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GASSCHUTZ UND LUFTSCHUTZ

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10. JA HR GAN G N R.3, S.39-58 MÄRZ 1940

In sämtlichen Aufsätzen handelt es sich um die persönlichen Ansichten der Verfasser und nicht um Anschauungen
dienstlicher Stellen.

Anregungen und Winke für eine erfolgversprechende
Gestaltung der Ausbildung im zivilen Luftschutz
Hauptmann der Schutzpolizei Ha n i s eh, Polizei ver walLung Frankfurt (Main)

Die f{)lgcnucn A us füh runge n befassen sich im be - li zeioffizier. behführcr im S.- Li. 11. -I)II.:nst, Amts-
sonderen mit der Ausbildung des S.- u. II. -Dien stes. triiger des Reich s luftsehut zbundes. Werk - oder 13e-
können jedoch sinngemiiß auch auf di e Ausbildung triebsluftschutzlciter, wird sich imm er wieder von
der übrigen Gliederungen des zivilen Luftschutz es . "orn mit den Din gen des zivilen I.uftschutzes be -
wie Luftsehutz\ovarnd,ienst, Werkluftschutz, Selbst- i':issen müssen.
schutz und erweiterter Selbstschutz, übernommen ,-\u \' bchiire!liche Richtlini en !.!estützt lind durch
Werden. Sie wollen in da s schwierige Gebiet de r !.!ewonnene Erfahrun!.(en enÜinzt. wird sich überall
Au sb iluung Klarheit bringen und durch einen Aus- ein mehr oder weni ,Jer gldchm iißi gcs Ausbildungs-
tausc h von Erfahrungen und Vorschlügen weitere <;ehema eingebürgert haben. Die Schulung wird in
Bausteine zu einer erfolgreichen Schulun f1 sbititlkeit der Regel mit der Grundausbildung beginnen, in der
liefern. . ,... " laufenden theoreti schen und praktischen 'v\ 'eiterbil-
. Nach nunmehr jahrelanger Ausbiluungshitigkei t dung fortgesetzt werden unu mit der Ausbiluung
111 allen Luft schutzorten ist anzunehmen, daß uie im !.!eschlossenen Verband ihren zeitbedingten Ab-
elementare Schulung, soweit sie die Vcrh~iltnisse im sehiuß finden. Dieser \\fcchsel wird sich i'nnerha lb
Altreich betrifft, zur Zcit cincn c rsten Abschluß e r- eine s Ausbildungsjahres vollziehen, wobei von Jahr
reicht ha t. Durch thcorctischc und prak tische U n- I.U .Jahr besonders die letzten bei den Schulun llS-
terweisungcn, durch Einzcl- unu V crbandsausbd- methoden ständig vertieft und die Anforderungen
Jung und durch Heram:ichung aller Kriiftc zu LuFt- l'l'höht werden müssen.
schutzübungen allcr Artcn wird cine den augen- Maßgebend für die Durchführun g der Ausbildung
blicklichen Vrhii ltnissen und Bedürfnisscn entspre - si nd die Stoff- oder Ausbildungsplüne, die vom ört-
chenue Einsatz- und Ve rwendungsbercitschaft dcs lichen Luftschutzleiter und den Verantwortlichen
zivilen Luftschutzes ,l!cgcben sein. Im cinzelncn ge- der übrigen Gliederungen, im Einvernehmen mit
schen, werden die A usbi l dun!.!svcrh ~i1tnissc in den den Fachführern und Faehberatern. nach behörd-
verschiedenen Luftschutzorte;' jedoch noch n:eht lichen Richtlinien in ihren G run d s ii t zen auf-
ul1terschiculieh sein. Dafür dürften verschic~lcne L!estellt werden. Im einzelnen werden z. ß . im S.-
Cri.inue vorliegen, z. 1:3.: verspiitctes Einsetzen der LI. I I.-Dienst in der R egel die Luftschutzab schnit te
Ausbildung. besondcrs in ucn wcs tueutschen mit der weiteren Gestaltung der Ausbildung nach
Grenz luftschutzorten info l!.!e außenp olitischer Rüek - einsa tztak tischen Cesich ts punk ten un tel' Berück -
sichtnahmcn, shindiger W'echscl im Krüftebcstand. sichtigUIW einer Dezentralisierun<! beauftragt. Da -
hedingt durch zeitgemiilk innerpolitischc Notwe n- mi t ~il1lt uie I.uft sehutzabschniti:' als di e eigent- C

digkeitcn , Neuaufstellung von Fo rmatione n und lichen Trüger der Sehadensbekiimpfung auch für die
Verbiindcn als zwan ef s r5 e cl ebene Fol'lee rscheinun(5 Ill'dnunllsmiißi!.!e und einheitlicl1l' Schulull l! ihrer
der durch das Luftsel~~It:,,;csetz und Jie Durchfül~~ I( riifte · vera nt~v()rt l ich . .
I'ungsve l'ordnun gen gesel~a Hellen klaren Verhiilt- Di e S t 0 f f p I ii n ewe I' cl e n e n t h a I t e !, :
~)is se u. a. m. Bctrachtet man den Ausbildungsstand 1. die für alle I( r ~ifte gleichmiißi ge G l' und -
i11 den einzelnen Fachspa r ten ues S.- u. I r.-Dien stes sC h u I u n g uurch I~ infühn:ngs-, Allgemein -
oder a nderer Lliftschlitzgliederungen se lb st, so und Fachvortriil!e. Die ei ns·chlällillen Fach -
Werden <luch hier erhebliche Unterschiede festzu - themen werden 'g rLlnds~itzlich durcl{ die Fach -
stellen sein. So haben 7,. B. Fellerlöschdienst oder fi.ihrel', die i.ihrigen Vortr~ige durch LuftschLitz-
Sanibitsdienst, um nur einzelne heraus7,ugreifen , in - offiziere abzuhalten sein,
. tolge ihrer friedensmiißi g aufgebauten Organisation 2. dic laufe nde theoretische und ]1l'ak tische Ein -
und bestiindi!.! bleibenden Ausbildung 7,weife ll os z e I - LI n cl T ru p paLi s b i I dun Q im Ge-
ein "Plus" z~ verzeiehncn. Alle diese U mstiind e hrau eh des den K I'ii ften des ziv il en Luft schutzes
er fordern daher ein stiindiges Wied e r-v on -vorn - zur Verfügun ~! ges tellten und zur Ilandhabung
Anfangen une! eine Be rück sichtigung des unt e r- hestimmten Cer iites und der Ausrüstung ein -
sc hi edlichen Ausb ildun gssta nd es beim Aufbau der ~chließlich des Gasschutzgeriits; darüher hin -
Ausbildun.!.!s- und Stoffphine. Aber auch selbst da , aus die Schulung in Teiliibllngen lind Belch-
Wo der Ausbildungsstancl, durch besonders gün - rungsplanspielen.
stige, ürtliche Verhiiltnisse bedingt. all ge 111 e in 1. die Ausbi ldun g im t! e s ch I 0 s sen e n Ver -
als befriediuend alwesehen werden kann ' wird man ha n d als 'bsehl~") der vo rh er gen ~\ nnten
sich ein "Ausruhei)'" auf dem Erreichten:' nieht er - Schulungsmethoden unter Ilc ranzic hung der
lauben kiinnen, da wohl niruen ds so se hr wie !.! '-' ~ Kriift e zu Luftschutzi.ihungen.
rade im zivilen Lufts(;hlltz ~las Spricll',\'ori: .. Still -
stand bedeutet Rüek!.!an!.!'· Geltun!.! hat . Dcr Lehre r Tn der G I' LI n d s e h u I u n!! sollen die I(riifte
lind Ausbilder im z l,; ilcl~ Luftschut z. :;ei er nun Po- in das Gehiet de s ziv ilen Luftc;chlltze'i einQcführt

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und mit ihren Aufgaben \'ertraut gemacht werden. Luftem pti ndliehk eit" \'ura u fgc;.!angL'I' sei n. wohei
Dies geschieht allgemcin dureh Einfüh rungs-. A 11- zu bemerken ist. daß den ver~inderten innen - und
gemein- und Fachvortr~ige. in die sich Polizei- und :t'lßenpolitischen Verhältnissen seit 1933 bz\\'. lq3H
Fachführer teilen. Inder Grundausbildung komm t gehührend Rechnun g get ra gen werd en muß.
es darauf an, dUich Vermittlung des unbedingt Wis - Erfahrungen haben gezeigt. da!) dUITh die Schil -
senswerten die U nterlagen für die weitere Schttlunj1 derun<f der a('schichtlichen Entwicklunu des Luft ·
zu schaffen. Sic wird daher besonuers sorgfälti),i sehut;~s in ~!er Kriegs- und Nachkri e'g!>ze it') das
vorzubereiten und durchzuführen sein. Notwcndig Intcresse der ZtdlÖrer, besonders. wenn Kriegsteil .
ist es, die Ausbildung von Anfang an so zu pe · nehmer dabei sind, von Anfang an geweckt wird
stalten, daß das Interesse der llörer geweckt wird und erhalten bleibt. Man kann diese Schilderun g
und erhalten bleibt, damit die Aufnahmebereit- dadurch eindrucksvoll ges talteil , da\) die Verhiilt ·
schaft nicht erlahmt. Der Vortral.!ende wird sich in nisse und Unterschiede auf dem Cebicte des Luft -
die Ideenwelt der Zuhörer einfühlen, BildungsgraJ schutzes vor und nach der Machterureifull(1 durch
und Aufnahmevermögen berücksichtigen müssen. di e NSDAP. gebührend hervorgehob~\l wer(!en.
Eine im Anfang oft zu beobachtende Zurückhal - Kurz zusammenf1cfaßt erwähne man daher die
tung - um nicht zu sagen .,stille Opposition" - Luftangriffe auf w~st- und süddeutsche Städte in
bei den Zuhörern darf den Redn er nicht he - den einzelnen Kriegsjahren, ihre \Virkungen (Kurls -
eindrucken. Erfahrungsgemäß stellt sich das lnter- ruhe 116 Tote, darunter hauptsiichlieh Kinder) so-
esse im weiteren Verlauf der Vortriige sehr bald wie die getroffenen Abwehrma!~nahlllen und be-
ein und wächst von Stunde zu Stunde. Ein häufiger leuchte anschaulich die ersten Ansiitze ziviler Luft ·
Wechsel bei den Ausbildern muß möglichst ver- schutzlllaßnahmen, wie Aufkhirung der Bevölke-
mieden werden , da Cl' gerade im Anfang n!cht rung, Maßnahmen zur A larlllierul;g. Einzel - lind
störend wirken kann . Sehr wesentlich ist es, da!) Sallllllelsehutz, Verdunklung, Ta I'llun g, Einsa tz der
der Vortragende den Stoff selbst beherrscht, daß Fcuerwehr, des Deutschen Roten 1-: reuzes. von Auf-
er überzeugend und bild reich vorträgt und daß Cl' riiumungstrupps. Polizei u. dg), mehr. Die beruhi -
mit ausreichendem Anschauungsmatcrial (Karten. ~e nde moralische Wirkung ~nilitiirischer Abwehr
Skizzcn, Tafeln, Lichtbildern u. dgL) versehen ist. als Vorliiufer der gegenwürtigen Luftabwehr wird
Er muß weiter berücksichtige n. ob er es mit Anfän - besonders hervorzuheben sein . Es wird auch daraul
gern oder Eingeweihten zu tun hat. Bei neu erfaß - hinzuweisen sein, daß dank der getroffenen Luft -
ten Kr ~iften soll man keine Vorkenntnisse voraus- sehutzmaßnahmen, insbesondere der Aufkhirung.
setzen. die, falls sie vorhanden sine!. vielfach auf die Verlustziffer (Tote, Verletzte) trotz vermehrter
falschen Auffassungen beruhen. E~ gilt dann, irrige und wirkungsvollerer feindlicher Luftangriffe in den
Vorstellungcn zu verbessern und verkehrte Ansich- letzten Kriegsjahren nicht mehr wesent lich gesk"
ten richtigzustellen. Bei geisti~ Höherstehenden gen ist .
oder ,'or Führern der Formationen werden die Luft- . lIS der Zeit nach dem Zusammenbruch wird
schutzprobleme von einer höheren Warte zu be - man den l !örern u. a. die Wehrlosigkeit des deut -
trachten sein. Hinsichtlich der Zugehörigkeit der schen Volkes auf Grund des Versailler Diktat('s.
Kriifte zu den angegebenen Gliederungen des die Tatenlosigkeit regierender Stellen sowie die
zivilen Luftschutzes werden die Vorträge auf die alll.!elllein herrschendc Gleichuültil.!keit in bezuu aur
besonderen i otwendigkeiten der einen oder an - Abwehrmaßnahmen gegen L'Uftgcfahren einelrtleks-
deren Gliederung entsprechend abzustellen sein. voll vor Augen führen und hesonders auf die Luft -
Fremdwörter, nicht allgemeinverständliche F,lch - rüstungen der Fremdstaaten hinweisell. Aus der
ausdrücke und sogenannte "Doktorthemen" sollten F olgez~it sind dann die wesen tlichsten E reignissL'
unter allen Umständen vermieden werden , da sie auf dem Gcbiete ziviler Luftschutzmaßnahmen zu
Mitkommen und Verständnis ungemein erschwe- streifen, z. B.: Ergebnis des Pariser Luftabkom -
ren. Ein volkstümlich gehaltener Vortrag unter mens vom Jahre 1926, allnüihliches Erwachen und
guter deutscher Übersetzung von Fremdwörtern Wiederbesinnung des deutschen Volkes, insbeson -
erreicht immer noch die beste Wirkung. Vor · dere einsetzende Tiitigkeit nationalgesinnter Kreise
teilhaft ist es. sich eine Disposition zurechtzulegen, und Verb ~i nde (Flakverein usw.). Hinsichtlich elcr
die in sachlicher Aufeinanderfolge das Wesentliclll' Fiirderung und Erstarkung des Luftschutzgedankens
enthält. verweise Illan auf die Gründun!! rics " Deutschen
Im fol genden soll an Hand eines 'ehulbeispic1s LuFtschutzvereins E. V. 1927", auf da ~ Erscheinen
der Ablauf eines Vortrages veranschaulicht werden . einheitlicher Gasschutzvorschriften , di e inhaltlich
Der Vortrag lautet: ,,\Vesen. Aufbau und Aufgabe zum Teil in der im Jahre 1931 erstmalig ersehei
des zivilen Luftschutzes" oder kurz: "Das Luft - nenden ,.Vorläufigen Ortsanweisung für den Luft -
schutzproblem" nach folgender Disposition: schutz der Zivilbevölkerung" ihren iederschlag fin -
a) Geschlchtliche Entwicklung des Luftschutzes den. auf die Bildung der "Deutschen Luftschutzlig,,"
allgemein unter besonderer Berücksichtigung und ihre Zusammellarbeit mit dem Deutschen Stüdtl'-
der Verhältnisse in Deutschland von der tag u. a. m . Anschließend daran wird das wesent -·
Kriegszeit bis zur Gegenwart. Iiehste Ereignis des Jah res 1932, die Gründung des
b) Entwicklung des zivilen Luftschutzes zu der .. Deutschen Luftschutzverbandes E.V ." , zu erwühnen
heutigen Form, seine ~ otwendigkeit und seine sein, welcher die zentrale Zusammenfassunl.! und
Aufgaben. einheitliche Lenkunu allel' Luftschutzbestrebun~e\l
c) Organisation und Einteilung des zivilen Luft - zum Ziele hat. Zt;m besseren Verständnis ~er ·
schutzes allgemein unter besondcrer Beh.lnd - Ulciche man die Tiitigkeit dieses Bundes mit den
lung der zur Rede stehenden Or!-!anisation Aufgaben des heutigen Reichsluftschutzbundes und
(Karten, Skizzen). dcn Aufh,llI heider Verbände in organisatorischer
d) Hinweis auf die weitere \'ortragsgestaltung un - Hinsicht. . .
ter Zugrundelegung dieses Vortrages als An uf die Entwick lung des zivi len Luftschutzes
halts- und Ausgangspunkt. naeh der j\ \ aehtergreifung durch die :\lSDAP. iiber·
I) AI .. \\ ~d cria l hierfür kommen di e AusflihT un gc ll \Oll General de i"
Diesem Grundvortra!-! wird in der Regel der Ein - Ar\. a. D . G r i 111 mein "Ga., c ""l z ullcl I.uft< c"u !z· 8 11938), IR6.
führun,l!svort1':1g "Deutschland" I ,uftgcfiih rclll n~f li nd 218. 250 in Belracht.

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gehend , ist der seh nel1e Aufs tieg hervorzuheben, rissen ihrer Tti tigkeit einzuschalten sein, wobei be ·
der nur dadureh möglich wird, daß die nationale merkt wird, daß für jcde Organisation ein weiterer
Regie rung im GegensatL: zu ihrer Vorg~ingerin als ausführlicher Vortrag vorzusehen ist. An Hand von
eine ihrer ersten Aufgaben die Herbeiführung einer Plänen und Skizzen ist den Hörern die Einteilung
völligen Einheitlichkeit im Aufbau des zivilen Luft- des zivi len Luftschutzes bildlich vor Augen zu
schu tzes ansic ht. Aueh im folgenden werden die führen. Auf die Luftschutzmaßnahmen der Wehr-
bemerkenswertesten Ereignisse in der Aufbaubtig- macht, Reichsbahn, Rcichspost, Reichswasserstra-
keit h e rvo rge hoben werden , u. a.: einheitlich e Zu - ßen und R eichsautobahnen wird unter Hinweis auf
sammenfassung aller Bestrebungen in den Händen die besondere Zusammensetzung dieser Behörden
des R eichskommissa rs 1933, Zentralisierung al1 er nur im großen Rahmcn einzugehen sein.
zivilen und militärischen LuFtschutzmaßnahmen im Wie bereits erwähnt, ergibt sich die Möglichkeit,
Reichsluftfahrtministerium im gleichen Jahre, Grün - auf diesem Grundvortrag in logischer Entwicklung
dung des Reich sluftschutzbundes mit dem Ziele der alle übrigen Thcmen aufzubaucn . In einer Aufstel-
Zusammenfassung aller noch bestehenden Einzel- lun g soll anschließend cine Vortragsreihe von all-
verb~inde und Erfassung al1er Bevölkerungssehich- gemeinen und Fachvortr~igen in der gedachten Folge
ten zur freiwil1igen Mitarbeit im Selbstschutz. Aus aufgezäh lt wcrden, wobei bemcrkt wird, daß eine
den folgenden Jahren wiiren der AuFbau der Aufzählung der speziellen Themen für die einzelnen
ReichsluFtfahrtverwaltung, die Bildung von Luft- Fachsparten infolge ihrer örtlich verschiedenen Zu -
ämtern, der machtvolle Ausbau der militärischen sammensetzung nich t erfolgt.
Luftabwehr im Zuge dcr Wehrhaftmachung des
deutschen Volkes und als wichtigstes Ereignis die Vortragsfolge :
gese tzliche Untermauerung des zivilen Luftschutzes (Einführungs- und A llgemeinvortrüge)
durch das LuFtschutzgesetz, die Durchführungs- a) 0 e u t s chI a n d s L u f t g e f ä h r dun gun d
und die sozialen Verordnungen in den Jahren 1935 Lu f te m. p f i n d I ich k e i t oder: Die geo-
und 1936 zu erw~ihn en. und luftpolitische Lage Dcutschlands Cl Stunde).
Im weiteren Verlauf des Vortrages werden die b) 'W e sen, Auf bau und Auf gab c n des
Ursachen und ZusammenlüinQe beleuchtet werden z i Y i I e n Lu f t s c hut z e s oder kurz: Das
müssen, die zur Entwicklung lier heutigen Form des Luftschutzproblem (2 bis 3 Stunden).
zivi len Luftschutzes geführt habeIl. Man wird da- c) F lug m eId e die n s tun d Lu f t s eh u tz -
her auf dic ungeahnte technische Entwick lung der war n die n s t sowic ih rc Aufgaben (1 Y:I bis
Luftwaffe al1gemein und dic zivilen Luftsehutz - 2 Stunden).
bestrebungen ' in den Fremdstaaten eingehen und cl) Der S ich e r h c i t s - und H i 1 f s die n s t :
hervorheben, daß im Gegensatz zum Weltkrieg der Organisation und Aufgaben allgemein (1 Stunde).
Luftwaffe als dem dritten Wehrmachtteil heute einc c) 0 r g a n isa ti 0 nun d Auf gab end e r
selbständi ge Verwendung zugedacht ist, daß si e die ein 7. ein e n l' a e h s par t e n: Polizei, Feuer ·
Aufgabe hat, das Hinterland des Gcgncrs aufzu- lösch dienst, Sanitätsdiens t, Veterinärdicnst,
suchen, diesen durch Zcrstörung rier wichtigstcn Instandsetzungsdienst, Entgiftungsdienst, Fach-
Lcbensadern in seiner Kampfkraft zu schiidigen trupps (2 Stunden).
und ihn auf die Knic zu zwingcn. Damit taucht das f) Die ufgaben der Stadtvcrwal -
Gespenst des totalen Krieges auf, der Kiimpfer tun g : Obdachlosenfi.irsorge, Bestattungswesen
odcr Nichtkiimpfcr, Mann , Frau und Kind in glei- (-1-0 Minuten).
cher Weisc trifft. Zur Abwchr dieser neuen Gc- g) 0 i e ö r t I ich e Ein t eil u n g des S. - und
fahr wird eine starke Verteidigung in erd- und H . - Die n s t e s unte r Berücksichtigung der
nicht erdgebundenen Waffen geschaffen werden LuFtschutzdienststellen der Polizei (1 Y. bis
müssen. Dem I-Iörer wird nun klarzumachen sein , 2 Stundcn).
daß diese Maßnahmen nicht vollkommen schützcn h) Der Wer k I u f t sc hut z : Organisation und
könn en , daß man vielmchr zu dcr Erkenntnis kam, Aufgaben (40 Minuten).
daß auch einc noch so starkc Luftwaffe in folge der i) Der SeI b s t sc hut z: Organisation und Auf-
U n endlichkeit des Luftraumes nicht unter all en gaben, Tätigkeit des Reich sluftschutzbundes
Umständen den Durchbruch feindlicher LuFtstrcit- Cl Stunde).
kriifte verhindern kann . k) Der e r w ei t e r t c Sei b s t s eh u t z: Or-
Es gilt daher, diesen Umshi nden Rechnung tra- ganisa ti on und Aufgaben (1 Stunde).
gend, weitere vo rbeugendc Maßnahmen zu treffen, I) Die Lu f t w a f f e : Arten der Flugzeugc, An-
um die noch bestehend e Gefahr, wcnn auch nicht griffsm ittel (Bombenartcn) und ihre Verwen-
ganz auszuschalten, so doch wesentlich zu mildern, dun g beim Angriff (l Y:! bis 2 Stunden).
um das Schlimm ste, die Zermürbung der Zivi lbe- m) Die A b weh r mit tel g e gen L u f t -
völkerung, zu ve rhindern. A ls solche zusü tzliehen an g r i f f e: Erdgebundene und nieht erdge-
Vorbereitungen wird man die zivilen LuFtsehutz- bundene Abwehr Cl Stunde).
maßnahmen bezeichnen, mit deren Durchführung n) Die chemisch e n Kampfstoffe: Ar-
eine neu aufzustellende Organisation, nämlich der ten, Einteilung, V e rwendungsweise, Wirkung
zivile Luftschutz, insonderhcit der S.- u. H. -Dienst, und Zweck der chemischen Kampfstoffe
beauftra gt wurde. Auf die Beschaffenheit und Zu - (1 Stu nde).
sammen setzung dieser Organisation eingehend, 0) Schutz und Abweh r gegen che -
wird mar~ kurz untersuch en müssen, welche beson- mische Kampfstoffe: Entgiftung und
deren Aufgaben ihr zukommen. Diese ergeben s ich Gasschutz durch Gasschutzger~it und Schutz-
wiederum aus den Wirkungen eines Luftangriffes raum (1 Stunde).
auf dic verschiedenen · Lebensadern eines Volkes p) 0 i e Gas s c hut z ger ~i. t e, insbesondere
und das Gefüge eines Staatswesens. Zum besseren S-Masko und Volksgasmaske, kurze Beschrei-
Verständnis wird man auch hierbei die Erci!.!nisse bung. Ei n e besondere Schulung mit Gasschutz-
des Weltkrieges und die kriegerischen Erdgnisse gerät erfolgt in der praktischen Ausbildung
der Gegenwart als Beispiel heranzid1en . llieran an - Cl Stundc).
knüpfend, wird eine Aufzühlung der einzelnen Siiu- q) Ver du n k 1u n gun d T a r nun g , Wesen
len des zivilen Luftschutzes lind in große n U m - und Zweck dieser Maßnahmen Cl Stunde).

