zirkel übertragen

Verhältnisteilung

maße. Beim Nageln oder Schrauben


kommt es häufig vor, daß eine Stredte in
gleiche Teile geleilt werden muß. Hier
ein Beispiel: In ein 13 cm breites Brett
sollen 4 Schrauben in gleichen Abständen
untereinander und von den Kanten ge-
schraubt werden, d. h., das Brett soll in
5 gleiche Abschnitte geleilt werden. Dazu
legt man das Lineal oder den Glieder-
maßstab mit der Nullmarke an eine Beim Vermessen von Innenräumen ist beim Rollenbandmaß die Gehäuselänge zu addieren

So wird Holz ausgerichtet


Es ist wichtig, daß man sehr genau mißt nicht in einer Linie liegen, muß dies durch von der Kante aus die Breite. Zum
und anreißt, sonst ist die Arbeit von weiteres Hobeln erreicht werden. Schluß wird die Länge bestimmt.
vornherein verdorben. Während des Be- Nun wird ein Winkelzeichen auf die Ein weiteres Zeichen des Tischlers ist
arbeitens wird daher immer wieder mit Fläche gezeichnet, mit dem Fuß zur bes- das Dreieck. Man kennzeichnet damit
Maßstab, Anschlagwinkel und Lineal ge- seren der beiden Längskanten hin. Diese zusammengehörige Studie, nachdem man
prüft. hobelt man dann, bis sie planeben und sie unter Berücksichtigung der Jahresringe
Welche Form ein Werkstück im Fertig- rechtwinklig zur gekennzeichneten Fläche und der linken und rechten Seite zusain-
zustand auch immer haben wird - es muß steht. , mengeordnet hat. Die Jahresringe neben-
eine ebene Fläche und eine in 90° dazu einanderliegender Teile müssen gegen-
stehende Winkelkante haben. Jedes wei- läufig sein, damit sich die beim Arbeiten
tere Anreißen geht von diesen ausgerich- des Holzes auftretenden Spannungen aus-
teten Oberflächen aus. gleichen.
Zuerst wird die schönere der beiden Das Winkelzeichen markiert die Winkelkante
großen Flächen planeben gehobelt. Un-
ebenheiten werden dabei mit dem Stahl- Die Winkelhaltigkeit der Kante wird
lineal quer zur Faser festgestellt, Längs- mit dem Anschlagwinkel geprüft: An-
verwindungen mit je einer Leiste an den schlag fest auf die gekennzeichnete Fläche
Brettenden; man blickt dazu über die drücken; wenn zwischen Winkelschiene
Oberkanten der Leisten, und wenn sie und Holz an irgendeiner Stelle Licht
durchscheint, stimmt der Winkel noch
nicht, man muß also weiterhobeln, bis
Leisten die Schiene dicht aufliegt. Dann bekommt
auch die Kante das Winkelzeichen. Und
nun kann man mit dem Streichmaß von
der abgerichteten Fläche aus die ge-
Die Leistenoberkanten müssen parallel sein wünschte Dicke des Brettes anreißen und Das Dreieck zeigt die Zusammengehörigkeit

68
Spannen und pressen (1)
Schraubzwingen
Nach dem Schraubstock oder den Werk- nügend starke Kanthölzer, die etwa so
bankzangen sind Schraubzwingen die wir- lang, wie die Werkstücke zusammen breit
kungsvollsten und praktischsten Werk- sind- Damit die ganze Fläche bearbeitet
zeuge zum Festhalten und Pressen von werden kann, muß die Zwinge versetzt
Werkstücken, wenn man sägen, bohren, werden. Dieses Prinzip der Druckvertei-
anreißen oder Teile zusammenleimen lung ist auch nützlich, wenn ein Werk-
möchte. slüdk nicht direkt mit der Zwinge gefaßt
Es gibt Schraubzwingen mit Spannwei- werden kann, weil sie sonst bei der Ar-
ten von 5 bis 200 cm und Ausladungen beit stört. In diesem Fall braucht man
von 4 bis 20 cm; mit Spannweiten über ein Kantholz von der Stärke des Werk-
40 cm werden sie Schraubknechte ge- stückes und ein weiteres, das über die
nannt. Sie können starre oder - besser - beiden gelegt und festgeklemmt wird und
umlegbare Griffe haben. Eine Keilzulage gleicht den Druck aus so Unterlage und Werkstück anpreßt.
Welche Größe man sich anschafft, hängt
von der geplanten Arbeit ab; im allge- Wenn es ans Spannen geht, legt man
meinen dürfte man jedoch mit 30 und sich Brettchen oder Holzstücke als Zu-
60 cm Spannweite auskommen. Zwei lagen bereit; sie verhindern, daß die
Zwingen sollte man mindestens haben. Spannarme das Werkstück eindrücken.
Schraubzwingen haben einen beweg- Wenn man sehr weiche Materialien zu-
lichen Spannarm, der sich stufenlos auf sammenleimt, verwendet man Zulagen, die
dem Steg verschieben läßt; in ihm ist die länger als das Werkstück sind. Dadurch
Gewindespindel mit Griff und Platte ge- wird der Druck verteilt und die Ober-
lagert. Man schraubt die Spindel zurück, flächen können nicht beschädigt werden.
setzt die Zwinge an der Spannstelle an, Zum Festspannen von Werkstücken mit Mit zwei Zwingen
nicht parallelen Außenseiten braucht man verrutschen
schiebt den beweglichen Arm an das
Werkstück heran und zieht die Spindel entsprechend geformte Zulagen, Keile die Teile nicht
an. Dadurch verklemmt sich der Spann- etwa. Wenn passende Keile fehlen und
arm am Steg und hält fest. Schraubzwin- der Druck deswegen nicht ganz recht-
gen dürfen nicht mit roher Gewalt, mit- winklig auf die Spannstelle wirken kann,
tels Zangen etwa, angezogen werden, ist es möglich, daß eingeleimte Werk-
sondern nur mit der Hand. stücke wandern. Dies verhindert man mit
einer im rechten Winkel zur ersten ange-
setzten Zwinge, die also parallel zur Leim-
fuge wirkt und die Werkstücke dadurch
kantengleidi halt. Damit die Zulagen
nicht durch den aus der Fuge tretenden
Leim ankleben, legt man Wachs- oder
Zeitungspapier unter die Zulagen.
Schraubzwingen eignen sich nicht nur
zum direkten Festklemmen. Man kann
durch Druckverteilung beispielsweise
mehrere Bretter, die etwa auf gleiche Werkstück
Stärke gehobelt werden müssen, an den Indirektes Einspannen
Zulagen schützen die Oberlläche Enden festhalten. Dazu braucht man ge-

Spannvorrichtungen für große Flächen


Es gibt Schraub knechte mit eindrucks- gelassen hat, legt man Beilagehölzer vor, zueinander von unten durch die Löcher
voller Spannweite. Ihre Anschaffung lohnt die außerdem die Kanten beim Einschla- einer Leiste, daß die am Pressen betei-
sich jedoch nicht für den Heimwerker, gen der Keile vor Beschädigungen schüt- ligten Teile - Zulagen, Werkstücke,
der nur gelegentlich größere Arbeiten zen. Der Abstand der Spannbretter soll Keile - leicht Platz dazwischen haben.
machen will, eine Tischplatte etwa oder so groß sein, daß das Werkstück auf Dann steckt man die zweite Leiste über
eine Schalung aus mehreren Brettern. In beiden Seiten 10 oder 15 cm übersteht. die Schrauben, zieht die Muttern leicht
diesem Fall bastelt man sich eine Spann- Bei dieser Art des Spannens und Fres- an und treibt die Keile gegeneinander.
vorrichtung. sens kann es vorkommen, daß die Fläche Danach werden die Muttern festgezogen,
Eine einfach herzustellende Flächen- dem Druck durch Wölbung ausweicht. damit die zu leimenden Bretter nicht buk-
presse sieht so aus: Man sägt vier oder Um dies zu verhindern, legt man Leisten keln können; wenn sie dünner sind als
acht Holzkeile, beschafft sich zwei ge- quer über die Fläche und beschwert sie die Zulagebrettchen und Keile, sollte
nügend lange Bretter und schraubt auf mit Gewichten. Besser und immer wieder man aus dem gleichen Grund den Unter-
zu verwenden ist eine verstellbare Spann- schied zur oberen Leiste mit Holzstück-
vorrichtung, die man selbst herstellen chen ausgleichen. Wie für alle Spann-
kann - möglichst in doppelter Ausfüh- und Preßwerkzeuge gilt auch hier: beim
rung. Dazu braucht man zwei stabile Zudrehen keine Gewalt anwenden.
Holzbohlen, zwei starke Schloßsch rauben,
zwei Vorlagebrettchen und zwei Keile. In
die Bohlen werden, jeweils in einem Ar-
Spannvorrichtung mit Keüen beitsgang, auf der einen Seite mehrere
Durchgangs l och er im Abstand von etwa
jedem Ende ein Holzstück als Anschlag- 5 cm gebohrt, auf der anderen Seite eines.
klotz fest. Der Abstand der Klötze auf Ihr Durchmesser hängt von der Stärke
den Brettern muß so groß sein, daß auf der Schrauben ab, mit denen die Bohlen
einer oder auf beiden Seiten die Keile zusammengehalten werden. Das Einspan-
zwischen sie und das Werkstück getrieben nen ist eine einfädle Sache: Man steckt
werden können. Wenn man zuviel Luft die Schrauben in einem solchen Abstand Verstellbare Spannvorrichtung

69
Spannen und pressen (2)
Gehrungszwinge Hölzerne Parallelzwinge Exzenterzwinge
Feste rechtwinklige Verbindungen, bei Diese Zwinge hält Werkstücke mit paral- Exzenterzwingen sind wie die Parallel-
Bilderrahmen beispielsweise, gelingen am lelen und konischen, sich verjüngenden zwingen für leichlere Pressungen geeignet.
leichtesten und schnellsten mit einer Geh- Oberflächen. Die Spannweite ist ziemlich Der Spannarm ist beweglich und hat
rungszwinge. Die Anschaffung lohnt sich groß, die Spannkraft aber klein. eine Spannbacke aus Hartholz, die durch
aber auch nur für den, der eine komplette Die beiden Backen werden auf die er- Umlegen eines Exzenters auf das Werk-
Ausrüstung an Werkzeugen haben und forderliche Weitenstellung gebracht, in- stück gedrückt wird.
nicht gern improvisieren möchte. dem man die Gewindespindeln gleichzei-
tig herausdreht. Dann schiebt man die
Zwinge über das Werkstück und zieht
zuerst die innere Spindel an, dann die
äußere, bis die Backen flach aufliegen. Man
braucht wegen des geringen Drucks mei-
stens keine schützenden Zulagebrcttchen.

Sechsmal gespannt
Mit Bankzangen und Schraubzwingen
kann man die verschiedenartigsten Werk-
stücke festspannen; wenn aber einmal
Arbeiten anfallen, die über ihre Spann-
weite hinausgehen, dann braucht man
nicht gleich größere Werkzeuge zu kaufen.
Große Rahmen kann man beispiels-
weise mit Schnur- oder Drahtschlingen
zusammenspannen, bis der Leim abge-
bunden hat. Die Schlingen dreht man mil
Knebeln zusammen (1). Holz- oder Pa-
pier unter l a gen schützen das Holz vor Ein-
schnürungen. 1. Querverspannung 2. Ober die Ecken verspannt
Eine andere Möglichkeit ist, einen Rah-
men über die Ecken zu verspannen (2).
Dazu sind Eckklötze, zusammengeleimte
und verschraubte Holzstückchen, mit
einer Rille für den Spanndraht, erforder-
lich, außerdem ein Knebel. Die Recht-
winkligkeit ist gegeben, wenn die Diago-
nalen gleich lang sind.
Keile sind beim Verleimen, d. h. Ver-
spannen, wichtige Hilfsmittel. Zusammen
mit zwei Leisten kann man damit große
Rahmen oder ähnliches pressen. Man
schraubt die Leisten parallel auf eine
ebene Unterlage, legt das Werkstück da-
zwischen und treibt die Keile Spitze gegen
Spitze ein (3).
Bei leichteren Arbeiten kann man die
Leisten durch Schrauben ersetzen (4).
Einen Rahmen kann man auch zwischen
die Bankzange und eine festgeschraubte
Leiste spannen (5). Dabei benötigt man
einen L-förmigen Anschlag in der Zange.
Bei kastenförmigen Werkstücken ist
ein Rahmen von Vorteil, der mit Keilen
verspannt wird (6).
Mit etwas Phantasie kann man die hier
gezeigten Möglichkeiten abwandeln oder
kombinieren, so daß es kein unlösbares 6. Verkeilter Rahmen
5. Schraubstock und Leiste
Problem des Spannens geben dürfte.
70
Elektrowerkzeuge
Eine elektrische Handbohrmaschine mit Inhalt
ihren verschiedenen Vorsatz- und Zu-
satzgeräten erweitert die Arbeitsmöglich- 72 Die richtige Wahl treffen
keiten des Heimwerkers beträchtlich. 73 Bohrmaschinen
Damit läßt sich schnell und exakt arbei- 74 Maschinenpflege / Bohrerarten
ten, und die auch für den Anfänger 75 Umgang mit Bohrmaschinen
erreichbare Qualität der Arbeit braucht 76 Kreissägen
sich hinter der des Fachmanns nicht zu 79 Nicht alltägliche Sägearbeiten /
verstecken. Stichsäge
Was alles man beim Umgang mit Elek- 80 Schleifen
trowerkzeugen wissen sollte - und was 82 Holzverbindungen — maschinell
man schon vor dem Kauf in Erwägung gefertigt
ziehen muß -, finden Sie in diesem Kapitel. 83 Drechseln

71
Die richtige Wahl treffen
Überlegungen vor dem Kauf
Die Industrie bietet dem Heimwerker 4. im Bohrfutter: Jede Bohrmaschine wird den, nämlich freihändig oder stationär,
heute ein so umfangreiches und ausge- mit einem im Preis eingeschlossenen das heißt, sie werden fest in ein Werkzeug
reiftes Programm von Elektrowerkzeugen Bohrfutter geliefert, das zum Einspan- eingebaut.
(Antriebsmaschinen und Zubehör) an, daß nen der Werkzeuge dient. Bohrfutter ha-
es nicht ganz leicht ist, sich darin zurecht- ben verschiedene Spannweiten, liefer- Bei freihändiger Benutzung wird die Ma-
zufinden und die richtige Wahl zu treffen. üblich sind: bis 8 mm, 0,5-10 mm und schine mit angesetzten Zusatz- oder Vor-
Leider sind bis heute die Werkzeuge der 2,5-13 mm. satzwerkzeugen von Hand geführt. Da-
verschiedenen Fabrikate untereinander bei sind folgende Arbeiten möglich:
nicht genormt. Das bedeutet, daß man Bohren mit eingespannten Bohrern ver-
beim späteren Zukauf von Vorsatz- und Wahl einer Bohrmaschine schiedenster Art.
Zusatzgeräten auf das Fabrikat der zuerst Die folgende Aufstellung gibt ein typi- Winkelbohren mit Winkelbohrvorsatz
gekauften Bohr- oder Antriebsmaschine sches Bohrmaschinenprogramm wieder, (etwa 80-110 DM) und Bohrern;
festgelegt ist. wie es von Marken firmen heute angebo- Schleifen mit Gummischleifleller, Moos-
Da Eiektrowerkzeuge bei der Arbeit ten wird. gummischeibe oder, für gewölbte Flächen,
sehr stark beansprucht werden, sollte man 1. Eingangbohrmaschine, Spannweite 8 Schwammgummischeibe; mit Drahtbür-
grundsätzlich das solideste und beste mm, Leistungsaufnahme 300 W, Dreh- sten, z. B. zum Entrosten; mit dem
Markengerät kaufen, das man sich leisten zahl 2400 U/min, Preis etwa 70 DM. Sandervorsatz (je nach Größe etwa 40 bis
kann. Nicht schlagbohrsicher, nur für eng be- 100 DM); mit dem Bandschleifvorsatz
grenzte Ansprüche geeignet, ernsthaften (etwa 150DM);
Heimwerkern nicht zu empfehlen. Polieren mit Policrscheiben und -schwäm-
Antriebsmaschinen 2. Eingang, schlagbohrsicher, 8 mm, men oder mit Gummiteller und Lamm-
Das Herz der Werkzeugeinrichtung ist 310 W, 2400 U/min, etwa 95 DM. Ar- fellhaube;
die Antriebsmaschine, die in den meisten beitsbereich begrenzt, nur für bescheidene Sägen mit dem Kreissagevorsatz (je nach
Fällen eine elektrische Bohrmaschine Ansprüche, kaum zu empfehlen. Ausführung etwa 60 bis 120 DM) oder
- wegen ihrer Form auch Bohrpistole ge- 3. Zweigang, elektrische Umschaltung, mit dem Stichsägevorsau (je nach Aus-
nannt - sein wird, aber auch ein ortsfester schlagbohrsicher, 8 mm, 350 W, 2200 und führung etwa 60 und 100 DM), auch in
Elektromotor sein kann. 2800 U/niin, etwa 150 DM. Für Allge- Verbindung mit dem Kreis- und Parallel-
meingebrauch (ohne Schlagbohren) zu Schneider (etwa 16 DM);
Bohrmaschinen: Die Zahl der angebote- empfehlen. Nuten und Falzen mit dem Kreissagevor-
nen Maschinen ist sehr groß. Sie unter- 4. Maschine wie unter 3., jedoch Dreh- satz und Wanknutscheiben (etwa 10 DM)
scheiden sich außer im Preis, der etwa von zahl stufenlos bis 2800 U/min regelbar, oder mit dem Fräsvorsatz;
70 bis 450 DM reicht, im wesentlichen in etwa 170 DM. Für Liebhaberansprüche, Hobeln mit dem Hobelvorsatz (Hobel-
den vier folgenden technischen Punkten: ohne Schlagbohren, relativ hoher Preis. breite 62 mm, etwa 215 DM);
/. in der Leistungsaufnahme, d. h. dem 5. Zweigangschlagbohrmaschinc, 0,5-10 Fräsen von Nuten und Falzen, Kanten-
Stromverbrauch, der mit der Leistungs- mm, 400 W, 2200 und 2800 U/min, etwa bearbeitung von kunststoffbeschichteten
abgabe, d. h. der Arbeitsleistung, in un- 190 DM. Für den ernsthaften Heimwer- Platten (Antrieb mit 20000 U/min erfor-
mittelbarem Zusammenhang steht. Die ker ohne Einschränkung zu empfehlen. derlich, etwa 100 DM);
Arbeitsleistung beträgt in der Regel etwa 6. Maschine wie unter 5., jedoch stufen- Schneiden von Blech, Schichtstoffplatten
60% der Leistungsaufnahme, und diese los regelbar, etwa 220 DM. Für Lieb- und ähnlichem Material mit dem Knab-
kann von 300 bis 600 W (Watt) reichen. haberansprüche nicht zu teuer. bervorsatz (etwa 130 DM);
2. in der Anzahl der Gänge, d. h. der 7. Zwcigang, schlagbohrsicher, mit Über- Schruppen und Trennen mit dem Win-
verschiedenen einstellbaren Umdrehungs- lastungsschutz, 0,5-10 mm, 400 W, 1000 kelschleifvorsatz für Schrupp- und Trenn-
geschwindigkeiten, die in Umdrehungen und 2500 U/min, etwa 200 DM. Stärkere scheiben (mit eingebauter Sicherheitskupp-
per Minute (U/min) angegeben werden. Maschine als 3. und 4., im ganzen emp- lung, etwa 160 DM);
Bei Eingangbohrmaschinen kann man fehlenswert, jedoch ohne Schlagbohren. Farbrühren mit dem Rührer (etwa 3 DM);
die Umdrehungszahl durch ein Vorsatz- 8. Zweigangschlagbohrmaschine mit Lei- Heckenschneiden mit dem Heckenscheren-
getriebe halbieren oder verdoppeln. Da stungen wie 7., etwa 270 DM. Stärkere vorsalz (Schnittlänge 35cm, etwa 90DM);
ein solches Getriebe etwa 100 DM kostet, Maschine als 5. und 6., ohne Einschrän- Rasenmähen mit dem Rasenmäher
der Preisunterschied zwischen einer Ein- kung zu empfehlen. (Schnittbreite 30 cm, etwa 130 DM).
gang- und Zweigangmaschine von glei- 9. Viergangschlagbohrmaschine, mit Über-
cher Starke aber nur etwa 50 DM betragt lastungsschutz, 0,5-10 mm, 350 W, 740, Bei stationärer Benutzung wird die Bohr-
und Vorsatzgetriebe außerdem umständ- 1000, 1600 und 2100 U/min, etwa 270 DM. maschine mit einem Haltegerät fest auf
lich zu verwenden sind, ist der Kauf einer Ideal für passionierte Heimwerker, für dem Werklisch verankert.
Zweigangmaschine von vornherein mehr hohe Ansprüche sehr zu empfehlen. Aufspannbock: Ein einfacher Aufspann-
zu empfehlen. 10. Zweigang, schlagbohrsicher, mit Si- bock mit Spannbügel (etwa 18 DM) ge-
3. Schlagbohreinrichtung oder nicht: Bei cherheitsaulomatik, 2,5-13 mm, 400 W, nügt für den Betrieb der kugelgelagerten
Schlagbohrmaschinen macht der einge- 1000 und 2800 U/min, etwa 270 DM. biegsamen Welle (etwa 110 bis 130 DM).
spannte Bohrer gleichzeitig mit der Dreh- Hohe Kraflreserve, für sehr starke Be- Für alle anderen stationär ausführba-
bewegung eine sehr schnelle Stoß- oder anspruchung, jedoch ohne Schlagbohren. ren Arbeiten braucht man ein auf dem
Schlagbewegung in Längsrichtung (Schlag- 11. Zweigangschlagbohrmaschine, stufen- Werktisch befestigtes Grundgerät, das in
zahl etwa 40000 je Minute). Um Löcher los regelbar, mit Regelautomatik, sonstige einem Maschinenhaller die Bohrmaschine
in Belonwände oder -decken, in Ziegel, Leistungen wie 10., etwa 320 DM. Für tragt und als Tisch kreissäge, als Tisch-
Stein oder Keramikfliesen zu bohren, ist höchste handwerkliche Ansprüche geeignet schleifmaschine und als Bohrstander ver-
eine Schlagbohrmaschine unerläßlich. Der und zu empfehlen. wendbar ist (komplett etwa 320 DM).
Preisunterschied zwischen einer gewöhn- 12. Sechsgangschlagbohrmaschine mit Si- Als Ergänzung zum Grundgerät gibt es
lichen und einer Schlagbohrmaschine von cherheitsautomatik, 2,5-13 mm, 600 W, einen Maschinenhalter mit Kugellagerung
sonst gleicher Leistung beträgt etwa 700, 1000, 2200, 3000, 18000 und 25000 (etwa 60 DM); einen größeren, gußeiser-
40 DM. Für etwa 60 DM gibt es auch U/min, etwa 310 DM. Für Spezialan- nen Sägetisch (etwa 110 DM); eine Drech-
Seh lagbohr vor s ätze für gewöhnliche Bohr- sprüche, wie Fräs*, feine Schleif- und selausrüstung (etwa 60 DM); eine Laub-
maschinen. Will man davon Gebrauch Polierarbeiten, mit sehr hoher Umdre- sägeausrüstung (etwa 150 DM); eine
machen, so muß man darauf achten, daß hungszahl. Schleifeinrichtung (etwa 60 'DM); ein
die mit dem Vorsatz betriebene Bohr- Sägeblattschärf gerät (etwa 100 DM) und
maschine selbst „schlagbohrsicher" ist; ein Spiralbohrerschleifgerät (etwa 70 DM).
das hängt hauptsächlich von einem ge- Betrieb der Bohrmaschinen Schließlich kann auch der schon früher
nügend widerstandsfähigen Lager der Bohrmaschinen können grundsätzlich auf erwähnte Bandschleif vors atz ortsfest am
Ankerwellc ab. zwei verschiedene Arten verwendet wer- Sägetisch des Grundgeräts benutzt werden.
72
Bohrmaschinen
Wie eine Bohrmaschine arbeitet
Die Reihe der fürs Heimwerken geeig- scheiden. Damit kann man die verschie- Kohlebürsten und den Kollektor zur
neten ElektroWerkzeuge reicht von der densten Arbeiten wie Bohren, Sägen, Frä- Ankerwicklung.
einfachen Handbohrmaschine bis hin zu sen, Schleifen oder Drehen mit der jeweils Die Geschwindigkeit der Ankerwelle
kostspieligen Spczialmaschinen, deren An- günstigsten Umdrehungszahl ausführen. von etwa 20 000 U/min wird durch das
schaffung sich wohl nur selten lohnt. Eine Eingangmaschine mit zusätzlichem Getriebe auf 3 000 U/min herabgesetzt,
Den Ansprüchen der meisten Ama- Wechselgetriebe kostet in der Regel mehr wodurch sich das „Drehmoment", die
teurhandwerker wird am ehesten eine als eine Zweigangmaschine. Die Ver- eigentliche Antriebskraft, im gleichen
elektrische Handbohrmaschine gerecht, änderung der Umdrehungszahl kann auf Verhältnis erhöht. Der eingebaute Ven-
mit der sich Vorsaizgeräte betreiben las- elektrischem Wege oder durch ein me- tilator dient zur Kühlung des Motors.
sen, die man nach und nach, je nach chanisches Untersetzungsgetriebe erfolgen. Es gibt Bohrmaschinen mit einfachen
Bedarf, anschaffen kann. In der Praxis verwendet man mechanische Gleitlagern, die besseren Modelle haben
Aus der untenstehenden Aufstellung Vorsatzgetriebe, die anstelle des Bohr- jedoch Nadel- oder Kugellager, die für
der richtigen Drehzahlen für verschie- futters angesetzt werden. An Handlichkeit Dauergebrauch unbedingt vorzuziehen
dene Arbeiten geht hervor, daß Zwei- können sie es aber mit einer Zweigang- sind.
gan gbohrmaschinen vielfältiger verwend- bohrmaschine nicht aufnehmen. Die elektrischen Verbindungen im
bar sind als die billigeren Maschinen mit Elektrowerkzeuge werden in der Regel Motor sind in der Regel verlötet. Wird
nur einer Geschwindigkeit. Ihre An- mit doppclpoligen Schaltern versehen, so der Motor durch Überlastung oder
schaffung ist deshalb im Endeffekt loh- daß der ausgeschaltete Motor vollkom- starke Funkenbildung infolge abgenütz-
nender. Wer sehr hohe Ansprüche stellt, men vom Stromnetz getrennt ist. Beim ter Kohlebürsten übermäßig heiß, so
wird sich vielleicht sogar für eine Ma- Einschalten läuft der Strom zu einer der kann es zum Schmelzen der Lötverbin-
schine mit vier oder sechs Gängen ent- Feldspulen und von dort über die dungen kommen.

Teile einer Bohrmaschine


Q Bohrfutler - zum Einspannen von Bohrern
und anderen Werkzeugen ( 6
© Kugellager der Bohrspindel - für reibungslosen Lauf
® Untersetzungsgetriebe (nicht sichtbar)
© Getriebeschalthebel - bei manchen Bohrmaschinen kann
man das Getriebe auch während des Laufens umschalten
© Vorderes Kugellager der Ankerwelle
© Ventilatorrad - zur Motorkühlung
© Zweipoliger Einschalter aus Isolierstoff
® Festste! l knöpf für den Einschalter
® Schutzleiter - entfällt bei schutzisolierten Bohrmaschinen
® Getriebegehäuse - mit Getriebefeit gefülll
® Isolierte Kohlebürstenhalter mit Schraubkappe
© Hinteres, geschlossenes Kugellager der Ankerwelle
® Automatischer Motorschutzschalter
© Verlötete Kollektoranschlüsse (nicht sichtbar)
@ Feldspule- mit Isolierband umwickelt
© Funk- und Fernsehentstörung
© Universalmotorwicklungen (Anker nicht sichtbar)
® Stromzulührungskabet mit Schutzleiter ®

Richtige Umdrehungszahlen bei der Arbeit


Bohren in Holz bis 10 mm 0 2 500-3 000 U/min
Bohren in Stahl bis 6 mm 0 2 500-3 000 U/min
Seh lalfen 2 500-3 000 U/min
Polieren 2 500-3 000 U/min
Kreissäge- oder Stichsagevorsatz 2 500-3 000 U/min
Holzdrechseln bis 5 cm 0 2 500-3 000 U/min
Bohren in Holz von 10—25 mm 0 bis 1 000U/min
Bohren in Stahl von 6-10 mm 0 bis 1 000U/min
Bohren in Ziegeln. Mauerwerk,
Kacheln und Fliesen bis 1 000 U/min
Schlagbohien in Beton bis l 000 U/min
Bohren von Glas bis 1 000 U/min

73
Maschinenpflege/Bohrerarten
Wartung und Pflege der Bohrmaschine
Das Abfallen der Umdrehungszahl wäh- falls vom Herstellerkundendienst über- Beim Arbeiten mit eingebauter Bohr-
rend der Arbeit, das gewöhnlich von holt werden. maschine, mit angesetzten Vorsatzgeräten
einem tieferen Motorbrummen begleitet Übermäßige Funkenbildung am Kol- oder mit der biegsamen Welle kann ein
wird, ist ein Zeichen von Überlastung. lektor, sogenanntes „Feuern", deutet auf zusätzlicher Fußschalter, der beide Hände
Um eine Beschädigung des Motors zu einen elektrischen Fehler hin. Abhilfe für die Arbeit freiläßt, sehr praktisch
vermeiden, nimmt man die Maschine kann hier nur der Fachmann schaffen. sein.
für ein paar Sekunden vom Holz weg
und läßt sie vor erneutem Ansetzen im
Leerlauf wieder auf volle Touren kom-
men. Auf diese Weise wird sie geschont
und Überhitzung vermieden.
Viele Bohrmaschinen haben einge-
baute automatische Ausschalter, die den
Strom bei Überlastung des Motors un-
terbrechen. Vor dem Wiedereinschalten
muß die Maschine vom Werkstück abge-
setzt werden. Schutzschalter gibt es auch
einzeln in Steckerform oder zum Einbau
in das Zuleitungskabel zu kaufen. Ihre
Verwendung ist auf alle Fälle zu emp-
fehlen.
Prüfen Sie die Kohlebürsten des Mo-
tors regelmäßig und säubern Sie sie er-
forderlichenfalls mit Terpentinersatz und
feinstem Schleifpapier. Achten Sie genau
auf richtiges Wiedereinsetzen. Stark oder Nach Abschrauben des Vorderteils der Bohrmaschine ist das Getriebe zugänglich und kann,
ungleichmäßig abgenützte Bürsten müs- nach dem Entfernen alter Fetlreste, frisch mit hitzebeständigem Getriebefett gefüllt werden.
sen ersetzt und die Maschine gegebenen- Diese Erneuerung sollte wenigstens einmal jährlich erfolgen.

Bohrerarten
Wendelbohrer (Spiralbohrer) gibt es ein- läßt sich mit ihnen Holz in jeder Rich- die Schraubenköpfe im Holz versenkt
zeln und in abgestuften Sätzen zu kau- tung genau bohren. sind.
fen. Obwohl eigentlich fürs Metallbohren Holzspiralbohrer, besonders in Hirnholz Senkbohrer, eine Kombination von Boh-
bestimmt, kann man sie ebensogut für nicht ganz so genau wie Schlangenboh- rer und Versenker, bohren Löcher von
Holz benutzen. In frischem Weichholz rer, ergeben Löcher mit ebenem Grund. gewünschter Größe und stellen gleich-
verstopfen sie sich gern; ziehen Sie des- Man benutzt sie mit voller Maschinen- zeitig die Versenkung für den Schrau-
halb den Bohrer öfters heraus und säu- drehzahl. benkopf her.
bern Sie ihn mit einem Nagel. Verseaker, auch Ausreiber oder Kraus- Forstnerbohrer gehören zu den genaue-
Seh langen bohre r sind nur für Holz be- kopf genannt, dienen zum „Ausreiben" sten Bohrern überhaupt; zum Bohren
stimmt. Da sie eine Zentrierspitze haben, von gebohrten Schraubenlöchern, so daß großer Löcher in Holz bei hoher Ge-
schwindigkeit.
Maschinenschlangenbohrer: In Irwinform
zum Bohren tiefer Löcher auf der Dreh-
bank, 2. B. für Lampenständer. Bei vor-
Holzspiralbohrer gebohrtem Führungsloch ist auch frei-
händiges Bohren möglich. Das Bohrloch
Zentrumbohrer muß nach jeweils etwa 5 cm Bohrtiefe
gesäubert werden.
Fräsbohrer: Eine Kombination von Boh-
rer und Raspel, zum Bohren und zugleich
zum Verlängern und Fräsen von Lang-
löchern (Schlitzen).
Lodtsägen: Eine Kombination von Füh-
rungsbohrer mit ringförmigen Sägen
verschiedener Durchmesser für sehr
große, bis etwa 6 mm tiefe Löcher in
Holz und ähnlichem Material. Abfeilen
jedes zweiten Sägezahns erhöht ihre
Versenker (Ausreiber)
Wirksamkeit.
Steinbohrer mit Hartmet all schneiden
zum Bohren von Kacheln, Ziegeln, Stein
und Beton. Bei Beton führt nur Schlag-
Wendelbohrer bohren zum Ziel.
(Spiralbohrer)
Glasbohrer für Glas und Spiegel werden
Senkbohrer mit möglichst niedriger Umdrehungszahl
Glasbohrer und unter ständigem Kühlen benutzt.
Forstnerbohrer Zentrumbohrer: Auch verstellbar zu ha-
ben, für große Löcher jeder Art in Holz
und ähnlichem Material.
Damit Bohrer sich nicht festfressen, zu
Lochsäge heiß werden und dadurch ihre Härte
verlieren, müssen sie nach Gebrauch
sorgfältig gereinigt und leicht eingeölt
Schlangenbohrer
werden.
74
Umgang mit Bohrmaschinen
Am wichtigsten: senkrecht bohren
Man muß immer darauf achten, daß die Bohrmaschine sind Wechselgetriebe, arbeiten und für Arbeiten an schlecht zu-
man genau senkrecht zur Fläche bohrt. die die Drehzahl halbieren oder verdop- gänglichen Stellen. Der Schraubvorsalz
Das läßt sich erreichen, indem man peln, und Winkelgetriebe, mit denen mit verschieden breiten Klingen erleich-
die Haltung des Bohrers mit einem da- man „um die Ecke" arbeiten kann. Es tert das Eindrehen von Holzschrauben in
neben aufgestellten Anschlagwinkel ver- gibt auch kombinierte Winkel- und vorgebohrte Löcher.
gleicht. Nach Möglichkeit läßt man sich
dabei helfen.
Wechselgetriebe. Eine möglichst kugelge-
lagerte biegsame Welle dient für Fein- o-
Noch sicherer ist die Verwendung
einer der vielen Bohrerführungen oder
Bohrlehren, die es zu kaufen gibt und
die entweder an der Bohrmaschine oder
am Werkstück befestigt werden.
In Ermangelung einer Bohrlehre reißt
man Dübellöcher auf folgende Weise
an: Man markiert ihre Mittelpunkte auf
einem der beiden Holzteile, die verbun- Winkelgetriebe
den werden sollen, schlägt in die Punkte anstelle des
dünne Nägel und zwickt sie mit der Bohrfutters

Benutzung einer Bohrfiihrung

Beißzange so ab, daß ihre Enden noch


2-3 mm hervorstehen. Dann preßt man
beide Holzteile in der richtigen Lage
gegeneinander, so daß sich die Nagel-
enden im zweiten Teil eindrücken, und
bohrt die Löcher an den auf diese Weise
markierten Stellen.
Für hundertprozentige Genauigkeit bei
jeder Art von Bohrarbeiten ist ein Bohr-
ständer (Bohrsäule) das richtige.
Achten Sie beim Kauf darauf, daß
Ihre Bohrmaschine in die Halterung des
Ständers paßt. Meistens muß er vom sel-
ben Fabrikat wie die Maschine sein.
Ein Bohrständer erleichtert die Arbeit
beträchtlich. Zum Beispiel lassen sich
Zapfenlöcher leicht bohren: Reißen Sie
das Loch an, und bohren Sie das Innere
genau bis zur richtigen Tiefe heraus, den
Rest entfernen Sie sauber mit dem Genaues Bohren: In Ermangelung von Bohrführung oder Bohrlehre brauchen Sie einen
Stechbeitel. Sie können aber auch einen Helfer, der durch Vergleich mit einem Anschlagwinkel für genau senkrechtes Bohren sorgt
Fräsvorsatz kaufen, der die ganze Arbeit
auf einmal besorgt. (Vgl. Zinken fräsen,
S. 82.) Ebenso erreicht man mit einem
Bohrständer exakte, senkrechte Dübel-
löcher. Zapfenschneider sind ein einfaches

Zapfen schneiden mit der Bohrmaschine

Zubehör, um Astlöcher oder Schrauben-


löcher zu schließen. Man bohrt damit aus
passendem Holz einen Dübel, leimt ihn
ein und schleift die Oberfläche glatt. Dü-
belhölzer gibt es aber auch fertig in vie-
len Durchmessern zu kaufen. Dübeln: Genaue Dübellöcher sind wichtig. Bohrsäule: Der Bohrer wird mit einem
Weitere praktische Zusatzgeräte für Man bohrt sie am besten mit der Bohrlehre. Hebel exakt und gleichmäßig gesenkt

75
Kreissägen
Was man dabei beachten muß
Die Kreissäge ist eines der wichtigsten überlastet den Motor. Niederdrücken der Anlriebsmaschinen mit Überlastungs-
Zusatzgeräte zur Bohrmaschine. Beach- Säge erübrigt sich, weil die nach oben schutz seh altern und Handmotorsägen
ten Sie beim Kauf, daß meistens nur schneidende Säge sich dadurch von selbst mit Rutschkupplung sind am besten
gleiche Fabrikate zueinander passen. an das Holz andrückt. gegen Überbeanspruchung des Motors
Kreissägen mit eingebautem Motor Fallt die Drehzahl des Motors beim geschützt.
arbeiten besser als Vorsatzsägcn an der Sägen ab, so entlasten Sie die Säge so-
Bohrmaschine. Bei ihnen erübrigt sich fort von jedem Druck und warten mit Kreissägeblätter und ihre Verwendung
auch das etwas zeitraubende Zusammen- dem Weiterschneiden, bis sich der Motor Kreissägeblätter gibt es in verschiedenen
setzen. erholt hat und wieder auf vollen Tou- Arten und Größen.
Beide Sägearten können als Hand- ren läuft. Anhaltendes Klemmen der Kombinationssägeblätter mit geschränk-
oder Tischsäge betrieben werden. Am Säge deutet auf ein stumpf gewordenes ten Zähnen sind vielseitig verwendbar:
Sägetisch kann man genauer arbeiten, oder zu wenig geschränktes Sägeblatt hin. Sie schneiden dickes und dünnes Hart-
weil man feste und bewegliche Anschläge Die erreichbare Schnittiefe hangt in holz und Weichholz, sowohl mit der
benutzen kann und beide Hände zum erster Linie vom Durchmesser des Säge- Faser als auch quer dazu; außerdem
Führen des Holzes frei hat. blatts ab- Die Blätter von Vorsatzkreis- natürlich Sperrholz, Tischlerplattcn und
Die optimale Umfangsgeschwindigkeit sägen haben bis zu 150 mm Durchmes- Spanplatten.
für ein Kreissägeblatt ist ungefähr 50 m/ ser, was eine Schnittiefe am Tisch von Feinsägeblätter verschiedener Art mit
sec. Da die normale Handkreissäge diese gut 40 mm, bei der Handkrcissäge von geschränkten oder hinterschliffenen Zäh-
Geschwindigkeit nicht erreicht, muß man über 30 mm ergibt. Kleinere Blätter nen schneiden Hart- und Weichholz
sie, um den Motor nicht zu überlasten, schneiden entsprechend weniger tief. quer zur Faser, Kunststoffe, Schichtstoff-
besonders vorsichtig und sorgsam hand- Versuchen Sie nie, eine schräg lau- plattcn und MetaHbleche.
haben. fende („verlaufende") Säge durdi starkes Wolfszahnsägeblätter sind für Holz in
Beim Sägen soll der Motor möglichst Gegenhallen wieder gerade zu führen. Faserrichtung bestimmt. Sie ergeben
immer mit seiner Höchstgeschwindigkeit Das würde unvermeidlich zur Überla- einen schnellen, aber ziemlich groben
laufen. Schalten Sie ihn deshalb ein, be- stung des Motors und schließlich zum Schnitt.
vor Sie mit dem Sägen beginnen, nicht Stehenbleiben führen. Vergewissern Sie Nichtgeschränkte Sägeblätter mit Grup-
erst, wenn die Säge das Holz berührt. sich vor dem Sagen, daß im Holz keine penzahnung schneiden sauber in dickem
Führen Sie die Säge nur mit leichtem verborgenen Nägel stecken; sie würden und dünnem Holz und ähnlichem Ma-
Druck voran, sie soll fast von selbst das Sägeblatt stumpf machen und den terial.
durch das Holz laufen. Zu starker Druck Motor ebenfalls überlasten. Stumpf gewordene Sägeblätter läßt
man am besten von einem Fachmann in
der Werkstatt schärfen. Es gibt aber
auch Sägeschränk- und Schärfgeräte zu
kaufen, die ein geschickter Amateur mit
seiner Handbohrmaschine betreiben
Von dieser Seite aus gesehen, kann.
dreht sich das Sägeblatt
immer entgegen dem Uhrzeiger

Kombinationssägeblatt (für Holz)

Feinsägeblatt (für Metalle und Kunststoffe)


Mit der Schräg-
einstellung wird
die Neigung
des Sägeblatts
zur Holzfläche
— bis zu 45° —
Mit der
Tiefeneinstellung reguliert
(hinter dem
Sägeblatt) Sägetisch
wird die Wolfszahnsägeblatt (Grobschnitt für Holz)
Schnittiefe
bestimmt Mit dem verschiebbaren Winkelanschlag legt
man den Abstand des Sägeschnittes von der
Holzkarte fest. Um einen geraden Schnitt zu
erzielen, muß die Holzkante, an der der An-
schlag läuft, ganz gerade sein.

Die federnde Schulzhaube deckt das Säge-


blatt ab, weicht aber von selbst zurück, so-
bald die Säge an das Holz angesetzt wird
Sägeblatt mit Gruppenzahnung
Die wichtigsten sichtbaren Teile der Kreissäge {Feinschnitt für Holz)
76
Benutzung der Handkreissäge
Einstellung der Säge
Das Einsfellen der Schnittiefe wird bei
der Handkreissäge mit dem beweglichen
Sägetisch vorgenommen. Stellen Sie das
Sägeblatt nur so tief ein, daß die
Zähne beim Sägen auf der Rückseite
des Holzes nur gerade hervortreten. Der
Sägetisch läßt sich auch seitlich zwischen
45° und 90° zum Sägeblatt neigen, man
kann daher innerhalb dieses Winkeibe-
reichs Schrägschnitte machen. Die Schnitt-
tiefe ist bei senkrechter Einstellung am
größten, unter 45- am kleinsten.
Vergewissern Sie sich vor dem Sägen,
daß die federnde Schutzhaube der Säge Vergewissern Sie sich, daß die Schutz- Stellen Sie den Sägetisch immer so ein,
einwandfrei funktioniert. Sie muß das haube zurückspringt, sobald die Säge vom daß die Sägenzähne das Holz gerade noch
Sageblatt bis auf die Stelle, wo es mit Holz abgehoben wird durchdringen
dem Holz in Berührung steht, vollstän-
dig abdecken.
Zu jeder Handkreissäge gehört ein
verstellbarer Winkelanschlag, mit dessen
Hilfe man parallel zu einer geraden
Kante des Werkstücks sägen kann.
Machen Sie einen Probeschnitt auf
einem Stück Abfallholz, um festzustellen,
ob der Schnitt im richtigen Abstand von
der Kante verläuft, und ziehen Sie dann
die Halteschraube des Winkelanschlags
so fest an, daß sie sich durch das Vibrie-
ren der Säge nicht lockern kann.
Diese drei Grundeinstetlungen der Ziehen Sie die Schraube des Winkelan- Für Seh rag schnitte wird der Sägetisch ent-
Säge nach Schnittiefe, Schnittwinkel und schlags nach Einstellung des gewünschten sprechend geneigt und der Winkelanschlag
Seitenabstand sind immer nötig. Abstands fest an eingestellt

Biegen, falzen, nuten


f

Einkerben: Mit Hilfe paralleler Kerbschnitte bis zu Dreiviertel der Holzdicke läßt sich Holz Gehren: Ein unter 45° auf das Holz ge-
biegen. Die mögliche Krümmung hängt von der Schnittiefe, vom Schnittabstand und von der klemmtes Lineal dient als Gehrungsan-
Biegsamkeit des Holzes ab. schlag. Für Schrägschnitte Sägetisch neigen.

Falzen: Aus zwei rechtwinklig aufeinanderstellenden Schnitten entsteht eine Stufe. Die Nuten: Eine Reihe dicht nebeneinander
Schnitte müssen innen exakt aufeinandertreffen. Das läßl sich durch genaue Einstellung liegender Schnitte von gleicher Tiefe ergibt
von Schnittiele und -abstand mit dem Sägetisch und dem Winkelanschlag erreichen. Ein Nuten für Schiebetüren oder für Holzver-
Falzsägevorsatz (rechts) ist kleiner als die Kreissäge und wird genauso verwendet. bindungen
77
Arbeiten an der Tischkreissäge

Die Tischkreissäge erlaubt leichteres und Kommen Sie beim Arbeiten am Säge- hergestellten Schiebestock mit V-förmigem
genaueres Arbeiten als die Handkreis- tisch der Säge mit den Händen nicht zu Ausschnitt.
säge, weil man an ihr beide Hände zum nah! Führen Sie kleine Holzstücke und Schalten Sie die Säge immer ein paar
Führen des Werkstücks frei hat. auch das Ende von größeren nie mit den Sekunden vor dem Ansetzen ans Holz
Es gibt eine große Anzahl von Tisch- Fingern an die Säge heran, sondern be- ein, damit sie vorher auf volle Touren
modellen, sowohl für Vorsatzkreissägen nutzen Sie dazu einen aus einer Leiste kommt.
wie für Motorsägen: sie reichen von
kleinen, auf der Werkbank befestigten
Tischen bis xu größeren auf dem Boden
stehenden Modellen mit kalibrierten,
d. h. ein genaues Maß gebenden An-
schlägen und einer Vorrichtung zum
Schwenken des Sägeblatts.
Die wichtigsten Eigenschaften jedes

Benutzung eines Schiebestocks

Tischs sind seine Standfestigkeit, die


einwandfreie Befestigung der Bohrma-
schine und ein Parallelanschlag, der sich
in jedem Abstand vom Sägeblatt unver- Querschneiden; Fassen Sie das Holz mit beiden Händen in genügendem Abstand von der
rückbar feststellen läßt. Säge und schieben Sie es gleichmäßig voran

Zusammensetzen einer Tischkreissäge

Zum Ansetzen der Bohrmaschine an den Ziehen Sie die Schrauben, die die Bohr- Schieben Sie das Sägeblatt zwischen den
Sägetisch wird zuerst das Bohrlulter von der maschine im Tischständer halten, fest an, mitgelieferten Flanschen auf die Welle, und
Maschine abgeschraubt. Setzen Sie dazu und schrauben Sie die Wellenverlängerung achten Sie dabei auf die richtige Dreh-
den Bofirfutterscfilüssel ein, und geben Sie für das Sägeblatt auf die Maschinenspindel, richlimg: von vorn gesehen entgegen dem
ihm einen kräftigen Schlag nach unten. die sonst das Bohrfutter trägt. Uhrzeigersinn.

