Inhaltsverzeichnis
5.1 Grundlagen
Weshalb hydraulische Schaltungen?
Teillastverhalten von Heizflächen
Statische und dynamische Widerstände, Anlagenkennlinie
Parallele und serielle Widerstände, hydraulischer Abgleich
Pumpen- und Anlagenkennlinie, Betriebspunktverhalten
Verteilsysteme
WA-Systeme, hydraulische Grundschaltungen
Wärmebereitstellung
Armaturen für Regelung und Druckabgleich
Grundsätzliche Anmerkungen:
5.1 Grundlagen
P….. Leistung in kW
m….. Massenstrom in kg/s
c…… spezifische Wärme in kJ/kgK (4,19)
∆t….. Spreizung in K
Diese einfache und allgemein bekannte Formel ist zu diskutieren, da sie großen
Einfluss auf das Gesamtkonzept und auf die Wirtschaftlichkeit einer Anlage hat.
Leistung P:
Eine Anlage wird mit der Auslegungsleistung berechnet, d. h. alle An-
lagenteile werden mit dieser Auslegungsleistung bemessen: Kessel,
Heizflächen, Rohre und Armaturen, Pumpen.
Diese Leistung wird auch als P100 bezeichnet (100 % = Auslegungs-
leistung). Tatsächlich wird diese Leistung nur wenige Stunden im Jahr
benötigt – wenn überhaupt, da viele Anlagen nach wie vor über-
dimensioniert sind. Tatsächlich werden nur etwa 60 .. 70 % der be-
rechneten Leistung benötigt.
1 20
1 00
80
60
40
20
Stunden im Jahr
Bild 1:
Häufigkeitsverteilung von Graz
Spreizung ∆t:
Die Wahl der Spreizung beeinflusst direkt den Massenstrom, somit die
Investitions- und Betriebskosten (Querschnitte, Energie für die
Pumpen). Eine Halbierung der Spreizung bewirkt eine Verdoppelung
der Wassermenge. Der Druckverlust nimmt wiederum mit dem Quadrat
des Durchflusses zu. Die Pumpenleistung ändert sich bei Trocken-
läuferpumpen mit der dritten Potenz zur Drehzahl bzw. bei Nass-
läuferpumpen etwas weniger.
Empfohlene Spreizungen:
- Klassische Heizungssysteme: 20 K
- Niedertemperaturheizungen: 10 – 15 K
- Fernwärme, Brennwertanlagen: 20 – 30 K
- Lüftungsanlagen: 20 – 30 K
- Kältetechnik: 5 – 10 K
P= m. c. ∆t = k . A. ∆tm
Will man die Leistung P verändern, so kann man in der Formel P = k . A. ∆tm die
Übertemperatur zwischen Heizfläche und Raum durch Temperaturregelung be-
einflussen; die Fläche bleibt konstant, die Wärmedurchgangszahl k verändert sich, da
Strahlung und Konvektion temperaturabhängig sind. Dies wird durch den Heizkörper-
exponenten n berücksichtigt. Der Zusammenhang zwischen Leistung und Vorlauf-
temperatur ist annähernd linear und wird in der Heizkurve dargestellt. Diese Rege-
lung wird als Mischregelung bezeichnet.
Auch über den Zusammenhang der Formel P= m. c. ∆t lässt sich die Leistung
verändern, indem man den Massenstrom verändert. Bei der Reduktion des
Massenstromes sinkt auch die Rücklauftemperatur und somit wird die Spreizung
größer. Dies führt zu einer teilweisen Kompensation. Der Zusammenhang zwischen
Leistung und Massenstrom wird in der Drosselkurve dargestellt.
Vorteil: Massenstromabweichungen wirken sich anfangs kaum aus.
Nachteil: Schlechte Regelcharakteristik (Verlauf der Drosselkurve).
Bild 2
Heizkurve mit Heizkörperexponent, Drosselkurve
Anlagenkennlinie:
∆pv = R . l + Z (Pa)
∆pv = R . l + Z = V² . K
K … Anlagenkonstante
Bild 3:
Anlagen- und Pumpenkennlinien
Bild 4:
Serielle Teilstrecken
Abgleichbedingung:
Bild 5:
Parallele Teilstrecken
Differenzdruck ∆p
∆p Teillast
T
Vollast
∆p V
Überlast
∆p T
n o t w e n d ig
V
T
V VV Ü
Volumenstrom V
Bild 6:
Betriebspunkt
Bild 7:
Betriebspunkt und Wirkungsgrad
Verteilsysteme
Hydraulische Verteiler
Hauptpumpe ohne Hauptpumpe mit Hauptpumpe
Volumenstrom über
Energiebereitstellung variabel variabel konstant konstant
Rücklauftemperatur
zur Energiebereit- tief tief hoch hoch
stellung
Radiatoren FBH
oder als
● geregelter differenzdruckbehafteter Verteiler mit drehzahlgeregelter
Pumpe (Grundschaltungen: Drosselschaltung, Einspritzschaltung mit
2-Wegventil)
Boiler FBH
Bild 10:
Geregelter differenzdruckbehafteter Verteiler
mit drehzahlgeregelter Pumpe
Bild 11:
Differenzdruckarmer Verteiler
mit drehzahlgeregelter Hauptpumpe und hydraulischer Weiche
Niedrige Rücklauftemperaturen
Verteiler drucklos
Standardschaltung bei
Fußbodenheizungen (Heizungen mit
unterschiedlichen Volumenströmen bzw.
