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Antennenbuch

AMATEUR


BIBLIOTHEK
Karl Rothan1mel Y2 1 BK

Antennenbuch
10. überarbeitete Auf'lagc

Militärverlag
der Deutschen Demokratischen
Repubiik
10. übera rbei t e t e
,\uflnge. 1984
© Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik
(VEB) - Berlin, 1984
Lizenz-Nr. 5
Printed in the German Dcmocratic Repuh!ic
Gesamtherstellung: OfflZin A ndersen Ncxö,
Graphischer Großbetrieb. Lei p n g IIJ /18/38
Lektor: Rainer Erlckampr
Zeichnungen: Heinz Grothmann
Typografie: Helmut Herrmann
Redaktionsschluß: 15. März 1983
LSV 3539
Bestellnummer : 745 ssg 4
02180
Inhalt

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

1. Elektromagnetische Schwingungen ........ .... .... ... ... ... ... 19 .

1.1. Das elektromagnetische Feld ................. .... ... ... ...... 20


l.l.l. Das elektrische Feld ..................... . .. ... ..... ... .... . 20
1.1.2. Das magnetische Feld ............ , .......... .... .... ..... ... 2 1
1.1.3. Die Zusammenhänge zwischen elektrischem und magnetischem Feld 21
1.1.4. Das elektromagnetische Wechselfeld .......................... 2 1
1. 1.5. Ebene Wellen .. . .. .......................... ........ .... ... 2 2
1.1.6. Die Feldstärke .... ............................. .. .... ..... . 2 3
1.1.7. Die Polarisation elektromagnetischer Wellen ...... .... .... ..... 2 3
1.1.8. Reflexion, Refraktion und Diffraktion .... ..... ... .... .... ... . . 2 4

2. Die Ausbreitung der elektromagnetischen Schwingungen . ........ . 26 .

2.1. Die Erdatmosphäre ..... .................... .. ..... .... .... . 26


2.1.1. Die Troposphäre ... ............................... ... ..... . 26
2.1.2. Die Stratosphäre .................. , ................. ... ... . 26
2.1.3. Die Ionosphäre ............................... ............. . 26
2.2. Bodenwelle und Raumwelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • . .... ... . 28
2.2.1. Die Ausbreitung der Bodenwelle .................... .......... 28
2.2.2. Die Ausbreitung der Raumwelle .............................. 29
2.2.2.1. Kritische Frequenz und MUF . . . .. .... . . ..... 31 . . . . . . . . . . . . . . .

2.2. 2.2. Die Dämpfung der Raumwellen ......................... .... . 3 1


2.3. Die Ausbreitung der Kurzwellen und ihre Besonderheiten . .... .. . 3 2
2.3.1. Die Sonnentätigkeit ...... .. ........... . ... ... .... . . ... ... . .. 3 2
2.3.1.1. Die solare Ausstrahlung elektromagnetischer Wellen . .. ... .. ... . 3 3
2.3.1.2. Der Sonnenwind .. . .............................. .... .... . . 3 3
2.3.1.3. Die Sonnenflecken .. ...... ................... ........ ...... . 3 4
2.3.2. Sonnentätigkeit und Ionosphäre ................ ..... ... ... . .. 35
2.3.2.1. Aufbau und Eigenschaften der ungestörten Ionosphäre . ... .... .. 35
(Die F-Schicht; Die E-Schicht; Die D-Schicht)
2.3.2.2. Ionosphärenstörungen ... .................... ......... ... . . . . 37
(SID [Plötzliche ionaspbärische Störungen]; Ionosphärenstürme;
Die sporadische E-Schicht [E,-SchichtJ)
2.3.3. Allgemeingültige Regeln für die Ausbreitung in den Kurzwellen-
Amateurbändem ................. .................... ... ... 3 9
2.3.3.1. Die Ausbreitung im 80-m-Amateurband ....................... 40
2.3.3.2. Die Ausbreitung im 40-m-Amateurband ...... ..... ........ .... 40
2.3.3.3. Die Ausbreitung im 20-m-Amateurband ....................... 40
2.3.3.4. Die Ausbreitung im 1 5-m-Amateurband ....................... 41
2.3.3.5. Die Ausbreitung im 10-m-Amateurband .... , .................. 4 1
2.4. Die Ausbreitung der Ultrakurzwellen und ihre Besonderheiten .... 4 1
2.4.1. Die quasioptische Ausbreitung der Ultrakurzwellen ............. 41

5
2.4.2. Überreichweiten der Ultrakurzwellen . . . .... . ......... . . ...... . 4 2
2.4.2.1. Troposphärisch bedingte Überreichweiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 4 2
2 .4.2.2. Überreichweiten durch Streustrahlübertragung . .. ............. .. 4 3
2 .4.2.3. Die Reflexion von Ultrakurzwellen an Meteorbahnen (Meteor-
scatter) . . .. ...... .. . ..... ....... ........ .. ... ..... ........ . 4 4
2.4.2.4. Die Reflexion von Ultrakurzwellen am Polarlicht . . .. ...... . .. . . 4 5
2.4.2.5. Die Reflexion von Ultrakurzwellen an der sporadischen E-Schicht 4 5
2.4.2.6. Die UKW-Ausbreitung über Mondreflexion und Satelliten . ..... . 4 5
2.5. Schwunderscheinungen (fading) . .. . .. ......... ... .... ........ . 4 6
2.5.1. Schwundminderung . . . ........ ... .. ..... .. .. ................ 4 6

3. Wirkungsweise und Eigenschaften von Antennen . ....... ... ..... . 48


3.1. Der Halbwellendipol . . . . . . .. . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . 48
. .

3.1.1. Die Strom- und Spannungsverteilung auf einem Halbwellenstrahler 48


3.1.2. Die Impedanz der Antenne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . .. 49
3.1.3. Der Strahlungswiderstand . ............. .... ..... ..... . .. ... . 50
3.1.4. Der Halbwellendipol als Schwingkreis . .. . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . 51
3.1.5. Der Verkürzungsfaktor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ... . . . . . . . . . . . 52
3.1.6. Die effektive Länge (effektive Höhe) des Halbwellendipols . . . . . . . 53
3.2. Riebtwirkung und Gewinn von Antennen . ............. ....... . 5 4
3.2.1. Die Strahlungscharakteristik . . ............ .. .. ..... .. .. ..... . 55
3.2.2. Die Strahlungseigenschaften des Halbwellendipols . .... . .. . .... . 57
3.2.2.1. Veränderungen der Riebtcharakteristik von Horizontalantennen
durch Umgebungseinflüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . 58
3.2.2.2. Veränderungen der Riebtcharakteristik von Vertikalantennen durch
Umgebungseinflüsse . .. ...... .............. . .. ...... .. ...... . 60
3.2.3. Der Antennengewinn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
3.2.3.1. Die Definition des Gewinns . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
3.2.3.2. Bezugsantennen .... .. .. . . ... ................... .......... . . 65
3.2.3.3. Der Zusammenhang zwischen Gewinn und Riebtcharakteristik . . . 66
3.2.3.4. Der Zusammenhang zwischen Gewinn und Fläche . .. .. . ........ 67
3.2.3.5. Gewinnumrechnungsformeln . .. .... .............. ............ 68
3.2.3;6. Antennenkenngrößentabelle . . ............................... . 68

4. Dipolformen . . . . ... . .. . . ... . . . .. .. . ............. ... ... .... . . 7 2


4.1. Schleifendipole . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . 72
4.2. Ganzwellendipole . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
4.3. Breitbanddipole . ... .. ... ..... .. ... ................ .... .. .. . 7 6

5. Die Speisung von Antennen . . .... .. ...... . . . . . ... . ... . . . ... .. . 78


5.1. Speiseleitungen . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
5.1.1. Der Wellenwiderstand einer Leitung . ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
5.1.1.1. Das Dielektrikum von HF-Leitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
5.1.1.2. Die Ermittlung des Wellenwiderstandes durch einfache Messungen 82
5.1.2. Paralleldrahtleitungen . .. .. . : .. ................ .. .... . 83
. . . . . . .

5.1.3. Koaxialkabel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
5.1.4. Die Dämpfung von HF-Leitungen ... ....... . . ..... . ....... ... 85
5.1.5. Hinweise für die Verwendung von HF-Leitungen . . . . . . . . . . . . . . . 86
5.1.6. Die Kennzeichnung von HF-Leitungen . . ... ... ........... ..... 87
5.1. 7. Die Eindrahtwellenleitung . .... .. .. ..... ... .. ........ ...... . . . 88
5.2. Die physikalischen Eigenschaften von HF-Leitungen ............ 92
5.2.1. Die Spannungsverteilung entlang einer Zweidrahtleitung . . . . . . . . . 92
5.2.2. Zusätzliche Leitungsverluste durch stehende Wellen . .. ... .... . . . 95

6
5.2.2.1. Leitungsverluste durch Strahlung der Speiseleitung . ........ .... 97
5.2.3. Die Zweidrahtleitung als Abstimmelement ..... .......... ..... 98
5.3. Die Speisungsarten... . .................................... 1 0 1
5.3.1. Die angepaßte Speiseleitung .... ......... ... . ............ 1 0 1 . . . .

5.3.2. Die abgestimmte Speiseleitung . .......... .................... 10 3 .

6. Anpassungs- und Transformationsglieder ....... ............... . 1 0 6


6.1. Die Delta-Anpassung . . . .... . ......... ................
. . . . . 10 6
6.2. Die T-Anpassung . . . . . . . . . .. . . . ... ........... ............ 10 7
. .

6.3. Die Gamma-Anpassung . ....... ........... ... ... ........... 10 8


6.4. Die Omega-Anpassung . . . . . . . . . . ........................... 109
6.5. Der Viertelwellentransformator (Q-Match) ................... 110
6.6. Die Vierte1wellenanpaßleitung (Stichleitung) . ...... ... ......... 112
6.6.1. Die unsymme trische Stichleitung ................ ... ...... ... 117 .

6.7. Die Anpassung mit konzentrierten Schaltelementen ....... . . 118 . . .

6.7.1. Die Baueherat-Brücke als Anpassungsglied .. . . ............. . .. 12 0


6.7.2. Das Transformationsglied nach See/ried .................. .... 12 0
6.8. Behelfsmäßige Methoden der Antennenanpassung ........... .. 12 1 .

7. Symmetriewandler .. .......... .................... ......... 12 2


7.1. Der Viertelwellensperrtopf .. ..... ................ . . ... 12 2 . . . . . .

7.2. Das Pawsey-Symmetrierglied ................................ 12 3


7.3. Die EMJ-Schleife ............... ............... .. ....... 12 3 . . .

7.4. Der Symmetrierstub .... ...... ........................... .. 12 4


7.5. Die Umwegleitung ................ ... .. ................. 12 4 . . .

7.6. Die Balun-Leitung . . ..... .... . ... ....... ... ....... 12 5


. . . . . . . . .

7.7. Die aufgewickelte Zweidrahtleitung als Symmetriewandler . .... . 12 5


7.7.1. Aufgewickelte Zweidrahtleitungen als Symmetrie- und Impedanz-
wandler ...... . . ... . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . ... ... . . . ..... 126
7.7.2. Koaxialkabeldrosseln als Breithand-Symmetriewandler ........ . 127
7.7.3. Ringkern-Balun-Übertrager . .. , ............................ 129
.

8. Die Ankopplung derSpeiseleitung an dieSender-Endstufe . . . .. . . . 13 3


8.1. DieAnkopplung angepaßter Speiseleitungen an dieSender-Endstufe 13 4
8.1.1. Die Ankopplung von Koaxialkabeln ........ ......... .. ...... 13 5
8.1.1.1. Die Berechnung eines Ca/lins-Filters . ..... . .. . . . . ....... .... 13 6 .

8.1.1.2. Die Ankopplung von Koaxialkabeln an UKW-Endstufen . .... .. 13 7


8.1.2. Die Ankopplung von symmetrischen, angepaßten Speiseleitungen . 13 8
8.2. Die Ankopplung abgestimmter Speiseleitungen an die Sender-End-
stufe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
8.3. Industriell gefertigte Antennen-Anpaßgeräte ............. . . . 14 3 . . . ·

8.4. Allgemeine Empfehlungen für den Einsatz von Antennen-Anpaß-


geräten . . . . . . . .....
. . . . .. . . . . . . . . . .. . . ... ...... . . . . . . .. . . . 14 4

9. Die Praxis der Kurzwellenantennen . ............... : ......... 147 .

10. Die Bauformen der Halbwellenstrahler . .. ............ . .... . 151


. . . .

10.1. Einbanddipole . . . . .. . . .... . . . ..... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151


1 0.1.1. Die Y-Antenne ....... ............... . ...... . ............ 15 1 . .

10.1.2. Der Halbwellendipol mit verdrillter Speiseleitung ... . .. . ..... . . 151


10.1.3. Der Dipol mit Kabelspeisung . . . . . .... .... . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
10.1.4. Der Faltdipol ... ......... .. .. ......................... 152
. . . .

10.2. Halbwellenstrahler für Mehrbandbetrieb ... .. .... ...... . .... 153 . .

10.2.1. Die Zeppelin-Antenne ............ ...... . . ... ..... ... ...... 15 4

7
10.2.1.1. Der Allband-Zepp ............ ............... . ... .. ........ 1 5 4
10.2.1.2. Der Doppel-Zepp (Doublet) ...... .......... ....... .......... 15 5
10.2.2. Die Windam-Antenne ....................................... 15 5
10.2.3. Mehrband- Windam-Antennen ...... . ......................... 1 58
10.2.3.1. Symmetrisch gespeiste Mehrband- Windam-Antennen ... . ....... . 1 59
10.2.4. Angepaßte Dreibandantenne mit Koaxialkabelspeisung ......... 161
10.2.5. Ein angepaßter Allbanddipol ................................ 162
10.2.6. Mehrfachdipole mit Kabelspeisung ........................... 163
10.2.7. Die G 5 RV-Multibandantenne ............................... 164
10.2.8. Mehrband-Trap-Antennen .... .... ........ .. ....... .. . ...... 166
10.2.9. Allband-Trap-Antenne nach HA5DM ........................ 170
10.2.10. Dreiband-Trap-Antennen ................................... 171
10.3. Raumsparende Dipolanordnungen . ......... ... .............. 172
10.3.1. Die Zweiband-T-Antenne ................................... 172
10.3.2. Verschachtelte Mehrbanddipole für 80, 40 und 1 5 m ............ 173
10.3.3. Verkürzte Dipole für 80 m und 40 m ......................... 17 4
10.3.4. Die Drahtpyramide . .. ..... ........ . .... . ... .. .... ......... 175
10.4. Rundstrahlende Winkeldipole .. ...... ....... ... ... .. . ....... . 177
10.4.1. Der Ganzwellenwinkcldipol ................................. 178

11. Langdrahtantennen ........... ...... ... .... ....... .......... 180


1 1.1. Die L-Antenne als Allbandantenne ........................... 18 3
1 1.2. Die Fuchs-Antenne ................... ..................... 18 4
.

11.3. Die DL 7 AB-AIIbandantenne ................................ 18 5


1 1.4. Die V-Antenne ...... ..................................... 186
.

1 1.4.1. Der V-Stern ........................................ ...... 187


.

11.4.2. Gestockte V-Antennen ......................... ......... . ... 189


11.4.3. Die stumpfwinklige V-Antenne .............................. 189
11.5. Die offene Rhombusantenne ....................... ... . ...... 190
11.6. Der verlängerte Doppel-Zepp ........... . ........ ........ .... 190

12. Aperiodische Antennen ...................................... 19 3


12.1. Abgeschlossene Langdrahtantennen .................... . ..... 19 3
12.1.1. Die Beverage-Antenne ...................................... 19 3
.

12.2. Die T2FD-Antenne ........................................ 19 5


12.3. Abgeschlossene V-Antennen ................................. 197
12.4. Abgeschlossene Rhombusantennen ........................... 197
12.4.1. Die Speisung der Rhombusantenne . ......................... 198
.

12.4.2. Der Abschlußwiderstand .................................... 198


}2.4.3. Die Konstruktion des Rhombus .... .. .............. .. .. . . . .. 20 1
1 2.4.4. Der Mehrbandbetrieb ... ... ....................... .. . ... . .. 20 1
12.4.5. Sonderformen der Rhombusantennen ................. ... .. . .. 20 1

13. Gleichphasig erregte Dipolkombinationen (Querstrahler) .......... 20 3


13.1. Die Dipollinie (kollineare Dipole) ................... .. ...... . 20 3
13.2. Die Dipolreihe (parallele Dipole) .................. ... .. ...... 20 5
13.3. Dipolgruppen ........ .... ... ...... ...... ....... ..... ..... . 206
13.4. Praktische Bauformen von Drahtrichtantennen ......... ... ..... 207
13.4.1. Der Doppeldipol ..... ..... ....................... .......... 207
13.4.2. Die Frank/in-Antenne ..... ............. ... ......... . . ....... 207
13.4.3. Der »Faule Heinrich« (Lazy-H) .............................. 208
13.4.3.1. Der gestockte Ganzwellendipol ............. ................ 2 10
.

13.4.3.2. Der Bisquare-Strahler ...................................... 2 1 1

8
13.4.3.3. Der Six-Shooter .. . . . . . . . . . . . . . ·. . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . 21 3
13.4.3.4. Sterba-Antennen . . . . . . . . .. . . . . . . ·. . ........ ................. 2 13

14. Längsstrahlende Dipolanordnungen ........................... . 2 16


1 4.1. W 8 JK-Richtantennen ..................................... . 2 17
1 4.1.1. W 8 JK-Antennen mit schleifenförmigen Elementen ............ . 2 19
1 4.2. Längsstrahler mit einseitiger Riebtcharakteristik ............... . 2 20
1 4.2.1. Der ZL-Spezial-Beam ...................................... . 221
1 4.2.2. Die HB 9 CV-Antenne ..................................... . 2 23
14.2.3. Der umschaltbare 2-Element-Richtstrahler .................... . 2 25

15. Richtantennen mit Ganzwellenschleüen ........................ . 2 27


15.1. Das Quad-Element ........................................ . 2 27
15.2. Das Oblong . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230
15.3. Die Delta-Schleife .......................................... 230
15.4. Ganzwellenschleifen mit Parasitärelementen ................... 23 2
15.4.1. Das Cubical Quad ............ , . . . . . . . . . . . . . .... . . . ..... . . . 23 2
15.4.2. Der Ringbeam ............................................ . 235
15.4.2.1. Der 2-Element-Ringbeam .................................. . 236
15.4.2.2. Der 3-Element-Ringbeam ............................... : . . . 237
15.4.3. Die Vogelkäfig-Antenne nach G 4 ZU ....................... . 237
15.4.4. Die Swiss-Quad-Antenne ................................... . 239
15.4.4.1. Hinweise für den Nachbau einer Swiss-Quad-Antenne ......... . 241
15.4.5. Richtantennen mit Delta-Schleifen ........................... 2 4 2
15.4.5.1. Delta-Loop-Antennen für das 10-m- und 15-m-Band ........... . 2 43

16. Drehrichtstrahler mit strahlungsgekoppelten Elementen .......... . 2 46


16.1. Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit von Drehrichtstrahlern .... . 2 49
16.2. Horizontale 2-Element-Drehrichtstrahler . . . . . .. . . . . . . . . . .. . . . . 250
16.3. Horizontale 3-Element-Yagi-Antennen ........................ 25 2
16.4. Die Speisung der Drehrichtstrahler ........................... 253
16.5. Der Antennenträger ....................................... . 253
16.6. Die Befestigung des Richtstrahlers auf dem Tragemast ......... . 255
16.7. Holzkonstruktionen als Elementträger ....................... . 255

17. Richtantennen mit verkürzten Elementen ...................... . 257


17.1. Der VK 2 AOU-Miniaturbeam . . . . . . ·. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 258
17.2. Der Miniaturbeam nach W 8 YIN ........................... . 260
17.3. Der verkürzte Angelrutendrehrichtstrahler für das 10-m-Band ... . 26 2

18. Mehrbandrichtstrahler ...................................... . 263


18.1. Der Dreibanddrehrichtstrahler nach G 4 ZU ................... 263
18.1.1. Das gespeiste Element ...................................... 263
18.1.2. Die parasitären Mehrbandelemente .......................... . 265
18.1.3. Das Gesamtschema des G 4 ZU-Beam ........ ................ 268
18.1.4. Ein nachbausicherer G 4 ZU-Dreiband-Beam ................. . 268
18.1.5. Der abgewandelte G 4 ZU-Beam ............................ . 27 1
18.2. Der VK 2 AOU-Dreiband-Beam ............................. 27 2
18.2.1. Die Bemessung der Schaltelemente .......................... . 273
18.2.2. Der Abgleich ............................................. . 273
18.3. Der DL 1 FK-Dreiband-Beam ............................... . 27 4
18.3.1. Das gespeiste Element ............ , . . . .... . .. . .... . .. . .... . . 275

9
18.3.2. Die Speisung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 6
18.3.3. Die parasitären Elemente ................................... 27 6
18.3.4. Der Abgleich .............................................. 278
18.4. Der W 3 DZZ-Dreiband-Beam ... ...... .... ... ..... ......... 278
18.4.1. Die Wirkungsweise ......................................... 278
18.4.2. Die praktische Ausführung .................................. 2 79
18.5. Das Dreiband-Quad mit Einfachschleifen nach VK 2 AOV ...... 281
18.5.1. Die elektrische Konzeption der Dreiband-Quad ................ 281
18.5.2. Der Konstruktionsvorschlag von VK 2 AOV . . . . ... ......... 282
. . .

18.5.3. Die Abstimmung der Dreiband-Quad-Antenne ................. 284


18.6. Mehrband-Delta-Loop-Antennen mit Einfachschleifen .......... 285
18.6.1. Verkürzte Zweiband-Delta-Loop mit Einfachschleie
f n ........... 285
18.6.2. Die Dreiband-Delta-Loop-Antenne ........................... 287
18.7. Verschachtelte Mehrband-Yagi-Antennen ..................... 287
18.7.1. Die Zweiband-Yagi für 20und 1 5m nach KH 6 OR ............ 287
18.7.2. Verschachtelte Zweiband-Yagi für 20 und 1 5m nach W 8 FYR ... 288
18.7 .3. Verschachtelte Zweiband-Yagi für 15 und 10m ................ 289
18.8. Verschachtelte Dreiband-Cubical-Quad-Antennen .... .... ..... . 289
18.8.1. Das Dreiband-Quad nach W 4 NNQ .......................... 290
18.8.1.1. Die Elemente .............................................. 291
18.8.1.2. Die Speisung ....... .. ... ........................... ....... 292
18.8.1.3. Der Abgleich .............................................. 292
18.8.2. Das CQ-PA-Dreiband-Quad ................................. 29 3
18.8.3. Das verspannte Dreiband-Quad von DM 2 ARD ............... 296
18.8.3.1. Die Tragevorrichtung ....................................... 297
18.8.3.2. Die Berechnung der Abmessungen ........................... 297
18.8.3.3. Hinweise für Aufbau und Wartung ........................... 298
18.8.4. Mehrband-Quad-Antennen mit Direktoren .................... 299
18.8.4.1. Dreiband-Quad-Antenne mit 4 Elementen ..................... 300
18.8.4.2. Dreiband-Quad-Antenne mit 4 und 5 Elementen ............... 30 1
18.8.4.3. Dreiband-Quad-Antenne mit 3, 4 und 5 Elementen ............. 301
18.8.4.4. Dreiband-Quad-Antenne mit 5 und 7 Elementen nach W 7 KAR . 30 3
18.8.5. Die Dreibaud-Vogelkäfig-Antenne ............................ 304
18.9. Sonstige Mehrband-Delta-Loop-Antennen ..................... 305
18.9.1. Verschachtelte Mehrband-Delta-Loop-Antennen ........ .. .. ... 305
18.9.2. Die HB 9-Multiband-Delta-Loop-Antenne .................... 305
18.9.3 Eine Mehrband-Delta-Loop-Kombination ..................... 307
18.10. Einfache Kompromiß-Mehrbandantennen ..................... 308
18.10.1. Die Maria-Ma/uca-Dreibandantenne .......................... 309
18.10.2. Einfache Zweibandbauformen ............................... 309
18.10.3. Bauformen des VK 2 ABQ-Beam ............................. 3 10
18.10.3.1.Das G 3 LDO-Doppei-D .................................... 313
18.1 1. Logarithmisch periodische Kurzwellenantennen ................ 314

19. Vertikal polarisierte Kurzwellenantennen ... ............. ...... . 3 1 6


19.1. Die gute Erdung ........................................... 316
19.1.1. Die Blitzschutzerdung..... ........... .... ....... .... ....... 3 17
19.1.2. Die Hochfrequenzerde ...................................... 3 18
19.2. Die Kenngrößen von Viertelwellenvertikalstrahlern .. ........... 320
19.3. Die Strahlungseigenschaften von Vertikalstrahlern .............. 322
19.4. Bauformen rundstrahlender Vertikalantennen ........... .. ..... 3 25
19.4.1. Die Groundplane-Antenne ............. .. ... ........ .. ...... 325
19.4.1.1. Die geerdete Groundplane . .... ....... .... ...... .. .. .... .... 327

JO
19.4.1.2. Die Triple-Leg-Antenne .. .... .... .. ............ .... ... ...... 32 8
19.4.1.3. Die Mehrleiter-Groundplane ................................ 32 8
19.4.1.4. Bemessungshinweise für einfache Groundplane-Antennen ........ 330
19.4.1.5. Die verlängerte Groundplane ................................ 331
19.4.1.6. Geerdete Vertikalstrahler mit Omega-Anpassung ............... 332
19.4.1.7. Der gefaltete i-A.-Vertikalstrahler ............................. 334
19.4.1.8. Der i-A.-Vertikalstrahler ..................................... 335
19.4.1.9. Die verkürzte Groundplane ................................. 337
19.4.1.10.Die kapazitiv belastete Groundplane .......................... 338
J 9.4.2. Vertikale Halbwellenstrahler und Dipolzeilen ..... ... ... ....... 340
19.4.2.1. Der Halbwellenvertikaldipol ................................. 340
19.4.2.2. Endgespeiste vertikale Halbwellenstrahler ..................... 34 1
19.4.2.3. Endgespeiste vertikale Dipolzeilen ............... ...... .. ..... 34 3
19.4.3. Vertikal polarisierteT- und L-Antennen ...................... 34 4
19.5. Vertikal polarisierte Antennen für den Mehrbandbetrieb ........ 34 5
19.5.1. Umschaltbare Dreiband-Groundplane-Antennen ............... 34 6
19.5.2. Vierband-Groundplane ohne Umschalter ...................... 34 7
19.5.3. Eine vertikale Multiband-T 2 PD-Antenne ..................... 349
19.5.4. Mehrband-Groundplane-Antennen mit umschaltbaren Verlänge-
rungsspulen . ..... .... .... ......................... ... ..... 349
19.5.4.1. Umschaltbarer Vierhand-Vertikalstrahler für 10m, 1 5m, 40 m und
80m . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 2
19.5.4.2. Umschaltbarer Dreihand-Vertikalstrahler für 20m, 40m und 80m
nach LA 1 EI ....... .. ....... ................... .... ... .... 35 3
19.5.4.3. Umschaltbare Vierband-T-Antenne nach DL 2 EO ............. 35 4
19.5.5. Vertikale Mehrbandantennen mit Multibandkreisen .. ... . ...... 35 4
19.5.5.1. Dreiband-Groundplane mit Mehrbandkreisen für 10m, 1 5m und
20m ..................................................... 35 4
19.5.5.2. Zweiband-Groundplane mit Mehrbandkreis für 80m und 40m .. 35 6
19.5.6. Dreihand-Vertikalstrahler ohne Umschalter nach OD 5 CG . . . . . . 35 7
19.6. Vertikal polarisierte Richtantennen ........................... 35 8
19.6.1. Der 2-Element-Vertikalstrahler .............................. . 359
19.6.2. Ein 2-Element-Vertikalstrahler mit auswechselbaren Elementen .. . 359
19.6.3. Der Quick-Heading-Beam ................................... 360
19.7. Sonderformen vertikal polarisierter Antennen .................. 36 2
19.7.1. Die DDRR-Antenne ...................................... . 36 2
19.7.1.1. Die A./2-Ringantenne ........................................ 36 5
19.7.2. Discone-Breitbandantennen ................................. 36 5
19.7.3. Die Doppelkegel-Breitbandantenne ........................... 371
19.7.4. Vertikal polarisierte Delta�Loop-Antennen ................... . 371

20. Die Auswahl einer geeigneten Kurzwellenantenne ............... . 375


20.1. Die beste Antenne für den DX-Jäger ......................... 375
20.2. Die Aussagekraft von Gewinnangaben ........................ 376
20.2.1. Richtlinien zur Gewinneinschätzung .......................... 377

21. Antennen für Ultrakurzwellen ............................... . 379


21.I. Die Polarisation der UKW-Antennen ........................ . 379
21.2. Hinweise für den Aufbau und Einsatz von UKW-Antennen ..... 380
21.3. Die zweckmäßige Auswahl einer UKW-Antenne .............. . 38 1
21.4. Die Wahrheit über UKW-Antennen .......................... 38 2
21.5. Bezugsantennen für VHF und UHF 38 3

11
22. Längsstrahler für das 2-m-Band • 0 0 0 0. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 0 0 0 0. 0 386
2201. Richtantennen mit 2 Elementen 0 • 000000000000 000 0 0 00 0 0 0 0 0 0 0 0 0 386
22ol.l. Die 2-Element-Antenne mit parasitärem Reflektor 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 386
0

22ol.2o Die HB 9 CV-Antenne für das 2-m-Band 0 0 0 0 0 0 0 0 000 0 0 0 000 0 0 0 0 0 386


22020 Yagi-Antennen für VHF und UHF. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 387 0

22o2ol. Wirkungsweise und Gewinn von Yagi-Antennen 0 0 0 0 0 0 000 0 0 0 . 0 0 388


22o2.l ol. Kriterien für den Antennengewinn 0000000 0 0 0 0 0 0 0 0 . 0.. 0 0. 0 0 0 389
0 0

22o2o2o Hinweise zum Selbstbau von Yagi-Antennen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 0. 391


22o2o2ol. Die Elemente o o o o o o o o o o o o o o o o o o o 0000000000000000
o o 0 0 0 0 0 0. 0 0 392
220202020 Der Antennenträger (Boom) 0 0 0 0 0 0 0 00000000 00 0 00000 0 000 0 00 0 0 393
.

220202030 Einflußgrößen des Antennenträgers und des Tragemastes 0 0 0 0 0. 0 393


0

22030 Bemessungsangaben für Einebenen-Yagi�Antennen 0 0 0 0 0 0 0. 0 0 397 0 0 0

220301. Yagi-Antennen für das 2-m-Band 00000000000 00000 0 0 . 0 0 0 0 0 . 0 397 0 0

220301.10 Kurze Yagi-Antennen für 2 m 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 .. 0 0 397 0 0 0 0 0 . 0

2203°1.20 Lange Yagi-Antennen für 2 m 0 0 0 0 0 0. 0 0 0 00 0 . . 0 0 0 0 .. 0 0 . 0. 0 0 0 0 0 400


220301.30 Quad-Yagi-Antennen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 .. 0 0 0. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 407
0

23. Antennen für das 70-cm-Band 0. 0 .. 0 0 0 0 0 0 0 0.... 0 0 0... 0 0 ... 0 0 0 0 410


2301. Einfache 70-cm-Antennen . . 0 0 .. 0 0 0 0 0000 0 00 0 0 0 0 0 0 0 0... 0 0. 0 0 0 0 410
23ol.l. Die HB 9 CV-Antenne für 70 cm . 0 . 0. 0 0 0 0 0 00 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 0... 0 0 410 0

23ol.2o 4-Element-Breitband-Yagi-Antenne .. 0 0 0 0 0 000 0 . 0 0 0. 0.. 0.


0 0 . 0 . . 411
23ol.3o 6-Eiement-Yagi-Antenne .. 0 0 0 0. 0 0 0 0 .. 0 0 0 0 0 00 0 0 00 0 . 0 .... ... 0 0 411
23ol.4o Hybrid-Doppelquad für 70 cm 0 0 0 . . . . 0 . . . . . 0 0 000 0 0 0 .. 0.
0 0 0 0 0 . 412
23020 Lang-Yagi-Antennen für 70 cm 0 0 0 . . . . . . . . 0 0 00 0 0 0 . . 0 .. 0 . 0 . 0 0. 4 13
230201. Die 70-cm-Lang-Yagi-Serie nach DL 6 WU . 0 . . 0 0 . 0. 0 0 . . 000 0 0 0 0 414
2302.2. Die 18-Eiement-Breitband-Lang-Yagi 0 0 0 0 00 0 . 0. 0 0 0 ...... 0 0 0. 415 0 0

24. Gruppenantennen und gestockte Yagis für VHF und UHF . . 0 0 0 0 0 0 417
2401. Gruppenstrahler (Phasenantennen) • • • • • • 0 0 0 0 • 0 0 0 0 . 0 .. 0 0 0 0 0 0 0 0 417
24ol.l. Die Speisung von Gruppenantennen 0 0 0 .... 0 0 0 0 0 0 0 0 0.... 0 0 . . . . 4I8
24ol.2o Gruppenantennen mit Reflektoren . 0 0 0 0. 0 0 . 0 0 0. 0 0 0 0 0 0. 0 0 0 0 . . . . 423
24ol.3o Gruppenantennen mit Reflektorwänden 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 . . . 423 0 0

24ol.4o Die Praxis der Gruppenantennen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 0 0 0 0 0 424• 0

2401.401. Die 12-Element-Gruppenantenne o 0000000000000 0 0 0 0.. 0 0 0.. 0 0 0 0 424


2401.4020 Die 16-Element-Gruppenantenne 0 0 0 0 0. 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 0 0 . 0 .. 0 0 0 0 0 425 0

24ol.4o3o Der 12-Element-Gruppenstrahler für 70 cm 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 . 0 .. 0 0 0 0 0 427 0

24ol.4o4. Die HB 9 CV-Gruppenantenne 000000000000 0000 0 0 0 0. 0 .. 0 .. 0 0 0 428


24020 Gestockte Yagi-Antennen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0. 0.. 0 .. 0 . 0 0 431
240201. Das Prinzip der Superposition 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0. 0
0 . 0 0. 0. 0 0 0 0 431
2402020 Die Gruppenbildung mit optimalen Abständen 0 0 0. 0 ... 0 0 . 0. 0 0 0 4320

24o2o3. Die Erregung von Yagi-Gruppen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 00000000 0 . . . . . 0 0 0 0 0 0 434


24o2.4o Die Praxis. der Yogi-Gruppenantennen 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 0 0..... 0
0 0 . 0 0 0 435
2402.401. Gruppenanordnungen mit der 6-Element-Lang-Yagi nach Y 2 JRD 436
2402.4020 Lang- Yagi-Gruppen für 70 cm 0 0 0 0 0 0 0 . 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 ... 0 0 0 . . 0 . 440
2402050 Sonderformen gestockter Yagi-Antennen 0 0 0 0 0 0 0. 0 0 0 0 0 0. 0 0 0 0 . 0 0 440
24020501 0 Gestockte Yagi-Antenne 6 über 6 nach OH 2 EW . 0 0. 0. 0 0 0. 0 0 0 0 440
2402.5020 Gestockte Kurz-Yagi 4 über 4 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 0. .. 0 0 0 0 441 0

24o2o5o3o Der DL 7 KM-2-m-Beam • 0 0 0 0. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 442

25. Rundstrahlantennen für VHF und UHF 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 . 0 0. 0. 0 0 0 446 0

2501. Vertikal polarisierte UKW-Rundstrahler 0 0 0 0 0 0 0. 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 0. 446


0

2501.1. Die Koaxialantenne 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0. 0 . 0 0 0 0. 0 0 0 . . 0 ... 0 0 . 0 0 446


2501.20 Der vertikale Halbwellenstrahler 0 0 0 0 0 0. 0 0 0. 0.. 0.. . . . 0 . 0 . 0 0 0 0 0 447

12
25.1.3. Der i-..1.-Strahler ..... ........ ..... ....... ... .. ..... ....... . 449
25.1.4. Der Discone-Breitband-Rundstrahler .. ...... ........ ..... .... 450
25.1.5. Die DDRR-Antenne für 145 MHz .......................... 450
25.1.6. Gestockte, vertikal polarisierte Rundstrahler ................... 451
25.2. Horizontal polarisierte UKW-Rundstrahler .................... 453
25.2.1. Der Ringdipol (Halo-Antenne) ... .............. ... .... .... ... 453
25.2.2. Der Winkeldipol .. ... ...... .. ... .................... .... ... 455
25.2.3. Der Kreuzdipol .. ... .......... .... ........ ........... ..... . 456
25.2.4. Die Batwing- und Superturnstile-Antenne ..... ... ..... ... ... .. 456
25. 2.5. Die Malteserkreuzantenne ....... ............. .... ... ........ 457
25.2.6. »Das große Rad« (»The Big Wheel«) ......................... 459
25.2.7. Die rundstrahlende Doppelwendelantenne ...... ..... ... .. ..... 46 2
25.2.8. Der Doppelquad-Rundstrahler nach DL 7 QZ . . . . . . ... . . . . ... . . 463
25.2.9. Der Alford-Loop . . . . . . . . . . • . .. ... ......... ... .. ... ... ... .. 466

26. Sonderformen der VHF- und UHF-Antennen . .. .. . . . . .. ...


. . . . 467
26.1. Flächendipole und ihre Kombinationen ...... ....... ... ....... 467
26.1.1. Der Spreizdipol ....... ............................... ... ... 467
26.1.2. Der Fächerdipol (Fan-Dipol) .............................. , . 468
26.1 .3. Der vereinfachte Hornstrahler ...................... ... .... .. 469
26.2. Reflektorwandantennen ..................................... 471
26.2.1. Reflektorwand-Breitbandantennen ..................... .... ... 471
26.2.2. Gestockte Reflektorwand-Breitbanddipole ....... ......... .... . 47 2
26.2.3. Der Winkelreflektor (Corner-Reflector) ....................... 473
26.3. Sonderformen von Längsstrahlern ............................ 476
26.3.1. Die Backtire-Antenne . .... ....... .. ............ .. ....... .. .. 476
26.3.1.1. Die Short-Backfire-Antenne ................................. 477
26.3.2. Logarithmisch periodische Antennen ........ ................ . 479
26.4. Schlitzantennen .. .. .. ..... ... ........................... ... 487
26.5. Zirkular polarisierte Antennen .... ............ ........... .. .. 489
26.5.1. Die Helical-Antenne .... .... ..................... ........ .. . 490

27. Kurzwellenantennenformen im VHF- und UHF-Bereich . ..... . . . . . 50 2


27.1. Gestockte V-Antenne für den UHF-Bereich ................... 50 2
27.2. Rhombusantennen im VHF- und UHF-Bereich ... .... ..... .... 503
27.3. Das Cubical Quad für UKW .. ................... ..... .... .. 505
27.3.1. Das einfache Cubical Quad ............................ ..... . 505
27.3.2. Das gestockte Cubical Quad ........................... .... .. 506
27.3.3. Eine Quad-Gruppe für das 2-m-Band ................. ... ..... 506
27.3.4. Doppelquad und Hybrid-Doppelquad nach DL 7 KM . ..... ... .. 508
27.3.5. Die 4-Quad-Serie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 511
27.4. Der Ringbeam für UKW .............................. , .... 512

28. Amateurantennen für den beweglichen Einsatz . . . . . . ....


. . . . . . . . . 514
28.1. Antennen für den Portablebetrieb .... .... ........... .... ..... 514
28.2. Kurzwellenantennen für den Mobileinsatz ..................... 515
28.2.1. Die mechanische Ausführung verkürzter Vertikalstrahler ........ 515
28.2.2. Die elektrischen Eigenschaften verkürzter Vertikalstrahler ....... 516
28.2.2.1. Die Verlängerungsspule für verkürzte Viertelwellenstrahler ...... 518
28.2.2.2. Die Anpassung verkürzter Vertikalstrahler an die Speiseleitung ... 519
28.2.2.3. Bemessungsangaben für mechanisch verkürzte Mobilantennen . .. 521

13
28.2.2.4. Verkürzte Vertikalantennen mit verteilter Induktivität (Spulenan-
tennen) ............. ... . ... .... .. .... .... ...... ...... ..... 52 3
28.3. UKW-Antennen für den Mobilbetrieb ........................ 52 5
28.3.1. Vertikal polarisierte UKW-Mobilantennen .................... 52 5
28.3.2. Horizontal polarisierte UKW-Mobilantennen .................. 526
28.4. Fuchsjagdantennen .. ....... .. ... .... .... .. ........ ......... 52 6
28.4.1. Peilantennen für das 80-m-Band . ........ ... ................. 527
28.4.2. Peilantennen für die 2-m-Fuchsjagd . ........ ........ .......... 530
28.5. Antennen für das 11-m-Band (CB-Antennen) .................. 531
28.5.1. Antennen für 11-m-Hand-sprechfunkgeräte ..................... 53 1
28.5.2. Antennen für 11-m-Auto-sprechfunkgeräte ..................... 53 2
28.5.3. Antennen für ortsfeste 11-m-Sprechfunkgeräte ................. 53 4

29. Antennen für den Rundfunk- und Fernsehempfang ....... ........ 53 6


29.1. Die Wellenausbreitung in den Bereichen des AM-Hörrundfunks :. 53 6
29.1.1. Ausbreitungseigenschaften der Kurzwellen ..................... 53 6
29.1.2. Ausbreitungseigenschaften der Mittelwellen .................... 537
29.1.3. Ausbreitungseigenschaften der Langwellen ..................... 537
29.2. Empfangsantennen für den Kurz-, Mittel- und Langwellenrundfunk 538
29.2.1. Hochantennen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 538
29.2.1.1. L- und T-Antennen für Mittel- und Langwellen ................ 538
29.2.1.2. Störungsarme L-Antenne für den Rundfunkempfang ............ 539
29.2.1.3. Vertikalstab-Hochantennen mit abgeschirmter Niederführung .... 540
29.2.1.4. Breitband-Kurzwellen-Empfangsantennen ..................... 54 1
29.2.2. Ferritstabantennen ... ..... ................. .. ....... .. ..... 54 2
29.2.3. Autoantennen . ..... ...... ..... ............ ... ... .. .. ... ... 542
29.3. Antennen für den Fernsehempfang ............... ... .. .. .... . 544
29.3.1. Die I-Element-Antenne ..................................... 545
29.3.2. Die 2-Eiement-Antenne .. ... ....................... ... ...... 546
29.3.3. Die 3-Eiement-Yagi-Antenne ................................ 546
29.3.4. Die 4-Eiement-Yagi-Antenne ................................ 547
29.3.5. Die 6-Element-Kanalgruppen-Yagi-Antenne ................... 547
29.3.6. Die 8-Element-Yagi-Antenne ................................ 548
29.3.7. Die 9-Eiement-Yagi-Antenne ................................ 549
29.3.8. Die 1 3-Eiement-Kanalgruppen-Yagi-Antenne ............... ... 550
29.3.9. Die 20-Eiement-Kanalgruppen-Yagi-Antenne .................. 551
29.3.10 Fernseh-Gruppenantennen .................................. 553
29.3.11. Gestockte Fernseh-Yagi-Antennen ..... ...................... 553
29.3.12. UHF-Fernsehantennen ...................................... 555
29.3.12.1. UHF-Yagi-Antennen ....................................... 556
29.3.1 2.2. UHF-Ganzwellenspreizdipole vor Reflektorwand ............... 556
29.3.12.3. Die Winkelreflektorantennen für UHF-Fernsehen ... .. .. .... ... 559
29.3.1 2.4. Logarithmisch periodische UHF-Fernsehantennen .............. 559
29.3.12.5. Sonstige Bauformen breitbandiger UHF-Fernsehantennen ....... 560
29.4. Empfangsantennen für den UKW-Rundfunk ....... .. .. .... .. .. 561
29.5. Die Balun-Leitung für Fernseh- und UKW-Rundfunkantennen . . 562

30. Die Unterdrückung unerwünschter Abstrahlungen .......... ...... 565


30.1. Allgemeine Gesichtspunkte der Funk-Entstörung .... ... ........ 566
30.2. Maßnahmen zur Funk-Entstörung ........................... 566
30.2.1. Der Tiefpaß . .. .... .. .. ... .... .... ... .. ......... .. . ....... . 568
30.2.2. Der Hochpaß .. .......... ... ....... ... ... ....... ........... 569
30.2.3. Der Bandpaß .... ... ... ...... .... .... ..... ........ ......... 570

14
30.2.4. Die Bandsperre ............................................ 571
30.2.5. Praktisch ausgeführte Antennenfilter für Amateur-Kurzwellensen-
der . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 571
30.2.5.1. Unsymmetrische Zweifachtiefpaßfilter ........... .............. 572
30.2.5.2. Versteilerte Dreifachtiefpaßfilter . .......... ..... ........ ...... 573
30.2.5.3. Antennenfilter mit abstimmbarem Bandpaß .... ... ..... .... .... 575
30.2.5.4. Antennenfilter für UKW-Sender .. ........ ..... ........... ... 576
30.2.6. Die Verbesserung der Einstrahlfestigkeit von Geräten der Unterhal­
tungselektronik ................... ........ .. ........ ... .... 579
30.2.6.1. Einstrahlungsstörungen an Fernsehempfängern und ihre Beseiti-
gung ..................................................... 579
30.2.6.2. Einstrahlungsstörungen bei sonstigen Geräten der Unterhaltungs-
elektronik ... .. ... . . . ...... .. .... . ............ .. .. .. .. .... . 58 3

31. Antennenmeßgeräte und Antennenmessungen . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . 58 6


31.1. Das Grid-Dip-Meter und ähnliche Resonanzprüfer ............ . 58 6
31.1.1. Einröhrenschaltungen für universelle Verwendung .............. 587
31.1.2. Ein Griddipper für UHF .................................... 588
31.1.3. Grid-Dip-Meter mit Röhrenvoltmeter kombiniert .............. 589
31.1.4. Transistor-Dip-Meter ......................................
. . 590
31.2. Richtkoppler und Reflektometer ............................. 591
31.2.1. Die Kennwerte des Richtkopplers ............................ 592
31.2.2. Reflektometerschaltungen und ihre praktische Ausführung .... ... 594
31.2.2.1. Das Mickeymatch ... . .......................... ........... 594
31.2.2.2. Reflektometerausführungen mit starren Leitern ... .... ... . ..... 596
31.2.2.3. Abgleich und Eichung von Reflektometern .................... 599
31.3. Stehwellenanzeiger für symmetrische Speiseleitungen .. ...... .. .. 60 2
31.3.1. Der 2-Lampen-Indikator für Bandleitungen (Twin-Lamp) ....... 60 2
31.3.2. HF-Spannungsanzeiger als Stehwellenindikatoren ...... ..... ... 60 3
31.4. Die Meßleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . • .. . .......... ....... 60 4
31.5. Brückenschaltungen als Anpassungsmeßgeräte ................. 60 6
31.5.1. Das Antennascope . . .. . .................. ............. .. ... 60 6
31.5.2. Der Matchmaker .......................................... 608
31.5.3. Anpassungsmeßbrücken mit festem Meßwiderstand ............. 609
31.5.4. Die Antennenrauschbrücke ... ........ .................. ..... 61 1
31.6. Feldstärkeanzeigegeräte ..................................... 61 4
31.7. Einfache Meßeinrichtungen für HF-Ströme und HF-Spannungen . 617
31.8. Absorber (Kunstantennen) .................................. 618
31.9. Dämpfungsglieder (Eichleitungen) ........ ............... ..... 62 0
3l.l 0. Antennenmessungen in der Amateurpraxis .................... 62 3
31.1 0.1. Stehwellenmessungen mit dem Reflektometer ........ .......... 62 4
31.1 0.2. HF-Brückenschaltungen in der Antennenmeßpraxis ............. 62 5
31.1 0.2.1. Bestimmen der Resonanzlänge und des Verkürzungsfaktors belie-
biger HF-Leitungen . ..... ....... .. . . . ....... ..... .... ...... 62 5
31.1 0.2.2. Feststellen des Eingangswiderstandes einer Antenne ............ 62 6
3l.I0.3. Resonanzmessungen mit dem Grid-Dip-Meter ................. 628
31.1 0.4. Die meßtechnische Überprüfung von Richtantennen ............ 629
31.1 1. Antennenmodellmessungen ...... ... .. ....... .. . ... ...... .... 630

32. Symbolische Methode und Smith-Diagramm .................... 633


32.1. Die komplexe Darstellung von Wechselgrößen ........ ... . . .... 633
32.1.1. Zeitlicher Verlauf einer harmonischen Wechselgröße .......... .. 633
32.1.2. Komplexe Zahlen ..... .... .... ...... .... ...... ..... ... ..... 633

15
32.1.3. Komplexe Darstellung sinusförmiger Wechselgrößen ........ .. .. 6 35
32. 1.4. Komplexer Widerstand ... ...... .... . .. ........... ..... .... . 6 35
32.2. Ortskurven . .......... . :. .... ............ ............... .. 6 36
.

32.3. Das Smith..[)iagramm . ........... ................ .. ... . 6 37 . . . .

32.3.1. Gaußsehe Halbebene und Smith-Diagramm ..... .... ......... . 6 38


32.3.2. Die Darstellung komplexer Widerstände und Leitwerte im Smith-
Diagramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 638
32.3.3. Die Umwandlung von Widerständen in Leitwerte ............ . 639 .

32.3.4. Widerstandstransformation mit Hilfe des Smith-Diagramms . .... 640


32.3.4.1. Reihenschaltung von Widerständen ....... .. ... ............... 640
32.3.4.2. Parallelschaltung von Widerständen ....... ..... .. .......... .. 640
32.3.4.3. Widerstandstransformation mit 2 Blindwiderständen ...... .... .. 64 3
32.3.5. Das Smith-Diagramm als Leitungsdiagramm . .................. 645
32.3.5.1. Reflexionsfaktor und Anpassungsfaktor ....... .. ...... ....... . 645
32.3.5.2. Der Eingangswiderstand einer Leitung . . ..... .. . . . .. ... ..... 645
. .

33. Gesetzliche Vorschriften für den Antennenbau .... . . . . . . . . ...... 649


.

3 3.1. Baurechtliche Gesetze und Verordnungen .. . ..... .. . .. .. . . .... 649


3 3.2. Fachbereichstandards (TGL) ........ ..... . . ..... . . . . . . . . . . .. 650
3 3.3. Sonstige Anordnungen und Empfehlungen zur Betriebssicherheit . 662

34. Anhang . .... .. . ...... ........... ...... .. ... ... .. .. ........ 664
Tabelle 34.1. Die Amateurfrequenzbereiche. ................... ........ 664
Tabelle 34.2. Mechanische Strahlerlängen für die Amateurkurzwellenbänder
(nach Halbwellen geordnet) . . . . .... .. ..... . . . . .......... 665
Tabelle 34.3. Umrechnungsformeln für Elementlängen, bezogen auf A/2
und J). • . . . . . . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 666
Tabelle 34.4. Bereichs- und Kanalfrequenzen für das Fernsehen in Europa . 667
Tabelle 34.4.1. Die europäischen Fernsehbereiche nach CCIR-Norm........ 667
Tabelle 34.4.2. Die europäischen Fernsehbereiche nach OIRT-Norm .. .... 669 . _

Tabelle 34.4.3. Die Fernsehbereiche in Großbritannien ............ . . ..... 669


Tabelle 34.4.4. Die Fernsehbereiche in Frankreich ............... .. .... . . 670
Tabelle 34.4.5. Die Fernsehbereiche in Italien ................. ... . ...... 670
Tabelle 34.5. Umrechnung von Frequenz in Wellenlänge und umgekehrt .. 67 1
Tabelle 34.6. Umrechnung Dezibel-Werte in Spannungs-, Strom- oder
Leistungsverhältnisse .... .......... . .......... .. ... .. ... 672
Tabelle 34.7. Umrechnung beliebiger Spannungs-, Strom- und Leistungs-
verhältnisse in Dezibel (dB) ..... . . ...................... 677
Tabelle 34.8. Der zahlenmäßige Zusammenhang zwischen Reflexionsfaktor r,

Welligkeilsfaktor s, Anpassungsfaktor m und Rückfluß-


dämpfung a .... . ..... ... . .. .............. . .. .. .. . .. . .. 680
Tabelle 34.9. Umrechnung Neper/Dezibel und Dezibel/Neper ........... 68 1
Tabelle 34.10. Englische und amerikanische Längeneinheiten und ihre
Beziehung zu den metrischen Einheiten........... ........ 682 .

Tabelle 34.1 1. Umrechnung für Bruchteile und Dezimalwerte von Zoll in


Millimeter ......... ... . . . . ..... ........... . . . ....... . . 682
Tabelle 34.12. Umrechnung englische Fuß bzw. Zoll in Meter ...... ..... 68 3 .

Tabelle 34.1 3. Amerikanische und englische Drahtlehren, Durchmesser­


angaben in Inch und Millimeter ... ... ...... ... . . ...... . . 684
Tabelle 34.14. Koaxialkabel mit Wellenwiderständen von 50 bis ISO n,
Hersteller Kombinat VEB Kabelwerk Oberspree, Berlin (DDR) 685
Tabelle 34.15. Symmetrische HF-Kabel, geschirmt, Hersteller Kombinat
VEB Kabelwerk Oberspree, Berlin (DDR) .... . . . . ....... . 687 .

16
Tabelle 34.16. Symmetrische HF-Leitungen, ungeschirmt, Hersteller
Kombinat VEB Kabelwerk Oberspree, Berlin (DDR) . . ... .. 687
Tabelle 34.17. Koaxialkabel, sowjetische Standardtypen .............. . . . 688
Tabelle 34.18. Koaxialkabel, amerikanische Standardtypen ............... 689

Literatur .. . .... .......... ... ...... ... ........... . . .. .. ....... ... . .. 690

Schlagwortverzeicbois . . .... . . .. ........ . .. .. . .. . . .. .. . .. . .......... . . 692

17
Vorwort

Seit vielen Jahren greifen die Funkamateure kenntnissland zu ergänzen. Leserhinweise und
zu diesem Titel, der sich als »Antennenkoch­ - wünsche bilden dabei eine unentbehrliche
buch« einen festen Platz in der Amateurliteratur Hilfe und werden zum Nutzen aller dankbar
erworben hat. Aus einem Hilfsbuch der fünf­ berücksichtigt.
ziger Jahre hat sich ein umfangreiches Nach­ Die vorliegende Auf lage wurde in Umfang
schlagewerk für die Praxis entwickelt, das in und Inhalt erweitert, mit neuen Bildern und
zahlreichen deutsch- und fremdsprachigenAuf­ Tabellen ausgestattet und mit umfassenden
lagen erschienen ist. aktuellen Literaturhinweisen versehen. Sie ent­
Im Interesse einer allgemeinverständlichen hält unter anderem Angaben über den
Darstellung wird die Theorie bewußt verein­ VK 2AB Q Beam
- mit seinen Abwandlungen
facht, die Praxis aber sehr ausführlich behan­ und die HB 9-Multiband-Delta-Loop-Antenne.
delt, so daß auch Leser ohne besondere tech­ Abschnitt 22. bis Abschnitt 24. wurden unter
nische Vorbildung in der Lage sind, die be­ Berücksichtigung des IetztenErkenntnisstandes
schriebenen Antennen problemlos nachzu­ völlig neu bearbeitet. Der Schwerpunkt liegt
bauen. Aber auch den »alten Hasen« wird das bei der ausführlichen Erklärung und nachbau­
Antennenbuch Neues bieten, Anregungen für sicheren Beschreibung optimierter Lang-Yogi­
eigene Entwicklungen geben und einen Über­ Strukturen mit meßtechnisch gesicherten Da­
blick über den internationalen Stand der An­ ten. Ergänzende Abschnitte befassen sich mit
tennentechnik unter dem Gesichtspunkt des standardisierten Bezugsantennen für VHF und
Amateurfunks vermitteln. Die Nachfrage nach UHF und vermitteln grundsätzliche Ausfüh­
den bishererschienenenAuflagen läßt erkennen, rungen über Antennenmodellmessungen.
daß diese praxisnahe Methode der Wissens­ Neu sind auch die eingefügten Patenthin­
vermittlung nicht nur bei den Funkamateuren weise. Durch Angabe von Erfinder, Landes­
Anklang findet. patentnummer und Prioritätsdatum sollen zeit­
Manche Antennenformen mit zunächst nur liche Marksteine gesetzt und die Erinnerung an
regionaler Bedeutung sind erst durch die Be­ Pioniere der Antennentechnik wachgerufen
schreibung in der Amateurliteratur interna­ werden. Die Unterlagen dazu wurden dankens­
tional bekannt geworden. Sie wurden auf diese werterweise von DJfJTR/OE8AK zur Ver­
Weise in den weltweiten Erfahrungsaustausch fügung gestellt.
der .Funkamateure einbezogen und weiterent­ Der besondere Dank des Verfassers gilt den
wickelt. Die Quad-Antennen mit ihren vielen Herren Dipi.-Ing. G.Hoch, DL6 WU, Dipl.­
Varianten sinddafür ein treffendes Beispiel. Das lng. A.Krischke, DJfJTR/OE8AK, und Ing.
Antennenbuch bildet ein Bindeglied in diesem 0. Oberrender, Y2 3 RD, die viele Informatio­
Erfahrungsaustausch, weil es auch weniger nen und technische Unterlagen zur Verfügung
bekannte Neuentwicklungen und konstruktive stellten und durch helfende Kritik zur weiteren
Lösungen einem großen Interessentenkreis zu­ Verbesserung des Werkes beigetragen haben.
gänglich macht.
Der Verfasser fühlt sich verpflichtet, vor jeder Kar/ Rothammel
Neuauflage das Werk gründlich zu überarbei­ Y21BKexDM2ABK
ten und entsprechend dem gegenwärtigen Er-

18
1. Elektromagnetische Schwingungen

Die von einer Sendeantenne abgestrahlte Ener­ analog auf die Ausbreitung elektromagne­
gie pflanzt sich in Form von elektromagne­ tischer Schwingungen angewendet werden.
tischen Wellen im Raum fort. Auch die elektromagnetischen Wellen haben
Diesen Vorgang veranschaulichen wir uns eine bestimmte Wellenliinge J., die im Kurz­
an einer unbewegten Wasserftäche, die durch wellen- und Ultrakurzwellenbereich in Metern
einen hineingeworfenen Gegenstand zur Wel­ (m) gemessen wird.
lenbildung angeregt wird. Die entstandene fort­ Wie schon der Name Wellenlänge erkennen
schreitende Wellenbewegung erfolgt nicht in läßt, haben die elektromagnetischen Schwin­
Form einer Strömung, das Wasser fließt also gungen eine Wellenform. Eine Wellenlänge ist
nicht. DieseTatsache wird durchkleine schwim­ der Abstand zwischen 2 Wellenfronten mit
mende Gegenstände bewiesen, die auf der gleicher Phasenlage (Bild 1.1 ). Das Biid zeigt
bewegten Wasseroberfläche ausgelegt werden. die übliche Darstellung eines sinusförmigen
Diese Gegenstände bleiben, Windstille voraus­ Wechselstromes, die gleichfalls den Augen­
gesetzt, stets am gleichen Ort und bewegen sich blickszustand einer ungedämpften elektro­
nur im Rhythmus der Wellen auf und ab. Der magnetischen Welle kennzeichnet. Der Mo­
Wellenzug pflanzt sich kreisförmig fort, ohne mentanwert der Amplitude ändert sich nach
daß sich die Wasseroberfläche weiterbewegt. Größe und Polarität abhängig von der Zeit
Der entstandene Wellenzug wird durch fol­ ( = Entfernung) i n der Form einer Sinuskurve.
gende Begriffe definiert: Aus den eingezeichneten Meßstrecken A-B
und C-D geht hervor, daß die Wellenlänge
Wellenlänge).- kleinsterAbstand zweierPunk­
nicht nur auf der Nu!Iinie, sondern auch zwi­
le voneinander, die sich im
schen allen beliebigen, einander benachbarten
gleichen Wellenzustand befin­
Punkten mit gleicher Phasenlage gemessen
den, in diesem Falle also die
werden kann.
Entfernung zwischen 2 benach­
Es ist üblich, die Phasenlage in Winkelgraden
barlen Wellenkämmen oder
anzugeben, wobei ein vollständiger Schwin­
Wellentälern;
gungsvorgang (I Wellenlänge) immer gleich
Freqtlenzf -Anzahl der Wellenbewegun­
360° gesetzt wird. Auf diese Weise lassen sich
gen (Wellenlängen), die sich
einfache Phasenvergleiche anstellen und Pha­
in einer Sekunde ausbilden;
senverschiebungen kennzeichnen.
At�shreitungs­
geschwilll{(lf­
keit c - Fortpflanzungsgeschwindig­ 1h;t 1/.>.t 3M" 111, 2.t
keit des Wellenzuges von der 0' 90' 1fiJ' 360' 72f)'
1
Energiequelle aus. I
I
1
Das Verhältnis dieser 3 Begriffe zueinander I

�-+-+--!--+---\e----i l Ausbreitungs-·
I
wird durch die Formel
1r�chlung
c :-
(1.1.) 1

),=- '

f c
Entfernung (Zeit)�
(c = 3 · 108 m/s) ausgedrückt.
Die an dem Beispiel der schwingenden Was­ Bild 1.1
seraberfläche gezeigten Verhältnisse können Der zeitliche Verlauf einer elektromagnetischen Welle

19
Die Maßeinheit der Frequenz ist das Hertz gnetischen Feld. Um die Vorgänge beim Auf­
(Hz): bau eines elektromagnetischen Feldes bildhaft
1 Hz = I Schwingungsvorgang in I Sekunde, darstellen zu können, bediente sich schon der
I kHz (1 Kilohertz) = 1·103Hz, Physiker Michael Faraday der auch heute noch
I MHz (1 Megahertz) =1000kHz üblichen Methode, ein Kraftfeld durch die Ein­
=I·106Hz, führung von Kraftlinien zu veranschaulichen.
1 GHz (1 Gigahertz) = 1000MHz Ein Kraftfeld wird durch die Größe und
Richtung der Kräfte charakterisiert, die sich
= 1·109Hz.
von Ort zu Ort ändern können. Die Richtung
Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der elek­ der eingezeichneten Kraftlinien entspricht der
tromagnetischen Wellen im freien Raumbeträgt Richtung der wirkenden Kraft, während durch
300000 000 m/s und entspricht damit der Licht­ den Abstand der Kraftlinien voneinander, also
geschwindigkeit. Wenn von der Ausbreitungs­ deren Dichte, die Größe der Kraft zeichnerisch
geschwindigkeit im freien Raum gesprochen dargestellt wird.
wird, so kennzeichnet man damit einen völlig Ein Kraftfeld, in dem die Kraft nach Größe
leeren Raum, einen Idealzustand, den es in und Richtung überall gleich ist, nennt man
Wirklichkeit nicht gibt. Selbst der Weltraum ist homogen (gleichmäßig). Ändern sich Richtung
nicht völlig leer. Breiten sich die elektromagne­ und Größe der Kraft (ungleichmäßige Vertei­
tischen Wellen nicht im leeren Raum aus, so ist lung der Kraftlinien), so spricht man von
ihre Ausbreitungsgeschwindigkeit etwas gerin­ einem inhomogenen (ungleichmäßigen) Feld.
ger als 300000km/s. Die Geschwindigkeits­
minderung hängt von dem Medium ab, in wel­
chem sich die Wellen ausbreiten. Handelt es 1.1.1. Das elektrische Feld
sich bei diesemMedium um die atmosphärische
Luft, dann ist die Verminderung der Ausbrei­ Befinden sich zwei elektrisch verschieden ge­
tungsgeschwindigkeit so gering, daß sie in fast ladene Gegenstände, z. B. Kugeln oder Platten,
allen praktischen Fällen vernachlässigt werden in einem bestimmten Abstand voneinander, so
kann. baut sich im Raum zwischen diesen Gegen­
In der Hochfrequenztechnik wird allgemein ständen ein elektrostatisches Feld auf. Da sich
mit einem Wert c von 300000 km/s gerechnet. die Ladung und damit das Feld nicht verän­
In die Formel (I.I.) eingesetzt, ergibt das dern, spricht man von einem elektrostatischen
3 . 108 Feld.
Ä/ m= Bild 1.2 zeigt einen Kondensator, dessen
--

fiHz
Platten entgegengesetzte Ladungen aufweisen.
oder Das elektrostatische Feld wird nach Richtung
3 ·105 und Stärke durch die Kraftlinien dargestellt,
Ä/m = .
--
die man auch als elektrische Feldlinien bezeich­
//kHz
net. ln dieser zweidimensionalen Darstellung
Durch Umstellen der Formel ergibt sich erscheinen die Kondensatorplatten im Quer­
außerdem schnitt. Der Spannungsunterschied zwischen
3 ·tos den Kondensatorplatten und ihr gegenseitiger
flldlz = -;;;;:- •
Abstand bestimmen die Stärke des elektrischen
Feldes. Dabei ist der Spannungsunterschied
Tabellen zur Umrechnung Frequenz/Wellen­ proportional und der Plattenabstand reziprok
länge und umgekehrt befinden sich im Anhang. der Feldstärke. Die Spannung im homogenen
elektrischen Feld wird auf eine Längeneinheit
bezogen und als elektrische Feldstärke bezeich­
1.1. Das elektromagnetische Feld net. Die elektrische Feldstärke ist demnach
gleich dem Potentialunterschied je Längen­
Ströme, die in einem Leiter fließen, erzeugen einheit längs einer Feldlinie. Die elektrische
ein elektromagnetisches Feld, das sich rund Feldstärke E wird in Mikrovolt je Meter (f.l.V /m)
um den Leiter auf baut. Es besteht aus 2 Kom­ oder in davon abgeleiteten Einheiten (mV/m,
ponenten: dem elektrischen Feld und dem ma- V/rn usw.) angegeben.