Die Säge darf nie ohne Schutzhaube be- Prüfen Sie mit einem auf den Sägetisch Ist ein verstellbarer Anschlag vorhanden,
nutzt werden. Bringen Sie diese jetzt an, gestellten rechten Winkel, ob das Sägeblatt so muß er genau parallel zum Sägeblatt
und vergewissern Sie sich, daß sie vor- genau senkrecht steht. Hat der Winkel Milli- eingestellt werden. Dies geschieht durch
schriftsmäßig funktioniert. Nun wird der metereinteilung, so können Sie schon jetzt Messen oder Zwischenlegen einer Holzleiste
Sägetisch auf dem Ständer befestigt. die gewünschte Sägeschnittiele einstellen. von entsprechender Breite.

78
Nicht alltägliche Sägearbeiten/Stichsäge
Sägen von Falzen, Nuten, Keilstücken und Kehlungen
Der Schnitt der Kreissäge kann durch
Anschrauben von Wanknutschciben auf
beiden Seiten des Sägeblatts auf seiner
Welle verbreitert werden. Die Säge
schwingt dann während des Schneidens
seitlich hin und her und fräst in einem
Arbeitsgang Falze oder Nuten.

Mit Wanknutscheiben läßt sich in einem Sägen eines Zapfens: Das Werkstück wird
Arbeitsgang nuten. Beachten Sie die Beilage mit Hilfe eines Schiebe-Winkelanschlags
am Parallelanschlag. rechtwinklig zur Säge gehallen.

Nuten mit der Wanknutsäge


Zentimeter-
Keilförmige Hölzer lassen sich am einteilung
besten mit einem selbsthergestellten Keil- Fliigelmuller
anschlag sägen, mit dem das Werkstück Endanschlag
am normalen Parallelanschlag entlang-
geführt wird. Dazu verbindet man zwei
Für das Zuschneiden keilförmiger Hölzer Benutzung des Keilanschlags: Legen Sie
gerade Leisten an einem Ende mit einem kann man sich einen verstellbaren Keilan- das zu sägende Holz an einem Schenkel
Scharnier und schraubt über das andere schlag selbst herstellen. Seine beiden und dem Endanschlag an. Der andere
Ende einen geschlitzten Sperrholz- oder Schenkel werden auf den gewünschten Schenkel liegt am Parallelanschlag des
Blechstreifen, der auf einer Seite mit Winkel eingestellt und mit der Flügelmutter Sägelischs. Halten Sie das Werkstück beim
einer Flügelmutter festgestellt werden festgehalten. Sägen mit einem Andrückholz fest.
kann. Eine der Leisten bekommt eine
Zentimetereinteilung, mit deren Hilfe
sich das S te i g ungs Verhältnis des Keils
genau einstellen läßt. Einem Verhältnis
von 1:13 würde z. B. ein Leisten abstand
von l cm an der Markierung 13 cm
entsprechen.
Um runde Hohlkehlen in Holz zu
fräsen, braucht man einen Sägetisch und
ein sehr scharfes Sägeblatt. Man klemmt
eine gerade Holzleiste als Richtscheit
schräg über den Tisch. Je größer ihr
Winkel zum Sägeblatt ist, desto breiter
wird die Hohlkehle gesägt. Das Werk-
stück wird diagonai am Schräganschlag
Fräsen von Hohlkehlen: Ein improvisierter gerader Anschlag wird schräg auf dem Säge-
entlang über die Säge geführt, bis die tisch festgeklemmt, so daß die Säge halbkreisförmig in das Holz schneidet. Das Sägeblatt
gewünschte Kehlungstiefe erreicht ist. muß dazu vollkommen scharf sein. Zum Auskehlen wird das Holz am Anschlag entlang
Für jeden neuen Schnitt wird das Säge- mehrfach schräg über die Säge geführt. Für jeden neuen Schnitt hebt man das Sägeblatt
blatt um 3 mm gehoben. Lim 3 mm

Stichsäge - für geschweifte Schnitte


Handstichsägen gibt es sowohl als Vor- suchen, durch starkes Vorwärtsdrücken
satz zur Bohrmaschine wie auch als schnelleres Sägen zu erreichen. Bei
Motorhandsäge zu kaufen. Man be- langsamem Vorschreiten schneidet die
nutzt sie für aus der Mitte oder vom Stichsäge Hartholz bis etwa 30 mm,
Rand ausgehende gerade oder ge- Weichholz bis ungefähr 40 mm Dicke.
schweifte Schnitte in Massivholz und In feuchtem Holz arbeitet eine leicht zu-
Sperrholz, in Tischlerplatten, Spanplat- riickgeneigte Säge besser.
ten, Hartfaserplatten und auch Schicht- Um Ausschnitte aus der Mitte des
stoffplatten sowie für Weichmetalle. Für Holzes zu sägen, kann man die Säge bei
jedes Material gibt es besondere Säge- dünnem Holz flach geneigt ansetzen, bei
blätter. Sind sie stumpf geworden, muß stärkerem Holz muß man ein Loch zum
man sie wegwerfen, denn sie lassen sich Einführen des Sägeblatts vorbohren.
wegen ihrer Härte nicht nachschärfen. Stichsägen werden wie andere Elek-
Das kurze gerade Sägeblatt bewegt tro Werkzeuge gepflegt. Verbrauchte
sich etwa 3000mal in der Minute um Kohlebürsten müssen erneuert, der Kol-
l cm auf und ab. Die Säge muß mit lektor soll sauber gehalten werden. Die Um mit der Stichsäge aus der Holzmitte
leichtem Druck auf dem Holz gehalten Führungsrollen des Sägeblatts brauchen heraus zu sägen, neigt man sie nach vorn.
werden, man darf aber niemals ver- ab und zu etwas Öl oder Maschinenfett. Die Säge vor dem Aufsetzen einschalten.

79
Schleifen (1)
Gummischleiftefler und Schleifzylinder
Die mühsame Arbeit des Schleifens mit teller. Mit Schleifzylindern läßt sich
der Hand kann durch Benutzung des auch in Faserrichtung allein schleifen.
Motors beträchtlich erleichtert und be- Zum Maschirienschleifen benutzt man
schleunigt werden. Dabei ist der Gummi- entweder gewöhnliches Schleifpapier oder
schleifteller, eine rotierende Gummischeibe das dauerhaftere und schärfer wirkende
mit aufgeschraubtem Schleifblatt, am ge- Granatpapier. Am besten ist mit Korund
bräuchlichsten. Schleifgerätc sind als oder Aluminiumoxyd belegtes Schlei f-
Bohrmaschinenvorsatz wie auch als Mo- papier oder -leinen. Die Zahlen auf der
torschleifer erhältlich. Rückseite von Schleifpapier zeigen den
Schleifteller erfüllen allerdings eine Feinhettsgrad an, der nach der Anzahl
Grundregel nicht, daß nämiich Holz von Schleifkornchcn je Quadratzoll Fläche
immer in Richtung der Fasern ge- berechnet wird. Ein Papier Nr. 40 ist da-
schliffen werden sollte. In dieser Hin- her gröber als das feinere Nr. 80. Beim
sicht arbeitet ein Band schleif er zweck- Bestellen von Schleifpapier oder -bändern
mäßiger. Er besteht aus einem über gibt man die gewünschte Nummer an. Ein
zwei Rollen umlaufenden Schleifband Satz Korundschleifpapier der Körnungen Schleifzylinder aus Schaumgummi mit dar-
und isC ebenfalls als Vorsatzgerät für 80, 100, 150, 220 und 320 erfüllt fast alle urngelegtem Schleifband eignen sich zum
Bohrmaschinen wie mit eigenem Motor vorkommenden Bedürfnisse. Schleifen gewölbter Flächen
im Handel. Ähnlich in der Wirkung ist
der Schleifzylindervorsatz, mit dem
man in Holzfäserrichtung arbeiten kann.
Schleifteller müssen mit Vorsicht ge-
handhabt werden, damit sie keine Ro-
tationsspuren auf der Holzfläche hin-
terlassen. Am besten schleift man
zunächst mit dem Schleifteller und gröbe-
rem, dann mit feinerem Schleifpapicr und
nimmt das endgültige Feinschleifen von
Hand vor.
Versuchen Sie nie, mit der ganzen
Schleiftellerfläche zu arbeiten, weil das
unweigerlich tiefe und schwer wieder zu
entfernende .Schleifspuren auf dein Holz
ergibt.
Halten Sie den Schleifteller unter
einem Winkel von etwa 30 °, so daß nur
ein Drittel seiner Fläche das Holz be-
rührt. Arbeiten Sie nur mit leichtem
Druck und mit hin- und herschwingen-
den Bewegungen. Vermeiden Sie, an
scharfe Hokkanten zu kommen, weil
diese das Schleifblatt leicht zerreißen.
Zum Entfernen von Farbe und Lack
ist der Schleifteller wenig geeignet.
Wenn er nicht sehr hart ist, erweicht er
unter der Schleif wärme, verklebt das
Schleifpapier und dringt noch tiefer in
das Holz ein.
Mit Schleifpapier bespannte oder be-
klebte Schleifzylinder und Schleifscheiben
aus Schaumgummi oder dem etwas här-
teren Moosgummi dienen zum Schleifen Setzen Sie den Gummischleifleller nicht mit der ganzen Fläche auf, weil das schwer zu
ebener und gewölbter Flächen. Sie ar- entfernende Schleifspuren ergibt. Schleifen Sie vielmehr, mit schräg gehaltener Maschine
beiten nicht so scharf wie der Schlcif- und unter schwingenden Bewegungen, hauptsächlich mit dem Tellerrand.

Schwingschleifer
Schwingschleifer, auch Sander genannt,
dienen zum Feinschleifen oder Fertig-
schleifen, nicht zum Entfernen größerer
Werkstoffmengen. Der flache, mit Schleif-
papier bespannte Schleifschuh rotiert in
kleinen zentimetergroßen Kreisen und
hinterläßt winzige, nur bei genauer
Betrachtung erkennbare kreisförmige
Schleif spuren. Vorteilhaft sind sie aber
beim Anschleifen oder Anrauhen von
Färb- und Lackschichten vor einem
weiteren Anstrich. Das Eigengewicht des
Schwingschleifers genügt im allgemeinen
als Schleifdruck. Man hält ihn nur so-
weit fest, daß er nicht hin- und her-
rutschen kann. Für Schwingschleifer ist Ober die Sohle des Schwingscfileifers wird Beim Arbeiten mit dem Schwingschleifer
Schleifpapier der Körnungen 60, 80, 100 ein Blatt Schleifpapier gelegt und an den benutzt man den Seilengriff der Bohr-
und 120 zu empfehlen. Enden festgeklemmt maschine. Das Schleifen geschieht drucklos.

80
Schleifen (2)
Schleifscheiben
Exakter als elastische Gummi schleif-
leller arbeiten mit Schieifblättern be-
klebte starre Metallteller, die in die
Bohrmaschine eingespannt und mit ihr
auf einem Schleifständer mit Schleiftisch
befestigt sind.
Um das Erneuern verbrauchter Schleif-
blätter zu erleichtern, werden sie mit
einem nicht hart werdenden Kontakt-
kleber aufgeklebt. Mao bringt Kleber
auf den rotierenden Teller und auf das
Schleifblatt auf und drückt es nach
kurzer Trockenzeit fest auf den Tclkr.
Nach dem Abziehen eines verbrauchten
Blatts läßt sich der alte Kleber durch
Andrücken eines stumpfen Metallgegen-
stands an den rotierenden Teller leicht
entfernen. Es gibt auch sehr praktische
selbstklebende Schleifblätter.
Obwohl der Schleiftisch vor der gan-
zen Breite des Schleif teil er s liegt, be-
nutzt man zum Schleifen nur seine linke
abwärtsdrehende Hälfte. Dabei wird das
Werkstück schon durch die Tellerdre-
hung auf den Tisch gepreßt. Wenn der
Schleif tisch auf 90° zum Schleifteller steht,
kann man an das Werkstück exakt recht-
winklige Flächen anschleifen. Schleifen
unter nur leichtem Druck ergibt die be-
sten Ergebnisse. Vergewissern Sie sich, daß der Schleiftisch genau senkrecht zur Schleifscheibe steht

Aufkleben des Schleifblatts: Verteilen Sie Schalten Sie die Maschine aus und drücken Schleifen Sie nur an der linken, sich nach
Kleber auf dem rotierenden Schleifteller Sie das Schleifpapier fest auf den Teller abwärts bewegenden Schleifscheibenhälfte

Sauberschleifen, polieren, schärfen


Zum Sauberschleifen von rostigen, kor-
rodierten und angefressenen Metallteilen
benutzt man zuerst eine Stahldrahtrund-
bürste (1) und danach eine Schwabbel-
scheibe aus Baumwolle (2), auf die, wenn
sie schon rotiert, ein Stückchen Polier-
paste aufgetragen wird. Zum Hochglanz-
polieren dient die über einen Gummi-
teller gezogene Lammfellhaube (3). Zum
Entrosten von Abflußrohren und ande-
ren Metallgegenständen vor dem Neu-
anstreichen nimmt man die Stahldraht-
topfbürste (4).
Kleinere Schleifzylinder (5) oder
Schleifkonen (6) mit aufgezogenen Schleif-
papierringen sind zum Bearbeiten klei-
ner Gegenstände praktisch, sowie für
schwer zugängliche Stellen, an die man
mit den normalen Schleifblättern (7)
auf Gummiteüern (8) nicht heran-
kommt. Die Motordoppelschleifma-
schine (9) mit Schmirgelscheiben (10) dient
zum Schleifen und Schärfen von Mes-
sern und anderen Werkzeugen.
81
Holzverbindungen - maschinell gefertigt
Zapfenloch fräsen
In Verbindung mit einem Bohrständer,
einem Spannbügel sowie einem Spezial-
fräser lassen sich mit der Bohrmaschine
Zapfenlöcher und -schlitze schnell, sauber
und exakt fräsen. Das eigentliche Fräs-
werkzeug besteht aus einem in einem
quadratischen Hohlmeißel rotierenden
Bohrer. Der Fräser wird mittels Hand-
hebel in das Holz gesenkt, während der
darin laufende Bohrer das Holz wegfräst.
Am wichtigsten für die Arbeit ist eine
wirklich standfeste Bohrsäule, die dem
Hebeldruck beim Fräsen nicht nachgibt,
und eine unverrückbare Einspannung des
Werkstücks.
Um ein Zapfenloch zu fräsen, reißt
man es auf dem Holz in der üblichen
Weise mit Anschlagwinkel und Streich-
maß an (siehe Seite 106) und spannt
das Werkstück dann genau unter dem
Meißel in den Halter, so daß es sich
beim Fräsen in keiner Richtung ver-
schieben kann.
Bei der Herstellung durchgehender
Schlitze fräst man sie zunächst von
einer Seite bis zur halben Holztiefe und
stellt sie anschließend von der anderen Spannen Sie das Werkstück so ein,
Seite aus fertig. Sie in einem Arbeits- daß da;, angezeichnete Loch genau un-
gang ganz durchzufräsen, kann zum ter dem Fräsmeißel liegt. Fräsen Sie
Splittern des Holzes auf der Rückseite zuerst das linke, dann das rechte Ende
und zu Ungenauigkeiten führen. aus und schließlich das Holz da-
zwischen.
Fangen Sie mit dem Fräsen am linken
Ende des Lochs an und arbeiten Sie in
Absätzen von etwa 5 mm bis zur ge-
wünschten Tiefe. Bei jedem Absetzen
werden die Frässpäne entfernt. Dann
fräsen Sie das rechte Lochende, eben-
falls unter Absetzen, aus. Schließlich
wird das verbleibende Holz in der Mitte,
von rechts nach links arbeitend, entfernt.
Dabei ist kein Absetzen mehr nötig,
weil der Fräsmeißel auf beiden Seiten
freigelegt und sich nicht mehr verstop-
fen wird.
Wenn man mit der nötigen Sorgfalt
und Aufmerksamkeit arbeitet, geht das
Fräsen mit der Maschine erheblich
rascher und genauer vor sich, als das
Ausstechen von Hand. Hat man eine
ganze Reihe von Zapfenlöchern zu frä-
sen, so reißt man sie zuerst alle auf
einmal an und arbeitet sie dann nach-
einander heraus.

Zinken fräsen
Die Herstellung genauer Finger- oder Übung voraus. Mit einem maschinellen
Schwalbenschwanzzinken von Hand, wie Zinkenfräser ist es dagegen eine einfädle
man sie zum Beispiel für Schubladen mechanische, rasch vonstatten gehende
braucht, setzt viel Erfahrung und Arbeit.
Das hier gezeigte Vorsatzgerät zur
Bohrmaschine besteht aus einer Spann-
schablone, die die zu verbindenden Holz-
teile rechtwinklig zueinander festhält. In
die senkrechte Wange der Schablone sind
Führungsschlitze für den rotierenden, in
die Bohrmaschine gespannten Fräser ein-
gelassen, der in jedes 8 mm oder mehr
spannende Bohrfutter paßt. Zinken und
Schwalbenschwänze werden in einem Ar-
beitsgaiig gefräst. Es lassen sich Bretter
von 12-25 mm Dicke und, mit einem Arbeit mit dem Zinkenfräser: Beide Brett-
enden werden genau rechtwinklig zueinan-
Zusatzteil, bis 25 cm Breite zinken. der eingespannt und Zinken und Schwal-
Alle namhaften Hersteller von Bohr- benschwänze dann in einem Arbeitsgang
Zinkenfräser maschinen bieten solche Vorsatzgeräte an. gefräst
82
Drechsein (1)
Drehbankvorsätze
Mit Drechselvorsätzen für Handbohr- dem feststehenden Spindelstodc und dem len oder Deckel werden, auf einer Plan-
maschinen lassen sich nur leichtere beweglichen, einstellbaren Reitstock ein- scheibe befestigt, anstelle des Mitneh-
Dreharbeiten ausführen. Man braucht gespannt. Die auf dem Drehbankbett mers in den Spindelstock gespannt.
dazu den niedrigen Gang von etwa verschiebbare Werkzeugauflage dient Bei manchen Drehbänken ist es mög-
900 U/min von Zweigangmaschinen. zum Abstützen der Drechslereisen gegen lich, die Planscheibe auch auf der
Sorgen Sie dafür, daß das Drehbankbett das rotierende Werkstück. Drechslermes- Rückseite des Spindelstocks zu montie-
fest mit dem Tisch oder der Werkbank ser für Vorsatzdrehbänke sind kleiner ren. Auf diese Weise kann man, unbe-
verschraubt ist. als die für normale Drechslerbänke. hindert vom Drehbankbett, größere Teile
Das zu drehende Holz wird zwischen Flache Gegenstände wie Teller, Scha- drechseln.

Mitnehmerspitze Körnerspitza
Verstellbarer Reitstock
Verstellbare Werkzeugauflage

Feststehender
Spindelstock
mit Bohrmaschine

Drehbankbett — muß fest mit der Werkbank verschraubt werden

Drehbank mit Bohrmaschine, für leichtes Holzdrechseln geeignet

Drechslereisen
Es werden hauptsächlich drei Arten von Abstechmeißel, die es in spitzer oder
Drechslereisen oder -messern verwendet: breiter Form gibt, werden ähnlich wie
der Flach- oder Schrägmeißel, die Dreh- Schrägmeißel geschliffen. Gute Drechs-
röhre (eine Art gewölbtes Hohleisen) und lerarbeit läßt sich nur mit scharfen und
richtig geformten Messern erreichen.
Drechselschablonen mit der genauen
Form der Drehkonturen kann man sich
leicht selbst aus einem Stück Karton,
Schärfen einer Drehröhre Preßspan oder Sperrholz anfertigen. Sie
leisten besonders dann gute Dienste,
dem Handgelenk in achterförmigen Bewe-
gungen darüberführt, bis die ganze ge-
Flach-öder Dreh- oder
wölbte Außenschneide wieder die richtige
SchrägmeiBel Schroppröhre Form und Schärfe hat. Dann wird die
Innenkante noch mit einem Honstein
der Abstechmeißel. Sie werden beim (feiner Schleifstein) geglättet.
Drechseln von Hand auf der Werkzeug- Der Schrägmeißel besitzt eine schräge
auflage gehalten. Schneide, meist unter 75°, die, beiderseits
Für das Drehen langer Teile zwischen verlaufend, zugeschliffen ist. Beim Schär-
den Spitzen benutzt man Holz, das 3 fen müssen Schräge und gewölbter Ver- Außen- und Innentaster zum Nachmessen
bis 5 mm dicker als das fertige Dreh- lauf genau beibehalten werden.
teil ist. So ergibt zum Beispiel ein Vier- wenn man mehrere gleiche Stücke, zum
kantholz von 5 X 5 cm Querschnitt Beispiel Tischbeine, drechseln will.
einen runden Fertigdurchmesser von Schablonen können wie in der Abbil-
etwa 4,7 cm, vorausgesetzt, daß es ge- dung die halbe oder auch die ganze
nau zentriert wurde. Wie man das macht, Länge des Drehteils haben. Man ver-
wird auf der nächsten Seite erklärt. merkt auf beiden Schablonenenden den
Vertiefte Konturen werden mit der Durchmesser des Drehlings und dreht
Drehröhre herausgeschnitten, gewölbte diesen zuerst an den Enden auf diese
und gerade mit Drehröhre und Schräg- Dicke ab. Dann dreht man, immer wie-
meißel, gerade Kanten dreht man mit der mit der Schablone vergleichend, die
Schräg- und Abstechmeißel. In der Praxis ganze Kontur heraus. Die fertige Arbeit
wird man mit der Anwendung und Ar- wird mil Außen- und Innentaster auf
beitsweise der verschiedenen Eisen rasch ihre Maßgenauigkeit geprüft. Es gibt
vertraut werden. dafür einfache Taster, bei denen nur
Die Drehröhre wird auf einem norma- das stramme Gelenk für die Beibehal-
len Ölstein geschärft, indem man sie unter tung der Einstellung sorgt, und die teu-
gleichzeitigem Hin- und Herdrehen aus reren und präziseren Federtaster.
83
Drechseln (2)

Flache Drehlcile werden direkt oder auf


einen Holzklotz geklebt auf die Plan-
scheibe geschraubt. Das Aufkleben ge-
schieht mit einem Blatt Papier als Zwi-
schcnlage, um das Abschlagen des Blocks
nach dem Fettigdrehen zu erleichtern.
Zum Drehen zwischen den Spitzen
schneidet man ein quadratisches Vier-
kantholz unter Zugabe von 2-3 cm an
beiden Enden auf die vorgesehene
Länge. Dann reißt man, wie in der
Zeichnung zu sehen, auf den Enden den
Mittelpunkt und ein Ach leck an und
bringt das Holz mit Säge oder Hobel in
die achteckige Form.
In die Mittelpunkte bohrt man flache,
3 mm große Löcher für die Drehspitzen,
nimmt den Mitnehmer aus dem Spindel-
stock, setzt ihn auf eins der Löcher
und schlägt ihn mit einem Holzhammer
oder Holzklotz fest ein. Mitnehmer und

Beim Drechsein drückt man mit der rechten Hand den Meißelgrilf an die Hüfte und iührt
mit der linken Hand den Meißel auf der Werkzeugauflage. Die Meißelschneide soll das Holz
elwas oberhalb einer gedachten VerbindungsliniG zwischen den Drehbankspitzen berühren.
Die Meißel müssen scharf sein und genau die richtige Form haben.

AnreiBen eines Achtecks

Holz werden nun in den Spindelstock


gesetzt, die Körnerspitze des Reitsiocks
in das andere Mittelloch geschoben und
der Reitstock festgestellt.
Wird die Reitstockspitze beim Drehen
zu heiß, so sitzt sie entweder zu fest im
Holz oder es fehlt ihr ein Tropfen öl. Nach dem groben Herausdrehen der gewünschten Form drechselt man die Feinheiten mit
Für lang dauerndes Drehen und für erhöhter Umdrehungszahl und schient schließlich mit Schleifpapier nach, das flach oder, für
feinere Einzelheiten, zusammen gefallet benutzt werden kann. Das Schleifpapier wird locker
schwere Drehteile ist eine mitdrehende und ohne mit den Fingerspilzen das Werkslück zu berühren gefaßt, damit die Finger nicht
kugelgelagerte Körnerspitze im Reit- eingeklemmt werden, falls es einmal hängenbleibt.
stock zu empfehlen, die nicht teuer ist.
Wenn das Werkstück in die Drehbank
eingespannt ist, schieben Sie die Werk-
zeugauflage an das rechte Ende des
Werkstücks und stellen ihre Hohe so ein,
daß die Spitze eines darauf gehaltenen
Drehmeißels das Drehteil etwas oberhalb
einer gedachten Mittellinie zwischen den
Drehspitzen berührt.
Nun wird das achtseilige Werkstück
über die ganze Länge der Werkzeugauf-
lage auf seinen dicksten endgültigen
Durchmesser gerundet, die Messerauf-
lage um ihre Breite zum Reitstock hin
verschoben, das Holzteil weiter auf den
größten Runddurchmesser abgedreht und
so fort, über die ganze Länge des Dreh-
Nach dem Feinschleifen kann man das sich drehende Werkstück auch noch polieren.
teils. Schließlich wird es mit dem knapp oberhalb der Mittellinie angesetzten Abstechmeißel bis
Man drechselt in der Regel von links auf dünne Bolzen in der Mitte abgedreht. Diese sägt man erst ganz zum Schluß bei stehen-
nach rechts, Linkshänder jedoch von der Maschine vorsichtig durch, damit das rotierende Werkstück nicht beim Trennen fort-
rechts nach links. geschleudert und beschädigt werden kann.
Alles über Holz
Trotz Kunststoffen und anderen moder- Inhalt
nen Materialien ist Holz noch immer der
am meisten benutzte und preiswerteste 86 Holzfehier
Werkstoff des Heimwerkers. Wenn man 87 Schwinden
damit umzugehen versteht, ist Holz 88 Holzarten
außerdem ein besonders angenehmes und 90 Furniere
dankbares Material. 91 Sperrplatten
Auf den folgenden Seiten findet sich 92 Verarbeitung von Furnierplatten
alles, was man über Holz wissen sollte, 93 Hartfaserplatten
angefangen vom Einkauf über die Anfer- 94 Tischlerplatten
tigung fachgerechter Holzverbindungen 95 Spanplatten
bis zur richtigen Oberflächenbehandlung. 96 Bauplatten und
Fachwerkzwischenwände
98 Verschalungen, Dielen und Zäune
99 Profilleisten
101 Anreißen des Holzes
103 Holzverbindungen
116 Schubladen
118 Oberflächenbehandlung
119 Überzugmittel
121 Möbelpflege/Kunststoffschichtplatten
123 Ausbessern von Mo bei Oberfläche n

85
Holzfehler
Feuchtigkeit
Wer zu feuchtes Holz verarbeitet, läuft Platz hat, ist es sogar zweckmäßig, sich weiter warm und trocken lagern und ab
Gefahr, daß das Holz schwindet, sich einen angemessenen Holzvorrat zu halten. und zu die Gewichtsprobe machen, bis
wirft oder daß Verleimungen nicht halten. Ob ein Brett trocken genug zur Ver- das Gewicht ungefähr konstant bleibt.
Am besten kauft man deshalb getrock- arbeitung ist, kann man feststellen, wenn Der ursprüngliche Feuchtigkeitsgehalt
netes Holz, das man sofort verarbeiten man von einem Ende etwa 30 cm absägt. des Holzes läßt sich so berechnen:
kann. Frisdies Holz darf man in keinem Fühlt sich die Schnittstelle feucht an, so
Fall verwenden, und selbst im Freien (in muß das Brett noch trocknen. Gewichtsverlust X 100
offenen Schuppen) getrocknetes Holz ent- Ein genaueres Ergebnis bekommt man, Trockengewicht -= Ursprünglicher
hält im günstigsten Fall noch immer 15 °/o wenn man ein kleines Stück von dem Feuchtigkeitsgehalt
Feuchtigkeit. Das ist zuviel, wenn man Brett absägt (jedoch nicht von den ersten in %, bezogen auf
das Holz zum Möbelbau verwenden will. 30 cm), es genau wiegt und dann in der das Trockengewicht
Für Möbelstücke in zentralgeheizten Räu- Backröhre bei mäßiger Wärme trocknet,
men darf die Holzfeuchte nicht mehr als Von Zeit zu Zeit prüft man von neuem Wenn das Probestück zum Beispiel vor
8-10 %, für Räume mit Ofenheizung sein Gewicht. Wenn es nicht mehr weiter dem Trocknen 110g und danach nur noch
höchstens 10-12 % betragen. sinkt, hat das Brettstück sein „Trocken- 95 g gewogen hat, so beträgt der Ge-
Das Risiko läßt sich jedoch vermindern, gewicht" erreicht. wichtsverlust 15 g und die Gleichung
wenn man das Holz vor der Verarbei- Ist der Gewichtsverlust bei der Trok- lautet:
tung noch drei bis vier Wochen in einem kenprobe nicht sehr groß, so kann man
trockenen, warmen Raum lagert. Für den, das Holz guten Gewissens verarbeiten. 15 X 100= 1500 = 15,8 °/o Feuchtig-
der oft mit Holz arbeitet und genügend Andernfalls muß man das gesamte Holz 95 95 keitsgehalt

Holzfehler, auf die man beim Kauf achten muß

Lose Astknoten mit dunklem Außen- Kleine frische Äste stören be! Bauholz Querrisse entstehen durch Druck oder
ring müssen ausgebohrt und an- nicht. Möbelholz darf allerdings nur Aufschlag beim Fällen. Solche Holz-
schließend verzapft werden. ganz kleine Äste haben. stellen schneidet man aus.

Verzogene Bretter: Bei Verziehung quer zur Maserung Rlngschäliges Hofz entsteht, wenn das Herzstück des
werden sie in schmale Streifen geschnitten, geradegehobelt Stammes schneller austrocknet als das äußere Holz. Solche
und stumpf aneinandergeleimt. In der Länge krumme Bretter Holzstücke kann man nur heraussägen und wegwerfen.
sägt man in kürzere Stücke.

Undesäumte Bretter findet man oft bei Harthölzern. Man Luflrisse entstehen durch schnelleres Trocknen der offenen
muß sie besäumen, d. h. Borke und Splintholz entfernen. Brettenden. Die eingerissene Stelle absägen oder das Brett
Das saftführende Splintholz liegt als hellerer, etwa S cm in Rißrichtung teilen, die Kanten behobeln und beide Teile
breiter Streifen unter der Rinde. stumpf aneinanderleimen.

86
Schwinden

Jedes Holz „arbeitet"; Es schwindet beim Es gibt zwei Möglichkeiten, Massiv- tallaschen, sogenannte Schwundklammern,
Trocknen und dehnt sich bei Feuchtig- holzplattep mit Tischlerplatten zu ver- wie man sie zur Befestigung von Tisch-
keitsaufnahme aus. Die stärkste Schwin- binden: Man leimt und schraubt eine Leiste platten gebraucht.
dung, bis zu 10 °/o. tritt quer zu den Fa- mit Schlitzen an die Tischlerplatte und Alte Möbel bieten oft wertvolle Hin-
sern auf. In Längsrichtung beträgt sie nur schraubt durch die Schlitze in das Massiv- weise auf die richtige Verarbeitung und
0,1-0,3 o/o davon. holz, oder man verwendet geschlitzte Me- Verbindung von Massivhölzern.

Die punktierte Linie zeigt die Form


des Bretts nach dem Schwinden

Beim Verleimen von Brettern zu einer


Tafel oder Tischplatte bringt man ab-
wechselnd ihre linke und rechte Seite
(siehe S. 88) nach oben. So wird das
Arbeiten des Holzes ausgeglichen.

Eine Leiste mit Schlitzen wird von innen an die Tischlerplatte geleimt und
geschraubt. Dann schraubt man durch die Schlitze in das Massivholz.
Gestürzte Jahresringe gleichen das
Arbeiten des Holzes aus

Massivholz und Tisch l erplatten, Span-


oder Hartfaserplatten darf man nicht
ohne weiteres miteinander verbinden.
Man kann zum Beispiel massive Schub-
ladenseiten nicht mit einem Vorderstück
aus Tischlerplatte verzinken. Die Seiten-
teile arbeiten in der Querrichtung und
würden reißen.
Dagegen kann man einen Sperrholz-
boden in eine massive Schublade einset-
zen, weil sich ihre Seitenteile in Längs-
richtung kaum bewegen. Ebenso kann
man eine Kante aus massivem Längsholz
an eine Platte aus nicht oder kaum arbei- Die Schlitze in den Metallaschen (Seh wund klammern) müssen quer zur
tendem Holz ansetzen, weil sich das Mas- Holzfaser der Platte verlaufen
sivholz in der Länge kaum verändert.

Abhilfe gegen Verziehen


Verzogene Holzteile kann man auf fol-
gende Weise geradezurichten versuchen:
Ein krummes Brett legt man mit bei-
den Enden auf Ziegelsteine und belastet
es in der Mitte mit einem Gewicht. Nach
ein paar Tagen ist das Brett wahrschein-
lich wieder gerade.

Geraderichten eines Bretts

Die verzogene Tür eines Wandschränk-


chens wird mit Hilfe eines Holzkeils und
einer Schraubzwinge ein bis zwei Tage
lang gegen die Richtung der Verziehung
festgespannt. Aus verglasten Türen nimmt
man natürlich das Glas vorher heraus.
Gewölbte Holzplatten lehnt man mit der
gewölbten Seite nach außen schräg gegen
eine Wand. Ist die Wölbung zurückge-
gangen, so werden sie flach liegend oder
senkrecht stehend gelagert. Geraderichten einer verzogenen Schranktür mit Holzkeil und Schraubzwinge
87
Holzarten (1)
Weichholz
Unter Weichholz versteht man das Holz Nadelholz ist empfindlich gegen Staub; füllt sind. Sie müssen vor dem Grundie-
von Nadelbaumen, obwohl es auch sehr man behandelt es deshalb mit farblosem ren und Streichen ausgebohrt und mit
hartes Nadelholz gibt, 2. B. das der Eibe. Lack, der auch die natürliche Holzfarbe Dübelholz verschlossen werden.
Hartholz ist dagegen ganz allgemein das und Maserung gut zur Geltung bringt. Luft- oder Trockenrisse an den Brett-
Holz von Laubbäumen, obwohl es wie- Viele Nadelhölzer haben einen hohen enden sind praktisch unvermeidbar und
derum auch sehr weiche Laubhölzer gibt, Harzgehalt, der manchmal in Form von müssen weggesägt werden. Bei größeren
z. B. Pappel oder Balsa. Harzgallen auftritt - „Taschen" im Holz, Holzarbeiten rechne man deshalb mit
Die Nadelholzstämme werden im Säge- die mit dickflüssigem, klebrigem Harz ge- einem Abfall von 15-20 o/o-
werk in Stammende, Mittelblock und
Zopfende (die Krone) geteilt und dann Aufsägen von Baumstämmen in Bretter und Kanthölzer
zu Schnittholz zersägt. Ein Teil davon
dient in Form von Balken, Kantholz, Seitenbretter
Rundholz, Sparren und Pfosten als Bau-
holz, ein anderer Teil als Werkholz, näm-
lich Bohlen und Bretter. Werkholz ist in Herzbrett
genormten Dicken im Handel: Bohlen
von 4-10cmDicke, Bretter von 10-35mm
Dicke, und zwar rauh - das heißt unge-
hobelt - sowie gehobelt, besäumt und
unbesäumt. Wegen des Schwindens kann
die tatsächliche Brettdicke etwas geringer Unbesäumte Bretter Besäumte Breiter
sein. Die Breite schwankt etwa zwischen
8 und 32 cm. Werkholz wird in den Güte-
klassen I bis HI gehandelt. Man sollte Seitenbrett
Holz immer ansehen, bevor man es kauft,
und nicht nur telephonisch bestellen.
Mit Ausnahme von kanadischer Kiefer Herzbrei!
(Western red cedar) verdirbt Weichholz
im Freien schnell und muß angestrichen
oder durch ein Konservierungsmittel ge- Linke
So werfen sich Bretter Brettseite
schützt werden. Für Dachbalken und beim Trocknen, das Herzbrett
-Sparren benutzt man gegen Fäulnis und wird nach außen dünner
Holzbock imprägniertes Holz. Gehobeltes

Hartholz
Harthölzer dienen in erster Linie zum Das Herzstück und Splintholz von Zoll dick und hat, wenn es sorgfältig be-
Möbelbau. Sie sind teurer als Weichholz, Hartholzstämmen sollte man nicht ver- hobelt wird, danach die Stärke von l Zoll.
dafür aber auch widerstandsfähiger. wenden, denn Splintholz ist - erheblich Die Qualität von Hartholz hängt zum
Man braucht die Arbeit mit Harthöl- weicher als das Kernholz, und das Herz- guten Teil davon ab, wie es gelagert und
zern nicht zu scheuen. Mit scharfen brett neigt fast immer zum Reißen, getrocknet wurde. Als beste Trodcnungs-
Werkzeugen lassen sie sich sogar besser Schwinden oder Werfen. Importhölzer art gilt Stapeltrocknung an freier Luft in
schneiden, drehen und verbinden als werden meistens nach Zollmaß geliefert; einem seitlich offenen Schuppen. Es lohnt
Weichholz. die Dicke reicht von 3/4-4 Zoll, die Breite sich, beim Kauf darauf zu achten. Ein-
Hartholz arbeitet weniger als Weich- der Bretter von etwa 6-9 Zoll, (l Zoll = heimische Laubhölzer sollten drei bis vier
holz und ergib! exaktere und festere Ver- 2,54 cm.) Jahre lang in dieser Art gelagert sein; sie
bindungen. Da es eine vollendete Ober-
flächenbehandlung zuläßt, sieht es oft
besser aus als Nadelholz.
Manche europäischen Laubhölzer sind
etwas schwieriger zu verarbeiten als Im-
porthölzer. Das gilt zum Beispiel für
unsere einheimische im Gegensatz zur
japanischen Eiche.
Die meisten Holzhandlungen führen
importiertes Hartholz als Schnittware, die
sie auf Wunsch nach Maßangabe zu- Aufgesägter Stamm bei der Slapeltrocknung
schneiden und hobeln.
werden normalerweise so gestapelt, wie
die Bretter im Stamm lagen. Ist der Holz-
stapel nicht mehr so angeordnet, hat mei-
Jahresringe stens schon jemand davon gekauft und
Markröhre sich die besten Bretter ausgesucht.
Am besten kauft man vom ältesten
Borke, darunter Bastschicht vorhandenen Stapel, den man meistens
an seinem schmutzigen Aussehen erkennt.
Querschnitt durch einen Stamm Bei schlecht gelagertem Stapelholz sam-
melt sich oft Nässe an den Seiten der
Wie bei Weichholz gehen beim beid- Stapellatten an und führt zu untilgbaren
seitigen Behobeln von der ursprünglichen Markierungen an den Brettern.
Dicke etwa 2 mm verloren. Eine Aus- Um Trockenrisse an den Brettenden zu
nahme bildet nur Teakholz, das in ge- verhindern, werden die Bretter in einem
sägtem Zustand gewöhnlich etwas dicker gut geführten Lager durch darübergena-
als sein Nennwert ist. Ein einzöllig ge- gelte Latten oder darübergeklebte Papier-
Unbesäumtes Brett sägtes Brett ist meistens l'/s oder !3/ia streifen und einen Anstrich geschützt.
88
Holzarten (2)
Weichhölzer und ihre Verwendung
Douglasie (Douglastanne) die kanadische Kiefer und die breiten und oft astfreien Bret- Tanne {Weißtanne, Edeltanne)
Hauptlieferant ist Brilisch-Ko- Brasil- oder Paranakiefer eine tern im Handel. Das Holz Sie wächst, bis 65 m hoch, in
lurnbien (Kanada). Farbe: gold- größere Rolle. Das Holz der schwindet und wirii sich beim Mitteleuropa. Das gelbweiße
braun bis rötlichbraun. Das teste gemeinen Kiefer, die über 40 m Trocknen stark, auch Risse bis rötliche Holz ist sehr weich
und dauerhafte Holz Kommt hoch wird, kommt vorwiegend durch die Bretlmilte sind nicht und elastisch, kern- und harz-
von Bäumen, die bis 80 m Höhe aus den nördlichen Ostseelän- selten. Man soll es möglichst los, langfaserig, mit deutlichen
und an der Basis bis 1,50 m dern und aus Rußland. Farbe: ohne weiteres Trocknen sofort Jahresringen und ohne Poren;
Dicke erreichen. Die Bretter blaß weiUlichgelb bis liefrol- verarbeiten, andernfalls aber es dunkelt etwas nach, schwin-
sind lang und gleichmäßig mit braun. Frisch gehobelt. Ist das flach und gleichmäßig beschwert det wenig, ist nicht sehr gut zu
gerader Maserung gewachsen. Holz sehr hell, dunkelt jedoch lagern und dabei Wärme und bearbeiten und wird als Bau-
Lieferung in Brettern und Boh- unter Lichteinwirkung rasch zu starkes Sonnenlichl fernhalten. holz, zum Innenausbau und für
len bis 10 cm Dicke und 25 cm einem tiefen Goldbraun. Es Das Holz ist nicht witterungs- Möbel benutzt. Tannenholz ist
Breite; auch als Furnier und schwindet beim Trocknen be- beständig, daher im Freien trocken wie auch unter Wasser
Sperrholz. Das Holz läßt sich trächtlich. Gut getrocknet, ist nicht verwendbar. sehr dauerhaft.
gut bearbeiten, aber die Werk- es leicht zu verarbeiten, aber
zeuge müssen häufig geschärft schlecht zu beizen und zu po- Lärche Zeder
werden. Verwendung für Möbel, lieren. Kiefernholz ist weich, Sie wächst in Europa. Farbe: Unter dem Namen Zedernholz
Fenster, Türen, Rahmen; im zäh, wenig elastisch, harzreich gelbrot bis braun. Das Holz ist ist das Holz verschiedener
Freien mit Schutzanstrich. Vor- und dauerhaft. Es hat deutliche langfaserig ohne Poren, harz- Bäume im Handel; das der
sicht vor nadelfeinen Splittern. Jahresringe, keine Poren. Die reich, mittelhart, zäh, sehr ela- echten Libanonzeder, der Atlas-
Bauindustrie verwendet Kie- stisch, dauerhaft und witterungs- zeder, der Himalajazeder, der
Fichte (Rottanne, Pechtanne) fernholz für Tür- und Fenster- beständig, daher gut für die mexikanischen Zeder und der
Herkunft: Europa, Kanada, Ver- rahmen und für Dielen. Es ist Verwendung im Freien geeig- Bleistiftzeder, einer Wachol-
einigte Staaten. Farbe: creme- in drei Güteklassen im Handel: net, für Zäune, Masten, große derart. Für den Holzbau und
farben bis hellgoldgelb und I: Fehlerfrei mit nur vereinzel- Tore und den Schiffbau; außer- die Schreinerei ist das Holz
bräunlich. Verarbeitung nur für ten Ästen. II: Für die Tischlerei, dem für Innenausbau, Möbel der kanadischen Zeder, einer
Innenräume, Treppen. Fußbö- ohne lose Äste, die nach dem und Furniere. Es schwindet we- Lebensbaumart, von Bedeu-
den und Decken. Das Holz hat Trocknen herausfallen. IM: Holz nig, dunkelt nach, ist sehr gut tung. Die gewaltigen Bäume
lange, feste, mitunter unregel- mit größeren Fehlern, für Lat- zu bearbeiten, aber schlechl zu liefern lange, fast astfreie, breite
mäßige Fasern; es ist weich, tenverschläge, Kisten und der- polieren. Bretter rnil gleichmäßigen, ge-
zäh, wenig elastisch. Im Ge- gleichen. raden Fasern. Farbe: hellgelb
gensatz zu Kieiernholz dunkelt Das Holz der kanadischen Kie- Pitch pine (Pechkiefer) und hellrosa bis dunkelbraun;
es unter Lichteinwirkung kaum ter ist in frischem Zustand blaß- Das Holz dieser amerikanischen im Freien und unbehandelt wird
nach. Fichtenholz splittert nicht gelb, im Licht dunkelt es rasch Sumpfkiefer kommt aus Hon- es mit der Zeit siibergrau. Das
leicht, läßt sich gut bearbeiten, nach, durch Feuchtigkeit ver- duras und Nikaragua. Farbe: Holz ist weich und besonders
nageln und schrauben, mit dirbt es schnell. Es ist weich rotbraun. Es ist schwer, sehr unempfindlich gegen Tempera-
Schleifpapier schleifen, beizen, und gut zu verarbeiten, gut fesl und harzreich, daher leicht turwechsel und Zentralheizung.
aber nicht polieren. In leuch- schleilbar und in trockenem entflammbar. Auch in feuchter Es wirfl sich kaum und läßt
lem Zustand ist es kaum zu Zustand so beständig, daß Mo- Umgebung ist es sehr dauer- sich mit scharfen Werkzeugen
glätten. Harzgallen müssen her- dellbauer es gern verwenden. hafl. Ungeschützt ist die Holz- gut bearbeiten. Hauptverwen-
ausgeschnitten werden. Die Brasil- oder Paranakiefer oberfläche staubempfind lidi. dung im Holzbau, für Schindeln
komml aus Südamerika. Farbe: Verwendung für Möbel, Innen- und im Innenausbau. Sein ho-
Kiefer (Föhre, Forche) blaßgelb bis rötlichbraun, oft ausbau. Parkett und im Schiff- her Harzgehalt schülzt es, ähn-
In Norddeutschland oft unrich- rot und braun gestreift. Das bau. Das Holz läßt sich gut ver- lich wie Kampferholz, gegen
tig Fichte genannt. Neben der zähe Holz mitfeiner und gleich- arbeiten, nur müssen die Werk- Insektenfraß. Es ist daher für
in Europa und Nordasien weit- mäßiger Struktur dient als Mö- zeuge wegen seines Harzreich- Kleider- und Wäscheschränke
verbreiteten gemeinen Kiefer bel- und Furnierholz und zum tums möglichst häufig gesäubert und für Truhen besonders ge-
spielen in der Holzverarbeitung Innenausbau. Es ist in langen, werden. eignet.