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r) Die T ä t i g k e i t der Pol i z e i bei der a) Lebendige Gestaltung der Einzelausbildung
Alarmierung und Entwarnung der Bevölkerung durch Übungen am Objekt.
und der Feststellung von Schäden nach Luft- b) Weitestgehende Einschaltung der Führer im
angriffen Cl Stunde). zivilen Luftschutz zur Beaufsichtigung und
s) Da s Wes· c n t I ich e a u s dem L u f t - Kontrolle.
s c hut z g e set z vom 26. J uni 1 93 5, den c) Besondere Förderung d er U ntcrführerausbil-
Durchfi.ihrun!1s- und sozialen Verordnungen dung in einsatztaktischen Fragen und durch
(2 bis 3 StUl1den). Belchrunasplanspiele.
cl) Zweckmäßige Aufstellung de r Ausbildungs-
Ergänzend hierzu sei bemerkt, daß die ange - pläne unter Berücksichti g~lIl g der zur Ver-
führten Zeiten Mind es tzeiten s ind. Größere Stoff- füouno stehenden Z eit und des unvermeid -
gebiete we rden so zu behandelt: sein, d:tß ie zu- ba~en""Ausfalls von O bungsstu n dcn \.I. a. m.
nächst in einem Hauptvortrag von e tw a 40 bis
50 Minuten Dauer zusammengcfaßt werden. Zur Die ge s chI 0 s sen e oder Ver ban d s a 1I ~ -
Ergänzung und Vertiefung des vorgetragenen Stof- bi I dun g, etwa mit dem Zug- oder Kompame-
fes sind etwa ein- bis dreimalige Wiederholungen exerzieren der Truppe vergleichbar, dient der Ver-
anzusetzen, in denen durch Fragen das Erlernte tiefung, Festigung und Vervollkommnung des in
üb erprlift werden kann. der Einzel- und Truppausbildung Erlernten. Das
G run d sät z li c h e dieser Ausbildung li egt dar-
Die 1auf end e t h C 0 r e t i s c h e und p r a k - in, die Kräfte in ihren geschlosse nen Einheiten
t i s c h e Ein z e I - und T r u p p aus b i I dun g , zusammenzufassen, diese im gegenseitigen Zu<;am-
die etwa mit der Waffenausbildung bei der Truppe menwirken zu üben und sie auf das gemeinsame
(in die'iem Falle Gerät und Ausrüstung) zu verqlei- Ziel der geballten Abwehr von S·:;h~iden, die durch
ehen ist, baut sich auf der Grundschulung auf und Luftangriffe entstehen, vorzubereiten. Die Kräfte
erfordert intensive Kleinarbeit. Die theoretischen werden daher zu Luftschutzübungen alle r Arten
Unterweisungen werden sich auf clie N otwendig- herangezogen. Man wird zunächst mit LuEtschutz-
keiten der Praxis einzustellen h aben. Im einzelnen teil übungen beginnen, zu denen die einzelnen Fach-
werden zu üben sein: Handhabung, Pflege, Behand- sparten oder Teile derselben in sich geschlossen
lung und Lagerung des Gerätes und der Ausrüstung herangezogen werden (Zugexerzieren), z. B. der
einschließlich des Gasschutzgerätes. Zusammenfas- F euerwehr- und Bergungstrupp eines Luftschutz-
send werden zur Vertiefung des Erlernten klein e reviers, eine Sanitätsabteilung oder ein Entgif-
praktische und Teilübungen, am zweckmäßigsten an. tungstrupp der Bereitschaftskräfte usw. Erst dann
geeigneten übungsobjekten, vorzusehen sein. Auf werden Luftschutzvollübungen unter Heranzie-
die formale Erziehung der Kräfte mit dem Ziele. eine hung mehrerer Fachsparten, der Kräfte eines oder
straff organisierte Luftschutztruppe heranzubilden, mehrerer in sich geschlossener Organisationsver-
ist von Anfang an besonderer Wert zu legen. bände duchzuführen sein (Kompanieexerzieren). In
Das G run d sät z 1ich e bei dieser Ausbildun~ allmählicher Steigerung der Anforderungen wird
wird darin bestehen , daß die Kräfte unter ihren man die Luftschutzvollübungen mit Sonderübun-
Führern trupp- oder zugweise zusamm~ngefaßt wer- gen, z. B. Fliegeralarm-, Verdunklungs-, Probcauf-
den, ihre Arbeitsstätten und Cnterküntte, ihre ruf-, Verlade- und Marschübung('n. verbinden. um
Kampfmittel und Befehlsstellen und letzten Endes die Kräfte mit allen Notwendigkeiten des zivilen
sich gegenseitig kennenlernen . Luftschutzes vertraut zu machen. Darüber hinaus
Eine mehr oder weniger gleichbldbendc Ausbil- müssen sie, insbesondere aber die Führer und
dungsmethode kann oft dazu verleiten, die Ausbil- Unterführer, durch Planspiele aller Art und Rah-
dung in ein starres Schema L.U zwängen, das sich menübungen in den einsatztaktischen Grundfragen
mehr und mehr in theoretischen Belehrungen ver- und in der Führungstechnik weitestgehend geschult
liert. Gerade darin liegt eine erhebliche Gefah r für werden . Übungen dieser Art werden neben elen
eine lebendige und wirklichkeitsnahe Gestaltung praktischen Ü bungen laufend anzusetzen sein. Im
der praktischen Einzelausbildung. Diese erfordert, einheitlichen Zusammenwirken mehrerer Organi-
soll das Interesse nicht erlahmen, Tätigkeit an ge- sationsverbände, z. B. des S.- u. H.-Dienstes mit
eigneten Übungsobjekten und auf Übungsplätzen Werkluftschutz, Selbstschutz, erweitertem Selbst-
sowie das Vorhandensein von ausreichendem schutz und, je nach U m shinden, Reich 'ibahn und
übungsmaterial. Vielfach fehlt es noch an einer Reichspost, erreicht die Verbandsausbildung ihre
gewissen Beweglichkeit und p ädagogischen Ein- einsatztaktische Reife. Die Heranziehung dieser
sicht. Bei den schon fri edensmäßig vorgebildeten Verbände erfolgt durch den örtlichen Luftschutz -
Fachsparten wird man einen anderen Maßstab an- leiter im Rahmen des vorgesehenen Obungspro-
zulegen haben als bei Anfängern. V erfehlt w~ire es, gramms. Dieses Programm enth ~i1t in zeitlicher
sie 'in den gleichen vorge ehenen Ausbildungsgang Aufeinanderfolge nach einem fest umrissenen P lan
einzuordnen. Es wird darauf ankommen, das Er- alle von den untergeordneten Dienststellen durch -
lernte zu festigen und. auf dem Erreichten auf- zuführenden Übu ngsarten. Die Verteilung erfolgt
bauend, weiter auszubilden. Erfahrungen a us den anteilmüßig auf die Luftschutzreviere. Luftschutz-
vergangenen Spannungszeiten haben zu der Er- abschnitte und den Luftschutzort. Um eine alle
kenntnis geführt, daß die praktische. ernstfall- Sparten und Forma tionen um fassende Beteiligung
mäßige Ausbildung künftig bevorzugt betri eben sicherzustellen, werden die Kräfte nach einem
werden muß und daß sich die theoretische Unter - Verteiler und unter Berücksichtigung eines fest -
weisung mehr auf die praktischen Bedürfnisse um- stehenden Prozentsatzes heranzuzi ehen se in. Werk -
zustellen hat. D er Schwerpunkt in der theore ti- luftschutz, Selbstschutz und erweiterter Selbst-
schen Ausbildung wird künftig mehr a uf eine völ- schutz se tzen darüber hinaus selbshindig Übun-
lige Beherrschung der luft- und einsatztaktischen gen an.
Grundfragen und der einschlägigen Begriffsbestim- Voraussetzung für eine erfolgreiche Verbands-
mungen zu legen sein. Die zur Erreichung des Aus- ausbildung ist, die Luftschutzübungen interessant
bildun gszieles notwendigen Voraussetzungen wer- und abwechslungsreich zu gestalten. Eine erheb -
den kurz zlisammengefaßt folgende sein: liche Gefahr liegt darin, daß zu sehr am "Schema"

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festgehalten wird, d. h .. daß die übungen in der Sparten werden Zeit und Raum zu berücksichtigen
sattsam bekannten, mehr oder weniger gleichblei- sein. Es wäre daher verfehlt, solche Aufträge zu
benden Reihenfolge ab laufen. Es gilt dahcr, sich ertei len, die in der zur Verfügung stehenden
vom Schema zu lösen, neue Einfälle in die Luft- Übungszcit wegen technischer Schwierigkeiten
schutzlagen einzullechten, außergewöhnliche Ein - oder, weil sie Jüngerer Vorbereitung bedürfen,
lagen zu bringen und auch unter erschwerten Ver- nicht bewältigt werden können. Solche Aufgaben
hältnissen, z. B. bei lacht , bei Verdunklung, wäh- werden am zweckmäßigsten als se lbständige Ein-
rend eines Fliegerangriffs oder unter Gasschutz- zclhandlu ngen im Ralm1en von Teil- oder Sonder-
ge rüt, zu arbei ten. Ü bungen in ortsfesten Einrich- übungen durchzuführen sein. So wird sich jede
tungen versprechen besonderen Erfolg, wenn diese Übung auf den Übungszweck auszurichten haben,
nach taktischen Gesichtspunkten in die Gesamt- der als wichtigstes Moment in den Vordergrund
ab wehrhandlung einbezogen werden . So wird z. B. zu stellen ist.
beim zentralen Bettennachweis die Verteilung der Im Zusammenwirken mit Werkluftschutz, Selbst-
Ve rlctzten und Kranken auf die Kranken- und schutz und erweitertem Selb stschutz fällt dem
Hilfskranhnhäuser, beim Obdachlosendienst die S.- u. I L-Dienst als dem Hauptträger des Ab-
Betreuung der Obdachlosen bi s in clie kleinsten wehrkampfes die wichtige Aufgabe zu, die Gesamt-
Einzelheiten besonders geübt werden müssen. Bei lage zu meistern und sich nicht in Einzelaktionen
der Zuteilung dcr Aufgaben an die eingesetzten zu verlieren.

Grundsätzliches über die Schulung und Ausbildung im
Werkluftschutz, Teil 111
Major a. D. H ü t t e n I Bochum

Der nachstehende. die Arbeit von Hütten ab- E. Zeit und Dauer der Ausbild ung;
schli eßen de Teil 111 des Aufsatzes "Grundsätz- F. Ort der Ausbildung.
li ches über die Schulung und Ausb ildung im
'vVe rkluftschutz ' ) ist zwar bereits einige Zeit vor Auch zur ausführlichen Erbu terung dieser Glie ·
Kri egsa usbruch gesc hri eben und somit in einzel- de rung der richtungweisenden Grundsätze der
nen Punkten durch di e Ere ignisse überholt. Den - Schulung und Ausbildung im Werk mangelt es im
noch bringt er aber noc h manche wertvolle An- R ahmen dieses Aufsatzes leider an Raum, we shalb
reg un g für di e durchau s n oc h immer notwendi ge die Erläu terungen hier nur stichworta rtig erfolgen.
Weit e rbildun.g der Werklufts<:hutzkräfte, so daß
wir gLa uben, ihn uns eren Lesern nicht vorenthal-
ten zu soll en. Die SchriftwaLtung. A. Der Zweck der Ausbildung
Unterweisung d er Gesamtgefolgschaft über Lultge-
Die Unterrichtung und Ausbildung in den fahr en, üb er die Möglichkeiten ihrer Verminderung und
Bek äm pfung.
Werkluftschutzbetrieben SehulllIlg d er aktiven Gefolgschaft (Ein atz- und Be-
reitschaf tsgruppe) in der H andhabung un d Anwendung
Eine militä rische Diens t vorschrift über Truppen - eies Werkl'u ftschutzgeräts (EinzeLausbildung), in werk-
führun g besagt : luftschutzm äß igem Verhalten, im Z usa mmenwirken der
"Der Wert de M annes bleibt trotz Technik ent- Luftsc hut zkräfte (übungen).
scheidend. Gewöhnung an körperliche Leistungen,
Rücksichtslosigkeit gege n sich selbst, Willenskraft, B. Inhalt der Ausbildung
Selbs tvertrauen und Wagemut befähigen den Mann,
die schwerste Lage zu meis tern . Eine nur äuße rlich , 1. Grundsätz li ches
nicht durch längere Erzie hungs- und Ausbildungs- K ön nen, nicht Wissen
arbeit zusamm engefü gte Truppe versagt leicht in Die Ausbi ldllIl g dient dem verstandesmäßigen E rfas-
ernsten Augenbli cken und unter dem Eindruck un- sen der Werkluftschutzgrundsätze als wesentlicher Teile
e rwarteter Ereignisse." d er Landesverteidigung und ihrer selbständigen und
einsic ht igen Anwendung im Kriegsfall.
Di ese Worte gel ten in üb er tragenem Sinne auch K eine Anhäufung abstrakten Wissens I
für d ie Tätigke it im Werkluftschutz und können
deshalb al Mahnung und Lehre den kurze n Aus- Besehränk ,u ng eier Stoffauswahl
führungen über die Un terrichtung und Ausbildung Ausbilelung auf das für den \ Verkluftschutz Wesent-
im "Verk vorangesetzt werden. liche beschränken und den Bedürfnissen und Eigenarten
des Werkes anpassen.
N ach d er Grundschulung in den W erkluftschutz- Keino Beschäftigungstheorie! Ausbildungsplan ein-
schulen des Bereichs ist die Schulung und Ausbil- haltenl
dung im W erk: durch den Werkluftschutzleiter und Grenzen d er Leis t ung
unter Aufsicht desselben eine der Hauptaufgaben Art und Umfang de Stoffes. Auf Aufnahmefähigkeit
der Werkluftschutzorganisa tion. Bei der Aufstel- sow ie körperliche und geistige Leistung, möglichkeiten
lung des Schulungsplanes zum Werkluftschutzplan des Durchschnitts der Gefolgschaft bzw. des betreffen-
muß sich der Werkluftsehutzleiter von vornherein den Gefolgschaftsteiles abstellen . Bildungsstand.
über die G liederung sein er Schulu ng und . Ausbil- Nicht zuviel TOr3'USsetzcn; auf Aufnahmefähigkeit
dung im Werk im klaren sein. Zweckmäßig wird Rücksicht nehmen! Kein Spitzenkult! Kein e Begabten-
folgende Einteilung als richtunggebend bei den er- A lLs\cse!
forderli chen Übe rlegungen zugrunde gelegt : Wirklichkeitsnah lehren
A. Zweck der Ausbildung; Ausbildungsstoff und -art elcr \ Veitcrentwieklung der
B. Inhalt der Ausbi ldung; Luftwaffe anpassen. Stillstand ist Rückse hrittl
C. Träger der Ausbildung; Aus 'vVerkluftsehut zli t eratur, Rundschreiben ·der Be-
t re uungso rganisation und Vorträgen das Neue sammeln
D . Durchführung der Ausbildung; und bei eier Ausbildung verwerten. Alles ist im Fl uß !
L) Tei l [ siehe " Gasschut z und Luftschutz 9 (1939), 6; Tei l li ebend., 36. Di e Werkluftschutz.arusbi !.dung ist nie abgesch lossen.

