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Hartmann von Aue.

HARTMANN VON AUE gilt als der erste große


hochhöfische Kunstdichter. Er entwickelte den von
HEINRICH VON BELDEKE eingeführten Stil der
höfischen Kunstpoesie weiter (höfischer Epenstil),
dichtete Lieder der hohen Minne, der Absage an die
Minnekonvention und Kreuzzugslieder. Seine
Hauptbedeutung liegt auf dem Gebiet der Epik.
Lebensgeschichte.
Über die Lebensgeschichte von HARTMANN VON AUE ist kaum etwas
bekannt. Weder sein Geburts-, noch sein Todesjahr sind sicher überliefert;
auch zu seiner Herkunft oder zu seinem Leben gibt es keine gesicherten
Angaben. Er wurde vermutlich um 1160–1170 geboren, soll ein gebürtiger
Schwabe gewesen sein, möglicherweise dem Ritterstand angehört und eine
gelehrte Bildung genossen haben. Er galt als sehr belesen.
HARTMANN nannte sich selbst „Dienstmann von Aue“. Er entstammte wohl
einem Ministerialengeschlecht; auf jeden Fall stand er als Ministrale im Dienst
eines Herrn VON AUE. Die Herkunftsbezeichnung „Aue“ lässt Fragen offen.
„Aue“ bedeutet soviel wie „Land am Wasser“ und war ein häufiger Ortsname.
Möglicherweise handelt es sich hier um einen Ort bei Freiburg.
Wahrscheinlich nahm HARTMANN VON AUE 1197 am Kreuzzug FRIEDRICH
BARBAROSSAs teil. Diese Auffassung ist in der Mädiavistik (der Wissenschaft
vom Mittelalter) jedoch umstritten. 1207 wird er als noch lebend, um 1220
als verstorben erwähnt. Er starb vermutlich zwischen 1210 und 1215.
Literarisches Schaffen.

HARTMANN VON AUE wurde bekannt durch sein literarisches Schaffen.


Er gilt als der erste große höfische Kunstdichter. Er entwickelte den
Stil der höfischen Kunstpoesie weiter, der von HEINRICH VON
BELDEKE eingeführt wurde. Der von ihm vertretene höfische Epenstil
wurde zum Vorbild für GOTTFRIED VON STRASSBURG, der seine
„cristalînen wortelîn“ rühmte.
HARTMANN VON AUE kehrte sich zunächst vom herkömmlichen
Minnesang ab und bekannte sich zur niederen Minne. Zu seinen
Minneliedern gehören:

-Lieder an eine Jugendgeliebte (in ernstem Ton verfasst) und


-Lieder an eine neue Geliebte, die wahrscheinlich einfachen Standes
war (niedere Minne; in schalkhaftem und anmutigem Ton verfasst).
Nach dem Erlebnis des Kreuzzuges wandte sich HARTMANN von
der irdischen der himmlischen Minne zu. Etwa um 1196–1198
entstanden seine dichterisch wertvollsten Lieder, die Kreuzlieder.
(Kreuzlieder sind auch unter dem Begriff Kreuzzugslyrik bekannt
und haben den Konflikt des Ritters zwischen Minnepflicht und
Kreuzzugspflicht zum Thema, meist im Stil des Minneliedes, das
den schmerzvollen Abschied des Ritters von Heimat und Geliebter
schildert.)
HARTMANN VON AUE gilt außerdem als bedeutender Epiker.
SeineWerke „Erec“ und „Iwein“ entstanden unter dem Einfluss des
Artus-Romans von CHRÉTIEN DE TROYES. Weiterhin bekannt sind
die Erzählung „Der arme Heinrich“ und die
Heiligenlegendendichtung „Gregorius“ (um 1190).