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Derjenige, der das Gebet unterlässt bei Mālik und Asch-Schāfiʿī – Islam Study

Kurzabhandlung über:

„Das Urteil desjenigen, der das Gebet unterlässt bei den


zwei Imāmen Mālik und Asch-Schāfiʿī“

‫بسم هللا الرمحن الرحيم‬


Im Namen Aḷḷāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen! Alles Lob gebührt
Aḷḷāh und Segen und Frieden seien auf unseren Propheten Muḥammad, auf
seiner Familie und seinen Gefährten.

Immer wieder hört man die Aussage, dass die Mehrheit der Gelehrten die
Ansicht vertreten würde, dass der Unterlasser des Gebets (aus Faulheit)
Muslim sei und die (gänzliche) Unterlassung des Gebets die Person nicht
aus dem Islam ausschließt. Diese Ansicht wird Abū Ḥanīfah zugeschrieben
– was auch stimmt. 1 Darüber hinaus wird behauptet, dass dies auch die
Ansicht von Mālik und Asch-Schāfiʿī sei. Manche gehen vielleicht sogar noch
einen Schritt weiter und schreiben diese Ansicht Aḥmad Ibn Ḥanbal zu.2
1
Abū Ḥanīfah (80 - 150 n. H.) zählte zu den Imāmen der Murjiʾah Al-Fuqahāʾ. Der Īmān bei den
Murjiʾah Al-Fuqahāʾ, die meist aus Al-Kūfah stammten, ist: Die Bestätigung mit dem Herzen und
die Aussprache mit der Zunge. Das Verrichten der Taten mit den Körpergliedern dagegen ist bei
ihnen kein Bestandteil des Īmān bzw. keine Säule. Das wurde vor allem von den Anhängern von
Abū Ḥanīfah überliefert. Und dies widerspricht der Definition des Īmān bei Ahlu As-Sunnah wa
Al-Jamāʿah, welche besagt, dass die Verrichtung der Taten eine Säule und Bestandteil des Īmān
ist. [Siehe: „Al-Īmān“ von Ibn Taymiyyah (1/303), „Kitāb Al-Īmān“ von Ibn Mandah (1/331), und
„As-Sunnah“ von Al-Khallāl (3/565)]
➡ In meinem Buch „Kitāb Al- Īmān“ bin ich sehr ausführlich auf diese Thematik eingegangen.
2
Anmerkung: Was Imām Aḥmad Ibn Ḥanbal (164 - 241 n. H.) angeht, so sind seine Aussagen
zahlreich und bekannt, dass er denjenigen, der das Gebet aus Faulheit unterlässt, zum
Ungläubigen erklärt. Aus diesem Grund besteht hierbei keine große Notwendigkeit darauf
einzugehen. Ich habe diesbezüglich ca. 24 Aussagen seiner direkten Schüler gefunden und
gelesen, die darauf hindeuten, dass er den Unterlasser des Gebets zum Ungläubigen erklärt. Ich
erwähne einige dieser Überlieferungen:
▪ (1) Ein Mann erwähnte bei Imām Aḥmad die ʿAqīdah und er (Aḥmad) bestätigte ihn in dem,
was er zu sagen pflegte, bis der Mann dann sagte: „Und keiner wird durch eine Sünde zum
Ungläubigen erklärt.“ Daraufhin sagte Imām Aḥmad zu ihm: „Schweig, wer das Gebet unterlässt,

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Derjenige, der das Gebet unterlässt bei Mālik und Asch-Schāfiʿī – Islam Study