erforderlicher Temperaturbegrenzung im
Vorlauf durch Fixbeimischung)
Niedrige Rücklauftemperaturen
Verteiler drucklos
Einspritzschaltung mit
Anwendung, Eigenschaften
Durchgangsventil
Niedrige Rücklauftemperaturen
Niedrige Rücklauftemperaturen
Einspritzschaltung mit
Anwendung, Eigenschaften
3-Wegventil
Wärmebereitstellung (Energiebereitstellung)
a) Kessel
- Ein- und Mehrkesselanlagen
- Konventionelle Kessel, Niedertemperaturkessel, Brennwertkessel
b) Fernwärme
- indirekte Anbindung (Standardlösung, auch bei
Biomasse-Nahwärmeversorgung)
- direkte Anbindung
Rücklaufanhebung:
Der Wassergehalt von Holzbrennstoffen ist im Bereich von etwa 10 bis 30 % zu finden.
Zudem hat Holz einen Wasserstoffanteil von ca. 6 %, welcher zu Wasser verbrennt. Bei luft-
trockenem Holz liegt je nach Luftüberschuss der Taupunkt bei 45 bis 50 °C. Wegen einer
gewissen Sicherheit gegen Kondensatentstehung sollte die Rücklaufanhebung bei 55 °C
liegen. Dies gilt auch für das Fangsystem. Wegen hoher Wirkungsgrade erreichen heutige
Kessel Kerntemperaturen von 100 bis 150 °C. Dies könnte bei schlecht oder gar nicht ge-
dämmten Fängen bereits kritische Oberflächentemperaturen unter dem Taupunkt ergeben.
Die richtige Dimensionierung von Regelventilen ist neben der richtigen Wahl des
hydraulischen Systems eine unabdingbare Notwendigkeit zur einwandfreien Funktion jeder
Anlage. Zur Ermittlung des Massestromes kann die folgende von der Wärmegleichung abge-
leitete und in der Praxis angewendete Formel verwendet werden:
Q[kW ]
V [ m ³ / h] =
1,163 x∆T [ K ]
Mit dieser Formel können Volumenströme für Regelventile, aber auch für Verbraucherkreise
bzw. Fixbypässe errechnet werden. Wichtig dabei ist, dass die zutreffenden Temperaturen
für das ∆T eingesetzt werden.
• Rechnerische Methode
• Verwendung von Ventildurchflussdiagrammen
• Verwendung von Ventilschiebern
• Verwendung von PC-Programmen
Für die rechnerische Methode kann der kv-Wert nach der folgenden Formel ermittelt werden,
wobei der Druckabfall im Ventil ∆pv zunächst gleich dem der mengenvariablen Strecke ∆pmv
einzusetzen ist:
V [ m ³ / h]
kv =
∆pv[bar ]
Das einzige Maß, mit dem eine richtige Ventildimensionierung überprüft werden kann, ist die
Ventilautorität.
Da für die Ermittlung der Ventilautorität der Druckabfall der mengenvariablen Strecke ∆pmv
benötigt wird ist es unumgänglich, die mengenvariable Strecke zu kennen.
In der grafischen Darstellung der hydr. Schaltungen ist die mengenvariable Strecke strichliert
gekennzeichnet.
Die Ventilautorität ist für die Stabilität eines Regelkreises sehr wichtig und sollte mindestens
0,5 sein. Um eine Ventilautorität von 0,5 zu erhalten, muss der Druckabfall über dem voll
geöffneten Ventil ∆pv gleich groß sein wie der Druckabfall über der mengenvariablen Strecke
∆pmv.