20
ändert sich das magnetische Feld nach Rich­
tung und Stärke im Takt des Wechselstroms.
Als magnetische Feldstärke H bezeichnet man
den ortsabhängigen Effektivwert der magne­
tischen Komponente eines sich sinusförmig
ändernden elektromagnetischen Feldes. H wird
in fLA/m ausgedrückt.

1.1.3. Die Zusammenhänge zwischen


elektrischem und magnetischem Feld

Eine Spannung erzeugt ein elektrisches Feld,


währendjeder Stromfluß ein magnetisches Feld
verursacht. Es kann aber nur dann ein Strom
fließen, wenn ein Potentialunterschied, also
eine Spannung, vorhanden ist. Daraus folgt,
daß zu einem matnetischen Feld immer ein
elektrisches Feld gehört. Jeder Stromfluß er­
zeugt zwangsläufig ein elektromagnetisches
Feld.
Bild 1.2 Die beiden Komponenten des elektromagne­
Das elektrische Feld eines Kondensators tischen Feldes, die elektrischen und die ma­
gnetischenFeldstärken, stehen immer senkrecht
Beispiel zueinander.
2 Kondensatorplatten stehen sich in einem Ab­
stand von 0,2 m gegenüber. Die Spannung an
den P l a tt en beträgt 10 V. Daraus ergibt sich 1.1.4. Das elektromagnetische Wechselfeld
eine elektrische Feldstärke von
Aus dem Verhalten eines elektromagnetischen
IOV Feldes, das durch einen Wechselstrom erzeugt
=
50Vjm.
0,2m wird, kann die Fernwirkung (Ausstrahlung)

Legt man an die Kondensatorplatten eine der elektromagnetischen Wellen erklärt wer­

Wechselspannung, so folgen Richtung und den. Jedes Feld enthält Energie, die vom spei­

Stärke des elektrischen Feldes dem Takt dieser senden Generator entnommen wird. Beim Ein­

Wechselspannung. Der ständig wechselnde schalten des Generators tritt nach einer gewis-

Ladungsfluß zu den Platten ist in den Zuleitun­


gen zum Generator als Wechselstrom meßbar.

1.1.2. Das magnetische Feld

Umjeden stromdurchflossenen Leiter baut sich


ein magnetisches Feld auf. Handelt es sich um
einen Gleichstrom, so bleibt das magnetische
Feld in Richtung und Stärke konstant; man
kann es deshalb auch alsmagnetastatisches Feld
bezeichnen. Die magnetischen Feldlinien bilden
konzentrische Kreise um den Leiter, wie im
Bild 1.3 an einem geraden Draht dargestellt.
Die magnetischen Feldlinien sind injedem Fall
.1
in sich geschlossen. Bild 1.3
Fließt durch den Leiter ein Wechselstrom, so Das magnetische Feld eines stromdurchflossenen Leiters

21
sen Zeit Energie aus dem Leiter in dessen
Umgebung aus: Das elektromagnetische Feld Vektor l
hat sich aufgebaut (»nach einer gewissen Zeit«
deshalb, weil sich die elektrische Energie nicht
unendlich schnell, sondern »nur« mit Licht­
geschwindigkeit ausbreitet). Schaltet man den
Generator wieder ab, so bricht auch das elek­
tromagnetische Feld zusammen, d. h., die Ener­
gie des Feldes kehrt in den Leiter zurück. Die­
Ausbreitungsrichtunrj
ser Rückkehrvorgang erfordert ebenfalls eine
laufzeitbedingte Zeitspanne. Deshalb können
die am weitesten vom Leiter entfernten Feld­
teile nur als letzte zu diesem zurückkehren.
Das zusammenbrechende magnetische Feld
erzeugt im Leiter eine Spannung, die wiederum Bild 1.4
ein elektrisches Feld auf baut. Diese Spannung, Die Lage der Feldstärkevektoren und der Ausbreitungs­

die beim Unterbrecheneineselektrischen Strom­ richtung bei der Freiraumausbreitung

kreises entsteht, begegnet uns im täglichen


Leben sehr häufig. Sie bewirkt z.B. bei elek­ Die Voraussetzung dafür, daß sich elektro­
trischen Kraftfahrzeugzündungsanlagen den magnetische Wellen im freien Raum ausbilden
Öffnungsfunken am Unterbrecher. können, besteht darin, daß der Generator stets
Bei einem Gleichstromfluß befindet sich das zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt eine ent­
elektromagnetische Feld im Ruhezustand. Die gegengesetzt gerichtete Stromverteilung liefert,
geschilderten Veränderungen treten nur beim die dem zusammenbrechenden Feld die Rück­
Einschalten (Feldaufbau) und beim Abschal­ kehr zum Leiter versperrt und es somit zwingt,
ten (Feldabbau) auf. Wird ein Leiter von einem in den Raum abzuwandern.
Wechselstrom durchflossen, so wiederholen Die Ausbreitungsrichtung der elektromagne­
sich Ein- und Ausschaltvorgänge laufend in tischen· Wellen im freien Raum verläuft senk­
Abhängigkeit von der Frequenz. recht zum elektromagnetischen Feld. Man stellt
Unter bestimmten Voraussetzungen, auf die diesen Zusammenhang vektoriell nach Bild 1.4
noch eingegangen wird, geschieht folgendes:
dar. Dabei kennzeichnet der Vektor Edie elek­
Mit dem Ansteigen des Wechselstromes baut
sich - durch die Laufzeit etwas verzögert - ein trische Feldstärke und der Vektor ii diemagne­

elektromagnetisches Wechselfeld auf. Fällt der tische Feldstärke. Der Poyntingsche Vektor S
Strom entsprechend dem sinusförmigen Ver­ bestimmt die Energieübertragung in der Aus­
lauf wieder ab, dann kehrt auch die Feldenergie breitungsrichtung, er steht senkrecht auf den
wieder in den Leiter zurück. Da aber, bedingt Vektoren E und ii und kennzeichnet die Ener­
durch die Laufzeit, Teile der Feldenergie ver­ giemenge, die je Sekunde durch eine senkrecht
spätet beim Leiter ankommen, herrscht dort zur Ausbreitungsrichtung stehende Fläche von
bereits eine völlig veränderte Stromverteilung. 1m2 strömt.
Dieser neue Strom baut wieder ein neues Feld
auf, das Teile des zurückkehrenden alten Feldes
vom Leiter wegdrückt. Die auf diese Weise »aus­ 1.1.5. Ebene Wellen
gesperrten« elektrischen Feldlinien bilden ge­
schlossene Schleifen, die von magnetischen Elektromagnetische Wellen, die von einer
Feldlinien umschlungen sind. Da sich dieser punktförmigen Strahlungsquelle im freien
Vorgang entsprechend der Periodizität des Raum ausgestrahlt werden, breiten sich nach
Wechselstromes dauernd wiederholt, breitet allen Richtungen gleichmäßig und mit gleicher
sich eine elektromagnetische Welle aus, die in Geschwindigkeit aus. Man kann sich den Vor­
Frequenz und Wellenlänge dem erregenden gang so vorstellen, daß sich um die Strahlungs­
Wechselstrom genau entspricht. Sie entfernt quelle als Mittelpunkt stetig wachsende Kugel­
sich mit Lichtgeschwindigkeit vom Leiter in schalen ausbilden. Ließen sich diese Kugel­
den Raum. schalen sichtbar machen, so würde man sie in un-

22
Elektrische Fe!d!inie11 Im freien Raum nimmt die Feldstärke E
/"' linear mit der Entfernung ab. Da sich die Ener­
I ! l
t-t-- gie mit wachsender Entfernung auf immer
- --

;
größere Flächen verteilen muß, wird sie sozu­
I
sagen »verdünnt«. Wenn z. B. eine Strahlungs­
��Magneft
tt-f�W quelle im freien Raum in I km Entfernung
eine Feldstärke E von 1000 !LV je m erzeugt, so
·I-I--1-- ' beträgt die Feldstärke in 10 km Abstand
lOO!J.V/m, in lOOkm = lO!J.V/m und IOOOkm
1 !J.V/m. Da bei der irdischen Ausbreitung

- I-1- - - -1+
- =

der Funkwellen die idealen Verhältnisse des


freien Raumes nicht gegeben sind, ist auch die
/////// '/// '///////
entfernungsabhängigeAbschwächung der Feld­
Bild 1.5 stärke größer.
Die ebene Wellenfront, vertikal polarisiert

mittelbarer Nähe der Strahlungsquelle (kleiner 1.1.7. Die Polarisation


Kugelradius) noch als kugelförmig erkennen. elektromagnetischer Wellen
Eine weit entfernte Kugelschale jedoch (großer
Kugelradius) wird wegen der durch die große Die Richtun_g der elektrischen FeldkoJ1Ulonente
Ausdehnung der Kugeloberfläche nicht mehr einer elektromagnetischen Welle bestimmt
sichtbaren Krümmung als ebene Fläche emp­ deren Polarisation. Ausgehend von der ellip­
funden, ebenso wie wir die Erdoberfläche nicht tischen Polarisation, bei der der elektrische
als kugelförmig gekrümmt, sondern als eben Feldvektor eine Ellipse beschreibt, die in einer
ansehen. Man betrachtet deshalb auch elektro­ zur Ausbreitungsrichtung senkrechten Ebene
magnetische Wellen, die sich weit genug von liegt, unterscheidet man die Sonderfälle Zirku­
ihrer Strahlungsquelle entfernt befinden, a:ls larpolarisation und Linearpolarisatüm. Bei der
ebene Wellen. DasAugenblicksfeld einer ebenen Zirkularpolarisation istder Feldvektor als Kreis
Welle mit ihren elektrischen und magnetischen ausgebildet. Nach dem Umlaufsinn unter­
FeJdlinien zeigt Bild 1.5. Die Pfeile geben die scheidet man noch in rechts zirkular (der elek­
augenblickliche Feldrichtung einer Welle an, trische Feldvektor dreht sich-in Ausbreitungs­
deren Ausbreitungsrichtung frontal zur Fläche richtung gesehen-im Uhrzeigersinn) und links
verläuft(die Welle »kommt auf den Betrachter zirkular (entgegen dem Uhrzeigersinn). Im
zu«). Man spricht deshalb auch von einer ebe­ Kurzwellenbereich hat die elliptische bzw. zir­
nen Welfenfront. Die Richtung der elektrischen kulare Polarisation kaum Bedeutung, in den
und der magnetischen Feldlinien dreht sich höheren Frequenzbereichen jedoch wird sie
innerhalb einer halben Schwingungsperiode um zunehmend verwendet, besonders auf dem
180°(die Pfeilrichtungen kehren sich um). Die Gebiet der Weltraumforschung (z.B. Radio­
Ausbreitungsrichtung verändert sich dabei astronomie).
nicht, sie steht immer senkrecht zur Wellen­ Bei der Linearpolarisation nehmen die ge­
front. radlinig verlaufenden elektrischen Feldlinien
eine bestimmte Richtung zur Erdoberfläche als
Bezugsebene ein. Entsprechend der Richtung
1.1.6. Die Feldstärke der elektrischen Feldlinien in bezug auf die Erd­
oberfläche unterscheidet man zwischen hori­
Die Stärke des elektromagnetischen Feldes, zontalu Polarisation (die elektrischen Feld­
kurz Feldstärke genannt, wird durch die Span­ linien verlaufen paralell zur Erdoberfläche)
nung definiert, die über eine Längeneinheit und vertikaler Polarisation (die elektrischen
längs einer Feldlinie in der Ebene der Wellen­ Feldlinien stehen lotrecht auf der Erdober­
front vorbanden ist. Da hierbei die Spannung fläche). So ist z.B. die in Bild 1.5-dargestellte
auf eine Strecke bezogen wird, drückt man die Wellenfront vertikal polarisiert, weil die elek­
Feldstärke Ein VoltjeMeter(V/m) bzw. mV/m trischen Feldlinien senkrecht verlaufen·. Es be­
oder !J.V/m aus. steht jedoch auch die Möglichkeit, die Wellen

23
vertikal polarisierten Halbwellendipols ver­
anschaulichen.
Durch Unregelmäßigkeiten der Ionosphäre
hervorgerufen, treten im Kurzwellenbereich
sehr häufig Polarisationsänderungen auf. Sie
verursachen eine Schwunderscheinung, das so­
genannte Po/arisationsfading. Hindernisse im
Ausbreitungsweg können ebenfalls Polarisa­
tionsdrehungen bewirken. Diesen Vorgang
nennt man Depolarisation.
Allgemein kann man sagen, daß eine waag­

Bild1.6 recht aufgebaute Antenne auch eine horizontal


Hertzsehe Darstellung des Feldlinienbildes eines polarisierte Wellenfront abstrahlt. Sinngemäß
vertikalen Dipols. Augenblicksbild zur Zeit t = 0 liefert ein senkrecht orientierter Antennenleiter
eine vertikal polarisierte Welle. Bei manchen
Antennenformen ist jedoch die Polarisation
in jede beliebige Lage zwischen horizontal und
nicht sofort aus dem Leiterverlauf erkennbar
vertikal zu polarisieren (z.B. 45° geneigt). Man
(z.B. bei Schlitzantennen oder dem Cubical
verwendet diese lineare 45°-Polarisation ver­
Quad). Ebenso kann man für die elliptische
einzelt bei UKW-Rundfunksendern (z.B. in
Polarisation keine einfache, allgemein gültige
Großbritannien), weil solche Ausstrahlungen
Regel aufstellen.
sowohl mit den horizontal polarisierten Anten­
nen ortsfester Empfangsanlagen als auch mit
vertikal polarisierten Stabantennen (z. B. Auto­ 1.1.8. Reflexion, Refraktion und Diffraktion
antennen) gut aufgenommen werden können.
'Neuerdings werden sogar zirkular polarisierte Mit dem Sammelbegriff Radiowellen wird der
Sendeantennen realisiert, die beiden Aufgaben Wellenlängen hereich von I 00km bis 1 mm -
gleichermaßen gerecht werden. Bild 1.6 soll entsprechend einem Frequenzspektrum von
den Verlauf des elektrischen Feldes eines 3kHz bis 300GHz-bezeichnet (Tabelle) .I.) .

. Tabelle 1.1. Die Einteilung der Radiowellen

Deutsche Deutsche Englische Englische Frequenz- Wellenlängen-


Bezeichnung Abkürzung Bezeichnung Abkürzung hereich hereich

Längstwellen very Iow VLF 3kHzbis 100kmbis


frequencies 30kHz IOkm
Langwefien LW low frequencies LF 30kHzbis IOkmbis
300kHz I km
Mittelwellen MW medium MF 300 kH, bis I kmbis
frequencies 3MHz lOOm
Kurzwellen KW high HF 3MHzbis 100mbis
frequencies 30MHz lOm
Ultrakurz- UKW very high VHF 30MHzbis lOmbis
wellen frequencies 300MHz I m
Dezimeter- dmW ultra high UHF 300MHzbis !Odmbis
wellen frequencies 30Hz I dm
Zentimeter- cmW super high SHF 3 GHzbis !Ocmbis
wellen frequencies 30G�z I cm
Millimeter- mrnW extremly high EHF 300Hzbis IOmmbis
wellen frequencies 3000Hz lmm

Die englischen Abkürzungen werden auch in der deutschsprachigen Fachliteratur fast ausschließlich
verwendet.

24
Die Skala der elektromagnetischen Wellen der Ausbreitung von Ultrakurzwellen Bedeu­
umfaßt aber nicht nur die Radiowellen, sie tung. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der
reicht über die Lichtwellen bis zur kosmischen elektromagnetischen Wellen ist von der Dielek­
Höhenstrahlung. Der Unterschied zwischen trizitätskonstante des Mediums abhängig, das
Radiowellen und Lichtwellen besteht nur in gerade durchlaufen wird. Ändert sich das Me­
der Wellenlänge, deshalb werden auch Radio­ dium, so ändert sich auch die Geschwindigkeit.
wellen ebenso wie das Licht reflektiert, gebro­ Die Geschwindigkeitsänderung bewirkt eine
chen und gebeugt. Richtungsänderung, die Refraktion. Auch die
Bei der Reflexion unterscheidetman zwischen atmosphärische Luft weist je nach Dichte und
gerichteter Reflexion (Spiegelung), die an ebe­ relativer Feuchte unterschiedliche Dielektrizi­
nen Flächen entsteht, und der gestreuten Re­ tätskonstanten auf. Besonders anschaulich
flexion (diffuse Reflexion), die an unebenen kann man die Brechung in einem optischen
Flächen auftritt. Bei der gerichteten Reflexion Versuch beobachten: Ein Stock, der zur Hälfte
liegt der reflektierte Strahl mit dem einfallen­ schräg in eine Schüssel mit Wasser gehalten
den Strahl und dem Einfallslot in der gleichen wird, erscheint beim Übertritt in das Wasser
Ebene. Einfallswinkel und Reflexionswinkel, geknickt.
beide vom Lot aus gemessen, sind gleich. Der Die Diffraktion (Beugung) elektromagneti­
Reflexionsgrad (Reflexionskoeffizient) wird scher Wellen tritt an Kanten auf, die im Aus­
durch die Leitfähigkeit, die Dielektrizitäts­ breitungsweg liegen. Sie bewirkt, daß auch in
konstante und die Permeabilität des reflekti«> Gebieten des Wellenschattens, etwa hinter Ber­
renden Gegenstandes bestimmt. gen oder Gebäuden, oftmals noch ein Elhpfang
Eine Refraktion· (Brechung) der elektro­ von Radiowellen möglich wird. DieDiffraktion
magnetischen Wellen tritt beim Übergang in ist frequenzabhängig; sie nimmt mit steigen­
ein Medium mit anderer Dielektrizitätskon­ der Frequenz ab.
stante auf. Dieser Vorgang hat besonders bei

25
2. Die Ausbreitung der elektromagnetischen Schwingungen

2.1. Die Erdatmosphäre 2.1.2. Die Stratosphäre

Eine bedeutende Rolle bei der Ausbreitung In einer Höhe von 11 bis 80 km erstreckt sich
elektromagnetischer Wellen spielt dieErdatmo­ die Stratosphäre. Sie ist ein Bereich ohne ge­
sphäre. Diese Gashülle der Erde reicht bis in wöhnliche Wettererscheinungen und wird durch
eine Höhe von 2000 bis 3000 km und besteht das völlige Fehlen von Wasserdampf gekenn­
hauptsächlich aus Stickstoff, Sauerstoff und zeichnet. In ihr bleibt die Lufttemperatur bis
Wasserdampf. in eine Höhe von etwa 20 km nahezu konstant
Man unterteilt die Atmosphäre in 3 Haupt­ (konstante Temperaturzone). Oberhalb 20 km
regionen: Höhe steigt die Temperatur stetig an und er­
Troposphäre, Stratosphäre und Ionosphäre. reicht in 50 km Höhe annähernd +50 °C. Die­
ser Bereich des Temperaturanstieges wird auch
Ozongebiet genannt, da die Luft dort einen
2.1.1. Die Troposphäre relativ hohen Ozongehalt aufweist. Die Ozon­
schicht ist für die Entwicklung und denBestand
Der Teil unserer Erdatmosphäre, der sich vom des Lebens auf unserer Erde von Bedeutung,
Erdboden bis zu einer Höhe von etwa Il km denn sie absorbiert einen großen Teil der von
erstreckt, wird als Troposphäre bezeichnet. Man der Sonne ausgehenden Ultraviolettstrahlung,
nennt sie auch, Wettersphäre, denn in ihr spie­ die bakterien- und zellenschädigend wirkt.
len sich in erster Linie die unser Wetter bestim­ Oberhalb 50 km nimmt die Temperatur mit
menden meteorologischen Vorgänge ab. Die steigender Höhe wieder ab, um schließlich bei
Troposphäre enthält annähernd 75% der ge­ 80 km Höhe - am Übergang zur Ionosphäre -
samten Stoffe unserer Atmosphäre. Bild 2.1 erneut anzusteigen.
gibt einen Überblick über Schichtung und
Temperaturverlauf in der unteren Atmo­
sphäre. 2.1.3. Die Ionosphäre
Die Temperatur der Troposphäre fällt im
allgemeinen mit zunehmender Höhe, und zwar Oberhalb einer Höhe von etwa 80 km erstreckt
um 6 bis 8 K je I 000 m Anstieg. Sie erreicht an sich die Ionosphäre. Sie reicht bis in eine Höhe
ihrer Obergrenze, in der sogenannten Tropo­ von annähernd 800 km und geht dabei all­
pause, ein Minimum von durchschnittlich mählich in den interstellaren Raum über. Das
-50°C. Die Höhe der Tropopause, der Über­ Übergangsgebiet zum interstellaren Raum
gangsregion zwischen Troposphäre und Stra­ nennt man Exosphäre. In der Ionosphäre sind
tosphäre, ist Schwankungen unterworfen. Sie eine große Zahl elektrisch geladener Teilchen
liegt in unseren Breiten im März mit durch­ - Ionen und Elektronen - vorhanden. Sie ent­
schnittlich 9,7 km am tiefsten, im Juli mit stehen als Folge der Aufspaltung (Ionisation)
11,1 km am höchsten. neutraler Luftmoleküle. Die Ionisation wird in
Der Zustand der Troposphäre ist für die erster Linie durch die Ultraviolett- und Rönt­
Ausbreitung der Ultrakurzwellen von beson­ gen-Strahlung der Sonne verursacht. Auch die
derer Bedeutung. kosmische Strahlung und Meteorströme, die
pausenlos in der Erdatmosphäre verglühen
(einige I 0 Milliarden Meteorteilchen in 24 Stun­
den), sind an der Ionisation beteiligt.

26
100


so �
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"""'


70

30

20

Bild2.l
Schichtung und Temperatur·
verläufe in der unteren
Atmosphäre
-fJ)' -40' -zo• o• + 20• +40' +GO'
Temperafilr in •c

Die Strahlung in der Hochatmosphäre ist weist, elektromagnetische Wellen bestimmter


energiereich genug, ein Elektron aus dem Frequenzbereiche zu reflektieren.
Atomverband der vorhandenen Gase heraus­ Genau betrachtet ist es kein echter Reflek­
zulösen. Der .eines Elektrons beraubte Atom­ tionsvorgang, denn die Wellen werden in der
kern bildet mit seinen übrigen Elektronen ein Ionosphäre nicht abrupt, sondern allmählich,
positiv geladenes Ion. Das freie Elektron ge­ entsprechend der sich stetig verändernden
langt entweder an ein neutrales Atom oder Ionisierung und damit verbundenen Änderung
Molekül und bildet mit diesem ein negatives der Dielektrizitätskonstante umgelenkt. Man
Ion, oder es vereinigt sich mit einem positiven könnte deshalb genauer von einer ailmählichen
Ion, wobei wieder ein neutrales Atom entsteht. Brechung sprechen; dies geht auch aus Bild 2.3
Diesen Vorgang der Rückbildung nennt man hervor.
Rekombination. Die Anzahl der freien Elek­ Bereits im Jahre 1900 wurde von Kennel/y
tronen je Volumeneinheit (e/cm3) ist von der und Heaviside das Vorhandensein einer elek­
Intensität der Einstrahlung abhängig. Durch trisch leitenden Schicht in großer Höhe an­
die Anwesenheit elektrisch geladener Teilchen, genommen. Den Engländern Appleton und
der Ionen, wird die hohe Atmosphäre zu einem Bamett gelang im Jahre 1924 der experimentelle
elektrischen Leiter, der die Eigenschaft auf- Nachweis reflektierender Schichten in der

27
Bild 2.2
Die Einteilung der oberen Atmosphäre

Bild2.3
Raumwelle und Bodenwelle als
Ausbreitungswege elektromagnetischer
Wellen

oberen Atmosphäre, womit sich die Theorie über den Aufbau der Ionosphäre dürfte man
von Kennelly und Heaviside bestätigte. Später eigentlich nicht mehr von einem Schichtsystem
wurde nach dem Prinzip der Echolottmg fest­ sprechen, denn die Übergänge zwischen den
gestellt, daß nicht nur eine, die sogenannte Gebieten verschieden starker Elektronenkon­
Kennelly-Heaviside-Schicht, sondern ein gan­ zentrationen erfolgen allmählich. Da aber die
zes Schichtsystem in der Hochatmosphäre vor­ Hypothese des schichtenförmigen Aufbaues
handen ist. Ergänzt und präzisiert wurden inzwischen zu einem festen Begriff geworden
die Erkenntnisse über die bisher bekannten ist, dürfte sieauch weiterhin beibehalten werden.
Eigenschaften der Ionosphäre durch Meß­ Da die Ionosphäre dauernden Zustands­
werte von Sputniks und geophysikalischen änderungen unterworfen ist, darf man sich den
Raketen. in Bild 2.2 gezeigten Aufbau nicht als ein star­
Wie aus Bild 2.2 hervorgeht, treten in der res System übereinanderliegender Schichten
Ionosphäre einige Maxima der Elektronen­ vorstellen. Der Ionisationsgrad verändert sich
konzentration auf. Bei einer Höhe von etwa 70 laufend, abhängig von Jahres- und Tageszeit,
bis 90 km bildet sich am Tage die sogenannte von der zyklischen Veränderung der Sonnen­
D-Schicljt aus, nachts ist sie nicht vorhanden. aktivität, von der geografischen Breite und aus
Bei der darauf folgenden E-Schicht (Kennel(r­ anderen Gründen.
Heaviside-Schicht) liegt das Maximum der
Elektronenkonzentration in einer Höhe von
2.2. Bodenwelle und Raumwelle
etwa 110 bis 130 km. Darüber befindet sich die
F-Schicht (Appleton-Schicht), die sich im Som­ Wenn sich Sender und Empfänger auf der Erde
mer während der Tagesstunden in die Schich­ befinden, können sich die Funkwellen auf 2
ten F1 und F2 aufspaltet. Das Maximum der Wegen ausbreiten (Bild 2.3):
Ionisation besteht bei der F 1-Schicht in 200 bis
- in der Troposphäre entlang der Erdober­
230 km Höhe und bei der F2-Schicht in einer
fläche als Oberf:tächen- oder Bodenwelle;
Höhe von 150 bis 400 km. Die Ionisation steigt
- über Reflexion in der lono�phäre als Raum­
von Schicht zu Schicht an und erreicht in der
welle.
F2-Schicht bei etwa 400 km Höhe ein Maxi­
mum. Oberhalb der FrSchicht wird die Ioni­
2.2.1. Die Ausbreitung der Bodenwelle
sierung immer geringer und verschwindet
schließlich ganz. Die Bodenwelle folgt der Erdkrümmung und
In Auswertung der neueren Untersuchungen ist dabei dem absorbierenden Einfluß des Erd-

28
bodens, über den sie läuft, ausgesetzt. Die von der ElektronendichteN ( = e/cm3) und der
Absorption vergrößert sich mit steigender Fre­ Frequenz I ab. Aus der Beziehung
quenz. Sehr niedrige Frequenzen (z.B. Längst­
3 · 108 m/s
wellen) haben deshalb eine große Bodenwellen­ (2.1.)
reichweite. Die Oberflächenwelle wird von der
elektrischen Leitfähigkeit des Erdbodens und
von der Struktur der Erdoberfläche (Bebauung,
k1 - konstanter Faktor
Bewuchs usw.) beeinflußt, ihre Reichweite
hängt von der Strahlungsleistung ab. geht hervor, daß eine Vergrößerung der Elek­
Bei Kurzwellen ist die Reichweite der Boden­ tronendichte N bei gegebeQer Frequenz I zu
wellenstrahlung gering. Bezogen auf die Strah­ einer Erhöhung der Ausbreitungsgeschwindig­
lungsleistung ein esmittleren Amateursenders, keit führt. Tritt nun die Wellenfront schräg in
kann man im 80-m-Band mit einer Boden­ die Ionosphäre ein, dann überholen die höher­
wellenreichweite von etwa 100 km rechnen; bei liegenden, »schnelleren« Teile der Front die
gleicher Strahlungsleistung fällt �ie im 10-m­ darunterliegenden. Als Folge dieser unter­
Band auf etwa 15 km ab. Wenn besonderer schiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit wird
Wert auf große Bodenwellenreichweite gelegt die Wellenfront abgelenkt und kann bei aus­
wird, müssen die Antennen vertikal polarisiert reichend starker Elektronendichte N zur Erde
sein. Größere Entfernungen können die Boden­ hin reflektiert werden (Bild 2.4).
wellen im UKW-Bereich durch Beugung, Es bestehen folgende Zusaminenhägge: Zur
Brechung und Streuung in der Troposphäre Reflexion der Kurzwellen in der Ionosphäre
überbrücken. muß die ElektronendichteN um so stärker sein,
je höher die Betriebsfrequenz I ist. Die Bre­
chung der Raumwelle nach der Erde hin erfolgt
um so leichter, je kleiner der Abstrahlwinkel G>
2.2.2. Die Ausbreitung der Raumwelle der Antenne ist, das heißt, je »flacher« die
Welle in die Ionosphärenschicht eintritt.
Die Überbrückung größter irdischer Entfer­ Die Auswirkung dieser Gesetzmäßigkeilen
nungen wird im Kurzwellenbereich durch die auf die Raumwellenausbreitung der Kurzwel­
Raumstrahlung ermöglicht. Dabei werden die len soll Bild 2.4 in vereinfachter Form deutlich
Raumwellen in der Ionosphäre gebrochen (re­ machen. Die Welle 1, welche die Sendeantenne
flektiert). Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit unter einem kleinen Abstrahlwinkel G> verläßt,
der Wellenfront in der Ionosphäre ui ist etwas tritt unter dem Eintrittswinkellfl relativ »flach«
größer als die in der Troposphäre und hängt in die Ionosphäre ein und wird dort so ab-

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Bild 2.4 Einfluß dos Abstrahlwinkels auf die Beugung in der Ionosphäre; e,, = Grenzwinkel, <p = Eintrittswinkel

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Bild 2.5
Die Sprungdistanz f� r E· und
F:!-Schicllt·Retlexionen in
Abhängigkeit vom Abstrahl·
winkel 0 und von der Schichthöhe

gelenkt, daß sie erst in großer Entfernung wieder Zone. Genau betrachtet erstreckt, sie sich vom
die Erdoberfläche erreicht: Kleiner Abstrahl­ Abklingbereich der Bodenwelle bis zu den
winkel 0 = großer »Sprung«. Diese Sprung­ Punkten, an denen die reflektierte Raumwelle
distanz wird um so größer, je höher die wieder die Erdoberfläche erreicht. Läßt man
brechende Schicht liegt. An der höchsten lono­ die bei Kurzwellen ohnehin sehr geringe Boden­
sphärehregion, der F2-Schicht, beträgt die wellenreichweite unberücksichtigt, kann die
maximale Sprungdistanz etwas über 4000 km, Ausdehnung der toten Zone mit der minimalen
an der E-Schicht im Höchstfall etwa 2000 km. Sprungdistanz gleichgesetzt werden.
Bild 2.5 verdeutlicht den Zusammenhang Die Welle wird von der Erdoberfläche erneut
zwischen Abstrahlwinkel 0, Schichthöhe und zur Ionosphäre hin abgelenkt und kann dort
Sprungdis tanz. Man erkennt daraus, wie wich­ - eine entsprechend ionisierte Schicht voraus­
tig es für die Fernausbreitung der Kurzwellen gesetzt - ein zweites Mal reflektiert werden.
ist, den Abstrahlwinkel 0 der Antenne (man Dieser Vorgang wiederholt sich oft mehrmals,
nennt ihn auch den vertikalen Erhebungswinkel) es kommt sogar vor, daß die Welleden Erdball
möglichst klein zu wählen. mehrfach umrundet. Insgesamt ist der Mecha­
Zwischen dem Abgangsort der Welle und nismus der Meh�f'achsprünge sehr kompliziert,
dem Ort ihres Wiederauftreffens an der Erd­ denn der Zustand der Ionosphäre ändert sich
oberfläche befindet sich eine empfangstote von Ort zu Ort, wobei die Welle manchmal be-

30
reits von der E-Sclticht, dann wieder von der innerhalb der ionisierten Schicht nicht berück­
F 2Schicht reflektiert wird oder zwischen beiden sichtigt ist. Die kritische Frequenz ist der Wur­
Schichten springt. zel aus der Elektronendichte N proportional.
Bei der Welle 2 ist der Abstrahlwinkel 0 grö­ Die kritische Frequenz gilt für einen Abstrahl­
ßer, sie dringt auchetwas tiefer in die brechende winkel 0 von 90 Grad, dabei wird der Strahl
Schicht ein, und ihre Sprungdistanz ist erheb­ wieder zu seinem Ausgangsort zurückgeworfen.
lich geringer. Die Welle 3 wird schon ziemlich Erst wenn 0 kleiner wird, gibt es eine Sprung­
»steil« abgestrahlt. Sie muß fast bis zum Gebiet distanz bzw. tote Zone, und gleichzeitig erhöht
der maximalen Ionisation vordringen, ehe sie sich in Abhängigkeit von B die Frequenz, die
zur Erdoberfläche abgelenkt wird, und benötigt noch reflektiert wird. Man nenntsie obere Grenz­
zwei Sprünge, um annähernd die Sprungdistanz frequenz oder MUF (eng!.: Maximum Usable
von Welle I zu erreichen. Ein Sonderfall ist Frequency). Durch das Sekansgesetz ist die
die Welle 4. Sie dringt bis an die Unterkante MUF mit der Frequenz fk.v verbUnden:
der Zone höchster Elektronenkonzentration vor
MUF =/kr secrp.
· (2.2)
und läuft an dieser über weite Strecken entlang,
ehe sie durch cine Inhomogenität wieder zur Da sec q; = 1/cos q; und cos q; = sin 0, kann
Erde zurückgebrochen wird. Man nennt sie man ableiten:
Gleitwelle oder auch »Super Mode«. MUF =Ar. 1/cos q; =Ar. 1/sin e.
Die sehr steil abgestrahlten Wellen 5 und 6
werden von der Ionosphärenschicht nur ge­ DieAusdrücke 1fcos q; bzw. 1 /sin 0 stellen den
ringfügig abgelenkt. Sie durchdringen deshalb MUF-Faktor dar. Das Nomogramm Bild 2. 6
dieZonemaximaler Ionisation und werden nicht zeigt, wie der MUF-Faktor m mit dem sich
mehr zur Erde zurückgebrochen. Nimmt man verringernden Abstrahlwinkel B größer wird.
aber an, es handle sich bei der gezeichneten Klassische MUFnennt man die höchste brauch­
Schicht um die E-Sclricht, so könnten die Wel­ bare Frequenz, bei der sich elektromagnetische
len 5 und 6 immer noch an der darüber liegen­ Wellen zwischen gegebenen Endpunkten aus­
den F-Schicht gebrochen werden. Die Wellen I schließlich· infolge ionosphärischer Brechung
bis 4 wären in diesem Fall von der E-Schicht ausbreiten können. Die Standard-MVF ist eine
gegenüber der F-Schicht abgedeckt. Diese Ab­ Näherung zur klassischen MUF, die durch
deckung spielt bei der Fernausbreitung der Umrechnung aus der kritischen Frequenz Ar
Kurzwellen oft eine unerwünschte Rolle. gewonnen wird.
Der Abstrahlwinkel der Welle 5 ist als
Grenzwinkel e.r gekennzeichnet. Das bedeutet,
daß die unter diesem Winkel abgestrahlte Welle 2.2.2.2. Die Dämpfung der Raumwellen
die erste ist, die diese Schicht nach oben hin
durchdringt. In der Ionosphäre werden die freien Elektro­
nen und Ionen von den einfallenden elektro­
magnetischen Wellen zum Mitschwingen an­
2.2.2.1. Kritische Frequenz und MUF geregt und kollidieren dabei mit benachbarten
Gasmolekülen. Bei diesem Zusammenstoß
Kritische Frequenz Ar nennt man die höchste verwandelt sich ein Teil der aufgenommenen
Frequenz, bei der die senkrecht in die Iono­ Schwingungsenergie in Wärme. Das bedeutet
sphäre eintretende Strahlung von der gegebenen für die Wellen eine Dämpfung, die mit dem
Schicht noch reflektiert wird. Mit Hilfe von Quadrat der Wellenlänge anwächst. Die Dämp­
Echolotungen ermittelt man An wobei aus der fung oder Absorption der Wellen steigt mit der
Laufzeit des Meßsignals gleichzeitig auch die Trägerdichte, denn je mehr freie Elektronen,
Höhe der reflektierenden Schicht zu errechnen Ionen und Gasmoleküle sich pro Raumeinheit
ist. Das Ergebnis ist die virtuelle Höhe (schein­ befinden, desto häufiger können die energie­
bare Höhe). Tatsächlich liegt die Unterkante umwandelnden Kollisionen stattfinden. Daraus
der Reflexionsschicht etwas tiefer als die geht außerdem hervor, daß die Absorption um
virtuelle Höhe, weil bei der L�ufzeitmessung so größer sein muß, je größer der Weg ist, den
die unterschiedlich kleinere Fortpflanzungs­ die elektromagnetische Welle in der Iono­
geschwindigkeit der elektromagnetischen Welle sphärenschicht zurücklegt.

31
12 12

!;: 70
.." 9
8
·m • t/UF
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""' 7 firr
� 6

� 5 Bild 2.6

Der Zusammenhang zwischen
4 kritischer Frequenzfkr und oberer
Grenzfrequenz MUF in Ab­
3 hängigkeit vom Abstrahlwinkel f!J,
dargestellt als MUF-Faktor m.
Beispiel:
2 --------------------------- 2 Abstrahlwinkel €l = 30' ergibt
m = 2 (gestrichelt eingezeichnet).
Bei einer I., von z."B. 3 MHz
1,5
würde dann die obere Grenz­
frequenz MUF = /., · m

1 �---c==��--�---L--�-- 1 = 6 MHz betragen


80' 70' 60' 50' '10' 30' 20' 10' S'
Abstrah/winilel @ �-

Ein indirektes Maß für die Dämpfung in der in eine Höhe von etwa 10000 km reicht. Sie ist
Ionosphäre ist die LUF (eng!.: Lowest Usable vorn Photosphärenlicht völlig überstrahlt und
Frequency). Man bezeichnet sie auch als wird nur bei totalen Sonnenfinsternissen oder
Dämpfungsfrequenz, und sie gibt die niedrigste mit besonderen Beobachtungsinstrumenten als
Frequenz im Kurzwellenbereich an, die für Ver­ schmaler, leuchtendrosafarbener Saum sicht­
bindungen über Raumwellenausbreitung noch bar.
brauchbar ist. Der nutzbare Frequenzbereich Oberhalb der Chromosphäre breitet sich die
wird somit von der MUF nach oben und von Korona als äußerste S chicht der Sonnenatmo­
der LUF nach unten begrenzt. sphäre aus. Ihre Ausdehnung beträgt mehrere
Sonnendurchrnesser, und die letzten Forschun­
gen haben ergeben, daß sich die Umlaufbahn
2.3. Die Ausbreitung der Kurzwellen der Erde noch in der äußeren Sonnenkorona
befindet. Da auch die Korona von der Photo­
und ihre Besonderheiten
sphäre überstrahlt wird, kann man sie nur zu
Die Möglichkeit von Kurzwellenverbindungen Zeiten einer totalen Sonnenfinsternis als leuch­
über Raumwellenausbreitung ist vorn Zustand tenden Lichthof (Halo) rund um die Sonnen­
der Ionosphäre abhängig. Ihr Aufbau wurde scheibe beobachten.
in Abschnitt 2.1.3. schon kurz besprochen. Da Ausgelöst durch Kernprozesse, wird die
der Zustand der Ionosphäre unmittelbar von Sonnenenergie im unsichtbaren Sonnenionern
der Sonnentätigkeit abhängt, müssen zunächst freigesetzt, nach außen transportiert und von
die auslösenden Aktivitäten der .Sonne unter­ der Sonnenatmosphäre ausgestrahlt. Die Ge­
sucht werden. samtstrahlung der Sonne setzt sich aus elektro­
magnetischen Wellen und aus einer Teilchen­
strahlung (Korpuskularstrahlung) zusammen.
2.3.1. Die Sonnentätigkeit Dabei beträgt der Verlust an Sonnenmasse
je Sekunde 5,3 Millionen Tonnen, davon 4,3 x
Was sich unseren Blicken als Sonne d.arbietet, 106 t durch elektromagnetische Strahlung und
ist in Wirklichkeit deren Photosphäre, eine etwa 1 · 106 t als Korpuskularstrahlung. Der Ener­
300 km dicke Schicht, welche das Sonneninnere gievorrat der Sonne ist jedoch für unsere Be­
von der Sonnenatmosphäre trennt. Oberhalb griffe unerschöpflich., denn bei gleichbleibender
der Photosphäre befindet sich eine durch­ Leuchtkraft verliert sie erst in 10 Milliarden
sichtige Region, die Chromosphäre, welche biß Jahren weniger als 0,1% ihrer Masse.

32
2.3.1.1. Die solare Ausstrahlung Turbulenz von der Sonnentätigkeit abhängig
elektromagnetischer Wellen sind.
Die Temperatur der Sonnenkorona beträgt
Der größte Teil der Sonnenenergie kommt aus etwa 1 Million Kelvin (106 K). Die in ihr ver­
der Photosphäre als Strahlung sichtbaren Lich­ teilten Partikel befinden sich im Zustand des
t es mit Wellenlängen zwischen 400 und 800 nm, Plasmas und bewegen sich mit thermischen
wobei die maximale Intensität bei 470 nm liegt. Geschwindigkeiten von über 600 km/s. Es
Die Emission elektromagnetischer Wellen handelt sich dabei hauptsächlich um Protonen
reicht über das ganze Spektrum von der Gam­ ( = Kerne des Wasserstoffatoms). Der Gas­
ma-Strahlung über die Röntgen-, Ultraviolett-, druck der sehr heißen Koronamaterie ist so
Licht- und Infrarot-Strahlung bis zu den Radio­ hoch, daß die Anziehungskraft der Sonne die­
wellen. Zum Aufbau und Zustand unserer sen nicht vollständig kompensieren kann. Da­
Ionosphäre tragenjedoch nur die solaren Rönt­ durch kommt es zu einem ständigen Materie­
gen- und Ultraviolettstrahlen entscheidend bei. strom, der allseitig von der Sonne weg in den
Die Röntgen-Strahlung hat ihren Ursprung interplanetaren Raum entweicht. Dieser Sonnen­
in der Korona, sie ionisiert hauptsächlich die wind hat im Durchschnitt eine Geschwindig­
Erdatmosphäre in Höhen zwischen etwa 50 km keit von 320 km/s bei einer Teilchendichte von
und 150 km (D- und E-Schicht). etwa 5 je cm3; er besteht im wesentlichen aus
Die Ultraviolett-Strahlung kommt aus der Wasserstoff-Plasma und Elektronen mit einer
Chromosphäre. Sie bewirkt vor allem die Aus­ Temperatur von 104 bis 105 K.
bildung der F-Schicht; zu einem kleinen Teil Durch ihre Bewegung erzeugen die gelade­
wird von ihr auch das in der D-Schicht schwach nen Partikel des Sonnenwindes Magnetfelder,
vorkommende Stickstoffoxid (NO) ionisiert. die mit dem Geomagnetfeld über der Tagseite
Beim Eindringen in die Erdatmosphäre wirkt der Erde kollidieren. Dabei bildet sich in etwa
die Ultraviolett- und Röntgenstrahlung auf die 100000 km Entfernung vom Erdmittelpunkt
dort vorhandenen Atome und Moleküle ioni­ eine Schockfront aus, die annähernd mit der
sierend, gleichzeitig wird die Strahlung nach Kopfwelle beim Überschallflug zu vergleichen
und nach absorbiert. Je tiefer die Strahlung in ist. Der Sonnenwind gerät nun in ein Ober­
die Erdatmosphäre vorstöl3t, desto dichter wird gangsgebiet, wird dort verwirbelt und schließ­
diese, und desto größer wird die Abschwä­ lich an der Magnetopause gezwungen, die
chung, bis schließlich keine nennenswerte ioni­ Magnetosphäre der Erde zu umfließen.
sierende Strahlung mehr nachweisbar ist. Mit Hilfe von Erdsateliten konnte der Auf­
Die Schichtenbildung innerhalb der Iono­ _bau der Erdmagnetosphäre, die vom Sonnen­
sphäre findet ihre Erklärung darin, daß be­ wind stark beeinflußt wird, erforscht werden
stimmte Wellenlängen innerhalb des Ultra­ [1]. Bild 2.7 soll ihr�:n prinzipiellen Aufbau
violett- und Röntgen-Strahlungsbereiches durch deutlich machen.
bestimmte Atom- oder Molekülarten (z.B. 0, Die Grenzschicht Magnetopause zwischen
02, N2, NO) absorbiert werden, wobei dieser dem Obergangsgebiet und der Magnetosphäre
Vorgang in unterschiedlichen Höhen stattfindet. ist dadurch gekennzeichnet, daß in ihr das
Gleichgewicht zwischen der Energie des Erd­
magnetfeldes und der Bewegungsenergie des
2.3.1.2. Der Sonnenwind Sonnenwindes hergestellt ist. Dadurch kann
der Sonnenwind nicht oder nur an bestimmten
Von geringerem Einfluß auf die Ionosphäre ist Stellen und unter besonderen Voraussetzungen
die Korpuskularstrahlung. Heute bezeichnet in die Magnetosphäre eindringen.
man diese Teilchenstrahlung zutreffender als Durch die Einwirkung des Sonnenwindes
Sonnenwind, da es sich um einen ständigen wird das Erdmagnetfeld über det Tagseite
Materiestrom aus der Sonnenkorona handelt, komprimiert. Dagegen orientieren sich die
der nach magnetogasdynamischen Gesetzen Feldlinien über der Nachtseite zu einem lang­
verläuft. Erstmalig festgestellt und gemessen gestreckten, offenen Schweif, der weit über die
wurde der Sonnenwind von Raumfahrzeugen wie Mondbahn hinausreicht. In etwa 130000 km
LUNIKS, MARINER II und EXPLORER X, Abstand vom Erdmittelpunkt formieren sich
wobei sich zeigte, daß Geschwindigkeit und parallel zueinander zwei gleich starke, aber ent-

3 Rotbammel, Antennenbuch 33
Bild2.7
Prinzipieller Aufbau
der Magnetosphäre
der Erde mit der vom
Sonnenwind verursachten
Deformation (nach [I))

gegengesetzt gerichtete Magnetfelder, die durch Schon Ga/i/ei beobachtete vor fast 400 Jahren
die Neutrale Schicht voneinander getrennt sind. diese dunklen Flecken auf der Sonnenscheibe,
Die Neutrale Schicht ist von einer Plasma­ deren Anzahl und Lebel\sdauer seit mehr als
schicht solaren Ursprungs umschlossen. Es 200 Jahren (1749) registriert wird. Sonnenflek­
handelt sich dabei um Partikel des Sonnen­ ken treten einzeln und in Gruppen auf. Je nach
windes, der über das offene Ende des Magneto­ Größe beträgt ihre Lebensdauer Tage bis
sphärenschweifs in die Magnetosphäre ein­ mehrere Monate. Sie erscheinen gehäuft im
dringt. Die Plasmaschicht pflanzt sich auf der Bereich zwischen 20 Grad nördlich und 20Grad
Nachtseite der Erde bis in die Erdatmosphäre südlich vom Sonnenäquator und bewegen sich
fort, wobei sie in eine ringförmige Zone, das mit der Sonnenrotation. Das bedeutet, daß
Polarlicht-Oval, einmündet Aber auch auf der langlebige Flecken für den irdischen Beobach­
Tagseite der Erde kann solares Plasma in die ter nach 27 Tagen wieder an der gleichen Stelle
Erdatmosphäre einströmen, und zwar an den erscheinen.
Neutralen Punkten, die sich im Grenzgebiet Im Interesse einer Vereinheitlichung der
zwischen offenen und geschlossenen Feldlinien Beobachtungsergebnisse wurde international
an der Magnetopause befinden. die Fleckenhäufigkeit mit der Sonnen/lecken­
Der »normale« ständige Sonnenwind, der von relativzahl R definiert:
einer »ruhigen« Sonne ausgeht, beeinträchtigt
R k (10 g + f);
die Ausbreitung von Kurzwellen kaum, da er
= ·

in der Ionosphäre keine besonderen Ereignisse es bedeuten:


auslöst. Erst wenn die Sonne durch bestimmte k - Reduktionsfaktor aus Parallelbeobach­
Aktivitätszentren zusätzliche Materieströme tungen (k::::: 1),
aussendet, treten Ausbreitungsstörungen auf, g - Anzahl der Fleckengruppen,
die noch besprochen werden. f - Anzahl der Einzelflecken.

Aus den regelmäßigen Beobachtungen der


2.3.1.3. Die Sonnenflecken Sonnenflecken ergab sich bald, daß deren Re­
lativzahl einer periodischen Veränderung von
Die bisher behandelten Erscheinungen der durchschnittlich 11 Jahren, dem Sonnenflecken­
Sonnentätigkeit gingen von einer »ruhigen« zyklus, unterliegt Das ist ein Durchschnitts­
Sonne aus, die durchaus nicht den Normalzu­ wert, der im Einzelfall zwischen 7 und 17 Jah­
stand darstellt, sondern bestenfalls im Sonnen­ ren schwanken kann. Eine Erklärung für den
fleckenminimum kurzzeitig auftritt. Meistens Sonnenfleckenzyklus konnte bisher noch nicht
muß mit einer gesteigerten Sonnenaktivität gefunden werden, und auch die Sonnenflecken
gerechnet werden, die unmittelbar mit dem Er­ selbst geben der Wissenschaft noch viele Rätsel
scheinen von Sonnenflecken im Zusammenhang auf.
steht. Die Sonnenfleckenrelativzahl erreichte im

34
Mai 1947 den seit Jahrhunderten nicht beob­ 2.3.2. Sonnentätigkeit und Ionosphäre
achteten Rekord von 200. Das darauffolgende
Sonne!ifleckenmaximum bestand im März 1958 Selbst wenn es keine besondere Sonnenaktivi­
und lag mit der Relativzahl noch höher. Da­ tät gäbe, wäre die Ionosphäre täglichen und
gegen wies das nächste Maximum 1968 wieder jahreszeitlichen Veränderungen unterworfen.
durchschnittliche Werte auf (Relativzahl 110). Diese würden aber ganz regelmäßig erfolgen,
Man deutet die Flecken als die sichtbaren so daß man für jeden beliebigen Ort auf der
Zeichen außerordentlich starker Magnetfelder, Erde und für jede beliebige Zeit einen immer
wobei benachbarte Flecken oft. von unter­ gültigen, optimalen »Frequenzfahrplan« für
schiedlicher Polarität sind (unipolare und bi­ alle möglichen irdischen Kurzwellenverbin­
polare Fleckenfelder). Die Magnetfelder haben dungen aufstellen könnte. Aber die langfristig
Feldstärken bis 0,45 Tesla (zum Vergleich: weitgehend unvorhersehbar wechselnde Son­
Magnetfeld der Erde 0,5 · to-4T). nenaktivität mindert die »Treffsicherheit« sol­
Die Temperatur in den Sonnenflecken liegt cher Vorhersagen ganz erheblich. Die meisten
etwa 1200 K niedriger als die der sie umgeben­ Ionosphärenstörungen können jedoch auch
den Photot;phäre, welche mit 5670°C ermittelt 't'Om Funkamateur an verschiedenen Anzeichen
wurde. Die Sonnenflecken stellen jedoch ledig­ bei der Beobachtung des Funkverkehrs kurz­
lich einen kleinen räumlichen und zeitlichen fristig erkannt werden, und er kann sich darauf
Ausschnitt eines gewaltigen Aktivitätszen­ einstellen. Aus diesem Grund müssen die
trums dar, das sich unterhalb der Photosphäre Kenntnisse über die bereits in Abschnitt 2.1.3.
befindet und somit der direkten Beobachtung kurz beschriebene Ionosphäre etwas ;rgänzt
entzogen ist. und erweitert werden.
Gebunden an einen Sonnenfleck bilden sich
an dessen äußerer Begrenzung sogenannte
Fackelgebiete aus, die man im Licht bestimm­ 2.3.2.1. Aufbau und Eigenschaften
ter Spektrallinien beobachten kann. Die Fak­ der ungestörten Ionosphäre
keln sind heller und damit heißer als ihre Um­
gebung, sie haben riesige Ausmaße und treten Wenn die Ultraviolett- und Röntgenstrahlung
sowohl in der Photosphäre als auch in der der Sonne in die oberste Erdatmosphäre ein­
Chromosphäre auf. dringen, sind sie am energiereichsten. Die
Innerhalb der Fackelgebiete in der Chromo­ Dichte der Atmosphäre ist aber dort noch
sphäre ereignen sich häufig Eruptionen (Aus­ außerordentlich gering, das heißt, daß nur sehr
brüche), die ein plötzliches »Aufflackern« bei wenige Gasmoleküle vorhanden sind, die ioni­
gleichzeitiger Vergrößerung der Fackelflächen siert werden können. Je tiefer die Strahlung in
verursachen. Solche Eruptionen nennt man die Atmosphäre eindringt, desto dichter wird
Flares (eng!.: flare = helles, flackerndes Licht). diese, und es können mehr und mehr freie Elek­
Sie zeigen sich mit unterschiedlicher Helligkeit, tronen gebildet werden. Dabei wird aber auch
Größe und Dauer. Flares flammen innerhalb die Energie der Strahlung mehr und mehr ge­
weniger Minuten auf und verlieren dann inner­ schwächt. Schließlich wird ein Gebiet erreicht,
halb von 30 bis 60 Minuten wieder ihre Hellig­ in dem die Dichte der Gasmoleküle gerade so
keit. Auch wesentlich kürzere oder längere Zeit­ groß ist, daß die verbliebene Strahlungsenergie
spannen sind möglich. Auch die Entstehung ausreicht, diese nahezu vollkommen zu ionisie­
der Flares führt man auf intensive Magnet­ ren. Es entsteht somit eine Region mit einem
felder zurück. Als Gefolge der Sonneneruptio­ Maximum an freien Elektronen. Man nennt sie
nen entstehen alle Formen elektromagnetischer auch Chapman-Schicht nach dem Wissenschaft­
Strahlung; bei größeren Ausbrüchen findet ler, der diesen Vorgang erstmalig erklärte.
auch eine erhöhte Korpuskularstrahlung statt. Die Höhe einer Chapman-Schicht ist von
Ergänzend sei noch bemerkt, daß die Leucht­ zwei Faktoren abhängig: von der Dichte­
kraft der Sonne (das ist das aus der Photo­ Höhen-Verteilung in der Atmosphäre und von
sphäre stammende sichtbare Licht) in ihrer ihrer Fähigkeit, die solare Strahlung zu absor­
Intensität von der wechselnden Sonnenaktivi­ bieren. Letzteres bringt zum Ausdruck, daß
tät nicht merkbar beeinflußt wird. Man darf sie verschiedene Wellenlängen der Ultraviolett­
als konstant annehmen. und Röntgenstrahlung durch bestimmte Atom-

35
und Molekülarten (Wasserstoff, Stickstoff, Sonnenstandes, sondern kurz nach den ;l.'qui­
Sauerstoff, Wasserdampf u. a.) absorbiert wer­ noktien (Äquinoktium = Tag und Nacht sind
den, wobei die Absorption entsprechend der gleich lang; Frühlingsäquinoktium 21. März;
Verteilung dieser Stoffe in unterschiedlichen Herbstäquinoktium 23.September). Wenn im
Höhen erfolgt. Die Intensität der solaren Strah­ ;l.'quinoktium die Sonne über dem Äquator steht,
lung beeinflußt nicht die Höhe der Schicht, son­ ist die Ionisation über nördlichen und südlichen
dern die Elektronendichte in der Schicht. Sie Breiten am stärksten. Beide Gebiete großer
ist bei senkrechtem Einfall der Sonnenstrah­ Elektronendichte werden durch einen Abschnitt
lung maximal. Mit der Neigung der Sonne wird minimaler Ionisation getrennt, der sich ent­
die Elektronendichte schwächer und schwächer, lang dem magnetischen Äquator ausbreitet.
eine verstärkte Rekombinntion setzt ein, bis sich Man nennt es die erdmagnetische Anomalie.
schließlich die ionisierte Schicht aufgelöst hat. Die F1-Schicht bildet sich nur tagsüber in
einer Höhe von etwa 200 bis 230 km aus. Sie ist
Die F-Schicht im Sommer häufiger als im Winter. Von der
Die Entstehung der FrSchicht, die mit 200 Untergrenze der F2-Schicht ist sie durch ein
bis 400 km am höchsten liegt, kann mit der etwa 50 km breites Gebiet geringer Elektronen­
Chapman-Theorie nur sehr unvollkommen er­ konzentration getrennt. Die F1-Schicht ent­
klärt werden. Sie bildet ein breites Maximum steht nach der Chopmon-Theorie und enthält
der Elektronendichte mit rund I Million freier maximal etwa 400000 freie Elektronen je cm3.
Elektronen je cm3 und ist von allen Schichten Für die Kurzwellenausbreitung ist die F1-
am stärksten ionisiert. Schicht unerwünscht, weil sie die Ausbreitung
Über Reflexion an der F2-Schicht kommen über die F2-Schicht durch Absorption be­
weitaus die meisten Kurzwellen-Fernverbin­ hindert. Die F1-Schicht kann immer nur im
dungen (DX) zustande. Die Rekombination Zusammenhang mit der F2-Schicht entstehen.
erfolgt sehr träge, so daß die FrSchicht auch Beide Schichten gehören deshalb zusammen
über die Nachtstunden in mehr oder weniger und bilden einen Komplex, die F-Schichten.
abgeschwächter Form vorhanden ist. Kurz vor
Sonnenaufgang besteht ein Minimum der Die E-Schicht
Elektronendicht�; nach Sonnenaufgang steigt Bei der E-Schicht liegt das Maximum der
die Ionisation an und erreicht innerhalb von I Elektronenkonzentration in etwa 110 bis
bis 2 Stunden durchschnittlichen TagespegeL 130 km Höhe. Man nimmt an, daß sie sich ent­
Im Sommer liegt die FrSchicht tagsüber bei sprechend der Chapman-Theorie ausbildet. Bei
etwa 400 km Höhe; im Winter und während einer mittleren Elektronenkonzentration von
der Nachtstunden sinkt sie auf 250 bis 300 km etwa IOOOOOje cm3 sind nur 0,1% der vorhan­
Höhe ab. denen Atome ionisiert. Sie bildet sich über der
Die FrSchicht weist einige Anomalien Tagseite der Erde aus; kurz nach Sonnenauf­
( = Regelwidrigkeiten) auf. Bei der Tagesano­ gang steigt die Ionisation schnell an, erreicht
malie ist beispielsweise beim höchsten Sonnen­ um die Mittagszeit ein Maximum und fällt
stand nicht das Maximum der Elektronendichte dann langsam wieder ab bis zum Sonnenunter­
festzustellen; es ist zumeist in die frühen Nach­ gang. Nach Sonnenuntergang setzt eine rapide
mittagsstunden verlagert. Die Nachtanomalie Rekombination ein, so daß sich die E-Schicht
zeigt sich darin, daß die Ionisierung während schon nach einer Stunde fast völlig aufgelöst
der Nachtstunden noch ansteigen kann, obwohl hat. Mitunter besteht auch noch während der
keine Sonneneinstrahlung stattfindet. Bei der Nachtstunden eine E-Schicht, die allerdings
Polaranomalie beobachtet man im Winter über wegen der fehlenden Sonneneinstrahlung von
den Gebieten der Polarnacht eine FrSchicht sehr geringer Ionendichte ist. Die kritische
trotz langzeitigen FehJens der Sonneneinstrah­ Frequenz Ar der Tages-E-Schicht liegt fast im­
lung. Ungeklärt ist schließlich auch die jahres­ mer zwischen 2 MHz und 4 MHz, sie ist im
zeitliche Anomalie, die darin besteht, daß die Sonnenflecken·maximum höher als im Sonnen­
El�ktronendichte im Winter größer ist als im fleckenminimum.
Sommer. Ferner kann beobachtet werden, daß Die sporadische E-Schicht ( E5-Schicht) ist
das sommerliche Ionisationsmaximum nicht, eine häufige, aber keineswegs regelmäßig auf­
wie zu erwarten wäre, zu Zeiten des höchsten tretende Erscheinung in der Ionosphäre. Ihre

36
Struktur ist nicht schichtförmig zusammen­ chend starke Störungen der Ionosphäre. Da es
hängend, sondern mehr wolkenartig. Die E.­ sich dabei um elektromagnetische Schwingun­
Schicht ist als Ionosphärenstörung aufzufassen, gen handelt, breiten sie sich mit Lichtgeschwin­
sie wird deshalb in Abschnitt 2.3.2.2. be­ digkeit aus, ihre Laufzeit bis zur Erde beträgt
sprochen. etwa 8 Minuten.
Bei intensiven elektromagnetischen Strah­
Die D-Scbicht lungsausbrüchen kommt es meistens auch zur
Als unterste der ionosphärenschichten liegt sie Eruption von Sonnenmaterie, der Korpuskular­
in etwa 70 bis 90 km über der Erdoberfläche strahlung, die den ständigen Sonnenwind sozu­
in einem relativ dichten Abschnitt der Atmo­ sagen auffrischt. Diese Teilchenstrahlung ist er­
sphäre. Die Elektronendichte in der D-Schicht heblich langsamer als die elektromagnetische
ist sehr gering (siehe Bild 2.2), deshalb sind an Strahlung, d.h., daß sie je nach Geschwindigkeit
ihr nur Reflexionen sehr langer Wellen mög­ der Teilchen erst innerhalb von etwa 15 Minu­
lich. Die Kurzwellen durchdringen die D­ ten bis zu 40 Stunden nach Ausbruch in der
Schicht, wobei sie eine mehr oder weniger große Erdatmosphäre eintreffen. Störungen durch
Dämpfung erleiden; im Extremfall werden sie Korpuskularstrahlung treten in Verbindung
völlig absorbiert. Die Absorption ist frequenz­ mit Störungen durch vermehrte Ultraviolett­
abhängig und nimmt mit zunehmender Fre­ und Röntgen-Strahlung auf, sind aber gegen­
quenz quadratisch ab. Deshalb ist die D-Schicht über diesen zeitlich versetzt.
im Normalfall für die Raumwellenausbreitung
der 10-, 15- und 20-m-Wellen kaum ein Hinder­ SID (Plötzliche ionosphärische Störungen)
nis; für die 40-m-Welle wird die Dämpfung Als SID (eng!.: Sudden Ionospheric Distur­
beträchtlich, und am stärksten wird die Brauch­ bance) bezeichnet man alle plötzlich auftreten­
barkeit der 80-m-Welle beeinträchtigt. Die Ab­ den lonosphärenstörungen, die auf eine er­
sorption ist außerdem um so größer, je kleiner höhte Ultraviolett- und Röntgen-Strahlung
der Abstrahlwinkel €-) ist, mit dem die Welle in zurückzuführen sind. Diese wird in der Iono­
die D-Schicht eintritt (siehe Bild 2.4) und je sphäre absorbiert und bewirkt dort eine zusätz­
höher die Elektronendichte in der Schicht ist. liche Ionisation, die sich besonders in der D­
Da sich die D-Schicht nur unter Sonnenein­ Schicht auswirkt. Mit der erhöhten Elektronen­
strahlung aufbauen kann und der Vorgang der konzentration der D-Schicht steigt deren
Rekombination sehr schnell verläuft, löst sie Absorptionsfähigkeit für Kurzwellen, die bis
sich bei Sonnenuntergang beinahe schlagartig zu deren Auslöschuns führen kann. Diesen
in wenigen Minuten auf. Die relativ geringen Extremfall nennt man Mögel-Dellinger-Effekt
Tagesreichweiten im 80- und teilweise. im 40- (MDE), manchmal auch SWF (eng!.: Short
m-Band sind auf die D-Schicht-Dämpfung zu­ Wave Fadeout). Die Kurzwellen-Funkverbin­
rückzuführen. Zur Fernausbreitung der Kurz­ dungen auf der Tagseite der Erde sind dann für
wellen über Reflexion kann die D-Schicht nichts die Dauer des Effekts unterbrochen. Gewöhn­
beitragen, sie ist ausschließlich als eine dämp­ lich dauert ein MDE weniger als 15 Minuten,
fende Schicht zu betrachten, die die Raumwel­ selten bis zu 45 Minuten und in Ausnahmefäl­
lenausbreitung behindert. len bis zu 2 Stunden. Verbunden mit ihm ist
eine Verbesserung des Langwellenempfanges
bei gleichzeitiger Vergrößerung des atmosphä­
2.3.2.2. Ionosphärenstörungen rischen Störpegels in diesem Bereich. Man
kann eine solche plötzliche Ionosphärenstö­
Störungen der Ionosphäre treten in mehr oder rung als eine erste Reaktion der Erdatmosphäre
weniger starker Form fast immer auf, sie sind auf das Erscheinen eines Flare betrachten.
die Auswirkungen einer erhöhten Sonnentätig­ Normalerweise kommt es dabei nicht bis zum
keit, welche primär an der Sonnenflecken­ MDE, sondern die Absorption der Kurzwellen
häufigkeit erkennbar ist. Der Aufbau der Iono­ in der Ionosphäre steigt mehr oder weniger
sphäre ist fast ausschließlich von der solaren heftig an bei gleichzeitigem Abfall der Re­
Ultraviolett- und Röntgen-Strahlung abhängig, flexionsfähigkeit, d.h., daß sich MUF und A.r
somit verursachen überdurchschnittlich starke plötzlich vermindern. Bei einem MDEdagegen
Strahlungsausbrüche dieser Art auch entspre- kann der Empfänger völlig »tot« sein, so daß

