Sie sind auf Seite 1von 32

Stand: Dezember 2007

5. Effiziente hydraulische Lösungen


Hydraulik - Biomasse
Dipl.-Ing. Rudolf Hochwarter, HTL Pinkafeld
Ing. Helmut Seyfert, Konsulent Siemens AG Österreich

Inhaltsverzeichnis
5.1 Grundlagen
Weshalb hydraulische Schaltungen?
Teillastverhalten von Heizflächen
Statische und dynamische Widerstände, Anlagenkennlinie
Parallele und serielle Widerstände, hydraulischer Abgleich
Pumpen- und Anlagenkennlinie, Betriebspunktverhalten
Verteilsysteme
WA-Systeme, hydraulische Grundschaltungen
Wärmebereitstellung
Armaturen für Regelung und Druckabgleich

5.2 Hydraulische Einbindung von Biomasseanlagen


Speicher
Rücklaufanhebung
Grundschaltungen
Sonstige Gestaltungshinweise
Beispiele

5.3 Hydraulische Einbindung von Solaranlagen


Grundschaltungen
Beispiele

5.4 Sanierung von Anlagen

Grundsätzliche Anmerkungen:

• Es gibt keine grundlegend andere Betrachtungsweise der Anlagenhydraulik von


Biomasseanlagen gegenüber anderen Systemen.
• Die physikalischen Grundgesetze der Strömungslehre und der Wärmelehre
gelten immer.
• Anlagen sollen einfach und klar strukturiert aufgebaut sein.
• Eine technische Gesamtbetrachtung ist sinnvoll: Wärmeerzeugung (inkl. Fang),
Wärmeverteilung, Wärmeverbrauch sowie ein aufeinander abgestimmtes
hydraulisches System.
• Ein wirtschaftliches Gesamtkonzept ist sinnvoll: Errichtung, Betrieb, Wartung,
Service, Erhaltung (Energieeffizienz).
• Anlagen und Regelventile werden noch immer überdimensioniert oder gar nicht
dimensioniert.
• Anlagen müssen hydraulisch abgeglichen werden.

4. Hydraulik – Biomasse -1- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

5.1 Grundlagen

Weshalb hydraulische Schaltungen?

Hydraulische Anlagen dienen dazu, die Dienstleistung Wärme/Energie an den


geforderten Orten und in der geforderten Form sicherzustellen. Die erzeugte oder
umgeformte Leistung muss entsprechend transportiert und verteilt werden. Als
Wärmeträger fungiert Heizungswasser bzw. ein Wasser-Frostschutz-Gemisch.

Die Leistung errechnet sich nach der Formel P = m . c . ∆t

P….. Leistung in kW
m….. Massenstrom in kg/s
c…… spezifische Wärme in kJ/kgK (4,19)
∆t….. Spreizung in K

Diese einfache und allgemein bekannte Formel ist zu diskutieren, da sie großen
Einfluss auf das Gesamtkonzept und auf die Wirtschaftlichkeit einer Anlage hat.

ƒ Leistung P:
Eine Anlage wird mit der Auslegungsleistung berechnet, d. h. alle An-
lagenteile werden mit dieser Auslegungsleistung bemessen: Kessel,
Heizflächen, Rohre und Armaturen, Pumpen.
Diese Leistung wird auch als P100 bezeichnet (100 % = Auslegungs-
leistung). Tatsächlich wird diese Leistung nur wenige Stunden im Jahr
benötigt – wenn überhaupt, da viele Anlagen nach wie vor über-
dimensioniert sind. Tatsächlich werden nur etwa 60 .. 70 % der be-
rechneten Leistung benötigt.

Häuf ig keit svert eilung vo n Graz

1 20

1 00

80

60

40

20

0 1 000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000

Stunden im Jahr

Bild 1:
Häufigkeitsverteilung von Graz

4. Hydraulik – Biomasse -2- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

ƒ Spreizung ∆t:
Die Wahl der Spreizung beeinflusst direkt den Massenstrom, somit die
Investitions- und Betriebskosten (Querschnitte, Energie für die
Pumpen). Eine Halbierung der Spreizung bewirkt eine Verdoppelung
der Wassermenge. Der Druckverlust nimmt wiederum mit dem Quadrat
des Durchflusses zu. Die Pumpenleistung ändert sich bei Trocken-
läuferpumpen mit der dritten Potenz zur Drehzahl bzw. bei Nass-
läuferpumpen etwas weniger.

Empfohlene Spreizungen:
- Klassische Heizungssysteme: 20 K
- Niedertemperaturheizungen: 10 – 15 K
- Fernwärme, Brennwertanlagen: 20 – 30 K
- Lüftungsanlagen: 20 – 30 K
- Kältetechnik: 5 – 10 K

Viele bestehende Anlagen werden mit kleineren Spreizungen be-


trieben, d. h. der Massenstrom ist zu hoch (Energiekosten, Regelungs-
probleme).
Für den Teillastfall wirft sich daher auch die Frage auf, ob es sinnvoll
ist, 30 % Leistung mit 100 % Massenstrom zu transportieren, weshalb
der Trend zu Systemen mit variablen Masseströmen geht.