Harthölzer und ihre Verwendung


Birke dichtgewachsen, langfaserig mit für Außenverwendung geeignet. wenn es nicht gedämpft und
Das Holz verschiedener Arten starken Markstrahlen und gro- Afrikanisches Mahagoni (Gabun gut getrocknet wird. Mit schar-
wird verwendet: Finnische Weiß- ßen Poren, sehr dauerhalt und, als Sperrholz. Sapeli und Utite fen Werkzeugen ist es ange-
birke, Rauh-, Haar- oder mit Ausnahme der japanischen als Massivholz) ist preiswert. nehm zu verarbeiten. Es läßt
Schwarzbirke und Bruchbirke. Eiche, sehr witterungsbestän- Amerikanisches Mahagoni gilt sich gut beizen und polieren
Herkunft: Mittel- und Nord- dig. Das Holz schwindet nur als gleichmäßiger gewachsen, und, gedämpft, gut biegen. Da
europa und -asien, Farbe: gelb- mäßig und läßt sich ziemlich dauerhaft und leichter zu bear- nur trocken haltbar, ist es iür
lichweiß bis rötlichgrau. Das gut bearbeiten. Verwendung: beiten. Verwendung für Möbel. die Verwendung im Freien un-
Holz ist fein- und dichtgewach- weitringig für Bauholz; eng- Furniere, Sperrholz und Drechs- geeignet Verarbeitung zu Mö-
sen, weich, sehr zäh, elastisch, ringig für Möbel, Furniere, lerarbeilen. beln und Furnieren, Griffen und
mit geringer Zeichnung, oft ge- Innenausbau und Wasserbau. Stielen, Werkzeugen und Spiel-
fleckt oder geflammt. Es läßt Eichenholz soll wegen der Gerb- Nußbaum (WalnuSbaum) sachen.
sich gut bearbeiten und poüe- säure nicht mit Stahl-, sondern Herkunft: vor allem aus West- Weißbuche ist weniger gut zu
ren, schwindet mäßig und ist mit Messingnägeln und -schrau- europa und vom Kaukasus, bearbeiten als Rotbuche.
nur in trockenem Zustand dauer- ben verbunden werden. außerdem aus Obersee. Farbe:
haft. Lebhafte Zeichnung besitzt graubraun bis schwarzbraun. Teakholz
das Holz der skandinavischen Llmtaa Das Holz ist hart, zäh, elastisch, Herkunft: Indien und Birma.
Maserbirke. Verwendung für Herkunft: Äquatorialafrika. Das feinfaserig und dichtgewach- Das hell- bis dunkelrotbraune
Möbel. Furniere, Sperrholz, für blaßgelbliche Holz ist hart, zäh sen, porig mit deutlicher Zeich- Holz ist hart, zäh, lest und ela-
Drechsler-, Schnitzer- und Wag- und dichtgewachsen, mit un- nung, oft geflammt und gestreift. stisch, mit deutlicher Zeich-
nerarbeiten. deutlicherZeichnung. Es schwin- Es schwindet wenig, ist gut zu nung und verstreuten Poren. Es
det sehr wenig, läßt sich gut bearbeiten und zu polieren, dunkelt nach, schwindet wenig
Eiche bearbeiten und wird viel für aber nur in trockenem Zustand und läßt sich mit scharfen Werk-
In Europa, Nordamerika, West- Möbel, Furniere und Drechsler- dauerhaft. Verwendung für Mö- zeugen gut bearbeiten, jedoch
asien und Japan verbreitet. arbeilen benutz!. bel, Innenausbau, Furniere, nicht polieren. Sein starker
Genutzt wird hauptsächlich das Drechsler- und Schnitzarbeiten. ölgehalt macht es unempfind-
Holz von zwei Eichenarten: der Mahagoni lich gegen Feuchtigkeit und
Stiel- oder Sommereiche und Herkunft: Westafrika und Süd- Rotbuche Fäulnis und sehrdauerhaft auch
der Trauben- oder Wintereiche. amerika, außerdem Honduras. Herkunft: Europa. Farbe: gelb- im Freien, er stört aber auch
Japanisches Eichenholz ist Das gelbrote bis braune Holz weißrol bis rotbraun. Das Holz beim Verleimen. Verwendung
leichter, schwächer und weni- ist hart, elastisch, sehr dauer- ist fein und dichtgewachsen, für Innenausbau, Möbel, Fur-
ger dauerhaft als europäisches haft, dichtgewachsen und ver- hart, wen ig elastisch, m ilschwach niere, im Schiftbau, für Labor-
oder amerikanisches. Das gelbe streutporig. Es schwindet we- ausgeprägter Zeichnung, Mark- lische, Gartenrnöbel und Fuß-
bis sattbraune Holz ist sehr nig, läßt sich gut bearbeiten strahlen und verstreuten Poren. böden. Teakholz ist besonders
hart, zäh und elastisch, mäßig und polieren, ist aber nicht Buchenholz schwindet stark, als Massivholz teuer.

89
Furniere
Furnierarten
Furniere sind vom Stamm abgetrennte Schälfurniere werden von rotierenden ge- hafte und interessante Musterung und
Holzblätter, Bruchteile von mm bis meh- dämpften Stämmen mit Messern abge- werden als Deckfurniere besonders für
rere mm dick, wobei die bei der Möbel- schält. In der Maserung lebhafter als runde Flächen benutzt.
herstellung verwendeten Furniere eine Messerfurniere, dienen auch sie vorwie- Der Verwendungsart nach unterscheidet
durchschnittliche Dicke von 0,7 mm haben. gend als Deckfurniere. Auf Papier oder man zwischen Deck- oder Außen- und
Sägefurniere werden von zugerichteten Selbstklebefolie aufkaschierte Schälfur- Sperrfurnieren.
Stammen abgesägt. Sie gelten als beste niere unter 0,1 mm Dicke sind in 50 cm Deckfurmere, meistens Messerfurniere von
und teuerste Furniersorte und wurden breiten Rollen als Mikrojumiere im Han- kostbaren Hölzern, dienen der Verschö-
schon vor 5 000 Jahren in Ägypten ver- del und können wie Deckfurniere oder nerung des unter ihnen liegenden schlich-
wendet. Heute sind sie selten. Tapeten verarbeitet werden. teren Holzes.
Messer furniere werden von gedämpften Radialfurniere entstehen durch konisches Sperrfurniere bestehen aus weniger edlem
halben Stämmen auf der Messermaschine Schälen von Stämmen nach Bleistift- Holz und werden zu Sperrholz, Furnier-
„abgemessert". spitzerart. Sie haben eine fugenlose, leb- und Tischlerplatten verarbeitet.

Furnieren von Hand


Früher wurde ausschließlich mit heißem Damit Leim oder Kleber gut haften, Bis zum Abbinden des Leims fixiert man
Tischlerleim furniert. Heute verwendet wird die Fläche mit Schleifpapier oder sie mit einem Klebestreifen (5), der später
man dazu nicht durchschlagenden Kunst- Zahnhobel angerauht. Dann schneidet aufgeweicht und abgezogen wird.
harzkaltleira oder Kontaktkleber. Bei man die Furniere mit ringsum 2 cm über- Beim Arbeiten mit Leim müssen die
Kaltleim muß die furnierte Fläche ge- stehendem Rand zu. Damit sie biegsamer furnierten Flächen einige Stunden lang
preßt werden; kleine Korrekturen durch werden, feuchtet man sie auf beiden Sei- unter Druck mit Schraubzwingen und
Verschieben des Furniers sind möglich. ten an und läßt sie zwischen zwei Bret- einer Holzplatte eingespannt werden. Bei
Kontaktkleber haftet sofort; Korrekturen tern übereinandergelegt einige Stunden Kontaktkleber müssen die Furniere nur
sind nicht möglich. Andererseits ist kein liegen. Danach legt man sich die Blätter sofort nach dem Auflegen sorgfältig und
Einspannen unter Drude erforderlich. in der Reihenfolge der Verarbeitung zu- mit Druck angerieben werden.
Zum Furnieren größerer Flächen als recht. Man streicht die Holzfläche und die
ungefähr 25 X 25 cm braucht man einen Rückseite des ersten Furniers mit Leim Ausbesserungen
Furnierhammer, ein Furniermesser, ein oder Kleber ein, läßt die vorgeschriebene Man schneidet ein bootförmiges Furnier-
Stahllineal, grobes Schleifpapier mit Wartezeit verstreichen, legt das Blatt auf stück zurecht (6), das etwas größer als die
Schleif klolz oder einen Zahnhobel, Papier- und reibt es mit dem Furnierhammer schadhafte Stelle ist. Man legt es dar-
klebestreifen, Lappen und Wasser, einen fest an. Luftblasen werden nach dem über, richtet es nach dem Faserverlauf
Pinsel für Kaltleim oder einen Zahn- Rand zu herausgestrichen (1). Die folgen- aus und schneidet es, durch beide Fur-
spachtel für Kontaktkleber. den Furniere werden, jeweils um 2 cm niere hindurch, mit dem Messer zurecht.
Damit sie sich nicht verziehen, müssen überlappend, an die vorhergehenden an- Das schadhafte Furnierstück wird ent-
Holzplatten normalerweise auf beiden gesetzt (2), festgerieben und beide Blät- fernt und die Stelle gesäubert. Dann wird
Seiten furniert sein. Für die Rückseite ter in der Mittellinie der Überlappung das neue Furnierstück eingeklebt - bei
genügt ein billigeres Furnier; bei mehr durchschnitten. Die beiden Abfallstreifen alten Möbeln am besten mit warmem
als 2 cm dicken und auf Rahmen befestig- werden entfernt (3), die Naht von Leim Tischlerleim, bei neuen Gegenständen mit
ten Platten genügt ein Anstrich mit Farbe. gesäubert und sorgfältig angedrückt (4). Kaltleim. Die Reparaturstelle wird gepreßt.

1. Das erste Furnierstück anreiben und Luft- 2. Das zweite Stück mit etwa 2 cm über- 3. Furniere an der Verbindungsfuge durch-
blasen herausstreichen lappender Kante andrücken schneiden, Abfallstreifen entfernen

4. Die Furniere an der Fuge so anreiben, 5. Fuge und eventuelle Risse bis zum Trock- 6. Ausbessern mit bootformig zugeschnille-
daß sie dicht anemanderschließen nen mit Papierklebestreifen sichern nen Streifen, die eingespannt werden

90
Sperrplatten
Herstellung
Es gibt zwei verschiedene Arten von Handelsmaße und schichtet sind. Sie lassen sich in gewissen
Sperrplatten: Tischlerplatten und Fur- Grenzen sogar biegen.
nierplatten. Häufig werden Furnierplat- Güteklassen Baufurnierplatten: Eine Sonderart von
ten auch kurzerhand als „Sperrholz" be- Furnierplatten aus 2,5-3 min dicken Fur-
zeichnet. Furnierplatten werden in Breiten bis 1,8 m, nieren aus witterungsbeständigen afrika-
Sperrholz entsteht durch kreuzweises in Längen bis 3,05 m und in folgenden nischen Hölzern, wie Agba oder Afara.
Übereinanderleimen von verschiedenen Dicken hergestellt: 0,8, l, 1,5, 2, 2,5, 3, 4, Sie sind unempfindlich und splitterfest
Holzschichten. Dadurch laufen die Holz- 5, 6, 8, 10, 12 und 15 mm. (Die fettge- und brauchen kein Deckfurnier. Sie wer-
fasern der einzelnen Schichten im rechten druckten Zahlen bezeichnen die geläufig- den auch als Industrie-Bausperrhölzer ge-
Winkel zueinander, und eine so „abge- sten Stärken.) In den meisten Bastlerge- handelt.
sperrte" Holzplatte kann sich nicht mehr schäfien sind auch die häufig im Modellbau Bootsbau: Es gibt Spezialfurnierplatten
werfen, sie wird fast vollkommen „stand- gebrauchten Dicken von 0,8-2,5 mm auf für den Bootsbau und für andere, beson-
fest". Lager. ders der Witterung ausgesetzte Bauteile
Im Gegensatz zu Tischlerplatten, die Die Ecken und Kanten von Furnier- wie Außentüren oder Verkleidungen. Sie
sich auch handwerklich herstellen lassen, platten weisen häufig Transportbeschädi- sind teilweise mit Phenolharzen verpreßt.
werden Furnierplatten ausschließlich in- gungen auf. Darauf sollte man achten Tiirfurnierplatten: Für Türen werden 4
dustriell erzeugt. Sie bestehen aus kreuz- und gegebenenfalls beim Kauf eine Zu- bis 6 mm dicke Furnierplatten auf Rah-
weise miteinander verleimten Schälfurnie- gabe für Verschnitt mit einrechnen. Liefe- men geleimt. Das Blindholz besteht aus
ren in drei oder mehr Schichten - und ranten für Furnierplatten sind Furnier- Leisten, die in Abständen dazwischenge-
zwar stets in ungerader Zahl. und Sperrholzgeschäfte sowie Bastlerbe- leimt sind.
Je größer die Zahl der Schichten, desto darfsgeschäfte. So hergestellte Türen wiegen beträcht-
besser gleichen sich die Einzelspannungen Güteklassen: Furnierplatten werden im lich weniger als massive Holztüren und
aus und desto standfester wird die Fur- Handel nach den Deckfurnieren klassi- sind außerdem billiger.
nierplatte. Der Grund für die Verwen- fiziert. Die besten Furniere mit vollkom-
dung einer ungeraden Zahl von Furnieren men fehlerfreiem Holz entsprechen der
ist folgender: Güteklasse I. Zur Klasse II rechnen Fur-
Furnierholzarten
Werden nur zwei Furniere miteinander niere aus gesundem Holz mit kleinen Furniere und Furnierplatten werden vor-
verleimt, so gleichen sich die Spannungen Astknoten und gelegentlichen Oberflä- wiegend aus importierten Hölzern her-
der beiden Holzschichten und der dazwi- chenunebenheiten. Furniere der Klasse III gestellt, am meisten aus Birke, Douglas-
schen liegenden Leimschicht nicht voll- dürfen ausgeflickte lose Äste und andere tanne, Gabun und ähnlichen Hölzern aus
ständig aus, und die Platte verzieht sich Fehler, zum Beispiel Verfärbungen, Risse Westafrika, Paranakiefer und Rotbuche.
später. und Wuchsfehler, aufweisen. Birke ergibt besonders feste Furnierplat-
Die Vorder- und Rückseite einer Fur- ten, die sich allerdings leicht werfen, wenn
nierplatte muß nicht unbedingt der glei- sie nicht sehr sorgfältig verleimt sind.
chen Güteklasse angehören. In vielen Audi die Fasern an der Oberfläche ver-
Fällen genügt auch eine Platte mit fehler- ziehen sich oft, eine Eigenart, die sich
freier oder fehlerarmer Vorderseite und durch Lackieren verzögern, aber nicht ganz
einer weniger guten Rückseite. Die Fur- verhindern läßt. Die Kanten von Birken-
Zwei varleimte Furniere
nierplatte erhält dann einen entsprechen- furnieren lassen sich mit Hobel und
den Kennzeichnungsstempel, zum Bei- Schleifpapier gut glätten. 4 mm dicke
spiel I/II, I/III oder II/III. Birkenplatten werden häufig für Schub-
Am häufigsten sind Furnierplatten der ladenböden benutzt.
Güteklassen II/III. Ihre Vorderseite ist Douglastanne wird oft zum Verblenden
gesund mit unbedeutenden Fehlern, die von Betonkonstruktionen verwendet, fer-
Rückseite hat größere, aber ausgebesserte ner in dünnen, 6-9 mm starken Platten
Fehlersiellen. und, auf Holzleisten gelegt, als Wand-
verkleidung. Das Holz dunkelt unter
Besondere Furnierplatten Lichteinwirkung nach. Die Hirnholzkanten
sind ziemlich rauh und nicht leicht zu
Furnierplatten für allgemeine Zwecke glätten.
dienen hauptsächlich zur Herstellung von Gabun und Furnierplatten aus ähnlichen
Möbeln, zum Innenausbau von Räumen westafrikanischen Hölzern sind leichter
drei Furniere dagegen bleiben gerade sowie für Verkleidungen auf vielen An- und weniger fest als Birke; sie neigen aber
wendungsgebieten. Zur Herstellung von auch nicht so sehr zum Verziehen. Ob-
Leimt man dagegen drei Furniere zu- Sperrholzformteilen und im Fahrzeugbau wohl die Plattenkanten schwierig zu be-
sammen, so heben sich die Einzelspan- braucht man Spezialplatten. handeln sind, wird Gabun viel im Möbel-
nungen weitgehend auf, und die Platte Furnierplatten sind je nach verwende- bau verwendet. Es ist sowohl für Innen-
bleibt gerade. tem Leim feuchtigkeits-, wasser- oder wie auch für Außengebrauch in verschie-
Drei Schichten sind deshalb der Aus- kochfest. Das muß man beachten, wenn denen Qualitäten im Handel und oft
gangspunkt jeder Furnierplattenherstel- man Platten zum Beispiel zur Verwen- gegen Insektenbefall und Fäulnis im-
lung. Weitere Furniere werden auf bei- dung im Freien verarbeitet. prägniert.
den Seiten paarweise hinzugefügt, ge- Deckfurnierplatten tragen auf der Vor- Paranakiefer ergibt harte Furnierplatten
wöhnlich bis zu einer Höchstzahl von derseite ein dekoratives Deckfurnier aus mit gut zu behandelnder Oberfläche. Das
insgesamt elf. Die Anzahl der Schichten Hart- oder Edelholz. Die Rückseite ist Holz ist im allgemeinen nicht witterungs-
hängt vom Zweck der Platte ab. meist mit einem billigeren Gegenfurnier beständig und fault leicht. Es neigt ferner
Weil keine zwei Furniere einander abgesperrt. dazu, sich schraubenförmig zu verziehen.
vollkommen gleich sind und sich deshalb Kunststoffbelegte Furnierplatten sind in Rotbuche wird zu sehr zähen Furnierplat-
ein absoluter Spannungsausgleich niemals vielen Farben, uni und gemustert, mit ten verarbeitet, die sich aber leicht wer-
erreichen läßt, werfen sich Furnierplatten matter und glänzender Oberfläche, zu fen, wenn sie nicht flach liegend gelagert
mitunter doch. Auch einseitige Einwir- haben. Sie sind beidseitig mit sehr harten werden. Beim Möbelbau müssen Buchen-
kung von Feuchtigkeit oder Wärme kann und dauerhaften Schichtkunststoffplatten platten durch unterlegte Rahmen oder
zum Verziehen der Platten führen, die belegt. Schienen gehalten werden.
betroffene Seite dehnt sich aus oder zieht Aluminiumsperrholz; Vielfältig verwend- Mit Kunslharz imprägnierte Buchen-
sich zusammen, und die ganze Platte wird bare Furnierplatten, die ein- oder beid- furnierplatten sind außerordentlich hart
krumm. seitig mit dünnem Aluminiumblech be- und standfest.
91
Verarbeitung von Furnierplatten
Verschiedene Techniken
Dickere Furnierplatten lassen sich nuten, den Bootsbau muß man wasserfesten Birkenfurniere sind besonders geeignet.
zapfen, zinken und gehren. Für Sdiub- Leim verwenden. Wenn Furnierplatten Einfache gleichmäßige Biegungen hal-
ladenseiten sind sie nicht geeignet, weil miteinander verleimt werden, sollten ten ihre Form, wenn man zwei oder mehr
ihre Kanten aus Längsholz, Leim und beide Holzseiten dieselbe Faserrichtung Furnierplatten zwischen provisorischen
Hirnholz bestehen, die verschieden hart haben. Formstücken biegt und verleimt. Sie las-
sind und sich verschieden stark abnützen. sen sich leichter biegen, wenn man ihre
Konstruktive Verbindungen
Außenseiten anfeuchtet und die Platten
Von 10 mm Dicke an kann man Furnier-
Sägen über Nacht in der gewünschten Form
Furnierplatten zwischen 0,8 und 1,5 mm platten wie Massivholz miteinander ver-
trocknen läßt. Man darf sie jedoch nicht
schneidet man mit einem scharfen Messer, binden. Kanten werden mit Nuten und
verleimen, solange sie noch feucht sind.
größere Dicken mit der Feinsäge: zwi- loser Feder aneinandergesctzt; solche Furnierplatten lassen sich quer zur Holz-
schen 1,5 und 6 mm am besten mit Laub- Verbindungen sind jedoch nicht biegefest.
faser besser biegen als in Faserrichtung.
säge oder feinem Fuchsschwanz, darüber
hinaus mit Fuchsschwanz oder Kreissäge.
Vor dem Sägen quer zur Faser ritzt man
die Schnittlinie auf beiden Plaltenseiten
mit dem Messer ein, damit das Holz nicht
splittert. Zwischen Feder und dem Grund der
Nuten bleibt etwas Abstand
Nageln und schrauben
Bei Furnierplatten bohrt man Schrau- Ausbessern
benlöcher vor. An den Plattenkanten hal- Wenn sich das Deckfurnier an einzelnen
Quer zu den Fasern (aßt sich Furnier
ten Nägel und Schrauben weniger gut als Stellen ablöst und hochwölbt, so leimt
auf den Flächen. Bei weichen Furnieren man es nochmals an, belegt die Stelle mit
verhindert man zu tiefes Einsinken der Papier und spannt sie mit Holzzulage ein.
Schraubenköpfe durch Unterlegscheiben.
Birkenholz gibt Nägeln und Schrauben Kantenschutz
besseren Halt als Gabun oder Douglasie. Ungeschützte Kanten von Furnierplatten
splittern leicht bei einem Stoß oder Schlag.
Leimen Man schützt sie deshalb am besten mit
Damit der Leim gut haftet, wird das Fur- einer vorgeleimten Holzleiste oder rundet
nier mit einem Zahnhobel oder grobem sie wenigstens ab.
Schleifpapier aufgerauht. Verleimte Teile
spannt man unter gleichmäßig starkem Biegen
Drude ein, bis der Leim gebunden hat. Je dünner Furnierplatten sind, desto
Bei der Verwendung im Freien und für leichter und enger lassen sie sich biegen. besser biegen als mil den Fasern

Vor dem Biegen werden die


Furniere angefeuchtet. Sie müssen
aber vor dem Verleimen und Ein-
spannen wieder vollkommen
trocken sein.

Formstucke aus
Abfallholz

Drei Furnierstreifen

Dieses Dreikantholz ist als Formstück aus


Autlage für die Schraubzwinge Abfallholz
nötig
Fertig gebogene Form

Einfache gebogene Formen lassen sich durch Verleimen von FurniersUeifen zwischen Formstücken aus Abfallholz herstellen
92
Hartfaserplatten
Plattenarten und ihre Verwendung
Hartfaserplatten werden aus den Fasern einige Millimeter größer als ihr angege- in Standardgrößen von 0,61 X 1,22 bis
von Holzabfällen und Rundholz mit klei- benes Nennmaß. 1,22 X 2,44 m. Sie sind meistens beidseitig
nem Querschnitt hergestellt. Nach Erwei- Die im Feuchtverfahren hergestellten glatt und in verschiedenen Mustern ge-
chen durch Chemikalien oder durch heißes Normalplatten haben eine glatte Seite, locht. Eine Reihe von Lochplattenarten
Wasser wird das Rohmaterial zerfasert, die die Holzfaserstruktur erkennen läßt, ist auch ölimprägniert zu haben.
mit Kunstharz (Kresolharz) vermischt und eine rauhe Seite, die den Siebabdruck Einseitig kunststoffbeschichtete Hart-
und im Feucht- oder Trockenverfahren der Maschine zeigt. faserplatten werden in vielen Farben und
unter starkem Druck zu Platten gepreßt. Platten mit beidseitig glatten Flächen Mustern hergestellt. Sie sind dekorativ
Hartfaserplatten sind ein vielfältig sind trocken gepreßt. Sie werden 1,22 und leicht sauberzuhalten. Sie werden
nutzbares Material, das vorwiegend bei X 2,44 m groß und in gleichen Dicken wie zum Beispiel für Schiebetüren gern be-
der Möbelherstellung und im Innenausbau Normalplatten hergestellt, sind im Handel nutzt, sind aber nicht als Belag für Werk-
verwendet wird. Sie werden in Dicken von meistens aber nur 3,2 mm dick vorrätig. bänke und ähnlich stark benutzte Flächen
2-6 mm in vier Härtegraden hergestellt: Halbharte Platten werden häufig als geeignet.
halbhart, dreiviertelhart, normalhart und Deckmaterial für Zwischenwände be- Für dekorative Verwendung werden
exira- oder ultrahart. In Holz- und nutzt. Da Reißzwecken in ihnen gut hal- Hartfaserplatten mit fabriklackierter, ge-
Bastlergeschäften sind sie in genormten ten, sind sie auch für Anschlagtafeln und hämmerler, geprägter oder bedruckter
Piattengrößen bis zu 1,50 m Breite und Reißbretter geeignet. Oberfläche hergestellt, darunter mit Holz-
2,50 m Länge und auch in Zuschnitten zu Bituminierte und ölimprägnierte Hart- maserung und Wandkachelprägung für
haben. faserplatten sind besonders widerstands- Küchen und Badezimmer. Es handelt sich
Da der Zuschnitt nicht immer genau fähig gegen Feuchtigkeit und als Wand- dabei in der Regel um 3,2 mm starke
und winkelrecht erfolgt, sollte man die und Deckenbelag im Freien geeignet. Sie Standardplatten mit sehr strapazierfähi-
Platten etwas größer als benötigt bestel- können ferner auch auf Zementestrich - gen Kunstharzoberflächen.
len und sie später selbst genau herrichten. und Dielenfußböden verlegt werden. Hartfaserplatten sollen flach Hegend
Platten in den Standardmaßen sind im Hartfaserlochplatten gibt es in ver- und mit geschützten Ecken und Kanten
aligemeinen genau rechtwinklig und meist schiedenen Stärken von 3,2 mm an und aufbewahrt werden.

Verarbeitung von Hartfaserplatten


Zum Schneiden, Formen und Kanten- fläche beschädigt, soll man sich Zeit lassen Hartfaserplatten
glätten werden die normalen Tischler- und nicht mit Gewalt sägen.
Werkzeuge benutzt. Bei der Arbeit muß
man darauf achten, daß die glatte Ober- Glätten der Kanten
seite nicht verletzt wird, denn man kann Die Kanlen von Standardhartfaserplatten
sie nicht ausbessern. lassen sich gut mit Hobel, Ziehklinge und
Mit Ausnahme der halbharten und be- Schleifpapier glätten. Pur mittelharte Plat-
schichteten Sorten haben Hartfaserplatten ten ist nur Schleifpapier geeignet. Vorsicht
eine leicht gehämmerte Struktur, die auch vor Beschädigung der Oberfläche.
unter Anstrichen nicht ganz verschwindet.
Schrauben werden durch, nicht in die
Unter matten Anstrichen fällt sie jedoch Verleimen Hartfaserplatte geschraubt
weniger auf als unter glänzendem Lack. Zum Verleimen nicht imprägnierter Plat-
ten sind alle Tischlerleime und -kleber Hartfaserplatten
Klimatisieren brauchbar. Damit der Leim besser haftet,
Standardhartfaserplatten sollen vor der rauht man die glatte Plattenoberseite etwas
Verwendung klimatisiert werden, damit a u i'.
sie nicht bei anderer Raumfeuchtigkeit
wellig werden. Das ist besonders wichtig, Nageln und schrauben
wenn sie als Unterlage für Bodenfliesen Schrauben werden immer durch Hart-
dienen sollen. faserplatten hindurch, nicht in sie hinein
Zum Klimatisieren legt man die Plat- geschraubt.
ten flach auf den Boden und feuchtet ihre Zum Nageln benutzt man Spezialstifte
Rückseiten mit etwa J /4 l Wasser je für Hartfaserplatten mit spitzen Köpfen,
Quadratmeter an. Dann läßt man sie 48 die nur kleine, leicht zuzukittende Löcher
Stunden flach liegen, imprägnierte Platten hinterlassen. Gewöhnliche Drahtstifte mit Der rechte Nagel bleibt sichtbar, während
jedoch 72 Stunden lang, damit sie sich der Stauchköpfen bleiben durch Anstriche der linke nur ein kleines Loch zurückläßt
Raumfeuchtigkeit anpassen können. hindurch fast immer sichtbar.
Bei Verwendung von Platten in ständig nicht alle Fugen aufeinandertreffen, wer-
geheizten Räumen muß man anders ver- Streichen und tapezieren den die Plattenreihen gegeneinander ver-
fahren. Man läßt sie ohne Anfeuchten Mit Ausnahme fabrikgestrichener oder setzt. Auf Holzböden werden die Platten
72 Stunden lang liegen, damit sie sich -beschichteter Sorten müssen Hartfaser- genagelt - an den Rändern mit 10, sonst
durch Trocknen den Raumverhältnissen platten vor dem Anstreichen mit Spezial- mit 15 cm Abstand. Damit die Nagelköpfe
anpassen. grundierung oder verdünnter Emulsions- nicht zu bemerken sind, legt man die
farbe (Binderfarbe) grundiert werden. Plattenrückseite mit dem Siebmuster nach
Zum Verdünnen nimmt man l Teil Was- oben. Sollen die Platten jedoch mit dün-
Schneiden ser auf 4 Teile Farbe. Vor dem Streichen nen Kunststofffliesen beklebt werden, so
Hartfaserplatten werden mit einer Fein- müssen Schrauben- und Nagelköpfe mit kommt die glatte Plattenseite nach oben.
säge, am besten mit einem Fuchsschwanz, wasserfestem Lack isoliert werden, damit Auf Zementböden werden Hartfaser-
geschnitten, und zwar immer von der kein Rost durchschlägt. platten verklebt.
glatten Oberseite her. Lackierte und be- Audi vor dem Tapezieren werden Besser als normale Hartfaserplatten sind
schichtete Platten ritzt man entlang der Hartfaserplatten in der angegebenen Art spezielle Verlegeplatten. Sie haben an je
Schnittlinie vor dem Sägen mit dem Mes- grundiert. einer langen und kurzen Kante eine Nut
ser ein, damit sie nicht splittern. Aus und eine Feder; sie können also zusam-
demselben Grund sollen beide Platten- Unterlegen mengesteckt werden. Es gibt sie in den
enden beim Sägen fest aufliegen. Beim Unterlegen von Fußböden mit Größen 205 X 92,5 cm, 255 X 94 cm und
Damit die Säge das Material nicht zer- Hartfaserplätten sollen die Einzelplatten in fünf verschiedenen Stärken: 10, 16, 19,
reißt oder durch Ausrutschen die Ober- nicht größer als 1,22 X 1,22 m sein. Damit 22 und 25 mm.
93
Tischlerplatten
Plattenarten und ihre Verwendung
Tischlerplatten bestehen aus einer dicken Schwinden um 2 mm auf l m Länge ge-
Mittellage von weichem Blindholz und hört aber schon zu den Ausnahmen. In
quer darübergeleimten Sperrfurnieren. Sie der Dicke verändern sie sich praktisch
sind nur für Innenräume geeignet. nicht.
Die Fasern des Blindholzes laufen in
Richtung der Plattenlänge, die der Sperr-
furniere quer dazu. Tischlerplatten sind Anleimer mit und ohne Feder
deshalb in Längsrichtung fester als in der
Breite. Für lange Tischplatten oder Türen
verwendet man sie daher in Längsrich-
tung; die Gefahr eines Verziehens ist
Tischlerplatte mit einfachen Deckfurnieren dann geringer.
Bei birkenfurnierten Platten macht sich
ein gewisses Schwinden eher bemerkbar
als bei Platten mit westafrikanischen
Sperrfurnieren wie Gabun oder Maha-
goni. Das gleiche gilt auch für die ein-
fach abgesperrten Platten gegenüber sol- Anleimer mit Doppelfeder und mit Nut
Tischlerplatte mit doppelten Deckfurnieren chen mit Doppelfurnierabsperrung. Bir-
kenfurniere bekommen beim Arbeiten laufen in derselben Richtung wie das
Streifenplatten bestehen aus u n verleimt manchmal ein schachbrettartiges Linien- Blindholz, das heißt in Längsrichtung der
oder nur p unkt verleimt nebeneinander- muster. Platten. Außer bei ausdrücklich anderer
liegenden, aus Seitenbrettern geschnitte- Lagerang: Tischlerplatten sollen flach lie- Bestellung sind die Rückseiten der Platten
nen Holzstreifen, die mit Sperrfurnieren gend aufbewahrt werden. Läßt sich bei mit einem billigeren Deckfurnier verse-
abgedeckt sind. Wegen des geringen Hal- Raummangel stehende Aufbewahrung hen, z. B. aus preiswertem Mahagoni.
tes des Blindholzes zeichnen sich die Fu- nicht vermeiden, so müssen die Platten Tischlerplatten mit Limba-, Buche- oder
gen auf poliertem Deckfurnier oft ab. so steil wie möglich stehen, und es darf Mahagonideckfurnieren sind im allgemei-
Stab- oder blockverleimte Tischlerplatten, nichts gegen sie gelehnt werden. Ver- nen leicht zu bekommen, Auf andere
von besserer Qualität, werden aus block- zogene Platten legt man flach und be- Furnierarten muß man länger warten.
verleimten Seitenbrettern hergestellt, die schwert sie mit einem Gewicht.
so aufgeschnitten werden, daß sich ein Anstreichen und belegen: Einseitige Farb- Stäbchenverleimte Platten
Blindholz aus fest verleimten quadrati- oder Lackanstriche führen unweigerlich Sie sind anderen Tischlerplatten über-
schen Stäben mit stehenden Jahresringen zum Verziehen der Platten. Damit sich legen, weil sich die Struktur des Blind-
ergibt. Diese Art von Tischlerplatten die Spannungen ausgleichen, ist immer ein holzes auch auf hochglanzpolierten oder
wird am häufigsten benutzt. Anstrich auf beiden Seiten nötig. Das- -lackierten Furnieren nicht abzeichnet. Bei
Stäbchenverleimte Tischlerplatten sind die selbe gilt, wenn man die Platten polieren, streifen- und blo dt verleimte n Platten
standfestesten, aber auch die teuersten. tapezieren und mit Deckfurnieren oder sieht man das Blindholz als Streifen-
Ihr Blindholz besteht aus blockverleimten Kunststoffplatten beschichten will. muster auf dem Deckfurnier, sobald es
und aufgeschnittenen Schälfurnieren von Kanten: Die Kanten von Tischlerplatten auf Hochglanz poliert wird.
6-10 mm Dicke. lassen sich nur schwer so bearbeiten, daß Tischlerplatten mit doppelten Sperrfur-
Tischlerplatten sind in Dicken von 13, sie sauber aussehen. Man beleimt daher nieren zeigen diesen Nachteil meist we-
16, 19, 22, 25, 28, 30 und 32 mm im Han- offenliegende Kanten mit Anleimern aus niger deutlich.
del, Größere Stärken, von 38 bis 45 mm, Massivholz oder Furnierstreifen. Bei ge-
werden zwar hergestellt, sind aber nicht strichenen Gegenständen genügt dafür
immer leicht zu erhalten. Die Platten- Weichholz. Bei Platten mit Deckfurnieren
großen reichen von 1,22 x 2,44 m bis verwendet man Massivholzleisten oder
1,83 x 5,10 m. Furnierstreifen aus demselben Holz.
Standfestigkeit: Auch bei Tischlerplatten Deckfurniere: Tischlerplatten sind auch
ist ein leichtes Verziehen, Schwinden oder mit aufgeleimten edlen Deckfurnieren zu Stäbchenverleimte Tischlerplatte;
Ausdehnen nicht ganz ausgeschlossen. Ein haben. Die Fasern der Deckfurniere die Stäbchen sind 6 mm breit

An den Stößen der 2 cm


breiten Leisten findet man
läufig mehrere Millimeter
breite Lücken

Blockverleimte Tischlerplatte mit doppeltem Deckfurnier. Einfache Deckfurniere sind in der Regel dicker.

94
Spanplatten
Plattenarten und ihre Verwendung
Je kleiner die Holzstückchen sind, aus gestellt, werden immer weniger verwen-
denen eine Platte besteht, desto weniger det. Die Platten brechen in Querrichtung
wirft oder verzieht sie sich. Diese Tat- ziemlich leicht und sollten nicht für tra-
sache führte zur Entwicklung der Holz- gende Bauteile benutzt werden.
spanplatten. Sie bestehen aus maschinell Spanplatten können ohne Nachteil ein-
zerkleinerten Holzspänen oder -fasern, seitig gestrichen oder beschichtet werden.
die mit Kunstharzen warm und unter Von kleineren Einschränkungen abge- Richtig: Durch die Platte nageln und
hohem Druck gepreßt werden. sehen, können Spanplatten wie Natur- schrauben
Spanplatten werden in Dicken zwi- holz verarbeitet werden.
schen 8 und 40 mm und in mehreren Schichtspanplatten sind roh und ge-
Härtegraden hergestellt. Die geläufigsten schliffen, furniert und kunststoffbelegt,
Stärken sind 13, 19, 22 und 25 mm und anstrichfertig gefüllt und grundiert im
Standardgrößen von 1,22 X 2,44 m bis Handel. Im Durchschnitt kosten sie die
1,83 X 5,10 m. Hälfte bis zwei Drittel von vergleich-
Schicht- oder flachgepreßte Platten: Bei baren Tischlerplatten. Falsch: In die Platts nageln und schrauben
ihnen liegen die Fasern flach und kreuz Verwendung: Normalspanplatten sind nur
und quer in mehreren Schichten; die mitt- für Innenräume geeignet. Wetterfeste Plat- nere Beschläge mit nur wenigen Schrau-
lere Schicht besteht meistens aus gröbe- ten werden zwar auch hergestellt, sind ben werden Hartholzdübel in die Platte
ren Spänen. aber nicht überall erhältlich. gesenkt, die den Schrauben Halt geben
Sägen und hobeln: Spanplatten lassen und die Belastung verteilen.
sich mit der Kreis- oder der Stichsäge Leimen: Spanplatten können mit jedem
und mit Fuchsschwanz oder Bügelsäge Holzleim oder -kleber verbunden werden.
schneiden, die Kanten mit Hobel und Am besten ist dicker Kunstharzkaltleim.
Schleifpapier glätten. Die Platten sind gut Beim Anleimen von Leisten an Platten-
zu verarbeiten; der Kunstharzgehalt macht kanten sind Nut und Feder von Vorteil,
Dreischichtenspanplatte mit liegenden Werkzeuge jedoch schneller stumpf als jedoch nicht unbedingt erforderlich.
Spänen Weichholz. Lagerung: Spanplatten sollen flach liegend
Verbindungen: Mit Ausnahme von Zin- aufbewahrt werden. Wo das nicht mög-
Langspanplatten, auch als Behr-Platten ken, Graten und Schlitzen lassen sich lich ist, stellt man sie aufrecht an eine
im Handel, einschichtig flachgepreßt, be- alle Holzverbindungen einschließlich Na- Wand, so daß sie sich nicht durchbiegen.
sitzen eine reizvolle Hobelspanoberfläche. geln und Schrauben anwenden. Das
stumpfe Verleimen von Kanten zur Ver- Flachsspanplatten
breiterung einer Platte ist wegen der Spanplatten werden auch aus Flachs-
Schichtstruktur nicht zu empfehlen. fasern und anderen pflanzlichen Hart-
Zusammenbau: Nägel und Schrauben fasern hergestellt. Solche Platten sind
werden durch Spanplatten hindurch, nicht ebenso stabil, aber leichter und etwas
in sie hinein genagelt oder geschraubt. billiger als Holzspanplatten. Sie werden
Stranggepreßte Spanplatte mit stehenden In den Kanten halten sie auf die Dauer furniert zum Möbelbau und roh, unter
Spänen nicht. anderem, als Unterlage unter Teerpappe-
Für Scharniere und andere Beschläge, dächern verwendet. Flachsplatten riechen,
Stranggepreßte oder gestopfte Spanplat- z. B. Klavierbänder, setzt man an die wenn sie nicht allseitig abgesperrt oder
ten, mit aufrechtstehenden Fasern her- Kanten Massivholzleisten an. Für klei- gestrichen sind, stark nach frischem Heu.

Klavierband
(Stangenscharnier)

Eingeleimter Eingeleimter
Hartholzdübel Hartholzdübel
Eingesalzte Hartholzdübel genügen für Schrauben und kleine Scharniere. Für große Scharniere werden Massivholzleistan angeleimt.

95
Bauplatten und Fachwerkzwischenwände (1)
Plattenarten und ihre Verwendung
Es gibt viele Arten von Bauplatten zur und die Nägel oder Schrauben an ihren mit Aluminiumfolie kaschiert, haben sie
Konstruktion oder Verkleidung von Wän- Rändern werden mit Leisten abgedeckt. eine besonders gute Wärmeisolierung.
den und Decken. Auch manche Hart- Platten, die noch einen Gipsverputz
faser- und Holzspanplatten werden als Asbestplatten bekommen, bringt man mit der grauen
Bauplatten benutzt. Isolierplatten aus Asbest mit feuerhem- Seile nach außen an; die elfenbeinfar-
mender Wirkung werden in verschiedenen bene Seite liegt oben, wenn die Platten
Isolier- oder Dämmplatten Arten hergestellt, von hochgepreßten har- gestrichen oder tapeziert werden. In die-
Dämmplaticn zur Schall- und Tcmpera- ten Asbcstzementplatten bis zu Asbest- sen Fällen ist Grundierung nötig.
uirisolieriing bestehen aus sehr verschie- zeiluloscplatten für den Innenausbau, die Maße: Gipskartonplatten sind 9,5-18 mm
denen Materialien. Aus Holzfasern ge- sich wie Holz verarbeiten iassen. dick, 1,25 m breit und bis 2,5 m lang.
preßt, sind sie als „Weichfaserplatten" im Maße: Die Dicken liegen zwischen 3 mm Schneiden: GipskartonplaUen werden mit
Handel. Sie werden auch bituminiert, d.h. für Asbestzenientplattcn und mehr als feiner Säge oder einem Messer zugeschnit-
feuchtigkeitsunempfindlich und feuerhem- 25 mm für Asbestdämmplatten. Die Breite ten. Nach dem Durchschneiden der Pappe
mend imprägniert, hergestellt. Geriefte, beträgt meistens 61 oder 122 ein, die auf einer Seite bricht man die Platte ent-
gelochte oder geschlitzte Akustikplatten Länge reicht von 1,22 bis 3,66 m. lang der Schnittlinie durch und zerschnei-
haben eine gute Schalldämmung. Schneiden: Harte Asbestplatten werden det dann die Pappschicht der anderen
Maße: Weichfabcrplatten sind in Dicken von Hand oder maschinell mit Metall- Seite. Kanten kann man mit der Hobel-
von 12, 15 und 18 mm, in Breiten von 61 sägeblättern zugeschnitten. Die weicheren feile glätten.
und 122 cm und in Längen von 1,83 m bis Dämmplattcn lassen sich mit einem fei- Befestigen: Gipskartonplatten werden
2,50 m im Handel, nen Fuchsschwanz sägen. Kanten werden mit 30-35 mm langen verzinkten Flach-
Schneiden kann man die Platten mit mit der Feile oder Hobelfeile geglättet. kopfnägeln in Abständen von 15 cm auf
einem Fuchsschwanz mit feiner Zahnung Befestigen: Asbestplatten befestigt man die Holzlatten genagelt. Die Nagclköpfe
oder einem scharfen Messer. durch vorgebohrte Löcher mit verzinkten werden verspachtelt.
Befestigen: Dämmplatten werden mit Flachkopfnägeln oder Schrauben. Fugen: Man laßt zwischen den Platten
30 mm langen verzinkten Flachkopfnä- Fugen: Die Fugen zwischen den dicht an- 3 mm breite Fugen, die mit Gips-Fugcn-
geln angenagelt, an den Kanten mit 10, einandergestoßenen Platten werden mit füller verschlossen oder mit Bewchrungs-
sonst mit 20 cm Abstand. Bei 12 mm Fugenfüller ausgefugt oder abgedeckt. strcifen aus Papier, Baumwolle oder Lei-
dicken Platten sollen die Abstände der nen überklebt werden. Es gibt selbstkle-
Ständer nicht größer als 40, bei dickeren Gipskartonplatten bende Streifen mit verdünnten Rändern,
Platten nicht größer als 80 cm sein. Sie bestehen aus einer beidseitig mit Roh- die unter Farbanstrichcn oder Putz un-
Fugen: Die Fugen zwischen den Platten pappe belegten Hartgipsschicht. Einseitig sichtbar sind.