37
man an einen Empfängerdefekt glauben Funkamateur kann diese Feststellung zu seinem
möchte. Vorteil nutzen, indem er in den Tagen nach
SID sind im Sonnenfleckenmaximum am einem SID oder MDE die DX-Bänder beson­
häufigsten, sie treten nur an der Tagseite der ders häufig beobachtet.
Erde auf. Die Auswirkungen von Ionosplulrenstürmen
sind am Tage und in der Nacht vorhanden. Zu
Ionosphärenstürme Zeiten des Sonnenfleckenmaximums sind sie
Wie bereits in Abschnitt 2.3.1.2. beschrieben, intensiver, aber von kürzerer Dauer als im
kommt es über der Tagseite der Erde in einer Sonnenfleckenminimum.
Entfernung, die mehreren Erdradien entspricht, Die mit erdmagnetischen Störungen verbun­
zu komplizierten Wechselwirkungen zwischen denen Ionosphärenstörungen haben, besonders
dem Magnetfeld der Erde und dem solaren wenn sie Sturmstärke erreichen, noch Begleit­
Plasma, die eine Unruhe des Erdmagnetfeldes erscheinungen, welche die Kurzwellenausbrei­
hervorrufen. Diese Unruhe wird laufend meß­ tung mehr oder weniger stark beeinflussen. Ein
technisch registriert und in Magnetocrammen optisch eindrucksvolles Phänomen, das in hö­
ausgewertet. Stark vermehrte Korpuskular­ heren erdmagnetischen Breitengraden häufig,
strahlung wird im Magnetogramm als eine in mittleren Breiten aber nur selten zu beob­
besonders große Unruhe des Erdmagnetfeldes achten ist, bildet das Polarlicht, welches man
ausgewiesen, man bezeichnet sie dann als erd­ auch Aurora nennt. Es wird von den Polarlicht­
magnetischen Sturm oder kurz als Magnetsturm. Teilchen im Energiebereich von etwa 104 eV
Das vom Erdmagnetfeld abgelenkte solare hervorgerufen (eV = Elektronenvolt; 1 eV ist
Plasma dringt dabei auf verschiedenen Wegen die Energie, die ein Elektron beim Beschleuni­
vermehrt in die Erdatmosphäre ein und ver­ gen durch eine Spannung von 1 Volt gewinnt).
ursacht dort einen lonosphärensturm. Bei ihrem Eintritt in die Ionosphäre kommt es
Da das aus Protonen und Elektronen be­ durch Stoßionisation zu erheblichen Steige­
stehende solare Plasma, dessen Ausbruch eben­ rungen der Elektronendichte, die im Bereich
falls von einem intensiven Flare angezeigt wird, der E-Schicht Werte bis iiber 106 ejcm3 an­
die Erde erst nach einer Laufzeit von etwa 20 nehmen kann. Die elektrische Leitfähigkeit der
bis 40 Stunden erreicht, kann man oft damit ionisierten Gebiete nimmt dadurch beträcht­
rechnen, daß 1 bis 3 Tage nach einem MDE lich zu, und unter dem Einfluß elektrischer
oder intensivem SID ein von einem Magnet­ Felder entstehen mächtige Stromsysteme (Elek­
sturm begleiteter Ionosphärensturm einsetzt, der trojets), als deren Begleiterscheinung die Polar­
von erheblich längerer Dauer als die SID ist lichter gedeutet werden.
(mehrere Tage). In der Umgebung des Polarlichtes, am
Hauptmerkmale des Ionosphärensturms sind Radio-Polarlicht, kann eine Rückstreuung der
das Absinken der kritischen FrSchicht-Fre­ Kurzwellen erfolgen. Wenn allerdings der erd­
quenz bis auf die Hälfte des »normalen« Wer­ magnetische Störungsgrad zu hoch ist, werden
tes und Ansteigen der D-Schicht-Absorption. die Kurzwellen in dem im Polarlichtbereich
Insgesamt ist das Spektrum der noch brauch­ entstehenden Aurora-Absorptionsgebiet stark
baren Kurzwellenfrequenzen stark eingeengt, gedämpft. Das Absorptionsgebiet kann sich
nach oben durch die niedrige f"M und nach bei sehr starken erdmagnetischen Störungen
unten durch die starke D-Schicht-Absorption, bis in mittlere Breiten ausdehnen und die iono­
welche die längeren Kurzwellen bis zur Aus­ sphärische Kurzwellenausbreitung stark be­
löschung dämpft. Während der Sturmperiode, hindern.
die in Intensität und Dauer variiert, sind emp­ Das Radio-Polarlicht tritt am Tage und in
fangene Kurzwellensignale sehr schwach und der Nacht mit deutlichen Häufigkeitsmaxima
oft mit Platterfading behaftet. Bei einem schwe­ zwischen 01.00 und 03.00 sowie 17.00 und
ren Ionosphärensturm können »Blackouts« auf­ 19.00 Uhr Ortszeit auf. Es ist im Frühling und
treten, während deren Dauer Weitverbindun­ im Herbst am häufigsten. Die stärksten Polar­
gen (DX) in viele Gebiete der Erde unmöglich lichter sind im Sonnenfleckenmaximum zu
werden. Bemerkenswert ist die Beobachtung, erwarten.
daß kurz vor einem Blackout oft besonders Kurzwellenverbindungen über Po/ar/icht­
gute Weitverkehrsbedingungen bestehen. Der Rückstreuungen haben im Amateurfunk-

38
betrieb wenig Bedeutung. Sie könnten, beson­ nungen. Ihrer Struktur gemäß bezeichnet man
ders zu Zeiten des Sonnenfleckenminimums, sie anschaulicher als E,-Wolken. Sie treten sehr
das 10-, 15- und teilweise das 20-m-Band etwas unregelmäßig und örtlich begrenzt als wolken­
beleben. Von den 2-m-Amateuren werden artige, intensive Elektronenkonzentrationen in
Aurora-Bedingungen allerdings wie festliche Höhen zwischen etwa 100 km und 130 km auf.
Ereignisse erwartet (siehe Abschnitt 2.4.). In Größe, Bewegung, Geschwindigkeit und
Bei außergewöhnlich starken Sonnenerup­ Ionisationsdichte sind sie sehr unterschiedlich
tionen tritt eine vermehrte Strahlung auf, die und wechselhaft, ähnlich wie die meteorologi­
vorzugsweise aus Protonen und Alphateilchen schen Wolken. Man hat herausgefunden, daß
( = Heliumatomen) besteht. Es handelt sich in mittleren Breiten ihre Bewegungsrichtung vor­
dabei um schnelle Teilchen mit Energien zugsweise äquatorwärts zeigt; in Äquatornähe
oberhalb 109 eV, die man auch als »Höhen­ driften sie nach Westen. Weitere Beobachtun­
strahlung« oder »kosmische Strahlung« be­ gen, die sich auf das Erscheinen von E,-Wolken
zeichnet. Sie dringen nach einer Laufzeit von in mittleren Breiten beziehen, besagen:
15 Minuten bis zu einigen Stunden über die E,-Wolken erscheinen am Tage und in der
Magnetpolkappen in die Erdatmosphäre ein. Nacht; sie sind am späten Vormittag (etwa
In hohen geomagnetischen Breiten erfolgt da­ 10.00 Uhr Ortszeit) und in den frühen Abend­
durch eine erhöhte D-Schicht-Ionisation über stunden (etwa 19.00 Uhr Ortszeit) am häufig­
diesen Gebieten, die eine starke Absorption sten. Jahreszeitlich sind die Sommermonate
der Kurzwellen verursacht. Diese PCA-Effekte bevorzugt. Man glaubt festgestellt zu�haben,
(eng!.: Polar Cap Absorption) dauern im Mittel daß bei gestörtem Erdmagnetfeld das Erschei­
2-3 Tage, selten bis zu 10 Tagen. nen hochionisierter E,-Wolken in mittleren
Breiten merklich verringert ist, · außerdem
Die sporadische E-Schicht (E,-Schicht) scheinen sie in der Periode des Sonnenflecken­
Das Hauptmerkmal dieser E-Schicht ist, daß minimums intensiver zu sein als zu Zeiten des
sie ganz sporadisch vorkommt und sich von Sonnenfleckenmaximums.
normalen Ionosphärenschichten in Ausdeh­ Die Sprungdistanz bei Reflexionen an der
nung und Erscheinungsform wesentlich unter­ E,-Schicht kann maximal etwa 2000 km be­
scheidet. Da sie im Höhenbereich der E­ tragen. Auch Mehrfachsprünge kommen vor.
Schicht auftritt, grenzt man sie von dieser durch Wenn die kritischen Frequenzen sehr niedrig
die Bezeichnung sporadische E-Schicht oder liegen, so daß die DX-Bänder »tot« sind, ge­
kurz Es-Schicht ab. Über die Entstehungs­ lingen oft unerwartet Verbindungen über rela­
ursachen der E,-Schicht bestanden mehrere tiv kurze Entfernungen (Größenordnung etwa
Theorien, sie sind auch bis jetzt noch nicht 500 km) in bestimmte Gebiete, man nennt sie
völlig aufgeklärt. Short Skips (engl. : short sk:ip = kurzer Sprung).
Je nach der geografischen Breite, in der sie Sie sind auf Reflexionen an E,-Wolken zurück­
sich bewegt, muß man offenbar zwei Haupt­ zuführen.
formen der E, unterscheiden. Die erste baut Sehr häufig ist die Ionisationsdichte der E,­
sich im Gebiet der Polarlichtzone sowie einige Wolken groß genug, um Reflexionen bis zu
geomagnetische Breitengrade nördlich und süd­ 30 MHz zu ermöglichen. Bei außergewöhnlich
lich von ihr auf. Zur Unterscheidung kann man starker Ionisation, die allerdings selten ist,
sie als Polarlicht-E, bezeichnen. Sie korreliert können auch noch die 2-m-Wellen reflektiert
mit den erdmagnetischen Störungen und den werden. Die hin und wieder auftretenden Über­
Polarlichtern. Je stärker die erdmagnetischen reichweiten im VHF-Fernsehbereich sind teil­
Störungen zunehmen, desto mehr verschiebt weise eine Folge von E,-Reflexionen.
sich die Polarlicht-E, äquatorwärts. Sie ist inten­
siv ionisiert und deckt alle höhergelegenen
Schichten ab. 2.3.3. Allgemeingültige Regeln
Im Gegensatz zur Polarlicht-E, besteht bei für die Ausbreitung
den in den mittleren Breiten auftretenden spo­ in den Kurzweilen-Amateurbändern
radischen E-Schichten offensichtlich kein er­
kennbarer Zusammenhang mit Störungen des Der Funkamateur hat nicht die Möglichkeit,
Erdmagnetfeldes oder ihren Begleiterschei- den für die Fernausbreitung der Kurzwellen

39
entscheidenden Zustand der Ionosphäre zu bis 1000 km, die bei günstigen Ausbreitungs­
messen, und er könnte sich auch nicht die für bedingungen bis auf etwa 2000 km ansteigen
eine optimale Übertragung günstigste Frequenz können. Die tote Zone beträgt am Tage etwa
auswählen, da er an die einzelnen Amateur­ 100 km.
bänder gebunden ist. Durch häufige Band­ Besonders zu Zeiten des Sonnenfleckenmini­
beobachtung, gepaart mit einigem Wissen vom mums bestehen oft bereits in den späten Nach­
Ausbreitungsmechariismus, kann er sichjedoch mittagsstunden interkontinentale Verbindungs­
bald ein »Gespür« dafür aneignen, welche möglichkeiten, die aber wegen störender Nah­
Verbindungsmöglichkeiten ein
bestimmtes stationen nur selten genutzt werden können.
Kurzwellenband zu einem bestimmten Zeit­ Nachts- und insbesondere während der Winter­
punkt bietet. Diese Praxis ist au.ch nicht durch monate - vergrößert sich die Sprungdistanz,
langfristige Voraussagen und Regeln zur deren Maximum etwa um Mitternacht vorhan­
Brauchbarkeit der Kurzwellenamateurbänder den ist. Da Buropa dann in der toten Zone
zu ersetzen, denn sie können nur von einer liegt, können störungsfreie Funkverbindungen
»normalen«, relativ ungestörten Ionosphäre mit allen Kontinenten hergestellt werden. Ge­
ausgehen und sind deshalb immer mit dem ringste Dämpfung und damit größte Reich­
Unsicherheitsfaktor der ständig wechselnden weiten treten auf, wenn sich der gesamte Aus­
Sonnenaktivität behaftet. breitungspfad auf der Nachtseite der Erde be­
findet (Fehlen der absorbierenden D-Schicht).
Die atmosphärischen Störungen sind gerin­
2.3.3.1. Die Ausbreitung ger als im 80-m-Band, sie können jedoch be­
im 80-m-Amateurband sonders im Sommer die Verkehrsmöglichkeiten
erheblich beeinträchtigen.
Während der Tagesstunden können nur relativ
geringe Entfernungen überbrückt werden, weil
die 80-m-Welle von der D-Schicht stark absor­ 2. 3. 3. 3. Die Ausbreitung
biert wird. Im Winter sind die Tagesreichweiten im 20-m-Amateurband
etwas größer als im Sommer, maximal dürften
sie etwa 400 km betragen. Das20-m-Amateurband stellt das traditionelle
Mit dem Abbau der D-Schicht nach Sonnen­ DX-Band dar (DX = Verbindung über sehr
untergang wird die Dämpfung verringert, und weite, interkontinentale Entfernungen). Fast
die Reichweiten steigen an. Während der Nacht­ zu allen Zeiten läßt sich dieses Band »rund um
stunden können nicht selten mehr als 1000 km die Uhr« für den Verkehr mit anderen Konti­
überbrückt werden, sofern störende Nahstatio­ nenten benutzen; lediglich zur Zeit des Sonnen­
nen im sehr dicht besetzten Band und der im fleckenminimums ist das 20-m-Band. nur tags­
Sommer hohe atmosphärische Störpegel eine über und in den Dämmerungsperioden »offen«,
einwandfreie Verbindung zulassen. nachts bestehen dann keine Verbindungsmög­
Während der Wintermonate und besonders lichkeiten.
zu Zeiten des Sonnenfleckenminimums ist in Es tritt fast immer eine tote Zone auf, deren
den ersten Morgenstunden (vor Sonnenauf­ Sprungdistanz am Tage zu Zeiten geringer
gang) oft interkontinentaler Funkverke.hr mög­ Sonnentätigkeit etwa 1000 km beträgt; im
lich. Die dabei auftretende tote Zone von etwa Sonnenfleckenmaximum geht sie auf 400 km
1000 km Sprungdistanz bewirkt, daß Europa­ und weniger zurück. In den Sommermonaten
stationen nur innerhalb ihrer Bodenwellenreich­ ist dann zeitweise keine tote Zone mehr vor­
weite den Empfang stören können. handen.
Mit Eintritt der Abenddämmerung dehnt
sich die tote Zone rasch aus, die nächtliche
2.3.3.2. Die Ausbreitung Sprungdistanz kann dann im Maximum
im 40-m-Amateurband 4000 km betragen. Besonders günstige Bedin­
gungen sind gegeben, wenn ein Teil des Aus­
Auch im 40-m-Band ist die Dämpfung. durch breitungspfades über die Nachtseite der Erde
die Tages-D-Schicht noch erheblich, allerdings läuft.
erreicht man bereits normale Tagesreichweiten Für Buropaverbindungen ist das20-m-Band

40
nur während des Sonnenfleckenmaximums im 2.4. Die Ausbreitung
Sommer bedingt brauchbar. Atmosphärische
der Ultrakurzwellen
Störungen treten kaum in Erscheinung.
und ihre Besonderheiten

2.3.3.4. Die Ausbreitung Die Ultrakurzwellen nehmen im Spektrum der


im 15-m-Amateurband · elektromagnetischen Schwingungen den Be­
reich von 10 bis 1 m ein, entsprechend einem
Die Ausbreitungsbedingungen sind stark vom Frequenzbereich von 30 bis 300 MHz. Ultra­
Sonnentätigkeitszyklus abhängig. Während kurzwellen ( UKW) werden international als
des Sonnenfleckenmaximums ist das Band fast VHF (eng!.: Very High Frequencies) be­
durchgehend für den DX-Verkehr geöffnet. zeichnet.
Dabei können wegen der geringen Dämpfung Die Ausbreitung der Ultrakurzwellen nähert
mit kleinen Strahlungsleistungen sehr große sich bereits weitgehend der des Lichtes. Man
Entfernungen überbrückt werden. nennt sie deshalb auch quasioptische (dem
Zu Zeiten des Sonnenfleckenminimums ist Licht ähnliche) Wellen. In ihrer Gesamtheit
das Band bestenfalls in den Sommermonaten könnenjedoch nur die Bereiche der Dezimeter-,
tagsüber und meist nur kurzzeitig brauchbar. der Zentimeter- und der Millimeterwellen als
Nachts bestehen dann keine Fernverbindungs­ quasioptisch bezeichnet werden, während die
möglichkei'ten, in den Wintermonaten fällt das Ultrakurzwellen in ihrem langwelligen T�il das
Band ganztägig aus. Übergangsgebiet zu den Wellen, die dem Licht
Gelegentlich können Reflexionen an der ähnlich sind, darstellen.
sporadischen E-Schicht auftreten, es sind dann
Kontakte über Entfernungen von etwa 2000km
möglich. Atmosphärische Störungen beeinflus­
sen das 15-m-Band nicht. 2.4.1. Die quasioptische AusbreituDg
der Ultrakurzwellen

2.3.3.5. Die Ausbreitung DenFunkamateur interessiert in diesem Bereich


im I 0-m-Amateurband besonders das 2-m-Band (144 bis 146 MHz).
Abgesehen von seltenen Ausnahmefällen ist in
Das Band ist nur in Zeiten starker Sonnenakti­ diesem Frequenzgebiet eine ionosphärische
vität für Verbindungen über Raumwellenrefle­ Reflexion nicht mehr möglich.
xion brauchbar. Es bestehen dann während der Besonders gut eignen sich Ultrakurzwellen
Tagesstunden hervorragende DX-Mög]ich­ zur sicheren Überbrückung von Entfernungen
keiten, wobei selbst mit sehr kleinen Sender­ innerhalb der theoretisch möglichen optischen
leistungenWeitverbindungen hergestelltwerden Sichtweite. Innerhalb dieser Distanz treten
können. Es ist mit einer toten Zone von praktisch keine Feldstärkeschwankungen auf.
4000 km zu rechnen. Der Ausbreitungsweg und selbst mit kleinsten Senderleistungen ist
muß auf der Tagseite der Erde verlaufen, d.h., eine zuverlässigeFunkverbindung, unabhängig
bei Bandöffnung in den Morgenstunden sind von ionosphärischen oder meteorologischen
zunächst fernöstliche Stationen zu erreichen. Einflüssen, gewährleistet.
Bei maximaler Sonnenaktivität kann das Band Die tatsächlich jederzeit sicheren Reichwei­
im Sommer bis in die späten Abendstunden ten der 2-m-Welle gehenjedoch um mindestens
brauchbar sein. Die Abhängigkeit von der 15% über den optischen Horizont hinaus.
Sonnentätigkeit ist extrem. Neuere Forschungen erklären diese Krüm­
Zu Zeiten des Sonnenfleckenminimums fällt mung der Ultrakurzwellen zur Erdoberfläche
das 10-m-Band für Fernverbindungen völlig hin als eine Folge des mit der Höhe abnehmen­
aus. Lediglich durch Reflexionen an der spora­ den Brechungskoeffizienten der Luft. Er wird
dischen E-Schicht bestehen gelegentlich kurz­ bestimmt durch Wasserdampfgehalt, Druck
zeitige Verbindungsmöglichkeiten über mitt­ und Temperatur der Troposphäre. Die Ver­
lere Entfernungen. größerung der sicheren UKW-Reichweite über
den optischen Horizont hinaus wird durch die

41
Näherungsformel relative feuchte in %
25 50 70 1/)()
dfkrn = 4,13 · (.Jhttm + .Jhztm) (2.3.)

berücksichtigt.

d -sichere 2-m-Reichweite,
h1- Antennenhöhe des Senders über NN,
h2 - Antennenhöhe des Empfängers über NN.

Dieser Formel liegt der sogenannte Vier­


drittel-Radius der Erde zugrunde, d.h., es wird I
nicht mit dem tatsächlichen mittleren Erdradius I
I
von 6370 km gerechnet, sondern mit einem um I
ein Drittel vergrößerten effektiven Erdradius relative.--�
von etwa 8500 km. feJlchfe 1
3
I
I
I
2.4.2. Überreichweiten der Ultrakurzwellen 2 I
I

Mitunter werden im UKW-Bereich Überreich­


weiten beobachtet (bis 1000 km und mehr), die
rhff���fc)�dk�7 )
I
sich mit der normalen Überhorizontausbrei­ I

tung nicht erklären lassen. Solche Besonder­ -110 -JP -20 -10 o +70 +2(]
heiten können verschiedene Ursachen haben, Temperatur in •c
sie ergeben sich aber am häufigsten durch be­ Bild2.8
sondere Zustände in der Troposphäre. Beispiel für den Verlauf von Temperatur und relativer
Feuchte in der Troposphäre bei Bildung einer Inversion

2.4.2.1. Troposphärisch bedingte


Überreichweiten Die Inversionsschichten befinden sich in ver­
hältnismäßig geringer Höhe über der Erde.
Die Temperatur der Troposphäre fällt im all­ Entweder sind es Bodeninversionen in Erdboden­
gemeinen mit zunehmender Höhe, und zwar nähe (geringe Überreichweiten) oder Höhen­
um 6 bis 8 K je 1000 m Anstieg (s. Bild 2.1). inversionen in Höhen bis zu einigen tausend
Infolge von Luftbewegungen und sonstigen Metern (große Überreichweiten).
meteorologischen Einflüssen kann jedoch die Aus Bild 2.9 ist zu ersehen, daß im Fall
Änderung der Lufttemperatur sowie der rela­ des direkten Übertragungsweges nur solche
tiven Feuchte sehr sprunghaft und dadurch vom Wellenzüge die Gegenstation (Empfänger I) er­
Normalverlauf abweichend erfolgen (Bild 2.8). reichen, die in. einem möglichst flachen Winkel
Eine solche Te mp eratu rumkehr - auch Inversion annähernd tangential zur Erdoberfläche ab­
genannt -bedeutet einen Wechsel in der Luft­ gestrahlt werden. Läßt der Zustand der Tropo­
dichte. Dabei bildet die Warmluft ein dünneres sphäre eine Krümmung der Wellen und damit
Medium als die Kaltluft. Überreichweiten zu, so ist ebenfalls ein sehr
Das Brechungsgesetz der Optik besagt, daß flacher Abstrahlwinkel (Übertragungsweg zum
ein Lichtstrahl beim Übertritt aus einem op­ Empfänger II) erforderlich. Daraus geht her­
tisch dichten Medium in ein optisch dünneres vor, daß Antennen mit guten Bündelungseigen­
Medium vom Lote weg gebrochen wird, da­ schaften in der H-Ebene besonders vorteilhaft
gegen beim Eintritt in ein optisch dichteres für die Erzielung großer Reichweiten sind.
Medium eine Brechung zum Lote hin erfährt. Ein besonderes Phänomen ist die seltene
Auch die Ultrakurzwellen verhalten sich bei troposphärischeSchlauchübertragung (englisch:
Dichteänderungen des Ausbreitungsmediums tropospheric ductpropagation oder kurz duc­
wie Lichtstrahlen. Beim Eintritt in eine Inver­ ting). Sie kann entstehen, wenn mehrere Inver­
sionsschicht erfährt die Wellenfront eine sionsschichten llbereinander liegen. Ein Funk­
Krümmung zur Erdoberfläche hin (Bild 2.9). strahl, der zwischen diese Schichten gelangt,

42
Bild2.9
Die Ausbreitung der
Ultrakurzwellen in
der Troposphäre

Inversion li

Invers11m

Bild2.10
Die troposphärische Schlauch­
übertragung; a- Schlauchüber­
tragung zwischen 2 Inversions­
schichten, b - Schlauchüber­
tragung zwischen Erdoberfläche
und einer Bodeninversionsschicht

wird so lange von einer zur anderen Schicht 2.4.2.2. Überreichweiten durch Streustrahl­
reflektiert, bis die untere Schicht »Löcher« übertragung
zeigt (Bild 2.10a). Dieser Fall ist dadurch ge­
kennzeichnet, daß Verbindungen nur mit weit In der hohen Troposphäre, vorzugsweise bei
entfernten Stationen in einem oft sehr eng be­ etwa 10 km Höhe, finden intensive Vertikal­
grenzten Raum möglich sind. Dazwischen befin­ bewegungen der Luft, sogenannte Ausgleichs­
det sich eine empfangstote Zone. Die Schlauch­ vorgänge, statt. Diese Durchmischung von
übertragung kann sich aber auch zwischen der Luftströmungen mit unterschiedlichen Tempe­
Erdoberfläche und einer sehr weitreichenden raturen verursacht eine dauernde Turbulenz.
Bodeninversionsschicht ausbilden (Bild 2.10b). Es entstehen dabei parasitäre lnhomogenitäten
Kennzeichnend für diese Art des ducting ist, -man könnte sie auch als Luftschlieren bezeich­
daß es auf dem Ausbreitungsweg keine emp­ nen -, die sich von den sie umgebenden Luft­
fangstoten Zonen gibt. Ist der Brechungsindex teilchen hinsichtlich Temperatur, Druck und
in der Troposphäre so groß, daß ein parallel Feuchtigkeit unterscheiden (Bild 2.11 ). Läuft
zur Erdoberfläche abgestrahlter Wellenzug wie­ die Wellenfront durch das Gebiet dieser In­
der zur Erdoberfläche reflektiert wird, dann homogenitäten, so wird ein geringer Bruchteil
spricht man von Super-Refraktion. Es erfolgt der Strahlung diffus zerstreut. Da die gestreuten
dabei eine totale Reflexion an einer Inversions­ Wellen in verschiedenen Richtungen ausein­
schicht, ähnlich dem Vorgang, der bei Kurz­ andergehen, gelangt ein Teil dieser Wellen hin­
wellen an den Schichten der Ionosphäre auf­ ter der Grenze der direkten Sicht wieder zur
tritt. Erdoberfläche. Diese Restfeldstärke ist außer-

43
wärme in etwa 100 bis 200 km Höhe. Nur ein
ganz geringer Teil dieser Meteoriten ist so groß,
daß bei ihrer Verbrennung in der Atmosphäre
eine sichtbare Leuchispur (Sternschnuppe) ent­
steht. Äußerst selten haben Meteoriten ge­
nügend Masse, um in der Atmosphäre nicht
restlos zu verbrennen.
Es werden 2 Gruppen von Meteoriten unter­
schieden. Die !.Gruppe ist im Weltraum
immer vorhanden und dort sporadisch verteilt.
Sie bewegen sich ziellos und mit unterschied­
Bild 2.11
lichen Geschwindigkeiten. Die Meteoriten der
Die Streuung hochfrequenter Wellen in der Troposphäre
2. Gruppe bewegen sich auf einer bestimmten
Bahn in gleicher Richtung und mit gleicher
ordentlich gering, zeigt aber eine gewisse Kon­ Geschwindigkeit. Es sind die Meteorströme -
stanz. auch Meteoritenschauer genannt-, die die Erd­
Bei der troposphärischen Streustrahlüber­ bahn in periodischen Zeitabständen kreuzen.
tragung (tropospheric scatter) verwendet man Ein in derAtmosphäre verbrennenderMeteor
Frequenzen zwischen etwa 100 und 1000 MHz hinterläßt nicht nur eine Leuchtspur, er erzeugt
(vorzugsweise um 500·MHz). Dabei kann die vor seiner endgültigen Verdampfung auch einen
Funkfeldlänge bis 800 km (manchmal auch IonisationskanaL Dieser ionisierte Schweif ist
1000 km) betragen. Die Empfangsqualität ist sehr kurzlebig, da er sich in der dünnen Atmo­
gering, und es tritt eine Bandbreitenverringe­ sphäre schnell ausbreitet und dadurch zerstreut.
rung des zu übertragenden Signals auf. Die Im Zustand der Konzentration trittjedoch eine
Bandbreitenverringerung wird durch irreguläre so intensive Ionisation auf, daß die Ultrakurz­
Phasenverschiebungen der aus verschiedenen wellen am Ionisationskanal reflektiert werden
Streubereichen zum Empfänger gelangenden können. Je größer der fallende Meteor, desto
Wellen hervorgerufen. Durch Lageverände­ mächtiger und damit langlebiger ist dessen
rungen der Streuzellen in der Troposphäre IonisationskanaL
entstehen außerdem mehr oder weniger tiefe Die Funkübertragung durch Meteorscatter
Schwundeinbrüche. wird im kanadischen Janet-Verfahren kom­
Stabilere Funklinien erhält man durch die merziell genutzt. Auch die 2-m-Amateure be­
ionosphärische Streustrahlübertragung (engl.: schäftigen sich mit diesem Übertragungsver­
ionospheric scatter). In diesem Fall nutzt man fahren. Sie stützen sich dabei nicht auf Zufalls­
eine gewisse Streuung an den unteren Iono­ erfolge, die durch sporadisch auftretende
sphärenschichten in einer Höhe von annähernd Meteore verursacht werden können, sondern
100 km aus. Dabei werden Frequenzen zwi­ nutzen die periodisch auftretenden Meteoriten­
schen 25 und 60 MHz verwendet. Die Funk­ schwärme. Da deren Bahn und Geschwindig­
feldlänge beträgt 1000 bis 2500 km. Bei gerin­ keit größtenteils bekannt ist, kann man den
geren Entfernungen als I 000 km nimmt die Zeitpunkt, zu dem sich die Erdbahn mit der
Feldstärke der Streustrahlung stark ab. Meteoritenbahn kreuzt, ziemlich genau voraus­
berechnen (Bild 2.12).
Da die reflektierenden Ionisationskanäle
2.4.2.3. Die Reßexion von Ultrakurzwellen von Meteorbahnen nur kurzlebig sind, ergeben
an Meteorbahnen (Meteorscatter) sich über Meteorscatter auch nur sehr kurz­
zeitige Verbindungsmöglichkeiten. Erst wenn
Die Erde kommt auf ihrer Bahn laufend mit eine Vielzahl einfallender Meteoriten ständig
einer unvorstellbar großen Anzahl meist kleiner, neue reflektierende Ionisationskanäle schafft,
staubförmiger Meteoriten in Kollision. Die treten sogenannte Bursts mit einer Dauer von
Meteoriten dringen mit teilweise sehr hoher mehreren Sekunden bis zu etwa 2 min auf. Eine
Geschwindigkeit (bis zu 72 km je s) in unsere darüber hinausgehende zusammenhängende
Atmosphäre ein, sie verdampfen und ver­ Verbindungsmöglichkeit gibt es nur selten.
brennen im allgemeinen durch die Reibungs-

44
=-�·--:�.:_:.-<·:· :_·:.:· 0
Sonn& langlebige Eruptionsgebiete stehen nach dieser
. Zeit wieder am gleichen Sonnenort. In der
:�·: .

Periode des Sonnenfleckenmaximums ist das

.· ·.
. . ·::: ·.:· s�;;d,�h-�r�_::.-: ::.:· :: : . .. Radio-Polarlicht am häufigsten und am inten­
IBdfe M�feore sivsten.
Ed
• • . - • • • • •

�-,.:·.; ; dumlaufbahn:
� i-�-�:��Li'�. ,/--�:��--;�:�·E�Ir�f. 2.4.2.5. Die Reftexion von Ultrakurzwellen
an der sporadischen E-Scbicbt

�j.,�e��������??T·: ��/i':/<' //.� Das Auftreten sporadischer E-Schicht· Wolken


wurde in Abschnitt 2.3.2.2. bereits beschrieben.
Bild2.12
Ihre Ionisationsdichte ist sehr unterschiedlich
Meteorstrom- und Erdumlaufbahn
und nur in seltenen Ausnahmefällen so groß,
daß auch noch die 2-m-Welle reflektiert werden
2.4.2.4. Die Reflexion von Ultrakurzwellen kann. Da die Reflexion in etwa 100 bis 150 km
am Polarlicht Höhe stattfindet, läßt sich errechnen, daß die
Str;lhlung annähernd 900 bis 2000 km vom Sen­
Der Entstehungsmechanismus des Polarlichtes
der entfernt wieder zur Erdoberfläche gelangt.
wurde in Abschnitt 2.3.2.2. dargestellt. Das in
Die bei einer E.-Verbindung auftretende
der Umgebung des sichtbaren Polarlichtes auf­
Dämpfung ist sehr gering, so daß mit kleinen
tretende Radio-Polarlicht ist häufig so stark
Senderleistungen und einfachen Antennen ge­
ionisiert, daß auch noch die 2-m-Welle reflek­
arbeitet werden kann. Da sich die E5-Wolken
tiert werden kann. Die Polarlicht-E-Schicht wird
mehr oder wenfger schnell fortbewegen, sind
in einer Höhe von durchschnittlich mehr als
die Verbindungen rein zufällig und von kurzer
100 km (siehe Bild 2.2) reflektiert, wobeijedoch
Dauer. Wenn in den VHF-Ferns hbereichen�
die Senkrechtbedingung erfüllt sein muß. Sie ist
und im UKW-Rundfunk große Überreich­
erfüllt, wenn die 2-m-Welle mit einem Einstrahl­
weiten auftreten, bestehen Aussichten für 2-m·
winkel von 90° ± 2 ... 3° auf die Ionisations­
E1-Verbindungen.
zentren der Polarlicht-E-Schicht trifft.
Die Struktur der Polarlicht-E-Schicht ist sehr
inhomogen, daher erfolgt auch die Reflexion 2.4.2.6. Die UKW-Ausbreitung über
völlig diffus. Aus diesem Grund sind die Signale Mondreflexionen und Satelliten
bei einer »Aurora- Verbindung« unverkennbar
raub und verbrummt, begleitet von einem Zi­ Der als EME-Technik (Erde-Mond-Erde­
schen und Fauchen, so daß nur Telegrafie (be­ Technik) bezeichnete Ausbreitungsweg geht
dingt auch SSB) brauchbar ist. Während des von der Erkenntnis aus, daß Ultrakurzwellen
Bestehens eines Radio-Polarlichtes verändern die unseren Planeten umhüllenden Iono­
sich die Aurora-Ausbreitungsbedingungen inter­ sphärenschichten durchstoßen und sich imWelt­
vallartig. raum weiter ausbreiten. Bereits 1946 gelang es,
Südlich des 50. Breitengrades bestehen in mit einem umgebauten Radargerät bei einer
Mitteleuropa kaum noch Aussichten, Aurora­ Frequenz von 111,5 MHz, die vom Mond re­
Verbindungen durchzuführen. Die Möglich­ flektierten Impulse wieder zu empfangen. Die
keiten wachsen mit steigender Breite, sie sind erste Amateurzweiwegverbindung über Mond­
in den skandinavischen Ländern recht häufig. reflexion wurde am 21 Juli 1960 zwischen
.
Tageszeitlich besteht ein Häufigkeitsmaximum W6HB (San Carlos/Kalifornien) und WIBU
zwischen 17.00 und 19.00 Uhr Ortszeit, ein (Medfield/Massachusetts) auf 1296 MHz ab­
zweites, weniger ausgeprägtes Maximum kann gewickelt. Auf beiden Seiten kamen Parabol­
gegen Mitternacht auftreten. Eine jahreszeit­ spiegelantennen und Senderleistungen von
liche Häufigkeit besteht in den Monaten März 400 W zum Einsatz. Die Stationen waren
und April sowie September und Oktober. 4320 km voneinander entfernt und konnten
Außerdem wurde eine Wiederholungsneigung über einen Umweg von etwa 768000 km mit­
nach etwa 27 Stunden und nach 27 Tagen fest­ einander in Verbindung treten. 1964 folgten
gestellt. Letztere beruht auf der Sonnenrotation, eine ganze Reihe von geglückten Amateurver-

45
suchen im 2·m-Amateurband und auf dem der durch Interferenz mehrerer Wellen entsteht,
70-cm-Band, bei denen mehrere Verbindungen die auf verschiedenen, sich ändernden Wegen
zwischen Europa und dem amerikanischen Kon­ vom Sender zum Empfänger gelangen. Die
tinent über Mondreflexion zustande kamen. dabei auftretenden Laufzeitunterschiede ver­
Die Durchführung der EME-Verbindungen ursachen Phasenverschiebungen, die -je nach
erfordert einen. hohen technischen Aufwand. Phasenlage - die Empfangslautstärke steigen
Für manche kommerzielle Anwendungen ist oder sinken lassen. Man bezeichnet den Mehr­
auch die relativ große Signallaufzeit von an­ wegeschwund deshalb oft auch als Interferenz­
nähernd 5 s zu groß. fading. Ein Mehrwegeschwund, von dem das
Besondere Perspektiven der Übertragungs­ gesamte Übertragungsband ungleichmäßig be­
wege im VHF-Bereich eröffnen die Erdsatel­ troffen ist und der bei verschiedenen Frequen­
liten. Sie werden als künstliche Trabanten zen unterschiedlich abläuft, wird Selektiv­
unserer Erde auf eine vorausberechnete Bahn schwwui (englisch: selective fading) genannt.
gebracht. Neben Funksatelliten, die der wis­ Beim Selektivschwund treten starke Verzerrun­
senschaftlichen Forschung dienen (z.B. OS­ gen auf, wenn die Trägerfrequenz so weit ge­
CAR), gibt es solche, die für die interkonti­ schwächt wird, daß eine einwandfreie Demodu­
nentale Übertragung von Fernsehsendungen lation nicht mehr möglich ist (Trägerschwund).
eingesetzt sind (MOLN/JA 1, TELSTAR, Beim Einseitenbandverfahren (SSB) treten
SYNCOM). diese Verzerrungen jedoch nicht auf (Träger­
In neuerer Zeit verliert der VHF-Bereich für zusatz im Gerät).
kommerzielle Funkverbindungen über künst­ Der Absorptionsschwund (englisch: absorp­
liche Erdsatelliten an Bedeutung; man geht tion fading) entsteht durch die zeitliche Ände­
mehr und mehr auf höhereFrequenzen im UHF­ rung der Absorption im Ausbreitungsmedium,
und SHF-Bereich (300 bis 3000 MHz bzw. beispielsweise durch Dämpfung in der D­
3 GHz bis 30 GHz) über. Es kann in diesen Schicht. Man nennt ihn deshalb oft auch Dämp­
Bereichen mit größeren Bandbreiten und folg­ fungsschwund.
lich mit größeren Nachrichtenströmen gearbei­ Durch Drehung der Polarisationsrichtung im
tet werden. Ausbreitungsmedium, insbesondere in der
Passive Funksatelliten bestehen vorwiegend Ionosphäre, entsteht der Polarisationsschwund
aus großen Ballons, deren Außenhaut metalli­ (englisch: polarization fading). Er tritt im
siert ist (z.B. Ballon ECHO). Dadurch haben Kurzwellenbereich häufig auf, da hier die Wel­
sie ein gutes Reflexionsvermögen für quasi­ len in der Ionosphäre praktisch immer Polari­
optische Wellen und wirken als passive Reflek­ sationsänderungen erleiden.
toren. Bei den aktiven Funksatelliten handelt Vom Beugungsschwund (englisch: diffraction
es sich um künstliche Erdtrabanten, die durch fading) sind vor allem Verbindungen im V HF­
eine elektronische Einrichtung Funksignale und UHF-Bereich betroffen. Er wird durch
von der Erde aufnehmen und auf einer anderen Schwankungen der Beugungsfeldstärke verur­
Frequenz wieder abstrahlen. Teilweise arbeiten sacht, die durch zeitliche Änderungen des
diese aktiven Funksatelliten auch mit elektro­ Brechwertgradienten in der bodennahen At­
nischen Speichereinrichtungen. Die gespeicher­ mosphäre entstehen.
ten Funksignale werden erst nach Ablauf einer
bestimmten Zeit wieder abgestrahlt.
2.5.1. Schwundminderung

2.5. Schwunderscheinungen (fading) Geringe bis mittlere Schwundtiefen werden von


der automatischenVerstärkungsregelung(AVR)
Unter Schwund (englisch: fading) versteht man moderner Empfänger meist unbemerkt aus­
die ausbreitungsbedingten zeitlichen Schwan­ geregelt. Sehr tiefe Schwundeinbrüche erfor­
kungen der Empfangsfeldstärke bei festen dern aufwendigere Gegenmaßnahmen, die sich
Sende- und Empfangspunkten. Für den im allgemeinen nur die kommerzielle Technik
Schwund gibt es unterschiedliche Ursachen. leisten kann. Sie werden mit dem englischen
Im Kurzwellenbereich tritt häufig ein Mehr­ Sammelbegriff diversity (deutsch: Verschieden­
wegeschwund (englisch: multipath fading) auf, heit) gekennzeichnet, und man versteht dar-

46
unter die Verminderung der Schwundauswir­ Frequenzbereichen,. Internationale Elektro­
kungen durch Ausnutzung mehrerer Übertra­ nische Rundschau, Berlin (1975), Heft 6, Seiten
117 bis 120
gungsmöglichkeiten.
Hü ter, W.: Die Ionosphäre, Methoden und Ergeb­
Beim Po/arisationsdiversity empfängt man
nisse ihrer Erforschung, Handbuch für Hoch­
mit Antennen für verschieden polarisierte Wel­
frequenz- und Elektrotechniker, Band 111, Ber­
len (z. B. horizontal und vertikal polarisiert). lin 1954
Werden mehrere räumlich distanzierte An­ Kochan, H.: Einfluß der solar-terrestrischen Be­
tennen eingesetzt, spricht man von Raumdiver­ ziehungen auf die Rückstreuausbreitung im
sity, und bei der Verwendung mehrerer Radio­ 2-m- und 10-m-Band, cq-DL, Baunatal 45
frequenzen liegt Frequenzdiversity vor. Die (1974), Heft 6 und 7, Seiten 346 bis 350, 386 bis
391
Winkeldiversity setzt man hauptsächlich bei
Kriiger, A./Richter, G.: Radiostrahlung aus dem
der Streustrahlübertragung (Scatter) ein. Hier
All, Urania-Verlag, Leipzig-Jena-Berlin 1968
ermöglichen scharfbündelnde Sende- und Emp­ Ümge, H.: IQSV- Internationale Jahre der ruhi­
fangsantennen, deren Hauptkeulen jeweils um gen Sonne, Elektronisches Jahrbuch, Deutscher
kleine Winkel gegeneinander versetzt sind, die Militärverlag, Berlin 1966
Verbindung über verschiedene Streuvolumina. Lange-Hesse, G.: Die Ionosphäre und ihr Einfluß
Nach dem Prinzip der Winkeldiversity arbeitet auf die Ausbreitung kurzer elektrischer Wellen,
auch das MUSA-System (englisch: Multiple »DL-QTC«, 1955, Heft 9 bis 12; 1956, Heft 1
bis 3, W.Körner-Verlag, Stuttgart
Unit Steerable Antenna). Es ist eine Mehrfach­
Lange-Hesse, G.: Kurzwellen- und Ultrakurz­
antennenanordnung mit steuerbarer Riebt­
wellen-Verbindungen durch ÜbertragUflg am
charakteristik. Ausgehend von der Erschei­ Polarlicht, »DL-QTC«, 1957, Heft 6 und 7,
nung, daß interferierende Wellenzüge die An­ W.Körner-Verlag, Stuttgart
tenne meistens unter unterschiedlich wech­ Morgenroth, 0.: Radioastronomie, Elektronisches
selnden Einfallswinkeln erreichen, wird diese Jahrbuch, Deutscher Militärverlag, Berlin 1966
mit einer in der Vertikalen schwenkbaren Peuker, H.: UKW-Funkamateure benutzen den

Riebtcharakteristik ausgestattet, die sich auf Mond als Reflektor für Funkwellen, Elektro­
nisches Jahrbuch, Deutscher Militärverlag,
de11 Einfallswinkel der jeweils am stärksten an­
Berlin 1966
kommenden Wellenzüge einstellt.
Rothamme/, K.: Die Ultrakurzwellen, Reihe »Der
Standortdiversity verwendet man im Erde­ praktische Funkamateur«, Band 15, Deutscher
Weltraum-Funk, indem mehrere großräumlich Militärverlag, Berlin 1961
getrennte Erdefunkstellen eingesetzt werden. Streng, K.-K.: Transkontinentales Fernsehen über
Synchronsatelliten, Elektronisches Jahrbuch,
Deutscher Militärver.lag, Berlin 1966
Literatur zu Abschnitt 2. Wisbar, H.: Die normale Fernübertragung an der
(I] Lehmann, H.R./Rustenbach, J: AUOS-MAG­ F2-Schicht im Wellenbereich 28 MHz-52 MHz,
IK 18 - Ein Satellit der Interkosmos-Familie, speziell in Richtung Ost-West, cq-DL, Baunatal
URANIA, Leipzig, 57 (1981) 7. Seiten 46 bis 49 50 (1979) Heft II, Seiten 496 bis 499
Autorenkollektiv: electronicum, Seiten 112 bis Wisbar, H.: Wellenstreuung und meteoride Ein­
"124, Deutscher Militärverlag, Berlin 1967 flüsse auf kurzen und den benachbarten ultra­
Beckmann, B.: Ausbreitung elektromagnetischer kurzen Wellen, Archiv für elektrische Übertra­
Wellen, 2.Auflage, Akademische Verlags­ gung, AEÜ (1956) Heft II, Seiten 343 bis 352
gesellschaft Geest & Portig KG, Leipzig 1948 Wisbar, H.: Über das Auftreten und Verhalten
Beckmann, P.: Die Ausbreitung der ultrakurzen der sporadischen E-Schicht während des Son­
Wellen, Akademische Verlagsgesellschaft Geest nenfieckenmaximums, FREQUENZ, Berlin 16
& Portig KG, Leipzig 1963 (1962) Heft 6, Seiten 216 bis 222
Bö/te, D.: Die Ausbreitung der Funkwellen im Wisbar, H.: Überhorizont-Ausbreitung ultrakur­
UKW-Bereich, Funkamateur 25 (1976), Heft 12, zer Wellen und Probleme der Nachrichten-Satel­
Seite 613 bis 615, Militärverlag der DDR, Berlin liten, Funk-Technik, Berlin, 17 (1962) Heft 17,
Czechowsky, P.: Rückstreuung von Radio-Wellen Seiten 568 bis 570, und Heft 18, Seiten 604 bis 606
an Polarlichtern, cq-DL, Baunatal 45 (1974), Wisbar, H.: Vor 50 Jahren Nachweis von »Mehr­
Heft 10 und II, Seiten 601 bis 605, 666 bis 669 fach-Sprüngen« in der Ausbreitung kurzer Wel­
Dieminger, W./Rättger, J.: Transäquatoriale Kurz­ len, cq-DL, Baunatal 50 (1979) Heft 5, Seite 211
wellenverbindungen, cq-DL, Baunatal 46 (1975), ... : Begriffe aus dem Gebiet der Ausbreitung
Heft 2, Seiten 84 bis 88, und Heft 3, Seiten 145 elektromagnetischer Wellen (NTG 1402), Nach­
bis 147 richtentechnische Zeitschrift 30 (1977) Heft 12,
Heer, M.: Wellenausbreitung in den einzelnen Seiten 937 bis 947

47
3. Wirkungsweise und Eigenschaften von Antennen

Das Wort Antenne kommt aus der Zoologie. halben Wellenlänge (Ä/2) der jeweils verwende­
Dort werden mit antennae (lat.) lange dünne ten Frequenz entspricht. In diesem Fall befin­
Insektenfühler bezeichnet. det sich der Dipol in Resonanz mit der Wellen­
EineAntenne hat dieAufgabe, aus einem vor­ länge (Bild 3.1). Der Ausdruck Dipol bedeu­
handenen elektromagnetischen Feld Energie tet Zweipol und kennzeichnet, daß der Halb­
zu entnehmen (Empfangsantenne) oder die von wellenstrahler in seiner geometrischen Mitte
einem Hochfrequenzgenerator (Sender) ge­ aufgetrennt ist. An den dort entstehenden »2
lieferte Energie in Form elektromagnetischer Polen«, den Speisepunkten xx, kann man die
Wellen auszustrahlen (Sendeantenne). Nach Speiseleitung bzw. den Sender oder den Emp­
demReziprozitätstheorem kann man die gleiche fänger anschließen.
Antenne zum Empfangen und zum Senden ver­
wenden, ihre charakteristischen Eigenschaften
und Kenngrößen bleiben in beiden Fällen sinn­ 3.1.1. Die Strom- und Spannungsverteilung
gemäß die gleichen. Man spricht deshalb auch auf einem Halbwellenstrahler
von reziproken Antennen. Bei späteren Erklä­
rungen wird aus Gründen der Anschaulichkeit Ein gestreckter elektrischer Leiter (z. B. ein
vorwiegend der Sendefall einer Antenne zu­ Draht, Stab oder Rohr) weist eine bestimmte
grunde gelegt und deshalb die Antenne oft Induktivität und Kapazität auf, die gleichmäßig
kurz als Strahler bezeichnet. über die Leiterlänge verteilt sind. Bild 3.2a
soll das verdeutlichen, indem in den Leiter
gleichmäßig verteilte Induktivitäten L1 bis L1
3.1. Der Halbwellendipol mit den zugehörigen Kapazitäten sowie die über
den Leiter verteilten Kapazitäten C1 bis C4
Das einfachste und gleichzeitig am stärksten eingezeichnet sind. Es wird vorausgesetzt, daß
verbreitete Resonanzgebilde in der Antennen­ in einem bestimmten Augenblick alle Konden­
technik ist der sogenannte Halbwellendipol. Er satoren eine bestimmte Ladung (Spannungs­
bildet· das Grundelement fast aller Antennen­ potential) haben. Die Kondensatoren entladen
formen und wird auch als Bezugsantenne für sich nun über die Induktivitäten in ihrem Be­
die vergleichende Kennzeichnung des Anten­ reich. Dabei fließt jeweils ein Strom, und es
nengewinnes verwendet. Um die Eigenschaften entsteht ein entsprechendes magnetisches Feld.
und die Wirkungsweise von Antennen verste­ Der Ladungsausgleich von C4 über L4 ver­
hen zu können, muß man sich zuerst mit der ursacht einen Strom /4, C3 entlädt sich über
Theorie des Halbwellendipols beschäftigen. L3, L4 und L5 mit dem Strom /3, C2 gleicht
Wie schon der Name sagt, hat der Halbwel­ seine Ladung über L2 bis L6 aus, dabei fließt
lendipol eine Längenausdehnung, die etwa der der Strom 12• Schließlich erfolgt die Entladung
von C1 über L1 bis L7 mit I1• Daraus folgt, daß
in Strahlermitte der größte Strom fließt, die
Summe von /1 bis /4• Zu den Strahlerenden
hin wird der Strom immer geringer, an den
X X Enden des Leiters ist kein Stromfluß mehr vor­
Spcisi/unkfa handen. In Bild 3.2 b sind zur besseren Verdeut­
Bild 3.1 lichung die Ströme /1 bis /4 noch einmal in
Der Halbwellendipol anderer Form aufgetragen. Durch den Strom-

48
r;
+ Iz
II •I I'a
1 I +
I I I
I I I I�
I I
I •
I 1 '
"
I I "
I I \
I I \
I
I ,I .
\

I
,;1
' Spannung\1
I
I
I
a) b) c}
Bild 3.2 Die Stromverteilung auf einem Halbwollenleiter

fluß bauen sich um die Induktivitäteil magne­ Spannung nicht völlig »Null« wird. Ebenso
tische Felder auf, die eine erneute Aufladung verhält es sich mit dem Strom an den Strahler­
der Kapazitäten bewirken, in diesem Fall je­ enden, der als Folge des sogenanntel'l" End­
doch mit entgegengesetzter Polarität. Das Vor­ effektes dort ebenfalls nicht restlos verschwin­
zeichen der Spannung hat sich geändert. Der det. Man spricht deshalb zutreffender von
Vorgang wiederholt sich nun wieder in um­ Spannungsminimum und Stromminimum.
gekehrter Richtung, wie das in Bild 3.2b durch
die Ströme /1 bis h angedeutet wird. Aus die­
ser vereinfacht konstruierten Darstellung läßt 3.1.2. Die Impedanz der Antenne
sich die in Bild 3.2c wiedergegebene Strom­
und Spannungsverteilung eines resonanten Mit der VerteilUng von Strom und Spannung

Halbwellenstrahlers ableiten. auf einem Strahler erhält man gleichzeitig

Zwischen der Spannung und dem Strom einen Überblick über die Widerstandsverhält­

besteht eine Phasenverschiebung von 90°, wäh­ nisse. Vom Ohmsehen Gesetz her ist bekannt,

rend der Phasenunterschied der Spannung an daß aus Spannung und Strom ein bestimmter

den Strahlerenden I 80° beträgt. Widerstand resultiert

Aus der Strom- und· Spannungsverteilung Spannung


=Widerstand.
auf einem Halbwellenstrahler kann man weiter­ Strom
hin entnehmen, daß in der Strahlermitte der
Bei gegebener Leistung kann deshalb der
Strom ein Maximum hat (Strombauch), wäh­
Scheinwiderstand (Impedanz) eines resonanten
rend dort gleichzeitig der Nulldurchgang der
Strahlers für jeden Punkt auf dessen Länge
Spannung liegt (Spannungsknoten). An den
durch das Verhältnis zwischen Spannung und
Strahlerenden findet man umgekehrte Ver­
Strom an diesem Punkt definiert werden.
hältnisse vor: Spannungsmaximum fällt mit
Dieser Widerstand ist im Resonanzfall reell,
einem Stromnull zusammen. Aus der Span­
außerhalb der Resonanz wird er mit einem
nungsverteilung erklärt sich ferner, daß Halb­
wellenelemente häufig in ihrer geometrischen
Blindanteil (induktiver oder ka az iver Blind­ p !J
widerstand) behaftet.
Mitte direkt und metallisch leitend mit dem
In Auswertung von Bild 3.2c kann folgende
geerdeten Antennenträger verbunden werden.
wichtige Feststellung getroffen werden:
Wie ersichtlich, erfolgt dabei die Befestigung
im Spannungsnull, so daß sich eine Isolation Strahlerenden - hohe Spannung bei geringem
erübrigt. Halbwellenelemente lassen sich des­ Strom = große Impedanz;
halb in ihrer geometrischen Mitte erden.·Es Strahlermitte (beim Halbwellenstrahler!) -
muß jedoch erwähnt werden, daß in der Strah­ geringe Spannung bei hohem Strom = kleine
lermitte wegen des Strahlungswiderstandes die Impedanz.

4 Rothammel, Antennenbuch 49
Obwohl sich der Scheinwiderstand für jeden 3.1.3. Der Strahlungswiderstand
beliebigen Punkt auf der Oberfläche eines
Strahlers feststellen läßt, bezeichnet man all­ Der Strahlungswiderstarid ist eiqe Rechen­
gemein als die Impedanz einer Antenne deren größe, aus der man verschiedene Antennen­
Speisepunktwiderstand (Fußpunktwiderstand). eigenschaften ableiten kann. Er wird auf das
Dieser liegt beim Halbwellendipol im Strom­ Strommaximum (Strombauch) bezogen und
bauch und ist deshalb niedrig (etwa 60 0). stellt den Ersatzwiderstand dar, der die ab­
Exakt wird der Scheinwiderstand am Antennen­ gestrahlte Leistung verbrauchen würde. Im
anschluß als Antenneneingangswiderstand be­ Resonanzfall ist der Eingangswiderstand der
zeichnet. Antenne ein Wirkwiderstand, er entspricht bei ..
Theoretisch kann man den Eingangswider­ einem im Strombauch erregten Strahler (z. B.
stand eines Halbwellendipols mit 73 n errech­ Halbwellendipol) der Summe von Strahlungs­
nen. Dieser Wert bezieht sich jedoch auf einen widerstand R. und Verlustwiderstand R•. Der
unendlich dünnen Leiter (VerhiÜtnis A/d = un­ Verlustwiderstand Rv wird hauptsächlich durch
endlich), der sich außerdem unendlich hoch den Oberflächenwiderstand des Antennen­
über der Erde befindet. Wie aus Bild 3.3 her­ Ieiters und durch dielektrische Verluste in den
vorgeht, wird der Eingangswiderstand eines Isolatoren hervorgerufen. Der Verlustwider­
Halbwellendipols vom Wellenlängen/Durch­ stand kann im allgemeinen dem Strahlungs­
messer-Verhältnis des Antennenleiters beein­ widerstand gegenüber sehr klein gehalten
flußt. werden. Der Strahlungswiderstand wird so­
Das Verhältnis }.fd nennt man Schlankheits­ wohl von der Antennenumgebung (Höhe über
grad, wobei J. und d mit gleichen Dimensionen Grund, Erdverhältnisse, benachbarte Gebäude
einzusetzen sind. Im Kurzwellen- und Ultra­ usw.) als auch von den mechanischen Ab­
kurzwellengebiet liegen die Strahlerdurchmes­ messungen des Strahlers (Schlankheitsgrad)
ser kaum unter 2 mm, so daß der Eingangs­ beeinfhlßt.
widerstand eines Halbwellendipols in diesem Wenn man die abgestrahlte Leistung P. und
Bereich i.mmer < 65 0 angenommen werden den Höchstwert des Antennenstromes Imax
kann. kennt, kann inan den Strahlungswiderstand

Ro infJ

65 -

63 /I-""
/
61
/
59
I I /
/
57 /
/
55
V
V'
/I --t
57 /
J
10*

Bild 3.3 Der Eingangswiderstand R0 eines Halbwellendipols in Abhängigkeit vom Wellenlängen/Durchmesser­


Vcrhältnis ).fd

50
nach der Beziehung u u

R = ..!2_ (3.1.)
s 1;ax
errechnen.
Aus dem Verhältnis Strahlungswiderstand
zu Verlustwiderstand läßt sich der Wirkungs­
grad einer Antenne ersehen. Den Antennen­
wirkungsgrad TJ errechnet man nach

TJ= (3.2.) Bild3.5


Die Resonanzkurve eines Strahlers in Abhängigkeit von
L/C-Vcrhältnis und Bandbreite B = /2 - /,;
a- Bandbreite bei großem L/C-Verhältnis, b- Band­
breite bei kleinem L/C-Verhältnis
3.1.4. Der Halbwellendipol als Schwingkreis
Bei Vernachlässigung der Kreisverluste hängt
Der in der Funktechnik übliche Schwingkreis
die Güte eines Schwingkreises hauptsächlich
hat konzentrierte Schaltelemente, die Induk­
von dessen L/C-Verhältnis ab. Großes L/C­
tivität wird dabei durch eine Spule und die
Verhältnis (große Selbstinduktion bei kleiner
Kapazität durch einen Kondensator dar­
Kapazität) ergibt einen schmalbandigen und
gestellt. Auch ein gestreckter Leiter weist In­
damit resonanzscharfen Kreis, kleines L/C­
duktivität und Kapazität auf, jedoch nicht in
Verhältnis (kleine Selbstinduktion bei großer
konzentrierter Form, sondern gleichmäßig über
Kapazität) einen breitbandigen, weniger reso­
seine Länge verteilt. Ist der Leiter in Resonanz
nanzscharfen Kreis. Die von der Kreisgüte
mit der ihn erregenden Frequenz, so kann man
abhängige Bandbreite eines Schwingkreises
ihn wie einen Schwingkreis betrachten. Das
kann man aus einer Resonanzkurve entneh­
Ersatzschaltbild eines Halbwellendipols stellt
men (Bild 3.5). Die gleichen Resonanzkurven
einen Serienresonanzkreis nach Bild 3.4 dar.
könnte man auch von einem Halbwellendipol
Der Widerstand R besteht dabei aus der Serien­
erhalten, wenn dieser sich in einem homogenen
schaltung von Strahlungswiderstand und Ver­
elektromagnetischen Feld befindet (Empfangs­
lustwiderstand.
fall). Bei gleichbleibender Feldstärke ist die
Die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises
Frequenz zu verändern, wobei jeweils die
wird durch die Größe der Selbstinduktion und
Antennenspannung U festgestellt wird. Der
der Kapazität nach der Beziehung wL = 1/wC
Höchstwert der Spannung tritt bei der Reso­
bestimmt (w = 2Tr/ = 6,28/ = Kreisfrequenz,
nanzfrequenz fo der Antenne auf. Er wird
wL = induktiver Widerstand, 1jwC = kapa­
gleich dem Wert 1,0 gesetzt. Die Frequenz­
zitiver Widerstand). Die Resonanzfrequenz
marken /1 und /2 kennzeichnen die Frequen­
eines Halbwellendipols unterliegt den gleichen
ze"n unterhalb und oberhalb von /0, bei denen
Bedingungen. Induktivität sowie Kapazität
die Spa'nnung auf den Wert 0,7 <= 3 dB) ab­
- und damit die Resonanzfrequenz - werden
gesunken ist. Die absolute Bandbreite B ergibt
im wesentlichen durch die geometrischen Ab­
sich dann aus /2 - fi. Die relative Bandbreite
messungen des Strahlers bestimmt.
b, das Verhältnis der Bandbreite B zur Reso­
nanzfrequenz/0, errechnet sich nach
!? L C

c:w
b= .!!.. . (3.3.)
fo
Die Resonanzkurve in Bild 3. 5 a würde einem
Kreis mit großem L/C-Vcrhältnis bzw. einem
Dipol mit geringer Bandbreite B' entsp echen
� ?
Bild3.4 die aus Bild 3.5b dagegen ergäbe sich be1
Der Halbwellendipol als Serienresonanzkreis kleinem L/C-Verhältnis von einem Dipol mit
(Ersatzschaltung für den Resonanzfall) gi-oßer Bandbreite.