Gründe für hydraulische Schaltungen:


• Regelung der Teillast
• Unterschiedliche Betriebstemperaturen
• Unterschiedliche Betriebszeiten
• Wärmezählung und Abrechnung
• Unterschiedliches thermisches Verhalten
• Unterschiedliche Störgrößen (N/S)
• Unterschiedliche Verbraucher (Heizung Radiatoren,
Flächenheizung, Lüftung, WW...)
• Entkoppelung von Systemen
• Rücklaufanhebung
• Speicherung von Energie

Teillastverhalten von Heizflächen


Heizflächen geben ihre Wärme entsprechend der Wärmetauscherformel
P = k . A. ∆tm ab. Diese Leistung ist gleich der zugeführten Leistung
P = m. c. ∆t.

Für einen beliebigen Betriebszustand (Teillast) gilt:

P= m. c. ∆t = k . A. ∆tm

4. Hydraulik – Biomasse -3- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Bei der Auslegung gilt sinngemäß die Auslegungsleistung P100.

P100= m100. c. ∆t100 = k . A. ∆tm100

Will man die Leistung P verändern, so kann man in der Formel P = k . A. ∆tm die
Übertemperatur zwischen Heizfläche und Raum durch Temperaturregelung be-
einflussen; die Fläche bleibt konstant, die Wärmedurchgangszahl k verändert sich, da
Strahlung und Konvektion temperaturabhängig sind. Dies wird durch den Heizkörper-
exponenten n berücksichtigt. Der Zusammenhang zwischen Leistung und Vorlauf-
temperatur ist annähernd linear und wird in der Heizkurve dargestellt. Diese Rege-
lung wird als Mischregelung bezeichnet.

Auch über den Zusammenhang der Formel P= m. c. ∆t lässt sich die Leistung
verändern, indem man den Massenstrom verändert. Bei der Reduktion des
Massenstromes sinkt auch die Rücklauftemperatur und somit wird die Spreizung
größer. Dies führt zu einer teilweisen Kompensation. Der Zusammenhang zwischen
Leistung und Massenstrom wird in der Drosselkurve dargestellt.
Vorteil: Massenstromabweichungen wirken sich anfangs kaum aus.
Nachteil: Schlechte Regelcharakteristik (Verlauf der Drosselkurve).

Bild 2
Heizkurve mit Heizkörperexponent, Drosselkurve

4. Hydraulik – Biomasse -4- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Statische und dynamische Widerstände, Anlagenkennlinie


Statische Widerstände bezeichnet man Anlagenkomponenten, die sich im Betrieb
nicht verändern: Rohre, Heizkörper, …
Dynamische Widerstände verändern sich im Betrieb: Regelventile (Thermostatventile,
Zonenventile ..)

Anlagenkennlinie:

∆pv = R . l + Z (Pa)

R….....Druckgefälle (Pa/m) = λ. ρ .v²/(2d)


l……...Länge (m)
R . l….Druckverlust des geraden Rohres
Z…..…Einzelwiderstände

Einzelwiderstände - mittels ζ-Wert


- mittels kv (kvs)-Wert
- mittels Diagramm/Nomogramm

Der Druckverlust hängt mit dem Quadrat des Durchflusses zusammen:


Anlagenparabel = Anlagenkennlinie

∆pv = R . l + Z = V² . K

K … Anlagenkonstante

Bild 3:
Anlagen- und Pumpenkennlinien

4. Hydraulik – Biomasse -5- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Parallele und serielle Widerstände, hydraulischer Abgleich


a) Serielle Widerstände werden hintereinander durchflossen, für sie gilt:
Durchfluss ist konstant, Widerstände addieren sich.
Sind erforderlich für die Pumpenauslegung.

Bild 4:
Serielle Teilstrecken

b) Parallele Widerstände haben in der Anlagenhydraulik eine enorme Bedeutung,


da die gegenseitige Beeinflussung von parallelen Anlagenteilen und die ungleiche
Heizwasserverteilung im so genannten „Selbstabgleich“ begründet ist.
Die Widerstände von parallelen Teilstrecken können nur gleich groß sein, die
Durchflüsse stellen sich so ein, dass die Abgleichbedingung erfüllt wird (d.h. sie
verändern sich verkehrt proportional zu den Widerständen).

Abgleichbedingung:

∆p1 = ∆p2 = ∆pn = V1². K1 = V2². K2 = Vn². Kn

In der Praxis bedeutet dies, dass parallele Verbraucher unbedingt hydraulisch


abgeglichen werden müssen, damit die berechneten Nennmassenströme fließen
können.
Regelgruppen am Verteiler oder Heizkreise am Verteiler (Fußbodenheizung)
sind parallel geschaltet!

4. Hydraulik – Biomasse -6- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Bild 5:
Parallele Teilstrecken

Pumpen- und Anlagenkennlinie, Betriebspunktverhalten


Der Betriebspunkt einer Pumpe ist im Schnittpunkt der Anlagenkennlinie (Netz-
kennlinie) mit der Pumpenkennlinie. Da die Anlagenkennlinie im Betrieb nicht
konstant ist, ist das Betriebspunktverhalten auch dynamisch. Besonders bei druck-
behafteten Verteilern in Kombination mit Thermostatventilen sind die Auswirkungen
nicht vernachlässigbar: Ein Ansteigen der Differenzdrücke fördert Strömungsge-
räusche und gegenseitige Beeinflussung (Querkopplung).
Abhilfe: Differenzdruckregler, Überströmventile, drehzahlgeregelte Pumpen,
hydraulische Entkopplung.