In dieser Kurzabhandlung werden einige Aussagen früherer Gelehrten


aufgelistet, die berichten, dass die zwei Imāme Mālik Ibn Anas Al-Aṣbaḥī
(93 - 179 n. H.) und insbesondere Muḥammad Ibn Idrīs Asch-Schāfiʿī (150 -
204 n. H.) - möge Aḷḷāh beiden barmherzig sein - und viele früheren
Gelehrten ihrer Rechtsschulen die Ansicht vertreten haben, dass derjenige,
der das Gebet unterlässt, in den Unglauben gefallen ist. Und dies ist die
richtige Ansicht, worauf die Beweise aus dem Qurʾān und der Sunnah und
die Aussagen der Ṣaḥābah hinweisen. Wer behauptet, dass Mālik und Asch-
Schāfiʿī eine andere Ansicht vertreten haben, muss hierfür authentische
und verbundene Überlieferungen für diese Behauptung liefern. Bei
manchen Späteren hat sich die Meinung verbreitet, dass diese zwei Imāme
die Unterlassung des Gebets nicht als Unglaube sehen würden und dies ihre
Rechtsschule sei.

▪ Die erste Aussage:


Imām Ismāʿīl Al-Muzanī3 (175 - 264 n. H.) - möge Aḷḷāh ihm barmherzig sein
- sagte: „Asch-Schāfiʿī sagte: ‚Es wird zu demjenigen gesagt, der das Gebet
ohne Grund unterlässt, bis die (Gebets)zeit verstrichen ist: Keiner betet es
außer dir und entweder verrichtest du es oder wir rufen dich zur Reue auf

hat Unglaube begangen!“ [„Masāʾil Ibn Hānīʾ“ von seinem Schüler Isḥāq Ibn Ibrāhīm Ibn Hānīʾ
(1876)]
▪ (2) ʿAbduḷḷāh Ibn Aḥmad sagte: „Ich fragte meinen Vater - möge Aḷḷāh ihm barmherzig sein -
über die absichtliche Unterlassung des Gebets? Er antwortete: ‚Es wird über den Propheten -
Aḷḷāhs Segen und Frieden auf ihm - überliefert: ‚Zwischen dem Diener und dem Unglauben (Al-
Kufr) ist die Unterlassung des Gebets.‘ Mein Vater sagte: Und derjenige, der es unterlässt und
es nicht betet und derjenige, der es nicht in seiner (vorgeschriebenen) Zeit betet, so rufe ich ihn
drei Mal (zur Reue). Wenn er es nicht betet, schlage ich auf seinen Nacken und er ist für mich
wie der Abtrünnige (Murtadd): Er wird drei Mal zur Reue aufgerufen (Istitābah). Wenn er nicht
bereut, wird er hingerichtet, wie nach dem Ḥadīth von Ibn ʿUmar. [„Masail Al-Imām Aḥmad“,
überliefert von seinem Sohn ʿAbduḷḷāh (S. 55)]
▪ (3) Abū Dāwūd sagte: „Ich hörte Aḥmad sagen: ‚Wenn der Mann sagt, dass er nicht betet, ist
er ein Ungläubiger.“ [„Masail Al-Imām Aḥmad“, überliefert von Abū Dāwūd (S. 272)]
▪ (4) Al-Ḥasan Ibn ʿAlī Al-Iskāfī sagte: „Abū ʿAbdillāh (Imām Aḥmad) sagte über den Unterlasser
des Gebets: ‚Ich kenne es nur wie nach dem offenkundigen/sichtbaren des Ḥadīth. Wer es nun
mit der Leugnung (Al-Juḥūd) interpretiert, so kennen wir das nicht. Und ʿUmar - möge Aḷḷāh mit
ihm zufrieden sein - sagte bereits, als ihm das Gebet genannt wurde: ‚Derjenige, der das Gebet
unterlässt, hat keinen Anteil am Islam.‘“ [„Aḥkām Ahl Al-Milal“ von Al-Khallāl (S.209)]
▪ Imām Aḥmad sagte: „Und wer das Gebet unterlässt, hat Unglaube begangen. Und die
Unterlassung keiner Pflichttat ist Unglaube, außer (die Unterlassung) des Gebets. Wer es nun
unterlässt, ist ein Ungläubiger…“ [„Manāqib Al-Imām Aḥmad Ibn Ḥanbal“ von Ibn Al-Jauzī (S.
170)]
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Abū Ibrāhīm Ismāʿīl Ibn Yaḥyā Al-Muzanī aus Ägypten. Der bekannte Faqīh und größte Schüler
von Imām Asch-Schāfiʿī. Adh-Dhahabī sagte über ihn: „Er überlieferte zwar wenige Ḥadīthe,
jedoch war er ein Führer im Fiqh.“ [„Siyar Aʿlām An-Nubalāʾ“ (12/494)]