43
A u s bildun gs pl a n mende Ba uwe isen; Ve rh alte n vo n Ba us t off e n im Feuer;
Gena uen A usbildun gs pl a n aru fs tell en un d all en Betei- pe rsönli ch e und sa chlich e A uss ta ttun g; Ge rä lek und e
li gte n rec htze iti g ",ur K en ntJüs bringe n. und Ge r ä te pfl ege ; Schl a uc hm ate ri a l und sei n e Pfl ege;
Sich ers t ellun g d e r F eu e rl ösc hw asse r ve rso r ~'lIng im 'W e rk ;
E inz e l a u s bildun g Taktik der Brandb ekäm p fung; Sonderl ösc hve rfa hre n ;
Di e G rundl age jed es Zu sa mm enwirkens; e rst spä ter V erha lte n bei beso nd eren Brä nd en (Ö l, Benzi n , S ta rk-
zu P la nspi elen, Übun gen us w. üb erge hen . s tr o ml e itungen , Gasleitun ge n usw.) ; Organi sie l'un g d es
Fe uersc hutzes im W e rkluhse h'llt z des W e rkes ; R e tt en
2. Die S t 0 f f g c b i c t c gefä hrd e te r P e rso nen ; Se lbs tr et ten ; e rs te Hilfele istun g
a) Grundschulung der gesamten Gefolgschaft be i V erl e t z ten und K a mpfsto ff gesc hä di g ten (B ra nd w un -
Di c Lliftgefahr en, Luftw affe, A ngriffs- und A bwe hr- de n) ; kün s tli che Wi eder bele bun g ; Br.a nd e mpf indli chk eit
mitt el, A ngriffs- und A bw eh r ta:ktik, \ ,yi rkun g vo n der e in zeln en vVerkt e il e; Bra nclma'uern ; feuerbes tändi ge
Spreng-, K a mpfs to ff- und Brandbo mb en. Türen ; Benutzb a rk e i t von Tr epp en häu se rn ; mitte lb a r e
D er d eu tsc he z ivil e Luftsc hu tz. Gasgefa hren im Be tri eb ; V ert e ilu.ng d er Brandw ac hen
G ese t zli che G rundl age n, A ufga ben , A u.fb a u un d Z ie le. und der W erkfeuerwehr im W erk be i A uf ru.f des L uft-
A ufgab e n, Au fbau und Durc hführ ung des W er klcuft- sc hutzes, Fli eger,al a rm und V erdunklun gsb efehl e n.
sc hutzes : "Va rnun g und A la rmi e rung, Befehl s'Ve rh ä lt- Praktisch : A usbildun g mit kl e in em Lösc hge rä t , H a n d-
nisse im W erk, Ar b eits trupps und ih re A ufga b en, V e r- feuerl öscher, Küb elspritze, Lösc heim er usw. ; .H a ndh a-
ha lt en b ei A ufruf d es Luftsc hutzes, b ei V o rw a rnun g, b e i bu ng d e r vo rh and en en o rtsfes te n Fe uerlösc ha nl agen
Fli ege ra larm , bei s till e r E ntw a rnun g, bei Wi ed e'ra uf- V o rführun g und A blösc h en vo n Brandsä tze n ; A usle gen
na hm e d e r Produkti o n, b e i V e rl e tz un ge n ; K a mpfst off- la nge r Schl a uchl e itun gen ; Sc hauml ösc hv erfa hr en : A n-
schutz, Luftschutzräume und Luftsc hutzraum o rdnun g. griffsübun gen mit Lösc hgerä t ; Wi ed el'b elebun g; R e t ten
ü bungen : vo n P e rso nen; Selb stre tt en ; Saugei.ibun ge n mit t ragb a-
Verpa sse n von Gasmasken, A lI'f- und A b se t zübun ge n, ren Kra ft sprit ze n ; ü bun gen mit L e ite rn ; Signa lübun g-:: n ;
Reini gen der G asm aske, A t em gy mn as tik unt er d er Ga,s - Gassc hutzübun ge n.
maske. Rettun gsübun ge n in v e rgas t en und ve rdunk e lte n ee) Gas s p i.i I' e run d E n t g i f t e r
Räum e n.
T heoretisch : C h emi sch e K a m p fs to ff e und ihre A b -
b) Fachausbildung der Arbeitstrupps wehr; E rk enn en und Nac hweis dc-r K a mpf,s t o ff e; Ge-
aa) T r u p p f ü h r e run d S t e ll v er t r e t e r riite und A usr üstun g, ihre A n we n cl ung unrl Pfl ege; Or-
Th eoretisch: E rfa hrun gen a us d en Luft an gr iff en d es ga ni sa ti on und Aufga b en des Gasspi.irer- und E nt gifter-
W e ltkr ieges; Luftge fä hrd un g und L uft e mpfindli c hk e it ; dien st es ; T ä ti gk e it der Gass pi.ire r und En tg ift er ; ers te
Be deutun g des "Ve rkluftsc hu tzes in we·h rwirtse ha ftli eh e r Hilfe an K a mpfst offverg ifte ten.
und ve rso rg un gsw irtscha ftli eher Hin s icht ; das Z'lI sa m- Praktisch: Geruch si.ibu nge n ; A n- und A usz ieh en d er
menwirk en d er "Ver kluftsc hut zo rga n isat ion im \,yc rk ; Gasanz üge, G ass pi.ir er- und Entg ifte rübungen , E ntg if-
Be fehl s- und M e ld e t echnik. fl.u gmelde- und Luftsc hut z- tun g d e r Luft, d es Gelä nd es. von Ge bä ud en , Lebens-
"Va rndi enst, V erh alten als Tmppführcr. mitte ln , Me nsch en, T ie re n, M asc hin en .
Praktisch: Belehrungs pl a nspi ele, R a hm en ii bu nge n, Be- ff ) W er k I u f t s e hut z - Sa n i l ä t s di e n s t
sichti gun gen.
Theoretisch: D ie erste H ilfe, W csen und Beg riff ; d er
b b) Me 1 d er, Fe r n s p r e c h. e r , B e 0 ba c h t e r mensc hli e ho Kö rp e r (Ba u, Besch rei bun g, Ei nte ilun g).
Theoretisch : A ll ge me in e G nl1ldsiitze für Lufta ngriffe; V e rl etz un gen des mensc hlich e n K ö rp e rs (Beg riff,
A ufgabe n de r Bo mbe ngesc hwa der ; Z ie le de r L uf tan- Arte n, Fo lgen und A ush e ilun g de r Verlet zu nge n ;
gr iff e; T ag- und Nac h tbo mb ena ngri ff ; flu gfo l'm atione n ; Begle ite rsch einun gen d er V erl e t zun ge n) . Ve rb a nd -
H oc h- und T iefa ng riff ; d ie Bom ben und ihr e Wirkun ~; le hr e (Ve rb a ndm itt e l, V e rb a n d technik) . Ma ßn ahm en
Sprcn.!:!bo mb en; de r Gasa ngri ff a us der L uf t; W a ff en ei er e rst en Hilfe b ei V erl c tzungen (a ll gemeine Ma ßn a h-
und E insa tz .d er Flak ar till erie ; FluQ melde- und Luft- men). Di e p lötzli che Leb ensgefa hr ( U rsa,e ben un d Ge-
sc hutzwa rndi enst ; \ ,ye tt erkund e; J\'\ ekles prach e und ge nm a ßna hm en) . Fes ts tellun g d es Todes. K am pfs to ff -
Me ld e t echnik. e rkr a nkun ge n und Gasschut z ( A il ge mei nes üb er W esen
un d E rk ennun g von Gase rk ra nkun ge n. in sb esond ere
Me ld e r u n d Beo b a cht e r KUlllIpfs toff erkr ank un gen , Gassc hut z). B e:fö rd e r'u ng vo n
D as menschli ch e Au ge un d das Sehen ; d ie Beo ba ch- V erletz ten.
tun g von Flugze ugen: d as m em ehlich c Ohr und das Praktisch : D er .. e rst e Ve rb and" u nd seine A usfüh -
Hören; Bes timmun g d e r Scha llri chtun g und Seha llwir- ru.n !:!: V er halten d es .. e rs ten H e lfers" b ei Que tsehun -
kun !:!en; d ie mensc hli ch e Nas.e und das Ri ec hen; K a mpf- ~e n , Wund en, Blutunge n und K noc h e nb rii eh e n, V cr-
s to ff.Qe rÜ eh e ; E rk e nn en se kund ä rer Ge fahr en durch d en st a uehun l;!e n 'lIn d V e rr enkun gen . Di e ki.in stli ch e A t-
Ge ni chss inn. munI;!; M a ßn a hm en der .. ers te n Hilfe" b ei lob ensb edr o-
F e rn s pr ec h er hend en Zustä nd en. Tran sport 'Vo n V erle tz ten ; .. erst e
Fe rn meld et ee hn ik ; St rü:m ve rso r,g un g; W ä hl er sys t em ; Hilfe" b e i Kampfs to ff e rkr ankulllgen, ü bun gen im Gas-
Fern sprech - V ermittlun gse inri chtun gen ; Le itun gs n etz; sc hut z. Hilfel e is tun g b e im Krank endi ens t.
Fe rn sprcc hb etri eb : Stö run gsbese it i.g un g : o pt isch e Ver-
b indun ge n Blinkge rä t e; W i l, k e rfl ag~e n; Mo rse- gg) "Vi e d e r h e r s t e ll u n g s t r u p p
ze ich en. Theo retisch: A ufga b en d es "Viederh e rs te llu ngst rupp s;
Praktisch: Seh-, H ör- und Ri ec hübun ~e n ; E ntfe rnun gs- Bek ä mpfun g vo n E in zelsehüd en u1ld M.a sse nse hiid en ;
sc hä tzun ge n ; M eld eübun gen ; Beseiti gun g vo n Stö run - Bc rgun gs ma ßn ahm en ; Bcseiti c1 un g vo n V er k ehrshind er-
gen ; Erprobun g de r M d d ewege. n issc n ; Behcbun g vo n E in s tl~r zge fa hr e n ; Sehaffu.n c1 b e-
h elfsmäßi ge r Schutz m ögli chk eiten ; Beseit ig ung " vo n
ce) W e rkw ac htrupp s e i nse h!. Pf ör tn e r Blind gii nge rn ; A ufst ellun g und G li edc l"llll g des Wi ed er-
und O r dn er h e rs tellungs tmpps; sei n e A usrü stun g; Ge r ä te kund e:
T heoretisch: A uf ga b en des Sicherh ei ts di ens tes im Sp'r engdien st; Ramp en- und 'Wcgebau ; A ufräumun gs-
W erkluftschutz ; No twe hr, No ts ta nd. Kri egsge~e tze; und A bs tützun gsa rb e iten ; leichter und sc hw e rer Gas-
A rt e n d er Zw,an ganw end un g. G rund sä tze fü r Zwan g- schut z.
a nw en d un g. M 6gli ehk e iten zur Z wa nga nwend ung : F re i- Prakt isch: ü bun ge n in V e rbi'ndung mit el en th eo re ti -
hei tse nt ziehun g; Plünd erun g ; Spi onage; Sa b o tage ; P anik. sc h e n E r örterun gen unt er b eso nd erer Beri.i ek s ichti gun g
Praktisch : Durch&uchun g v on P erso n en und Saeh el1, d e r W erk seigen a,rt.
Handhabun g des körp e rlich en Z wa ngcs (ein seh!. \ ,yaf-
fengebrau eh), Ab sp e rrdien st. hh) N o tbel egs ch a ft
dd) B ra n d w a c h e nun d W c I' k f e u e I' we h r -
.. The?retisch : Bed eut u'ng der zu sc hlit zend en A nl agen
fur dI e Aufrechterhaltung d er P ro.duküon ; G efahren -
t ru pp
qu ellen ; Notmaßnahmen zur V e rm e idun g von G emein -
Theoretisch: Auf'r!,a b en der Brandw ac hen und d er W c: rk - ge fahr .
feuerw ehrtrupps : Verbrennun gs-, Zünd - und Löschvor- Praktisch : Meldei.ibunge n ; Notma ßn.ahm en a uch unt er
gän ge; Kl einl öschgeräte; feuerbe s tändi ge und feu erhem - Gasschutzgerät.

44
C. Der Träger der Ausbildung Versuche, den Gedankengang des Gefo lgsch.aftsmit-
gliedes auch bei falschen Antworten zu erkennen , und
1. Grundsiitzlichcs geho auf solche ein! Tue sie nicht verächtlich ab! Das
Ausbilden =-= 'Wissen und Fertigkcil\.!n vermitteln. Versbindnis und das Vertrauensverhältnis werden da -
"Wissen haben" bedeutet n och nicht, zum Ausbilder durch gefördert.
geeignet zu sein, also gee ignete Ausbil.der auswählen! Ausbildungsstoff planmäßig zu ammen tra gen, ordnen.
Nicht jeder gute Lehrer ist guter Excrzierer. Es ist eine st raff gli edern , auf 'vVesentlieh es bcsehriinken und mög-
Kun st, d en richtigen Ausbilder an elen richtigen Platz lichst frei vortragen lind behandeln. Abschweifungen
7JU setzen. vermeiden. Wichtiges wiederholen und üben. Durch
Beherrschung des Stoffes ist notwendi,g. Fragen und verlangte Vorführung sich überzeugen, ob
Reiches Fae h\\'isscn, gute Allgemcinbi ld·ung, klare das \ Vesentliche erkannt u.nd verstanden worden ist.
Kommandosprac he sind unbedingte Voraussetzungen. Keino Beschiiftigungstheorie. Bei praktischer Ausbil -
Nicht ab lese n! Geistiges Übergewic ht! Planmäßige dung Gefolgschaftsmitglieder voll beschiiftigen; wenn
Vorbereitung auf die Ausbildungsveranstaltung! Ausbildullgszicl erreicht ist, wegtreten lasscn.
Psyc hologische J..::en n tn isse (E in fü h lun gsvermögen). 3. D er Aus b i 1 Li u n g s - u n cl S tun cl c np 1 a 11
Ausbilder muß sic h auf See1cnyerFassung und Geistes-
haltung der Gcfo lgsehaftsmitglied er eins tellen können Abgeschlossene Stoffe und einen längeren Zeitraum
und es tun. Erziehungswert! ( \'\ ' inter- und Sommerhalbjahr) für die einzelnen Aus-
Interesse des Ausbilders an dem Stoff und seiner bildungsyeranstaltungen yorsehen; kein zu weites Ziel
möglichst zweckmäßigen Vermitt lung an die Gefolg- stecken.
scha ftsmitglied e r muß erkennbar sein. Ausbildungs- und Stundenplan, Ort, Beginn und End e
Kein langwei liges "Herbeten"! Frische, Lebendigkeit, der Stunden für jeden M o nat im vora'us bekanntgeben ;
Natürlichkeit des Ausbi ld ers he1fen zum A·usbildungs- VO IT\ Führer des Betriebes Inituntersehreiben lassen .
erfol'l -t. A 11 sc hau u n g s !TI i t tel
Flih'r er d es Betriebes muß sein Inte resse für Ausbi l- Z w eck: Das Lernen dem Gcf.olgse haftsmitglied er-
d un g durch gelegent li c he Tei lnahme an den Ausbi l- leichtern . Anschau li chkeit ist H a upterfordernis. Je an-
dungsvera nsta Iümgen bekunden. schaulic h er die Ausbi ldung, um so größer ihr Erfolg.
2. Per s 0 n c n fra g c Art e n. Licht bilder. Fi lme, gra phisc he Darstellun -
ge n, Umdl'llckp lii ne; Vorführung von Lehrtrupps, Re··
Leiter der Gesamtausbi ldun g ist gr und siitzlieh der liefs: Mode ll e ode r natür li ches Material; Zeichnungen
Werk luf tschutzleiter bzw. sein Stell vertretcr. Er muß an Tafel, Sandkasten.
die Ausbi ldun g fest in ~er Hand behalten. Größe und Zahl der Ansehauungsmittel: Jedes Ge -
Leiter de r Fachausbi ldung sind grundsä tzlich die ge- folgschaFtsmitglied muß das Anschauungsmaterial gut
eignete n Truppführer und ihre Ste llvertreter, soweit e rkennen können, nicht nur die in der Nähe Sitzcnden
der Vlcrkluftse hutzleiter sich nicht einzelne Gebiete oder Stehenden.
se lbst vorbe hä lt (Beobachter, Me ld er lISW.). Anse hauungsmittcl stets nur auf das A'usbi ldun gs-
Hilfsk riift e: Fü r praktisch e Ausbi ldung genügende thema abste 1J cn; keine Zeit vertrödeln mit "Bil~er ­
Za hl geeig neter Hilfskräfte einteil en. anse h en".
Für Sondergeb iete b eson d ere Vortmgende, z. B. der Praktische Beispiele zur Erläuterung .
Vertrauensstellen , des D cutsehen R o ten Kreuzes, der
Fe ue rw e hr usw., gewinne n. - 5. T eil 11 c h!TI erz a h 1
Bei p ersone1J en Schwi erigke iten Ausbi ld un g bei me h- Ausbi ldun gsgruppe (praktisch) nicht stärker als 12
re r en Werken gemei nsc ha ftli ch betreiben oder Au.s bil- bis 15 Gefolgsehaftsmibglieder (Einzelausbildung).
deI' gege nsei ti g ~us l ei h en. Schu lun gs-Ausbi ldun gsgruppe (theoretisch) nicht stär-
Ausb il derbespreehung. ker als 50 Gefo lgsehaftsmi tglieder.
.. War." und "wie" dcr Ausbi ldu ng müssen rec htzeiti g Fae hausbil,d un g (z. B. Beobachter, Gasspürer) in klei-
hesproc hen und festge legt werden. neren Einheiten be treiben . .
\\ 'erkluftsehut zt rupp s möglichst ,g eschlossen ausbilden
D. Die Durchführung der Ausbildung (Vielseitigkeit anstreben !).
1. Gr und siitzlichcs 6. A 11 zug U 11 cl A u s s tat tun g
Gefo lgse haftsm itgliede·r z.u selbs tiindi gem Denken und Ei nh eit li chk eit d es A nzuges anstreben.
Hande ln erz ie hen, zur Mitanbeit anregen. F ür pra kti sc he Ausb ildun g mögli c hst ernstfa ll mäßi·g e
Gesa mtheit För.d e rn ; k ein e Begabtena uslese. Bekleidun g und A us rü sttlilg. Ist so lche angeor·dnet,
Z usamme nhän ge zwischen den ein zeln cn WerkluH- da nn Erfüllung des Befehls überwachen .
schut zge bi e te n auFzeige n. Ei nh ei t d es Luftschut zes b e- Für th cor e ti sch e Ausbildu1l g möglichst Erleiehterun-
toncn. Sprache der Gefol,g seh aft s prec hen. Festgelcgte ~e n ( ke in e Koppel, Mützen u!>w.) .
Begriffe und Bezeichnungen gebrauchen (vVer kluft - , lV\it zubri ngenc1es Ge rät usw.: Vor jeder Ausbi ldun gs-
sehutzspme he). Einheitlic he Kommand os. ve rans taltu n (! anor.dnen, welch es Gcrät 'u sw. mitzubrin-
ge n ist. Be~~e hriinkung zweckmäßig. Ü berwac hen, ob
2. Die J. ehr - und Aus b i 1 dun g s w cis c Anordnung befo lgt wird.
Vorträge ·und Vorführungen. \u shild e r müssen in Sa ub e rk eit. Riehti~keit und Voll-
Gcfolgse ha ftsmibgli eder nur auf viJ lli g unb e kann ten s tändi gk e it des A nzu ges mit gut em Beispiel voranzugeh en.
Ge bi·e t e n durc h die mittei lende Lehrweise (Vorträge 7. HaI tun g
unct Vorführungen) schulen . A usbild e r : Lebendig. aber nicht a ufgeregt; frisch,
Grund siitzli eh d ur ch Frrugen, Befeh le und Aufgaben int('ress ie rt, disz iplin ie rt, laute Sprac h e.
die Selbs tä ndi gke it im Gedanke nausdruck und Ent- Ge fo lgsc haftsmitgli eder: di sz iplini ert, frisch
schluß e rs tr cb e n.
Pfl ege d c r d eutsc hen Sprach e: Lasse das unbefangene E. Zeit und Dauer der Ausbildung
Gcfolgse haftsmitglied in ga nze n Sä tzen a ntw o rt e n! D as
gi lt in sbesond er e für Truppfü hrer und ,d eren Stell ver- Fes tl eg un g der A usbildun gszeit bedarf sorgfä lti ger
treter, für Meld e r. Beobachter, Fernsprecher; e rmut ige Überlegung und Besprechung mit Betriebsleiter, wenn
dazu die Sc hü c hte rn en ! geistige A ufn a hm efä hi gkeit vor handen sei n und erhal-
Sprac hli ch und inhaltli ch richtige und verstä ndli ch e ten bl eiben soll.
Frage n s tell en und so lche Antworten ve rl a ngen. E rst A usbildun g g rundsiitzlieh in der Freizeit; diese je -
denken. d ann sprechen! doch ni cht unnötig beschränken .
A usbi ld un gsprogramm a uf d as Ja hr gleic hm äßig (Aus-
A uf b a ·u de r Aus bi I du n g s s tun .d e spar un g der U rlaubszeit) vertei len: im \Vinter mehr
Der Haupttätige bei d er Ausbildung muß der A us7.1l- t heo retisch e, im Sommer m ehr praktische Ausbi ldun !,!.
bild e nd e se in, der A usbilder muß An tri eb ,und Ri ch - Vertei lun g: In jeder Woche b is zu zwei Ausbi ldun gs-
tung ge b en. Gehe vo m Bek,a nnt en zum Ne l! en, vom stun den für jed es Mitglied der E in satz- und Bereit-
Nah e n zu m E ntfe rnt e n. vom E infae he1l zum Zusammen- sch aFtsgrupp e ab h alte n; w en n nö ti g, a uch So nntage h er-
gese tzten, vo m Tatsächlichen zum Vermutet en! anzieh en .

45
Dauer: Thcorctische Ausbildung und praktische Ein- Zu zah lrei che Annahmen auch in dieser Hinsicht be-
zelausbildung im a ll gemeincn nur eine Stunde; üb ungen einträchtigen den Ausbildungserfolg und rufen unter
eine Doppelstunde. Umständen sogar n egatives Ergebnis hervor.
Zeitpunkt : Theoretische .-\usbi ldun g im allgemeinen
vor oder während der Arbeitszeit; nach der Arbeitszeit
Aus den vorstehenden Ausführungen ist zu er-
nur noch geringe geistige Aufnahmefähigkeit. kennen, daß die Befolgung aller aufgeführten Richt-
Praktische Einzelausbildung und Übungcn im allge- linien und die Erfüllung der m annigfa lti gen Forde-
meincn im Anschluß an die Arbeitszeit. rungen der Werkluftsehutzausbildllng die \,yerk -
Pünktlichkeit: Mit Ausbildungsstunde pünktli ch hc- luftschulzlciter und Truppführer vor schwierige und
gi nnen und pünktlich aufhören . manchmal sehwer überwindbare Aufgaben ste ll en
wird. Deshalb müssen die Vertrauensstellen der
F. AusbiJdungsort Reich sgr uppe Industrie den \Verkluftsehutzleitern
1. Theoretische Ausbildung in tier Fra ge der Ausbildung im Werk mit Rat und
Möglichst Ruhe, deshalb Raum außcrhalb d es \Verk- Tat zur ~eite stehe n und sie z. B. durch Zurver -
lärms wählen; Aufmerksamkeit leidet sonst. Vortra- Fügungstellung reichha Itige n Bclehrungsmaterials
gender wird überbeansprucht. etwa in Form von Unterrichtsbriefen unterstützen.
H ygienische forderungen: Ilell, gut durchlüftet, gc- Der Gefolgschaft muß das Lernen durch Merk-
riiumig muß der Schulungsraum sein.
Anordnung der Sitzplätze: Sitzreihen mit Front zum zettel, die nach den G rundsehulungslehrgtingen
Ausbilder anordnen; für bequeme Sehreibmögliehkeit über die einzelnen Themen den Lehrgang<;teil-
sorgen. nehmern zu überreichen sind, erleichtert werden.
Verdunklungsmöglichkeit für VorFührung von Licht- Der Werkluftschutzleiter muß sich von vornherein
bildern und Filmen vorsehen. darauf einstellen, die Belehrungs- und Ausbildungs-
Nachbarwerk: Beim fehlen geeigneter Räulllc ~\it ­ veranstaltungen im \,y erk durch alJc Möglichkeiten
benutzung beim Nachbarwerk vereinbaren. den Gcfolgschaftsmitgliedern ebenfalls leicht zu
2. P r akt i s ehe Aus b i I cl u n g machen, damit die Werkluftschutzausbildung auf
Nicht in der Nähe von Lärm und Zusehaucrn. einen möglichst hohen Stand gebracht und damit
Einzelausbildung und t bungen an erns tFallmäßi gcl1 die wesentlichste Grundlage für einen jcderzeit ein -
Orten. Kein Theater. satzfähigen Werkluftschutz gesehaffen wird.