Hinweise für die Auslegung/Auswahl von Pumpen:


• Pumpen nicht überdimensionieren, geringe Minder-
wassermengen haben keine Auswirkungen
• Betriebspunkt soll im Bereich des günstigen Wirkungs-
grades sein
• Automatische Pumpenabschaltung
• Drehzahlumschaltung, Drehzahlregelung
• Kennlinie beachten

Differenzdruck ∆p

∆p Teillast
T

Vollast
∆p V

Überlast

∆p T
n o t w e n d ig

V
T
V VV Ü
Volumenstrom V

Bild 6:
Betriebspunkt

4. Hydraulik – Biomasse -7- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Zu beachten sind auch die Affinitätsgesetze!

Bild 7:
Betriebspunkt und Wirkungsgrad

Verteilsysteme

Übersicht über Verteilsysteme

Hydraulische Verteiler
Hauptpumpe ohne Hauptpumpe mit Hauptpumpe

Bypass ohne Bypass mit Bypass


ohne druckbehaftet drucklos
Druckverhältnis Bypass

Volumenstrom über
Energiebereitstellung variabel variabel konstant konstant

Hauptpumpe drehzahlgeregelt ungeregelt ungeregelt

Rücklauftemperatur
zur Energiebereit- tief tief hoch hoch
stellung

4. Hydraulik – Biomasse -8- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

a1) Differenzdruckarmer Verteiler (geringe Differenzdrücke nur bei Last)


a1) Ohne Hauptpumpe
ƒ Der Druck im Verteiler bei geöffneten Regelventilen ist geringer als im
Sammler, Sekundärpumpen saugen über den Kesselkreis
ƒ Nachteil: Gegenseitige Beeinflussung der Kreise ist gegeben
ƒ Vorteil: Wegfall der Primärpumpe
ƒ In der Praxis sind die Differenzdrücke oft gering (10..15 kPa, hängt von
den Einbauten im Kesselkreis ab)
ƒ Anwendung: kleine Anlagen mit wenigen Kreisen,
z. B. Einfamilienhaus

Radiatoren FBH

Bild 8: Verteiler ohne Hauptpumpe

a2) Mit Hauptpumpe


Ausführung als
● ungeregelter differenzdruckbehafteter Verteiler
(Grundschaltungen: Verteilschaltung, Einspritzschaltung mit
3-Wegventil)

Bild 9: Verteiler mit ungeregelter Hauptpumpe

4. Hydraulik – Biomasse -9- Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

oder als
● geregelter differenzdruckbehafteter Verteiler mit drehzahlgeregelter
Pumpe (Grundschaltungen: Drosselschaltung, Einspritzschaltung mit
2-Wegventil)

● Der Druck im Verteiler ist größer als im Sammler, Primär- und


Sekundärpumpen sind praktisch in Serie geschaltet
● Nachteil: Gegenseitige Beeinflussung der Kreise ist gegeben
Abhilfe: geregelter Differenzdruck
● Vorteil: Rücklaufanhebung über Verteiler/Sammler nicht
möglich
● Anwendung: Fernwärme, Brennwertkessel (heute Stand der
Technik im Anlagenbau)

Boiler FBH

Bild 10:
Geregelter differenzdruckbehafteter Verteiler
mit drehzahlgeregelter Pumpe

4. Hydraulik – Biomasse - 10 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Druckloser Verteiler (besser: differenzdruckarmer Verteiler)

b1) Hydraulischer Entkoppler (Hydraulische Weiche, Pufferspeicher)

b2) Kurzschlussleitung zwischen Verteiler und Sammler

ƒ Der Druck im Verteiler ist kaum größer/kleiner als im Sammler


(max. 500 Pa), Primär- und Sekundärpumpen sind praktisch
entkoppelt.
ƒ Nachteil: Hauptpumpe erforderlich
ƒ Vorteil: keine gegenseitige Beeinflussung der Regelkreise
gegeben
ƒ Anwendung: überall dort, wo Rücklaufanhebung kein Problem
darstellt
ƒ Wichtig: Volumenstrom des Primärkreises muss größer sein als
die Summer der Volumenströme der Sekundärkreise!

Subverteiler Radiatoren FBH FBH


Beimisch Doppelbeimisch Einspritzschaltung
mit Fixeinstellung

Bild 11:
Differenzdruckarmer Verteiler
mit drehzahlgeregelter Hauptpumpe und hydraulischer Weiche

4. Hydraulik – Biomasse - 11 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Wärmeabgabe-Systeme, hydraulische Grundschaltungen

Beimischschaltung Anwendung, Eigenschaften

Standardschaltung bei Radiatoren,


Konvektoren, Brauchwassererwärmung

Nicht geeignet für Heizungen mit


unterschiedlichen Volumenströmen bzw.
erforderlicher Temperaturbegrenzung im
Vorlauf (z.B. FBH)

Volumenstrom konstant über dem


Verbraucher bzw. variabel über der
Energiebereitstellung (strichliert gezeichnet)

Niedrige Rücklauftemperaturen

Verteiler drucklos

*) Dreiwegventile sollten nach Möglichkeit als Mischventile eingesetzt werden


(geringere Strömungsgeräusche, längere Lebensdauer, höhere Schließdrücke)

Doppelbeimischschaltung Anwendung, Eigenschaften

Standardschaltung bei
Fußbodenheizungen (Heizungen mit
unterschiedlichen Volumenströmen bzw.
erforderlicher Temperaturbegrenzung im
Vorlauf durch Fixbeimischung)