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Derjenige, der das Gebet unterlässt bei Mālik und Asch-Schāfiʿī – Islam Study

(Istitābah). Entweder bereust du oder wir richten dich hin, so wie wenn du
Unglaube begehst und wir sagen: Entweder glaubst du, oder wir richten
dich hin. Und es wurde gesagt, dass er drei Tage lang zur Reue aufgerufen
wird…“
(Al-Muzanī sagte:) „Und er (Asch-Schāfiʿī) sagte über den Abtrünnigen (Al-
Murtadd): ‚Wenn er nicht bereut, wird er hingerichtet und es wird nicht drei
Tage gewartet, wegen der Aussage des Propheten ‫ﷺ‬: Wer seine Religion
verlässt, so schlagt auf seinen Nacken.‘ Und er machte den Unterlasser des
Gebets ohne Grund demjenigen gleich, der den Glauben verlässt…“
[„Mukhtaṣar Al-Muzanī“ (S. 35)]
➡ Al-Muzanī, der der größte Schüler von Asch-Schāfiʿī ist, erwähnte hier
über seinen Lehrer Folgendes:
- Derjenige, der das Gebet unterlässt, wird zur Reue aufgerufen (arab.
Al-Istitābah). Und Al-Istitābah bedeutet, dass jemand, der durch eine
Tat, die Unglaube ist, den Islam verlassen hat, zur Reue gerufen wird.
- Derjenige, der das Gebet unterlässt, wurde mit dem Murtadd
verglichen, der den Glauben und die Religion verlassen hat.
- Vom Äußeren her, wird die Person laut Asch-Schāfiʿī bereits durch die
Unterlassung eines Gebets zum Ungläubigen.

▪ Die zweite Aussage:


Der ḥanafitische Faqīh Abū Jaʿfar Aṭ-Ṭaḥāwī4 (238 - 321 n. H.) - möge Aḷḷāh
ihm barmherzig sein - sagte:
„Und einige Ḥuffāẓ(-Gelehrten) über die Aussage von Mālik sagten: ‚Die
Rechtsschule (Madhhab) von Mālik ist, dass derjenige, der absichtlich und
ohne Grund das Gebet unterlässt, bis seine Zeit verstreicht, ein Abtrünniger
(Murtadd) ist und (vor einem islamisch-legitimen Gericht gestellt und ggf.)
hingerichtet wird, außer wenn er es betet.‘ Und das ist auch die Meinung
von Asch-Schāfiʿī.“
[„Mukhtaṣar Ikhtilāf Al-ʿUlamāʾ“ (4/393)]
➡ Aṭ-Ṭaḥāwī, der selbst einer anderen Rechtsschule und hinsichtlich der
Unterlassung des Gebets der Ansicht der Ḥanafiyyah folgt, (und zwar) dass
die Unterlassung des Gebets kein Unglaube ist, erwähnt jedoch hier, dass
die Rechtsschule von Mālik und Asch-Schāfiʿī besagt, dass die Unterlassung
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Abū Jaʿfar Aḥmad Ibn Muḥamamd Aṭ-Ṭaḥāwī, der Faqīh aus Ägypten. Er folgte zunächst der
Rechtsschule von Asch-Schāfiʿī, ehe er dann die Rechtsschule von Abū Ḥanīfah annahm und
diesem mit teils großen Fanatismus Folge leistete.