51
MZ·V eine bestimmte Dicke, er mußmechanisch durch

r .i
Halteelemente in seiner Lage fixiert werden und

11
befindet sich in endlicher Entfernung von der
Erdoberfläche und anderen Objekten. Diese
Gegebenheiten bewirken, daß mandie für Reso­
Bild3.6 nanz erforderliche mechanische Länge gegen­
Der dicke Halbwellendipol, bestehend aus 5 Einzel-
über der elektrischen Länge verkürzen 'muß.
Ieitern je Dipolarm
Der Einfluß des Schlankheitsgrades auf den
Verkürzungsfaktor V leuchtet ein, wenn man
Es soll nun untersuclit werden, in welcher sich vorstellt, daß ein dicker Strahler eine grö­
. Weise die geometrischen Abmessungen eines ßere Kapazität hat als ein gleich langer, dünner
Strahlers sein L/C-Verhältnis und damit die Strahler. In jedem Schwingkreis, dessen Kapa­
Bandbreite bestimmen. Ein Halbwellendipol zität vergrößert wird, verschiebt sich die Reso­
mit einem verhältnismäßig dünnen Leiter hat nanzfrequenz nach niedrigeren Werten hin. Die
eine bestimmte Induktivität L und eine be­ Resonanzfrequenz des dicken Strahlers liegt
stimmte Kapazität C. deshalb niedriger als die des gleich langen, dün­
Schaltet man beispielsweise nach Bild 3.6 nen Leiters. Um beide Strahler auf gleiche Reso­
5 solche gleichartigen Leiter zu einem »dicken« nanzfrequenz zu bringen, ist die größere Kapa­
Dipol parallel, so addieren sich die Kapazitä­ zitätdes dicken Strahlers durch eine Verkürzung
�n jedes Einzelleiters zu SC, während sich die der Leiterlänge auszugleichen. Ein dicker
Induktivitäten bel Parallelschaltung auf tL Strahler muß demnach bei gleicher Resonanz­
Gesamtinduktivität vermindern. Schon aus frequenz kürzer sein als ein schlanker Strahler.
dieser einfachen Betrachtung kann man er­ Bild3. 7 gibtAufschluß über denVerkürzungs­
kennen, daß ein dicker Dipol ein kleineres faktor V von Halbwellendipolen als Funktion
L/C-Verhältnis und damit größere Bandbreite des Schlankheitsgrades J..j d.
aufweist als ein dünner Dipol; Die Unter­
scheidung muß sich immer auf die Wellenlänge Beispiel
beziehen. Das Verhältnis Wellenlänge/Strahler­ Gesucht wird die mechanische Länge eines
durehmesser.().jd) nennt man Schlankheitsgrad. Halbwellendipols für 144 MHz. Es soll Alu­
Ausgesprochene Breitbandantennen erkennt rohr mit einem Durchmesser d von 25 mm ver­
man im allgemeinen an der großen Strahler­ wendet werden.
oberfläche (z.B. Flächen-, Reusen- und Dop­ 144 MHz entsprechen einer Wellenlänge von
pelkegelantennen). Sie stellen infolge ihrer gro­ etwa 208 cm. Daraus errechnet sich das Ver­
ßen Kapazität einen Schwingkreis mit kleinem hältnis Ä/d mit
L/C-Verhältnis dar. Wenn man von den auf­
208 cm: 2,5 cm::::: 80.
geführten Breitbandformen absieht, so ist im
Kurzwellenbereich der Schlankheitsgrad der Aus der Kurve (Bild 3.7) ist für einen
Antenne praktisch ohne Bedeutung, da bei den Schlankheitsgrad von 80 der Verkürzungs­
üblichen Drahtantennen das Verhältnis A.jd faktor V = 0,955 zu ersehen.
gewöhnlich bei 5000 und mehr liegt.
·

Die mechanische Resonanzlänge des Halb­


wellendipols ist demnach

�- = 208 cm·
3.1.5. Der Verkürzungsfaktor V 0 ' 955 = 993cm .
2 2
'

Bei den bisherigen Betrachtungen wurde nicht


Der gleiche Dipol müßte bei Verwendung
zwischen elektrischer und mechanischer Länge
von nur 10 mm dickem Rohr::::: 100 cm lang
eines Strahlers u�terschieden. Tatsächlich werden ().jd::::: 200, daraus V = 0,9 64).
wären elektrische und mechanische Länge einer Die für die Berechnung von Halbwellen­
Antenne nur dann gleich, wenn es gelänge,
dipolen im Bereich > 30 MHz oft angegebene
den Antennenleiter unendlich dünn auszufüh­ Faustformel
ren, wobei außerdem vorausgesetzt wird, daß
sich der Leiter im freien Raum befindet. Jeder
1/m = �
praktisch ausgeführte Antennenleiter hatjedoch ffMHz

52
V A�
0,97 I
�---
--r
1,....-
.......,..

$l;
0,96

0,95 f---+-- ;_
"r.I ,-- I i I,

0,9i!
/ :! ;r--�- L
1/ 'II I !
I
0,93 f I
! !

1/ Bild3.7
'

0,92
I iI Der Verkürzungsfaktor V eines Halb­

I I II wellendipols als Funktion seines Wellen­


I I I iI längen/Durchmesser-Verhältnisses A/d
20 qo 60 eo 100 200 i!OO 600 eoo 1000 2000 1!008 6000 t(J(IQ(J
.Schla!lkheitsgrar/ :A/d

(1- mechanische Länge,J1- Resonanzfrequenz) ihren Enden über keramische Isolatoren befe­
berücksichtigt den Schlankheitsgrad nur mit stigt. Diese Isolatoren bewirken zusammen mit
einem Festwert von etwa 400 (entsprechend den sie befestigenden Drahtschlingen eine zu­
einem festen Verkürzungsfaktor von 0,94). Sie sätzliche kapazitive Endbelastung, die'"'tiurch
ist deshalb nur bedingt brauchbar. eine weitere Leiterverkürzung auszugleichen
Dagegen verwendet man bei der Berechnung ist. Darüber hinaus treten besonders bei KUI'll­
von Halbwellenstrahlern für Kurzwellen (f < wellenantennen weitere nur schwer überseh­
30 MHz) vorteilhaft solche Faustformeln. Da bare kapazitive Belastungen auf. Sie entstehen
im Kurzwellenbereich der Schlankheitsgrad \ durch die Annäherung des Antennenleiters zur
gewöhnlich größer als 5000 ist und in diesem Erdoberfläche, die meist nur Bruchteile der
Bereich die Abhängigkeitskurve flach verläuft, Wellenlänge beträgt, sowie die Nähe von Ge­
kann man in diesem Fall im allgemeinen mit bäuden, Freileitungen und sonstigen Hinder­
einem festen Verkürzungsfaktor rechnen. Die nissen.
Formel Bei UKW-Antennen hingegen spielt der
142,2 Endeffekt keine besondere Rolle, weil die An­
l/m =
(3.4.) tennenieiter im allgemeinen starr sind (Alu­
f!MHz rohr), so daß si�h eine Endbefestigung an
oder Isolatoren erübrigt. Auch die Umgebungsein­
142200 flüsse können in diesem Bereich klein gehalten
l/m =
(3.5.)
fft.Hz werden, da es meist gelingt, UKW-Antennen
mehrere Wellenlängen von der Erdoberfläche
genügt im Kurzwellenbereich allen Anforde­
nnd von anderen Hindernissen entfernt an­
rungen der Praxis. Sie ist jedoch nur für den
zubringen.
Halbwellenstrahler gültig.
Der genannten Berechnungsformel liegt ein
Verkürzungsfaktor von etwa 0,948 zugrunde.
Bei einem angenommenen Schlankheitsgrad
3.1.6. Die effektive Länge (effektive Höhe)
im Kurzwellenbereich von 5000 müßte nach
des Halbwellendipols
Bild 3.7 aber mit einem Verkürzungsfaktoryon
Die Größe der Spannung, die eine Antenne
etwa 0,976 gerechnet werden. Offensichtlich ist
dem sie umgebendell. elektromagnetischen Feld
in diesem Fall eine den praktischen Verhält­
entnehmen kann, ist von folgenden 2 Faktoren
nissen nahekommende zusätzliche Verkürzung
abhängig:
eingefügt. Einen solchen zusätzlichen Verkür­
zungsfaktor gibt es auch, es handelt sich um den - von der elektrischen Feldstärke der elektro­
sogenannten Endeffekt. Bekanntlich werden magnetischen Welle am Antennenstandort;
Drahtantennen -und mit diesen hat man es im - von der effektiven (wirksamen) Länge bzw.
Kurzwellenbereich vorwiegend zu tun - an Höhe der Empfangsantenne.

53
Bringt man in das elektromagnetische Feld mäßig verteilen, so daß an jedem Einzelwider­
einen Leiter, z.B. einen Halbwellendipol, so stand die Hälfte der Gesamtspannung vor­
wird in diesem eine Spannung induziert. Un­ handen ist.
abhängig von der Wellenlänge vergrößert sich Die bei Anpassung verfügbare Empfänger­
diese Spannung um so mehr, je länger der An­ eingangsspannung bei Verwendung von Halb­
tennenleiter ist. wellendipolen errechnet man nach der For­
Auf einem in Resonanz befindlichen Dipol mel
verteilt sich der Strom sinusföi:mig. Am stärk­ ;.
U = E· n;; (3.11.)
sten strahlt dabei der Leiterbereich des Strom­ Z
maximums. Aus diesem Grund ist auch die
wirksame oder effektive Länge eines Dipols U : Spannung am Empfängereingang.
nicht gleich der mechanischen Länge. Die
Ersetzt man J. durch die Frequenz /, dann
effektive Länge L.rr eines Halbwellendipols
ergibt sich
beträgt
Ef�vtm
;. U/�v = 47,75 (3.12.)
·

Lore=-; (3.6.) .
1t"
fiMHz
Es kann festgestellt werden, daß sich alle
Lore und Wellenlänge J. in gleichen Einheiten, Berechnungen der Empfangsspannung auf die
n;- Konstante � 3,14. Ersetzt man die Wellen­
effektive Antennenlänge beziehen. Wenn bis­
länge J. durch die Frequenz/, so ergibt sich
her von der effektiven Antennenhöhe noch nicht
95,5 die Rede war, so geschah das, weil effektive
Leff/m = (3.7.)
Länge und effektive Höhe rechnerisch iden­
- •

Ji/ MHz
tisch sind. Sie unterscheiden sich nur in der
Aus der elektrischen Feldstärke E am Anten­
Betrachtungsweise, und zwar spricht man bei
nenstandort und der effektiven Länge L.rr des
symmetrischen Antennen von deren effektiver
Empfangsdipols kann die in diesem induzierte
Länge, während man unsymmetrischen An­
Spannung U errechnet werden tennen den Begriff effektive Höhe zuordnet.
U = E· L.rr· (3.8.) Mit der Aufbauhöhe über dem Erdboden bzw.
der Länge des Tragemastes hat die effektive
Daraus folgt
Höhe einer Antenne nichts zu tun.
/ E/�vtm In Auswertung der vorstehenden Formeln
U �V = 95 5 (3.9.)
.

' ffMHz kann man folgende Feststellung treffen: Bei


gleicher Feldstärke E wird die Empfangs­
und
spannung U eines resonanten Halbwellendipols
E/�vtm (und auch jeder anderen Antenne) um so
U/�v = 95,5 103 (3.10.)
·
·
. höher, je größer die Wellenlänge ist.
, //kHz
Die vom Halbwellendipol aufgenommene
Spannung wird zum Empfänger weitergeleitet.
Maximale Energieübertragung findet dann 3.2. Riebtwirkung und Gewinn
statt, wenn der Speisepunktwiderstand des von Antennen
Dipols gleich dem Eingangswiderstand des
Empfängers ist. In diesem Fall - man nennt Eine Antenne, die in alle Richtungen des Rau­
ihn Anpassung- steht die vom Dipol induzierte mes die Energie völlig gleichmäßig abstrahlt,
Gesamtspannung zur Hälfte am Empfänger­ nennt man Kugelstrahler oder /sotropstrahler.
eingang zur Verfügung. Die andere Hälfte wird Der Ausdruck Kugelstrahler weist bereits dar­
· von der Antenne in Form von elektromagne­ auf hin, daß seine Riebteigenschaften rein ku­
tischen Schwingungen wieder ausgestrahlt. Das gelförmig sind. Ein Vergleich aus der Optik soll
beruht darauf, daß der Antennenwiderstand eine Vorstellung dieser Vorgänge vermitteln:
und der Empfängereingangswiderstand ein­ Würde man im Mittelpunkt einer Glaskugel
ander parallelliegen. Da beide den gleichen eine punktförmige Lichtquelle anbringen, so
Widerstandswert haben, muß sich auch die leuchtete diese die ganze Kugeloberfläche gleich­
Gesamtspannung auf beide Widerstände gleich- mäßig aus. Es würde also an jedem beliebigen

54
Punkt der Kugeloberfläche dfe gleiche Leucht­ strahlung gebündelt (gerichtet). Das bedeutet,
dichte (Strahlungsdichte) vorhanden sein. Aller­ daß nur noch ein durch die Riebtschärfe be­
dings kann ein solcher Kugelstrahler praktisch grenzter Teil der Kugeloberfläche ausgeleuch­
nicht hergestellt werden. Er existiert deshalb tet wird. Die Strahlungsdichte auf diesem be­
nur in der Theorie und wird für Vergleichs­ grenzten Teil der Kugeloberfläche ist aber viel
zwecke angenommen. Aus dieser Feststellung größer, weil alle Strahlungsanteile, die vorher
geht hervor, daß die Ausstrahlung jeder prak­ bei gleicher Leistung die ganze Kugeloberfläche
tisch ausgeführten Antenne niemals mit gleich­ gleichmäßig ausleuchteten, nunmehr auf einen
mäßiger Strahlungsdichte in alle Richtungen begrenzten Teil der Kugeloberfläche konzen­
des Raumes erfolgt. Jede Antenne hat deshalb triert werden. Die Strahlungsdichte ist um so
eine Richtwirkung, die man durch ihre Richt­ größer, je schärfer die Strahlung gebündelt
charakteristik beschreiben kann. Um die Riebt­ wird. Deshalb hängt der Gewinn an Strahlungs­
charakteristik einer Antenne genau nachzubil­ dichte - bezogen auf kugelförmige Ausleuch­
den, müßte man diese dreidimensional (räum­ tung - direkt von der Riebtcharakteristik ab.
lich) darstellen. Da man aber zeichnerisch auf Sowohl der Gewinn als auch die Richtchanlk­
einer ebenen Fläche die räumliche Verteilung teristik drücken die Konzentration der Strah­
der Strahlungsdichte nicht wiedergeben kann, lung in bestimmte Richtungen aus.
begnügt man sich im allgemeinen damit, die
Riebtcharakteristik einer Antenne in der hori­
zontalen und in der vertikalen Ebene zu be­ 3.2.1. Die Strahlungscharakteristik
schreiben.
Zwischen der Riebtcharakteristik und dem Die Beschreibung der Strahlungseigenschaften
Gewinn einer Antenne besteht ein direkter Zu­ von Antennen wird mit annähernd gleich­
sammenhang. Dieser läßt sich ebenfalls durch wertigen Begriffen gekennzeichnet. Spricht man
den Vergleich mit der Glaskugel gut verdeut­ von der Strahlungscharakteristik oder der Richt­
lichen. Versieht man die zentrale Lichtquelle charakteristik, so meint man damit die Dar­
mit einem Reflektor (etwa einem Parabolspie­ stellung der Strahlungseigenschaften in einem
gel), so wird die zur Verfügung stehende Licht- räumlichen Koordinatensystem. Trotzdem un-

Bild 3.8 Horizontaldiagramme; a- normiertes Horizontaldiagramm eines Halbwellendipols (E-Ebene, horizontale


Öffnungswinkel 80'), b - Hörizontaldiagramm einer Lang-Yagi-Antenne
(E·Ebene, horizontaler Öffnungswinkel 27')

ss
terscheidet man manchmal noch zwischen einer 1f10 1P
räumlichen und einer flächenhaften Strahlungs­
charakteristik. Die flächenhafte Strahlungs­
%
ao
""""' V as
charakteristik wird auch als Richtkennlinie be­
n

---
�'\-- --- ---
-I --- a6�
zeichnet. Das Strahlungsdiagramm oder Richt­
diagramm gibt einen flächenhaften Schnitt aus � ':\ 1/ a�
der Strahlungscharakteristik wieder. Beide Be­
I
20
1\ ) az
griffe sind mit der Riebtkennlinie identisch.
\... /
I
I
Nach [1] wird die Verwendung des BegriffsRicht­ 0 0
60° oo·
I
chatakteristik empfohlen, die als »Richtungs­
• ·1za• 150" 180
so·
0

hnlhe�
abhängigkeit der von der Antenne erzeugten
Feldstärke nach Amplitude, Phase und Polari­
iJ'fnun'g.swinkul
sation _in einem konstanten Abstand R« defi­ Bild3.9

niert ist. Als Richtdiagramm wird die �ich­ Das normierte Horizontaldiagramm eines waagerechten
Halbwellendipols in rechtwinkligen Koordinaten
nerische Darstellung eines Schnitts durch die
(Winkelbereich auf 180° eingeschränkt)
Riebtcharakteristik bezeichnet..
Die Riebtdiagramme von Antennen stellt
a
man in einem Pqlarkoordin tensystem bzw. in Strahlrichtung eingetragen. Die aus der Ver­
Ausschnitten dieses Systems oder in rechtwink­ bindungslinie der einzelnen Meßpunkte gebil­
ligen Koordinaten ()(artesischen Koordinaten) dete Riebtkurve vermittelt ein Bild der Strah­
dar. Polarkoordinaten bestehen aus einem Netz lungseigenschaften.
konzentrischer Kreise und Strahlen, die vom Bei Antennen mit unsymmetrischen Strah­
Mittelpunkt der Kreise ausgehen (Bild 3.8). lungslappen kann man die Abszisse bis 360°
Den konzentriSchen Kreisen werden die Span­ verlängern und dann die RichtkennliN.e über
nungen zugeordnet, wobti der Mittelpunkt der den Vollkreis darstellen. Bei der Aufzeich­
Kreise dem Spannungswert 0 entspricht. Die nung der Strahlungsdiagramme in der Vertikal­
Strahlen bestimmen die Winkel bzw. die Rich­ ebene von horizontal polarisierten Antennen
tungen. Es ist dabei üblich, die Hauptstrahl­ begnügt man sich meist, die Winkel von 0 bis
richtung (Haup'tempfangsrichtung) mit dem 90° zu erfassen ..Bild 3. 8 a und Bild 3. 9 zeigen als
Winkel o• einzutragen. Von dieser Regel weicht Beispiel die Horizontaldiagramme waagrechter
man oft bei der Darstellung von Riebtdiagram­ Halbwellendipole.
men der Vertikalebene (Vertikaldiagramme) Das Riebtdiagramm läßt einige wichtige
ab. Kenngrößen der betrachteten Antenne erken­
Nicht so eindrucksvoll ist die Darstellung nen. Die Strahlbreite in der Hauptstrahlrich­
des Riebtdiagramms in rechtwinkligen Koor­ tung einer Antenne nennt man den Öffnungs­
dinaten nach Bild 3.9. Da die Strahlungs­ winkel oder Halbwertswinkel. Es ist der Winkel
lappen der Riebtcharakteristik im allgemeinen zwischen der Richtung des Strahlungsmaxi­
weitgehend symmetrisch ausgebildet sind, be­ mums lind der Richtung, in der die Strahlungs­
gnügt man sich bei dieser Darstellungsweise oft dichte auf die Hälfte der maximalen zurück­
mit einem Ausschnitt von 180° und ordnet das geht. Um ihn zu ermitteln, setzt man den Punkt
Strahlungsmaximum dem Winkel 0° zu. Die der größten Spannung (Hauptempfangsrich­
Winkelgrade von 0 bis 180° sind auf der waag­ tung) mitdem Wert 1,0 ein und sucht die beiden
rechten Achse (Abszisse) aufgetragen, während Punkte zu beiden Seiten der Richtkeule, bei
die senkrechte Achse (Ordinate) die Einteilung· denen die Spannung auf de� 0,71fachen Wert
von() bis 100% bzw. die des Spannungsverhält­ der Maximalspannung abgesunken ist. Dieser
nisses U/Umax 'trägt. Die maximal gemessene Spannungsabfall auf den 0,71fachen Wert
Feldstärke einer Antenne, also ihre Haupt­ (lt.Jz
) entspricht einem ·Leistungsabfall auf
strahlung, wird gleich 1 bzw. 100% gesetzt und 50% bzw.- 3 dB. Gemäß Bild 3.8a wird nun
unter dem Winkel oo aufgetragen. Alle folgen­ vom Mittelpunkt aus je-eine Gerade durch die
den Empfangsspannungen, die im Bereich eines ermittelten Punkte des 0,71fachen Spannungs­
Drehwinkels von 180°. gemessen werden, sind werts gezogen. Diese Geraden bilden die
zur Maximalspannung ins Verhältnis gesetzt Schenkel des gesuchten Halbwertswinkels. Ge­
und entsprechend ihremWinkelgrad zur Haupt- bräuchlich sind ·auch die Begriffe Halbwerts-

56
breite oder 3-dB-Breite. Sie kennzeichnen den in der Richtung des größten Nebenzipfels in
Winkelbereich, innerhalb dessen die Strah­ dem Winkelbereich außerhalb der Halbwerts­
lungsdichte auf nicht weniger als die Hälfte breite dar. Der auf diese Weise gekennzeichnete
der maximalen Strahlungsdichte absinkt. Nebenzipfel wird mit seiner Richtung, bezogen
Aus dem rechtwinkligen Koordinatensystem auf die Hauptstrahlrichtung (0°), in Winkel­
läßt sich der Öffnungswinkel sinngemäß er­ graden angegeben. Dies istdie Winke/dämpfung.
sehen. Da man das Riebtdiagramm gewöhnlich Ein Riebtdiagramm ist normiert, wenn man
in der horizontalen Ebene und in der vertikalen die Maximalspannung Umax der Hauptstrahl­
Ebene beschreibt, wird auch zwischen dem hori­ richtung gleich dem Wert I (100%) gesetzt hat
zontalen und dem vertikalen Öffnungswinkel und alle übrigen richtungsabhängigen Span­
unterschieden. nungswefte U als Verhältnis zu Umax nach der
Das Vorwärts/ Rückwärts- Verhältnis, auch Beziehung U/ Umax eingetragen sind (s. Bild 3.8a
·

als Vor/Rück- Verhältnis ( VRV) oder als Rück­ und Bild 3.9).
dämpfung bezeichnet, stellt das Verhältnis zwi­
schen der unter dem Winkel 0° aufge,tragenen
Maximalspannung und dem bei einem Winkel 3.2.2. Die Strahlungseigenschaften
von 180? abgelesenen Spannungswert dar. Die­ des Halbwellendipols
ses Verhältnis wird in Dezibel angegeben. Nach
[1] istjedoch unter Rückdämpfung die Neben­ Die räumliche Strahlungscharakteristik kann
zipfeldämpfung im Winkelbereich zwischen 90° man sich qtwa als einen Ringwulst vor$llen,
und 270° oder in einem anzugebenden Teil dessen zentrische Achse der Antennenleiter
dieses'-Bereichs zu verstehen. Beiden Defini­ bildet (Bild 3.10). In diesem Falle verläuft die
tionen wird die Schreibweise Antennenachse waagrecht, der Dipol ist des­
. halb horizontal polarisiert. Um die Charak"
u,
Rückdämpfung 20 lg --0-dB
= teristik zu verdeutlichen, wurde in Bild 3.10
Utsoo längs der Strahlerachse ein horizontaler
gerecht. Schnitt durch den Ringwulst ausgeführt. Die,
Seltener ist der Begriff Vorwärts/Seitwärts­ schraffierten Schnittflächen zeigen das Hori­
Verhältnis (VSV). Er kennzeichnet sinngemäß zontaldiagramm entsprechend Bild 3.8. Man
das Spannungsverhältnis zwischen den Win­ erkennt, daß die Hauptstrahlung eines Halb­
keln 0° und 90° bzw. zwischen 0° und 270°. wellendip�ls im freien Raum immer im rechten
Punkte des Strahlungsdiagramms, in denen Winkel zur Leiterachse verläuft. Diese Fest­
die Spannung praktisch 0 ist, bezeichnet man stellung trifft auch dann zu, wenn man das
als Nullstellen, deren Lage man mit dem Null­ Riebtdiagramm aus einer anderen Ebene be­
wertswinket kennzeichnen kann. Dies ist der trachtet. Wenn man z. B. senkrecht auf den
Winkel zwischen der Richtung des Strahlungs­ Querschnitt des Antennenleiters blickt und den
maximums und der ersten Nullstelle. Die Null­
wertsbreite wird durch den Winkelbereich zwi­
schen den ersten Nullstellen zu beiden Seiten
der Hauptkeule dargestellt.
Wie in Bild 3.8 b dargestellt,findet man neben
der Hauptkeule noch mehr oder weniger aus­
geprägte Nebenkeulen oder Nebenzipfel. Diese
sind meistens unerwünscht, weil sie den ein­
deutigen Riebteffekt beeinträchtigen und die
Hauptkeule schwächen. Das Verhältnis der
Maximalspannung (Hauptstrahlrichtung) zur
Spannung eines Nebenzipfels nennt man
Nebenzipfeldiimpfung; sie stellt das in dB aus­
gedrückte Verhältnis der von der Antenne in
Bild3.10
der Hauptrichtung erzeugten Strahlungsdichte Die Strahlungscharakteristik eines horizontalen Halb­
oder von ihr aufgenommenen Empfangsleistung wellendipols in räumlicher Darstellung (Riogwulst
zu der Strahlungsdichte oder Empfangsleistung teilweise aufgeschnitten)

57
Ringwulst radial aufschneidet, ergibt sich ein
reiner Kreis als Riebtdiagramm mit dem
Leiterquerschnitt als Mittelpunkt (Bild 3.11).
Dieser Schnitt ist das Vertikaldiagramm eines
horizontalen Halbwellendipols im freien Raum.
Würde man den Dipol vertikal polarisieren,
dann müßte das Kreisdiagramm nach Bild 3.11
als Horizontaldiagramm eines Vertikaldipols
und das Doppelkreisdiagramm in Bild 3.8 als
Vertikaldiagramm eines Vertikaldipols bezeich­
net werden.
Bild 3.11
Um dieses etwas umständliche Kennzeich­
Das Vertikaldiagramm eines horizontalen Halbwellen­
nungsverfahren zu vereinfachen und zu ver­
dipols (H-Ebene, vertikaler Öffnungswinkel 360°)
deutlichen, wird oft die Bezeichnung E-Ebene
und H-Ebene benutzt. Dabei bezieht man die
E-Ebene auf den Verlauf der elektrischen boden montieren, so müßte seine Aufbauhöhe
Feldlinien in der ebenen Wellenfront und die bereits 200m betragen, denn 10m Höhe wür­
H-Ebene auf deren magnetische Feldlinien den in diesem Fall nur t Wellenlänge darstel­
(siehe Abschn.1.1.5.). Da bei linear polarisier­ len. Daraus geht hervor, daß man Kurzwellen­
ten Antennen die Längenausdehnung des An­ antennen - zumindest von Funkamateuren -
tennenleiters dem Verlauf der elektrischen Feld­ kaum in einer solchen Höhe und in so großem
stärke E entspricht, gibt z. B. die Richtkenn� Abstand von anderen Objekten aufbauen kann,
Iinie in Bild 3.8 immer ein E-Diagrammwieder, daß die Umgebungseinflüsse zu vernachlässigen
unabhängig davon, ob der Dipol horizontal, wären.
vertikal oder geneigt polarisiert wird. Sinn­ Befindet sich eine Antenne in Näherung zum
gemäß stellt Bild 3.11 immer ein H-Diagramm Erdboden, so wflrden deren Kennwerte als
dar, weil es auf die Ebene der magnetischen Folge der Reflexionen vom Erdboden verän­
Feldstärke H bezogen ist. Nach (I I ist das dert. Das trifft besonders für den Strahlungs­
E- bzw. H-Diagramm die zeichnerische Dar­ widerstand, den Verkürzungsfaktor und die
stellung der Riebtcharakteristik einer linear Riebtcharakteristik zu. in welchem Grade sol­
polarisierten Antenne in der durch die Haupt­ che Veränderungen der Kennwerte eintreten,
strahlrichtung und den elektrischen bzw. hängt von der Aufbauhöhe der Antenne-be­
magnetischen Feldvektor gebildeten Ebene. zogen auf die Wellenlänge -, ihrer Richtung
zur Erdoberfläche und den elektrischen Eigen­
schaften des Erdbodens und der Umgebung ab.
3.2.2.1. Veränderungen der Riebtcharakteristik Wellen,die eineAntenne senkrechtoder spitz­
· vo.n Horizontalantennen winklig nach unten zur Erdoberfläche hin ab­
durch Umgebungseinflüsse strahlt, werden dort reflektiert. Diese reflektier­
ten Strahlungsanteile passieren die Antennen­
Die bisher besprochenen Riebtdiagramme struktur auf ihrem Rückweg und induzieren
setzen voraus, daß sich die Antenne im freien dabei einen Strom im Antennenleiter. Phasen­
Raum oder wenigstens sehr hoch über der lage und Größe des induzierten Stromes hän­
Erdoberfläche und weit entfernt von anderen gen von der Aufbauhöhe der Antenne über der
Objekten befindet. »Sehr hoch« und »weit reflektierenden Erde ab. Der resultierende An­
entfernt« sind dabei relative Begriffe; denn sie tennenstrom setzt sich deshalb aus 2 Kompo­
müssen im Zusammenhang mit der Betriebs­ nenten zusammen: Die Amplitude der Haupt­
wellenlänge betrachtet werden. So darf man komponente ist durch die Sendeleistung und
z.B. eine Antenne für das 2-m-Amateurband, den Strahlungswiderstand bestimmt. Die zweite
die auf einem 10 m hohen Mast befestigt ist, Komponente besteht aus der vom Erdboden
bereits als hoch über der Erdoberfläche bezeich­ zum Antennenleiter reflektierten Strahlung.
nen, denn ihre Auf bauhöhe beträgt in diesem Sie kann in Abhängigkeit vom Abstand An­
Falle 5 Wellenlängen. Wollte man einen 40-m­ tenne-Erde mehr oder weniger in Phase mit
Strahler mit 5 Wellenlängen Abstand vom Erd- der Hauptkomponente sein. Bei Gleichphasig-

58
keit addieren sich die Ströme,, Sind sie nicht fläche verläuft (Erhebungswinkel <5°), senr
gleichphasig, so ist der resultierende Antennen­ stark von dieser absorbiert. Die Winkelbereiche
strom gleich der Differenz beider Komponen-• berücksichtigen, daß die Ionosphäre dauern­
ten. Da die vom Sender zur Antenne über­ den Schwankungen unterworfen ist. Mit den je­
tragene Leistung P konstant ist, muß sich bei weiligen Zustandsänderungen ändert sich auch
dem durch die reflektierten Anteile veränderten der optimale ErhebungswinkeL Die größtmög­
Antennenstrom I nach der Beziehung P = 12 R liche Auf bauhöhe der Antenne ist immer die
auch die Impedanz R der Ant�::nne ändern. beste, aber bereits bei einer Antennenhöhe von
Deshalb entspricht der Fußpunktwiderstand 12 m kann man in den Amateurbändern 10, 15
einer Antenne bei Erdbodenannäherung nicht und 20 m mit guten DX-Ergebnissen rechnen,
mehr dem theoretischen Wert. während bei einer 40-m-Antenne die Bauhöhe
Bild 3.12 veranschaulicht, wie sich die auf nicht unter 15 m liegen sollte. Diese Mindest­
die Wellenlänge bezogene Aufbauhöhe eines höhen beziehen sich auf eine freie Antennen­
horizontalen Halbwellendipols über idealer umgebung. Nahe gelegene reflexionsfähige Ob­
Erde auf sein Vertikaldiagramm auswirkt. Es jekte setzen die wirksame Antennenhöhe herab
wird dabeiein Multiplikationsfaktor angegeben, und rufen schwer übersehbare Veränderungen
der immer dann seinen theoretisch möglichen der Riebtcharakteristik hervor. Horizontal po­
Maximalwert 2,0 erreicht, wenn direkte Welle larisierte Antennen reagieren besonders emp­
und reflektierte Welle gleiche Phasenlage und findlich auf Freileitungen aller Art, Traufrohre
gleiche Richtung haben. von Metalldachrinnen und waagrecht�Dach­
Da sich durch die Erdbodenreflexionen das leitungen von Blitzableiteranlagen. Der Einfluß
Vertikaldiagramm unter Bildung mehrerer solcher Objekte kann jedoch vernachlässigt
Hauptkeulen nach oben erhebt, nennt man die werden, wenn deren räumliche Ausdehnung
Winkelgrade zurHorizontalen, bei denen Strah­ viel kleiner ist als die halbe Wellenlänge, be­
lungsmaximum auftritt, auch Erhebungswinkel. zogen auf die Arbeitsfrequenz der Antenne.
Nach Bild 3.12d beträgt z. B. der Erhebungs­ Beispielsweise haben übliche Fernsehantennen
winkel eines waagrechten Halbwellendipols in keine nachteiligen Wirkungen auf die Strah­
tJ. Höhe über idealer Erde 3 0 ° (Multiplikations­ lungseigenschaften von nahe gelegenen Kurz­
faktor 2,0). Unter den Winkeln 10° und 55° wellenantennen. Die Abstrahlung vertikaler
beträgt der Multtplikationsfaktor 1 ,Q. Antennen wird durch senkrecht ausgedehnte
Um die Bedeutung des vertikalen EI-hebungs­ Objekte, wie Metallmasten aller Art, besonders
winkels einer Antennefürden praktischen Funk­ gestört.
verkehr über weite Entfernungen (DX-Verkehr) Wichtig ist, daß alle horizontal polarisierten
einschätzen zu können, muß man sich mit der Antennen bei gleicher relativer Aufbauhöhe
Raumwellenausbreitung beschäftigen (s. Ab­ über der Erde die gleichen vertikalen Erhebungs­
schnitt 2.). Bekanntlich kommen weltweite winkel wie ein horizontaler Halbwellendipol
Kurzwellenverbindungen über Reflexionen an aufweisen. Das bedeutet, daß z. B. eine in
der Ionosphäre zustande. Mit zunehmender t Wellenlänge über idealer Erde aufgebaute
Frequenz muß der Strahl immer flache� auf die 3-Element-Yagi-Antenne ebenso wie ein sich
ionisierte Schicht auftreffen, um noch reflek­ in gleicher Höhe befindlicher Halbwellendipol
tiert zu werden. Die Bereiche der optimalen Erhebungswinkel von 20° und > 60° hat.
Erhebungswinkel für die einzelnen Amateur­ Unterschiede bestehen lediglich im Multiplika­
bänder liegen wie folgt: tionsfaktor für die einzelnen Strahlungslappen
(Bild 3.13). Aufgrund der Riebtcharakteristik
40-m-Band 12° bis 40°,
der Yagi-Antenne wird die unter dem Er­
20-m-Band 10° bis 25°,
hebungswinkel > 60° auftretende Strahlung
15-m-Band 7° bis 20°,
zugunsten des Winkels 20°, dessen Strahlung
10-m-Band 5° bis 14°.
erheblich vergrößert ist, stark unterdrückt.
Daraus geht hervor, daß die' Energie, die Diese Strahlungskonzentration unter niedrigen
eine Antenne mit Erhebungswinkeln > 40° Erhebungswinkeln hat für Weitverbindungen
und <5° abstrahlt, für Weitverbindungen besondere Wirkung. Auch vertikal gesteckte
nicht wirksam ist. Im übrigen wird die Strah­ Antennen mit Horizontalpolarisation (Etagen­
lung, die annähernd tangential zur Erdober- antennen) folgen der obigen Regel. In diesem

59
Bild 3.12 Der Erhebungswinkel horizq_ntaler Halbwellendipole in Abhängigkeit von der Aufbauhöhe über
der idealen Erde; in einer Ebene quer zur Dipolachse
a - Höhe ·P über idealer Erde, b- Höhe -!J. über idealer Erde, c- Höhe f.< über idealer Erde,
d- Höhe ·!-A über idealer Erde, e- Höhe iJ. über idealer Erde, f- Höhe i;· über idealer Erde,

Fall ist nur zu beachten, daß als Bezugspunkt (s. Abschn.l9.4.1.)- im Kurzwellen-Amateur­
für die Aufbauhöhe über der Erdoberfläche der betrieb nur selten verwendet. Im 2-m-Amateur-
mittlere Abstand der Etagen gilt.
ro· w 70' 60' 50' 40'
Beispiel
Nach Bild 3.14 befindet sich eine einfach ge­
stockte, horizontale Richtantenne mit ihrer
unteren Ebene in tJ.. Abstand vom Erdboden.
Der Abstand der beiden Etagen beträgt eben­
falls tJ... Daraus ergibt sich eine wirksame Auf­
bauhöhe von tJ...

3.2.2.2. Veränderungen der Riebtcharakteristik


von Vertikalantennen a as w 1,s z,o z,s �o �s 4.0
durch Umgebungseinflüsse Bild 3.13
Die Vertikaldiagramme einer horizontalen 3-Element­
Vertikal polarisierte Antennen werden - mit Yagi-Antenne (A) und eines horizontalen Halbwellen­
Ausnahme der sogenannten Ground-Plane dipols (B) in i• Höhe über idealer Erde

60
g- Höhe fÄ über idealer Erde, h- Hi;ihe JA über idealer Erde, j- Höhe liA über idealer Erde,
k- Höhe ttA über idealer Erde, I- Höhe tiA über idealer Erde, m- Höhe U über idealer Erde

band gewinnt die Vertikalpolarisation im Zu­ Fall das Vertikaldiagramm darstellt. Bild 3.15
sammenhang mit den FM-Relais zunehmend zeigt das Vertikaldiagramm eines Vertikal­
an Bedeutung. dipols, wie es sich etwa einstellen würde, wenn
Bei einer vertikal polarisierten Antenne wird sich der Dipol sehr hoch über der Erde befände.
als Folge der Erdbodenreflexionen das Riebt­ Der untere, schraffierte Teil der Strahlungs­
diagramm der E-Ebene verformt, das in diesem lappen soJI etwa den Winkelbereich kenn­
zeichnen, dessen Strahlungsanteil bei Erdan­
näherung von der Erdoberfläche wieder nach
oben reflektiert witd. Wie bereits unter 3.2.2.1.
ausgeführt wurde, addieren sich die reflektier­
ten Wellen vektoriell mit den direkten Wellen
in Abhängigkeit von der auf die Strahlermitte
bezogenen Aufbauhöhe in A über der idealen
Erde. Das Ergebnis ist in Bild3.16 für vertikale
Halbwellendipole in verschiedenen Höhen dar­
gestellt. Dabei fällt auf, daß der kleinste verti­
kale Erhebungswinkel 0° beträgt. Das könnte
Bild 3.14
bedeute17, daß die Hauptstrahlung sehr flach
Beispiel für die Ermitllung der wirksamen Aufbauhöhe und annähernd tangential zur Erdoberfläche
über idealer Erde bei vertikal gestockten Horizontal­ verlaufen würde. Leider ist diese für die Aus­
antenneo breitung über die Ionosphäre so günstige Flach-

61
Möglichkeiten gibt. Man kann ihn bestimmen
als

- Riebtfaktor oder Strahlungsgewinn,


- Feldstärke- oder Spannungsgewinn,
- Antennengewinn oder Leistungsgewinn

mit oder ohne Berücksichtigung der Antennen­


verluste.
Die Bezugsantennen reichen vom Kugel­
strahler im freien Raum bis zum Halbwellen­
dipol in gleicher Höhe. Die Werte unter­
Bild 3.15 scheiden sich dabei um 8,15 dB. Entsprechend
Vertikaldiagramm eines vertikalen Halbwellendipols in
dem Reziprozitätsprinzip gelten die folgenden
sehr großem Abstand vom Erdboden
Betrachtungen für den ·-sendefall und für den
Empfangsfall gleichermaßen.
strahlung nur bedingt wirksam, denn die Strah­ Der Antennengewinn G ist das Produkt aus
lungsanteile mit dem Erhebungswinkel < 5° Riebtfaktor D (von eng!.: directivity) und dem
gehen durch Absorption an der Erdoberfläche Antennenwirkungsgrad 11
verloren. Die gestrichelt eingezeichneten Kur­
ven kennzeichnen diese Erdverluste. G=11·D. (3.13.)
Der Einfluß des Erdbodens auf die Strah­
lungseigenschaften von vertikal polarisierten Der Antennenwirkungsgrad 11 ist z.B. bei
Kurzwellenantennen wird in Abschnitt 19. aus­ Sendeantennendas Verhältnis der abgestrahlten
führlicher besprochen. Leistung zur gesamten zugeführten Leistung. Er
liegt zwischen 0 und 1 und berücksichtigt die
Verluste in der Antenne, im Boden, in An­
3.2.3. Der Antennengewinn passungsgliedern und in Nebenzipfeln. Bei kom­
plizierteren Antennengebilden sind auch noch
Eine wichtige Kenngröße von Antennen ist der Polarisations-, Phasen-, Erreger- und Aus­
Gewinn, für dessen Angabe es verschiedene leuchtfehler zu berücksichtigen. Ein Wirkungs-

7,5 0.5 0 0,5 1,0 7,5 z.o 7.5 1,0 as o 0,5 7,0 �5
Bild 3.16 Vertikaldiagramme senkrechter Halbwellendipole. Als Aufbauhöhe gilt der Abstand Erde zu geometrischer
Mitte des Dipols; a- Mittenhöhe -!-.<über idealer Erde, b- Mittenhöhe iJ. über idealec Erde,
c- Mittenhöhe j-J. über ideal.cr Erde, d- Mittenhöbe IJ. über idealer Erde

62
grad von 50% (1}= 0,5) ergibt 3 dB Unter­ bei gleichen Strahlungsdichten im Fernfeld als
schied zwischen Gewinn und Richtfaktor. Verhältnis der zugeführten Leistungen.
Der Riebtfaktor D wird auch als Strahlungs­ Vereinfacht geschrieben:
gewinn bezeichnet oder als Riebtfaktor be­ A Pa
zogen auf den Kugelstrahler. D ist also der G = , (3.15.)
B PA
Gewinn der verlustfreien Antenne bezogen auf
den Kugelstrahler. Eine Angabe vonG schließt als Verhältnis der Leistungen am Sendeort bei
im allgemeinen die Antennenverluste mit ein, gleichen Feldstärken oder Empfangsspannun­
während D diese Verluste nicht erfaßt. In der gen am Empfangsort
Literatur wird oftG statt D verwendet. Nur bei A
verlustlosen Antennen ist 11 = 1 und damit G - Gewinn der Antenne A über oder in be­
B zug auf Antenne B
G = D. Die Benutzung des Riebtfaktors hat
den Vorteil, daß er direkt aus dem Gesamt­ Pa - zugeführte Leistung der Bezugs­
strahlungsdiagramm ermittelt werden kann. antenne B
PA - zugeführte Leistung der Versuchs­
antenne A.

Man beachte dabei die unterschiedliche An­


3.2.3.1. Die Definition des Gewinns
ordnung von A und B bei beiden Definitionen.
Da der Gewinn einer Antenne beim Senden
Für den Antennengewinn gibt es 2 gleichwertige und Empfang gleich ist, können die Antennen
Definitionen A und B entweder auf der Sendeseite oder auf
Max. Strahlungsdichte der Empfangsseite eingesetzt werden. Wird bei
der Versuchsantenne A der Gewinnangabe keine Bezugsrichtung an­
G = ---,------ gegeben, so ist immer der Gewinn in der
Max. Strahlungsdichte
Hauptstrahlrichtung bzw. in Richtung der
der Bezugsantenne B
Hauptkeule gemeint.
bei gleichen zugeführten Leistungen als Ver­ Der Gewinn wird günstiger als logarithmi­
hältnis der maximalen Strahlungsdichten im sches Verhältnis oder Leistungsmaß in dB an­
Fernfeld. gegeben
Vereinfacht geschrieben:
gfda= 101gG. (3.16.)

Während eine Gewinnangabe als Zahl zwei­


(3.14.)
deutig sein kann (z.B. Leistungsgewinn 2 ent­
spricht 3 dB Antennengewirin; Spannungs­
als Verhältnis der Feldstärken- oder Empfangs­ oder Feldstärkegewinn 2 entspricht 6 dB An­
spannungen zum Quadrat am Empfangsort tennengewinn !), wird die Gewinnangabe in dB
bei gleichen zugeführten Leistungen am Sende­ eindeutig.
ort. Bild 3.17 zeigt den Gewinn aus einem
A Spannungs-, Strom- und Leistungsverhältnis in
G - Gewinn der Antenne A über oder in be- Dezibel. Da man in der Antennentechnik auch
B
zug auf Antenne B mit Dämpfungen zu rechnen hat, gibt Bild 3.18
UA - Empfangsspannung der Versuchs­ die Spannungs-, Strom- und Leistungsverhält­
antenne A nisse der Dämpfung wieder.
Das Rechnen mit Dezibel hat den Vorzug,
Ua - Empfangsspannung der Bezugs­ daß die dB-Werte einfach addiert oder sub­
antenne B.
trahiert werden können. Angenommen, eine

Die Empfängereingangsspannung U ist all­ Antenne wird mit einem Gewinn von 12 dB
gemein über den Antennenfaktor k mit der angegeben, die Verluste der Speiseleitung be­

Feldstärke Everbunden; in der Formel entfällt tragen aber 7 dB, so beträgt der Gewinn der
Gesamtanordnung 12 dB- 7 dB = 5 dB.
der Antennenfaktor.
Mitunter werden Spannungs-, Strom- und
Leistung der Bezugsantenne B Leistungsverhältnisse auch in Neper (Np) an­
G =
Leistung der Versuchsantenne A ' gegeben (meist im Zusammenhang mit Speise-

63
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Bild 3.17

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' .. II ; Strom-, Spannungs- und

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J
5
I
10
I I,
15 dB 20
Leistungsverhältnis des
Gewinnes in Dezibel

100 w -0
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.. ."- ·-===20
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-��
1 O,Oto -5 -10 -15 OezibeljdB] -20

Bild 3.18 Strom-, Spannungs- und Leistungsverhältnis der Dämpfuni in dB

64
lei�ungen und in der Fernmeldetechnik). Zwi­ dipol mit koaxialem Symmetrierglied oder
schen Dezibel und Neper bestehen folgende Dipolgruppe mit Reflektor, Gewinn 7,7 dBd
Zusammenhänge: (NBS-Standardaotenne)

1 Neper = 8,686 Dezibel bzw. - GHz-Bereich: Standard-Hornantennen mit

1 Dezibel = 0,116 Neper. z.B. 16,5 dBi.

Mehrere Tabellen im Anhang gestatten das


Internationale Gewinndefinitionen (nach CCIR
direkte und sehr genaue Ablesen der Werte.
Radio Regulations No. 100/101, 1971)
Absoluter oder isotroper Gewinn (G1): Gewinn
3.2.3.2. Bezugsantennen einer Antenne in einer gegebenen Richtung,
wenn die Bezugsantenne ein Kugelstrahler im
Als Bezugsantennen sind vorwiegend 3 Anten­ freien Raum ist.
nen gebräuchlich: Relativer Gewinn: Gewinn (G d)einer Antenne in
einer gegebenen Richtung, wenn die Bezugs­
Kugelstrahler (Isotroper Strahler) antenne ein verlustfreier Halbwellendipol i m
Ein verlustloser punktförmiger Strahler mit freien Raum i s t und seine Äquatorialebene die
kugelförmiger Strahlungscharakteristik gleich­ gegebene Richtung enthält.
mäßig in alle Richtungen. Die Polarisation Ä'quivalente Strahlungsleistungen (nach ITU
kann theoretisch beliebig sein (linear, elliptisch, Radio Regulations 1 - 6.24 bis 6.26, 1982)
zirkular), meist wird lineare Polarisation an­ EIRP (ejfective isotropically radiated p.ower) :
genommen. Der Kugelstrahler ist hypothetisch Der Antenne zugeführte Sendeleistung, mul­
(nicht realisierbar); der zugehörige Gewinn tipliziert mit dem Antennengewinn in einer ge­
wird mit G, G0, Gk oder G1 bezeichnet. Üblich gebenen Richtung, bezogen auf einen Kugel­
ist eine Gewinnangabe in dBi. strahler (G1).
G1 = 1; g1 = 0 dB, kein Riebtfaktor bedeutet ERP (ejfective radiated power) : Der Antenne
ungerichtete Strahlung. zugeführte Sendeleistung, multipliziert mit dem
Antennengewinn in einer gegebenen Richtung,
Elementardipol (Hertzscher Dipol) bezogen auf einen Halbwellendipol (Gd).
Ein verlustloser angepaßter Strahler mit homo­ Die äquivalente Strahlungsleistung ist die
gener (gleichförmiger) Stromverteilung, der ge­ Leistung, die man verlustlosen Bezugsstrahlern
genüber dem Kugelstrahler bereits eine Riebt­ zuführen muß, um in der Hauptstrahlrichtung
wirkung und eine definierte Polarisation hat. die gleiche Strahlungsdichte zu erzeugen wie
Der Gewinn, bezogen auf den Kugelstrahler, die Antenne.
ist 1 ,5 entsprechend I,76 dB. Der Elementar­ Die Bezugsantennen werden als linear pola­
dipol könnte annähernd durch einen kurzen risiert angenommen. Ist die zu untersuchende
Strahler mit Endkapazitäten, gespeist über ein Antenne zirkular polarisiert, so nimmt ein
Anpassungsglied, realisiert werden. linear polarisierter Strahler nur die halbe
Leistung aus dem Feld auf ( 3 dB). Es ist
-

Halbwellendipol ( ).f 2-Dipol) daher zweckmäßig, den Gewinn einer zirkular


Ein verlustloser, angepaßter und selbstresonan­ polarisierten Antenne auf einen zirkular polari­
ter Strahler mit sinusförmiger Stromverteilung.
sierten Bezugsstrahler mit gleichem Drehsinn
Der Gewinn, bezogen auf den Kugelstrahler,
zu beziehen.
ist I ,64, entsprechend 2,15 dB. Der zugehörige
Die Bezugsantennen werden üblicherweise
Gewinn wird mit G0 oder Gd bezeichnet, üblich
als Freiraumstrahler betrachtet, das heißt, man
ist eine Gewinnangabe in dBd. Strenggenom­
bezieht den Gewinn auf einen Bezugsstrahler im
men kann dieser Dipol auch nur schwer reali­
freien Raum. Tatsächlich ergibt sich aber durch
siert werden. Einerseits soll der Strahler wegen
den Erdboden nur eine Abstrahlung in den obe­
der Verluste dick sein, andererseits wegen der
ren Halbraum. Der Erdboden wirkt dabei als
sinusförmigen Stromverteilung dünn.
Reflektor. Bei ideal leitendem und reflektieren·
Als Bezugsantennen für Antennenvergleichs­
dem Erdboden verdoppelt sich dit: Empfangs­
messungen sind gebräuchlich:
feldstärke, der Gewinn ist somit G = 4, ent­
- UKW-Band: Halbwellen-Faltdipol sprechend 6 dB. Ein Halbwellendipol in einer
- VHF/UHF-Bereich: Ausziehbarer Standard- Höhe von J./2 über der Erde - das ist die Höhe,

S Rothammel, Antennenbuch 65
in der der Strahlungswiderstand wie im freien 3.2.3.3. Der Zusammenhang zwischen
Raum 73,2 1.1 beträgt- hat theoretisch den Ge­ Gewinn und Riebtcharakteristik
winn von 6 dB + 2,15 dB = 8,15 dB bei einem
Erhebungswinkel (Eievationswinkel) von rund Der Riebtfaktor oder Strahlungsgewinn D ist
30°. Der theoretisch höchste Gewinn von 9,2 dB im Sendefall
für einen horizontalen Halbwellendipol über Maximale Strahlungsdichte
idealem Erdboden entsteht bei einer Höhe von D= ,
Mittlere Strahlungsdichte
etwa 0,6.1. und einem Elevationswinkel von
etwa 25°. In der Praxis bleiben aber von den
als Verhältnis der maximalen Strahlungsdichte

6 dB Reflexionsgewinn vielleicht 3 bis 5 dB


im Fernfeld zur mittleren Strahlungsdichte,
die entstehen würde, wenn die gesamte Strah­
übrig, abhängig von der Frequenz in Verbin­
lungsleistung gleichmäßig in den gesamten
dung mit der Bodenleitfähigkeit.
Raum abgestrahlt würde (Kugelstrahler).
Bei direkt gegen Erde erregten Vertikalan­
Bei gleicher Strahlungsleistung verhalten sich
tennen entsteht mit dem gleichphasigen Spiegel­
die Strahlungsdichten umgekehrt proportional
bild ein Freiraumstrahler mit gleichen Verhält­
wie die zugehörigen Flächen (kleine Fläche er­
nissen. Da durch den Erdboden jedoch in die
gibt große Strahlungsdichte). Damit kommt
untere Halbebene nichts abgestrahlt werden
man zur gleichwertigen Formel
kann, ergibt sich für die obere Halbebene eine

D = 4rr (3.17.)
Leistungsverdopplung entsprechend einer Ge­
winnerhöhung um den Faktor 2 oder rund 3 dB. n
Für vertikale Antennen müssen die Reflexions­ als Verhältnis des gesamten Raumwinkels 4n
eigenschaften des Erdbodens besonders be- ·
zum äquivalenten Raumwinkel 1.1, in dem bei
rücksichtigt werden (siehe Abschnitt 19.). Man gleicher Strahlungsleistung die maximale Strah­
setzt meistens unendlich gut leitenden Erdboden lungsdichte gleichmäßig vorhanden wäre. Das
voraus und bezieht den Gewinn auf einen 1.1 beinhaltet ein Doppelintegral über das Qua­
Bezugsstrahler im freien Raum, z.B. Kugel­ drat der relativen oder normierten Riebtcha­
strahler oder HalbwellendipoL Eine kurze rakteristik (räumliches Strahlungsdiagramm).
Vertikalantenne wird z.B. als Bezugsantenne Für einfache Antennenformen kann man das
bei Industriestörungen verwendet (CCIR Rep. Integral berechnen; bei komplizierteren Dia­
258-3) oder als Meßantenne bei Feldstärke- grammen ist praktisch nur die grafische Aus­
·

oder Störstrahlungsmessungen. wertung brauchbar (z. B. grafische Integration


In der Praxis sind vertikale Bezugsantennen = Planimetrierung).
nicht besonders geeignet; einerseits wegen der Eine einfache Näherungsmethode nachKraus
notwendigen ausgedehnten Erdungsnetze oder ersetzt die äquivalente Raumfläche durch eine
Gegengewichte, andererseits wegen der Um­ Rechteckfiäche, gebildet aus dem Produkt der
gebungseinflüsse. So mißt man z.B. im VLF/ Halbwertsbreiten der E- und H-Ebene:
HF-Bereich vorteilhafter mit Rahmenantennen
41253; 253
als mit Stabantennen. D� d/dB� lOig 41 . (3.18.)
Eine Viertelwellen-Groundplane-Antenne <XE.' IXH <XE • <XH

wird häufig einer Viertelwellen-Marconi-An­ <XE - Öffnungswinkel der E-Ebene in Grad


tenne über idealem Erdboden mit dem absolu­ <XH- Öffnungswinkel der H-Ebene in Grad.
ten Gewinn von 3,28, entsprechend 5,16 dBi
Die Näherungsmethode ist auf Antennen be­
gleichgesetzt. Das ist jedoch unzutreffend. Die
schränkt, die eine nicht zu schmale Hauptkeule
Groundplane-Antenne in Erdnähe entspricht
und keine wesentlichen Nebenzipfel haben.
elektrisch einem gegen Erde erregten Vt<rtikal­
,82, entsprechend
Eine andere Näherungsmethode ( Dombrow­
p
di ol. Dessen Gewinn ist
4 ski, Orr) ersetzt die äquivalente Raumfläche
6,83 dBi (vergleiche. Abschnitt 3.2.3.6. Ta­
durch eine Kegelfläche. Es ergibt sich ein höhe­
belle 3.1.: Spiegelungsprinzip führt auf Ganz­
rer Gewinn, da die Ellipsenfläche kleiner ist als
wellendipol mit Faktor 2 wegen oberem Halb­
die Fläche des außen liegenden Rechtecks, ge­
raum).
bildet aus den Halbwertsbreiten:
52 532
D� (3.19.)
():E/0 . IXH/0

66
Die Zahl in der Formel über dem Bruchstrich Grad Dezibel fJrt!l!
wird auch als Gewinnbandbreite-Produkt be­
200 -2 200
zeichnet. - 180 180
Schon bei verlustlosen Antennen (D = G) 160 0 160
sind Werte zwischen 32000 und 38000 üblich. 1'1() 11j(]
120 2 120
Ist der Nebenzipfelanteil hoch, wie z.B. bei
logarithmisch periodischen Antennen, Helicai­ "'
700 lf 100
t:: 90 90
Antennen oder bei kleinen Reflektoren, kann "'
80 80
� IJ
der Wert 30000 unterschritten werden. ' 70 70
'<J
Weit verbreitet ist die Gewinnermittlung aus 60 8 60
den Öffnungswinkeln nach der Kraus- Formel 10
50 50
GI. (3.18.), indem man diese so modifiziert, daß �
lj(] .s:; lj(]
als Ergebnis der theoretische Höchstgewinn in t: 12
-----
dB, bezogen auf einen bestimmten Halbwellen­ -------�
30 1/f 30
dipol (dBd}erscheint [3], [4): <!!
25 16 25
25154
gdBd lOiog --- . (3.20.) 20 20
=
78
(XE• !XH

Diese Gewinnaussage bezieht sich· auf An­ 1!i 20 15


tennen mit idealisierten Diagrammen (keine 2Z
Rückwärtsstrahlung, keine Nebenkeulen), da­
10 2lf 70
her ist der errechnete Gewinn ein Höchstwert,
der in der Praxis nicht erreicht wird. Es sei des­
halb allgemein empfohlen, von dem erhaltenen Bild 3.19
Nomogramm zur Bestimmung des Strahlungsgewinnes
Ergebnis I bis 2 dB abzuziehen. Größere
von Richtantennen, bezogen auf einen Kugelstrahler
Nebenkeulen und mangelhafte Rückdämpfung
bei bekanntem Öffnunpwinkel der E-Ebene und der
bedingen größere Gewinnverluste [4]. H-Ebene; Beispiel (gestrichelt): "'E = 34 ', "'" = 37'
Ein auf der Grundlage dieser Näherungsfor­ ergibt g = 13 dB
mel konstruiertes Nomogramm ist in Bild 3.19
dargestellt. Es gestattet das direkte Ablesen des
annähernden Gewinns in dB bei bekannten
Die Wirkfläche ist kleiner als die geometri­
Öffnungswinkeln. Wenn nur der Gewinn und
sche Fläche. Das Verhältnis der Wirkfläche zur
ein Öffnungswinkel bekannt sind, kann man
geometrischen Fläche wird als Flächenausnut­
den unbekannten 2. Öffnungswinkel eb,enfalls
zung oder Flächenwirkungsgrad bezeichnet. Die
aus dem Nomogramm ermitteln.
Riebtfaktoren bzw. Gewinne zweier Antennen
verhalten sich wie ihre Wirkflächen. Zwischen
der W irkfläche A und dem Gewinn besteht fol­
3.2.3.4. Der Zusammenhang zwischen
gende Verknüpfung:
Gewinn und Fläche .P
A = - Gt · (3.21.)
Die Richteigenschaften einer Antennekannman 4rr
auch durch den Begriff der wirksamen oder So beträgt z.B. die Wirkfläche eines Halb­
effektiven Fläche ( Wirkfläche oder Absorptions­ wellendipols
fläche) kennzeichnen. Für den Empfangsfall ;.2
wird sie als Absorptionsfläche bezeichnet; sie A = �·1,64 = 0,1305Ä.2; (3.22.)
stellt eine senkrecht zur Ausbreitungsrichtung
gedachte Fläche dar. Nach Rüdenberg ist sie für G ist hier I ,64 einzusetzen, als Gewinn des
definiert durch das Verhältnis der an den An­ Halbwellendipols über den Kugelstrahler.
tennenklemmen abgegebenen Leistung zur Wie Bild 3. 20 zeigt, entspricht die Wirkfläche
Strahlungsdichte. Sie stellt also den Wirkungs­ eines Halbwellendipols etwa einem Rechteck
bereich einer Empfangsantenne dar. Für den der Breite Ä./2 und der Höhe A/4 oder einer
Sendefall ist die Bezeichnung Wirkfläche sinn­ Ellipse der Breite :i). und der Höhe A/4 (Fläc�e
voller. Beide Flächen sind gleich (Reziprozität). 0,13).2). Mit steigender Frequenz sinkt die

67
Beispiel:
Gesucht ist der Gewinn eines sehr kurzen Di­
pols A über einen Halbwellendipol C; Kugel­
strahler B.

A c
G = 1,5, G = 1,64 .
Bild 3.20 Die Wirkfläche des Handwellendipols
B B

A A B A . . C
G G G =G · I;G
C
= ·

Antennenwirkfläche und damit die abgegebene C B B B

1,5 . 1/1,64 = 0,92, G = 0,92


Empfangsspannung.
Im Sendefall ist die Strahlung eines verlust­
oder
losen Dipols frequenzunabhängig. So gibt z.B.
ein 40 m langer Dipol für 3,5 MHz dieselbe A c
1,76 dB, 2,15 dB.
Feldstärke wie ein I m langer Dipol für 144MHz gB gB
= =

bei gleicher Sendeleistung. Im Empfangsfall


A A B A C
entnimmt der 40 m lange Dipol für 3,5 MHz = =
jedoch etwa 40mal mehr Spannung aus dem gc gB +gC gB -gB

Feld gleicher Feldstärke als der 1 m lange Dipol = 1,76- 2,15 = -0,39, � 0,4 dB.
g
-

für 144 MHz. Das ist die Folge der frequenz­


Das bedeutet, daß der sehr kurze Dipol, un­
abhängigen Wirkflächen. Die bei hohen Fre­
abhängig von seiner Länge, einen nur um etwa
quenzen geringere Empfangsspannung muß
9% geringeren Gewinn hat als der Halbwellen­
daher durch erhöhten Antennengewinn sende­
dipol. Dabei wird jedoch vorausgesetzt, daß
oder empfangsseitig bzw. durch Erhöhen der
der Wirkungsgrad 100% beträgt und An­
Sendeleistung ausgeglichen werden.
passung besteht; beides ist in der Praxis nicht
Neben der Wirkfläche gibt es noch die Streu­
gegeben.
fläche. Eine Empfangsantenne nimmt nicht die
ganze Leistung aus dem Strahlungsfeld, sondern
bei Anpassung nur die Hälfte. Sie strahlt somit
3.2.3.6. Antennenkenngrößentabelle
genausoviel Leistung wieder in den Raum zu­
rück, wie sie an den Abschlußwiderstand liefert.
Die Tabelle 3.I. zeigt Antennenkenngrößen von
Bei Kurzschluß ergibt sich die größte Streu­
speziellen elektrisch kurzen oder resonanten
fläche (Düppei-Streiten bei Radar).
Antennen. Die Kenngrößen sind zutreffend,
Für spezielle Antennen (z. B. Hornstrahler
wenn sich die Antennen Nr. I bis 7 im freien
Linsenantennen, Parabolstrahler usw.) gibt e �
Raum und die Antennen Nr. 8 bis 12 über ideal
besondere Formeln für den Zusammenhang
leitender Erde befinden. Alle Antennen sind
zwischen Gewinn und Wirkfläche.
verlustlos und angepaßt.
Der absolute, isotrope oder theoretische Ge­
winn ist der auf den Kugelstrahler im freien
3.2.3.5. Gewinnumrechnungsformeln Raum bezogene Gewinn; er entspricht dem
Richtfaktor. Der relative oder praktische Ge­
Zur Gewinnumrechnung zwischen beliebigen winn ist der auf den verlustfreien Halbwellen­
Antennen gelten folgende Formeln: dipol im freien Raum bezogene Gewinn.
Der Strahlungswiderstand ist bei elektrisch
numerisch logarithmisch (dB)
kurzen Antennen auf den Speisepunkt bezogen,
A B A A B A bei resonanten Antennen auf den Strombauch.
G ·G = G
' = (3.23.)
c c gB + gC gC
·

B Sind mehrere Strombäuche vorhanden, so ist


der Gesamtstrahlungswiderstand gleich der
A 8 A B Summe der einzelnen, wobei diese aber nicht
1/G G = (3.24.)
-g B gA mehr als 73,2 n haben. Dieser Wert gilt nur für
= ·

B A'
den Einzelstrahler im freien Raum.
A A Ähnliche Antennenformen, die nicht in der
G = I·
, =0 (3.25.)
A gA Tabelle enthalten sind:

68
Tabelle 3.1. Amennenkenngrijflen (nach [2])

Nr. Antennenart Stromverteilung A bsolutcr Gewinn Relativer Gewinn Wirkfläche Strahlungswider-


(Richtfaktor) stand
c, g, in dB -Go g• in dB Aw R, inQ

Kugelstrah Ier I 0 0,61 -2,15 0,079Ä2


(Isotrope Antenne)

2 Sehr kurzer Dipol


(I�
J../4 )
e� l I
I ,5 1,76 0,92 -0,39 0,119).2 197 (l/Ä)2

ffi
3 Hertzscher Dipol 1,5 1,76 0,92 -0,39 0,119A2 790 (1/J.)Z
(Elementardipol)

��E1
4 Halbwellendipol 1,64 2,15 I 0 0,131A2 73,2
(}.J2-Dipol)

5 Ganzwellendipol 2;41 3,82 1,47 1,67 0,192A2 199,2


(?..-D ipol)
e::��=:J
6 Verlängerter Doppelzepp 3,30 5,18 2,01 3,03 0,262).2 98
(1,28). � 5Ä/4-Dipol)
c����
� t�f2
7 Kreuzdipol 0,82 -0,86 0,5 -3,01 0,065).2 36,6
(Turnstile Antenne)

8 Sehr kurze Vertikalantenne


(h � Ä/8) tl\ th
777777;
3 4.77 1,83 2,62 0,239).2 395 (i1/).)2

9. Kurze Vertikalaptenne mit


Dachkapazität tn th
7777777
3 4,77 1,�3 2,62 0,239Ä2 1579 (h/Ä)2

0\
\0
z Tabelle 3 I (Fortsetzung)
. .