Volumenstrom konstant über dem


Verbraucher bzw. variabel über der
Energiebereitstellung

Niedrige Rücklauftemperaturen

Verteiler drucklos

Die Schaltung wird auch als


Beimischschaltung mit Fixbeipass
bezeichnet

4. Hydraulik – Biomasse - 12 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Einspritzschaltung mit
Anwendung, Eigenschaften
Durchgangsventil

Standardschaltung für Heizungssysteme,


auch FBH, Lüftung VHR und NHR,
Brauchwassererwärmung (heute
wichtigste Schaltung in der
Anlagentechnik)

Volumenstrom konstant über dem


Verbraucher bzw. variabel über der
Energiebereitstellung

Druckgeregelter Verteiler mit drehzahl-


geregelter Pumpe (ökonomisch)

Niedrige Rücklauftemperaturen

Drosselschaltung Anwendung, Eigenschaften

Standardschaltung für Umformer,


Kühlregister in großen Systemen, Lüftung
NHR, teilw. Brauchwassererwärmung,
Sekundärregelung von Heizungen (z.B.
Einzelraumregelung)

Volumenstrom variabel über Verbraucher


und Energiebereitstellung

Druckgeregelter Verteiler mit drehzahl-


geregelter Pumpe (ökonomisch)

Niedrige Rücklauftemperaturen

4. Hydraulik – Biomasse - 13 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Umlenk- oder Verteilschaltung Anwendung, Eigenschaften

Standardschaltung für Kühlregister

Volumenstrom variabel über dem


Verbraucher bzw. konstant über der
Energiebereitstellung

Druckbehafteter Verteiler mit starrer Pumpe


(nicht ökonomisch)

Hohe Rücklauftemperaturen, daher für


Fernwärme und Brennwerttechnologie
nicht geeignet.

Einspritzschaltung mit
Anwendung, Eigenschaften
3-Wegventil

Früher Standardschaltung für


Heizungssysteme, auch FBH, Lüftung VHR
und NHR, Brauchwassererwärmung
(weitgehendst verdrängt durch
Einspritzschaltung mit Durchgangsventil)

Volumenstrom konstant über Verbraucher


und Energiebereitstellung

Druckbehafteter Verteiler mit starrer Pumpe


(nicht ökonomisch)

Hohe Rücklauftemperaturen, daher für


Fernwärme und Brennwerttechnologie
nicht geeignet.

4. Hydraulik – Biomasse - 14 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Wärmebereitstellung (Energiebereitstellung)
a) Kessel
- Ein- und Mehrkesselanlagen
- Konventionelle Kessel, Niedertemperaturkessel, Brennwertkessel

b) Fernwärme
- indirekte Anbindung (Standardlösung, auch bei
Biomasse-Nahwärmeversorgung)
- direkte Anbindung

c) Bi- und multivalente Anlagen


- Biomasse
- Wärmepumpe
- Solaranlagen
- andere Kesselsysteme
- Kombinationen

Sind mehrere Wärmeerzeuger in die Anlage eingebunden, so muss der hydraulisch


weggeschaltet sein, der nicht in Betrieb ist (Bereitschaftsverluste und Fehl-
zirkulationen).

Matrix: Problem Kondensation

Konventioneller Kessel NT-Kessel BW-Kessel


(auch Biomassekessel)
tK < Taupunkt nein ja ja

Kondensation nein nein ja

Rücklaufanhebung ja!!! egal nein!!!

Rücklaufanhebung:

Der Wassergehalt von Holzbrennstoffen ist im Bereich von etwa 10 bis 30 % zu finden.
Zudem hat Holz einen Wasserstoffanteil von ca. 6 %, welcher zu Wasser verbrennt. Bei luft-
trockenem Holz liegt je nach Luftüberschuss der Taupunkt bei 45 bis 50 °C. Wegen einer
gewissen Sicherheit gegen Kondensatentstehung sollte die Rücklaufanhebung bei 55 °C
liegen. Dies gilt auch für das Fangsystem. Wegen hoher Wirkungsgrade erreichen heutige
Kessel Kerntemperaturen von 100 bis 150 °C. Dies könnte bei schlecht oder gar nicht ge-
dämmten Fängen bereits kritische Oberflächentemperaturen unter dem Taupunkt ergeben.

Rücklaufanhebung durch Beimischung


- Thermostatisches Beimischventil (Kleinanlagen)
- stetige Rücklaufanhebung mit Beimischventil
- Beimischpumpe

Rücklaufanhebung entfällt bei Brennwertkesseln (Herstellerunterlagen genau beachten


wegen tmin).

4. Hydraulik – Biomasse - 15 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Armaturen für Regelung und Druckabgleich

Dimensionierung von Regelventilen

Die richtige Dimensionierung von Regelventilen ist neben der richtigen Wahl des
hydraulischen Systems eine unabdingbare Notwendigkeit zur einwandfreien Funktion jeder
Anlage. Zur Ermittlung des Massestromes kann die folgende von der Wärmegleichung abge-
leitete und in der Praxis angewendete Formel verwendet werden:

Q[kW ]
V [ m ³ / h] =
1,163 x∆T [ K ]

Mit dieser Formel können Volumenströme für Regelventile, aber auch für Verbraucherkreise
bzw. Fixbypässe errechnet werden. Wichtig dabei ist, dass die zutreffenden Temperaturen
für das ∆T eingesetzt werden.