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Derjenige, der das Gebet unterlässt bei Mālik und Asch-Schāfiʿī – Islam Study

des Gebets Unglaube ist und der Unterlasser zum Murtadd wird. Diese
Aussage von Aṭ-Ṭaḥāwī hat zweifelsfrei Vorrang vor den Aussagen einiger
Späteren, die sagen, dass Mālik und Asch-Schāfiʿī die Unterlassung des
Gebets nicht als Unglaube sehen.

▪ Die dritte Aussage:


Al-Ḥāfiẓ Abū ʿAwānah Al-Isfarāyīnī (230 - 316 n. H.) - möge Aḷḷāh ihm
barmherzig sein - sagte:
„Die Darlegung der besten Taten und der Beweis, dass der Īmān Aussage
und Tat ist und dass derjenige, der das Gebet unterlässt, Unglaube
begangen hat. Und der Beweis, dass es (das Gebet) die höchste Tat ist und
dass der Unterlasser von ihm, durch die Unterlassung, zum Ungläubigen
wird.“
[Siehe: „Musnad (Mustakhraj) Abī ʿAwānah“]
➡ Dieser Abū ʿAwānah Al-Isfarāyīnī gehörte zu den großen und bekannten
schafiitischen Gelehrten. Und die Ansichten der früheren Schāfiʿiyyah
haben Vorrang vor den Aussagen eines Ar-Rifāʿī (512 - 578 n. H.) oder eines
An-Nawawī (631 - 676 n. H.) usw., die zu den bekannten späteren
Schāfiʿiyyah gezählt werden, und dies aus folgenden Gründen:
- 1. Zwischen diesen Späteren und Imām Asch-Schāfiʿī selbst liegen
mehrere Jahrhunderte Abstand!
- 2. Viele späteren Schāfiʿiyyah, die sich der Rechtsschule von Imām
Asch-Schāfiʿī zuschreiben, widersprechen in vielen Teilbereichen der
Rechtsschule ihrem Imāms und sind teils Jahmiyyah und Aschāʿirah.
Hätten sie in der Zeit von Imām Asch-Schāfiʿī gelebt, hätte sich dieser
wahrscheinlich von ihnen losgesagt.

▪ Die vierte Aussage:


Der schafiitische Faqīh Abū Aṭ-Ṭayyib Ibn Salamah (gest. 308 n. H.) - möge
Aḷḷāh ihm barmherzig sein:
Al-Ḥāfiẓ Adh-Dhahabī sagte über ihn: „Und er hat anerkannte Ansichten in
der (schafiitischen) Rechtsschule (Al-Madhhab) und dazu zählt, dass er den
Unterlasser des Gebets zum Ungläubigen erklärte.“
[„Siyar Aʿlām An-Nubalāʾ“ (14/361)]

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Derjenige, der das Gebet unterlässt bei Mālik und Asch-Schāfiʿī – Islam Study

➡ Gleiches erwähnte auch Al-Ḥāfiẓ Ibn Kathīr über Abū Aṭ-Ṭayyib Ibn
Salamah.

▪ Weitere frühere schafiitische Gelehrte, die die Ansicht vertraten, dass


die Unterlassung des Gebets Unglaube ist:
➡ 5. Abū Bakr Ibn Khuzaymah (223 - 311 n. H.), der Imām der Imāme seiner
Zeit aus Neisābūr.
➡ 6. Manṣūr Ibn Ismāʿīl At-Tamīmī (gest. 306 n. H.), der Faqīh aus Ägypten
und Verfasser mehrerer schafiitischer Werke und Schüler von Imām Asch-
Schāfiʿī in 2. bzw. 3.Generation.
➡ 7. Abū ʿUbayd Ibn Ḥarbawayh (gest. 319 n. H.), der Richter Ägyptens
und einer der schafiitischen Gelehrten, deren Ansicht in der Rechtsschule
anerkannt war.
➡ 8. Abul-Ḥasan Ad-Dāraquṭnī (306 - 385 n. H.), der bekannte Imām und
Siegel der früheren Ḥuffāẓ aus Baġdād.
➡ 9. Abū Jaʿfar Muḥammad Ibn Naṣr At-Tirmidhī (gest. 295 n. H.), der
Schaykh der Schāfiʿiyyah im Irak und Schüler von Imām Asch-Schāfiʿī in
2.Generation.
➡ 10. Muḥammad Ibn Naṣr Al-Marwazī (202 - 294 n. H.). Er gehörte zu den
direkten Schülern von Imām Aḥmad und zu den Schülern von Imām Asch-
Schāfiʿī in 2.Generation. Er war, was seine Rechtsschule angeht, Anhänger
von Imām Asch-Schāfiʿī und verfasste ein großartiges Werk namens: „Taʿẓīm
Qadr Aṣ-Ṣalāh“. Darin erwähnte er etliche Aussagen, dass der Unterlasser
des Gebets Unglaube begeht und aus dem Islam austritt.