Nr. Antennenart Stromverteilung Absoluter Gewinn Relativer Gewinn Wirkfläche Strahlungswider-


(Richtfaktor) stand
G, g, in dB -Go g. in dB A., R, in Q

10 J../4· Vertikalantenne tJ\ P·/11- 3,28 5,16 2 3,01 0,262J..2 36,6


(Marconi-Antenne) 7777771

II Ä/2-Vert.ikalantenne t.D t�k


777777/
4,82 6,83 2,94 4,68 0,384.1.2 99,6

� 15�8
12 0,64.1.-Vertikalantenne 6,6 8,19 4,02 6,04 0,525).2 49
(:::: 5.1./8)

777777i
Faltdipol: Gleiche Werte wie Halbwellendipol, Literatur zu Abschnitt 3.
Strahlungswiderstand ist 4mal so groß. (I] ... Begriffe aus dem Gebiet der Antennen.
Schlitzdipol (2seitige Abstrahlung): Gleiche Elektrische Eigenschaften (NTG 1301), Nach­
Werte wie Halbwellendipol, Strahlungswider­ richtentechnische Zeitschrift (NTZ), 22 (1969)
Heft 6, Seite 325 bis 330
stand ist etwa 7mal so groß, und die Polarisa­
[2] Krischke, A.: Antennengewinn, Beitrag von
tion ist umgekehrt, das heißt, daß ein horizon­
DJ0TR/OE8AK, 1980 (im Manuskript)
taler Schlitz vertikale Polarisation ergibt (siehe
[3] Schwarzbeck, G.: Streifzug durch den Anten­
Abschnitt 26.4.). nenwald: VHF-UHF-Antennenmeßtechnik, cq­
DL, Baunatal, 52 (1981), Heft I, Seite 9 bis 20
[4] Schwarzbeck, G.: Streifzug durch den Anten­
Zusammenfassung: nenwald: Das verlorene dB, das gefundene
Der Antennengewinn ist eine Richtwirkungs­ dB ..., cq-DL, Baunatal, 52 (1981), Heft 3,

eigenschaft. Wird die abgestrahlte Leistung in Seite 128 bis 130


[5] Best, S.: Aktive Antennen für DX-Empfang,
einer Vorzugsrichtung erhöht, ist das nur mög­
RPB-elektronic-Taschenbücher Band 182;
lich, wenn sich die Abstrahlung in anderen Franzis-Verlag München
Richtungen verringert. Jäger, G.: Der Einfluß des Erdbodens auf Anten­
Um den Gewinn zu erhöhen, muß man den nendiagramme im Kurzwellenbereich, Inter­
Öffnungswinkel verkleinern und gleichzeitig nationale Elektronische Rundschau, Berlin
die Wirkfläche vergrößern. Die Halbierung der (1970) Heft 4, Seite 101 bis I04
Halbwertsbreite in einer Ebene bringt eine Meinke, H./Gundlach, F. W.: Taschenbuch der
Hochfrequenztechnik, 3.Auflage, Springer Ver­
Gewinnverdopplung, verbunden mit Verdoppe­
lag 1968
lung der Wirkfläche. Möglichkeiten der Ge­
Orr, W.: Beam Antenna Handbook, Chapter II.
winnerhöhung durch Vergrößern der Antenne
The Array, Radio Publications, Inc. Wilton,
sind der Einsatz von Reflektoren, Direktoren
·

Conn.
oder Gruppenbildung (Stockung). Schröder, H.: Elektrische Nachrichtentechnik,
Gewinn und Riebtwirkung stehen bei opti­ Band 1, Abschnitt 1, Antennen, Verlag für
maler Antennenbemessung in einem physika­ Radio-Foto-Kinotechnik, Berlin I 967
lisch feststehenden Verhältnis zur mechanischen Spillner, F.: Die UKW-Amateurantenne als L/C­
Kreis, Funkschau, München, 48 (1976), Heft 2,
Größe. Bei relativ großer Längenausdehnung
Seite 63 bis 66
kann ein bestimmter Gewinn mit verhältnis­
Spillner, F.: Der Wirkungsgrad eines Amateur­
mäßig geringen Querabmessungen erreicht wer­ Dipols, Funkschau, München, 48 (1976),
den. Relativ große Querabmessungen lassen Heft 23, Seite 106 bis I 08
eine geringeBaulänge zu. Eine passive Miniatur­
antenne kann daher nie eine hohe Riebtwirkung
und damit einen großen Gewinn haben!

71
4. Dipolformen

Durch entsprechende Formgebung kann man Zur Berechnung des Strahlungswiderstandes


die charakteristischen Eigenschaften eines Di­ eines gestrecktenDipols benutzt man GI. (3.1.).
pols verändern. Das trifft vor allem für den Wird aus dem gestreckten Dipol durch Hinzu­
Fußpunktwiderstand und die Bandbreite zu. fügen eines 2., parallelen Elements gleicher
Manchmal können sich aus einer bestimmten Stärke ein Faltdipol, so verteilt sich der Anten­
Formgebung neben den erwünschten elektri­ nenstrom auf 2 Dipoläste. Bei gleicher Strah­
schen Sondereigenschaften auch Vorzüge hin­ lungsleistung P, ist demnach beim Schleifen­
sichtlich der mechanischen Befestigung oder des dipol der Antennenstrom I am Speisepunkt nur
Blitzschutzes ergeben, wie das z. B. beim Schlei­ noch halb so groß wie beim gestreckten Dipol.
fendipol der Fall ist.
Sonderformen von Dipolen werden aus me­
chanischen Gründen vorwiegend im Bereich
R�'
Zum Errechnen des Fußpunktwiderstandes
eines Faltdipols muß deshalb GI. (3.1.) wie
folgt verändert werden:
der Ultrakurzwellen und der Dezimeterwellen
verwendet. R" = ___!2._ , (4.1.)

s (; r
4.1. Schleifendipole Durch Umstellung der Formel erhält man

R, · 12
beim gestreckten Dipol
(P.S. Carter- US Pat. 2283914- 1937)
P, =

R". (!.._)2
Aus der Parallelschaltung zweier Halbwellen­ und beim Faltdipol
stücke in geringem gegenseitigem Abstand
D (D 0,05l) ist der Schleifendipol entstanden.
< ps =
s
2
Man nennt ihn auch gefalteter Dipol oder Falt­
dipol (Bild 4.1). Seine Riebtcharakteristik ent­ Da in beiden Fällen die abgestrahlte Leistung
spricht �m wesentlichen der des einfachen ge­

R · J2 R" (!.._)2 ·
P, die gleiche ist, kann man gleichsetzen:
streckten Dipols (s. Bild 3.10). Er unterscheidet
sich von diesem vor allem durch einen höheren =
'
s ·
s

Fußpunktwiderstand, auch die relative Band­ 2


breite ist etwas größer. Für den Verkürzungs­
faktor V der beiden Leitungsstücke gilt R ·12 R" · !.:_
s
=
s
4 '
·

Bild 3.7.
R; R = 4 ,.

Daraus folgt, daß der Fußpunktwiderstand


eines Faltdipols 4mal so groß ist wie der eines
gestreckten Dipols. Unabhängig vom Abstand
D kann man deshalb beim Faltdipol mit einem
Fußpunktwiderstand von 240 bis 280 Q rech­
X X nen, sofern d1 = d2.
"'240!J Eine gern verwendete Möglichkeit, den Fuß­
Bild4.1 punktwiderstand eines Schleifendipols zu ver­
Der Schleifendipol ändern, besteht in der unterschiedlichen Wahl

72
EineAbart des Schleifendipols ist der Doppel­
schleifendipol (Bild 4.4). Bei gleichen Leiter­
durchmessern verteilt sich in diesem Falle der
Antennenstrom auf 3 gleiche Halbwellen­
Bild 4.2
stücke; es fließt demnach in jedem Dipolzweig
Der Schleifendipol mit verschiedenen Elementdurch­

R;'
messern
nur t des Gesamtstromes. Der Eingangswider­
stand des Doppelschleifendipols beträgt
deshalb
des Durchmessers der beiden Halbwellenstücke
(Bild 4.2). Wird der Durchmesser des nicht
R"' __!2_ (4.5.)
d2
=

. (: r
unterbrochenen Halbwellenstückes größer
als der des Dipols d�> so erhöht sich der Ein­
gangswiderstand. Er wird größer als der des
normalen Faltdipols. Ist umgekehrt der Durch­ und hat den 9fachen Fußpunktwiderstand eines
messer d1 des gespeisten Dipols größer als d2, einfachen gestreckten Dipols (540 bis 630 0).
dann verkleinert sich der Fußpunktwiderstand. Hier ist jedoch folgende Einschränkung zu be­
In beiden Fällen hängt der Multiplikations­ achten: Der Faktor k = 9 gilt nur für d1 = d2,
faktor k außerdem noch vom Abstand D ab. wenn die 3 Halbwellenstücke räumlich an-
Den wirksamen Eingangswiderstand eines ' geordnet sind, das heißt, wenn der Querschnitt
Schleifendipols, der aus verschieden dicken ein gleichseitiges Dreieck ergibt. Bei ebener An­
Stäben aufgebaut ist (d2 > d1), zeigt Bild 4.3. ordnung, wie in Bild 4.4 gezeichnet, ergibt sich
Für den umgekehrten Fall, d2 < d1, gilt der Vervielfachungsfaktor k = 9 nur, wenn
Bild 19.23.
Rechnerisch erhält man den Multiplikations­

(RCA Review, June,


faktor k nach einer von Roberts angegebenen
Beziehung 1947), wonach

k =I+(:� r (4.2.)

y
30

beträgt. Der Faktor k bezieht sich wieder auf


'i2.
�b �A I / V .//
lo/ l--" /
den gestreckten HalbwellendipoL Für Z1 setzt

r. ll V
man den Wellenwiderstand, der sich ergibt, 15
wenn man eine Doppelleitung mit den Leiter­
durchmessern d1 bei einem Leiterabstand D 10 ,v I � /
'0
konstruieren würde. Der Wellenwiderstand Z 8 ./
IL

1/ V/ ..L V
einer luftisolierten Zweidrahtleitung ergibt sich 6 I I /V / '1

II/V
aus 5
V ./......

II/// /
2D lf 6
Z/o 276 ·lg­ (4.3.)
d
=

?--�
3
und wird in Abschnitt 5.1.1. ausführlicher be­
�/ �VI- /
--

f--1-
handelt. 2


-
Sinngemäß ist für Z2 der Wellenwiderstand
aus d2 und D festzustellen.

( --)
Als Zusammenfassung für die Bestimmung
2 3 lf 5678910 20 0/dz
des Multiplikationsfaktors k ist auch die Glei­
chung Bild4.3

z 2 Der Eingangswiderstand eines Faltdipols mit ver­


4D
lg · schiedenen Elementdurchmessem, bezogen auf einen

k = d��d2 (4.4.) gestreckten Dipol. Beispiel:

D/d2 = 6,
lg­
dz daraus ergibt sich ein Impedanzverhältnis von 6, das
ist der 6fache Wert eines gestreckten Dipols (360 bis

üblich. 4200)

73
d2 = 2d1 = 2d3 (unabhängig vomAbstand D).
Dies kann auch aus Bild 4.5 entnommen wer­
den. Bei allen anderen Vervielfachungsfaktoren H
besteht Abhängigkeit vom Abstand D.
Für die Funktion des Doppelschleifendipols
hat es keine Bedeutung, ob man den Speisepunkt
nach Bild 4.4a oder nach Bild 4.4 b wählt. Aus 7
V
mechanischen Gründen ist die Einspeisung im
unteren Zweig oft vorteilhafter, weil man dann
den Mittelleiter zur Befestigung auf demAnten­
I
5 /
nenträger nutzen kann.
Lf /
Die Anzahl n der parallelen Halbwellen­ ./ ./
stücke läßt sich bis zur Reusenform vergrößern. 3 ./
V V/ ..".
� ..... V /.."..
Für den Fußpunktwiderstand gilt dabei die
Regel : Haben alle Leiter gleichen Durch­
V �V / V
·
2
messer und beträgt ihr gegenseitiger Abstand
7,5

----���<���l\ //'./ I
D < 0,05.1, dann ist der Multiplikationsfaktor
k für den Fußpunktwiderstand - bezogen auf
den des gestreckten Halbwellendipols - etwa
� __.
gleich dem Quadrat der Leiteranzahl

k =
2
n •
n
���--�rrm:--
���--- I� I
:
10 ---4

2 3 Lf 56 78910
Auch beim Doppelschleifendipol wird eine
Widerstandstransformation erzielt, wenn sich Bild 4.5

der Durchmesser d1 des unterbrochenen Dipols Der Eingangswiderstand eines Doppelschlci,fendipols

von d3 der beiden parallelen Halbwellenstücke mit verschiedenen Elementdurchmessern, bezogen auf
den gestreckten Dipol
unterscheidet. Die Zusammenhänge veran­
Beispiel (eingezeichnet):
schaulichen die Kurven in Bild 4.5.
d2/d, � 1,25;

daraus ergibt sich ein Impedanzverhältnis von 16, das


Jo,f2·V jst der 16fache Wert eines gestreckten Dipols (960 bis
t .1120 !l)

! r l ""

In Anlehnung an GI. (4.2.) und GI. (4.4.) er­


! l � t "'540Q I ""
geben sich in diesem Fall die rechnerischen Be­
ziehungen aus
t d od, od
a)
e��r
=�;;;· ::::;>.,:_._·[2=V__::::]:;"/-" --:{
k 1 +

( )
=
(4.6.)

und

2
4D3
lg
k d12. d2
=
(4.7.)

_) ll 13 lg­
D
d2
t t
b) t d,· dz ·da X X ,.5LfO!il
Bei allen Schleifendipolen können die nicht
Bild 4.4 unterbrochenen Halbwellenstücke in ihrer geo­
Der Doppelschleifendipol; a - Mittelleiter zur Speisung metrischen Mitte geerdet bzw. direkt mit dem
aufgetrennt. b - unterer Leiterzweig zur Speisung auf­ metallischen Antennenträger verbunden wer­
getrennt den.

74
bei Ganzwellendipolen in Abhängigkeit von
deren Schlankheitsgrad Ä./d.
Der Abstand der beiden Dipolhälften im

XX
Speisepunkt XX hat ebenfalls geringfügigen
Einfluß auf den Fußpunktwiderstand R0• Die
Bild4.6
in Bild 4.7 enthaltenen Werte für R0 sind um
so genauer, je besser der Abstand XX dem
Der Ganzwellendipol

4.2.
Strahlerdurchmesser d entspricht.
Ganzwellendipole Auch der Verkürzungsfaktor V des Ganz­
wellendipols unterscheidet sich von dem eines
Einen Dipol, dessen Gesamtlänge elektrisch Halbwellendipols gleichen Schlankheitsgrades;
1 Ä. beträgt, nennt man Ganzwellendipoi(Bild4.6). der Ganzwellendipol muß stärker verkürzt wer­
Beide Halbwellenstücke werden gleichphasig den, um in Resonanz zu kommen.
im Spannungsbauch erregt. Hohe Spannung
bei niedrigem Strom ergibt bekanntlich einen Beispiel
hohen Widerstand, folglich ist die Impedanz Ein Ganzwellendipol für f = 150 MHz ent­
im Speisepunkt des Ganzwellendipols verhält­ sprechend Ä. = 200 cm soll aus 2 cm dickem
nismäßig hoch. Rohr gebaut werden. Das Verhältnis Ä.fd ist
Da die Speisung des Ganzwellendipols in demnach 200:2 = I 00. Für einen Schlankheits­
einem Spannungsmaximum erfolgt, spricht grad von 100 kann aus Bild 4.7 ein Fußpunkt­
man auch von einem spannungsgespeisten Di­ widerstand R0 von etwa 800 0 abgelesen wer­
pol. Der Fußpunktwiderstand R0 und die Band­ den. Der Verkürzungsfaktor V beträgt bei die­
breite sind mehr als beim Halbwellendipol vom sem Schlankheitsgrad 0,868.
Verhältnis Ä.jd abhängig. Dabei ist die Band­ Der Ganzwellendipol darf nicht mit dem
breite stets größer als die eines Ä./2-Dipols Ganzwellenstrahler verwechselt werden. Beim
gleichen Schlankheitsgrades. Die Kurven in in der geometrischen Mitte unterbrochenen
Bild 4.7 :zeigen den erwartenden Fußpunkt­ und dort gespeisten Ganzwellendipol werden
widerstand R0 und den Verkürzungsfaktor V
zu

beide Halbwellenzweige zwangsläufig gleich-

-S!.

0,97 � I
� 0,95
:0..


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"l:
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g,
§ 0,93 5000
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0,91 itOOO

•0,89 Ro 3000

2000

1000

500

50 60 5000
Schlankheitsgrad "A/d
80 100 200 500 1000 2000 10000
--·-

Bild4.7 Fußpunktwiderstand R0 und Verkürzungsfaktor V beim Ganzwellendipol in Abhängigkeit vom Wellen­


längen/Durchmesser-Verhältnis A/d (Näherungswert)

75
90° luste, die durch eine ungleichmäßige Spannungs­
verteilung beim Ganzwellendipol entstehen
könnten, zu vermeiden.
Vergrößert man den Abstand XX der beiden
Speisepunkte, so wird eine Gewinnsteigerung
erzielt. Der Gewinn kann mehr als 5 dB betra­
gen, wenn die Breite der Trennstelle XX in die
Größenordnung von 0,2 bis 0,6A kommt. Aller­
dings ist eine Gewinnsteigerung auf diese Art
a) b}
aus mechanischen Gründen kaum möglich.
Bild4.8
Riebtdiagramm der E-Ebene und Stromverteilung bei
GanzweHenstrahlern; a - Ganzwellendipol, beide Hälf­
ten werden gleichphasig erregt (gleiche Stromrichtung), 4.3. Breitbanddipole
Hauptstrahlrichtung 90° zur Dipollängsachse, b - Ganz­
wellenstrahler, nicht unterbrochen (z.B. endgespeist), Der Eingangswiderstand eines Dipols ist im
dadurch gegenphasig erregt ( entgegengesetzte Strom­ Resonanzfall ein reiner Wirkwiderstand. Bei
richtung), Hauptstrahlrichtungen 54• zur Strahler-
Erregung des Dipols mit Frequenzen, die außer­
Iängsachse
halb seiner Resonanzfrequenz liegen, wird der
Eingangswiderstand mit induktiven oder kapa­
phasig erregt. Daraus ergibt sich ein Strahlungs­ zitiven Blindkomponenten beaufschlagt.
diagramm in der E-Ebene nach Bild 4.8a. Es Je schlanker ein Dipol, desto schneller wach­
ähnelt dem des Halbwellendipols, die beiden sen die Blindanteile bei Verstimmung aus der
Strahlungskeulen sind aber etwas schmaler Resonanzfrequenz, und desto geringer ist des­
(Öffnungswinkel horizontal etwa 65°, vertikal sen Bandbreite. Deshalb verwendet man Dipole
47°). Bei einer nicht unterbrochenenGanzwellen­ mit kleinem Schlankheitsgrad A/d (sogenannte
antenne dagegen speist man in einem Leiter­ »dicke Dipole«), wenn eine große Frequenz­
ende ein (sogenannte Zeppelin-Antenne, s.Ab­ bandbreite erzielt werden soll. Dicke Dipole
schnitt 10.2.1.). In diesem Fall ändert sich die stellt man als Halbwellendipole und als Ganz­
Stromrichtung in der Mitte des Ganzwellen­ wellendipole her. Bezüglich der Bandbreite
leiters (Bild 4.8b), und die beiden Halbwellen­ sind Ganzwellendipole günstiger, weil sie bei
abschnitte werden gegenphasig erregt. Dadurch gleichem Schlankheitsgrad eine um etwa den
ist das Riebtdiagramm in der E-Ebene nach Faktor 1,3 größere Bandbreite haben als ein
Bild 4.8b in 4 Hauptstrahlrichtungen auf­ Halbwellendipol.
geblättert, wobei die Maxima der Strahlungs­ Beim dicken Dipol ist die Stromverteilung
keulen jeweils in Winkeln von 54° zur Strahler­ nicht mehr sinusförmig, sondern abgeflacht,
längsachse auftreten. Während beim Ganz­ etwa wie in Bild 4.9 dargestellt. Der Strom im
wellendipol mit einem Gewinn von 1,67 dB Speisepunkt nimmt deshalb beim dicken Ganz­
- bezogen auf einen Halbwellendipol - gerech­ wellendipol relativ hohe Werte an, woraus sich
net wird, beträgt dieser beim endgespeisten auch das Absinken des Fußpunktwiderstandes
Ganzwellenstrahler nur etwa 0,5 dB. bei kleiner werdendem Schlankheitsgrad er­
Einem Halbwellendipol werden die Eigen­ klärt.
schaften eines Serienresonanzkreises zugeord­ Besteht der Breitbanddipol aus dicken, zylin­
net, dagegen verhält sich der Ganzwellendipol drischen Rohren oder Stäben, entsprechend
im Resonanzfall und bei Veränderung de1 Bild 4.9, so weisen die Querschnittsflächen der
Frequenz wie ein Parallelresonanzkreis. Stäbe am Speisepunkt eine große Kapazität
Auf Grund der relativ großen Bandbreite
setzt man Ganzwellendipole bevorzugt in Breit­
Stromverlauf
bandantennensystemen ein. Dabei könnte der

(r:at:a
Dipol in den beiden Spannungsminima be­
festigt und geerdet werden (s. Spannungsver­
teilung Bild 4.6). Man verzichtet aber oft auf
die Erdung an den Befestigungspunkten und Bild4.9
haltert den Ganzwellendipol isoliert, um Ver- Die Stromverteilung bei einem dicken Ganzwellendipol

76
gegeneinander auf. Beim Anschluß der Speise­
leitung tritt außerdem eine plötzliche starke
Querschnittsänderung auf. Deshalb werden die
dicken Elementstäbe gewöhnlich am Speise­
punkt konisch verjüngt, wie Bild 4.10a zeigt,
und man erhält dadurch definierte Anschluß­
punkte für die Speiseleitung.
Häufig behält man die konische Struktur
über die ganze Antennenlänge bei, und es ent­
steht daraus der Doppelkegeldipol (Bild 4.10b).
Bei ihm wird der Fußpunktwiderstand aus der
Größe des Winkels abgeleitet und läßt sich aus
Bild 4.11 ersehen. Wegen der großen Band­
breite solcher Dipole ist die Bemessung des Ver­
kürzungsfaktors V nicht besonders kritisch. 0 10 20 30 '105060708090
Winkel e in Grad
Deshalb wird oft mit einem Mittelwert von
V;", 0,73 gerechnet. Bild 4.11

Kleineren Windwiderstand und geringeres Der Fußpunktwiderstand R0 eines Doppelkegeldipols


in Abhängigkeit vom Winkel e
Gewicht bietet ein skelettförmiger Aufbau mit
möglichst vielen Einzelstäben nach Bild 4.10c.
Die Eigenschaften des DoppelkegeldipOls blei­
ben auch bei diesem vereinfachten Aufbau er­
halten. Schließlich kann man von der volumi­
nösen Kegelform ganz abgehen und die Dipole
nur flächig gestalten. Um definierte Anschluß­
punkte für die Speiseleitung zu erhalten, stellt
man Flächendipole vorwiegend mit dreieck­
förmigen Flügeln (s. Bild 4.1Od) her. Man nennt
sie deshalb auch Schmetterlingsdipole. Sind
die Flächen aus engmaschigem Drahtgeflecht
b)
oder aus gelochten Blechen gebildet, so wer­
den Windwiderstand und Gewicht gemindert,

i>1�
ohne daß sich die Antenneneigenschaften merk­
bar verschlechtern. Auch beim Ganzwellen­
schmetterlingsdipol rechnet man mit einem
durchschnittlichen Verkürzungsfaktor V von
c)
0,73. Breithandflächenantennen werden in Ab­
schnitt 26.1. ausführlich beschrieben.
Bei den aufgeführten Breitbanddipolen be­
trägt die von den Abmessungen abhängige rela­
tive Bandbreite b etwa zwischen 0,5 und 0,8/0•
Zur Definition der relativen Bandbreite b siehe
Abschnitt 3.1.4. und GI. (3.3.).

Bild 4.10 Literatur zu Abschnitt 4.


Die Varianten von Breitbanddipolen; a - dicker Ganz· Guertler, R.: Impedance Transformation in Fol­
wellendipol aus zylindrischen Stäben, am Speisepunkt ded Dipoles, Proceedings oftbe I.R.E.,Austra­
konisch verjüngt, b - Ooppelkegel·Ganzwellendipol, lia 10 (1949) April, Seite 95 bis 100
aus Blechkegeln hergestellt, e - Skelettform eines Thomas. E. R.: Transforming Impedance witb
Doppelkegei·Ganzwellendipols, aus einzelnen Stäben Folded Dipoles, »QST«, West Hartford, Conn.
hergestellt, d - Flächendipol in Schmetterlingsform (1951) October, Seite 52 bis 53

77
5. Die Speisung von Antennen

Größtmögliche Leistung wird übertragen, wenn Spannung U zum Strom I auf einer unendlich
der Scheinwiderstand des Generators (Sender­ langen Leitung.
Endstufe) an den Scheinwiderstand des Ver­ Eine HF-Leitung kann als die Zusammen­
brauchers (Antenne) angepaßt ist. setzung von Längsinduktivitäten und Quer­
Der Wirkungsgrad der Leistungsübertragung kapazitäten dargestellt werden. Dieser Vor­
erreicht nur dann seinen Höchstwert, wenn der stellung entspricht auch das gebräuchliche und
Verbraucher für den Generator einen reinen vereinfachte Ersatzbild für eine Doppelleitung
Wirkwiderstand darstellt. Das heißt, daß der (Bild 5.1).
Speisepunkt der Antenne frei von induktiven Bei einer in der Praxis durchaus vertretbaren
oder kapazitiven Blindanteilen sein muß. Das Vernachlässigung der Leitungsverluste errech­
ist der Fall, wenn sich die Antenne in Resonanz net sich der Wellenwiderstand Z einer HF-Lei­
mit der Sendefrequenz befindet. tung nach
Da zwischen dem Sender und der Antenne
in den meisten Fällen eine Energietransport­
leitung (Speiseleitung) eingefügt ist, muß auch
Z= J� ·
(5.1.)

diese so beschaffen sein, daß sie die Anpassungs­


Z ist reell, daher hängt der Wellenwiderstand
bzw. Resonanzbeziehung zwischen Sender und
nicht von Frequenz und Leitungslänge ab.
Antenne nicht stört. Sinngemäß haben diese
Aus GI. (5.1.) geht hervor, daß große Selbst­
Überlegungen auch für den Empfangsfall
induktion L und kleine Kapazität C einen gro­
Gültigkeit, hier wird lediglich die Antenne
ßen Wellenwiderstand Z ergeben. Das bedeutet
zum Generator und der Empfänger zum Ver­
für die Praxis, daß dünne Leiter (großes L) in
braucher.
weitem Abstand voneinander (kleines C) einen
großen Wellenwiderstand Z, dagegen dicke
Leiter (kleines L) in geringem Abstand vonein­
5.1. Speiseleitungen ander (großes C) einen kleinen Wellenwider­
stand Z aufweisen. Der Wellenwiderstand Z
Speiseleitungen haben die Aufgabe, die HF-·
wird demnach in erster Linie von den geometri­
Energie möglichst verlustarm weiterzuleiten,
schen Abmessungen des Leitungsquerschnittes
und sollen dabei selbst nicht strahlen. Die in
bestimmt.
der Antennentechnik üblichen Speiseleitungen
In der Antennentechnik verwendet man
bestehen vorwiegend aus 2 parallel zueinander
hauptsächlich Paralleldrahtleitungen, wie in
verlaufenden Leitern, deren charakteristische
Bild 5.2.im Querschnitt dargestellt, und koaxiale
Eigenschaften hauptsächlich durch die geo­
Leitungen nach Bild 5.3. Ihr Aufbau wird im
metrischen Abmessungen des Leitungsquer­
folgenden Abschnitt noch ausführlicher be­
schnittes und die Art des Dielektrikums zwi­
schrieben.
schen den Leitern bestimmt werden.

5.1.1. Der Wellenwiderstand einer Leitung LlC

Eine wichtige Größe bei HF-Leitungen ist deren LlL LlL LlL LlL LlL
Wellenwiderstand Z. Dieser Leitungsschein­ Bild 5.1
widerstand ergibt sich aus dem Verhältnis der Die Ersatzschaltung einer Paralleldrahtleitung

78
b - koaxiale Leitungen mit Luftisolation
(Bild 5.3)
D
Z/n = 60 In d
· (5.4.)
Bild 5.2
oder
Querschnitt einer Paralleldraht­
D
leitung Z/n = 138 lg d ;
· (5.5.)

Bild 5.3 In- natürlicher Logarithmus, lg- dekadischer


Querschniu einer koaxialen (Briggscher) Logarithmus. Die Größen für D
Leitung und d sind aus Bild 5.2 bzw. Bild 5.3 zu ent­
nehmen. (D und d in gleichen Einheiten).
Der Wellenwiderstand Z von HF-Leitungen
Unter der Voraussetzung, daß das Dielektri­
verschiedener Querschnittsformen läßt sich
kum zwischen beiden Leitern aus Luft besteht
durch Benutzen der Kurven aus Bild 5.4 bis
(Dielektrizitätskonstante e = I), ergeben sich
Bild 5.7 vereinfacht berechnen. Die Kurven­
nachstehende Näherungsformeln für die Er­
werte gelten für Luftisolation.
rechnung des Wellenwiderstandes Z:

a - Paralleldrahtleitungen mit Luftisolation


5.1.1. 1. Das Dielektrikum von HF-Leitungen
(Bild 5.2)
2D Die Ausbreitungsgeschwindigkeit v der elektro­
Z/n = 120 ln d· (5.2.)
magnetischen Welle wird durch das Medium
oder bestimmt, das sie durchläuft. Handelt es sich
2D bei diesem Medium um atmosphärische Luft,
Z/n = 276 ·lg-; (5.3.)
so ist v = c = 3 108 m/s (Lichtgeschwindig­
d ·

. keit). Dieser »Höchstgeschwindigkeit« liegt die


D
)
(für d > 2,5 Dielektrizitätskonstante e des Vakuums oder
der atmosphärischen Luft zugrunde. Sie stellt

Bild 5.4 Der Wellenwiderstand Z einer Paralleldrahtleitung mit Luftisolation in Abhängigkeit vom Verhältnis
Leiterabstand D zu Leiterdurchmesser d

79
1
10

I0 50 100 750 200 Z/Q 250

Bild 5.5 Der Wellenwiderstand Z einer koaxialen Leitung mit Luftisolation in Abhängigkeit vom Verhältnis
Innendurchmesser des Außenleiters D zu Außendurchmesser des lnnenleiters d

102

1--
I-

ß I1J
50 I- 1-+- �
I- I/
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I-.,
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I

I i I

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i
'
I

200 300 400 500 Z/fJ 600


Bild 5.6 Der Wellenwiderstand Z einer abgeschirmten, symmetrischen Doppelleitung mit Luftisolation

80
0 50 700 150 200 250
Bild 5.7 Der Wellenwiderstand z einer Leitung mit Luftisolation bei rundem Innenleiter und quadratförmigem
Außenleiter

eine dimensionslose Naturkonstante mit dem b - Koaxialkabel mit Kunststoffdielektrikum


Zahlenwert I dar. Die relative Dielektrizitäts­
60 D
konstante e, aller anderen Stoffe ist immer >I. Z/o. = ·In (5.9.)
Aus der Beziehung
1
ve,
d
c oder
(5.6.)
D
V=-
138
.J-;. Z/o. = ---= · lg- . (5.IO.)
läßt sich ersehen, daß sich die Ausbreitungs­ .Je, d
geschwindigkeit c (in m/s) vermindern muß,
Enthält das Dielektrikum Lufteinschlüsse,
wenn ein anderes Dielektrikum als Luft vor­
wie das bei modernen Leitungen hiinflg der Fall
handen ist.
ist, so muß die gegenüber Vollisolation gerin­
Eine Zusammenstellung der relativen Di­
gere Dielektrizitätskonstante berücksichtigt
elektrizitätskonstanten verschiedener lsolier­
werden.
stoffe enthält Tabelle 5.1.
Aus der Dielektrizitätskonstante des verwen­
Bei industriell hergestellten HF-Leitungen
deten Isoliermaterials läßt sich der Verkürzungs­
werden im allgemeinen Isolierstoffe zwischen
faktor V einer Leitung bestimmen. Er ergibt
den Einzelleitern verwendet. Entsprechend der .
sich aus dem Verhältnis der Fortpflanzungs­
dadurch bedingten Fortpflanzungsgeschwindig­
geschwindigkeit entlang der Leitung zur Aus­
keit auf der Leitung kommt dieser Einfluß auch
breitungsgeschwindigkeit im freien Raum als
bei der Berechnung des Wellenwiderstandes
eine Geschwindigkeitskonstante, die immer 1
zum Ausdruck. Die GI. (5.2.) bis GI. (5.5.) sind
<

ist. Man erhält den Verkürzungsfaktor V aus


deshalb wie folgt zu erweitern:
der Beziehung

I
a - Bandleitungen mit Kunststoffdielektrikum
I20 2D V= _ , (5.Il.)

Z/o.
=
1 _·
Jn
d
(5.7.) v'c,
ve,
Der Verkürzungsfaktor ist in den Daten­
oder
blättern von HF-Leitungen fast immer an­
276 2D
Z/o. --=·lg ; (5.8.) gegeben. Man benötigt ihn unter anderem als
=

d
y'c, Multiplikationsfaktor, wenn eine HF-Leitung

6 Rothammel, Antennenbuch 8I
Tabelle 5.1. Dielektrizitätskonstanten Tabelle 5.2. Verkürzungsfaktoren V verschiedener
verschiedener Jsolierstojfe Leitungstypen in Abhängigkeit vom verwendeten
Dielektrikum

Isolierstoff Dielektrizitäts­
konstante c, Leit ungstyp Verkürzungs­
faktor V
Alkydbarz 1,2
Amenit 3,5 Paralleldrahtleitung, luftisoliert 0,95 bis 0,98
Bernstein 2,6
75-0-Doppelleitung 0,68 bis 0,71
Bienenwachs 2,4
150-0-Doppelleitung 0,76 bis 0,77
Calit 6,5 300-0-Doppelleitung 0,82 bis 0,84
Epox id Gießharz 3,5
-
Koaxialkabel, Polyäthylen, voll 0,66
Glas 4,0 bis 10 Koaxialkabel,
Glasfaser, laminiert 4,3 bis 5,3 Polyäthylen, geschäumt 0,78 bis 0,89
Glimmer 4,0 bis 8,0
Koaxialkabel
Hartpapier 4,0 bis 6,0 mit Luftraumisolation 0,87 bis 0,96
IsoHerpapier 2,2 Koaxialkabel, Teflon (PTFE) 0,71
Jenaer Glas 4,5
Luft 1,0
Lupolen 2,3
Mipolam 2,9
Papier 2,6 kapazität eines genau abgemessenen Leitungs­
Paraffin 2,2 stückes festgestellt und aus dem Ergebnis die
Pertinax 5,6 bis 6,5 Kapazität C in pF für 1 cm Leitungslänge er­
Piacryl (Plexiglas) 3,0 bis 3,6 rechnet. Der Wellenwiderstand Z in 0 ergibt
Polyäthylen (PE) 2,3 sich dann mit guter Näherung aus
Polyesterharz 4.5
Polyisobutylen, Oppanol 2,2 bis 2,6
Polystyrol 2,2 bis 2,6
z� wo.J;. =
33 30· --
1
(5.12.)
3· c · C· v'
Polystyrolschaum 1,05
Polyvinylchlorid (PVC) 3,1 bis 3,5
wenn C in pF/cm eingesetzt wird.
Porzellan, technisch 6,5
Quarz, geschmolzen 3,78 Steht eine LC-Meßbrücke zur Verfügung, so
Schaumglas 5,5 kann auch bei kunststoffisolierten Kabeln und
Silikonkautschuk 4,2 Bandleitungen deren Wellenwiderstand durch
Steatit 5,8 Messung ermittelt werden. Man rollt ein mög­
Styrollex 2,5 lichst langes Kabelstück aus und nimmt bei
Teflon (PTFE) 2,0
offenem Ende eine C-Messung zwischen Seele
Transformatorenöl 2,2
und Mantel vor. Anschließend werden Seele
Triafol (Triazetatfolie) 4,3
und Mantel am gegenüberliegenden Ende mit­
Trolitul 2,4
Ultraporzellan 6,3 bis 7,5 einander verbunden, und man mißt mit der
Brücke L zwischen Seele und Mantel (gilt sinn­
gemäß auch für Paralleldrahtleitungen). Die er­
mittelten Werte sind in GI. (5.1.) einzusetzen.
auf eine bestimmte Resonanzlänge zugeschnit­
Eine weitere Methode zur Ermittlung des
ten werden soll.
Wellenwiderstandes besteht darin, daß man
Eine Aufstellung über die Verkürzungsfak­
von einem Leitungsstück die Kapazität mißt
toren V, abhängig von Leitungstyp und Di­
und den Frequenzabstand tlf zweier benach­
elektrikum, ist in Tabelle 5.2. enthalten.
barter, gleichartiger Resonanzen (z. B. Minima).
Daraus ergibt sich

5.1.1.2. Die Ermittlung des Wellenwider­ 500000


standes durch einfache Messungen Z/n
MIMH•. C/pF
=

Der Wellenwiderstand läßt sich bei allen Lei­ Cwird bei I kHz und tl/bei 200 MHz gemessen.
tungen durch Messen der Kapazität je Längen­ Während der Messungen ist es notwendig,
einheit kontrollieren. Dazu wird die Gesamt- Zweidrahtleitungen möglichst frei im Meßraum

82
auszuspannen. Diese Forderung gilt nicht für
die umgebungsunempfindlichen Koaxialkabel
aller Art.
\Kunsfsfoffisolalion Leiter
Bild 5.9
Die Flachbandleitung (UKW-Bandleitung)
5.1.2. Paralleldrahtleitungen

Die geringsten Verluste weisen stets HF-Lei­ stellen. Durch die Ultraviolettstrahlung der
·

tungen mit Luftisolation auf. Deshalb benut­ Sonne verändert das Dielektrikum mit der Zeit
zen besonders die Kurzwellenamateure oft seine elektrischen Eigenschaften in ungünstiger
selbstgebaute Speiseleitungen, die aus paralle­ Weise. Diesen Alterungseinfluß durch Sonnen­
len, freiliegenden Drähten hergestellt sind. strahlung versucht man durch Pigmentierung
Durch Spreizstücke aus hochwertigem Isolier­ des Kunststoffs mit Ruß oder anderen Stoffen
material wird der Leiterabstand konstant ge­ zu verhindern oder zumindest stark zu ver­

halten. Solche Leitungen bezeichnet man all­ zögern.


gemein als Feeder, im deutschen Sprach­ Besonders große Veränderungen der Kenn­
gebrauch der Funkamateure werden sie jedoch werte weisen Bandleitungen bei Regen, Reif
sehr treffend »Hühnerleiter« genannt (Bild 5.8). oder Nebel auf, da sie sich dann mit einem
Um eine solche Leitung mit einem bestimmten Wasserfilm überziehen, der eine unkontrollier­
Wellenwiderstand bauen zu können, ent­ bare Veränderung des Wellenwiderstandes be­

nimmt man das erforderliche Abstand/Durch­ wirkt und außerdem die Dämpfung erhöht.
messer-Verhältnis D/d aus Bild 5.4. Aus me­ Weiterhin verändert sich der Wellenwiderstand
chanischen Gründen ist der Wellenwiderstand bei Annäherung an Gebäudeteile, Metallmas­
Z meist auf 500 ... 600 !2 beschränkt. Bei klei" sen usw. Deshalb müssen Bandleitungen mög­
neren Wellenwiderständen werden die Sprei­ lichst frei und räumlich unveränderbar verlegt
zerlängen zu gering, um noch eine ausreichende werden.
Stabilität der Leitung zu gewährleisten. Nicht so witterungsabhängig sind symmetri­
In lsolierstotfe eingebettete Flachband­ sche Schlauchleitungen, bei denen das Dielek­
leitungen - also die üblichen UKW-Band­ trikum die beiden Leiter schlauchförmig um­
leitungen- sind billig und leicht (Bild 5.9). Das gibt. Da das Dielektrikum von Schlauchleitun­
Dielektrikum besteht meist aus dem Kunst­ gen meist luftraumreich ist (Schaumstoffe),
stoff Polyäthylen. Handelsübliche Bandleitun­ sind sie gewöhnlich dämpfungsärmer als ver­
gen haben Wellenwiderstände von 120, 240 gleichbare Bandleitungen (Bild 5 .10).
und 300 !.1. Abgeschirmte symmetrische Zweidrahtlei­
·
Neue Flachbandleitungen weisen nur eine tungen nach Bild 5.11 werden selten verwen­
geringe Dämpfung auf, sie sind verlustärmer als det. Bei höherem Preis ist die Dämpfung etwas
vergleichbare Koaxialkabel. Nach längerem größer als die vergleichbarer unabgeschirmter
Witterungseinfluß ist jedoch eine erhebliche Zweidrahtleitungen. Jedoch sind abgeschirmte
Verschlechterung der Dämpfungswerte festzu- Leitungen witterungsbeständig und behalten
ihre Kennwerte auch über größere Zeiträume
unverändert. Sie können außerdem ohne Rück­
sicht auf ihre Umgebung beliebig verlegt wer­
[solierspreizer den. Abgeschirmte symmetrische Zweidraht­
Bohrloch leitungen stellt man mit Wellenwiderständen
von 120 und 240 !.1 her.
2adrige symmetrische HF-Leitungen sind in

/J}
a]
Bild 5.8
Die ))Hühnerleiter« (offene Zwcidrahtleitung); Bild 5.10
a- Aufbau; b- VorscWag für Spreizerbefestigung Die symmetrische Scl>lauchleitung

83
Spannungsfestigkeit und bietet einen bestimm­
ten Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit.
Kabel mit luftraumreichem Dielektrikum
sind besonders dämpfungsarm, müssen aber
sorgfältig gegen Feuchtigkeit abgedichtet wer­
den. Besonders gut eignen sich Schaumstoffe
Kunsfsfoff-Abslandswendcl
auf Kunststoffbasis als Dielektrikum, da sie in
Bild 5.11
Die abgeschirmte Zweidrahtleitung
sich die Vorzüge der Vollisolation mit denen
der luftraumreichen vereinigen. Besonders
große Lufträume haben Kabel, bei denen zur
der DDR nach TGL 11576 standardisiert. Dte
Isolation des Innenleiters vom Außenleiter eine
Kurzbezeichnungen der Leitungstypen werden
schraubenförmig um den Innenleiter gewik­
nach den Empfehlungen der Internationalen
kelte Isolierstoffwendel dient (Bild 5.13). Sie
Elektrotechnischen Kommission (JEC) gebildet.
sind sehr verlustarm, aber auch mechanisch
Sie sind in Abschnitt 5.1.6. erläutert.
besonders stark gefährdet.
Der Außenleiter wird bei dünnen Koaxial­
kabeln vorzugsweise als Kupferdrahtumflech­
5.1.3. Koaxialkabel
tung ausgeführt; dickere Kabel haben oft eine
Kupferbandumflechtung. Für Hochleistungs­
Koaxialkabel sind axialsymmetrisch aufgebaut.
kabel kommen gerillte Kupferfolie (Rillen­
Bezogen auf die Erde kann man sie deshalb als
kabel ) oder andere Spezialanfertigungen zur
unsymmetrisch bezeichnen. Koaxialkabel be­
Anwendung.
stehen aus dem Innenleiter, der konzentrisch
Den Außenschutz eines Koaxialkabels bil­
in ein Dielektrikum eingebettet ist, dem Außen­
det im allgemeinen ein Kunststoffmantel aus
leiter und dem Außenschutzmantel (Bild 5.12).
Polyvinylchlorid (PVC). Er hat die Aufgabe,
Der Innenleiter wird vorwiegend durch einen
das Kabel vor eindringender Feuchtigkeit und
blanken Kupferdraht, seltener durch Kupfer­
mechanischer Beschädigung zu schützen. Spe­
litze gebildet. Das Dielektrikum besteht aus
zialkabel, z. B. Ausführungen für Erdverlegung,
verlustarmen HF-Isolierstoffen (Polyäthylen,
weisen oft noch eine Stahldrahtumflechtung
Polystyrol u. a.). Man unterscheidet Volldielek­
auf, über der sich ein zweiter Kunststoffmantel
trika (Bild 5.12a) und luftraumreiche Dielek­
befindet.
trika (Bild 5.12b).
Da bei neueren Koaxialkabeln mit Voll­
Kabel mit Volldielektrikum haben eine große
raumisolation meist Isolierstoffe benutzt wer­
Konstanz des Aufbaus ·und damit auch der
den, deren e1 bei 2,3 liegt, genügt es, wenn das
elektrischen Eigenschaften bei mechanischen
Ergebnis aus -den Kurven in Bild 5.5 mit
Einwirkungen. Die Vollisolation bewirkt hohe
l/../2,3 � 0,66 multipliziert wird. Der Ver­
kürzungsfaktor V gegenüber einer Leitung mit
reinem Luftdielektrikum beträgt in diesem
Fall 0,66. Bei Kabeln mit luftraumreichem
Dielektrikum liegt der Verkürzungsfaktor im
allgemeinen zwischen O,!t und 0,9. Bei älteren
Koaxialkabeln findet man oft eine Ca/it­
Perlenisolation. Calit hat die Dielektrizitäts­
konstante e, = 6,5. In diesem Fall muß mit
a)
uJ6,5 � 0,39 multipliziert werden.
In der DDR sind koaxiale HF-Kabel nach
TGL 11575 genormt. Es werden manchmal

b)
Bild 5.12 (��
b -
Koaxialkabel; a- Kabel mit Vollraumisolation,
Kabel mit luftraumreichem Dielektrikum
Bild 5.13
Koaxialkabel mit Hohlraumisolation

84
noch Koaxialkabel mit einem Wellenwider­ Tabelle 5.3. Umrechnungsfaktorenfür
stand von 60 Q verwendet. Zur Anpassung an Dämpfungsangaben
den internationalen Stand ist der Übergang zu
Wellenwiderständen 50 bzw. 75 Q erforderlich, I Np·O,I I51 = I dB

da diese der Empfehlung 962


- der IEC ent­ I dB · 8,686 = I Np
I Np/km· 0,867 1 dB/100 m
sprechen.
=

1 dB/100 m !53 · = I Np/km


I Np/km· 0,2645 = I dB/100 ft
1 dB/100 ft · 3,78 = 1 Np/km
5.1.4. Die Dämpfung von HF-Leitungen

Die Dämpfung einer HF-Leitung ist im Gegen­ längen eingesetzt werden müssen, ist es ratsam,
satz zu Wellenwiderstand und Verkürzungs­ eine Energiebilanz der Antennenanlage aufzu­
faktor frequenzabhängig und steigt mit wach­ stellen. Das Diagramm (Bild 5.14) gestattet es,
sender Frequenz. Sind Leitungen mit ihrem bei bekannter Dämpfung in dB sehr schnell
Wellenwiderstand abgeschlossen, werden die und einfach den Prozentsatz des Wirkungs­
Verluste ausschließlich durch den Längswider­ grades bzw. der Verluste nach Leistung und
stand der Leiter und durch den Verlustwinkel Spannung abzulesen. 2 Beispiele sollen die
des verwendeten Isotiermaterials bestimmt. Anwendung dieses Diagramms in der Praxis
Allerdings ist der Längswiderstand der Lei­ darstellen.
ter bei Hochfrequenz infolge des Skin-Effektes
(Stromverdrängung zur Leiteroberfläche, Haut­ Beispiel]
wirkung) wesentlich größer als ihr Gleichstrom­ Ein UKW-Sender mit einer HF-Ausgangslei­
widerstand. Der frequenzabhängige Längs­ stung von 100 W soll bei einer Sendefrequenz
widerstand läßt sich für die üblichen Leitungs­ von 145 MHz über ein25 m langes 500
- -Ko­
abmessungen mit Kupferleiter durch folgende axialkabel die Sendeantenne speisen. Für die­
Näherungsformel errechnen: sen Kabeltyp wird bei 145 MHz eine Leitungs­
-- dämpfung von 10,5 Np/km, entsprechend
84 ;//MHz 9,1 dB/100 m, angegeben. Da nur 25 m Lei­
R/ntkm = ' ""'-
-- · (5.13.)
d/cm tungslänge gebraucht werden, beträgt die tat­
Der gesamte Längswiderstand ergibt sich sächliche Leitungsdämpfung nur t des Wertes,
durch Addition des Hin- und Rückleiterwider­ der bei 100 m-Länge auftritt, d.h. 9,1 dB:4
standes. Handelt es sich bei den Leitern nicht � 2,3 dB. Auf der Abszisse des Bildes 5.14
um glatte Drähte oder Rohre, so erhöht sich suchen wir nun den Punkt 2,3 dB und gehen
bei Litzenleitern der Widerstand um etwa 1, von dort aus senkrecht nach oben bis zum
während bei den üblichen Geflechten von Ko­ Schnittpunkt mit der Leistungsgeraden. Auf
axialkabelaußenleitern mit dem2 - bis 3fachen der linken Ordinate kann abgelesen werden,
Widerstand zu rechnen ist. daß bei einer Dämpfung von2,3 dB noch 60%
Datenblätter der Herstellerwerke geben fast der vorhandenen Leistung verfügbar sind, da
immer die Dämpfung für eine Reihe von Meß­
frequenzen an. Die Dämpfungsangabe erfolgt 100
80 - --
dabei oft in Neper je Kilometer (Np(km). Teil­ 60
weise hat sich auch die Angabe in Dezibel je '10 ...... :
N.. cJ: I
I
100 Meter (dB/100 m) durchgesetzt. In den �20 I K'o-"/Jq/J 8
angelsächsischen Ländern wird häufig mit De­ .;:; I II
zibel je 100 Fuß (dB/100 ft) gerechnet. Da der
"'10 �"'"""�"" .::-
-.......
..;; r-...
.._
� 8
Amateur meist nur kurze Leitungslängen be­ !:i:6
§ 4 !'.. B
nötigt, ist für ihn die Dämpfungskennzeichnung ""'
in dB/100 m am günstigsten. Deshalb werden
in Tabelle 5.3. die Umrechnungsfaktoren für
verschiedene Dämpfungsangaben aufgeführt.
� 2 f-
1
a
:r:-i
2
j! j
I

4 s
I
B
I
i
m � � m m m��
,-�� 99

Die reinen Dämpfungsverluste auf einer Bild 5.14


Hochfrequenzleitung können erhebliche Werte Diagramm zur Umrechnung des Spannungs. und
erreichen. Besonders wenn größere Leitungs- Leistungsverlustes

85
40% Dämpfungsverluste (rechte Ordinate) im man auf möglichst kurze und hochwertige
Koaxialkabel auftreten.Bei einer HF-Leistung Speiseleitungen achten.
von 100W betragen die Kabelverluste dem­ Als Folge oftmals vorhandener Fehlanpas­
nach bereits 40 W. sung treten außerdem noch beachtliche Strah­
Würde im vorliegenden Fall ein hochwerti­ lungsverluste auf, die sich zur Leitungsdämp­
ges Kabel eingesetzt, so wären die Verhältnisse fung addieren. Dadurch wird der Antennen­
bedeutend günstiger. Bei einer Leitungsdämp­ wirkungsgrad noch weiter verschlechtert. Die
fung von etwa I ,4 dB beträgt der Wirkungsgrad Verluste durch Fehlanpassung werden in Ab­
etwa 73 %,und die Leitungsverluste verringern schnitt 5.2.2. behandelt.
sich in unserem Beispiel auf27 W. Tabellen mit den Kenndaten standardisier­
ter HF-Leitungen befinden sich im Anhang.
Beispiel 2
Ein Fernsehempfänger wurde über eine 30 m
lange HF-Bandleitung aus schlechtem Isolier­ 5.1.5. Hinweise für die Verwendung
material (PVC) mit der Fernsehantenne ver­ von HF-Leitungen
bunden. Die Antenne ist auf Kanal 8 Band III
mit einer Mittenfrequenz von etwa 200 MHz Die offene Zweidrahtleitung (»Hühnerleiter«)
abgestimmt. Am Antennenspeisepunkt steht hat auch heute noch im Amateurfunk ihre Da­
eine Nutzspannung von 5 00!LV zur Verfügung. seinsberechtigung.Im Kurzwellenbereich ist sie
Die durch die Bandleitung verursachte Span­ unersetzlich, insbesondere dann, wenn ab­
nungsdämpfung soll festgestellt werden. gestimmte Speiseleitungen gebraucht werden
Für die HF-Bandleitungen wird bei 200MHz (s.Abschn. 5.3.2.). Hinsichtlich der Verlust­
eineDämpfung von 18Np/km = 15,6dB/100m armut wird sie von keiner Bandleitung übertrof­
angegeben. Bei einer Leitungslänge von 3 0 m fen, vorausgesetzt, man verwendet verlustarme
errechnet sich die Dämpfung mit . Spreizer. Als Abstandshalter bieten sich die
modernen Kunststoffe in großer Vielfalt an.
15•6 dB
·30m� 47
' dB. Sie sind leicht, sehr verlustarm und lassen sich
100m
gut bearbeiten. Die Länge der Spreizer wählt
Vom Punkt 4,7 dB auf der Abszisse in man zwischen 5 und 15 cm. Mit den üblichen
Bild 5.14 geht man senkrecht nach oben bis Drahtstärken um 2mm ergeben sich dabei
zum Schnittpunkt mit der Spannungsgeraden Wellenwiderstände zwischen etwa 480 und
und liest auf der linken Ordinate einen Wir­ 6000(s. Bild 5. 4). Leitungen mit großen Draht­
kungsgrad von etwa 5 8%, entsprechend einem abständen sind wegen des langen Isolations­
Spannungsverlust von 42%. ab.Das bedeutet, weges besonders verlustarm. Bei hohen Fre­
für den Fernsehempfänger stehen nicht die quenzen jedoch (z. B. 28 MHz) besteht die Ge­
5 00 fLV Antennenspannung, sondern nur noch fahr, daß »breite« Leitungen selbst etwas strah­
5 8%, also 2901-LV, zur Verfügung.Der Leitungs­ len. Es kommt zu Strahlungsverlusten und
verlust beträgt 210 !LV. Da es sich um eine alte möglicherweise zu BCI und TVI (Störungen
. Leitung handelt, dürften zudem noch große des Rundfunk- und Fernsehempfangs). Sprei­
Zusatzverluste durch Kabelalterung auftreten. zedängen von etwa 10 cm sind für alle Kurz­
Eine hochwertige Bandleitung mit 24 0 0, wellenamateurbändeT gut brauchbar. Mit der
beispielsweise Rundschlauch, könnte günsti­ Anzahl der Abstandsspreizer soll nicht gespart
gere Verhältnisse schaffen. Für diese Leitung werden,damit die Leitung auch bei Wind noch
beträgt die Dämpfung bei 200 MHz 6,7 dB/ genügend starr bleibt.
·100m, für 30m Leitungslänge entsprechend Bei der Leitungsführung einer »Hühner­
etwa 2 dB. Nach Bild 5.14 ergibt sich für 2 dB leiter« sind plötzlicheRichtungsänderungen zu
eine Spannungsdämpfung von nur 20%, d.h., vermeiden. Es ist besonders darauf zu achten,
für den Fernsehempfänger würden 4001-LV daß die Leitung nicht parallel zu anderen Lei­
Eingangsspannung zur Verfügung stehen. tern verläuft. Läßt sich eine Annäherung an
Beide Beispiele sind in Bild 5.14 gestrichelt Regenrinnen, Fallrohre und sonstige größere
dargestellt. Es ist daraus zu erkennen, daß be­ Metallteile nicht umgehen, dann soll ein Ab­
sonders im UKW-Bereich die Leitungsdämp­ stand von mindestens 3mal Leitungsbreite ge­
fung erheblich werden kann. Deshalb sollte halten werden.

86
Eine wenig bekannte, aber nahezu ideale Handelsübliche UKW-Bandleitungen sollte
Paralleldrahtleitung ist die Vierleiter-Speise­ der Funkamateur wegen der vorhandenen
leitung. Sie besteht aus 4 parallel geführten Nachteile nur in Ausnahmefällen verwenden,
Einzeldrähten, die an der Peripherie einer z.B. beim Portableeinsatz.
Kreisscheibe in gleichmäßigem Abstand oder Das Koaxialkabel ist für den Funkamateur
an den 4 Ecken eines Quadrates gehaltert sind. die beste, wenn auch kostspieligste Speiselei­
Die Plastscheiben (es können auch kreuzför­ tung. Auf die elektrischen Vorzüge des Koaxial­
mige Spreizer sein) haben die gleiche Aufgabe kabels wurde bereits eingegangen. Es läßt sich
wie die Spreizer bei einer »Hühnerleiter«, sie wie ein Netzkabel installieren, bei unbeschä­
müssen lediglich 4 Drähte in Reusenform auf digtem Außenschutzmantel darf es auch im
gleiche Abstände bringen. Erdboden verlegt werden. Scharfe Knicke sollte
Am Anfang und am Ende dieser Leitung wer­ man vermeiden, da sich hierbei der Innenleiter
den jeweils die beiden sich gegenüberstehenden verlagern kann. Kabel, deren Innenleiter aus
Einzeldrähte miteinander verbunden (a1 mit a2 Kupferlitze besteht, sind besonders flexibel,
und b1 mit b2, Bild 5.15). Damit ist die elek­ aber picht so verlustarm wie solche mit Rund­
trische Funktion einer symmetrischen Zwei­ drahtinnenleiter. Eingedrungene Feuchtigkeit
drahtleitung gegeben. Auch in diesem Fall ist aus einem Koaxialkabel nicht mehr zu ent­
wählt man Scheibendurchmesser bzw. Leiter­ fernen, es wird unbrauchbar.
abstände zwischen 5 und 15 cm. Vierdraht­
leitungen dieser Art haben einen kleineren
Wellenwiderstand als einfache Zweidrahtlei­
5.1.6. Die Kennzeichnung von HF-Leitungen
tungen bei gleichen Leiterabständen (Z etwa
zwischen 180 und 280 0). Ihr Wellenwider­
Die Kurzbezeichnung des Leitungstyps wird
stand Z/n errechnet sich nach
nach IEC-Publikation 78 gebildet. In dieser
D/mm. neuen Kurzbezeichnung gibt die 1. Ziffer den
Z/n 138lg
Wellenwiderstand in 0 an.
=

d/mm
Bei Koaxialkabeln kennzeichnet die auf den
Eine solche Leitung hat eine ausgezeichnete
Bindestrich folgende 2.Ziffer den Durchmesser
Symmetrie und eine geringe Verluststrahlung. des Dielektrikums, auf ganze Millimeter ge­
Darüber hinaus ist sie nicht so umgebungs­
rundet. Die 3.Ziffer ist eine Zählnummer nach
empfindlich wie eine vergleichbare Zweidraht­
IEC-Empfehlung 96-2.
leitung. Aus Bild 5.15 läßt sich der zu erwar­
tende Wellenwiderstand von Vierdrahtleitun­
Beispiel
gen für verschiedene Einzeldrahtdurchmesser
Kabeltyp 60-10-3
in Abhängigkeit vom diagonalen Abstand D
der Drähte ersehen. Es bedeuten:

60 - Wellenwiderstand 60 0,
10- Durchmesser des Dielektrikums 10 mm;
3 - Zählnummer nach IEC.

Hat das Koaxialkabel einen Außenschutz,


der von der Normalausführung mit einfachem
PVC-Mantel abweicht, so erfolgt die Kenn­
zeichnung durch einen Punkt hinter der Zähl­
nummer.

.0 - Ausführung ohne Schutzhülle


.3 - Ausführung mit Plastschutzhülle und
10 75 20
Abstand 0 in cm Bewehrung
Bild 5.15 .4 - Ausführung mit Plastschutzhülle, Be­
Der Wellenwiderstand Z von Vierleiter�Speiseleitungen wehrung und äußerer Plastschutzhülle
in Abhängigkeit vom Diagonalabstand D für ver­ .40 - Ausführung mit Plastschutzhülle,
schiedene Leitl!rdurchmesser (Parameter) Schirm und äußerer Plastschutzhülle.

87
Bei symmetrischen HF-Leitungen folgt nach
der Angabe des Wellenwiderstandes (!.Ziffer)
cin Buchstabe zur Unterscheidung der Quer­
schnittsform.
LängsschniH
Es bedeuten:
Bild5.16 ·

A- ungeschirmte. symmetrische HF-Leitung Der Aufbau des Leitermaterials einer Goubau·Leitung


mit dünnem dielektrischem Verbindungs­
steg zwischen den beiden isolierten Leitern; einer mehr oder weniger dicken Schicht eines
B - ungeschirmte symmetrische HF-Leitung Dielektrikums umgeben ist (Bild 5.16).
mit gleichbleibender Dicke des Dielektri­ Das den Leiter umgebende lsoliermaterial
kums, in das beide Leiter eingebettet sind; bewirkt eine Konzentration des elektromagne­
C - ungeschirmte symmetrische HF-Leitung
tischen Feldes um den Leiter. Bekanntlich ist
mit schlauchförmigem Dielektrikum; die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Hoch­
D- geschirmte symmetrische HF-Leitung.
frequenzwellen in einem Isolierstoffdielektri­
Auf den Buchstaben zur Kennzeichnung des kum kleiner als in der umgebenden Luft. Des­
Querschnitts folgt bei ungeschirmten symme­ halb kann man sich die Wirkung des den Leiter
trischen HF-Leitungen eine Ziffer, die den Ab­ umgebenden Isolierstoffmantels so vorstellen,
stand der beiden Leiter angibt, während bei daß er das elektromagnetische Feld in seiner
geschirmten �ymmetrischen HF-Leitungen wie Nähe festhält Im Dielektrikum des Kunst­
bei koaxialen Kabeln der Durchmesser des stoffmantels pflanzt sich nur ein sehr geringer
Dielektrikums genannt wird. Anteil der Feldenergie fort; der weitaus größte
Es folgen schließlichZählnummer und Kenn­ Teil strömt im Luftraum, der die Leitung um­
ziffer des Außenschutzes wie bei koaxialen gibt. Je nach Leiterausführung (Durchmesser
HF-Kabeln.. des metallischen Innenleiters sowie Art und
Durchmesser des umgebenden Kunststoff­
Beispiel dielektrikums) wird von der Feldenergie ein
HF-Leitung 300A7-1 zylindrischer Luftraum um den Leiter durch­
setzt, der etwa 2 bis 3 Wellenlängen im Radius
Es bedeuten: umfaßt. Die die Leitung umgebende Feldstärke
nimmt jedoch nach außen hin sehr schnell ab,
300 - Wellenwiderstand 300 !l;
etwa 90% der übertragenen Energie strömt in
A- ungeschirmte symmetrische HF-Leitung
einem Luftraum mit 0,7.1. Radius um den Lei­
mit dünnem dielektrischem Verbindungs­
ter. Die Fortleitung der Energie im umgeben­
steg zwischen den beiden isolierten Lei­
den Luftraum erfolgt praktisch strahlungsfrei,
tern;
deshalb wird mit der Gaubau-Leitung eine
7 - Leiterabstand etwa 7 mm;
außerordentlich geringe Dämpfung erzielt. Vor­
1 - Zählnummer nach IEC.
aussetzung für eine solche dämpfungsarme
Wellenleitung ist natürlich, daß der die Gaubau­
Leitung umgebende Luftraum frei von metal­
5.1.7. Die Eindrabtwellenleitung
lischen und größeren dielektrischen Gegen­
ständen gehalten wird. Den Durchmesser des
(G.I.E.Goubau- Dt. Pat. 976164- US Prior
Luftraumes, in dem mehr als 90% der Gesamt­
1950)
energie übertragen werden, nennt man Grenz­
Zur verlustarmen Übertragung von Hoch­ durchmesser.
frequenz über größere Strecken wird teilweise Die Gaubau-Leitung sollte möglichst gerad­
eine Eindrahtwellenleitung verwendet. Sie ist linig verlegt werden. Richtungsänderungen bis
nach ihrem Erfinder, dem Physiker Dr. Gearg zu einem Knickwinkel von 20° sind zulässig.
Goubau, als Gaubau-Leitung bekannt ge­ Die Oberflächenwellenleitung wird zweck­
worden. mäßig an Holzmasten mit Querausleger nach
Die Oberflächenwellenleitung stellt ein ver­ Bild 5.17 aufgehängt. Durch V-förmig ange­
blüffend einfaches Gebilde dar. Sie besteht le­ ordnete Kunststoffschnüre hält man die Lei­
diglich aus einem metallischen Leiter, der von tung in angemessenem Abstand vom Träger.

88
Koaxialkabel auf die Gaubau-Leitung. Bild 5.19
.zeigt die praktische Ausführung einer Gaubau­
Leitung mit Exponentialtrichtern. Diese An­
lage dient der Fernsehversorgung eines Dorfes
lioubau-Leilury in einem ungünstig gelegenen GebirgstaL Die
Empfangsantenne befindet sich dabei auf einem
Berg, das aufgenommene Fernsehsignal wird in
einem Antennenmastverstärker noch entspre,
chend angehoben und dann auf der Gaubau­
Leitung den einzelnen Fernsehteilnehmern zu­
geführt. Die Abnahme des Signals kann sehr
einfach durch einen an die Gaubau-Leitung an­
gekoppelten Dipol erfolgen.
Aufschlußreich ist ein Vergleich der Dämp­
fungswerte von Gaubau-Leitungen und handels-

Tabelle 5.4. Dämpfungswerte verschiedener


Energieleitungen

Bild 5.17
Art der Leitung Dämpfung
Die zweckmäßige Befestigung der Goubau-Leitung
in Np/km
bei 200 MHz

Die Gaubau-Leitung stellt ein unsymme­


Goubqu-Leitungen
trisches System dar, es liegt deshalb nahe, die
25 mm Durchmesser
Ankopplung an die Energiequelle über ein
des Außenmantels 0,25
kurzes Stück Koaxialkabel vorzunehmen. Das
10 mm Durchmesser
erfolgt durch einen Metalltrichter (Bild 5.18).
des Außenmantels 0,60
Der Außenleiter des Koaxialkabels wird dabei 8 mm Durchmesser
mit dem Trichter verlötet, der Innenleiter ist des Außenmantels 0,70
im Trichtergrund mit dem Leiter der Gaubau­ 5 mm Durchmesser
Leitung verbunden. Die Ankopplungsverluste des Außenmantels 0,92
sind gering, wenn die Trichterabmessungen Koaxialkabel
nicht zu klein gewählt werden. Besonders
hochwertiges Koaxialkabel
günstige Ergebnisse wurden bei einer Trichter­ 22 mm Durchmesser
länge von lA und einem Durchmesser von des Außenmantels
etwa A/2 erzielt. mit Hohlraumisolation 4,30
Gut bewährt haben sich Exponentialtrichter, gutes Koaxialkabel
mit denen etwas geringere Ankopplungsver­ mit Vollisolation 9 ... 15
luste als mit einem normalen Trichter erzielt HF-Bandleitungen
werden können. Die Exponentialform gewähr­ (UK W-Bandleitungen)
leistet einen stoßstellenarmen Übergang vom abgeschirmte, sym­
metrische Leitungen 9 .. 30
.

üblichen Koaxialkabeln sowie symmetrischen


Leitungen mit Kunststoffdielektrikum. Aus
Tabelle 5.4. kann man die minimalen Verluste
von Gaubau-Leitungen erkennen. Es werden
HierAußen/ei/er des
2 Typen von Drahtwellenleitern hergestellt. Sie
Koaxialkabels mifTrieh/er verbinden
Mela/1/rich/er dienen vorwiegend zur Verbindung von weit
Goubau-Leilun!J abgesetzten Fernsehempfangsantennen mit
Bild 5.18 Empfängergemeinschaften in Orten mit un­
Der Übergang vom Koaxialkabel zu einer Gaubau­ günstigen Empfangsbedingungen. Der Typ
Leitung 2/5 wird in Gegenden mit normalen klima-

89
Bild 5.19
Die praktische Ausführung
einer Goubau-Leitung mit
ExponentialtriChter_n

tischen Verhältnissen eingesetzt; in Höhen­ Drahtwellenleiter ohne Berücksichtigung der


lagen, wo mit Eisbehang und starker Rauhreif­ Ankopplungstrichter. Bei Feuchtigkeit bzw.
bildung zu rechnen ist, sollte der Typ 4/10 bei Eis- und Raubreifbelag liegt die Dämp­
bevorzugt werden. fung höher. Als Öffnungsdurchmesser der ke­
Die Kenndaten dieser Drahtwellenleiter gelförmigen Ankopplungstrichter werden vom
sind in Tabelle 5.5. enthalten. Herstellerwerk mindestens 68% des Grenz­
Die angegebene Dämpfung gilt nur für den durchmessers empfohlen. Es waren schon zahl-

90
Tabelle 5.5. Drahtwellenleiter
Drahtwellenleiter Typ 2/5 Typ 4/10

Leiter Cu-Runddraht Cu-Runddraht


2mm Durchmesser 4 mm Durchmesser
Die l e ktrik um Polyäthylen Polyäthylen
5mm Durchmesser I 0mm Durchmesse.t'

mittlere Dämpfung bei:


!50 MHz 0,77Np/km 0,50Np/km
200 MHz 0,95 Np/km 0,63Np/km
250 MHz 1,10Np/km 0,76Np/km
500 MHz 2,00 Np/km 1,40Np/km

Grenzdurchmesser bei:
150 MHz 2,3m 2,1 m
200 MHz 1,6m !,Sm
250 MHz 1,3m 1,2m
500 MHz 0,6m 0,56m

reiche Gaubau-Leitungen bis zu 20 km Länge mit verhältnismäßig geringen Kosten möglich,


in Betrieb. Sie dienten hauptsächlich in ab­ die Antenne auf einer empfangsgünstigen
gelegenen Gebirgsgegenden als Fernsehzubrin­ Höhe zu montieren und eine mehrere hundert
ger. Im Zuge des weiteren Ausbaus der Fern­ Meter lange Gaubau-Leitung als verlustarmen
sehversorgung wurden sie größtenteils durch Energiezubringer einzusetzen (Bild 5.20).
drahtlose Zubringereinheiten ersetzt. Weiterhin wird die Eindrahtwellenleitung
Besonders vorteilhaft wirkt sich die Gaubau­ bereits als verlustarme Speiseleitung für UKW­
Leitung auch aus als Energieleitung zwischen und Fernsehsender in den Bändern II, III und
UKW-Sendern und den dazugehörigen, auf IV verwendet. Äußerst interessant ist der Ein­
hohen Masten befindlichen Sendeantennen. Es satz einer Gaubau-Leitung als künstliche An­
ist vorauszusehen, daß die Oberflächenwellen­ tenne(Absorber). Wird eine mindestens 20Wel­
leitung im Dezimeterwellenbereich (z.B.Band IV lenlängen lange Drahtwellenleitung allmählich
und Band V) besondere Bedeutung erlangen einem stark verlustbehafteten Dielektrikum
könnte. Aber auch der UKW- und Fernseh­ genähert, so findet eine nahezu vollständige
amateur kann sie in vielen Fällen mit Vorteil Absorption der Oberflächenwelle statt. Solche
benutzen. Es ist z. B. in schwierigen Tallagen stark verlustbehafteten Dielektrika sind z. B.

���---
� kurzes llaaxialkabel. Bild 5.20
·-Anhopplungs-Trich/tt' Beispiel für die Anordnung einer
Goubau-Leitung

91
Beton, Mauerwerk, Schotter, Kies, Lehm oder
Humus.
· Zu bemerken ist noch, daß der Isolierstoff­
mantel von Gaubau-Leitungen im allgemeinen
aus einem Kunststoff auf Polyäthylen-Basis 0 l- Bild 5.21
besteht. Dabei verhält sich der Durchmesser Die Spannungsverteilung
des metallischen Leiters zum Außendurch­ auf einer HF-Leitung bei
messer des Isolierstoffmantels etwa 1 : 2,5. Da Anpassung (R8 = Z)
Polyäthylen unter dem Einfluß der Sonnen­
bestrahlung nach längerer Zeit verwittert, pig­ dem Leitungsscheinwiderstand Z entspricht,
mentiert man dieses Material häufig mit Ruß so wird die zum Abschlußwiderstand hin­
und schafft damit einen wirksamen Schutz laufende Leistung in diesem restlos verbraucht.
gegen Verwitterung. Durch diese Maßnahme Dabei verteilt sich die Spannung (und damit
werden allerdings die dielektrischen Eigen­ · auch der Strom) an allen Punkten der Leitung
schaften des Polyäthylens verschlechtert, und in gleichbleibender Größe. Dieser Fall der An­
die Leitungsdämpfung steigt an. Deshalb ver­ passung ist in Bild 5.21 zeichnerisch dargestellt.
sieht man neuerdings nur die äußerste Schicht Entfernt man den Abschlußwiderstand, so
des Polyäthylen-Mantels mit einer Rußbei­ stellt das offene Leitungsende für den Strom
mengung und erzielt dadurch eine gegen Ver­ einen unendlich großen Widerstand dar
witterung sehr beständige Drahtwellenleitung, (R. = oo ). Die vom Sender zum Leitungsende
ohne· dabei mit einer merkbaren Dämpfung hinlaufende Welle findet dort keinen Verbrau­
rechnen zu müssen. Für orientierende Versuche cher vor und wird deshalb wieder vollständig zu
kann der Amateur einfache, kunststoffisolierte ihrem Ausgangspunkt reflektiert (Bild 5.22). So­
Kupferdrähte verwenden. Diese behelfsmäßi­ mit entsteht auf derLeitungeine hinlaufende und
gen Gaubau-Leitungen haben jedoch ein ziem­ eine rücklaufende Welle. Wegen der endlichen
lich ausgedehntes Streufeld und eine größere Laufzeit überlagern sich hinlaufende und rück­
Dämpfung. laufende Wellen. Dadurch entstehen über die
Länge I der Speiseleitung verteilt Spannungs­
maxima und Spannungsminima, wobei am
5.2. Die physikalischen Eigenschaften offenen Leitungsende immer ein Spannungs­
von HF-Leitungen maximum vorhanden ist, wie auch Bild 5.22
zeigt. Für die Verteilung des Stromes gelten
Größtmögliche Leistung wird nur dann über­ die gleichen Überlegungen. Am offenen Lei­
tragen, wenn der Scheinwiderstand des Genera­ tungsende kann kein Strom mehr fließen, dort
tors R1 (z.B. Sender-Endstufe) an den Schein­ ist deshalb ein Stromminimum (bzw. Strom­
widerstand des Verbrauchers R. (z.B. Antenne) null). Demnach steht dem Spannungsmaxi­
angepaßt ist. Die der Energieübertragung die­ mum ein Stromminimum gegenüber und um­
nende Speiseleitung muß ebenfalls der An­ gekehrt. Da es sich um eine Wellenbewegung
passungsbedingung genügen. Ihr Wellenwider­ handelt, sagt man, Spannung und Strom sind
stand Z muß gleich R1 und gleich Ra sein; um 90° phasenverschoben. Im Abstand von je­
weils Ä/4 wechseln entsprechend dem sinus­
(5.14.) förmigen Verlauf Spannungsmaxima und
In diesem Fall der Anpassung sind die Über­ Strommaxima einander ab. Diese Welligkeit
tragungsverluste auf die Kupferverluste der der Verteilung von Strom und Spannung auf
Leitung und deren dielektrische Verluste be­
schränkt.

ul\ (\ �
5.2.1. Die Spannungsverteilung
entlang einer Zweidrahtleitung 0� l-
Bild 5.22
Die Spannungsverteilung
auf einer am Ende offc:.nen
Ist eine Zweidrahtleitung- an ihrem Ende mit HF· Leitung (Leerlauf,
einem Lastwiderstand Ra abgeschlossen, der R8 = oo)

92
einer Leitung nennt man stehende Wellen oder

:oo
Stehwellen.
Stehende Wellen auf einer Leitung entstehen Bild 5.23
immer dann, wenn reflektierte Wellen vorhan­ Die Spannungsverteilung

den sind. Dabei ist die Spannung an jedem ge­ auf einer am Ende
1- kurzgeschlossenen
gebenen Punkt der Leitung gleich der Vektor­
HF-Leitung (Kurzschluß,
summe der Spannung aus hinlaufender und
R. = 0)
rücklaufender Welle. Die Vektorendarstellung
stützt sich auf den zeitlichen Verlauf der Fort­
pflanzung elektromagnetischer Wellen (siehe Es soll nun untersucht werden, welchen Ver­
Bild 1.1 ). Entsprechend denjeweils bestehenden lauf die Spannung nimmt, wenn der Abschluß­
laufzeitabhängigen Phasenverhältnissen von widerstand Ra weder Null (Kurzschluß) noch
hinlaufenden und reflektierten Wellen bildet unendlich (Leerlauf) ist. In Bild 5.24a wird der
sich die Strom- und Spannungsverteilung ste­ Spannungsverlauf für den Fall dargestellt, daß
hender Wellen aus. Dabei ist der Scheinwider­ der Abschlußwiderstand R. größer als der Wel­
stand an jedem Punkt der Speiseleitung gleich lenwiderstand Z der Leitung ist. Nun findet
dem Verhältnis aus Spannung und Strom. keine vollkommene Reflexion mehr statt, denn
Die Welligkeil einer Leitung wird durch das ein mehr oder weniger großer Energieanteil
Stehwellenverhältnis ( S WV) bzw. den Wellig­ wird im Lastwiderstand verbraucht. Nur die
keitsfaktor s ausgedrückt. Es ist das Verhältnis »überschüssigen« Anteile, die Ra wegen der
der größten Spannung auf einer Leitung zu vorhandenen Fehlanpassung (R. > Z) .nicht
deren kleinster Spannung mehr verbrauchen kann, werden zum Eingang
reflektiert und verursachen stehende Wellen.
s =um ... (5.15.) Das Verhältnis des Spannungsmaximums zum
Umin' Spannungsminimum - die Welligkeil- ist aber
s immer� viel geringer als im Kurzschluß oder im Leer­
Im Fall der Anpassung ist nur eine hinlau­ lauf, und es sind keine Spannungsnullstellen
fende Welle auf der Leitung vorhanden, denn vorhanden.
es findet keine Reflexion am Abschlußwider­ Für den Fall R. < Z gilt Bild 5.24b. Man
stand R. statt. Deshalb gibt es auch keine Wel­ erkennt, daß am Leitungsende ein Spannungs­
ligkeit, und der Welligkeilsfaktor beträgt s= 1.
minimum auftritt, während entsprechend Bild
Den Kehrwert des Welligkeitsfaktors s stellt 5.24a ein Spannungsmaximum besteht (R.
der Anpassungsfaktor m dar > Z). Wie groß der reflektierte Anteil ist, gibt
der Reflexionsfaktor r an. Er ergibt sich aus
.
. m1n;
u
nz = (5.16.)
Umax �-1
m immer� I. z
r= ---- (5.17.)
Es ergibt sich außerdem der einfache Zu- �+ 1
sammenhang z

I 1
m =- und s=-.

:w
s m

Auf einer am Ende kurzgeschlossenen Lei­


tung verschieben sich die Spannungsmaxima
und Spannungsnullstellen auf der Leitung ledig­
lich um Ä/4 gegenüber einer offenen Leitung,
denn an einem Kurzschluß (Ra = 0) kann sich ,_
keine Spannung aufbauen (Bild 5.23).
Leerlauf und Kurzschluß sind die beiden _
__
__ z :::rQRa>z .,.... ____
_.._z ..::zQR.<z
Extremfälle des Leitungsabschlusses. Sie lassen a) b)
sich daran erkennen, daß im Abstand von je-. Bild 5.24
weils Ä/2 die Spannungsverteilung auf der Lei­ Die Spannungsverteilung auf einer Leitung bei Fehl­
tung ausgesprochene NullsteHen aufweist. anpassung am 1.eituogsende; a- R. > Z, b- R. < z

93
oder Der Reflexionsfaktor 0 zeigt an, daß keine
reflektierte Welle und damit auch keine Wellig­
R -Z •
r-
- a ( 5. 1 8.) keit auftritt.
'
R. + z Zwischen den dimensionslosen Faktoren m,
Z - Wellenwiderstand der Leitung, Ra -Ab­ r und s bestehen noch folgende Beziehungen,
schlußwiderstand der Leitung. Handelt es sich aus denen man die Zusammenhänge erkennen
um einen rein ohmseben Abschlußwiderstand kann:
Ra (der also keine Blindanteile hat), dann ist I +r
auch r nicht komplex. Man erhält ein positives s = -- (5.19.)
I- r
Ergebnis aus der Berechnungsgleichung, wenn
Ra > Z, und es wird negativ bei Ra < Z. sowie

I- r
Beispiel m= -- (5.20.)
I +r
Eine Speiseleitung mit dem Wellenwiderstand
Z = 24011 ist durch eine Sendeantenne mit und
dem reellen Fußpunktwiderstand R. von
I-m s-1
48011 abgeschlossen. Der Reflexionsfaktor r r= --- = -- (5.21.)
· errechnet sich aus GI. (5.17.) mit I+m s+I

48011 Wenn Ra < Z ist, ergibt sich


- 1
24011 2- 1 z
r= s= - (5.22.)
48011 2 +1 3 R.
-- +1
24011 und
oder Ra
m=-. (5.23.)
r::::! +0,33. z
Die Amplitude der reflektierten Welle be­ Ist dagegen Ra > Z, wird
trägt demnach 1 oder 0,33 von der der hin­
R.
laufenden Welle und hat gleiche Polarität (Vor­ s =- (5.24.)
zeichen +, Ra > Z). z
Würde der Abschlußwiderstand Ra bei glei­ und
cher Speiseleitung nur 60 Q betragen, wäre der
z
Reflexionsfaktor m= - . (5.25.)
Ra
6011
- 1
24011 0,25 - 1 -0,75 Eine gute Übersicht zu den zahlenmäßigen
r= ----- = Zusammenhängen bietet Tabelle 34.8. im An­
6011 0,25 + 1 1,25
+ 1 hang.
24011 Wird die Leitung mit einem reinen Blind­
-3 widerstand abgeschlossen, wie ihn eine Kapazi­
oder -0,6. tät odereine Induktivität darstellt, dann herrscht
5
diegleiche Spannungsverteilungwie bei Leerlauf
In diesem Fall beträgt die Amplitude der oder Kurzschluß, denn der Blindwiderstand
rücklaufenden Welle 60% der vorlaufenden. nimmt keine Leistung auf, er reflektiert sie. Es
Das Vorzeichen ist negativ. Deshalb tritt ent­ verschiebt sich lediglich die Spannungskurve so
gegengesetzte Polarität auf. weit entlang der Leitung, daß am Leitungsende
Schließlich könnte man noch den Anpas­ die Spannung dem am Kondensator oder der
sungsfall R. =Z = 24011 untersuchen: Spule auftretenden Spannungsabfall entspricht.
· Neben dem Wirkwiderstand sind beim Ge­
24011
-1 nerator und beim Verbraucher oft auch noch
2400
r= =�=�=0. Blindanteile vorhanden. Blindwiderstände wer­
240 � 1 +1 2 den mit dem Symbol X gekennzeichnet, sie
+I
24011 können ein positives Vorzeichen (induktiver

94
Blindwiderstand, auch XL) oder ein negatives Speiseleitungen verwendet. Ferner ist bei neu­
Vorzeichen (kapazitiver Blindwiderstand, auch zeitlichen Amateursendern der Endstufen­
Xe) haben. Blindwiderstände verhindern die Tankkreis so ausgelegt, daß beim Anschluß
Anpassung, weil sie Reflexionen hervorrufen, einer koaxialen Speiseleitung Anpassung an
und setzen damit den Wirkungsgrad der Lei­ den Senderausgang besteht beziehungsweise
stungsübertragung herab. Blindanteile an der durch entsprechende Einstellung der Abstimm­
Sender-Endstufe lassen sich durch entspre­ elemente hergestellt werden kann. Ist die am
chende Abstimmungsmaßnahmen beseitigen. Ende der Speiseleitung angeschlossene Antenne
Blindkomponenten des Fußpunktwiderstan­ in Resonanz mit der Senderfrequenz, stellt sie
des einer Antenne treten auf, wenn sich die für den Sender eine reine Wirklast dar; dabei
Antenne nicht in Resonanz mit der sie erregen­ besteht noch die Forderung, daß der reelle
den Frequenz befindet. In diesem Fall muß Fußpunktwiderstand der Antenne gleich dem
entweder die Antenne durch Längenverände­ Wellenwiderstand des Speisekabels ist. Das ist
rung zur Resonanz gebracht werden, oder man der Idealfall, der in der Praxis kaum vor­
kompensiert eine vorhandene kapazitive Reak­ kommt. Es ist nicht zu vermeiden, daß die
tanz durch eine Induktivität und umgekehrt. Antenne auch mehr oder weniger außerhalb
Erst wenn die Blindanteile beseitigt oder kom­ ihrer Resonanz betrieben werden muß, denn
pensiert sind, ist eine vollkommene Anpassung die Sendefrequenz bewegt sich innerhalb des
möglich. ganzen zugelassenen Amateurbandes. Das be­
deutet, daß bei Veränderung der Sendefrequenz
am Antennenspeisepunkt ein Blindwiderstand
5.2.2. Zusätzliche Leitungsverluste auftritt, der kapazitiv oder induktiv sein kann.
durch stehende Wellen Da Blindwiderstände keine Leistung aufneh­
men, stellt nun die Antenne keine reine Wirk­
Wie bereits in Abschnitt 5.1.4. ausgeführt last mehr dar, und sie wirft einen mehr oder
wurde, hat jede HF-Leitung eine bestimmte wenigergroßen Anteil der angebotenen Leistung
frequenzabhängige Dämpfung je Längenein­ zum Speiseleitungsanfang zurück. Die auf der
heit, die von den Verlusten in den Leitern Speiseleitung »vorlaufende« Welle wird von
(»Kupferverluste«) und im Dielektrikum zwi­ dieser »rücklaufenden« (reflektierten) Welle
schen den Leitern (dielektrische Verluste) her­ überlagert, und es bilden sich auf der Speise­
vorgerufen wird. Diese Dämpfung ist unver­ leitung stehende Wellen aus, wie bereits in Ab­
meidlich bei jeder darstellbaren Leitung vor­ schnitt 5.2.1. beschrieben. Die von der Speise­
handen und wird als Leitungsdämpfung be­ leitung zum Senderausgang transformierten
zeichnet. Ist eine Speiseleitung senderseilig und Blindanteile können dort mit den vorhande­
antennenseitig mit ihrem Wellenwiderstand Z nen Abstimmitteln oder durch zusätzliche An­
abgeschlossen, d. h. angepaßt, wird nur die passungsnetzwerke kompensiert werden.
reine Leitungsdämpfung wirksam. Beträgt Eine zweite Möglichkeit für das Auftreten
beispielsweise die Leitungsdämpfung 3 dß, so von Stehwellen besteht darin, daß der Speise­
erhält die Antenne nur noch die Hälfte der vom punktwiderstand der angeschlossenen Antenne
Sender a bgege benen HF-Leistung, die andere zwar reell ist, aber in seiner Größe nicht dem
Hälfte wird von der Speiseleitung in Verlust­ Wellenwiderstand Z der Speiseleitung ent­
wärme umgesetzt. Da die Dämpfung von indu­ spricht, so daß auch in diesem Fall wieder eine
striell gefertigten HF-Kabeln vom Hersteller Teilreflexion stattfindet. Häufig treten beide
immer angegeben wird, kann man sich die Ver­ Möglichkeiten gemeinsam auf. Fehlanpassung
luste bei Anpassung leicht ausrech nen. Ist die zwischen Senderausgang und Speiseleitungs­
Leitung fehlangepaßt, treten zusätzliche Lei­ anfang kann bei diesen Betrachtungen ausge­
tungsverluste auf. klammert werden, weil man immer die Mög­
Zur Erklärung solcher zusätzlichen Leitungs­ lichkeit hat, die Anpassung entweder durch
verluste wird davon ausgegangen, daß heute die entsprechende Senderabstimmung oder durch
meisten Amateursendeanlagen mit angepaßten ein zwischengeschaltetes Anpassungsnetzwerk
Speiseleitungen ar.beiten (s. Abschnitt 5.3.1.). herbeizuführen. Hat man die senderseilige An­
Dabei werden fast immer Koaxialkabel mit passung hergestellt, können - unabhängig vom
Wellenwiderständen von 50 Q bis 75 Q als Welligkeilsfaktor auf der Speiseleitung- keine

95
Verluste im Senderausgang selbst auftreten. ·
sehen Beispielen näher untersucht werden, wie
Diese Tatsache wird oft übersehen. sich die Verhältnisse tatsächlich darstellen:
Wenn stehende Wellen auf der Leitung vor­
Beispiel]
handen sind, vergrößert sich die Leitungs­
Eine Sendeantenne, die für eine Resonanz­
dämpfung mit dem Anwachsen des Wellig­
frequenz von 3600 kHz bemessen ist, wird über
keitsfaktors s. Der Grund dafür ist, daß die
ein 40 m langes Koaxialkabel gespeist, für das
Effektivwerte von Strom und Spannung mit
der Kabelhersteller eine frequenzbezogene
steigendem Welligkeitsfaktor s größer werden.
Dämpfung von 2 dB/100 m angibt. Es herrscht
Dabei erhöht der größere Effektivstrom die
Anpassung, stehende Wellen sind nicht vor­
ohmseben Leitungsverluste (»Kupferverluste«)
handen. Die Gesamtverluste betragen für 40 m
und die größere Effektivspannung die dielek­
Leitungslänge .(40 m/100 m) 2 dB 0,8 dB.
trischen Verluste. Die Leitungsdämpfung ins­
· =

Nun wird die Sendefrequenz innerhalb des


gesamt wird somit größer. DieserVorgang wird
Amateurbandes verändert, wobei das am An­
gedanklich noch klarer, wenn man sich vor­
tennenspeisepunkt gemessene Stehwellenver­
stellt, daß der reflektierte Anteil die Speiselei­
= 3 ansteigen möge. Aus
hältnis auf maximal s
tung erneut durchlaufen muß und dabei wieder
Bild 5.25 ist für diesen Betriebsfall ein zusätz­
der Leitungsdämpfung unterliegt.
licher Verlust durch StehweHen von 0,45 dB zu
Aus Bild 5.25 lassen sich die Gesamtverluste
entnehmen. Selbst bei s 5 würde der Zusatz­
in dB ermitteln, die auf einer fehlangepaßten
=

verlust noch unter 1 dB liegen. Nach prak­


Spejseleitung entstehen. Die Kurven sind für
tischen Erfahrungen sind Leistungsminderun­
alle in der Praxis vorkommenden Welligkeits­
gen � 1 dB von der empfangenden Gegenstelle
faktoren s vorhanden, Zwischenwerte können
überhaupt nicht als Lautstärkeminderung fest­
interpoliert werden. Da die zusätzlichen Ver­
stell bar.
luste durch Fehlanpassung in ihrer Auswir­
kung auf die Leistungsbilanz der Antenne von Beispiel 2
vielen Funkamateuren weit überschätzt werden Eine Sendeantenne ist für eine Resonanzfre­
soll in Auswertung von Bild 5.25 an prakti� quenz im 20-m-Band bemessen und wird über

1vv ��1 l/tv�


4n�1--�--L-����--�_L_L��D
'i 1,0 70
Bild 5.25
Durch Fehlanpassung verursachte
Zusatzverluste auf HF-Leitung

Verlust in dB bei exakter Anpassung durch Leifungsdiimpfung

96
ein 15 m langes Koaxialkabel erregt, für das
der Kabelhersteller eine frequenzbezogene
Dämpfung von 2,8 dB/100 m angibt. Die Lei­
tungsdämpfung bei Anpassung beträgt somit
(15 rn/100 m)· 2,8 dB = 0,42 dB.Betreibt man
die Antenne mits = 2, beträgt nach Bild 5.25
der Zusatzverlust durch Fehlanpassung 0,1 dB,
bei s = 3 sind es 0,25 dB, bei s = 5 etwa
0,55 dB, und erst bei etwa s = 8 wird die
»1-dB-Grenze« erreicht.
Aus den Beispielen, die beliebig erweitert
werden könnten, ist zu ersehen, daß die Sorge
um ein niedriges Stehwellenverhältnis in den
meisten Fällen unbegründet ist. Deshalb sollte
man den auftretenden Welligkeilsfaktor keines­
falls als ausschlaggebenden Wertmesser für die
Brauchbarkeit einer Antenne betrachten.
Es muß in diesem Zusammenhang noch ver­
merkt werden, daß man das »richtige« Steh­
2
wellenverhältnis nur dort messen kann, wo es
seinen Ursprung hat, nämlich am Antennen­
speisepunkt. Eine solche Messung ist in der
Praxis oft unmöglich, zumindest aber sehr un­
beql!em. Deshalb wird meistens das Stehwel­ 2 3 Ir 5678910
We/ligileitsfal<tor s am Senderausgang
lenanzeigegerät zwischen Senderausgang und
Bild 5.26
Speiseleitungsanfang eingeschleift, wo es leicht
Die unterschiedliche Anzeige des Stehwellenverhältnisses
abgelesen werden kann. In diesem Fall kommt
am Antennenspeisepunkt und am Senderausgang
immer ein Stehwellenverhältnis zur Anzeige, (Speiseleitungsanfang) in Abhängigkeit von der Leitungs­
das besser ist, als es der Wirklichkeit entspricht. dämpfung des Speisekabels in dB
Die stehenden Wellen werden auf dem Weg
von ihrem Entstehungsort bis zum Meßort
der »echte« Welligkeilsfaktors = 5 am Anten­
durch die verlustbehaftete Speiseleitung ge­
nenspeisepunkt bestehen, aber die scheinbare
dämpft, so daß - abhängig von der Größe der
Stehwellenanzeige am Leitungsanfang würde
Leitungsdämpfung- eine entsprechend kleinere
nach Bild 5.26 von vorher s = 2 aufs = 4 an­
Welligkeit zur Anzeige kommt. Welche Fehl­
steigen.
messungen dabei auftreten können, ist aus
Bild 5.26 zu erkennen. Besonders im VHF- und
UHF-Bereich, wo die Leitungsdämpfung von 5.2.2.1. Leitungsverluste durch Strahlung
Koaxialkabeln relativ groß ist, sollte man die­ der Speiseleitung
sen Meßfehler beachten. Bei einfacheren han­
delsüblichen Koaxialkabeln, wie sie Funk­ Zweidrahtleitungen, die Hochfrequenz über­
amateure bevorzugt verwenden, liegt · die tragen, neigen dazu, selbst als Antenne zu wir­
Dämpfung bei 145 MHz etwa im Bereich von ken. Die von ihnen in ihre Umgebung abge­
7 bis 10 dB/100 m, so daß man z. B. mit einer gebene Strahlung trägt im allgemeinen nicht
Kabellänge von 30 m schon auf eine Leitungs­ zur Fernwirkung bei; im Gegenteil, wenn sich
dämpfung von 3 dB kommen kann. Mißt man das Feld einer strahlenden Speiseleitung mit
in diesem Fall am Leitungsanfang ein Stehwel­ dem der Sendeantenne kreuzt, werden uner­
lenverhältnis s = 2, würde das wirkliche Steh­ wünschte Riebtwirkungen und Verluste verur­
wellenverhältnis am Antennenspeisepunkt fast sacht. Wie bereits erwähnt, können strahlende
s = 5 betragen (s. Bild 5.26). Besteht nun die Speiseleitungen auch die unbeliebten Störun­
Möglichkeit, dieses relativ verlustreiche Kabel gen des Rundfunk- und Fernsehempfangs her­
gegen ein sehr verlustarmes auszutauschen, das vorrufen. Diese Nebenwirkung ist gewöhnlich
beispielsweise nur 0,5 dB Verlust aufweist, bleibt unangenehmer als der geringe Strahlungsverlust.

7 Rothammel, Antennenbuch 97
Die unerwünschte Ausstrahlung von Speise­ Z abgeschlossen ist, stehende Wellen ausbilden.
leitungen hängt einerseits vom Grad der Fehl­ Diese stellen Strom- und Spannungsmaxima
anpassung auf der Leitung ab, sie vergrößert dar, die gegeneinander in der Phase verschoben
sich mit zunehmender Welligkeit. Andererseits sind. Man könnte deshalb für jeden Punkt der
ist auch eine vollkommen augepaßte Speise­ Leitung den Scheinwiderstand (Quotient aus
leitung nicht völlig strahlungsfrei. Spannung und Strom) feststellen. Die Phasen­
Eine Zweidrahtleitung ist erdsymmetrisch, differenz zwischen Spannung und Strom be­
beide Einzelleiter haben gleichen Querschnitt wirkt, daß neben dem ohmscheu Widerstand
und gleiche Erdverhältnisse. Deshalb sind auch auch noch ein Blindwiderstand vorhanden ist.
die in beiden Leitern fließenden Ströme gleich Dieser kann in Abhängigkeit von der Richtung
groß, aber entgegengesetzt gerichtet. rn gleicher der Phasenverschiebung induktiven Charakter
Weise sind auch die von ihnen verursachten haben (Xd oder kapazitiv sein (Xe).
magnetischen Felder einander gegenläufig. Sie Bild 5.27 gibt die Scheinwiderstandskurven
würden sich aufheben, wenn beide Leiter räum­ einer kurzgeschlossenen Zweidrahtleitung in
lich zusammenfielen, was sich aber praktisch Abhängigkeit von der Leitungslänge in ). wie­
nicht verwirklichen läßt. Wegen des immer vor­ der. Dabei sind (wie üblich) die induktiven An­
handenen räumlichen Abstandes der beiden teile oberhalb der Nullinie ( +) und die kapa­
Leiter ist die Auslöschung nicht vollkommen. zitiven Reaktanzen unterhalb der Nullinie (-)
Die Verluststrahlung einer Zweidrahtleitung aufgetragen.Ausgehend vom kurzgeschlossenen
wächst direkt mit dem Quadrat des Leiterab­ Abschluß steigt der Scheinwiderstand im in­
standes und der Betriebsfrequenz. Das bedeu­ duktiven Bereich und erreicht bei einem Ab­
tet, daß der Leiterabstand mit steigender Fre­ stand von A./4 einen nahezu unendlichen Wert.
quenz geringer werden soll. Da ihm aber eine gleich große kapazitive Reak­
Praktische Hinweise für den Selbstbau und tanz gegenübersteht, ist der sehr große Schein­
die zweckmäßige Leitungsführung von Paral­ widerstand weder induktiv noch kapazitiv,
leldrahtleitungen unter Berücksichtigung der sondern rein ohmisch. Man kann auch sagen,
Strahlungsverluste wurden bereits in Abschnitt daß im Abstand A./4 vom Kurzschluß entfernt
5.1.5. gegeben. ein induktiver Blindwiderstand XL einem gleich
Günstig bezüglich der Strahlungsverluste großen kapazitiven Blindwiderstand Xe paral­
sind Koaxialkabel, bei denen auf Grund ihres lelgeschaltet ist. Eine solche Zusammenschal­
axialsymmetrischen Aufbaus eine Strahlung tung stellt der bekannte Parallelresonanzkreis
nach außen kaum vorhanden ist. Allerdings dar, und ein kurzgeschlossenes Viertelwellen­
können auch in diesem Fall sogenannte Man­ stück weist auch alle Eigenschaften eines Par­
telwellen auftreten. Das sind Ausgleichsströme, allelresonanzkreises auf.
die sich auf dem Kabelaußenleiter bilden, wo­ Der kapazitive Scheinwiderstand im Bereich
durch der Kabelmantel selbst strahlt. Mantel­ zwischen A./4 und A./2 erreicht bei A./2 die Null­
wellen entstehen durch Unsymmetrien, z.B. linie und ist wieder rein ohmisch, aber im Be­
wenn eine symmetrische Antenne direkt mit trag theoretisch Null. Einer kurzgeschlossenen
einem unsymmetrischen Koaxialkabel gespeist Halbwellenleitung können alle Eigenschaften
wird, oder dadurch, daß der Gesamtkomplex eines Serienresonanzkreises unterstellt werden.
Antenne und koaxiales Speisekabel sich in Als gedankliche Verbindung zu dieser Defi­
einem Resonanzzustand mit der erregenden nition kann man sich vorstellen, daß bei einem
Frequenz befindet (Oberwellenresonanz) und verlustfreien Serienresonanzkreis der Durchlaß­
deshalb auch in seiner Gesamtheit strahlt. widerstand ebenfalls Null ist, im Gegensatz
Veränderungen der Kabellänge können Abhilfe zum verlustfreien Parallelresonanzkreis, bei
schaffen. dem er unendlich groß wird.
Die Scheinwiderstandskurven wiederholen
sich nun in der gleichen Reihenfolge. Eine mit
5.2.3. Die Zweidrahtleitung einem Kurzschluß abgeschlossene Zweidraht­
als Abstimmelement leitung kann je nach ihrer Länge - bezogen
auf A. -.als Induktivität, als Kapazität, als Se­
Es wurde bereits festgestellt, daß sich auf einer rienresonanzkreis oder als Parallelresonanz­
Leitung, die nicht mit ihrem Wellenwiderstand kreis eingesetzt werden.

98
360• 2'kJ• 18/JD so· ao

Bild 5.27
Der Scheinwiderstandsgang einer am Ende
kurzgeschlossenen Zweidrahtleitung als
�--- ______ __. Funktion der Leitungslänge I in .l
P· Parallelresonanz R· Reihewesonanz

Ähnlich verhält sich eine am Ende offene schlossene Leitung < J..(4. Ist die gleiche Lei­
Zweidrahtleitung. Bei ihr sind die Scheinwider­ tung offen, hat man eine Kapazität. Schließ­
standsverhältnisse lediglich um 90° gegenüber lich erhält man mit einer elektrisch genau ).(4
dem Kurzschlußbetrieb versetzt (Bild 5.28). langen geschlossenen Leitung einen Parallel­
Am offenen Leitungsabschluß befindet sich resonanzkreis, der sich bei offener Leitung in
eine nahezu unendliche kapazitive Reaktanz, einen Serienresonanzkreis verwandelt.
die bei Ä/4 die Nullinie erreicht. Dort repräsen­ Das Abstimmverhalten von offenen und ge­
tiert die Leitung einen Serienresonanzkreis schlossenen Zweidrahtleitungen zeigt Bild 5.29
(Scheinwiderstand rein ohmisch). Zwischen Ä/4 noch einmal in übersichtlicher Form. Das An­
und J../2 ist die Reaktanz induktiv, bei J..j2 tritt wendungsgebiet solcher Leitungen ist sehr viel­
wieder Parallelresonanz auf usw. seitig. Wie später noch gezei!t wird, können
Leitungsabschnitte, die man als Schalt­ durch ihren Einsatz z.B. Blindwiderstände
elemente (Induktivität, Kapazität oder Kreis) kompensiert und Scheinwiderstände transfor­
verwendet, haben gewöhnlich eine Länge von miert werden. Wenn man einen Leitungsab­
� J..(4; denn damit können alle gewünschten schnitt als Blindwiderstand verwendet, ist der
Eigenschaften realisiert werden. Wird z.B. eine Wert des Blindwiderstandes von der elektri­
Induktivität benötigt, nimmt man eine ge- schen Länge l der Leitung und ihrem Wellen-

360° 27o• 7Bo· so· o•

vom 6enerolvr 0
-
�P
�Cil-.,�
.��ti� Leifungsende

} �i\,
I
J3/qJ., 11fzJ., 71f�J., 1A- 3A!!. 'i'v/2 Mli Bild 5.28
-Länge/ Der Scheinwiderstandsgang einer am Ende
-------- offenen Zweidrahtleitung als Funktion
@ ___ - der Leitungslänge I in l
P•Parallelresonanz R= Reihenresonanz

99
Ende offene Leitung
�sehe
am fn<iB geschlossene Leitung am

�8 Leitung mit Spannungsverleilg. wirkt als


�ff,�lrische Leitung mit Spannungsverteilg. wirktals
� !Pi nn,lliin_g.

[
u
kürz�N;,als�.
(<90°}
kurzerals� u
b r
:; {< so•)
b Tb
a

I
ut_,.--- t----_
0.l --·[ä-
�··).;4 � u
A.f4
=
( 90 ")
I :: (=90") a

b
ut-----__
r-
längora!s'y4 u L,--- a längerals Äfi,
kürzer als AIJ. kürzer als A,Z �
{>90�'<780/ rb a
Tb (>90� <180'
b
a

� u �
fTb
u

ö.
:;) Afz � A.fz ........_
(= IBO•) {:1ßo•) a
I :: b
Bild 5.29 Das Abstimmverhalten von kurzgeschlossenen und offenen HF-Leitungen mit Längen bis Ä/2

widerstand Z abhängig. Unter der Vorausset­ BeiJpiel


zung, daß die Leitung keine oder nur geringe Ein geschlossener Leitungsabschnitt mit einem
Verluste aufweist, ergibt sich bei einer geschlos­ Wellenwiderstand Z von 400 0 hat eine elek­
senen Leitung < Ä/4 der induktive Blindwider­ trische Länge von A/12 = 30°. Der induktive
stand XL in n aus Widerstand XL soll festgestellt werden.
Ausgehend vom Punkt 30° auf der Abszisse
XL= z tan 180° 1/J... (5.26.) senkrecht nach oben bis zum Schnittpunkt mit
der XeKurve findet man in gleicher Höhe auf
Die Länge /wird dabei in Winkelgraden aus­
der Ordinate den Wert X/Z mit etwa 0,6. Dar­
gedrückt (s.Bild l.l). Aus dieser Beziehung
aus ergibt sich XL mit 400 n . 0,6 = 240 n.
resultiert noch eine wichtige Feststellung: Da
Wäre die gleiche Leitung offen, würde man
der Tangens von 45° = 1 beträgt, ist auch 45°
den kapazitiven Blindwiderstand Xe über den
(J,.j8) vom Kurzschluß entfernt XL stets gleich
Schnittpunkt der Xc-Kurve mit X/Z 1,75
dem Wellenwiderstand Z der Leitung.
=

finden und erhielte als Ergebnis


Analog ergibt sich der kapazitive Blindwi­
derstand Xe einer offenen Leitung > J../4 aus
Xe= 4000 ·1,75 = 7000.
Xe= Z cot 180° 1/J... (5.27.)
Natürlich können die Kurven auch in um­
Da auch der Kotangens 45° = 1 ist, wird gekehrter Weise verwendet werden. Wird z.B.
Xe im J../8 Abstand vom offenen Leitungsende ein Leitungsstück gebraucht, das einen vor­
ebenfalls gleich Z. gegebenen Blindwiderstand haben soll, errech­
In Auswertung der GI. (5.26.) und GI. (5.27.) net man zunächst den Quotienten aus X/Z
läßt sich aus Bild 5.30 der Blindwiderstands­ und sucht diesen Wert auf der Ordinate. Von
wert von Leitungsabschnitten <J../4 in Ab­ dort ausgehend bis zum Schnittpunkt mit der
hängigkeit von der elektrischen Länge (aus­ entsprechenden Kurve findet man auf der
gedrückt in Winkelgraden) als das Verhältnis Abszisse die erforderliche Leitungslänge I in
X/Z für offene (Xe) und geschlossene (Xd Winkelgraden.
Leitungsstücke ersehen. Die den induktiven oder kapazitiven Blind-

100
5,0,-.------,---, abgestimmten und angep'ilßten Leitungen ein­
zusetzen; es könnte dann von einer gemischten
4,5
Speisung gesprochen werden.
4,0 Im VHF- und UHF-Bereich arbeitet man
3,5 ausschließlich mit angepaßten Speiseleitungen,
!:::!. nur im Kurzwellenbereich bedient sich der
""- 3,0
Funkamateur manchmal noch der abgestimm­
� 2,5- tenSpeiseleitung bzw. der gemischtenSpeisung.
] z,o
1,5
5.3.1. Die augepaßte Speiseleitung
1,0
-

0,5 Ist bei einer Speiseleitung die Anpassungsbe­


dingung nach GI. (5.14.) erfüllt, verteilen sich
0 Spannung und Strom in gleichmäßiger Höhe
entsprechend Bild 5.21 auf der Leitung. Da an
keinerStelle der Leitung eine Welligkeil auf­
Bild 5.30
tritt, darf eine angepaßte Leitung beliebig lang
Nomogramm zur Ermittlung des Blindwiderstandes von
sein. Es tritt dann - zumindest bei Koaxialka­
offenen und geschlossenen Leitungen (kürzer als A/4)
a1s Funktion des Leitungsscheinwiderstandes z beln - nur die unvermeidbare, frequenzabhän­
(Wellenwiderstand) und der Leitungslänge in Winkel­ gige Leitungsdämpfung auf (s. Abschn: 5.1.4.).
graden Bei symmetrischen, nicht geschirmten Zwei­
drahtleitungen muß noch mit geringen Strah­
lungsverlusten gerechnet werden, wie bereits
widerständen äquivalenten Induktivitäten und
in Abschnitt 5.2.2.1. ausgeführt wurde. Grund­
Kapazitäten sind frequenzabhängig. Sie kön­
sätzlich läßt sich mit einer exakt angepaßten
nen nach den bekannten Beziehungen
Speiseleitung unter sonst gleichen Bedingungen
XL = wL = 2rr/L (5.28.) immer die verlustärmste Leistungsübertragung
durchführen.
und
Die auf einer angepaßten Leitung fortschrei­
1
Xe= -- = (5.29.) tenden Wellen werden auch Wanderwellen ge­
wC 2rr/C nannt. In der Amateursprache nennt man sie
errechnet oder aus den entsprechenden Nomo­ »flache Leitungen« (engl.: Flat-line) und meint
grammen entnommen werden (z.B. Bild 6.20 damit stehwellenfreie (angepaßte) Zweidraht­
und 6.21). leitungen.
Kleine Anpassungsfehler lassen sich selten
ganz vermeiden; es entstehen dann sogenannte
pseudo-fortschreitende Wellen. Das sind fort­
5.3. Die Speisongsarten schreitende Wellen (Wanderwellen), die mit
einem mehr oder weniger großen Anteil stehen­
Da im allgemeinen eine Antenne so hoch und der Wellen behaftet sind, etwa wie in Bild 5.24
so frei wie möglich angebracht werden soll, dargestellt. Ein Welligkeitsfaktor s = 2 ist für
muß man in der Regel eine mehr oder weniger Amateurzwecke meist noch tragbar.
lange Energietransportleitung zwischen Sender Fehlanpassungen, die am Eingang der Spei­
bzw.Empfänger und Antenne vorsehen. Nur in seleitung durch dieSender-Endstufe (bzw. den
Ausnahmefällen ist eineSpeiseleitung nicht not­ Empfängereingang) verursacht werden, lassen
wendig, z.B. bei Handfunks'prechgeräten und sich verhältnismäßig einfach beseitigen, da mo­
Fuchsjagdempfängern. derne Amateursender leicht zugängliche Kop­
Für den Funkamateur bieten sich 2 Arten pelelemente enthalten; die eine Widerstands­
der Antennenspeisung an, die Erregung über anpassung ermöglichen. Blindanteile, die vom
eine abgestimmte Speiseleitung und die Spei­ Antennenspeisepunkt über die Speiseleitung
sung über eine angepaßte Leitung. In einigen zumSenderausgang transformiert werden,kön­
Fällen ist es zweckmäßig, Kombinationen von nen dort ebenfalls kompensiert werden. Reichen

101
die Abstimmittel des Senders dazu nicht aus, dort außerdem unvermeidlich auf, wenn die
muß man ein zusätzliches Anpassungsnetzwerk Sendefrequenz innerhalb des Amateurbandes
einschalten. Dadurch ist es in allen Fällen mög­ verändert wird.
lich, dem Sender eine reine Wirklast anzubieten. Als angepaßte Speiseleitungen sind alle Zwei­
Die Ankopplung von Speiseleitungen an den leitertypen brauchbar, auch selbstgebaute
Sender wird in Abschnitt 8. beschrieben. »Hühnerleitern« mit definiertem Wellenwider­
Schwieriger oder zumindest unbequemer lassen stand. Am zweckmäßigsten sind Koaxialkabel,
sich Fehlanpassungen kompensieren, die am die an symmetrische Antennen (z.B. Dipole)
meist schwer zugänglichen Antennenspeisc­ über Symmetriewandler angeschlossen werden
punkt vorhanden sind. Durch Manipulationen sollen (s.Abschn. 7.).
am senderseifigen Leitungsende können sie Im Bereich der Ultrakurzwellen und der Dezi­
nicht beeinflußt werden oder wenigstens nicht meterwellen wird ausschließlich mit angepaßten
so, daß die Welligkeil auf der Speiseleitung ver­ Speiseleitungen gearbeitet. Für Einbandanten­
schwindet. Deshalb muß man Fehlanpassungen, nen ist auch im Kurzwellenbereich die ange­
die die Antenne verursacht, auch an der An­ paßte Leitung als Optimallösung zu empfehlen.
tenne beseitigen. Das geschieht durch Anpas­ Für Sendeantennen, die durch Oberwellen­
sungs- und Transformationsglieder, die in Ab­ erregung im Mehrbandbetrieb arbeiten sollen,
schnitt 6. beschrieben sind. Die Widerstands­ läßt sich eine angepaßte Speiseleitung nur be­
anpassung führt nur zum Erfolg, wenn dabei dingt einsetzen. Wie später noch ausgeführt
auch vorhandene induktive oder kapazitive wird, ändern sich bei Harmonischenerregung
Blindanteile entfernt werden. Diese treten im­ einer Antenne der Fußpunktwiderstand und die
mer auf, wenn sich die Antenne nicht genau in Resonanzlage, so daß genaue Anpassung immer
Resonanz mit der sie erregenden Frequenz be­ nur für ein Amateurband herbeigeführt werden
findet. Wie Blindanteile kompensiert werden kann. Auf allen anderen Bändern sind Fehfan­
können, ist ebenfalls in Abschnitt 6. ausgeführt, passungen und Blindkomponenten vorhanden.
Wie in Abschnitt 5.2.2. erläutert, ist es nicht Lösungswege für solche Fälle zeigt Abschnitt
immer sinnvoll, die Fehlanpassung am Anten­ 5.3.3. auf. Als praktisches Beispiel ist in
nenspeisepunkt völlig beseitigen zu wollen. Bild 5.31 eine selbsthergestellte Leitung mit
Eine Fehlanpassung durch Blindanteile tritt 300 Q Wellenwiderstand wiedergegeben.

Bild 5.31 Speiseleitung. Z = 300 U

102
5.3.2. Die abgestimmte Speiseleitung Spannung Strom

In Abschnitt 5.2.3. wurde bereits festgestellt,


in welcher Weise ein Leitun�:sstück als Ab­
---x',-

� <:
'...._
stimmelement wirkt. Aus Bild 5.27, Bild 5.28
---
und Bild 5.29 kann weiterhin ersehen werden,
daß der Scheinwiderstand einer abgestimmten
...... --
---
---

Leitung an jedem Stromknoten und an jedem


Spannungsknoten reell wird. Strom- und Span­
nungsknoten bilden sich abwechselnd im Ab­
stand von elektrisch A/4 auf einer Leitung aus.
Bild 5.32
Man bezeichnet deshalb eine Leitung als abge­
Stehende Wellen auf einer Paralleldrahtleitung.
stimmt, wenn ihre Länge elektrisch A/4 oder
elektrisobe Länge A/2
ganzzahlige Vielfache von A/4 beträgt (2 · Ä/4,
3 A/4 usw.). Obwohl eine solche abgestimmte
·

Leitung stehende Wellen führt, sind ihr Ein­ Das bedeutet, daß an der Antenne selbst kei­
gangsscheinwiderstand und der Ausgangs­ nerlei Maßnahmen zur Anpassung des Fuß­
scheinwiderstand reell (rein ohmisch). punktwiderstandes erforderlich sind, denn er
Bild 5.32 zeigt die Verteilung von Spannung wird, unabhängig von seiner Größe, im Ver­
und Strom auf einer abgestimmten Zweidraht­ hältnis 1: 1 zum Leitungsanfang übertragen.
leitung, deren elektrische Länge A/2 beträgt. Dort kann er mit einfachen Mitteln an den
Die beiden Richtungspfeile deuten an, daß die Scheinwiderstand der Sender-Endstufe oder des
Ströme beider Leiter in entgegengesetzten Rich­ Empfängereingangs angepaßt.werden. Mit einer
tungen fließen, was auch aus der Lage der abgestimmten Leitung läßt sich eine Antenne
Strombäuche zu erkennen ist. Wie ausgeführt, auch im Mehrbandbetrieb durch Oberwellen­
heben sich deshalb die Felder gegenseitig weit­ erregung verwenden, was mit angepaßter Spei­
gehend auf, und die Strahlung der Leitung wird seleitung nur bedingt möglich ist. Bild 5.33 zeigt
stark herabgemindert. Die Strahlung ist um so einen solchen BetriebsfalL Hier wird ein Halb­
geringer, je kleiner der Leiterabstand und je wellendipol, dessen Resonanzfrequenz z. B.
niedriger die Frequenz ist. Da enger Leiterab­ 7 MHz beträgt, über eine abgestimmte Halb­
stand gleichbedeutend mit kleinem Wellenwi­ wellenleitung erregt (Bild 5.33a). Den Fuß­
derstand ist, kann man allgemein folgern, daß punktwiderstand ZZ des Halbwellendipols von
eine Leitung mit kleinem Wellenwiderstand bei etwa 60 D. überträgt die Halbwellenleitung
gegebener Frequenz weniger in ihre Umgebung - deren Wellenwiderstand in diesem Fall von
abstrahlt (kleinere Strahlungsverluste) als eine untergeordneter Bedeutung ist- im Verhältnis
Leitung mit großem Wellenwiderstand. 1: 1 als Z'Z' zum Leitungsanfang. Der gleiche
Bild 5.32 läßt weiterhin erkennen, daß am Dipol, mit der doppelten Frequenz erregt
Eingang und am Ausgang einer Halbwellen­ (14 MHz), würde dann einen Ganzwellendipol
Ieitung der gleiche Leitungsscheinwiderstand mit großem Fußpunktwiderstand ZZ darstel­
auftritt, denn der Quotient aus Spannung und len (s. Abschn.4.2.).Aus derHalbwellenspeise­
Strom ergibt in beiden Fällen den gleichen leitung ist eine Ganzwellenleitung geworden
Wert. Daß die Spannung um 180° phasenver­ (2 A/2),
· wie Bild 5.33 b zeigt. Der hochohmige
schoben ist, hat für diese Betrachtungen keine Antenneneingangswiderstand ZZ wird als Z' Z'
Bedeutung. Aus diesen Erkenntnissen kann für mit gleichem Wert zum Leitungsanfang über­
die Praxis folgende Regel abgeleitet werden: tragen und muß dort an den Senderausgang
Eine abgestimmte Speiseleitung der elektri­ angepaßt werden.
schen Länge J..j 2 oder eines ganzzahligen Viel­ Bekanntlich sind Eingangs- und Ausgangs­
fachen der halben Betriebswellenlänge (2 · A/2, scheinwiderstand einer Paralleldrahtleitung be­
3 · J..j2 usw.) stellt an ihrem Endedas amLeitungs­ reits bei einer elektrischen Länge von A/4 reell
anfang vorhandene Strom-/ Spannungs- Verhälmis (s. Abschn.5.2.3.). Eine Viertelwellenleitung
wieder her. Der Eingangsscheinwiderstand der läßt sich deshalb ebenfalls als abgestimmte Lei­
Antenne wird deshalb im Verhältnis 1: 1 zum tung einsetzen. Die Strom- und Spannungsver­
Leitungsanfang übertragen. teilung der A./4-Leitung ist in Bild 5.34 darge-

103
'A/2 . Zl·Sirombauch:nier!ei'Ohmig 1'- lt-Slron1knole�:hochohmig
zz� Sfraff!/lllUr:.h;niederohmig zz·�stramknofen:.hochohmig
ZZ·ZZ' ZZ =Z'Z'

b) z' z'
aJ
Bild 5.33 Dipole mit abgestimmter Speiseleitung; a- mit abgestimmter A/2-Speiseleitung, der Eingangswiderstand ZZ
erscheint am unteren Ende der Speiseleitung als ZZ' mit gleichem Wert, b - der gleiche Dipol, jetzt mit
der doppelten Frequenz erregt; aus dem ursprünglichen Halbwellendipol wurde damit ein Ganzwellendipol.
Die Speiseleitung hat ebenfalls eine Länge von lA, Z'Z' ist wieder gleich ZZ

stellt. Die Strom-/Spannungs-Verhältnisse sind In Bild5.35 sindAntenneo mitViertelwe11en­


am Anfang und am Ende der Leitung umge­ speiseleitung dargeste11t. Bild 5.35a zeigt einen
kehrt. Daraus läßt sich die Schlußfolgerung Halbwe11endipol, dessen niedriger Fußpunkt­
ziehen, daß ein hochohmiger Scheinwiderstand widerstand ZZ (etwa 60 Q) als hochohmiger
am Leitungsanfang als niederohmig am Lei­ Scheinwiderstand Z'Z' am Leitungsende ent­
tungscode erscheint und umgekehrt. Eine sprechend GI. (5.30.) erscheint. In Bild 5.35 b
Viertelwellenleitung bezeichnet man deshalb wird der hochohmige Fußpunktwiderstand ZZ
auch direkt als Viertelwellentransformator (in eines Ganzwellendipols als Z'Z' am Leitungs­
Abschn. 6. ausführlich beschrieben). Bei der ende niederohmig, wie auch aus der Stromver­
Viertelwellenleitung spielt wieder der Wellen­ teilung hervorgeht.
Widerstand Z eine wichtige RoHe, denn er be­ Man kann die abgestimmte Speiseleitung als
stimmt das Transformationsverhältnis nach der die nichtstrahlende Verlängerung der Antenne
Beziehung betrachten. Speiseleitung und Antenne müssen
als Ganzes resonant sein. Das heißt, daß der
Z = .jZE · ZA; (5.30.)
strahlende und der nichtstrahlende Abschnitt
ZE - Eingangsscheinwiderstand der Leitung -einzeln betrachtet- außer Resonanz sein dür­
ZA- Ausgangsscheinwiderstand der Leitung. fen, wenn die Zusammenschaltung beider Re­
Für die abgestimmte Viertelwellenleitung sonanz ergibt. Deshalb kann man z. B. bei

kann folgende Regel aufgestellt werden: einem zu kurz oder zu lang bemessenen Strah­
Eine abgestimmte Speiseleitung der elektri­ ler die daraus resultierenden Blindanteile durch
schen Länge Ä/4 oder eines ungeradzah/igen Viel­ Verlängern oder Verkürzen der Speiseleitung
fachen von }.f 4 der Betriebswellenlänge (il, Jl, am antennenfernen Ende eliminieren. In der
.}Ä usw.) hat an ihrem Ende die umgekehrte Praxis erfolgt dieses Verlängern oderVerkürzen
Strom-/Spannungs- Verteilung wie amAnfang. Es derSpeiseleitung nicht auf mechanischem Wege,
i det deshalb eine Impedanztransformation statt.
fn sondern elektrisch durch einen geeigneten
Antennenkoppler am Ende der Speiseleitung
(Bild 5.36).
Dabei muß zunächst festgestellt werden, ob
das Leitungsende hochohmig (Stromknoten)
Bild 5.34
oder niederohmig (Strombauch) ist. Bei Strom­
Die Strom- und
Spannungsverteilung
kopplung wendet man die Serienspeisung nach
auf einer elektrisch Bild 5.36a und bei Spannungskopplung (hoch­
A/4 langen Zweidraht­ ohmig) die Parallelspeisung nachBild 5.36b an.
leitung Für Mehrbandantennen ist ein Universalkopp-

104
Sfrom

l' l' l' Z'


Z Z -: S/rombauch:nierierohmig ZZ Slromknofen hochohmig

Z'Z' Stromknohm:hochohmig
• Z'Z'· Stromoouch niederalunig
aJ ZZ<Z'l' b) Zl>ZZ'
Bild 5.35 Dipole mit abgestimmter Speiseleitung; a- Halbwellendipol mit abgestimmter A/4-Speiseleitung;
der niedrige Strahlereingangswiderstand ZZ erscheint im Speisepunkt Z'Z' mit hohem Jmpedanzwert,
b - Ganzwellendipol mit abgestimmter A/4-Speiseleituog; der hohe Strahlereingangswiderstand erscheint i m
Einspeisepunkt Z'Z' mit niedrigem Impedanzwert

!er nach Bild 5.36c zweckmäßig, da man ihn Fall Gleichtaktwellen gegen Erde auftreten kön­
wahlweise für Stromkopplung und für Span­ nen (sogenannter Marconi-Effekt). Die abge­
nungskopplung verwenden kann. Auch sym­ stimmte Leitung wirkt dann selbst als Antenne
metrische 7t-Filter (Co//ins-Filter) sind sehr gut und strahlt stark. Es ist deshalb ratsam, die ab­
geeignet. Solche Ankoppelsysteme werden in gestimmte Leitung stets etwas länger oder kür­
einem gesonderten Abschnitt beschrieben. zer als für Resonanz erforderlich zu bemessen
Es ist noch zu erwähnen, daß man die ab­ und mit dem Antennenkoppler auf exakte Re­
gestimmte Speiseleitung geometrisch nicht ge­ sonanz nachzustimmen.
nau für Resonanz bemessen sollte, da in diesem Die gemischte Speisung, eine Kombination
von abgestimmter und angepaßter Speiselei­
tung, wird in Abschnitt 8. beschrieben.

Literatur zu Abschnitt 5.
Huber, F.R.{Neubauer, H.: Die Goubau-Leitung
im praktischen Einsatz, Rohde & Schwarz­
Mitteilungen, 1960
Maxwell, W.: Eine andere Betrachtungsweise
über Reflektionen auf Speiseleitungen. Nied­
riges SWR aus falschem Grund. ,Nach QST
April 1974 übersetzt von Kawan in: cq-DL;
Ankopplungsspule zur Senrier-Endsfufi:
Baunatal, 47 (1976) Heft I, Seite 2 bis 5, Heft 2,
Bild 5.36 Seite 47 bis 49, Heft 4, Seite 113 bis 115, Heft 6,
Ankopplung der Speiseleitung; a- Ankopplung der Seite 199 bis 202, Heft 7, Seite 238 bis 240,
Speiseleitung an den Sender, Z'Z' niederohmig (Strom­ Heft 8, Seite 272 bis 273
kopplung), b - Ankopplung der Speiseleitung an Nibler, F.: Rcflektionsfaktor, Rückflußdämpfung,
den Sender, Z'Z' hochohmig (Spannungskopplung), Stehwellenverhältnis und Anpassungsfaktor,
c - Universalkoppler für wahlweise Strom- oder cq-DL, Baunatal, 49 (1978) Heft 1, Seite 10 bis
Spannungskopplung l3

105
6. Anpassungs- und Transformationsglieder

Der Einsatz von Anpassungs- und Transforma­ schlußpunkte ab, bei denen der Scheinwider­
tionsgliedern amAntennenfußpunkt beschränkt stand dem Wellenwiderstand der Speiseleitung
sich auf den Anschluß angepaßter Speiselei­ entspricht. Das dabei erforderliche Ausein­
tungen, denn nur bei diesen ist eine Scheinwi­ anderspreizen der Speiseleitung ergibt das Aus­
derstandsanpassung erforderlich. Bei der ab­ sehen eines Delta (griech. Großbuchstabe), da­
gestimmten Leitung stellt die Leitung selbst her bezeichnet man diese Ausführungsform als
bereits ein Transformationsglied dar. Delta-Anpassung.
Aus elektrischen und mechanischen Gründen Der Leitungsanschluß wirkt sich wie eine
ist eine Antenne, die ohne zusätzliche Anpas­ Verlängerung des Antennenleiters aus und ver­
sungsglieder auskommt, immer die bessere schiebt deshalb dessen Resonanzlage nach nied­
Lösung. Darüber hinaus haben einige Trans­ rigen Frequenzen hin. Darum ist für die Be­
formationsglieder die unerwünschte Eigen­ triebsfrequenz, für die der Strahler ohne Delta­
schaft, die Bandbreite einer Antenne einzu­ ·Anpassung bemessen wurde, ein mehr oder
engen. Es sollte deshalb immer versucht wer­ weniger großer induktiver Blindanteil am An­
den, Strahlerkonstruktionen zu verwenden, bei tennenspeisepunkt vorhanden, d. h., daß mit
denen der Fußpunktwiderstand dem Wellen­ einer bestimmten Welligkeil auf der Speiselei­
widerstand der vorgesehenen Speiseleitung be­ tung gerechnet werden muß. Die Stehwellen
reits entspricht. Im UKW-Bereich ist das ver­ werden verringert oder völlig beseitigt, wenn
hältnismäßig einfach, in diesem Fall hat sich man die Länge des Antennenleiters für eine
der Schleifendipol am besten bewährt. Bei ihm etwas höhere als die gewünschte Betriebsfre­
kann man durch entsprechende Ausführung quenz bemißt (Leiter zusätzlich etwas verkür­
praktisch jeden gewünschten Fußpunktwider­ zen). Der dadurch bedingte kapazitive Blind­
stand herstellen (s. Abschn.4.1.). Im Kurzwel­ anteil der Antennen kann dann durch die induk­
lenbereich lassen sich allerdings Schleifendipole tive Blindkomponente der Delta-Anpassung
aus mechanischen Gründen nicht oder nur un­ weitgehend kompensiert werden.
vollkommen verwirklichen. Allgemein ist zu sagen, daß das Längenver-
Anpassungs- und Transformationsglieder
werden nicht nur am Antennenfußpunkt, son­
l=M2·v
dern häufig auch als Verbindungselemente in
Dipolkombinationen gebraucht. �
Strahlermitte

6.1. Die Delta-Anpassung


D
x:D� 1:7,25
Die Delta-Anpassung nach Bild 6.1 wird gern
verwendet, wenn ein Kurzwellendipol an selbst­
hergestellte Zweidrahtleitungen mit Wellen­
widerständen zwischen 400 und 600 n augepaßt
werden soll. Analog der Strom-/Spannungs­
Verteilung und der daraus resultierenden
Scheinwiderstandsverteilung auf einem J.j2-
Dipol, greift man bei der Delta-Anpassung 2 Bild 6.1
symmetrisch zur Strahlermitte liegende An- Die Delta-Anpassung

106
hältnis x :D etwa 1 : 1,25 betragen soll. Für die stand zum Antennenleiter noch größer als bei
Anpassung einer 600-0-Speiseleitung an einen der Delta-Anpassung. Die damit verbundenen
Halbwellendipol können folgende Näherungs­ Schwierigkeiten kann man bei der Verwendung
formeln benutzt werden: entsprechend bemessener Schleifendipole um­
3600 '' gehen, wie bereits zu Beginn des Abschnittes
xIcm = -- fur KurzweII enantennen; (6.l.) erwähnt wurde.
fiMHz Der Fußpunktwiderstand einer T -Anpassung
3450 nach Bild 6.2 ist reell, wenn der Abstand
XIcm = -- f..ur UKW-A ntennen; (6.2.)
x = 0,475 der Dipollänge I beträgt. Dabei
//MHz
wird vorausgesetzt, daß D = 0,033). beträgt,
4510
D / cm wobei d1 d2 und ein Schlankheitsgrad A/d1
=
(6.3.) =

fiMHz • von etwa 150 zu wählen sind. Unter diesen Be­


Die Delta-Anpassung hat den mechanischen dingungen ist am Speisepunkt des T-Giiedes
Vorzug, daß der Antennenleiter in der geome­ ein reeller Eingangsscheinwiderstand von etwa
trischen Mitte nicht aufgetrennt wird, wie das 650 0 vorhanden, sofern der Strahler aus einem
beim Halbwellendipol im allgemeinen erforder­ einfachen Halbwellendipol besteht. Da der Fuß­
lich ist. Die Strahlermitte läßt sich ohne Be­ punktwiderstand eines normalen A/2-Dipols
denken mit einer metallischen Trägerkonstruk­ zwischen 60 und 70 0 liegt, wird mit einer auf
tion leitend verbinden bzw. erden. diese Weise dimensionierten T-Anpassung ein
Scheinwiderstands-Übersetzungsverhältnis von
1 : 10 erreicht. Alle anderen möglichen Strahler­
abgnlfe ergeben komplexe Speisepunktwider­
6.2. Die T-Anpassung
stände. Ihre Blindkomponente kann nur besei­
tigt werden, wenn gleichzeitig die Strahlerlänge
Die T-Anpassung nach Bild 6.2 ist aus der
verkürzt wird. Reelle Fußpunktwiderstände
Delta-Anpassung hervorgegangen. Sie stellt
zwischen etwa 270 und 680 0 lassen sich dann
eine mechanisch starre Abwandlung der Delta­
mit einer T-Anpassung einstellen.
Anpassung dar und eignet sich deshalb beson­
Unter den vorstehend genannten Bedingun­
ders für Strahler mit rohrförmigem Leiter. Dar­
gen ergibt sich bei einem Abstand x = 0,5 l ein
aus geht hervor, daß die T-Anpassung haupt­
Widerstands-Übersetzungsverhältnis von etwa
sächlich im UKW-Bereich verwendet wird. In
1 : 6, bezogen auf den Fußpunktwiderstand
etwas abgewandelter und elektrisch verbesser­
eines gestreckten A/2-Dipols (etwa 400 0). Die
ter Form findet man sie jedoch oft als Anpas­
erforderliche Strahlerlänge I muß in diesem Fall
sungsglied an Kurzwellendrehrichtstrahlern
nach der Beziehung
(Gamma- und Omega-Anpassung).
Außer einer geringen Materialeinsparung 138250
1/ mm
=
(6.4.)
hat die T-Anpassung im UKW-Bereich keine
//MHZ
Vorzüge gegenüber Schleifendipolen. Im Ge­
genteil, die Abgriffe am Strahler verursachen berechnet werden. In diese Berechnungsformel
- ebenso wie bei der Delta-Anpassung - eine ist die erforderliche zusätzliche Strahlerverkür­
Blindkomponente. Diese wird durch die Paral­ zung bei einem Schlankheitsgrad A/d von 150
lelführung der Leiterstücke im geringen Ab- eingearbeitet.

l=:i/2·v
Schellen versch"'
. ei "h.h,- a_r_____,..jl
I 1Mille �d

J Bild 6.2
Die T�Anpassung;
a - Vorschlag für die
praktische Lösung,

f-- �L3·+e+l---_j
/I
b - Ausführungsvorschlag

'r---.Speiseleiflm.q
für die verschiebbaren
D·elwa 0,01 bis O,Oif:i
d7· d2 a) :t.B. UKW-Band!eifung 240Il Schellen

107
tätjedes Drehkondensators 8 pFje 1m Wellen­
länge betragen. Für das 10-m-Amateurband
wären demnach je 80 pF Maximalkapazität
erforderlich. Es ist zweckmäßig, nach erfolg­
tem Abe;Ieich die an den Drehkondensatoren
eingestellten Kapazitätswerte genau auszu­
d2•0,25'dt messen und dieDrehkondensatorendann durch
/) �lf·d1 entsprechende Festkondensatoren zu ersetzen.
Zum Schutz vor Witterungseinflüssen empfiehlt
es sich, die Kondensatoren in wasserdicht ver­
Bild6.3 klebten Kunststoffgehäusen unterzubringen.
T-Glied-Anpassung mit kapazitiver Kompensation
Ausführlichere Angaben zur Berechnung von
T-Giied-Anpassungen sind in [I) enthalten.
Für einen Abstand X von 0,7 I beträgt das
Widerstands-Übersetzungsverhältnis etwa l :4,5
(etwa 300 il), und I errechnet sich nach 6.3. Die Gamma-Anpassung
= 130580
l/mm . (6.5.) Die Gamma-Anpassung verwendet man, um
ffMHz einen symmetrischen Strahler (vorzugsweise
Eine Möglichkeit zum Verändern der T-Ab­ Drehrichtstrahler) unter Umgehung eines be­
griffe in kleinen Grenzen sollte vorgesehen wer­ sonderen Symmetriewandlers direkt mit einem
den (s.Bild 6.2). Wird X= I, entsteht der be­ Koaxialkabel speisen zu können. Gleichzeitig
kannte SchleifendipoL erfolgt damit eine Widerstandsanpassung ana­
Zur Verwendung in den hochfrequenten log zur T-Anpassung; denn praktisch handelt
Amateurbändern des Kurzwellenbereiches ist es sich beim Gamma-Glied um ein halbes T­
die normale T-Anpassung zu unförmig. In die­ Glied (Bild 6.4 ). Elektrisch scheint eine solche
sem Fall zieht man es vor, den Durchmesser d2 Lösung nicht ganz einwandfrei zu sein; denn es
und den Abstand D zu verringern. Praktische ist zu erwarten, daß die beiden Dipolzweige
Werte für einen Fußpunktwiderstand von etwa nicht gleichmäßig erregt werden. In der Praxis
300 n gehen aus Bild 6.3 hervor. In diesem Fall hat sich aber die Gamma-Anpassung sehr gut
betragen der Durchmesser d2 = id1 und der bewährt, und auch die ausländische Antennen­
Abstand D = 4 · d1• Der Abstand x der Ab­ industrie, die sich mit der Herstellung von
griffe muß mit etwa ).{8, entsprechend etwa 24% Amateurantennen befaßt, verwendet die Gam­
der Länge /, gewählt werden. Eine zusätzliche ma-Speisung häufig zur Anpassung von Dreh­
Strahlerverkürzung ist nicht vorgesehen, die richtstrahlern.
Blindkomponente wird durch 2 Serienkonden­ Da bei Kurzwellendrehrichtstrahlern wegen
satoren am Speisepunkt kapazitiv kompensiert. der geringen Elementabstände im allgemeinen
Nach einer Faustregel soll die Maximalkapazi- mit Fußpunktwiderständen von 20 bis 39 Q am

l•M2·v
verschiebbare Abgreifschelle
Strahlermitte
-E
��-
f-o'
ö>t

Koaxialkabel Schelle für


60... 75Q Elementrohr

Bild 6.4
Schelle für Gamma-Glied zur Anpassung
,Gamma-Rohr1'
von Rohrelementen an ein

beliebiges Koaxialkabel

108
gespeisten Halbwellenelement gereebnet wer­
den muß, wird die Gamma-Anpassung für ein
Widerstands-Übersetzungsverhältnis von etwa
1 : 3 ausgelegt. Das ergibt dann eine günstige
Abschlußmöglichkeit für ein handelsübliches
Koaxialkabel. Die Blindkomponente wird auch
in diesem Fall kapazitiv kompensiert.
Für einen Aufbau nach Bild 6.4 sind die
praktischen Angaben der Abmessungen von
Gamma-Gliedern in Tabelle 6.1 aufgeführt.
Die metallische Verbindungsstelle zwischen
Strahler und Anpassung ist verstellbar und wird
bei eingedrehtem Drehkondensator so lange Bild6.S
verschoben, bis sich auf dem Koaxialkabel ein Die Omega-Anpassung für Antennen mit nicht
Minimum an stehenden Wellen feststellen läßt. unterbrochenem Strahlerelement

Dann kann durch entsprechende Veränderung


des Drehkondensators die Blindkomponente Bild 6.5 zeigt die empfehlenswerte Omega­
und damit die restliche Welligkeit beseitigt wer­ Anpassung. Der Drehkondensator C1 dient
den. - genau wie beim Gamma-Glied - dazu, den
induktiven Blindanteil zu kompensieren. C2 hat
die Aufgabe der verschiebbaren Abgreifschelle
6.4. Die Omega-Anpassung übernommen. Mit diesem Drehkondensator
kann schnell und genau der Impedanzwert ein­
Eine weitere Verbesserung der Gamma-Anpas­ gestellt werden, der dem Wellenwiderstand des
sung - unter der Bezeichnung Omega-Anpas­ verwendeten Koaxialkabels entspricht.
sung bekannt- hat besonders bei solchen Kurz­ Die Angaben für die Gamma-Anpassung
wellenantenneo Vorteile, bei denen das Ver­ (Tabelle 6.1.) gelten bei der Omega-Anpassung
schieben der Abgreifschelle eines Gamma-Glie­ mit der Einschränkung, daß die Länge L nur
des auf schwankendem Mast zu umständlich halb so groß ist wie beim Gamma-Glied. Der
und zu gefährlich ist. Bei der Omega-Anpassung zusätzliche Drehkondensator C2 soll etwa fol­
wird die Abgreifschelle nicht verstellbar, son­ gende Endkapazitäten aufweisen:
dern fest montiert. Die gesamte Abstimmung
10-m-Band 20 pF,
des Anpaßgliedes erfolgt durch 2 Drehkonden­
15-m-Band 25 pF,
satoren, die nahe der Strahlermitte angebracht
20-m-Band 30 pF.
sind. Notfalls können diese Drehkondensato­
ren beim Abgleich über provisorische Schnur­ Für C1 und C2 genügen einfache Ausführun­
züge vom Erdboden aus fernbedient werden. gen mit geringem Plattenabstand, da am Strah­
Ein weiterer Vorzug der Omega-Anpassung lerfußpunkt keine großen Spannungen auftre­
besteht darin, daß das Anpassungsrohr nur ten. Nach erfolgtem Abgleich können die Dreh­
halb so lang ist wie beim Gamma-Glied. Neben kondensatoren gegen Festkondensatoren der
.
einer Materialeinsparung kommt dieser Um­ gleichen Kapazität ausgetauscht werden. Dabei
stand der mechanischen Festigkeit des Anpas­ ist der an den Drehkondensatoren eingestellte
sungssystems zugute. Kapazitätswert genau zu messen. Die fest-

Tabelle 6.1. Abmessungen


Länge L des Ab- Maximal- Verhältnis der Gamma-Anpassung
Anpassungs- stand D kapazität d2:d, (Näherungswerte)
rohres von C
in cm in cm in pF

10-m-Band 80 10 50 0,15 ... 0,25


15-m-Band 120 14 80 0,33
20-m-Band 170 16 150 0,15

109
Strahler

Bild 6.6
Vorschlag für den
mechanischen Aufbau
des Anpassungs&liedes

'Anpassungsrohr

gestellten Kapazitäten sind dann durch ent­ 6.5. Der Viertelwellentransformator


sprechendes Zusammenschalten von Festkon­
(Q-Match)
densatoren mit geringemTemperaturgang nach­
zubilden (Luftblockkondensatoren, Glimmer­ (H.O.Roosenstein- Dt. Pat. 515121 -1922)
kondensatoren). Die Kapazitäten lassen sich
auch durch die weniger kostspieligen Tauch­ Zwischen dem Wellenwiderstand Z einer elek­
trimmer bilden, die dann in der Schaltung ver­ trisch A/4 langen Doppelleitung, deren EiD­
bleiben können, aber vor Witterungseinflüssen gangsscheinwiderstand ZE und dem Ausgangs­
absolut geschützt werden müssen. Dazu bringt scheinwiderstand ZA besteht nach GI. (5.30.)
man Drehkondensatoren oder Festkondensa­ die Beziehung
toren in einer Kunststoffdose wettergeschützt
unter. z =-.IZE. ZA.
Die mechanische Halterung des Anpassungs­ Das bedeutet, daß der erforderliche Wellen­
rohres im Speisepunkt hat so zu erfolgen, daß widerstand einer A./4-Leitung immer dem geo­
das Anpassungsrohr dort vom Strahler isoliert metrischen Mittel der beiden anzupassenden
ist. Dazu werden entweder einfache Abstands­ ScheinwiderständeZE und ZA entsprechen muß.
isolatoren oder Rohrschellen verwendet, die Durch Umstellung dieser Formel ergibt sich
durch einen Isolierstreifen miteinander ver­ außerdem
bunden sind. Einen Vorschlag für den mecha­
zz
nischen Aufbau eines Omega-Gliedes zeigt ZE . (6.6.)
ZA
= -

Bild 6.6, während in Bild 6.7 als Beispiel die


Omega-Anpassung an einer 5-Element-Yagi­ Wird für ZE der Wellenwiderstand der vor­
Antenne dargestellt wird. handenen Speiseleitung und für ZA der Fuß­
Das Kriterium der Omega-Anpassung bildet punktwiderstand der Antenne eingesetzt, so
der Temperaturgang des Kapazitätswertes der kann man aus den obigen Beziehungen den für
verwendeten Kondensatoren. In [2] wird die genaue Anpassung erforderlichen Wellenwider­
Omega- und Gamma-Anpassung ausführlicher stand Z der Viertelwellentransformationslei­
beschrieben. tung errechnen.
Bild 6.8 zeigt einen solchen Viertelwellen­
transformator, auch Q-Match genannt. (Q
steht für Quarterwave = Viertelwelle)
Diese Transformationsleitung läßt sich für
alle symmetrisch gespeisten Antennensysteme
und sämtliche Arten von symmetrischen Spei­
seleitungen verwenden, sofern sich für den
Wellenwiderstand Z der Transformationslei­
tung ein Wert ergibt, der mechanisch noch ver­
wirklicht werden kann. Das ist praktisch bei
Wellenwiderständen zwischen 50 und 600 Q
möglich.

Beispiel
Bild 6.7
Ein Antennensystem mit einem Fußpunkt­
Omega-Anpassung an einer 5-Element-Yagi-Antenne widerstand von 120 Q soll über eine symmetri-

110
festlegen!) und daß der Verkürzungsfaktor der
Bandleitung bei der Längenbemessung be­
rücksichtigt wird. Der Verkürzungsfaktor läßt
sich aus den einschlägigen Datenblättern er­
sehen und liegt bei Bandleitungen mit Kunst­
stoffdielektrikum im allgemeinen um 0,82.
J$tJ/aforBI1 Es ist ein Nachteil dieser Transformations­
leitung, daß man kaum noch nachträgliche
Korrekturen der Anpassung vornehmen kann.
Zu diesem Zweck müßte der Wellenwiderstand
der Leitung in kleinen Grenzen geändert wer­
den.
beliebig lange Jsalafore11 Für den UKW-Bereich kann man mit etwas
.Speise/eifung mechanischem Aufwand solche Viertelwellen­
transformatoren mit veränderbarem Wellen­
widerstand herstellen (Bild 6.9). Dazu verwen­
det man eine Kunststoffgrundplatte, die auf der
linken Seite mit Querschlitzen versehen ist.
Bild 6.8
Der Viertelwellentransformator (Q-Match)
Diese dienen zur Führung der beiden Halte­
blöcke des linken Parallelrohres und können
kontinuierlich verschoben werden. Die rechte
sehe Doppelleitung, Wellenwiderstand 280 0, Seite erhält 3 Bohrungen, in denen man die
gespeist werden. Wie groß ist der Wellenwider­
stand Z der zur Anpassung erforderlichen Vier­
telwellentransformationsleitung?

z = y"12o n . 2so n = y"336oo n2 � 183 n.


Nach Bild 5.4 läßt sich eine Doppelleitung
mit einem Z von 183 n herstellen, wenn das
Verhältnis Leiterabstand zu Leiterdurchmesser
gleich 2,5 : I ist und Luftisolation verwendet
wird.
Nimmt man etwas größere Verluste in Kauf,
dann können für die Herstellung einer solchen
A./4-Transformationsleitung auch handelsüb­
liche HF-Leitungen verwendet werden, wenn
ihr Wellenwiderstand dem geforderten Wert
entspricht. Weiterhin lassen sich auch durch
Parallelschaltung solcher HF-Leitungen andere a) Parallelrohre h}

Werte des resultierenden Wellenwiderstandes


erreichen. Wird beispielsweise ein Wellenwider­
stand von 140 n benötigt, so kann man zwei
A/4-Stücke von 280-0-Bandleitung parallel­
schalten. Die Parallelschaltung einer 240-0-
--Nut für schwächere Rohrt:
Bandleitung mit einer solchen von 300 n würde
einen Wellenwiderstand von Grundpiaffe

240 n . 3oo n
� 133 0 t) &hraube Zllm festklemmen an der Grundplatte
24on + 3oo n
Bild 6.9
ergeben (Parallelschaltung von Widerständen). Ausführungsvorschlag für einen Viertelwellen­
Dabei ist zu beachten, daß sich die beiden transformatorveränderbaren Wellenwiderstandes;
parallelen Leitungen gegenseitig nicht beein­ e - Frontansicht, b - Seitenansicht, c - Detaildarstellung
flussen (möglichst weit auseinanderbiegen und das Haltebocks

111
Halteblöcke des rechten Rohres befestigen
kann. Damit wird der Rohrabstand auch stu­ � ZZK
fenweise veränderbar. Die Halteblöcke selbst a) �symmetrisch
fertigt man aus einem verlustarmen, wetterbe­
ständigen Kunststoff. Sie erhalten 2 oder mehr
halbkfeisförmige Nuten, in denen Rohre ver­
schiedener Durchmesser festgeschraubt werden
können. Dadurch hat man die Möglichkeit,
mit Parallelrohren verschiedener Durchmesser
zu arbeiten. Mit einer solchen Anordnung las­ Bild 6.10
sen sich Wellenwiderstände zwischen etwa 150 Aus Koaxialkabeln hergestellte Viertelwellentransfor­

und 500 n herstellen. matoren; a-symmetrische Serienschaltung, Z = 2Zk,

Das Q-Match kann selbstverständlich auch b- symmetrische Parallelschaltung, Z = Z•/2,


unsymmetrisch aufgebaut und dann zur An­ c - unsymmetrische Parallelschaltung, Z Z•/2
=

passung eines Koaxialkabels an eine unsym­


metrische Antenne verwendet werden (z. B. Zu erwähnen ist noch, daß alle Leitungen,
Groundplane). Nicht immer wird allerdings ein deren elektrische Länge ungeradzahlige Viel­
Koaxialkabel des für einen Viertelwellentrans­ fache von A/4 beträgt (!, f, f usw.), die glei­
formator erforderlichen Wellenwiderstandes chen Transformationseigenschaften wie ein
handelsüblich sein, so daß der Selbstbau einer Viertelwellentransformator aufweisen.
koaxialen Ä/4-Leitung oft nicht zu umgehen ist
(s. Bild 5.5 und Bild 5.6). Wegen der sich dar­
aus ergebenden mechanischen Schwierigkeiten 6.6. Die Viertelwellenanpaßleitung
sind koaxiale Viertelwellentransformatoren bei {Stichleitung)
Amateuren selten zu finden.
In manchen Fällen können Koaxialkabel Die Viertelwellenanpaßleitung bietet eine be­
zum Anfertigen von Viertelwellentransforma­ queme Einstellmöglichkeit der optimalen An­
toren sehr nützlich sein, insbesondere dann, passung und dürfte die Schaltung sein, die den
wenn der für die Transformation geforderte geringsten mechanischen Aufwand erfordert.
Wellenwiderstand so klein ist, daß er mit einer Sie ist auch unter dem Namen A/4-Stichleitung
selbsthergestellten Paralleldrahtleitung nicht oder Matching-Stub bekannt.
mehr verwirklicht werden kann. Durch Parallel­ Ihr Anwendungsgebiet erstreckt sich in erster
schaltung handelsüblicher Koaxialkabel hal­ Linie auf die Anpassung von Kurzwellendraht­
biert sich deren Wellenwiderstand, so daß antennen an eine beliebige symmetrische Spei­
Viertelwellentransformatoren mit Wellenwider­ seleitung. Eingeschränkt wird ihre Verwend­
ständen zwischen 25 n und 37 n problemlos barkeit dadurch, daß sie als frequenzabhängiges
hergestellt werden können (Bild 6.10). Solche Gebilde die Bandbreite der Antenne in be­
Leitungen haben den Vorteil, daß der Wellen­ stimmten Grenzen beschneidet. Ihr Einsatz in
widerstand über die ganze Leitungslänge abso­ Verbindung mit breitbandigen Antennenfor­
lut konstant ist und daß die Länge der Leitung men ist daher nicht sinnvoll.
- bedingt durch den Verkürzungsfaktor des In Abschnitt 5.2.3. wurde bereits das Ab­
Koaxialkabels mit durchschnittlich V = 0,66 - stimmverhalten von Zweidrahtleitungen be­
erheblich kürzer als die einer luftisolierten Par­ schrieben und festgestellt, daß ein Leitungs­
alleldrahtleitung ist. stück < J../4 immer als ein reiner Blindwider­
Wie Bild 6.10 zeigt, können sowohl symmetri­ stand wirkt. Dieser Blindwiderstand (Reaktanz)
sche Viertelwellentransformatoren (Bild 6.10b) hat bei geschlossener Leitung induktiven Cha­
wie auch unsymmetrische (Bild 6.10c) durch rakter (Xd,bei offener Leitung kapazitiven Cha­
entsprechende Schaltung hergestellt werden. rakter (Xe), wie auch aus Bild 5.29 hervorgeht.
Betreibt man die beiden Kabelstücke in Serien­ Wird eine Leitung der Länge < J../4 mit einem
schaltung, so beträgt der resultierende Wellen­ reellen Widerstand ZA abgeschlossen, dessen
widerstand 2Zk unsymmetrisch. Somit lassen Widerstandswert kleiner ist als der Wellenwi­
sich auch Wellenwiderstände zwischen 100 Q derstand Z, der Leitung, dann erscheint ZE am
und 1 5 0 n leicht herstellen. anderen Leitungsende als die Parallelschaltung

112
z.e:
Bild 6.11
Die Kompensation des induktiven
Blindanteiis bei Leitungen < A/4;
a - Ersatzschaltbild für ZA < Z8,
b- Kompensation von Xs
ZA <Zs durch Xe
a)

Bild6.l2
Die Kompensation des kapazitiven
Blindanteils bei Leitungen < A/4;
a - Ersatzschaltung für ZA > Z8,
b- Kompensation von XE durch
XL

eines Wirkwiderstandes RE und eines Blind­ teil durch eine Stichleitung (»Biindschwanz«),
widerstandes XE· Diesen Fall zeigt Bild 6.11 a dann hat Z einen reellen Wert, und es herrscht
als Ersatzschaltbild. Da ZA < Z5, ist dieser Anpassung, d.h., die Speiseleitung ist nun steh­ ·

Blindwiderstand XE induktiv. Um einen reellen Wellenfrei geworden.


Zs zu erhalten, muß der induktive Blindanteil Hat ZA einen kleineren Wert als Z8, dann
durch einen gleich großen kapazitiven Blind­ muß mit einem offenen Stub (Bild 6.13a) kom­
widerstand kompensiert werden. Das geschieht, pensiert werden (Kapazität). Wird dagegen ZA
indem eine Kapazität parallelgeschaltet wird, größer als Z5, findet ein geschlossener Stub
wie in Bild 6.11 b dargestellt. (Induktivität) nach Bild 6.13b Verwendung.
Der umgekehrte Fall liegt vor, wenn der Ab­ Daraus geht hervor, daß man zunächst fest­
schlußwiderstand ZA einen größeren Wert hat stellen muß, ob ZA größer oder kleiner als Zs
als der Wellenwiderstand Z5 der Leitung ist. Diese Entscheidung bereitet keine Schwie­
(Bild 6.12a). Dann ist ZE mit einem kapaziti­ rigkeiten, denn der Wellenwiderstand Zs der
ven Blindanteil XE beaufschlagt, der durch die Speiseleitung dürfte immer genau bekannt sein
Parallelschaltung einer Induktivität kompen­
siert werden muß (Bild 6.12b).
Damit besteht die Eingangsimpedanz ZE
nur noch aus dem Realteil RE. Je nach Lei­
tungslänge kann RE = ZE einen Wert zwischen
ZA (bei Leitungslänge 0) undZi fZA (Leitungs­
länge elektrisch = ).j4) einnehmen.
Die Viertelwellenanpaßleitung ist die prak­
tische Anwendung dieser Erkenntnisse. Nach a}
Bild 6.13 schließt man eine Speiseleitung mit
einem Wellenwiderstand Z5 direkt an den Fuß­
punkt der Antenne ZA an, der durch einen
Widerstand dargestellt wird. Wenn Zs nicht Z.s
gleich ZA ist, besteht keine Anpassung, und es
treten stehende Wellen auf. Deren Welligkeils­
faktor s wird direkt vom Verhältnis ZA zu Zs
8
bestimmt (s = ZA/Zs bzw. s = Z8/ZA). geschlossene
Stichledung
In der Entfernung C vom Speisepunkt ZA b)
entspricht der Scheinwiderstand dem Wellen­
Bild 6.13
widerstand Zs der Speiseleitung, aber er ist Schema der Viertelwellenanpaßleitung; a - offene
dort mit einem Blindwiderstand beaufschlagt. Stichleitung, wenn ZA < Z8, b - geschlossene Stich­
Kompensiert man an dieser Stelle den Blindan- leitung, wenn ZA > Z8

8 Rothammel, Antennenbuch 113


(s. Abschn.5.1.1.), und der Fußpunktwider­ Wellenwiderstand derSpeiseleitung Zs ist. Dar­
standZ Ader üblichen Kurzwellenantennen wird über hinaus darf der Fußpunktwiderstarid der
meist in den Beschreibungen angegeben oder Antenne ZA keine Blindanteile enthalten. Das
läßt sich mit hinreichender Genauigkeit ab­ bedeutet, daß sich die Antenne in Resonanz
schätzen. Allgemein kann man sagen, daß der mit der Betriebswellenlänge befinden muß.
Speisepunktwiderstand einer im Strombauch Da es sich bei der Viertelwellenanpassung
gespeisten Antenne niedrige Werte aufweist um eine abgestimmte Leitung handelt, muß der
(z.B. Halbwellendipol), deshalb ist in diesem Verkürzungsfaktor der dazu verwendeten Lei­
Fall praktisch immer ZA < Zs Handelt es sich
. tungsstücke berücksichtigt werden. Bei luft­
um eine spannungsgespeiste Antenne (z.B. isolierten Paralleldrahtleitungen beträgt V
Ganzwellendipol oder endgespeister Strahler), durchschnittlich 0,975; mit diesem Wert sind
so liegt eine große Speisepunktimpedanz vor die ermitteltenStreckenwerte zu multiplizieren.
(ZA > Zs). Für handelsübliche Leitungen mit Kunststoff­
Der Abstand C zwischen dem Antennen­ dielektrikum werden die Verkürzungsfaktoren
speisepunkt ZA und den Anschlußpunkten für in den Datenblättern angegeben.
den Stub sowie die Länge B der Stichleitung
sind vom Wellenwiderstand Zs der Speiselei­ Beispiel
tung und dem der Stichleitung bzw. dem Ver­ Ein Halbwellendipol für das 40-m-Band (Re­
hältnis ZA zu Zs abhängig. Weil ZA/Zs bzw. sonanzfrequenz 7025 kHz, entsprechend etwa
ZsfZA gleichzeitig den Welligkeilsfaktor s dar­ 42,7 m Wellenlänge) hat einen Fußpunktwider­
stellt, sind der Abstand C und die LängeBeine stand von 65 n. Er soll über eine Viertelwellen­
Funktion des Welligkeitsfaktors s. Wenn anpaßleitung an eine symmetrische Zweidraht­
Speiseleitung und Stichleitung den gleichen leitung (Wellenwiderstand Zs = 300 Q, Ver­
Wellenwiderstand haben, gelten für den Fall, kürzungsfaktor V = 0,8) angepaßt werden.
daß ZA > Zs (geschlossener Stub), die Bezie­ Die Anpaßleitung wird aus dem gleichen Lei­
hungen tungstyp hergestellt.
Zunächst stellt man fest, daß der Wellen­
tanc= .J; (6.7.)
widerstand Zs ( = 300 Q) größer ist als der
und Fußpunktwiderstand ZA ( = 65 Q). Es muß
s- 1 deshalb ein offenerStub verwendet werden, und
cotB= .J;- . (6.8.)
die Kurven in Bild 6.14 haben Gültigkeit.
Die Welligkeit s ergibt sich aus Zs: ZA
Wenn ZA < Zs (offener Stub), so errechnen = 300: 65 � 4,6. Man sucht auf der senk­
sich die Längen nach rechten Teilung den Punkt 4,6 und geht von
dort aus waagrecht bis zum Schnittpunkt mit
cot C = .J;- (6.9.) Kurve C. VomSchnittpunkt aus fällt man das
und Lot und findet auf der waagrechten Wellen­
s- 1 längenteilung für dieStrecke C eine Länge von
tanB = .J;- . (6.10.) 0,068A.. Der Schnittpunkt mit Kurve B ergibt
eineStublänge B von 0,165A.. Die Feststellung
Die Längen C und B sind in Winkelgraden der Gesamtlänge A über Kurve A könnte ent­
ausgedrückt. Zur Umrechnung dient die Bezie­ fallen, denn sie ergibt sich bereits aus B + C
hung = 0,233A..
Die Ausrechnung der Längen für die Wellen­
Länge in Grad = 360 Länge in A.. (6.11.)
länge von 42,7 m ergibt
·

In Auswertung obiger Gleichung sind die


C = 42,7 m 0,068 = 2,9036 m,
·

Kurven Bild 6.14 und Bild 6.15 entstanden. Aus


ihnen lassen sich ohne besondere Rechenarbeit B = 42,7 m 0,165 = 7,0455 m.
·

die Werte für A, Bund C (A = B + C) in Ab­


Nun ist noch der Verkürzungsfaktor der
hängigkeit vomStehwellenverhältnis bzw. dem
Leitung mit 0,8 zu berücksichtigen:
Welligkeitsfaktor s entnehmen.
Dabei wird vorausgesetzt, daß der Wellen­ C = 2,9036 m 0,8 = 2,32288 m,
·

widerstand der Anpaßleitung ZL gleich dem B = 7,0455 m · 0,8 = 5,636 40 m.

114
~ Zt_
A
Zs> ZA
Zs = ZL

Bild6.14
Die Länge der offenen Stich­
2 leitung B sowie der Strecken
C und A in Abhängigkeit
1,5
vom Welligkeitsfaktor s.

Längenangaben in A

�����������������
Längen in ßruchfe11en von i\,

�A ?L
Z8< ZA
Z8= z�.

Bild 6.15
Die Länge der geschlossenen
Stichleitung B sowie der

1,5 Strecken C und A in Ab·


hängigkeit vom Welligkeits­
faktor r. Längenangaben in A

�����������������
Längen in Bruchfeilen von /1,

Daraus ergibt sich, daß Anpassung besteht, ermitteln. Ohne die Speiseleitung noch einmal
wenn etwa 2,32 m vom Antennenspeisepunkt entfernen zu müssen, kann dann im Abstand
entfernt (Strecke Cl die Speiseleitung ange­ C vom Antennenfußpunkt die Stichleitung B
zapft wird und man dort einen etwa 5,64 m an die Speiseleitung angelötet werden, und die
langen offenen Stub (Länge B) aus der gleichen Anpassung ist hergestellt.
Bandleitung anlötet. Dieses Beispiel ist in Die zeichnerisch unterschiedliche Darstel­
Bild 6.14 gestrichelt eingezeichnet. lung der Stichleitung in Bild 6.13 und die als
Die besten Anpassungsergebnisse werden Viertelwellenanpaßleitung in Bild 6.14 und
erzielt, wenn ein Stehwellenmeßgerät zur Ver­ Bild 6.15 könnte vermuten lassen, daß es sich
fügung steht. Dann wird zunächst die Antenne hier um 2 verschiedene Anpassungsarten han­
direkt mit der vorgesehenen Speiseleitung (ohne delt. Tatsächlich besteht nur ein kleiner Unter­
angesetzten Stub) verbunden und das auftre­ schied in der konstruktiven Gestaltung, elek­
tende Stehwellenverhältnis gemessen. Da die trisch sind beide Arten der Zusammenschal­
Messung den exakten Wert des Welligkeils­ tung völlig gleichwertig. In Bild 6.16 werden
faktors s ergibt, so lassen sich auch aus Bild verschiedene Anwendungsbeispiele für die
6.14 bzw. Bild 6.15 genaueWerte für Bund C Viertelwellenanpassung zeichnerisch darge-

115
stellt, während Bild 6.17 die gleichen und auch ren verwendet werden. Das gilt besonders,
elektrisch gleichwertigen Beispiele mit Stich­ wenn das Verhältnis ZA: Z5 bzw. Z5: ZA sehr
leitung zeigt. Jeweils unter a ist der bekannte hoch ist (großes Stehwellenverhältnis). Bis zu
Halbwellendipol aufgeführt, b stellt den am einem Welligkeitsfaktor von etwa s = 5
Speisepunkt hochohmigen Ganzwellendipol . braucht man jedoch auch bei Verwendung von
dar, und c zeigt einen endgespeisten Strahler, dünneren Drähten und mäßiger Isolation noch
dessen Länge ein beliebiges Vielfaches von Ä/2 nicht mit nennenswerten Verlusten zu rechnen.
betragen kann. Endgespeiste Strahler sind am In solchen Fällen kann die handelsübliche
Speisepunkt hochohmig, sie müssen deshalb UKW-Bandleitung verwendet werden.
eine geschlossene Stichleitung erhalten. Mit einer Stichleitung läßt sich auch An­
Die Leitung B soll möglichst im rechten Win­ passung erzielen, wenn der Antennenspeise­
kel von der Speiseleitung weggeführt werden. punktwiderstand ZA einen Blindanteil aufweist.
Dieser Forderung entsprechend muß man nach Ist ZA komplex, dann verschiebt sich die
den örtlichen Verhältnissen entscheiden, ob Strom- und Spannungsverteilung auf der Lei­
die konstruktive Ausführung nach Bild 6.16 tung in Abhängigkeit von der Größe und dem
als Viertelwellenanpaßleitung oder die nach Vorzeichen des Blindanteiles. Diese Verschie­
Bild 6.17 als Stichleitung günstiger ist. bung erfolgt so, daß die Strom- und Spannungs­
Auf allen abgestimmten Leitungen befinden maxima bzw. -minima der stehenden Welle
sich stehende Wellen. Zur Vermeidung von nicht mehr um elektrisch genau A/4 (bzw. n
größeren Verlusten sollen deshalb die Lei­ x Ä/4) vom Antennenfußpunkt entfernt auf der
tungsstücke B und C aus möglichst dicken Leitung auftreten, wie das bei einem reellen
Drähten hergestellt und hochwertige Isolato- Fußpunktwiderstand der Fall ist. Deshalb muß

�,...,:,-:,.A... __ ___.

b)
Bild 6.16
Anwendungsbeispiele für die
Viertelwellenanpassung;
a -· Halbwellendipol,
b - Ganzwellendipol,
c - endgespeiste Antenne

Bild 6.17
Anwendungsbeispiele für die
Stichleitung;
a - Halbwellendipol,
b - Ganzwellendipol,
c - endgespeiste Antenne

116
man mit geeigneten Meßmitteln beim Antennen­ schlossene Stichleitung eine Länge B von
fußpunkt beginnend den ersten Stromknoten 0,034). haben muß.
oder auch Strombauch auf der Leitung suchen. Beim Errechnen der erforderlichen Kabel­
Von diesem Punkt ausgehend in Richtung zum längen und der Lage des Anzapfpunktes ist
Sender (bzw. Empfänger), müssen dann die der Verkürzungsfaktor des Koaxialkabels zu
Längen C undBhergestellt werden. Geht man berücksichtigen. Da dieser durchschnittlich
von einem Strombauch aus (Spannungsmini­ bei 0,66 liegt (s. Kabelliste im Anhang), sind
mum), ist für die Errechnung von C und B die errechneten Werte mit diesem Faktor zu
Bild 6.14 maßgebend, handelt es sich bei dem multiplizieren.
Beziehungspunkt um einen Stromknoten (Span­ Für die Stichleitung wird ein Stück Koaxial­
nungsmaximum), giltBild 6.15. Für Amateure, kabel so zugeschnitten, daß die elektrische
die nur über unzureichende Meßmittel verfü­ Länge 0,034). beträgt. Am unteren Ende. dieses
gen, läßt sich diese Methode kaum anwenden. Leitungsstückes verlötet man den Innenleiter
Im übrigen wird man immer versuchen, die mit dem Außenleiter (geschlossener Stub!);
Antenne in Resonanz mit der Betriebsfrequenz dort entsteht also ein Kurzschluß. Der ein­
zu betreiben, dann ist auch ihr Fußpunktwider­ wandfreie Anschluß der Anzapfung erfordert
stand ZA reell. etwas Geschick. Man entfernt an der Stelle des
zukünftigen Anzapfpunktes einige Zentimeter
von dem Außenschutzmantel (PVC) des Speise­
6. 6.1. Die unsymmetrische Stichleitung kabels. Dann drückt man den nunmehr frei­
liegenden Außenleiter des Kabels (Abschirm­
Soll eine endgespeiste Antenne über eine Vier­ geflecht) möglichst weit auseinander, so daß
telwellenanpaßleitung erregt werden, so ist die das Dielektrikum (meist Po/yisobutylen) gut
Verwendung von Koaxialkabel als Speiselei­ zugänglich ist. Das Dielektrikum wird jetzt so
tung besonders günstig. Der unsymmetrische weit entfernt, daß man den Innenleiter der
Einspeisungspunkt findet im ebenfalls unsym­ Stichleitung an den freiliegenden Innenleiter
metrischen Koaxialkabel seine ideale Fortset­ des Speisekabels löten kann. Anschließend muß
zung. Das Koaxialkabel ist überdies wetterfest die Verbindungsstelle wieder gut mit einem ge­
und verhindert wegen seiner nahezu vollkom­ eigneten Kfc!ber vergossen werden. Dabei dür­
menen Abschirmung unerwünschte Abstrah­ fen sich Innen- und Außenleiter am Anzapf­
lungen (TVI und BCI). Selbstverständlich stellt punkt nicht berühren. An der Anzapfstelle
man in diesem Fall die Stichleitung und die wird dann der Außenleiter des Stubs mit dem
Speiseleitung aus dem gleichen Koaxialkabel­ Außenleiter des Speisekabels sauber verlötet.
typ her. Die vorherigen Ausführungen haben Die gesamte Verbindungsstelle muß schließ­
auch für die koaxiale Viertelwellenanpassung lich noch mit einem guten Kunststoft"klebeband
volle Gültigkeit. wasserdicht umwickelt werden. Bild 6.18 zeigt
Da am offenen Ende eines abgestimmten die koaxiale Stichleitung.
Antennenleiters der Länge A/2 (oder n · A/2) Eine mechanisch und elektrisch ideale, aber
immer ein Spannungsmaximum vorhanden ist, nicht ganz billige Lösung ergibt sich, wenn
muß auch der Speisepunkt einer endgespeisten im Anzapfungspunkt eines der käuflichen T­
Antenne sehr hochohmig sein. Das Koaxial­ Stücke für Koaxialkabel eingesetzt wird. Dazu
kabel hingegen hat einen Wellenwiderstand um braucht man dann noch 3 passende Koaxial­
60 n. Deshalb ist ZA in jedem Fall viel größer kabelschraubstecker.
als Zs. Daraus geht hervor, daß eine geschlos­
sene Stichleitung verwendet werden muß, wo­
bei die Abmessungen C undBausBild 6.15 zu
ersehen sind. Da die Speisepunktimpedanz die­
ser endgespeisten Antennen immer > 1000 Q
ist, kann man in allen Fällen mit einem Wellig­
keitsfaktor s = 20 rechnen. Das besagt, daß
sich der Anzapfpunkt für die Stichleitung Kurzschluß--'O.L---L
(Länge C) etwa 0,216i. vom Speisepunkt ent­ Bild 6.18
fernt befindet und daß die dort angesetzte ge- Die koaxiale Stichleitung

117
Den freihängenden Kabelschwanz darf man Antenne
zu einem Ring aufwickeln. Das Speisekabel c::::::====== -:_-:__-_--::..-:::.=:::::J
selbst kann beliebig verlegt werden, da es kei­
nerlei äußeren Einflüssen mehr unterliegt. x,
Ein weiterer und oft praktizierter Anwen­
dungsfall für die koaxiale Stichleitung besteht
bei der Anpassung von Viertelwellenstrahlern,
Anschluß lti�
die senkrecht über einem Erdnetz oder über symmetrische
Gegengewichten errichtet sind, die sogenann­ Speiseleitung
ten Groundplane-Antennen. Hier ist der Speise­ Bild6.19
punkt ebenfalls unsymmetrisch, und der Fuß­ Die Anpassung mit konzentrierten Schaltelementen

punktwiderstand liegt bei 300 (s. Abschnitt


19.4.1.). Zum Rechnen mit.komplexen Zahlen
und zur Lösung von Anpassungsaufgaben mit Mit den Werten des Beispiels wird

dem Smith-Diagramm wird auf Abschnitt 32.


Xe=
3000 = 3000
verwiesen.
) 3000 _I -.19
= 1000.

300

6.7. Die Anpassung mit Der kapazitive Widerstand des Kondensa­


konzentrierten Schaltelementen tors Xe muß 1000 werden. Um zu den prak­
tischen Werten für die Spulen in fJ.H und für
Analog dem Viertelwellentransformator (6.5.) den Kondensator in pF zu kommen, müßte
kann die elektrische Wirkung eines Q-Match man nun errechnen, welche Induktivität dem
auch durch die entsprechende Zusammenschal­ festgestellten induktiven Widerstand und
tung von Spulen und Kondensatoren erreicht welche Kapazität dem festgestellten kapaziti­
werden. Eine solche Anpassungsschaltung zeigt ven Widerstand bei der vorgesehenen Betriebs­
Bild 6.19. frequenz entspricht. Durch die Verwendung
Unter der Voraussetzung, daß der Fußpunkt­ der Nomogramme (Bild 6.20 und Bild 6.21)
widerstand ZA des Strahlers kleiner ist als der kann dieser etwas umständliche Rechengang
WellenwiderstandZEder symmetrischen Speise­ erspart werden; das Ergebnis ist für die Praxis
leitung, errechnen sich die erforderlichen in­ ausreichend genau. Für unser Beispiel, das als
duktiven Widerstände der Spulen XL nach XL einen induktiven Widerstand von 45 0 for­
derte, erhält man aus Bild 6.20 für das 40-m­
L ZA
X =
2 J ZE -
ZA
1.
Band eine Induktivität von etwa 1 fJ.H (gestri­
chelt eingezeichnet). Xe war mit einem kapa­
zitiven Widerstand von 1000 errechnet. Aus
Beispiel
Bild 6.21 ist ersichtlich, daß für eine Betriebs­
ZA = 300 frequenz im 40-m-Band der geforderte kapa­
zitive Widerstand Xe von 1000 durch einen
ZE = 3000
. Kondensator von 225 pF dargestellt werden

x L = 30 o
2 J 3oo o

300
- I = 15 o -./9
kann. Auch dieses Beispiel ist in Bild 6.21 ein­
gezeichnet.
Leider benutzt der Amateur diese Anpas­
= 450. sungsmethode nur sehr selten. Sie ist besonders
im Kurzwellenbereich recht zweckmäßig, da
Der induktive Widerstand der Spulen XL
der Kondensator und die beiden Spulen be­
beträgt je 45 0. Den kapazitiven Widerstand
quem in einer wasserdichten Kunststoffdose
erhält man aus
untergebracht werden können. Letztere wird
;,
e-
_

::-
ZE direkt am Speisepunkt des Strahlers befestigt.
Es ist günstig, den Kondensator in bestimmten

J Grenzen variabel z.u halten (Drehkondensator


oder Festkondensator mit parallelgeschaltetem

118
1oaV

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Jnduktivifäf inpH
Bild 6.20 Induktiver Widerstand XL und Induktivität einer Spule i n Abhängigkeit von der :t;requenz

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I: ['\]\I\
500 1000
Kapazität inpf

Bild 6.21 Kapazitiver Widerstand Xe und Kapazität eines Kondensators in Abhängigkeit von der Frequenz

119
Lufttrimmer); mit ihm kann dann noch ein Beispiel
Feinabgleich auf geringstes Stehwellenverhält­ Eine 3-Element-Yagi-Antenne für das 20-m­
nis durchgeführt werden. Band hat einen Fußpunktwiderstand Z1 von
20 Q. Sie soll mit einer 240-11-Bandleitung Z2
gespeist werden. Wir errechnen die Brücken­
6. 7.1. Die Boucherot-Brücke impedanz mit
als Anpassungsglied
zT = .J-20_11_· 2-4-o-n = .J4800112 � 1011.
Durch die Kombination von Spulen und Kon­ Da ZT = XL = Xe ist, beträgt der induktive
densatoren nach Art einer Boucherot-Brücke Widerstand der Spulen XL je 7011 ebenso wie
kann ebenfalls eine Impedanzwandlung herbei­ der kapazitive Widerstand Xe jedes Kondensa­
geführt werden. Bild 6.22 zeigt die Prinzip­ tors. Aus Bild 6.20 ist ersichtlich, daß für XL
schaltung sowie ein praktisches Beispiel. = 70 !1 im 20-m-Band die Induktivität etwa
Die Berechnung der erforderlichen Werte 0,8 fLH beträgt; aus Bild 6.21 läßt sich für Xe
für die Schaltelemente ist einfach. Zuerst wird
= 7011 eine Kapazität von 170 pF ablesen.
die benötigte Brückenimpedanz ZT festgestellt.
Sie errechnet sich aus
6. 7, 2. Das Transformationsglied
zT = .JZ1 · Z2 .
nacb See/ried
Da ZT = XL = Xe ist, stellt die Impedanz
von ZT gleichzeitig den Wert für den indukti­ Eine weitere Anpassungsschaltung mit konzen­
ven Widerstand XL und den kapazitiven Wider­ trierten Elementen ist das Transformationsglied
stand Xe dar. Nun kann für die gewünschte nach Seefried. Es läßt sich überall dort verwen­
Betriebsfrequenz der erforderliche Wert von den, wo ein unsymmetrisches Speisekabel an
XL in fLH aus Bild 6.20 abgelesen werden. Xe eine unsymmetrische Antenne (z.B. Viertel­
in pF geht abhängig von der Frequenz aus wellenstab, Groundplane usw.) angepaßt wer­
Bild 6.21 hervor. den soll. Das Schaltbild der aus 2 gleichartigen
Spulen und einem Kondensator bestehenden
Anordnung zeigt Bild 6.23.
Die erforderliche Impedanz des Transfor­
mationsgliedes ZT errechnet sich nach der be­
reits bekannten Formel

zT = .JZ1 · Z2 .
Der erhaltene Wert für ZT stellt gleichzeitig
den induktiven Widerstand von XL und den
kapazitiven Widerstand von Xe dar. Die In­
Zt
duktivität der beiden Spulen XL in !J.H und die
tf) Zrf!J] ·X. [Q] Xcf!J]
Zr·�

(Zr·Brückenimpedanz) Kapazität von Xe in pF, abhängig von der


Betriebswellenlänge, kann aus Bild 6.20 und
3-E/emenf- Bild 6.21 abgelesen werden.
Ein praktisches Beispiel für die Berechnung
und Anwendung des Transformationsgliedes

Zr

L ]e O,BpH
C je 770pf
�·
Z,
J
Xc : Zz
h} o I
I I
I
- I<>
Bild 6.22 L---------J

Die Anpassuni mit einer Boucherot-Brilcke; Bild 6.23


a -Prinzipschaltung, b -praktisches Beispiel Das Transformationsglied nach Seefried

120
nach See/ried wird in Abschnitt 19.4.1. be­
schrieben. Es ist zu beachten, daß die beiden
Spulen möglichst nicht miteinander koppeln.
Ein Aufbau ähnlichBild 19.15 wird empfohlen.

6.8. Behelfsmäßige Methoden


der Antennenanpassung

Für den Amateur, der in Ermangelung geeig­


neter Meßgeräte seine Antenne nur annähernd
genau an den Empfängereingang anpassen
kann wird nachstehend beschrieben, wie die
;
Anp ssung behelfsmäßig korrigiert und wie
Bild6.25
Blindwiderstände kompensiert werden können.
Der behelfsmäßige Anpassungsstub am Empfänger­
Bekannt ist der kapazitive Schieber, der an eingang
geeigneter Stelle auf einer UKW-Bandleitung
befestigt wird. Wie aus Bild 6.24 ersichtlich,
Rasierklinge an verschiedenen Punkten kurz­
besteht er aus einem Blechstreifen, der so um
geschlossen, bis die Stelle besten Empfanges ge­
die Bandleitung gelegt wird, daß sich seine
funden ist. Dort wird dann eine feste Kurz­
Enden überlappen, aber nicht berühren. Die
schlußbrücke eingelötet.
Breite des Blechstreifens kann im Frequenz­
Alle genannten behelfsmäßigen Korrekturen
bereich von 100 bis 250 MHz etwa 2 bis 4 cm
am Empfängereingang sind als Notlösungen zu
betragen. Im Bereich von 30 bis 100 MHz ver­
betrachten. Sie können eine technisch einwand­
breitert man ihn auf 5 bis lO cm. Dieser ka­
freie Anpassung am Speisepunkt der Antenne
pazitive Schieber wird nun so lange auf der
nicht ersetzen, denn stehende Wellen auf der
Bandleitung verschoben, bis eine Stellung mit
Speiseleitung lassen sich durch behelfsmäßige
bestem Empfang bzw. kontrastreichstem Fern­
Korrekturmaßnahmen am Empfängereingang
sehbild festzustellen ist. An diesem Punkt
nicht beseitigen. Sie bewirken lediglich, daß
klemmt man den Metallstreifen fest. Besser,
sich die Speiseleitung wie eine abgestimmte Lei­
jedoch viel umständlicher ist es,. die Speiselei­
tung (s. Abschn.5.3.2.) verhält.
tung etwas länger als räumlich erforderlich zu
Stehende Wellen auf einer an sich richtig an­
bemessen und diese dann am empfängerseili­
gepaßten Paralleldrahtleitung können durch
gen Ende so lange Zentimeter für Zentimeter
eine unzweckmäßige Speiseleitungsführung auf­
zu verkürzen. bis sich bester Empfang bzw. be­
treten. Das kann z.B. dann der Fall sein, wenn
stes Fernsehbild einstellt.
die Leitung auf anderen Leitern aufliegt (Dach­
Eihe weitere Korrekturmethode der Speisc­
rinnen usw.) oder mit diesen Leitern in gerin­
leitungsanpassung besteht darin, einen behelfs­
gem Abstand parallelläuft Dadurch witd an
mäßigen Anpassungsstub nachBild 6.25 an den
diesen Stellen der Wellenwiderstand der Speise­
Empfängereingang anzuschließen. Das Band­
leitung herabgesetzt, und es werden stehende
leitungsstück wird etwas länger als Ä/4 geschnit­
Wellen ausgebildet. In solchen oft vorkommen­
ten und bleibt unten offen. Dann werden die
den Fällen können die geschilderten behelfs­
beiden Leiter mit der Schnittfläche einer
mäßigen Korrekturmaßnahmen Erfolg haben,
ohne daß damit der Grund des Übels beseitigt
wäre.

Literatur zu Abschnitt 6.
[!] Shu!man, J.: T-network impedance matehing
to coaxial feedlines, ham radio, Greenville,
N.H., (1978) Heft 9, Seiten 22 bis 23
Bild 6.24 [2] Tolles, H.: how to design gamma-matching
Die behelfsmäßige Anpassung durch einen kapazitiven networks, ham radio, Greenville, N. H. (1973)
Schieber Heft 5

121
7. Symmetriewandler

Fast alle gebräuchlichen UKW-Antennen und aus durch Interferenz der vom Kabel ab­
ein großer Teil der Kurzwellenstrahler stellen gestrahlten Mantelwellen mit der von der An­
symmetrische Gebilde dar. Wird die Symmetrie tenne abgegebenen Strahlung einstellen.
an einer Stelle der Antennenanlage gestört, tre­ Auf die Vorzüge koaxialer Kabel muß je­
ten Strahlungsverluste auf. UKW-Bandleitun­ doch auch bei der Speisung symmetrischer An­
gen, abgeschirmte symmetrische Zweidraht­ tennen nicht verzichtet werden, denn es gibt
leitungen und alle Selbstbau-Zweidrahtleitun­ einige Möglichkeiten, die Kabelanschlüsse am
gen sind symmetrisch aufgebaut und deshalb Antennenfußpunkt erdsymmetrisch auszufüh­
zur Speisung symmetrischer f>.ntennen geeig­ ren. Derartige Vorrichtungen sind unter dem
net. Sammelbegriff Symmetrierglieder oder Sym­
Fast immer erscheint es aber zweckmäßig, metriewandler bekannt.
unsymmetrisch aufgebaute koaxiale Kabel zur In der Fachsprache ist auch die englische
Speisung zu verwenden, da diese -wie im Ab­ Abkürzung Bahm (balanced(unbalanced) ge­
schnitt 5.1.3. erläutert - zahlreiche Vorteile bräuchlich.
bringen können.
Speist man eine symmetrische Antenne über
ein koaxiales Kabel, so wird -auch wenn der
Fußpunktwiderstand der Antenne mit dem 7.1. Der VierteJwellensperrtopf
Wellenwiderstand des Kabels übereinstimmt -
die Antenne durch das Kabel urisymmetrisch (N. E. Lindenblad- US Pat. 2131108 -1936)
belastet. Als Folge davon treten auf dem Kabel­
mantel Ausgleichströme (sogenannte Mantel­ Der Viertelwellensperr top/, manchmal auch als
wellen) auf; sie verursachen eine Verluststrah­ Sleeve oder Bazooka bezeichnet, wurde bereits
lung.Die ungleichförmige Erregung der Antenne 1936 von Lindenblad beschrieben. Bild 7.1 zeigt
bewirkt außerdem, daß die Riebtcharakteristik seine Aufbauskizze.
der Antenne verformt wird, die Antenne Aus mechanischen Gründen bleibt die An­
»schielt«. Weitere unbeabsichtigte Riebt- und wendung des A/4-Sperrtopfes in der gezeigten
Auslöschungseffekte können sich darüber hin- Ausführung auf das UKW- und Dezimeter­
wellengebiet beschränkt. Die Länge des metal­
lischen Außenrohres beträgt 0,99./4. Der
Durchmesser D ist nicht besonders kritisch und
Isolierstoffdecke�
liegt - wenn handelsübliche Koaxialkabel ver­
I 11,
wasser dicht ver-
Jcittet � wendet werden - zwischen 25 und 40 mm
I �
.;., (Durchmesserverhältnis zwischen Außenrohr
I
"'
<::>
I und Koaxialkabel etwa 3 : I bis 4: I). Der
Sperrtopf ist unten durch eine Metallscheibe
verschlossen. Das durch eine zentrale Bohrung
Meialtboden, mit
Kabelaußenleiter D:d�3:1 bis ins Rohrinnere führende Speisekabel befreit
vertötet man auf A/4-Länge von seinem Kunststoff­
["- Speisekabel schutzmantel. Der nun freiliegende Außenlei­
60•.• 70Q
ter wird an seinem Eintrittspunkt in den Sperr­
Bild 7.1 topfmit demTopfboden verlötet. Die antennen­
Der Viertelwellensperrtopf als Symmetriewandler seitige Topföffnung ist aus mechanischen

122
Gründen mit einem Isolierstoffdeckel zu ver­
schließen, der in seinem Mittelpunkt eine Boh­
d7=dz dz II d t.
rung zur konzentrischen Durchführung des
� X

X� 2 . .. lfcm I
Speisekabels erhält. Der Topfdeckel muß das
0,95·;
I
Topfinnere gut gegen Regenwasser abdichten. Abstand I
Es darf mit geeigneten Dichtungsmitteln nicht I I

gespart werden. Geeignete Kleber führen Fach­


geschäfte in reicher Auswahl (z.B. Silikonkau­ mit Au/Jen/eiter des� I
I
��_j
I
Kabels verlöten
tschuk).
I
I

I
Im Topfboden ist noch eine kleine Bohrung
I
I
für den Wasserabfluß vorzusehen.
I
I

7.2. Das
Bild 7.3
Pawsey-Symmetrierglied Das Pawsey-Giied, mechanisch abgewandelt

(E.C.Cork, l.L.Pawsey- Brit. Pat. 462911-


gedeutet. Der Außendurchmesser des Viertel­
1935)
wellenstückes muß wieder dem Außenleiter­
durchmesser des Koaxialkabels entsprechen.
Besonders einfach und im Kurzwellenbereich
Wie festgestellt wurde, ist der Einsatz des
verwendbar ist das Pawsey-Symmetrierglied
Pawsey-Olieds im VHF-Bereich problematisch.
(Bild 7.2). Für die Anfertigung dieses Symme­
Als Symmetriewandler für den Kurzwellen­
triewandlers genügt ein Stück Koaxialkabel
bereich wird man den Symmetrierstub nach
beliebigen Wellenwiderstandes (Länge 0,95
Abschnitt 7.4. bevorzugen odereinen Ringkern­
x A./4). Da der Kabelinnenleiter nicht gebraucht
Balun nach Abschnitt 7.7.2. verwenden.
wird, kann sogar Kabel verwendet werden, das
durch Wassereinwirkung »abgesoffen« ist und
dadurch unbrauchbar wurde.
Bedeutung hat ausschließlich der Kabel­ 7.3. Die EM/-Schleife
außenleiter, dessen Durchmesser gleich dem
des Speisekabels sein muß. Das A/4-Kabelstück (W. S. Percivai,E. L. C. White- Brit. Pat. 438 506
hat an seinem unteren Ende metallische Ver­ - 1934)
bindung mit dem Außenleiter des Speisekabels.
Der Abstand X ist nicht kritisch und kann etwa Wenn im Bild 7.4. die sogenannteEM/-Schleife
2 bis 4 cm betragen. gezeigt wird, so erkennt der aufmerksame Le­
Bei gleicher Wirkungsweise und mit gleichem ser so(ort, daß es sich hier um ein verfeinertes
Erfolg kann das Viertelwellenkabelstück auch Pawsey-Symmetrierglied handelt. Bei der EM/­
durch ein gleich langes Stück Rohr oder Rund­ Schleife wurde lediglich ein besonderer mecha­
material ersetzt werden, wie im Bild 7.3 an- nischer Aufwand getrieben (EM/ = engl. Fir-

p / isolierte Durchführung
� I

fiz I d1
r
! I I

dz
I

I
I X
0,95·;
I
d1
0,95· �
I

I
X
:

I d1 'dz Rt Rz

l\/(urzschlu;brücke
-I

..-- -'- X�2 .. . lfcm


�I
Abstand X� 2...'1cm
I
I

\mit Au/Jen/eife�
des Kabels verlöten
I
I 1
I
I
I

I
Bild 7.2 Bild 7.4
Das Pawscy�Symmetriergiied Die EMI-Schleifc

123
den Kurzwellenbereichen; für VHF und UHF
ist er jedoch nicht zu empfehlen.
V·; Symmetrierglieder der bisher beschriebenen
Art verändern die Widerstandsverhältnisse am
(V bei Koaxialkabel
gewöhnlich 0,66) Antennenfußpunkt nicht. Sie sind teilweise un­
ter dem Sammelbegriff Bazooka bekannt.