Für e Dimensionierung selbst können folgende Möglichkeiten herangezogen werden:

• Rechnerische Methode
• Verwendung von Ventildurchflussdiagrammen
• Verwendung von Ventilschiebern
• Verwendung von PC-Programmen

Für die rechnerische Methode kann der kv-Wert nach der folgenden Formel ermittelt werden,
wobei der Druckabfall im Ventil ∆pv zunächst gleich dem der mengenvariablen Strecke ∆pmv
einzusetzen ist:

V [ m ³ / h]
kv =
∆pv[bar ]

Ventilautorität und mengenvariable Strecke

In jeder hydraulischen Schaltung gibt es Rohrabschnitte, in denen der Volumenstrom


variabel ist. Diese Rohrabschnitte bezeichnen wir als die so genannte “mengenvariable
Strecke”.

Das einzige Maß, mit dem eine richtige Ventildimensionierung überprüft werden kann, ist die
Ventilautorität.

Da für die Ermittlung der Ventilautorität der Druckabfall der mengenvariablen Strecke ∆pmv
benötigt wird ist es unumgänglich, die mengenvariable Strecke zu kennen.

In der grafischen Darstellung der hydr. Schaltungen ist die mengenvariable Strecke strichliert
gekennzeichnet.

4. Hydraulik – Biomasse - 16 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Die Ventilautorität ist für die Stabilität eines Regelkreises sehr wichtig und sollte mindestens
0,5 sein. Um eine Ventilautorität von 0,5 zu erhalten, muss der Druckabfall über dem voll
geöffneten Ventil ∆pv gleich groß sein wie der Druckabfall über der mengenvariablen Strecke
∆pmv.

Dimensionierungsbeispiele (siehe Anhang PowerPoint-Folien)

• Beimischschaltung
• Beimischschaltung mit Fixbypass (Doppelbeimischschaltung)
• Einspritzschaltung mit 3-Wegventil
• Einspritzschaltung mit 2-Wegventil
• Drosselschaltung
• Verteilschaltung (Umlenkschaltung)

Vergleicht man die Ergebnisse von dimensionierten Ventilen für diese o.a. 6 hydraulischen
Schaltungen so fällt auf, dass bei gleicher Verbraucherleistung in Abhängigkeit der jeweiligen
hydraulischen Schaltung die kvs-Werte der Ventile sehr unterschiedlich ausfallen können.

4. Hydraulik – Biomasse - 17 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

5.2 Hydraulische Einbindung von Biomasseanlagen

Speicher

Pufferspeicher (Wärmespeicher)

Ein Pufferspeicher hat mehrere Aufgaben:


• Verringerung der Emissionen und Verbesserung des Wirkungsgrades durch
Vermeidung von Teillastbetrieb und Schwelbrand
• Bei einem diskontinuierlichen Betrieb eines händisch beschickten Kessels
dient er zur Abdeckung des Bedarfes für eine definierte Zeitspanne, die
zeitlich unmittelbar an die Zeiten des Heizbetriebes angrenzen (z.B.
Abdeckung des Wärmebedarfs für die Nacht und für den nächsten Vormittag)
• Erhöhung des Bedienkomforts
• Hydraulische Entkopplung

Der Pufferspeicher wird auf tmax (90 °C) geladen und kann auf tmin (die erforderliche Vorlauf-
temperatur) entladen werden. Dann muss wieder eingeheizt werden. Somit sind für die
Auslegung der Puffergröße nicht nur das Verhältnis Kesselleistung zur Heizlast und die
vorgegebene Überbrückung von Relevanz, sondern auch die Systemtemperaturen des WA-
Systems. Günstig ist eine Niedertemperaturheizung.

Die Wünsche und Heizgewohnheiten der Anlagenbetreiber können auch eine Speicherung
der Wärmeenergie über mehrere Tage erforderlich machen (Komfortsteigerung). Dann ist die
erforderliche Kesselleistung diesen Gegebenheiten anzupassen.

Dimensionierung:
• Richtwerte, Empfehlungen der Kesselhersteller: z. B. 65 l/kW

Energiebilanzrechnung mit Berücksichtigung der gewünschten Lade- und Entnahmedauer.


Auslegungsfall mit dem Auftraggeber definieren, z. B. 0° C Außentemperatur (Heizlast und
Vorlauftemperatur (tmin) sind außentemperaturabhängig)

Lastausgleichsspeicher

Ein Lastausgleichsspeicher dient zur Speicherung von momentan erzeugter Wärme, die zum
Zeitpunkt der Erzeugung im Heizsystem nicht benötigt wird.
Um eine zu häufige Teillastfeuerung oder gar den Stillstand der Verbrennung zu vermeiden,
wird diese überschüssige Energie in dem Lastausgleichsspeicher zwischengelagert.

Aufgaben:
• Verringerung der Emissionen
• Verringerung der Schalthäufigkeit, lange Brenndauer auf Volllaststufe
• Hydraulische Entkopplung

4. Hydraulik – Biomasse - 18 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Dimensionierung:
• Kessel und Speicher bewegen sich nur im Bereich der Schaltdifferenz

ƒ Schaltdifferenz Heizkessel (nicht zu klein wählen, einstellen) 5 – 10 K


ƒ minimale Feuerungszeit bei Null Abnahmeleistung, > 20 bis 30 min
ƒ Wasserinhalt des Kessels kann berücksichtigt werden
ƒ unter bestimmten Voraussetzungen auch der Wasserinhalt des
Verteilsystems (bei großer Trägheit, Fußbodenheizung)

VSpeicher = PK * z * 60/ ( ∆t * 4,19) - VKessel - VSystem [ltr]

z Zeit in min (Ladezeit bei Verbrauch Null)