Luftschutz auf Schiffen Erläuterungen zu der Verordnung vom 7. Oktober 1939
Oberregierungsbaurat K n 0 k e, Reichsverkehrsministerium

übe r den Luftschutz auf Schiffen wurden bisher, so- zun gen und ihre Heranziehung auFgenommen. Die all-
weit es sich um das luftschut zmäßige Verhalten der gemcinc n Vorschriften über die Vergütung und Ent-
Schiffahrt an sich handelt, durch die zuständigen Strom- sc hädi gung für Leistung persiinlicher Di enste. über Ver-
und Sehiff,a hrts- bzw. HaFenpolizeibehörden Für ihren Zu - orgung, Sachschäden und Unfallve rsich erung cntspre-
ständi gke itsbe reich und nach den vorliegenden BedürF- ehen denen der r. DVO. zum Luftschutzgesetz") mit der
nissen polizeiliche Verordnungen oder Anordnungen .\b\\'eichung, daß Für Schäden, die unmittelbar durch
erlassen . Da aber der Schiffsverkehr nicht örtlic h oder Unternehmungen deutscher Verbündeter oder gegne ri -
bezirklich gebunden, sondern großräumig ist, hat es sich scher StreitkräFte verursacht sind, § 3 r. I der Per-
als dringend notwendig erwiesen, diese jeweils flir die sonensc hädenverordnung vom 1. September 1939') An -
einzelnen Bezirke erlassenen Anordnungen durch eine wendung findet.
einheitliche, für das gesamte Reichsgebiet geltende Vor- 1m T eil 1I werden das lu F t s e hut z m ii ß i g e
schriFt zu ersetzen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch V c l' hai te n nach Aufruf des Luftschutzes, bei f'liegcr -
die bisher noch oFFenen luftschutzrechtlichen Fragen des .a larm und nach der Entwarnung, ferner das Verhalten
LuFtschutzes auF Schiffen, insbesondere die der Luft- bei größeren Sehä:len an Verkehrsanlagen und an Pahr-
schutzdienstpflicht, der Vergütung und Entschädigung zeugen vorgeschrieben. Es werden im einzelnen di e
für Leistung persönlicher Dienste, der Versorg ung, der Maßnahmen aufgeführt, die der Schiffer in den genann -
Ersatü'tnsprüehe bei Sachschäden usw., geregelt. Im übri- ten fällen selbst durchführt oder durchführen lassen
gen ist die Verordnung über den Luftschutz auf Schiffen') muß, aber auch jene Maßnahmen, die seitens der zu-
zum größten T eil materiell als eine Ergänzung zu der s tändigen Verwaltungen ge troFFen w cr dcn und vom
Zehnten Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz SchifFsführer zu beachten sind. Soweit möglich, sind die
(luFtsehutzmäßi~es Verhalten bei Luftangriffen und Luft- verschiedenen Maßnahmen für Binnenschiffe und See-
sehutzübungenr) anzusprechen und ist, da sie nur für schiffe gesondert aufgeführt, um die entweder für den
einen bestimmten, vom Reichsverkehrsminister zu be- Sehiffsführcr des BinnenschifFes oder d en Kapitän de
treuenden Personenkreis gelten soll, in di ese s. Z. nieht Seeschiffes geltenden Bestimmungen jeweils geschlossen
aufgenommen. in di e Verordnung aufnehmen zu können. I Jierbei sind
Die Verordnung über den Luftschutz auf SchiFFen bewußt im Einzelfalle Wiederholungen mit in .Kauf
gliedert sich in drei Hauptteile. genommen.
Tc i I I behandelt den Gel tun g s be r eie h der Tc i I I1I enthiilt eine Reihe So n der be s tim ·
Verordnung. Sie gilt außer in See- und BinnenhäFen und mungen:
im Seegebiet auf allen schiffbaren Wasserstraßen, also Die Behörden- und Weisungsbcfugnisse werden grund .
nieht nur auf den Reichswasserstraßen, sondern auch sätzlich von denjenigen Stel len wahrgenommen, denen
auf den von den Ländern verwalteten Binnenwasser- auch di e ü berwachung der DurchFührung der Strom-
straßen. lInd SehiFFahrt- bzw. Hafenpolizeiverordnungen obliegt.
Di e verantwortliche Leitung und Durchführung aller Hinzu treten die zu J lilfspolizeibeamten bestellten
Luftschutzmaßnahmen an Bord in Dienst befindlicher Kräfto des Luftschutzdi enstes auf Wasserstraßen und
chiffe ist einheitlich geregelt. Sie liegt grundsätzlich in in I täfen .
der Hand des führers des Schiffes oder seines Vertreters. Ausnahmen von den Bestimmungen dieser Verord -
für außer Di enst gestellte SchiFFe, die allgemein nicht nung sind zulässig für auf Wasserstraßen und in Häfen
bemannt sind, sind ebenfalls LuFtschutzmaßnahmen vor- 'I Wortlaut vg!. RGB!. I S. 2006. ferner in "Amtliche Verlaulbarun -
gesehen, da sie bei Beschädigung durch Luftangriffe auch ge n zum Luftschulz", Folge I. Berlin.·Chariollenbur~ 1939. S. 44 bis 47 .
die übrige Schiffahrt und die umliegenden Verkehrs- 2) "A mtliche Verl.ulbarun~en zum Luftsehulz". Fol~e I , S. 22 bis 24 .
anlagen gefährden können. 3) Ne u[assunk vom t. September 1939 v~ 1. "Amtliche Verlautbarun -
ge n" , Fol~e I. S. 6 bis If.
Ferner sind in diesem Teil die Bestimmungen über ') RGB!. I S. 1623, [e rn er "Amtliche Verlaulbarun~en". Fol~e I.
die Lu f t s e hut zd i e n s t p f I ich t der Se hiffsbesa t- S . 36 bis 37.

46
täti~e Bchörden, sO\\'cit die ErfLi llu ng ih rer hoheitlichen fLi h rung des Luftschutzes auf Sc h iffen erforderlichen
Aufgaben es erfordert. Erleic h teru n gen für einzelne Selbstschutzgeräte und Verdunklungsein richtungen stän-
Tei le der Verord n ung kö n ncn von den zustiindigen Be- dig an Bord zu hal ten .
hörden der Strom- und Sehi ffahr tp o lizci und dcr H afen- In der Anlage zu der Verordnung über den Luftschutz
polizei ge\\"ä hrt wcrdcn. auf Schiffen werden die für Binncnschiffe a ls notwendig
Für C1 ie luftschutzmäßige Verdunklung der Sch iffe crac h teten Se lbstschutzgc räte aufgeführt, deren Umfang
ge lten grun d siitzlich dic Vurseh r iften der Aehtcn Dl11'eh- sich nach Größe und Bauart der fahrz euge ohne oder
führungsverord n ung zum Luftschutzgesctz (Verd unk - mit eigener Triebkraft richtet. Ferner tritt für Seeschiffe
lu ngsvcror dn ung) vom 23. Mai 1939'-') . eine "Luftsch utzrolle" in Kraft, die technische Einzel-
Die Vorsc h riften dieser Verordnung ge ltcn auch bei h eiten vorschreibt. fcst lcgung des Umfangcs d e r Selbst-
Luf tsc h u tzübungen, jedoc h sind bleiehterungen zuliissig, schutzgeräte und t iherprüfung dcr Luftschutzrolle ist
wenn dic Vcr keh rslage es erfordert. Da Luftschutz- Aufgabe dcr Bi n nenschiffahrts- und Seebcrufsgenossen-
übungen in Fri ecknszc'iten jederzeit angcordnct \\" e rdcn schaften, die im Ver\\".a ltungs\\"ege hiermit beauftragt
können, sin d d ie Sc h iffe r ve r pflichtet, die zur D u rch - worden si nd.

NeuartigeAusführung von Panzerzellen für die Notbelegschaft
Dr.-Ing. E. M . K. So m m er, Le ipzig

Tm a ll ge m e in e n hat die Gefo lgsc haft ei nes In dustrie- Schadens ei ngrci fen muß. Er muß dann z. B. in Kraft-
be t rieb es b ei cinc m L ufta ngr iff d ic L u ftsc hu tzriiullle a u f- we r ken e lektrisch e Sch alter bed icnen, DampF- und Was-
zusuc hen. sersch icb er betät ige n, Masc hi nen und Kessel herausneh-
D iese Vo rsc h r if t gi lt j e d och nicht für dic Not - men und ande res mehr. Er ist auf seinem Posten nic h t
he l e g s e h a f t. Sie muß auc h \\"iih rend eines A n griffs Ilur durc h die Kampfmit tel des Feindes gefiihrdet, son-
auf ih rem P os te n in u nmittelbarer Nä he der von ihr dern a uch dure h d ie a ls Folge von Bombentreffern ein-
zu he t reuende n Betr icbs mit tc l blei bcn. A ls Be ispic l tretenden Betriebsgefahren, wie Austritt von Dampf,
seien Sc ha ltwii rt e r, .I\1\ asc h inis ten un d Kesse lheizer ge- 'W asser, Sc h me lzgut oder Chemi kalien. Da er sic h
na nn t. Di eselbe n Ve rh iiltni sse liegen auch bei Luft- meis t in gesc h lossenen Be triebs rä u me n aufhält, is t er
beobae ht e l'1l u nd Bra nd wac hen vor. dazu noc h d u rc h Ge bä ude - und Maschinentrümmer ge-
D ic A ufga bcn d es Man ncs d er Not belegsc h uft sin d U h rdet.
beso n ders sc h w ierig. Er hat wii hr en d eines Fl iegcran- Tl l an h at vcrsucht. den Mann der Notbe legsehaft da-
gri ffs ni cht nur d ie üb lic h en Handgriffe an TI \ asc hi nen durc h zu sc h litzen, daß man ih m einen Platz zwischen
ode r Bco bac h t un gen \'on Inst rum enten durc h zufü h ren, Fu ndamenten oder in Nischen eines Turbosatzes an-
sond e r n er ist a ue h eier erste, der bci Eintritt cines wc ist, wo er - mitunter durc h eine Sandsack-Barrikade

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aufges tellt.

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~ sei tli ch gesc hüt zt - de n Er eigni ssen entgcgensehen soll.
I ~ in e solch e Ma ßn a h me ka n n a ll enfa ll s eine behelfs-
mä ßi gc, a ber kei nes Fa ll s ei n e e ndgü lt ige Lösung sein .
S ie bi e te t we d er ta tsiic hli eh e noc h psycho logische Si-
c he rh cit. Ma n mu ß vie lm e h r übera ll dor t, wo sich ei n
Sä mtli che Bild e r : Ve rl asse r .
Ma nn d er No tb elcgseh aft oder eine Brandwach e o d er
Bpild 1. Panzenelle im Masc hine nhaus. Sie Ist in eine m vo rha ndene n
leiler ve r a nke rt und st e ht a ul e. ne m schwere n Unte rzug. Sie ge- u) RGB I. I S. 965, fer ner "Gasschu tz u nd Luftschutz" 9 (1939), 187
s tatt e t e ine n Ausblic k aul mehre re Da mplturbogene ra tore n. bis 191.

47
Bilder 3 und 4. Eine besonders inter.ssante Lösung: Es handelt sic h um einc Bet on-Doppelzelle, die - zwischen zwei vorhandene starke
Pfeiler eingebaut - durch zwei Stockwerke eines Kesselhauses hindurchgeht. Der untere T ~ il steht im Aschekeller und ist durch eine splitter-
slcbere, zweiteilige Tür geschützt. In dem darüher lie~enden Stockwerk, im Heizergang, belindet sich der obere Teil der Doppelzelle, dessen
Ei~an~ als Scbneckengan~ ohne Eisentür ausgebildet ist. Im Fuß boden der oberen Zelle befindet sieb eine Klappe aus Eisenhlecb, durcb die
man split·tergeschützt an Ste igeisen in die untere Zelle gelangen kann . Bei Wasserrobrbruch im Keller kann sieb der Aschelabre r in die
obere Zelle retten. Bei Dampfrobrbrucb Im Kesselhaus bestebt ffir den Kesselmaschinisten der Flucbtweg nacb der unteren Zelle. Um das scblag-
artige Eindringen von Dampl in die obere Zelle zu vorhindern, hefindet sich im Schneckengan~ eine leichte Holztür. Außerdem können die Seb-
schlitze durch Holzstopfen abgedichtet werden.

I - -
... 60 ....,
~
'1- ,

Bild 5 (links) . Schneckenform in ihrer einfachsten Ausgestaltung. - Bild 6 (rechts). Eine der einfacbsten Formen , Hier Ist die Zelle im
Kondensationskeiler zwiscben einen starken Betonpleiler und eine Mauer eingebaut. Da der Durchgan~ zwischen Pleiler und Mauer gebraucbt
wird , sind zwei Türen vorhanden, die im Friedensbetrieb ausgebängt sind oder oUenstehen. Auch diese Zeile ist als Kälig in Eisenbeton ausgebildet.

ein Luftbeobachter a uch während des A ngriffs a ufh al- 3. Schut z gegen Sp it t ter und Trümmer;
ten soll , einen zuverlässigen Sc hut z s t a n d sc haffe n. 4. bequeme Zugängliehkcit, leichte Fluchtwege;
Die Anforderun gen, die an solche Schutzstände zu 5. sichere Verankerung an den tragenden Gebä ud e-
IItellen sind, sind folgende: konstru.ktionen, damit die Sehutzstiindl! erst d.ann
l. mögli-ehst gut e Übe rsic ht über die zu beobachten - zerstört werden, wenn a uch die tragenden Teile
den Objekte, a uc h durch gee ign e te Sehse hlit ze; nicht m ehr s tandzuh a lten \'ermü gen;
2. möglichst ge rin ge Entfernung vo n di esen Ob- 6. gut es Einpassen in di c Architektur d es betr effe n-
jekten; d en Raum es.

48
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Bild 7 (links): Panzerzelle, die mit ihrer Sohle auf dem Treppenpodesl ruhl und durch einen Mauerdurchbruch in den Speisepumpenraum hin-
einragl. Die Sohle der Panzerzelle liegl elwa I m böher a ls die Sohle des Speisepumpenraumes. Die Zelle isl begehbar einerseits durch eine
Eise ntiir vom Treppenhaus aus, andererseits über ein kommandobrückenaniges Eisenpodest mit leichter Treppe vom Speisepumpenraum aus. Von
der Zelle aus hai man durcb Sehschlitze einen gulen Überblick über aUe Speisepumpen. - Bild 8 (rechts): Panzerzelle zwischen Rohkohle-
bunkerlaschen . Hier isl in einem oberen Slockwerk der natürliche Schutz durch große Kohlenmassen ausgenulzt. Gegen Sprengslücke von den Seilen
schützen zwei Eisentürcn.

Bisher verwendete man a ls solche Schutzstiinde meist bz\\'. obere H älfte der Tür a ll ein öffnen und als Flu cht-
Sta hlpanz e rze llen für einen bis zwei Mann mit Kreis - weg benutzcn.
querschnitt und ei ner \Vand stä rk e \'on 15 bis 25 mm. I\ll e derartigen Schutzstiinde sind mit Fc:rnspreehan-
Es werden aber {l uc h Ze ll en mit rechteckigem Qucr- sc hluß an die Luftschutzbefehlsstelle sowie mit elek-
schnitt, tei lweise a uch zusammenk lappbare Zellen, hcr- trischer Bc.:Ieuehtung ausgestattet. Trotz fehlens beson -
g{!stc llt. Eine Tür ist vielfach nicht yorhanden, sondern derer l'v\ aßnahmen für Schallabdiehtung können sie aueh
die Ein trittsöffnung wird grgen über einer "Vand angc- im Friedensbetrieb mit Erfolg als Fernsprechzellen ver-
ordnet, so daß cin unmittelbares Eindringen \'on Split- " ' endet wcrden.
tern unwahrscheinlich ist. Da das Pcrsonal aus diesen fn den beigegebenen Bildern sind einige derartige
Zellen ein- und ausgehen muß. ist e in Gassc hut z nicht Schutzstände im Lichtbild mit Schnittzeichnung darge-
möglic h, sondern die Notbe legschaft muß mit Gas- ste llt. Die wichtigsten Maße sind ei_ngetragell.
maske ausgerüstet sein. Die Ausführungen h aben ,den Zweck, mit allem Nach-
druck daran zu erinnern, daß Für die Notbelegschaft
Dicse Zellcn sind , wenn sie nicht aus a lten Kessel -
teilen hergestellt werden können, zicm lich teuer und ein zuverlässiger Schutz geschaffen werden muß, und
ve rbrauchen viel Eisen. Ihr Transport an die Aufstel - zu zeigen, in welcher Weise diese Aufgaben in zweck-
lungsorte macht oft Schwierigkeitcn. Nur se ltcn findet ents prec h ender, eisensparender und billiger Bauweise
unter Anpassung an örtliche Gegebenheiten von Fall zu
man, -daß sie an den Tragkonstruktionen der Gebiiude
genügend verankert sind, um dem ,a uftretenden Luft- Fall ge löst werden kö nnen . Es darf hinzugefügt werden.
druck bzw. -sog Widerstand leisten zu können . In Räu - daß sich die Gefo lgsc haft, die sic h anfänglich teilweise
men, in denen mit Dampfaustritt ode r feuer zu rech - e twas able hn e nd diesen Zellen gegenübe r verhielt, nach
nen ist, besteht die Gefahr einer unzuträglichen I': rhit- Fertigstellung der ersten Zellen mit eigenen Vorschlä-
ge n a n der Er r,iehtung weiterer Zellen beteiligte.
zung der \Vandungen.
Der Verf;lsse r hat P.anzerze llen entwickelt und in den
vo n ihm betreuten Werken bereits 'a usführcn lassen, Deutsche Gesellschaft für Wehrpolifik
die ,tlie gena nnten Beding un gen erflillen, dabei abc.:r
billig und eisensparend sind. Sie werden in Eisenbeton und W ehrwissenscha/fen
(doppelt kreuzwei se lkwehrung mit 1,5 Quers<.:hnitt-
prozenten Rund eise n) hergestellt. jedoch nicht mich Unte r der Leitung von Gener-a l ,der Artillerie a. D.
c.:ine m bestimmten Schema, sondern fast jede e rhält G r i m m e hielt die Ar bei t s g e m ein sc h a f t
unter Ausnutzung gege b ener Verhältnisse (Einbezug "G ,a s s e hut z" am ]5. Februar e in e Sitzung ab, in
von Fundumenten. Ver,a nkerlmg a n Tmgkonstruktionen) d er Oberregienmgsbaurat Dr. Mi cl e n z, RLM., über
c.:ino anderc Ausgesta ltun g. Soweit es der z'u r Verfü- " l n - und a us I ä nd i s e h e V 0 I k s gas m a s k e n"
gung stehende Platz ges tatte t, wird a uf I ~ i sent ür e n ver- spr.aeh. Von der Bedeutung der Arbeit des Chemikers
zichtet, der Zugang wird durch eine in die Eisenarmie- im allgemcinen lind im Rahmcn der Kri egsteehnik im
rung einbezogene vorgesc.:tzte Betonblende (s. Bild I) beson,deren a usgeh end, schilderte dcr Vortr-a gende zu-
oder durch Scllllcckengang (z. 13. Bild 5) gegen Split ter näch st die Wichtigkeit des Gassc hut zes im Leben der
gesc hüt zt. Soweit Eisentüren ni<.:ht zu um ge hen sind. modernen Heere und Völker. An Hand zahlreicher
werden sie meist doppelteili g - h orizon tal gete ilt - Lichtbilder sowie von über 20 im Original ge,zeigten
ausgeführt. Beide Tei le sind normalerweise miteinancler Vo lksgasschutzgeriiten f.a.st ,a uss-e hließlieh fremdländi-
durch einen ,"on innen und außen bedi onbaren Griff- sc her Herkunft führte er den Zuhörern sodann die Ent-
hebel verbunden, so daß die Tür als Ganzes geö ffn et wicklung -d er Volksg-a smasken bis zum heutigen Stande
und gesc hlossen werd e n b1l1n_ Liegen vor dem oberen " or Augen, um absc hließend n och kurz das P['Qblcm des
o der unteren Teil Trümmer, so kann man die unt ere Kleinkindergasschutzes zu streifen.