• Beimischschaltung
• Beimischschaltung mit Fixbypass (Doppelbeimischschaltung)
• Einspritzschaltung mit 3-Wegventil
• Einspritzschaltung mit 2-Wegventil
• Drosselschaltung
• Verteilschaltung (Umlenkschaltung)
Vergleicht man die Ergebnisse von dimensionierten Ventilen für diese o.a. 6 hydraulischen
Schaltungen so fällt auf, dass bei gleicher Verbraucherleistung in Abhängigkeit der jeweiligen
hydraulischen Schaltung die kvs-Werte der Ventile sehr unterschiedlich ausfallen können.
Speicher
Pufferspeicher (Wärmespeicher)
Der Pufferspeicher wird auf tmax (90 °C) geladen und kann auf tmin (die erforderliche Vorlauf-
temperatur) entladen werden. Dann muss wieder eingeheizt werden. Somit sind für die
Auslegung der Puffergröße nicht nur das Verhältnis Kesselleistung zur Heizlast und die
vorgegebene Überbrückung von Relevanz, sondern auch die Systemtemperaturen des WA-
Systems. Günstig ist eine Niedertemperaturheizung.
Die Wünsche und Heizgewohnheiten der Anlagenbetreiber können auch eine Speicherung
der Wärmeenergie über mehrere Tage erforderlich machen (Komfortsteigerung). Dann ist die
erforderliche Kesselleistung diesen Gegebenheiten anzupassen.
Dimensionierung:
• Richtwerte, Empfehlungen der Kesselhersteller: z. B. 65 l/kW
Lastausgleichsspeicher
Ein Lastausgleichsspeicher dient zur Speicherung von momentan erzeugter Wärme, die zum
Zeitpunkt der Erzeugung im Heizsystem nicht benötigt wird.
Um eine zu häufige Teillastfeuerung oder gar den Stillstand der Verbrennung zu vermeiden,
wird diese überschüssige Energie in dem Lastausgleichsspeicher zwischengelagert.
Aufgaben:
• Verringerung der Emissionen
• Verringerung der Schalthäufigkeit, lange Brenndauer auf Volllaststufe
• Hydraulische Entkopplung
Dimensionierung:
• Kessel und Speicher bewegen sich nur im Bereich der Schaltdifferenz
Rücklaufanhebung
60°C
Grundschaltungen
Grundsätzlich gibt es zwei prinzipielle Möglichkeiten der Einbindung des Speichers in die
Biomasse-Heizanlage:
Ladekreis Beimisch-
Boiler schaltung
Serienschaltung
Kessel - Puffer - Wärmeabgabe
Kessel Speicher
60°C
Ladekreis
Beimisch-
Boiler
schaltung
Parallelschaltung
Kessel -
Puffer + Wärmeabgabe
Kessel Speicher
60°C
Sonstige Gestaltungshinweise
• Fang: Der Rauchfang sollte auf die Zugverhältnisse des Wärmeerzeugers abge-
stimmt sein und als kondensationsfester Isolierkamin ausgeführt sein.
Beispiele
Grundsätzlich sind Schaltungen immer kritisch zu prüfen und müssen auf den
individuellen Anwendungsfall hin überprüft bzw. auf die Planungsrichtlinien der
Hersteller abgestimmt werden.
Puffer m. innen-
Puffer 1 Puffer 2 liegender WW- Boiler Frischwasser- Schema
Kessel 1 Kessel 2 Verbraucher (Master) (Slave) Einheit ohne Solar station Bezeichnung
SCH/HAK BM, DBM, LAD x x SCH-PU-BO
SCH/HAK BM, DBM x SCH-PUI
SCH/HAK BM, DBM x x SCH-PU-FR
SCH/HAK BM, DBM, LAD x x x SCH-2PU-BO
SCH/HAK BM, DBM x x x SCH-2PU-FR
SCH/HAK ÖL/GAS BM, DBM, LAD x x SCH-GAS-PU-BO
PEL/EKO BM, DBM x PEL-PUI
PEL/EKO BM, DBM x x PEL-PU-FR
PEL/EKO BM, DBM, LAD x PEL-BO
LAD Ladekreis
SCH Scheitholzgebläse BM Radiatoren (Beimischschaltung)
HAK Hackschnitzel DBM Fussbodenheizung (Doppelbeimischschaltung)
PEL Pellets PU Pufferspeicher
EKO Energiekorn PUI Pufferspeicher mit innenliegendem Wärmetauscher
KAS Kaskade BO Boiler
FR Frischw assermodul
S Solar SM Schichtlademodul
Nachfolgend sind einige der wichtigsten Schaltungsmöglichkeiten aus dieser Matrix aufge-
zeigt.