∆t Schaltdifferenz in K
PK Kesselleistung in kW

Sonstige Anmerkungen zu den Speichern:


• Wärmedämmung soll ausreichend sein, um Bereitschaftsverluste zu
minimieren
• Genügend Anschlussmuffen für Thermometer, Fühler und
Heizungsverrohrung
• Einbringung und spätere Demontagemöglichkeiten beachten
• Verrohrung nicht überdimensionieren
• Vermeidung von schleichenden Strömungen und Fehlzirkulationen durch
Thermosiphonanbindung und Rückschlagklappen

Bild 12: Speicher

4. Hydraulik – Biomasse - 19 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Rücklaufanhebung

Thermostat. Rücklaufanhebung Stetige Rücklaufanhebung

Kessel Speicher Kessel Speicher

60°C

Lösung für Kleinkessel Lösung für Großkessel

Grundschaltungen

Grundsätzlich gibt es zwei prinzipielle Möglichkeiten der Einbindung des Speichers in die
Biomasse-Heizanlage:

a) Serienschaltung von Kessel, Speicher und Verbraucher


Vorteil: Eindeutige hydraulische Lösung, Speicher ist auch hydraulischer
Entkoppler
Nachteil: Schnellaufheizung und Umgehung nur mit zusätzlichem Aufwand
möglich

b) Parallelschaltung von Speicher und Verbraucher


Nachteil: Keine saubere hydraulische Entkopplung. In der Praxis werden in der
Verrohrung und durch den Einbau von zusätzlichen Armaturen oft
Fehler gemacht.
Vorteil: Umgehung einfach möglich (z. B. durch Schließen eines Kugelhahnes)

Es können aber auch z.B. im Zusammenhang mit Solareinbindung gemischte Schaltungen


vorkommen (Kessel, Pufferspeicher, Solaranlage in Serie, Verbraucher parallel).

Verwendung von mehreren Speichern (Energiespeicher für einen längeren Zeitraum):


Auch hier gibt es für die Ladung und Entladung die Möglichkeit der Parallel- und Serien-
schaltung. Will man das Speichervolumen optimal nutzen, dann ist die Serienschaltung die
bessere Lösung.

4. Hydraulik – Biomasse - 20 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Ladekreis Beimisch-
Boiler schaltung
Serienschaltung
Kessel - Puffer - Wärmeabgabe

Kessel Speicher

60°C

Ladekreis
Beimisch-
Boiler
schaltung

Parallelschaltung
Kessel -
Puffer + Wärmeabgabe

Kessel Speicher

60°C

Sonstige Gestaltungshinweise

• Fang: Der Rauchfang sollte auf die Zugverhältnisse des Wärmeerzeugers abge-
stimmt sein und als kondensationsfester Isolierkamin ausgeführt sein.

• Heizflächen: Grundsätzlich ist eine Niedertemperaturheizung zu empfehlen. Wird der


Speicher auch als Energiespeicher genutzt, so ist eine möglichst niedrige
Systemtemperatur anzustreben (Fußbodenheizung). Der Bodenaufbau der Fuß-
bodenheizung dient als zusätzlicher Wärmespeicher.

4. Hydraulik – Biomasse - 21 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

• Warmwasserbereitung: Die Zukunft der Systemlösung liegt sicher im


Durchflusssystem (keine Speicherverluste, gute Kombination mit Solarenergie-
nutzung). Wird einem Boiler der Vorzug gegeben, so sollte keine Minimalauslegung
erfolgen (diskontinuierlicher Heizbetrieb in der Übergangszeit und im Sommer).

• Heizkessel: Grundsätzlich gilt, dass Heizkessel nicht überdimensioniert werden


sollen. Dies gilt bei Energiespeichern nicht. Die Größe des Kessels ist den Ladebe-
dingungen anzupassen. Auch wird darauf hingewiesen, dass die Kesselnennleistung
bei händisch beschickten Scheitholzfeuerungen im Schnitt nicht erreicht wird.

Beispiele

Alle Anlagen-Beispiele basieren auf Unterlagen und Planungsempfehlungen


namhafter Firmen. In der jeweiligen Matrix sind die wichtigsten Anwendungsfälle,
jedoch nicht alle möglichen Lösungen enthalten. Diese können im Bedarfsfall aus den
immer wiederkehrenden Anlagenteilen auf gleicher Basis zusammengesetzt werden.
Alle hier gezeigten Standardschemata dienen lediglich als Diskussionsgrundlage für
das Seminar.

Grundsätzlich sind Schaltungen immer kritisch zu prüfen und müssen auf den
individuellen Anwendungsfall hin überprüft bzw. auf die Planungsrichtlinien der
Hersteller abgestimmt werden.

Puffer m. innen-
Puffer 1 Puffer 2 liegender WW- Boiler Frischwasser- Schema
Kessel 1 Kessel 2 Verbraucher (Master) (Slave) Einheit ohne Solar station Bezeichnung
SCH/HAK BM, DBM, LAD x x SCH-PU-BO
SCH/HAK BM, DBM x SCH-PUI
SCH/HAK BM, DBM x x SCH-PU-FR
SCH/HAK BM, DBM, LAD x x x SCH-2PU-BO
SCH/HAK BM, DBM x x x SCH-2PU-FR
SCH/HAK ÖL/GAS BM, DBM, LAD x x SCH-GAS-PU-BO
PEL/EKO BM, DBM x PEL-PUI
PEL/EKO BM, DBM x x PEL-PU-FR
PEL/EKO BM, DBM, LAD x PEL-BO

LAD Ladekreis
SCH Scheitholzgebläse BM Radiatoren (Beimischschaltung)
HAK Hackschnitzel DBM Fussbodenheizung (Doppelbeimischschaltung)
PEL Pellets PU Pufferspeicher
EKO Energiekorn PUI Pufferspeicher mit innenliegendem Wärmetauscher
KAS Kaskade BO Boiler
FR Frischw assermodul
S Solar SM Schichtlademodul

Nachfolgend sind einige der wichtigsten Schaltungsmöglichkeiten aus dieser Matrix aufge-
zeigt.