49
75 Jahre Großbrandbekämpfung in New York
Die zahlcnmäßig stärkste Feuerwehr der Welt, fen nicht unmittelbar bei den zahln:ichen Feuer-
die 1865 begründete ew Yorker Berufsfeuerwehr, wachen, sonde rn in zwei .l !roßen und drei kleineren
kann in diesem Jahre auf ihr 75jähriges Bestehen besonde ren feuermeldezentralcn ein, die inmitten
zurückblicken. größere r Parkanlagen abseits von den geschlossenen
Vor dcr Gründung eier Berufsfellerwehr bestand Baugebieten in feuerbeshindigen Dienstgebiiuden
fast ebel~solange Zeit eine Freiwillige N ew Yorker untergebracht sind. Kann hwar durch Beschtidigung
Feuerwehr. Von jeher waren die Freiwilligen feuer- einer ode r mehrerer dieser Feuermcldezentralen
wehren ordamerikas in besondere Spritzen-, Lei- der gesamte Nachri·:;htendienst der Wehr lahmgelcgt
ter- und Sch lauchkompanien eingeteilt, die fast werden so bietet die starke Dezentralisation der
sämtlich ihre besonderen, über da s gesamte Stadt- Löschk~äfte doch im Notfall die Müglichkeit, bin -
gebiet verteilten Gerä tehäuser hatten. Jede Kom - nen kurzer Zeit w einer der 381 über das ganze
panie war grundsii tzlich mit nur einem Löschfahr- Stadtgebiet in engen Zwischenriiumen verteilten
zeug - entweder Handdruckspritze oder llaken- Feuerwachen zu gelangen und ohne größere Ver-
und Lei terwagen oeler Schlauchka rren ~ ausge- zögerung Löschhilfe herbeizuholen. Für die draht-
rüstet und hatte bei Brandausbruch bis zum Eintref- lose Verständigung der Feuerweh reinheiten unter-
fen weiterer Verstärkungen in den nächstgelcgenen ei nander steht ein SOO-Watt-Gerät zur Verfügung,
Häuserblocks die erste Löschhilfe zu leisten . Da das auf 200 Meter \Vellenlänge se ndet und auf
sämtliche Löschfah rzeuge nur für I Tandzug ein- sieben Meter Wellenlänge empfängt. Außer den
gerichtet waren und die Feuerwehrmannschaften öf- öffe ntlichen Feuermeldern und dem Fernsprecher
fentlich alarmiert werden mußten, wurde in den stehen die privaten Feuermeld enetze der Ameri -
ausgedehnten Städten Nordamerikas von jeher eine kanischen Distrikt-Telcgra phengesellschaft mit ihren
möglichst weitgehende Dezentralisierung bei mög- eigenen ITausfeuermeldern und Empfangsanlagen
lichst geringem Abstand der Löschge rätehäuser un - wie auch die öffentli chen Polizeimclder und vor al-
tereinander angestrebt. lem der Polizeifunk nebst privaten Radiosendeein -
richtungen zur Verfügung.
Aufbau Löschwasserversorgung
Die 1865 begründete Berufsfeuerwehr übernahm Die Löschwasserentnahme erfolgt aus den Ober-
diese restlos durchgeführte Dezentralisation der flurhydranten der Hochdruckwasserlcitung, den öf-
Freiwilligen New Yorker Feuerwehr trotz ihres fentlichen Gewässern sowie bei Großbriinden aus
durch ständig besetzte F eue rwaehen, pferdebe- den besonderen Rohrleitungen des J lochdrucksy-
spannte Löschfahrzeuge und elektrische Feueralarm - s teins, das durch s ta tion t1re Pumpwerke, im Notfall
anlagen erleichterten Dienstes in der Weise, daß aueh durch Feuerlöschschiffe, mit Meerwasser ge-
au den Ir anddruckspritzcnabteilungen Spritzen- s peist wird und dessen besondere TI ochdruck- bzw .
kompanien mit Tenderwagen und D ampfspritze , aus Großfeuerhydrant<.:n nach Einschaltung der Pump-
den I Tandl ei terwage nabteilungen Leite rkompanien anlagen unter 15 bis 20 at Druck stehen. Allerdings
mit Rüstwagen und Balancelciter und aus den liegen die Rohrleitungen des [I o-::hdrucksystems nur
Schlauchkarrenabteilungen entweder sog. "ehemische in den Hauptstraßen besonders gcf~ihrde t e r Ge-
Kompanien" mit Gasspritze ode r Hochdruckkom - schäfts- und Industrieviertel, jedoch bieten die zahl-
panien mit besonderem Sch lauchtender entstanden. l'e ichen Hafenbecken, Meeresbuchten und na tür-
Jede Feuerwache war zunächst grundsätzli·:;h nur lichen Wasse rläufe innerha lb des ew Yorker Stadt-
mit einer solchen onderkompanie, d. h. Ein- bzw. gebietes auch iT\ den meisten nicht zur [fochdruck-
Zweifahrzeuglöschzug mit nur acht bis zwölf Mann zone gehörenden Wohnvierteln und Vorstiidtcn
Besatzung, belegt. aus reich end Gelegenheit zur Lösehwasserentnahme
aus stehenden und fließend en Gewässern im Falle
Gerätepark des Versagens der Wasserleitung.
Um 1880 bcstanden in Manhattan und Bronx be - Tm übri gen sind die meisten öffentlichen Ge-
reits über hunde rt solche Feuerwachen mit mehr als büude, Hotels, Warenhäuser, Fabrikgebäude und
40 Dampfspritzenzügen und einem Löschdampfer. Hochhäuser mit eigenen, auf de n flachen D ächern
Zu den ursprünglichen Stadtteilen Manhatta n und befindlichen Hochbehältern sowie mit Pumpenan-
Bronx sind durch die Eingemeindun gen der späteren lagen in den Kellergeschossen und Steig roh rlcitun -
Jahrzehnte noch die Stadtviertel Brooklyn und gen neb st Inn enhydranten und Sp rinkleranlagen
Queens sowie die weitläufigen Vorortgebiete von ve rsehe n, so daß auch auf den Grundstücken selbst
Lona Island, Jamaica Rockaway usw. gekomm en. vielfach wertvolle Löschwasserreserven zur Verfü-
Gro'ß-N ew York ziihlt heute bei sieben Millionen gung stehen. D en n außer mit allgemeinen Wasser-
Einwohnern insgesamt 13 500 Berufsfeuerwehrmän- rohrseh äden muß in New York den Sommer hin-
ner, die auf 381 Feuerwachen mit rund 800 Lösch- durch während der Hitzewell en und Trockenperio-
fahrzeugen sowie zehn Feuerlöschschiffe ve rteilt elen häufig mit übermäßigem Trink- und Nutzwas·
sind. Die besondere Löschflottille der ew Yorker se rve rbr auch wie auch mit teilwciser Betriebsein-
Feuerwehr ist bereits im A ufsa tz "Mar.i nefeuerweh- schrän kung der Ü berl and wasse rl eitun ge n, im Winter
ren"l) beschrieben worden. Die Landstreitkräfte der dagegen mit dem Einfrieren von Straße nhyd ranten
New Yorker Feuerwehr verfügen über insgesamt und Dachhochbehältern sowie mit zeitweiser Ver-
270 K raftfahrspritzel1, 125 Schlauchkraftwagen so- schüttung selbst der Oberflurhydranten (Unterflur-
wie 146 Leiterfahrzeuge mit und 20 ohn e Balancelei- hy dranten sind in ordame rika so gut wie unbe-
ter u. a. m. kannt) durch riesige Schnecmassen ge rechn et wer-
den. Letztere führ en in den Vororten während der
Meldewesen Blizzardkatastrophen auch nieht selten zur Unte r-
Die insgesamt 10000 öffentlichen Feuermeld er, brechun g der in den Außenbezirken t eilweise noch
die in der New Yorker Innenstadt in Zwischen- über Freileitungen geführten Feuermelde- und
räumen von nur je 130 Meter aufgestellt sind, lau- J) "Gassc hut z und Luftschutz' 9 (1939), 113 .

50
Alarmanlagen wie auch in allen Teilen der Stadt zu sind die Straßen yerhältnismäßig breit und ausge-
langwierigen Verkehrsstörungen. In dieser Zeit er- dehnte re hofseitige Baulichkeiten selten; dafür bildet
weist sich die große Zahl eier zur Verfügung ste- aber fast jede H~i.userreihe ein regelloses Gemisch
henden Feuerwachen und Löschz üQe als besonders von feuerbeständigen 1Jochbauten, niedrigeren
sege nsreich. ' J Iochhtiuse rn ohne feuerbeständige Zwischendek-
ken, vier- bis sechsgese hossigen Ziegelbauten mit
Dienstplan dünnen Holzdecken und offen en Holztreppen, zwci-
Die bet~:mte Dezentralisierung und Verteilung der bis viergeschossigen Fachwerk- und reinen Holzhäu-
Löschkräfte auf zahlreiche kleine Feuerwachen sern usw. I Iinzu kommen in den Vorshidten noch
bringt noch weitere Eigenarten mit sich, beispiels- Fabrikgeb~iude jeder nur denkbare n Bauweise, Well-
weise hinsichtlich des Obu ngsdienstes. Nach abge - blechbaracken, Holzschuppen sowie in den Hafen-
sehlosse ner the ore t ischer und praktischer Grund- vierte ln riesige \V arenspeiche r und Lagerhiiuser von
ausbildung in der N ew Yorker Feuerwehrschule und in Deutschland unbekannten Ausmaßen und mit
abgelegter Aufnahmeprüfung wird der \ Nehrmann meis t völlig unzureichender Unterteilung oder son -
irgendeiner Spritzen-, Leiter- oder Schlauchkom- stigem Schutz gegen rasche Brandausbreitung. Di e
panie und damit einer der kleinen Feuerwachen zu- Feuerstätten und Rauchabzu gsa nla gen alle r dieser
geteilt, die weder über Obungshöfe noch über Stei- Ge büude befinden sich häufig in schadh aftem Zu-
ge rtürme verfügen. Deshalb übt jeder Lösc hzug an s tand, da ein geregeltes Schornsteinfegerwesen un-
den mei sten Sonntagen wegen des dann nur schwa- bekannt ist. In den Kellerräum en bilden die zahl-
chen Straßenverkehrs in der Nähe seiner Wache an reich benutzten Ölfeuerungen und Ölheizunge n eine
irgendeinem Wohn-, Geschäfts- oder Fabrikge- besondere Gefahrenquelle. Offene Gasflammen in
biiucle oder einem sonstigen Objekt. Dieser Obungs- den Treppenh üusern, unterhalb der Holztreppen an-
dienst wird durch fallweise Spritzenproben, Steig- gehäufte Abfälle und Gerümpelhaufen, MüILverbren-
rohrprüfungen oder durch öffentli che Lösch- und l1un gsanlagen in den neueren Wohnbauten und die
Rettungsvorfü hrun gen erg~inzt. Das Fehlen von eige- Benutzung der Kellergeschosse in elen Holzhä usern
nem Übungsgelände sow ie von Werkstätten auf den zur Abfall- und Gerümpellagerung erhöhen d1e
Feuerwachen wird durch die lebhafte Ausrücketä- Brandgefahr erhebli·::;h. Die Bevölkerung se lbst geht
tigkeit der New Yorker Feuerwehr, bei der je Ta g iiußerst fahrlässig mit Feuer und Licht um. Das
durch schnittlich 125 Feueralarme und zah lreiche Un- Brandstifterunwesen blüht dort bekanntlich wie in
fallmeldungen einlaufen, wie auch durch die beson- keinem anderen Lande der ·W elt.
ders geartete Diensteinteilung (nach achtstündigem
Dienst sechzehnstündige Freizeit sowie jeden sech - Brandschau
sten Tag 32 Stunden frei) aufgewogen. Siimtliche Berufs feuerwehren No rd amerikas ent-
se nden daher laufend ihre dienstfreien Offiziere und
Ausrückeplan Mannschaften zu Brandschaugängen und feuerpoli-
Auch auf die Befehlsve rh ii ltnisse wirkt sich die ze ilichen Revisionen innerhalb ih res Wachbereichs
eigenartige Verteilung der N ew York er Löschkräfte und erg~i.nzen hierdurch in wertv oIler V·,l eise die
entsprechend aus: Mit den auf den ersten Alarm Aufsichtstätigkeit der m eist wenig zuverhissigen
hin ausrück enden Löschkrüften - meist vier Kraft- Stadtbauämter und die nur privaten Maßnahmen
fahrs pritzen, zwei Leiter- und zwei sonstigen Fahr- der Amerikanischen Brandschutzliga bzw. des Feuer-
zeugen - rückt zulüchst der zuständi ge Bataillons- \' e rsi cberungsve rba n des.
chef (Distriktoffizier) aus, dem beim zweiten Alarm
ein zweiter Bataillonschef und beim dritten Alarm Löschtaktik
der zuständige Divisionsoffizier (Deputy Chief) Trotzdem arten auch h eute noch fast täglich
folgt. I-bufig rückt au f den dritten Alarm auch be- durch die ge nannten Ursachen hervorgerufene Ent-
reits der Feuerwehrchcf selbst oder einer sei ner s tehungsbrii nde infolge der wenig feuersicheren
Stel\vertreter mit aus. Im übrige n erscheinen von Bauweise zu verhängnisvollen Schadenfe uern aus.
der dritten Alarmstufe aufwärts außer der ent- Die zuerst anrückenden Löschzüge find en alsdann
sp rechenden Anzahl von Löschk räften auch ver- bereits eines oder mehrere Wohn- oder Geschäfts-
schiedene Spezial fahrzeuge, wie J-Iochdruckkompa - häuser bzw. Fabrikgebiiude von oben bis unten in
nien, W assert u rmfah rzeuge, F eue rtauchertru pps, Flammen stehend vor, so daß ilrnen ge rade noch
Brennstoff- und Werkstattwagen, Ambulanzautos Zeit bleibt, die bedrohten Bewohner mittels des
mit Feuerwehrärzten, der Feuerwehrkaplan und der bambusversteiften Sprungtuches oder über Kraft-
Küchenwagen. Außerdem entsenden Polizei, Gas-, fahr-, Schiebe- bzw. Hakenleitern in Sicherheit zu
Wasser- und Elektrizitätswerke besondere Hilfs- bringen. Gleichzeitig werden die auf den Löschfahr-
gerätewagen mit Absperr- und Instandsetzungsper- zeugen in Buchten eingelegten SchlauchIeitungen
sonal, während das Retterk orps der New Yorker von den Fahrzeugen selbst zwischen Brand- und
Feuerversicherungsgesellschaften einen oder meh - vVasserentnahmestelle ausgefahren. Bevor die An-
rere Bergungstrupps mit Spezialfahrzeugen heran - gri ff strupps in die Treppenhäuser eindringen kön-
zieht. Bei größe ren Bränden und höheren Alarm - nen, stehen diese meist gleichfalls schon von unten
stufen werden die Feuerwachen der von Lösch - bis oben in Flammen, so daß nur mehr der Angriffs-
zügen entblößten Stadtteile nach einem ent- und Rückzugsweg über die an der Straßenfront je-
sprechend ausgearbeiteten Nachrückeplan durch des nord amerik anischen Gebäudes angebrachten
Löschzüge entfernter liegender Feuerwachen besetzt. eisernen Feuertreppen bzw. Notleitern bleibt, deren
Benutzung jedoch meist durch die aus den Fenstern
Brandgefahren in N ew Y ork schlagenden Flammen und durch strahlende Hitze
Zum richtigen Verständnis der in N ew York und unmöglich gemacht wird.
den meisten andere n Großstädten Nordamerikas Bei niedrigeren Brandobjekten wird nunmehr ein-
seit nunmehr 75 Jahren gehandhabten Großhrand - fach von Strahlrohrführern auf der Straße und auf
bekämpfungsmethode müssen außer den klimati- freistehenden KraftfahrIeitern mittels großkalibri-
schen Bedingungen - subtropische Hitze abwech- ge r Schlauchleitungen in die Fenster des brennenden
selnd mit sibirischer Kälte - die baulichen Vorbe- Gebäudes gespritz t, während weitere Löschtrupps
dingungen entsprechend gewürdigt werden. Zwar über die Dächer der Nachbarhäuser sowie über die

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Feuertreppen und Rettungsbalkons der gegenüber- alteten Vater- und Muttergewinde noch erhöht und
liegenden Häuserfront Schlauchleitungen verlegen nur durch die Geschicklichkeit der BedienunQs-
und den Brandherd auf diese Art einzukreisen ver- mannschaften etwas ausgeglichen. •
suchen. Der Rohrführer hänQt sich das mit Handgriffen
Der weitere Außenangriff wird zunächst durch versehene Strahlrohr über die Schulter, und zwei bis
Zusammenschalten mehrerer SchlauchleitunQen und drei Mann fol(1en ihm über Leitern oder Treppen
Anschluß an eine tragbare Wasserkanone bewerk - mit der gcschl;lter ten Schl auchleitung. Soll diese an
stelligt. Dieses leichtere Wendestrahlrohr ist dreh - eincr J fausfront hochgezogen und nach Ein ziehen
bar auf einer Unterlegp latt e oder auf einem zusam - in ein Fenster im Gebiiudeinnern nach höheren Ge-
menlegbaren Stativ gelagert und wird von ein bis sc hosscn ver legt werden, so wird am Fensterbrett
zwei Mann von der Straße aus unmittelbar gegen oder auf einem H.ettungsbalkon bzw. Treppenabsatz
das Brandobjekt gerichtet. cin sog. " Sch lau chro lle~" ' , d. h. eine Art mit Haspel
Führen auch diese Hilfsmittel nicht zum Ziel versehener Gesimsbock, befestigt und die Schlau ch-
oder handelt es sich bei dem Brandobjekt um ein leitung darübergezogen . Kurze Verlängerungsschliiu-
Hochhaus oder einen ga nzen Häuserblock, so wer- ehe werden von den Wehrmiinnern, einfach gerollt
den -die auf den Gefechtsplattformen dcr meisten an Ricmen auf dem Rücken hiingend, mitgeführt. Die
Kraftfahrspritzen, Schlauchtender und so ns tigen eingangs erwi.ihnten tragbaren Wasserkanonen und
Löschfahrzeuge fest angebrachten großka librigen Wendestrahlrohre auf Stativcn werden nicht selten
\Vendestrahlrohre auf das Brandobjekt gericht et. auch auf I fausdächern, Terrassen und Balkons in
Jedes Wendestrahlrohr wird aus zwei bis sechs Stellung gebracht.
großkalibrigen Schlauchlcitungen durch ein bis drei Unters tützt wird der Außenangriff durch reich-
Kraftfahrspritzen ges peist und von zwei bis drei liche ßenutzunQ von ](raftfahr- und Schicbcleitern ,
Mann bedient. Auf jedem Löschfahrzeug werden zu einfache n Anstell- und cinholmigen J lakenleitern;
den Wendestrahlrohren Mundstücke verschieden- neben den angestammten primitiven Holzbalance-
ster Durchmesse r mitgeführt; der Kapitän oder leitern ge langen jetzt mehr und mehr auch bis zu
Leutnant jeder Spritzen- oder Hochdruckkompanie 30 Meter hohe Ganzmetallkraftfahrleitern zur An-
muß genauestens über die Anwendungsmöglichkeit wendung. In Straßen mit Hochbahnkörper wird die-
der einzelnen Mundstückweiten unterrichtet se in. se r bei Großbründen mit Vorliebe als Gefechts-
Hierfür sind außer Umfang und Höh e des Brandob- plattForm für den Außenangriff auf die Oberge-
jektes natürlich auch dessen Inhalt sowie die mehr schosse der Brandobjekte benutzt. der Hochbahn -
oder weniger s tarke Gefährdung der Nachbar- verkehr zu diesem Zweck lahm gclegt, die Strecke
gebäude und der der BrandsteIle gegenübe rliegenden stromlos gemacht und von dieser beherrschenden
Häuserfronten mitbestimmend. und übers·iehtlichen Auffangstellung aus das Übe r-
Für den Außenangriff auf besonders hohe und die greifen der Flammen auf die jenseits -des Bahnkör-
Nachbarschaft in besonders starkem Maße gefiihr- pe rs befi ndliche Hüuserreihe verhindert.
dende Brandobjekte, besonders für Lagerhaus- und
Wolkenkratzerbrände, werden in den inneren Erfolge der New Yorker Feuerwehr
Stadtbezirken und auf j ede höhere Alarmstufe hin
unverzüglich eines oder mehrere Wasserturmfahr- Die mit den hier kurz Qeschildcrten Löschmetho-
zeuge mit teleskopartig bis auf 20 Meter Höhe aus- den seit dem Bestehen 'der New Yorker Berufs-
schiebbaren Löschwassermasten zur BrandsteIle ent- feuerwehr erzielten Erfolge sind angesichts der
sandt. Jedes Wassermastfahrzeug weist außer dem ebenso fahrlässigen wie feuergefährlichen Bauweise
hohen Mast selbst auf seiner Gefechtsplattform der Stadt wie auch im Hinblick auf die Witterun gs-
noch mehrere WendestrahIrohre auf, die meist ge - unbilden und sonstigen Schwierigkeiten immerhin
meinsam mit dem Wassermast zur Anwendung ge- sehr beachtlich. Waren noch im Jahre 1898 bei
langen. Auch die Speisung des an der Mastspitze einem Brande am Broadway ein Dutzend seehs- bis
angebrachten und durch Drahtzüge von unten her achtgeschossige Geschäftshäuser in Flammen aufge-
lenk- und versteIlbaren Wendestrahlrohrs e rfolgt gangen und im Jahre 1919 in Brooklyn durch einen
durch mehrere Kraftfahrspritzen oder Großfeuer- schweren Mineralöltank lagerbrand zahlreiche Fa-
hydranten des Hochdrucksystems. brikanlagen und Lagerhäuser zerstört worden, so
Um die von den Hydranten und Kraftfahrspritzen haben sich in den letzten zwanzig Jahren Brand-
unmittelbar zur Brandstelle oder zu den Wende- katastrophen gleichen Ausmaßcs innerhalb der New
strahlrohren und Wassermasten führenden zah lrei- Yorker Wohn-, Geschäfts- und Industrieviertcl mit
chen Schlauchleitungen leichter auseinanderhaIten zu Ausnahm e der bekannten Riesenbrände im Vergnü-
können, wird jede Schlauchlei tun g am Hydranten gungsvie rt el Conney Island und Umgeb ung kaum
bzw. am Druekstutzen der Kraftspritze von vorn- wiederholt, und fast sämtliche Grol)brände, auch
herein durch Anhängen einer mit eincr laufenden von Hochlüiusern und hölzernen Hochbauten, konn-
Nummer versehenen Blechmarke gekennzeiehnet. ten in den meisten Fä Hen auf das Brandobjekt selbst
Da jede Löschaktion von Anfang an unter einheit- und seine unmittelbare Umgebung beschränkt
lichem Befehl, nämlich des zuständigen Bataillons- werden.
oder Divisionschefs, steht, vermag auch auf größe- Zurückblickend dürften sich aus dem Vorher-
ren BrandsteIlen -die laufende Bezifferung der gesagten u. a. folgende in weiterem Umfang anwend-
Schlauchleitungen ziemlich einhcitlich durchgeführt baren Erkenntnisse ergeben: Großbrände innerhalb
zu werden. enggebauter und wenig feuersicher errichteter Häu-
Ebenso einheitlich ist die ausschließliche Anwen - serblocks können erfolgreich durch Außenangriff
dung nur großkalibriger (A- bzw. 13-) Schhiuche bei mittels auf dem Straßenpflaster, auf Löschfahrzeu-
der Großbrandbekämpfu ng; das Druckschlauch- gen, freistehenden Leitern und Wassermf\sten an -
material besteht aus mehreren Lagen Kautschuk gebrachter tragbarer Wasserkanonen und fcst mon-
lind Baumwolle, so daß die Schläuche zwar äußerst tierter Wendestrahlrohrc am Übergreifen auf -die
widerstandsfähig sind und hohe Drücke ausha lt en , Umgebung ge hindert werden, wenn diese Art des
aber eben nur in Buchten gelegt auf den Löschfahr- Löschangriffs gleichzeitig durch Vornahme ausrei -
zeugen mitgeführt werden können und in ihrer An- chender Schlauchlcitun gen zum Außenangriff von
wendung äußerst unhandlich sind. Diese Unhand- ßalkons, Terrassen, Dächern und Außentreppen be-
lichkeit wird durch vorläufige Beibehaltung der ver- nachbarter oder gegenüb erliegender Gebäude sowie