Bau einer Fachwerkzwischenwand


Fachwerkzwischenwände sind leichte, nicht notwendig, die Deckenbohle an der hebt man in Rahmen und Schwelle Nu-
nichltragcndc, gewöhnlich mit Dämm- Decke durch Schrauben zu sichern. Es icn für die Ständer aus (s. S. 105).
platten belegte Konstruktionen. Sie dienen genügt, sie durch die Ständer fest gegen In die Schwelle werden, jeweils in die
zur RaumabtcÜung und können mit Tür- die Decke zu pressen. Voraussetzung da- Mille zwischen den Standern u ten, 6 mm
und Fensteröffnungen versehen werden. für ist, daß die Ständer etwas länger sind große Löcher für die Befcstigungsschrau-
Eine Fachwerkzwischcnwand besteht als das lichte Maß zwischen den Nuttie-
aus den senkrechten Ständern, die von fen von Schwellen- und Deckenbohle. Um
der auf dem Boden befestigten Schwelle ein eventuelles späteres Schwinden des
getragen und unter der Decke durch den Holzes auszugleichen und eine möglichst
Rahmen abgeschlossen werden. Die Stän- hallbare Verspannung zu erzielen, gibl
der werden waagerecht durch die Riegel man etwa 2 bis 3 mm Länge zu.
miteinander verbunden. Eine zusätzliche Sicherung der Decken-
Für eine einfache Zwischenwand genü- bohle gegen seitliches Verschieben schafft
gen beidseitig mit 16 mm dicken Platten man, wenn man sie in den Putz einläßt.
bekleidete Bohlen von 5 x 8 cm Quer- Dazu muß man in der ganzen Flucht der
schnitt. Die Plattenfugen werden mit Holz- Deckenbohle den Putz abschlagen, und
leisten abgedeckt oder, z. B. wenn die Wand zwar ca. 2 cm breiter als die Bohle breit
später tapeziert werden soll, mit Fugen- ist. Wenn die Wand steht, werden die Messen mit
mabse gefüllt und mit Bewehrungsstreifen seitlichen Rillen verputzt. zwei Latten
überklebt. Der untere Plattcnrand wird Zuerst wird die Schwellenbohle auf
durch eine Fußleiste geschützt. Länge geschnitten und auf ihr die Lage ben gebohrt und die Lage der Löcher auf
An einer Betondecke läßt sich die Dck- der Ständer markiert. Damit sich die dem Fußboden markiert. Zur Befestigung
kenbohle einfach mit Dübeln und Schrau- 122 cm breiten Dämmplatten einfach be- dienen 5 mm dicke Holzschrauben. Für
ben befestigen (s. S. 132). Bei einer Holz- festigen lassen, haben die Mittellinien Zemcntböden können sie 8-10 cm lang
decke ist es oft mit viel Umständen ver- der Ständer 61 cm Abstand voneinander. sein, für Holzböden 8 cm. In Zement-
bunden, die unter dem Putz liegenden Der ersle Ständer wird auf das Ende böden werden Dübellöcher von 8 mm 0
Balken oder Latten zu finden, an die man der Schwelle gesetzt, danach der dritte, gebohrt und Dübel eingesetzt, in Holz-
die Bohle anschrauben könnte. von der Wand bis zu seiner Mittellinie ge- böden bohrt man 4 mm große Löcher.
Wer es dennoch versuchen will, steche messen, im Abstand von 121 cm. Da- Nun wird die Deckcnbohle ebenso an
in Höhe der geplanten Wand vorsichtig durch erhält man bei 122 cm breiten Plat- der Decke befestigt und dann mit zwei
mit einer Ahle durch den Pulz, bis er auf ten l cm Spielraum für das Anpassen der Latten der Abstand zwischen den Nuten
Latten oder Balken stoßt. Durch weitere ersten Dämmplatte an die Wandkontur. gemessen. Die Ständer werden auf Länge
Probestiche in der Fluchtlinie der Wand Der zweite Ständer wird genau in die gesägt und mit schräg gesetzten Nägeln
kann man die Lage weiterer Balken und Mitte zwischen dem ersten und dritten in den Nuten befestigt (s. S. 127). Zum
Breiter ermitteln und dort die Schraub- gestellt. Die weiteren Ständer folgen mit Schluß werden die Ständer durch 3 x 8 cm
stellen markieren. Deckenbalken sind nor- 61 cm Abstand von Mitte zu Mitte. Für starke Hoteriegel mit Schrägnagelung ver-
malerweise zwischen 60 und 80 cm von- die beiden letzten Ständer ergibt sich aus bunden. Bei normalen Zimmerhöhen ge-
einander entfernt; die Abstände zwischen der Wandlänge meist von selbst ein klei- nügen ein oder zwei Riegel, von denen
den Latten betragen in der Regel 2,5 cm. nerer Zwischenraum. Nun wird die Dek- der erste 75-80 cm über dem Fußboden,
Da die dünnen Plattenwändc nicht be- kenbohle auf Länge gesägt und die Lage der zweite in entsprechender Höhe dar-
lastet werden, ist es meistens aber gar der Ständer auch auf ihr angerissen. Dann über liegt.
96
Bauplatten und Fachwerkzwischenwände (2)

Eine Türöffnung wird durch Einnuten von oben nach unten waagerecht an der
eines 5 X 8 cm starken Türsturzes zwischen Platte Wand entlangführt (s. Abb. links).
zwei Ständer hergestellt. Die mit Nut und für das Die Platte wird wieder abgenommen
Feder verbundenen Bretter des Türfut- letzte Fach und der Linie entsprechend zugeschnitten,
ters müssen die Kanten der Dämmplatten ehe sie endgültig angenagelt wird.
be de dien.
Über einem Fensterbrett von 5 X 8 cm
kann man ein Innenfenster oder eine Durch-
Obertragen
der
Wandkontur "i
mit der
l Die Fugen zwischen den Platten, an
der Decke und den Wänden werden mit
Holzleisten von 1 x 5 cm Querschnitt ver-
reiche mit aufschlagenden oder Sdiiebe- Hilfsleiste deckt. Zum Annageln benutzt man 40 mm
türen einbauen. Das Fenster wird wie die lange Drahtstifte, die versenkt werden.
Tür gefüttert, die Glasscheiben werden
zwischen Leisten verkittet. Eine Durch-
reiche wird mit Brettern ausgekleidet.
Annageln der DÜmmplatten: Die Platten
angepaßter
Ständer L
Einpassen der letzten Platte
Die Leisten unter der Decke und an
beiden Zimmerwänden müssen an die
Konturen des Verputzes angepaßt wer-
den. Das gleiche gilt bei nicht genau
sollen l cm kürzer als die Zimmerhöhe ebenem Boden für die Fußleisten.
sein. Sie werden an der Decke angesto-
ßen, die Fuge am Fußboden wird durch
eine Fußleiste geschlossen. Abdeckleiste stär,der Fensterleisten
Die erste Platte wird mit an der Wand
liegender Kante provisorisch am ersten
Stander befestigt. Dann überträgt man
die Wandkontur mit einem l cm geöffne-
ten Zirkel auf die Platte, schneidet ihre
Kante, genau der angezeichneten Linie
folgend, zu und nagelt die Platte end-
gültig an. Die Nägel müssen so dicht am
Plattenrand liegen, daß die später über
die Fugen gesetzten Leisten sie verdecken.
Die letzte Platte wird provisorisch ge-
nau über der angenagelten vorletzten be-
festigt und ihre Kante an die Wandkon-
tur angepaßt. Das geschieht mit einer
122 cm langen Leiste oder Latte, die man Die Teile des Türrahmens Die Teile des Innenfensters

D ecken bohle Futter des


5x8 cm Innenfensters

Türsturz-

Ständer.
5 x 8 cm

54,25cm- •54,25 cm-

TDrfutter
1,21 m-

Riegel
5x8cm

1—1,20 m

Schwellenbohle
5x8 cm

97
Verschalungen, Dielen und Zäune
Wandverschalungen
Die gebräuchlichste Holzverkleidung an Gegen Fäulnis und
Außenwänden ist die Stülpschalung mit Holzbock imprägnierte
Falz oder mit Nut und Spund, bei der Isolierpapier Latte, 2,5 cm, roh
die Schalbretter ineinandergreifen. Schal- oder-pappe
Geschnittener
bretter sind in genormten Maßen im Han- Wandnagel .
del: 18-24 mm dick, 10-15 cm breit.
Außer bei kanadischem Zedernholz
müssen Außenwandverschalungen gestri-
chen oder regelmäßig mit Holzschutz-
mitteln imprägniert werden. Für Farb- Profilierte Stülp-
oder Lackanstriche werden die Bretter vor schalung mit Falz
dem Annageln grundiert, die Stirnseiten Versenkter
mit besonderer Sorgfalt. Stauch köpf nagel
Holzverschalungen haben gute Isolier-
eigenschaften. Um den bestmöglichen Wet-
terschutz zu erhalten, benagelt man die
Mauer zuerst mit Isolierpapier oder
-pappe. Darauf bringt man senkrecht in
Abständen von 40-50 cm imprägnierte
Holzlatten an und nagelt die Schalbretter
darauf. Zum Annageln benutzt man ver-
zinkte Stauchkopfnägel, die man versenkt.

Fußbodendielen
Als Bodendielen verwendet man Spund- stimmen niemals vollkommen überein. so angenagelt, daß die Feder zur Auf-
bretter mit angehobelter Nut und Feder 5. Dielenbretter können offen durch die nahme des nächsten Bretts frei liegt.
(Spund) und gehobelter Oberseite, wie sie Oberseite oder verdeckt durch die Feder 7. Beim Aneinanderschlagen der Bretter
18-24 mm dick und 10-14 cm breit im genagelt werden. Am besten sind dazu mit dem Hammer schützt man die Feder
Handel sind. Drahtstifte mit Stauchkopf geeignet. durch einen genuteten Hartholzklotz.
1. Damit die Dielen fest aneinanderschlie- 6. Die erste Diele eines Fußbodens wird 8. Auch Parkettholz für Streifen- und Ta-
ßen, sind die Federn nicht ganz so breit, - Stauchkopfnagel
felparkett wird fertig, mit Nuten und Fe-
wie die Nulen tief sind. dern versehen, geliefert.
2. Nut und Feder liegen nicht in der
Mitte der Brettdicke, sondern etwas nä-
her zur Brettunterseite, damit die Dielen
oben Öfter abgeschliffen werden können.
3. Bei schmalen Dielen verteilt sich ein Unsichtbare Nagelung durch die Feder
mögliches Schwinden der Bretter auf viele
Fugen. Bei breiten Dielen Öffnen sich die L_ Drahtstift
Fugen beim Schwinden des Holzes weiter.
4. Wenn möglich, soll man alle Dielen
auf einmal von derselben Hobelpartie
kaufen. Nur dann kann man sicher sein,
daß sie genau zusammenpassen. Spund-
bretter von verschiedenen Holzpartien Sichtbare Durdinagelung Ein Hartholzklotz mit Nut schützt die Feder

Fasebretter und Stabbretter Stab Fasen Spund


Fase- und Stabbretter (d. h. Bretter mit
Profil) sind mit ebener oder gewölbter
Oberseile in mehreren Breiten im Han-
del. Die Breitenangabe schließt die Feder
mit ein, so daß fertig verlegte Bretter um
etwa 15 mm schmäler sind.
Vor dem Anbringen an Decken oder
Wänden müssen die Bretter gründlich ge-
trocknet werden, damit sich die Spund-
verbindungen nicht nachträglich öffnen. Gespundete Stab- und Fasebretter mit verschiedenen Profilen

Holzzäune
Das Holz für Plankenzäune, Lattenzäune Deckplanke
und Kreuzzäune ist überwiegend einhei- (roh)
misches Weichholz. Es ist für verschie-
dene Zaunhöhen fertig bearbeitet und \
Dreikantlatte (roh)
teilweise auch bereits druckimprägniert im
Handel.
Holzzäune sind leicht zu errichten. Man
<*•
benutzt dazu verzinkte Nägel und Schrau- >
ben. Die Bretter von Plankenzäunen über- Zaunplankeen—
lappen um etwa 2 cm. Die Zaunpfosten
werden mindestens 40 cm tief in den Bo-
den gesenkt oder einbetoniert. •
Bodenplankee-

98
Profilleisten (1)
Tür- und Fensterprofile
Abdeckleisten mit verschiedenen Quer- Rahmen Tür
schnitten dienen zum Verdecken der Fu- 5 x 10 cm
gen zwischen Tür- und Fensterrahmen
oder Wandschränken und dem Mauer-
Oberteil des
werk. Sie werden in Querschnitten von Fensterflügels
Tu rausch lag
5 x 15 mm;
unten für den

Verschiedene Abdeckleistenprofile

etwa 2 X 5 cm bis 3 X 10 cm geliefert und


mit versenkten Drahtstiften befestigt.
Wasserschenkel haben den Zweck, das
Regenwasser an der unteren Tür- oder
Fensterkante ablaufen zu lassen. An Hart-
holztüren sollen auch die Wasserschenkel Hartholzschwelle 7 x 15 cm
aus Hartholz sein. für nach innen aufgehende Tür
Wasserschenkel können verschiedene
Profile haben. Ihre Unterseite darf nicht Fensterrahmen- und Sprossenprofile sind Viertelstab-
waagerecht sein, sondern muß nach außen in verschiedenen zueinander passenden profil
leicht abfallen. Größen im Handel. Die seit langem ge-
Ein schmales Brett mit abgeschrägter bräuchlichen Viertelstabprofile sind manch-
vorderer und hinterer Kante, das auf drei mal leichter erhältlich als moderne glatte
Dreikantklötzen mit einer Neigung von Formen.
45° an der Tür befestigt wird, erfüllt Fensterrahmenecken werden stumpf
denselben Zweck wie eine fertig gekaufte oder auf Gehrung verzapft, die Zapfen
Wasserschenkelleiste. mitunter auch noch durch Keile oder Dü- Unterteil des Fensterrahmens
Fensterriihmcnprofile bestehen gewöhn- bel gesichert (siehe S. 107). Dabei ist es
lich aus Weichholz. Die äußeren Fenster- üblich, die waagerechten Rahmenteile in
Fensterrahmenprofile
bretter sollen dagegen aus Hartholz sein. die senkrechten zu zapfen.

Verglasungsleisten, Geländerprofile, Kehlleisten, Dübelholz


Verglasungsleisten werden u. a. für Ge-
wächshausfenster gebraucht. Sie bestehen
aus Tannen- oder Kiefernholz und werden
in mehreren Standardgrößen angeboten.
Sie müssen angestrichen oder, wenn sie
aus kanadischer Zeder sind, geölt werden.
Bildumrandungen aus Weichholz werden
in der Regel mit versenkten Nägeln auf-
genagelt. Vor dem Anstreichen kittet man
die Nagellöcher zu.
Handläufe für Geländer, aus Hart- oder Fenstersprosse
Weichholz, werden mit den Geländerpfo-
sten und -säulen verzapft. Gebogene oder
besonders lange Handläufe verbindet man
stumpf mit Geländerschrauben.
V irrte l stafo- und Kehlleisten aus Hart-
oder W eich holz dienen zum Fugen ab-
decken z. B. bei Verglasungen oder zwi-
schen Fußleisten und Boden. Sie sind ab
5 x 5 mm zu kaufen.
Dübelholz, Rundstäbe aus Weich- oder Handlaufprofile für Geländer
Hartholz, zum Teil auch mit Längsriefen,
wird für Ho 1z v erbindun gen benutzt. Es
ist mitunter leicht unrund und paßt dann
nicht in die vorgebohrten Löcher. Dübel-
holz ist in Weidiholz mit 6-50 mm Durch- Leiste zum
messer zu haben, in Hartholz vorwiegend Bi Ideraufhängen
in Dicken von 6-25 mm.
Halbrandleisten mit Falz werden häufig Gekehlter Vierlelstab Viertelstab
zum Einfassen von Plattenkanten benutzt.
Die Falztiefe entspricht in der Regel der
Dicke von Hartfaserplatten.
Halbrundleisten verwendet man zum Ab-
decken der Fugen aneinanderstoßender
Platten. Sie sind meistens flach gewölbt. Dübelholz Halbrundstab mit Falz Halbrundslab
Handelsübliche Breiten: 10 bis 25 mm.
99
Profilleisten (2)

Bilderrahmenprofile

Sonderformen Zusammengesetzte Profile

Vitrinenleiste (genutet)

Nutleiste für Züge und


Schubladen

Nulleisten für Glasschiebetüren Kantenprofil Holzkugeln für Spiel und Dekoration Gedrechseltes Spielzeugrad

100
Anreißen des Holzes (1)
Symmetrische und unsymmetrische Formen

Eine Linie mit 90° halbleren: Man schlägt Sechseck: Man schlägt mit der ge-
um die Endpunkte der Strecke Kreise wünschten Seitenlänge des Sechsecks als
mit gleichem Halbmesser. Die Gerade Halbmesser einen Kreis und teilt ihn mit
durch die Schnittpunkte (AB) halbiert die der gleichen Zirkelöffnung in sechs Teile.
Ausgangslinie unter einem Winkel von Mari braucht nur noch die abgetragenen
90°. Punkte miteinander zu verbinden.
Die gleiche Methode wird auch noch
bei anderen Konstruktionen benutzt.

Achteck: Man zeichnet ein Quadrat und Den Mittelpunkt eines Kreises finden:
Halbierungslinien durch seine Seiten. Man zieht in dem Kreis eine Sehne (AB)
Um ihren Schnittpunkt (A) schlägt man und konstruiert darüber mit rechten Win-
einen Kreis, der die Ecken des Quadrats keln ein Rechteck. Der Schnittpunkt der
berührt. Dann verbindet man die Ecken Diagonalen in dem Rechteck (C) ist zu-
mit den Schnittpunkten von Halbierungs- gleich der Mittelpunkt des Kreises.
linien und Kreis.

Ellipse: Man teilt die Mittellinie (AB) un-


ter 90° durch die Linie CD, so daß beide
Linien einander halbieren und ihre Län-
gen der Länge und Breite der gewünsch-
ten Ellipse entsprechen. Auf die Mittel-
linie (AB) werden zwei Nadeln oder Nä-
gel so gesteckt, daß ihr Abstand von D
der halben Länge von AB, nämlich AE
entspricht. Man knüpft eine Faden-
schlinge, die, um beide Nadeln gelegt,
bis zum Punkt D reicht, setzt einen Blei-
stift ein und zieht mit straff gespanntem
Faden die Ellipse.

Kreise zeichnen

Es gibt wenigstens vier verschiedene Ar-


ten, einen Kreis zu zeichnen: mit dem
Zirkel; mit Hilfe eines dünnen Sperrholz-
streifens mit zwei Löchern im Abstand
des Kreishalbmessers, einem Nagel und
einem Bleistift; mit Nadel oder Nagel als
Mittelpunkt, einer Schnur und einem
Bleistift; mit einer runden Schablone,
z. B. einer Konservendose oder Münze.

SperrhoIzstrGifen, Nagel und Bleistift

Konservendose Schnur, Nagel und Bleistift


als Schablone

Kurven

In Schreibwaren- und Ze i dien bedarf sge-


sdiäften gibt es Kurvenlineale und Scha-
blonen verschiedenster Art und Größe zu
kaufen.
Um drei gegebene Punkte durch eine
gleichmäßige Kurve zu verbinden, be-
dient man sich eines dünnen elastischen
Holz-, Stahl- oder Resopalstreifens, den
man an den Enden festhält und so biegt,
daß er alle drei Punkte berührt. Dann
läßt man die Kurve von einem Helfer
ziehen.

101
Anreißen des Holzes (2)
Zeichnen von Winkeln
1. Mit Winkelmesser (Transporteur) und breite und darin die Diagonale zeichnet, und die Schnittpunkte mit A verbindet.
Zeichendreieck. Hat man einen bestimm- erhält man Winkel von 45°. 5. Einen 90°-Winkel teilt man, indem man
ten Winkel gefunden, überträgt man ihn 4. Winkel von 60° und 120° erhält man, um A, dann um die gefundenen Punkte
mit der Winkelschmiege. wenn man um A einen Halbkreis schlägt B und C Teilkreise mit gleichem Radius
2. Anschlag winke l für 90°-WinkeI. und auf ihm von den Enden aus mit glei- schlägt und A mit dem Schnittpunkt D
3. Wenn man ein Quadrat mit der Brett- cher Zirkeleinstellung Strecken abträgt verbindet. BAD und CAD haben 45°.

O
1. Winkelmesser oder Transporteur (oben) Z. Benulzung des Anschlagwinkels
und Zeichenwinkel mit 30, 60 und 90°

A A C
4. Winkel von 60 und 120C 5. Konstruktion von 45°-Winkeln mit
dem Zirkel

Abrunden von Ecken


1. Man benutzt eine Münze als Schablone. spitze in der Ecke markiert man die 3. Bei spitzen Winkeln liegen die Mittel-
2. Bei einer rechtwinkligen Ecke findet Punkte A und C und von ihnen aus mit punkte aller Kreise auf der Winkelhal-
man den Mittelpunkt der Abrundung gleicher Zirkelöffnung den Schnittpunkt bierenden. Auf ihr muß man daher die
durch drei Zirkelschläge. Mit der Zirkel- B, der Mittelpunkt der Abrundung ist. Zirkelspitze beim Abrunden ansetzen.

1. Eine Münze als Schablone 2. Abrunden mit dem Zirkel 3. Halbieren eines gegebenen Winkels

Konstruktion eines gleichseitigen Dreiecks


Ein auf ein Brett passendes gleichseitiges auf den Halbkreis trägt. Durch den Punkt Ein gleichseitiges Dreieck über einer ge-
Dreieck konstruiert man, indem man um D zieht man die Gerade von A nach B. gebenen Strecke AB zeichnet man, indem
den Mittelpunkt der kürzeren Seite einen Ein Kreis um B mit Radius AB schneidet man um A und B mit der Länge AB
Halbkreis durch die Ecken schlägt und die Brettkante bei C. Die Linien AB, BC Kreise schlägt und ihren Schnittpunkt C
seinen Radius von einer Ecke aus bei D und CA bilden das gesuchte Dreieck. mit A und B verbindet.

102
T-Verbindungen (1)
Konstruktive Holzverbindungen
Holzverbindungen müssen genau angeris- an und endet mit Verzapfungen und Ver- übereinander oder ineinander, dabei ent-
sen, zugeschnitten und mit dem richtigen zinkungen. steht ein Kreuz.
Leim oder den richtigen Befestigungsmit- T-Verbindungen: Bei ihnen wird ein Holz- Kantenverbindungen: Durch die Verbin-
teln zusammengefügt werden. teil rechtwinklig mit der Fläche oder Kan- dung von Brettkanten entstehen größere
In diesem Kapitel werden verschiedene te eines anderen zur T-Form verbunden. Holzflädien.
Techniken der Holzverbindung behandelt. L-Verbindungen: Zwei verbundene Holz- Dreifachverbindungen: Dabei werden drei
Bei den T-Verbindungen fängt es z. B. teile bilden zusammen eine Ecke. Teile miteinander verbunden, z. B. ein
mit einfachen genagelten Verbindungen X-Verbindungen: Zwei Teile kreuzen sich Tischbein mit den beiden Tischzargen.

Genagelte T-Verbindungen
Einfache Nagelverbindungen sind unter des Holzes in der Mitte eingeschlagen, sobald die Nagelspitzen in das Rahmen-
anderem für leichte Rahmen brauchbar, die beiden anderen unter einem Winkel holz eindringen, oder man sichert das
deren Seiten mit den Querhölzern bündig von 20-30° schräg von den Seiten. Sie Querholz mit einem Klotz und einer
liegen. bilden eine Art Schwalbenschwanzbefesti- Schraubzwinge (siehe S. 127). Die Nägel
Damit sie richtig in den Rahmen pas- gung und machen die Verbindung haltbar. werden in Faserrichtung versetzt einge-
sen, müssen die Querhölzer oder Riegel Beim Nageln von der Innenseile des
genau rechtwinklig zugeschnitten sein. Rahmens muß man besonders aufpassen,
Sie werden nach Möglichkeit von außen weil das Querholz beim Hämmern leicht
genagelt, weil Nageln von innen erheb- verrutscht. Man nagelt deshalb entweder
lich schwieriger ist. Man benutzt drei abwechselnd von beiden Seiten und hält
Nägel: Der erste wird zum Festhalten das Querholz in der richtigen Lage fest,

Querholz
Vorsicht, daß das Holz beim Hämmern
nicht verrutsch!
trieben, um Splittern zu vermeiden. Die
Nagelköpfe werden versenkt und die Lö-
cher vor dem Anstreichen verkittet. Die
Nagellänge soll wenigstens der doppelten
Rahmendicke entsprechen.
Mit T-Verbindungen hergestellte Rah-
men gewinnen erheblich an Festigkeit und
Starrheit, wenn sie mit Hartfaser- oder
Querholz Sperrholzplatten verkleidet werden.
Rahmen aus trockenem Hartholz wer-
den wegen der Splittergefahr besser nicht
Nagelung von außen; Die äußeren Nägel Nagelung von innen: Es wird abwechselnd genagelt, sondern überblattet oder ver-
werden schräg nach innen eingeschlagen von rechts und links genagelt zapft (siehe folgende Seiten).

Metallwinkel und Wellennägel


Fertig gekaufte Verstärkungswinket aus Verbindung; da Metall aber biegsam ist, für leichte Innenraumarbeiten und für
Metall sind bei der Herstellung flacher müssen Verstärkungswinkel immer auf Kisten oder Kästen geeignet.
T-Verbindungen eine nützliche Hilfe. Es beide Seiten der Verbindung geschraubt Um eine möglichst dichte Verbindung
gibt sie mit vorgebohrten Schraubenlö- werden. Die Schrauben müssen genau in zu erreichen, werden die Holzteile vorher
chern als einfädle Winkel und als T- oder die Bohrungen der Winkel passen; sie zusammengespannt oder fest gegen einen
L-fÖrmige Lasdien in Stahl, auch verzinkt werden so fest angezogen, daß sie mit der befestigten Holzklotz gedrückt. Man
und vermessingt, ebenso in Messing. Man Winkeloberfläche abschließen. Die Holz- treibt die Wellennägel, bis sie gleichmäßig
kann sie überall dort benutzen, wo ihr teile bohrt man vor. gefaßt haben, mit leichten Schlägen zu-
Aussehen nicht stört und man eine stabi- Noch schneller und leichter lassen sich nächst vorsichtig ein und hämmert sie
lere Verbindung braucht, als sich durch T-Verbindungen mit Wellennägeln her- dann ganz ein.
Nageln erreichen läßt. stellen, die man einfach mit ihrer ge- Für andere Verbindungen sind Holz-
Je stärker die Winkel, desto fester die schärften Seite ins Holz schlägt. Sie sind verbinder (siehe S. 131) gut geeignet.

Halteklotz

Zwei Eisenwinkel geben festen Halt Flach aufgeschraubte T-Lasche Beide Teile lest gegen den Klotz drücken

103
T-Verbindungen (2)
Überlappende Verbindung -Auflageleisten
Die überlappende T-Verbindung ist ein- schwere Regale mit mehr als 20 cm tiefen Man kann Auflageleisten mit Stahl-
fach und haltbar und deshalb für ein- Fädlern sind aber die auf der nächsten nägeln oder Schrauben auch unmittelbar
fache Konstruktionen geeignet. Seite beschriebenen genuteten Verbindun- auf den Wänden anbringen (siehe S. 127).
Sie kann mit Nägeln, Holzschrauben gen vorzuziehen. Fest angebrachte Quer- Damit die Arbeit sauber aussieht, schrägt
oder Schloßschrauben ausgeführt werden; leisten hemmen auch das Arbeiten der man die sichtbaren Kanten und Ecken
geleimt hält sie besonders gut. Bretter quer zur Faser. der Leisten leicht ab.
Bei der Verwendung von Holzschrau-
ben werden die überlappenden Teile zum
Vorbohren zusammen gespannt (siehe S.
69). Das obere Teil bekommt Löcher in
Stärke des Schraubenschafts und Versen-
kungen für die Köpfe, das untere nur
dünnere Führungslöcher, damit sich die
Schraube selbst ins Holz eindreht. Die
Flächen werden vor dem Zusammen-
schrauben mit Leim bestochen.
Mit angeleimten und geschraubten Auf-
lageleisten lassen sich z. B. standfeste
Regale herstellen. Die Auflageleisten
werden an beide Seitenteile geleimt und
geschraubt und auf ihnen in derselben Oberlappende T-Verbindung: Diagonales Auflageleiste: Die Leiste wird an den Stan-
Weise die Regalbretter befestigt. Für Schrauben verhindert Reißen des Holzes der, das Brett auf die Leiste geschraubt

Ausgeklinkte und überblattete T-Verbindungen


Diese beiden Verbindungsarten sind fe- Nach Einpassen des Querholzes und ten beider Holzteile die halbe Dicke durch
ster und sehen besser aus als die einfache Anleimen der Flächen wird die Verbin- Mittellinien an.
Überlappung. Man benutzt sie z. B. bei dung mit Nägeln oder Schrauben fixiert. Man sägt das Querstück dicht außer-
verkleideten Rahmenkonstruktionen. Für eine Überblattung werden beide halb der Mittellinie auf der abfallenden
Bei der ausgeklinkten oder eingelasse- Holzteile so weit ausgeschnitten, daß sie Seite ein (2) und entfernt das abfallende
nen Verbindung nehmen die Seitenteile mit bündigen Oberflächen ineinanderpas- Holz mit einem weiteren Sägeschnitt durch
die Querhölzer in Ausschnitten voll auf. sen. die Brustlinie. Das Seitenteil wird dicht an
Dazu reißt man die genaue Ausschnitt- Dazu wird auf der Oberseite des Rah- den Innenseiten der angerissenen Linien
form auf der Oberkante und den Seiten mens die Breite und auf seinen Kanten eingesägt (3), ein dritter Schnitt in der
des Rahmen teils an und entfernt dann die halbe Dicke des Querholzes angerissen Ausschnittmitte erleichtert das Entfernen
das überflüssige Holz mit Säge und Stech- (l), ferner am Querholzende auf der Rück- des Abfallholzes durch Abstechen von
eisen. Man sticht es bis zur richtigen Aus- seite etwas mehr als die Rahmenbreite, beiden Seiten her. Nach Einpassen des
schnittiefe spanweise von beiden Seiten und diese Linie wird auf beide Kanten Querholzes (4) wird die Verbindung ge-
weg. verlängert. Dann reißt man auf den Kan- leimt, genagelt oder verschraubt.

Mittellinie

Mittel l i nie Brustlinie

Eingelassene T-Verbindung: Das bün- 1. Die Breite des Querstücks wird ange- 2. Das Querstück wird mit der Feinsäge
dig eingelassene Querholz ergibt rissen. Beide Teile müssen genau senk- an der Mittellinie entlang im Abfallholz
eine feste und saubere Verbindung recht zueinander stehen. eingesägt

Seitenteil

Überblattete T-Verbindung: Eine ein- 3. Nach drei Sägeschnitten an den Kan- 4. Die Dberblattung muß leicht und ge-
fache Methode, gleichstarke Hölzer ten und in der Mitte der Aushebung nau passen, die Kanten müssen recht-
zu verbinden. Der besseren Haltbar- wird das abfallende Holz mit dem Stech- winklig sein. Die Verbindung wird ge-
keit wegen leimen und nageln. eisen bis zur Mittellinie entfernt leimt, genagelt und versäubert.

104
T-Verbindungen (3)
Genutete Verbindungen
Nuten ist die klassische Art, Brettenden
mit Brettflächen zu verbinden. Sie ergibt
eine saubere und sehr tragfähige Befe-
stigung. Es gibt zwei Grundtypen von
Nutverbindungen: die mit durchgehender
und die mit abgesetzter oder verdeckter
Nut, bei der die Konstruktionsweise von
vorn nicht sichtbar ist. Der abgesetzten
Nutung ist bei Möbeln und anderen Ar-
beiten, die gut aussehen sollen, der Vor-
zug zu geben.
Beide Nutverbindungen können zusätz-
lich ein- oder beidseitig gegratet werden,
indem man die Flanken der Nut und des
Qucrbretts nach innen abschrägt (siehe
S. 117). Gratverbindungen halten auch
ohne Leimung.
Durchgehende oder offene Nutung ergibt Abgesetzte oder verdeckte Nutung benutzt
Durchgehende Nutung eine Teste und saubere Verbindung, die be- man, wenn es auf gutes Aussehen beson-
Man reißt auf der Innenseite des Seiten- sonders für Bücherregale geeignet ist ders ankommt
teils eine waagerechte Querlinie an, hält
das Querbreit dagegen und markiert die
Breite der Nut mit einer zweiten Linie (1).
Beide Reißlinien werden auf die Kanten
des Seitenteils verlängert. Dann bestimmt
Seitenteil ! U 11—Sägeschnitte
man die Nuttiefe, die in der Regel ein
Drittel der Seitenteildicke beträgt, und Kantendraufsicht
reißt sie, am besten mit einem Streich- Beachten Sie die
maß, auf beiden Kanten des Seitenteils an. Richtung des Stecheisens
Beide Seiten der Nut werden mit einer
feinen Rückensäge oder einem feinen
Fuchsschwanz eingesägt, bei langen
Schnitten entlang einer fest aufgeklemm-
ten Führungsleiste. Seitenteil im Schnitt
Das Abfallholz wird von beiden Seiten
mit dem Stecheiscn weggenommen. Dabei
arbeitet man zunächst vorsichtig unter 1. Das Querbrett wird an der angerisse- 2. Nach dem Einsägen bis auf den
einem Schnittwmkel von etwa 30° (2), der nen Linie rechtwinklig auf die Innen- Grund der Nut wird das Abfallholz von
im Verlauf des Ausstechens zunehmend seite des Seitenteils gesetzt und seine beiden Kanten aus mit dem Stecheisen
flacher wird. Zum Schluß wird die Nut Breite für die Nutung angezeichnet entfernt und die Nul verputzt
mit Raspel und Feile geglättet.
Das Querbrett wird genau rechtwinklig
auf die gewünschte Länge gesägt und ge-
hobelt und sein Ende in die Nut einge- Mit dem Stech-
paßt. Nach dem Leimen und Nageln ver- eisen schneidet
man in dieser
säubert man die Kanten der Verbindung Reihenfolge
mit dem Hobel.
Abgesetzte Nutung
Die abgesetzte oder verdeckte Nutung un-
terscheidet sich von der durchgehenden
nur darin, daß die Nut etwa 2 cm vor der
vorderen Brettkante endet. Dafür be-
kommt das Querbrett einen entsprechen-
den Aussdinitt.
Das Seitenteil wird wie für eine durch-
gehende Nut angerissen, jedoch mit Aus- 3. Um Platz zum Sägen zu haben, hebt 4. Lange Schnitte sägt man entlang einer
man am abgesetzten Ende mit dem provisorisch aufgespannten glatten Füh-
nahme der vorderen Kante. Von ihr aus Stecheisen ein Stück der Nut aus rungsleiste
wird nur das Ende der Nut mit dem
Streichmaß markiert.
Vor dem Aussägen der Nut muß für
das Vorderende der Säge im Holz Platz
geschaffen werden. Man hebt deshalb
4-5 cm vom Ende der Nut mit dem Stech-
eisen aus (3). Dann lassen sich ihre Sei-
ten von der Hinterkante des Bretts her
sägen; bei langen Nuten bedient man sich
wiederum einer Führungsleiste (4).
Das abfallende Holz wird herausge-
stochen (5) und die Nut mit Raspel und
Feile vollendet.
An der vorderen Ecke des Querbretts
reißt man den Aussdinitt an und sägt ihn
aus (6). Bei zuriidcliegenden Brettern, die 6. An der Ecke des Querbretts wird der
5. Man sticht das Abfallholz aus und
nur die Breite der abgesetzten Nut haben, verputzt die Nut mit Raspel und Feile nuttiefe Ausschnitt zurechtgesägt
ist das natürlich nicht nötig.
105
T-Verbindungen (4)
Durchgehender Schlitz und Zapfen
Dies ist die haltbarste T-Vcrbindung und eisen (Lochbeitel) von Schlitzbreite ge-
wird vor allem im Möbelbau benutzt. wählt (1). Im Gegensatz zu Stecheisen
Der Zapfen am Querteil soll ein Drittel mit abgeschrägten Kanten haben Stemm- Auf jeder
so dick wie die Querteilstärke sein. eisen rechteckigen Querschnitt. Der Seite
Man reißt die Breite des Querstücks Schlitz wird nach einer der auf Seite 58 3 mm zu-
sätzlich
für den
Querteil Keil

\ /
Die Zapfendicke beträgt ein Drittel Zu beiden Seiten des Schlitzes werden
der Querteilstärke 3 mm für die Keile zugegeben Querholz
Zapfen
ringsum auf dem Seitenteil an und mar- beschriebenen Methoden ausgestochen
kiert auf der Außenkante des Seitenteils und an der Außenseite bis an die für die
Schlitz
außerhalb dieser Linien etwa 3 mm für Keife angerissenen Linien ausgeschrägt.
die Keile. Um das Querholz herum wird Der Zapfen wird durch Einsägen zuerst
die Brustlinie des Zapfens so angerissen, der Flanken, dann der Brustflächen aus- Seitenteil
daß er eine Spur länger als die Seitenteil- geschnitten (4-6). Nach dem Leimen und
breite wird. Einspannen der Verbindung treibt man
Die Schlitzseiten werden mit dem die Keile ein (7-9). Überstehende Enden Anreißen: Der Zapfen soll so lang sein, daß
Streichmaß angerissen (2) und ein Stemm- hobelt man nach Abbinden des Leims ab. er etwas über den Schlitz vorsteht

1. Das Streichma6 (hier mit Doppel- 2. Der Schlitz wird mit dem Streichmaß 3. Der Schlitz wird von beiden Seiten
spitze) wird auf die Breite des Stemm- in der Mitte der Seitenteil kante ange- ausgestochen. An der Außenkante wer-
eisens (zugleich Schlitzbreite) eingestellt rissen den Schrägen für die Keile angestochen.

4. Dicht entlang den Rissen werden im 5. Der Fries wird senkrecht eingespannt 6. Nach dem Einschneiden der Brust-
abfallenden Teil abwechselnd von bei- und senkrecht bis an die Brustlinien linien mit senkrecht gehaltener Säge
den Seiten schräge Schnitte vorgesägt eingesägt ist der Zapfen fertig

3 mm

.Keile

3 mm

Seitenteil

7. Zapfen und Schlitz werden mit Leim 8. Die Keile werden mit Leim bestrichen 9. Man kann auch in den Zapfen, 3 mm
bestrichen und zusammengefügt. Dann und gleichzeitig auf beiden Seiten ab- von den Kanten entfernt und zwei Drit-
schneidet man spitz zulaufende Keile, wechselnd eingeschlagen, damit der tel seiner Länge tief, zwei Schlitze für
die in die 3 mm breiten Schrägschlitze Zapfen im Schlitz gerade bleibt. Dann die Keile sägen, die dann beim Ein-
an den Außenkanten des Zapfens passen. wird die Verbindung eingespannt. schlagen den Zapfen auseinandertreiben

106
T-Verbindungen (5)
Abwandlungen von Schlitz und Zapfen
Die Abwandlungen der Zapfenverbindung Doppelte Zapfen eine Sonderform, die bei der Verbindung
dienen zwei verschiedenen Zwecken: die Man verwendet Doppelzapfen, wenn ein von profilierten Rahmenteilen, z. B. an
Verbindung soll unsichtbar sein oder einfacher Zapfen wegen seiner Breite das Fensterrahmen, auftritt.
noch besonders verstärkt werden. Holz des Seitenteils zu sehr sdi wachen Beide Zapfen Seiten werden der Falz-
Die häufigste Abwandlung besteht aus würde. Die Verbindung ist besonders wi- tiefe des Rahmens entsprechend angeris-
zwei zusätzlichen Bmstflächen, durch die derstandsfähig gegen Verdrehen und für sen und ausgesägt. Anschließend paßt man
sich die Zapfenbreite oben und unten breite Querhölzer ausgezeichnet geeignet. die Brustflächen dem Rahmenprofil an;
Die Verarbeitung entspricht der von ein- einer Rahmenwölbung würde zum Bei-
fachen Zapfenverbindungen. spiel eine mit dem Hohleisen ausge-
Die Zahl der Zapfen ist nicht auf zwei kehlte Brustfläche entsprechen, einer Ab-
beschränkt; bei breiten Rahmen kann man schrägung des Rahmens eine Einschrägung
sie in beliebiger Anzahl mit gleichen Ab- der Zapfenbrust. Die gleiche Anpassung
ständen dazwischen verwenden. An Holz- ist noch einfacher durch Gehrungen zu
arbeiten, deren Verbindungen siditbar sein erreichen, die man dem Fries beidseitig
darf, können verkeilte Mehrfachzapfen anschneidet und die von entsprechenden
sehr gut wirken. Gehrungen aufgenommen werden.

Abgesetzter Zapfen Zwillingsschlitze und -zapfen


Zapfenbrust auf Zapfen an einem Der abgesetzte oder verdeckte Zapfen ist Zwillingszapfen werden vorwiegend für
vier Seiten Fries mit zwei Falzen so verkürzt, daß er an der Rahmenaußen- die Verbindung eines Frieses mit der das
seite nicht sichtbar wird. Er ist nicht ganz Sdiloß aufnehmenden Stelle eines Tür-
um je 3-10 mm vermindert. Die Zapfen- so stark wie ein durchgehender Zapfen. rahmens benutzt. Der Zwillingszapfen um-
brust verdeckt dann Schlitz und Zapfen Wo diese größere Festigkeit aber hinter schließt dabei das Türschloß. Die Lücke
vollkommen. Die Brustflächen müssen dem schöneren Aussehen zurücktreten zwischen den Zapfen soll wenigstens
dafür genau rechtwinklig und glatt sein. kann, ist die verdedcte Zapfung angezeigt, 3 cm breiter als das Sdiloß sein, damit
An doppelt gefalzten Holzteilen, wie z. B. für das Einsetzen der Friese in Tür- der Schlitz für das Sdiloß die Verbin-
dem mittleren Fries einer Türfüllung, wer- und andere Rahmen. dungsstelle nicht zu sehr schwächt. Um
den die Zapfen um die Breite der Falze Die Schlitztiefe soll etwa zwei Drittel der Verbindung möglichst viel Halt zu
schmäler zugeschnitten. der Holzdicke betragen, der Zapfen ist geben, bleibt zwischen den Zapfen ein
Beide Verbindungen werden geleimt noch um 2-3 mm kürzer, damit er den 10 mm hoher Beizapfen im Holz stehen.
und verkeilt, wie es auf der Seite gegen- Grund des Schlitzes nicht berührt. Zwillingszapfen sind für alle mehr als
über sdion beschrieben wurde. 15 cm breiten Querhölzer zu empfehlen,
Profilzapfen auch wenn kein Schlitz für ein Schloß
Abgestufte Zapfen Zapfen mit profilierten Brustflächen sind vorgesehen ist.
Diese Zapfen bieten die festeste Rahmen-
verbindung für Fenster, Türen oder Mö-
bel. Sie kann als T-Verbindung wie auch
als L-Verbindung an Ecken gearbeitet
werden. Der Beizapfen kann abgeschrägt

Die Beizapfenlänge beträgt Doppelter Zapfen: Der Abstand zwischen Zapfen mit profilierter Brust: Der Zapfen
ein Drittel der Zapfenlänge den Zapfen soll ihrer Dicke gleichen hat das Profil des Seitenteils

oder rechtwinklig wie in der Abbildung


sein. Er verhindert seitliches Bewegen des
Querholzes, schwächt dabei aber das Rah-
menseitenteil weniger als ein Zapfen in
voller Holzbreite.
Für diese Verbindung sind angemessene
Maß Verhältnisse wichtig: Schlitz und Zap-
fen sollen nicht stärker als ein Drittel der
Seitenicüdicke sein; die Beizapfenlänge
soll nicht mehr als ein Drittel der Zapfen-
länge, ihre Breite etwa ein Viertel der
Rahmenbreite, höchstens jedoch 12 mm
betragen; oft wird sie durch eine Vertie-
fung im Rahmenprofil bestimmt.
Um Splittern des Holzes zu verhindern
und um die Etke während der Arbeit zu
schützen, läßt man das Seitenteilende zu-
nächst um etwa l cm überstehen und ho-
belt es nach dem Trocknen des Leimes Abgesetzter Zapfen: Die versetzten Dübel Zwillingszapfen verbinden bei Türen mit
eben. pressen den Zapfen fest in den Schlitz Füllungen den Mittelfries mit dem Rahmen
107
L-Verbindungen (1)
Nuten und Falze
Verbindungen, die normalerweise gezinkt und gehobelt sein. Die Verbindung wird derstücken verbindet man diese und die
werden, kann man auch durch Nuten und geleimt und schwalbenschwanzförmig Seitenteile mit Nut und Falz oder, anders
Falzen herstellen. Das geht leichter und schräg genagelt. ausgedrückt, mit Nut und angeschnittener
rascher, und die Haltbarkeit genügt in Gefalzte Verbindungen eignen sich be- Feder. Die Innenseite des Vorderstücks
den meisten Fäücn. sonders für Vorder- und Seitenteile von erhält zwei durchgehende Nuten, die
Man kann den Falz eine Spur breiter Schubladen, bei denen das Vorderstück Außenseiten der Seitenteile werden ge-
als die Dicke des hineinpassenden Bretts die Seite überragt und die Nuten ver- falzt, wodurch die Federn an den Innen-
machen und gewinnt damit Überstand für deckt, die den Sperrholzboden der Schub- seiten entstehen. Wenn die Verbindung
die abschließende Versäuberung. Der Falz lade aufnehmen. besonders haltbar werden soll, können
soll nicht tiefer als Dreiviertel der Holz- Bei Schubladen mit überstehenden Vor- Nuten und Federn noch gegratet werden.
dicke sein. Er wird mit einer feinen Rük-
kensäge oder mit der Kreissäge auf dem
Sägetisch ausgeschnitten. Das eingesetzte
Brettende muß genau rechtwinklig gesägt

Seitenteil

Falzverbindung: Die Verbindung wird ge- Nut und angeschnittene Feder: Eine gute
Aussägen des Falzes leimt und durch Nageln verstärkt Verbindung bei überstehendem Ende

Schlitz und Zapfen - Fingerzapfen


Eine Eckverbindung aus Schlitz und Zap- mit der Stichsäge durchschnitten und dann kann sie aber, sogar in Schwalbenschwanz-
fen ist sehr stabil. Sie muß aber sorgfäl- der ganze Schlitz mit einem schmalen form, auch von Hand arbeiten.
tig gearbeitet werden. Stecheisen sauber ausgearbeitet. Das Anreißen der Zapfen erfordert
Außer für L-förmige Eckverbindungen Der Zapfen einer Eckverbindung (1) Überlegung und Sorgfalt- Ein Brett der
(1) kann man Schlitz und Zapfen auch bei wird wie die Zapfen auf Seite 106 mit der Verbindung muß an beiden Kanten Zap-
der T-förmigen, „überschobenen" Verbin- Feinsäge zugeschnitten; den Zapfen der fen bekommen, die Gesamtzahl der Zap-
dung verwenden (2), die in jedem Fall fe- überschobenen T-Verbindung (2) arbeitet fen ist deshalb immer ungerade.
ster als eine einfädle Überblattung ist. man wie bei den Überblattungen auf Die Fingerzapfen werden mit Streich-
Schlitz und Zapfen werden mit dem auf Seite 104 mit Feinsäge und Stecheisen aus. maß und Reißnadel angerissen und die
ein Drittel der Holzstärke eingestellten Beide Verbindungen können durch ein- Linien, damit sie besser sichtbar werden,
Streichmaß angerissen, die Brustlinien ge- gesetzte Dübel verstärkt werden. Zum mit Kreide ausgerieben. Außerdem wird
nau rechtwinklig zu den Holzflächen. Um Zapfenende hin versetzte Dübel pressen auch das wegfallende Holz mit Kreide ge-
Verwechslungen zu vermeiden, markiert den Zapfen fest gegen den Grund des kennzeichnet.
man die abfallenden Holzteile am besten Schlitzes und ergeben dadurch eine be- Vor dem Aussägen hält man zur Prü-
vor dem Sägen mit Kreide. Gesägt wird sonders stabile Verbindung. fung der angezeichneten Zapfen und
dicht innen an den angerissenen Linien. Fingerzapfenverbindungen (3) werden Schlitze beide Holzteile gegeneinander,
Am Grund des Schlitzes wird das Holz in der Regel maschinell hergestellt. Man um Ungenauigkeiten verbessern zu können.

1. Eckverbindung mit Schlitz und Zap- 2. Die überschobene Verbindung wirkt 3. Die Fingerzinkung wird vielfach tür
fen für Rahmen aller Art besser als eine einfache ÜberblatUmg leichte Möbel benutzt

108
L-Verbindungen (2)
Vier Arten von Gehrungsverbindungen
Gegebne Eck Verbindungen werden z. B.
für Rahmen und Regale benutzt. Die müs-
sen Gehrungen haben, die genau unter
45° gesägt und gehobelt sind (l und 2).
Die Verbindung wird außerdem auf eine
der folgenden Arten verstärkt:
1. Leimen und nageln (3) geht am ein-
fachsten. Man verleimt die Ecke und
spannt sie mit schützenden Zwischen-
lagen fest ein, am besten in eine Geh-
rungszwinge.

1. Die Gehrung wird mit einer feinen 2. Beim Behobeln der Gehrung an der
Rückensäge in der Gehrlade gesägt. Fügelade verliert das Holz etwas an
Dabei darf man die Richtung der Geh- Länge, man gibt deshalb von Anfang an
rungen nicht verwechseln. 1 mm zu. Das Hobeleisen muß sehr
scharf sein und darf nur wenig vor-
stehen.
Nageln einer Gehrung

2. Bei der zweiten, haltbareren Methode


werden in die Außenkante der einge-
spannten Ecke schräge Schlitze gesägt und
in diese dünne Furnier- oder Sperrholz-
stücke (etwa 1,5 mm dick) eingeleimt (4).

3. Damit die Rahmenteils nicht verrut- 4. Beim Versäubern der Ecken hobelt
schen, werden sie zum Nageln der Geh- man von der Ecke zur Rahmenmitte hin
In Schlitze eingeleimte Furnierstücke rung fest eingespannt

3. Zur festesten Verbindungsart gehö-


ren Nuten und lose Federn. Zum Schutz
der Rahmenecke und als Führung beim
Aushobeln der Nuten mit dem Nuthobel Führungaklotz
benutzt man einen Holzklotz genau von
Rahmenbreite und mit einer 45°-Schräg-
fläche, den man zusammen mit dem Rah-
menteil einspannt (5).

Schraubstock

5. Zum Hobeln der Nut in die Geh- 6. Zum Anreißen der Dübellöcher schlägt
rungsfläche benutzt man einen rahmen- man kleine Drahtstifte in die eine Geh-
breiten Führungsklotz mit einer um 45° rung, zwickt sie kurz ab und drückt sie
abgeschrägten Fläche in die andere Gehrungsfläche. Wenn
man die Stifte entfernt, sind alle Dübel-
löcher genau markiert. Beim Bohren
Gehrung mit loser Feder
benutzt man einen Tiefenanschlag.
4. Die beste Methode ist das Dübeln.
Voraussetzung sind sehr genau gebohrte Schnur Holzknebel
Dübellöcher. Man markiert sie auf einer
Gehrungsfläche durch kleine eingeschla-
gene Drahtstifte (6), die man kurz ab-
zwickt und dann in der anderen Fläche ab-
drüdct. Nach Herausziehen der Nägel
werden die Dübellöcher senkrecht in die
Gehrungen gebohrt.