4. Hydraulik – Biomasse - 22 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Bild 13:
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher und Boiler, Serienschaltung

Bild 14:
Schaltungsvariante mit 2 Pufferspeichern (Master-Slave) und
Frischwassermodul, Serienschaltung

4. Hydraulik – Biomasse - 23 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Bild 15:
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher
mit innen liegendem Wärmetauscher, Serienschaltung

Kesselkaskaden
Aus verschiedenen Gründen (Aufteilung der Leistung, verschiedene Brennstoffe, Anlagen-
erweiterung u.s.w.) werden Kesselkaskaden errichtet. In der Matrix sind Kombinationen aus
Scheitholz-, Pellets- und Öl/Gaskessel aufgezeigt, die nachstehend auch im Schema
dargestellt sind.

Kessel 1 Kessel 2 Schema Bezeichnung


PEL/EKO SCH/HAK KAS-PEL-SCH
PEL/EKO ÖL/GAS KAS-PEL-ÖL/GAS
SCH/HAK ÖL/GAS KAS-SCH-ÖL/GAS

4. Hydraulik – Biomasse - 24 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Bild 16: Kesselkaskade: Schaltungsvariante mit Pellets- und Scheitholzkessel

Bild 17: Kesselkaskade: Schaltungsvariante mit Pellets- und ÖL/Gaskessel

Bild 18: Kesselkaskade: Schaltungsvariante mit Scheitholz und ÖL/Gaskessel

4. Hydraulik – Biomasse - 25 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

5.3 Hydraulische Einbindung von Solaranlagen

Grundschaltungen

Wird die Wärme für die Heizung mit einer Biomasseanlage mit Pufferspeicher er-
zeugt, bietet sich die bivalente Sonnenenergienutzung förmlich an.

• Beide Systeme benötigen einen Speicher.


• Bei Stückholzfeuerungen ist die Solarenergie eine optimale
Ergänzung im Sommer bzw. in der Übergangszeit (geringe
Leistungsanforderungen, geringe Teillast, Wegfall der Bedienung).

Es gibt zahlreiche hydraulische Einbindungsmöglichkeiten. Speicherart, mögliche


Kollektorgröße, Art der Warmwasserbereitung bedingen unterschiedliche Schaltungs-
lösungen.

• Kleinanlagen mit solarthermischer Warmwasserbereitung


o Boiler mit zwei innenliegenden Wärmetauschern

• Teilsolare Heizung und Warmwasserbereitung


o Pufferspeicher mit Solarwärmetauscher und Boiler mit zwei
innen liegenden Wärmetauschern
o Pufferboiler
o Pufferspeicher und Warmwasserbereitung im Durchflusssystem

Beispiele

Alle Anlagen-Beispiele basieren auf Unterlagen und Planungsempfehlungen namhafter


Firmen. In der jeweiligen Matrix sind die wichtigsten Anwendungsfälle, jedoch nicht alle
möglichen Lösungen enthalten. Diese können im Bedarfsfall aus den immer wieder-
kehrenden Anlagenteilen auf gleicher Basis zusammengesetzt werden. Alle hier gezeigten
Standardschemata dienen lediglich als Diskussionsgrundlage für das Seminar.

Grundsätzlich sind Schaltungen immer kritisch zu prüfen und müssen auf den individuellen
Anwendungsfall hin überprüft bzw. auf die Planungsrichtlinien der Hersteller abgestimmt
werden.

4. Hydraulik – Biomasse - 26 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Puffer m. innen-
Puffer 1 Puffer 2 liegender WW- Boiler mit Frischwasser- Schichtlade- Schema
Kessel 1 Verbraucher (Master) (Slave) Einheit Solar station modul Solar Bezeichnung
SCH/HAK BM, DBM, LAD x x x SCH-PU-BO-S
SCH/HAK BM, DBM x x SCH-PUI-S
SCH/HAK BM, DBM x x x SCH-PU-FR-S
SCH/HAK BM, DBM, LAD x x x x SCH-2PU-BO-S
SCH/HAK BM, DBM x x x x SCH-2PU-FR-S
PEL/EKO BM, DBM x x PEL-PUI-S
PEL/EKO BM, DBM x x x PEL-PU-FR-S
PEL/EKO BM, DBM x x x x PEL-2PU-FR-S
PEL/EKO BM, DBM, LAD x x PEL-BO-S
ÖL/GAS BM, DBM x x x x ÖL-PU-FR-SM-S
ÖL/GAS BM, DBM x x x x x ÖL-2PU-FR-SM-S
SCH/HAK BM, DBM x x x x SCH-PU-FR-SM-S
SCH/HAK BM, DBM x x x x x SCH-2PU-FR-SM-S

LAD Ladekreis
SCH Scheitholzgebläse BM Radiatoren (Beimischschaltung)
HAK Hackschnitzel DBM Fussbodenheizung (Doppelbeimischschaltung)
PEL Pellets PU Pufferspeicher
EKO Energiekorn PUI Pufferspeicher mit innenliegendem Wärmetauscher
KAS Kaskade BO Boiler
FR Frischw assermodul
S Solar SM Schichtlademodul

Nachfolgend sind einige der wichtigsten Schaltungsmöglichkeiten aus dieser Matrix aufge-
zeigt.