52
von ] l ochbahnkö rp ern, Eisenba hnüberführungen einander lind unabhängig voneinander wirkende
Lind sonstigen geeigneten Auffang- und Gcfechts- aehrich tenmittel und Löschwasserbezugsquellen
stellunQen aus wirksam unterstützt wird. Weiterhin im Falle der Gefahr zur Verfügung stehen . Dank
zeigt d~s New Yorker Beispiel, daß der rechtzeitige dieser Maßnahmen und der geschilderten D ezen-
Lind wirksa me Einsatz ausreichender Löschkräfte tra lisation is t N ew York in den letzten 75 Jahren
auch wührend besonderer Ausnahmezustiinde um so vo n vern ichtenden Stadtbränden verschont ge-
besser gewii hrleistet werden kann, je mehr neben - blieben.

Ägypten Anordnung von R ä umungs maßnahmen
Mitte Januar or1d11ct e di e Regierun g die R ä u m u n g
Räumungsvor bereitungen meh r erer Orte a.n den ö s t I ich e n G ren z g e bi e-
Di e für dcn Luftsc hu tz vcrantwortlichcn Behördcn te n an. Die Bewohner der betroHcnen Ortschaften
und Organisat ioncn trafcn nach c incr t- \i ttcilung d cr wurden lin vorbercitetc Unte rkünft c in Küstenorten
"Bourse Egyptienne", Cai ro, vom 15. 1. 1940 bereIts überführt, jedoch wurde ihnen bereits naeh kurzer Zeit.
Vorbcreitungcn fü.: die Organisation dcs !\ b t ra n s- naehclem eine gewi sse Beruhigung eingetreten war, ge-
POl' t es der Z i v i I b e v ö I k c I' u n gaus dcn großcn sta ttet, in ihre H e im ato rte zurückzukehren. Allerdings
Städten im Falle ein cl' dringcndcn Gc1'a h \'. In A l e x a n - wurden sie von dcn Bürgermeistern ihrer Heimato-rte
d r i e n haben die zuständigen Bchördcn schon dic E in- darauf hinge\\-iesen, daß sie sich nach ihrer Rückkehr
wohncr der zu riiumcnden Stadttei le crfaßt, die die in jedem Fa Il c da rau f einzu rich te'll hä tten, j e derz ei t
Stadt verlassen so ll cn, soba ld dic Lage dics crfordcrlich einem erneuten Räumungsbcfchl sofort nachkommcn
macht. Rund 65 000 Einwohn c r werdcn sich an \'On ihn cn zu müssen.
selbst bcrcits jctzt ausgewähltc Ortc begebcn . Ferncr
hab cn rund 5') 000 Pcrsoncn dcn Wunsch geäußcrt. sich
in die von d er ägyptisc h cn Rc g icrun g e in gcric ht etcn Bulgarien
Auffang lagcr in Untcriigyptcn zu bcgcbcn. Augcnb ll ck-
Ü b erblick über die bisherige Entwicklung des zivilen
lich ist man mit der Erfassung dcr abz utr ans p ortic rcn -
dcn Einwohner wciterer Ortschaftcn und Stadttci lc be- L uftschutze.s
schiiftigt. Se it der gesetz li ch en Einführung des zivilen Luft-
Schutz der Kunstwerke sch ut zcs in Bulgarien sind nunm e hr etwa zwei Jahre
vergangen. In dieser Zeit hat die Organisati o n dank der
Jm f l inblick auf dic dr ohcndcn Luftgc1'ahr cn wurden tatkräftigen F ü h run g, die in militärischen Händen
nach der g lciehcll. Qu e ll e Maßnahmcn eingc lcitet, I\m liegt, bereits fest e und endgü lt ige Formen angenommen.
die wertvollen Kun stschätzc der j\ \u seen in Die eifrige Werbetätigkeit für den Luftschutz wurde
Sc hut zr ii u me zu sehaffl'n und die Dcnkmäl e r lind von der Pr esse bereitwillig unterstützt, wofür a uch das
architektonisc h wertvo ll cn Bauwcrke von historischem bulgarische Kriegsministerium, dem die Oberleitung des
Interesse gcgc n die Bombenwirkung zu schützen. In sbe- z ivi len Luftse hut zes üb ertragen ist, m it dem nötigen
sonderc in Alexandrien, da s z ahlreich e und besonders Nac hdruck gesorgt h aben dürfte.
wertvo lle Schätze aus der gr iechisch -römi sc h en Ze it be- Die stiindi ge n Lu f t s c hut z I e hr g ä n g e für Arzte
h erber gt, wurden die Sku lpturen, Vasen, Terrakotten und Sa nitiitsperso nal sow ie für die Luftschutztrupps er-
usw. und ande re wertvo lle Dinge in insgesamt 70 große freuen s ic h leb hafter Betei ligung, der an den Sc hul en
Kisten verpackt, d ie zu m Abtranspo·rt n ac h sic h eren dure hgefLih rte pfliehtmäßigc Lu f t s c hut z u n te r-
Ortcn b ercitst e h en. Die g roßen Stüc k e, deren Transport r ich t d er Ju gend zeitigt erfreuliche Erfolge.
unmögli ch ist, werden auc h im Inn ern der Museen ge- Erzeugung und Vertrieb von Gas s c hut z ger ä -
nau so wie di e öffentlichen Denkmäl er hinter San d- te n, insbesondere ei n cr zuverlässigen und preiswerten
s a c k bar I' i k ade n gesc hüt zt. Vo lksgasmaske, sind inzwischen bereits geregelt. Beson-
deres Augenmcrk wird n.aeh einer Mitteilung des Präsi-
denten des bulgarischen Luftschutzbundcs, General a. D.
B elgien Phi I i P 0 f f, auf die Sc haffung ciner leistungsfähigen
einheim isc h en Gassc hut z- und Luftschutzindustrie gelegt.
Neuordnung d es z ivilen Luftschutzes Der 13 au von Lu f t s c hut z r ii u m e n schreitet
Im Zuge d er bereits gem eldeten Neuorganisation 1) des gleic h fal ls rüstig voran. Auf G rund inzwischen ergan-
bc1.g ise h e,n Luftschutzes ist di e D lI\'eh führu'\1g einer gencr Vorschr iften wird für Neubautcn die Genehmi-
Ver s t ä r k te n Zen t r a I i sie I' 'LI n g festzustellen. gung se iten s der zustiindigen Baubehörden nur n ach vor-
Di e Oberste Leitung beh iilt das Luftsc hu tzkol11missill'iat, h er iger Zustimmung dcr örtli chen Luftschutzdienststelle
das j ed oc h ·dom V er teidi g ungsm in iste r iul11 bzw. .d er e rt ei lt, die ihrerseits davon ab h ängif.! gemaeht ist, daß
Heeres lc itun g unt ers tellt ist. A ls Bindeg li ed zwischen a ll e für den Luftschutz bzw. Gasschutz erforderlichen
Luftsc hut zkoll1missariat und örtli ch en Luftschutzleitun- Maßnahmen bereits in der Planung vorgesehen und bei
gen werden Provinzial-L uftse hutz,direktionen eingc- Ausfiihrung dcs Baues durchgeführt werden. Für Alt-
scha ltet, die der L e itung der Provinzgouvcrncurc unter- bauten sind zwingcnde Vorschriften noch nicht e rlassen.
s tehen. Dcn örtlic h en Luftsc hut zleitungen, dic in den j edoc h ist bei Um- und Erweiterungsbauten cbenfalls
Händen d er Bürgcrmeister Iiegcn, werden na ch Maß- auf di e Belange des Luftschutzes Rücksicht zu nehmen.
ga.b e der durch ,die ört li<:h e Lage b cdin gten Notwendig- Besondere Erfo lge in der A usgesta ltun g des Luft-
keit gewisse Selb ställcligkeit en übe rlasscn. O cr Beamten - sc hut zes werden b eri cht et von den Betrieben der Haupt-
stab d er LuftsehutzÜ'rgani sa tion ist im Zusammenhang stadt Sofia sow ie von za hlr e ichen priva ten Indu strie-
mit d er Ne uo r dn un g er heb li ch ve rm ehr t worden, d.a die betrieben. die bere its mustcrgü ltige \ Verkluftschutzmaß-
bish er vielfach beschäftigten ehr en.a mtl ie h en Kräftc den nahm en durch geführt h abcn so ll cn .
vermehrten A rb ei tsa nf.a ll n.a tur ge m äß nicht m ch r be-
Wältigen k ö nn en. J) V~ 1. "Gassc hul z und Luftschulz" 10 (1 940), 18.

53
Die Tätigkeit des l3ulgarisehcn Roten Kreuz es sowie al1l liaIse befestigt ist, bei sieh führen. Die \Vohnungen
ui e von der Sanitiitsdirektion in Sofia durchgeführten der Abzutransportierenden sind beim Verlassen zu ver-
staatlichen Arztelehrgünge, in denen bekannte Univcrsi - schließen und die Sch lüssel dem Luftschutzbloekleiter
tätsprofessoren als Lehrer mit,wirken, zeitigten gleich - zu übergeben.
falls anschnliehe Erfolge. Aniang !I'l ärz wurden weitere Einzelheiten des nie-
derländischen I{ ,i u m u n g s pi a n es veröFfentlicht. Der
Plan betrifft rLmd 100 Gemeinden mit insgesamt etwa
Niederlande 50ll llOll I~ inwohnern in den Gebieten, die für die hol-
liindische Landesvtrtei di gung von besonderer Bedeu -
Neuordnu ng des Luftschutzes tung sind. Die Bevölkerung der zu rii umenden Gemein-
Auch in den Niederlanden bcfin·det sich der zi\' ilc den wird in drei Kla ssen eingeteilt. Zur Khl sse A ge -
Luftschutz in einer Umorga nisation . Vorgesehen ist die hören HLirgermeister, Gemeindebeamte, Luftsehutz -,
Schaffung von drei Re i eh si n s pe k tor at e n für 17 euerwehr- und Sanitätsperson"l1 sowie di e jenigen Kauf -
Nord-, Süd- unu Ostholland , uie uem Z l: n t r a l - leute und 11 ,1I1dwcrkcr, die Hir die Versorgung der zu-
ins p e k tor at im Haag unterstehen sollen . rü ckbleibenden ßevölkerung unbedingt notwendig si nd.
Die zur Klasse A gehiirenden Person en dürfen ihren
Luftschutz auf Schiffen \Vohnort unter keincn Umstünden verlassen.
Die niederliindisehe Reichsinspektion für den Lurt Die Klasse ß umfaßt <11 1e nicht unter den \Vaffen
schutz der Zivilbevölkerung erließ im Dezcmber 193') stehcnden W ehrpFlichtigen, die bei Erteilung des Räu -
Richtlinien für ,den Luftschutz auf Schif - Illungsbcfehls so schnell wi e möglich ihren \\" oh.nort
fe n, insbesondere auf denen der 13 i n n e n sc h i f f - zu verlassen haben.
fa h r t. Die demzufolge zu treffenden Maßnahmen sind Zur Klasse C gehören alle übrigen Personen.
gegliedert in solche, die bereits in Friedenszeiten durch - Allo von den Riiumungsmaßnahmen betroffenen Per-
zuführen sind, ferner in solche, die in Zeiten erhöhter sonen haben bereits d·as vorcrw iihnte Rundschreiben er-
Spannung bzw. nach Erklärung des Kriegszustandl:s in halt en, das auch 1\ngaben enthiilt über die Gruppe, der
Kraft treten, und schließlich in Alarmmaßnahml:n. sie zugeteilt sind, Namen und Anschrift cles Haupt -
transportleitcrs, Sammelplatz der Gruppe, mitzuneh-
Ve rd unk lung des Kriegshafe ns Den Helder mende Urkunden, Kleidungs tücke, Gcriite, Verband -
ze ug und zwec kmäßige Zusammensetzung des Mundvor-
Für das Gebiet des Kriegsh.afens 0 e n Hel der ratcs. Die !llitnahme von Fahrrädern, Kinder- und Hand -
wur·de Anfang Februar für die Zeit von zunächst 0 Uhr wagen wird empfohlen.
bis 7 Uhr ,die Ver dun k lu n g angeordnet. Während Die EmpFänger dieses Rundschrei bens haben sich so -
dieser Zeit dürfen die Straßen nicht beleuchtet sein, rort nach Empfang mit dem darin genannten Trans-
Fahrzeuge dürfen nur mit abgeblendeten Lichtern und portleiter in Verbindung zu setzen und diesem insbe-
mit einer Höchstgesc hwindigkeit von 30 km je Stunde sondere über die in ihren Haushaltungen befindlichen
fahren. Besucher von Gaststätten müssen diese eine Kranken und andere Personen, die Rücksichtnahme er-
Viertelstunde vor Eintritt der Verdunklung verlassen. fordern, Mitteilung zu machen. Das Rundschreiben
Die Maßnahme wird damit begründet, daß die Stadt schließt mit eincm Hinweis darauf, daß je,der, der eigen -
Den Helder in erleuchtetem Zustand für die Flugzeug e mächtig zuriickblcibt, dies a uf eigene Vemntwortung
der Kriegführenden einen ausgezeiehlleten Richtpunkt
biete, den man ihnen nehmen wo lle. Tatsächlich sc heint tu t.
Unmittelbar vor l3eginn der Räumung soll ein zweites
aber a·uch eine gewisse Furch t vor "versehentlichen Rundschreiben zur Ausgabe gelangen, das den EmpFän-
Bombenabwürfen" der Eng länder, die sich auf diesem ger darauf hinweist, daß er sich bereitzuhalten hat, .d a
Gebiet ja bereits mehrfach mit für die davon betroffe- dcr Abtransport jeden Augenblick vor sich gehen
nen eutralen schmerzlichem Erfolg betätigt haben, mit-
zuspielen. Es ist den Holländern jedenfalls nicht zu ver- könne.
Zur Erleichterung der Durchführung der Räumung
übeln, wenn sie ihre nicht gerade zahlreichen Kriegs- werden di e Gemeinden in Wohnviertel von höchstens
schiffe nicht als Zielscheiben Für ,die Bombenabwurf- 1000 Einwohnern unterteilt, jedes dieser 'W ohnviertel
versuche der englischen Luftpiraten dienen lassen gliedert sich weite r in Wohngruppen mit ctwa je 50
wollen. Per onen, w01bei auF Familienzusammengehörigkeit Kiick -
R ä um ungsvo r berei tunge n sich t genommen wird. Für jedes Wo hnvierte l und jede
In .denjenigen Gemeinden, die nach den P länen der Wohngruppe ist ein Leiter bestimmt, der die Samm -
Regierung von den vorgesehenen Riiumungsmaßnahmen lung der abzutransportierenden 'Bewohner und ih ren ge -
betroHen werden, wurden bereits Run d s c h r e i b e 11 meinsamen Abmarsch zum SammcI.p latz leitet.
an die Bevölkerung ausgegeben, über deren Inhalt kur? Vor eigenmächtigem Verlassen ,der Gemeinden wird
folgendes zu sagen ist: drin/,!end gewarnt. Wer n icht von der Räumung betrof-
Als GI' und lag e für die Räumung gilt die vor eini- fen ist, darf scinen Wohnort nicht verlassen, weil er
ger Zeit a'usgegebene "Distributionsstammkarte", die hinmit ·d ie DurchFührung der Räumung erschwert, wenn
zur Regelung des Bezuges von gegebenenfalls zu ratio- lIieht gar unmö glich macht.
nierenden Lebensmitte ln dient. Di ese Karte gilt als In- Für den Abtransport ist bereits ein besonderer Fahr -
landspaß und wird Für Räumllngszwecke mittels Stem- plan ,a ufgl:stellt. b crfolgt in erster Linie mit der Eisen -
pels mit einem blauen A oder B verschen. Der Buch - bahn, die Ziige für je 1000 Perso nen bereithalten lind
stabe A bed eutet, daß dlC Anwesenheit des K a rteninha - mit Abstünden von e twa zwei bis drei Stunden fahre:l
bers im Interesse der Allgcmeinheit notwendig ist. Er ,,"ird. Auch Autobusse und Schiffe der Binnenschiff-
darf somit auch nach Anordnung der Räumung den fahrt. die in Ilolland von erheblicher l3edeutung ist.
Ort nicht verla sen, jedoch i.st es ihm gestattet, inner- ",erden den {irtlichen Verhältnissen entspreehenu für
halb des Ortes eine seiner Ansicht nach günstigl:re die \{üull1un g in Anspruch genommen.
Wohnung zu suchen. Der Buchstoabc B bedeutet, daß
der Karteninhaber die Gemeinde unverzüglich zu ver-
lassen hat, sobald die Militärbehörde die entsprechende Niederländisch = Wesfindien
Anordnung erlassen hat. Erst dann wird auch der
"Fluchtorr' bekanntgegeben, ·d er bi ,dahin geheimgehal- Verdunkluogsü bung in Cura~ao
ten wird. Für den Abt r ans pOl' t werden Gruppen Dio Zll den vor der Küste Venezuelas im Karibischen
von je 50 Personen unter der Leitung ei,nes Gruppen- f.\eere gelegenen " Inseln unter dem Winde" ge hör cnde
führers gebildet; die Unterbringung im Fluchto rt erfolgt
In sel C 1I ra C( a 0, Hauptinsel der niederländischen Ko -
zunächst im gleichen Gruppenverband. Für den Ab-
lonie gleichen Namcns, hatte Ende vorigen Jahres ihre
transport sind die erForderlichen Fahrzeuge bereits ge-
erste Ver dun k I u n g s ü b u n g, über die das in Lei -
sichert. Das mitzunehmende IIand ge päek darf 30 kg
den erscheinende "Het Nationale Dagblad" am 20. De-
je Person nicht überschreiten, Lebensmittel sind für die
zember 1939 a nschaulich und ausführlich berichtcte').
Zeit von 48 Stunden mitzunehmen, auch mü ssen wich-
tige Dokumente. Versichel'lll1gspapiere usw., mitgenom - 1) Vgl. "Gassc hulz und Luflschulz" 9 (1939). 315.
men werden. Kinder müssen ein ld cntitätsp·a pier J ) in ") Nach einem Originalbericht der in Paramaribo (Niederländisch ·
einem verschlossencn Behälter, .der mittels einer Schnur Gua y ana) crsl:hei ncndcn Zci lun li; "Oe West".