7.5. Die Umwegleitung


Abstand X > Sem
Bild 7.5
(A. Gothe, H. 0. Roosenstein, L. Walter - Dt.
Der Viertelwellensymmetriesiub
Pat. 568559- 1931)

menname). Sie wurde von Percival/White ent­ Eine Symmetrierung, die zusätzlich noch die
wickelt und 1934 patentiert. Eigenschaften eines Transformationsgliedes
Das speisende Koaxialkabel wird in einer hat, ist die Halbwellenumweg/eitung (Bild 7.6).
entsprechenden Länge (etwas länger als A/4) Es ist das älteste Symmetrierglied, das von
von seinem isolierenden Außen-Schutzmantel Gothe- Raasenstein- Walter entwickelt wurde.
befreit und in das linke Rohr R1 eingeschoben. Die Umwegleitung besteht aus einer Ko­
Der Außenleiter des Speisekabels bekommt axialschleife mit der elektrischen Länge von
dabei metallischen Kontakt mit dem Rohr R1. A/2. Um die geometrische Länge für A/2 zu er­
Der Innenleiter des Kabels darf weder mit dem halten, muß man A/2 mit dem Verkürzungs­
Außenrohr noch mit dem Rohr R1 Verbindung faktor V des verwendeten Kabels multiplizie­
haben. Es wird im Punkt P isoliert herausge­ ren. Der Einfachheit halber kann die Umweg­
führt und mit dem gegenüberliegenden Rohr schleife aus dem gleichen Kabelmaterial wie
R2 verlötet. Die Kurzschlußbrücke am Fuß­ die Speiseleitung hergestellt werden. Da es sich
punkt der EM/-Schleife bildet man gewöhn­ um eine abgestimmte Leitung handelt, bei der
lich zum genauen Abgleich verstellbar aus. In die Widerstandsumwandlungnicht vom Wellen­
gewissen Grenzen können mit dem verstell­ widerstand der Leitung abhängig ist, bekommt
baren Kurzschlußschieber auch Blindanteile dieser zweitrangige Bedeutung. Es können
des Antennenfußpunktes kompensiert werden. deshalb beliebige Koaxialkabelsorten für die
Anfertigung der Umwegschleife verwendet wer­
den.
Wie aus Bild 7.6 ersichtlich, wird der Außen­
7.4. Der Symmetrierstub
leiter des Speisekabels mit dem Außenleiter
der Umwegschleife verbunden. Eine metal­
Eine sehr einfache Symmetrierung, die sich
lische Verbindung zwischen den Außenleitern
auch noch im Kurzwellenbereich gut ausführen
läßt, zeigt Bild 7.5.
Es stellt ein an seinem unteren Ende kurz­
geschlossenes Stück Koaxialkabel (Innenleiter
mit Außenleiter verlötet) mit einer elektrischen
Länge von Ä/4 dar. Der Verkürzungsfaktor ist
zu berücksichtigen; er beträgt bei den handels­
üblichen -Koaxialkabeln durchschnittlich 0,66.
Um die geometrische Länge zu erhalten, muß
man demnach ;,;4 mit dem Faktor 0,66 multi­
plizieren. Der Abstand des A/4-Stückes vom
Speisekabel sollte mindestens 5 cm betragen.
Am Antennenfußpunkt sind Speisekabel und Speisekabel Zs
Symmetrierleitung über Kreuz parallelgeschal­ Bild 7.6
tet (s. Bild 7.5). Die Halbwellenumwegleitung aJs symmetrierendes
Ein solcher Symmetrierstub eignet sich in Transformationsglied

124
der beiden Kabel und dem Strahler besteht je­
doch nicht. Die Verbindung der Innenleiter mit
dem Strahler ist ebenfalls aus Bild 7.6 zu er­
2Z
sehen. symme-
Das Transformationsverhältnis der Halbwel­ trisch��'
lenumwegleitung beträgt 1 :4. Es kann demnach a)
ein Koaxialkabel mit einem Wellenwiderstand
2Z
Zs von 60 Q über eine Halbwellenumwegleitung symme-
erdsymmetrisch und impedanzrichtig an einen trisc'l
Antenneneingangswiderstand ZA von 240 n b)
angepaßt werden. Die gleiche Umwegleitung
Bild 7.7
läßt sich auch für die Impedanzverhältnisse
Die Balun-Leitung; a- für Bandleitung, b- für
50/200 n oder 70/280 n bzw. 75/300 n ver­ Koaxialkabel
wenden, ohne daß man an der Leitung etwas
ändern müßte.
Die Länge der beiden Leitungsstücke ist je
Eine solche Umwegschleife wird auch als
A/4. Bild 7.7 zeigt solche Balun-Leitungen für
Balun-Transformator bezeichnet. Die relative
Koaxialkabel und für UKW-Bandleitung.
Bandbreite b beträgt etwa 0,3 und eignet sich
Durch den sinnvollen Einsatz einer Balun-Lei­
damit gut für alle praktischen Anwendungen
tung kann manche schwierig erscheinende
im Amateurfunk.
Anpassungsaufgabe oft leicht und zweckmäßig
Die Schleifenform einer Umwegleitung ist
gelöst werden.
nicht bindend, sie kann den Erfordernissen ent­
sprechend auch zu mehreren Windungen auf­
gerollt oder in beliebiger anderer Form verlegt
werden. 7.7. Die aufgewickelte Zweidraht­
Industrieantennen für den VHF- und UHF­
leitung als Symmetriewandler
Bereich haben fast ausschließlich einen Fuß­
punktnennwiderstand von 240 n, symmetrisch.
(G.Guanella- Schweiz. Pat. 233050- 1942)
Diese Antennen können entweder direkt über
eine symmetrische Bandleitung gespeist wer­
Eine aufgewickelte Zweidrahtleitung entspre­
den, oder sie sind über eine Halbwellenumweg­
chender Windungszahl zeigt über einen sehr
leitung erdsymmetrisch an ein Koaxialkabel
großen Frequenzbereich folgende Eigenschaf­
anzupassen.
ten: Sie wirkt für unsymmetrische Ströme wie
eine Drossel, schwächt dagegen symmetrische
Ströme nur unmerklich. Die aufgewickelte
7.6. Die Baion-Leitung
Zweidrahtleitung stellt demnach einen fast
frequenzunabhängigen Symmetriewandler dar.
Wenn 2 gleich lange und gleichartige Leitungs­
Sie läßt sich einfach und raumsparend herstel­
stücke an ihrem einen Ende parallelgeschaltet
len, indem nach Bild 7.8 ein Stück UKW-Band­
werden und am entgegengesetzten Ende in Se­
leitung passenden Wellenwiderstandes zu einer
rie liegen, so findet ebenfalls- wie bei der Halb­
Spule aufgewickelt wird. Die Länge der aufzu­
wellenumwegleitung - eine Widerstandstrans­
wickelnden Doppelleitung ist nicht kritisch; sie
formatio?, verbunden mit Symmetriewandlung,
beträgt im Optimum etwa A/4 und kann zwi-
statt. Bei solchen Balun-Leitungen (Bild 7.7)
erscheint deren Wellenwiderstand Z am parallel­
geschalteten Ende mit dem halben Wert Z/2
und ist dort unsymmetrisch. Das gegenüber­
liegende, in Serie geschaltete Leitungsende ist
s�mmetrisch und hat eine Anschlußimpedanz,
d1e dem doppelten Wellenwiderstand (2Z) der
Balun-Leitung entspricht. Das mit der Sym­
l!letriewandlung verbundene Widerstands­
Ubersetzungsverhältnis beträgt deshalb 1 : 4. Zur Spule aufgewickelte UKW-Bandleitung

125
--,
i Symmetrier/eitung
i 609
-- J

______ .J

Koaxialkabel 6Qg Z = WeHenwiderstand deraufgewickelten Leitung

Bild 7.10
Die aufgewickelte Balun-Leitung als Anpassungs- und
Symmetrierglied
Bild 7.9
Die aufgewickelte Leitung als Symmetrierglied

Über eine solche Balun-Spulenanordnung


sehen Jb-l. und jA schwanken. Die Ansehaltung kann z.B. ein 240-0- Faltdipol an ein koaxiales
dieser Symmetrierleitung an einen Dipol zeigt i
60-!1-Spe sekabel impedanzrichtig angeschlos­
Bild 7.9. sen werden (Bild 7.11). Der Wellenwiderstand
In der dargestellten Form findet keine Im­ der Baiun-Sputen muß in diesem Fall l20 Q be­
pedanzumwandlung statt, der Wellenwider­ tragen ( Z/2 = 60 0, 2Z = 240 0).
stand der aufgewickelten Leitung muß deshalb Unter Verwendung einer symmetrischen
gleich der Anschlußimpedanz sein. 120-!1-Bandleitung (2 x 0,4 Cu) bereitet die
Die Einsatzmöglichkeiten dieses aperiodi­ Selbstherstellung solcher Balun-Spulen keine
schen Symmetriewandlers sind vielseitig. So Schwierigkeiten und kann für den Einsatz im
kann z.B. ein symmetrischer Dipol von 60 Q Kurzwellenbereich empfohlen werden. Jedoch
Fußpunktwiderstand mit einem unsymmetri­ ist die Verwendung von Balun-Spulen in Ver­
schen Koaxialkabel von 60 Q Wellenwider­ bindung mit VHF- oder UHF-Antennen ein­
stand gespeist werden, indem nach Bild 7.9 facher und im Endeffekt auch billiger, wenn
eine aufgewickelte 60-0-Bandleitung zwischen sich der Amateur der industriell hergestellten
Antenne�anschluß und Speisekabel geschaltet Symmetrie- und Impedanzwandler bedient.
wird. Ebenso läßt sich z. B. an eine unsym­ Diese werden in verschiedenen Ausführungen
metrische Eintaktendstufe oder ein »einbeini­ geliefert, und zwar sowohl für Mastmontage als
ges« Collins-Filter unter Zwischenschaltung auch zum direkten Anstecken an das Gerät.
einer aufgewickelten Doppelleitung eine sym­ Sie entsprechen in ihrem Auf bau der Schaltung
metrische Zweidrahtspeiseleitung anschließen. nach Bild 7.11 und haben eine Bandbreite von
40 bis � 800 MHz. Innerhalb dieses Frequenz­
bereiches tritt eine maximale Welligkeit s =
7.7.1. Aufgewickelte Zweidrahtleitungen
1,35 bei einer mittleren Dämpfung von 0,15 dB
als Symmetrie- und Impedanzwandler
auf. Dieser praktische Bauteil wurde entwik­
kelt, um symmetrische Antennen mit dem ge­
Verwendet man 2 aufgewickelte Zweidraht­
normten Fußpunktwiderstand von 200 bis
leitungen in der gleichen Serienparallelschal­
tung wie die Balun-Leitung (7.6.), so weist
dieses Gebilde auch die gleichen elektrischen symmetnsche Antenne 240Q
Eigenschaften auf: Impedanzwandlung 4: 1 und
Bandleitung 240
Übergang symmetrisch zu unsymmetrisch bzw. ----, bi!;280Q
umgekehrt. Darüber hinaus zeichnet sich eine r---==-.=.--• I
I
solche Baiun-Spule noch durch einen sehr gro­ ' Baiun-Spule

ßen Frequenzbereich und geringen Platzbedarf


1 [ Z"720Q
I
aus (Bild 7.10). Es gilt die gleiche Regel wie bei I
I
der Balun-Leitung: I
____ _J
Der Wellenwiderstand Z der aufgewickelten Ableitung 60 oder 70 Q
Leitung erscheint an der parallelgeschalteten (Koaxialkabel}
Seite mit Z/2 unsymmetrisch und am anderen Bild 7.11
in Serie geschalteten Ende als 2Z symmetrisch. Praktisches Beispiel für den Einsatz einer Baiun-Spule

126
300 0 an ein Koaxialkabel mit 50 bis 75 0
Wellenwiderstand impedanzrichtig anpassen zu
können.
Derartige aufgewickelte Zweidrahtleitungen
werden nach ihrem Erfinder auch als Guanella­
Übertrager bezeichnet.

7. 7. 2. Koaxialkabeldrosseln
als Breithand-Symmetriewandler Bild 7.12
Einspeisedrossel aus Koaxialkabel
Zum Speisen von Kurzwellendipolen sind zur Unterdrückung von Mantel­

Koaxialkabel am besten geeignet, weil deren wellen

Anschlußwiderstände den Wellenwiderständen


der Koaxialkabel weitgehend entsprechen. Da
der Dipol jedoch erdsymmetrisch aufgebaut ist Drossel Breitbandeigenschaften hat. Die Nach­
und Koaxialkabel erdunsymmetrisch sind, tre­ teile bestehen in der relativ großen Gewichts­
ten bei direkter Speisung über Koaxialkabel belastung am Speisepunkt, die besonders bei
die bereits erwähnten Verluststrahlungen in Drahtantennen hinderlich sein kann. Außer­
der Form von Mantelwellen sowie Unsymme­ dem läßt die Drosselwirkung bei hohen Fre­
trien im Strahlungsdiagramm des Dipols auf. quenzen wegen der verteilten Kapazitäten zwi­
Deshalb ist ein Symmetriewandler (Balun) er­ schen den Windungen nach. Man darf deshalb
forderlich. diese Drossel nur als eine brauchbare Behelfs­
Lediglich wenn die mechanische Länge des lösung ansprechen.
koaxialen Speisekabels A/4 der Betriebswellen­ Sehr interessant ist ein von W1 JR entwickel­
länge oder ungeradzahlige Vielfache davon be­ ter Breitband-Symmetriewandler. Wie Bild
trägt, kann man den Dipol direkt mit Koaxial­ 7.13 zeigt, wird ein Ferrit-Ringkern (siehe auch

kabel speisen, sofern das untere Ende des Abschnitt 7. 7.3.) mit einem Koaxialkabel in be­
Kabelaußenleiters geerdet ist. Wie Dome in [6] sonderer Weise bewickelt. Man kann erkennen,
erklärt, wird dabei der niederohmige reelle daß sich nach der halben Windungsanzahl der
Widerstand, der sich außen am unteren Ko­ Wicklungssinn umkehrt. Abhängig vom Ring­
axialkabelende aus dem Strahlungswiderstand kernmaterial sollen für den Kurzwellenbereich
des Kabelmantels und den Erdverlusten ergibt, von 3,5 bis 30 MHz 10 bis 12 Windungen auf­
hochohmig an das obere Koaxialkabelende gebracht werden. Gewöhnlich sind die Innen­
übertragen. Dadurch wird das Auftreten von durchmesser handelsüblicher Ringkerne zu
Mantelwellen verhindert. Leider ist dies nur klein, um z. B. 10 Windungen eines »normalen«
eine Einbandlösung. Koaxialkabels unterbringen zu können. Man
Im einfachsten Fall kann das Koaxialkabel wählt deshalb der Größe des Ringkernes ent-
selbst die Ausbildung von Mantelwellen unter­
drücken, wenn man es am antennenseifigen
Ende ringförmig zu einer Drossel aufwickelt
(Bild 7.12). Die Kabelwindungen sind in der
Zeichnung zur besseren Verdeutlichung aus­
einandergezogen. Tatsächlich werden sie als
Ringbündel gewickelt und mit wetterfestem
Klebeband zusammengehalten. 8 bis 10 Win­
dungen bei einem Spulendurchmesser von 10
bis 15 cm sind für den Kurzwellenbereich aus­
reichend. Die Vorteile einer solchen breitban­
digen Einspeisedrossel bestehen darin, daß das
Bild 7.13
koaxiale Speisekabel nic:ht unterbrochen wer­ Breitband-Batun I : I
den muß, daß keinerlei Abstimm- oder Ab­ nach W JJR
gleicharbeiten erforderlich sind und daß die unsymmetrisch

127
.rymmetrisch nicht aufgetrennt zu werden, denn es geht etwa
8 m vor seinem antennenseitigen Ende direkt
in die Doppeldrossel über. Nach 10 Windun­
gen entfernt man auf einer Strecke von 3 bis
5 cm den Kabelaußenleiter und das Dielektri­
kum, ohne dabei den Innenleiter zu verletzen.
Bild 7.14
Dort werden später gemäß Teilskizze die An­
Prinzipschema einer
tennenanschlüsse befestigt. Es folgen nun im
Balun-Doppeldrossel
gleichen Wicklungssinn die nächsten 10 Win­
(W.Buschbeck, H.J.
v. Bayer - Dt. Pat. dungen (B). Der übrigbleibende Kabelschwanz
724131- 1937) wird nun an seinem Ende kurzgeschlossen (ln­
nenleiter mit Außenleiter verbinden) und mit
dem Außenleiter des Zuführungskabels ver­
lötet. Dabei sollte dieser Verbindungspunkt so
sprechend dünnes Koaxialkabel. Da es sich gewählt werden, daß die Länge Spulenlänge B
hierbei nur um kleine Leitungslängen handelt, - Verbindungspunkt gleich der Länge Spulen­
deren Verluste im Kurzwellenbereich sehr ge­ anfang A - Verbindungspunkt ist.
ring sind, erscheint dies als eine brauchbare Die Anordnung ist breitbandig und für die
Ausweichlösung. Natürlich geht man am un­ 3 hochfrequenten Kurzwellenamateurbänder
symmetrischen Ausgang dieses Baiuns auf brauchbar.. Mit dieser symmetrierenden Dop­
»normales« Koaxialkabel gleichenWellenwider­ peldrossel werden die Verluste durch Mantel­
standes über. wellen weitgehend beseitigt. Die zusätzlichen
Ein wirkungsvoller Symmetriewandler für Leitungsverluste betragen nur maximal 0,5 dB
Mehrbandkurzwellenantennen ist die Koaxial­ und fallen wegen der erzielten Verbesserung
doppeldrossel nach Bild 7.14. Im Prinzip ent­ des Antennenwirkungsgrades überhaupt nicht
spricht sie einem Pawsey-Symmetrierglied ins Gewicht.
(siehe Abschnitt 7.2.), welches durch spulen­ Eine im Aufbau gleichartige Doppeldrossel
förmiges Aufrollen Breitbandeigenschaften wurde von WA 2 SON erprobt (ham radio,
erhält. Eine solche Doppeldrossel wird in [5] May 1981). Dabei erwies sich, daß insgesamt
ausführlich beschrieben. Es werden etwa 8 m 7 Windungen Koaxialkabel (2 x 3,5 Wdg.) bei
Koaxialkabel mehr als bei direktem Anschluß einem Spulendurchmesser von 10 cm für 14, 21
benötigt. Bild 7.15 zeigt die praktische Aus­ und 28 MHz ausreichend waren.
fühiung. Das koaxiale Speisekabel braucht Die Koaxialdoppeldrossel stellt eine relativ

a b

Bild 7 .I S Die Doppeldrosse! a!s Symmetrierglied

1 28
große Gewichtsbelastung für den Antennen­ Durchmesser. Für Leistungen bis etwa 250 W
speisepunkt dar und enthält mehrere Anschluß­ sollte d1 mit 40 mm gewählt werder., der Durch­
stellen auf dem Koaxialkabel, die sehr sorg­ messer der Wickeldrähte beträgt uann 1,6 bis
fältig gegen eindringende Feuchtigkeit abge­ 2,2mrn. Höhere HF-Leistungen beherrscht man
dichtet werden müssen. Ringkern-Balun-Über­ durch Vergrößern der Ringhöhe h, indem 2
trager nach Abschnitt 7.7.3. sind leichter und oder 3 Ringkerne von 40 mm Außendurch­
raumsparender, sie haben außerdem eine grö­ messer übereinander gestapelt werden. Dies ist
ßere Bandbreite. Fehlen geeignete Ferrit­ eine Ausweichlösung, wenn Ringkerne größe­
Ringkerne, so bietet die Doppeldrossel oft eine ren Außendurchmessers schwer zu beschaffen
brauchbare Ausweichlösung. sind.
Ferritringkerne haben praktisch kein Streu­
feld, sie können daher direkt auf Metallflächen
7. 7.3. Ringkern-Baion-Übertrager befestigt oder ohne größeren Abstand von
solchen umschlossen werden. Allerdings emp­
Leichte und materialsparende Symmetrie­ fiehlt es sich, zum Schutz vor Spannungsüber­
wandler für den Kurzwellenbereich erhält man, schlägen eine Isolierschicht zwischen Ringkern­
wenn die Balun-Spulen auf einen Ringkern aus übertrager und geerdeter Metallfläche vorzu­
Eisen (Ferrit) aufgewickelt werden. Die Band­ sehen. Meistens werden die Übertrager mit .·

breite von Ringkernübertragern ist groß, bei einem geeigneten Zweikomponentenkleber auf
geeignetem Ferritmaterial reicht sie von etwa ihre Tragefläche aufgeklebt. Solche Kleber ha­
3 MHz bis 30 MHz. Somit sind sie besonders ben fast immer sehr gute lsoliereigenschaften.
gut für den Einsatz bei Mehrhand-Kurzwellen­ Scharfe Kanten an Ringkernen können die
antennen geeignet. Je nach Bedarf können die Lackisolation der Wickeldrähte beschädigen.
Symmetriewandler mit Übersetzungsverhält­ Deshalb entgratet man die Kanten mit Schmir­
nissen von I : 1, 4 : 1 sowie 5 : 1 bis 1 0: 1 her­ gelleinen oder umwickelt den Kern mit einer
gestellt werden. dünnen Schutzfolie.
Das Aufwickeln einer Balun-Leitung auf Wie aus Bild 7.16 hervorgeht, sind die Spu­
einen Körper aus ferromagnetischem Werk­ len L1 und L2 bei allen Ausführungsformen als
stoff bewirkt, daß die Windungsanzahl bezie­ bifilare Wicklung aufgebracht, wobei man die
hungsweise Leiterlänge für eine bestimmte Windungen über den Ringkernumfang verteilt.
Induktivität - verglichen mit einer kernlosen Als Spulenmaterial eignen sich Kupferlack­
Spule- erheblich geringer wird. Hinzu kommt, drähte, isolierte Kupferlitzen oder auch 2adrige
daß sich mit wachsender Frequenz die wirk- · Stegleitungen mit einem Leiterquerschnitt von
same Permeabilität von Ferriten verringert. � 1 mm2• Für gute Wirksamkeit kommt es
Daraus resultieren in Verbindung mit einer ent­ darauf an, daß die beiden Drähte sehr eng mit­
sprechenden Wickeltechnik die guten Breit­ einander gekoppelt sind, deshalb muß die sie
bandeigenschaften. Dabei wird die untere Fre­ umgebende IsoHerschicht möglichst dünn sein.
quenzgrenze von den Materialeigenschaften · Wegen ihres dicken Isoliermantels sind deshalb
des Ringkerns und die obere Frequenzgrenze z.B. Stegleitungen, wie man sie in der Stark­
weitgehend vom Übertrageraufbau bestimmt. stromtechnik verwendet, wenig geeignet.
Die Abmessungen der handelsüblichen Fer­ Abhängig von den Eigenschaften des Kern­
rit-Ringkerne stehen fast immer in einem be­ materials sind für einen Breitbandübertrager
stimmten Verhältnis zueinander. Es gilt all­ von 3 MHz bis 30 MHz 6 bis 10 bifilare Win­
gemein:d1:d2: h 1 0 :6:3. Dabei bedeuten:
= dungen erforderlich. Besonders gut geeignet
d1 -äußerer Ringdurchmesser, d2 - innerer sind Kerne aus einem Nickelzinkkobaltferrit
Ringdurchmesser und h - Ringhöhe. Entspre­ (z. B. FERROXCUBE 4 oder MANIFER aus
chend der geforderten Belastbarkeit werden der Gruppe MF 300). Aber auch Manganzink­
äußerer Ringdurchmesser und Durchmesser ferrite sind brauchbar (z. B. FERROXCUBE
der Wickeldrähte gewählt. Als Erfahrungs­ 3 bzw. MANIFER aus der Gruppe MF 100).
werte gelten, daß bis zu HF-Leistungen von Bild 7.16a zeigt Prinzipschaltung und Wik­
25 W Ringkerne mit einem Außendurchmesser kelschema für einen Breithand-Symmetrie­
von 25 mm ausreichend sind. Für die Bewick­ wandler ohne Transformationseigenschaften
iung genügt Kupferlackdraht von 0,6 mm ( 1 : 1). LI> L2 und L3 haben gleiche Windungs-

9 Rotbammel, Antennenbuch 129


Rd= 5RZ bis 70RZ)
symmetrisch

RJ"(IfRz) L1
symmetrisch
L1
. S L3 G


L2 symmetrisch
unsymmetrisch
Ri= 1/5. ..1/TORl
(l.nsymmetrisch Ü=5:1 bis 70:7
f?."' �
U= 7:7 Rt unsymmetrisch
Ü=lf;7

c) J�
Bild 7.16 Ringkem-Balun-Breitbandübertrager; a- Prinzipschaltung und Wickelschema für 0 = I: I, b- Prinzip­
schaltung und Wickelschema für 0 = 4 : I, c- Prinzipschaltung und Wickelschema für 0 = 5 : I bis I0 : I

anzahl bzw. gleiche Drahtlänge (6 bis 10 Wdg.). mit 0,65 mm bei 50 Q und mit 0,8 mm bei 40 Q
L1 und L2 werden bifilar gewickelt und bedek­ liegen [2].
ken etwa t des Ringkernumfanges; in das freie Durch Anbringen einer Anzapfung an L2
D(ittel wird L3 als unifilare Wicklung auf­ können nach [I], in Abhängigkeit von der Lage
gebracht. Häufig wird für den I : I-Übertrager des Anzapfpunktes 5, Übersetzungsverhält­
auch eine trifilare Bewicklung vorgeschlagen, nisse von 5: l bis 10: I eingestellt werden
wobei L3 mit L1 und L2 gemeinsam (trifilar) (Bild 7.16c). Die Lage des Anzapfpunktes 5
über den Ringkern aufgebracht wird. Die Wick­ errechnet man aus der Beziehung
lungen sind dann ebenfalis nach dem gegebenen
R2
Prinzipschema zu verdrahten. R1 =4·2· (7.1.)
Bild 7.16b zeigt einen 'Symmetriewandler,
K
der gleichzeitig im Verhältnis 4: 1 transfor­ In dieser Formel bedeutet K das Verhältnis
miert. Er benötigt nur eine bifilare Wicklung, der Anzahl der abgegriffenen Windungen zur
bestehend aus L1 und L2, deren Windungen Anzahl der Gesamtwindungen (K < I). Auf
über den Ringkernumfang verteilt werden. dieser Berechnungsgrundlage wurden in Ta­
Durch die Verbindung der Anschlüsse 2 und 3 belle 7.1. die Werte für die Lage des Abgriffs 5,
entsteht eine Serien-Paralielschaltuog, die be­ ausgedrückt als Dezimalbruchteil (K.: n) und
wirkt; daß die Impedanz des symmetrischen als Windungsanzahl 3-5 für n = 8 Wdg. und
Anschlusses R1 (1-4) am unsymmetrischen n = 7 Wdg. errechnet.
Anschluß R2 (3-4) im Verhältnis 4: 1 transfor­ Soli das Anbringen einer Spulenanzapfung
miert erscheint (R2 = R1/4). Um die Wirk­ vermieden werden, kann man statt dieser eine
samkeit in der Nähe der oberen Frequenzgrenze 3. Wicklung aufbringen und damit Überset­
zu verbessern, werden oft die beiden Leiter­ zungsverhältnisse bis 9 : l realisieren [2]. Es
drähte miteinander verdrilit, wobei sich 1,5 bis wirdjedoch davon abgeraten, mit dieser Schal­
2,5 Umdrehungen je Zentimeter Leitungslänge tung über ein Verhältnis von 6: I hinauszu­
als günstig erwiesen haben. Ergänzend sei hier gehen. In der Praxis baut man sich zunächst
bemerkt, daß die Weilenwiderstände Z von in einen 4: I-Transformator nach Bild 7.16b, der
solcher Weise verdriliten Kupferlackdrähten aiierdings mit verdrillten Bifilarwicklungen
mit Drahtdurchmessern von 0,25 mm bei 70 ü, ausgeführt werden soll. Über einen Teil der

130
Tabelle 7.1. Die Lage des
Übersetzungs- Abgriff 5 Windungsanzahl Kn bei Abgriffs 5 in Abhängigkeit
verhältnis (K0:n) vom Obersetzungsverhältnis
n = 8 Wdg. n= 7Wdg.
(R1:R2) R1: R2 bei Ringkern-Balun-
Obertragern nach Bild 7.16c
5: I 0,9 7,2 6,3
6: I 0,82 6,5 5,7
7: I 0,76 6,1 5,3
8: I 0,71 5,6 5,0
9: I 0,67 5,3 4,7
10: I 0,64 5,1 4,5

verdrillten Leitung L wird nach Bild 7.17 a eine


3.Leitung L3 gewickelt, deren Länge - bezo­
gen auf L - vom gewünschten Übersetzungs­ Bild 7.18

verhältnis abhängt. Für die Leitungslänge L3 Beispiel für die Ausführung


eines Ferrit-Stabkernüber­
gilt die Bemessungsformel
tragers 4: I

L3 = L(.J R1: R2 - 2). (7.2.)

Berechnungsbeispiel
Die gestreckte Leitungslänge L der verdrillten Leitungsenden zu verbinden sind. Es läßt sich
Zweidrahtleitung beträgt 15 cm; es wird ein ausrechnen, daß mit L3 = Lein Übersetzungs­
Übersetzungsverhältnis von 5,5 : 1 gefordert. verhältnis von 9 : 1 auftreten würde.
Die gesuchte Leitungslänge L3 beträgt Stehen keine Ferrit-Ringkerne zur Verfü­
gung, können ·auch Ferrit-Antennenstäbe als
L3 = 15 cm (.../5,5- 2) = 15 0,345 = 5,18 cm.
·
Wicklungsträger verwendet werden. Bild 7.18
zeigt als Beispiel einen bifilar bewickelten Fer­
Bild 7.17 a zeigt die Wickeltechnik, aus Bild
ritstab mit einem Übersetzungsverhältnis von
7. I 7 b ist zu entnehmen, in welcher Weise die
4: I, der im Prinzipschema und in der An­
schlußbezeichnung der Ringkernausführung
von Bild 7.16b entspricht. Es sollten möglichst
dicke Stäbe verwendet werden. Alle vorstehend
beschriebenen Ringkernausführungen können
auch mit entsprechenden Ferritstäben verwirk­
licht werden.
Weitere Hinweise zur Herstellung von Breit­
band-, Symmetrie- und Impedanzwandlern
werden in [3] gegeben, während [4] allgemein
R1 über weichmagnetische Ferritbauelemente und
symmetrisch ihre Anwendung informiert.

Literatur zu Abschnitt 7.
[I] ... : The ARRL Antenna Book, 13th Edition,
L2 ·
Seite 103, Newington , Conn. 1974
[2] Krauss, H./Allen, C.: Designing toroidal Irans­
R2
formers to optimize wideband performance,
unsymmetrisch
electronics (1973), August 16, Seite 113 bis 116
b)
[3] Rohländer, W.: Symmetriewandler und Breit­
Bild 7.17 bandübertrager für Kurzwelle, FUNKAMA­
Die Erweiterung von Ringkern�Balun-Breitband­ TEUR 25 (1976), Heft 11, Seite 550 bis 551
übertragern 4: I auf Übersetzungsverhältnisse bis 9 : I; [41 Becker, E./Beyer, P.: Weichmagnetische Fer­
a - Wickeltcchnik, b - Prinzipschaltung ritbauelemente und ihre Anwendung, Amateur-

131
reihe ·»electronica«, Band 124 und Band 125, sehe Zeitschrift, 19 (1966) Heft 9, Seite 527 bis
Militärverlag der DDR (VEB)- Berlin 1974 538
[5] Auerbach, R.: Coax-Speisung symmetrischer Jasik, H.: Antenna Engineering Handbook, I. Auf­
Antennen, DL-QTC, 1961, Heft 4, Seite 156, lage, 31.6. Balun, McGraw-Hill Book Com­
W.Körner-Verlag, Stuttgart pany Inc., NewYork 1961
[6] Dome, R.: Balanced dipole antenna fed by Orr, W.l., W 6 SAI: Beam Antenna Handbook,
coaxial cable, QST, Newington, Conn. 63 2. Auflage, Seite 58, Radio Publications In.c.,
(1979) May, Seite 43 bis 44 Wilton, Conn.
Ellis, M.: how to use ferrite beads, ham radio, Ruthroff, C.: Some Broad-Band Transformers,
Greenville, N. H., (1973) Heft 3 PROCEEDINGS OF THE IRE, 47 (1959)
Hilberg, W.: Einige grundsätzliche Betrachtungen August, Seite 1337 bis 1342
zu Breitband-Übertragern, Nachrichtentechni-

132
8. Die Ankopplung der Speiseleitung an die Sender-Endstufe

Um die größtmögliche Leistungsübertragung bereits in Abschnitt 5. ausführlich behandelt.


von der Sender-Endstufe über die Speiseleitung Es kann deshalb für die weiteren Betrachtun­
zum Strahler zu erzielen, sind 2 grundsätzliche gen angenommen werden, daß der Verbraucher
Forderungen zu beachten: (Antenne) für den Tankkreis der Endstufe ge­
mäß Forderung a eine reine Wirklast darstellt.
a- Der Verbraucher (Antenne) muß für den
Es gilt nun, dies..--. Wirkwiderstand impedanz­
Generator (Senderausgangskreis) einen
richtig an den Scheinwiderstand des Genera­
reinen Wirkwiderstand ohne kapazitive
tors anzupassen, ein Vorgang, der im Prinzip
oder induktive Blindanteile darstellen.
der Anpassung eines Lautsprechers oder Kopf­
b- Die Impedanz des Verbrauchers muß an
hörers (Verbraucher) an den Ausgangswider­
die Impedanz des Generators angepaßt
stand eines Niederfrequenzverstärkers (Gene­
werden.
rator) gleicht.
Die erste Bedingung ist immer dann erfüllt, Die einfachste Art einer solchenWiderstands­
wenn die Resonanzfrequenz des Strahlers anpassung zeigt Bild 8.1. Dabei muß vorausge­
(Verbrauchers) gleich der Resonanzfrequenz schickt werden, daß sie in der Praxis nicht zu
des Senderausgangskreises (Generators) ist. Da empfehlen ist, sie dient nur der Erläuterung des
zwischen dem eigentlichen Strahler und dem Prinzips. Jede Endröhre muß für maximale Lei­
Generator in den meisten Fällen eine Energie­ stungsabgabe mit einer bestimmten Impedanz
transportleitung (Speiseleitung) eingefügt wird, ZR belastet werden. Man erhält sie aus den
muß auch diese so beschaffen sein, daß sie die Röhrendaten oder errechnet sie aus dem Ver­
Resonanzbeziehungen zwischen Generator und hältnis der Anodenspannung u. zum Anoden­
Verbraucher nicht stört. strom /3•
Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn am Für Röhrensender gilt mit hinreichender Ge­
senderseiligen Ende einer abgestimmten Speise­ nauigkeit
leitung ein Strombauch (Stromkopplung) oder
ein Spannungsbauch (Spannungskopplung) A-Betrieb: ZR = �; (8.1.)
JA. 1,3
vorhanden ist, was besagt, daß Speiseleitung
und Antenne insgesamt resonant sind. Eine UA
B-Betrieb: ZR= (8.2.)
angepaßte Speiseleitung entspricht der Bedin­ JA 1,57

gung, wenn auf ihr keine stehenden Wellen


auftreten. UA
C-Betrieb: Z R- (8.3.)
-
·

Die Impedanz des Senderausgangskreises JA 2,3 '


liegt bei Röhrensendern im allgemeinen in der


C-Betrieb-
Größenordnung von einigen tausend Ohm, UA
Gegentakt: ZR = --"-­ (8.4.)
während die Impedanz einer abgestimmten lA • 1,15
Speiseleitung entweder hochohmig (Spannungs­
kopplung) oder niederohmig (Stromkopplung) Soll eine bestimmte Impedanz ZE an die Ano­
sein kann. denimpedanz ZR angepaßt werden, so ergibt
Dagegen bewegt sich der Wellenwiderstand sich das dazu erforderliche Übersetzungsver­
einer unabgestimmten Speiseleitung im Ama­ hältnis ü aus
teurbetrieb immer zwischen 50 und 600 f.l. Die
Anpassung der Speiseleitung an den Scheinwi­ (8.5.)
derstand im Speisepunkt eines Strahlers wurde

133
A Bild8.1
+ Die einfachste Art der Antennen­
ankopplung; a - Verbraucher­

,l,
IIR
widerstand hoch ohmig
(spannungsgekoppelte Antennen),
'r'
I b - Verbrauch erwiderstand
I
IJ ...!... b) niederohmig ( stromgekoppelte
hochohmig Antennen und unabgestimmte
Speiseleitungen)

In der Schaltung Bild 8.1läßt sich ü direkt auf lung kommen alle im Tankkreis vorhandenen
die Windungszahl n der Anodenkreisspule mit Oberwellen und Nebenwellen mit zur Abstrah­
nfü beziehen. lung. Von ihrer Verwendung wird deshalb drin­
gend abgeraten.
Beispiel Da im Amateurfunk mit an erster Stelle das
Bei einem Aufbau nach Bild 8.1 beträgt ZR Problem steht, wie Rundfunk- und Fernseh­
6000 ü. Es ist festzustellen, bei welcher Win­ störungen (BCI und TVI) zu vermeiden sind,
dungszahl die Anodenkreisspule für die Anpas­ sollen im folgenden nur solche Ankopplungs­
sung einer Impedanz ZE von 60 Q angezapft arten besprochen werden, die unzulässige Ne­
werden muß. Die Anodenkreisspule hat20 Win­ benausstrahlungen möglichst stark unterdrük­
dungen. ken.
Das Übersetzungsverhältnis ü beträgt Zum schaltungsmäßigen Aufbau des Sende­
anodenkreises ist noch zu erwähnen, daß mo­

J
6ooo n
= .J100 = 10_ derne Amateursender immer mit einem un­
600
symmetrischen, niederohmigen Ausgang für
Die Anzapfung liegt daher bei den direkten Anschluß eines koaxialen Speise­
kabels (Wellenwiderstand 50 bis 75 Q) versehen
n 20
-=-=2Wdg. sind. Diese Feststellung gilt auch für Transistor­
ü 10 Endstufen. Das stellt sozusagen eine Amateur­
Zur Anpassung muß deshalb ZE�2Wdg. vom norm nach industriellem Vorbild dar, die bei
»kalten Ende« B der Spule entfernt angeschlos­ Neuaufbauten beachtet werden sollte. Auf die
sen werden. Vorzüge dieser Technik wird in Abschnitt 8.4.
Ist die Anpassung optimal, kann man am noch eingegangen.
Antennenstrommesser A ein Maximum ab­
lesen. Aus der Größe des Antennenstroms läßt
sich jedoch nicht in allen Fällen auf die abge­
8.1. Die Ankopplung
strahlte Leistung schließen, denn der Antennen­
strom ist bei Stromkopplung (Strombauch) sehr angepaßterSpeiseleitungen
hoch und bei Spannungskopplung (Spannungs­ an dieSender-Endstufe
bauch) so gering, daß er sich mit den üblichen
HF-Stromanzeigern oft gar nicht mehr messen Moderne Kurzwellenantennen für Einband­
läßt. betrieb werden fast immer, Ultrakurzwellen­
Bei der in Bild 8.1 gezeigten Antennenankopp- antennen ausschließlich über angepaßte Speise-

Bild 8.2
Die Ankopplung eines Koaxial­
kabels; a - an eine Eintaktstufe,
a) b) b - an eine Gegentaktstufe

134
Ieitungen erregt. Sie bieten den sichersten Schutz LK gelegt wird, da sowohl Punkt A als auch
vor dem Auftreten der unangenehmen Störun­ Punkt B »heiß« sind. Angenäherte Richtwerte
gen des Rundfunk- und Femsehempfanges. Bei für die Windungszahl der Koppelspule LK sind:
der Speisung von UKW-Antennen beschränkt
80-m-Band- 4 bis 5 Wdg.;
man sich auf 2 Leitungstypen: Koaxialkabel
40-m-Band und 20-m-Band- 3 Wdg.;
mit Wellenwiderständen von 50 und 75 Q -
15-m-Band und 10-m-Band- 2 Wdg.
manchmal auch 60 n - und die UKW-Band­
leitung mit Wellenwiderständen von 240 bis Ankopplungsschwierigkeiten werden vermie-
300 0. Im Kurzwellenbereich hat neben dem den, wenn man nach Bild 8.3 eine veränderbare
Koaxialkabel noch die angepaßte, offene Zwei­ Kapazität CK in Serie zu LK schaltet und den
drahtleitung (»Hühnerleiter«) mit Wellenwider­ KreisLK-CK auf die Betriebsfrequenz abstimmt.
ständen von etwa 300 bis 600 Q einige Bedeu­ Ein solcher Resonanzkreis bringt zusätzliche
tung, weil sie die verlustärmste und zugleich Selektivität und hilft damit, Störabstrahlungen
billigste Speiseleitung ist. zu unterdrücken.
Für den Kopplungskreis sind Güten Q von
2 bis 4 gebräuchlich. Je geringer Q ist, desto
8.1.1. Die Ankopplung von Koaxialkabeln fester muß man LK mit Lr koppeln. Bei einer
Güte Q = 2 kann meist schon optimal ange­
Die einfachste Art der Ankopplung eines koppelt werden, und der Kreis ist noch so breit­
Koaxialkabels an die Sender-Endstufe zeigt bandig, daß man CK über die Breite eines Ama­
Bild 8.2, für Eintaktschaltung Bild 8.2a und für teurbandes nicht nachstimmen muß. Höhere
Gegentaktschaltung Bild 8.2b. Güten vereinfachen die Ankopplung dahin­
Bei dieser Ankopplung soll die Güte Q des gehend, daß man LK!Lr loser koppeln kann,
Tankkreises mindestens 10 betragen, andern­ jedoch wird die Bandbreite des Kreises geringer,
falls gelingt es meist nicht, daß die erforderliche und die Einstellung von CK muß gegebenenfalls
Kopplung von LK zur Tankkreisspule Lr aus­ bei Frequenzwechsel innerhalb eines Amateur­
reichend fest wird. Der induktive Widerstand bandes korrigiert werden.
der Koppelspule LK für die Betriebsfrequenz In Tabelle 8.1. sind nachstehend die Maxi­
soll gleich dem Wellenwiderstand des Koaxial­ malgrößen von CK aufgeführt, die sich für die
kabels sein. einzelnen KW-Amateurbänder bei den ge­
Um den günstigsten Kopplungsgrad ein­ bräuchlichen Kabelwellenwiderständen für eine
stellen zu können, ist die KopplungsspuleLK in Güte Q = 2 ergeben.
ihrer Stellung zu Lr veränderbar. Die Ankopp­ Die für Resonanz dazugehörigen Induktivi­
lung wird immer am »kalten« Ende von Lr vor­ täten LK müssen errechnet werden, oder sie sind
genommen. Für eine möglichst geringe kapazi­ den üblichen Schwingkreisnomogrammen zu
tive Kopplung zwischen beiden Spulen sollte die entnehmen.
geerdete Seite von LK dem »heißen« Spulen­ Bei der praktischen Einstellung eines solchen
ende A von Lr am nächsten liegen. Beim Gegen­ Koppelkreises mit angeschlossener Speiselei­
taktkreis nach Bild 8.2b wird LK über der Spu­ tung wird zunächst zwischen LK und Lr ziem­
lenmitte angekoppelt, da sich dort das Null­ lich lose gekop"pelt, so daß beim Durchstimmen
potential befindet. Dabei spielt es keine Rolle, von CK eine deutliche Steigerung des Endstufen­
nach welcher Seite das geerdete Spulenende von anodenstromes eintritt.. In dieser Maximum-

Tabelle 8.1. Kapazitätswerte


Amateurband Maximalkapazität CK bei Wellenwiderständen {ar eine Güte Q 2 bei
=

des Speisekabels von Ankopplungskreisen


mn wn nn

80-m-Band 450 pF 400 pF 300 pF


40-m-Band 230 pF 200 pF ISOpF
20-m-Band 115 pF IOOpF 75 pF
15-m-Band 80 pF 70 pF 5 0 pF
10-m-Band 60 pF 55 pF 40 pF

135
werden (an den Punkt A, entsprechend
Bild 8.4a), muß die Filtereingangsimpedanz
zl gleich ZR sein. Gewöhnlich wird aber das
Col/ins-Filter an eine Anzapfung der Anoden­
kreisspule kapazitiv nach Bild 8.4a oder über
eine Koppelspule induktiv (Bild 8.4b) ange­
Bild 8.3 schlossen. Z1 ergibt sich dann in Abhängigkeit
Verbes�erte Ankopplungsschaltung für Koaxialkabel vom Übersetzungsverhältnis ü aus

ZR
Zt= --- (8.6.)

(;;r.
stellung, die etwa bei den oben aufgeführten
Kapazitätswerten eintreten soll, bleibt CK ste­
hen. Nun koppelt manLK zu LT wieder so fest,
daß von der Endröhre die volle Anodenein­ Für llt und 112 sind die entsprechenden Spu­
gangsleistung aufgenommen wird, ohne dabei lenwindungszahlen einzusetzen.
jedoch die vorher festgelegte Stellung von CK Für die Kreisdaten des Filters wünscht man
zu verändern. einerseits hohe Kreisgüte Q (großes L/C-Ver­
Die Kreisgüte Q verbessert man bekanntlich hältnis), andererseits dürfen die Kapazitäten
durch Vergrößern desL/C-Verhältnisses. Wenn nicht zu klein werden, da sie einen guten Ne­
erforderlich, muß deshalb CK verkleinert und benschluß für die Oberwellen bilden sollen. In
LK vergrößert werden. der Praxis bewähren sich Kreisgüten Q zwischen
Elektrisch gesehen ist es gleichgültig, ob der I 0 und 15, im allgemeinen nimmt man Q = 12.
Drehkondensator CK - wie in Bild 8.3 darge­ Zunächst ergibt sich die Kapazität C2 aus
stellt - zwischen Koppelspule LK und Kabel­
innenleiter liegt oder ob er am anderen Spu­ Cz = _g__,· (8.7.)
wZ1
lenende eingefügt wird. Letztere Möglichkeit
wendetman an, wenn der Rotor von CK aufNull­ w.- Kreisfrequenz= 2rcf= 6,28/;
potential liegen soll. Da nur geringe Spannun­ f- Bandmittenfrequenz.
gen auftreten, sind für CK normale Empfänger­
Einfacher für die Berechnung und ausrei­
drehkondensatoren ausreichend, sofern die für
chend genau ist die Näherungsformel
Amateurzwecke zugelassenen Sendeleistungen
nicht überschritten werden. 2000
Cl/PF = ----­ (8.8.)
Bei vielen Sendem ist der Endstufenanoden­
/;MHz Zt/kO
·

kreis (Tankkreis) als rc-Filter (Co//ins-Filter)


ausgebildet. In solchen Fällen erübrigt sich ein
besonderer Koppelkreis, und das Koaxialkabel
kann direkt an den Senderausgang angeschlos­
sen werden. Das Co/Zins-Filter als Anpaßtrans­
formator bietet eine gute Oberwellenunterdrük­
kung (Tiefpaßfilter) und ist bezüglich der Ver­
meidung von BCI und TVI der Ankopplung
nach Bild 8.3 überlegen. Einfache Berechnungs­ a)
grundlagen für ein solches CoI/ins-Filter werden
im nachfolgenden Abschnitt gegeben.

8.1.1.1. Die Berechnung eines Co/lins-Filters

Bild 8.4 zeigt ein unsymmetrisches Collins­


Filter in Verbindung mit einem Senderanoden­ Bild8.4
kreis. Die Anodenimpedanz ZR ist nach Ankopplung eines Koaxialkabels über ein "·Filter;
GI. (8.1.) bis GI. (8.4.) zu errechnen. Soll das a - kapazitive Ankopplung an den Tankkreis,
rc-Filter voll an den Anodenkreis angekoppelt b - induktive Ankopplung

136
Aus der Beziehung an die Sender-Endstufe angekoppelt. Bild 8.5
bringt dafür einige Beispiele.
C3=
Jz;-
-

Z2
·C2 (8.9.) Die Schaltung nach Bild 8.5a ist die übliche
und gebräuchliche. Sie entspricht der Schaltung
kann nun der Kapazitätswert von C3 errechnet Bild 8.3 und wird für Eintakt- und bei Gegen­
werden. Z2 stellt die Ausgangsimpedanz des taktstufen verwendet. Die gleiche Ankopplungs­
Filters dar, sie ist gleich dem Wellenwiderstand schaltung für symmetrische Tankkreise zeigt
des Koaxialkabels. Bild 8.5b. In diesem Fall liegt noch zusätzlich
Nun ist noch die InduktivitätL 2 zu ermitteln: ein Drehkondensator c. parallel zur Koppel­
schleife. Mit c. können in Verbindung mit c.
QZ1 + wC3Z1Z2
L2 = 2 . (8.1 0)
. gegebenenfalls vorhandene Blindanteile kom­
w (Q + I) pensiert werden.
Daraus läßt sich nachstehende Näherungs- Im 2-m-Band (145 MHz) stellt die Röh­
forme! ableiten: renkapazität der Endstufe bereits einen großen
zl,ko Teil der gesamten Kreiskapazität dar. Es ge­
L2/�H- 13. . (8.11.)
_

---
lingt deshalb mit der normalen Schaltung nach
fiMHz
Bild 8.5a oft nicht, ein angemessenes L/C-Ver­
Die Näherungsformeln haben Gültigkeit,
hältnis für den Tankkreis zu verwirklichen.
wenn Z1 � 10 Z 2 und Q � 10.
Wegen der dadurch bedingten geringeren Güte
·

Für die Abstimmung eines 1t-Filters gilt nach­


des Tankkreises kann dann meist nicht fest
stehende Kurzanweisung:
genug angekoppelt werden, denn dieAnkoppel­
Senderanodenkreis bei abgeklemmtem 7t-Fil­
spule muß man um so enger an. die Tankkreis­
ter mit C1 auf Resonanz abstimmen (Anoden­
spule bringen, je geringer die Kreisgüte Q ist.
stromdip). Dann Filter mit angeschlossener
Bei Gegentaktendstufen tritt diese Schwierig­
Speiseleitung bzw. Antenne an den Sender an­
keit seltener auf, weil in diesem Fall die Aus­
koppeln. C3 steht etwa auf Mittelstellung, mit
gangskapazitäten der Röhrensysteme zum
C2 wird auf Anodenstrommaximum abge­ Schwingkreis in Reihe liegen. Bei Eintaktstufen
stimmt. Diesen Vorgang mitjeweils veränderter
dagegen liegt die Röhrenausgangskapazität
Einstellung von C3 so lange wiederholen, bis der
dem Kreis parallel.
Anodenstrom seinen größtmöglichen Wert er­
Höhere Kreisgüten und damit günstigere
reicht. Es herrscht dann Resonanz und Anpas­
Ankoppelverhältnisse bietet die Schaltung nach
sung. Während dieser Einstellarbeiten darf der Bild 8.6. Äußerlich gleicht sie einer Serien­
Senderanodenkreis (C1) nicht verändert wer­
resonanzschaltung; es handelt sich aber um
den, er bleibt immer in seiner ursprünglichen einen Parallelresonanzkreis, bei dem die Röh­
Resonanzstellung und wird nur bei Frequenz­
renkapazitäten, CT und CA in einer Reihen­
wechsel nachgestimmt.
schaltung liegen. Die gesamte Kreiskapazität
Die Fachliteratur zur Berechnung von 7t-Fil­
wird dadurch sehr gering und die Kreisgüte
tern und anderen Anpassungsnetzwerken ist hoch. Zur impedanzrichtigen Ankopplung des
umfangreich (siehe Literatur zu Abschnitt 8.). Koaxialkabels bilden die Kapazitäten CT und
CA einen kapazitiven Spannungsteiler. Damit
8.1.1.2. Die Ankopplung von Koaxialkabeln kann man leicht ein Kapazitätsverhältnis ein­
an UKW-Endstufen stellen, bei dem das Koaxialkabel mit seinem
Wellenwiderstand an die Impedanz des Tank­
Mit einem angepaßten Koaxialkai gespeiste kreises angepaßt ist. Dieser Zustand gilt als er­
UKW-Antennen werden teilweise etwas anders reicht, wenn der größtmögliche Anodenstrom

rr�
Bild 8.5
Die Ankopplung des Koaxialkabels
bei UKW-Endstufen;
a - übliche Schaltung,
Cs = max 75pF b - verbesserte Ankopplung flir
+. Cp =max 30pF Gegentaktschaltungen
a) + CA etwa 30pf b}

137
Diese Nachteile können beseitigt werden,
wenn die Speiseleitung mit einem abgestimmten
Zwischenkreis abgeschlossen und dieser über
Bild 8.6
eine Link-Leitung an den Tankkreis angekop­
Die Ankopplung des
pelt wird. Bild 8.7 zeigt geeignete Schaltungen
Koaxialkabels durch
kapazitive Spannungs­
für Eintakt- und Gegentaktendstufen.
teilung Zur Abstimmung werden die Link-Spulen
vorerst sehr lose mit den Kreisspulen gekop­
pelt, sodann wird CT auf Resonanz abgestimmt
(Anodenstromdip). Nun stellt man die Abgriffe
fließt. Da CA und CT Teile des Tankkreises sind,
der Zwischenkreisspule auf einen Mittelwert
muß bei einer Veränderung von CA auch CT
symmetrisch zur Spulenmitte ein und bringt den
immer wieder auf Resonanz nachgestimmt wer­
Zwischenkreis durch Verändern von CA in
den.
Resonanz (Anodenstrommaximum). Meist
kann man feststellen, daß jetzt der Tankkreis
nicht mehr genau in Resonanz ist; er muß des­
8.1.2. Die Ankopplung von symmetrischen, halb etwas nachgestimmt werden. Den Kopp­
augepaßten Speiseleitungen lungsgrad der Link-Spulen ändert man nun
etwas, wobei die Resonanzeinstellung des Tank­
Für die Art der Ankopplung symmetrischer kreises und des Zwischenkreises jeweils wieder­
Speiseleitungen ist es gleichgültig, ob eine holt wird. Die richtige Einstellung erkennt man
UKW-Bandleitung mit 240 bzw. 300 Q Wellen­ daran, daß eine Veränderung von CA die Reso­
widerstand oder eine offene Zweidrahtleitung nanz des Tankkreises nicht mehr verschiebt,
mit 400 bis 600 Q Wellenwiderstand verwendet sondern lediglich zu beiden Seiten der Reso­
wird. nanzeinstellung einen Abfall des Anodenstro­
Solche Leitungen könnten einfach induktiv mes verursacht. Damit ist die Wider,;tandsan­
an die Tankkreisspule angekoppelt werden. Da passung rein ohmisch. Gelingt es nicht, diesen
aber der Wellenwiderstand mit 240 bis 600 Q Zustand herzustellen, so ist der Vorgang mit
schon recht groß ist, müßte die Kopplungs­ veränderten Zwischenkreisabgriffen bis zum
spule Werte annehmen, die annähernd der · Erfolg zu wiederholen.
Hälfte der Kreisspulenwindungszahl entspre­ Die Verbindungsleitung zwischen den beiden
chen. Die zur Kopplungsspule induzierte Span­ Link-Spulen darf beliebig lang sein und kann
nung weist verhältnismäßig geringe Werte auf, aus einer Bandleitung, aus einfachem Netz­
und es bereitet Schwierigkeiten, genügend Lei­ kabel oder am besten aus einem Stück Koaxial­
stung auszukoppeln. Außerdem ist es aus Raum­ kabel bestehen. Eine weiter verbesserte Schal­
gründen oft nicht möglich, große Kopplungs­ tung, bei der die Link-Spulen abgestimmt wer­
spulen im Sendergehäuse unterzubringen. den und die Verbindung der Link-Spulen aus

a)

Bild 8.7
Die verbesserte AnkoppiUng einer
unabgestimmten. symmetrischen
Zweidrahtleitung; a - Eintakt­
endstufe, b - Gegentaktendstufe

138

Bild 8.8
Ankopplungsscbaltung für
beliebige, angepaßte, symmetrische

Speiseleitung Leitungen

Koaxialkabel besteht, zeigt Bild 8.8. Der sen­ 8.2. Die Ankopplung
derseitige Koppelkreis LrC2 hat dabei die
abgestimmterSpeiseleitungen
gleichen Daten wie der nach Bild 8.3 ange­
gebene abgestimmte Koppelkreis. an dieSender-Endstufe
Die Induktivität L3 ergibt sich entsprechend
aus Für die Ankopplung einer abgestimmten Spei­
seleitung an die Sender-Endstufe muß zunächst
L31�H ZK/f!
= - �=- ­ (8.12.) festgestellt werden, ob das Ende der Leitung
Tt. ffMHz
hochohmig (Spannungsbauch) oder nieder­
ZK - Wellenwiderstand des L2 und L3 ver­ ohmig (Strombauch) ist. Für die Stromkopp­
bindenden Koaxialkabels. lung verwendet man die Serienspeisung nach
Bild 8.9a und bei Spannungskopplung die
Beispiel Parallelspeisung nach Bild 8.9b. Da Antennen
I= 14 MHz mit abgestimmter Speiseleitung fast immer als
ZK = 600 Mehrbandstrahler verwendet werden, ist es
empfehlenswert, gleich das Universalabstimm­
60
L3 = -- [LH = 1,36[LH gerät nach Bild 8.9c zu benutzen. Dieses läßt
". 14
sowohl Spannungskopplung als auch Strom­
C3 ist so zu wählen, daß sich mit L 3 Resonanz kopplung zu. Wegen der guten Oberwellen­
für die Betriebsfrequenz ergibt. Der Resonanz­ unterdrückung eignet sich das Colfins-Filter
kreis L4-C4 hat etwa die gleichen Daten wie der besonders. Da abgestimmte Leitungen im all­
Tankkreis L,-C,. Die Anschlüsse für die sym­ gemeinen aber erdsymmetrisch sind, muß auch
metrische Speiseleitung an L4 richten sich nach das rr-Filter symmetrisch sein (Bild 8.9d). Diese
dem Wellenwiderstand dieser Leitung und wer­ Koppelsysteme gestatten es, den Gesamtkom­
den durch Versuch ermittelt. Am sichersten ge­ plex Antenne-Speiseleitung zur Resonanz mit
lingt das mit einem Reflektometer, das in das der Betriebsfrequenz nachzustimmen, was bei
verbindende Koaxialkabel eingeschleift wird. Mehrbandantennen immer erforderlich sein
Durch Verändern der Abgriffe an L4 und wech­ wird.
selseitiges Abstimmen mit C4 und C3 versucht Eine abgestimmte Speiseleitung ist erdsym­
man einen Welligkeilsfaktors = 1 zu erhalten. metrisch, die Ankopplung an eine Gegentakt­
Mit C� wird dann auf optimale Belastung der endstufe daher besonders einfach, weil auch
Endstufe eingestellt. diese ein erdsymmetrisches Gebilde darstellt.
Die nachfolgend beschriebenen Allkopp­ Diesen Fall zeigt Bild 8. I Oa.
lungsschaltungen für abgestimmte Speiseleitun­ Will man die symmetrische Speiseleitung an
gen eignen sich auch für die Anpassung ange­ eine Eintaktendstufe ankoppeln, so kann der
paßter symmetrischer Leitungen. Tankkreis nach Bild 8.1Ob erdsymmetrisch aus-

X X Bild 8.9
Schaltungen für die Ankopplung
einer abgestimmten Speiseleitung

Je 500pF an die Sender-Endstufe;


a- Stromkopplung (Serien­
speisung), b- Spannungskopplung
(Parallelspeisung), c - Universal­
kopplung (Strom- und Spannungs­

d) Koppelspule z. TX kopplung), d - symmetrisches


etwa 3 Windungen Coilins·Fiher

139
Bild 8.10
Die Ankopplung einer
abgestimmten Speiseleitung;
a -an eine Gegentaktendstufe,
b - an eine Eintaktendstufe

gelegt werden, wenn das HF-Nullpotential zur schnüre kann ein Wellenwiderstand um 80 0
Spulenmitte verlegt wird. An dieser Stelle führt angesetzt werden.
man die Anodenspannung zu. Da dieser Punkt Mit den Link-Spulen läßt sich nun der Kopp­
gegen Masse abgeblockt ist, befindet sich nun­ lungsgrad zwischen Tankkreis und Abstimm­
mehr dort das »kalte« Potential, und die beiden gerät bequem einstellen. Die Link-Leitung stellt
Spulenenden sind »heiß«. Damit ist der Ein­ eine angepaßte Leitung dar, da sie mit ihrem
takttankkreis erdsymmetrisch geworden, wobei Wellenwiderstand an die Impedanz des Ab­
man allerdings beachten muß, daß der Rotor stimmgerätes angepaßt ist. Deshalb darf siebe­
des Abstimmdrehkondensators nun ebenfalls liebig lang sein und strahlt praktisch nicht Diese
HF-Potential hat. Es scheint deshalb günstiger, Feststellung trifft besonders zu, wenn die Link­
einen Zweifachdrehkondensator einzusetzen, Leitung aus Koaxialkabel besteht. Das ist der
dessenRotoren gemeinsam geerdet werden kön­ Fall, der in Abschnitt 5.3.2. als gemischte
nen, während die Statoren mit je einem Spulen­ Speisung bezeichnet wurde: Eine abgestimmte
ende verbunden sind. Leitung geht in eine angepaßte Leitung über
Die induktive Kopplung zwischen Tank­ und läßt sich nun innerhalb des Gebäudes
kreisspule undAnkopplungsspule soll veränder­ praktisch strahlungsfrei, in beliebiger Länge
bar sein. Daraus ergeben sich oft Platzschwie­ und bei beliebiger Verlegung bis zum Sender
rigkeiten innerhalb der Sender-Endstufe. Es ist führen.
deshalb in vielen Fällen zweckmäßiger und Das Antennenabstimmgerät kann in der
auch elektrisch günstiger, den Antennenkoppler Näheder Antenneneinführung oder auch außer­
von der Endstufe räumlich zu trennen und die halb des Gebäudes an leicht zugänglicherStelle
Verbindung über 'eine Link-Kopplung herzu­ aufgestellt werden und erhält dort auch die er­
stellen (Bild 8.11). forderlichen Blitzschutzeinrichtungen. Die Vor­
Eine Link-Leitung kann aus verdrillter, züge einer solchen Anordnung dürfen die kleine
2adriger Litze mit möglichst großem Leiter­ Unbequemlichkeit, die das Nachstimmen des
querschnitt, einer Netzschnur, einer UKW­ abgesetzten Abstimmgerätes bei Frequenz­
Bandleitung oder am günstigsten aus einem Ko­ wechsel verursacht, in den meisten Fällen auf­
axialkabel bestehen. Sie darf beliebig lang sein wiegen. Da die auf der abgestimmten Leitung
und wird an beiden Enden mit einer Koppel­ vorhandenen stehenden Wellen von den Wohn­
spule abgeschlossen. Die erforderliche Win­ räumen mit ihren Netzleitungen ferngehalten
dungszahl n K der Link-Spulen ermittelt man werden und die angepaßteLink-Leitung nieder­
durch Versuch, im allgemeinen genügen 3 W dg. ohmig ist, wird die Möglichkeit des BCI und
Für eine optimale Bemessung der Koppelspu­ TVI stark herabgemindert.
Jen wird folgende Formel angegeben: Die Abstimmung mit der Anordnung

n,·Zl Bjld 8.11 erfolgt zweckmäßig in folgender

J
Reihenfolge:
nK =
---
(8.13.)
ZR a - Tankkreis der Endstufe ohne Antennenlast
aufResonanz abstimmen, dabei gegebenen­
nK - Windungszahl der Koppelspulen,
falls die Anodenspannung herabsetzen.

Z1
n, - Windungszahl der Tankkreisspule,
- Wellenwiderstand der Link-Leitung,
Impedanz des Anodenkreises.
Diese Einstellung bleibt während des gan­
zen Abstimmvorganges bestehen.
ZR
b - Bei Spannungskopplung werden die beiden
-

'
Für verdrillte Litzenleitungen und Netz- Kondensatoren Cs auf ihren Kapazitäts-

140
weniger gute Behelfsdrähte zum Strahlen ge­
zwungen.
Das bekannte 7t-Filter, dessen Grundlagen
bereits in Abschnitt 8.1.1.1. besprochen wurden,
vereinigt in sich eine ganze Reihe von Vorzügen.
Es konnte deshalb bisher noch durch kei