▪ Al-Ḥāfiẓ Ibn Ḥajar (773 - 852 n. H.) sagte:


„Was denjenigen angeht, der das Gebet unterlässt, so kam es hierbei zu
Unstimmigkeiten. So vertraten Aḥmad, Isḥāq, manche Mālikiyyah und von
den Schāfiʿiyyah Ibn Khuzaymah, Abū Aṭ-Ṭayyib Ibn Salamah, Abū ʿUbayd
Ibn Ḥarbawayh, Manṣūr Al-Faqīh und Abū Jaʿfar At-Tirmidhī die Ansicht,
dass er dadurch Unglaube begeht, selbst wenn er nicht seine Pflicht
leugnet.“ [Siehe: „Fatḥ Al-Bārī“ (Ḥadīth 6484)]

Fazit: Die früheren und großen Gelehrten, die der schafiitischen


Rechtsschule zugeschrieben werden, haben überwiegend die Ansicht
vertreten, dass die Unterlassung des Gebets großer Unglaube ist, selbst

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Derjenige, der das Gebet unterlässt bei Mālik und Asch-Schāfiʿī – Islam Study

wenn die Person die Pflicht des Gebets nicht leugnet. Gleiches wurde auch
über Imām Mālik überliefert. Die meisten erwähnten Gelehrten in dieser
Abhandlung waren direkte Schüler von Imām Asch-Schāfiʿī oder seine
Schüler in 2.Generation (Schüler seiner Schüler) und lebten lediglich 100 bis
150 Jahre nach dem Imām ihrer Rechtsschule (im 3./4. Jahrhundert nach
der Hijrah). Die meisten Schāfiʿiyyah und Mālikiyyah dagegen, die die
Ansicht vertreten, dass die Unterlassung des Gebets kein Unglaube ist,
kamen erst viel später (6. bis 12. Jahrhundert) und darüber hinaus waren
viele von ihnen dafür bekannt, dass sie in vielen Bereichen der Religion –
allen voran in den Grundlagen – der sunnitischen Ansicht und somit der
Ansicht von Asch-Schāfiʿī und Mālik widersprachen.
Von daher ist die Ansicht der großen und früheren schafiitischen Gelehrten
– und Aḷḷāh weiß es am besten –, dass die Unterlassung des Gebets
Unglaube ist. Und somit übereinstimmen sie hierbei mit dem Konsens (Al-
Ijmāʿ)5 der Ṣaḥābah hinsichtlich des Unglaubens desjenigen, der das Gebet
unterlässt.

▪ Imām At-Tirmidhī (209 - 279 n. H.) - möge Aḷḷāh ihm barmherzig sein -
sagte: „Kapitel: Was authentisch über die Unterlassung des Gebets
überliefert wurde: ʿAbduḷḷāh Ibn Schaqīq (gest. 108 n. H.) berichtete: „Die
Gefährten Muḥammads - Aḷḷāhs Segen und Frieden auf ihm - sahen (die
Unterlassung) keiner Pflichttat als Unglaube an, außer die des Gebets.“
[„Jāmiʿ At-Tirmidhī“ (2623)]