54
Nach uer ge nannten Qu e ll e is t di e Übun g zwar inso· presse .d as in d er Abbild un g gezeigte Leu eh t s chi 1 d
fern als Erfo lg zu wert en, a ls di e sonst we ge n des a ngeboten, das sowohl für Starkstrom als auch für
Nachtbet r iebes in Hafen und Erdölraffinerie in ein Sc hw achstrom liefe rbar sein soll. Es zeic hn et sie h durch
Lichtmeer ge tauchtc, llur rund 545 km" g ro ße In sel
dank der sachgemäß durchgeführten Verdunklungsmaß ·
nahmen der gena nnt en Betriebe t atsäc hli ch in vii ll iges
und undurchdringliches Dunkel ge hüllt war. Es wird j e·
doch betont, daß das erzielte Erg l bnis im übrigen zu
einem sehr erheblichen Teile dar a uf zur ückzuführ e n war ,
daß zah lreiche Gas tst ät ten und Gese htifte für die ganze
Ilur a nd erth a lbstündige Dauer d er Übung gesc hl ossen
hatte n; aueh d ie Zivilbevölkerung hat te größte nt e il s
einfach die Lichter ge lösc ht und saß vor den Hiiusern
im Dunkeln. sofern sie es nicht vo rgezogen h a t te, früh ·
ze itig zu Bett zu ge he n (die Übung fiel in di e Zei t von
20.00 bis 2UO U hr). Nat ur gemiiß ha tt e dieses Verhalten
auch einen sta rk e n Rückgang d es Straßenverkeh rs zur eine, wie da s Bi ld zeig t, nach oben abgeblendete La-
Fo lge, so daß ein zu tr effe nd es Urtei l d arüber, ob die tern e a us, die üb er d em eigentlichen Schutzraumhinweis
seite ns der z ustiindigen Behijrden zur Siche run g des angebrac ht is t. Die Form ist nach d en Angaben der
Verkehrs wiihre nd der Verdunklung ge tr offe nen M a ß· H e rstcl1crfirma so gewä hlt, daß eine Verweehselung mit
nahmen - blau abgesc hirmte Natr iumdampfla m pen al s a nd ere n Leuehtsehildern a usgeschlossen e rscheint.
Ri ehtlcu ehte n und Aufstellung von mit farbigen Signal -
Handl am pen ausgestatteten Verkehrsposten - dem b e·
a bsie hti gte n %weck entspr,ae h en, nic h t zu ge winnen war. Schweiz
Die Luftschutzorganisationen während des Aktiv-
Norwegen dienstes
Am 16. Februar tr at ein Bundesr ,a t sbesehluß
Drastische Maßnahmen der Polizei gegen Verdunklungs· in Kraf t, d er 0 I' g a n isa tor i sc h es und S t ra f -
sünder vo r s e hr i f t e n b ez üg li c h d er Luftschutzorganisatio·
Am 19. o\'C mber fa nd in der s üdn o rwe g isc he n Stadt n en während d es A ktivdi ens tzu tand es enth ä lt . Dan ac h
K 0 n g s b erg e ine Ver dun k I u p g s ü b u n g s tat t , dürf e n Lu.ftsehutzoffiziere nur ernann t werden, wenn
de re n Ergebnis im a ll geme in en z ufri ede nges te llt ha b e n ih ro Eignung und dem vorgesehenen Ra ng und Dienst·
soll. A ll erdings gab es auch einige lIart nä eki ge, die nicht <: weig en tsprec hende Fähigkeitszeugnisse vorliegen . Für
daran gedac ht h.a tte n, ihre Fens ter zu yerdunke ln . Die die Ausste llun g dieser Zeugnisse sind zustän,d ig: die
Polizei h olte di ese Maßnahme in se hr wirkun gsvo ll er Luftschutza hteilung des Eidgenössischen Mi litärd epart e-
und d a ue rh ll fter \\ 'e ise ·d adurch nac h, d.aß sie di e Außen- me nts für Ortsluftsehutz1citer und d eren Stellvertreter,
seiten der Fenst e rsc heiben un" e rdunke lter Fenster mit ferner für Luftschutzleiter und andere Luftse hutzoffi·
grüner Ölfarbe anst ri ch . ziere de r Bundesv erwaltung und der öffentlichen Trans-
portunternehmun gen ; die Territorialko mma nd an t en für
di e übrigen Luftschutzleiter und Luftsc hutzoffiz iere. Die
Schweden Bedin gungen für die E rteilun g der Fähigkeitsnachweise
werd en vom I:: id ge nöss isehen Militärdepartement fes t-
über die Volksgasmaske gesetzt.
Wi e bereits be richtet') , wird di e schwedische Volks· Für Ernennung und E ntlass un g sind die in einer Ver-
gasmas ke bne its in gro ßem Umfang hergeste llt. Ent- rii gun g des Eidgenössischen Militärdepartements vom
gege n früheren Mitteilungen is t jedoc h festzuste ll en. daß 15. 4. 1937 entha lten en V o rse hrift.en des Di en stregle-
me nts für ,die Organ isa tion en d es p ass ive n Luftschutz,e s
mnß ge blieh.
Auße~dem wurden ,d ie An gehö ri gen der Luftschutz-
o rganisationen mit Wirkun g vom ]5. 2. ·dem l\1ilitär-
strafrecht unterstellt 'lind eine besond e re 0 i s z i pli -
n a r s t r a f 0 r d nun g für a ll e P erso n en , di e im Luft-
se hut zdienst steh~n, eingeführt.
Versicherung der Hilfsdienstpflichtigen und der Ange-
hörigen der Organisationen des passiven Luftschutzes
durch die Militärversicherung
D e r schw e ize ri sch e Bundesrat beschl o ß 3m 29. 12.
1939, für die D a uer des gegenwä rti gen Aktivdie nstes
die in ei n e r Hilfsdienst ga ttun g eingeteilten Hilfsdienst·
pfliehti ge n und Freiwilligen gegen d ie wirtschaftli chen
Folge n vo n Kr a nkh eiten und Unfä llen gemäß de m Bun -
d esgese tz vom 28. 6. 190 1 üb er di e V e rsi c her un g de r
l\lilitär perso n en gegen }( ra nkh eit und Unfa ll zu ver-
s ichern . Di e Versicherung ist an die übl ichen Voraus-
se tz un ge n b ez üglich Entstehung o de r \ Vahrsehe inli eh-
keit der Entstehung der Kra nkh eit oder des Schadens
durch die E rfi.illun g der Hilfsdi ens tpfli cht, bezüg li ch der
rechtzeitigen Anzeige usw. ge knüpft. Sie umf.aßt auch
di e Angehöri ge n der Organi sationen d es sc h w e i z e·
es sic h ni cht Ulll eine Haubenllla ske ha nd elt, sondern r i sc h e n p as si yen Lu f t s e hu t z e s. Der genannte
Um e in e n Ge s i c h t s t e il mit B a n d g e s tell ,a us 13und es ratsbeseh luß ist rüek.wirkend mit d em 29. 8. 1939
drei Biindern , wie ihn das beigefügte Bild zeigt. Hi er· in K ra ft get rete n.
aus ge ht b eso nders ,d eutli ch ,d ie e nge An lehnun g an d as
Init d e r engli sc hen Volksgasmaske gegebe ne V o rbild Förderung des baulichen Luftschutzes
he rv or.
Am 21. Februar wur de im sc hw eizerischen Na tional-
Leuehtschilder für Luftschutzräume rat fo lge nd e E n t s ch i i e ß u n g e in geb racht:
Das Problem der K e n n t l ich III ac h u J1 g Y 0 Jl .. Trotz d em Bund esbeschluß vo m 18. März 1937 und
Lu f t s c hut zr ii um e n wührcnd der Dunkelh e it hat dem Hund es ratsbeschluß v o m 17. November 1939 über
auch die schwed ischen Tec hnik er ni c ht ruhen la ssen.
Ende vo ri ge n Jahres wurde in der schwedischen T ages· 1) Vgl. "Gassch ut z und Luf tsch ut z" 10 (1940). t8 .

55
d.ie Förderung ba,uLicher J\laßnahmt:n im Luftschutz Fenstervo r1llin ge nicht genLigte, zum.al dadurch dic Mög-
zeigt es sich, daß die Lasten, dic den Gemeinden und lichkeit einer Lüftung der \Va gen unterbunden und die
Kantonen für die öffentlichen Luftschutzbauten, den Orientierung auf den einzelnen Hahnhöfen erschwert
Hausbesitzern und Mietern für die privaten Luftschutz- worden wiire. Aus diescm Grunde entschlossen sich ,die
bauten erwachsen, so groß sind, claß die Erstcllung von 13undesbahnen, jedes Wagenabteil neben den bereits
Luftschutzbauten erheblich leidet. yorhandenen hellen mit einer blauen Glühbirne au zu -
Da es sich aber um eine im Intercssc dcr L,andcs\' er- statten. Zu diesem Zwceke wurden anliißlich der No-
tcidigung liegende und g lciehzeitig um eine militiirischc vemberübungcn 20000 blauc Birnen neu beschafft. Hi er-
Maßnahme handelt, rcehtfertigt es sich, daß der Bund für sowie für weitere mit der Verdunklung in Zusam -
einen höheren Beitrag an die Erste llun gskosten leis t et. menhang stehcnde jV\aßnahmcn organisatorisch er und
Der Bundesrat wird d.aher cingeladen, den Bundcsbc- teehnischcr Art gaben die Bundesballncn im November
sch luß vom 18, März 1937 und den Bundesratsbesch lu ß rund 1 Million Franken aus, Die schweizerisc he Presse")
vom 17, November 1939 in dcm Sinn abzuändern, daß brachte im übrigen schr ausführliche Schi ld erungen vom
L die Bundessubvention an öffentlieht: und private Dienst cles Bahnpersonals während der Verdunklung.
Luftschutzbauten wesentlich erhöht werde; Insbesondere wurde darauf hingewiesen, daß die Bahnen
2, die erhöhte Bundessubvention nicht nur an neu ZlI zwar mit unverminderter Geschwindigkeit fahren konn -
erstellende, sondern an schon erstellte öffentlichc unel tcn, da das Fahrpersonal ohnchin an die Dunkt:lheit ge -
priv,a te Luftschutzbauten ausgerichtet werde; \\'öhnt ist, daß sich abn durch den Fahrgastwcchscl und
3, daß durch geeignete Maßnahmen die j'vlaterialver- den Güter- und Gepiiekul11seh lag auf den Bahnhöfen
sorgung für die Luftschutzbauten sichergestellt werde, während der Dunkelheit notwendigerweise Ver z ö g e -
Die Baumaterialien sollten zu den gleichen Preisen ge - run gen erga,bcn, weil sowohl die Reiscndcn als auch
liefert werden, wie sie die Armee für ihre Festungs- das Verladcpersonal von Bahn und Post unter dcr durch
bauten erhä lt ; die Dunkelheit erschwe rten Orienticrung zu leiden ha -
4, durch .In an pruchnahme der Nationa lb ank den Ge- ben. 1111 übrigen wurde beobachtet, daß bei den dem
meinden billige Übe rgangs kr edite für die Erleichterung Lokalverkehr dienendcn Personenzügcn d ie Besetzung
der f..:r editbese haff un g, besonders auch mit Rück sic ht infolge d t:r Verdunk.lung abgenommen hatte, während
nuf Artikel 9 des Bundesratsbeschlusses vom 17, ;\10 - sie bei d en Schne ll zügen vö lli g normal geblicben war.
vember 1939, ermöglicht werden." Die \\ 'eichenfc ld er waren, soweit sieh dies aus Sieh er -
heitsgriinden durchführen licß, durch Herabsetzung der
Genossenschaft für Luftschutzbauten Lichtspannung um ein Drittel verdunkelt, auf größeren
Bahnhiifl:ll allcrd ings hatte man auch hiervon Abstand
,\\it Billigung der Luftschutzabteilung des Eid"enös- nehmen müsscn. -
~is.chen MiJ.itärdepartements wurde Anfang .1ant7ar in Das in unSCfl:J11 bereits e rwähnten Bericht über dic
ZUfich ell1e Gen 0 s sen s e ha f t für Lu t t sc hut 70 - Verdunklungsübung kritisicrte Ver haI te n d c r Ge -
bau te n gegründet. ie bezweckt die Förderung des schiiftsinhaber, die sich dic Verdunklung in
Baues privater Luftschutzräume im Schweizer Staats- ihren Liiden dadurch Icicht machten, daß sic bei Ein -
gebiet. Das gesteckte Ziel so ll in Zusammenarbeit mit bruch der Dunkelheit sch lossen, war Gegenstand einer
den Behörden des Bundes, der Kantone und Gcmeinden Kontroverse in der ,.Neuen Züricher Zeitung" vom
sowie mit sonstigen öffentlichen und privaten In stutio- 12. I. 1940. Der "Verband d cs Detailhandels von Zü-
nen, die sich mit de~ll Bau bzw, (kr Förderung von rich und Umgebung" sa h sich zu dcr Fcststellung ge-
Luftschutzanlagen befassen, erreicht werden, Darüber nötigt, daß der genannte Vcrband sieh schon viele Wo-
hinaus gehören auch Aufklärung und \Verbung für den chen vorher mit dieser Frage beschiiftigt hätte und ein
Luftschutz zu den Aufgaben ,dcr Genossenschaft. Vertreter des Verbandes am 4. Nnvcmbcr anliißl ich
einer Unterredung im Polizeiinspektorat dcr Stadt Zü -
Bauliche Luftschutzmaßnahmen in der Stadt St. Gallen rich die Auskunft bckommen hiitte. daß ci ne Ver -
In einer Pressebesprechung unterrichtete im Februar p f 1 ich tun g für die Geschiiftsinhabcr, ihre Betriebe
der Sta,dtbaumeister von St. Ga lkn , DipL-Arehitckt wiihrend der Verdunklung offenzuhalten, grundsätzlich
Sc h e n k er, über die geplanten baulichen j\ \ aßnahmen n ich t bestehe. Es sei lediglich der Wunsch geäußert
für den Luftschutz der Zivilbeviilkerung. Danach ist in worden, daß die Lebensmittelgeschäfte bei Bcdarf wäh -
den meistgefährdeten Stadttei len elie Erric htun g von rend der üb lichen Gesc häftszeit Gelegenheit zum Ein -
rund 1000 Luftschutzriiumen vorgesehen, die kauf bieten so llten. Angesichts des mstandes, daß ge-
unter Ausnutzung der Erfa hrun gen in Spanicn un,d Fi,nn- genüber früheren Üb un gen auch die R ege lun g des Stra-
land möglichst dez e nt r ,a I i sie r t angelcgt werden ßenvcl'kehrs nur in ei n gese hriinktem Umf,a nge vorge -
so ll en. Bemerkenswert sind die Angaben über die Kost'e n se h en war, sc hi e n es den meistcn Geschäftsinhabern
dieser Maßnahmen: Man rechnet mit ctwa 100 Franken zweckmäßig, so Frühzeitig zu schließen, daß ihr Per-
je unterzubringender Person bzw. rund 2 Millionen Fran - sonal noch vor Eintritt völliger Dunkelheit die Woh -
ken Gesamtkosten bei einer Gcsamtza hl von etwas nungen erreichen konnte. A ußerdelll hätt e n frühere
iiber 20000 unterzubringenden Personen . Von diesen Übungen gezeig t , daß mit Anbruch der DUllkelheit
Kosten werdcn rund 40 v. H. durch Subventionen der l~ahezu kcirle Einkäufe mehr getätigt wcrden, und im
öffentlichen Hand (Bund, Kanton und Gemeinde) ge- I ~ rnstfall wurden sich die Kunden wohl elaran gewöh -
deckt, der Rest ist von clen Il ausbesitzern selbst auf- nen, ihre Einkäufe noch vor Dunkelwerden zu erledigen,
zubringen, die zur Durchführung dcr 'laßnahmen ver- Der Verfasser eies am 20. Dezember in der .. ;-..Jeucn
pflichtet sind. Den Hausbesitzern wird jedoch insofern Ziirieher Zeitung" unter der Überschrift "Verdunklungs-
entgegengekommen, a ls die ll iilfte eies auf sie entf,l l- bilanz" erschienene n Artikels stel1t ,dem(!e<1enübc:r fest,
Icnden Anteils auf die Mieter umgelegt werden ka,nn; daß die Feststel1ungen des Verbandes ' b~züglieh der
in diesem falle ist die Umlage auf drei Jahre zu ver- Rt:chtslage zwar zutreffen, daß aber dem die In te r-
teilen, so daß sieh im Mittel e in c Bcl.astung VO n etwa e ~ sen , cl e r, A II J.! e me i n h c i t gegenüberzustel1en
:10 bis 50 [-rankcn pro Jahr und Wohnung e rgibt. Stadt- se len . ]', s musse namlich elaran "cdacht werden d aß
baumeister Schenker betonte dabei, daß die Durch- gerade wührend e in er kriegsmiißig~n Dauerverdun'klung
schnittskosten in a nd eren Städten der Schweiz, z, B. 7::: hlr ~lehe Personen nur vor Tagesanbruch odc r nach
in Zürich, Bern und Basel, 80 bis 150 Fr.anken je zu ! ~ ll1tl'l~.t d?r Abenddäml11erung in der Lage sei n werden,
schützeneIer Person betragen, die Kosten in St. Gallen dHe LlIlkaufe zu erlediaen. Schon in normalen Zeiten
somit an der unteren Grenze liegen. seien ja viele Erwerbstätige, besonders, soweit sie als
Allclllstehende auch ihren Haushalt se lbst besorgen
Nachklänge zur Verdunklungsübung im November 1939 l11us.sen, erst nach Dienstschluß in der Lage, ihren Be-
darf an Lebensmitteln usw. einzukaufen. Da <Jie ver -
Im Anschluß an ,die in der ersten Hälfte eies No- schiedenen Verdunklungsübungcn aber zweife l1 0s den
vembers 1939 in verschiedenen Landesteilen der Sc hw eiz Zweck verfolgten, die für d e n kricgsmäßigen Dauer-
durchgeführten Verdunklungsühungen') wird noch fol- zustand ,d er Verdunklung notwendigen Maßnahmen a uf
gendes berichtct: ihre Wirksamkcit zu überprüfen, sei es unabhängig von
Bei dell sc hw eize ri sc h en B un de s b a hn e n h atte es
sich scho n vorher geze igt, d aß eine Ver ,d unk I u n g 1.) V~1. "Gasschutz und Luftschutz" 9 (1939). 317.
2} "Wieler Bote" vom J8 . 11 , 1939 und "Gossaue r Zci lun st" vom
der Personenwagenabteile ledi g lich durch 18. 11. 1939.