Dübel mit Rille und


abgeschrägten Enden

7. Damit überschüssiger Leim austreten 8. Der gegehrte Rahmen wird mit Schnur
kann, bekommen die Dübel eine Rille; und Knebel eingespannt; dabei schützt
außerdem werden ihre Enden abge- man die Ecken mit Holzwinkeln. Die
schrägt, damil sie sich leicht in die Lö- Rechtwinkligkeit wird durch Verglei-
cher drücken lassen chen der Diagonalen geprüft.
Gedübelte Gehrung

109
L-Verbindungen (3)
Durchgehende Schwalbenschwanzzinkung
Durchgehende Schwalbenschwanzzapfen
garantieren sehr feste und gut aussehende
Eckverbindungen, z. B. an Schubladen-
hinterstücken.
Vor Beginn der Arbeit numeriert man
die an den Ecken zusammengehörenden
Brettenden. Die Bretter werden mit je
2 mm Längenzugabe genau rechtwinklig
zugeschnitten und auf der Fügelade geho-
belt. Das Streichmaß wird auf die Brett-
dicke plus l mm (für den Überstand) ein-

Grund-
linie (a)

Bezeichnen aller Ecken


Anreißen der Schwalbenschwanzzapfen: Die Verbindung wird am haltbarsten, wenn die
gestellt und die Grundlinie (a) für die Schwalbenschwanzzapfen an die Seitenteile der Möbelkörper angeschnitten werden
Zapfen auf allen Seiten angerissen. Zahl
und Breite der Zapfen hängen von der
Art des Werkstücks ab. Für eine 10 cm
hohe Schublade genügen zum Beispiel
drei 2,5 cm breite Zapfen. Man reißt sie
z. B. mit einer Schwalben schwänz Scha-
blone (siehe S. 67) an, deren Seiten für
Weichholz im Verhältnis 1:7, für Hart-
holz 1:8 abgeschrägt sind.

1. Die Zapfen werden im Schraubstock 2. Das Abfallholz wird mit genau waage-
mit der Zapfensäge geschnitten. Man recht gehaltener Formsäge entfernt.
sägt dicht an der Linie im Abfallholz. Nicht in die Zapfen sägen!

Die Zinken werden gleichmäßig verteilt


Die Zapfen werden an den Flanken mit
der Zapfensäge (1) und am Boden mit der
Formsäge (2) ausgeschnitten und mit
einem schmalen Stecheisen geglättet (3).
Nun wird das zweite Brett senkrecht
eingespannt (4) und seine Hirnholzkante
mit Kreide beslrichen. Man legt die Zap-
fen des ersten Bretts auf die Kante, reißt 3. Nachsiechen der Schlitze mit einem 4. Anreißen der Zinken mit einer feinen
ihre Form mit der Reißnadel in der schmalen Stecheisen. Damit es ruhig Reißnadel und auf die Brettkante geleg-
Kreide an, zieht die Linien mit Bleistift liegt, wird das Brett festgespannt. ten Schwalbenschwanzzapfen
nach und verlängert sie auf beiden Brett-
seiten senkrecht bis auf die Grundlinie (a).
Die Flanken der Zapfen werden mit der
Zapfensäge eingesägt (5) und der Abfall
mit der Formsäge entlang der Grundlinie
(a) entfernt. Der Grund der Schlitze wird
mit einem möglichst breiten Stecheisen
geglättet. Beim Arbeiten an mehreren
Eckverbindungen kann man die Bretter
zusammenspannen und Zapfen und Zin-
ken in je einem Arbeitsgang auf einmal
aussägen.
Die fertigen Zapfen und Schlitze wer-
den zur Probe ungeleimt ineinanderge- 5. Nach dem Einsägen der Schlitze wird 6. Die fertige Verbindung soll leicht,
schoben (6) und, wo nötig, noch nachge- das Abfallholz mit der Formsäge ent- aber genau ineinanderpassen. Beim Zu-
fernt und die Hirnkanten mit möglichst sammenklopfen wird das Holz mit einer
arbeitet. Ist alles in Ordnung, leimt man breitem Stecheisen geglättet Zulage geschützt. Die Zinken kommen
die Schublade zusammen und spannt sie bei Rahmen an das Ober- und Unterteil,
ein. Nach Abbinden des Leims hobelt bei Schubladen an das Hinterstück.
man die Ecken glatt.
110
L-Verbindungen (4)
Halbverdeckte und verdeckte Zinkung
Zinkung mit verdeckten Zapfen benutzt von der Vorderkante entfernt und rings muß man dort das Holz mit einem ganz
man, wo die Zapfenenden nicht sichtbar um das Seitenbrettende die Linie (b) schmalen, möglichst nur 3 mm breiten
sein sollen, z. B. an der Vorderseite von 12 mm von der Kante entfernt angerissen. Stemmeisen herausstechen. Alle Innen-
Schubladen besserer Qualität. In soldien Dann werden die Schwalbenschwänze am flächen werden sorgfältig geglättet.
Fällen kommen die breiten Schwalben- Seitenteil angerissen imd ausgearbeitet. Nach Fertigstellung der Ecken bekom-
schwänze an das Seitenteil, die Zinken ver- Ihr Umriß wird auf die Kante des men die Bretter die Nut für den Schub-
deckt an das überlappende Vorderstück. Vorderstücks übertragen und außerdem lade nboden. Das überlappende Vorder-
Das Vorderstück bekommt die Lange auf seiner Innenseite die Tiefe der Schlitze stück verdeckt die Nut im Seitenteil.
der Schubladenöffnung, von der Seiten- mit einer Querlinie angerissen. Bei Bücherregalen oder Schrankkörpern
teillänge muß die Dicke der Vorderstüdc- Das Vorderstück wird senkrecht einge- kann man die gezinkten Eckverbindungen
überlappung abgezogen werden, die ein spannt, die Flanken der Zinken unter ganz oder teilweise gehren. Im ersten Fall
Drittel der Brettdicke betragen soll, also 45° eingesägt und das Abfallholz von wird die Zinkung vollkommen verdeckt;
6 mm bei einem 18 mm starken Brett. der Linie (a) aus mit dem Stecheisen ent- im zweiten Fall bleibt von der Brettkante
Auf der Kante des Vorderstücks wird fernt. Weil man bei den Zinken nicht mit den Zinken nur ein schmaler Hirn-
mit dem Streichmaß die Linie (a) 6 mm senkrecht bis in die Ecken sägen kann. holzstreifen sichtbar.

Schwalbenschwänze
Zinken
Überlappung
Seitenteil

Die Schwaibenschwanzzapien
kommen an die Seitenteile
der Schublade, weil diese dün-
Tiefe ner sind als das Vorderstück

Beidseitig verdeckte Schwalbenschwanzzinkung: Bei ihr ist nur


noch ein schmaler Streifen Hirnholz sichtbar. Die Verbindung
ist sehr haltbar, muß aber ganz sorgfältig gearbeitet werden.
Die Ecken haben Gehrungen.
Die Überlappung ist etwa
ein Drittel so dick wie das Scharfe Kante
Schubladenvorderstück der Gehrung

Einseitig verdeckte Schwalbenschwanzzinkung: Sie ist die beste Vollverdeckte gegehrte Schwalbenschwanzzinkung: Eine seltene
Verbindungsart für Möbelvorderseiten und -ecken. Die Zapfen und nur für erstklassige Arbeiten verwendete Verbindung. Ihre
kommen an die Seiten, die Zinken an die überlappenden Teile. Herstellung erfordert größte Sorgfalt und viel Erfahrung.

Anreißen des überlappenden Vorderteils bei Am aufrecht eingespannten Vorderstück Am festgespannten Vorderstück werden
Schwalbenschwanzzinkung: Man legt das werden die Zinken unter 45° so weit wie zwischen den Zinken die Aussparungen für
Seitenteil auf die Kanle des Vorderstücks möglich ausgesägt. Der Abfall ist mit Kreide die Zapfen ausgeslochen. Man verwendet
und zeichnet die Sägeschnitte an markiert. Nicht in die Überlappung sägen! dazu ein ganz schmales Stecheisen.

111
X-Verbindungen
Fünf Arten der Herstellung
Die einfachste X-Verbindung ist die ge-
leimte Überlappung, die zusätzlich mit
Holzschrauben oder durchgehenden
Sdiloßschrauben, mit Dübeln oder mit
durchgehenden und umgeschlagenen Nä-
geln befestigt wird.

Geleimt und verschraubt

fc3
Umgeschla- Schloß-
gene Nägel schraube

Eine einfache und praktische Verbin-


dung ist die Uberblattung. Die Aus-
schnitte dafür werden wie bei einer Aus-
klinkung (siehe S. 104) hergestellt. Die
Überblattung ist für flach und hochkamt
liegende Hölzer brauchbar, im zweiten
Fall spricht man von einer „überscho-
benen" Verbindung. Die Teile werden
verleimt und eingespannt. Mit entspre- Gedübelte und gezapfte Verbindung: Eine X-Verbindung an schweren Rahmen wird am
chend flacheren Ausschnitten können die besten gedübelt. Die Dübellöcher bohrt man mit einer Bohrlehre. Man kann das durch-
Hölzer auch etwas übereinanderstehen. gehende Holzteil auch schlitzen und an die Querhölzer halb durchgehende Zapfen schneiden.

Die Kreuzüberblattung ist fest und sauber

Beide Teile bis zur Mitte ausschneiden

Auf Gehrung geschlitzte und überschobene Kreuzverbindungen sehen gut aus und sind
sehr haltbar. Man reißt sie wie Schlitz und Zapfen an und markiert dann die Gehrungen
durch Diagonallinien. Die Gehrungen des durchgehenden Teils werden einzeln ausgearbei-
Bei stehenden Teilen reißt man die Aus- tet, nicht quer durchgesägt, damit am Treffpunkt der Wangen kein Loch entsteht. Man sägt
schnitte von den Kanten aus an den Seiten an überall dicht an den Rissen im Abfallholz.

112
Kantenverbindungen
Allgemeines / Stumpfe Verbindung
Für die Kantenverbändung von Brettern
(für breitere Holzflächen, z. B. für Tisch-
platten oder Regalborde) gibt es drei Me-
thoden: die stumpf aneinandergestoßene,
die gedübelte und die Verbindung mit
Nuten und loser Feder.
Die Brettkanten müssen vollkommen Die Bretter werden .zusammengerieben"
zusammenpassen. Dazu spannt man beide
Bretter fest zusammen und hobelt ihre
Kanten gemeinsam mit genau waagerecht Türenspanner
gehaltenem, möglichst langem Hobel
(Rauhbank) ab, bis sie vollkommen ge-
rade und eben sind. Die Messerschneide
muß sehr scharf sein und darf nur wenig
vorstehen. Zur Probe hält man die Bret-
ter mit den Kanten aneinander gegen das
Licht, das an keiner Stelle durchschim-
mern darf.
Stumpfe Verbindung: Die Kanten werden
mit Kunstharzleim bestrichen und fest
„zusammengerieben" (siehe Abb. rechts).
Beim Einspannen vergewissert man sich,
daß sie genau flach und eben liegen.

Dübelverbindung
Die Brettkanten müssen genau abgerich-
tet, die Dübellöcher exakt angerissen und
gebohrt werden; dabei ist eine Bohrlehre
sehr nützlich. Man spannt die Bretter mit
den Rückseiten zusammen und zieht auf
den Kanten mit dem Streichmaß die Mit-
tellinie (1). Auf ihnen markiert man mit
rechtwinkligen Querstrichen in Abständen
von 15-20 cm die Bohrlöcher.
Beim Bohren muß der Bohrer genau
senkrecht stehen und sollte einen Tiefen-
einsteller haben. Die Bohrtiefe beträgt
etwas mehr als die halbe Dübellänge. Der
Dübel soll für jede Breitseite die Hälfte
der Brettdicke lang sein, im ganzen also
die Brettstärke (2). Seine Enden werden
leicht abgeschrägt, Längsrillen ermöglichen
das Ablaufen überflüssigen Leims. Ge-
rieftes Dübelholz gibt es fertig zu kaufen. 1. Zum Anreißen werden die Bretter mit den 2. Die Dübellöcher müssen zentrisch, senk-
Die Dübel werden in ein Brett geleimt, Rückseiten aneinander zusammengespannt. recht und tief genug gebohrt werden. Die
das zweite darübergeschoben und beide Die Dübellochmittelpunkte liegen auf den Dübel bekommen eine Längsrille zum Ab-
eingespannt. Mittellinien der Brettkanten. laufen des Leims.

Nuten mit loser Feder


Diese Verbindung ist vor allem für lange
Bretter geeignet und leichter herzustellen
als eine Verbindung mit Dübeln,
Die Feder wird aus Sperrholz mit quer-
laufenden Fasern geschnitten. Die Nuten
in den genau abgerichteten Brettkanten
werden mit der Tischkreissäge gefräst
oder mit dem Nuthobel herausgearbeitet.
Die Feder ist 3 mm schmäler, als beide
Nuten zusammengenommen tief sind (1).

Die Feder ist schmäler als die Nutentiefe


Nuten und Feder werden mit Leim be-
strichen, ineinandergeschoben (2) und die
Bretter fest eingespannt. Vor dem Ab-
wischen der ausgetretenen Leimreste
prüft man die Bretter auf ihre flache und 1. Die Nuten sind genau so breit wie die 2. Man bestreicht die Federn und Nuten mii
ebene Lage. Mit dem Glatthobeln und Federdicke und werden zusammengenom- Leim, setzt die Feder in das eine Brett ein
weiteren Zuschneiden muß man warten, men etwa 3 mm tiefer als die Federbreite und schiebt das andere darüber. Nach dem
bis der Leim abgebunden hat. geschnitten Einspannen überschüssigen Leim abwischen.

113
Längsverbindungen
Verschiedene Arten und ihr Zweck
Bei größeren Holzkonstruklionen müssen den aufliegen, z. B. für Latten, die dem platten auf beiden Seiten ist sehr haltbar.
Hölzer häufig verlängert werden. Und Aufnageln von Verkleidungsplatten dienen. Die Platten sollen ebenso breit und halb
audi bei kleineren Arbeiten wie Möbel- Die Blätter sollen so lang wie die Holz- so dick wie die verbundenen Hölzer sein
reparaturen sind gelegentlich Holzteile breite sein. Sie werden schräg ausgeschnit- und viermal so lang wie breit. Der Stoß
durch „Schiftung" zu verlängern. ten, damit sich die Verbindung bei Zug- und die Platten werden geleimt und mit
beanspruchung stabil verhält. gegeneinander versetzten Holzschrauben
Gerader Blattstoß Beim Befestigen der Verbindungsstelle oder Schraubenbolzen verschraubt.
Diese Verbindung ist die geläufigste, für auf Latten, Balken oder einer Wand wird
leichtere Konstruktionen geeignete Art der erste Nagel von der Seite schräg Schräger Blattstoß
der Überblattung. Beide Blätter werden durch das untere Blatt geschlagen und das Diese Verbindung wird hauptsächlich in
auf halbe Holzdicke und so lang geschnit- zweite Holz mit ihm durch einen Nagel der Möbelschreinerei benutzt.
ten, daß die Enden genau rechtwinklig schräg von oben verbunden. Die Schrägflächen müssen ganz genau
und dicht aneinanderstoßen. Das exakte gesägt und gehobelt werden. Gut ausge-
Passen gibt der Verbindung ihren Halt. Verbindung mit Flachrundschrauben führt, ist die Verbindung so fest wie die
Der Blattstoß wird geleimt und mit ver- Durchgehende Flachrundschrauben (auch aneinandergefügten Hölzer selbst. Die
setzten Holzschrauben verschraubt. Schloßschrauben genannt) mit Holzver- Schrägflächen sollen etwa achtmal so lang
Bei Außenkonstruktionen wird die Ver- bindern zwischen den aufeinanderliegen- wie die Holzbreite sein. Die Verbindung
bindung zum Schutz gegen Witterungs- den Hölzern ergeben sehr haltbare Längs- kann zusätzlich mit Schrauben verstärkt
einflüsse gestrichen oder lackiert. Auf verbindungen, z. B. für Dachgerüste oder werden. Während der Leim abbindet,
Blattstoß verbundene Hölzer halten Druck- Fachwerk. müssen die Teile fest eingespannt sein.
belastungen in Schraubenrichtung besser Beim Anziehen der Schraubenmuttern,
stand als senkrecht dazu. die Unterlegscheiben haben, drücken sich Spitzer Blattstoß
die Holzverbinder fest ins Holz und si- Die Verbindung mit spitzem Blattstoß
Ausgeschrägter Blattstoß chern die Verbindung gegen Scherkräfte wird oft bei Möbelreparaturen und ähn-
Bei dieser Abwandlung des geraden Blatt- (Kräfte, die parallel zu einer Ebene ge- lichen Arbeiten benutzt, bei denen gutes
stoßes werden die Lappen aus der Holz- richtet sind). Aussehen der wichtigste Gesichtspunkt ist.
breite, nicht aus der Dicke geschnitten. Die V-formigen Kanten werden mit der
Diese Verbindung wird zur Verlängerung Verslärkungsplatten Feinsäge ausgeschnitten, glattgehobelt und
von Stäben oder Latten benutzt, deren Die Verbindung von stumpf aneinander- genau ineinandergepaßt. Dann wird die
Verbindungsstellen auf Balken oder Wän- gestoßenen Hölzern durdi Verstärkungs- Verbindung geleimt und eingespannt.

Gerader Blatlstoß: Die Dberblallung wird


genau zugeschnitten, geleimt und mit ver-
setzten Schrauben befestigt

Verbindungen mit Schloßschrauben und zwischen-


gelegten Holzverbindern sind fest. Die Muttern
haben Unterlegscheiben. Schraubenköpfe und Mut-
tern können auch versenkt werden.

Ausgeschrägter Blattstoß: Diese Verbindung


wird auf der Unterlage — Holzlatten oder
Wand — festgenagelt. Sie dient zum Ver-
längern von Hölzern, auf die Verkleidungs-
platten genagelt werden.

Schräger BlattstoB: Um eine haltbare .zu-


sammengeriebene" Verleimung zu erhalten,
müssen die Schrägflächen sehr genau ge-
sägt und gehobelt werden

Stumpfer Stoß mit Verstärkungsplatten: Die Hölzer


werden zwischen gleich breiten Verstärkungsplat-
ten stumpf zusammengestoßen. Die Verbindung
Spitzer Blattstoß: Bei sorgfältiger Auswahl wird geleimt und mit versetzten Schrauben be-
und Verarbeitung des Holzes sind die Spit- festigt.
zen nachher kaum mehr zu sehen

114
Dreiseitige Verbindungen
Sechs Eckverbindungen für Beine
Dreifachverbindungen spielen bei der An der inneren Beinkante wird das Man reißt die Enden der Zargen und
Herstellung von Tischen und Stühlen und Loch für die Schraube angezeichnet und die Innenseiten des Beins für die Zapfen
bei manchen Rahmenkonstruktionen eine so vorgebohrt, daß sie sich stramm ein- und Schlitze an, arbeitet sie aus und paßt
große Rolle. Sie können verleimt, ver- drehen läßt und unverrückbar sitzt. jeden Zapfen für sich genau in das Bein
schraubt, gedübelt oder gezapft werden. Nun befestigt man die Zargen mit ein. Die Zapfenenden werden so gegehrt,
Stuhl- oder Tischbeine kann man auf Schwundklammern (siehe S. 130) an der daß beim Zusammensetzen im Bein eine
einfache Weise fest mit den Zargen ver- Tischplatte und schiebt die Verbinder in schmale Lücke zwischen ihnen bleibt.
binden: mit einem der in verschiedenen die vorgesehenen Schlitze. Die Verbinder- Man läßt das Bein etwa l cm überstehen,
Größen käuflichen Eckenverbinder. Er schrauben werden durch die Verbinder- damit das Holz nicht so leicht splittert;
wird in Schlitze in den Zargen geschoben platten in die Tischbeine geschraubt und der Überstand wird zum Schluß abge-
und mit einer Schraube festgespannt (1). mit den Flügelmuttern fest angezogen. hobelt.
Bei gedübelten Eckverb i n düngen (2) Bei dicken Beinen genügen abgesetzte,
müssen die Dübel beider Seiten gegen- aber nicht gegebne Nutzapfen, die nicht
einander versetzt werden, damit sie nicht aufeinandertreffen.
im Bein aufeinandertreffen. Jede Zarge
soll wenigstens drei Dübel in gleichmäßi-
Bein gen Abständen bekommen; die Stärke der
Dübel soll ein Drittel der Zargendicke
betragen. l
Geleimte und geschraubte Eckverbin- Die Lage des Zapfens richtet sich nach der
Mit Eckenverbindern befestigter Rahmen dungen sind haltbar und rasch herge- jeweiligen Konstruktion
stellt. Das Bein kann dabei an der Innen-
Man markiert auf der Unterseite von seite (3) oder Außenseite (4) der Zargen Bei leichteren Möbeln kann man die
Stuhl- oder Tischplatte dit Lage der sitzen. Die Schraubenköpfe werden ver- Ecken durch lose Federn aus Massiv-
Beine und Zargen und schneidet die Zar- senkt, die Löcher zugekittet. oder Sperrholz verbinden (siehe S. 113).
gen zu. Dann setzt man die Verbinder in Die solideste aller Eckverbindungen be- Die Federn sollen ein Drittel der Brett-
die Ecken der Zeichnung, markiert die steht aus Schulzen und Nutzapfen (5 und stärke dick sein. An Eckhölzer aus Hart-
Stellen für die Schlitze, überträgt sie auf 6). Die abgesetzten und gegebnen Zapfen holz kann man sie auch anschneiden, wie
die Zargen und sägt die Schlitze in der treffen sich dabei rechtwinklig in der bei der Hängevitrine im Teil 2, Seite 333,
nötigen Tiefe ein. Mitte des Beins. zu sehen ist.

1. Eckenverbinder, auch Zargen- oder 2. Die Dübel werden versetzt, damit sie 3. An das Bein geleimte und ge-
Tisch bei n besch läge genannt, halten den nicht im Bein aufeinanderstoßen. Jede schraubte Zargen ergeben eine feste
Rahmen durch die Mittelschraube zu- Zarge wird mit mindestens drei Dübeln Eckverbindung. Die Schrauben werden
in gleichmäßigen Abständen befestigt. versetzt und versenkt.

4. Bei dieser Verbindung sitzt das Bein 5. Abgesetzte Schlitze mit Beizapfen 6. Hier ist die gleiche Verbindung aus-
außen am Rahmen. Beide Verbindun- und gegehrten Zapfen ergeben die hall- einandergenommen. Man sieht die ge-
gen beruhen nur auf der Festigkeit von barste Beinverbindung. Man läßt das gehrten Zapfenenden, die im Bein nicht
Leim und Schrauben. Statt der Schrau- Bein zuerst 1 cm oben überstehen und ganz aneinanderstoßen, damit der Leim
ben kann man auch Dübel verwenden. entfernt dieses Stück erst am Schluß. entweichen kann.

115
Schubladen (1)
Bausätze
Schubladen kann man am leichtesten aus Die Bausätze enthalten an den Seiten Zusammenbau: Die Verbindungen werden
fertig gekauften Bausätzen hersteilen, die bündig abschließende oder überstehende beleimt, Vorderstücke und Seiten zusam-
nur noch zusammengeleimt werden müs- Vorderstücke. Ihre Größen sind genormt, mengesetzt, der Boden eingeschoben und
sen. Im Bausatz nicht mitgelieferte Schub- so daß man beim Entwerfen von Möbeln das Hinterstück mit den Seiten verbun-
ladenböden macht man selbst aus Sperr- mit Schubladen zweckmäßige r weise von den. Die Schublade wird eingespannt und
holz. den erhältlichen Bausätzen ausgeht. nach dem Abbinden des Leims versäubert.

Schubladenbausatz mit Finger-


zinkung hinten und Nut-
verbindungen vorn

Gezinkte Schubladen
Schubladen werden vorn mit verdeckter liegt vorn und seitlich in Nuten oder in fens und an der Unterkante des Hinter-
(s. S. 111), hinten mit offener Schwalben- aufgeleimten Nutleisten. Bei großen Schub- stücks gefalzt und mit einer Schraube
schwanzzinkung verbunden (s. S. 110). Für laden wird der Boden in der Mitte durch befestigt wird.
Vorderstück, Seiten und Rückwand ist einen doppelt genuteten Mittelfries unter- Zusammenbau: Seiten mit Vorder- und
12 mm dickes Holz, für den Boden 4 mm stützt, der im Vorderstück mit abgesetzten Hinterstück verleimen, Boden einschieben
starkes Sperrholz geeignet. Der Boden Zapfen und an der Unterkante des Zap- und hinten verschrauben.

Mittelfries
Die Nut für die
Laufleistesoll in
einem der
Zapfen enden

Mittelfries
im Schnitt
Details des Mittelfrieses

Eine Nutleiste an Schubladen mit seit-


Vorderstück und Nuten im Vorderstück lichen Laufleisten
Seitenwänden nimmt und Seiten nehmen können ohne Zwischen-
J
en Schubladen- den Sperrholzboden auf
° oden auf
rahmen übereinander-
I fegen

116
Schubladen (2)
Genutete Schubladen
Am leichtesten lassen sich genutete Schub- liegt in Nuien oder Nutleisten. Das Vor- Zusammenbau: Vorder- und Hinterstüdc
laden mit der Maschinensäge herstellen dcrslück soll wegen der Falze wenigstens an Seiten leimen und nageln. Boden ein-
(siehe S. 77). Die Seiten werden in das 20 mm dick sein. Soll die Schublade in schieben und hinten verschrauben.
Vorderstück gefalzt, das Hinterstück in L auf leisten laufen, werden die Seiten Danach wird die Schublade einge-
die Seiten abgesetzt genutet. Der Boden außen genutet. spannt und auf Rechtwinkligkeit geprüft.

Abgesetzte Hinten überstehende


Nut Seitenieile verhindern
das Herausfallen der
ausgezogenen Schublade

Geleimte und
genagelte
Überlappung

Nut für den


Schubladenboden

Querschnitt durch
ein Seitenteil, das
auf Laufleisten
läuft

Schubladen mit überstehendem Vorderstück


Hier werden die Teile durch abgesetzte Zusammenbau: Die Seiten werden be- ebenso. Zum Schluß wird der Boden ein-
einseitige Gratung verbunden. Das Vor- leimt und von unten in das Vorderstück geschoben und angeschraubt. Diagonal-
derstück verdeckt die Laufleisteii. eingeschoben, dann folgt das Hinterstüdc maß prüfen!

Detail der Vorderstück-


verbindung

Die Nuten für die


Laufleisten sind
2—2,5 cm breit und
halb so tief wie die
Holzdicke
Zwei Hinterstück-
verbindungen Oberstehendes
Vorderstück

117
Oberflächenbehandlung
Vorarbeiten
Die richtige Vorbereitung des Holzes ist ders beim Schleifen von Furnieren, Er- zen und Polieren ist ein absolut sauberes
bei jeder Oberflächenbehandlung wichtig. fahrung und allergrößte Sorgfalt. Für und staubfreies Werkstück. Die Luft soll
Unter den modernen glasklaren Polituren ebene Flächen ist der Schwingschleifer weder feucht noch zu kühl sein: 18-20° C
und Lacken zeichnen sich die kleinsten geeignet; Schleifteller und Bandschleifge- ist die beste Arbeilstemperatur. Helles
Kratzer und Unregelmäßigkeiten im Holz rät sind nur für Werkstücke brauchbar, Tageslicht ist künstlicher Beleuchtung vor-
deutlich ab. Deswegen soll man beson- die angestrichen werden. zuziehen, doch ist direktes Sonnenlicht
ders Hartholz schon mit den Schneid- Kleine Löcher und Fehler im Holz, die auf aile Fälle zu vermeiden.
werkzeugen so glatt wie möglich bearbei- sich durch Schleifen nicht beseitigen las- Bei kleineren Arbeiten schützt man
ten und die Verwendung von Schleifpa- sen, werden nach dem Schleifen mit Knet- Werkbank oder Arbeitstisch mit einer
pier auf ein Mindestmaß reduzieren. Von holz (Holzkitt) in passender Farbe gefüllt. Pappe oder Hartfaserplatte vor Flecken,
furnierten Flächen werden nach der Ar- Die Füllung muß, weil sie beim Trocknen größere Werkstücke stellt man am besten
beit mit Hobel und Ziehklinge Werkzeug- schwindet, etwas höher als die Holzober- auf stabile Böcke oder Holzklötze. Ein
spuren, Leimreste und gebrochene Holz- fläche sein und nach dem Erhärten abge- Vorrat von sauberen, nicht fusselnden
fasern mit Schleifpapier entfernt. schliffen werden. Leinenlappen gehört zu allen Überzugs-
Am besten, wenn auch teuer, ist Gra- Eine wichtige Voraussetzung beim Bei- arbeiten.
nat- und Siliziumkarbidpapier (Karborun-
dumpapier), das man um einen Schleif-
klotz aus Kork (siehe S. 63), nicht ein-
fach um ein Stück Abfallholz legt. Man
schleift unter leichtem Druck gleichmäßig
in Faserrichtung, wobei man, um eine
ebene und glatte Fläche zu erzielen, die
Lage des Schleif kl otzes öfters verändert.
Frisch geschliffenes Holz dunkelt im Ta-
geslicht nach. Man darf deshalb nichts
darauf stehen lassen, sonst entstehen hel-
lere Stellen, die man nachträglich wieder
wegschleifen muß. Furniere sind sehr
dünn und empfindlich und müssen beim
Abziehen und Schleifen besonders an
Ecken und Kanten mit großer Vorsicht
behandelt werden.
Zum Schleifen benutzt man nachein-
ander Papier in drei verschiedenen Kör-
nungen von ziemlich grob (Korn 40-80)
über fein (Korn 100-180) bis ganz fein
(Korn 220 und höher). Mit dem feinsten
Papier darf man quer zu den Fasern
schleifen. Zum Schluß wird aller Schleif-
staub mit einem feinen Pinsel entfernt.
Maschinenschleifgeräle erleichtern die
Arbeit zwar beträchtlich, wegen ihrer star- Schleifen: Man schleift immer in Faserrichtung - ein Kratzer quer zum Faserlauf ist schwer
ken Wirkung verlangen sie aber, beson- wieder zu entfernen, und unter der Polilur sieht er wie ein Messerschnitt aus

Beizen
Bei neuen Arbeiten verzichtet man am ser, da sie kaum zu chemischen Reaktio- mehr als zuwenig von der Misdiung an.
besten ganz auf Beizen. Fast alle Holz- nen führen. Allerdings muß man das Holz Arbeitsweise: Man trägt die Beize reich-
arten wirken in ihrer natürlichen Farbe dann nach dem Beizen nochmals schleifen, lich und zügig mit einem breiten Pinsel
schöner als gebeizt; außerdem setzt Bei- weil sich die Holzfaserspitzen durch die oder nicht fasernden Lappen gleichmäßig
zen viel Erfahrung voraus. Bei Reparatu- Feuchtigkeit aufrichten. und in Faserrichtung auf die ganze Holz-
ren alter Möbel oder beim Anpassen eines Vor Arbeitsbeginn macht man auf einem fläche auf. Überschüssige Flüssigkeit wird
neuen Möbels an vorhandene alte ist sorgfältig geschliffenen Holzstück eine vor dem Antrocknen mit einem sauberen
Beizen aber fast immer unerläßlich. Färbeprobe. Man läßt die Beize trocknen Lappen abgewischt. Bei größeren Flächen
Holzbeizen sind als Pulver in wasser- und behandelt sie mit dem vorgesehenen muß man darauf achten, daß nicht schon
oder spirituslöslicher Form in vielen Farb- Überzug, der den Farbton klarer und während des Beizens einzelne trockene
tönen und mit verschiedenartiger chemi- tiefer hervortreten läßt. Stellen entstehen, die zu ungleichmäßiger
scher Wirksamkeit im Handel. Am sicher- Um eine bestimmte Farbschattierung zu Färbung führen. Nach vollständigem
sten geht man, wenn man diejenige Beize erzielen, kann man Beizen derselben Art Trocknen der Beize wird die Fläche mit
benutzt, die der Hersteller des Überzug- und vom gleichen Hersteller miteinander einem trockenen Lappen gut abgerieben.
mittels (Lack oder Politur), das man mischen. Da es fast unmöglich ist, genau Vorsicht vor Farbspritzern auf nicht be-
hinterher verwenden will, empfiehlt. den gleichen Farbton durch Mischen handelten Heizflächen, sie ziehen tief ein
Im Zweifelsfall sind Wasserbeizen bes- nochmals zu erreichen, setzt man lieber und lassen sich kaum mehr entfernen!

Poren füllen
Porenfüller dienen zum Füllen der Holz- Vor Schellackpolituren und dem Lak- beachten, damit nichts schiefgehen kann.
poren vor dem Lackieren oder Polieren. kieren starkporiger Hölzer wie Eiche oder Der Füller im richtigen Farbton wird
Die Oberfläche wird dadurch so spiegel- Rosenholz werden die Poren immer ge- mit Lappen reichlich aufgetragen, mit
glatt wie bei der früher üblichen echten füllt, nie dagegen vor einer Behandlung kreisenden Bewegungen und zuletzt quer
Schellackpolitur. Da heute die Neigung mit Öl, Wachs oder Kalkpaste. zur Fascrrichlung eingerieben. Den Über-
besteht, Holz so natürlich wie möglich Arbeitsweise: Am besten verwendet man schuß wischt man vor dem Antrocknen
und seine Struktur sichtbar und fühlbar den vom Politur- oder Lackhersteller ab. Nach gründlichem Trocknen und Er-
zu lassen, wird vielfach auf das Poren- empfohlenen Porenfüller. Dabei ist die bei- härten wird das Holz leicht in Faserrich-
füllen verzichtet. gegebene Gebrauchsanweisung genau zu tung geschliffen.
118
Überzugmittel (1)
Teaköl
TeakÖl enthält Harzbestandteile, die es oder Lappen reidilidi aufgetragen und das einen Tag oder auch länger dauern
erheblich schneller als andere Öle trock- quer zu den Holzfasern eingerieben. Nach kann, wird die Fläche mit feinster Stahl-
nen lassen und eine widerstandsfähigere etwa einer halben Stunde kann das über- wolle (Nr. 00 - 000) geschliffen und mit
Oberfläche ergeben. schüssige Öl abgewischt werden. Nach einem weichen, trockenen, nicht fasernden
Holzgeräte, die mit Nahrungsmitteln in mindestens 8 Stunden Trockenzeit trägt Lappen sauber gerieben und überzieht sie
Berührung kommen, zum Beispiel Salat- man eine zweite und viel dünnere Ölschicht mit einem Teaköl-Schutzüberzug. Manche
schüsseln, behandelt man besser mit ge- auf. Das Öl muß in das Holz ganz einzie- nicht ölhaltigen Holzarten brauchen mehr-
ruchlosem reinem Olivenöl statt mit Lein- hen. Bleibt es stehen, so hat man zuviel maliges ölen. Alle gebrauchten Lappen
öl oder Teaköl. davon benutzt. sofort vernichten, weil sie leicht entflamm-
Arbeitsweise: Das Teaköl wird mit Pinsel Nach dem Trocknen der zweiten Schicht, bar sind und zur Selbstentzündung neigen.

Kunstharzlacke - Farblose Klarlacke


Kunstharzlacke auf der Basis von Poly- dete Lackfabrikat abgestimmt, Beizen brauchen sie aber mindestens eine Woche.
ester oder Polyurethan ergeben äußerst müssen säurefest sein. Falls der Lackher- Beim Arbeiten mit dem Pinsel wird die
widerstandsfähige Flächen, die gegen Ab- steller keine besonderen Vorschriften gibt, Lackschicht quer zur Holzfaser aufgetra-
rieb, Hitze, Wasser und Alkohol viel un- können Wasser- oder Spiritusbeizen be- gen und sofort anschließend in Faserrich-
empfindlicher sind als Nitrozelluloselack- nutzt werden. tung verschlichtet, d. h. glattgestrichen.
oder S die 11 a de pol itu r und sich außerdem Zweikomponentenlacke werden gründ- Man läßt sie über Nacht trocknen und
leicht pflegen lassen. lich und genau nach Vorschrift gemischt schleift sie mit feinem Sdileifpapier trok-
Kunstharzlacke werden streichfertig und sind 5-10 Minuten später gebrauchs- ken ab, bevor man die zweite Lackschicht
oder in zwei Komponenten, d. h. mit ge- fertig. Da sie höchstens 24 Stunden lang aufbringt.
trenntem Katalysator oder Härter, gelie- streichbar bleiben, darf man nicht mehr Auch die letzte Lackschicht wird zum
fert, die unmittelbar vor der Verarbeitung auf einmal anmischen, als man für die Entfernen kleiner Unregelmäßigkeiten mit
nach Gebraudisanweisung gemischt wer- gerade vorliegende Arbeit braucht. feinem Schleifpapier und danach noch mit
den. Der Lack kann gespritzt oder mit dem feinster Stahlwolle (Nr. 00 - 000) geschlif-
Polyurethanlacke sind für neue Fuß- Pinsel aufgetragen werden. fen. Außenladcierungen werden nicht matt
böden nicht geeignet. Für die meisten Arbeiten wie Regale, geschliffen, weil sie glänzend länger halten.
Arbeitsweise: Kunstharzlacke werden am Wandborde und alle senkrechten Flächen Vor dem Lackieren von nicht gefüllten
besten unmittelbar auf das geschliffene genügen ein bis zwei Anstridie. Kunst- oder grundierten Holzflächen wird der
Holz aufgetragen. Etwa notwendige Po- harzlacke sind nach 4-6 Stunden staub- feine Staub aus Poren und Fasern mit
renfüller müssen genau auf das verwen- trocken, zum vollständigen Aushärten einem spiritusgetrankten Lappen entfernt.

Kunstharzlacke - Lasierende Klarlacke


Auf lasierten Oberflächen ist die natür- Arbeitsweise: Mit Spiritus und durch wolle angesdüiffen werden, damit der neue
liche Holzstruktur noch sichtbar, obwohl Schleifen werden alle Fett- und Schmutz- Lack gut haftet.
das Holz getönt worden ist. Lasuren sind spuren entfernt. Hat man die Ladefläche lieber matt als
Einkomponenten-Klarlacke, denen pul- Anschließend muß das Holz gründlich hochglänzend, so kann man den letzten
verisierte oder, noch besser, in Leinöl- trocknen. Anstrich mit transparentem Mattlack aus-
firnis abgeriebene farbige Pigmente bei- Die erste Lackschicht wird mit einem führen.
gemengt sind. Leinenballen aufgetragen, nach wenigstens Die lackierten Flächen können mit einem
Lasuren dienen vorwiegend zum Über- sechsstündigem Trocknen folgen die wei- feuchten Lappen gesäubert werden.
decken leichter Holzschäden. teren Anstridie mit dem Pinsel. Lack- Beim Lackieren benutzte Lappen sind
Altes, schon einmal gestrichenes oder schichten, die älter als 24 Stunden sind, leicht entzündlich und sollen deshalb
lackiertes Holz muß gründlich bis auf das müssen vor weiterem Ladeauftrag mit fei- sofort nach Beendigung der Arbeit ver-
rohe Holz gesäubert werden. nem Schleifpapier oder mittelfeiner Stahl- nichtet werden.

Kunstharzfarben
Streichfertige undurchsichtige Polyurethan- Die Farben sind sowohl hochglänzend grundiert, sie müssen aber sorgfältig von
farben ergeben außerordentlich harte und wie halbmatt zu haben. Staub und Fett befreit und mit Schleif-
widerstandsfähige Überzüge und sind des- Arbeitsweise: Außer einer Polyurethan- papier abgeschliffen werden. Frei liegende
halb besonders gut für Küchen- und Kin- grundierung bedarf das Holz keiner be- Flächen brauchen in der Regel zwei, mit-
derzimmermöbel geeignet. Polyurethan- sonderen Vorbehandlung. Die Farbe kann unter auch drei Anstriche; ein Anstrich
farben halten Temperaturen bis 100° C mit Pinsel oder Spritzpistole aufgetragen kann genügen, wenn die neue Farbe sehr
aus. Damit gestrichene Tischplatten sind werden. Zwischen den einzelnen Anstri- gut mit der alten übereinstimmt.
also unempfindlich gegen heißes Geschirr. chen sollen möglichst nicht mehr als 24 Polyurethanfarben sind nach etwa drei
Darüber hinaus sind die Farben auch Stunden vergehen. Es empfiehlt sich in je- Stunden staubtrocken, können nach sechs
witterungsbeständig und für die Verwen- dem Fall, die vorhergehende Schicht leicht bis acht Stunden gesdiliffen und wieder
dung im Freien, zum Beispiel für Garten- anzuschleifen. überstrichen werden und härten in drei
möbel, gut geeignet. Alte Anstriche brauchen nicht mehr oder vier Tagen vollkommen aus.

Versiegelungslacke
Manche Versiegeiungslacke für Fußböden von chemisch aushärtenden Zweikompo- der Überschuß in Faserrichtung mit Pin-
lassen sich auch für Möbel und andere nentenlacken erreichen sie allerdings nicht. sel oder Lappen weggenommen. Da der
Holzgegenstände verwenden. In mancher Versiegehmgsladderungen lassen sich Lade langsam trocknet, läßt man das be-
Hinsicht stehen sie in der Mitte zwisdien leicht ausbessern und nachstreichen und handelte Holz am besten über Nadit ste-
Öl- und Lacküberziigen. Versiegeiungs- erfordern bei mäßiger Beanspruchung nur hen. Vor dem nächsten Auftrag wird die
lacke werden wie Öle verarbeitet; sie drin- wenig Pflege. Fläche leidit abgeschliffen.
gen tief in das Holz ein, das davon dunk- Arbeitsweise: Der Lade wird mit Pinsel Für Holztäfelungen, Regale, Wand-
ler wird, und ergeben, in mehreren oder Leinenballen auf das nicht gefüllte borde und senkrechte Flächen genügen im
Schichten aufgebracht, eine ziemlich wi- Holz aufgetragen und quer zur Faser gut allgemeinen ein bis zwei Lackierungcn.
derstandsfähige Oberfläche. Die Härte eingearbeitet. Vor dem Trocknen wird Fortsetzung auf Seile 120
119
Überzugmittel (2)

Stärker benutzte waageredite Flächen aller Schmutz- und Fettspuren vorgenom- (Nr. 00 - 000) in Faserrichtung geschliffen.
werden besser dreimal gestrichen. Im Lauf men werden. Versiegel ungslacke können für alle Holz-
der Zeit notwendig werdende Erneue- Die letzte Lackschicht wird nach einigen arten benutzt werden, wenn die Härte von
rungsanstridie können nach Entfernen Tagen Trockenzeit mit feinster Stahlwolle Zweikomponentenlack nicht nötig ist.

Schellackpolitur
Fast alle wertvollen alten Möbel haben als Filter bezogen ist. Ein oft gewaschenes jedes Zuviel an Spiritus würde die schon
Schellackpolitur. Ihr Ausgangsmaterial ist Taschentuch eignet sich gut dafür. aufgetragene Politur nur wieder auflösen.
in Spiritus (Methylalkohol) gelöster Schel- Der Polierballen darf nicht in die Poli- Der Zweck des Alispolierens ist es, alle
lack. So schön eine gut ausgeführte Hand- tur getaucht werden, sondern die Flüssig- kleinsten Unregelmäßigkeiten von der po-
politur aussieht, so empfindlich ist sie keit wird bei entferntem Bezug in den lierten Fläche zu entfernen und ihr den
gegen Flüssigkeiten und Hitze. Ihre heu- Ballen gefüllt. Audi darf der Ballen nicht berühmten Hochglanz echter Handpolitur
tige Verwendung beschränkt sich daher zu naß sein; die Politur soll bei leichtem zu verleihen. Es geschieht mit den glei-
auf Reparaturen an alten Möbeln oder Druck nur eben durch den Stoff treten. chen achterförmigen Bewegungen wie
auf neue Einzelstücke, die an antike Mö- Arbeitsweise: Der Polierballen wird unter Deckpolieren; dabei wird der Druck auf
bel angepaßt werden sollen. leichtem Druck mit langsamen und gleich- den Ballen verstärkt, je trockener er wird.
Gebrauchsfertige Schellackpolitur ist in mäßigen achterförmigen Bewegungen so Von Zeit zu Zeit braucht der Ballen einen
verschiedenen Farben von Weiß bis Mit- lange über die Holzfläche geführt, bis sie frischen Bezug. Zum Schluß wird* nur
telbraun im Handel. Die alte traditionelle ganz mit einer dünnen Politur schiebt be- noch in Faserrichtung poliert, bis auch die
Schellackpolitur ist sattbraun. deckt ist. Es kommt darauf an, in Ab- letzten Arbeitsspuren verschwunden sind
Die Arbeitsweise richtet sich nach der ständen von wenigen Minuten eine An- und die Politur einen einwandfreien gleich-
Art der benutzten Politur und der hand- zahl dünner und gleichmäßiger Politur- mäßigen Hochglanz zeigt. Nun läßt man
werklichen Fertigkeit des Polierers. schichten aufzubringen. Auf ausreichen- sie trocknen. Schellackpolitur trocknet
Vorbereitung: Das Holz muß sauber und den Auftrag muß man besonders an den zwar rasch, zum vollständigen Hartwerden
gut geschliffen und die Poren müssen ge- Ecken und Kanten achten. braucht sie aber doch mehrere Tage.
füllt sein. Beim Kauf der Politur soll man Ist durch dieses „Deckpolieren" eine ge- Schellack- wie auch die modernen Ni-
bedenken, daß stark getönte Schellack- nügend glatte und dicke Politurschicht er- trozellulosepolituren können auch in meh-
lösungen dunkles Holz noch dunkler ma- reicht, so folgt nach acht Stunden Trok- reren Schiditen mit dem Pinsei aufgetra-
chen. Eine Probe auf einem Holzstück kenzeit der zweite Arbeitsgang, das „Aus- gen werden. Man läßt dabei die Schichten'
gleicher Art ist zu empfehlen. polieren". einzeln trocknen und schleift sie jedesmal
Ausrüstung: Das wichtigste Werkzeug ist Dazu wird ein wenig Spiritus in einen mit feinstem Schleifpapier leicht ab. Das
ein einfacher Polierballen. Er besteht aus frischen Polierballen mit doppeltem Be- Ergebnis dieser Technik ist nicht schlecht,
einem Trikotballen zur Aufnahme der Po- zugstoff gefüllt; er darf sich nur gerade an den gleichmäßigen Glanz echter Bal-
litur, der mit einem Stück Baumwollstoff feucht anfühlen. Das ist wichtig, denn lenpolitur reicht es aber nicht heran.

Kalken
Kalken ist eine althergebrachte Behand- falls gebeizt. Dann versieht man es mit Überzug mit Hartgrund. Das Material
lungsart von Eichenholz, die heute nicht dem vorgesehenen Grundlacküberzug. darf die Poren nicht schließen. Auch ein
mehr so oft wie früher angewendet wird, ErsI jetzt wird die Kalkpaste aufgetragen mit dem Ballen aufgetragener Tuffmatt
aber doch, z. B. bei Haustüren, immer und nach allen Richtungen in die Poren ergibt einen seidigen Glanz.
noch eine gewisse Rolle spielt. Die Ver- und Fasern eingerieben. Der Überschuß Es gibt gebrauchsfertige Kalkpaste zu
tiefungen werden mit einer dicken weißen wird quer zur Faser abgewischt. Dann kaufen. Man kann sie aber auch selbst
Kalkpaste gefüllt, die wirksam mit der läßt man das Holz einige Stunden trock- herstellen, indem man aus Schlemmkreide
Holzfarbe kontrastiert. nen und reibt es anschließend mit einem oder ungelöschtem Kalk mit Wasser eine
Arbeitsweise: Die Holzmaserung wird mit trockenen Tuch kräftig in Faserrichtung steife Paste anrührt. Bei Verwendung von
einer Drahtbürste in Faserrichtung ge- ab. Zum Schluß bekommt die Fläche Schlemmkreide bekommt das Holz zum
öffnet und das Holz danach gegebenen- einen nur ganz dünnen, seidig glänzenden Schluß zwei Überzüge mit Mattierung.

Räuchern
Bei dieser alten Methode wird Eichenholz Werkstücke genügt ein luftdichter Kasten wünschte Farbtiefe beim ersten Versuch
durch konzentrierte Ammoniakdämpfe oder ein Zelt aus Kunststoffolie, das Platz nicht erreicht wird, kann man die Behand-
dunkel gefärbt. Geeignete Lösungen gibt für das Arbeitsstück und zwei oder drei lung mit frischem Ammoniak wiederholen.
es in Fachgeschäften zu kaufen. Das Holz Untertassen mit Ammoniaklösung bietet. Muß man mehrere Werkstücke auf den-
wird durch das Räuchern sehr gleichmä- Die Untertassen werden um das Werk- selben Farbton bringen, so notiert man
ßig getönt; die Färbung reicht von Hell- stück herum verteilt. Da die Ammoniak- die für das erste Stück gebrauchte Ammo-
braun bis zu dunklem Schwarzbraun. dämpfe nur auf frei liegende Flächen ein- niakmenge und Zeit und behandelt die
Eichenholz gewinnt durch Räuchern wirken können, muß man Möbeltüren anderen genau auf die gleiche Weise.
eine satte und alt aussehende Tönung, oder Schubladen gegebenenfalls heraus- Nach dem Räuchern wird das Holz
die mit keinem anderen Mittel zu errei- nehmen und getrennt für sich behandeln. gründlich gelüftet und transparent lackiert.
chen ist. Die Technik wird deshalb auch Zum Räuchern größerer Möbel ist ein Zu dunkel gewordene Holzstellen kann
heute dort angewendet, wo es häufig dar- luftdicht verschließbarer Verschlag oder man nachträglich mit einer Lösung von
auf ankommt, die Farben jahrhunderte- ein Zelt entsprechenden Umfangs nötig. Oxalsäure (Kleesalz) in Spiritus (Methyl-
alten Holzes genau zu treffen, z. B. bei Ammoniakdämpfe sind giftig, man darf alkohol) aufhellen oder bleichen. Die Lö-
Restaurierungen. sie nicht einatmen und sollte nicht im sung wird nach Abdecken der Umgebung
Zum Räuchern braucht nach der Bearbei- Innern eines Hauses räuchern. mit Klebestreifen vorsichtig mit dem Pin-
tung mit Schneidwerkzeugen nicht nach- Die erforderliche Behandlungsdauer sel aufgetragen. Nach dem Bleichen reibt
geschliffen zu werden. Um ungleichmäßige hängt von der Größe der benutzten Kam- man die Stelle mit Essig ab und läßt sie
Dunkeltönung zu vermeiden, müssen le- mer, der Ammoniakmenge und von der trocknen. Danach muß sie abgeschliffen
diglich alle Leim-, Öl- und Fettspuren Art des Holzes ab. Manche Eichenholz- werden, weil sich die Spitzen der Holz-
sowie Fingerabdrücke mit Schleifpapier sorten dunkeln schneller als andere. Die fasern durch die Feuchtigkeit gehoben
entfernt werden. richtige Räucherzeit kann eine, aber auch haben. Diese Prozedur erfordert aller-
Arbeitsweise: Zum Räuchern kleiner zwölf Stunden beiragen. Falls die ge- dings viel Fingerspitzengefühl.
120
Möbelpflege / Kunststoffschichtplatten
Geöltes Holz
Geölte Holzflächen finden sich vor allem dem Schleifen reibt man etwas Teaköl in Grundladdertes und danach geöltes Holz
an modernen Möbeln aus Teak- und Af- die Stelle, läßt es fünf Minuten einzie- wird statt mit Teaköl besser mit einer
rormosiaholz. Neben der Behandlung mit hen und reibt mit trockenem Tuch nach. käuflichen Teakholzpolitur gepflegt. Beim
Öl allein, die das Holz dunkler macht, Eine Ganzbehandlung mit Öl soll höch- Entfernen von Flecken darf man die Lack-
gibt es noch die Ölung auf zuvor lackiertes stens halbjährlich erfolgen. schicht nicht verletzen- Ist das doch ein-
Holz, die die Holztönung unverändert läßt. Durch zu häufiges und zu reichliches mal geschehen und das blanke Holz zu-
Möbelpflege: Das Holz wird täglich mit Ölen bekommen Möbel manchmal ein tage getreten, so behandelt man die Stelle
einem weichen, trockenen, nicht fusseln- schmutziges und klebriges Aussehen, in dünn mit Grundlack statt mit Öl, das das
den Tuch abgewischt. Möbelsprays oder solchen Fällen feuchtet man das Holz Holz nur dunkler machen würde.
Polituren sind nicht erlaubt. gründlich mit Terpentinersatz an und reibt Nach dem Trocknen des Grundlacks
Leichte Flecken oder Ringe versucht das gelöste Öl mit einem Lappen weg, schleift man die Oberfläche mit feinster
man mit feinstem Granatschleifpapier zu den man immer wieder erneuert. An- Stahlwolle (Nr. 00 - 000) nach und be-
entfernen, aber mit Vorsicht, denn viele schließend werden die Flächen wieder nor- handelt das Holz anschließend mit Teak-
Furniere sind außerordentlich dünn! Nach mal mit Teaköl behandelt (siehe S. 119). holzpolitur.

Schellackpolitur
Fast alle echten und nachgearbeiteten an- lierte Flächen werden regelmäßig mit tur. Möbelsprays und -cremes soll man
tiken Möbel besitzen SchellackpoHtur, be- einem weichen, trockenen Tuch abgestaubt. vermeiden; sie richten meistens mehr
sonders wenn sie aus Mahagoni- oder Flecken entfernt man möglichst sofort mit Schaden als Nutzen an.
Nußbaumholz bestehen. leicht angefeuchtetem Lappen und poliert Schellackpolierte Möbel dürfen höch-
Möbelpflege: Weil Schellackpolitur nicht trocken nach. stens einmal im Monat mit Wachspolitur
wärmebeständig ist, muß man sie vor hei- Ganze Flächen behandelt man nach gepflegt werden. Sie leiden oft mehr unter
ßen Tellern und Schüsseln schützen. Po- feuchtem Abwischen mit einer Wachspoli- zu häufigem als unter zu seltenem Polieren.

Lackiertes und mattiertes Holz


Die meisten in den dreißiger bis fünfziger Möbelpflege: Von Eß- und Kaffeetischen chen bekommen davon allerdings etwas
Jahren hergestellten Billigmöbel sind mit entfernt man Speise- und Getränkespuren Glanz- Nicht zu oft und nicht zu stark
Nitrozelluloselack beschichtet. Man er- möglichst sofort mit einem angefeuchte- nachbehandeln!
kennt das an der Stärke und dem hohen ten Tuch und reibt die Stelle gut irocken. Das Aussehen von lackierten und mat-
Glanz des Lacks. Auch heute werden Sonst muß man nur regelmäßig abstau- tierten Möbeln läßt sich oft durch eine
solche Möbel noch gebaut, die besseren ben. Nitrozelluloselacke sind nicht hitze- ganz leichte Behandlung mit Mattfinish
Qualitäten werden aber entweder geölt beständig und müssen geschont werden. verbessern. Die Farben gewinnen dadurch
- das gilt besonders für Teakholz und Kunstharz- und Zelluloselacke können an Tiefe, ohne daß die Oberfläche so
Afrormosia - oder mit einem Kunstharz- ab und zu mit einer verdünnten Ballen- glänzend wird wie durch eine Ballen-
lack malt beschichtet. mattierung gepflegt werden, mattierte Flä- mattierung.

Schichtstoffplatten aus Kunstharz


Schichtstoffplatten bestehen aus kunst- Obwohl Schichtstoffplatten bei norma-
harzgetränkten Papierschichten, die bei ler Beanspruchung sehr haltbar sind, kön-
hoher Temperatur und unter sehr star- nen sie doch durch Schlag oder Stoß, über-
kem Drude gepreßt werden. Sie sind in mäßige Hitze und einige Chemikalien
vielen Farben und Mustern, sogar mit Schaden nehmen. Man soll deshalb Töpfe
Holzmaserung, und mit glänzender oder und Pfannen nicht unmittelbar vom Ofen
matter Oberfläche zu haben, in der Regel auf die Platten stellen. Audi heiße Bügel-
1,5 mm dick, werden sie in Standardgrö- eisen, brennende Zigaretten, Bleich- und
ßen (z. B. 1,25 X 2,80 m) oder nach Maß Reinigungsmittel mit Chlor, ferner Ätz-
zugeschnitten verkauft. kali und Ätznatron können Schaden stif-
Mit Sdiichtstoffplatten kann man alle ten. Am besten wischt man jeden Fleck
trockenen ebenen Flächen belegen, die dem und alles Vergossene so rasch wie mög-
verwendeten Kleber genügend Haftmög- lich weg. Auch mit Messern und anderen
lichkeit geben. Holzfaserplatten, Tischler- scharfen Werkzeugen und mit Schleif-
platten und Sperrholz sind als Unterlagen und Scheuermitteln sollte man vorsichtig
ideal. Lackierungen und Anstriche müs- sein.
sen jedoch von der Grundplatte entfernt Zum Einfassen der Kanten von schidit-
werden. stoffbelegtcn Platten gibt es Kunststoff-
Wegen des nötigen Spannungsausgleichs und Metallbänder - sogenannte Umlei-
müssen in der Regel beide Holzseiten be- mer - in verschiedenen Farben, Breiten
legt werden, wobei für die Rückseite eine und Profilen zu kaufen. Man sollte sie
billigere Qualität oder auch ein einfaches schon beim Kauf der Schichtstoff platte in
Furnier genügt. Oft schafft auch schon passender Breite und Farbe mit aussu-
ein reichlicher Lack- oder Färb ans t rieh chen. Die Kantenbänder oder Umleimer
der Rückseite genügenden Ausgleich. Bei werden auf die Kante oder in eine Nut in
fest eingebauten oder auf Rahmen mon- der Kante geklebt oder geleimt; Alumi-
tierten Holzplatten kann man auf das Be- nium- und Messingbänder kann man auch
legen der Rückseite meistens verzichten. anschrauben.
Schichtstoffplatten werden am besten Die Kanten lassen sich aber auch mit
mit einem guten Kontakt kl eher aufgezo- selbst zugeschnittenen Schichtstoffstreifen
gen. Kunstharzkaltleime sind ebenfalls belegen. Sie werden ringsum etwas größer
verwendbar, nur müssen dabei die Platten gemacht, mit Kontaktkleber angeklebt Umleimer aus Kunststoff oder Metall, wie
bis zum Abbinden des Leims eingespannt und eine halbe Stunde später mit Säge diese hier, sollen des guten Aussehens
werden. und Feile verputzt. wegen an den Ecken gegehrt werden
121
Belegen mit Schichtstoffplatten

Schichtstoffplatten kann man nach Maß oder Kleinere Plattenstücke kann man auch ein- Die Rückseite der Platte und die Unterlage
in Standardgrößen zum Selbstschneiden ritzen und abbrechen. Dazu braucht man werden mit Schleifpapier saubergeschliffen
kaufen. Sie werden mit der Kreissäge oder, ein Metalüneal, einen hartmetallbestückten — in diesem Fall ist es eine Tischplatte.
die Vorderseite nach oben, mit einer Fein- Handritzer oder ein spitzes Messer. Man Dann Ifägt man den Kontaktkleber mit
säge geschnitten. Für das Ebenputzen der ritzt die Oberseite mehrmals ein, legt ein einem Zahnspachtel auf beide Flächen, und
Ränder nach dem Aufkleben wird ringsum Richtscheit dicht an den Riß und bricht das zwar quer zueinander, dünn auf und läßt
etwas zugegeben. freie Plattenende nach oben ab. den Kleber etwa 15 Minuten trocknen.

Die Flächen kleben bei Berührung sotort Eine andere Methode ist. in zwei Kanten Man läßt den Kleber eine halbe Stunde
unverrückbar; man muß die Platte deshalb der Unterlage Reißzwecken als Anlage für trocknen, bevor man die Plattenränder mit
gleich richtig aufbringen. Dazu legt man die Platte zu drücken. Man legt zwischen einer Schlichtfeile geradefeilt. Damit die
Holzstäbe auf die Unterlage, richtet die die klebenden Flächen ein Stück Papier Kunststoff Oberfläche nicht splittert, darf man
Platte genau auf ihnen aus. drückt sie an und zieht es beim Andrücken allmählich nur schräg abwärts feilen. Man kann die
einem Ende an und zieht die Stäbe unter ihr weg. Die Platte wird von der Mitte zu den Ränder auch mit der Bohrmaschine und
heraus. Dann preßt man die Platte ganz an. Rändern hin fest angerieben. entsprechenden Zusätzen abfräsen.

Zum Abdecken der Kanlen gibt es dünne Man läßt die geklebten Kanten eine halbe Anstelle von Kunststoffbändern kann man
Kunststoffbänder, die mit Kontaktkleber, Stunde lang trocknen, bevor man sie eben- die Kanten auch mit selbst zugeschnittenen
oben und unten etwas überstehend, aufge- feilt. Damit weder die Kanle noch die Tisch- Schichtstoffstreifen belegen, die man mit
klebt werden. Die überstehenden Ränder fläche beschädigt wird, hält man die Feile etwas Zugabe auf allen Seiten zuschneidet
werden nach dem Trocknen des Klebers mit unter einem Winkel von etwa 45° zur Plat- und mit Kontaktkleber aufklebt. Man reibt
Feile oder Hobel entfernt. Den Kanlenbelag tenfläche. Man kann die überstehenden Kan- die Kanten sehr gut an und beschneidet sie
reibt man mit einem Holzklotz lesl an. ten auch maschinell abfräsen. nach einer halben Stunde mit Säge und Feile.

122
Ausbessern von Möbeloberflächen (1)
Kratzer, Dellen, Kerben, Flecke
Leichte Dellen und Kerben sollen mög- tigkeit in der Politur verdampfen, ohne pier oder StahlwolJe entfernt und die
lichst bald nach ihrer Entstehung behan- diese selbst zu beschädigen. Stelle mit Wachspolitur nachbehandelt.
deil werden. Bei Weichholz gelingt die 4. Man behandelt mit Wachspolitur nach. Sonst geht man folgendermaßen vor:
Beseitigung fast immer, bei Hartholz und Sind Fledte durch die genannten Me- 1. Man entfernt zuerst die Wachs- oder
älteren Kerben ist es schwieriger. Für die thoden nicht zu beseitigen, so schleift man Politurschidit von der fleckigen Stelle.
Reparatur sind kochendes Wasser, Trikot- sie, ohne die Holzoberfiäche zu beschädi- 2. Dann bleicht man den Fleck mit in
ballen und saubere Lappen erforderlich. gen, mit feinem Schleifpapier weg. Nach heißem Wasser gelöster Oxalsäure (Klee-
Arbeitsweise: gründlichem Entstauben werden dann salz) oder einem Haushaltsbleichmittel
1. Die Politur wird von der beschädigten mehrere Schichten Schellackpolitur aufge- aus der Drogerie. Der Vorgang muß
Stelle sorgfältig entfernt. tragen. Die letzte Schicht muß mit der unter Umständen wiederholt werden. Das
2. Ein fester Trikotballen wird in ein sau- umgebenden Politur gut verlaufen. Nach Bleichmittel darf nur auf den Fleck ge-
beres weiches Tuch geknotet (der Knoten gründlichem Trocknen wird mit feinem bracht werden.
dient als Handgriff), in kochendes Wasser Bimssteinpulver oder Polierpaste geschlif- 3. Die Stelle wird mit Wasser ausgewa-
getaucht und auf die Kerbe gedrückt. fen und mit Wachspolitur nachbehandelt. schen und muß trocknen.
Auslaufendes Wasser wird sofort abge- Tiefer gehende Flecke müssen vor dem 4. Das Holz wird abgeschliffen, nachge-
wischt. Auf schadhafte Stellen an einem Neupolieren unter Umständen bis aufs färbt und poliert.
Bein oder anderen senkrechten Teilen wird blanke Holz entfernt werden. Es kann mit- Läßt sich ein Fleck du r ch Blei dien nicht
kochendes Wasser direkt aufgegossen und unter sogar nötig sein, die Politur voll- entfernen, bleibt nur nodi Abhobeln,
die Umgebung mit trockenen Lappen ge- kommen zu entfernen und die ganze Schleifen und Neupolieren übrig. Brand-
schützt. Fläche neu zu polieren. flecke auf furnierten Flächen versucht man
3. Das Wasser muß während der ganzen Von Zelluloselackierung oder -mattie- mit Schmirgelpapier wegzuschleifen, ohne
Arbeit kochend heiß sein. rung entfernt man Flecke mit Sprüh- das Furnier zu beschädigen. Wo das nicht
4. Die Behandlung wird so lange fortge- polish, das sparsam aufgesprüht und ganz gelingt, läßt sich der Fleck manch-
setzt, bis die Delle oder Kerbe verschwun- nachpoliert wird. Hitzeschäden können mal mit Politur verdecken, der man Beize
den, also aufgequollen ist. Abbrennen mit Spiritus oder Ausschlei- in der Holzfarbe zugemischt hat. Jede
5. Danach läßt man das Holz vollkommen fen nötig machen (siehe oben). Anschlie- Behandlung wird mit Nachpolieren be-
trocknen; die zusammengedrückten Fasern ßend wird mit streichfertigem Schicht- endet.
heben sich weiter. oder Grundlack nachlackiert. Wo beides Tiefe Kratzer und Kerben: Man behan-
6. Die Stelle wird mit feinem Schleifpa- nicht ausreicht, muß man den Lack bis delt sie zunächst mit kochendheißem Was-
pier geschliffen, nachgefärbt und poliert. auf das blanke Holz entfernen und von ser. Dadurch heben sich die Holzfasern.
Hitze- und Wasserflecken: Hitzeschäden Grund auf erneuern. Bei Massivholz werden Stellen mit ge-
erscheinen auf Schellack- oder Zellulose- Zigarettenbrandstellen: Nur in der Politur brochenen oder zerrissenen Holzfasern
politur als weißliche Ringe oder Flecken, sitzende Brandflecken werden wie Was- au s gehobelt oder ausgeschliffen und dann
Wasserflecken dagegen dunkel. ser- oder Hiueschäden behandelt. Ist das neu lackiert. Bei schweren Schäden muß
Wie solche Spuren von geöltem Holz Furnier mit angesengt, so versucht man, eventuell die ganze Holzfiäche behandelt
entfernt werden, ist auf Seite 121 beschrie- den Fleck durch vorsichtiges Schleifen zu werden.
ben. Von Schellackpolitur kann man klei- entfernen. Wenn auch das nicht hilft, muß Bei furnierten Flächen versucht man
nere Flecke mit einem der käuflichen Po- man das betroffene Furnierstück ausschnei- zunächst, den Schaden mit Schleifpapier
liturerneuerer entfernen, größere Flecke, den und durch ein neues ersetzen (s. S. 90). zu beheben. Ist das Furnier dafür zu
auf Tischplatten zum Beispiel, erfordern Brandstellen an Massivholz werden ab- dünn bzw. die Beschädigung zu tief, so
aber gründlichere Behandlung. gehobelt, geschliffen und neu poliert. Man vermag Ausbessern mit Wachs- oder
1. Der Tisch wird auf die Seite gelegt. kann aber auch ein 3 mm dickes Holz- Schellackkittstangen zu helfen, die es in
2. Der Fleck wird mit einem spiritusge- stück mit dem Stecheisen herausschneiden vielen Holzfarben zu kaufen gibt. Der
tränkten Lappen angefeuchtet. und durch ein in Farbe und Maserung ge- Kitt wird (z. B. mit einem elektrisdien
3. Der Spiritus (Methylalkohol) wird am nau passendes Holzplättchen ersetzen. Lötkolben) erhitzt, auf die beschädigte
unteren Rand des Flecks angezündet. Die Tintenflecke: Oberflächliche Tinlen- und Stelle aufgetropft und nach Erkalten ge-
dadurch entstehende Hitze läßt die Feuch- Farbflecke werden mit feinem Schleifpa- schliffen.

Tiefer gehende Brandflecke versucht man


durch Abziehen und Schleifen zu entfernen

Die abgeschliffene Stelle wird durch meh-


Leichte Zigarettenbrandflecke auf Schellackpolitur behandelt man mit Polrturerneuerer rere Schellackschichten wieder geebnet

123
Ausbessern von Möbeloberflächen (2)
Neu polieren
Die Pflege von geöltem Holz ist auf Staub gründlich entfernt und mit einem Wachsüberzüge mit Terpentinersatz ent-
Seite 121 erläutert. guten Hochglanzpolish nachbehandelt. fernt (siehe S. 121). Dann löst man
Einzelne Stellen poliert man so neu: Zellulose lackierungen und -mattierungen: Schellackpolitur oder Zelluloselackierung
1. Die Stelle wird vorsichtig so abgeschlif- Die Ausbesserung erfolgt mit streichferti- und -mattierung mit einem Lackentferner
fen, daß die umgebende Politur keine gem Einlaßgrund in mehreren Schichten. ab, wobei die Gebrauchsanweisung genau
scharfen Ränder bekommt. Wenn der Lack die richtige Stärke er- zu beachten ist. Da Lade- und Farbent-
2. Wenn nötig, wird das Holz nach einer reicht hat, läßt man ihn über Nacht aus- ferner ätzend wirken, sollte man bei die-
Probe auf einem ähnlichen Holzstück mit härten. Danach wird die Schicht mit fei- ser Arbeit Gummihandschuhe tragen.
Spiritusbeize nachgefärbt. nem Sandpapier eben geschliffen. Nach Beseitigung des alten Überzugs
3. Die neue Politur wird aufgebaut. Mattierte Flächen reibt man zum Schluß wird die Holzfläche sorgfältig geschliffen.
Schellackpolitur: Man trägt eine ausrei- mit feinster Stahlwolle (Nr. 00-000) ab. Man entfernt dabei auch alle Flecke und
chende Zahl von Schell ackschichten auf, Bei besonders dick lackierten Möbeln Kratzer. Besondere Vorsicht ist beim
die letzte mit dem Polierballen. kann es nach Reparaturen notwendig sein, Schleifen von dünnen Furnieren geboten.
Nach dem Trocknen wird die ganze den alten Lade von der ganzen Fläche zu Die neue Lackierung oder Mattierung
Fläche, nicht nur die reparierte Stelle, mit entfernen und sie ganz neu zu polieren, wird dann wie bei frischem Holz aufge-
feinem Bimssteinpulver geschliffen, aller Dazu werden zuerst eventuelle Öl- oder bracht.

Furnier- und Kantenreparaturen


Das Ersetzen größerer Furniers tu die einziehen, damit die Farbe später beim und mit Zwingen oder Schnur eingespannt.
wurde schon auf Seite 90 beschrieben; Schleifen nicht wieder verlorengeht. Der 6. Nach Abbinden des Leims wird die
hier sollen nur noch kleinere Ausbesse- Holzgrund wird, wie oben beschrieben, neue Kante durch Hobeln dem Profil der
rungen erläutert werden: gesäubert und das Furnierstück eingeleimt. alten angeglichen.
Lose furnier stellen: Lose Holzkanten: 7. Die Kante wird sorgfältig geschliffen,
1. Man hebt das Furnierstück, ohne es zu 1. Die Kante wird möglichst weit, am be- an den Nahtstellen darf es keine Absätze
brechen, mit einem dünnen Messer an. sten aber ganz entfernt. geben.
2. Man entfernt den alten Leim mit einem 2. Von ihrer Rückseite und vom Platten- 8. Das eingesetzte Stück wird nötigenfalls
Stecheisen oder heißem Wasser. rand wird alter Leim mit heißem Wasser gebeizt und die Kante neu poliert.
3. Das Furnier wird mit Kunstharzkalt- entfernt. Die Kante wird leicht abgehobelt. Bei manchen Möbeln bestehen die Kan-
leim wieder angeklebt und zum Trocknen 3. Die Kante wird wieder angeleimt. ten nicht aus Massivholz, sondern nur aus
zwischen Hartholzklötzen eingespannt; 4. Wenn möglich, spannt man die Kante aufgeleimten Furnierstreifen.
ein Stück dazwischengelegte Plastikfolie unter Zwischenlegen von Hartholzklötzen Hat sich nur ein Stück des Furniers ge-
verhindert das Ankleben der Klötze. mit Schraubzwingen ein. Ist das nicht hoben, so wird es zusammen mit dem
Wo sich Schraubzwingen nicht ansetzen möglich, wird sie mit fest über die Rän- Untergrund sorgfältig gesäubert und, wie
lassen, fixiert man die geleimte Stelle bis der gespannten Klebestreifen fixiert. Laßt oben schon beschrieben, wieder angeleimt.
zum Trocknen mit möglichst stramm ge- sich auch das nicht tun, kann man die Anders geht man vor, wenn ein Furnier-
spannten Klebestreifen. Kante mit dünnen versenkten Drahtstif- stück ganz fehlt:
Reparaturen in der Mitte einer größe- ten annageln und die Nagellöcher mit 1. Man entfernt das Kantenfurnier ganz.
ren Fläche, wo weder Einspannen mit Knetholz verkitten. 2. Die Kante wird mit dem Hobel neu
Schraubzwingen noch strammes Befesti- Fehlende Holzkanten: abgerichtet und ein Furnierstreifen 3 mm
gen mit Klebestreifen möglich ist, werden 1. Man entfernt vom Plattenrand, an dem breiter als die Kante zugeschnitten.
mit Kontaktkleber statt mit Leim ausge- das Kantenstück fehlt, allen alten Leim. 3. Kante und Furnier werden dünn mit
führt. Fumierrückseite und Holzunterlage 2. Die Enden der noch vorhandenen Kan- Kontaktkleber bestrichen.
werden dünn damit bestrichen und das te nstü die werden mit dem Stedieisen oder 4. Nach etwa 10 Minuten wird der Fur-
Furnier nach der vorgeschriebenen Warte- der Feinsäge rechtwinklig beschnitten. nierstreifen auf die Kante gelegt und
zeit fest angerieben. Dann belastet man 3. Für die fehlende Kante wird ein Er- 5. mit einem geeigneten Metallgegenstand
die Stelle über Nacht mit einem Gewicht. satzstück mit richtigem Faserlauf zuge- oder einem Stück Hartholz angerieben.
Fehlende Furnierstiicke: Man kauft ein schnitten und gehobelt. 6. Das überstehende Furnier wird auf
möglichst gut passendes neues Stück und 4. Bei gewölbter oder gekehlter Kante Kantenbreite gehobelt, mit gröberem
gleicht es nötigenfalls noch durch Ein- bleibt das Ersatzstiick wegen des besseren Sandpapier abgeschliffen und schließlich
tauchen in Beize der vorhandenen Holz- Einspannens zunächst rechteckig. 7. die neue Kante ganz mit feinem Schleif-
tönung an. Die Beize muß tief ins Holz 5. Das neue Kantenstück wird angeklebt papier behandelt und neu poliert.

Reparieren von Intarsien und Marketerien


Bei Intarsien oder Einlegearbeiten sind
Linien, Bänder oder Ornamente aus Holz
und anderen Stoffen in eine Furnierfläche
eingelassen. Bei Marketerien dagegen sind
aus einzelnen Materialsliicken zusammen-
gesetzte Ornamente oder Bilder auf eine
Holzplatte aufgeleimt.
Lose Einlagestücke repariert man so:
1. Man entfernt aus der Vertiefung
Schmutz und alten Leim mit einem ganz
schmalen Stedieisen.
2. Die Einlage wird wieder eingeklebt:
Holzeinlagen mit Kunstharzleim, Metalle
und ähnliches mit Kontaktkleber.
3. Man drückt und klopft die Einlage vor-
sichtig mit dem Hammer fest und läßt sie,
mit einem Gewicht beschwert, trocknen.
4- Nach dem Abbinden des Leims oder
Klebers wird eben geschliffen und poliert.
Ersatzmaterial gibt es in Fachgeschäften. Die mit Leim bestrichene Einlage wird mit dem Hammer eingeklopft und eingespannt

124
Nageln, schrauben, dübeln, kleben
Tischbeine werden locker, Handtuchhalter Inhalt
lösen sich, Bilderhaken brechen aus der
Wand, eine Vase zerbricht, ein Regalbrett 126 Nägel
soll aufgehängt, eine Wandlampe befestigt 128 Schrauben
werden - es gibt vielerlei kleine Arbeiten 131 Unterlegscheiben und Muttern
dieser Art, die nicht sehr schwierig sind, 132 Dübel
aber doch oft falsch gemacht werden. 134 Schlosser
Hier zeigen wir Ihnen die richtigen 137 Bänder und Scharniere
Methoden und die geeigneten Materialien. 139 Leime und Klebstoffe
141 Reparieren von Glas und Keramik

125
Nägel (1)
Nägel und ihre Verwendung
Drahtnagel mit Senkkopf: Kopf geriffelt oder
illBI glatt. Für Rohbefestigungen; kann Splittern des
Holzes bewirken. Länge 7-310 mm.
Kitt oder Spachtel
Drahtnagel mit Stauchkopf: Für Schreinerver-
bindungen. Kopf kann versenkt und zugekittet
O CDO: £> oder überspactitelt werden. Länge: 7-100 mm. ^

Stahlhaken: Gute Festigkeit tn Bimsmauerwerk

D und Holz. Vielseitig verwendbar, bei großen


Dicken eventuell vorbohren. Länge: 40-100 mm.

Schraubnagel mit Senkkopf: Zum Befestigen

l O D: von Holz-. Spanplatten und Blindfußböden


Hoher Auszugswiderstand. Länge 25-100 mm.

(U Breitkopf nagel: Zum Befestigen von Blechen,

O F^
Pappe. Platten aller Art auf Holz oder leichtem
Mauerwerk. Länge: 7-45 mm.

Stahlstift mit Senkkopf: Zum Anschlagen von


Span- und Sperrplatten. Leisten und Profilen
auf Holz oder leichtem Mauerwerk. Länge 20-50
mm.

Tapeziernagel: Großer, glatter Kopf. Zum Be-


a o festigen von Dekorstoffen, Polsterbezügen, Bo-
U denbelägen usw. Länge: 9-24 mm.
M
Polsternagel: Dekorativer Kopf. Zum Befestigen Nage!

O von Polsterbezügen oder zum Abdecken von Bezug

Tapeziernägeln. Kopfdurchmesser: 3-12 mm.

Heftklammern: Zum Befestigen von Textilien,


Papier und Pappe. Wird als Klammernstab mit
Heftapparaten verarbeitet. Verschiedene Größen.

Stahlnagel, gehärtet: Zum Befestigen von Ble-


O C :s> chen und Platten oder Latten auf Bims- und
Ziegelstein oder Leichtbeton. Länge 20-150 mm.

Nirosta-Nagel: Nichtrostender Stahl. Zum Be-


festigen von Verkleidungen, Schalungen usw.,
hauptsächlich im Freien. Länge 20-60 mm.

Sternfensternagel: Leichtmetall. Zum Sichern


verleimter Rahmenecken. Ohne Kopf, kann
+ leicht bündig geschliffen werden.
^
Glockennagel: Mit Neoprensctieibe. zum Be- Wellenberg für Nagel
festigen von Wellplatten aller Art. Galvanisier-
tes Material. 70-110 mm.

Setzbolzen: Wird mit Schußapparat in Stahl,


Beton usw. eingeschossen. Ausführungen mit
Haken und Ösen usw. Länge: 20-120 mm.

Verbandstift: Dübel zum Verbinden zweier Holz-


<I teile. Wird in ein Teil eingesetzt, dann auf das
andere geklopft. Länge: 20-70 mm.
Verbandst!«
Schildernagel: Galvanisiert, mit geschliffener
Spitze für Beton, Ziegel usw. Vorbohren oder
dübeln nicht erforderlich. Länge: 25-65 mm.
^
Wellennagel: Für einfache L- und T-Verbindun- Wellennägel
gen. Kann nicht stark belastet werden. Größe:
9-16 mm hoch, 50 mm breit.

Schlaufe (Krampe): Zum schnellen und sicheren


Befestigen von Drahtzäunen. Länge: 15-45 mm.
Verschiedene Breiten und Formen.
Krampe
Leichtbauplattennagel: Runde oder quadratische
O T-,, Kopfplatte. Zum Befestigen von Bauplatten auf
Holz oder leichtem Mauerwerk. Länge: 40-80 mm.

126
Nägel (2)
So viele Nägel gehen auf ein Kilogramm
Nägel werden nach Gewicht verkauft. für eine Arbeit nur wenige Nägel braucht. weiteres Unternehmen nicht geeignet sind.
Obwohl sie in großen Paketen billiger Und wenn man sich ein Paket auf Vorrat Deswegen kauft man Nägel in kleinen
sind, lohnen sich diese nicht, wenn man kauft, kann es sein, daß die Nägel für ein Klarsichtpackungen oder offen.

Annähernde Stückzahlen pro Kilogramm (Maße in mm; Slauch köpf nag el nur bis 100 mm Länge erhältlich)

Länge der Nägel 9 11 13 15 17 20 25 30 30 35 35 40 40 45 45 50

Dicke der Nägel B.7 O.B 0.9 1,0 1,1 1,2 1.3 1.4 1,6 1.6 1,3 1.8 2.0 2,0 2,2 2,2

28600 20000 13850 10000 7570 5560 3570 2700 2265 2000 1430 1170 1000 870 667 621

Länge der Nägel 55 60 65 70 au 90 100 110 12!) iao 145 180 180 210 230 ZOO
Dicke der Nägel 2.2 2,5 2,8 2,8 3,1 3,4 S,8 4,2 4,2 4,8 5,5 5,5 6,0 7.0 7. H 7,6

572 425 333 3oa 222 160 111 82 76 55 38 34 23 16 11 10

Holz an Holz nageln

Nägel sollten zwei- Durchnageln ergibt Noch besser ist es, Beinageln bei ge- Beinageln bei ein- Seh rag nage l n in
bis dreimal so lang feste Verbindungen. die Nagelspitzen an nuteten Verbindun- facher T-Verbin- Hirnholz:Die Nagel
wie das zu befesti- Nägel wechselseitig einem Schrauben- gen: Die Nägel hoch dung: Schraub- reihen werden
gende Werkstück eintreiben und die zieher umzubiegen genug ansetzen, zwinge und Beilage schräg zueinander
sein, Dünnes Mate- herausragenden und dann klammer- damit sie nicht lassen die Latte und die einzelnen
rial an dickes Enden umschlagen. artig einzutreiben. durchreißen können. beim Nageln nicht Nägel auf Lücke
nageln. verrutschen. gesetzt.

Reihennagelung in Kein Splittern bei Hartholz nicht Nageln federnder Verdeckt nageln bei Keine lädierten
Längsrichtung des 1.-Verbindungen: nageln. Wenn un- Teile: Die Hammer- Brettern mit Nut Finger gibt es, wenn
Holzes: Nägel nicht Aufgesetzt es Teil umgänglich, Nägel schläge wirken und und Feder: Die Nä- man kleine Nägel
in dieselbe Faser etwas länger schnei- stauchen, Va-Schaft- richten keinen gel werden schräg durch ein Stück
treiben, weil sonst den, festnageln, länge vorbohren. Schaden an, wenn durch Feder und Pappe steckt und
das Holz gesprengt überstehendes Wie in Gehrung man mit einem Brettkörper getrie- damit in Position
werden kann. Stück absägen. nageln. Block dagegenhält. ben. hält.

Holz auf Mauerwerk nageln


Für Befestigungen auf Ziegeln, Bimsstei- muß man die Dicke von Putz oder Bau- draufschlagen und dadurch das Bauteil
nen und Leichtbeton nimmt man gehärtete platten zuschlagen. Die Nägel werden zu- (Latte, Brett usw.) erschüttern, zum Vi-
Stahlnägel. Wichtig ist, daß sie die rich- erst im Holz angesetzt und dann ins brieren bringen, weil dadurdi die Nägel
tige Länge im Verhältnis zur Holz stärke Mauerwerk getrieben. Wenn die Nägel gelöst werden können, die Befestigung
haben. Den angegebenen Stärkemaßen einmal sitzen, sollte man nicht mehr also ihre Stabilität verliert.

Richtwerte für Nagellängen bei verschiedenen Holzstürken (Maß* In mm)


Holzstärka 5-10 10-15 15-20 20-25 25-30 30-35 35-^10 40-50 50-60 50-70 70-BO
SS^!
Nägellänge 25 30 35 40 45 50 60 80 90 100 120
vÖ"K^V"~
Stahlnagel, gehärtet: 3,5 x 60

127
Schrauben (1)
Typen und ihre Verwendung
Senkholzschraube {Flachkopf}: Für Verbindun-
gen aller Art und zum Befestigen von Beschlä-
gen. Bis zur Holzoberfläche eindrehen oder
etwas tiefer versenken. Durchmesser 1,4-10 mm,
Länge: 0,7-15 cm.
Kreuzschlitzschraube: Man braucht dazu einen
speziellen Schraubenzieher, der in die Schlitze
paBt Damit können Schrauben, auf die Klinge
gesteckt, in schwer zugänglicheStellen gebracht
werden. Durchmesser; 2,6-10 mm. Länge: 0,5-7
cm.

Linsensenkholzschraube: Zum Befestigen von


Schiüsselschildern und Zierbeschlägen. Wird
bis zum Rand versenkt. Gewöhnlich vernickelt
oder verchromt. Durchmesser: 1,4-10 mm. Länge:
0,7-10 cm.
Halbrundholzschraube: Damit werden Beschläge
ohne Senkloch befestigt. Der Schraubenkopf
steht von der Werkstückoberfläche ab. Wirkt
dekorativ, wenn die Schlitze in gleicher Rich-
tung stehen, Durchmesser: 1.4-10 mm. Länge;
0,7-13 cm.
Zierkopfschraube: Verdeckte Flach köpf seh raube
zum Befestigen von Spiegeln usw. Der Zier-
kopf aus Metall wird in die Schraube einge-
dreht. Es gibt aber auch Kunststoffkappen mit
Zapfen zum Einstecken.

Blechschrauben: Für B l ech verschraub u ngen aller


Art, aber auch zum Befestigen von Kunststoff-
platten. Die Schrauben sind feilhart gehärtet
und schneiden ihr Muttergewinde selbst. Durch-
messer: 2,2-6,3 mm. Länge: 0,65-5 cm.

Muffenschraube: Sonderform für Montagever-


bindungen {wie bei zerlegbaren Schränken) und
für unsichtbare Schraubverbindungen. Die Muffe
wird mit einem Schraubenzieher oder einem
speziellen Eindreher eingeschraubt.

Blendrah mensch raube: Zum Befestigen von Lei-


sten und Brettern an Mauerwerk. Sie kann ein-
gemauert oder in Bohrlöchern vergipst werden.
Hülsenlänge: B cm. Schraubenlänge: 6 cm. Ge-
winde: 1 cm.

Schlüsselschraube: Für stabile Konstruktionen


wie Werkbänke und Rahmen aus Kantholz. Wie
der Name sagt, wird sie mil einem Schrauben-
schlüssel angezogen. Durchmesser: 4-20 mm.
Länge: 2-20 cm.

Schraubenrosetten und Unterlegscheiben


Rosetten und Unterlegscheiben verleihen
Schrauben einen festen Sitz und sehen außer-
dem gut aus. Es gibt sie aus vernickeltem oder
vermessingtem Eisen, aus Messing und ver-
nickeltem Messing.

Schraubhaken und Ringschrauben

128
Schrauben (2)
Was man wissen muß
Holzschrauben sind aus Flußstahl, Alu- Halbrundschrauben nur den Schaft ohne tiefer sein sollte als in Weichholz. In
minium, Kupfer oder Messing. Für be- Kopf. Hirnholz haften die Gewinde schlecht.
sondere Arbeiten gibt es gebläute, brü- Damit eine Schraube das Holz nicht Man verwendet daher recht lange Schrau-
nierte (gebräunte), verzinkte, vernickelte, sprengen kann, wird vorgebohrt. Länge ben und bohrt wenig vor. Bei Senkholz-
und Durchmesser des Bohrloches müssen sdi rauben reibt man das Bohrloch mit
so sein, daß sich das Gewinde ins Holz einem Krauskopf so weit aus, daß die
schneiden kann, sonst hat die Schraube Oberfläche des Schraubenkopfes nach
keinen guten Halt. Bei großen Schrauben kräftigem Anziehen der Schraube auf
Schaft bohrt man zweimal, zuerst in Schaftstärke gleicher Ebene mit der Werkstückober-
und -länge für den Schaft, dann in a/a fläche oder etwas darunter liegt. Bei ganz
verchromte und vermessingte Stahlschrau- der Gewindestärke und -länge, die soge- feinen Arbeiten versenkt man die Schrau-
ben. nannte Kernbohrung, für das Schrauben- benköpfe unter die Holzoberfläche und
Der Durchmesser einer Schraube wird ge winde. Bei schwächeren Schrauben deckt sie mit Holzplättdiec (Konusplätt-
unterhalb des Kopfes gemessen; handels- braucht in Weichholz für den Schaft nicht chen) ab; sie sind im Handel erhältlich.
übliche Stärken liegen zwischen 1,4 und vorgebohrt zu werden, und bei kleinen Schrauben laufen leichter, wenn man sie
10 mm. Längenangaben bezeidinen den genügt es, mit dem Spitzbohrer (Ahle) vor dem Eintreiben an einer Paraffin-
ins Holz ragenden Teil, bei Senkholz- vorzustechen. Außerdem ist zu beachten, kerze entlangzieht. Möglichst kein öl als
schrauben also die ganze Schraube, bei daß in Hartholz die Kernbohrung etwas Gleitmittel verwenden; es gibt Flecken.

Maße von Holzschrauben


"V Senkholzschraube 4^ Halbrundholzschraube V Linsensenkholzschraube

Länge Durchmesser (mrn)


(mm) 1,4 1,7 2 2.4 2.7 3 3,5 4 4,5 5,5 6 7 8 9 10
5

10

13

15

17

20 •v
25

30

35

•v V
40
"V*
^
45 »»»
50 •v- *
V <v» ^» "V* "V» v V TT«» •v

55 ir
60 •v •v *
-"«* •v
65 ir ir •v ir v TT

70 TT * •w *
"V* ^»» •v» ^»* V
«*
•v

75
ir •v ir •v •v
80 TT ^-> ^»» ^»»
•v
90 -v * •v •v * •v -v *
100 •v * •v v* *+ ^«* •v
110 •v Y *
*
120 V * ir •v * •v
130 -w * ir -w * •v
140 •v •v
150 •v •v TT

129
Schrauben (3)
Schraubverbindungen

Die E i ri seh rauhste U e Für Flach köpf seh rauben Teile in Position legen Für den Gewindeteil Die Tiefe des Bohr-
wird festgelegt und mit Loch so weit ausreiben, und mit Spitzbohrer auf kleinere Locher bohren: loches für den Gewinde-
einem Bleistiftkreuz daß der Kopf nach kräf- dem unleren Zentren Vs seines Durchmes- leil beträgt etwa 'A der
markiert. Der Lochdurch- tigem Anziehen auf der der Verbindungslöcher sers. Kleine Schrauben- Schraubenlänge bei
messer ist gleich der Ebene der Oberfläche einstechen. Die Werk- löcher, in Weichholz Weichholz, bei Hartholz
Schaftstärke der Schrau- liegt. Test: Der Kopf stücke dürfen dabei hauptsächlich, sticht etwas mehr. Alle
ben. Beim Vorbohren muß ins Loch passen. nicht verrutschen. man mit dem Spitzboh- Schrauben gleich fest
auf Bohrergröße achten. rer vor. anziehen.

Fünf Tips

Schrauben halten in Tiele Senklöcher Aussparungen, gebohrt Holzschrauben in Festsitzende Schrau-


Hirnholz bedeutend ermöglichen das An- oder ausgestemmt, Ecken und schmalen ben lösen: Schrauben-
besser, wenn sie in schrauben dicker an nehmen schräg ste- unzugänglichen zieher oder Durch-
einen quer zur Faser dünne Werkstücke. hende Schrauben auf. Zwischen räumen wer- schläger schräg in den
eingeleimten Holzdübel Das tiefe Senk l och vor Beispiel: Befestigen den mit Winkel- und Schlitz stellen und
geschraubt werden. den Seh rauben löchern einer Tisch- oder Drillschraubenziehern mit Fäustel in Links-
bohren. Bankplatte. festgezogen. drehung treiben.

Spezialbeschläge erleichtern die Arbeit

Diese Seh wund k lammer Tischbeinhalter wer- SelbsischlieSende Durch Spannplatten Winkelbeschläge hal-
verhindert das Arbeiten den an die Platte ge- Beschläge verbinden bleiben Tischquer- ten Werkteile unter
des Holzes nicht. schraubt. Sie nehmen lose Bauteile. Die hölzer im rechten Zug in 903 zusammen.
R und köpfseh raube im die in den Beinen beiden Schließelemenle Winkel. Die mittlere Es gibt sie für Rechts-
fasergegenläufigen steckenden Gewinde- greifen schloßartig Schraube ist im Tisch- und Linksverbinöungen.
Schlitz festziehen. bolzen auf. ineinander. bein verankert.

Auch dieser Beschlag Die bewegliche Nase Kombination von Schlüssellochförmiger Mit solchen Block-
verbindet lose Bau- dieses Beschlages wird Platte und Maschinen- Aufhänger für Wand- beschlägen werden
elemente. Man ver- mit einem Schrauben- Schraube. Sie ermög- schränke usw. Die Bauteile rechtwinklig
wendet ihn für Parallel- zieher in den Schlitz licht das rasche Auf- dazu passende Linsen- verbunden. Sie ge-
oder StoBverbindungen. des schmalen Teiles und Abschlagen von kopfschraube wird in statten eine rasche
gedreht. Möbeln. die Wand gedreht. Demontage,

130
Schrauben (4)/Unterlegscheiben und Muttern
Verschiedene Schraubenarten
Maschinenschraube: Für leichte Baukonstruktio-
nen oder Rahmengestelle, bei Werkbanken
etwa. Vierkantige Köpfe sind nicht mehr üblich.
Durchmesser: 5-24 mm. Länge: 1,6-60 cm.
Vierkant Sechskanl

Flachrundschraube mit Vierkantansatz (Schloß-


schraube): Universalschraube für leichte und
schwere Holzarbeiten. Der Vierkant unter dem
Kopf verhindert, daß sich die Schraube beim
Anziehen der Muller aufdreht. Durchmesser:
Vierkantansatz 5-20 mm. Länge: 1,6-60 cm.

Eisengewindeschrauben: Für kleine leichte Holz-


oder Metallarbeiten. Bei dünnem Material mög-
lichst keine Senkschrauben verwenden, weil
sie sich nicht fest anziehen lassen. Durchmes-
Senkschraube Linsensenksch raube Zylinderschraube Lmsenzyl inderschraube ser: 1-10 mm. Länge: 0.2-6 cm.

Steinschraube: Zum Befestigen von Konstruk-


tionen auf Betonlundamenten. Das aufgetrie-
bene Ende wird einbetoniert, der Schaft und
das Gewinde bleiben frei. Durchmesser: 8-20
mm. Länge: 8-25 cm (und mehr).

Steinanker (Dübel mit Maschinenschraube): Zum


Befestigen an Bimsstein-. Ziegel- und Beton-
wänden. Der Nylon- oder Stahlmantel wird
beim Eindrehen der Schraube an die Seiten-
wände des Bohrlochs gepreßt. (Siehe Dübeln,
Seite 132.) Durchmesser: 6-16 mm. Länge: 5,5-15
cm.

Unterlegscheiben und Muttern


Einfache Unterlegscheiben benutzt man bei
Holzverschraubungen. Sie schützen die Ober-
fläche des Werksluchs und erleichtern das Ein-
Einfache Glatter Federring Federnde Zahnscheibe, Federnde Zahnscheibe, drehen der Schrauben. Der Innendurchmesser
Unterlegscheibe innen gezahnt außen gezahnt der Scheibe sollte nur wenig größer sein als
der Durchmesser des Schraubenschaftes. Feder-
ringe und Zahnscheiben werden bei geschraub-
Federnde ten Metallverbindungen verwendet. Holzverbin-
Zahnscheibe, Holzverbinder der verstärken eine Holz-auf-Holz-Verbindung
versenkt mit Sctiloßsdirauben.

Die Gewinde von Müller und Schraube müssen


gleich sein, sonst werden sie beim Anziehen
der Mutler zerstört. Es gibt viele verschiedene
Gewindeformen. Der Heimwerker hat es jedoch
am häufigsten, so bei den abgebildeten Schrau-
Sechskantmutter ben und Muttern etwa, mil dem sogenannten
Flache Vierkantmutter
metrischen Gewinde zu tun, das grob oder fein
sein kann. Selbstsichernde Muttern werden bei
Schraubverbindungen verwendet, die Vibratio-
nen ausgesetzt sind. Sie lösen sich nicht wie
einfache Mullern.

Hutmutter Flügelmutter Kronenmutter mit Splint Sechskantmutter,


selbstsichernd

T-Verbindung mit Maschinenschraube


Auf diese Weise kann man Beine und Zargen
von Untergestellen aller Art stabil miteinander
verbinden. Man bohrt oder stemmt in die Zarge
ein Loch. Es muB nicht durchgehen, sollte aber
mindestens 3 cm vom Leistenende entfernt
sein. Nun bohrt man durch das Bein in die
Zarge bis zum Loch, steckt eine Maschinen-
schraube mit Unterlegscheibe durch, setzt eine
Mutter, auch mit Unterlegscheibe aufs Gewinde,
Loch bohren halt sie mit einem Schraubenschlüssel fest und
Maschinenschraube oder ausstemmen zieht die Schraube an.

131
Dübel (1)
Bohrwerkzeuge
Bei Befestigungen mit gekauften Dübeln
an Mauerwerk und Beton müssen Löcher
gebohrt werden. Es gibt dafür Steinbohrer,
die mit einem Fäustel eingetrieben werden;
wichtig dabei ist, den Bohrer nach jedem (g
Hammerschlag leicht zu drehen. Rascher
geht es allerdings mit elektrischen Dreh- C T Handschlaggerät mit Austreiber
oder Schlagbohrmaschinen und Hartme-
tallbohrern. Maschinen mit zwei oder
mehreren Gängen sind besonders gut ge- O
eignet, weil man sie auf niedere Dreh-
Handschlaggerät mit Einsteckbohrer
zahlen schalten kann, die genaues Bohren,
Einhalten des Lochdurchmessers etwa,
ermöglichen.
Bohrer mit festem Grifl
D
Hartmetallbohrer für Elektrobohrmaachinen

Lang loch bohrer

Feines Drahtgeflecht schützt vor Splittern Geeignete Bohrer verwenden: Dübel halten in Bohrlöchern ihres Durchmessers am besten

Mauerdübel - so werden sie eingesetzt


Knetdübel sind ideal für zu große oder
ausgebrochene Dübellöchcr in schlechten Knetdüb«!
und weichen Wänden. Es sind Röhrchen,
die kurz ins Wasser getaucht und dann
wie Knetmassc in das Loch gedrückt wer-
den. Ist die Masse festgestopft, bohrt
man an der vorgesehenen Stelle vor und
zieht die Sdiraubc zwei oder drei Ge-
windegänge ein. Nach 5-10 Minuten kann
sie ganz eingedreht werden.

Knetmasse fest ins Vordornen, bevor die Zum Schluß wird die
Loch drücken Masse aushärtet Schraube eingedreht

Nylonspreizdübel für Holzschrauben


Die Schraube drückt den Dübel auseinander

Nylonspreizdübel für Holzschrauben


werden in ein Bohrloch von ihrer Länge
und Stärke gesteckt und beim Eindrehen

Dübel Gips

Loch bohren und Dübel Schraube durch Werk- Schraube fest anziehen,
einführen stück in Dübel stecken aber nicht überdrehen
Notlösung: selbslgemachter Holzdübel

der Schraube an die Seitenwände des Lo- Schwerlastdübel (Steinanker)


ches gepreßt. Sie sind an die Stelle der
selbstgemachten Holzdübel getreten.
Spreizdübel aus Nylon und Metall für
Schrauben mit Maschinengewinde, soge-
nannte Schwerlastdübel, werden zum Be-
festigen schwerer Gegenstände oder gro-
ßen Belastungen ausgesetzter Konstruk-
tionen verwendet.

Loch mit Dübel- Maschinenschraube Aus dem Angebot:


durch m esse r eindrehen Schraube mit Ring
Spreizdübel mit Gewindebolzen und Mutler
132
Dübel (2)
Dübel zum Durchstecken
Metallkippdübel haben
einen Balken, der nach
unlen kippt, wenn er
durch das Bohrloch in
Decke oder Wand gesteckt
wird. Schraubt man die
Unterlage Gewindestange danach
Balken heraus, ist die Verbindung Balken an Gewinde- Balken kippen lassen Gewindestange ein-
nicht mehr herzustellen. slange halten und ins und Gewindestange nach drehen, bis Unterlage
Bohrloch stecken unten ziehen fest anliegt

Metallspreizdübel mit
gefederten Armen, die
sich selbsttätig spreizen,
Feder wenn sie durch das
Bohrloch gesteckt sind.
Schraubt man die Ge-
windestange heraus, ist
die Verbindung nicht Mit aufgenommenem Sind die Arme aus- Gewindeslange anziehen,
Arme mehr herzustellen. Werkstück Dübel, Arme gebreitet, durch Zug in bis das Werkstück
angelegt, einführen Position halten festsitzt

Krallendübel haften im
Bohrloch, auch wenn die
Gewindestange heraus-
geschraubt wird.
Die Metallbügel werden
beim Festziehen des
Dübels an die Innenseite
der Oberfläche gepreßt. Dübel einführen, bis Schraubenzieher Mühelos lassen sich
Metallbügel der Sternkranz an der beim Anziehen gut die Dübel mit einer
Wand anliegt andrücken Spezialzange einsetzen

Neoprendübel sind ideal


für vibrationsfreie
Befestigungen auf Rohren
und Platten aus Kunst-
stoff. Mit der Schraube
wird der Dübelkörper fest
an die Oberfläche
Gu mmikörper gepreßt. In Dübelstärke bohren Schraube mit Weiter anziehen, bis
und Dübel bis zum Rand Werkstück in den Dübel der Dübel verformt und
einstecken drehen fest angepreßt ist

Nylonankerwerden mit
Holzschrauben bestückt.
Beim Eindrehen der
Schraube wird der Anker
gegen die Wand gezogen.
Der Dübel fällt nach
unten, wenn die Verbin-
dung gelöst wird. Dübel einführen und Schraube anziehen und Schraube eindrehen, bis
Schraube mit Werkstück Anker damit durch die Werkstück und Anker fest
hineinstecken Öffnung drücken angepreßt sind

Nylonkippdübel mit
gerasiertem Nylonband,
auf dem sich ein Stopfen
verschieben und genau
an jede Wand-, Decken-
oder Plattenstärke an- M
passen läßt. Balken und
Stopfen halten fest, wenn Balken durchstecken Stopfen ins Bohrloch Schraube mit Werkstück
Stopfen die Schraube heraus- und durch Zug am Band drücken und herausragen- durch den Stopfen in den
gedreht wird. umlegen des Band abschneiden Balken eindrehen

Nylondübel, montage-
fertig; mit Messingkonus,
der beim Eindrehen der
Schraube in den Dübel
gezogen wird, wobei sich
die Dübelhälften spreizen.
Konus Für Befestigungen in
Platten und in Mauerwerk. Loch in Dübelstärke Schraube anziehen, Der gleiche Dübel mit
Ist der Dübel gespreizt, bohren und Dübel bis sie fest, der Dübel festgedrehter Schraube
verbleibt er im Bohrloch. ganz hineinbohren also gespreizt ist in dicker Platte

133
Schlösser (1)
Kauf und Pflege
Es gibt vier Grundtypen von Türschlös- die Außenseite der Tür, d. h., sie öffnet gewöhnlidi von einem Stift oder einer
sern für Wohnbauten, und diese jeweils in sich vom Betrachter weg. Madenschraube festgehalten wird; dann
vielen verschiedenen Ausführungen: zieht man den äußeren Griff mit dem
Einsteckschlosser, wie sie sich an den Seh loBpf lege Vierkantdorn heraus. Manche Türgriffe
meisten Außen- und Innentüren finden, Schlösser sollten zweimal jährlich mit sind mit ihrem Schild fest verbunden,
werden in die Tiirkante eingelassen. Graphitpulver oder leichtem Maschinenöl dann muß man dieses losschrauben und
Kasten- oder Auf s atz Schlösser werden geschmiert werden, indem man Falle und zusammen mit dem Griff abnehmen. An-
innen an die Tür geschraubt und brau dien Riegel und, durch das Schlüsselloch, den schließend löst man die Befestigungs-
keine Aushebungen im Holz. Zuhaltungsmechanismus damit bestreicht. schrauben in und gegebenenfalls auch
Einsteckschlösser in Rohrform werden Bei Zylinderschlössern an Haustüren unter der Frontplatte und zieht das
ebenfalls in die Türkante eingelassen, sie empfiehlt es sich, den Schlüssel mit Gra- Schloß heraus.
benötigen aber nur zwei Bohrungen. phitpulver zu bestreuen oder ihn mit einer Falls der Fallen- oder Riegelmechanis-
Zylinderschlösser haben eine ähnliche weichen Bleistiftmine anzureiben und ihn mus klemmt, schraubt man zum Öffnen
Form, sind aber gröBer und stärker und dann wiederholt in das Schloß einzufüh- des Schlosses die Seitenplatte ab. Wenn
werden vorwiegend für Außentüren be- ren und wieder herauszuziehen. die Schrauben gelost sind, läßt sie sich mit
nutzt. einem Schrauben zieher leicht entfernen.
Schlösser mit Fallen und Riegeln Man untersucht jetzt den Mechanismus
Kauf von Tür- und Fensterbeschlägen Die Schlösser an den meisten Zimmer- auf gebrochene Federn und stark abge-
Die meisten Tür- und Fensterbeschläge türen sind mit Fallen versehen, die die nutzte Teile, die gegebenenfalls ersetzt
- Bänder, Schlosser, Riegel und Griffe - Tür beim Schließen einschnappen lassen, werden müssen, und auf Schmutz- und
sind für links oder rechts öffnende Türen sie aber nicht verriegeln. Außerdem haben Fett an Sammlungen. Das Sdiloß wird mit
und Fenster verschieden; das muß man diese Schlösser fast immer noch einen Petroleum gereinigt, bewegliche Teile
Riegei, der durch Umdrehen des Schlüs- werden leichl eingefettet, dann setzt man
sels betätigt wird. Der Riegel wird im es wieder zusammen.
Schloß von einer oder mehreren Zuhal- Muß das ganze Sdiloß ausgewechselt
tungen in seiner Lage festgehalten, die werden, so versucht man, ein genau pas-
der Schlüsse! anheben muß, bevor er den sendes neues zu bekommen. Vor allem
Riegel bewegen kann. Je mehr solcher muß das Schlüsselloch und die Bohrung
dk
Links angeschla- Rechts angeschla- Zuhaltungen ein Schloß besitzt, desto für die Türgriffe an derselben Stelle sit-
gene Tür gene Tür schwieriger ist es unbefugt zu öffnen. zen. Läßt sich ein passendes Schloß nicht
beschaffen, so bleibt nichts übrig, als den
beim Einkauf beachten. Wie aus der Ab- Reparieren und Auswechseln alten Einsteckschlilz in der Tür ganz mit
bildung hervorgeht, gilt für die Bezeich- Um ein Einsteckschloß auszubauen, nimmt eingeleimtem Holz auszufüllen und das
nung der Öffnungsrichtung der Blick auf man zunächst den inneren Türgriff ab, der neue Schloß neu einzulassen.

Türklinke

Loch für Vierkantdorn

Aushebung für Frontplatte

Hebel für Falle


Zurückfedernde Falle i a — Schlüsselloch

Madenschraube oder Stift

Das
SchließblecB
VJH--I in Ci0:
Türrahmen
eingelassen
Riegel Türknopf
> Dorn
X' Zuhaltungen

Schlüssellochschild
Schlüssel

Solche Einsteckschlösser kann man zum Reinigen und Reparieren leicht auseinandernehmen
134
Schlösser (2)
Einbau eines Einsteckschlosses

Schloß an die Tür Löcher für den Vierkant- Schlitz mit dem Stech- Schloß einschieben und Lage der Schließplatte
halten und seine Form dorn und Schlüssel mit beitel ausstechen, anschrauben, Deck- bei geschlossener Tür
und die Lage des Vier- der Bohrwinde bohren Schloß hineinschieben platten aufpassen und markieren, Sctil ießplatte
kantdorns und Schlüs- und anschließend und Umriß und festschrauben. Zum einlassen und fest-
sellochs markieren. - mit einem Tiefen- Seh rauben l öcher der Schluß Klinge durch das schrauben und dann die
Die Dicke der später anschlag am Bohrer von Frontplatte anzeichnen. Schloß schieben und Aushebung für Türfalle
eingelassenen Front- der Mitte der Türkante Dann Aushebung für befestigen. und -fiegel mit dem
platte berücksichtigen. aus - eine Lochreihe die Frontplatte machen Stecheisen machen.
Für das Schloßgehäuse. und Löcher bohren.

Arten von Einsteckschlössern

Einsteckschloß Eingenutetes Schiebetürschloß


mitSchließzylinder Einsteckschloß Einriegelschloß

Kastenschlösser und Nachtriegel


Kastenschlösser und Nachtriegel werden nach der E in bauan Weisung des Herstellers, Verbindungsschrauben mit dem Schließ-
innen auf die Tür geschraubt und oft als das Loch für den Schliisseimechanismus zylinder verbunden und dann mit Holz-
zusätzliche Sicherung neben Einsteck- gebohrt. schrauben an der Türe befestigt.
schlössern benutzt. Manche dieser Schlös- Die Verbindungsschrauben werden Das Schloßgehäuse wird bei herausge-
ser verriegeln die Tür beim Schließen passend zur Türdicke gekürzt, dann wird zogenem Schlüssel auf die Grundplatte
automatisch, sie läßt sich dann nur noch der Zylinderring auf den Schließzylinder geschraubt, dabei muß die Verbindungs-
mit dem Schlüssel öffnen. geschoben und dieser in das Loch gesetzt. lasche in den Schloßmechanismus eingrei-
Jetzt hält man die Grundplatte an ihren fen. Das Schließblech wird bei geschlosse-
Einbau eines Kastenschlosses Platz und stellt fest, wie weit die Verbin- ner Tür auf das Schloß ausgerichtet und
Bei einer Tür mit Einsteckschloß schraubt dungslasche des Zylinders vorsteht. In der seine Lage an der Tür markiert. Dann
man das Kastenschloß in Schutterhöhe Einbauanleitung ist ihre richtige Länge sticht man im Türrahmen die Aushebung
an, bei einer schloßlosen Tür dagegen angegeben. für die Frontpiatte des Schließblechs aus
etwas über der Tiirmitte. Zuerst wird, Die Grundplatte wird nun durch die und schraubt es am Rahmen fest.

ScnlieBzylinder
Verbindungslasche

Schloßgehäuse

Schließblech

'.35
Schlösser (3)
Rohreinsteckschloß mit Falle
Solche Schlösser können an glat-
len wie auch an Türen mit Fül-
lungen verwendet werden. Zum
Einbau brauchen sie zwei Boh-
rungen, eine durch die Türseiien
für den Vierkantdorn der Tür-
griffe, die zweite in der Türkanle
für das Rohr mit der Falle.

Aushebung für
Frontplatte

Rosette
Aushebung für
Schließblech

Details von Frontplatte und SchlieBblech

Zylinderschlösser
Für AuBentüren geeignet; der
Schließzylinder ist in den Tür-
knopfeingebaut. Das hier gezeigte
Schloß hat eine federnde Falle
und automatische Verriegelung.
Es gibt verschiedene Arten von
Zylinderschlössern. Sie benötigen
meistens nur zwei Bohrungen.

Details van Frontplatte und Schließblech

Möbelsctilosser und -Verschlüsse

Schubladenschloß Truhenschloß Zylinder-


Schrankschloß sch üb Jadenschi 08

e>* Schnäpper mit


TürfeststeHer Magnetschnäpper Kugelschnäpper Kunststoff rolle

136
Bänder und Scharniere (1)
Einkauf von Bändern und Scharnieren
Tür- und Fensterbänder für den Dauer- kann mit Scharnieren angeschlagene Tü- schon beim ersten Entwurf eines Möbels
gebrauch werden aus Stahl mit blanker, ren also nicht aushängen. darüber klarwerden, was für Scharniere
galvanisierter oder lackierter Oberfläche Möbelsdiarniere gibt es in zahlreichen man verwenden wird, denn von ihrer Art
oder aber aus Messing hergestellt. Sie Formen und Abwandlungen aus Stahl wird die Konstruktion des Möbels mit-
müssen so massiv sein, daß sie das volle (blank, schwarz lackiert, vernickelt, ver- bestimmt.
Tür- oder Fenstergewicht tragen können, chromt, vermessingt), Messing und Scharniermaße werden nach Länge und
ohne verbogen r.u werden. Bronze, ferner auch aus glasfaserverstärk- Breite in geöffnetem Zustand angegeben.
Scharniere, wie sie vor allem im Möbel- tem Kunststoff. Ungewöhnlich schwere Möbeltüren wer-
bau verwendet werden, lassen sidi im Scharniere gibt es in so großer Vielfalt, den oft mit einem dritten Scharnier in der
Gegensatz zu Bändern oder Scharnier- daß man für jeden gewünschten Zweck Mitte versehen, das dem S i ch verziehen
bändem nicht auseinandernehmen. Man das richtige finden kann. Man sollte sich und Federn der Tür entgegenwirkt.

Tür- und Fensterbänder


Einfache Scharniere für Zimmer-
türen, Schränke und Fenster wer-
den gewöhnlich in Tür und Rah-
men eingelassen. Bei Scharnie- Tür-
ren mit festem Gewerbe (Dreh-
gelenk) kann man die Lappen
nichl voneinander trennen, das
Scharnier wird zuerst an der Tür
befestigt.
Beim Knopf scharnierband las-
sen sich die Lappen durch Her-
ausziehen des Stiftes trennen.
Hebescharnierbänder heben die
Tür beim öffnen etwas an. damit
sie zum Beispiel nicht an einem
Scharnier mit Teppich hängen bleibt.
festem Gewerbe

Autsatzscharniere: Einlassen in
Tür und Rahmen ist nicht nötig.
Für leichte Türen geeignet, in
kleinen Ausführungen auch für
Schränke.
Sturmsichere Scharnierbänder: Für
Fensterläden und Windfangtüren.
Die gekröpften Lappen greifen
9 um die Holzkanten herum und
lassen sich deshalb besonders
fest anschrauben.

Aufsatzscharnier Sturm sicheres gekröpftes


Scharnierband

Möbelscharniere
Tischplatte nsrfiarn i er: Für Schreib-
platten an Sekretären, Klapp-
tische und Kastendecke]. Kenn- ^TT
zeichnend sind die auf derselben Bei hochg eklappter Platte
(O) ©
©
Seite wie das Gewerbe liegenden
versenkten Seh rauben l öcher. Die
Lappen des Scharniers werden
gewöhnlich in beide Holzteile
gp,
versenkt.

© © Bei herunterge-
klappter Platte

Gekröpftes Schrankscharnier: Für


stumpf aufliegende Türen und
Schränke mit Innenschubladen
oder Ausziehplatten. Die Schar-
niere haben rechtwinklig abge-
kröpfte Lappen und vorstehende
Gewerbe, die Türen lassen sich
um 180° aufschlagen. Besonders
brauchbar für Schränke mit meh-
reren nebeneinanderliegenden
Türen.
Typ B
Typ A "" Typ B

137
Bänder und Scharniere (2)

Verdeckte Türbänder: Für auflie-


gende oder bündig mit dem Rah-
men abschließende Türen. Typ A
wird in Löcher im Rahmen und
der Tür eingesenkt, Typ B dage-
gen in Schlitze im Rahmen und
der Tür.

Typ A
(Einbohrzyl inderband) Typ B (Viciband)
Typ B

Seitenansicht

0 0 Klavierband (Stangenscharnier}:

l 0 0 0
Für Truhendeckel und Schrank-
türen. Das Band wird auf die er-
forderliche Länge zugeschnitten.
Ansicht im Schnitt

Klappscheren oder Klappenhalter:


Ein Ende wird an die Klapptür
Typ A: hält in waage- oder -platte geschraubt, das
Typ B; hält durch Reibung andere an die Innenseite der
rechter Lage in jeder Lage Schrankwand. Bei geschlossener
Tür klappt die Schere nach innen
Zusammen. Klappscheren brau-
chen zwischen Klappe und Ge-
genständen im Schrank etwa 3 cm
freien Raum. Sie sind in verschie-
denen Ausführungen erhältlich,
die die Klappe entweder unter
90° (Typ A) oder in jeder beliebi-
gen Lage (Typ B) offenhalten.

Schrank-
innenwand

Scharniere einpassen

Die Aushebung für das Man sticht zuerst die Das Holz wird in dün- Zum Schluß glättet man Nach dem Vorbohren
Scharnier wird mit UmrrBlime des Schar- nen Spänen bis an die den Boden der Aus- oder -stechen der
aufgelegtem Lappen niers mit dem Stemm- Grundlinie abgesto- hebung. Dazu setzt man Seh rauben loch er und
angerissen. Das Ge- eisen bis auf den Grund chen, oie Schräge der das Stemmeisen Eindrehen der Schrau-
werbe liegt frei über der Aushebung ein. Schneide liegt dabei waagerecht an die ben überzeugt man
der inneren Türseite, Das Werkzeug wird unten. Viele dünne angerissene Grundlinie sich, daß das Scharnier-
auf der die Dicke des senkrecht und mit der Späne ergeben eine und stößt es leicht blatt in gleicher Ebene
Scharniers ange- Schneidenschräge sauberere Aushebung quer über die Holz- mit der Türkante liegt.
zeichnet wird. nach innen gehalten. als wenige dicke. fasern. Eventuell unterlegen.

138
Leime und Klebstoffe (1)
Klebemittel und ihre Verwendung
Tier- und Fischleime ber, am besten mil einem Zahn- zum Verbinden von Kunststoff- die Neigung, das Material zu
Diese allhergebrachten Leime spachtel kreuzweise, wartet ab, teilen aus Polystyrol, Trolilul, kräuseln.
werden aus Tierhäuten, -kno- bis die Flächen fiandtrocken Vestyron und ähnlichem. Sie
chen und -sehnen sowie aus geworden sind, und drückt die linden besonders beim Bau von Resorzinharzlelme
Fischabfällen hergestellt. Sie Teile so fest wie möglich und Plastikmodellen sowie bei der Diese Leime sind in hohem
werden für dicht schließende sofort in der richtigen Lage auf- Reparatur von Kunststoffgegen- Maß wasserbeständig und da-
Holzverbindungen benutzt und einander. Einspannen ist nicht ständen im Haushalt Anwen- her für den Bootsbau und für
müssen bis zum Trocknen ein- erforderlich, für die Haltbarkeit dung. Die Kleber binden rasch Gartenmöbel geeignet.
gespannt werden. Sie sind halt- der Klebung muß aber der An- und durchsichtig ab.
bar und dauerhaft, bleiben je- fangsdruck (durch Hämmern
doch empfindlich gegen Feuch- oder festes Anreiben) so hoch PVA-KlebstoHe Kunstkautschukkiebstoffe
tigkeit und Nässe sowie Hitze. wie möglich sein. Kunstharzleime auf der Basis KunstKautschuk- und Kunst-
von Pofyvinylacetat finden latexklebstoffe dienen zürn Be-
Kaseinleime Epoxydharzkleber heute als Kaltleime oder Weiß- legen von Fußböden oder Wän-
Sie werden aus Säurekasein Mit Epoxydklebern läßt sich so leime anstelle der früher übli- den mit Linoleum oder mit
durch Aufschluß mit Alkalien gut wie jedes Material außer- chen Heiß- oder Knochenleime Kunststoff-, Filz-, Asbest- und
hergestellt, sind ziemlich un- ordentlich haltbar kleben. Sie anderen Belägen. Im Gegensatz
beim Möbelbau und in der
empfindlich gegen Feuchtigkeit bestehen aus zwei Komponen- Tischlerei weitgehend Anwen- zu Kunstkautschukklebern, die
und Wärme und können auch ten, dem eigentlichen Kleber dung. Sie binden in etwa 20 Mi- Speziallosunqsmittel brauchen,
in ungeheizten Räumen noch und dem Härter, die unmittel- nuten ab und sind nach 24 Stun- sind Kunstlatexkleber wasser-
verarbeitet werden. Die geleim- bar vor Gebrauch zusammenge- den vollkommen trocken. Ge- löslich. Sie haften auf Beton,
ten Teile müssen eingespannt mischt werden. Die Epoxydkle- leimte Teile müssen einige Bauplatten aller Art, Holz. As-
«erden. ber brauchen längere Zeit zum Stunden lang eingespannt wer- phalt und können auch zum
Aushärten (zwischen 4 und 48 Kleben von Leder, Stoffen.
Zellulosekleber den. PVA-Leime ergeben feste
Stunden). Die geklebten Teile Verbindungen, die aber gegen Kunststoffschichtplatlen und Ke-
Kleber dieser Art eignen sich ramikiliesen benutzt werden.
zum Reparieren von Glas, Por- müssen so lange fixiert sein. Feuchtigkeit und zu hohe me-
chanische Belastung nicht un- Manche Kleber brauchen nur
zellan, Steingut. Sie finden fer- einseitig, andere müssen auf
ner im Modellbau Verwendung. Gummiklebstoffe empfindlich sind.
Sie sind immer pflanzlichen beide zu verbindenden Flächen
Zelluloseklebertrocknen schnei l. aufgetragen werden.
sind durchsichtig klar und ziem- Ursprungs und werden aus Latex PVC-Kfebstoffe
lich unempfindlich gegen Was- oder Guttapercha hergestellt. Polyvinylchlorid-Klebstoffe die-
ser und Wärme. Sie trocknen schnell und erge- nen zum Kleben von weichen Harnstoffharzleime
ben feste und zugleich elasti- biegsamen PVC-Folien, wie sie Sie werden aus Harnstoffhar-
Kontaktkleber sche Klebungen, die unemp- zur Herstellung von Regenmän- zen, auch mit Zusatz von Mela-
Kunstharzkleber auf der Basis findlich gegen heißes Wasser, teln. Schirmen, Plastikvorhän- mjnharzen. hergestellt. Da sie
von Neopren. Zwei damit be- aber nicht gegen chemische gen, Handtaschen und Koffern gute Füllwirkung besitzen,
strichene Flächen haften bei Reinigung sind. verwendet werden. Sie ergeben eignen sie sich auch für nicht
Berührung sofort und unver- feste und zugleich biegsame dicht schließende Ueimverbin-
rückbar fest. Man bestreicht Polystyrolkleber Verbindungen oder Nähte; man- dungen im Möbelbau und bei
beide Seiten dünn mit dem Kle- Diese Kunstharzkleber dienen che dieser Kleber haben jedoch Reparaturen.

Welchen Leim oder Kleber benutzt man?


Die folgenden drei Tabellen zeigen, welche beiten ist die Gebrauchsanweisung des immer möglich auf beide Materialseiten.
Klebstoffe für bestimmte Materialien gut Herstellers genau zu beachten. 6. Holzverbindungen sollen so genau wie
geeignet sind. 3. Holz, das im Freien gelegen hat, muß möglich passen. Glatte Flächen rauht man
Um feste und fehlerfreie Verbindungen mehrere Tage vor dem Leimen zum vor dem Leimen mit Schleifpapier an.
zu erhallen, kommt es neben der Wahl Trocknen und Warmwerden in den Innen- 7. Während der Leim abbindet, werden
des richtigen Klebemittels noch auf einige raum gebracht werden. die Werkstücke eingespannt. Zu hoher
weitere Punkte an: 4. Die Verbindungsstellen müssen sauber Drude ist dabei zu vermeiden, weil er den
1. Man soll frischen Leim oder Kleber sein. Leim aus den Fugen treibt und die Lei-
benutzen. 5. Der Klebstoff wird gleichmäßig auf alle mung sonst mager und dann weniger halt-
2. Beim Anrühren, Mischen und Verar- Berührungsflächen aufgetragen, wenn r L!! wird.

Verleimen von Holz mit Holz


Den richtigen Leim für eine bestimmte Arbeit findet man, indem man in der linken Spalte die gewünschte Eigenschaft sucht und sie mit
den im Kopf der Liste genannten Leimarien vergleicht. Man wählt dann den Leim, der den gestellten Ansprüchen am besten entspricht.

Harnstoff - PVA-Leime Tier- und Kasein- Epoxydharz- Zellulose- Kontakt-


harzleime (Kaltleime) Fischleime leime leime cleber kleber
Mechanische Belastbarkeit sehr gut gut sehr gut ehr qut sehr gut nittel gut
Wasserbeständigkeit gut gering gering gering eni .-.iu: gut gut
Feuchtigkeitsbeständigkeit gut mittel gering mittel sehr gut gut gut
Beständigkeit gegen Pilzfäule sehr gut sehr gut mittel mitlel sehr gut sehr gut gut
Fülleigenschalten sehr gut rnittel gering gering sehr gut mittel gering
Pressen erforderlich ja ja ja ja ja ganz leicht nur starkes
Andrücken
Abbindezeit bei 18° C 4-6 Stunden 20-60 Minuten 4-6 Stunden 4-6 Stunden i ^4 Stunden 10-15 Minuten 10-40 Minuten
Leimzubereitung 2 Komponen- gebrauchs- im Wasserbad Wasser- 2 Kompo- gebrauchs- gebrauchs-
ten oder fertig schmelzen, zusatz nenten fertig fertig
Wasserzusalz ;sCr=iLichslG;tir l
Farbe nach dem Abbinden undurch- durctisichtig undurch- durchsichtig durchsichtig durchsichtig gelblich oder
sichtig braun gelb weiß bräunlich
oder gelb
Neigung zur Fleckenbildung manche nein ieln ja nein le i n ieln
Marken

139
Leime und Klebstoffe (2)
Verbinden von Kunststoffen mit Kunststoffen, Holz, Metall, Gummi und Glas
Man sucht in der obersten und der linken Spalte die beiden Stoffe auf,die man miteinander verbinden will, und findet dann irnTretfpunkt der
beiden Spalten geeignete Kleber; sie sind in der Reihenfolge ihrer Brauchbarkeit aufgeführt.
Mit demselben Mit Holz Mit Metall Mit Gummi Mit Glas
Materia!
Acrylglas (Plexiglas) Es kommen nur Kleber auf Polymethacrylatbasis in Frage, z. B. Plexigumkieber
Schaumstoff Kontaktkleber Koniaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber
(z. ß. für Polster Naturlatexkleber Naturlatexkleber Naturialexkleber Naturlatexkleber Naturlatexkleber
und Matratzen) Kunstkautschuk- Kunstkautschuk- Kunstkautschuk- Kunst kautschuk- Kunstkautschuk-
klebstoffe klebstoffe klebstoffe klebstoffe klebstoffe
Schaumgummi Naturlatexkleber Naturlatexkleber Naturlatexkleber Naturlatexkleber Naturlatexkleber
(z. B. für Polster (Gummilosung) (Gummilösung) (Gummilösung) (Gummilösung) (Gummilösung)
und Matratzen) Kontaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber Konlaktkleber Kontaktkleber
Fiberglas Epoxydharzkleber Kontaktkleber Epoxydharzkleber Kontaktkleber Epoxydharzkleber
Kontaktkleber Harnstoffharzleim Kontaktkleber Naturlatexkleber Kontaktkleber
Kunstkautschuk- Kunslkautschuk- KunsIkautschuK-
klebstoffe klebstoffe Klebstoffe
K u nststoH seh i ch tp 1 alten Kontaktkleber Kontaktkleber Konlaktkleber Kontaktkleber Kontaklkleber
(Resopal) Epoxydharzleim Harnsloffharzleim Epoxydharzleim Epoxydharzleim
Polystyrol-Hartschaum Kunstkautsch u k- K u n st kaut seh u k - Kunstkautschuk- Kunstkautschuk- Kunslkautschuk-
{z. B. Deckenplatten klebstofte klebstofte Klebstoffe klebstoffe Klebstoffe
und Isolierteile aus Kontaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber Konlaktkleber
Styropor) Naturialexkleber Naturlatexkleber Naturlatexkleber Naturialexkleber Naturlatexkleber
Polystyrol Polystyrolkleber Polystyrolkleber Kontaktkleber Kontaktkleber
(z. B. Plaslikmodelle, Kontaktkleber Kontaktkleber Naturlatexkleber Naturlatexkleber
Kunststotfgegenstände PVA-Klebstoffe PVA-Klebsloffe
in Küche und Haushalt)
Polyvinylchlorid (PVC) PVC-Klebstoffe Kontaktkleber Kontaktkleber Kontaklkleber Kontaktkleber
(z. B. Bodenbeläge) Kontaktkleber
Polyvinylchlorid (PVC) PVC-Klebstoffe PVA-Klebstoife Kontaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber
(z. B. Kunststoff röhre, Konlaktkleber Kontaktkleber PVA-Klebstoffe Kunstkautschuk- PVA-Klebstoffe
Türprofilleisten) PVA-Klebstolfe Kunstkautschuk- Kunstkautschuk- klebstoffe Kunstkautschuk-
Kunslkautschuk- klebstoffe klebstoffe klebstoffe
kiebstoffe

Kleben von Metall, Glas, Gummi, Leder und Stoffen


Man liest die Materialien, die man verbinden will, aus der linken und der obersten Spalte ab und findet im Treffpunkt der Spalten die für
den Zweck am besten geeigneten Kleber. Sie sind in der Reihenfolge ihrer Haltbarkeit aufgeführt.
Metall Glas Gummi Leder Stoffe Holz
Metall Epoxydharzkleber Epoxydharzkleber Konlaktkleber Epoxydharzkleber Kontaktkleber Epoxydharzkleber
(Aluminium, Kontaktkleber Kantaktkleber Naturlatexkleber Kontaktkleber Naturlatexkleber Kontaktkleber
Stahl) PVA-K!ebs1offe Kunst kautschuk- Kunslkautschuk- Noturlatexkleber PVA-Klebstoffe PVA-Klebstoffe
Kunstkautschuk- klebst offe klebstoffe PVA-Klebstoffe Kunstkautschuk- Naturialexkleber
klebstoffe Nalurlatexkleber Kurtstkautschuk- klehstoffe Ku n st k a utsch u k-
Naturlatexkleber klebstoffe klebstoffe
Glas Epoxydharzkleber Epoxydharzkleber Kontaklkleber Epoxydharzkleber Knochen- und siehe Anmerkung 1
Kontaktkleber Zellulosekleber Naturialexkleber Knochen- und Fischlein)
Kunstkautschuk- Kontaktkleber Kunstkautschuk- Fischleim Kaseinleim
klebstoffe klebstoffe Kaseinleim Zellulosekleber
Naturlatexkleber Zellulosekleber Kontaklkleber
Kontaklkleber Kunstkautschuk-
Naturlatexkleber klebstoffe
PVA-Klebstoffe PVA-Klebstoffe
Kunstkautschuk-
klebstoffe
Gummi Kontaktkleber Konlaktkleber Konlaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber
Naturlatexkieber Naturlalexkleber Nalurlatexkleber Nalurlatexkleber Naturlatexkleber Naturialexkleber
Kunstkautschuk- Kunstkautschuk- Kunstkaulschuk- Kunstkautschuk- Kunstkautschuk- Kunstkaulschuk-
klebstoffe klebsloffe klebstoffe klebstoffe klebstoffe klebstoffG
Leder Epoxydharzkleber Epoxydharzkleber Kontaktkleber Knochen- und Knochen- und Knochen- und
Kontaklkleber Knochen- und Naturialexkleber Fischleim Fisch leim (2) Fischleim
Naturlatexkleber Fischleim Kunstkaut schuk- Kaseinleim Kaseinleim (2) Kaseinleim
PVA-Klebstoffe Kaseinleim klebstoffe Zellulosekleber Zellulosekleber (2) Zellulosekleber
Kunstkaut seh uk- Zellulosekleber Kontaktkleber Kontaktkleber Kontaktkleber
klebstoffe Kontaktkleber Epoxydharzkieber Naturlatexkleber (2) Nalurlatexkleber
Kunstkautschuk- PVA-Klebstoffe Kunstkautschuk- Kunstkautschuk-
klebstoffe Kunstkautschuk- klebstoffe klebstoffe
PVA-Klebstoffe klebstoffe
Stoffe Kontaktkleber Knochen- und Kontaklkleber Knochen- und Naturlatexkleber Knochen- und
(Textilien) Naturlatexkleber Fischleim Naturialexkleber Fischleim (2) Kontaklkleber Fischleim
PVA-Klebstoffe Kaseinleim Kunstkautschuk- Kaseinleim (2) Zellulosekleber Kaseinleim
Kunstkautschuk- Zellulosekleber klebstoffe Zellulosekleber (2) Kunstkautschuk- Zellulosekleber
klebsloffe Kontaktkleber Konlaktkleber klebstoffe Kontaktkleber
Kunslkautschuk- Naturlatexkleber (2) Nalurlatexkleber
klebstoffe Kunstkautschuk- Kunstkaulschuk-
PVA-Klebstoffe klebstoffe klebstoffe
Anmerkungen: 1. Glas darf man nicht mit Holz verkleben, weil das Glas beim Schwinden des Holzes fast immer bricht. 2. Diese Klebstoffe
sind für Textilien aus Naturfasern am besten geeignet. Für Stoffe aus Kunstfasern benutzt man Kontaktkleber oder Kunstkautschukklebstoffe.

140
Reparieren von Glas und Keramik (1)
Vorbereitung und Arbeitsweise
Vor dem Kitten eines Gegenstandes aus ist oder nicht, berührt man die Bruchstelle sondere Haltbarkeit gewünsdit wird, kann
Glas, Porzellan, Irdenware oder Steingut mit der feuchten Zungenspitze. Ein porö- man auch Epoxydkitt, wie er zum Erset-
müssen die B rudistücke gründlich mit ser Bruch verursacht ein ziehendes Ge- zen fehlender Splitter dient, eventuell
Schcuerpulver gereinigt werden. Kleber fühl, undurchlässiges Material fühlt sich auch in Verbindung mit Epoxydharzkle-
und Kitte haften auf feuchter oder fet- glatl wie Glas an. ber benutzen.
tiger Unterlage nicht. Die gesäuberten Bei der Wahl des Klebstoffs zum Kit- Vor dem Kleben sollte man die Bruch-
Teile müssen deshalb gründlich getrock- ten muß man die künftige Benützung des stücke trocken aneinanderpassen und in
net werden. reparierten Gegenstandes berücksichtigen. der richtigen Reihenfolge zurechtlegen;
Gegenstände aus nicht porösem Mate- Epoxydharzkleber ergeben die feste- bei vielen Teilen numeriert man sie.
rial wie Glas, Porzellan oder Steingut las- sten Verbindungen und halten auch häu- Beim Kleben verbindet man zuerst
sen sich schnell in der warmen Backröhre figem Waschen stand. immer kleine lose Bruchstückchen mit
trocknen. Poröse Gegenstände wie Ton- Zellulosekleber werden schneller hart, den größeren standfesten. Erst nach dem
oder Irdenware läßt man zwei bis drei halten auch gelegentliches Waschen aus, Aushärten dieser kleinen Klebestellen
Tage iang bei Zimmertemperatur stehen. sie erreichen aber die Festigkeit von Ep- wird der Gegenstand aus den größeren
Um festzustellen, ob das Material porös oxydklebungen bei weitem nicht. Wo be- Teilen zusammengesetzt.

Reparieren von Glas

Gias zerbricht gewöhnlich in kleine Stück- Vor dem Auftragen des Klebers müssen Ein Gestell aus Abfallholz hält den Kelch,
chen. Wenn sie aber noch alle vorhanden alle Bruchflädien mit feinem Korundschleif- während der FuB mit Unterlagen von unten
sind und der Bruch glatt ist, kann man ver- papier angerauht werden. Jede Klebung an die Bruchstelle herangebracht wird. Das
suchen, sie mit einem Epoxydkleber wieder wird, um das Aushärten zu beschleunigen, Glas kann durch einen Schlitz aus dem Ge-
zusammenzusetzen. mit einem Fön erwärmt. stell genommen werden.

Abgebrochene Henkel

Weil es auf größte Heilbarkeit ankommt, be- Nach dem Hartwerden aller Klebestellen Größere Fehlstellen von verlorengegange-
nutzt man zur Reparatur Epoxydkleber. Die wird der Henkel an das Gefäß geklebt und nen Bruchstücken bestreicht man mit Ep-
Bruchstücke werden gründlich gesäubert, mit Klebestreifen fixiert. Kleine Löcher oder oxydharzkleber und füllt sie dann mit Ep-
getrocknet und in der richtigen Reihenfolge fehlende Splitter füllt man mit reichlich oxydharzkitt aus, nachdem die Klebestellen
zurechtgelegt. Epoxydkleber aus. des Henkels gründlich ausgehärtet sind.

Die Füllung wird langsam aufgebaut und Nach etwa 15 Stunden mischt man etwas Zum Ersetzen kleiner ausgebrochener Split-
mit dem mit Seife beleuchteten Finger Epoxydkleber mit passendem Farbpulver und ter wie am Rand dieses Bechers genügt es,
glattgestrichen. Sobald man die richtige bestreicht die Kittstelle damit. Der Kleber etwas Epoxydkleber mit Farbpulver anzu-
Form erzielt hat, säubert man die umlie- trocknet mit glänzender glatter Oberfläche rühren und die Stelle dann damit auszu-
gende Fläche von Kittresten. auf. streichen.

141
Reparieren von Glas und Keramik (2)
Figuren und Gartenkeramik
Zum Kleben von Figuren, die nicht so
stark beansprucht und so oft abgewaschen
werden wie Gebraudisgegenstände, sind
Kleber auf Zellulose- oder Polyester-
basis zu empfehlen, auch weil sie schnel-
ler, in eiwa 15 Minuten, hart werden als
Epoxydharze. Glasklare Klebstoffe kann
man durch Zusatz von Farbpulver der
Farbe des Gegenstandes anpassen.
Gartenvasen und Blumenvasen aus Ke-
ramik, besonders wenn sie feuchter Wit-
terung ausgesetzt sind, werden mit Ep-
oxydkleber repariert.
Man reinigt die Bruchkanten mit
Scheuerpulver von Schmutz und Fett und
läßt die Teile mehrere Tage im Zimmer
trocknen. Dann bestreicht man beide
Kanten mit Kleber und arbeitet ihn mit
einem spitzen Holzstäbchen gründlich in
die Poren ein. Die zusammengesetzten Komplizierte Figuren wie das Pferd hier Damit die Bruchstellen genau auteinander-
repariert man auf einem Kissen aus Ton passen. muß man überschüssigen Kleber
Teile werden mit Gummibändern oder
oder Plastilin, das auf einem beweglichen vor dem Zusammenfügen von ihnen entfer-
Klebestreifen bis zum Hartwerden der Kle- Brett liegt. Dann versieht man beide Bruch- nen. Bis zum Festwerden der Klebestelle
bestellen zusammengehalten. Nach zwei, stellenmitKleberund arbeitet ihn mit einem hall man die Teile mit schräg darübergeleg-
drei Tagen sind die Verbindungen fest. spitzen Werkzeug gut in die Poren ein. len Klebestreifen fest.

Tassen, Schalen, Schüsseln

Nach genauem Zusammenpassen der Teile Um Kleber von der Glasur fernzuhalten, Nun werden beide Bruchränder zwei- oder
entscheidet man. welche Stücke zuerst ge- decKt man die Bruchkanlen möglichst dicht dreimal dünn mit Kleber bestochen und
klebt werden sollen. Kleinere Splitter setzt am Rand entlang mit Klebestreilen ab. Da- dieser mit einem spitzen Holz gut in die
man erst nach dem Verbinden der Haupt- mit die Streifen überall gut kleben, schnei- Poren eingearbeitet. Vor jedem neuen Auf-
stücke und dem Aushärten des Klebers ein. det man sie an gebogenen Rändern ein. trag etwas warten.

Überschüssiger Kleber wird von den Rän- Die Teile werden auf einer Keramikfliese Die geklebten Teilstücke werden bis zum
dern der Bruchstellen mit einem spitzen zusammengefügt, mit der man sie zum Aushärten der Klebung mit Klebestreifen
Holzstab abgestreift; das gilt besonders für Trocknen in die Backröhre bringen kann. rusammengehalten. Epoxydkleber härten in
die innen im Gefäß liegenden Ränder. So Damit sie nicht ankleben, legt man ein Stück der Backröhre bei 150° C in 30-40 Minuten
erhält man eine (äst unsichtbare Klebung. Plastikfolie auf die Fliese. aus.

*42
Arbeiten mit Beton
Der Beton und andere mit Zement her- Inhalt
gestellte Materialien sind heute vom Bau
nicht mehr wegzudenken. Diese Anlei- 144 Was ist Beton?
tung vermittelt einige Grundkenntnisse 145 Lagerung und Werkzeuge
über ihre Verarbeitung und Tips für 146 Materialbedarf
Reparaturen und Verbesserungen rund 148 Beton mischen
ums Haus - von der Hersteilung eines 149 Betonieren von Fuß- und Fahrwegen
Fuß- oder Fahrweges bis zum Abdichten 151 Schwieriges Terrain/
eines staubenden Betonbodens. Platten herstellung
152 Wege und Treppen mit Platten
153 Böden aus Beton
154 Reparaturen

143
Was ist Beton?
Ein Material mit vielen Möglichkeiten
Als ein vielseitiger, verhältnismäßig preis-
werter und beliebig formbarer Werk-
stoff spielt der Beton in der heutigen
Balltechnik eine führende Rolle. Einige
seiner Anwendungsmöglichkeiten stehen
audi dem Heimwerker offen.
Frischbeton, sofort nach dem Mischen
in vorbereitete Formen (Schalungen) ge-
schüttet, festgestampft (verdichtet) und
eben abgezogen, d. h. geglättet, dient
zur Herstellung von Geh- und Fahr-
wegen, Fundamenten, Böden (in Kellern,
Garagen, Unterstellplätzen usw.) oder
einzelnen Platten. Will man Frischbeton
nicht selber mit der Hand oder in der
Maschine mischen, kann man sich auch
schüttfertigen „Transportbeton" mit
Spezialtransportern anliefern lassen.
Als Fertigbeton bezeichnet man Plat-
ten, Formteile, Steine, Stürze und Wand-
teile. Man kann solche Teile selbst her-
stellen oder - in vielen Formen und
Farben sowie in einer Qualität, die der
Heimwerker nicht erzielt - beim Bau-
stoffhändler kaufen.
Beton besteht aus Zement, feinen und
gröberen Zuschlagstoffen (Sand und Kies
oder Splitt in bestimmten Mengen) und
Wasser. Aus Zement und feinen Zu-
schlagstoffen (Sand) setzt sich der Ze-
mentmörtel oder Feinbeton zusammen:
Er dient zum Verputzen, d. h. zur Her-
stellung eines wasserdichten Überzugs
auf Ziegel- und anderem Mauerwerk,
außerdem zum Verlegen (z. B. von Plat-
ten), zum Mauern und als Estrichmate-
rial. Flüssigen Zementmörtel braucht man Beton muß rasch verarbeitet werden. Während eine Person das Material mischt und heran-
für bestimmte Reparaturen. karrt, kann eine zweite es verteilen und feststampfen.

Die richtigen Bestandteile


Voraussetzung für eine gute Betonquali- Das überschüssige Wasser verdunstet all- und geben dem Beton zugleich seine
tät ist u. a. das sorgfältige Mischen der mählich; dadurch entstehen winzige, den große Druckfestigkeit. Sie setzen sich
Bestandteile. Beton schwächende Hohlräume. aus feinen Teilen (bis 7 mm Korngröße)
Zement: Der normale Portlandzement, Die ideale Mischung enthält l Ge- und groben Teilen (von 7 bis 70 mm
den man meistens bekommt, wenn man wichtsteil Wasser auf 4 Gewichtsteile Korngröße) zusammen.
beim Händler nach Zement fragt, ge- Zement; hierbei wird alles Wasser im Das richtige Verhältnis zwischen fei-
nügt für die meisten Arbeiten des Heim- Härtungsprozeß verbraucht. Eine soldie nem (Sand) und grobem Korn (Kies)
werkers. Das bekannte hellgraue Pulver Mischung wäre aber meist nicht plastisch entscheidet über die Qualität des Betons.
wird normalerweise in Zentnersäcken an- genug. Mit genauen Angaben über die Im Idealfall werden die verschiedenen
geboten, aber man kann auch kleinere richtige Wassermenge - für den hoch- Korngrößen durch Siebe voneinander
Mengen einkaufen. wertigen Beton im Hochbau unerläß- getrennt und dann, je nach Art des ge-
Neben dem Portlandzement, der seinen lich - kann der Heimwerker schon des- wünschten Betons - in das ideale Mi-
Namen nach einem farblich sehr ähn- wegen wenig anfangen, weil die Zu- schungsverhältnis gebracht. Der Heim-
lichen Felsgestcin in England tragt, gibt schlagstoffe stets unterschiedlich feucht werker sollte sich diese Mühe sparen, in-
es verschiedene andere Zemente für be- sind. Man halte sich am besten an die dem er vom Lieferanten das für seine
sondere Zwecke. Hier seien nur erwähnt: Regel: Gerade so viel Wasser, daß sich Zwecke passende Zuschlagmaterial ver-
Weißer Zement für helle Putze und die Mischung ohne allzu große An- langt. Die meisten Kiesgruben verfü-
für helle Fugen bei Mauerwerk aus far- strengung verarbeiten läßt. gen über Sieb- und Mischanlagen, wo
bigen Mauersteinen oder Klinkern. Die Zuschlagstoffe sind Füllmaterial die Mischungen zusammengestellt werden.
Farbiger Zement für farbige Putze oder
zur Herstellung farbiger Platten usw.
Schnellbindender Zement kann von
Vorteil sein, wenn man bei kaltem und
nassem Wetter oder in sehr feuchtem
Terrain (Grundwasser) betoniert.
Wasser verbindet sich mit dem Zement
zu einem steinharten mineralischen „Kitt",
der die Zuschlagstoffe fest zusammen-
hält und dem Beton und dem Mörtel
seine bindenden Eigenschaften gibt.
Man verwende so wenig Wasser wie Verschiedene Zuschlagstoffe: Steinschlag (links) besteht aus gebrochenem Felsgeslein und
möglich, denn nur ein Bruchteil davon ist scharfkantig. Bei hoher Festigkeit ist dieses Material in der Mischung schwerer zu ver-
wird durch die diemischen Vorgange arbeiten als Kies (Mitte) oder Grobsand. Splitt (rechts) enthält runde und kantige Partikel,
beim Erhärten des Betons verbraucht. Iä8t sich gut verarbeiten und ergibt sehr harten Beton.
144
Lagerung und Werkzeuge
Richtige Materiallagerung
Der Zement sollte erst ganz kurz vor
Zementsäcke auf Feine und grobe
der Verarbeitung eingekauft werden, denn
einer Holzbühne Zuschlagstoffe sind getrennt
schon bei normaler Luftfeuchtigkeit zer- gestapelt voneinander zu lagern
fällt und erhärtet er in ein bis zwei Wo-
chen. Um den Zement trocken zu halten,
staple man die Säcke auf einer Holz-
bühne (eventuell aus Ziegeln mit dar-
übergelegten Bohlen); die Säcke sollen
den Boden nicht berühren. Man achte
Mindestens 10 cm
darauf, daß der Zement nicht durch Abstand zwischen
andere in der Nähe gelagerte Baustoffe Bohlen und Boden
(Gips, Kalk, andere Zementsorten o. U.) Angebrochene Zementsäcke
verunreinigt wird. Solange die angelie- sorgfältig schließen
ferten Zuschlagstoffe im Freien gelagert oder in Plastiksäcken vor
werden, sollte man sie durch Abdecken Feuchtigkeit schützen
mit Plastikfolien, Papiersäcken usw. vor
Verschmutzung schützen.
Auf keinen Fall darf man Sand und
Kies über Abflüssen und Gullys abla-
den, weil sie verstopft werden könnten.
Auch sollen Sand- und Kieshaufen Geh- Auf der Straße
wege nicht versperren und so rasch wie gelagerte Z u stillag Stoffe
möglich von der Straße weggekarrt wer- durch Warnzeichen
den, wenn sie außerhalb des eigenen sichern
Grundstückes abgeladen wurden.

Werkzeuge für Betonarbeiten


Feuchter Zement Schubkarren zum Transport
ätzt. Der Gebrauch des Betons
von Gummihand-
schuhen ist bei
Betonarbeiten sehr
zu empfehlen.
Sonst Hände gut
einfetten.

Ein Wassereimer
(Inhalt 10 Liter)
ist ideal als Maß Zum Wässern eine Eine Schaufel eignet
für Zement und 10-Liter-Gießkanne sich-zum Mischen
Zuschlagstoffe ohne Brause besser als ein Spaten

Richtlatte zum Auswiegen mit der Wasserwaage Glätttraufel aus Stahl Reibebrett zur Her- RollbandmaB
zum Glätten Stellung leicht ge- oder
von Estrichen rauhter Oberflächen Maßstab

K Lattenlänge = Breite der _


Betonfläche plus 20 cm
Streichlatle zum Verdichten und Abziehen des feuchten Betons.
Die Unterseite des Bretts, das etwa 24 mm stark und 14 cm Schnur mit Pflöcken
Wasserwaage
breit sein sollte, muß ganz eben sein. Für breite Betonflächen zum Ausfluchten bei
empfiehlt sich das Anschrauben von Handgriffen. Wegen und Mauern

145
Materialbedarf (1)
L Wie groß ist die Betonfläche?
Ob Transportbeton oder selbstgemischtes
Material - zuerst muß man wissen, wel-
che Menge erforderlich ist. Die Berech-
nung ist einfach:
1. Man messe die zu betonierende Flä-
che aus und errechne ihren Flächen-
inhalt in Quadratmetern (rechts).
2. Die errechnete Fläche mal der Höhe
der Betonschicht ergibt die benötigte
Betonmenge in Kubikmetern.
3. Man bestimme das für den jeweiligen Rechteckige Die GröBe einer Eine Dreiecksfläche UnregelmäBige
Zweck richtige Mischungsverhältnis von Flächen berechnet Kreisfläche ergibt ist so gro8 wie Flächen übertrage
Zement und Zuschlagstoffen. man durch sich nach der die Höhe mal der man im Maßstab
4. Man berechne die Menge des benö- Multiplizieren Formel .T r2, d. h. halben Grundlinie 1:100 auf ein Blatt
tigten Zements und der Zuschlagstoffe. von Breite 3,14 multipliziert Papier, das man in
Bei der Bestellung rechne man eher groß- und Länge mit dem Quadrat Quadratzentimeter
des Halbmessers unterteilt hat
zügig als zu genau.

II. Die richtige Betonmenge


Die untenstehende Tafel dient der schnel- Senkrecht unter dem Schnittpunkt findet dungslinie zwischen Nullpunkt und ge-
len Berechnung des Betonbedarfs. Man man die benötigte Betonmenge in Litern wünschter Starke ein und liest dann ab,
iiest auf der linken senkrechten Achse und darunter in Kubikmetern. oder man hilft sich durch Addieren.
das Flächenmaß ab und fährt dann nach Mit hier nicht aufgeführten Betonstär- Beispiel: Für eine 18 cm dicke Platte
rechts bis zur Verbindungslinie zwischen ken läßt sich ebenfalls arbeiten: Man beredinet man erst den Bedarf für 8 cm,
Nullpunkt und gewünschter ßetonstärke. zeichnet entweder selbst die Verbin- dann den für 10 cm Dicke.

5 cm 6cm 8 cm 10cm
Betonstärke qm

Fläche,
die betoniert /
werden soll

Beton- Liter 1000 1200 1400 1600 1800 2000 2 WO 2400 2600 2800
bedarf OJJ n,B t.4
cbm

III. Die richtige Mischung


Von den drei nachstehend aufgeführten Beton dieser Güteklasse heißt B 225. Mischung C: Ein sogenannter Mager-
Mischungen reichen die Mischungen B Mischung B: Der ideale Beton für den beton für Fundamente, Unterböden unter
und C für den Heimwerker vollkommen Heimwerker. Er eignet sich zur Her- Kellerböden und dgl.
aus. Die Mischung A wird in der Regel stellung von Fuß- und Fahrwegen, stark Mischungsverhältnis nach Raumteilen:
nur vom Fachmann richtig verarbeitet. heiasteten hundamcntun, Moden und für \ Teil Zement
Mischung A: Vor allem für Stahlbeton- sonstige Arbeiten. 10 Teile Zuschlagstoffe (bestehend aus
arbeiten (tragende Bauteile wie Wände Mischungsverhältnis nach Raumteilen: 20 »/o Sand, 20 °/o Kies oder Splitt mitt-
und Pfeiler, Fenster- und Türstürze). l Teil Zement lerer Korngröße und 60 n/o Grobkies)
Mischungsverhältnis nach Raumteilen: 6 bis 8 Teile Zuschlagstoffe (bestehend Beton dieser Güteklasse heißt B 80.
l Teil Zement aus ca. 40 °/o Sand und 60 % Kies oder Zementmörtel: Für Estriche und zum Ver-
4 Teile Zuschlagstoffe (bestehend aus ca. Splitt mittlerer Korngröße) legen von Platten und Formsteinen.
40% Sand und 60 "/o Kies oder Splitt Beton dieser Güteklasse wird als B 120 Mischungsverhältnis nach Raumteilen:
mittlerer Korngröße) bezeichnet. l Teil Zement, 3 Teile mittelfeiner Sand.
146
Materialbedarf (2)
IV. Wieviel Zement, wieviel Zuschlagstoffe?
Die nachstehende Tabelle gibt eine Uber- und Sand ausgefüllt werden, und das stehen zwangsläufig Ungenauigkeiten von
sidit über den Materialbedarf für die Stampfen des Betons bewirken diese Ver- einigen Litern pro Mischung, die aber
Mischungen A bis C und für Zement- ringerung des Volumens. Übrigens: Ein die Qualität des Betons nicht wesentlich
mörtel. Die Rohmengen der einzelnen Sack Zement (Gewicht 50 kg) enthält verändern.
Bestandteile sind (nach Raummaß) we- 3S Liter. Und so wird die Tabelle benutzt: Im
sentlich größer als die Raummenge des Ein Tip zum Abmessen: Ein einfacher oberen Teil sucht man sidi die Spalte aus,
gemischten Betons. Die innige Verbin- Eimer, wie er auch auf Baustellen ver- die die benötigte Betonmenge angibt, und
dung von Zement und Zuschlagstoffen, wendet wird, faßt 10 Liter. Beim Ab- senkrecht darunter findet man dann die
bei der alle Hohlräume zwischen Kies messen mit einem solchen Gefäß ent- richtigen MischungsVerhältnisse (in Litern)

Betonbedarf Kubikmeter c.r 0,3 r, - o, 0,7 Cr D.-. 1,0

Liter 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000

Liter
Mischung

Zement 28 56 84 112 140 168 196 224 252 280


A

Zuschlagstoffe 110 220 330 440 550 660 770 880 990 1100
(Kiessand)
Mischung

Zement 18 36 54 72 90 108 126 144 162 180


8

Zuschlagstoffe 115 230 345 460 575 690 805 920 1035 1150
(Kiessand)

a Zement 13 26 39 52 65 78 91 104 117 130


c
|o Zuschlagstoffe 125 250 375 500 625 750 875 1000 1125 1250
(Kiessand mit
ca. 60% Grobkies)

£ Zement 3! 99 132 165 198 264 297 330


£.0
N E Sand 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000

Vorteile des Transportbetons


Wenn feststeht, wie groß der Bedarf an
Beton ist, sollte man sich gut überlegen,
ob sich der Einkauf und das Selber-
mischen von Zement und Zuschlagstof-
fen lohnt, oder ob man sich Zeit und
Mühe durch die Bestellung von Trans-
portbeton sparen kann. Sein Nachteil:
Er muß sofort verarbeitet werden, da
er nach spätestens 2 Stunden erhärtet.
Liegl der Bedarf über 3 cbm. macht
sich der Transportbeton gewöhnlich be-
zahlt. Ein Speztaltransporter bringt das
Material direkt aus der Mischmaschine.
Rund gerechnet, bezahlt man für die fer-
tige Mischung ß von mindestens 3 cbm
etwa SU DM pro cbm; dazu kommen noch
Transportkosten je nach der Länge des
Anfallrtsweges. Bestellt man unter 3 cbm,
so liegen die Kosten höher. Auf alle Fälle
sollte man bei der Bestellung angeben, für
welchen Zweck man wieviel Beton braucht.
Ist die zu betonierende Fläche nur
wenige Quadratmeter groß, sollte man
zu einer fertigen Trockenmischling grei-
fen, die es im Fachhandel sackweise zu
kaufen gibt. Man bekommt Trocken-
mischungen in kg-Sacken und in noch
kleineren Mengen, denen nur Wasser
Verarbeitung von Transportbeton: Wenn der Irische Beton angefahren wird, muß die Scha-
beigegebcn werden muß. Durchaus an- lung fertig sein. Auch sollten mehrere Helfer bereitstehen, denn Beton muß innerhalb von
gebracht, wo keine Lagermöglichkeiten 2 Stunden verarbeitet werden. In weicdem Gelände sorge man für eine beiahrbare Unter-
sind, ist der trocken gemischte Beton bei lage aus Bohlen. Wo nicht direkt aus dem Transporter in die Schalung geschüttet werden
größerem Bedarf aber zu teuer. kann, muß man den Beton mit Schubkarren weiterbefördern.
147
Beton mischen
Beton mischen mit der Hand
Grobe Zuschiag stofte

Material und Werkzeuge: Man beginnt mit Der Zement wird oben auf den Kies-Sand- In eine Mulde in der Mitte des Haufens
dem Abmessen der Zuschlagstoffe und des Haufen geschüttet. (Bei Verwendung ge- gießt man nun etwa die Hälfte des benötig-
Zements. Der mit Zuschlagstoffen gefüllte trennter Zuschlagstoffe mischt man zuerst ten Wassers. Für 6 Eimer Zement und Zu-
Eimer sollte stets glatt abgestrichen wer- feines Korn und Zement und fügt dann den schlagstoffe braucht man etwa 3/< Eimer
den, den Zement rüttelt man vorher noch groben Kies zu.) Vom Boden her schaufelnd, Wasser, das man normalerweise in zwei
ein wenig zusammen. wendet man den Haufen mehrmals. oder drei Portionen zugießt.

Die trockene Mischung wird nun, vom Bo- Man forme noch einmal eine Mulde, in die Eine Beton misch u ng ist schüttfertig und
den weg, rundum in die Mulde geschaufelt. man jetzt das restliche Wasser gießt. Der feucht genug, wenn man die Oberfläche des
Dabei ist darauf zu achten, daß die Mulden- vorige Mischvorgang wiederholt sich. Ist Haufens mit der Schaufel glattstreichen und
wände das Wasser nicht durchlassen. Wenn die Mischung noch nicht weich genug, gibt deutlich sichtbar Rillen hineindrücken kann.
die ganze Mischung durchfeuchtet ist, soll man vorsichtig Wasser in sehr kleinen Men- Wenn diese Rillen rasch zusammenfließen
sie mehrmals gewendet werden. gen zu. und Wasser austntt, ist der Beton zu naß.

Beton mischen mit der Maschine


Bei Baufirmen oder in Fachgeschäften
kann man kleinere Mischmaschinen mit
Elektro- oder Benzinmotoren ausleihen.
Sie sparen Kraft und Zeit, sind leicht zu
handhaben, aber oft auch empfindlich.
So bedient man die Mischmaschine:
1. Der Motor wird angeschaltet.
2. Zuerst füllt man die groben Zuschlag-
stoffe in die Mischmaschine (als Maß
dient am besten ein 10-Liter-Eimer).
3. Nach dem Kies kommt der Sand in
die Trommel. Beides einige Minuten
durchmischen.
4. Der Zement wird eingefüllt. Gründ-
liche Vermischung mit Kies und Sand
wird durch gleichmäßige Färbung des
Gern i s dies angezeigt.
5. Wenig Wasser in die Trommel geben,
etwa 2 Minuten durchmischen lassen.
6. Den Beton auf gute Durchmisdiung
prüfen (Färbung!), aber nur in die Trom-
mel greifen, wenn der Motor abgeschaltet
ist! Noch so viel Wasser hineingeben, daß
die Mischung plastisch genug wird.
Diese zusammenlegbare Mischmaschine hat im Kofferraum eines Autos Platz. Anfahrts-
7. Der Mischvorgang wird noch ein paar kosten gibt es also nicht. Nach jedem Mischen muß sie sorgfältig gereinigt werden, sonst
Minuten fortgesetzt, dann entleert man zahlt man Schadenersatz. Das Reinigen der Trommel ist einfach: Man füllt sie mit einem
die Trommel durch Kippen. Eimer Wasser und einer Schaufel Kies und läßt sie etwa 5 bis 10 Minuten laufen.
148
Betonieren von Fuß- und Fahrwegen (1)
Vorarbeiten
Ohne besondere Vorbereitungen kann
man den frischen Beton nur auf harten
und gut festgestampften Untergrund
schütten, der mögEichst eben sein sollte.
Soll die Oberfläche einer Betonschicht
in gleicher Hohe wie das angrenzende
Erdreich liegen, hebt man so viel Boden
aus, wie die Betonschicht dick werden
soll. Auf normal festem Untergrund soll
der Beton für einen Fahrweg mindestens
10 cm, für einen Fußweg 5 cm dick sein.
Bei weichem oder losem Untergrund
braucht man eine Packlage aus Grob-
kies, Grobsplitt oder zerkleinerten Stei-
nen unter dem Beton, die mit einer
Walze verdichtet wird. Selbstverständlich Fußwege und Einfahrten werden auf die gleiche Weise betoniert. Wo Transportbeton ver-
muß in diesem Falle mehr Erdreich aus- hältnismäßig leicht zu bekommen ist. sollte man ihn verarbeiten.
gehoben werden. Bei Fußwegen ist eine
3 bis 5 cm, bei Fahrwegen eine rund
8 cm dicke Packlage erforderlich.
Weiche Stellen in einem sonst ein-
wandfreien Untergrund füllt man mit gut
gestampftem Kies oder Splitt auf; Risse
werden zunächst erweitert und danach
ebenfalls aufgefüllt, bevor man den Be-
ton aufbringt.
Wenn die Unterlage fertig ist, wird
die Schalung aus 25 mm dicken Bret-
tern hergerichtet - der Rahmen, der den
Beton während des Erhärtens festhält. Weichholzbrett für
Die Höhe der Bretter entspricht der be- Dehnungsfuge
absichtigten Stärke der Betonschicht.
Billiges Schnittholz oder alte Fußbo- Seitenverschalung
dendielen sind für Schalungen durchaus Holzpflock
geeignet, da die Breiter nach dem Er-
härten des Betons entfernt werden. Von
außen stützt man die Schalbretter durch
etwa 25 bis 30 cm lange kräftige Holz-
pflodte, die in den Boden getrieben wer-
den. Fahrwege oder Terrassen auf ebe-
nem Gelände legt man mit einem ge- Die Schalung: Die Abbildung zeigt die Schalung für eine etwa 9 m lange und 3 m breite
ringen Gefalle an, das stets von Gebäuden Garageneinfahrt. Der Untergrund sollte ringsum etwa 10 cm breiter sein als die fertige
und Mauern wegführen muß. Das Ge- Betonplatte, damit die Schalung fest aufliegt. Die Holzpflöcke müssen so eingeschlagen
falle, auf dem Regenwasser abfließen werden, daß sie dem Druck des frisch geschütteten Betons widerstehen. Bei langen
Belonlagen sind Dehnungsfugen in Abständen von ca. 3 m vorzusehen: Gegen ein mit
soll, entsteht durch gleichmäßiges leichtes Pflöcken verankertes Querbrett (Stützbrett) setzt man zu diesem Zweck ein dünnes Weich-
Höhersetzen der Schalbretter auf einer holzbrett von etwa 1 cm Stärke, das im Beton verbleibt, während das Stützbrett später
Seite der Schalung. wieder entfernt wird.

Von der Schalung bis zur Betonplatte

1. An der Außenseite der Verschalung werden in Abständen von ca. 2. Mit einer Wasserwaage prüft man, ob die Schalung überall gleich
1 m Holzpflöcke in den Boden gelrieben und die Schalbretter daran hoch ist. Auf abschüssigem Gelände achte man auf eine dem Ge-
festgenagelt; wo zwei Bretter zusammenstoßen, wird die Fuge durch falle angepaßte Schalung; für eine leicht abschüssige Betonfläche
einen zusätzlichen Pflock gesichert und abgedichtet, damit kein (z. B. Terrasse) braucht man eine Schalung, die auf einer Seite
Beton austreten kann. Die Schalung muß nach allen Seiten fest (der Hausseite!) etwa 1 bis 1,5 cm höher steht als auf der gegen-
stehen und dem Druck des frischen Betons standhalten. überliegenden. Höhendifferenzen werden mit Keilen ausgeglichen.

149
Betonieren von Fuß- und Fahrwegen (2)

3. Der Beton — besonders Transportbeton - wird schon beim 4. Mit der Streichlatle wird der Beton nun abgezogen, indem man
Schütten so gleichmäßig wie möglich in der Schalung ausgebreitet; sie mit leichtem Druck und engen Zickzackbewegungen über den
man erspart sich damit manchen späteren Handgriff. Mit Rechen Rand der Schalung führt. Die Streichlatte schiebt dabei den über-
oder Schaufeln verteilt man den Beton dann so, daß er etwa 2 crn schüssigen Beton vor sich her. Dieser Vorgang, bei dem der Beton
über der Schalung steht. gleichzeitig verdichtet wird, ist noch einmal zu wiederholen.

5. In Abständen von ca. 3 m braucht eine längere Betonplatte Deh- 6. Ist ein betonierter Abschnitt bis zum Weichholzbrett gefüllt, kann
nungsfugen. Dazu werden Weichholzbretter (so breit wie die Platte, man das stützende Querbreit und die dazugehörigen Pflöcke her-
ca. 1 cm stark und so hoch wie die Schalungl gegen ein Querbreli ausheben. Das Weichholzbrell muß senkrecht stehen und mit der
gestellt. Die obere Kante des Weichholzbrettes sollte möglichst Oberkante in gleicher Höhe wie die Schalung liegen. Nun kann
astfrei sein. weiterbeton i ert werden.

7. Will man eine rauhe Oberfläche erzielen, kehre man die Beton- 8. Frisch betonierte Platten bedeckt man mit feuchten Säcken oder
platte nach dem Abziehen sanft mit einem harten Besen ab. Eine Plastikfolien, die — außerhalb der Betonfläche — mit Steinen be-
auf diese Weise aufgerauhte Oberfläche isl bei Glatteis weniger schwert werden. Bei warmem Wetter kann man die Platte nach
rutschig als eine, die nur mit der Streichlatte abgezogen wurde. 4 Tagen leicht belasten, bei kaltem Welter nach etwa 10 Tagen,
Eine g lalle Oberfläche erhält man durch Abreiben mit dem Reibebrett. Schwere Lasten trägt die Platte erst nach weiteren 4 bzw. 10 Tagen.

150
Schwieriges Terrain / Plattenherstellung
Betonieren entlang einer Wand
Bei der Herstellung eines Weges, der
mit einer Längsseite an ein Gebäude
oder eine Mauer grenzt, kann man nicht
mit der Streichlatte über die ganze
Länge abziehen. Das Problem löst sich,
wenn man die Schalung in mehrere
gleich große Felder unterteilt und zu-
nächst nur jedes zweite mit Beton füllt.
Nun kann man die Streichlatte in der
Längsrichtung ansetzen und von der Stützbrett
Wand weg über eingesetzte Querhölzer Bitumenfilz
abziehen und glätten. Beim Bau der
Schalung stelle man einen 1,5 cm dicken
Streifen Bitumenfilz von der Höhe der
Betonschicht zwischen Mauer und Beton. Wenn bis dicht an die Wand gearbeitet werden
Wenn die ersten Teilstücke der Beton- muß, Handgriff nach der anderen Seite durchschieben"
schicht hart geworden sind, füllt man
die freien Felder dazwischen mit Beton. Wenn in mehreren Teilen betoniert wird, kann man auf Weichholz in den Dehnungsfugen
Sobald alles erhärtet isi, kann man die verzichten. Durch das natürliche Schrumpfen des Betons beim Erhärten ergeben sich die
Schalung entfernen. notwendigen Fugen von selbst.

Ein paar Tips für knifflige Fälle


Beim Betonieren auf einer Unterlage
mit Gefalle soll der Beton möglichst
trocken sein, damit er beim Verarbeiten
nicht zu fließen beginnt. Auch ist es
zweckmäßig, in mehreren Teilstücken
zu betonieren. Krümmungen schalt man
am besten mit 12 bis ]S mm starken
Brettern ein; sie sind leichter zu biegen
als diätere. Die Haltepflöcke müssen
hierbei enger gesetzt werden als bei nor-
maler Schalung. Stehen nur stärkere
Bretter zur Verfügung, kann man sie
ein paar Stunden vor dem Biegen ins Ein von angrenzendem Mauerwerk wegführendes Gelälle stellt keine Probleme (1). Eine
Wasser legen. Sie werden dadurch weich Abflußrinne zwischen zwei gegenläufigen Gefallen (2) läßt sich leicht herstellen, indem
und einigermaßen geschmeidig. man ein Rohr leicht auflegt und unter leichtem Druck dreht oder hin- und herschiebt.

Selbstgemachte Betonplatten
Die Arbeitsgänge bei der Plattenherstel- Gartentreppen. Der Beton besteht aus ton am Untergrund hängenbleibt, und ein
lung sind im Prinzip die gleichen wie l Teil Zement und 3 Teilen Kiessand. sauberes Abheben der fertigen Platten er-
heim Betonieren von Wegen und Ein- Da die Platten mindestens 4 cm didi möglicht.
fahrten. Selbstgefertigte Platten eignen sein müssen, legt man die Schalung auf Wie bei der Herstellung größerer Be-
sich wegen ihrer geringen Biegefestigkeit gut 5 cm Höhe an. Unter den Beton gibt tonlagen muß der frische Beton fest-
nur zum Verlegen auf solidem Unter- man eine l cm dicke, sorgfältig geglättete gestampft (verdichtet) und mit der
grund, für Plattenwege, Terrassen und Sandschicht, die verhindert, daß der Be- Streichlatte abgezogen werden.

Ein gerades Brett


dient zum Stehen
und als Schneidekante

Bei warmem Wetter eine Stunde, andernfalls zwei Stunden nach dem Schütten schneidet Nach dem Festwerden die Platten vorsichtig
man den BGtonstreifen mit der Kelle in einzelne Platten. Danach sollen sie 4 oder 5 Tage anheben und senkrecht aufstellen, aber noch
unter feuchten Säcken ruhen. nicht verlegen
151
Wege und Treppen mit Platten
So verlegt man Platten

1. Das Erdreich wird etwa 10 bis 12 cm tief 2. Seitliche Begrenzungen steckt man mit 3. Man kann die Platten ganz eng anein-
ausgehoben, die freigelegte Fläche einge- der Schnur ab. Auf den Sand legt man zu- anderstoßen lassen oder mit etwa 1 cm brei-
ebnet und gewalzt. Weicher Untergrund be- nächst eine dünne Schicht trockenen Mager- ten Fugen verlegen. Genaue Fugenbreiten
kommt eine Packlage aus Steinen oder beton (Mischung C) und darüber etwas wei- erreicht man durch zwischengesteckle 1 cm
Splitt, darüber eine Lage Sand. cheren Zementmörtel. dicke Brettchen.

4. Jetzt werden die Platten in genau waage- 5. Die offenen Fugen werden zugeschlämmt. 6. Nach dem Schlämmen lasse man den
rechte Lage geklopft. Dazu lege man einen Aus Wasser und Feinsand stellt man einen übriggebliebenen Sandbrei trocknen, bis er
Holzblock unter den Hammer. Die Platte weichen Sandbrei her, der mit der Kelle in sich abfegen läßt. Nicht ganz gefüllte Fugen
liegt richtig, wenn sie nicht mehr wackelt die Fugen geschoben wird. Man kann auch schließen sich jetzt beim leichten Fegen mit
und auf gleicher Höhe mit den anderen ist. Märlei verwenden. einem weichen Besen.

Gartentreppen aus Betonplatten


Man beginnt mit der Berechnung der
erforderlichen Stufenzahl, die sich nach Trittiefe 41 cm 31 cm
der gewünschten Höhe und Tiefe der Für die Planung einer
einzelnen Stufe richtet. Treppen sind be- Gartentreppe empfiehlt sich Trilthöhe
eine der hier gezeigten 16 cm
quem zu steigen, wenn die Tiefe einer
Stufe plus der doppelten Höhe der Setz- Kombinationen von 37 cm
stufe etwa 63 cm ergibt. Die einzelne Tritthöhe und -tiefe 27cm
Stufe soll jedoch nie höher als 20 cm, 13 cm
die Trittstufe mindestens 20 cm tief sein. 33 cm 18 cm
Die Abb. (rechts) zeigt einige Varianten.
Die unterste Stufe braucht eine feste
Unterlage. Dazu hebt man einen etwa 15 cm 23 cm
10 Zentimeter tiefen, stufenbreiten Gra-
ben aus und füllt ihn mit Beton. Nach
20 cm
dem Erhärten wird die erste Setzstufe Betonplatte
aus kleineren Platten oder Ziegeln mit
Zementmörtel aufgemauert. Danach
stampft man das Erdreich hinter der
Setzstufe fest. Bis zur Höhe der Setz- Kleine Platten oder Ziegel
stufenoberkante wird nun Zementmörtel
nachgefüllt, auf den man die erste Tritt- Betonunterlage
stufe legt. Ihre Vorderkante soll etwa
2 cm über die Setzstufe vorragen. Fundament
Der hintere Teil der Trittstufe bildet
das Lager für die nächste Setzstufe usw.
Es ist ratsam, zum Abfließen von Re- Beim Bau einer Treppe in ansteigendem Gelände müssen zuerst rohe Stufen ausgestochen
genwasser allen Stufen eine geringe werden; das stehenbleibende Erdreich sollte dabei möglichst geschont werden. Seitlich
Neigung nach vorn zu geben. gegen die Stufen gesetzte Platten verhindern ein Beschmutzen der Treppe.

152
Böden aus Beton
Vorbereitungen Verlegen des Bodens
Feuchte Steinböden oder verrottete Holz-
böden lassen sich unter Umständen durch
Betonböden ersetzen. Bitumenfilzstreifen °
Wer aber wenig Erfahrung mit Beton 'Holzpflock
hat, wende sich besser an den Fach-
B* st reich lalle
mann. Außerdem sind die Bestimmun-
<0
gen der lokalen Baubehörden in jedem O
\ /
Falle zu beachten. Aufgenagelte Richtlatten
Isolierschicht (Bitu-
In beiden Rich-
menpappe oder
tungen Wasser-
Plastikplane) wird
waage auflegen
eingemauert

Fußbodenbelag
Estrich (2,5 cm)
Beim Einsetzen der
Betonschicht (10 cm) Pflöcke möglichen
Bitumenfilz Richtungswechsel
während des Beto-
Isolierschicht gegen nierens bedenken
Feuchtigkeit
Sand
Packlage
Holzpflock für
Richllatte

Untergrund
1. Während man die Packlage herstellt und
[l
2. Die Richtlatten werden mit Nägeln auf die
bevor man die Bitumenpappe ausleg t, seh lägt Pflöcke geheftet. Mit der Wasserwaage prüfe
man die Holzpflöcke ein, auf die die Richt- man die ebene Lage nach beiden Seiten.
Querschnitt durch einen Betoniußboden
latten zu liegen kommen. Jetzt kann der Beton geschüttet werden.
Liegt ein bereits vorhandener Boden
tief genug unter dem Niveau der an-
grenzenden Böden, kann man unter Um- Ausgleichen, wenn
ständen die neue Betonschicht direkt dar- Richtlatten weiter-
auf schütten, wenn der untere Boden gezogen wurden
kerngesund ist! Sind diese Vorausset-
zungen nicht gegeben, reiße man den
alten Boden heraus. Bei weichem oder
lockcrem Untergrund oder wenn ein
Holzfußboden ersetzt werden soll, braucht Richtlatten weiter
man eine festgestampfte Packlage aus vorziehen, sobald
Grobkies oder Grobsplitt und darüber Streifen geschüttet
und abgezogen ist
eine glatte Sandschicht. Für Leitungs-
rohre und elektrische Kabel sind recht-
zeitig Aussparungen vorzusehen.
Betonböden müssen gegen Feuchtigkeit
Der letzle Esirich-
isoliert werden. Dient ein gesunder Be- Streifen wird
tonboden als Unterlage, so genügt ein in Richtung Tür
zweimaliger Anstrich mit einem der han- aufgetragen
delsüblichen Isoliermittel. In anderen
Fällen bedeckt man den Untergrund mit o n n
Bahnen aus Bitumenpappe, deren Stöße
überlappen und verklebt werden, bevor
man den Beton aufbringt.
Unentbehrlich für die Arbeit sind zwei
etwa 10 mal 6 cm starke Rieht- oder
Glatt bohlen von etwa 1,80 m Länge,
eine StreichlaUe, die etwas kürzer sein
3. Sobald das erste Stück betoniert und ab- 4. Unter häufiger Konirolle der Ebenheit des
muß, ais der Raum breit ist, und eine gezogen ist, ziehe man die Richtlatten wei- Bodens mit der Wasserwaage arbeite man
Anzahl solider Pflöcke. Die ideale Be- ter. Die von den Richtlatten hinterlassenen rückwärts weiter bis kurz vor den Ausgang.
tonmischung: l Teil Zement auf 6 bis Rinnen werden mit Beton ausgefüllt. Dann Das letzle Stück wird im rechten Winkel zur
8 Teile Zuschlagstoffe (Mischung B). wird mit dem Reibebrett geglättet. bisherigen Arbeitsrichtung fertiggestellt.

Verlegen eines Estrichs


Ein Estrich gibt dem Betonboden eine zernes Rcibebrett, wenn er einen Belag tonbodens darunter. Dann wird der
völlig ebene und glatte Oberfläche. Er - z. B. aus Fliesen - bekommen soll. Estrichmörtel verteilt, gestampft und mit
sollte sofort nach dem Verlegen des Ist der Unterbeton nicht ganz frisch, der Slreichlatle abgezogen.
Unterbetons oder spätestens am folgen- muß er gründlich angefeuchtet werden. Das Glätten des Estrichs besorgt man
den Tag aufgezogen werden. Man ver-. Beim Estrichlegen auf frischem Unter- mit der Glätttraufel. Die Traufei soll bei
wende dazu Zementmörtel. Werkzeuge: grund auf Sperrholzplatte stellen. dieser Arbeit nie mit der ganzen Fläche
Zwei gehobelte, gerade Richtlatten, eine Man beginnt mit dem Auslegen der auf den frischen Estrich gesetzt werden,
Wasserwaage und eine Glätttraufel aus Richtlauen, die möglichst in der glei- sondern man führt mit leichtem Druck
Stahl, wenn der Estrich als letzte Boden- chen Richtung liegen sollen wie die die eine Kante über den Mörtel. Der
schicht geglättet werden, oder ein hol- Richtlatten bei der Herstellung des Be- Estrich soll mindestens 3 Tage ruhen.
153
Reparaturen

Gehwege und Einfahrten Höhe liegt. Muß die Platte dabei ganz Der Fehler im Putz liegt nicht immer
Aufgerissene oder zerbröckelnde Teile von der Stelle bewegt werden, kann man genau dort, wo sich Risse und Abblät-
werden zunächst etwa 2 cm tief so aus- ein Brecheisen oder einen Besenstiel als tern zeigen. Deshalb ist es zweckmäßig,
gemeißelt, daß die Kanten der aufge- Rolle verwenden. Man schiebt sie unter rund um die schadhafte Stelle ein größe-
schlagenen Stellen nach außen laufen. das Ende der angehobenen Platte und res Stück Putz bis auf das Mauerwerk
Vor dem Ausfüllen mit Beton bestreicht rollt sie nun mühelos beiseite. Mit fri- loszuschlagen.
man diese Stellen mit einem Kunststoff- schem Sand kann nun das Sandbett wie- Das darunterliegende Mauerwerk wird
binder, der auch dem möglichst trocke- der aufgefüllt werden. nun mit einem Meißel oder einem
Maurerhammer aufgerauht (man kann
auch sichtbare Mörtelfugen ein wenig
auskratzen), damit der frische Putz-
mörtel gut haftet. Dem Mörtel (beste-
hend aus l Teil Zement, l Teil Mauer-
kalk und 6 Teilen Sand) setzt man zwecks
Schadhafte Stellen sind so auszumeißeln, besserer Bindekraft Kunststoffbinder zu.
daß die Kanten nach außen laufen. Um reparierte Steilen unsichtbar zu ma-
Abgedachte und runde Kanten (unten)
geben dem Beton schlechten Halt.
chen, streicht man die Wand neu.

Risse In Wänden
Bei größeren Rissen in Betonwänden ist
der Rat eines Fachmannes unentbehr-
So bewegt man schwere Platten lich. Kleinere Risse müssen zunächst
mit dem Meißel bis etwa 1,5 cm Tiefe
Beschädigte Treppenstufen aufgestemmt und dann mit Mörtel ge-
nen Beton (Misch Verhältnis 1:3) beige- Einzelne herausgebrochene Betonstück-
geben wird. (Die im Handel erhältlichen schlossen werden.
chen lassen sich oft wieder einzementie- Gegen Risse in Betonsteinen und
Kunststoffbinder haben ausführliche Ge- ren. Oder man füllt etwas frischen Be-
brauchsanleitungen.) -blocken läßt sich wenig tun. Wo sie sich
ton nach und glättet dann die schadhafte bis in den Putz fortsetzen, kann man
Ausgebesserte Stellen bleiben immer Stelle. Auch hier sollte dem Material,
sichtbar, und meistens beginnt der Beton sie mit Kunstharzfüller schließen. Schä-
mit dem ausgebessert wird, ein Kunst- den dieser Art deuten meist auf Ver-
später auch an anderen Stellen zu zer- stoffbinder zugesetzt werden.
bröckeln. Die beste Lösung auf lange wendung eines zu „fetten", d. h. mit
Wenn ganze Trittkanten abbrechen, zuviel Zement angemachten Mörtels hin;
Sicht ist daher eine neue Betonlage. muß zunächst über die ganze Stufen-
Abgestoßene Plattenkanten repariert die Fugen haben eine größere Festigkeit
breite eine V-förmige Kerbe herausge- als die Steine.
man, indem man mit Pflöcken ein Brett meißelt werden. Dann bestreicht man die
gegen die defekten Stellen setzt und sie Flächen der Kerbe mit Kunststoffbinder,
mit Beton ausfüllt; auch in solchen Fäl- Rissige oder staubende Fußböden
preßt ein Schalbrett gegen die Setzstufe Risse in Betonböden sind in den meisten
len ist ein Kunststoffbinder am Platze. und füllt den Hohlraum dahinter mit
Die frisch ausgebesserten Ecken und Fällen auf ungleichmäßiges Setzen zu-
Zementmörtel (Mischungsverhältnis 1:3). rückzuführen. Man kann sich vorüber-
Kanten brauchen auf alle Fälle eine Die ausgebesserte Stelle muß bis zum
Abdeckung, bis der Beton erhärtet ist. gehend helfen, indem man die Risse ein
Erhärten des Mörtels mit feuchten Säk- wenig aufmeißelt und mit Zementmörtel
Geradlinige Brüche verlaufen parallel ken und Brettern geschützt werden.
zu Stoß- und Verbindungslinien und ent- füllt. In den meisten Fällen hilft aber
stehen durch normales Dehnen und Zu- nur die Erneuerung des Bodens. Das-
sammenziehen des Materials. Unregel- selbe gilt für staubende Böden. Nur wenn
mäßig verlaufende Brüche lassen auf sie wenig Staub abgeben, kann man sie
sdilechte Bauausführung schließen. Man mit Versiegelungsanstrichen staubfrei ma-
chen.
Platte in die richtige Lage
ringen, dann Bruchstelle Schnellbindender Zement
ausmeißeln und mit
ementmörtel füllen
Schnellbindender Zement ist am Platze,
wo Reparaturen durch Wasser von außen
Schadhafte gefährdet sind (z. B. bei Regen oder wo
Kanten sind Grundwasser auftritt). Mit Portlandze-
unansehnlich ment vermischt, erhärtet Schnellbinder in
und gefährlich etwa 30 Minuten. Wo ein sehr geschmei-
diges Füllmaterial benötigt wird, kann
Ausgemeißelte man den Schnellbinder (l Teil) mit dem
Nach dem Anhe- chadhafte Porllandzement (3 Teile) ohne Zuschlag-
Diesen Teil ben der Platte Kante stoffe verwenden. Beide sollen trocken
mittels Hebel Steine oder Kies
hochdrücken unterfüllen
vermischt und erst dann befeuchtet wer-
den.
sollte jedoch nur ausbessern, wenn es Risse und Löcher müssen erweitert und
sich um wirklich ernste Schäden handelt. von allen lose haftenden Teilen befreit
Falls der ganze Weg sich so unregel- werden, bevor dieser äußerst feste Mörtel
mäßig setzt, daß stufenförmige Brüche Ziegel stützen aufgetragen wird.
entstehen, ist es meistens angebracht, die Schalbrett Bei größerem Bedarf an schnellbinden-
Platten durch neue zu ersetzen oder, falls dem Füllmaterial gibt man Sand und
es sich um eine größere Betonlage han- etwas gröbere Zuschlagstoffe bei, bevor
delt, die Stellen neu auszugießen. Schalbrett in Tritthöhe man die Mischung anfeuchtet.
Bei sehr schmalen Gehwegen kann Schadhafter Zementputz Schnell bindenden Beton madit man
man versuchen, tiefer liegende Plattcn- Wenn Zementpul z abblättert, war der stets nur in solchen Mengen an, wie
kanten mit einem Brecheisen oder kräf- verwendete Mörtel wahrscheinlidi von man in ein paar Minuten verarbeiten
tigen Spaten hochzudrücken und Erd- schlechter Qualität. Nach einer Repa- kann. Die ausgebesserten Stellen sind
reich oder Sand so darunter zu verteilen, ratur wird sich der gleiche Schaden mög- eine Stunde lang gegen zu schnelles
daß die Kante wieder auf der richtigen licherweise anderswo wiederholen. Austrocknen zu schützen.
154
Mauern mit Ziegeln und Steinen
Mauerarbeiten werden jedem gelingen, Inhalt
der methodisch vorgeht und nicht vergißt,
die Arbeit immer wieder zu überprüfen. 156 Kleines Maurerlexikon
Wenn man seine Ziele nicht zu hoch 157 Ziegel
steckt, ist das Mauern eher eine gesunde 159 Der Mörtel
körperliche Betätigung als eine mühevolle 160 Werkzeuge
Arbeit. Mii ein bißchen Übung kann man 163 Der Mauerverband
eine Gartenmauer, eine Pergola, einen 164 Mauerendert, -ecken und -stoße
kleineren Anbau oder eine Garage errich- 166 Maßnahmen gegen Feuchtigkeit
ten oder doch dabei mithelfen und selbst 167 Fundamente
manchen Schaden am Haus beheben - 169 Vom Grundstein zur Mauer
zum Beispiel Verblendmauerwerk neu aus- 171 Schnelleres Mauern mit
fugen. Aus Natursleinen gebaute Mauern, großformatigen Steinen
Einfassungen oder andere Bauteile sind 172 Mauern mit Ornamentsteinen
eine Zierde für jedes Haus. Das folgende 173 Fertigteile und Bausteine/
Kapitel gibt dafür wertvolle Anregungen. Arbeiten mit Natur- und Werkstein
174 Böden aus Natur- und Werkstein
175 Fugen ausbessern
177 So macht man guten Putz
179 Ausbessern von Mauerwerk

155
Kleines Maurerlexikon

Abtreppung Mauerstück, in dem - von un- zwischen den Ziegeln im Rollschicht Schicht aus hochkam nefaen-
ten nach oben - jede Schicht Verband. Senkrecht = Stoß- einandergesetzten Ziegeln,
je nach Art des Verbandes fuge, waagerecht = Lagerluge. meist als oberer Abschluß
um V*- oder '/2-Stein zurück- einer frei stehenden Außen-
gesetzt wird. Dient zum Ein- Kopf Im Verband sichtbare Fläche mauer (z. B. Einfriedung).
binden später hochzuziehen- des Binders. Länge einer
der Mauerteile: Mauerecken Mauer wird nach Köpfen (plus Schicht Lage von neben- oder hinter-
werden mit Abtreppung aul- je 1 cm Stoßfuge) berechnet. einander in einer Ebene ver-
gese