Bild 19:
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher und Solarboiler

4. Hydraulik – Biomasse - 27 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Bild 20
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher
mit innen liegendem Wärmetauscher und Solareinbindung

Bild 21:
Schaltungsvariante mit 2 Pufferspeichern,
Frischwassermodul und Solareinbindung

4. Hydraulik – Biomasse - 28 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Bild 22:
Schaltungsvariante mit Pufferspeicher, Frischwassermodul,
Schichtlademodul und Solareinbindung

4. Hydraulik – Biomasse - 29 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

5.4 Sanierung von Anlagen (Quelle: DI Erhart Friedl)

Grobanalyse am bestehenden Objekt

Für die Grobanalyse ist folgendes durchzuführen bzw. zu erheben:

Maßnahme Hilfsmittel

Besichtigung des Gebäudes Aktueller Gebäudeplan

Befragung über Nutzerverhalten Gesprächsnotiz

Besichtigung der vorhandenen Erhebungsblatt: siehe Beilage


Feuerungsanlage

Besichtigung der vorhandenen Aufnahme folgender Komponenten:


Heizungsanlage - Feuerungsanlage
- Gebäuderegelung
- Wärmedämmung der Rohrleitungen
- Einregulierung des Wärmeabgabesystems

Beurteilung der vorhandenen Kaminbefund


Abgasführung

Ermittlung des Brennstoffverbrauches Angaben des Nutzers über Durchschnittswert


für Raumheizung für die letzten 3 Heizperioden einholen.

Ermittlung des feuerungstechnischen Eigene Messung oder Entnahme der Messwerte


Wirkungsgrades der letzten Überprüfungen.

Ermittlung des Warmwasserverbrauches Einbau eines Wasserzählers und Ablesung über


einen längeren Zeitraum unter Berücksichtigung
von kurzfristigen Bedarfs-spitzen
Ermittlung der Anschlusswerte der elektri-
schen Verbraucher für Hilfsenergie wie Betriebsanleitungen bzw.
Pumpen, Gebläse, Fördereinrichtungen u.ä. Anlagendokumentation

Maßnahmen anlässlich der Sanierung


Folgende Punkte sind zu berücksichtigen:
• Umfang der Sanierung
• Wahl der/des Brennstoffe(s)
• Klärung Kompletttausch der Feuerungsanlage oder Bivalenzbetrieb
• Investitionskosten
• Förderungsmöglichkeiten
• Finanzierungskonzept

4. Hydraulik – Biomasse - 30 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Gegenüberstellung der Beurteilungskriterien Bestand - Neuanlage

Erhebungsblatt Sanierung

Bestand Kriterium Neuanlage Sanierung Maßnahme

Scheitholz

Hackgut

Pellets/Energiekorn

Heizkessel: Wärmeleistung
Ausführung der wasser-
Heizkessel:
führenden Teile
Stahlblech

Korrosionsbeständiges Blech

Gusseisen
Anforderungen an die
Heizkessel: wasserseitige
Durchströmung
Mindestumlaufmenge

Rücklaufanhebung
Heizungs- Anforderungen an das
wasser: Heizungsmedium
Wasserqualität
Wasser-Heizungsfrost-
schutz-Gemisch
Kontinuierlicher Betrieb
Betriebsweise:
(automatische Feuerung)
Start-Stoppbetrieb

Gleitende Betriebsweise

Schalthäufigkeit
Diskontinuierlicher Betrieb
Betriebsweise:
( z.B. Scheitholzfeuerung)
Variable Vorlauftemperatur

Variable Brennstoffzufuhr

Leistungsbereich in %

Schaltdifferenz in K

4. Hydraulik – Biomasse - 31 - Biowärme-Seminare 2008


Stand: Dezember 2007

Maximale Abgastemperatur

Minimale Abgastemperatur
Erforderlicher Förderdruck
( Zugbedarf )
Feuchtigkeitsempfindlichkeit
des Kamins
Abgas: - Abgasverlust

Zusätzliche - Mehrkesselanlage
Wärme- - Solare Wärmebereit-
Bereitstellung: stellung
Wärme-
- Regelung Heizkreise
Verteilsystem:
Wärme- - Regelung Flächenheiz-
abgabesystem: systeme
- Regelung Warmwasser-
bereitung
Diverses:

Anwendung von hydraulischen entkoppelten Schaltungen

• Konstanz des Durchflusses im WB-System als auch im WA-System


(beeinflusst die Wärmeübertragung in Wärmetauscher)

• Anpassung der Vorlauftemperatur zum WA-System


(beeinflusst das Regelverhalten und den Komfortverhalten des WA-Systems)

• Höhe der Rücklauftemperatur zum WA-System speziell im Teillastbereich


(beeinflusst Korrosion, Wirkungsgrad, Eignung für Anschluss Fernwärme)

• Höhe der Rücklauftemperatur vom WA-System bei Teillast


(beeinflusst Verluste im WV-System)

4. Hydraulik – Biomasse - 32 - Biowärme-Seminare 2008