56
,kr Kt:t:htsl 'lgt: aUl:ll uringcnu erwünst:ht gewesen. uie reitschaft. die %u\"lTlässigkeit und Lci~lllllg~kr;.dt dei
I,clde ngesehiittc nach I': inhruth ein D unkelheit oftenzu - ~Ul11llle der einzelnen ~ \ ens(;hen die \" urullssctzunge:l
halten - ein Stanupunkt. d cn auch die Luftsehutzaht ei für Sieg o d e r i\ ie derl agc bilden. Selbst dic T echnisil:
lung des Ei dgeniissisehen Mi Iitärdcpa rtemen ts h e rci ts rung und ;\l eehanisierung wird nie den .\\ ensc h en aus
" 01' der \ 'erdunklungsübung ,des Ii erbstes 1938 dtn ii rt - ~chalten oder e rse t zen , sondern ihm nur dieneIl. Der
lic hen Ik hii r den ge<Jen üb er vertre ten h ä tt e. Di e Rüek - .\1 enseh wird d e r Huuptträge r Je K am pfes bleiben".
,il' ht auf das Lauenpersonal a llein konnte jedenfalls Uo.;ll Da s Buch, dessen gcdiegl:ner Dru ck und gesc hm ack
"crfrühten Lade n sc hl uß nicht rechtferti ge n, im Gegen - " o ller Einband b cso nd e rs h CI'\'orgehoben seien. sei allen
le il. es hiitte dcm Sinn der ( ' bung \I'eit ch er entsp rochen. cm pfohlen, die im Kri ege Illchr se hen als nur d as ,\ u!
I\"e nn gerade ,durch die Offenhaltung u er Gesehiiftc die einanderprallen yon H ee ren oder .\1 iie ht egru ppierun gt'1l
große Zahl der Ladenangcstcllten geniitigt ge wesen wäre. o dcr wie lllan es sonst nennen miige . \\' er gewu hnt ist .
sich mit den Erfordernissen eines " erdun klun gsgcree h - dem tieferen Grund der Dinge nat:hzuspü ren. w ird be i
ten V erha Itens im S traße n \'l'rkeh r vertrau t zu mach en. der Lektüre dieses Buches yo ll auf sei ne l\.osten k om-
Un t er dil:sen Ums tänuen ist es nicht ver wund erl ic h. men. 3 1.
lI"l: nn d as U rt ei l des Luftschutzinspektorates der Stadt
:t.ürie h über da s Ergeb nis uiese r Ü bung kurz, aber un - Luftschutz. \ ' o n I'riis ident i. R. llc inrich l' a e t s c h
Iniß"erstänulieh lautet: sc hl ec ht er denn je! Besonders und D r.- In g. Ernst B u u m. 2.. erweiterte Aufla ge. Stand
bemängelt wurde, daß zah lreic h l: Caststiitten keine "om D eze mb er 1939. 74 S .. 2 Tab . Verla g Y(ln Philip p
Lichtsc hlcu scn eingerichtet h atten . daß zahl reiche Fuß- Reelam jun ., Lei p z i g 1940. Pre is ge h. 0.35 K.\\., geh
~: iinge r unabgl:sehirmte Taschenlampen benutzten und 11.75 R /\ \.
da mit sugar die H äuser wände zum Vergnügen ab le ueh - Der Y(l r weni g mehr als an d erth a lb .I ah ren er.e h ie -
It:ten, d aß ferner zah lreic he Jun gen mit hell brenn enden nene Luftsc hut zband y o n Reclams Un i\"ers:l I- l3ibli o thek
Lampen regelrechte Ka dr en n en in den sonst dunkl en li egt nunmehr in zweiter Auf lage vor ; die .\1iiglichkei ten
'i lraßell veranstalteten. Aoer a uch s tädtisc he Amtsstel - für di e Verbreitung ei nw a ndfr eie n. leic ht " erstiind li chen
k- n soll en gegen die Verdunklungsdisz iplin ins o fern ver·· Luftschutzschrifttums, di e in ui eser prei sw e rt e n .. V o lk ~ ­
,toßen hab e n , a ls am frühen Morgen di e ze iti g a ntr e- büc h er ei" mit ihren h o h e n Auflagenziffern liegen. wer -
len d en Putzfrauen ganze Sä le s trahl end h e ll e rl e uch - den dureh diesen Umstan d besonders eindringlich \'or
Ide n, deren Fen s te r, d a di e Kä ulll e n or mal e rw eise Au ge n geführt. Ein Vergl eich mit d er Erstaufl age') zeigt.
.Ihen d s nicht b en ut zt werden, nicht verdunkelt waren . welche ge radezu s tür m ische Entwicklung der dcutsehe
zi vile Luftsc hut z in den le tz ten ZWCI J ahren ge nomme n
Nachentrümpelung ha t - ei n c Entwicklung, die besonders deu tl ich a us de n
in di eser Zeit e rl asse nen Durc hführull gsverordnungen
Auf Grund uer Verordnung d es Bundesra tes über die zum Luftsc hut zgese tz usw. hl:r\' orgeht. D aß cs den Be-
.\\aßnahm en gegen die Brandgefa hr im Luftsc hutz \' om a rb ei tern ge lun ge n ist, diese grundl egenden Din ge in
19. 3. 1937 er li eß der Luftschut zi n s pekt or Für die Stadt d e r Neuauflage zu berücksichtigen, o hn e dafür a nder es.
% ü r ich am 4. J an uar ei ne Be kanntma ehun4!, in de r eb enso \ Vesentliehes fortlassen zu mü sse n. aber auen
ei ne Na c h e n t r ü m pe lu 11 g in der Stadt Zürich an- ohn e den Umfang d es 'Bänd ch ens zu yerm chr en. und
geo rdnet wurd e, di e stadtkreisweise durch geführt wer- daß Einfachheit und Kl a rh eit ·d er D a rs tellun g tr o t z de s
den sollte. D as bei diese r Nachentrümpelung a ls ent- hierdurch bedingten h ä ufi g noch s tärk eren Zusllmmen -
he hrli eh befunden e l\'\.aterial war zu festges etzt e n Zei - drän ge n s de s Inh a lts erhalten geb li eb en sind , b e darf be-
te n in den Vorgärten bzw. auf d en Bürge rstei ge n für so nd ere n L o b es. Somit wird auch der zw eiten Auflag e
die dureh d as städtische Fuhr.a mt vo r zunehmende Ah - der gleic h e Erfolg sic h er sei n, wic ihn ihre Vorgän -
fuhr bereitzustellen . ge rin ge habt hat. 31.
Anleitung für die behelfsmäßige Herrichtung von
Bücherschau Luftschutzräumen, Im Auftrage d es R eic h sluftfa hrt -
ministeriums bea rb ei t et von Regierungsbaurat K. 0 t t u.
R e fe rent im R eic h sluftfa hrtmini st eri um . 32 Seiten mit
Das Kriegswesen im Wandel der Zeiten. Von J o h an - 28 A bbildun gen im Text. Format DlN A 5. VerlaJ!
nes U 11 r ic h. 298 S. Volksverband der Bücherfreunde , Gassc hutz und Luftschutz Dr. Ebeling K omma nd it-
\\' eg wei se r-V c rl ag G. m. b . H ., Be r I i n 1939. Pre is in gese ll sc h a ft. Li e r I i n - C h a rl ot te nburg 193<>. Pre is broseh.
Halbl ed e r ge b . 4,80 K~1 ., FÜT Mitglieder u es VdB. 0,24 KM .
2.90 RM . Eine der wichtigs ten zivilen Luftse hutznu Ißn a hm en ist
Der Kri eg a ls " der Vater aller Din ge" h a t di e Ent- es, jede m e inzelnen V o lksgenosse n d en größtm öi!lieh en
wic klun g des men sc hli chen Leb en s im Laufe d er Ge- persön li c h en Schut z zu v e rsc h a ffen. J-Iierzu geh ö rt in
sc hichte beeinflul3t wie kein e andere Erscheinung . Verf. ers t er Lini e die Erric htun g a usreic h end er Luftschutz-
hat somit Rec ht, wenn e r sag t. di e Geschichte d es räume. Nachdem b is h er d er Bau VOn Luftsc hutzrä um en
l\.riegswesen s sei ein Teil der a ll gc m eine n Geschichte: gese tzlich b erei ts für Neu -, Um- und E rw eite run gsb a u -
wi r fü gen hin zu: e in sehr w ese ntli ch e r T e il. Verfasser ten vo rgeschri eb e n war, hat d e r R eich smi n is t er der Luft-
hat es verstanden, auf dem verhältnismäßig kn a pp en fa hrt und Oberbefehlshaber d er Luftwaffe am 18.9. 1939
Raum von rund 290 Textseiten diesen Teil der Ge - ein e V e rordnun g üb er b eh e lfsmäßige Luftschutzma ß -
sc hi chte d e r M enschheit von der Ze it d er Makedonier . n a hmen in bes t ehend en Ge b äuden und hi erzu Bestim -
G riech en und R ö m e r bis in un sere Tage üb ersic htli ch mung en üb e r di e b e h e lfsmäßige Herrichtung ..von Luft-
un d kl a r darzu s tell en und d a bei insbesondere auch die sc hutzräum en in b es t eh e nd en Ge b ä ud en verkundet. Die
%usammenh iin ge zwischen Staa ts - und Wirtschafts fo rm b ehelfs m ä ßi ge Herrichtun g von Luftschutzräum e n in be-
ei nerseits und Wehrverf ass un g und K a mpfform bzw . st eh end en Gebäuden ist demna ch gese tz lich e Pflicht.
-weise andcrerscits, somit a lso auch di e Abhängigkeit Die V e rordnun g geht davon aus, d a ß die LuftschuLr. -
d es Soldatentums vo n vö lkischen Eigenarten, aufzu - räume mit b ehelfsmäßigen Maßn a hmen, d. h . mit yor -
ze ige n. \Vcnn a ueh die Be igabe zciehneri sc her Darste l- handenen Baustoffen, sowie mit e igener A rb e i tsleistung
lu ngen der unt e rsc hiedlichen Wehrverfass ungen und d e r a usgeführt werden . Es h an delt sich also um e in e Ge-
taktisc hen G li ederungen e inzelner Schlachtordnungen er- meinschaftslei stung aller Bete ili gt en, z. B. in e in em Miet-
wünsc ht gewese n wäre, so ist ihr Fe hlen angesichts d e r haus von Eigentümer und l\'\.i e ter. Jed er einzeln e Volks-
flüssigen Sprache denn oc h n ic ht a ls Man ge l zu bewerten . ge n osse is t dah e r verpflichtet. an se in er St e ll e mit sei -
Geradezu pro phetisch klin ge n die \ Vo rt e. di e Verfas- n en fä hi gkeiten und se inen Mitteln zu d er J-I e rri ehtun g
se r im D eze mb e r 1938 in sei nem "A usbli c k" nieder - d e r LuFtsc hut zräum e b e izutr agen .
Sc hri eb, und di e in diesem, d e m d e utsch en V o lke in - Um ihm hi e rb ei mit Rat und Auskunft sowi e mit
Zwischen a ufgez wung ene n Exis t enzkampf bere its ihre praktischen V o rschlägen zu di en en, di e in v ielen Fällen
Richtigkeit erwiesen h aben : "Von kr iegse ntsc h e id end er sehr e rwünscht und notw e ndi g sein werden , ist im A uf -
Bedeu tun g wird die E rh al tun g und Steigerung d e r m o- trage des RLl\'\. . von R eg.-Baurat 0 t t 0 diese für j e d e
ralischen Potenzen der er zw un genen und freiwilligen Luftschutzgemcinsehaft dringend n o twendige "Anle1 -
Bereitsc h aft der gesam te n Bevölk e rung e in es S taa tes tung" gese hri ehen w orden. -12.
sein. In viel st ii rke rem Maße als in vergangenen Kri e,
ge n werdcn in e in e m zllklinfti!!cn l\.ri ege die innere Be - 'l V ~ 1. ,. Gas sch ul z und Luftschu l z" 8 II Q381. 34Q .

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Luftschutz tut not. 1': il1 Bild "on Luftgdahr lind Ilei · Ikriphyllin . einem Purinkiirper, durchgdührtL:n Vcr -
matschutz. Von Rektor I,: . \\ . 0 I f. Re"ier gruppenführer ';llche ergaben, daß Deriphyllin die H erzarbcit b e im
im RLB .. O. -Refen:nt für Luftschutz im \iSLB .. und "kute n toxischen Lungenödem in günstigem Sinne be-
Lehrer 1'1'. Kl' o h n e n , Luftschutzlehrer im RLB. 16 S .. l'influß tc: für die Beur"tcilung. ob Dcriphyllin al s Ersa t z
.1 Abb. Ver lags . und Lehrmittel ·.-\nstalt Fel'c1inand 1iir die obengenannten Herzmittel in Be tr ac ht kommt .
K tlmp, B 0 c h u m i. \\·estf. Ohne .Iahr . Preis tl,20 R .\~ . 1I1iißten jed o ch noch Vergleichs\' erslIl:he an g cstellt wer -
Diese kleine. crstlmllig 1938 gedruckte Schrift. di e, den , die U ntcrsehieds\\'l'l'te zutage treten ließen. 25.
ihrem Inh alt nnch zu lII'tTil e n , wohl in erster Linie fil s
Il ilfsmittcl für den Luftschutzunterricht an den SchulL'n Können ist Pflicht. hlchbuch ·.-\li swa hh·erzcichnis. zu -
gedacht war. ist dureh dil' I ~ ntwicklung der letzten zW c'i ,:ammL:nge s tellt und herau sQege ben ,' om R e ich S k u -
.Iahl'c in \'ielen Teilcn so wesentlich überholt, d a ß es r ;I tor i u m für d ,I S d c" u t s c h e l ' ach s c hI' i f t -
e in er \leubetl l'b eitung yon (;I'und auf hedtll'f. um sie I' u Ill. VI , 322 n ic ht fu rtl:tufcnd numcricrte Seitcn in
ihrem Zwecke wieder dienstbar zu machen. Tr o tz des 1-1 .\bt eilungen. Verla1.! des Biirsen\'Crcin s der dcut -
d 'lmit nnQestrebtell und durchaus 'lnerktlnntL:n Zieks ,chell Buehhii ndl cr, L e'i p z i g 19..JO.
kann sie "somit in der \'or li egendel1 Fo rm nicht mehl' Im Rahm e n dcr \\ 'e rheaktion flir da s fiird e rn s\\T rt e
c' lnpfohlel1 werden. 3 1. Fac hbuch erschien a ls Ild t I der "Ve rüffentlichun gcn
de s Reich s kuratoriums für das d e uts c he Faeh se hrifttum "
Das Reichsgesetz über das Feuerlöschwesel1 \'om 23. I J. das Sondcr\'erzeichnis .. f.:ünnen ist Pflicht", da s in in s-
1938 nebst elen sechs Durchfühl'ungs\'l,ror.Jnun gen . den gesa mt \'icrzehn .-\hteilu ng en di e e mpfehl e nswerte Faeh -
.\u s flihl'ungsbestimmungen , den :-': ebe nge s etzen und litn;ltur aus all e n Gebieten d er mens c hli c hen Be tiiti -
;dlen wiL:htigen Runderla ss en. Zusamlllcngeste llt und er· g un g ;tufführt. Beso ndcr s zu hegrüßen ist, daß auch Ge-
liiutert von DI'. jur . Christian K er s t i e n s. J\ lini ste· hiete. di e "n s ich we ni ger z u einer b cr ufli c h e n Fachau s-
rialrat, 416 S. Verlag für Rec ht und Verwaltung G . lll . hildung al s ,' ie lmeh r zu dcr n eben j e der Fac hau sbi ldun g
h. 11. , Be r I i n I 94(). Preis in C;anzleinen -I.'J() RJ\I. z u ford e rnd en All ge meinbildun g g ehiiren, wie z. B. der
Das Werk gibt in .-\ bs e hnitt I cinen C bel'bliek libel' Luftschutz. der C;assc hutz, die Sehadcnyerhütung, die
di c I ~ ntwicklun g d cs Fcuerlö ~ ehwesens bis zum Erlaß I': rstc Hilfc und d e r Feuersc hutz, in umfangreich em
de s Reichsfeuerlö sc h gcsc tzes. da s in .-\ bsehnitt Il erliiu- .\I a lle Berücksichtigun g g efunden haben. I)a bei jed em
tel't wird. Abschnitt III enthält die DUl'chführun gs \'er - I ~uchtitcl ncben den .-\n ga ben über \ ' erfnsser, Verla g,
ordnungen, Abschnitt IV die ErgällzungsgesetzL: zum I': rscheinung s jahr und Preis e in e kurz e Ch'll'aktcristik
Feuerlüschgesctz. .-\ bsa tz V befaßt sich mi t der sach · dc s Inh a lts und im a ll ge meinen auc h e in e kurz e Ikur-
lich en Ausrüstung der Feuerwe hr e n un d dcr Sicherste 1- teilung über die Eignung des betreffenden \V e rk es für
lung der Liisehwass e r\'er so rgung, Abschnitt VI mit dem ganz bestimmte Zwecke angegebcn sind, wird jcdem
Feuerwehrehrenzcichen, Abschnitt VII mit der Brand- Int eressenten das Finden d es für ihn richtigen Buches
und Tciehsehau, Abschnitt V III mit delll Mühlen · , hesonders lei c ht ge macht. Im übri ge n ist zu bemerken ,
I·: rnte -. \ Va lel - und Heid esc hutz . Abschnitt IX ent hült daß Einzellisten über die versc hi edenen FachQebiete wie
die Vorschriften über die K atast roph enbekämpfung . aueh elas C es amt\'erzeiehnis in jeder Buchh 'lndlun g
. \bs c hn itt X behandelt di e Fragen dcl' Bczeichnung lind kostenlos ahgcgehen werden. 3 1.
U niformi e rung d e r An geh örigen der Fcuerschutzpo lizc i
und der Freiwilli'ien Feuerwehr, .-\bschnitt Xl enthiilt Taschenkalender der Bautätigen 1940. Ilel'Hu sgegeben
die Dienstanweisu';;g für den In spek teur des Feuer liis ch · im .-\uft ragc des Ceneralbcyollmächtigten für di e Rege -
wesens, Abschnitt XII behandelt das V e rhiiltnis z wi - lun g der Bauwirtschaft \'on In g. Fr,lnz Erd m eng e r.
sc h en Fcucrschutzpolizei. Hu nd S.-\ ...-\ bschnitt XIII 371 S. Text und Kalender. Herliner Buch - und Zeit -
hrin g t dic Sondervorschriftcn flir die Feucrsehutz poliz ei, schriften -Verlag I ~. O. I ~ rdmenger & Co ., K G., ß e r -
. \bschnit t XIV diejenigen flir di e Freiwilligcn Feuer- I i n 1939. Preis Ganzleinen 2.9.1 RM .
weh r en. Im Abschnitt XV s ind die .-\usbildun gs'·or· ;\u s der Vielzahl der im Kal end er behandelten The-
~chriften zusammengestel lt. Abschnitt XVI h efaß't sic h men liißt s ich keines herausgr ei fen , o hn e andere zurück -
lIlit den Feucl'wehrzeitsehriften. in .-\ bsehnitt XVII sin d z uste ll en. Organisation der Bauindustrie und d er Bau-
die wichtigsten Vorschriftcn de s Luftsd1utzes, in Ab - handwerk e , Baustofffragen, Bauweisen. sozia le Fragen.
sc hnitt XVIII di L: Vorschriften üb Cl' die Technisch e Preise und Tarife, Gedanken zur Berufsausbildung sind
~othilfc zusallllllengcfaßt. Abschnitt XIX en dli c h bringt berücksichtigt worden. Selbstverständlich ist auch dem
"erse h icclene Vorschriften und Abschnitt XX einen haulichen Luftschutz ein Ab sc hnitt gewidmet. Jeder
~achtrag, der d as Buch auf den Stand " Olll Fehruar I!J-J!) findet etwas für s ich und sein .-\rb eitsgebiet. - Für den
hringt. fo lge nd en .Iahrgang sei die .-\usmerzung L: ini ger U n -
Die Kommentierung des Feu e rlii sehg~sctzcs heruht se hiinheiten empfoh len . wie beispielsw e ise Bilclhinw e is e
auf den langjährigen Erfahrungen , die d(;r ,l uc h unscren "uf nil:l1t aufgenommene Bild er. 2 1.
Lesern bekannte Ii erilusgcbe r!) in seiner 'j'iitigkcit als
Sachbearbeitcr im Reichsministerium de s Innern sam - Schluß des redaktionellen Teil<.
lI1eln k o nnte. So wal' e s müglich. Z\\'eifelsf rng en ;JU S
der Praxis h enl u s cindeutig zu kliiren und die mit dl'l'
rcichseinheitlichen :'\.'eure ge lun g <:rzielten Verbesscrun -
gC Il gegenüber delll frühercn Stand klar hcrnllszl1:1rbei -
ten. Der Kommentar wird somit nicht nur den Brand -
An unsere Leser!
~chutzbearbeitern in den zustiindi!.!en Verwaltungss t e I-
In den let zten Monate n gelangte Uil SCI' e Ze l/-
len , sondern auch d e n im Lufts~hu tz "ernntw(~ rtlicit
Tiitigcn eine wertvolle und uncntbehrliche Hilfe se in . schrilt nicht immer pünktlich in die Hä l/de unserer
.1 1. Leser . Die durch dCl/ ungewöhnlich strengen \l:I' in-
ter veru rsachten Verkehrsschwierigkeit en zwangel/
Elektrokardiographische U nt ers uchun gen bei kampf-
~ toffvergifteten lun gengesc h äd igten Tieren n ach Behand- nämlich zur R ück sichtnahme auf Lebensmittel- und
lung mit Deriphyllin. Disse rtati on \'on H. \\. ern c l' Kohlenversorgung der Bevölkerung, so daß Her --
;J U S der Gas th e rap e utisch e n Abt e ilung der .\Iilitärär z tl. stellung und Versand der Ze itschrif t ul7vcrm ei,l-
,\kad emie ( Leit er O. F. A . Dr. ;\Iunt sc h). lichen Beschränkungen und Ver z ögerungen un ter -
\\ . c r n e r veröffentlicht Versuche d er Prlifun g " un lagen . lViI' bitten ul1Sere L es er, diesen l'erhältli issCll
Il l'I'zmitteln gege n ,di e He rzse hw iiche beim a kuten R echnung z u tragen , und betonen, dajS w ir be-
loxi se hen Lungeniid e m. \\ 'enn auc h die altbe\\'ährten müht sind, etwa noch v orhandene Schwierigkeiten
Ilcrzmittel , wie Strophantin und Di g it a li s, \'o llauf den sclmellstmöglich zu beseitigen .
. \n s prüehen genügten, so erschien doc h einc l'berprü-
i'ung neucrer Cardiaca in dem Spezialfalle an geze igt. Dic SchriJ twaLtung ulld Verla$ der Ze itschrift
Ill ittels d es Elektrokardi ogra phcn an Kaninch e n Ill it ,Gasschut z und Luftsc/;ut z" .
') .. Gass c hut z end Luft sc hul z" 4 (1934) . 87 .

Sc hr:rt wa ltun ~: Präs . i . R. 11 . Pa c t s eh. Gen.· ,\ \ ai. z . V. Fr . \'. T c m p cl ho f I Iz. Z. im Fe lde!. A bt e i lun~s:c it cr: Pa c i s c h (I.uft ·
sch ul z). Dr . ·ln ~. ß a u m (Ga ssch ul z). J' \ e h I (Aus land ). Z i I e h (Bauwesen) .

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