▪ Al-Ḥāfiẓ Ibn Rajab (736 - 795 n. H.) - möge Aḷḷāh ihm barmherzig sein -
sagte: „Und viele Gelehrte von Ahlu Al-Ḥadīth vertreten die Ansicht, dass
derjenige, der das Gebet unterlässt zum Ungläubigen erklärt wird (der
Takfīr auf ihn gesprochen wird) und Isḥāq Ibn Rāhawayh erwähnte den
Konsens (Al-Ijmāʿ) darüber. Er machte sogar die Aussage dessen, der sagt:
,Er begeht durch die Unterlassung der (Pflicht)säulen keinen Unglauben,
solange er sie bestätigt,' zu den Aussagen der Murjiʾah.“ [„Fatḥ Al-Bārī“ von
Ibn Rajab (1/23)]

➡ Zu behaupten, dass die Mehrheit der Gelehrten die Ansicht vertreten


würde, dass der Unterlasser des Gebets kein Ungläubiger ist, ist mehr als
zweifelhaft, auch wenn dies so von manchen verbreitet wird. Vielmehr

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Konsens/Übereinkunft (Ijmāʿ): Der Ijmāʿ ist nach dem Qurʾān und der Sunnah die dritte Quelle
der islamischen Rechtssprechung.

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Derjenige, der das Gebet unterlässt bei Mālik und Asch-Schāfiʿī – Islam Study

deuten zahlreiche Beweise aus dem Qurʾān und der Sunnah und vor allem
der Konsens der Ṣaḥābah und die Aussagen über die drei Imāme: Mālik,
Asch-Schāfiʿī und Aḥmad und die Schüler dieser drei in 1. und 2. Generation
darauf hin, dass der Unterlasser des Gebets kein Muslim ist.
▪ Imām Aḥmad sagte: „Und im Ḥadīth wurde überliefert: ‚Derjenige, der das
Gebet unterlässt, hat keinen Anteil am Islam.‘ So hat jeder, der das Gebet
missachtet und es geringschätzt, den Islam missachtet und ihn gering
geschätzt. Und ihr Anteil am Islam hängt vom Anteil ihres Ausmaßes am
Gebet ab. Und ihr Interesse am Islam hängt vom Anteil ihres Interesses am
Gebet ab.“ [„Ṭabaqāt Al-Ḥanābilah“ (1/348)]
▪ Imām Ibn Taymiyyah (661 - 728 n. H.) - möge Aḷḷāh ihm barmherzig sein -
sagte, nachdem er die Ḥadīthe erwähnte, die auf den Unglauben dessen
hinweisen, der das Gebet unterlässt: „Und das alles weist darauf hin, dass
das Gebet die Grenze ist, welche ihn (den Mann) in den Īmān eintreten lässt,
wenn er es verrichtet und ihn aus ihm ausschließt, wenn er es unterlässt.“
[„Scharḥ Al-ʿUmdah“ (4/86)]

Und zum Abschluss möchte ich nochmal erwähnen, dass der mehrfach
bestätigte und überlieferte Konsens der Ṣaḥābah bei dieser Thematik
ausreichend ist und als klarer Beweis, der nicht uminterpretiert werden
kann, angeführt wird.6 Und wenn der Konsens der Ṣaḥābah nicht akzeptiert
wird, welcher Konsens wird dann überhaupt akzeptiert?!

Und Aḷḷāh weiß es am besten.


Geschrieben von Abu Suleyman
(1440/8/29 - 05.05.2019)

@Abu.Suleyman1438
https://t.me/islamstudy_Hadith

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Imam Ibn Al-Qayyim erwähnte, dass dies der Konsens der Ṣaḥābah ist, da ʿUmar in der
Anwesenheit der Ṣaḥābah sagte: „Derjenige, der das Gebet unterlässt, hat keinen Anteil am
Islam.“ und keiner von ihnen missbilligte diese Aussage oder widersprach ihr. [Siehe: „Aṣ-Ṣalāh“
von Ibn Al-Qayyim (S. 67)]