Bild 13:
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher und Boiler, Serienschaltung
Bild 14:
Schaltungsvariante mit 2 Pufferspeichern (Master-Slave) und
Frischwassermodul, Serienschaltung
Bild 15:
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher
mit innen liegendem Wärmetauscher, Serienschaltung
Kesselkaskaden
Aus verschiedenen Gründen (Aufteilung der Leistung, verschiedene Brennstoffe, Anlagen-
erweiterung u.s.w.) werden Kesselkaskaden errichtet. In der Matrix sind Kombinationen aus
Scheitholz-, Pellets- und Öl/Gaskessel aufgezeigt, die nachstehend auch im Schema
dargestellt sind.
Grundschaltungen
Wird die Wärme für die Heizung mit einer Biomasseanlage mit Pufferspeicher er-
zeugt, bietet sich die bivalente Sonnenenergienutzung förmlich an.
Beispiele
Grundsätzlich sind Schaltungen immer kritisch zu prüfen und müssen auf den individuellen
Anwendungsfall hin überprüft bzw. auf die Planungsrichtlinien der Hersteller abgestimmt
werden.
Puffer m. innen-
Puffer 1 Puffer 2 liegender WW- Boiler mit Frischwasser- Schichtlade- Schema
Kessel 1 Verbraucher (Master) (Slave) Einheit Solar station modul Solar Bezeichnung
SCH/HAK BM, DBM, LAD x x x SCH-PU-BO-S
SCH/HAK BM, DBM x x SCH-PUI-S
SCH/HAK BM, DBM x x x SCH-PU-FR-S
SCH/HAK BM, DBM, LAD x x x x SCH-2PU-BO-S
SCH/HAK BM, DBM x x x x SCH-2PU-FR-S
PEL/EKO BM, DBM x x PEL-PUI-S
PEL/EKO BM, DBM x x x PEL-PU-FR-S
PEL/EKO BM, DBM x x x x PEL-2PU-FR-S
PEL/EKO BM, DBM, LAD x x PEL-BO-S
ÖL/GAS BM, DBM x x x x ÖL-PU-FR-SM-S
ÖL/GAS BM, DBM x x x x x ÖL-2PU-FR-SM-S
SCH/HAK BM, DBM x x x x SCH-PU-FR-SM-S
SCH/HAK BM, DBM x x x x x SCH-2PU-FR-SM-S
LAD Ladekreis
SCH Scheitholzgebläse BM Radiatoren (Beimischschaltung)
HAK Hackschnitzel DBM Fussbodenheizung (Doppelbeimischschaltung)
PEL Pellets PU Pufferspeicher
EKO Energiekorn PUI Pufferspeicher mit innenliegendem Wärmetauscher
KAS Kaskade BO Boiler
FR Frischw assermodul
S Solar SM Schichtlademodul
Nachfolgend sind einige der wichtigsten Schaltungsmöglichkeiten aus dieser Matrix aufge-
zeigt.
Bild 19:
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher und Solarboiler
Bild 20
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher
mit innen liegendem Wärmetauscher und Solareinbindung
Bild 21:
Schaltungsvariante mit 2 Pufferspeichern,
Frischwassermodul und Solareinbindung
Bild 22:
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher, Frischwassermodul,
Schichtlademodul und Solareinbindung
Maßnahme Hilfsmittel
Erhebungsblatt Sanierung
Scheitholz
Hackgut
Pellets/Energiekorn
Heizkessel: Wärmeleistung
Ausführung der wasser-
Heizkessel:
führenden Teile
Stahlblech
Korrosionsbeständiges Blech
Gusseisen
Anforderungen an die
Heizkessel: wasserseitige
Durchströmung
Mindestumlaufmenge
Rücklaufanhebung
Heizungs- Anforderungen an das
wasser: Heizungsmedium
Wasserqualität
Wasser-Heizungsfrost-
schutz-Gemisch
Kontinuierlicher Betrieb
Betriebsweise:
(automatische Feuerung)
Start-Stoppbetrieb
Gleitende Betriebsweise
Schalthäufigkeit
Diskontinuierlicher Betrieb
Betriebsweise:
( z.B. Scheitholzfeuerung)
Variable Vorlauftemperatur
Variable Brennstoffzufuhr
Leistungsbereich in %
Schaltdifferenz in K
Maximale Abgastemperatur
Minimale Abgastemperatur
Erforderlicher Förderdruck
( Zugbedarf )
Feuchtigkeitsempfindlichkeit
des Kamins
Abgas: - Abgasverlust
Zusätzliche - Mehrkesselanlage
Wärme- - Solare Wärmebereit-
Bereitstellung: stellung
Wärme-
- Regelung Heizkreise
Verteilsystem:
Wärme- - Regelung Flächenheiz-
abgabesystem: systeme
- Regelung Warmwasser-
bereitung
Diverses: