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John und Caitlin Matthews

Lexikon
der keltischen Mythologie
Herausgegeben, übersetzt und bearbeitet
von Michael Görden und Hans Christian Meiser
unter Mitarbeit von Chris Burton

Illustrationen von
Chesca Potter und Johann Peterka

WILHELM HEYNE VERLAG


MÜNCHEN

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HEYNE SACHBUCH
Nr. 19/280

Titel der Originalausgabe.


BRITISH & IRISH MYTHOLOGY
Die Originalausgabe erschien 1988
beim Verlag The Aquanan Press, London

2 Auflage

Copyright © 1988 by Caitlin and John Matthews


Copyright © der deutschen Ausgabe 1994 by
Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG, München
Prmted m Germany 1995
Umschlagillustration Archiv f ür Kunst und Geschichte/Erich Lessing, Berlin
Umschlaggestaltung Atelier Adolf Bachmann, Reischach
Herstellung H + G Lidl, Mü nchen
Satz Satz & Repro Gneb, München
Druck und Verarbeitung Presse-Druck Augsburg

ISBN 3-453-07040-2

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Inhalt

Vorbemerkung zur deutschen Ausgabe


7

Einleitung
11
Kategorien der Namen und der Angaben
14
Schlüssel der Abkürzungen
20
Lexikon von A-Z
21-184

Weiterführende Literatur
185

Register
186

5
6
Vorbemerkung zur deutschen Ausgabe

Aufbegegnet
Spuren der Kelten stoßen wir immer wieder. Ihre Kultur
uns in der Folklore Irlands, Schottlands, Wales oder
der Bretagne. Ihre Sagen, wie das walisische Mabinogion oder die
Geschichten um König Arthus und seine Tafelrunde, sind in Literatur,
Film und Fernsehen gegenwärtig.
Man denke nur an den Bestseller-Erfolg von Marion Zimmer Brad-
leys Roman »Die Nebel von Avalon« oder an das Leinwand-Epos
»Excalibur«.
Das vorliegende Lexikon möchte helfen, die vielen Namen und
Begriffe keltischer Mythologie, auf die man in der Literatur und auf
Reisen durch den keltischen Westen Europas trifft, verständlich zu
machen und ihren Zusammenhang zu erkennen. Es ist kein Werk
mit dem akademischen Anspruch einer für jeden Eintrag letztgültigen
Interpretation auf dem Stand kulturgeschichtlicher Forschung,
sondern wendet sich an den interessierten Laien, der sich aus popu-
lärem Interesse mythologisch informieren will.

Wer waren die Kelten?

Die archäologische Forschung und die historisch überlieferten


Zeugnisse der Kelten deuten darauf hin, daß man sich unter dem
Begriff Kelten kein bestimmtes Volk, sondern die Angehörigen
einer bestimmten Kultur vorzustellen hat. Wahrscheinlich ent-
wickelte sich diese Kultur gegen Ende des 2. vorchristlichen Jahr-
tausends zunächst unter indogermanischen Stämmen des südeuro-
päischen Raumes und breitete sich in mehreren Völkerwanderungen
über Mitteleuropa bis zu den britischen Inseln aus. Seinen ersten
künstlerischen und sozialen Höhepunkt erreichte das Keltentum 500
vor Christi in der sogenannten Latene-Kultur, die nach einer Aus -
grabungsstätte am Genfer See in der Schweiz benannt wurde. Etwa
um diese Zeit erscheint auch zum ersten Mal der Begriff »Kelten«
und zwar in den Schriften des Historikers Hecateus. In der For-
schung zeichnet sich ab, daß es unter den keltischen Völkern zwei
Hauptgruppen gegeben hat, von denen nicht klar ist, ob sie tatsächlich
unterschiedliche Völker darstellten oder einfach aus einer
unterschiedlichen Lebensweise entstanden.

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Eine bäuerliche, in der Metallbearbeitung sehr bewanderte keltische
Kultur breitete sich seit 1200 v. Christi durch ganz Europa aus und
vereinigte sich friedlich mit den existierenden lokalen Megalith-
Kulturen. Diese keltische »Welle« erreichte bereits früh auch die
westlichen Inseln Europas. Ihnen folgten ab dem 6. Jahr v. Christi
Kelten aus dem Balkan und den Karpaten, die von einer kriegeri-
schen Militäraristokratie beherrscht wurden und regelrechte Raub-
und Eroberungszüge veranstalteten. Historisch überliefert ist ihr
Überfall auf Rom im 4. Jahrhundert vor Christi. Im Westen Europas
bestand bereits lange eine fortschrittliche keltische Kultur, die von den
kriegerischen »Festlandskelten« der zweiten Wanderungswelle
überrannt und erobert wurde. Viele keltische Sagen spiegeln diese
verschiedenen Einwanderungs - und Eroberungswellen wider, die
besonders deutlich in den Mythen des Inselreiches Irland zu erkennen
sind. Das Keltentum des Westens entwickelte sich in seiner
Randlage zu bes onderer Eigenständigkeit und blieb am längsten
als eigenständige Kultur erhalten, nachdem die kontinentalen Kelten
von der Militärmaschine des römischen Imperiums besiegt worden
waren und ihre Kultur ab dem 1. vorchristlichen Jahrhundert von
der griechisch-römischen Zivilisation des Mittelmeerraumes
verdrängt, überlagert und aufgesaugt wurde.

Druiden und Mönche

Im Mittelpunkt des keltischen Geisteslebens stand die Priesterschaft


der Druiden, die ihr Wissen und ihre Überlieferungen nur mündlich
weitergegeben zu haben scheint. Schon zur Zeit Cäsars war Britan-
nien das Zentrum der von den Druiden gelehrten und praktizierten
Religion der Kelten, und die römische Verfolgung der Druiden
scheint eine der Hauptursachen für den Niedergang der keltischen
Kulturen nac h Christi Geburt gewesen zu sein. Auf den schwer
zugänglichen Inseln des Westens gelang es aber trotzdem, viele der
druidischen Überlieferungen zu bewahren und aufzuzeichnen.
Denn hier gingen Barden und Druiden eine einmaligen Symbiose
mit den ab dem 2. Jahr nach Christi auftauchenden christlichen
Missionaren ein. Es entstand eine keltische Kirche mit einer von
Rom völlig unabhängigen christlichen Tradition, die erst im 8.
Jahrhundert endgültig durch das Papsttum vernichtet wurde. Zu
diesem Zeitpunkt hatten die Mönche vieler christlicher Klöster

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bereits begonnen, die keltischen Überlieferungen ihrer Väter aufzu-
zeichnen und konnten sie auch über die folgenden Jahrhunderte
retten.
Die schriftlichen Zeugnisse keltischer Kultur, die uns bis heute
erhalten sind, gehen weitgehend auf diese Aufzeichnungen in den
Klöstern von Irland und Wales zurück. Als die Mönche das keltische
Kulturerbe aufzuzeichnen begannen, waren auch die Inselkelten
lange vielfältigen Einflüssen anderer Kulturen ausgesetzt gewesen,
so daß sich in der Mythologie urkeltische, nordische, christliche und
auch griechisch-römische Einflüsse linden lassen. So umfaßt die
keltische Mythologie, wie sie von diesem Lexikon präsentiert wird,
Sagenfiguren und Überlieferungen keltischen Ursprungs aus der
Inselwelt Britanniens, in denen sich auch solche nicht -keltischen
Einflüsse spiegeln. Eine »reine« keltische Mythologie ist nirgendwo
aufgezeichnet worden. Aber die Sagenwelt der westlichen Inseln
Europas ist keltischen Ursprungs, und wenn man überhaupt von
einer erhaltenen keltischen Mythologie sprechen kann, so findet
sie sich in den diesem Buch zugrunde liegenden Sagen und
Legenden Irlands und Großbritanniens.

Die Sage vom König Arthus

Keine Sagengestalt, deren Ursprung in den Überlieferungen der


keltischen Mythologie zu finden ist, besitzt auch außerhalb der
ehemaligen keltischen Siedlungsräume bis auf den heutigen Tag
solche Popularität wie der legendäre König Britanniens mit seinem
Schwert Excalibur, seinem Hofzauberer Merlin und den Rittern
seiner Tafelrunde. An der Arthus-Sage zeigt sich besonders, wie
ursprünglich keltische Elemente eines Sagenkreises über die Jahr-
hunderte hinweg durch andere Kultureinflüsse verfärbt und weiter-
entwickelt wurden.
Ob Arthus tatsächlich ein historischer Herrscher Britanniens aus
dem 6. oder 7. Jahrhundert nach Christi war, wird sich wohl niemals
mit Sicherheit sagen lassen. Erste Erwähnung findet er bei engli-
schen Chronisten des 10. Jahrhunderts, die sich bereits auf ältere
Aufzeichnungen berufen. Von da an wird seine Figur immer populärer
und findet zwei Jahrhunderte später in der Dichtung höfischer
Minnes änger Verbreitung in ganz Europa. Die keltischen Elemente
der Sage sind es, die ihr bis heute ihre Eigenart geben: der Druide

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Merlin, der Feen und Zauberinnen der keltischen Anderswelt, die
magischen Zaubermittel Schwert und Kelch - all das sind Bilder aus
der keltischen Geisteswelt. Über die Geschichten von Arthus sind
sie uns bis heute erhalten geblieben. Und oft begegnet uns in
literarischen oder unterhaltenden Nacherzählungen der Arthus -Sa-
gen das Keltentum zum ersten Mal.
Merlins Zauberei, Arthus Ritterlichkeit und Königtum und die Taten
seiner Ritter spiegeln das letzte Aufleuchten der untergehenden
keltischen Kultur wider, die langsam, aber unaufhaltsam von ch rist-
lichen und nordischen Einfl üssen verdrängt und überlagert wird.
Nicht zufällig besiegt Arthus zum letzten Mal die angels ächsischen
Eroberer, die bald nach seinem Tod zu den Herren Britanniens
werden, nur um dann Jahrhunderte später selbst den normannischen
Invasoren zu erliegen. Aber wenn auch von der materiellen und
sozialen Kultur der Kelten nichts geblieben ist, zeigen sich ihre
Mythen in der Gestalt des Arthus äußerst lebendig. Sie geh ören zum
kulturellen Erbe Europas, und sie nicht zu kennen bedeu tet, einen
bestimmten geistigen Bereich unserer Welt noch nicht entdeckt zu
haben.
Die Herausgeber
November 1993

10
Einleitung

A lsliterarischen
der Mönch Nennius im neunten Jahrhundert aus diversen
und mündlichen Quellen seine Geschichte Britan-
niens zusammenstellte, behauptete er, daß er darin alles, was er hatte
finden können, angehäuft habe. Aus einem solchen Komposthaufen,
der aus Schichten verschiedenen Materials in unterschiedlichen
Stadien der Aufl ösung und der erneuten Zusammensetzung besteht, ist
auch dieser Führer durch die keltische Mythologie der britischen
Inseln zusammengestellt. Wie jeder Gärtner weiß, ist ein guter
Komposthaufen die absolute Voraussetzung eines gesunden Gar-
tens. Für Mythographen sind gute Mythen absolute Voraussetzungen
dafür, daß unser Bewußtsein durch die Phantasie fortwährend
angeregt wird.
Die Menschen, Götter und Helden dieses Buches haben allesamt
ihren eigenständigen Beitrag zum mythischen Bewußtsein der bri-
tannischen Inseln geleistet. Heute fabrizieren wir unsere eigenen
Mythen (und Mythologien), doch wird es unseren Nachkommen
überlassen bleiben, zu entscheiden, ob auch diese im Bewußtsein
der Allgemeinheit ihren Platz finden. Im Zeitalter des erschwingli-
chen Taschenbuches und der elektronischen Kulturverbreitung ist es
schwer, sich Zeiten zu vergegenwärtigen, in denen das Gedächtnis
und die mündliche Tradition die einzigen Methoden der Über-
lieferung darstellten. Sollte jedoch eine Zeit kommen, in der Com-
puterdateien uns versperrt blieben oder verlorengingen, oder in der
es keine abholzbaren Wälder zur Herstellung von Büchern mehr
gäbe, würden wir uns erneut in einer solchen Situation befinden.
Würden unser Gedächtnis oder das Bewußtsein der Allgemeinheit
ausreichen?
Nennius behauptete in der Tat, daß er seine Chronik der Geschichte
und der verborgenen Folklore Britanniens deshalb zusammenstellte,
weil er die mündliche Tradition für unausreichend hielt, um das
mannigfaltige Material künftig an spätere Generationen weiterzu-
leiten. Wir geben unumwunden zu, daß viele Einträge in unserem
Lexikon der Mythen nur dadurch erhalten geblieben sind, daß
eifrige Chronisten und Geschichtenerz ähler sie bereits niederschrie-
ben. Etliche dieser Niederschriften waren mit reichlichen Aus-
schmückungen versehen oder kolportierten diverse Geschichten in

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einer Erzählung; so verhält es sich nun einmal mit dem Lauf der
Mythenüberlieferung.
Natürlich kann kein Lexikon der Mythen seinen Stoff erschöpfend
behandeln. Über den Umfang und die Auswahlkriterien entscheiden
zwangsläufig eklektisch die Herausgeber. Damit diese Ausgabe eine
gewisse Handlichkeit beibehält, haben wir uns auf die Mythen
konzentriert, die wir für die wesentlichsten halten; mit wenigen
Ausnahmen sind diese zugleich die ältesten. In jedem Falle fragten
wir uns: »Sollen diese Knochen leben?« Einige Mythen sind nur
noch fragmentarisch vorhanden oder bis auf die Namen der
Protagonisten verschüttet, so daß man gelegentlich fragen mag:
»Wozu?« Oft jedoch stellen diese armseligen Fetzen das »fehlende
Glied« dar, welches die Kontinuität einer Tradition aufzeigt; wo
solche Figuren wichtig erscheinen, haben wir sie berücksichtigt.
Der Mythos ist mehr als eine Zweigstelle der Folklore. Er ist der
Kern des lebendigen Organismus, in dem das Herz eines Volkes am
stärksten schlägt; er verleiht Identität und fördert den Willen, Lei-
stungen zu vollbringen oder Hindernisse zu beseitigen. Dies mag
uns heute nur schwer einleuchten, was daher rührt, daß wir uns mit
anderen, schwächeren Mythen aus der flüchtigen Medienkultur
vollgestopft haben. Mythen sind jedoch als Nahrung für die Psyche
unerläßlich. In den letzten Jahren neigten wir dazu, uns mit Fertig-
produkten zufriedenzugeben und ließen uns von der gewachsenen
Kultur der Heimat ablenken. Damit wollen wir keinen Rassismus
predigen: Die Bevölkerung und die Kultur der britannischen Inseln
entstammen wiederholten Besucherwellen, die das Land nachein-
ander besiedelt und dem Gesamtgewebe ihren jeweils ureigenen
Faden beigesteuert haben. Ohne frische Weltanschauungen hätten
die britischen Inseln als kulturelle Einheit nicht überlebt. Auch eine
mythische Tradition muß sich ständig neu bereichern, sonst verküm-
mert sie.
Es muß immer Sänger und Geschichtenerzähler geben, aber ebenso
nötig sind eifrige Zuhörer und Leser. Wir hoffen, daß dieses Buch
den Leser anregt, die großen mythischen Geschichten zu lesen, um
sich diese in seiner Phantasie zu eigen zu machen und endlos neu
nachzuvollziehen. Ein Ministerium des Mythischen Bewußtseins,
dessen Aufgabe es wäre, unsere Mythologie am Leben zu erhalten,
besteht nicht. Diese Aufgabe obliegt nun dem Leser; nur er kann

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diese Geschichten seinen Kindern erz ählen — in der Hoffnung, daß
sie sie den ihren weiterreichen.
Hoffentlich wird der Leser die Figuren, die ihn interessieren, in
diesem Buch ausfindig machen. Wie bei allen Nachschlagewerken
sind Lücken unvermeidlich; es ist uns nur zu bewußt, daß in einem
Band nur eine Übersicht des weiten Themenspektrums unterge-
bracht werden kann. Vor allem hoffen die Herausgeber, daß der
Leser diese Mythen nicht als totes Material begreift, sondern daß er
Gelegenheit findet, sie aktiv zu verwenden. Also: Lesen Sie, erzählen
Sie, singen Sie diese Geschichten - denn nur Sie sind ihre
Überlebenschance.
Caitlin und John Matthews

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Kategorien der Namen und der Angaben

AusTrojamythausischer Sicht stammten die Briten von Brutus ab, der von
segelte, um in Britannien sein Troia Nova zu gründen.
Die Iren kommen mythologisch von Noah und den K önigen Spaniens,
Griechenlands und Ägyptens. Die Überlebenden von Atlantis sollen
an die Strände des heutigen Britanniens gespült worden sein. Es
folgten historisch belegte Eroberungshorden aus Europa und Asien,
die sich allesamt durch ein eigenständiges Me tall-, Ton- oder
Kunsthandwerk auszeichneten. Die Besiedler des Westens von
Schottland waren in Wirklichkeit irische Galen, die Waliser dagegen
Briten; sie wurden erst von den neu angekomme nen Sachsen
»wealas « bzw. »Ausländer« genannt. Um sich selbst von den
anderen zu unterscheiden, nannten sich die Waliser Cymru. Die
Bretonen waren Brite n. Und wer sollen dann die Engländer gewesen
sein? Wenn man eine Schicht nach der anderen herunterreißt, kommt
immer wieder die mythische Tapete eines fr üheren Volkes zum
Vorschein. Wie bei jeder Behausung, ver änderten die Bewohner
das, was ihnen nicht paßte und behielten diejenigen Merkmale bei,
an denen sie Gefallen fanden. Die Götter des einen Volkes wurden
die D ämonen oder Feen des darauffolgenden. Ein ehemals
Ehrfurcht und Schrecken einfl ößender Name wurde zum
Gegenstand der L ächerlichkeit und des Spottes. Wie der ewige
Wellengang der Einflüsse gegen die Strände brandete, so wurde die
bestehende Küste der mythischen Dimension verwandelt und neu
geformt. Dennoch mu ß das hartn äckige Überleben bestimmter
Figuren, Archetypen und Themen als bemerkens wert angesehen
werden; diese stellen den Urkern der keltischen Mythologie dar. Die
beständigen Eigenschaften dieser Heimat, wie das Wetter (welches
die Iren als »sanft« bezeichnen, Touristen aber schlicht als verregnet
empfinden), bilden das grunds ätzliche Kli ma der
Glaubensbekenntnisse. Schlafende Könige, die ihrer Wiederkehr
harren, Hexen, die sich in wundersch öne, Geschenke bringende
Mädchen verwandeln, keulenschwingende Riesen und Frauen aus
dem Jenseits mit Zaubertr änken geh ören allesamt dieser zusam -
mengewürfelten Tradition an. Was den Siedlern selbst widerfuhr,
geschah auch den Göttern und Glaubensrichtungen, die nach Bri-
tannien importiert wurden: die scharfe Definition ihres Ursprungs

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weichte sich allmählich auf, und sie paßten sich dem Ambiente der
neuen Heimat immer mehr an.
Innerhalb dieses Rahmens steht fest, daß die Verwender eines sol-
chen Lexikons konkreter Anhaltspunkte und Definitionen bedürfen.
Die Menschen, Götter, Helden und Traditionen, die dieses Buch
ausmachen, werden alphabetisch angeführt, mit einer zus ätzlichen,
auf die jeweilige Herkunft ausgerichtete Kategorisierung. Auf weitere
inhaltliche Sub-Kategorien ist bewußt verzichtet worden, um die
Benutzung dieses Werkes nicht unnötig zu komplizieren. Jeder
Eintrag erscheint in der gebräuchlichsten Orthographie und mit
diesbez üglichen Varianten; angefügt ist ein Schlüssel-Buchstabe, der
die Kategorie kennzeichnet. Zum Beispiel:
Kay/Cai/Cei/Keu (A)
In diesem Fall handelt es sich um eine Figur aus den Arthuslegen-
den. Der Schlüssel zu diesem Modus der Kategorisierung findet sich
vor dem Beginn des eigentlichen Lexikons. Die folgenden Rubriken
erläutern die Mythen oder Geschichten, die mit dem jeweiligen
Eintrag verbunden sind, sowie relevante Geschichten, die sich damit
überschneiden. Figuren und Begriffe, die hier angeführt sind und
die mit einem eigenen Eintrag erscheinen, sind kursiv gedruckt.

Die Kategorien und ihre Definitionsweise sind wie folgt:

Arthuslegende Nicht von ungefähr werden die Geschichten um


König Arthus als »die Sache Britanniens « bezeichnet und sind der
populärste Stoff der keltischen Sagenkreise, auch wenn der keltische
Kern der Sage von vielfältigen christlichen und höfisch mittelalter-

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lichen Elementen überlagert wird. Innerhalb dieser riesigen An-
sammlung an Material treffen und vermischen sich mündliche und
literarische Überlieferungen in einem solchen Maße, daß unsere
Kriterien flexibel bleiben mußten. Wir haben die frühesten walisi-
schen Textbelege, sowie Malorys späteren Roman »Le Morte d'Arthur«
und das sogenannte »Vulgate Cycle« der Arthusmythen be-
rücksichtigt, zumal letztere Quellen sich auf eine ältere mündliche
Tradition berufen. In der Regel haben wir die europäischen Ergän-
zungen »der Sache Britanniens« außer acht gelassen - bis auf einige
Figuren im »Parzival« des Wolfram von Eschenbach, in denen
wichtige Figuren wie Kundry und Anfortas auftreten. Mehrere Orte,
wie Camelot und Sarras, werden hier erläutert, da sie die mythische
Landschaft von Britannien zu Zeiten des Arthus typisieren. Berühmte
Gegenstände, wie der Gral und Waffen wie Exkalibur, wurden
ebenfalls berücksichtigt; nebens ächliche Gegenstände ohne
»Schlüsselcharakter«, die lediglich in den literarischen Fiktionen
zum Vorschein kommen, hingegen nicht. Kurz, unser Bemühen ist es
gewesen, zwischen der Tradition und der daraus entstandenen
Literatur ein Gleichgewicht zu finden und vor allem jene Informa-
tionen zu bieten, die der nachfragende Leser am wahrscheinlichsten
suchen könnte.

Griechisch Wenige griechische Figuren haben aufgrund ihrer


Verbindungen mit Britannien in die keltische Sagenwelt Eingang
gefunden. Dazu gehören Kronos und Apoll: nach griechischer An-
sicht hatten beide mit den Inseln jenseits des »Nordwinds« zu tun,
bzw. mit Hyperborea, zu der Britannien gehört haben soll.

Irisch Da die mythischen Traditionen Irlands relativ autark blieben,


erübrigen sich fast Erläuterungen dieser Kategorie. Dennoch sollte
hier angemerkt werden, daß auch für den Leser, der des Irischen
nicht mächtig ist, eine große Menge Materials vorliegt -ein noch
größerer Reichtum an bislang Unübersetztem, welcher der
Aufmerksamkeit von Philologen, die sich mit früh- und mitteliri-
scher Sprache beschäftigen, harrt; darüber hinaus lebt in Irland eine
unvergleichliche mündliche Tradition fort - unter immer erschwer-
teren Bedingungen. Hoffentlich wird es den Ethnologen und Kel-
tenforschern möglich sein, dieses Material nach und nach einer
breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Wir haben uns haupt-

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sächlich auf die großen Mythenzyklen der »Books of Invasions«
(»Chroniken der Eroberungen«), der Geschichten des Fionn mac
Cumhail und des CuChulainn, sowie (am Rande) der »Cycles of the
Kings « (»Zyklen der Könige«) konzentriert.

Keltisch Einige Einträge lassen sich weder als walisisch, noch als
irisch oder als schottisch bezeichnen, da sie zu allen drei Kategorien
zugleich gehören. In solchen Fällen haben wir uns für den Dachbegriff
»keltisch« entschieden. Dabei sollte angemerkt werden, daß unter
dieser Bezeichnung auch frühere, unkategorisierbare Eigenschaften
eingeschlossen sein können sowie Mythen aus anderen keltischen
Siedlungsgebieten außerhalb der britannischen Inseln.

Nordisch In der mythischen Geschichte Britanniens spielten die


Götter der skandinavischen Besucher und Eroberer eine nicht un-
wesentliche Rolle. Wie die christliche Tradition hat auch die nor-
disch-germanische Kultur sich mit dem britannischen Keltentum
verbunden und aus der Begegnung dieser beiden Kulturen entstanden
eigene Mythen. Hier haben wir die vorrangigen Götter des
nordischen Pantheons, sowie die Helden, welche Teil ihrer Tradition
waren, berücksichtigt, soweit sie in die keltische Überlieferung
Eingang fanden.

Römisch und Romano-britisch Die Römer blieben nur wenige


Jahrhunderte in Britannien, doch war ihr Einfluß auf die Landschaft
und das Bewußtsein der »britischen« Kelten ein dauerhafter. Hier
sind römische Gottheiten aufgeführt, die eine eigenständige, neue
Funktion annahmen - wie Mars, dem mehrere »örtliche« Gottheiten
einverleibt sind. Die Römer machten es sich (wohlweislich) zur
Gewohnheit, die vor Ort bestehenden Gottheiten zu beschwichtigen,
indem sie den genius loci höflich unter dem Namen der am ehesten
verwandten römischen Entsprechung huldigten. Einige Götter wi-
dersetzten sich jedoch dieser Praxis, entweder weil die Bevölkerung
sich auflehnte, oder weil die Römer selbst von den Eigenschaften
und Funktionen des Gottes so überwältigt waren, daß sie bei mit
dem bestehenden Namen beließen. Mehrere Mischformen entstan-
den; so ist es nicht ungewöhnlich, auf einen römischen Gott mit
einer keltischen Gefährtin zu treffen, wie z. B. Merkur und Rosmerta.
Hier wurden die wesentlichen romano-britischen Götter berück-

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sichtigt, wobei der eine oder andere aus Gallien oder aus sonstigen
Regionen Europas importiert worden sein mag — für eine so weit-
läufige Besatzungsmacht an sich eine Selbstverständlichkeit.

Schottisch Wie Wales verfügte Schottland nie über eindeutige


Grenzen. Außer im Hochgebirge und auf den Inseln des Westens -
Regionen, die eine starke Identität aufwiesen - lassen sich Einflüsse
aus Skandinavien, Cumbrien und Northumbrien erkennen, welche
Reste der verlorenen piktischen Mythen in sich bergen. Wie in Irland
hat eine stark ausgeprägte mündliche Tradition viele Geschichtsfä-
den der Vergangenheit am Leben erhalten.

Walisisch Wie oben erwähnt, nennen sich die Waliser Cymru. Nur
andere Völker nennen sie Waliser, doch hat sich diese Bezeichnung
fest etabliert und daher hoffen wir, daß sie, wohl wissend, daß sie
»die wirklichen Briten« sind, nichts dagegen einzuwenden haben
werden. Hier haben wir uns wieder einmal auf die Hauptquellen wie
das »Mabinogion« und die Triaden für unsere Sammlung konzen-
triert. Wie schon beim irischen Material mangelt es auch hier an
Übersetzungen der traditionellen Geschichten, die auch dem Leser
zugänglich gemacht werden könnten, der des Walisischen nicht
mächtig ist. Da für Sprecher des Walisischen und des Irischen die
jeweilige Sprache das Vehikel des mythischen Bewußtseins dar-
stellt, sollte man sich vergegenwärtigen, daß es im Falle des (zu
befürchtenden, aber nie gutzuheißenden) Aussterbens des Walisi-
schen und Gälischen die Übersetzungen sein werden, welche die
Gewähr für das (zu erhoffende) Überleben der Mythen darstellen.

Sonstige Einige Einträge erscheinen ohne Kategorienbezeichnung,


da die Kategorie entweder von vornherein selbstverständlich ist (z. B.
bei Tieren), oder aber es sich dabei um Figuren handelt, die zwischen
historischer Belegbarkeit, Folklore und mythischem Archetypus
angesiedelt sind. Dazu gehören eine Reihe von Heiligen -z. T.
nationale Schutzheilige wie Patrick und Georg, aber auch einige,
deren Mythos bereits aus heidnischer Tradition entstand - deren
Legenden meist die Funktionen der ehemaligen Götter ersetzten. Hier
finden sich auch Figuren, die sich jeder regionalen Eingrenzung
widersetzen, wie die Schwarze Annis, sowie Helden - wie Hereward
der Wache und William Wallace - deren Missionen ihnen legendären
Charakter verliehen.

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In einem Lexikon wie diesem bleiben Tiere meist unberücksichtigt.
Da sie aber in mannigfaltigen Mythen eine so wesentliche Rolle
spielen - sei es als helfende Geister, als Symbole oder Embleme der
Protagonisten, als verzauberte Gestalt oder als Tarnung - haben wir
uns entschlossen, der Tierwelt, die in der Tiefenpsychologie und
der Mythologie dieser Inseln oft nicht nur Motive, sondern geradezu
Handlungsträger darstellen, den ihr gebührenden Platz einzu-
räumen.

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Schlüssel
(A) Arthuslegende (R) Römisch
(G) Griechisch (RB) Romano-britisch
(I) Irisch (S) Schottisch
(K) Keltisch (W) Walisisch
(N) Nordisch
Kursiv gedruckte Namen weisen auf einen eigenen Eintrag hin.

20
A
Abaris (G) Nach der griechi- nacht erinnern kann. Der Wettstreit
schen Tradition ist Abaris Priester wird zwischen dem Falken Achills
und Diener des Hyperboräischen und dem Adler ausgetragen. Der
Apollon. Als Bote dieses Gottes ritt weibliche Adler wird auf eine nutz-
er auf einem goldenen Pfeil und lose Erkundungsreise geschickt
besuchte Pythagoras, der ihn auf- und befragt alle Tiere. Bei der
nahm und einweihte. Möglicher- Rückkehr stellt er fest, daß seine
weise verkörpert er einen Heiligen Kinder vom Falken aufgefressen
oder Druiden aus Britannien. worden sind.
Accalon von Gaul (A) Krieger Eine keltische Tradition hält fest,
und Liebhaber von Morgan le Fay, daß Adam und Eva in Gestalt von
mit welcher er sich verschwor, um Adlern weiterleben. Fintan und
durch den Diebstahl des Schwertes Tuan MacCarill verbringen beide
Exkalibur, das seinen Besitzer ge- ein Leben in Adlergestalt, bis sie
gen Verwundungen feilte, Arthus schließlich in Lachse - das langle-
aus dem Weg zu räumen. Nicht bigste und weiseste aller Tiere -
zuletzt durch die Unterstützung verwandelt werden. Aed mac Lir (I)
Merlins wurde Accalon jedoch be- Sohn Aobhs. Er wurde von seiner
siegt. Stiefmutter, Aiofe, in einen Schwan
Adam Bell Einer von drei engli- verwandelt. Aegir Hier (N) Gott
schen Vogelfreien, die ob ihrer Bo- des Meeres in seiner ruhigen Form,
genschieß-Künste berühmt waren. im Gegensatz zu seiner Frau Ran.
Als einer von ihnen, William of Sie bewohnten zusammen einen
Cloudesley, gehenkt werden sollte, Saal unter den Wogen in der Nähe
retteten ihn Adam und Clim von der Insel Hlesay.
Clough und gingen nach London, Aes Sidhe (I) Die Heerscharen
wo sie durch das Gewinnen eines von Sidhe oder Hohlen Hügel. Die
Wettbewerbs im Bogenschießen Bewohner des Jenseitslandes. In
die königliche Vergebung erlang- der Überlieferung ritten sie am
ten. Alle drei wurden freie Männer. Vorabend der vier großen Feuerfe-
Adler Der Adler wurde traditionell ste - Samhain (31. Oktober), Oi-
als eines der ältesten Tiere an- melc (31. Januar), Beltaine (30.
gesehen; in der Suche nach Mabon April), und Lughnasadh (31. Juli) -
wird dies ausdrücklich. Maelduine aus, um sich mit den Erdenmen-
und seine Begleiter beobachten ei- schen zu vereinen. Yeats beschrieb
nen Adler bei der Selbsterneuerung sie als »Heerscharen der Lüfte«.
in einem geheimen See. Viele alter- (Siehe Daoine Sidhe.) Aesir (N)
tümliche Geschichten behandeln Die Götter von Asgard, angeführt
den Wettbewerb, welcher unter den von Odin und sei-
Vögeln sich an die kälteste Winter-

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nen Söhnen Thor, Balder, Tyr, Vali, er sich mit Mordred verschwor, um
Hoder, Bregi, Hermod, Vtli und Ve, den Ehebruch Guineveres mit Lan-
zusammen mit ihren Frauen Frig- zelot zu entlarven. Als er die Königin
ga, Sif, Nanna, Iduna. Zu ihnen in ihrem Schlaf gemach zur Rede zu
zählte auch Loki, der Unruhestifter. stellen versuchte, wurde er von
Seit der Urzeit bis hin zu Ragnarok, Lanzelot getötet.
dem Ende aller Dinge, herrschten Agretes (A) In »Grand Saint
sie über dem Himmel und befan- Greal«, einem Arthusroman des
den sich im ständigen Kriege mit dreizehnten Jahrhunderts, wird
den Eisriesen. Täglich trafen sie Agretes als König von Camelot
sich unter dem großen Weltbaum zu einer Zeit lange vor Arthus ge-
Yggdrasil, um ihre und der Men- schildert. Als Heide verfolgte er
schen Angelegenheiten zu beraten. Josephus, Sohn des Josef aus
Ursprünglich können sie eine Ge - Arimathäa und Hüter des Grals
meinschaft von Kriegergöttern ge- und wurde mit todesbringendem
wesen sein, die allmählich größere Wahnsinn bestraft.
Bedeutung erlangte und schließ- Aguigrenons (A) Etlichen Grals -
lich im Himmel die Macht über- romanen zufolge war Aguigrenons
nahm. Feldherr des Königs Clamadex, ei-
Afagddu (W) Siehe Morfran. nes bösen Monarchen, der viele
Afanc (W) Ein aus Urzeiten Gralsritter überfallen und einker-
stammendes Ungeheuer, welches kern ließ.
im See Llyn yr Afanc am Conwy- Schließlich konnte Parzival bei der
Fluß in Nordwales lebte. Meistens Verteidigung der Jungfrau Blanch-
hatte es die Gestalt eines Bibers fleur Aquigrenons überwältigen; er
und konnte Menschen in die Tiefen ließ sowohl diesen als auch dessen
des Sees hinabzerren. Schließlich Herrn zum Hof des Arthus bringen.
wurde es durch Ochsen aus dem Aidan, der Heilige (gest. 651)
See gezogen, nachdem es am Bu- Mönch von lona und Bischof von
sen einer Jungfrau in den Schlaf Lindisfarne. Er war Ire, der nach
gelullt worden war. England kam, um Oswald bei der
Aglovale (A) Sohn des Königs Bekehrung Northumbriens zu helfen.
Pellinore. Er wurde von Lanzelot Er weilte auf Inner Farne, als er die
versehentlich getö tet, als er Guine- vom heidnischen König Penda in
vere vom Marterpfahl befreien Brand gesteckte königliche Burg
wollte. Bamburgh erspähte. Aidan betete,
Agravaine (A) Ritter der Tafel - daß sich die Windrichtung ändere -
runde (Round Table), Bruder von mit Erfolg. Sein geistlicher Nach -
Gawain, Gaheris und Gareth. folger war Cuthbert, der von
Sohn von Lot, König von Orkney, Aidans ruhmreicher Himmelfahrt
und Morgause. Zu Ruhm kam er nur Zeuge wurde. Aidans Symbol ist
dadurch, daß

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die Fackel und sein Festtag der Der erste Graf von Desmond hieß
31. August. »Aines König« und Gerald selbst
Aideen (I) Frau von Oscar, dem »der Sohn des Ritters der schönen
Enkel des Fionn mac Cumhail. Als Aine«. Gerald soll, nachdem er
Oscar bei der Schlacht von Gabhra sein Leben damit zugebracht hatte,
fiel, starb sie vor Trauer und wurde einen Ruf als Magier aufzubauen,
in Howth auf dem Berg von Ben in Form eines Ganters von der Erd-
Edar beerdigt. fläche verschwunden sein. Diese
Ailill mac Matach (I) König von Legende zeigt, wie der Mythos der
Connacht, Ehemann der Medb Sovereignty sich bis ins Mittelalter
(siehe Maeve). Er besaß einen rie- aktiv fortsetzte.
sigen Stier, Finnbennach (Weiß- Ainle (I) Bruder der Naoisi,
horn), der seine Frau eifersüchtig Liebhaber der Deirdriu.
werden und nach dem Donn Cua- Aisling (I) Das Wort bedeutet
liluge (Braunrind) eines Mannes Traum oder Vision und ist im Neu-
aus Ulster trachten ließ. Die Folge irischen ein Frauenname; jedoch in
war der große Vieh-Streit, in dem den vielen irischen Geschichten
sich Ulster und Connacht mit diesem Titel erlebt der Träumer
bekriegten. Ailill konnte es mit die Vision einer speir-bhean oder
seiner Frau, der ihre Liebhaber Traumfrau, deren Schönheit ihn in
freizügig auswählte, nicht aufneh- enge Berührung mit der jenseitigen
men; einen von ihnen jedoch - Fer- Welt bringt.
gus mac Roigh - brachte er um. Viele Dichter des 18. Jahrhunderts
Ailill selbst wurde, nachdem ihn verfaßten Aisling-Gedichte, in de-
Medb am Maifeiertag mit einer nen von der Entdeckung einer ar-
Jungfrau zusammen liegen sah, im men, herumwandernden Frau er-
Auftrag der eifersüchtig rasenden zählt wird. Sie verkörpert das Land
Medb von Conall Gemach ermordet. Irland selbst, das unter dem Joch
Aine (I) Eine Göttin, die eine Art Englands leidet.
Souverenität in Südwestirland aus- Alain le Gros (A) Der Vater Par-
geübt zu haben schien. Einer sidhe- zivals - nach verschiedenen Quel-
Siedlung in Munster, Cnoc Aine, len. Einer der Geschichten zufolge
gab sie den Namen. Sie wird ein- gelang es ihm, mit einem einzigen
mal als Frau, ein anderes mal als Fisch eine große Menge Menschen
Tochter des Manannan mac Lir ge- zu ernähren; deshalb wurde er später
schildert. Fischerkönig genannt. Außerdem
Die spätere Volkstradition erzählt baute er die Burg Cor-benic, um
von Gearold larla (dem Grafen Ge- die Insignien und Embleme des
rald von Desmond, 1338-98), der Grals (Hallows of the Grau)
Aine beim Baden in einem Fluß unterzubringen.
entdeckte und sie vergewaltigte. Alban, der Heilige Erster Mär-
tyrer Britanniens. Er war Soldat

23
und Heide. Während einer der
zahlreichen Christenverfolgungen
gab er einem Priester Schutz. Al-
ban wurde bekehrt und, nachdem
er, um dem Priester zur Flucht zu
verhelfen, dessen Gewänder ange-
zogen hatte, selbst verhaftet und
angezeigt. Er wurde auf Holmhurst
Hill, wo später die große Abtei von
St. Albans gebaut wurde, hinge-
richtet. Wahrscheinlich lebte er im
dritten Jahrhundert und wurde in
Verulamium, dem heutigen St. Al-
bans, zum Märtyrer. Sein Festtag
ist der 22. Juni.
Albanactus Dritter Sohn des
Brutus; nach ihm wurde Albany
bzw. Schottland genannt.
Albion Der Name Britanniens,
ehe Brutus aus Troy (Troja) landete.
William Blake stellte Albion in
seinen poetischen und malerischen
Werken als Riesen dar und setzte
ihn mit Chronos gleich.
Aleine (A) Nichte Gawains. Nach
dem »Didot Perceval« schickte sie
Parzival eine rote Ritterrüstung
und überredete ihn mit Mühe, an
einem Turnier am Hofe des Arthus
teilzunehmen. In dieser Tarnung
gewann er das Turnier mit Bravour
Elfen nach Darstellungen in
und erhielt seinen Platz an der Ta -
viktorianischen Kinderbüchern. Aus
fekunde (Round Table).
den Alfar der Sage wurden die
Alfar (N) Die ursprünglichen Elfen,
Kobolde und Gnome der Kinder -
die später in die volkstümlichen
märchen.
Mythen der Ureinwohner
Britanniens Einzug fanden. Sie Frey. Letztere hausten in einem un-
bestanden aus zwei Gruppen: den terirdischen Reich und waren eini-
Lios Alfar oder Elfen des Lichts, gen Quellen zufolge Untertanen
sowie den Svart Alfar oder dunklen von Wayland the Smith (Wieland
Elfen. Erstere lebten in Alfhelm dem Schmied). Sie wurden oft mit
und waren Untertanen von den Zwergen verwechselt.

24
J. R. R. Tolkien schuf für sie eine ter bezeichnet wird. Beider Karriere
ganze Kunst-Mythologie, nach waren der kriegerischen Vertei-
welcher die Lios Alfar Diener des digung Englands und der Zivilisie-
Schöpfers waren. Seine Auffas- rung durch die Pflege der schönen
sung von Elfen vereinigte die nor- Künste gewidmet.
dischen Alfar mit den Bewohnern AIice la Beale Pilgrim(A) Toch-
der keltischen Blessed Islands (In- ter von Ansirus le Pilgrim, einem
seln der Seligkeit) oder der Daoine der vielen Vettern Lanzelots. Sie
Sidhe. half Alisander le Orphelln bei der
Alfasem (A) König von Terre Flucht aus der Burg von Morgan le
Foraine und einer der Verletzten Fay und heiratete ihn anschlie-
Könige (Wounded Kings). Nach ßend.
seiner Taufe durch Alain le Gros Sie trug ständig einen Schleier und
versuchte er, in den Gralsbecher zu hatte den Ruf, eine übernatürliche
blicken und wurde wegen seines Schönheit zu sein. Als der Schleier
Übermuts niedergeschmettert. gelüftet wurde, verliebte sich Ali-
Durch das Auffinden des Grals sander in sie.
wird er geheilt. Alisander le Orphelin (A) Ein
Alflielm (N) Die von den Lios Ritter, der auszog, um den Mord an
Alfar, den Elfen des Lichts, be- seinen Vater durch König Mark
wohnte Gegend Asgards, über die von Cornwall zu rächen.
Frey herrschte. Unterwegs erlebte er viele Aben-
Alfred der Große (849-900) teuer. Bei einem Turnier fiel er
König von Wessex. Er besiegte die Morgan le Fay auf, die seine Wun-
Dänen. Während er sich im Sumpf- den heilte, um ihn zu ihrem Lieb-
gebiet von Somerset auf der Insel haber zu machen. Er wies sie zu-
Athelney versteckte, soll er die be- rück und heiratete Alice la Beale
rühmten Kuchen verbrannt haben. Pilgrim. Camelot erreichte er nie;
Er erlebte eine Vision der Jungfrau er wurde zu den Rittern Marks ge-
Maria und legte ihr ein Juwel als zählt.
Gabe zu Füßen. 1693 wurde ein Amatheon (W) Sohn der Don. Er
solches Juwel mit der Inschrift erscheint nur noch in wenigen
»Alfred ließ mich machen« ent- Geschichten und Legenden, wie
deckt. (Es befindet sich im As hmo- »Culhwch and Olwen«, wo er als
lean-Museum, Oxford.) Alfred erließ wilder Hirte geschildert wird, so-
Gesetze, gründete die erste wie in dem Taliesin zugeschriebe-
wirkliche Marine und übersetzte die nen Gedicht »Cad Goddeu«, in
»Tröstungen der Philosophie« von welchem er zusammen mit seinem
Boethius. Er und Arthus sind die Bruder Gwydion gegen Arawn, den
beiden Helden, die die Epoche König von Annwn, der Unterwelt,
umrahmen, welche von den kämpft. Im heute gebräuchlichen
Historikern als frühes Mittelal- Walisischen heißt »Bauer« immer

25
noch »amaethwr«, dennoch kön- Amergin (I) Sohn des Miled. Er
nen wir bezüglich der ursprüngli- war Richter und Volksdichter. Seine
chen Eigenschaften Amaethons großen Verkündigungen ähneln jene
nur spekulieren; vielleicht übte er des Taliesin. Nachdem er den
für die Landwirtschaft eine Schutz- Göttinnen der Sovereignty - Ban-
funktion aus. ba, Fodla und Eriu - versprochen
Amangons (A) Ein grausamer hatte, die Insel nach ihnen zu nen-
und geiziger König, der vor den nen, durfte sein Volk nach Irland
Zeiten des Arthus lebte, dessen Ta- einwandern. Die Tuatha de Da-
ten aber die spätere Suche nach naan forderten ihn auf, zwischen
dem Gral wesentlich bestimmten. ihnen und seinem eigenen Volk zu
Zusammen mit seinen Anhängern richten, aber Amergin half den
vergewaltigte er Brunnenjungfern Söhnen Mileds dabei, Irland ü fr
und raubte ihnen ihre goldenen Be- sich zu beanspruchen.
cher. Zu den Zeiten des Arthus lebten Amfortas (A) Der Gralskönig
die Nachkommen dieser Jungfern (Grail King) im »Parzival« des
und Ritter im tiefsten Wald. Hinter Wolfram von Eschenbach, sowie
dieser Geschichte verbirgt sich ein in Richard Wagners gleichnamiger
kraftvoller Mythos »außerweltlicher« Oper.
Frauen, welche Souverenität des Aminadap (A) Einer der im
Landes verkörpern und die »Quest del Saint Graal« erwähnten
Heiligtümer (Hallows) Britanniens Reihe der Gralskönige (Grail
schützen; ihre Schutzmacht wird Kings).
aber verschlissen und ihnen Amr/Anir (A) Einer der Söhne
geraubt, was das Wüste Land des Arthus.
(Wasteland) verursacht. Nur das Von ihm ist lediglich bekannt, daß
Auffinden des Grals kann das Land er von seinem eigenen Vater an-
heilen. scheinend getötet wurde. Sein
Ambrosius (A) König Britan- Grab, Licat Amir, lag in Wales und
niens, Bruder des Uther Pendra- soll an zwei aufeinanderfolgenden
gon. Nächten niemals die gleiche Länge
Nach der Usurpation durch Vorti- aufgewiesen haben.
gern verbrachte er seine Kindheit Amsel Die Amsel war schon im-
im Ausland, aber mit Uther zusam- mer einer der melodienreichsten
men kehrte er zurück und bemäch- Singvögel der britischen Inseln;
tigte sich seines Throns. Nach ge- daher sollen zweifelsohne die Vö-
schichtlicher Überlieferung ü f hrte gel der Rhiannon Amseln gewesen
er den britischen Widerstand gegen sein.
die Saxons (Angelsachsen) an. Somit Sie saßen auf einem Ast des ewigen
legte er das Fundament für das Baums der jenseitigen Welt, wel-
spätere Königreich des Arthus. Er cher mitten im irdischen Paradies
wird der letzte Römer genannt. wächst. Ih r Singen betörte den Hö-

26
rer und lock te ihn in das Schottland jedoch als Schutzheili -
Jenseits. Bei ihrem Festmahl ger »angedreht« - als die alten kel-
zwischen den Welten singen sie tischen und culdischen Stätten
für Bran und für die Dunkeid und Abernethy vom neu-
»Gesellschaft des Edlen Kop - en Bistum St. Andrew's
fes «. Die Amsel war auch dafür verdrängt wurden. Sein Festtag
verantwortlich, daß Mabon gefun- ist der 30. November.
den wurde. Angharad (A) In der walisi-
Andraste (K) Isländische Krie- schen Version der GraMegende
gergöttin des Sieges, die von wurde sie von Peredur geliebt.
Boudicca bei ihren Feldzügen Ihr vollständiger Name ist
gegen die R ömer angerufen Anghararad Law Eurawc -
wurde. Ihre Kultstätte war ein »Angharad der goldenen Hand«.
heiliger Hain. Als Teil des Ritus Peredur schwor, keine andere
der Aussöhnung mit Andraste Frau zu lieben und mit keinem
setzte Boudicca einen Hasen frei. Mann zu sprechen, bis
Andred (A) Vetter Tristans. An- Angharad seine Liebe
dred war ständig darauf aus, Tri- erwiderte. Wom öglich ist sie eine
stans Tod herbeizuführen oder wesentlich ältere keltische
ihn zu diskreditieren. Er verfolgte Gottheit, deren Bedeutung wie die
dessen Begegnungen mit Isot und so vieler anderen in den
berichtete K önig Mark darüber. In Arthusromanen sehr gering
einigen Überlieferungen soll er gesch ätzt wurde. (Siehe Parzival.)
Tristan eigenhändig ermordet ha- Angrboda(N) Die Riesin, die
ben, doch wurde er selbst, zusam - Loki mehrere monströse Kinder
men mit allen Verschwörern gebar, darunter Hei, Fenris und
gegen Tristan, von Bellangere le die Schlange von Midgard.
Beuse getötet. Angus mac Og/Aengus/Oengus
Andrew, der Heilige Schutzhei- (I) Gott der Jugend, Sohn des
liger Schottlands, Bruder des Si- Dagda und der Boann. Nach
mon Petrus und wie dieser den Worten seiner Mutter (»Jung
Fischer aus Capernaum. ist der Sohn, der bei
Er wurde Apostel von Jesus und Tagesanbruch gezeugt und vor
soll in Achaia zum Märtyrer ge- dem Abend geboren wurde«, was
worden sein, indem er an ein x- auf den magischen
för-iniges Kreuz genagelt wurde. Zusammenhang von Zeugung
Bei der Schlacht von und Schwangerschaft anspielte)
Athelstoneford zwischen Angus, wurde er Mac Og ( »Junger
dem König der Pikten, und Sohn«) genannt. Er wurde als
Athelstan, dem K önig der Pflegekind des Midir
Angeln, soll er vor der pikti - großgezogen. Ein Text des 8.
schen Armee eine Vision dieses Jahrhunderts, »Ais -linge
Kreuzes gehabt haben. Offenkun- Oenguso« (»Der Traum des
dig wurde Andrew der Insel Angus «) erzählt davon, wie
Angus mac Og im Schlaf von
einer Jungfrau aus der jenseitigen
Welt, Caer
27
Ibormeith, aufgesucht wurde und das ist es, was mir gegeben wurde.«
wegen dieser dermaßen in Liebe Nach anderen Texten erhielt Angus
entbrannte, daß er erkrankte und anstelle seines Stiefvaters Elcmar
erst wieder genesen konnte, nach- seinen Anteil von Bruig na Boinne.
dem er sie mit der Hilfe des Bodb Er war der Pflegevater des Diar-
fand. Sie nahm abwechselnd die muid.
Form eines Schwans und die eines Angwish/Agwisance (A) König
Menschen an. Er fand sie zusam- von Irland und Vater der Isolde von
men mit 149 anderen Mädchen, die Irland.
allesamt die Form von Schwänen Anscheinend kämpfte er mit den
angenommen hatten, wobei silberne aufständischen Königen gegen
Ketten jedes Paar verbanden, zur Arthus zu Beginn von dessen Herr-
Zeit des Samhain-Festes im See schaft, doch später wurde er Mit-
von Bei Dracon. Angus glied der Tafelrunde. Mark von
verwandelte sich ebenfalls in einen Cornwall schuldete ihm Ergeben -
Schwan, und gemeinsam heit, was sch ließlich - als Tristan
umkreisten sie den See dreimal. kam, um ihm dieses Verh ältnis
Dabei sangen sie solch liebliche, streitig zu machen - dazu führte,
rührende Schlaflieder, daß alle We- daß Tristan nicht nur Angwishs
sen in der Umgebung drei Tage und Bruder Morholt tötete, sondern
drei Nächte lang tief schliefen. auch Isolde zum ersten Mal er -
Dann kehrten sie in seinen Palast blickte.
der Jenseits -Welt, BruignaBoinne, Anluan (I) Einer der Krieger von
zurück (New Orange in der Graf- Connacht, der die Königin Maeve
schaft Meath). beim berühmten Stierdiebstahl un-
Das Gedicht »The Song of Wande- terstützte. Danach wurde er von
ring Aengus« (»Das Lied von den Connall getötet. Als dieser mit An-
Reisen des Angus «) von W. B. luans Bruder Cet in einen prahleri-
Yeats ist eine Nacherzählung die- schen Wettstreit geriet, zeigte er
ses Ereignisses. ihm Anluans Kopf. Anna (A) Die
Aufgrund der magischen Bedin- Schwester des Arthus Geoffrey
gungen seiner Geburt hatte Angus von Monmouth zufolge.
Macht über die Zeit. Als die Hügel Annowre (A) Eine Zauberin des
von Sidhe unter den Tuatha de Da- Gefährlichen Waldes. Sie begehrte
naan aufgeteilt wurden, kam er mit Arthus und konnte ihn zun ächst in
Verspätung an und verlangte, daß den Wald locken. Aber als er sich
er einen Tag und eine Nacht im ihr widersetzte, wünschte sie sei -
Haus des Dagda verweilen dürfe. nen Tod und forderte mehrere Ritter
Dies wurde ihm gestattet, aber am auf, ihn zu töten. Nimue hörte
Tag darauf, als man ihn zur Abreise davon und brachte Tristan zu der
drängte, sagte Angus: »Tag und Stelle, an der Arthus
Nacht sind doch die ganze Welt,

28
gefangengehalten wurde, nachdem sie. Als sie davon hörte, daß er
ihn zwei Ritter entwaffnet hatten. Emer geheiratet hatte, sann sie auf
Tristan konnte diese beiden noch Rache. Sie zog seinen Sohn, Con-
rechtzeitig tö ten. Arthus selbst tö- laoch, groß und brachte ihm jed-
tete Annowre, die versucht hatte, wede Fähigkeit bei; aber sie legte
Exkalibur zu stehlen. Unter Um - ihm drei geasa oder Verbote auf:
ständen ist die ganze Ges chichte daß er vor niemandem weichen,
lediglich eine Variante der Ver- nie eine Herausforderung aus-
schwörung von Morgan le Fay und schlagen und niemandem seinen
ihres Liebhabers Accalon von Gal- Namen mitteilen d ürfe.
lien, welche Arthus in die Falle Aoife (I) Die Pflegetochter von
locken wollte. Bodh Darg. Sie heiratete Lir und
Annwn (W) Die Unterwelt Bri - wurde Stiefmutter der Kinder ihrer
tanniens, über die Arawn herrscht. Schwester - Fionnuala, Aed, Conn
Im Gegensatz zur klassischen oder und Fiachra. Sie verwandelte sie in
christlichen Unterwelt bzw. Hölle Schwäne, die 900 Jahre lang durch
ist Annwn keine Stätte der Strafe, die Welt ziehen mußten. Sie selbst
die ewige Jammerklagen erfordern wurde von Bodh Darg in eine Hexe
würde, sondern der Sitz der Macht der Luft verwandelt und mußte bis
der Vorfahren. Sterbliche dürfen zum Jüngsten Tag die Winde fegen.
den Ort besuchen: von hier bricht Aonbarr (I) Das magische Pferd,
die Wilde Jagd auf. welches Manannan mac Lir gehörte.
Anu (I) Die Mutter der Götter in Es konnte sich genauso gut auf dem
Mand. Das Hügelpaar in der Nähe Land wie auf dem Meer bewegen
von Killarnv in Munster wird nach und wurde später vom Gott Lugh
ihr »die Brüste der Anu« genannt. geritten, als dieser sich auf die
Als Vorfahre der Tuatha de Da- Suche nach dem Schwert des
naan ist sie mit Danu identisch. Lichts begab.
Aobh (I) Die erste Frau des Lir Apollon (G) Ursprünglich war
und Mutter von Fionnuala, Aed, Apollon ein thrakischer Gott, der
Conn und Fiachna. mit dem nördlichen Land Hyper-
Aoibhell (I) Eine Frau der Sidhe borea assoziiert wurde: dort soll er
bei Craig Liath in Munster. Sie war jedes Jahr überwintert haben. Dio-
der lehrende Geist des O'Brian- dorus Siculus und andere vermute-
Clans, obwohl sie in späteren Jah- ten, daß diese nördliche Region mit
ren eher als Banshee betrachtet Britannien analog war. Apollon war
wurde, denn wer ihrer Zauberharfe Gott der Musik, des
lauschte, lebte nicht lange. Sie war Bogenschießens und der Jagd: er
die Mätresse des Dubhlainn. selbst war Hirte. Dies sind auch die
Aoife (I) Kriegerin und Rivalin der Eigenschaften des Mabon undMa-
Scathach. CuChulainn besiegte sie ponus. Apollons Tempel wurde
im Kampf und schwängerte vonDiodorus als Stonehenge iden-

29
tifiziert. Apollon wurde auch von lainn, Scathach und Aoife unter-
den Römern während ihrer Besat- richteten. Sein Name bedeutet
zung Britanniens verehrt. »Hohe Macht«.
Archäologische Erkenntnisse las- Ardan (I) Bruder des Naoisi, der
sen es als wahrscheinlich gelten, der Liebhaber der Deirdriu war.
daß der Kult des Apollon zu dieser Argante (A) Königin der jensei-
Zeit aber bereits - als Verehrung tigen Welt. Nach »Brut« von Lay a-
des Maponus - fest etabliert war. mon, heilte sie die Wunden des
Das Beispiel einer Widmung an Arthus. Der Name ist wom öglich
Apollon Cunomaglus oder den eine Abwandlung von Morgan le
»Herrn der Hunde« betont seine Fay (d.h. Morgante ).
früheren Verbindungen eher als die
späteren klassischen Attribute.
Apollon war auch der Beschützer
von Troja - dem mythischen Ab-
stammungsort der Einwohner Bri-
tanniens.
Arawn (W) Gott der Unterwelt
Annwn. In »Pwyll, Prinz von Dy-
fed« erscheint er als Jäger, der mit
einer Meute rotohriger Hunde ei-
nen weißen Hirschen verfolgt. Sein
Titel - »Pen Annwn« oder »Kopf
von Annwn« - war heiß begehrt:
häufig wurde er wegen der Herr-
schaft über die Unterwelt heraus - Das Rad der Arianrhod.
gefordert, unter anderem von Haf-
gan und von Amatheon. Dem Pwyll, Arianrhod (W) Herrin des Turms
der für ihn Hafgan beseitigte, gab der Initiation in der Welt des Jen-
Arawn als Dankesgabe Schweine - seits. In diesem Turm, der Caer Sidi
welche ursprünglich Tiere der hieß, konnten Dichter die Weisheit
Unterwelt waren. Von Jahreszeit der Sterne erlernen und die Toten
zu Jahreszeit scheint er seine zwischen ihren Inkarnationen ver-
Herrschaft an andere abgegeben zu weilen. In der Geschichte von
haben, um später zurückzukehren; so »Math, Sohn von Mathonwy« er-
ist er eng mit Gwynn ap Nudd, dem scheint sie als Tochter der Don und
anderen südwalisischen Gott der Schwester des Gwydion. Als Math
Unterwelt, verwandt, dessen seine jungfräuliche Fußhalterin
Herrschaft ebenfalls jahreszeitlich verlor, bewirbt sie sich um die Stel-
bedingt war. lung. Dazu muß sie sich einer ma-
Ard-Greimne (I) Der Vater der gischen Prüfung ihrer Jungfräu-
zwei Kriegerinnen, die CuChu- lichkeit unterziehen. Als sie über

30
Maths Stab tritt, gebiert sie auf der Irland verbannt, aber er kehrte zu-
Stelle zwei Kinder: Dylan und rück und herrschte während der
Llew. Letzterer ist eine Frühgeburt Abwesenheit seines Vaters. Insge-
und wird von Gwydion aufgezogen. heim begehrte ihn Becuma, aber
Wegen dieser öffentlichen Schande sie forderte ihn zu einem Schach-
vor dem ganzen Hof, belegt Ari- spiel heraus, wobei der Einsatz der
anrhod den Llew mit drei Verbo- Stab des Cu Roi sein sollte. Art
ten: er soll keinen Namen, keine gewann und zwang Becuma, be-
Waffen und keine sterbliche Frau sagten Stab zu besorgen. Später
erhalten. Alle drei Hindernisse mußte er eine gefährliche Reise un-
werden mit der Hilfe der Zauber- ternehmen, um Delbchaem, die
kräfte Gwydions überwunden. Der Tochter der Coinchend zu suchen.
Subtext der Geschichte sowie frü- Er mußte Riesen, Hexen und die
here Hinweise deuten darauf hin, Kriegerin Coinchend selbst besie-
daß die beiden Kinder Arianrhods gen, bevor er Delbchaem gewin-
einem inzestuösen Verhältnis mit nen konnte.
ihrem Bruder Gwydion - oder mit Arthus (A) Sohn der Igerna und
ihrem Onkel Math - entstammen. des Uther Pendragon. Er wurde
Die Corona Borealis heißt auf Wa- auf Geheiß Merlins von Ector of
lisisch Caer Arianrhod; Ariadne, the Forest Sauvage erzogen.
eine griechische Resonanz von Nachdem er das Schwert Exkali-
Arianrhod, wird mit demselben bur aus dem Stein gezogen hatte,
Phänomen assoziiert. Gemeinsam wurde er König von Britannien. Er
ist ihnen auch das Knüpfen eines gründete die Tafelrunde, heiratete
magischen Netzes oder Rades aus Guinevere und machte sich daran,
Fäden. dem Land Stabilität und Gesetze zu
Aries (A) Ein Kuhhirte und an- geben. In den folgenden Jahren
geblicher Vater des Tor. Als der waren seine Ritter stets im ganzen
Knabe Ritter zu werden wünschte, Land unterwegs, um die Einhal-
brachte ihn Aries an den Hof des tung der Gesetze zu überwachen
Königs Arthus. Merlin verkündete und den Notdürftigen zu helfen. Die
dann, daß Tor eigentlich der Sohn Erscheinung des Grals in Ca-melot
des Königs Pellinore sei. Er wurde löste jene große Suche aus, an der
ein herausragender Ritter der Tafel- sich alle Ritter der Tafelrunde
runde. Aries ist wahrscheinlich die beteiligten. Nur drei von ihnen
einzige Figur niederen Ursprungs hatten jedoch Erfolg, und danach
in der ganzen Arthussage. war die Herrschaft des Arthus vom
Arondight (A) Das Schwert des Niedergang gezeichnet. Zu den Ur-
Lanzelot. sachen des Zusammenbruchs der
Art (I) Der Sohn des Conn Cet- Tafelrunde gehörten die Ankunft
chathach. Auf Drängen seiner seines außerehelichen Sohnes
Stiefmutter Becuma wurde er aus Mordred und die fortwährende

31
THE LflDYOFTHE L/IKE
TELLETH /IRTHVR OF THE
SWORD EXC/ILIBVK

Artus in einer Buchlllustratlon des viktorianischen Zeichners Aubrey Be-


ardsley. Die Dame des Sees erzählt Artus und Merlin vom SchwertExcalibur.
Liebesbeziehung zwischen seiner Drei geheimnisvolle Königinnen
Frau Guinevere und seinem ersten erschienen auf einem schwarzen
Ritter Lanzelot. Schließlich trafen Kahn und nahmen ihn mit nach
sich Arthus und Mordred bei der Avalon, wo er geheilt werden und
Schalcht von Camlan, wobei Ar- auf den Tag seiner Wiederkehr
thus tödlich verwundet wurde. warten konnte.

32
Diese Endfassung des Arthus-My- lation des Großen Bären oder Gro-
thos birgt das meiste Quellenmate- ßen Wagens.
rial. In der Arthuslegende lassen Asgard (N) Die Heimat der nor-
sich Spuren eines romano-briti- dischen Götter, eine vollständige
schen Kriegsanführers, eines Welt, die aus zwölf Regionen be-
Häuptlings des Zeitalters der Dun- stand; über jede herrschte einer der
kelheit und eines Königs des Mit- Götter. Die berühmteste Region
telalters erkennen. Er übernahm war Walhall, der große, goldene
die Funktion des Bran als ein in Metsaal des Odin, in dem sich die
Zeiten der Not anrufbarer Hüter Helden zu fröhlichen Trinkgelagen
des britannischen Reiches. Er soll versammelten. Ein riesiger Ab-
in der Abtei von Glastonbury be- grund trennte Asgard von der Erde;
graben und zur Zeit Heinrichs II. nur die Regenbogenbrücke Bifrost
wieder exhumiert worden sein. verband die beiden Welten.
Doch die Tradition und der Volks- Assipattle (S) Er war ein junger
glaube weisen ihm unsterblichen Faulenzer, der gerne vor dem Feuer
Ruhm zu. Verschiedene unterirdi- lag - daher sein Name, der so viel
sche Schlafstätten des Arthus wer- wie »Aschenkopf« bedeutet. Er
den genannt: u. a. bei Alderly Edge prahlte ständig mit heroischen Ta -
in Cheshire, beim Schloß von ten, die zu vollbringen er in der
Richmond in Yorkshire (siehe P öfter Lage wäre, doch erkannte niemand
Thompson) und bei Sewing- irgendwelche Anzeichen davon
shields nahe der Hadrian-Mauer an oder schenkte seinem Gerede
der englisch-schottischen Grenze. Glauben. Als aber das teuflische
In früheren Geschichten erscheint Ungeheuer Stoorworm (»Sturm -
er als eigenständiger Abenteuer- Wurm«) das Land überfiel, war es
held, in späteren Versionen treten Assipattle, der ihn durch List und
seine Ritter immer mehr in den Rafinesse den Garaus machte. Er
Vordergrund und agieren in sei- ruderte in einem kleinen Boot aufs
nem Namen. Die Arthusgeschich- Meer, nur mit seinem Messer und
ten heißen generisch »In Sachen einem Eimer voll brennendem Torf
Britannien« und gehören zum an Bord. Das Ungeheuer ver-
Wesenskern der Mythologie des schlang ihn, aber er schnitt ein
Landes. Loch in die Leber des Untieres und
Arthus Brust (A) Der gelegentlich warf den brennenden Torf hinein.
verwendete Name für die jenseitige Das Ungeheuer mußte, bevor es
Region, in welche Helden berufen einging, brechen. Der auf diese
wurden, um sich nach ihren Weise wiedergekehrte Assipattle
Anstrengungen auszuruhen. Die heiratete die Tochter des Königs.
Bezeichnung sollte an den Aufent- Er war aufgrund seiner Tat für die
halt des Arthus in Avalon erinnern. Erschaffung vieler Inseln des Nor-
Arthus Wagen (A) Die Konstel- dens verantwortlich.

33
Atlantis Legendärer Kontinent Austernfischer Dieser Vogel
von großer Zauberkraft. Atlantis stand unter dem Schutz der Brigit
soll aus dem Atlantischen Ozean und wurde auf Gälisch Brid-eun
emporgeragt haben, bis es wegen (»Brigits Vogel«) oder Bigein-Bri-
der korrupten Praktiken seiner de (»Brigits Junge«) genannt.
Priesterschaft überschwemmt wurde Avallach/Afallach (A) Vater des
und unterging. Die Mythologie der Modron und König des Jenseits -
britischen Inseln ist mit Spuren Reiches Avalon.
dieser Legende durchsetzt. Avalon (A) Das jenseitige Reich
Überschwemmungen und Einbrüche oder die Apfelinsel, auf die Arthus
des Meeres sind regelmäßige mit dem Kahn gebracht wurde, damit
Ereignisse an den westlichen Morgan seine Wunden heilen.
Extremitäten Europas, während die Avenable (A) Sie erscheint in einer
bretonische Sage der legendären der Geschichten um Merlin als
Stadt Ys die Atlantis -Legende Mädchen, welches sich als Lande-
widerspiegelt. Atlantis verkörpert delmann verkleidet und zum Ma-
eine altertümliche, jenseitige jordomo des Kaisers von Rom auf-
Tradition, die aufgrund des steigt; hier nennt sie sich Gri-
Machtmiß brauches dem Nieder- sandole. Eines Tages erwacht der
gang geweiht war. Die Legende Kaiser aus einem Traum, in dem er
und die esoterische Tradition halten eine gekrönte Sau gesehen hatte.
den Glauben lebendig, daß die Ihm wird mitgeteilt, daß nur der im
Überlebenden von Atlantis Teile benachbarten Wald lebende wilde
von Britannien kolonisierten und Mann den Traum deuten könne.
den Kern der dortigen Priesterkaste Grisandole findet den wilden
bildeten. Mann, der auch die Gestalt eines
Audhumla (N) Das Kuh-Unge- Hirschen annehmen konnte; der
heuer, welches den ersten der Mann erweist sich als Merlin. Er
Frostriesen, Ymir, sowie das Untier erläutert den Traum: die gekrönte
Burim gebar, dessen Sohn Bor der Sau ist mit der Kaiserin identisch;
Vater des Odin wurde. Audhumla ihre zwölf Landedelm änner sind
soll aus der Mischung des Eises ihre Kinder. Die Kaiserin wird auf
von Niflheim und der Hitzeglut von dem Scheiterhaufen verbrannt, und
Muspellsheimm geschaffen worden Grisandole, die als junge Frau ent-
sein. larvt wird, heiratet den Kaiser!

34
B
Badb (I) Krähe - ein Aspekt der (»der Wilde«) genannt. Er tötete
Morrighan. Sie begegnete CuChu- den Vetter des Arthus und kam ins
lainn auf dem Weg zur letzten Gefängnis. Nach seiner Freilas -
Schlacht als Wäscherin an der sung zog er aus, um Abenteuer zu
Furt. Auf ähnliche Weise erschien erleben und tötete den bösen Ritter
sie König Cormac als Vorbotin des Garion während eines Aufenthaltes
Todes. auf der Burg vom König Felles,
Bär Obwohl keine Bären mehr seinem Bruder. Auf der Flucht vor
auf den britischen Inseln beheimatet der Verfolgung durch den wüten-
sind, bleibt das Tier dort eine der den König, verwundete ihn Baiin
symbolträchtigsten Figuren. Ein versehentlich an beiden Oberschen-
altes gälisches Sprichwort »Art an keln mit dem Speer der Hallows
neart« beschreibt einen Helden als (Heiligtümer). Diese Handlung
angreifenden Bären. Der Name wurde als »Dolorous Blow« (»Ver-
Arthus entstammt dem Britischen hängnisvoller Schlag«) bezeichnet
»arth« bzw. »Bär«. Die Konstella- und soll die wesentliche Ursache
tion des Großen Wagens oder Gro- des »Wüsten Landes« gewesen
ßen Bären heißt auch Arthus Wa - sein. (Siehe Verwundeter König.)
gen.
Balan (A) Bruder des Baiin. Un-
wissentlich töteten sich die beiden
gegenseitig, da sie zur Tarnung ge-
borgte Rüstung trugen.
Balder/Baldur (N) »Der Schöne«
genannt. Balder war der Gott des
Lichts, Sohn des Odin und der
Frigga und Zwillingsbruder des
Hodur. Er war der beliebtes te der
Gotter, aber er wurde vom blinden Das Auge des Balor.
Hodur getötet, nachdem dieser von
Loki dazu überlistet worden war, Balor (I) König der Formianer.
mit einem Speer aus Mistelholz Nachdem prophezeiht worden war,
nach seinem Bruder zu werfen. Be- daß er von seinem Enkelkind getötet
kanntlich war Balder nur durch werden würde, sperrte er seine
dieses Holz überhaupt verwund- Tochter auf einer entlegenen Insel
bar. Odin schickte Herm od in die ein. Aber Cian mac Cainte konnte
Unterwelt, um Balder zurückzuho- die Insel besuchen und dort schlief
len, was Hermod aber nicht gelang. er mit Ethniu, der Tochter des Ba-
Balin (A) Bruder des Balan. Er lor. Aus ihrer Vereinigung wurde
wird manchmal »le Sauvage« Lugh geboren. Balor war einäugig,

35
weil er eine Druidengesellschaft sin auf ihre Reise mit dem verwun-
bei der Zubereitung eines Weis - deten Arthus zur Jenseits -Insel. Er
heitstranks ausspioniert hatte. Ein verkörpert den Fährmann des To-
Spritzer dieser Flüßigkeit traf sein des und wurde unter Umständen
Auge, welches fortan üf r jeden Be- aus dem Mythos des Manannan
trachter den bösen Blick erkennen abgeleitet. In der Gestalt des Hl.
ließ. Er hielt dieses eine Augenlid Barrind war er auch dafür verant-
geschlossen und hatte vier Diener, wortlich, den Hl. Brendan auf seine
die es anheben mußten, wenn er Reise zum Paradies der Seligen
seine Feinde mit einem Blick töten fortgeschickt zu haben. (Siehe In-
wollte. Bei der zweiten Schlacht seln des Glücks - Fortunate Is-
von Mag Tuired traf Lugh dieses lands.)
Auge mit einem Stein aus seiner Baruch (I) Der Krieger des Roten
Schleuder und öt tete Balor. Spuren Astes, der Deirdre und Naoisi bei
der Legende von Balor finden sich ihrer Rückkehr aus Schottland
in vielen überlieferten Volksge- begegnete. Er überredete Fergus,
schichten der britischen Inseln. Die seine Bewachung des Fluchtpaares
Parallelen zwischen ihm und zu unterbrechen, um mit ihm aus-
Yspaddaden sind so eindeutig, daß giebig zu essen. Fergus, dem das
sie als analoge Figuren betrachtet Gebot auferlegt worden war, kein
werden müssen. Angebot der Gastfreundschaft aus-
Banba (I) Nach einem verlorenen zuschlagen, willigte ein - und
frühen Manuskript war sie die erste überließ das ausgelieferte Paar sei-
Siedlerin Irlands - welches »die nem Schicksal.
Insel der Banba von den Frauen« Baudwin von der Bretagne (A)
genannt wurde und vielleicht mit Einer der herausragendsten der
Tir na mBan zusammenhängt. Sie späteren Ritter der Tafelrunde. Er
war eine der drei Göttinnen der überlebte die letzte Schlacht von
Sovereignty, denen Amergin die Camlan und lebte fortan als Ein-
Ehre versprach, die Insel nach dem siedler. Er war auch für seine Fä-
eigenen Namen zu benennen. higkeiten als Chirurg bekannt.
Banshee/Bean Sidhe (I) Die Frau Beare (I) Eine Prinzessin von
der Sidhe. Traditionsgemäß verfü- Spanien, die Eoghan Mor heiratete.
gen Familien, die mit der Welt des Es war ihr prophezeiht worden,
Jenseits Bindungen aufrechterhal- daß, wenn sie in der Nacht zum
ten, über eine Banshee, die im Hause Fluß Eibhear hinunterginge und
wohnt und vor einem Tod innerhalb dort einen farbigglänzenden Lachs
der Familie warnt. Sie wird mit erblickte, ihr vorbestimmter Ehe-
der Wäscherin an der Furt as- mann vor ihr erscheinen würde.
soziiert. Die Beare-Halbinsel an der Süd-
Barinthus (A) »Der Navigator« westspitze Irlands ist nach ihr be-
genannt. Er lotste Merlin und Talie- nannt. (Siehe Cailleach Bheare.)

36
Beast Glatisant (A) Siehe Su- Bel (K) Siehe Eile.
chendes Tier. Belatucadros (K) Keltischer
Beaumains (A) Siehe Gareth von Kriegsgott, der im nördlichen Bri-
Orkney. tannien hoch verehrt wurde. Die
Becuma (I) Eine Frau aus der Römer brachten ihn mit Mars in
Welt des Jenseits, die wegen eines Verbindung. Sein Name bedeutet
unbenannten Deliktes aus Tir »der schöne Glänzende«; er ist der
Tairngire verbannt wurde. Sie be- gehörnte Gott des Nordens.
gehrte Art, aber heiratete seinen Belinus (L) Bruder des Brennius
Vater, Conn Cetchathach, weil die- und König von Britannien. Nach
ser König war. Diese Ehe stand einem Zwist mit seinem Bruder
unter einem schlechten Stern, weil versöhnten sich beide wieder und
sie keine rechtm äßige Verkörpe- eroberten und plünderten zusam-
rung der Sovereignty war; so blieb men Rom. Er baute viele Straßen
das Land ohne Milch und ohne und errichtete seine Hauptstadt in
Korn. Caer Usk. Er war der Erbauer von
Becuma bestand darauf, daß Conn Billingsgate in Trinovantum (Lon-
den Art in die Verbannung schicke, don) und wurde dort in einer gol-
aber als Art zurückkehrte, um an denen Urne begraben.
seines Vaters statt zu herrschen, Bellieus (A) Glückloser Ritter in
forderte sie ihn zu einem Schach - den frühen Abenteuern des Lanzelot.
spiel heraus. Art gewann das erste Aus Versehen betrat Lanzelot das
Spiel und verlangte, daß sie ihm Zelt, in der Bellieus' Frau schlief,
den Stab des Cu Roi besorge. Sie und legte sich neben sie ins Bett.
gewann die Revanche und ließ Art Plötzlich kehrte Bellieus zurück,
aus/iehen, um nach Delbchaem zu entdeckte Lanzelot und forderte ihn
suchen. Als er nach erfolgreicher heraus - mit dem unausweichlichen
Suche mit seiner neuen Braut zu- Ergebnis, daß er beinahe öt dlich
rückkehrte, verbannte er Becuma verwundet wurde. Doch überlebte
aus Tara. er und wurde später zum Ritter der
Bedwyr/Bedivere (A) Eine der Tafelrunde erhoben.
ersten Figuren, die mit Arthus as- Beltaine (K) Das keltische Fest
so/iiett wurden. Seine Rolle ähnelt des Vorabends des Monats Mai,
der des Lanzelot, der ihn in den welches am 30. April gefeiert wird.
späteren Erzählungen verdrängte. Es war zugleich die Feier des Som-
Dort bleibt ihm fast nur noch die meranfangs, als das Vieh aus seiner
Funktion des treuen Überbringers Winterbleibe herausgelassen wur-
von Exkalibur. Er war der Diener de, um sich am frischen Grün des
des Arthus. Frühlings zu weiden. Das Wort be-
Befind (I) Midirs Name für Etuin, deutet »das Feuer des Bel«, einer
als sie in Sidhe dessen Frau war. mit Belinus verwandten Gottheit.

37
Bei diesem Fest wurden alle Feuer er heiratete die Tochter eines Sul-
in den Häusern gelöscht und mit tans, tötete einen Drachen und
neuem Feuer, welches die Druiden freundete sich mit einem Riesen
in dieser Nacht entzündeten, ent- namens Ascapard an. Bevis wird
facht. (Siehe Lughnasadh, Oimelc auch mit Schloß Arundel in Sussex
und Samhain.) in Verbindung gebracht, wo sein
Bendith Mamau (W) »Das Segen Schwert, Morglay, noch heute auf-
der Mütter«. Der euphemistische bewahrt wird.
Name für die Feen (Fairies) in Bifrost (N) Die Regenbogen-
Wales. Bezeichnenderweise brücke der Götter, die zwischen der
werden sie auch mit der dreifachen Erde und Asgard gespannt ist; sie
Gestalt der Göttin in Verbindung besteht aus Feuer, Luft und Wasser.
gebracht. (Siehe Mütter.) Zur Zeit des Ragnarok, wenn die
Beowulf (N) Einer der berühm- Riesen sie überschreiten, wird sie
testen aller Helden. Seine Ge- auseinanderbrechen. Thor, dem
schichte ist in einem Gedicht des größten der Götter, war es verbo-
8. Jahrhunderts niedergelegt, wel- ten, die Brücke zu betreten.
ches im westsächsischen Dialekt Bile (I) In der keltischen Welt war
des Altenglischen geschrieben im allgemeinen Verständnis ein
wurde. Darin sind drei Hauptge- Archetypus verbreitet, welcher
schichten enthalten: die erste er- ungefähr den mächtigen Herrn des
zählt von Beowulfs Kampf mit Lebens und des Todes entsprach. In
dem Ungeheuer Grendel; nach lan- der britischen Tradition hieß er Bei
gem Ringen kann Beowulf Grendel oder Belinus, auf irisch nannte man
außer Gefecht setzen. Die zweite ihn Bile. Nach einigen Quellen soll
Geschichte erzählt von seinem er von Spanien aus nach rland
I ge-
Kampf mit der Mutter des Grendel kommen sein, wobei Spanien hier
- einer Troll-Frau - unterhalb der eindeutig mit dem Reich der Toten
Oberfläche eines Sees; die dritte identifiziert wird. Die Feuer von
schildert, wie Beowulf einen Beltaine wurden angezündet, um
Drachen besiegt, der ihn dabei öt d- sein Fest zu feiern. Von seinem
lich verwundet. Diese Geschichten Mythos ist wenig bekannt, doch
bildeten wahrscheinlich den Teil war er, wie Danu, die oftmals als
eines längeren Zyklus von in den seine Gefährtin genannt wird, ü fr
sächsischen Ländern geläufigen die Kelten eine mächtige Gottheit
Heldenepen. der Vorfahren.
Bercelak/Bertilak (A) Siehe Grü- Bladud (I) König von Britannien.
ner Ritter. Er war der Erbauer von Caer
Bevis von Hampton Der Sohn Badum (Bath). Dort errichtete er
des Sir Guy von Hampton (Sou- den Tempel der Minerva und,
thampton). Er wurde in den Osten nachdem die medizinischen Vor-
geschickt und dort versklavt, aber züge der Quellen festgestellt wur-

38
den, ließ er Bäder neben das Tem- Gwydion und Math aus Blüten und
pelgelände bauen. Er stellte Flügel neun unterschiedlichen Elementen
her und versuchte zu fliegen, aber hergestellt, um die geise (den Zau-
er stürzte vom Dach des Apollon- berbann) zu umgehen, den Arian-
Tempels in Trinovantum (London) rhod dem Llew auferlegt hatte. Sie
zu Tode. Sein Mythos ähnelt dem wurde nie gefragt, ob sie Llew liebe
des Abaris', er scheint in einer Per - und bald verliebte sie sich in
son die Traditionen des Priesters einen vorbeiziehenden Jäger,
und des K önigs zu verk örpern. Gronw Pebr, mit dem sie den Tod
Blaise (A) Die schattenhafte Figur, ihres Mannes plante. Wie Delilah,
die hinter Merlin steht und als entlockte sie Llew dessen
dessen Lehrer bezeichnet wird. vorbestimmte Todesursache, dann
Blaise zog sich nach Northumber - stellte sie die entsprechenden
land zurück, wo Merlin ihn oftmals Umstände her. Sie wurde dafür von
besuchte; dort wurden auch seine Gwydion bestraft, der sie in eine
Taten und seine Prophezeihungen Eule verwandelte - den
aufgeschrieben. nächtlichen Jagdvogel, den alle Ta-
Blanaid/Blathnat (I) Die Frau gesvögel meiden. Ihre Geschichte
des Cu Roi mac Daire. Usprüng- folgt einem bekannten Volksmotiv:
lich entstammte sie der Welt des dem der verräterischen Blumen-
Jenseits und fiel Cu Roi als Kriegs- Braut. Diese Rolle teilt sie sowohl
beute zu. Insgeheim liebte sie mit Blanaid als auch mit Guine-
CuChulainn und half ihm, Cu Roi vere.
zu ermorden, indem sie, ähnlich Boann/Boand (I) Göttin des
DeliIah, dessen Haare mit dem Flusses Boyne, Frau des Elcmar
Bettgestell verknotete. Sie wurde und Mutter des Angus. Ihr Name
schließlich von Cu Rois Hofdichter bedeutet »Frau der Wei ßen Kühe«.
getötet, der seinen Herrn dadurch Dagda begehrte sie und lie ß
rächte, daß er die treulose Blanaid Elcmar einen Auftrag ausf ühren,
ergriff und mit ihr zusammen von der ihm neun Monate Abwesenheit
einer Felsklippe in den Tod stürzte. abnötigte, obwohl er selbst glaubte,
Ihr Name bedeutet »Blume« und er sei nur ein Tag lang fort ge -
sie ist mit Blodeuwedd analog. wesen.
Blanchfleur (A) Der gelegentlich Bodach (S) Wortwörtlich: »Alter
auftretende Name der Schwester Mann«. Im schottischen Hochland
Parzivals. Sie opferte ihr Leben, war es ein Bestandteil des
um eine leprakranke Frau zu Volksglaubens, daß der Bodach
heilen. Ihr Leichnam begleitete die Schornsteine herunterschlüpfte und
Gralssucher nach Sarras. (Siehe unartige Kinder raubte, obwohl er
Dindraine.) in anderen Regionen als
Blodeuwedd (W) Die Blumen- Todesboten galt. Im Gegensatz zu
Braut des Llew. Sie wurde von seiner wahrscheinlichen Entspre-

39
chung, der Cailleach, ist bezüglich freierin unterjochter Völker - ein
seiner Figur kaum Mythologisches offenbar inniges Anliegen der Briten
oder Folkloristisches überliefert. - liebevoll gepflegt.
Bodb (I) König der Sidi von Brahan Seer (gest. 1577) Coin-
Munster und Sohn des Dagda. Er neach Odhar war ein Scher und
half Angus auf der Suche nach Ca- Wahrsager. Seine Prophezeihun-
erlbormeith. In sein Reich zog sich gen bezüglich der Schlacht von
Lir zurück. Culloden, der Ahholzung des
Bors de Ganis (A) Sohn des schottischen Hochlandes und des
Königs B an von Benoic, Vetter des Aufkommens der Eisenbahn be-
Lanzelot und einer der berühmte - wahrheiteten sich alle, was auch
sten Ritter der Tafelrunde. Zusam- für seine Vorhersagung zum Schick-
men mit Parzival und Galahad war sal der Seaforth-Familie der Fall
er einer der drei erfolgreichen war. Er teilte dei Herzogin von
Gralssucher. Seaforth mit, daß ihr Mann ihr un-
Boudicca/Boadicea (K) (gest. 62 treu sei, woraufhin sie ihren Mann
n. Chr.) Königin der Iceni. Als ihr auf scheußliche Weise in einem
Mann Prasutagus starb und die Teerfaß verbrennen ließ; er pro-
Hälfte seines Reiches den Römern phezeihte das Aussterben der
überließ, stellte sie fest, daß es die Seaforth-Line, deren letztes
Römer auf das ganze Reich abge- Familienmitglied ein Taub-
sehen hatten. Aber nachdem sie stummer sein würde. Auch dies
Boudicca ausgepeitscht und ihre traf zu.
zwei Töchter vergewaltigt hatten,
stellten wiederum die Römer fest,
daß sie sich auf den vehementesten
Volksaufstand seit ihrer Eroberung
Britanniens eingelassen hatten.
Boudicca und ihre Stammesgenos-
sen plünderten Colchester und
London und verwüsteten das Land,
bis sie schließlich von Suetonius
Paulinus besiegt und gefangen- Brans magischer Kessel
genommen wurden. Um die
Schmach der öffentlichen Parade Bran der Selige/Bendigeid Fran
in Rom als gefangene Königin xu (W) Der titanengroße Bran hat in der
vermeiden, nahm sie Gift. Sie war britischen Mythologie einen großen
eine Verehrerin der Andraste, dei Stellenwert. Seine Geschichte wird in
Göttin des Sieges und opferte ihr »Branwen, Tochter des Llyr« erzählt, wo
ihre Gefangenen. Trotz der Blut- er der Besitzer eines Kessels
rünstigkeit des Auf standes wird ihr Ist, welcher Tote wieder zum
Andenken als Beispiel einer Be- Leben erwecken kann. Zur
Hochzeit seiner Schwe-

40
ster Branwen mit Matholwch, dem öffnen, aber als einer der Überle-
König von Irland, schenkt er diesen benden dies tut, werden sie sich der
Kessel den Iren als Wiedergutma- vergangenen Zeit und ihrer Leiden
chung für die vielen Beleidigun- bewußt.
gen, die sie von seilen seines und Der Mythos des Bran kann auf den
Branwens Bruders, Efnissien, er- des Kronos zurückverfolgt werden.
leiden mußten. Später muß er Er wurde außerdem in die Gralsle-
Branwen aus ihrer Knechtschaft genden übernommen, in denen
aus der Küche des irischen Königs Brom der Hüter des Grals ist und
retten, nachdem Matholwch sie in denen das Motiv des lebensspen-
dort hat einsperren lassen. Er watet denden Kessels seine Fortsetzung
durch das Irische Meer, führt so die findet. Die Triaden erzählen davon,
britische Flotte an und besiegt die wie Arthus den Kopf des Bran,
Iren. Diese willigen darin ein, Ma- dort, wo dieser zur Abwehr feind-
tholwch abzusetzen und Gwern, licher Invasionen zur Ruhe gebettet
den Sohn Branwens, zum König worden war, wieder ausgraben
auszurufen. ließ, weil er selber der einzige Be-
Beim Festmahl zur Feier des Waf- schützer seines Landes sein wollte.
fenstillstandes und der Thronbe- Dieser Aspekt lebt in der Legende
steigung Gwerns wirft Efnissien fort, die besagt, daß, wenn die Ra-
den Gwern ins Feuer und die ben den Tower von London verlas-
Feindseligkeiten brechen erneut sen, Britannien erobert wird. (Aus
aus. Die Iren beleben ihre Toten im diesem Grund werden ihre Flügel
Kessel wieder, aber keine Seite ge- gestutzt.) Brans Name bedeutet
winnt die Oberhand. Nur sieben »Rabe«.
Briten entkommen, Bran jedoch Bran mac Febal (I) Eine Frau
wird an der Ferse öt dlich verwun- der jenseitigen Welt forderte Bran
det. Er bittet darum, daß man ihm auf, zu den Inseln der Seligkeit
den Kopf abschlägt und diesen am (Blessed Islands) zu segeln, wo er
Weißen Turm (von London) be- auf das Land der Frauen (Tir na
gräbt. Die sieben Überlebenden er- mBan) treffen würde. Auf hoher
füllen seinen Wunsch und bringen See begegnete er Manannan mac
den Kopf zunächst nach Harlech, Lir, der ihm von den von Mag Mell
wo er sieben Jahre lang aufbewahrt und Tir Tairngire erzählte. Als
wird, dann nach Gwales (Grass- Bran im Land der Frauen ankam,
holm in Pembrokeshire). Hier blei- erlebte er dort königliche Gast-
ben sie achtzig Jahre lang mit dem freundschaft und wurde eingela-
Kopf, der zu ihnen spricht. Dabei den, zu verweilen und somit un-
verlieren sie jedwedes Zeitgefühl sterblich zu werden. Doch einer
und sie vergessen alles, was ihnen seiner Mannschaft bekam Heim -
geschehen ist. Bran hatte sie gebe- weh und sie segelten nach Irland
ten, die Tür des Saales nicht zu zurück. Dort stellten sie fest, daß

41
um Bran Legenden entstanden wa- daraufhin starb Branwen gebro-
ren, zumal im Jenseits viele Jahre chenen Herzens und wurde in ei-
vergangen waren. nem »vierseitigen Grab«, an den
Brandubh (I) König von Lein-ster Ufern des Flusses Alaw auf der
im 7. Jahrhundert. Er begehrte Dubh Insel Anglesey begraben. Ihr My-
Lacha, die Frau des Mongan, und thos ähnelt sehr der Geschichte der
übertölpelte ihn, um sie für sich Cordelia, die ebenfalls eine Tochter
zu gewinnen. Schließlich aber von Lear war. Branwen erweist sich
obsiegten die übernatürlichen als eine Verkörperung der So-
Kräfte Mongans. Brandubh - wort- vereignty.
wörtlich Schwarzer Rabe - ist auch Brastias (A) Er war ursprünglich
der Name eines irischen Brettspiels ein Ritter im Dienste des Gorlois
für zwei Personen. von Cornwall, wurde dann — in der
Brangaine (A) Die Magd der Episode, in der Uther die Ähn-
Isolde. Sie half ihrer Herrin, König lichkeit mit seinem Herrn erhält,
Marke zu überlisten, indem sie in um mit Igraine schlafen zu können -
der Hochzeitsnacht der Isolde mit ein Verbündeter des Merlin. Als
ihm schlief. Außerdem reichte sie Arthus König wurde, war Brastias
den (nach einigen Versionen) für einer seiner ersten und fähigsten
Marke und Isolde gedachten Lie- Adjutanten, und er wurde Vorste -
bestrank an Tristem und Isolde und her des Nordens.
band somit die Liebenden für ewig Breasil (I) Er soll nach der iri-
aneinander. schen Tradition der König der Welt
Branwen (W) Tochter des Llyr gewesen sein und, obwohl er
und Schwester des Bran. Sie wurde angeblich in Leinster eine Festung
mit Matholwch, dem König von baute, soll seine wahre Heimat weit
Irland, verheiratet und gebar ihm im Westen gelegen haben, in dem
Gwern, aber das irische Volk ver- Gebiet Hy Breasil. Der Name die-
langte, daß Matholwch sie auf- ses jenseitigen Ortes wurde zu
grund der Beleidigungen, die sie »Brasil«, als es darum ging, Süd-
seitens des Bruders der Branwen, amerika zu kartographieren.
Efiiissien, erlitten hatten, loswerde. Bregon (I) Ein skythischer Edel-
Matholwch zwang sie, in den Kü- mann, Vorfahr der Milesier. Er
chen des Königshofes zu arbeiten, wurde aus Ägypten verbannt und
wo sie vom Koch malträtiert wurde. ließ sich in Spanien nieder. Von
Sie zähmte einen Star, der für sie dort aus segelten seine zwei Söhne,
eine Botschaft an Bran nach Ith und Bile, nach Irland.
Britannien brachte; Bran kam mit Brendan der Heilige (I) (ca. 489-
einer Flotte und rettete sie. Efnis- 583) Der heilige Brendan wurde
sien warf Gwern ins Feuer und löste in Kerry geboren. Sein
erneute Feindseligkeiten zwischen ruhmreicher Platz in der irischen
den Briten und den Iren aus; Mythologie und Folklore ent-

42
stammt seinen wundersamen Rei- Er errichtete ein Nahrungsmittel-
sen in das Gelobte Land der Heili- Monopol in ganz Irland und zwang
gen - die eine vorchristlichte Ver- die Tuatha, ihm zu dienen, ehe sie
sion der westlichen Inseln der ernährt wurden. Dann wurde er das
Seligkeit darstellen. Er wurde vom Opfer einer Satire durch den Dichter
Heiligen Barrind (siehe Barin-thus), der Tuatha - die Satire eines
der soeben von dort zurückgekehrt Dichters konnte tatsächlichen kör-
war, zu dieser Reise inspiriert. perlichen Schaden anrichten; König
Zusammen mit siebzehn Mönchen Bres wurde daraufhin als entstellt
segelte er in einem Boot aus empfunden und galt so für die
Häuten von Insel zu Insel; die Reise Königswürde als ungeeignet. Es
dauerte viele Jahre und war voller folgte ein Volksaufstand der Tu atha
Zwischenfälle. Einer davon war gegen ihn; Bres stellte sich an die
die gefährliche Landung auf dem Seite der Fomorianer bei der
Rücken eines Wals, auf dem er zweiten Schlacht von Mag Tuired.
eine Messe feierte; seine Mönche Er ging auf eine magische Wette
versuchten, einen Kessel zu erhitzen. mit Lugh ein und verlor. Er mußte
Die Geschichte überschneidet sich in deshalb 300 Eimer verdorbener
mehrfacher Hinsicht mit der Reise Milch trinken - und verstarb.
des Maelduine. Breuse sans Pitie (A) Der Ritter,
Brennius Bruder des Belinus. Die dessen Name in der Welt des Ar-
Brüder stritten sich und kämpften thus sprichwörtlichen Charakter
gegeneinander. Ihre Mutter, To- erhielt - als Inbegriff des voll-
nuuenna, führte ihre Versöhnung kommenen, durchtriebenen Böse-
herbei; anschließend brachen sie wichts. Viele der Ritter des Arthus
zusammen auf und besiegten Gal- nahm er gefangen oder tötete sie,
lien. Später belagerten sie Rom, anderen fügte er beträchtlichen
und als die Stadt fiel, wurde sie von Schaden zu. Ungewöhnlich für
Brennius geplündert. diese Epoche war, daß er für seine
Bres mac Elatha (I) Der Sohn Verbrechen nie zur Rechenschaft
der Eriu. Sein Vater war Elatha, ein gezogen worden zu sein scheint; in
junger Mann der jenseitigen Welt allen Texten, in denen er erscheint
und einer der Fomorier. Eriu selbst und seine Untaten begeht, kommt
war eine der Tuatha de Danaan. er unbegscholten davon.
Obwohl er gemischter Abstam - Brian (I) Mit seinen Brüdern lu-
mung war, wurde Bres zum König char und lucharba, den Söhnen
gewählt, unter der Bedingung, daß des Tuirenn, tötete er Cian mac
er im Falle einer Missetat seine Cainte, den Vater des Lugh. Lugh
Herrschaft abgeben müsse. Bres entdeckte Cians Leiche, grub sie
behandelte das Volk seiner Mutter aus und entschloß sich, seinen Va ter
wahrhaft schlecht und erniedrigte zu rächen. Er verlangte von den
geradezu die Tuatha. Söhnen des Tuirenn eine unmög-

43
liche Wiedergutmachung, ein- Händen, der auf Ogygia, einer my-
schließlich der drei Äpfel der He- stischen Insel im Atlantik, Kronos
speriden, sowie weiteren Schätzen bewachte.
des Jenseits. Sie besorgten alles, Bricriu (I) Satiriker und Scherzbold
was Lugh von ihnen verlangt hatte, am Hofe des Conchobar. Er hetzte
aber beim Erfüllen der letzten Auf- die Helden CuChulainn, Co-nall und
gabe kamen sie um. Diese Loegaire zur Rivalität auf, indem er
Geschichte verläuft mit der des dem besten Krieger die
Culhwch, der für Yspaddaden »Heldenportion« des Festmahls
unmögliche Aufgaben vollbringen versprach. Die drei Frauen der
mußte, eindeutig parallel. Lughs Gegner wurden gezwungen, sich
Gnadenlosigkeit den Söhnen des um den Ehrenplatz zu streiten. Die
Tuirenn gegenüber ähnelt der Hal- Auseinandersetzung wurde von Cu
tung des Llew gegenüber Gronw Roi mac Daire geschlichtet: er
Pebr, dem Geliebten seiner Frau. schlug vor, daß die Helden sich im
Brian Boru (926-1014) König »Enthauptungsspiel« bewähren.
von Irland. Bei der Schlacht von Nur CuChulainn war dazu bereit
Clontarf gelang es ihm, die fast und wurde somit zum Sieger er-
universelle Plage, die die Dänen klärt. Bricriu wurde Nemthenga
damals sowohl für Irland als auch oder »Giftzunge« genannt.
für Britannien darstellten, zu besie- Brigantia (K) Die Namensgöttin
gen; er bezahlte jedoch mit dem der Briganten aus dem westlichen
eigenen Leben. Wie Alfred der Yorkshire. Eine Widmung und ein
Große genoß er es, sein eigener Relief bei Birrens zeigt sie, wie sie
Kundschafter zu sein. Bei einem Minervas Attribute des Sieges, so-
seiner Ausflüge stieß er auf eine wie die Krone der Cybele trägt -
irische Frau, die in Tränen aufge- ein Hinweis darauf, daß die Römer
löst war, weil ihr dänischer Mann sie in ihre eigene Mythologie über-
verlangt hatte, daß sie ihr eigenes nahmen. Ursprünglich war sie eine
Kind öt te; wegen des unbarmherzi- Göttin des Wassers und der äl ndli-
gen Krieges gebe es sonst nichts zu chen Aktivitäten. In vielem ähnelt
essen. Brian gab ihr Nahrung, wor- sie der irischen Brigit.
aufhin sie ihm die geheime Parole Brigit/Brigid/Bride (I) Tochter
der dänischen Festung zuflüsterte. des Dagda. In ihrem dreifachen
So konnte er seinen Feind überra- Aspekt war sie die Beschützerin
schen und besiegen. Er soll den der Dichter, der Heilenden und der
Regenpfeifer nach Irland einge- Schmiede. Ihr von Bres stammen-
führt haben, weil sich dieser Vogel der Sohn, Ruadan, wurde von
als Alarm gegen feindliche Angriffe Goibnui ermordet. Für ihn ließ sie
gut einsetzen ließ. Briareus (G) die erste »keening« (»Totenkla-
Nach Plutarch war Briareus der ge«), die je in Irland vernommen
Riese mit den hundert wurde, ertönen.

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Sie wurde dem Kult und der Person Britannia (RB) Immer wenn die
der Heiligen Brigit von Kildare Römer eine neue Kolonie erober-
(450-523) einverleibt, welche die ten, bemühten sie sich fürsorglich,
erste weibliche Kirchengemeinde den Genius des Landes zu be-
nach der Christianisierung Irlands schwichtigen. Britannia wurde die
errichtete. Die heilige Stätte des Verkörperung von Britannien und
Klosters zu Kildare beherbergte wurde erstmals auf einer Münze
ein ewiges Feuer, welches von der des Antoninus Pius (gest. 161 n.
Schwesternschaft gehütet wurde; Chr.) abgebildet. Später erscheint
erst mit der Reformation wurde Britannia, mit den Attributen und
dieses Feuer gelöscht. Die Heilige den Waffen der Minerva, auf einer
Brigit ist die zweite Schutzheilige Münze des Jahres 1665 während
Irlands. Innerhalb der schottischen der Herrschaft Karls II; so wurde
Tradition wird Brigid (sowohl die sie zum Symbol des Britischen
Heilige als auch die Göttin) mit der Weltreichs. Sie stellt das letzte
»Jahreszeit der Lämmer« und der Überbleibsel der ursprünglichen
Ankunft des Frühlings in Verbin- Sovereignty von Britannien dar.
dung gebracht; ihr fällt es zu, die Broceliande (A) Der große,
Herrschaft der Cailleach Bheur /u weltumspannende Wald, innerhalb
überwinden. Die Heilige ist weiterhin dessen sich die meisten Abenteuer
als »gälische Maria« bekannt und der Ritter der Tafelrunde des Ar-
soll die Hebamme der Heiligen thus zutrugen. Sein eigentlicher
Jungfrau gewesen sein. Eine Standort ist in der Bretagne, wo
Volksgeschichte erzählt davon, wie viele Stätten der Arthussagen be-
sie die Soldaten des Herodes sucht werden können.
narrte, indem sie sich eine Krone Brollachan (S) Einer der ge-
aus Kerzen aufsetzte und die Männer fürchtetsten Geister des schotti-
dadurch vom Heiligen Kind ab- schen Hochlandes, weil er keine
lenkte. Spuren der Brigit lassen eigene Gestalt hatte. Nach der Tra-
sich auch in der Figur der Brigantia dition konnte er nur zwei Begriffe
erkennen. aussprechen: »Mich« und »Dich«.
Brisen (A) Sie wird in Malorys Er nahm die Gestalt des Gegen-
»Le Morte d'Arthur« als eine der standes oder der Person an, auf
größten lebenden Zauberinnen je- dem oder der er jeweils saß; anson-
ner Zeit bezeichnet. Indem sie Lan- sten hatte er nur Mund und Augen.
zelot eine Droge in den Wein Brons (A) Auch Hebron genannt,
mischte und ihn überzeugte, daß war er der Schwiegersohn des
sich in Elaines Schlaf gemach Gui- Josef aus Arimath äa und der
nevere aufhalte, brachte sie Lanzelot Großvater des Parzival. Er war einer
und Elaine von Corbenic zu- der ersten Gralskönige, die Fi-
sammen, die zusammen Galahad scherkönig genannt wurden und ist
zeugten. gelegentlich mit dem walisischen

45
Gott Bran dem Seligen in plausible Heer von Riesen und kettete deren
Verbindung gebracht worden. Häuptlinge, Gog und Magog, als
Brownies (S) Hausgeister in der seine Türsteher an (siehe Gogma-
Gestalt kleiner Männlein, die braune gog). Nach der Version des Geof-
Kluft tragen. Für eine Schüssel frey von Monmouth wurde der
Milch besorgen sie die Hausarbeit; Riese Gogmagog von Corineus ins
jeder anderweitige Versuch der Be- Meer geworfen. Brutus' Andenken
lohnung treibt sie jedoch fort. gilt seiner Eigenschaft als Vorfahr
Bruno le Noir (A) Wegen seiner der Briten.
schlecht passenden Kleidung wurde Budoc, der Heilige Seine Mutter
er von Sir Kay auch »La Cote Azenor wurde, als sie schwanger
Male-Taile« getauft. Er kam als ar- war, von ihrer Stiefmutter, die da-
mer Mann nach Camelot und wurde von überzeugt war, daß Azenor ih-
zunächst als Küchengehilfe an- rem Mann untreu gewesen sei, in
gestellt. Nach vielen Abenteuern den Ärmel-Kanal geworfen. Durch
heiratete er die Jungfrau Maledis- Visionen der Heiligen Brigit wurde
ant und wurde Herr der Burg Pen- sie am Leben erhalten; schließlich
dragon. Er teilt mehrere Attribute erreichte sie Waterford in Irland,
mit Gareth und ist wahrscheinlich wo sie im Kloster Wäscherin wurde.
eine spätere Abwandlung des Rit- Hier wuchs Budoc auf und wurde
ters aus Orkney. später Bischof von Dol in der
Brutus Der Urenkel des Aeneas. Er Bretagne. Er ist der Schutzheilige
tötete aus Versehen seinen Vater und von Budock in Cornwall. Sein Ge -
floh aus Italien nach Griechenland, denktag ist der 8. Dezember.
wo er der anerkannte Anführer der Buggane (K) Ein Kobold der Insel
versklavten Trojaner wurde. Er Man, der sich in jede Gestalt
führte sie fort und wurde von verwandeln kann und der eine ge-
Diana, als er in ihrem Tempel meine, widerwärtige Freude daran
schlief, aufgefordert, nach Britan- empfindet, die Arbeit der Men-
nien zu segeln. Er gehorchte und schen zu zerstören.
gründete dort ein zweites Troja - Bwca (W) Wie die schottischen
Troia Nova (Trinovantum) an den Brownies: ein häuslicher Geist, der
Ufern der Themse. Er besiegte ein für Essen die Hausarbeit verrichtet.

46
c
Cabal/Caval (A) Der Hund des die den Winter verkörpert. Jedes
Königs Arthus. Er soll auf einem Jahr (am Samhain 31. Oktober)
bestimmten Stein in Wales seine wurde sie neu geboren und führte
Pfotenspur hinterlassen haben. Schnee herbei. Ihre Vorherrschaft
Diese entfernte sich während der wurde im Februar durch das Er-
Nacht, kehrte aber bis zum Morgen scheinen der Brigit, des Geistes des
immer wieder zurück. Frühlings, gebrochen; daraufhin
Cabyll-Ushtey (K) Das »Each- legte sie ihren Stab unter einem
uisge« (Wasserpferd) in der Vari- Holunderbusch und verwandelte
ante der Insel Man. Ebenso ge- sich (am 30. April) in einen Stein
meingefährlich, verschleppte es beiße/tarne. Ihr Sohn, demMabon
Menschen und Tiere in den Tod. und dem Angus mac Og analog,
(Siehe Kelpie.) war der Gott der Jugend; im endlo-
Caedmon, der Heilige (gest. 680) sen Kampf versuchte sie, ihn zu
Er war ein ungebildeter Hirte in der vertreiben. Sie ist mit Cailleach
Gegend von Whitby. Eines Tages Eheare identisch und verkörpert
stellte er fest, daß er Gedichte und auf den Britischen Inseln zweifels-
Lieder verfassen konnte und schrieb ohne einen der altertümlichsten
manche über die Schöpfung, Aspekte einer Göttin. (Siehe Annis,
andere über die Frühgeschichte die Schwarze.')
der Israeliten und wieder andere Cailleach Bheare (I) Die uralte
über die letzten Dinge. Die Heilige Bergmutter des irischen Südwe-
Hilda von Whitby wurde auf ihn stens. Das südwestlich gelegene
aufmerksam und förderte ihn. Er Munster hielt man für das Reich
wurde Mönch und wird am 11. der Toten; hier hatte Cailleach seit
Februar verehrt. Von seiner Urzeiten gelebt und ewige Jugend
Dichtung sind lediglich neun Zeilen genossen, während ihre aufeinan-
in der Überlieferung von Bede derfolgenden Ehem änner alle im
erhalten geblieben. Alter gestorben waren. Ihre Legende
Caer Ibormeith (I) Tochter von besteht noch im Nordwesten
Ethal Anubal und Geliebte von An- Schottlands sowie auf der Insel
gus. Sie wurde wegen ihrer Fähig- Man, wo sie angeblich die Winter-
keit, ihre Form zu verändern, als monate und das Wetter beherrscht.
»kraftvolles Mädchen mehrfacher (Siehe Cailleach Bheur)
Gestalt« bezeichnet. Sie verbrachte Caillagh ny Groamagh (K) Die
ihr Leben abwechselnd in der Alte Trübselige Frau ist eine Ver-
Gestalt eines Menschen und der sion der Cailleach Beare/Bheur auf
eines Schwans. der Insel Man. Vor allem wird sie
Cailleach Bheur (S) Die häßli- mit dem jahreszeitlich bedingten
che Alte mit bläulichem Gesicht, Wetterwechsel in Verbindung ge-

47
bracht. Laut Tradition kommt sie, Furt, aber die Ehefrau Calatins hatte
wenn am Tag der Heiligen Brigit drei -jeweils einäugige - Töchter,
(dem 1. Februar) schönes Wetter welche die Familie rächten. Sie
herrscht, zum Vorschein, um Holz beherrschten die Hexenkünste und
zu sammeln, damit sie während des ließen Cuchulainn ein gegen seine
Sommers wärmen kann; bei Regen Landsleute kämpfendes, imaginäres
hingegen bleibt sie zuhause und hat Heer erblicken. So stürzte sich
danach wesentlich mehr Mühe, dieser in den Todeskampf gegen
während des restlichen Jahres üf r Lugaid, der dank der Unterstüt-
schönes Wetter zu sorgen. Manchmal zung der drei Töchter obsiegte.
wird sie als riesiger, Holz mit sich Caledfwlch (A) Siehe Exkalibur.
tragender Vogel geschildert -eine Caliburnus (A) Siehe Exkalibur.
Erinnerung an die große Bergmutter, Camber (L) Zweiter Sohn des
die zu Urzeiten durch die Lüfte Brutus. Nach ihm wurde Wales
flog, um die Bergketten in das bzw. Cambria benannt.
Land zu setzen. Camelot (A) Die größte Stadt
Cairenn (I) Die Konkubine des des Reichs des Arthus und die
Eochu, Mutter des Niall. Mong- Hauptstadt von Logres. Angeblich
find, die erste Frau Eochus, ließ sie wurde Camelot in einer einzigen
am Brunnen dienen; dort gebar sie Nacht von Merlin erbaut. Verschie-
Niall, ü f rchtete sich aber wegen dene Standorte werden vermutet,
Mongfinds Eifersucht davor, ihn unter den beliebtesten rangiert
zu ernähren. Doch nahm sich der Cadbury Camp in der Grafschaft
Dichter Torna seiner an und gab Somerset.
den Knaben dessen Vater. Cairenn Camlan (A) Das Schlachtfeld der
wurde von körperlicher Arbeit be- schrecklichen, letzten Ausein-
freit und mit königlichem Purpur andersetzung zwischen den Kräften
bekleidet. Durch die Anerkennung des Arthus und jenen des Mordred, in
seiner Mutter konnte Niall zu deren Verlauf die meisten Ritter
Recht der Sovereignty mit einem der Tafelrunde getötet wurden. Der
Kuß anstatt mit Abscheu begeg- Ort wird von den meisten Quellen
nen. Cairenn selbst ist eine irdische entweder mit Camelford
Verkörperung der Sovereignty. (Somerset) oder mit Cambogianna
Cairpre Liffechair (I) Bei der (Birdoswald) in Verbindung ge-
Schlacht von Gabhra vernichtete er bracht.
die Fianna und tötete Oscar, den Camulos(K) Belgischer Kriegs-
Enkel des Fionn. Er war der Sohn gott, namensgebender Gott von
des Cormac macArt. Die Schlacht Camulodunum (Colchester). Mün-
von Gabhra brachte auch Cairpre zen mit seinem Namen tragen das
den Tod. Symbol des Ebers.
Calatin (I) CuChulainn tötete Caoilte mac Ronan (I) Ange-
Calatin mit seinen Söhnen an der höriger der Fianna und deren be-

48
Darstellung der Schlacht von Camlan m einer Buchlllustratlon um 1890 von
Andrew Lang

49
ster Läufer. Indem er das verlangte Abwesenheit des Bran das Land
Lösepfand - zwei Exemplare jedes Britannien. (Siehe Dreizehn Schätze
wilden Tieres - zusammentrieb, Britanniens.)
konnte er Fionn aus der Ge- CathSith(S) Die Katze der Sid-he:
fangenschaft befreien. eine Feenkatze. Die Bewohner des
Caoineag (S) Die schottische schottischen Hochlandes hielten sie
Version der Banshee. In der Nacht weniger ür f eine Fee als für eine
vor dem Massaker zu Glencoe hörte verwandelte Hexe. Der König dieser
man sie angeblich heulen. jenseitigen Katzengesellschaft hieß
Caradoc Briefbras(A) Caradoc Big Ears (Große Ohren). Wenn ein
des Verkümmerten oder Kurzen »taghairm« - das Braten einer
Armes. In dem Roman »Livre de lebenden Katze am Spieß - sein
Caradoc« tritt er als Held auf, in der Eingreifen erforderte, erschien
walisischen Tradition als einer der dieser Kater, um Fragen zu
Ritter des Arthus. Sein Name ent- beantworten. (Siehe Katze.)
stammt einer Fehlüberlieferung des Cathbad (I) Druide des Concho-bar
altwalisischen »freichfras«, welches mac Nessa sowie dessen Vater. Er
»starker Arm« bedeutet. prophezeite, daß der Knabe, der an
Carannog, Der Heilige Eine einem bestimmten Tag die Waffen
Legende des 6. Jahrhunderts schil- ergriff, sämtliche Helden Irlands
dert, wie er eine Schlange, bzw. übertreffen würde. CuChu-lainn -
einen Lindwurm, der von König noch Knabe - hörte ihn und stellte
Arthus gejagt wurde, zur Strecke sich an b esagtem Tage als Krieger
brachte - trotz der Tatsache, daß auf die Probe. Cathbad sagte
Arthus den Altar des Heiligen ent- auch das Leid voraus, welches
wendet hatte, um diesen als Eßtafel Deirdriu über Conchobar und ganz
zu verwenden. Arthus ließ ihm den Ulster bringen w ürde.
Altar zurückbringen. Cathubodua (K) Der Name dieser
Caswallawn (W) Walisischer König, keltischen Göttin des Krieges
Sohn von Beli Mawr. Nach der bedeutet »Schlacht-Krähe«. Auch
bekanntesten Überlieferung über- in Kontinentaleuropa wurden In-
lebte Cassivellaunos, der Belgi- schriften ihres Namens entdeckt,
sche König der Catu vellauni, der doch ist sie zweifellos mit Badh
im Jahre 54 n. Chr. die Stämme oder Bodh, der irischen Schlacht-
gegen Cäsar angeführt hatte, als göttin, identisch.
Caswallawn. Die »Triaden« nen- Ceasg (S) Schottische Meer-
nen ihn als Freier der Fflur und jungfrau. Ihr Mädchenkörper war
bezeichnen ihn neben Manawyd- mit dem Schwanz eines jungen
dan und Llew als einen der drei Lachses verbunden. Wer sie fing,
goldenen Schuhmacher. In »Bran- konnte von ihr die Erfüllung dreier
wen, Tochter des Llyr« erobert er Wünsche verlangen. Nur durch die
mittels seines Zaubermantels in der Zerstörung ihrer Seele konnte sie

50
überwunden werden; ihre Seele ration. In ihrer Eigenschaft als In -
bewahrte sie jedoch anderweitig itiatorin verkörpert sie den Aspekt
auf - in einem Gegenstand oder der »häßlichen Alten« im Bild der
einem Merkmal der Landschaft. Cailleach-Göttin. Von ihrem Mann,
(Siehe Merrow) Tegid Foel, bekam sie zwei Kinder:
Celidon/Cellydon/Cat Coit Celi- die wunderschöne Tochter Creirwy
don (A) Der Name des großen und den abgrundtiefhäßlichen Sohn
Waldes im Britannien zu Zeiten Afagddu. Um für seine Häßlichkeit
des Arthus; dort fand auch eine sei- einen Ausgleich zu schaffen,
ner Schlachten statt. Merlin, ver- bereitete sie ein cauldron des
rückt geworden, verirrte sich dort- Wissens zu, das sie einen alten
hin. Mann umrühren ließ; diesem gab
Celtchair (I) Krieger des »Roten sie einen jungen Knaben, Gwion
Astes«, der seine Frau beim Ehe - Bach, zum Holzholen zur Seite. Das
bruch ertappte und deren Geliebten Gebräu mußte ein Jahr lang
tötete. Dabei fiel ein Tropfen Blut kochen. Am Ende dieser Zeit fiel
auf das »fidchell«- (Schach-) Brett, ein Teil der Flüssigkeit auf den Fin-
auf dem Conchobar mac Nessa ger Gwions und impfte ihn mit
und CuChulainn gerade spielten. Wissen. Ceridwen verfolgte ihn in
Diese Unsitte der Gastfreundschaft verschiedenerlei Tarnungen, bis er
machte erforderlich, daß Celtchair schließlich ein Weizenkorn und sie
drei verschiedene Aufgaben erfüllen ein Huhn wurde. Sie pickte ihn auf
mußte, um Irland von drei Plagen zu und verschluckte ihn - um ihn neun
befreien. Zunächst mußte er Monate später zu gebären. Sie ließ
Conganchas, den Bruder des Cu ihn in einem Lederbeutel einen
Roi mac Daire, töten; dieser ver- Fluß hinabschwimmen, woraufhin
wüstete das Land, war aber ge- er entdeckt wurde und als Dichter
wöhnlichen Waffen gegenüber un- Taliesin große Anerkennung fand.
empfindlich. Celtchair erfuhr von Cernunnos (K) Sein Name be-
Niamh, der Frau des Conganchas, deutet »der Gehörnte«; er ist der
daß dieser nur dadurch getötet wer- Herr der Tiere. Häufig wird er mit
den konnte, indem Speeresspitzen einer oder mehreren widderköp-
durch seine Fußsohlen gestoßen figen Schlangen abgebildet; um
würden. Die zweite Plage war ein den Hals trägt er Insignien des
jenseitiger Hund, den Celtchair er- Häuptlings - auf einigen Reliefs
legte. Die letzte Plage war eben- Geldbeutel voller Münzen. Da so-
falls ein Hund, den er gleichsam wohl Metall als auch Schlangen
/ur Strecke brachte, dessen giftiges chtonische Symbole sind, wurde
Blut jedoch von Conganchas Cernunnos sowohl mit der Unter-
Speerspitze auf Celtchair tropfte welt als auch mit der irdischen
und dessen Leben ein Ende machte. Fruchtbarkeit assoziiert. (Siehe
Ceridwen (W) Göttin der Inspi- Wilder Hirte und Belatucadros.)

51
Cessair (I) Sie war die erste Cian mac Cainte (I) Vater des
Siedlerin in Irland vor der Sintflut. Lugh. Als er seine Feinde Bnan,
Sie kam mit fünfzig Frauen und Luchar und Lucharba - die Söhne
drei Männern an. Als ihr Vater, Fin- des Tuirenn - herannahen sah, ver-
tan, verschwand und ihr Ehemann wandelte er sich in ein Schwein.
starb, starb sie selbst gebrochenen Brian erkannte, daß das Tier magi-
Herzens. Alle Frauen folgten ihr in scher Natur war und verwandelte
den Tod. Vierzig Tage nach ihrer sich und seine Brüder in Hunde,
Ankunft in Irland kam die Sintflut. um es zu jagen. Schließlich kehrten
Nur Fintan, der sich in einer Höhle sie zu ihrer ursprünglichen Gestalt
versteckte, entkam. zurück, gewährten Cian aber keine
Charles I. (1600-49) König von Gnade, sondern steinigten ihn zu
Britannien und Irland. Als Enkel Tode. Sechsmal versuchten sie, ihn
von Maria, Königin der Schotten, zu verscharren, doch erst beim
war Charles bezüglich des trauri- siebten Versuch gelang es ihnen,
gen Schicksals des Hauses Stuart ihn mit Erde zu bedecken. Mit Hilfe
gebührend eingeweiht. Er bezog der Manner von Sidhe fand Lugh
sich auf das Göttliche Recht der den Leichnam seines Vaters und
Könige, nach dem ihm das mysti - schwor Rache gegen dessen Mör-
sche Los des Königs von Gott die der.
souveräne Herrschaftsmacht über Eine spätere Legende bezeichnet
sein Land verlieh. Er wurde von Cian als bösen Druiden, der es ge-
den Parlamentariern unter Oliver noß, seine Schüler in Hasen zu ver-
Cromwell gestürzt und enthauptet. wandeln, die er dann in der Gestalt
Er war eines der letzten königli- eines Hundes jagte. Die Kinder des
chen Opfer; sein Kult verbreitete Tuirenn prügelten ihn mit seinem
sich weit und erhielt liturgische eigenen Stab und verwandelten ihn
Förderung. Sein Angedenken am in einen Eber, seither heißt der Erd-
30. Januar wurde von seinem Sohn, wall, der das nördliche vom süd-
Charles H., festgesetzt; es wurde lichen Irland trennt, Black Pig's
Bestandteil des Gebetskalenders Dyke (»Deich des schwarzen
als Tag des Fastens und der Demut. Wildschweins«), zumal der Eber
Fünf Kirchen entstanden in seinem von einer Küste zur anderen ge-
Namen. hetzt wurde. Diese Legende ent-
Childe Roland (F) Mit Hilfe spricht der des Twrch Trwyth.
Merlins rettete er seine Schwester, Cigfa (W) Frau des Pryderi,
Burd Ellen, die vom König der Un- Tochter von Gwyn Gohoyw, in der
terwelt dort in einem Turm gefan- königlichen Linie des Casnar Wle-
gengehalten wurde. dig. Nachdem ihr Mann und ihre
Chough Das cornische »chough« Schwiegermutter, Rhiannon, in die
bezeichnet die Form, die Arthus bis »jenseitige Welt« entführt wurden,
zu seiner Wiederkunft einnimmt. lebte sie mit ihrem Schwiegervater,

52
Illustration zu Robert Brownings Gedicht »Childe Roland to the Dark
Tower came« aus einem viktorianischen Buch.

Manawyddan, bis der Barm über Clarisant/Clarisse (A) Nach nur


die Region Dyfed aufgehoben einer Quelle - dem Arthusroman
wurde. »Sir Percevelle« - war sie die
53
Schwester Gawains, der in einer wurde jedoch von ihm enthauptet.
Zauberburg lebte. Im selben Text Diese Geschichte entspricht das
besiegt Parzival ihren Liebhaber Abenteuer Gereints.
Guireomelant. In keinem anderen Colgrevance (A) Ritter der Ta-
Text wird Gawain eine Schwester felrunde, der als erster auf das
zugeschrieben, aber so steigt die Abenteuer des magischen Brun-
Anzahl des Orkney-Clans auf fünf nens in Broceliande stieß. Als Wasser
(mit Gaheris, Gareth und Agravai- aus einem Becken über einen
ne). Diese Anzahl von Kindern Smaragd an dessen Rand gegossen
hätte deren Mutter, Morgause von wurde, erschien ein schwarzer Ritter
Orkney, als Göttin-Figur zugestan- mit einer Botschaft. Colgrevance
den. wurde besiegt, konnte jedoch
Clas Myrddyn (A) Die Gefan- entfliehen; dessen Erzählung
gennahme Merlins. Nach alter bri- erweckte das Interesse Owains, der
tischer Tradition wurde Britannien erfolgreich war und eine Zeit lang
selbst von Merlin überwacht und Hüter des Brunnens wurde. Col-
gehütet. Merlins Gefangenschaft grevance soll später von Lancelot
durch Nimue hat ihre esoterische getötet worden sein, als dieser die
Basis in Clas Myrddyn, dem Ort, Flucht aus dem Schlafgemach der
an dem sich Merlin freiwillig ein- Königin ergriff.
sperren läßt, um über dessen Collen, der Heilige Nach der
Schicksal zu wachen. Überlieferung des frühen Mittelal-
Clim of the Clough Siehe Adam ters war er ein Gegner des Gwynn
Bell und William von Cloudesley. ap Nudd, des Königs der Unter-
Cocidius(K) Nordischer Kriegs- welt, den er bei Glastonbury Tor
gott, den die Römer oft mit Mars überwand.
assoziierten. Er wird als stilisierter, Columba/Columcille, der Hei-
keltischer Krieger mit Speer und lige (ca. 521-597) Er wurde im
Schild abgebildet. irischen Donegal aus der königli-
Coinchend (I) Frau von Morgan, chen Linie der Ui Neill geboren
dem König des Landes der und studierte als Mönch unter dem
Wunder. Sie war die Mutter der Heiligen Finnian von Moville. Aus
Delbchaem, die sie streng bewachte, dem Kloster von Magh Bile lieh er
nachdem eine Prophezeiung sie ein Exemplar der neuen Überset-
davor gewarnt hatte, daß sie zum zung der Psalmen des Jeronimus,
Zeitpunkt der Hochzeit ihrer Tochter um diese zu kopieren. Die Eigentü-
sterben würde. Sie sperrte das mer des Originals urteilten, daß
Mädchen in eine Festung ein, die auch die Kopie bei ihnen verblei-
von Palisaden umgeben war, auf ben m üßte, zumal »jede Kuh ihr
deren Spitze jeweils der Kopf eines Kalb hat«. Statt christliche Zur ück-
erfolglosen Freiers aufgespießt haltung zu üben, zog Columba in
wurde. Sie kämpfte gegen Art, den Kampf; darum fand die

54
Schlacht von Cooldrebhne statt. untergang das Licht eines Feuers
Reum ütig verließ er schließlich zu sehen wäre. Seine Stiefbrüder
Irland und ging ins Exil. In neideten ihm seinen Erfolg und
Schottland bekehrte er viele der verschworen sich gegen ihn. Sie
dortigen irischen Siedler und auch brachten ihn zur Herberge von Da
den piktischen König Brude. Er Derga und zwangen ihn, gegen
gründete sein Kloster auf lona; die- sämtliche »geasas« zu verstoßen.
ser Ort wurde später sowohl die Dort wurde er angegriffen und ver-
Begräbnis- als auch die Versamm- raten; obwohl sich sein Freund
lungsstätte der schottischen Köni- MacCecht bei seiner Verteidigung
ge. Viele Klostersiedlungen ent- tapfer schlug, starb er. Nur Conall
sprangen dem Einfluß von lona. Cernach entkam.
Obwohl er geschworen hatte, Ir- Conall Cernach (I) Conall der
land nie wieder zu betreten, kehrte Siegreiche ging CuChulainn als
er als Fürsprecher der Iren in großer Held der Krieger des Roten
Schottland zu den irischen Hohen Astes in Ulster voraus. Er war der
Königen zurück. Er schlichtete einzige Überlebende des Gemet-
auch zwischen der Kirche und den zels der Herberge von Da Derga,
Barden, deren Situation höchst ge- bei dem Conaire starb. Mit Loegai-
fährdet war: durch die Sitte der sa- re erscheint er in der Geschichte
tirischen Angriffe auf ungroßzügige von Bricrius Festmahl als Rivale
Wohlhabende sowie auf die CuChulainns; dort stritten sich die
Raffgier deren Büttel, waren die drei Helden um den größten Anteil
irischen Barden von diesen ge- des Mahls und wurden von Cu Roi
fürchtet und verhaßt (aus magi- mac Daire zum Köpfimgsspiel her-
scher Betrachtungsweise konnten ausgefordert.
Satiren physische Auswirkungen Conan Maol (I) Einer der Fian-
haben). Columba war selbst Dichter; na. Wie Bricriu der Ritter des Ro-
durch seine Schlichtung blieb es ten Astes und Kay, der Ritter der
den irischen Barden gestattet, ihre Tafelrunde, war Conan seinen Ka-
uralte Funktion zu erfüllen. Des meraden zwar ein Dorn im Auge,
Columba wird am 9. Juni gedacht. dennoch kämpfte er ständig selbstlos
ConaireMessBuachalla(I) Enkel um die gemeinsame Sache. Er
der Etain, Sohn der Mess Bua- bestieg das Pferd des Giolla Dea-
challa. Die Prophezeihung eines cair und wurde nach Tir na Tairn-
Druiden erfüllte sich, als er als König gire entführt, bis ihn Fionn rettete.
von Tara ausgerufen wurde. Conchobar Mac Nessa (I) Sohn
Durch seinen jenseitigen Vater er- von Nessa und Cathbad. Er wurde
hielt er mehrere »geasa« (Verbote), am selben Tag wie Christus gebo-
w ie z. B. das Verbot, in einem Haus ren. Von Fergus mac Roigh ge-
zu schlafen, aus dem nach Sonnen- wann Nessa für ihn das Recht, Kö-
nig von Ulster zu sein. Er war der

55
Onkel von CuChulainn - und wollte nen. Als er in Irland landete, begeg-
sein Mündel Deirdriu heiraten; als nete er CuChulainn und wurde von
sie mit Naoisi und dessen Brüdern ihm herausgefordert. Obwohl er
nach Alba floh, verfolgte er sie. seinen Vater erkannte und ihn
Trotz seines Versprechens, ihnen zu leicht hätte töten können, verzich-
vergeben, tötete er Deirdri-us tete Conlaoch auf den tödlichen
Entführerund schlief mit ihr. Ein Schlag; so wurde er selbst von sei-
Geschoß aus einer Schlinge blieb nem Vater getötet. Danach sah
in seinem Gehirn stecken; er ließ es CuChulainn den Ring und erkannte,
aus Angst um sein Leben von dem wen er getötet hatte.
herbeigerufenen Chirurgen nicht
entfernen. Als er von der Kreuzi-
gung Chris ti hörte, geriet er in Rage,
er versprach Rache, dabei löste sich
das Geschoß aus seinem Kopf, und
er starb.
Conganchas mac Daire (I) Bruder
des Cu Rot. Er war eine von drei
Plagen, die Celtchair überwinden
mußte, denn Conganchas wütete
durchs Land und war durch ge-
wöhnliche Waffen unverletzbar.
Celtchair ließ seine Tochter Niamh
diesen Mann heiraten, damit sie
herausfinden könnte, wie er zu be-
siegen wäre. Sie erfuhr, daß er an
den Fußsohlen und an den Waden
mit Speerspitzen zu treffen wäre;
auf diese Weise tötete ihn Celt-
chair. Die Geschichte ist eindeutig Vogeldarstellung auf einer keltischen
mit der britischen GraMegende
Gemme.
des Peredur verwandt.
Conlaoch (I) Sohn von Aoife und Conn Cetchathach (I) »Conn der
CuChulainn. Sein Vater hinterließ Hundert Schlachten«. Ehemann der
ihm einen Ring und bat Aoife, Becuma. Er willigte in die Ver-
Conlaoch zu ihm zu schicken, bannung des Art ein, seines Sohnes
sobald dieser alt genug sei, Waffen aus einer früheren Ehe. Das Jahr
zu tragen. Conlaoch wurden von seiner Vereinigung mit Becuma be-
ihr drei »geasas« (Gebote) aufer- deutete für Irland eine Katastro-
legt: nie eine Herausforderung zu phe: kein Korn wuchs, alle Milch
verweigern, niemandem zu wei- versiegte. Seine Druiden sagten,
chen und nie seinen Namen zu nen- nur durch das Blut eines Jungen

56
von sündenfreien Eltern könne das sagen wollte, wer sie sein würden,
Land geheilt werden. Er machte hatte Conn eine Vision, in der die
sich auf die Suche nach einem sol- Sovereignty mit ihrem goldenen
chen Jungen und in seiner Abwe- Kelch erschien und Lugh ihm die
senheit hinterließ er sein Reich Anzahl der ihm folgenden Könige
dem Art. Conn reiste in die jensei- mitteilte.
tige Welt und bat dort darum, daß Conn mac Lir (I) Er war der
es dem schönen Jüngling namens Sohn der Aobh. Er wurde von sei-
Segda Saerlabraid erlaubt wäre, ner Stiefmutter Aoife in einen
nach Irland zu kommen, um dort Schwan verwandelt.
selbst in den Wassern gebadet zu Connla (I) Einer der Fianna. Er
werden, die das Land heilen wür- verliebte sich in eine Frau aus dem
den. Segda erkannte, was gemeint Elfenreich.
war, war aber bereit, zu sterben. In Corbenic (A) Die Burg der
diesem Augenblick erschienen Gralsk önige. Der Name stammt
eine muhende Kuh und eine weh- m öglicherweise von »Corps Be-
klagende Frau (siehe Rigru Rois- nit« (»Gesegneter Körper«) und
clethan). Die Frau fragte die Drui- wird als eines der Rätsel des Grals
den, was sich in den Säcken auf aufgefaßt.
dem Rücken der Kuh befände; sie Corc (I) Zunächst hieß er Conall
konnten es ihr nicht sagen. Sie be- mac Luigthig und wurde von einer
stimmte, daß die Kuh anstelle des Hexe, Fedelm, großgezogen. Wäh-
Jungen getötet und die Säcke ge- rend eines Rituals wurde sein Ohr
öffnet werden sollten. Es fanden durch Zauber versengt; fortan hieß
sich ein Vogel mit zwölf Beinen er Corc (»rot«). Dann wurde sein
und ein Vogel mit einem Bein darin. Vetter Crimthann sein Pflegevater.
Die Vögel kämpften miteinander Dieser schickte ihm zum König der
und die Frau sagte, daß die Pikten mit einer Oghaminschrift
Druiden der zwölfbeinige Vogel (einer altirischen Schrift) auf sei -
und Segda der einbeinige Vogel nem Schild, die dem König emp-
seien. Der zwölfbeinige Vogel verlor fahl, den Träger zu töten. Aber ein
den Kampf. Dann forderte die Gelehrter, den Corc aus der Skla-
Frau, daß Conn seine Druiden we- verei gerettet hatte, veränderte die
gen Falschaussagen hinrichte und Schrift, so daß sie eine günstigere
er sich von Becuma trennen und sie Botschaft trug. Corc wurde will -
verbannen solle. kommen geheißen und heiratete
Conn entdeckte durch Zufall auch die Tochter des piktischen Königs.
den Stein von Fal (siehe Hallows), Er kehrte nach dem Tod seines Vet-
der unter den Füßen eines rechtmä- ters nach Hause zurück und grün-
ßigen Königs so viele Schreie aus- dete in Femhen eine eigene Dyna-
stieß, wie dieser Thronfolger haben stie. Kurz danach entdeckte er
würde. Als der Druide ihm nicht Cashel, den Standort der königli-

57
chen Festung seiner Nachkom - ausgesprochen hat, als Conchobar
men. Als er in einen Schneesturm die Söhne von Usna verräterisch
geriet, hatte er die Vision eines Ei- tötete, wurde er in die Verbannung
benbusches, der über einem Stein geschickt. Als Conchobar im Ster-
wuchs, sowie von Engeln, die vor ben war, bat er seinen Sohn, zu-
dem Busch auf- und nieder- rückzukehren und König zu wer-
schwebten. Seine Druiden sagten den. Trotz einer Prophezeihung,
ihm, daß der Mann, der auf jenem die schlimme Folgen ahnen ließ,
Stein ein Feuer anzündete, für im- kam Cormac zurück. Während ei-
mer König von Munster sein würde. nes Aufenthaltes in einer Herberge
So gründete Corc die Dynastie der lullte ihn Craiftine mit seiner Harfe
Munster Eoghanacht oder »das Volk ein; als Cormac schlief, wurde er
der Eibe«. von Soldaten überwältigt.
Cordelia Jüngste Tochter des Cormac mac Art (I) Sohn des
Königs Lear. Sie weigerte sich, ih- Art und Enkel des Conn Cetcha-
rem Vater zu schmeicheln und wurde thach. Er wurde von einer Wölfin
ohne Mitgift mit Aganippus, dem gestohlen und als eines ihrer Jun-
König der Franken, verheiratet. gen groß gezogen. Aufgrund seiner
Später nahm sie ihren Vater auf, Einsicht und seiner Unterschei-
nachdem ihn ihre älteren Schwe- dungsfähigkeit in einem Gerichts-
ster, Goneril und Regan, in Armut verfahren wurde er als der Sohn des
gestürzt und hinausgeworfen hat- Art erkannt. Er gab Tara seine ehe-
ten. Nach seinem Tod wurde sie malige Größe wieder zurück. Er
Königin von Britannien. Nach der besuchte Tir Tairngire und erhielt
frühkeltischen Legende heißt sie dort den silbernen Ast des Manan-
Creuddylad, Tochter des Llyr. Die nan.
Ehemänner ihrer Schwestern nah- Dort fand er auch den Kelch der
men sie gefangen und sie beging Wahrheit. Wenn über diesem Ge-
im Gefängnis Selbstmord. Ihre Ge- fäß drei Lügen ausgesprochen
schichte ähnelt der der Volksheldin wurden, brach es auseinander, aber
Cap-0-Rushes (»Binsenmütze«). wenn drei Wahrheiten ausgespro-
Shakespeares Tragödie »König chen wurden, setzte es sich wieder
Lear« ist eine Bearbeitung dieser zusammen. Er war der Vater der
Legende. Grainne, der Ehefrau des Fiom mac
Corineus Er begleitete Brutus Cumhal, den er zum Anführer sei-
als Anführer der zweiten Gruppe ner Krieger, der Fianna, ernannte.
der Trojaner. Er erhielt Cornwall Er starb, indem er an einer Lachs-
als Provinz und rang mit dem Rie- gräte erstickte. Er soll einer der
sen Gogmagog. ersten Christen gewesen sein; er
Cormac Cond Longes (I) Der lehnte es ab, im gewöhnlichen
Sohn des Conchobar mac Nessa. Friedhof von Bruig na Boinne be-
Weil er sich für Fergus mac Roigh stattet zu werden, sondern wollte

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statt dessen aufrecht begraben sein, könne. Nachdem Cormac Cond
mit dem Gesicht gegen Osten. Auf- Langes mit Craiftines Frau ge-
grund seiner großen Weisheit wurde schlafen hatte, är chte sich Craiftine
er der irische Salomon genannt. dadurch, daß er Cormac einschlafen
Coventina (K) Eine Flußgöttin, und ihn von Soldaten umbringen
deren Kult seinen Mittelpunkt im ließ.
Tempel von Carrawburgh in Nor - Credne (I) Er war Bronze-
thumberland hatte. Ein Relief schmied und half, die Waffen für
schildert die dreifache Göttin, wobei die Tuatha de Danaan schmieden.
jeder Aspekt in der einen Hand Er leistete auch Diancecht Hilfe,
einen Wasserkrug tr ägt, mit der an- als er für Nuadu Hand- und Arm-
deren Wasser ausschenkt. Den prothesen aus Silber fertigte.
Quellen der Umgebung wurde - als Creiddylad (W) Tochter des
natürlichen Zentren g öttlicher Lludd Llaw Ereint. Sie floh mit
Energie - hohe Verehrung zuteil. ihrem Geliebten Gwythyr ap Grel-
Cradelmass (A) König von Nor - dawl, wurde aber von Gwynn ap
galles (Nordwales) zu Arthus' Zeit. Nudd entführt, ehe er mit ihr schlafen
Er war einer der aufst ändischen konnte. Arthus entschied, daß
Könige, den Arthus am Anfang sei- keiner sie erhalten sollte und daß
ner Herrschaft besiegte. Da er ein die beiden jeden ersten Mai bis
Enkel des Königs Ryons war, muß zum Jüngsten Tag um sie kämpfen
es nicht überraschen, da ß er ein sollten: wer dann siegte, sollte den
unangenehmer Zeitgenosse war. Zuschlag bekommen. Dieses alte
Craiftine (I) Er war der Harfen - Motiv erinnert an das Mysterien-
spieler des Labraid Longseach. Er spiel des Kampfes zwischen dem
verdankte seine Harfe einer Abson- Winter und dem Sommer um die
derlichkeit seines Herrn, der Pfer- Hand der Blumenbraut, bzw. des
deohren hatte. Dieser Makel wurde Frühlings. Das Thema wird auch
von allen geheimgehalten, damit zu einem Bestandteil der Ge-
Labraid nicht abgesetzt werde; nur schichte von Tristan, Isolde und
sein Barbier wußte Bescheid und König Marke.
hatte Stillschweigen versprochen. Creidne (I) Sie war eine Kriegerin
Doch konnte er nicht davon abge- innerhalb der Flanna, nachdem sie
halten werden, einem Baum davon von Zuhause, wo ihr Vater mit ihr
zu erzählen. Der Baum wurde ge- drei Söhne gezeugt hatte, ent-
fällt und aus ihm eine Harfe für flohen war.
Craiftine hergestellt. Als dieser die Creirwy (W) Tochter der Cerid-
Harfe aber spielte, gab sie die wen und des Tegld Foel. Die Tria-
Wahrheit über den König preis. Mit den bezeichnen sie als eine der drei
seiner Harfe lullte Craiftine auch schönen Jungfrauen Britanniens.
die Eltern der Moriath in den Crimthann (I) Er war der Vetter
Schlaf, damit Labraid sie lieben des Corc, sowie auch dessen Pfle-

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gevater. Nachdem sich Crimthanns mit ihrem letzten Atemzug ver-
Frau ungerechterweise über Corcs fluchte sie Ulster.
angebliche Annäherungsversuche Crystabell Tochter des Sir Prin-
beschwert hatte, schickte er diesen samour im Roman »Sir Eglamour
zum König der Pikten. Er gab ihm von Artoys «. Zu ihrer komplizierten
ein mit einer Oghaminschrift (alt- Geschichte gehört eine Reihe von
irischer Schrift) versehenes Schild, Fluchten und Mißverständnissen:
das eine Botschaft enthielt, die nur zuerst verliert sie ihren Geliebten
der König lesen konnte - daß nämlich Eglamour, dann ihren Sohn, der von
der Träger des Schildes getötet einem Greif gestohlen wird. Dann
werden solle. Bald jedoch starb heiratet sie aus Versehen ihren
Crimthann und Corc kehrte zurück eigenen Sohn, kann aber gerade
und wurde König. noch rechtzeitig ihren Fehler
Crodhmara (S) Feen-Kühe, die rückgängig machen. Schließlich
dreimal so viel Milch wie gewöhn- findet sie Eglamour wieder und
liche Kühe geben. heiratet ihn!
Crom Cruach (I) Das goldene Cu Roi mac Daire (I) Ein König
und silberne Standbild, dem die von Munster, dem gewaltige jen-
Iren in heidnischen Zeiten ihre seitige Kräfte eigen waren. Er be-
Erstgeborenen und die ersten schlagnahmte üf r sich viele jensei-
Früchte opferten. Es stand in der tige Hallows (Heiligtümer), die das
Ebene von Mag Siecht in Ulster. Heer von Ulster erbeutet hatte, ein-
Vor dem Heiligen Patrick beugte es schließlich seiner Frau Blanaid, die
sich nieder und versank geschlagen von CuChulainn geliebt wurde. Sie
in der Erde. überlistete Cu Roi, so daß ihn
Crudel (A) Heidnischer König CuChulainn töten konnte. Cu Roi
von Britannien, der Josef aus Ari- tarnte sich als Wilder Hirte und
mathäa und seine Anhänger ins forderte die Helden von Ulster her-
Gefängnis warf, wo sie von der aus, mit ihm das Enthauptungs-
Kraft des Grals am Leben erhalten spiel zu spielen. Er ist der keltische
wurden. Die Gefangenen wurden Prototyp des Grünen Ritters. Sein
schließlich von Mordrains und Se- Tod wurde von seinem Sohn Lu-
raphe befreit, die zum Christentum gaid gerächt.
bekehrt und Anhänger des Grals Cu Sith (I) Der »Feen-Hund«,
waren. der normalerweise grün war und so
Crunnchu mac Agnoman (I) groß wie ein Jungstier. Erkannt
Der Ehemann der Macha, der tö- wurde Ca Sith meist erst, nachdem
richterweise in Hörweite des Kö- seine Pfotenspuren im Schlamm
nigs damit prahlte, wie schnell seine oder im Schnee zu sehen waren.
Frau laufen könne. Nachdem sie im Wer ihm begegnete, mußte Vor-
Wettlauf das Rennpferd des Königs sicht walten lassen; er galt nämlich
geschlagen hatte, verstarb sie; als h öchst gefährlich.

60
ches des »gae-bolg«, des riesigen
Speeres, welcher den Todesstoß
herbeiführen konnte. (Diese Waffe
entspricht dem Speer des Lugh,
seines Vaters, den er im Reich der
Sterblichen vertritt.) Bei Bricrius
Festmahl nahm er die
Herausforderung des keuleschwin-
genden Riesen (des getarnten Cu
Keltischer Krieger nach einem Motiv
Roi mac Daire) zum Enthaup-
des Gundestrup-Kessels, einem
tungsspiel an und wurde zum er-
archäologischen Fund beim
sten Kämpfer Ulsters gekürt. Später
gleichnamigen Ort in Dänemark.
tötete er Cu Roi mac Daire,
CuChulainn (I) Held der Ritter nachdem ihn dieser dadurch er-
des Roten Astes von Ulster. Sohn niedrigt hatte, daß er ihm mit Bla-
der Dechtire und des Lug h. Sein naids Hilfe den Kopf rasiert hatte.
Geburtsname war Setanta, aber Als Maeve von Connacht angriff,
nachdem er den wilden Hund von verteidigte er allein Ulster an der
Conchobars Schmied Culainn ge- Furt: alle anderen Kämpfer Ulsters
tötet hatte, erhielt er seinen Er- lagen dahingestreckt und ge-
wachsenennamen. Um den Verlust schwächt durch den Fluch derMa-
wiedergutzumachen, willigte Se- cha. Nur CuChulainn (der nicht in
tanta darin ein, die Schmiede so Ulster geboren war) war imstande,
lange zu bewachen, bis ein geeig- für ihre Sache zu kämpfen. Er
neter Hund gefunden werden nahm viele Einzelkämpfe an und
konnte; so wurde er zu Cu Chu- tötete jeden Gegner, bis Maeve sei-
lainn (»Hund des Chulainn«). Die nen alten Freund und Mitschüler
besten Männern von Ulster erzo- Ferdiad in die Schlacht schickte;
gen ihn und bildeten ihn aus. Er auch diesen tötete CuChulainn wi-
warb um Emer, aber deren Vater der Willen. Schließlich wurde er
bestand darauf, daß sich CuChu- von Lugaid, dem Sohn des Cu Roi
lainn zunächst bei Scathach von mac Daire, unter Beihilfe der Töchter
Alba ausbilden lasse. Er kämpfte des Calatin, besiegt. Um dem
mit Emers Rivalin Aoife, schlief imaginären Heer zu trotzen,
mit ihr und zeugte seinen einzigen welches seine Gegner durch einen
Sohn Conlaoch, dessen Tod er später Zauber vor ihn aufgestellt hatten,
versehentlich verursachte. Er war band er sich an einen hohenStein.
ob seines großen Geschicks Sein Tod wurde von Conall Cer-
berühmt: wegen des Lachssprun- nach gerächt. CuChulainns wüster
ges, der es ihm ermöglichte, über Kampfeseifer war berühmt: sein
große Hindernisse hinwegzusprin- Körper wand sich entsetzlich, Blut
gen, sowie wegen seines Gebrau-

61
quoll und schoß aus seinem Kopf Culhwch (W) Sohn von Celyd-
und seine Wut war nur dann still- don Wledig und Neffe des Arthus.
bar, wenn Dutzende von nackten Er wurde geboren, nachdem seine
Frauen hinausgeschickt wurden, schwangere Mutter, Goleuddydd,
um seinem Wagen zu begegnen. durch Schweine einen großen
Sein Schwert hieß Cruaidin Cailid- Schreck erlitten hatte; so wurde er
cheann (»Harter Kopf«). Die zwei Culhwch oder »Schweinestall« ge-
Pferde, die seinen Wagen zogen, nannt. Nach dem Tod der Goleud-
wurden Liath Macha und Dubh dydd heiratete sein Vater wieder.
Sanglainn gerufen. CuChulainn Culhwchs Stiefmutter belegte ihn
liebte viele Frauen neben seiner ei- mit einem »geasa« (Gebot), wel-
genen Frau, aber der Morrighan ches besagte, daß er außer Olwen,
verweigerte er seine Gunst; so wurde der Tochter des Riesen Yspadda-
sie zu seinem Erzfeind und sorgte den Pencawr, niemand heiraten
dafür, daß er sich seinem »gea-sa« dürfe. Er ging zum Hof des Arthus
(Gebot) widersetzte. Seine und verlangte dort im Namen aller
Abenteuer und seine Taten spren- Anwesenden, daß sein Onkel ihm
gen den Rahmen dieses Eintrags. helfe, Olwen zu erhalten. Am Hof
Zu Conchobar verhält er sich wie des Yspaddaden wurden Culhwch
Gawain zu Arthus. neununddreißig »anoe-thu« oder
Cuimhne (I) Sie war eine Cail- unm ögliche Aufgaben
leach, die Mongan half, seine Frau aufgetragen, die er zuerst erfüllen
Dubh Lacha von Brandubh zu- mußte, ehe er Olwen heiraten
rückzuholen. Durch Zauber ver- könne.
wandelte sie sich in eine wunder- Mit der Hilfe der Mitglieder von
schöne Frau, damit Brandubh Arthus' Hof gelang es ihm, alle
bereit sei, Dubh Lacha gegen sie Aufgaben zu erfüllen. Zuerst mußte
einzutauschen. Als Mongan und er den riesigen Eber Twrch
seine Frau wieder fort waren, wurde Trwyth jagen; dazu benötigte er
sie erneut die häßliche Hexe. Dies viele besondere Pferde, Hunde und
stellt einen der wenigen Fälle dar, in Mitstreiter, sowie Mabon, den
denen eine Verwandlung zur wundersamen Jüngling, dessen
Schönheit wieder rückgängig ge- Entdeckung in dieser Geschichte
macht wird, obwohl in der Ge- geschildert wird.
schichte von Gawain und Ragnell Zu den weiteren Aufgaben gehör-
letztere mit diesem Schritt droht. ten die Reise des Arthus in die Un-
Cuirithir (I) Er war ein Dichter terwelt, um einige der Hallows
und liebte Liadin. Als sie sich wei- (Heiligtümer) oder der Dreizehn
gerte, ihn zu heiraten und Nonne Schätze Britanniens zu holen; die-
wurde, wurde er Mönch. Er wurde ses Abenteuer wird im »Preiddu
aus Irland verbannt, woraufhin Annwn«, einem walisischen Ge-
Liadin gebrochenen Herzens starb. dicht des neunten Jahrhunderts,

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ebenfalls erzählt. Schließlich wird Kirche nicht überschreiten dürfen.
Yspaddaden entmachtet und Dafür war er ein großer Tierliebha-
Culhwch heiratet Olwen. (Siehe ber. Seine stundenlangen Gebete,
Hallows.) die er stehend in der Meeresbran-
Custennin (W) Der riesige Hir-te, dung absolvierte, wurden vom
der die Herden des Yspaddaden Atem der Robben belohnt, die ihn
Pencawr bewachte. Yspaddaden anschließend trockneten. Sein Ge -
hatte ihn seines Lebensunterhaltes denktag ist der 20. März.
und seiner Länder beraubt. Seine Cwn Annvra (W) Wie die Hunde
vierundzwanzig Söhne wurden alle des Gabriel, die bei der Wilden
vom Riesen getötet - außer Go-reu, Jagd losgelassen werden, wurden
der von seiner Mutter in einem die Cwn Annwn (»die Hunde von
Schrank versteckt wurde. Er hilft Annwn«) als Todesboten gefürchtet.
Culhwch und seinen Mitstreitern Sie waren an ihrem sonderbaren
Yspaddaden besiegen; dabei ä f llt Gebell zu erkennen; dieses begann
es schließlich Goreu zu, seinen wie das eines Spürhundes und
Vater zu rächen. verklang wie das eines Bluthundes.
Cuthbert, der Heilige (634-687) Die Hunde waren weiß mit rotge-
Der Heilige Cuthbert wurde zu - spitzten Ohren. Als Pwyll auf die
näc h s t Mönch der keltischen Kir - Jagd des Arawn stößt, begegnet er
che, nachdem er eine Vision hatte, ihnen.
in de r er die Seele des Heiligen Cyhyreath (W) Die walisische
Aidan in den Himmel aufsteigen Form der Caoineag. Ihr Heulen
sah. klingt wie das Stöhnen der Ster-
Nach der Synode von Whitby (sie he benden. Obwohl sie meist unsichtbar
Hilda, die Heilige), im Verlauf bleibt, ist ihre Anwesenheit
derer die keltische Praxis mit der manchmal am Erscheinen von Lei-
universellen römischen Kirche in chenkerzen erkennbar.
Einklang gebracht wurde, nahm er Cymbeline König von Britannien.
die Reformen an und wurde Prior Er wurde im Haushalt des
von Lindisfarne. Augustus erzogen. Er dankte zu-
Sein ganzes Leben lang blieb er gunsten seines Sohnes Guidarius
Frauenhasser. Eine Legende er- ab, der den Römern den Tribut ver-
zählt davon, wie er fälschlicher- weigerte. Hinter der Legende steht
weise bezichtigt wurde, ein Kind der historische Cunobeline, ein
gezeugt zu haben, woraufhin er britischer König von geringer Be-
schwor, nie wieder eine Frau in deutung. Shakespeare, der sich auf
seiner Nähe zu dulden. In der Holinsheds »Chronicles« (»Chro-
Kathedrale zu Durham, in der er niken«) bezog, schrieb ein Stück,
begraben wurde, kennzeichnet eine in dem mehrere Nebenfäden der
Linie nach wie vor eine Grenze, britischen Mythologie behandelt
die Frauen innerhalb der wurden.

63
D
Dachs Der Dachs ist ob seiner entführt hatten. Er war der Wächter
Hartnäckigkeit und seines Mutes des allen Hunger stillenden Kes-
berühmt und nimmt in der Folklore sels, der aus Murias stammte (siehe
einen Platz ein als das Unnachgie- Hallows). Sein Name bedeutet
bigste der Tiere; bezeichnender- »Guter Gott«, doch hieß er außer-
weise wird aus dem Kopf des dem Eochaid Ollathair (»Allva-
Dachses der traditionelle Geldbeutel ter«) und Ruad Rofessa (»Herr des
der Bewohner des schottischen großen Wissens«), was seine Ähn-
Hochlandes hergestellt. Die Ge- lichkeit mit dem Wilden Hirten be-
schichte von Gwawl und Rhiannon legt.
erzählt vom angeblichen Ursprung Dagonet (A) Hofnarr des Königs
des Spieles »Dachs im Sack«, aber Arthus. Als Jux wurde er zum Ritter
Spuren dieser Sitte, die in Fife erhoben; später bewies er in
»Schlag den Dachs« heißt, deuten mehreren Turnieren seine Tapfer-
darauf hin, daß sie bereits vorher keit. Sein Witz und sein unorthodo-
eine Art Mutprobe - einen Spieß- xes Verhalten beleben auch die
rutenlauf - darstellte, bei dem der langatmigeren Passagen von Ma -
Spieler zwischen zwei Reihen von lorys Buch des Tristan.
mit Schlagstöcken bewaffneten Daireann (I) Tochter von Bodh
Jungen laufen mußte. Dearg. Sie wollte Fionn heiraten
Dagda (I) Einer der Tuatha de und ein Jahr lang seine einzige Frau
Danaan. Bres befahl ihm, Festun- sein. Als er sich weigerte, gab sie
gen zu bauen, war aber nicht bereit, ihm Gift; er wurde verr ückt und die
ihm ausreichende Lebensmittel zu Fianna verließ ihn. Sadbh, die
geben. Zusammen mit Lug h und Schwester von Daireann, wurde
Ogma plante er, die Formianer an- die Mutter des Oisin.
zugreifen. Er bestieg die Morri- Danu (I) Ahne der Tuatha de
ghan rittlings über einem Fluß; sie Danaan. Ihre Legende ist so alt,
prophezeihte seinen Erfolg. Als daß keine Geschichten von ihr
Dorftrottel verkleidet, verschaffte überlebt haben. Sie ist mit Anu an-
er sich Zugang zur Festung der For- alog und überlebt eventuell in der
mianer und somit ein Bild ihrer Schwarzen Annis.
taktischen Dispositionen. Seine Daoine Sidhe (I) Das Volk der
Harfe hieß »die Eiche in zweierlei Sidhe oder der Hohlen Hügel. Die
Grün« und »die vierwinklige Mu- Bewohner der jenseitigen Welt,
sik«. Mit ihr konnte er dreierlei die, wie die Feen jenseits der Men-
Musik spielen: Trauer-, Lach- und schenwelt leben und mit diesen oft-
Schlafmusik. Mit letzterer Art ge- mals friedlich koexistieren. Eine
lang es ihm, jene Formianer zu lange Tradition besagt, daß die alten
bändigen, die seinen Harfenspieler Götter und Helden zur Sidhe

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kamen und dort lebten. Wie mit den Schmied tötete, woraufhin er
Bevölkerungen der anderen, inne- CuChulainn hieß.
ren Welten, werden sie euphemi- Degrabel (L) Sohn des Eglamour
stisch als »der Adel« oder »das und der Crystabell. Er wurde von
Gute Volk« bezeichnet. (Siehe Aes einem Greif entfuhrt und vom König
Sidhe.) von Israel groß gezogen. Später
David/Dewi, Der Heilige (gest. heiratete er seine Mutter, entdeckte
601) Schutzheiliger von Wales. Er seinen Fehler aber rechtzeitig und
wurde in Cardiganshire geboren und ließ die Ehe annulieren. Schließ-
gründete zwölf Klöster zwischen lich verliebte er sich in Ardanata
Croyland und Pembrokeshire; und heiratete sie.
nach keltischer Sitte war das Deirdriu/Deirdre (I) Tochter des
Regime besonders streng. Er er- Fedlimid, des Harfenspielers Con-
hielt den Spitznamen »Aquaticus« chobars. Cathbad prophezeihte,
nach seiner Gewohnheit, nur Wasser daß sie Tod und Leid über Ulster
zu trinken. Die Waliser gedenken bringen würde. Obwohl das Volk
seiner am 1. März. Sein alter- von Ulster ihren Tod forderte, ließ
tümliches Symbol ist die Taube, sie Conchobar heimlich als Pflege-
sein neuzeitliches der Lauch. kind bei Lebharcham erziehen, bis
Dechtire (I) Schwester des Königs Deirdriu alt genug war, seine Frau
Conchobar. Sie und die fünfzig zu werden. Deirdriu sah einige Ra-
Jungfrauen ihrer Begleitung ben, die im Schnee Blut tranken
waren drei Jahre lang verschollen. und wünschte sich einen Mann,
Bricriu entdeckte sie in der Gestalt dessen Haut so weiß wie der
eines Vogels in einem Haus der Schnee sei, dessen Haare so
Sidhe, aber er erzählte Conchobar schwarz wie die Raben seien und
lediglich, daß ihm dort königliche deren Wange so rot wie das Blut
Gastfreundschaft zuteil geworden sei.
war. Conchobar schickte der Sidhe Sie begegnete Naoisi und belegte
eine Botschaft, in der er verlangte, ihn mit einem Gebot, damit er sie
daß die Frau des Hauses zu ihm mit sich nehme. Mit Naoisi und
gesandt werden sollte, damit er, seinen Brüdern wanderte sie, von
nach seinem königlichen Recht, Conchobar verfolgt, durch ganz Ir-
mit ihr schlafen könne. Dechtire land, bis sie schließlich nach Alba
wurde zu ihm gesandt, aber schon flohen. Fergus mac Roigh wurde
begannen ihre Geburtswehen. Am ausgeschickt, um sie zurückzuho-
nächsten Morgen gebar sie einen len und, obwohl er Conchobars
Sohn, woraufhin Bricriu endlich Freundschaft versprach, wurden
preisgab, daß diese Frau Dechtire sie bei ihrer Rückkehr verraten.
war. Der Vater war Lugh und das D i e Söhne von Usnach wurden
Kind wurde Setanta genannt - bis umgebracht und Deirdriu als Frau
er den Hund von Culann dem Conchobars eingesperrt. Schließ-

65
lich übergab er sie an Eoghan, ei - gon, in Smithfield verbrannt, weil
nem verb ündeten König, der Naoi-si eine Prophezeihung besagt hatte,
get ötet hatte. Um vor diesen zwei daß die Statue eines Tages einen
Ü beln zu fliehen, sprang sie aus Wald (»Forest«) niederbrennen
Eoghans Pferdewagen und st ürzte würde. Derfels Gedenktag ist der
mit dem Kopf gegen einen Stein. S.April.
Ihre Lieder der Sehnsucht nach DevorgUla (I) Sie sollte als Dan-
dem Leben in Alba geh ören zu den keszoll den Fomorianern überge-
reinsten poetischen Klageliedern ben werden, aber zuvor wurde sie
der irischen Literatur. Wie Helena von CuChulainn gerettet, der sie
von Troja, stellt Deirdriu den Vor - Lugaid als Ehefrau anbot. Wegen
boten des Niedergangs von Ulster dieser Beleidigung erzürnt, ver-
dar. suchte sie, CuChulainn umzubrin-
Delbchaem (I) Tochter des Mor - gen. Er verwundete sie, dann heilte
g a n , Königs des Landes der Wun - er sie, indem er ihr Blut saugte.
der; ihre Mutter war C o i n c h e n d . Dadurch wurden sie Blutsgeschwi-
Sie konnte von keinem Mann ge - ster.
wonnen werden, da eine Prophe - Diana (RB) In ganz Britannien
zeihung ausgesagt hatte, da ß bei wurden Diana Bauten gewidmet,
ihrer Ehe ihre Mutter sterben w ürde. unter anderem ein Tempel in einer
Sie wurde versteckt und von Stätte des Eisenzeitalters bei Mai-
Ungeheuern, Hexen und schwieri - den Castle, welche neu geweiht
g e m G e l än d e g e s c h ützt - was Art
nicht daran hinderte, sie zu errei -
chen und zu gewinnen.
Demne (I) Der Name, den Fionn
als Kind annahm, als er bei Finne-
ces lernte.
Derfel, Der Heilige Manchmal
auch Derfel Cadarn (der Starke)
genannt. Von ihm ist wenig be-
kannt, außer daß seine Legende ihn
als Krieger bezeichnet, der sich bei
der Schlacht von Camlan ruhm -
reich verhielt. Er war der Gründer
und Beschützer von Llanderfel in
Gwynedd, wo eine Holzstatue, die
ihn zu Pferd mit einem Stab zeigt,
errichtet wurde. Während der Re-
formation wurde dieses Abbild, zu -
sammen mit dem Abt John Forest,
Beichtvater der Katharina von Ara- Römische Darstellung der Diana.

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wurde; dies deutet vielleicht auf Diarmuid mit einem Gebot, damit
einen örtlichen Kult einer ähnli- er mit ihr zusammen fliehe. Sie
chen, namenlosen Göttin hin. Dia- ergriffen die Flucht, aber fanden
na war die Göttin des Geschlechts- nie Ruhe, da Fionn sie mit einem
genusses und unter diesem Aspekt Bann verflucht hatte, der sie daran
wird sie vor allem in Britannien hinderte, an zwei aufeinan-
anerkannt. Der Standort der Kathe- derfolgenden Nächten unter dem
drale von St. Paul in London war selben Dach zu schlafen; auch
zuvor eine heilige Stätte Dianas; blieb es ihnen versagt, zwei Mahl-
bis in das Mittelalter hinein wurden zeiten an derselben Stelle zu sich
lebende Böcke ihre Stufen hinauf- zu nehmen. Nach einer langen Ver-
getrieben. folgungsjagd versöhnte sich Fionn
Diancecht (I) Großvater des mit ihnen, aber er schickte Diar-
Lugh. Er war der Arzt der Tuatha muid fort, um den Eber zu jagen.
de Danaan. Von Creidne unter- Nachdem ihn der Eber verwundet
stützt, schuf er die silberne Hand, hatte, flehte er Fionn um einen
welche jene ersetzte, die Nuadu im Heiltrank an. Fionns Eifersucht
Kampf verloren hatte. Die tödlich und Zorn waren aber so groß, daß
verwundeten Tuatha wurden im er die Flüßigkeit auf den Boden
Brunnen von Slane gebadet, der verschüttete. Diarmuid starb. Diese
von ihm persönlich geweiht wor- Geschichte stellt eine unmittelbare
den war. So erholten sie sich und Parallele zu den Legenden von
konnten weiterkämpfen. (Siehe Tristem und Isolde, oder Lanzelot
Kessel.) und Guinevere, dar.
Diarmuid (I) Held der Fianna. Dinadan (A) Ritter der Tafelrunde.
Neffe des Fionn. Er wurde als Pfle- Er ist außer Dagonet die einzige
gekind des Angus Og in der Sidhe Figur in den Arthussagen mit ei-
von Bruig na Boinne groß gezo- nem Sinn für Humor und mit sati-
gen. Dort tötete Donn, sein Vater, rischem Talent. Er verfaßte eine
versehentlich den Sohn des Ver- verunglimpfende Schm ähschrift
walters. Der Verwalter schlug sei- gegen König Marke und in einem
nen Sohn mit einem Zauberstab Turnier, an dem Lanzelot teilnahm,
und verwandelte ihn in einen wil- spielte er den anderen Rittern allerlei
den Eber, wobei er dem Tier be- Streiche. Lanzelot machte bei dem
fahl, zu gegebener Zeit den Sohn Spaß mit und erschien in einem
des Donn zu töten; daraufhin wurde Kleid, welches er über seiner
es Diarmuid verboten, jenen Eber Rüstung trug. Nachdem er Dina-
zu jagen. Er hatte einen Lie- dan besiegt hatte, schleppte er ihn
besfleck, welcher ihn für Frauen in den Wald und kleidete ihn als
unwiderstehlich machte. Als der Frau. Unglücklicherweise wurde
alternde Fionn ihr seine Aufwar- Dinadan später von Mordred und
tung machte, belegte Grainne dessen Bütteln getötet.

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Dinas Emrys (A) Ein Hügel im Dolorous Blow Siehe Verhängnis-
Norden von Wales, der angeblich voller Schlag.
der Standort von Vortigerns Turm Don (W) Die Mutter des walisi-
war. Jedesmal, wenn die Maurer schen Pantheons, wie es innerhalb
erneut versuchten, den Turm zu er- der vier Abteilungen des »Mabino-
richten, stürzte dieser ein, woraufhin gion« geschildert wird. Sie ist mit
Vortigern seine Druiden beauftragte, der irischen Dunu in Zusammen-
herauszufinden, warum. Sie hang gebracht worden. Ihr Ur-
schlugen vor, daß er einen Knaben sprung liegt so weit /.urück, daß
opfere, dessen Blut in die Funda - von ihrem Leben und ihren Taten
mente gemischt werden könnte. nichts überliefert ist. Sie verkörpert
Merlin, noch Knabe, wurde herbei - die keltische Mugna Muter als
geholt; er eröffnete Vortigern, daß Mutter des heiligen Stammes, als
die Ursache der Einstürze darin Urahne aller Volker. In der Astro-
lag, daß unter dem Hügel in einer nomie gedenkt man ihrer in der
Steintruhe zwei Drachen lagen, die Konstellation namens Llys Don
sich ständig bekämpften. Sie ver- oder Casseopeia.
körperten die zwei Nationen der Donn (I) Donn war der Herr der
Briten und der Sachsen - denen Toten. Sein Haus, Tech Duinn, be-
Vortigern sein Königtum verkauft fand sich auf einer der Inseln vor
hatte. der Südwestküste von Munster.
Dindrane (A) Gelege ntlich auf- Hier versammelten sich die Toten
tauchender Name der Schwester vor ihrer Reise /u den Inseln der
Panivah. Sie gab ihr Blut freiwillig, Seligen.
um eine leprakranke Frau zu Donn Cuailgne (I) Der Braune
heilen. Dir Leichnam begleitete die Stier von Cuailgne gehörte Daire
Gralsritter an Bord des Schiffs von und war Gegenstand allerlei
Salomon bis nach Sarras. Streits. Er war der ewige Feind ei-
Diuran (I) Einer der Begleiter nes Schweinehirten; die beiden
des Maelduine auf den immrama gingen durch die Zeit in verschie-
(Wunderreisen). denen Gestalten - als Tiere, Dra-
Diwrnach/Dyrnwch (W) Besitzer chen, Dämonen und Vögeln - bis
eines magischen Kessels, der das zum Viehraub von Cooley, bei dem
Essen eines Feiglings nicht erhitzen sein Rivale der Weiße Stier von
würde. Er wird unterschiedlich als Connacht war. Im Kampf töteten
Verwalter des Königs von Irland, sich die beiden Stiere gegenseitig.
sowie als Riese geschildert. Die Drache In der britischen Mytho-
Entdeckung dieses Kessels ist logie ers cheint der Drache nicht
auch der Gegenstand des frühen nur in klassischer Form. Manch-
walisischen Gedichts »Preiddeu mal ist er ein Wurm und stammt
Annwn«; in »Culhwch and Ol- von nordeuropäischen Prototypen
wen« wird ebenfalls davon erzählt. ab; manchmal ist er eine Wasser-

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schlänge oder ein Wasserungeheuer.
In jedem Fall verk örpert der
Drache elementare Kraft, vor al -
lem die der Erde. Der Drache, den
der Heilige Georg besiegt, symbo-
lisiert das Heidentum, aber oft wird
solch vordergr ündiger Symbolis-
mus subtilerer Metaphorik überge-
stülpt. Die zwei Drachen, die der
junge Merlin Vortigems, befreit,
stellen die Vitalität des Landes dar,
welches ohne wahren Herrscher im
Chaos versinken muß. In einer Ge-
schichte über den Ursprung des
Samhain-Abends erfahren wir, daß
Brakes Trommel.
der Drache die Cailleach symboli-
siert, die die Macht des Winters und bekämpfte die spanische Ar-
über das - den Frühling symboli- mada. Als Volksheld werden ihm
sierende - Lamm Brigits aufrecht- übernatürliche Kräfte zugeschrie-
erhält. ben. Die Spanier titulierten ihn El
Drake, Sir Francis (1540-1596) Draco » ( Der Drache«), und das
Er umsegelte als erster die Erde Glück, von dem sein Wagemut im-
mer wieder begleitet wurde,
scheint tatsächlich fast auf eine au-
ßernatürliche Quelle hinzudeuten.
Die Trommel, die er bei seiner
Weltumseglung bei sich hatte, wird
in der Abtei von Buckland aufbe-
wahrt; wenn England in Gefahr ge-
rät, hört man sie schlagen. Zu sei-
nem Mythos gehört, daß er - wie
Arthus - nur schläft und daß er,
gerät sein Land in Not, wieder auf-
erstehen wird.
Dreizehn Schätze Britanniens
(Thirteen Treasures of Britain) (W)
Hierbei handelt es sich um drei-
zehn den Hallows (Heiligtümern)
ähnelnde Gegenstände, welche die
Gewähr der Sovereignty darstell-
Sir Francis Drake auf einem zeit- ten; Arthus soll mit seinem Schiff
genössischen Stich. Prydwen nach Annwn gereist sein,

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um sie zu holen. Die folgende Liste schnitt es Fleisch für vierundzwan-
ist eine Version des Spätmittelal- zig Männer.
ters, aus der sich aber die früheren 7. Der Kessel des Riesen
Prototypen erkennen lassen: Diwrnach: Er bereitete nur das Es-
1. Dyrnwyn, das Schwert von sen eines mutigen Mannes zu, nie
Rhydderch dem Großzügigen: In das eines Feiglings. (Der einzige in
den Händen eines Edelmannes »Culhwch und Olwen« erwähnte
brannte es lichterloh vom Griff bis Schatz, den zu holen es Arthus ge-
zur Spitze. (Arthus' Schwert Ca- lingt.)
ledfwlch oder Exkalibur hatte im 8. Der Schleifstein des Tudwal
»Traum von Rhonabwy« dieselbe Tudglyd: Wenn ein mutiger Mann
Fähigkeit.) sein Schwert an ihm schleifte, wurde
2. Der Korb des Gwyddno Garan- jede Wunde, die es einem Gegner
hir. Wenn genug Nahrung ü f r einen zufügte, tödlich. Das Schwert
Mann hineingetan wurde, kam, so- eines Feiglings blieb unverändert.
bald der Korb wieder geöffnet wurde, 9. Der Mantel des Fadarn Red-
genug für hundert Männer zum Coat (»Padarn Rotmantel«): Ei-
Vorschein. (Dies ähnelt dem Korb, nem Edelmann paßte dieser Man-
der vom Hof des Lludd gestohlen tel, einem Flegel nicht. (Insofern
wurde.) ähnelt er dem Mantel der Ehefrau-
3. Das Hörn des Bran: Es konnte en, der in der Arthuslegende die
jedes gewünschte Getränk austei- Nacktheit treuer Frauen bedeckte,
len. (Bran der Selige wurde auf- Ehebrecherinnen hingegen nackt
grund seines Kessels der Wieder- ließ.)
geburt als Gra/shüter bekannt. 10. und 11. Der Tonkrug und die
Dieses Hörn ähnelt insofern dem Schüssel des Rhygenydd: In ihnen
Gral, als auch der Gral jede ge- fanden sich grunds ätzlich nur
wünschte Nahrung liefern konnte.) Lieblingsspeisen vor.
4. Der Wagen des Morgan des 12. Das Schachbrett von Gwend-
Reichen: Er beförderte seinen Be- dolau: Die Spielfiguren waren aus
sitzer mit hoher Geschwindigkeit Silber, das Brett selbst aus Gold.
wohin er auch wollte. Nachdem die Figuren aufgebaut
5. Das Halfter des Clyno Eiddyn, waren, spielten sie von selbst. (Die-
das an das Bettende des Besitzers ses Schachbrett erscheint in »Pere-
mit einer Klammer befestigt war: dur«, in dem Peredur/Panival da-
Jedes Pferd, das man sich wünschte, mit spielt. Als seine Seite verliert,
fand sich in dem Halfter wieder. wirft er das Brett in einen See.) In
(Ein solches Traumpferd wäre für dieser Geschichte wird es als »das
die Kelten - allesamt Pferdenarren - Schachbrett der Kaiserin« bezeich-
das non plus ultra.) net, was eindeutig auf das Land der
6. Das Messer von Llawfronedd Lady Sovereigntv hinweist.
dem Reiter: Bei einer Mahlzeit 13. Der Mantel des Arthus: Wer

70
ihn trug, blieb unsichtbar. (Es han- Cuimhne konnte Mongan sie je-
delt sich hierbei um den Mantel, doch zurückgewinnen.
der von Caswallawn getragen wurde, Dubhlaing (I) Er liebte Aoibheü,
als er Britannien verzauberte; die prophezeihte, daß er im Kampf
wahrscheinlich gehörte er auch Cu sterben würde, wenn er ihren Mantel
Roi mac Daire, der ausdr ücklich der Unsichtbarkeit nicht tragen
als der »Graue Mann im Mantel« würde.
bezeichnet wurde.) Bei allen Dunstan, der Heilige (909- 988)
dreizehn Schätzen spie len die Abt von Glastonbury und Erzbi-
Würde oder die Bef ähigung des schof von Canterbury. Schutzheili-
Finders oder Verwenders eine ger der Goldschmiede, Juweliere
wesentliche Rolle; In unw ürdigen und Hufschmiede. Dunstan ordnete
Händen funktionieren sie nicht. So monastische Prozeduren an und
hängt ihre Funktion eindeutig mit verfaßte den neuzeitlichen Ritus
dem Verhältnis des Königs zur So- der Krönung. Er war vielf ältig ta-
vereignty zusammen, denn nur lentiert, konnte sticken, malen,
durch den König oder einen Auser- Harfe spielen und war außerdem
wählten des Königs können sie ge- Gold- und Metallschrnied. Wäh-
funden bzw. eingesetzt werden. Sie rend der Herstellung eines golde-
werden angeblich von Merlin in nen Kelches wurde er der Legende
seinem Glashaus auf der Insel nach vom Teufel heimgesucht, den
Bardsey aufbewahrt. er an mit seiner hei ßglühenden
Drustan (A) Siehe Tristan. Zange an der Nase festhielt.Sein
Dubh (I) Sie war Druidin, die, Emblem ist nach wie vor eine Zan-
nac hdem sie entdeckte, daß ihr ge. Ihm wird ein alchemistisches
Mann eine andere Frau hatte, ihre Pamphlet Ȇber den Stein des Phi-
Rivalin ertr änkte. Ihr Mann losophen« zugeschrieben. Sein
schleuderte einen Stein nach ihr Gedenktag ist der 19. Mai.
und sie fiel in einen Teich, welcher Dwyn/Donwenna/Dwynwen, Die
Dubhlinn oder Dublin ge nannt Heilige (5. oder 6. Jh.) Tochter des
wurde. Die Römer nannten ihn Königs Brychan. Ein gewisser
Nigratherma - wortw örtlich Maelon wollte sie heiraten, aber sie
»schwarzer Teich«. Ein vielleicht weigerte sich; sie träumte davon,
noch älterer Name für Dublin ist daß man ihr einen Trank gab, wel-
Baue Atha Cliath oder »Stadt der cher sie von ihm befreite und Maelon
Hürdenfurt«. zu Eis verwandelte. Dann betete sie,
Dubh Lacha (I) Sie war die Frau daß er wieder aufgetaut werden
des Mongan und wurde in dersel- möge, damit alle Lieben den
ben Nacht wie er geboren. Bran- entweder gemeinsam Glück finden,
dubh hebte sie und übertölpelte oder von der Liebe geheilt werden
Mongan, um sie für sich zu gewin- sollten - und daß sie selbst nie
nen. Mit der Hilfe der Hexe heiraten müsse. Demzufolge

71
wurde sie die Schutzheilige der zieht sich auf eine verschollene
Liebenden in Wales. Im heiligen Geschichte um seinen Tod. Daran
Brunnen, an dem sie Nonne wurde, soll sein Onkel (liifunnon schuld
wurden Fische gehalten. Sie konn- gewesen sein, mil einem der »Drei
ten, nach der Legende, das Schicksal Unglücklichen Schlüge«.
der Bittsteller an ihrem Schrein Dympna, Die Heilige (7. Jh.)
erkennen lassen. Man rief sie an, Tochter eines irischen Königs. Sie
um Tiere zu heilen. Ihr Gedenktag ähnelte ihrer verstorbenen Mutter
ist der 25. Januar. derart, daß ihr Vater in in/estuöse
Dylan (W) Sohn der Arianrhod Leidenschaft ü f r sie entbrannte;
und Bruder des Llew. Er erhielt den um ihm zu entkommen, IIoh sie mit
Spitznamen »Wellensohn«, da er ihrem Beichtvater nach Holland.
nach seiner Taufe ins Meer hinaus- Schutzheilige der Geisteskranken;
schwamm. Eine der Triaden be- ihr Gedenktag ist der 15. Mai.

72
E
Each Uisge (S) Das Wasser- sein häufiges Erscheinen in der
Pferd, welches als rassiges Pony Kunst und der Literatur der kelti-
erscheint und um Seen geistert. Es schen Völker seine mythologische
bietet sich Wanderern zum Reiten Bedeutung. Twrch Trwyth wird im
an, stürzt sich aber samt Beute dar- »Mabinogion« als verheerender
aufhin in die Fluten. Feind von Arthus und dessen Reich
Easal (I) Er war der König der geschildert; in der irischen Tradi-
Goldenen Säulen. Seine sieben tion besteht die Parallele in Orc
magischen Schweine blieben ewig Triath. Ein weisser Eber führt Pry-
unsterblich, auch wenn sie verzehrt deri nach Annwn in die Sklaverei,
wurden. Eine der Aufgaben, die während ein ähnliches Tier Diar-
Lugh den Söhnen des Tuirenn stellte, muids Tod verursacht.
bestand darin, diese Schweine zu EctordeMaris(A) Bruder Lan-
finden. zelots und Ritter der Tafelrunde. Er
Eber (I) Sohn des Miled. Er wird gelegentlich mit Ector ofthe
kämpfte erfolglos gegen seinen Forest Sauvage verwechselt, dem
Bruder Eremon um den irischen Pflegevater des Arthus.
Königstitel. Ector of the Forest Sauvage (A)
Eber Der Wildeber, der ehemals Pflegevater des Arthus bei Malory.
überall auf den britischen Inseln Auf Geheiß Merlins zog er den
gejagt wurde, lebt nur noch an den Jungen auf, ohne daß dieser von
entlegensten Stellen Europas. We- seiner wirklichen Herkunft etwas
gen des Temperaments und der erfuhr.
Schläue des Tieres war es immer Edmund, Der Heilige (841-69)
eine gefährliche Beute, doch belegt König von Ostanglion. Er führte
sein Heer gegen die Dänen an, wurde
besiegt und gefangen. Er wurde zum
Märtyrer, entweder weil er mit
zahllosen Pfeilen durchschossen
wurde, oder weil er in Vikingerma-
nier mit allen Vieren an Felsen
gekettet den Göttern zum Opfer an-
geboten wurde. In Bury St. Ed-
munds wurde sein Leichnam in ei-
nem Schrein aufbewahrt; dort
entstand ein Volkskult um ihn. Sein
Emblem ist der Pfeil, sein Gedenk-
tag der 20. November.
Edward, Der Heilige (962-979)
Keltische Darstellung eines Ebers. »Der Märtyrer« genannt. Er war

73
König von England und fiel in der Thronbesteigung seines Neffen er-
Burg von Corfe einem Attentat der griff Efnissien Gwern, den Jungen,
Büttel seines Bruders Ethelred zum und warf ihn ins Feuer. Im daraus
Opfer. Bald daraufhin ließen Wun- resultierenden Kampf, in dessen
der die Kirchenm änner erkennen, Verlauf die Iren ihre Toten im le-
daß sein ungerechter Tod, wenn er bensspendenden Kessel wiederbe-
auch nicht bei der Verteidigung des lebten, opferte sich Efnissien, um
Glaubens geschehen war, größere dem Ungleichgewicht der Kräfte
Aufmerksamkeit verdiente. Zu sei- entgegenzuwirken. Er streckte sich
ner Heiligsprechung trugen sicher- im Kessel aus. Da der Kessel nur
lich sowohl seine Jugend bei, als die Toten wiederbeleben konnte
auch das Entsetzen über den Meu- und Efnissien lebte, konnte er ihn
chelmord an einem gekrönten auseinanderbrechen und mit dem
Haupt. Preis des eigenen Lebens die Kraft
Efflam, Der Heilige (6. Jh.) Nach des Kessels zunichte machen. Sein
einem mißlungenen Versuch, eine extremes Verhalten muß im
Schlange zu bändigen, hatte Zusammenhang mit seiner Rolle
Arthus Durst. Der Heilige Efflam als Verteidiger der - in der Person
ließ nicht nur eine Quelle entsprin- Branwens verkörperten - Souvere-
gen, sondern besiegte auch die nität Britanniens betrachtet wer-
Schlange. den. In die Ehe mit dem König von
Efnissien (W) Sohn von Penard- Irland hätte Branwen die britanni-
dun mit Euroswydd, Bruder des sche Vorherrschaft mithineinge-
Nissien, des Friedlichen. Efnissien, bracht - was Efnissien abzuwen-
der Unfriedliche, löste gewaltigen den trachtete.
Streit zwischen Britannien und Ir- Eglamour (L) Ein armer Ritter
land aus. Nachdem er über die Ehe am Hof von Sir Prinsamour, der aus
zwischen seiner Halbschwester seiner Burg eine Stätte der heraus-
Branwen und Matholwch, dem ragenden Ritterlichkeit machte.
König von Irland, nicht befragt Eglamour liebte dessen Tochter
worden war, verstümmelte er die Chrystabell, aber um sie zu gewin-
irischen Pferde; als Wiedergutma- nen, mußte er drei Abenteuer beste-
chung bot Bran den Iren den Kessel hen. Zuerst hatte er den Riesen
der Wiedergeburt an. Später konnte Marrock zu erlegen, dann einen
er Bran und dessen britische ungeheuren Eber, welcher die Län-
Begleiter vor dem sicheren Tod dereien von Prinsamour verwüstete.
bewahren, nachdem diese nach Sein drittes Abenteuer führte ihn
Irland gekommen waren, um dazu, einen Drachen zu öt ten, wel-
Branwen zu retten; dies gelang cher Rom bedrohte. Eglamour be-
ihm, indem er 200 im Festsaal ver- stand alle drei Prüfungen, aber in
teilen, in Säcken versteckte Iren der Zwischenzeit hatte Chrystabell
ermordete. Während des Festes zur einen Sohn geboren. Sie und Egla-

74
mour wurden verbannt. Ihr Sohn Elatha (I) Er war ein schöner,
wird von einem Greif entführt und fomorischer König, dessen Reich
erst nach langen Jahren der Wande- jenseits der Meere lag. Er schlief
rung treffen sich Chrystabell, Egla- mit einer Tochter des De Danaan-
mour und deren Sohn glücklich Stammes und gab ihr einen Ring,
wieder. mitsamt der Prophezeihung, daß
Einherier (N) Die toten Krieger, sie einen Sohn gebären würde. Sie
die in Walhalla mit Odin feierten. gebar Bres; als dieser später Hilfe
Sie ernährten sich von einem Eber, brauchte, löste er den Ring seines
der sich ständig erneuerte. Obwohl Vaters ein, indem er in das Fomo-
sie jeden Tag kämpften, wurden rische Reich reiste und sich mit den
sie, falls sie umkamen, am Ende Einwohnern gegen den Stamm sei-
des Tages wieder zum Leben er- ner Mutter verbündete.
weckt. In der englischen Mythologie Elcmar (I) Ehemann der Boann.
sind sie mit der Wilden Jagd Nach der Überlieferung war er der
verwandt. ursprüngliche Bewohner und Ei-
Elaine de Astolat (A) Manchmal gentümer von Brugh na Boinne,
»Le Blanke« (»Die Weiße«) das später - wegen der magischen
genannt, war sie eine Jungfrau, die Kräfte über Tag und Nacht - in den
sich in Lanzelot verliebte. Als er ewigen Besitz von Angus über-
ihre Zuneigung nicht erwiderte, wechselte.
ließ sie sich in einem Boot den Elen (W) Heldin der Geschichte
Strom abwärts nach Camelot trei- »Der Traum des Maxen Wledig«.
ben, mit einem Brief, der von ihrem Maxen, der in Caernarvon lebte,
Unglück erzählte. träumte von ihr, wie sie in Rom
Elaine von Corbenic (A) Tochter schlief; er schickte Boten aus, um
des Gralskönigs Felles, Mutter des sie zu finden. Ihr wird der Bau zahl-
Galahad. Durch Hexerei wurde sie reicher, zum Teil noch bestehender
die Geliebte des Lanzelot. Da sie Straßen in Wales zugeschrieben.
glaubte, daß er mit Guinevere Ihre Geschichte und Identität über-
intim war, zeugte Lanzelot mit schneiden sich mit derer der Heili-
Elaine das Kind, welches erkoren gen Helena, der Mutter Konstan-
war, Gewinner des Grals zu wer- tins des Großen.
den. Sie wird häufig mit Elaine de Elfen Die skandinavische Form
Astolat verwechselt. der Fee, entweder der helfenden
Elaine von Garlot (A) Tochter oder der hindernden Art. In der
von Gorlois und Igerna. Sie heira- schottischen Folklore unterschied
tete Nentres von Garlot und be- man zwischen der Seelie (»Seli-
werkstelligte somit die Versöh- gen«) und der Unseelie » ( Unseli-
nung dieses feindlichen Königs mit gen«). Sie lebten in Elfame. J.R.R.
dem kürzlich gekrönten Arthus, Tolkien ließ die Elfen in seinen
Elaines Halbbruder. Fiktionen neu erstehen und brachte

75
Elfen-Erscheinung an einem megalithischen Kultplatz wie Stonehenge, von
denen viele den lokalen Sagen nach mit der Anderswelt der Elfen in
Verbindung stehen.

den skandinavischen Namen mit Er war der Förderer des Taliesin,


den Bewohnern der Seligen Inseln den er am Vorabend des Mai in
(Blessed Islands) der keltischen einem Lachswehr entdeckte. Sein
Mythologie in Verbindung (Siehe Vater hatte ihm erlaubt, in jener
Alfar). Nacht den Jahressoll an Fischen
Elidor (L) Giraldus Cambrensis einzuholen, da Elphin »der un-
erzählt, wie Elidurus, ein Priester, glücklichste aller Jungen« war,
als Knabe nach Faery geführt wor- nicht nur vom Pech verfolgt, son-
den war. Er kehrte häufig dorthin dern auch bettelarm. Als er den Le-
zurück, bis seine Mutter eines Ta - derbeutel herausfischte, in dem
ges nach einem Beweis seiner Be- sich der Knabendichter befand, rief
suche verlangte. Er sollte ihr den Elphin aus: »Seht her, die glänzende
goldenen Ball zeigen, mit dem er Stirn!« - womit er Taliesin taufte.
mit den Feen spielte. Danach war Der Dichter tröstete seinen Förderer
ihm der Weg nach Faery versperrt. ob des Verlustes seines
Er erinnerte sich an die Sprache der Einkommens und schwor, daß sich
Feen, die ihm dem Griechischen sein Glück gewendet hatte. Später
ähnlich schien. Giraldus erklärt prahlte Elphin vor dem König
dies mit der Abstammung der Briten Maelgwn, seine Frau sei die schönste
von Brutus und der Stadt Troja. im Königreich, seine Pferde die
Ellyllon (W) Die walisische Art schnellsten und sein Dichter der
der Elfen. weiseste. Maelgwn ließ ihn - in
Elphin (W) Sohn des Gwyddno. silbernen Ketten, da er edler Her-

76
kunft war - einkerkern. Taliesin Endellion/Endelient, Die Heilige
verteidigte Elphin und half ihm zu (6. Jh.) Tochter des legendären
entkommen. Im Wettrennen war Königs Brychan. Sie soll die Paten-
Elphins Pferd ungleich viel stärker tochter des Königs Arthus gewesen
als die Rösser Maelgwns; an der sein; als ein Mann ihre Kuh tötete
Stelle, an dem Elphins Reiter seine - deren Milch ihre einzige Nah-
Mütze zu Boden geworfen hatte, rung war, brachte Arthus ihn um.
ließ Taliesin graben. Ein Kessel Sie belebte den Übeltäter wieder.
voller Gold kam zum Vorschein, Am Sterbebett bat sie ihre Freunde,
was Elphin ü f r seine scheinbar daß ihr Leichnam auf einem Kar-
nutzlose Nacht am Fischwehr ren gelegt werde; dort, wohin die
reichlich kompensierte. Einzelheiten Ochsen den Karren zogen, sollte
der Geschichten Taliesins und sie begraben werden. Sie ist die
Elphins finden sich in der Sage Schutzheilige von Saint Endellion
»Preiddeu Annwn« wieder, welche in Cornwall, ihr Festtag ist der 29.
von der Befreiung eines Jungen in April.
Ketten und von einem jenseitigen Enid (A) Frau des Gereint in
Kessel erzählt. Chretien de Troyes' Werk »Erec«,
Emer (I) Tochter des Forgall. Der sowie im walisischen Epos »Ge-
siebenjährige CuChulainn warb in reint ap Erbin«. Gereint fand sie
Rätseln um sie. Damit er ihrer eines Tages weinen, da er den Lu-
würdig werde, schickte ihn ihr xus des häuslichen Lebens den An-
Vater Forgall fort, um bei Sca- strengungen des Rittertums vorzog
thach zu lernen. Sie liebte CuChu- - aber er dachte, sie weine um ei-
lainn und litt unter seiner Untreue nen Geliebten. Er nahm sie bei ei-
und seinen Affären mit anderen ner Reihe von Abenteuern mit,
Frauen. Ihre »einzige Eifersucht« aber, da er ihr aber verbot, mit ihm
bezog sich auf seine Verbindung zu sprechen, konnte sie ihn vor et-
mit der jenseitigen Frau Fand, die lichen Gefahren nicht warnen.
seine Zuneigung stahl. CuChulainn Schließlich versöhnten sie sich.
und Emer erhielten schließlich Enthauptungsspiel (A) Das Spiel,
von Druiden je einen Zaubertrunk in dem ein geheimnisvoller Her-
- er, damit er Fand vergessen, sie, ausforderer - meist ein Riese, oder
damit sie ihre Eifersucht verlieren ein Grüner Ritter - in der Winter-
würde. Beim Fest von Bricriu zeit den Saal betritt und seine Axt
befürwortete sie CuChulainn vor einem jeden Helden anbietet, der
allen anderen Helden. Ihr Klagelied ihm den Kopf abschlägt - mit der
bei seinem Tod gehört zu den Bedingung, daß der Herausforderer
Glanzleistungen irischer Dichtung. anschließend seinerseits einen
Nachdem sie es gesungen hatte, Enthauptungsschlag austeilen darf.
fiel sie tot in sein Grab. Ein Held nimmt an - und sieht zu,
wie der Herausforderer aufsteht,

77
sofort die Axt ergreift und das bat Midir, sie im Saal vor allen
Recht einfordert, zum Gegen- Anwesenden küssen. Midir ergriff
schlag auszuholen. Im Falle des Etain und flüchtete mit ihr durch
Gawain, wurde diesem ein Jahr den Schornstein. Eochaid erklärte
Zeit gewährt, bis er den Gegen- den Krieg gegen Sidhe und ge-
schlag empfangen mußte. Im Falle wann Etain schließlich zurück,
des CuChulainn, kniete dieser doch führte dies dazu, daß der un-
sofort nieder und wurde zum versöhnliche Haß der Sidhe-Be-
mutigsten Ritter von Ulster erko- wohner mehrere Generationen seine
ren. Das Spiel gehört eindeutig zu Familie plagte.
den Festlichkeiten der Mittwinter- Eoghan Mor (I) Er erhielt den
zeit, bei denen das alte Jahr in Form Spitznamen Mug Nuadat » ( Sklave
des Riesen oder des Grünen Ritters desNuadu«). Er heiratete Beare. Er
(des alten Waldgeistes) auftritt, um teilte Irland zwischen sich selbst
von einem Vertreter des neuen - und Conn auf, der das nördliche
hoffentlich kräftigeren und wider- Gebiet erhielt. Eoghan behielt den
standsfähigeren - Jahres im Wett- »Sklavenanteil«.
streit abgelöst zu werden. Eostre (N) Angelsächsische Göttin
Eochaid Airem (I) König von des Frühlings, deren Feste in ganz
Irland. Er nahm Etain aus Sidhe zur Britannien gefeiert werden. Ostern
Frau. Midir, deren erster Ehemann, wurde nach ihr benannt und viele
den sie völlig vergessen hatte, kam, gegenwärtige Volkssitten rühren
um mit Eochaid Schach (fidchell) von ihrem Kult her.
zu spielen; er ließ Eochaid viele Epona (K) Obwohl ihr Kult auf
Partien gewinnen und als Verlierer dem europäischen Kontinent eine
führte er verschiedene servile weite Verbreitung hatte, war Epo-
Tätigkeiten aus. Er brachte Zau- na, der Göttin der Reiter und der
berochsen aus Sidhe, um die von Tiere, in Britannien ein besonderer
Eochaid verlangte Landstraße mit- Stellenwert zuteil. Ihr Mythos wird
zubauen. Bis dahin hatten Ochsen in den Legenden derRhiannon und
das Joch vor der Stirn getragen; als der Macha festgehalten. Meistens
Eochaid Midirs Ochsen sah, be- wird sie als halbnackte Reiterin zu
stimmte er, daß alle das Joch über Pferde abgebildet, manchmal sitzt
den Schultern tragen sollten. So er- sie aber auch auf einem Thron, wobei
hielt er den Namen Airem » ( Pflü- zwei Fohlen sich aus ihrem
ger«). Schoß nähren - ein Symbol für das
In einem erneuten Schachspiel ver- häufige Erscheinen von Zwillin-
langte Midir als Wetteinsatz, daß gen in mit ihr zusammenhängen-
der Gewinner Etain erhalten und den Geschichten. Die Römer nah-
küssen sollte. Midir gewann. Etain men sich ihres Kultes an und
weigerte sich, es sei denn, Eochaid feierten sie am 18. Dezember. Sie
verzichte freiwillig auf sie. Dieser war bei Regimentern der Kavalle-

78
rie, vor allem bei denen, die in den Estmere Held eines schottischen
Niederlanden Dienst taten, beson- Werkes des späten Mittelalters. Er
ders beliebt. In jedem Stall hatte sie hat etwas von einem Abenteurer an
einen Schrein, den Knechte mit sich, reist zum Hof des Königs As -
Rosengirlanden schm ückten. Ei- land, um um die Hand seiner Tochter
nes ihrer Symbole ist der Schlüssel, zu bitten. Dies wird ihm verweigert,
der die Tür zur Unterwelt öffnet. dennoch verlieben sich die
Eremon (I) Sohn des Miled. Er Beiden. Kurz danach erfährt Est-
kämpfte mit seinem Bruder Eber mere, daß ein spanischer Prinz den
um den irischen Königstitel und König und dessen Tochter bedroht;
siegte. Alle späteren irischen Könige er verkleidet sich als maurischer
stammten von ihm ab. Harfenspieler und verschafft sich
Eriu (I) Mutter des Bres. Sie war Zugang zur Burg. Dort tötet er den
mit dem königlichen Sitz Uisnech Spanier und gewinnt die Hand der
in Meath verbunden. Sie war eine Tochter. Die Geschichte ist geist-
der drei Göttinnen der Sovereignty, reich, voller Zauber und froher und
der Amergin die Ehre der Inselbe- farbiger Abenteuer.
nennung versprach. Ihr Name wird Etain (I) Frau des Midir, eine
im Titel Irlands als Erin beibehal- Bewohnerin von Sidhe. Sie wurde
ten. von Midirs anderer Frau, Fuam -
Erthal (W) Häuptling der »God- nach, verzaubert und in eine Fliege
doddin« im heroischen Epos der verwandelt. Die Fliege wurde in
Zeit nach Arthus in Britannien. Er der Welt umhergeworfen, bis sie
wird folgendermaßen geschildert: eines Tages im Becher der Frau des
»Im Vorfeld, laut wie Donner, war Etair landete, die diesen leertrank
das Krachen der Schilder... wenn und später eine Tochter namens
die Geschichte der Schlacht von Etain gebar, die die Frau des Eo-
Catraeth (Catterick) erzählt wird, chaidAirem wurde. Midir kam und
wird das Volk seufzen, denn lang spielte mit Eochaid Schach (fid-
war seine Trauer um die Abwesen- chell), um sie zurückzugewinnen.
heit des Kriegers, und da wird es Dies gelang ihm und die beiden
einen Reich ohne Herrscher und flohen in Schwanengestah nach
ein rauchendes Land geben«. Sidhe zurück. Varianten der Le-
Esras (I) Der Meister der Weisheit, gende erzählen von anderen Rein-
der den siegbringenden Speer in karnationen, doch in allen Versio-
Lughs Obhut gab. Er lebte in nen heißt sie Etain.
Gorias, eine der vier Städte, von Etheldreda / Aethelthryth / Edil-
denen die Tuatha de Danaan trudis/Audrey, Die Heilige (gest.
stammten. Das Buch der Invasio- 679) Äbtissin von Ely. Diese
nen legt nahe, daß sich Gorias in eigensinnige Tochter des Königs
den nördlichen griechischen Inseln Anna der Ost-Angeln wurde eine
befindet. Art Berufsjungfrau. Sie wurde mit

79
Tondberht, einem Mitglied des Äl- zukehren. Sie wurde Christin und
testenrats, verheiratet; dieser starb begegnete dem Heiligen Patrick,
und ließ sie als Jungfrau zurück. der ihr die letzte Ölung erteilte. Sie
Dann heiratete sie König Egfrith ist sich ständig bewußt, daß ihr
von Nord-Umbrien, der eingewilligt ehemaliges Volk nach ihr ruft und
hatte, daß sie Jungfrau bleibe; nach sucht.
zwölf Jahren bat er sie jedoch, mit Eule Die Eule hat seit jeher den
ihm zu schlafen. Danach verließ sie Ruf als böses Omen, vor allem
ihn und gründete das Doppelkloster wenn sie bei Tag gesichtet wird.
von Ely. Marktfeste, die ihr zu Als Gwydion Blodeuwedd in eine
Ehren abgehalten wurden, ließen Eule verwandelte, geschah es als
den Ausdruck »tawdry« (»Tand«) Strafe dafür, daß sie ihren Mann,
entstehen, nach den billigen Waren, Llew, verraten hatte; der Erzähler
die dort feilgeboten wurden. Sie erläutert, daß hierin der Grund dafür
wird mit zwei Damhirschkühen liegt, daß die Eulen den unge-
abgebildet, die während einer wöhnlichen Namen »Blumenge-
Hungersnot mit ihrer Milch die sicht« - also Blodeuwedds Namen -
Gemeinde von Ely am Leben erhielten. Im schottischen Gäli-
erhalten haben sollen. Ihr schen wird die Eule »cailleach« -
Gedenktag ist der 23. Juni. »alte Frau« - genannt, ein Hinweis
Ethniu (I) Die seltsame Legende darauf, daß die Eule von der Cail-
von Ethniu wurde eindeutig durch leach beschützt wird.
den späteren christlichen Einfluß Exkalibur (A) Das magische
abgewandelt. Demnach wurde sie Schwert des Arthus, welches er aus
nach Brugh na Boinne gebracht, der Hand der »Lady of the Lake«
um die Pflegeschwester der Tochter (der »Dame des Sees«) erhielt. So-
des Manannan mac Lir zu werden. lange er es trug, konnte ihn nie-
Sie nahm keinerlei Nahrung zu mand besiegen, doch stahl Morgan
sich und es wurde festgestellt, daß le Fay die Scheide, die den Träger
ein Häuptling der De Danaan vor Wunden bewahren konnte. Der
versucht hatte, sie zu vergewalti- Name bedeutet »geschnittener
gen; dies hatte in ihr den Wunsch Stahl«. Es wurde auch Caliburnus
nach Reinheit erweckt. Sie exi- oder Caledfwlch genannt und oft
stierte einzig als Geist. Angus Og mit dem Schwert im Stein ver-
und Manannan zogen fort und wechselt, durch das Arthus als König
kehrten mit zwei magischen Kü- erkoren wurde. Jenes Schwert
hen wieder, deren Milch nie ver- wurde im Kampf zerbrochen, so
siegte; davon lebte Ethniu. Eines daß Arthus eines anderen bedurfte.
Tages verließ sie Brugh und fand Einige Quellen behaupten, daß es
sich außerstande, je wieder zurück- von Wayland hergestellt wurde.

80
F
Faery Wohnort der »Fairies« (der Achill war. Dieser Vogel überlistete
»Feen«). Der Ort wurde als die Adlermutter und ließ sie auf der
inneres Reich aufgefaßt, welches Suche nach der Antwort auf die
an irdische Gefilde grenzte; gele- Frage: »Wer erinnert sich an die
gentlich konnten sich Menschen kälteste Winternacht?« ihr Nest
dorthin verirren (siehe Roben aufgeben. Obwohl der Lachs allge-
Kirk). Die Regeln, die das Betreten mein als ältestes und weisestes Tier
von Faery betreffen, sind analog gilt, war in dieser alten mündlichen
denen, die mit allen anderen Berei- Tradition der Falke das älteste. Ga-
chen jenseitiger Wesen zusammen- wains früherer Name war Gwalch-
hängen: der Fremde muß etwas Ei- mai oder Maifalke.
sernes, meistens ein Messer, mit Fand (I) Die Schwester des La-
sichtragen; er darf nichts essen und braid und Frau des Manannan. Sie
nichts trinken; er muß sich den Ein- wurde CuChulainn geschenkt,
heimischen gegenüber höflich ver- nachdem dieser Labraid geholfen
halten. Wenn er sich nach diesen hatte. Emer verhöhnte CuChulainn
Regeln verhält, kann er schließlich wegen dieser neuen Liebe, woraufhin
in seinen eigenen Bereich zurück CuChulainn sie wieder verließ. Sie
gelangen. kehrte zu Manannan zurück, der
Fafnir (N) Sohn des Zwergen- seinen Mantel zwischen die
königs Hreidmar. Loki tötete sei- beiden Geliebten schwang, so daß
nen Bruder Otr und mußte ihn als sie sich nie wieder begegnen wür-
Wiedergutmachung mit Gold über- den.
häufen. So entstand ein Zwist zwi- Fedelm (I) Sie war die Hexe, die
schen Fafnir und einem weiteren Corc als Pflegesohn aufnahm.
Bruder, Regln. Fafnir verwandelte Während er in ihrer Obhut war,
sich in einen Drachen, um das Gold erhielt er seinen Namen für eine
behalten zu können. Später wurde Nacht; als sich die Schwester-He-
er vom Helden Sigurd getötet. xen versammelten, rief eine aus:
Falias (I) Eine der vier Städte, »Ich segne alles, außer dem, was
von denen aus die Tuatha de Da- sich unter dem Kessel befindet.«
naan nach Irland kamen. Dir Herr Corc wurde an einem Ohr vom
der Weisheit hieß Morfessa. Von Feuer versengt, was ihm den Na-
hier stammte auch der Stein von men »Red« (»Rot«) brachte.
Fal. (Siehe Hallows.) Feen (»Fairies«) Das Wort
Falke Im Mittelalter wurde mit stammt von »Fays« - Fatae oder
Jagdvögeln, vom Turmfalken bis Fates (»Schicksalskräfte«) - ab.
zum Adler, Sport betrieben. Die Obwohl man in der Neuzeit Feen
keltische Tradition hält aufrecht, als Winzlinge begreift, die Blumen
daß das älteste Tier der Falke des usw. bewohnen, ist ihre wahre Sta -

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tur, physisch wie mythologisch, von Daire zu gelangen, mit
wesentlich größer. Sie verkörpern CuChulainn an der Furt zu kämp-
die britische Version der irischen fen. Sie kämpften drei Tage lang;
Sidhe-Bewohner und können pro- am Ende eines jeden Tages verarz-
phetische und musische Fähigkei- teten sie sich gegenseitig und
ten verteilen. Sie leben in ihrem schliefen unter derselben Decke.
eigenen, hügeligen Reich in Aber schließlich setzte CuChu-
Glückseligkeit. Nach der mündli- lainn seinen großen Speer ein,
chen Tradition stammen sie von gegen den kein Mann bestehen
den gefallenen Engeln ab, oder sie konnte. CuChulainn hatte seinem
stammen durch Lilith von Adam Wagenführer befohlen, ihn mit Be-
ab. Sie stellen die älteren Geschwi- leidigungen und Hohn wütend zu
ster der Menschheit dar; obwohl machen, denn nur so würde er seinen
sie weder göttlich noch menschlich Freund Ferdiad töten können.
sind, sind sie nichtsdestoweniger Fergus mac Roigh (I) König von
unsterblich. Ulster, bis Nessa ihn darum bat,
Fenris (N) Das monströse Kind den Thron ein Jahr lang zugunsten
des Loki und der Riesin Angrboda. ihres Sohnes Conchobar ab-
Er hatte die Gestalt eines großen zugeben. Daraufhin setzte Con-
Wolfes, der angeblich im letzten chobar Fergus endgültig ab. Wegen
Augenblick des Ragnarok er- dieser Beleidigung schlug sich Fer-
scheint, um das Reich der Götter zu gus auf die Seite von Maeve und
verschlingen. Er wurde mit einer den Streitkräften von Connacht.
Kette gefesselt, die dünn wie Seide Da er einer der Mentoren und Lehrer
war, doch so stark wie die Schöp- von CuChulainn gewesen war,
fung selbst. Der Gott Tyr, der ihn weigerte er sich, an der Furt mit
ankettete, verlor dabei eine Hand. ihm zu kämpfen; er kam mit
Fercetrniu (I) Er war der Dichter CuChulainn überein, daß er ihm
des Cu Roi. Als er entdeckte, daß gegenüber gnädig sein würde,
Blanaid für den Tod seines Herrn wenn CuChulainn ihn zu einem
verantwortlich war, ergriff er sie und späteren Zeitpunkt fliehen lassen
zusammen stürzten sie von den würde. Als Bote Conchobars über-
Felsen der Halbinsel Beare in den redete er Deirdriu und die Söhne
Tod. von Usnach, nach Ulster zurückzu-
Ferdiad (I) Der älteste Freund kehren. Als Mlili ihn entdeckte,
und Waffenbruder von CuChu- wie er mit Maeve in einem See
lainn, mit dem zusammen er am schwamm, wurde Fergus auf dessen
Hof von Scathach in Alba ausge- Geheiß getötet.
bildet wurde. Er stammte aus Con- Ferrishyn (K) Der auf der Insel
nacht und sah sich gezwungen - als Man geläufige Name für die Schar
Ulster von Maeve angegriffen wurde, der Feen (»Fairies«). Ihrem sagen-
um in Besitz des Braunen Stiers haften Gehör entging nichts; daher

82
sprach man über sie nur sehr vor-
sichtig - oder ausgesprochen leise.
Fferyllt (W) Oft als »die Feen«
übersetzt. Fferyllt stammt von
»Fferyll« ab, dem Walisischen für
Virgil, der im Mittelalter einen Ruf
als Magier und Alchimist hatte. Ce-
ridwen soll in den Büchern der
Fferyllt nachgeschlagen haben, um
ihren Kessel der Inspiration zuzu-
bereiten, aus dem Gwion trank. Im
modernen Walisischen bedeutet
»Fferyllt« Apotheker.
Fflur (W) Fast alle Spuren der
Legende von Fflur sind verloren
gegangen. Ihr Name, der »Blume«
bedeutet, bringt sie mit den anderen
Blumenjungfrauen der britischen Keltischer Krieger.
Mythologie - Blanaid, Guinevere,
Blodeuwedd - in Zusammenhang. werden, beim Laufen unter einem
Nach der dürftigen Quelle der niedrigen Ast einen Dorn aus der
»Triaden« zu urteilen, liebte sie Fußsohle ziehen. Neben den Krie-
Caswallawn, wurde aber von Julius gern gehörten auch Druiden, Ärzte
Cäsar entführt. Caswallawn reiste und Musiker der Fianna an. Als
bis nach Rom auf der Suche nach Kriegseinheit im Dienste des Lan-
ihr - was darauf hinweist, daß des galten für ihre Mitglieder be-
Fflur eines der vielen Gesichter stimmte Regeln: sollte einer der
der Sovereignty gewesen sein Krieger das Mitglied irgendeiner
könnte. Familie töten, durfte keine Stam -
Fiachna (I) Sohn des Lir und der mesrache an ihm verübt werden;
Aobh. Durch seine Stiefmutter Aoi- sollte ein Krieger im Kampf getötet
fe wurde er in einen Schwan ver- werden, durfte auch seine Famile
wandelt. ihn nicht rächen. Der berühmteste
Fianna/Fenians (I) Die irischen Anführer der Fianna war Fionn
Krieger, die aus 150 Häuptlingen mac Cumhal. Die Fianna sind den
bestanden, unter denen je 27 Män- Rittern der Tafelrunde von König
ner dienten. Das Ausleseverfahren Arthus analog.
für die Mitgliedschaft in der Fianna Findabair (I) Tochter des Ailill
war rigoros. Jeder Mann mußte das und der Maeve. Sie liebte Fraoch,
Repertoire des Dichters auswendig aber der war nicht bereit, ihre Mitgift
kennen, seinen Mut unter Beweis zu bezahlen - bis ihn Maeve dazu
stellen - mit Speeren beworfen überredete, Findabair als Ge-

83
genleistung für seine Hilfe im Finnbhenach (I) Erzfeind des
Kampf gegen Ulster zu akzeptie- Dann Cuailgne. Ehe er ein weißer
ren. Heimlich bot Maeve Findabair Stier wurde, hatte Finnbhenach
jedem der Anführer an, der diese viele Inkarnationen und viele Ge-
Aufgabe übernehmen würde, aber stalten angenommen. Mit Donn
außer Fraoch lehnten alle ab, da sie Cuailgne zusammen verursachte
wußten, daß sie es mit dem unbe- Finnbhenach den Streit zwischen
siegbaren CuChulainn zu tun bekä- Maeve und Ailill.
men. Als dieser Fraoch öt tete, starb Fintan (I) Überlebender der
Findabair gebrochenen Herzens. Sindflut, Vater der Cessair. Er ver-
Findias (I) Eine der vier Städte, steckte sich in der Gestalt eines
von denen aus die Tuatha de Da-
naan nach Irland kamen. Ihr Meister
der Weisheit, Uscias, gabNua-du
sein Schwert. (Siehe Hallows.)
Fingal (S) Häufiger Name des
Fionn mac Cumhal im gälischen
Schottland. Durch das gefälschte
Epos »Ossian«, das James
MacPherson im späten 18. Jahr-
hundert schrieb; indem er von
mündlichen Geschichten über die
Fianna ausging, erlangte der Name
Fingal einen gewissen zusätzli-
chen Ruhm. MacPhersons »kelti-
sche Nachdichtungen« machten in
ganz Europa Eindruck und ö l sten
großes Interesse ü f r die keltische
Kultur aus; später wurde die Arbeit
jedoch als Fälschung entlarvt.
Finneces/Finegas (I) Ein Dichter,
der am Boyne-Fluß lebte. Sieben
Jahre lang bewachte er den
Lachs der Erkenntnis, wohl wis -
send, daß wer davon aß, alles Wissen
erhalten würde. Sein Schüler
Demne (der getarnte Fionn mac
Cumhal) half ihm, den Lachs zu
braten. Der heiße Saft des Fisches Die zahlreichen Verwandlungen des
bespritzte seinen Daumen. Fionn Fintan auf seiner Reise durch die
lutschte daran und erhielt somit alles irische Geschichte (nach einem
Wissen. keltischen Ornament).

84
Lachses in einer Höhle. Er verwan- gab sich ins Jenseits, wo er, wie
delte sich zahllose Male, indem er Arthus, angeblich schläft. Er soll
all dessen gedachte, was in Irland den Damm zwischen Irland und
geschehen war. Er erschien späteren Schottland gebaut haben; dort
Iren, um ihren Streit zu schlichten, erscheint er, in vielen regionalen
und er erzählte ihnen die ganze Geschichten als unsterblicher und
Geschichte des Landes und die Be- listiger Held. Mongan ist angeblich
deutung einer jeden Ortschaft. eine spätere Reinkarnation des
Fionn mac Cumhal/Finn mac Fionn. Er erlebte unzählige, den
Cool (I) Sohn des Cumhal und Rahmen dieses Eintrags sprengende
der Murine. Er wurde von einer Abenteuer.
Druidin, Bodhmall und einer Krie- Fionnuala (I) Tochter des Lir und
gerin, Liath Luachra, erzogen; diese der Aobh. Sie wurde, zusammen
zwei brachten ihm sowohl den mit ihren Brüdern Aed, Conn und
Kampf als auch die Künste bei. Er Fiachna von ihrer Stiefmutter Aoife
nannte sich Demne und ging bei in einen Schwan verwandelt; ihr
Finneces in die Lehre, um das gemeinsames Los war es, 900
Dichten zu lernen; bei ihm erhielt Jahre lang die Welt zu durchwan-
er den Daumen der Erkenntnis dern. Ohne Schutz zu finden, flo-
durch das Lutschen an demselben, gen sie über das Wasser und ver-
während der Lachs der Erkenntnis kündeten ihre Sehnsucht nach den
für Finneces briet. In den folgen- Freuden von Sidhe. Schließlich
den Jahren mußte er nur an seinem hörten sie die Glocke der Kirche
Daumen nagen, um Ereignisse vor- des Mochaomhog. Dieser ließ für
auszusehen. Seine beiden Hunde, ihre Hälse silberne Ketten herstel-
Bran und Sceolan, waren eigent- len; mit diesem Schmuck angetan
lich seine Neffen in Hundegestalt; besuchten sie die Messe. Endlich
da diese über menschliches Wissen wurden alle von Aoife festgelegten
verfügten, waren sie weiser als alle Voraussetzungen für das Ende ihrer
anderen Hunde. Er wurde Anführer Verzauberung erfüllt. Ein Mann aus
der Fianna und bekämpfte alle dem Norden und eine Frau aus dem
Feinde Irlands. Süden kamen zusammen und gaben
Durch Sadbh wurde er Vater von an, die Schwäne besitzen zu wollen.
Oisin. Sein Versuch, Grainne zu Der Mann, Lairgren, war über die
heiraten, scheiterte, weil er bereits Weigerung Mochaom -hogs, sie
alterte und sie mit Diarmuid die aus seiner Obhut freizugeben,
Flucht ergriff. Er verfolgte die bei- erzürnt und griff sich zwei der
den und verursachte Diarmuids Schwäne. Plötzlich wurden aus
Tod. Er überlebte seinen Enkel Os- ihnen 900 Jahre alte, unglaublich
car und war Zeuge des Massakers verwelkte Männer und Frauen.
seiner Fianna bei der Schlacht von Mochaomhog taufte sie sofort und
Gabhra. Er starb nicht, sondern be- ließ sie begraben.

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Firbolg (I) Wörtlich: »die Beu- Fischerkönig (A) Der Name, den
telmenschen«. Sie besiedelten Ir- der Gralskönig erhielt, nachdem er
land, nach dem sie aus Griechen- eine Menschenmenge mit einem
land geflohen waren, wo man sie einzigen Fisch ernährte. Unter
versklavt und gezwungen hatte, Umständen enstand der Name aus
Erde in Beuteln zu schleppen. Da- einem französischen Wortspiel,
nach machten sie aus diesen Beu- welches »pecheur« (»Fischer«) mit
teln Schiffe und segelten nach Spa- »pecheur« (»Sünder«) verwechselt,
nien. Sie herrschten über Irland zumal das Wüste Land
nach dem Tod von Nemed bis zur (Wasteland) von der Sünde oder
Ankunft der Tuatha de Danaan. dem Makel des Königs verursacht
Fir Chlis (S) Die Flinken Männer wurde. (Siehe Verwundeter
oder Fröhlichen Tänzer - so die König/Wounded King.)
Bezeichnung der schottischen Flaitheas (I) Der Name, den die
Hochländer ü f r die Aurora Borea- Göttin der Sovereignty verwendet,
lis. Sie sollen die Seelen gefallener wenn sie Niall begegnet. Er bedeutet
Engel gewesen sein, deren Abstieg »Herrschaft« oder »Souveränität«.
ins irdische Reich aufgehalten In der irischen Tradition wird
worden war. Ihr Ruhm entstammte Königskandidaten ein Becher zum
dem Blut, welches die Kämpfe Trinken gereicht, »dergflaith « oder
zwischen ihren rivalisierenden »Becher der roten Herrschaft«, und
Clans gekostet hatten. ist ein Symbol ihrer Eignung aus
Fir Dhearg (I) Die Roten Männer der Sicht der Göttin.
waren die Vorläufer der berüchtigten Florence (A) Einer der vieler il-
leprechaun. Rot gekleidet, ging es legitimen Söhne Gawains und einer
ihnen fast ausschließlich darum, von zweien, die die ungenannte
die Sterblichen zu narren und Schwester eines Ritters der Tafel-
ihnen Streiche zu spielen. In runde namens Brandiles ihm ge-
Ausnahmefällen ließen sie sich zur bar. Er soll sich den Verschwörern
Hilfsbereitschaft überreden. angeschlossen haben, die Lanzelot
im Schlafgemach der Königin eine
Falle stellten. Bei seiner Flucht tö-
tete Lanzelot Florence.
Foawr (K) Die Variante der Fo-
morier, so wie sie auf der Insel Man
bekannt waren. Sie sollen eine Rasse
Steine schleudernder Riesen gewesen
sein.
Fodla (I) Eine der drei Göttinnen
Die Schale mit dem Fisch, der der Sovereignty, denen Amergin
Hunderte speiste, als Symbol des die Ehre versprach, Irland zu be-
Fischerkönigs. nennen. (Siehe Banba und Eriu.)

86
Formianer (I) Die ursprünglichen Skidbladnir, welches überall auf
Bewohner Irlands, die, nach der der Welt fahren konnte und Platz
Legende, jenseits des Meeres oder für alle Götter bot - und wenn Frey
sogar unter ihm lebten. Viele der keine Verwendung dafür hatte,
einfallenden Völker wurden von konnte er es zusammenfalten und
ihnen angegriffen, vor allem die in eine Tasche stecken.
Tuatha da Danaan, mit denen sie Freya (N) Göttin der Liebe und
eine große Schlacht austrugen. Ihr der Fruchtbarkeit, Tochter des
König war Balor. Sie stellten Njord und der Nerthus; Zwillings -
wahrscheinlich die Erinnerung an schwester des Frey. Sie heiratete
die Frühbevölkerung Irlands dar, Odur (Sonnenschein) und hatte
welche nicht-keltischer Abstam - zwei Töchter, Hnoss und Gersemi.
mung war. In der Legende häufte Als ihr Mann sie verließ, soll sie
sich um sie jede erdenkliche Ver- Tränen aus Bernstein und Gold ge-
bindung mit dem Bösen und mit weint haben. Sie konnte auch flie-
der Dunkelheit. gen und sich in einen Falken ver-
Forgall (I) Vater der Emer. Er wandeln. Sie lebte in einem Haus
schickte CuChulainn fort, um bei namens Sessyrymnir, im Reich
Scathach den bewaffneten Kampf Folkvang.
zu lernen, überzeugt davon, daß er Friar Bacon Eine historische
nie lebend zurückkehren würde. Figur und Gegenstand einer Ge-
Aber CuChulainn kam zurück, tö- schichte, in der ihm zahlreiche
tete Forgall und heiratete Emer. Zauberkräfte und -taten zuge-
Fraoch (I) Er wurde von Flnda- schrieben wurden, unter anderem
bair, der Tochter des Ailill und der die Herstellung eines bronzenen
Maeve, geliebt, weigerte sich je- Kopfes, welcher Prophezeihungen
doch, ihre Mitgift zu zahlen. aussprechen konnte. Daß dieser
Schließlich willigte er ein, sie zur Kopf ursprünglich dazu dienen
Frau zu nehmen - wenn er Maeve sollte, England zu schützen, deutet
helfen würde, die Männer von Ul- auf das Andenken an den kelti-
ster zu schlagen. Dabei wurde er schen Gott Bran hin, dessen Kopf
aber von CuChulainn getötet. unter dem Weißen Hügel am To wer
Frey (N) Gott der Fruchtbarkeit, von London begraben war, um das
des Sonnenscheins und des Wachs- Land zu schützen. Bacon war in
tums, Beschützer der Ehepaare. Er Wirklichkeit Gelehrter und Alchi-
war der Sohn des Seegottes Njord mist im 13. Jahrhundert. Er wurde
und der Nerthus und der Zwillings- im fortgeschrittenen Alter Einsiedler.
bruder der Freya. Er lebte in Alf- Frigga (N) Göttin der Wolken,
helm und herrschte über die Lios des Himmels, der ehelichen Liebe
Alfar. Die Zwerge schenkten ihm und der Hausfrauen. In einigen
einen goldenen Eber, Gullian-bur- Versionen war sie die Tochter von
sti. Er besaß auch ein Zauberschiff,

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Njord und Odin, obwohl sie später Fuamnach (I) Frau des Midir,
Odins Frau wurde. Sie hatten vier König von Sidhe. Wegen Etain, der
Kinder: Hermod, Baidur, Hodur anderen Frau Midirs, war sie eifer-
und Tyr. Andere Texte behaupten, süchtig und verwandelte sie in eine
daß sie sieben Kinder hatten, die Fliege. Als er ihre Übeltat entdeckte,
sieben sächsische Königreiche in ließ Midir Fuamnach köpfen.
England gründeten; so wird Frigga Fuaths (S) Bösartige Geister, die
in der britischen Mythologie ein neben Wasser zu finden waren, so-
hoher Stellenwert zugeordnet. Sie wohl bei Binnenseen und Flüssen,
sorgte sich sehr um die Menschen als auch am Meer. Man hielt sie für
und ließ sie von ihren elf die Eltern der Brollachans.
Dienstjungfern bewachen. In ih- Fulk Fitzwarin Eine historische
rem Haus, namens Fensalir, spann Figur, die zur Zeit des Königs Jo-
sie goldene Fäden und Regenbo- hann Ohneland lebte und zu den
genwolken. Baronen gehörte, die sich seiner
Frostriesen (Frost Giants) (N) gierigen Herrschaft entgegenstell-
Ewige Feinde der Aesir. Der Ur- ten. Später wurde er der Gegen-
sprung ihrer Feindschaft liegt vor stand eines längeren Werkes, in
der Schöpfung der Menschheit und dem sein Leben durch Abenteuer
läßt sich daher nicht deuten. Am mit Drachen und Hexen, Unge-
Ende der Zeit, so glaubte man, wür- heuern und schönen Mädchen
den sie in Asgard einfallen; in der reichlich ausgeschmückt wird. In
daraus resultierenden Schlacht vielerlei Hinsicht glich er Robin
würden sowohl die Götter, als auch Hood und lebte angeblich auch in
die Riesen vernichtet werden. Dieses Wirklichkeit eine Zeitlang als Ge-
Ereignis war als Ragnarok bekannt. setzloser. Er ist eine der wenigen
Sie sind die Titanen des Nordens, Figuren, die die Bezeichnung
zuständig sowohl für den Anfang, »normannisch« im Gegensatz zu
als auch für das Ende der Welt. »englisch« oder »sächsisch« ver-
dienen.

88
G
Gabriel Hounds/Ratchets (L) Galehodin (A) Einziger Bruder
Die Hunde der Wilden Jagd. Ihr des Lanzelot. Seine Karriere war
Gebell ist im Himmel zu hören und nicht sonderlich ruhmreich, den -
wird manchmal ü f r das Gekreisch noch übergab ihm Lanzelot das
fliegender Gänse gehalten. Diese Herzogtum von Saintongue. Im
Hunde ähneln mit den roten Spit- fortgeschrittenen Alter übernahm
zen ihrer Ohren jenen, die von Lanzelot die Herrschaft über jenes
Arawn, König von Annwn, gejagt Land.
wurden. (Siehe Gwynn ap Nudd.) Gamelyn (L) Ber ühmter Voge l-
Gaheris von Orkney (A) Dritter freier des Mittelalters, dessen
Sohn der Morgau.se und des Kö- Abenteuer jenen des noch bekann-
nigs Lot von Orkney. Bruder von teren Robin Hood ähneln. Jüngster
Gawain, Agravaine und Gareth. Sohn eines Baron, wurde Gamelyn
Während der Rettung der Guineve- von einem geldgierigen älteren
re vor dem Schaffot wurde er ver- Bruder enterbt, woraufhin er sich
sehentlich von Lanzelot getötet. mit der ganzen Familie im Kriegs -
Galahad (A) Einer der drei er- zustand befand - außer mit seinem
folgreichen Gralsritter. Sohn des Verwandten Sir Ote, der sich mit
Lanzelot und der Elaine von Cor- ihm befreundete. Gamelyn war so-
benic. Obwohl er außerehelich ge- wohl sehr stark, als auch sehr auf-
boren wurde, war er ein reiner Ritter, brausend; bald geriet er in Konflikt
der im Kampf nie besiegt wurde. mit dem Gesetz. Auf Geheiß eines
Er übertraf die Taten seines Vaters, seiner Brüder wurde er im Gefängnis
der wegen seines Ehebruchs mit eingesperrt. Er entfloh und wurde für
Guinevere unwürdig war, den Gral vogelfrei erklärt. Bald wurde er zum
zu sehen. Galahad kann als König der Gesetzlosen aus gerufen.
Fortsatz von Lanzelot im Er erlebte viele Abenteuer und
spirituellen Bereich betrachtet gewann schließlich Gerechtigkeit für
werden. Er starb, nachdem er den sich und Ote. Er erhielt seine
Gral gesehen hatte und wurde in Güter zurück, blieb aber trotzdem
Sarras begraben. mit seinen gesetzlosen
Galahaut, Der stolze Prinz (A) Kameraden in freundschaftlicher
Feind des Arthus. Nach seiner Nie- Verbindung.
derlage gegen Lanzelot wurde er Gan-Ceann (I) Gan-Ceann (»ohne
jedoch dessen treuer Anhänger. Er Kopf«) heißt in einigen Regionen
organisierte das erste geheime Irlands »der Liebesredner«. Er er-
Treffen der Liebenden und starb scheint an schönen Orten jungen
schließlich vor Kummer, als er eine Frauen und umwirbt sie. Dann läßt
falsche Meldung von Lanzelots er sie in ihrem Kummer genauso
Tod vernahm. plötzlich im Stich.

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Ganieda (A) Schwester Merlins in melten. Sie war eine Bedienstete
der »Vita Merlini«. Sie lebte mit der Frigga und gebar einem Riesen
ihm im Wald und prophezeihte vier Söhne. Sie bat einen König um
kommende Ereignisse. Manchmal etwas Land, und er versprach ihr so
wurde sie Gwenddydd genannt. viel, wie sie an einem Tag pfl ügen
Gareth von Orkney (A) Vierter konnte. Sie verwandelte ihre Söhne
Sohn der Morgause und des Kö- in Ochsen und pfl ügte ein großes
nigs Lot von Orkney. Er kam in- Stück Land, welches dann aufs
kognito zum Hof des Königs Ar- offene Meer geschleppt wurde. Es
thus und wurde von Sir Kay bildet die heutige Insel Seeland.
Beaumains (»schöne Hände«) ge- Später heiratete Gefjon einen der
nannt. Mit der Zeit erwies er sich Söhne Odins und gründete eine dä-
als würdiger Held und wurde von nische Königslinie.
Lanzelot zum Ritter geschlagen. Gelorwydd (W) Ein Krieger im
Bei der Rettung von Gulnevere »Goddoddin«, dem großen kelti-
wurde er aber von Lanzelot verse- schen Epos der Schlachten und der
hentlich umgebracht. Tapferkeit. Er wurde »Edelstein
Gawain von Orkney (A) Älte ster der Taufe« genannt, weil er mit
Sohn der Morgause und des seinem eigenen Blut den Sterben-
Königs Lot von Orkney. Er war den auf dem Schlachtfeld die letzte
Neffe und Erbe des Arthus. In spä- Ölung erteilte.
teren Texten des Mittelalters wird Genius Cucullatus/Genii Cucul-
er als Großmaul und Frauenheld lati (RB) Diese Figur oder Drei-
bezeichnet, aber früheren Quellen heit der Figuren bleibt unbenannt,
zufolge war er ein Ritter der Göttin. erscheint aber in Reliefs der rö-
Er hat vieles mit CuChulainn ge- misch-britischen Zeit als Bedien-
mein, unter anderem, daß seine steter einer Muttergöttin; manch-
Kraft bei Tagesmitte zunahm - was mal bietet er ihr Eier an. Diese
ihm die Kennzeichnung »Sonnen- Dreiheit trägt immer kurze Um -
held« einbrachte. Im Walisischen hänge mit Kapuzen. Ihre Funktion
heißt er Gwalchmai (»Maifalke«). ist wahrscheinlich die des Heilens -
Er war eine der ersten Figuren, die und des Auftretens als Boten der
mit Arthus in Zusammenhang ge- Unterwelt.
bracht wurden. Zu seinen größten George (Georg), Der Heilige
Abenteuern gehörten der Kampf (3.14. Jh.) Schutzheiliger Englands.
mit dem Grünen Ritter und seine Bei Lydda in Palästina wurde er
Begegnung - sowie die darauffol- zum Märtyrer, weil ihm
gende Ehe - mit Dame Ragnell. heißglühende Schuhe angezogen
Gefjon/Gefion (N) Göttin des wurden, er auf ein Rad mit Eisen-
Ackerbaus, die auch den Jungfrauen spitzen gebohrt und dann in unge-
vorstand, die sich nach ihrem löschten Kalk getaucht wurde. Die
Tode im Saal der Gefjon versam- Legende seiner Tötung eines

90
Drachen gewann große Beliebt- ihre schlechte Laune und glaubte,
heit: indem er eine Königstochter daß sie einen Geliebten hatte. Um
davor rettete, das Tribut des Dra- diesen loszuwerden, begab er sich
chen zu werden, gelang es ihm, ihr mit Enid auf eine Reise und hieß sie
Volk zu bekehren. Richard I. (»Lö- schweigen. Er mißhandelte sie
wenherz«) soll Georg in einer Vi- ständig - durch viele Abenteuer
sion erschienen sein; anschließend und Gefahren hindurch - und
konnte er das Grabmal des Heili- schenkte ihren Warnungen kein
gen bei Lydda wieder instand- Gehör. Schließlich kamen sie zur
setzen. Edward III. richtete unter Burg des Edelmannes Owain, wo
Georgs Schutzherrschaft den Zauberspiele innerhalb einer Hek-
Strumpfbandorden ein, und im ke aus Nebel abgehalten wurden.
Jahre 1415, als Heinrich V. mit sei- Trotz der Warnung von Owain, daß
nem englischen Heer die Schlacht noch niemand aus der verzauberten
von Agincourt gewann, wurde Ge org Nebelhecke - die von aufge-
zum ersten Schutzheiligen spießten Köpfen umgeben war -
Englands ausgerufen. Viele Mum- wieder entkommen sei, ging Ge-
menschanz-Spiele führen ihn in ih- reint hinein. Dort fand er einen
rem Personenverzeichnis als Hel- Obstgarten, in dem eine Jungfrau
denkönig auf, der gegen maurische auf einem goldenen Stuhl saß. Ge-
Invasoren erfolgreich ü f r England reint setzte sich neben sie und wurde
kämpft. Sein Gedenktag ist der von einem Ritter herausgefordert.
23. April. Er besiegte den Ritter und blies in
Gereint (W) Sohn von Erbin. ein Hörn, welches im Obstgarten
Held der Geschichte »Gereint und hing. Die Zauberspiele hörten für
Enid«, die in Chretien de Troyes' immer auf. Er versöhnte sich mit
Werk »Erec und Enide« behandelt Enid. Gereint soll bei der Schlacht
wird. Er umwarb eine Jungfrau, de- von Llongborth (Langport in
ren Vater seinen Lebensunterhalt Somerset) umgekommen sein, als
verloren hatte und brachte sie zum er vermutlich Arthus gegen die
Königshof. Arthus und seine Be- Sachsen Hilfe leistete.
gleitung hatten gerade den Weißen Gilfaethwy (W) Sohn der Don. Er
Hirschen gejagt und erlegt; es war begehrte Goewin, eine Bedienstete
beschlossen worden, daß dessen seines Onkels Math. Sein Bruder
Kopf der schönsten Jungfrau über- Gwydion half ihm, ihr seinen
reicht werden soll. Gwenhwyfar Willen aufzuzwingen, indem er
gab ihn Enid, die Gereint heiratete den Krieg zwischen Gwynedd und
und mit ihm auf seine Güter zog. Dyfed auslöste. Zur Strafe wurde
Enid war unzufrieden darüber, daß Gilfaethwy hintereinander in einen
Gereint sich entschieden hatte, sich Hirschen, einen Eber und eine
vom aktiven Ritterleben zurückzu- Wölfin verwandelt. So gebar er
ziehen, aber Gereint miß verstand dem Gwydion, der auf ähnliche

91
Weise verwandelt worden war, konnte es besteigen, um es zu Tode
Junge. zu reiten. Das Pferd trug ihn bis Tir
Ginnungagap (N) Eine bodenlose Taimgire, wohin Fionn kommen
Schlucht zwischen Niflheim und mußte, um ihn zu retten.
Muspellsheim. Kalte Winde, die Glaistyn (K) Das »Each uisge«
aus diesem schrecklichen Ort (Wasserpferd) in einer Variante der
aufstiegen, wurden zu Eisblöcken, Insel Man. Das Glaistyn konnte in
die donnernd gegeneinander menschlicher Form erscheinen und
krachten. In Muspellsheim ließ der galt so, bis auf seine Pferdeohren,
Flammenriese Surtr Dampf vom als schön und anmutig. (Siehe Kel-
Eis aufsteigen, indem er von sei- pie.)
nem Schwert Funken schlug. Der Glastonbury (A) Die Stadt in
Dampf wurde wieder zu Rauhreif Somerset, die traditionsmäßig mit
und begann, die Schlucht aufzufül- Arthus und dem Heiligen Gral ver-
len. Angeblich gaben die Götter bunden wird. Viele Geschichten
dieser Substanz Leben; daraus behandeln die magischen Kräfte
wurde der Frostriese Ymir. Als dieser des Ortes; in den letzten Jahren ist
starb, entstanden aus seinem er zu einer Art Wallfahrtsstätte ge-
Körper und seinem Blut die Erde worden. Der Name stammt wahr-
und das Meer. scheinlich von Ynys Witrin (»Insel
Giolla Deacair (I) Er war ein aus Glas«) ab, und Glastonbury
Held der jenseitigen Welt und sein wird mancherorts mit Avalon
Pferd war unreitbar. Nur Conan gleichgesetzt.

Der Turm von Glastonbury und der Gral.

92
Josef aus Arimathäa soll den Dies geschah in Ballyvourney, wo
Kelch, den Christus beim Letzten sie auch ihre Bienenstöcke einrich-
Abendmahl verwendete, nach tete. Die Bienen füngierten als
Glastonbury gebracht haben; hier Wachhunde und vertrieben Diebe.
wurde der erste Schrein des Grals Ihr heiliger Brunnen wird häufig
eingerichtet. Im Jahre 1191 wurden besucht; ihr Gedenktag ist der 11.
einige Knochen, die angeblich von Februar.
Arthus und Guinevere stammten, Godiva, Lady Godgifu, Frau des
von den Mönchen ausgestellt. Leofric von Mercia. Ihr Mann
Heute wird die Stelle von einem tyrannisierte die Kirche und for-
Schild gekennzeichnet, aber diese derte hohe Steuern von den Be-
Entdeckung wird von britischen wohnern von Coventry. Godgifu
Traditionalisten, die an eine Wie- flehte ihn an, Milde walten zu las -
derkehr des Arthus glauben, stark sen. Er willigte ein, unter der Be-
in Zweifel gezogen. Um ein altes, dingung, daß sie am Markttag
walisisches Gedicht, »Die Stro- nackt durch Coventry reiten würde.
phen an den Gräbern« zu zitieren: Nur mit ihren Haaren bekleidet,
»Unbekannt und töricht, ein Grab erfüllte sie seine Forderung. Dabei
des Arthus«. wandten die Bürger von Coventry
Glewlwyd Gafaelfawr (W) Der sich ab - bis auf Peeping Tom (»der
Torhüter des Arthus »zum 1. Janu- lugende Tom«), der prompt erblin-
ar« - eine Aufgabe, die er nach dete.
»Culhwch und Olwen« mit vier an- Goewin (W) Die jungfräuliche
deren Männern teilte. Dort wird ein Bedienstete des Math, die von Gil-
in Rätseln gesprochener Wort- faethwy vergewaltigt wurde. Als
wechsel mit Culhwch wiedergege- Wiedergutmachung ihrer Schande
ben, der eine unmittelbare Parallele nahm Math sie zur Frau.
mit dem Gespräch aufweist, in das Gofannon (W) Sohn der Don.
Lugh beim Versuch, sich zum Saal Belege zu seiner Geschichte sind
des Nuadu Eintritt zu verschaffen, dürftig. Lediglich aus den »Tria-
verwickelt wird. den« erfahren wir, daß er seinen
Gobhan Saor (I) Analog mit Bruder aus Versehen tötete. Gofan-
Goibniu und Gofannon. Er lebt non ist die walisische Variante von
weiter als Gobhan Saor, ein listiger Goibniu und war ein Gott der
Schmied oder Steinmetz, der un- Schmiedekunst.
achtsame Menschen übertölpelt. Gogmagog Ein Riese, der die
Er ist eine Lieblingsfigur vieler iri- Feierlichkeiten des kürzlich gelan-
scher Volkserzählungen. deten Brutus störte, und die Feiern-
Gobhnet, Die Heilige (5. Jh.) Eine den überfiel. Corineus rang mit
Nonne, die den Auftrag erhielt, ihre ihm und warf ihn ins Meer. Gog
Kapelle dort zu bauen, wo sie neun und Magog waren die Namen
grasende weiße Rehe fand. zweier Figurinen, die seit der Zeit

93
Heinrichs V. in der Londoner war, dessen Neffe ihn später rächte.
Guildhall aufbewahrt wurden. Sie Als sein Leichnam nach Hause ge-
wurden bei einem Großbrand zer- bracht wurde, prophezeihte seine
stört und 1708 durch kleinere Figuren Tochter, daß das nunmehr gebro-
ersetzt. chene Schwert, das ihn getötet hatte,
Goibniu (I) Der Schmied der Tu- erst dann wieder ganz sein würde,
atha de Danaan. Er schmiedete die wenn der Gral erreicht worden war.
Waffen, durch die die Fomorier be- Dir Onkel wurde von den Teilen der
siegt wurden. Er tötete Ruadan, gebrochenen Klinge am
den Sohn der Brigit und des Bres, Oberschenkel verletzt, als er hastig
als er versuchte, Goibnius Waffen- versuchte, sie aufzuheben. Seine
lager auszuspionieren und diesen Wunde - und ebenso das Schwert -
umzubringen. Goibnius Wunden heilte erst, als Parzival zur Burg
wurden im Brunnen von Slane ge- von Quiguagrant kam, wo Goon
heilt. Er ist analog mit dem walisi- Desert gelebt hatte.
schen Gofannon. Goreu (W) Sohn des Custennin
Goleuddydd (W) Mutter des und der ungenannten Schwester
Culhwch. Sie gebar ihn, nachdem der Igraine. Goreu war einer von
sie von Schweinen erschrocken vierundzwanzig Söhnen, die alle
worden war und außer sich vor von Yspaddaden Pencawr getötet
Angst im Wald umherlief. Dir My- wurden - bis auf Goreu, der entflie-
thos ähnelt stark jenem der Mutter hen konnte, nachdem ihn seine
von Tristem. Mutter in einem Schrank versteckt
Goll mac Morna (I) Er tötete hatte. In »Culhwch und Öl wen« ist
Cumhal, den Vater Fionns und er anfangs namenlos. Er sucht als
Häuptling der Fianna; im Kampf Krieger den Cai (siehe Kay) auf,
mit ihm verlor er ein Auge. Später der verspricht, den Knaben zu be-
übergab er freiwillig seine Füh- schützen. Bei der Erfüllung einer
rungsposition an Fionn, mit dem er der Aufgaben von Culhwch voll-
sich ohne Groll befreundete. Aber bringt er eine kämpferische Mei-
schließlich ü f hrte die Fehde zwi- sterleistung und bahnt sich den
schen den beiden Männern zur Weg durch drei Innenhöfe voller
Auflösung der Fianna. Gegner, woraufhin ihn seine Ka-
Goon Desert (A) Nach der meraden als Goreu (»den Besten«)
»Conte del Graal« von Chretien de ausrufen. Diese Tat war vielleicht
Troyes war Goon Desert der Vater einmal mit dem Gewinnen des
der Gralsjungfrau und der Bruder Lichtschwertes verbunden - eine
des Fischerkönigs (Fisher King). der Machtinsignien (Hallows).
Dennoch war sein Verhalten üf r ei- Schließlich köpft Goreu Yspadda-
nen Gralshüter kaum angemessen, den und rächt seinen Vater.
da er für den Tod eines Ritters na- Gorias (I) Eine der Städte, aus
mens Espinogee verantwortlich denen die Tuatha de Danaan vor

94
Die Heiligtumer des Grals, die Hallows.
ihrer Besiedlung Irlands stammten. die aber interessanterweise belegt,
Ihr Meister der Weisheit war Esras, wie die Ritterromane von der Kir-
der den Speer von Lugh besorgte. che als Lehrmaterial verwendet
(Siehe Hallows.) wurden.
Gorlois von Cornwall (A) Her- Gral (A) Eines der Hallows (In-
zog von Cornwall und Ehemann signien der Macht) von Britannien.
der Igerna, nach der sich Uther Der Gral ist ein beinahe universelles
Pendragon sehnte. Mit der Hilfe Symbol der spirituellen Suche und
von Merlin, erhielt Uther die Ähn- der Hoffnung geworden. Er
lichkeit von Gorlois und schlief mit stammte angeblich von früheren,
Igerna. Ihr Kind war Arthus. Im heidnischen Kesseln ab, wurde
Augenblick der Zeugung des Kin- dann mit dem Kelch identifiziert,
des wurde Gorlois getötet. Er war den Christus beim Letzten Abend-
Vater von Morgan, Morgause und mahl und beim Ersten Sakrament
Elaine von Garlot. verwendete; später fing der Kelch
Gowther (A) Held eines wenig sein Blut bei der Kreuzabnahme
bekannten Arthusromans, in dem auf.
er der Sohn eines teuflischen Rit- Der Hüter des Kelches war Josef
ters und einer edlen Dame war. Der aus Arimathäa, der ihn nach Bri-
Knabe erweist sich als gewalttätig, tannien gebracht und in Glaston-
bis es ihm durch eine selbstaufer- bury für ihn einen Schrein gebaut
legte Buße gelingt, sich diese teuf- haben soll. Später machten sich die
lischen Neigungen auszutreiben. Gralsritter der Tafelrunde auf die
Eine etwas fromme Geschichte, Suche nach dem Gral. Heute wird

95
er als innerer Wert von vielen Men- nach den meisten Quellen, der Fa -
schen immer noch gesucht. Der Gral milie des Josef aus Arimathäa.
manifestierte sich nur jenen, die sich Parzifal und Galahad, die erfolg-
seiner würdig waren, nachdem das reichen Gralsritter der Tafekunde
Land zum Wüsten Land des Arthus, übernehmen diese
(Wasteland) verkümmert war. Funktion. Folglich werden diejeni-
Während Zeiten der wirt- gen, die den Gral finden, seine Hü-
schaftlichen Blüte und der weisen ter. Zu den frühen Gralskönigen
Regierung wurde er von den Grals- gehören Bran, der Gesegnete, Pel-
königen bewacht; dann galt er als lam, Amfortas und Brons. In der
verschollen. Sein Aussehen hängt walisischen Tradition wird diese
vom Zustand des Königtums Rolle Manawyddan und Pry-deri
(Wounded King) und von den Gaben zugeschrieben. Jeder Hüter oder
der Sovereignty ab. König wird verwundet und da er
Gralsfrage (A) Erst wenn jemand von der Unsterblichkeit gekostet hat,
die Gralsfrage stellt, können das wird ihm seine Sterblichkeit zu einer
Wüste Land (Wasteland) und der großen Last. Nachdem er die Rolle
Verwundete König (Wounded King) an seinen Nachfolger übergeben
geheilt werden. In der Regel sitzt hat, wird er in das Reich der Seligen
der Gralssucher beim Festmahl, (Blessed Realms) aufgenommen.
während die Heiligtümer (Hallows) Gralslanze (A) Die Waffe, mit der
des Grals in einer feierlichen der römische Zenturio Longi-nus
Trauerprozession vorbeigetragen den Körper des gekreuzigten
werden. Der unwürdige Kandidat Christus durchstach. Später wurde
verharrt schweigend, aber der sie eines der Hallows (»Heiligtü-
erfolgreiche soll fragen: »Was hat mer«) des Grals; zu den Zeiten des
dies zu bedeuten?« Es handelt sich Arthus wurde ebenfalls nach ihr
hierbei um die universelle gesucht. Fragmente eines Speeres,
Sinnfrage, die bei allen welcher angeblich Longinus ge-
materiellen und spirituellen Pro- hörte, wurden im Vatikanmuseum
blemen gestellt werden soll, damit aufbewahrt. Die Lanze wird volks-
sie begriffen und gelöst werden tümlich mit dem glänzenden Speer
können. Sowohl Parzifal als auch des Lugh oder Llew in Zusammen-
Galahad sind erfolgreich und ent- hang gebracht; diese Waffe kam,
decken die Antwort. zusammen mit den Tuatha de Da-
Gralskönig (A) Die Manifestation naan, aus Findias.
des Grals und sein Verhältnis zum Gralsritter (A) In den späteren
irdischen Reich hängen von Gralszyklen ist Galahad der Ge -
seinem Hüter oder dem Gralskönig winner des Grals und Parzifal und
ab. Diese Funktion wurde von einer Bors seine Begleiter, aber in den
Linie von Gralshüter erfüllt, die alle früheren Fassungen ist Parzifal der
aus einer Familie stammten -

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alleinige Gewinner des Grals. Viele aufeinanderfolgenden Nächten am
andere Ritter, zu denen auch selben Ort zu schlafen.
Gawain und Lanzelot gehörten, Granuaile (1530-1603) Grace
suchten vergeblich nach dem Gral. O'Malley war die Erbin des großen
Gralsschwert (A) Eines der Seefahrer-Clans der O'Malleys
Heiligtümer des Grals (Grau Hal- von Cläre. Sie gab ihre Rolle als
lows), nach denen die Ritter der Ehefrau und Mutter auf, um mit der
Tafelrunde suchten - wie nach dem eigenen Schiffsflotte zu segeln und
Gral selbst. Schließlich fand es der englischen Besatzungsmacht
Gawain, der es in zwei Teile brach; Schwierigkeiten zu bereiten. Ihre
seine anschließende Aufgabe war vehemente Aufrechterhaltung der
es, das Schwert zu reparieren, was irischen Sitten und Rechte brachte
ihm an dessen Ursprungsort, der sie mehrere Male ins Gefängnis.
Schmiede von Wayland, gelang. Beim Volk war sie äußerst beliebt
Parzifal erhielt eine ähnliche Auf- und ihr Leben wurde in Liedern
gabe, das Schwert zu reparieren. und Geschichten verewigt. Dir
Volkstümlich wird es mit dem Schiff soll sie mit einem Faden an
Schwert des Lichts identifiziert, ihren großen Zeh vertäut haben.
oder mit dem Schwert des Nuadu, Nach der Legende soll sie in
des ursprünglichen keltischen Ver- Greenwich Elizabeth I. vorgestellt
wundeten Königs (WoundedKing). worden sein, mit der sie viele ei-
Grainne (I) Tochter des Connac gensinnige Züge teilte. Elizabeth
macArt. Sie war Fionn mac Cum- gab ihr eine Genehmigung, in den
hal zur Ehefrau versprochen wor- westlichen Meeren frei zu segeln-
den, aber als sie seine grauen Haare sehr zum Ärger des Oberkomman-
sah, fragte sie sich, ob es nicht an- dierenden der königlichen Marine,
gemessener wäre, seinen Sohn, Oi- Sir Richard Bingham, der seit Jah-
sin, zu heiraten. In der Hochzeits- ren erfolglos gegen Granuaile ge-
gesellschaft sah sie Diarmuid, und kämpft hatte.
nachdem sie den anderen einen Grendel (N) Ein Wasserunge-
Schlaftrunk verabreicht hatte, be- heuer, mit dem Beowulf auf Geheiß
legte sie ihn mit einem Zauber- des dänischen Königs Hrothgar zu
bann, damit er mit ihr fliehe. Bei kämpfen hatte. Grendel lebte unter
ihrer langen Flucht vor Fionn wur- der Nordsee mit seiner Mutter, ei-
den sie von Angus mac Og, dem ner noch entsetzlicheren Bestie -
Pflegevater Diarmuids, unterstützt. mit der sich Beowulf ebenfalls er-
Zahlreiche Steinhügel und Stein- folgreich schlug.
kreise in Irland sind als »Schlaf- Griflet (A) Einer der ersten, die
stätte von Diarmuid und Grainne« von Arthus nach seiner Krönung
gekennzeichnet, was auf das Verbot zum Ritter geschlagen wurden, ob-
des Fionn hinweist, der sie auf der wohl der König wegen des jungen
Flucht daran hinderte, an zwei Alters von Griflet (er war so alt wie

97
Arthus selbst) zunächst damit ge- schottischen Folklore als eine Art
zögert hatte. Auch Merlin war sein brownie (»Heinzelmännchen«),
Fürsprecher und als Griflet zu oder gelegentlich als gewitzter,
einem Abenteuer auszog, warnte er grün- oder rotgekleideter Mann. Er
Arthus, daß jener unter Umständen scheint ein Wesen der anderen Welt
nicht zurückkehren würde. Den- gewesen zu sein und verfügte über
noch überlebte Griflet und wurde beträchtliche magische Kräfte; er
die Hauptfigur eines langen Ro- konnte unachtsame Menschen ver-
mans (in dem er Jaufre heißt) und zaubern, Sterblichen aber auch hel-
im Verlauf dessen er »die schöne fen. In einigen Volksgeschichten
Brunnisend« gewinnt und heiratet. tritt er als Herausforderer und Lehrer
Grisandole (A) Siehe Avenable. des knabenhaften Helden auf, den
Gromer Somer Joure (A) Mäch- er provoziert, von dem er aber
tige, magische, sich verwandelnde schließlich überlistet wird. Ma nch-
Gestalt, die in der Geschichte von mal erscheint er als Riese.
»Gawain und Dame Ragnell« Art- Grüne Kinder Der Chronist Ro-
hus gefangen nimmt. Er verlangte, ger of Coggeshall erzählt davon,
daß Arthus herausbekomme, was wie ein grünhäutiger Junge und ein
Frauen am meisten begehrten. Art- ebensolches Mädchen in einer
hus erfuhr dies von der Loathly Grube in der Nähe von Saint Mary
Lady (»Scheußlichen Dame«), of the Wolf-Pit gefunden wurden.
Ragnell, die als Preis dafür Gawain Sie verweigerten alles nicht-grüne
zum Ehemann forderte. Gromers Essen und sprachen eine fremde
Name bedeutet »Herr des Som - Sprache. Bald starb der Junge,
mertages«. Er ist mit Hafgan in der doch das Mädchen lernte sprechen
Geschichte des Pwyll analog und und normal essen, so daß sie fast zu
weist mit Gawains anderem Geg- einem normalen Menschen wurde.
ner, dem Grünen Ritter, viele Ähn- Sie erzählte von einem Land, wel-
lichkeiten auf. Gromer war eben- ches dem von Elidor bei seinen
falls von Morgan verzaubert Abenteuern in Faery geschilderten
worden. sehr ähnelte.
Gronw Pebr (W) Liebhaber der Grüner Ritter (A) Die furchtbare
Blodeuwedd und Mörder des LLew. grün gekleidete, grünhäutige Figur,
Als Llew wiederbelebt wurde, die an den Hof des Arthus kam
flehte er um Gnade und durfte ei- und zum Köpfspiel (Behea-ding
nen großen Stein zwischen sich Garne) aufforderte - ein
und dem Speer von Llew hochhal- Schlagabtausch, bei dem der Her-
ten; die Waffe durchdrang jedoch ausforderer und sein Gegner ab-
sowohl den Stein als auch Gronw wechselnd zum Enthauptungs-
Pebr selbst. schlag des anderen ausholen. Nur
Gruagach (S) »Der Haarige«. Gawain nahm die Herausforde-
Der Gruagach erscheint in der rung an. Ihm wurde ein Gnaden-

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jahr bis zum Rückschlag des Grü- Ehefrau des Arthus und Königin
nen Ritters gewährt. Er fand Zuflucht von Britannien. Im Walisischen
auf einer Burg, wo er von Lady hieß sie »Gwenhwyfar« (»die Wei-
Bertilak königlich unterhalten ße«); in den »Triaden« wird sie als
wurde; bevor er mit dem Grünen eine der drei große n Königinnen
Ritter zusammenkam, gab sie ihm am Hofe des Arthus, oder als die
ein schützendes Bandelier. Gawain dreifache Gwenhwyfar geschildert,
wußte nicht, daß der Grüne Ritter in m dieser frühen Form scheint sie
Wirklichkeit sein Gastgeber war, Sir ein Exemplar der dreifachen
Bertilak. Gawain gewann das Spiel, (Mutter-)Göttin, oder Morrighan -
aber da er auf schändliche Weise gewesen zu sein. Ursprünglich war
die Hilfe von Lady Bertilak sie vielleicht eine Form der Sove-
angenommen hatte, mußte er reignty; der frühe Mythos, der da-
lebenslang das Grüne Bandelier von erzählt, wie sie von Mordred
oder Grüne Strumpfband (den entführt wurde, damit er sie heiraten
endlosen Knoten oder und rechtm äßig über Britannien
fünfzackigen Stern) an seinen herrschen könne, zeigt, wie er die
Wappen tragen. Der Grüne Ritter Souveränität durch die Entführung
ließ seine wahre Identität erkennen ihrer irdischen Manifestation
und erzählte, wie er von Morgan le usurpieren wollte. In späteren Texten
Fay verzaubert worden war. Diese war Guinevere nur die sündige,
Geschichte steht in unmittelbarer ehebrechende Frau des Arthus,
Anlehnung an diejenige von der deren Liebe zu Lanzelot den Zu -
Herausforderung an Cu Roi mac sammenbruch der Tafelrunde ver-
Daire durch CuChulainn beim ursacht. Sie wurde auch von Me-
Festmahl von Bricriu. Gramer So- leagraunce entführt und entweder
mer Joure und Hafgan sind analoge von Lanzelot oder von Arthus ge-
Figuren. rettet. Bei Malory entlarvte Mordred
Guendolena Tochter des Cori- ihren Ehebruch und setzte die
neus. Sie wurde von ihrem Mann, Räder der Gerechtigkeit in Bewe-
Locrinus, zugunsten seiner Mä- gung, die ihre Verbrennung am
tresse, Estrildis, verlassen. Guen- Scheiterhaufen erforderten; Arthus
dolena ertränkte ihre Rivalin und selbst mußte als oberste Instanz
tötete Locrinus im Kampf. Sie diese Maßnahme durchsetzen. Vom
herrschte eine Zeitlang, ehe sie ihr Scheiterhaufen wurde sie von
Reich ihrem Sohn übergab. Lanzelot gerettet; er nahm sie mit
Guendolena/Gwendolena (A) nach Joyous Gard in Frankreich.
Frau Merlins. Nachdem Merlin in Arthus verfolgte sie und belagerte
geistige Umnachtung gefallen war, die Burg. Schließlich vers öhnten
heiratete sie Rhydderch Hael. sich alle Parteien - dadurch daß
Guinevere (A) Tochter des Leo- Guinevere im Kloster von Ames -
degrance, König von Cameliard, bury Nonne wurde und Lanzelot

99
aus Britannien verbannt wurde. war die Gefangenschaft in Caer Si-
Lanzelot besuchte sie am Sterbe- di / Nach der Geschichte von Pwyll
bett. und Pryderi«. Gweir scheint kein
Guinglain (A) Sohn von Gawain Eigenname gewesen zu sein, son-
und Lady Ragnell; Gawains dern ein Alias oder Titel, welcher
einziger legitimer Nachwuchs. In auf die Erfahrungen vieler Figuren
der frühen Arthustradition sind innerhalb der »Mabinogion«, vor
Spuren einer verlorengegangenen allem von Mabon, passen würde.
Geschichte zu finden, in der Guin- Er soll von Goreu befreit worden
glain vorkam, aber alles, was von sein.
ihm heute bekannt ist, ist daß er ein Gwalchmai (A) Siehe Gawain.
Ritter der Tafelrunde war, der von Gwawl (W) Ehemaliger Verlobter
Lanzelot getötet wurde, als dieser der Rhiannon. Er kam als Bittsteller
aus dem Schlafgemach der Königin zum Festmahl ihrer Hochzeit mit
floh. Pwyll, der ihm alles versprach,
Guiromelant (A) Geliebter von was er sich wünschen möge.
Gawains Schwester Clarisant, die, Gwawl bat sowohl um das
obwohl er von ihrer Verwandt- Festmahl, als auch um Rhiannon.
schaft nichts wußte, Gawain haßte, Beim Hochzeitsfest von Gwawl
weil er seinen Vater getötet hatte. und Rhiannon kam Pwyll verkleidet
Als Gawain gebeten wird, Claris - und bat darum, daß sein Beutel mit
sant einen Ring zu bringen, wird Essen gefüllt werde. Gwawl
manches aufgedeckt und es ent- willigte ein, aber der Beutel war
steht ein Kampf. Gawain wird dazu bodenlos. Pwyll erklärte, daß er
überredet, den Geliebten seiner erst dann gefüllt werden könne,
Schwester nicht zu töten und die wenn ein Edelmann den Inhalt mit
Geschichte endet friedlich. seinen Füßen herunterdrücken
Guy von Warwick Legendärer würde. Gwawl tat dies, wurde aber
Held des 10. Jahrhunderts, der die im Beutel eingeschnürt und von
Tochter des Herzogs von Warwick Pwylls Männern in einem Spiel na-
geheiratet haben soll. Er tötete ei- mens »Dachs im Sack« geschla-
nen riesigen Eber, eine Kuh, sowie gen, bis er um Gnade flehte und
einen Drachen, der im Begriff war, Rhiannon freigab. Er mußte
einen Löwen zu fressen; der Löwe schwören, daß er keine Rache su-
wurde sein Begleiter. Er kehrte chen würde, aber seine üble Be-
vom Heiligen Land zurück, um handlung wurde von seinem Vetter,
König Ethelstan im Kampf gegen Llwyd ap U Coed, gerächt.
die Dänen Beihilfe zu leisten. Gwern (W) Sohn der Branwen
Schließlich wurde er Eremit. und des Matholwch. Er wurde von
Gwair/Gweir (W) Der geheim - seinem Onkel, Efhissien, ins Feuer
nisvolle Gefangene im Gedicht geworfen.
»Preiddeu Annwn«: »Einwandfrei Gwion (W) Siehe Taliesin.

100
Gwrach y Rhibyn (W) Eine Art brauchte dessen Vertrauen, indem
walisische Banshee. Dir Name be- er aufgrund der Begierde seines
deutet »Hexe der Warnung«. Sie ist Bruders Gilfaethwy nach Goewin,
enger mit der Caüleach Bheare/ der jungfräulichen Bediensteten, in
Bheur als mit der gewöhnlichen deren Schoß Math seinen Fuß legte,
Sidhe-Frau der irischen Tradition wenn er nicht im Krieg war,
verwandt. Sie warnt immer vor ei- zwischen Gwynedd und Dyfed
nem Tod; wie die Wäscherin an der Krieg auslöste. Zunächst ging
Furt (Washer at the Ford) begegnete Gwydion verkleidet an den Hof des
man ihr häufig an einer Straßen- Pryderi, der die einzigen domesti -
kreuzung oder an einem Bach. zierten Schweine besaß, die er von
Gwragedd Annwn (W) Seejung- Arawn erhalten hatte. Dort schlug
frauen, die Sterbliche mit Feenga- Gwydion ein Tauschgeschäft vor.
ben beschenken und gelegentlich Für die Schweine erhielt Pryderi
Männer heiraten - unter der Bedin- Pferde, Rennhunde und
gung, daß man sie nie schlägt. Ei- Harnische - die aber alle aus
ne, wie die Französin Melusine, Pilzen hergestellt worden waren
gründete eine Ärzte-Dynastie, die und am folgenden Tag in ihre ur-
ihre Fähigkeiten bis ins 19. Jahr- sprüngliche Form zurückkehrten.
hundert weiterreichten. Pryderis Männer verfolgten Gwy-
Gwyddno Garanhir (W) Vater dion und die Schweine. Im daraus
des Elphin. Gegenstand von vielen entstehenden Kampf ö t tete Gwy-
Legenden, die eventuell von einer dion Pryderi, während Gilfaethwy
zentralen, verlorenen Tradition ab- Goewin vergewaltigte. Darauf er-
stammen, da sie fast nur ein Haupt- ging das Gebot, den Brüdern jed-
thema haben. Er besaß einen ma- wede Gastfreundschaft oder Be-
gischen Behälter, der so viele hausung zu verweigern, bis sie sich
Menschen ernähren konnte, wie bei Math ergaben. Als sie dies ta -
davon aßen (siehe Dreizehn Schätze ten, wurde Gwydion von Math in
Britanniens). Sein Name wird mit einen Hirsch, dann in eine Sau und
einem untergetauchten Königreich schließlich in eine Wölfin verwan-
in der Bucht von Cardigan in delt. In diesem Zustand gebar er
Verbindung gebracht. Die Ge - Junge.
schichte von Taliesin erzählt da- Nach drei Jahren war die Strafe der
von, wie die Pferde des Gwyddno beiden Brüder zu Ende. Math
vom Kessel der Ceridwen vergiftet benötigte eine neue Fußhalterin
wurden, nachdem Gwion alles Gu te und Gwydion schlug die eigene
und Nahrhafte darin ausgetrunken Schwester, Arianrhod, vor. Nach-
hatte. dem Arianrhod sich einer Prüfung
Gwydion (W) Sohn von Don, der ihrer Jungfernschaft gefügt hatte,
Zauberin. Er war Diener von gebar sie zwei Kinder - Dylan und
Math, seinem Onkel, aber er miß- Llew; letzterer wurde von Gwy-

101
dion groß gezogen. Durch seine GwynnapNudd (W) Anführer der
Zauberkräfte half Gwydion Llew Wilden Jagd. Nach der walisischen
die »geise« seiner Mutter - ewig Legende ist er Herr der To ten. Er
namenlos, waffenlos und ohne Frau entführte Creiddylad, um die er
zu bleiben - zunichtemachen; mit mit Gwythyr ap Greidawl
Hilfe von Math schuf er aus Blu- kämpfte. Nach der mittelalterli-
men eine Frau für Llew: Blodeu- chen Geschichte des Heiligen Col-
wedd. Als diese Blumenbraut Llew len bewohnte Gwynn ein Reich der
verriet und seinen Tod verursachte, anderen Welt, dessen Eingang
suchte Gwydion nach Llews Fe- Glastonbury Tor war.
tisch - einem Adler—und ließ Llew Gwythyr ap Greidawl (W) Er
wieder lebendig werden. Er ver- war der Verlobte der Creiddylad,
wünschte Blodeuwedd und ver- aber sie wurde von Gwynn ap Nudd
wandelte sie auf ewig in eine Eule. entführt, mit dem sie sich auf ewig
Gwyglet (W) Held des keltischen im Krieg befand. Beide Männer
Epos »The Goddoddin«. Er nahm halfen Culhwch und Arthus die im
an der Schlacht von Catreath »Culhwch und Olwen« vom Rie-
(Catterick) teil, wo sein Tod von sen gestellten neuenunddreißig un-
allen beklagt wurde. mögliche Aufgaben zu erfüllen.

102
H
Hafgan (W) Der nicht von dieser Tradition dar. Der Begriff der Hei-
Welt stammende Gegner des ligtümer wurde von späteren Tra-
Arawn; das Los der beiden war es, ditionen übernommen. In der Folk-
jedes Jahr miteinander zu kämp- lore versinnbildlichen sie den Stab
fen. Arawn zwang Pwyll dazu, an des Kampfes, das Schwert des
seiner Statt zu kämpfen und bat ihn Lichts, den Kessel der Heilung und
darum, nur einmal zuzuschlagen, den Stein des Schicksals. Die ma-
da ein zweiter Schlag den Gegner gische Tradition erhält die symbo-
wieder beleben würde. Hafgan lische Darstellung der Embleme
weist starke Ähnlichkeiten mit den Schwert, Speer, Kelch und Penta-
zwei Gegners Gawains auf: dem gramm aufrecht. Diese Figuren er-
Grünen Ritter und Gramer Somer scheinen als die vier Farben bei
Joure. gewöhnlichen Tarotkarten. In der
Hahn Der Vogel des Sonnenauf- Arthustradition sind sie: das gebro-
gangs, dessen Krähen die Ängste chene Schwert, das Speer des Do-
der Nacht vertreibt. Viele Volkslie- lorous Blow, das Gefäß, welches
der und Geschichten behandeln mit dem Kopf des Gralshüters ver-
diese Funktion, oft im Zusammen- ziert ist - und der Gral selbst, als
hang mit einem toten Geliebten, Gefäß des Sakraments oder Kessel
der in der Nacht das Bett seiner der Fülle. Die Regalien des briti-
Frau aufsucht; durch das Krähen schen Monarchen stellen moderne
des Hahns wird der Geist vertrie- »Heiligtümer« dar: das Szepter
ben. oder der Stab der Gleichheit und
Hallows Die königlichen Insi- der Gnade, die Schwerter des Staa-
gnien oder Embleme der vom Kö- tes, das Gefäß mit Heiligem Öl und
nig oder dem Helden ausgeübten die Krone selbst - welche den alten
Macht; sie waren oft Gegenstand Krönungsstein als Hauptsymbol
langer Suche. Die Heiligtümer Ir- der Sovereignty ersetzt. Diese Ge-
lands waren der Stein von Fal, auf genstände werden im Tower von
dem Könige gekrönt wurden; der London bewacht; auf sie ist ein
Speer des Lugh, welcher den Sieg früher Mythos der Souveränität
in der Schlacht gewährleistete; das übertragen worden: solange die
Schwert des Nuadu, dem niemand Raben den Tower nicht verlassen,
ohne Verwundung entkommen kann keine Invasion Britanniens
konnte - und der Kessel des Dag- erfolgen. Der Tower Hill hieß frü-
da,. welcher unbegrenzt zu essen her »Weißer Berg« und an dieser
gab. Sie alle wurden aus der jensei- Stelle wurde der Kopf des Bran,
tigen Welt von der Tuatha de Da- auch als Schutz gegen Invasoren,
naan geholt. Die Dreizehn Schätze begraben. Es sind seine Raben, die
Britanniens stellen eine parallele dort bleiben.

103
Beweise seiner königlichen Her -
kunft fühlten dazu, daß er als König
von England und Dänemark
ausgerufen wurde.
Hefaidd Hen (W) Vater der Rhi-
annon. Ein König der Unterwelt,
der die Verlobung seiner Tochter
mit Gwawl unterstützte.
Magische Verwandlung von Mensch Heimdal (N) Hüter von Bifrost, der
und Tier in einem keltischen Regenbogenbrücke der Götter, die
Schmuckstück. er gegen die Invasion von Asgard
Hase Der Hase wurde seit jeher durch die Frostriesen schützen
mit der Kraft der Verwandlung ver- sollte. Er war der Sohn von Odin
bunden. Seine seltsamen Bewe- und dessen neun Seejung frauen
gungen wurden in altertümlichen und hatte ein so empfindli ches
Formen der Wahrsagerei verwen- Gehör, daß er das Gras auf der Erde
det. Dies wurde von Tacitus in sei- oder die Wolle auf dem Rüc ken der
nen Berichten über den Aufstand Schafe wachsen hören konnte.
der Icenier geschildert. So ließ Auch konnte er bei Tag und bei
Boudicca als Teil ihrer Schlacht- Nacht hundert Meilen weit sehen.
vorbereitungen einen Hasen aus einer Er lebte in der Burg von Hi -
Falte ihres Mantels frei, um zu minbiore und trug immer eine
sehen, in welche Richtung er lau- blendend weiße Rüstung und ein
fen würde. Vorher hatte sie der glänzendes Schwert. Er besaß au-
Kriegsgöttin Andraste ~ deren Em- ßerdem ein Zauberhorn namens
blem vermutlich der Hase war - Gjallarhorn, das durch alle Ebenen
geopfert. des Himmels, der Erde und der jen-
Havelock der Däne Er war der seitigen Welt zu hören war. Wenn
wahre Thronfolger Dänemarks, die Zeit des Ragnarok naht, wird
aber der Usurpator Godard befahl, dieser Hörn die Götter zum End-
daß er getötet werde. Grim, der kampf herbeirufen. Hei (N) Göttin,
Fischer, brachte ihn nach England, die die nach ihr benannte
wo der Name Havelock zum Unterwelt beherrschte. Sie war die
Sprichwort wurde. Er wurde ge- Tochter des Loki und der
zwungen, Prinzessin Goldborough Angrboda. Sie war zur Hälfte
zu heiraten, die Thronerbin des Kö- schwarz und zur Hälfte weiß, und
nigs Athelstan, dessen Regenten sie empfing in ihrem Reich alle, die
sie erniedrigen wollte. Havelock an einer Krankheit oder am Alter
kam mit seiner Frau nach Grimsby, gestorben waren.
wo sie sah, wie ein Licht aus sei- Hellawes (A) Zauberin. Dir ge-
nem Mund erstrahlte und ein Kreuz hörte die Burg Nigramours (»Ne-
an seiner Schulter erschien. Diese kromantie«). Sie versuchte, Lanze-

104
lots Liebe zu gewinnen, aber schei- nen und seine abgefeimte Guerilla-
terte und starb. taktik machten ihn ber ühmt. Sein
Helyas (A) In der Riege der Tod wurde nie best ätigt; m ögli-
Gralskönige war er der vierte in der cherweise fanden auch danach
Linie des Celidoine, Königs von Überfälle auf die Normannen in
Schottland, aus dessen Linie auch seinem Namen statt.
Lanzelot und Galahad abstamm- Herla Ein legend ärer britischer
ten. König, der Walter Map zufolge das
Hereward der Wache (11. Jh.) unterirdische Reich eines Zwer -
Er besaß Länder in Lincolnshire, genkönigs mit Ziegenfüßen betrat.
die er bei der Invasion der Nor- Sie waren übereingekommen, daß
mannen verlor. Er soll mit einem jeder von ihnen an der Hochzeit
Bären und einem cornischen Rie- des anderen teilnehmen würde. Als
sen gekämpft und eine magische Herla zur Hochzeit des Unterwelt-
Rüstung gewonnen haben. Sein königs kam, wurde er mit einem
Widerstand gegen William den Er- kleinen Bluthund beschenkt, unter
oberer fand hauptsächlich in den dem Hinweis, daß er den Hund nie
Fenlands des östlichen Englands hinabstoßen dürfe, solange dieser
statt, wo sich Hereward mit ande- nicht von alleine hinunterspringen
ren Unzufriedenen verstecken würde. Herla ritt mit seinen Män-
konnte. Seine gewagten Überfälle nern nach Hause und begegnete
auf die Besitztümer der Norman- einem sächsischen Schäfer, der

Keltische Darstellung eines gehörnten Jagdgottes.

105
Herlas britische Sprache gerade keltischen Fraktion zuneigte, nach-
noch verstehen konnte. Er hatte dem sie ihr Kloster nach den Re-
Geschichten gehört, daß Herla in geln des Columbanus eingerichtet
der Unterwelt verschollen gewe- hatte, nahm sie die Entscheidung
sen sei, was sich aber vor vielen an, die britische Praxis nach der
hundert Jahren zugetragen haben römischen neu zu orientieren. Unter
soll. Einige von Herlas Männern ihrem Einfluß wurde Caedmon
saßen ab und zerbröckelten zu Mönch, und beim Volk galt sie als
Staub, aber Herla reitet weiter und Mutter der Armen, als weise und
wartet darauf, daß der Hund hinun- großzügig. Sie soll Eskdale von
terspringt. Schlangen befreit haben, indem
Hermod (N) Bote der Götter. sie sie über eine Felsenklippe trieb
Odin schickte ihn zur Hei, um Bai- und ihnen die Köpfe mit einer
dur zurückzuholen. Hei willigte Peitsche abschlug. Die Ammoni-
darin ein, unter der Bedingung, daß ten, deren fossilen Reste bei Whitby
alle Kreaturen der Welt seinen Ver- zu finden sind, sollen dieselben
lust beweinen müßten. Nur Thok, Schlangen sein. Hildas Gedenktag
eine uralte Hexe - die höchstwahr- ist der 17. November.
scheinlich der verkleidete Loki war - Hodur (N) Gott der Dunkelheit,
weinte nicht. was vielleicht die Ursache seiner
Herne Der mit einem Geweih Blindheit war. Sohn des Odin und
gehörnte Geist, der den großen der Frigga und Zwillingsbruder
Park von Windsor bewohnt. Wie des Baidur, den er aus Versehen
Gwynn ap Nudd und Arawn soll er tötete. Während die Götter ihre
ein Anführer der Wilden Jagd sein Zeit vertrieben, mit Waffen nach
und die Toten in die Regionen der dem unverwundbaren Baidur zu
jenseitigen Welt begleiten. werfen, überredete Loki Hodur dazu,
Hesperides (G) Der Garten der ein Mistelspeer nach ihm zu
Götter am westlichsten Punkt der werfen, einen Speer aus jener ein-
griechischen Welt. Dort wuchsen zigen Substanz, gegen die Baidur
die Äpfel der Fruchtbarkeit. He- nicht gefeit war. Baldurs Tod wurde
sperides ist mit Avalon, den Inseln von allen betrauert, aber es erwies
des Glücks (Fortunate Isles), den sich als unm öglich, ihn vor Hei zu
Inseln der Seligkeit (Blessed Is- retten.
lands) etc. analog. Hoenir (N) Einer der Schöpfer-
Hilda, Die Heilige (614-680) Götter; er soll den ersten Menschen
Äbtissin von Whitby. Sie gründete Denkvermögen und Verstand ge-
ein Doppelkloster und berief die geben haben. Nach der Schlacht
Synode von Whitby ein, an der kel- zwischen den Aesir und den Vanir
tische und römische Christen teil- floh er nach Vanaheim.
nahmen, um sich über liturgische Hugh, Der Heilige (gest. 1255)
Fragen zu einigen. Obwohl sie der Genannt Heiliger Hugh der Klei-

106
nere, um ihn - auch wenn er dieselbe und besitzen Ohren mit roten Spit-
Stadt bewohnte - vom Heiligen zen; dieses Rudel reitet immer mit
Hugh von Lincoln zu unterschei- der Wilden Jagd. CuChulainn er-
den. Seine Legende ist ein typi- hielt seinen Namen, nachdem er
scher Beleg der antijüdischen Vor- Culainns Hund besiegt hatte. Ihm
urteile des Mittelalters. Er war ein war verboten worden, Hunde-
neunjähriger Junge, der in einem fleisch zu essen und bis kurz vor
Brunnen entdeckt worden war. Es seinem Tod hielt er sich daran. Da
ging die Geschichte um, daß die es ihm aber außerdem nicht gestattet
Juden ihn rituell ermordet hatten, war, ein Angebot der Gast-
was zu antisemitischen Pogromen freundschaft auszuschlagen, mußte
und der Verfolgung der großen jü- er dann essen, was ihm die
dischen Händlergemeinde in Lin- Königin Morrighan servieren ließ
coln führte. Wunder sollen an sei- - das geröstete Fleisch eines Hun-
nem Schrein geschehen sein und, des.
obwohl er nie feierlich heiligge- Hy Breasil (I) Das irdische Para -
sprochen wurde, wird am 27. Au- dies in der irischen Tradition. Es
gust seiner gedacht. soll im fernst en Westen gelegen ha -
Hund Der Hund galt schon immer ben. Sp ätere spanische Abenteurer,
als treuer Diener der Menschen, die diesen Mythos kannten, bezo -
was in der britischen Mythologie gen sich darauf, als sie Brasilien
und der Folklore seinen entdeckten.
Niederschlag darin findet, daß Hyperborea (G) Das selige Reich,
Hunde häufig helfende Begleiter über welches Apollon herrschte.
der reisenden, suchenden Helden Die Griechen glaubten, da ß es
sind - wie Cabal an der Seite des »jenseits des Nordwindes «, w o -
Arthus und Bran und Sceolan bei möglich in Britannien, lag. Abaris
Fionn. Die Hunde der Jenseitswelt war einer der Priester Apollons.
oder der Unterwelt sind stets weiß Aus Hyperborea wurde ein jährli-
ches Tribut an Apollons Schrein in
Delos geschickt. Apollons Tempel
- offenbar Stonehenge - wird von
Hecateus geschildert. Hier, so
schreibt dieser, zeigte sich Apollon
alle neunzehn Jahre seinen Anhän-
Keltisches Hunde-Ornament. gern.

107
I
Idun/Iduna (N) Göttin des Früh- der Vaterschaft von Arthus nie
lings, die mit ihren goldenen Äp- sicher. So gab er ihn bei Ector of
feln der Unsterblichkeit den Göt- the Forest Sauvage in Pflege.
tern ewige Jugend verlieh. Lokl Illtyd, Der Heilige (6. Jh.) Gründer
lockte sie durch eine List aus As- und Abt von Llanwit Major. Er soll
gard fort, mußte sie aber auf Ge- ein Vetter Arthus gewesen sein, den
heiß der anderen Götter wieder zu- er besuchte; dort wurde er bis zu
rückholen. Er verwandelte sich in seiner Bekehrung Soldat. Alle
einen Turmfalken, um sie im Texte sind sich einig, daß er der
Schnabel tragen zu können. Sie gelehrteste Mann des damaligen
wurde die Geliebte des Bragi, des Britanniens war. Angeblich wurde
Gottes der Dichtkunst. er in der Bretagne geboren und
man hielt ihn für einen Zauberer.
Lindsay deutet an, daß seine An -
hänger das alte druidische Recht
der Steuerbefreiung forderten. Sein
Gedenktag ist der 6. November.
Ing (N) Eine geheimnisvolle Figur,
die von jenseits des Meeres in
einem Schiff erschienen sein soll.
Nachdem er die älteste Rasse der
Sachsen gegründet hatte, ver-
schwand er wieder gen Osten. Ei-
nige Texte zählen ihn zu den Aesir
und deuten an, daß seine Weiter-
fahrt die universelle Todesfahrt der
Helden bedeutet.
Inseln des Gl ücks (Fortunate
Islands) (K) Wie die Inseln der
Seligkeit (Blessed Islands): das ir-
Iduna.
dische Paradies, welches unter-
Igerna Igraine (A) Frau des schiedlich geortet wurde - entwe-
Gorlois von Comwall. Uther Pen- der westlich von Irland oder mit
dragon verliebte sich in sie, bela- den Kanarischen Inseln oder der
gerte die Burg von Tintagel und, Madeira-Gruppe identisch. Nach
mit der Beihilfe von Merlin, suchte der »Vita Merlini« herrschte dort
er sie auf, verkleidet wie ihr Mann. Morgan zusammen mit ihren neun
In jener Nacht wurde Gorlois getö- Musen. Mit Avalon analog.
tet; obwohl Igerna daraufhin Uther Inseln der Seligkeit/Blessed Is -
heiratete, war sich dieser bezüglich lands (K) Die jenseitige Insel-

108
lucharba
gruppe, die westlich von Irland Cornwall verbannt wurde, ver-
liegt. Sie stellt für die Kelten das söhnte sich Marke schließlich mit
irdische Paradies für die würdigen Isolde. (Diese Geschichte verläuft
Toten und die Bevölkerung des parallel mit denjenigen des Diar-
Jenseits dar. muid und der Grainne mit Fionn,
lollan (I) Sohn des Fergus mac sowie des Lanzelot und der Guine-
Roigh. Er begleitete seinen Vater, vere mit Arthus.) Isolde starb ge-
als dieser Deirdre und Naoisi bat, brochenen Herzens, nachdem es zu
zu Conchobar zurückzukehren - spät war, Tristan von einer durch
ohne zu wissen, daß die Botschaft Gift hervorgerufenen Wunde zu
falsch war und Deirdre und die retten. Sie heißt auch Iseult.
Söhne von Usna in eure Falle lok- Isolt/Iseult von Brittany (A)
ken sollte. Obwohl lollan sie ver- Tristan heiratete sie nach seiner
teidigte, verwundete Conall Cer- Verbannung aus Cornwall durch
nach, Conchobars Krieger, lollan Marke, da er glaubte, daß Isolde
tödlich. von Irland ihm auf ewig vorenthalten
Irnan (I) Eine von drei Zauber- bliebe. Sie ließ ihn durch eine
hexen, die sich gegen die Fianna Tücke glauben, daß die andere Isolt
stellten. Irnan verwandelte sich in nicht gekommen war, um seine
ein Ungeheuer und forderte jeden Wunde zu h eilen; so starb er.
der Fianna heraus, mit ihr zu kämp- Ith (I) Sohn des Bregon. Er segelte
fen. Fionn nahm an, aber Goll fuhr von Spanien aus, um in einem Streit
dazwischen und tötete Irnan. über die Teilung Irlands unter drei
Isolde von Irland (A) Frau des Königen der Tuatha de Da-naan
Königs Marke von Cornwall, in zu schlichten. Er war so rede-
dessen Auftrag sie Tristem, Markes gewandt, daß diese befürchteten, er
Neffen, aus Irland holte. Die bei- könnte danach trachten, selbst Kö-
den wurden Liebhaber, nachdem nig zu werden; so ließen sie ihn
sie auf Geheiß von Brangaine, der umbringen. Miled zog aus, um sei-
Zofe Isoldes, einen Liebestrank zu nen Onkel zu rächen.
sich nahmen, welcher für das luchar (I) Bruder des Brian mac
Brautpaar bestimmt war. Tristan Tuirenn, der Lughs Vater Cian tö-
und Isolde setzten ihre verbotene tete.
Liebe auch nach Isoldes Hochzeit Iucharba (I) Bruder des Brian
mit Marke fort und flohen später in mac Tuirenn, der Lughs Vater Cian
den Wald. Nachdem Tristan aus tötete.

109
J
Jack in the Green (»Jack im ten jene Flüsse vor langer Zeit /Das
Grünen«) Waldgeist, der, wie der Grün der Berge Englands?« Be-
Woodwose oder der Wilde Hirte, merkenswerterweise beziehen sich
die Wälder bewacht und beschützt. alle Legenden, die die Verbindung
In der Volkskunst ist er ein beliebtes
von Christus mit Britannien behan-
Motiv und erscheint meist als deln, auf seine Jugendzeit und sei-
blättriger Kopf, der aus dem Ge- nen Tod. Die wesentlichen Reli-
strüpp herausspäht. Wie die Sheela quien der Kreuzigung sollen von
na Gig ziert seine Abbildung häufigJosef aus Arimathäa nach Glaston-
Kirchen, z. B. an Decken, wo er an bury gebracht worden sein, was die
frühere Glaubensrichtungen er- christliche Tradition in Britannien
innert. begründete und Verbindungen mit
dem dortigen Kult des Grals
knüpfte.
John Shorne (gest. 1313) Er war
Priester in Monks Risborough. Er
soll den Teufel in einen Stiefel ver-
wandelt haben. Obwohl er nicht
offiziell als Heiliger anerkannt
wurde, entstand um ihn ein Kult,
der zur Stiftung einer Kanzel für
die Kirche von North Maston führte.
Er war Schutzherr der Blinden,
der Unglücklichen und der von
Zahnweh Geplagten. Sein
Geschick im Umgang mit dem
Teufel soll der Ursprung von
Schachtel-Springmännchen gewe-
sen sein.
Der Waldgeist »Jack in the Green«. Jormundgand (N) Siehe Midgard
Serpent.
Jaufre (A) Siehe Griflet. Josef aus Arimathäa (A) Tradi-
Jesus Christus Nach der Legende tionsgem äß der Onkel Christi. Er
brachte Josef aus Arimathäa bei soll mit dem cornischen Zinnhan-
einer seiner vielen Handlungsrei- del Verbindungen gepflegt haben
sen nach England auf der Suche und den jungen Jesus nach Britan-
nach cornischem Zinn seinen jun- nien mitgebracht haben. Später,
gen Neffen Jesus mit. Daraus nahm nach der Kreuzigung, ließ er sich
William Blake die Inspiration für den Leichnam Christi in seiner ei-
seine Hymne »Jerusalem«: »Betra- genen Gruft begraben. In seiner

110
Gefangenschaft durch die Römer Wearyall Hill; dem Stab entspros -
erhielt er vom auferstandenen sen Blüten. Dort wächst heute noch
Christus Besuch; dabei wurden ein Dornenbusch, und in Glaston-
ihm die Geheimnisse und die Rolle bury wachsen zahlreiche Steck-
des Hüters des Grals anvertraut. linge - obwohl die ursprüngliche
Der Gral wird unterschiedlich als Pflanze während des englischen
Kelch des Letzten Abendmahls Bürgerkrieges abgeholzt wurde.
oder als die zwei Gefäße des Blutes Der Busch blüht zur Weihnachts -
und des Schweisses, die Josef bei zeit und die Blüten werden als Tri-
der Kreuzabnahme einfing, be- but jedes Jahr an die Königin über-
zeichnet. Josef wurde in der Gefan- sandt.
genschaft von einer Taube am Le- Jupiter (RB) Die Eigenschaften
ben erhalten, die mit einer Waffel von Jupiter als Himmelsgott und
in den Gral eintauchte. Als Vespa- Schleuderer von Blitzen wurden
sian die Macht übernahm, wurde mit jenen des keltischen Taranis
Josef freigesetzt; er reiste mit sei- assoziiert. In der ganzen keltischen
ner Familie - und dem Gral - nach Welt wurden an Jupiter Himmels -
Britannien. In Glastonbury ange- säulen errichtet - eine regionale
kommen, baute er aus einem Tradition, die in der klassischen rö-
Zweiggeflecht die erste christliche mischen Ikonographie keine Ent-
Kirche. Er pflanzte seinen Stab auf sprechung fand.

111
K
Katze Nach einem frühen wali- und heldenreichsten Kriegern des
sischen Text wurde das mythische Arthus gehört. Zusammen mit
Britannien von einer riesigen Wild- Bedwyr (Bedivere) ist er bei den
katze in Angst und Schrecken ver- ersten Abenteuern von Arthus fast
setzt, bis Arthus und Cai sie immer anwesend. Er rettete Mabon
unschädlich machen konnten. aus der Gefangenschaft, indem er
Überhaupt ist in der britischen ihn auf dem Rücken hinaustrug.
Folklore die Katze selten positiv Kelpie (S) Das Kelpie oder Each
besetzt, sondern erscheint häufig uisge war ein Wasserpferd, wel-
als Totemfigur schwarzer Hexen. ches die Gestalt eines Mannes an-
Eine besonders unappetitliche Form nehmen konnte. Es lockte Reiter
der Wahrsagung unter den dazu, es zu besteigen, stürzte sich
schottischen Galen hieß dann in einen tiefen See, in dem die
»taghgairm «, wobei eine lebende Reiter ertranken.
Katze am Spieß über einem Feuer Kempe Owen Der Held, der eine
geröstet wurde, bis andere Katzen in einen Drachen (siehe Wurm)
erschienen und das Opfer dadurch verzauberte Jungfrau rettet, die nur
retteten, daß sie die entsprechen- entzaubert wird, wenn sie dreimal
den Zukunftsfragen des wißbegie- geküßt wird. Die Stiefmutter wird
rigen Katzenquälers beantworte- wiederum zum Drachen und wird
ten. Unter den gälischen Völkern erst dann wieder Mensch, wenn der
war die Katze eine wichtige To- Heilige Mungo (Kentigem) nach
temfigur vieler Stämme. Caithness Britannien kommt.
wurde nach dem Clan der Catti Kenneth/Cainnech, Der Heilige
(»Katzenvolk«) benannt, während (525-600) Nachdem die Pest sein
in Irland Fionn gegen euren Stamm Kloster in Irland befiel, kam er
der »Katzenköpfe« kämpfte - nach Wales; auch Schottland be-
wahrscheinlich Krieger, deren suchte er. Er war auf liebenswürdige
Helme mit Katzenfell bedeckt Weise höchst vergeßlich - als er
waren. Columba besuchte, hatte er nur ei-
Kay/Cai/Cei/Keu (A) Pflege- nen Schuh angezogen, und er ließ
bruder des Arthus, Sohn des Ector seinen Krummstab am Strand lie-
of the Forest Sauvage. Er wurde gen. Aber er konnte ein totes Mäd-
Majordomus des Königs und war chen wieder zum Leben bringen,
ob seiner feurigen und sarkasti - das sich mit seiner Mutter im
schen Zunge berühmt. In späteren Schnee verirrt hatte, und er gab den
Versionen wird er des Mordes an beiden zu essen. Eine Zeitlang war
Lohot, dem Sohn des Arthus, be- er Einsiedler und kümmerte sich
zichtigt, obwohl er in den frühesten um Tiere - aber er mußte die Vögel
walisischen Texten zu den ersten ermahnen, an Sonntagen ruhig zu

112
Kentingerns Lachs.

sein, und die Mäuse verbannte er werden meist als Vorläufer des
aus seiner Zelle, nach dem sie seine Grals aufgefaßt, die in die Heilig -
Schuhe gefressen hatten. Er war tümer Britanniens übernommen
eine Art Medium und besaß die wurden. Die Suche des Arthus
Fähigkeit, kommende Ereignisse nach einem solchen Kessel brachte
vorherzusagen. Sein Festtag ist der ihn bis vor die Pforten von Annwn.
11.Oktober. Bran besaß einen Kessel, der die
Kentigern, Der Heilige (S) Der Toten wiederbeleben konnte. Ce-
Schutzheilige von Glasgow, von ridwens Kessel spendete Inspira -
wo aus er die Region von Cumbria tion.
bekehrte. In der Folklore ist er der Kirk, Robert (S) (1644-1692)
Enkel des Urien of Rheged. Er und Autor von »The Secret Common -
seine Mutter wurden in einem win- wealth « (»Die geheime Nation«),
zigen Boot ausgesetzt und durch eine Untersuchung der gälischen
ein Wunder gerettet. Er bewies die Feentradition und der übersinnli-
Tugend einer Königin, die ihrem chen Kräfte. Er war Pfarrer zu
Geliebten ihren Ring gegeben hatte; Aberfoyle und besorgte die erste
als der König darauf bestand, ihn Übersetzung der Bibel ins Gäli-
zu sehen, wurde er im Bauch sche. Obwohl es ein Grab von ihm
eines Lachses entdeckt. Der Lachs gibt, soll er nach Faery gegangen
ist das Emblem Kentigerns. Er soll und noch nicht zurückgekehrt sein.
Merlin vor dessen Tod getauft ha- Frauen aus dieser Umgebung ge-
ben. Diese letzte Geschichte wurde bären mit Vorliebe in seinem alten
der Legende des Suibhne Gelt ent- Haus, wegen des Glaubens, daß er
lehnt, dem nach einem Leben des in neuer Inkarnation aus Faery zu-
Heidentums und der Verrücktheit rückkommen wird.
der Heilige Moling die Beichte ab- Krähe Wie der Rabe, wird die
nahm. Krähe vor allem mit der Schlacht
Kessel (K) In der alten keltischen und mit dem Tod in Verbindung
Mythologie gab es mehrere Kessel, gebracht. Auf irisch heißt Krähe
deren Inhalt imstande war, jeweils »badh « - der Name einer der mit
Leben, Tod, Inspiration und Weis- der Morrighan zusammenhängen-
heit zu »erteilen«. Diese Kessel den Schlachtg öttinnen. Die Krähe

113
ist ein Paradebeispiel der Assirni- haut und die Knochen von Asals
lierung und der Reintegration in- Schwein, welche der Sohn des Tui-
nerhalb der mythischen Struktur. renn auf Geheiß Lughs geholt hatte.
Kranich Kraniche sind in Bri- Die Schätze waren nur bei Flut
tannien nicht mehr einheimisch, sichtbar; bei Ebbe verschwanden
doch lebt der keltische Volksglaube sie. Von Manannan ging der Beutel
fort, daß Kraniche eigentlich in Vögel in den Besitz des Lugh, dann in
verwandelte Menschen sind - dem des Cumhal und schließlich
wahrscheinlich als Strafe. Der Hei- dem des Fionn. Der Inhalt des Kra-
lige Columba verwandelte eine nichbeutels entspricht den Heilig -
Königin und ihr Dienstmädchen tümern von Annwn, sowie den
zur Strafe in Kraniche. Eines der Schätzen, die von Twrch Trwyth
Wunder Irlands soll ein Kranich bewacht wurden.
gewesen sein, welcher auf der Insel Kronos (G) Der griechische
Inis -Kea vor Mayo lebte; er haust Kronos aß alle Kinder auf, die er
dort seit dem Anfang der Welt und mit Rhea gezeugt hatte - außer
wird bis zum Jüngsten Tag dort Zeus, der diesem Schicksal entkam
weite r leben. Der Glaubhaftigkeit und Kronos zwang, seine Kinder
dieser Legende liegt vermutlich die wieder auszuspucken. Dann be -
unerschütterliche Geduld des Kra- strafte er seinen Vater, indem er ihn
nichs zugrunde. Im allgemeinen im Schlaf ankettete und auf der
wurde der Kranich mit der Cail- Insel Ogygia festsetzte. Kronos
leach in Verbindung gebracht und war der Herrscher des Goldenen
war ein geheimer, magischer Vo- Zeitalters - eine Zeitspanne unun -
gel. Seine Haut wurde verwendet, terbrochener Freude. Diese Legende
um Manannans »Kranichbeutel« wurde mit der britischen Tradition
herzustellen. der westlichen Inseln der
Kranichbeutel (I) Dieser Behälter Seligkeit vermischt, wobei das
für die alten Heiligtümer Irlands Goldene Zeitalter und das irdische
gehörte Manannan mac Lir. Er Paradies eine Stätte jenseitigen
wurde aus der Haut der Aoife her- Friedens ergeben. Die Legende des
gestellt, der Mätresse des Sohnes Kronos durchläuft die Laufbahn
Manannans, die wegen ihrer stän- des Bran, der ebenfalls über ein
digen Eifersucht in einen Kranich Reich des Jenseits herrscht.
verwandelt worden war. In ihm Kuh Die Kuh war in fr üheren
wurden folgende Gegenstände auf- Zeiten ein solch wesentlicher Wirt-
bewahrt: das Haus Manannans, das schaftsfaktor in Britannien und Ir-
Hemd, das Messer, der Gürtel und land, daß sie als Währungseinheit
der Schmiedehaken des Goibniu, galt. In Irland war z.B. eine Skla -
die Schere des Königs von Alba, venfrau drei Kühe wert. Groß-
der Helm des Königs von Loch- grundbesitzer hießen »bo-aire«
lann, sowie der Gürtel aus Fisch- oder »Vieh-Herr«. Bis in die letz-

114
Pergament herzustellen, auf dem
die hier in diesem Buch wiederge-
gebenen Geschichten ursprünglich
von Klerikern aufgezeichnet wur-
den.
Die Kuh steht auch unter dem
Schutz des Heiligen Columba, der
jedoch auf der Insel lona keine Kühe
zuließ: »Wo eine Kuh ist, da ist
Keltischer Schmuck in Form einer auch eine Frau; und wo eine Frau
Kuh. ist, folgt Ärger«.
ten zwei Jahrhunderte hinein stell- Kundry (A) Der Name der Loa-
ten die Wege der Viehtreiber die thly Lady (der »Scheußlichen He-
einzigen Landstraßen dar; ur- xe«) in der Parzivalslegende. Sie
sprünglich wurden die zwei H älften spottet dem Gralsritter, hilft ihm
des keltischen Jahres durch die aber auch bei seiner Suche. In ih -
Bewegungen des Viehs bestimmt: rem hexen-ähnlichen Aspekt ist sie
Beltaine kennzeichnete die Eröff- mit der Sovereignty analog.
nung der Sommerweiden und Sam- Kvasir (N) Gott der Weisheit und
hain den Zeitpunkt, an dem das der poetischen Inspiration. Er
Schlachten vorgenommen wurde, wurde aus der Spucke der Aesir
um einen Fleischvorrat für den lan- und der Vanir gemacht und verei-
gen, kalten Winter anzulegen und nigte somit in sich deren Weisheit.
um die Kraft des Herdenbestandes Er ging als Lehrer durch die Welt
zu erhalten. Die Heilige Brigit war und beantwortete alle Fragen, die
angeblich für den Schutz der Kuh- ihm gestellt wurden. Schließlich
herden zuständig; sie wurde ange- wurde er von zwei Zwergen, die
rufen, um die Gesundheit der Tiere sein Wissen begehrten, getötet. Sie
aufrechtzuerhalten und um ihren machten aus seinem Blut einen
Milchertrag und ihre Fruchtbarkeit Trank, der Dichtern Inspiration
zu fördern. Die abgezogene Haut verlieh. (Siehe Taliesin, Fionn und
der Kühe wurde verwendet, um das Cauldron.)

115
L
Labraid (I) Ein König von Mag mit alles Wissen aneignen würde.
Mell, Mann der Liban. Er schickte Doch wurde der Lachs von Fionn,
sie an CuChulainn, um für Hilfe im dem Lehrling des Finegas gebra-
Kampf zu bitten; für seine Unter- ten; während dieser den Spieß
stützung gab er ihm seine Schwe- drehte, verbrannte er sich den Dau-
ster Fand. men und als er diesen im Mund
Labraid Longseach (I) Nachdem kühlen wollte, wurde er zum Emp-
ihn sein Onkel gezwungen hatte, fänger der ganze n Kraft des Lach-
das Herz seines eigenen Va ters zu ses. Dieser Lachs hieß Fintan. Der
essen, wurde er stumm. Er lebte im Lachs war eine der Gestalten des
Exil, bis eines Tages seine Sprache Taliesin, als dieser von Cerid-wen
zurückkehrte, während er Hurley flüchtete, sowie auch die Gestalt,
spielte. In Gallien verliebte er sich die Tuan mac Carill annahm. In der
in Moriath, die Tochter des Königs Geschichte des Falken des Achill
Scoriath. Er stellte Craiftine an, wurde der Lachs in der kältesten
mit seiner Harfe eine Winternacht seit dem Anfang der
Schlafmelodie zu spielen; so Welt vom Falken geblendet.
schlief Moriath, die er heiratete, Ladra (I) Er war Steuermann des
ein. Er kehrte nach Irland zurück Schiffes der Cessair und einer von
und wurde König von Leinster. nur zwei Männern, die an dieser
Wie Marke von Cornwall hatte La- Invasion Irlands beteiligt waren.
braid Pferdeohren, was ein Grund Sie teilten die Frauen unter sich,
für seine Absetzung als befleckter wobei Ladra mit sechzehn, der
König hätte sein können. Er konnte andere mit siebzehn Frauen
den Makel aber erfolgreich verber- schlief. Ladra beschwerte sich über
gen, bis sein Barbier, trotz seines die Ungerechtigkeit dieser Auftei-
Gelübdes der Verschwiegenheit, lungsweise, doch soll er schließlich
einem Baum davon erzählte; aus an der Überanstrengung, die sie
dem Baum wurde eine Harfe für ihm kostete, gestorben sein.
Craiftine hergestellt, und als die Lady of the Fountain (»Dame
Harfe gespielt wurde, gab sie das des Brunnens«) (A) Titel der
Geheimnis preis. geheimnisvollen Herzogin in
Lachs In der keltischen Mytho- »Yvain« von Chretien de Troyes
logie gilt der Lachs als Inbegriff der und in »Die Dame des Brunnens«
Weisheit. Als Lachs des Wissens im »Mabinogion«. Als ihr Mann
schwamm er im Brunnen von von Owain getötet wurde, verlangte
Segais und trank die magischen sie, daß Owain sie heirate; auf
Haselnüsse, die dort hineinfielen. diese Weise würde sie Hüterin des
Es wurde prophezeit, daß Finegas Brunnens bleiben können.
ihn fangen und essen und sich so-

116
Lady of the Lake (»Dame des
Sees«) Eine Frau der jenseitigen
Welt, die in den Arthuslegenden
vielerorts erscheint. Als Dame du
Lac war sie die Pflegemutter des
Lanzelot. Als Nimue, Niniane oder
Vivienne war sie die Versucherin,
die Merlin becircte und ihn unter
einem Stein oder in einem Baum
gefangennahm. In Malorys »Le
Morte d'Arthur« hingegen gibt sie
Arthus sein Zauberschwert Exkali-
bur. Hinter allen diesen Personifi -
Keltischer Krieger im Kampf mit
zierungen steht eine klare Darstel-
einem Ungeheuer.
lung der Göttin, eine uralte Figur,
die mit Lady Sovereignty identifi - ihn schwören ließ, daß er das Lebe-
ziert werden kann, zumal sie die wesen, dem er bei seiner Heimkehr
Embleme oder Hallows (»Heilig- als erstem begegnete, auch töten
tümer«) des Königtums hütet. Als würde. Anstatt, wie geplant, auf ei-
Arthus stirbt, bestimmt Bedivere, nen Hund zu treffen, stieß er mit
daß sie die Hüterin von Exkalibur seinem Vater zusammen - und wei-
wird. Wie die Lady ofthe Fountain gerte sich, ihn zu töten. Die Hexe
(»Dame des Brunnens «) und die verfluchte die Familie; alle ihre
anderen Jungfrauen, die in der Ge- Mitglieder kamen gewaltsam um.
schichte des Amangons die Brun- (Siehe Wurm.)
nen bewachen, ist ihre Funktion in Lamorack de Galles (A) Sohn
der anderen Welt die des Königs- des Königs Pellinore. Als Ritter der
machers. Tafelrunde war sein Rang nur wenig
Lailoken (K) Schottischer Prophet unter dem des Lanzelot. Er wurde
und Irrer, dessen Leben eine Geliebter von Morgause, deren
Hauptquelle der Geschichte Mer- Söhne - Gawain, Gaheris und
lins war. Auch mit Suibhne Gelt Agravaine - ihn töteten, weil er
bestehen starke Ähnlichkeiten. ihren Vater getötet hatte.
Lambton Worm Diese Bestie Lancelot du Lac (A) Größter Ritter
soll in einem Brunnen in der Nähe des arthurischen Britanniens. Er
von Lambton Castle in der Graf- wurde von niemandem außer
schaft Durham gelebt haben. Sie seinem Sohn Galahad besiegt. Als
wütete in der ganzen Region, bis Sohn des Königs Ban of Benoic in
der Sohn des Lord Lambton, der in Frankreich war er selbst
einer mit Rasierklingen bespickten rechtmäßiger Prinz. Er war Pflege-
Rüstung antrat, sie tötete. Ihm wurde sohn der Lady of the Lake (»Dame
dazu von einer Hexe geraten, die des Sees«), die ihn zur Unterstüt-

117
zung des Arthus erzog und in den lich entstammt es der Legende der
Gebräuchen der Tafelrunde unter- französischen Feendame Melusi-
wies. Er war trotzdem nicht makellos, ne, die als Prototyp vieler solcher
denn er konnte seine Liebe für Vereinigungen mit Feen dient.
Guinevere, die Königin des Arthus, Lavaine (A) Sohn von Sir Ber-
nicht überwinden. Wegen dieser hard of Astolat und Bruder von
Sünde scheiterte seine Suche nach Elaine le Blanke und Sir Tirre. Er
dem Gral. Später bewirkte er je- wird mit Lanzelot befreundet und
doch das Wunder, einen Ritter na- von diesem zum Ritter geschlagen;
mens Sir Urrey of Hungary, den mit der Zeit zeichnet er sich als
nur der beste Ritter der Welt heilen einer der besten Ritter der Tafel-
konnte, wieder gesund zu machen. runde aus. Als Lanzelot wegen seiner
Lancelot war in der Tat der Stärk- verbotenen Liebe zu Guinevere
ste, doch erreichte er nie die Höhen angeklagt wird, begleitet er seinen
der spirituellen Ritterlichkeit. Als Herren nach Frankreich und wird
er Guinevere vom Scheiterhaufen zum Herzog von Arminak erhoben.
rettete, tötete er seinen engsten Leanan Sidhe (I) Die Feenherrin,
Freund, Gareth von Orkney, aus die Dichter und Musiker durch ihre
Versehen. Nachdem Arthus gestor- musische Kraft inspiriert. In der
ben war, zog er sich in eine Einsie- irischen Tradition erscheint sie
delei zurück und wurde Mönch. Er häufig als die Hauptfigur der Ais-
starb und wurde in seiner Burg, ling oder als Vision, wenn der
Joyous Gard - vielleicht Alnwick Dichter ihr am Berghang begegnet.
Castle in Northumberland - begra- Die Musik und die Gedichte, die
ben. Obwohl Lancelot in der Ar- sie hervorruft, sind meistens von
thustradition erst spät erscheint, ist jenseitiger Traurigkeit, sowie von
sein Prototyp in den Personen des Sehnsucht nach dem vergangenen
Llew, des Lugh und des Llwch Ruhm Irlands gekennzeichnet.
Llawwyanawc bereits vorhanden. Lear (L) König von England, Sohn
Lanze des Longinus (A) Siehe des Bladud. Er hatte bereits ein
Gralslanze. hohes Alter erreicht, als er sein
Lanzelot (A) Siehe Lancelot du Reich als Mitgift für seine Töchter
Lac. aufteilte in einem Umfang und je
Launfal/Lanval (A) Ritter des nach dem, wie sehr diese ihn zu
Arthus, der eine Fee zur Frau nahm lieben behaupteten. Goneril und
und von ihrer Schönheit prahlte, als Regan schmeichelten ihm, aber
Guinevere ihn zu verführen ver- Cordelia gab eine ehrliche Ant-
suchte. Auf diese Weise brach er wort, woraufhin sie ohne Mitgift
sein Gelübde des Schweigens und verbannt wurde. Sowohl Goneril
verlor seine Liebe. Dieses Thema als auch Regan entließen nach und
erscheint in den Geschichten der nach Lears Gefolge, bis er nur noch
Macha und des Edric. Wahrschein- einen Adjutanten hatte; schließlich

118
floh er nach Frankreich zu Corde- nie wieder körperlich vereinten,
lia. Mit ihrer Hilfe gewann er sein liebten sie sich bis zu ihrem Tod.
Reich zurück, verstarb aber. Sie Der Gedichtzyklus, der von den
ließ ihn »in einem vierseitigen Schmerzen ihrer Liebe erzählt, ist
Grab« am Ufer des Soar begraben, ebenso rührend und so bitter wie
in einer Kammer, welche dem Ja- die Geschichte zweier anderer tra-
nus geweiht war; am ersten Tag des gischer Liebender, Abelard und
Jahres pilgerten Handwerker dort- Heloise.
hin. Lear ist mit Llyr identisch. Liban (I) Frau des Labraid. Sie
Shakespeares Stück hält sich eng agiert als Botin zwischen den frü-
an den Verlauf dieser Geschichte. hen Reichen und jenen von Mag
Lebharcham (I) Die Botin oder Mell, um CuChulainn dazu zu be-
der weibliche Läufer am Hof des wegen, ihrem Mann zu helfen. Zu -
Conchobar mac Nessa. Sie war erst schickte CuChulainn aber Loe-
auch die Pflegemutter der Deir- gaire als Kundschafter.
driu. Lionel (A) Ritter der Tafelrunde,
Leodegrance (A) König von Bruder des Bors und Vetter des
Cameliard, Vater der Guinevere. Lanzelot.
Einer der ersten Anhänger des Ar- Lios Alfar (N) Siehe Alfar.
thus in seinen Kriegen gegen die Lir/Ler (I) Vater des Manannan.
aufständischen Könige. Seine Frau Aobh gebar ihm vier
Leprechaun (I) Er ist eine volks- Kinder: Fionnuala, Aed, Conn und
tümliche Variante der Fir Dhearga Fiachra. Als Aobh starb, heiratete
oder Roten Männer und wie sie Lir deren Schwester Aoife, die seine
liebt er Streiche auf Kosten der Kinder in Schwäne verwandelte.
Menschen. Häufig ist er Hüter ei- Aoife hetzte Vater und Kinder
nes Schatzes; dabei wird er von jeweils gegeneinander auf, so daß
sterblichen Abenteurern höchst Lir seine Kinder für widerspenstig
selten überlistet. Heute ist er in der hielt, aber schließlich erfuhr er, was
Masse des niedlichen touristischen ihnen geschehen war. Er ging nach
Kitsches Irlands fast völlig unter- Sidhe, wo Bodh Dearg König war,
gegangen. um diesen zu bitten, Aoife zu be-
Liadin (I) Sie war eine Dichterin, strafen. Er ist mit Lear und Llyr
rn die sich Cuirithir verliebte. Er analog. Das Thema des mit an-
behauptete, daß ein Kind ihrer scheinend undankbaren Kindern
Vereinigung berühmt werden wür- geplagten Vaters kommt in diesem
de, was sie als derartige Beleidi- Bereich der Mythologie in bemer-
gung empfand, daß sie der Dich- kenswerter Häufigkeit vor.
tung entsagte und Nonne wurde. Llacheu (A) Durch Lysanor der
Cuirithir wurde daraufhin Mönch. illegitime Sohn des Arthus alten
Beide bereuten ihre überhasteten walisischen Quellen zufolge. Von
Aktionen, und, obwohl sie sich ihm ist - durch einen späteren mit-

119
telalterlichen Text - lediglich be- sie ihm einen Namen und Waffen
kannt, daß er von Kay ermordet gebe, aber sie weigerte sich und
wurde. Sein Kopf wurde in einer verfluchte ihn; er solle ewig na-
Holzschachtel an Arthus und Gui- men- und waffenlos bleiben. Indem
nevere geschickt. In anderen Ver- er sowohl sich selbst, als auch den
sionen heißt er verschiedentlich Jungen verkleidete, überlistete
Borre, Boare oder Lohot. Gwydion Arianrhod dazu, das
Llamrei (A) Die weiße Stute des Geschick des Jungen mit der
Arthus in frühen walisischen Tex- Steinschleuder zu loben: »Mit
ten. welch sicherer Hand der Schöne
Llassar Llaes Gyfnewid (W) Ein den Vogel traf!« - woraus Llews
Riese, der unter einem See in Name entstand. Dann zog Gwy-
Irland lebte und mit dem Kessel der dion mit einem Phantomheer ge-
Wiedergeburt auf dem Rücken auf- gen ihre Burg, woraufhin sie ihren
tauchte. Seine Frau, Cymidei eigenen Sohn, der als Wandersänger
Cymeinfoll, war zweimal so groß verkleidet war, mit Waffen versah.
wie er und gebar alle sechs Wochen Doch verfluchte sie ihren Sohn
ein Kind. Innerhalb sechs weiterer erneut, daß er nie eine Frau irdi-
Wochen war jedes Kind so groß scher Abstammung erhalten solle.
wie ein erwachsener Krieger. Ma- Dieser Fluch wurde von Gwydion
tholwch nahm das Paar zu sich, und Math überwunden, die aus
wurde der beiden aber schnell Blüten Blodeuwedd machten und
überdrüssig; so ließ er die ganze diese Llew zur Frau gaben. Aber
Familie in ein Haus aus Eisen ein - bald verriet sie ihn und verliebte
sperren, welches von außen be- sich in Gronw Pebr, mit dem zu-
heizt wurde. Nur Llassar und seine sammen sie Llews Tod plante. Von
Frau konnten mit dem Kessel ent- Llew erfuhr sie durch eine List die
kommen; diesen gaben sie Bran, einzig möglichen Umstände seines
bei dem sie in Frieden lebten. Todes: er könne nur durch einen
Llefelys (W) Sohn des Beli. Nach Speer umgebracht werden, wel-
der Legende wurde er König von cher weniger als 1 Jahr alt und wäh-
Frankreich. (Siehe Lludd.) rend der Sonntagsmesse geschmiedet
Llew Llaw Gyffes (W) Sohn der worden sei; er könne weder
Arianrhod und eines unbekannten drinnen noch draußen, weder zu
Vaters. Seine Geburt ergab sich Pferd noch zu Fuß getötet werden.
daraus, daß sich seine Mutter einer Als Gronw den Speer geschmiedet
Prüfung ihrer Jungfräulichkeit un- hatte, forderte sie Llew auf, ihr zu
terwarf. Er war eine Frühgeburt zeigen, wie unmöglich ein solcher
und wurde von seinem Onkel Gwy- Tod sein würde. Er hatte eine über-
dion ausgebrütet; dieser erzog ihn dachte Badewanne am Flußufer
dann auch. Er wurde mehrere Male gebaut und ließ einen Ziegenbock
zu seiner Mutter gebracht, damit daneben stehen; so konnte er mit

120
einem Fuß auf der Wanne und dem begraben müßte; schließlich daß
anderen auf dem Rücken des Zie- der Dieb der Vorräte ein hochran-
genbocks stehen. Gronw konnte giger Mann am Hofe war, der alle
seinen Speer werfen und Llew tö- anderen in Schlaf versetzte, um der
ten. Doch entstieg Llews Geist in Nahrungsmittel habhaft zu wer-
Gestalt eines Adlers. Gwydion ver- den. Llud konnte alle drei Plagen
mochte diesen mit dessen Körper überwinden. Die Geschichte der
wieder zu vereinigen. Llew ist die Drachen verläuft mit jenen der Ge -
walisische Entsprechung des Lugh schichte Merlins parallel, während
und unter Umständen ein Vorläufer der Dieb der Vorräte vielleicht mit
des Lanzelot. Er wird mit Gwyddno Garanhir zusammen-
Schumachern in Verbindung hängt. Die drei Plagen über Britan-
gebracht (zumal er von Gwydion so nien spiegehi die Verwünschungen
getarnt wurde), sowie mit dem wider, die ein Königreich befallen
Speer oder dem Schwert des können, dessen König unwürdig
Lichts, eines derHallows (»Heilig- ist. (Siehe Wüstes Land - Waste -
tümer«). land.)
Lludd (W) Sohn des Beli, Bruder Llwch Llawwyanawc/
des Llefelys. Er war König von Lleminawc/Llenllawc (W) Der
Britannien und baute die Stadt walisische Krieger, der Arthus be-
London, die nach ihm genannt ist, gleitete , als dieser Annwn überfiel,
neu auf. Drei Plagen überfielen um der Hallows (»Heiligtümer«)
Britannien: eine Menschenrasse, habhaft zu werden. Sein glänzen-
Coranier genannt, die alles wußten, des Schwert (das Schwert des
was ausgesprochen wurde; ein oh- Lichts oder das Caledfwlch des
renbetäubender Schrei, welcher am Arthus) bahnte den Weg zum gro-
Maiabend zu hören war und der das ßen Kessel frei, damit sie es greifen
Getreide verdarb, Tiere und konnten. Er ist mit Lugh, Llew und
Kinder tötete und Frauen unfruchtbar Lanzelot analog.
machte; schließlich das Ver- Llwyd ap Cil Coed (W) Vetter
schwinden der Vorräte des Königs. des Gwawl. Er verzauberte das
Lludd bat Llefelys um Rat; sein Land Dyfed und verbannte mit sei-
Bruder sagte ihm, daß die Coranier nem Zauber Pryderi und Rhian-
außer Kraft gesetzt werden könn- non, die eine Zeitlang in der Unter-
ten, wenn man ihr Wasser mit einer welt versklavt wurden. Er wurde
Brühe aus zerquetschten Insekten von Manawyddan besiegt.
versetzen würde; daß der Schrei Llyr (W) Vater von Manawyd dan,
von Drachen stammte, die exakt Bran, Branwen, Efnissien und
am Mittelpunkt Britanniens einge- Nissien, nach »Branwen, Tochter
schlossen waren - und die durch des Llyr«. Sein Name bedeutet
Honigwein zu töten wären, wor- »des Meeres«. Er ist mit dem iri-
aufhin man sie an Ort und Stelle schen Lir und dem König Lear der

121
Schriften des Geoffrey von Mon- was in späteren Versionen zu »den
mouth und denen Shakespeares eigenen Willen« verniedlicht wird.
identisch. In den »Triaden« soll er In der Legende von Parzival wird
einer der drei namhaften Gefange- sie Kundry und hier ist ihre Weis -
nen Britanniens sein. Er heißt auch heit am ausgeprägtesten. (Siehe
Lludd Llaw Ereint (»Silberne Niall der Neun Geiseln.)
Hand«), analog mit Nuadu und N Locrinus (L) Ältester Sohn des
o dem. Brutus. Er herrschte über Loegria
Loathly Lady (»Scheußliche Da- oder England. Er verliebte sich in
me«) (K) Die Figur der Hexe, Estrildis, die Tochter des Königs
Cailleach oder Loathly Lady ist in von Germanien und verließ seine
der keltischen Literatur seit der Frau Guendolena; später besiegte
Frühzeit bis hin zur Arthuslegende ihn diese im Kampf. Sein Name
weit verbreitet. Dir Erscheinen in bildet die Grundlage des in der Ar-
diesen späteren Geschichten deutet thuslegende und im modernen Wa-
auf die Hartnäckigkeit der Tradi- lisischen für England verwendeten
tion der Sovereignty hin - die die Namen: Loegres oder Logres.
Personifizierung des Landes ist Loegaire (I) Er war der Wagen-
und zu deren Gaben die Königs - lenker CuChulainns und mit die-
würde gehört. Dem Königskandi- sem einer der Helden, den Bricriu
daten erscheint sie als widerwärtige bei seinem Festmahl quälte. Er be-
Hexe und bittet ihn, sie zu suchte Mag Mell und rettete dort
küssen; wenn er bereit ist, all das, die Frau des Königs Fiachna vor
was zum Königtum gehört, zu Entführern. Als Dank erhielt Lao-
umarmen, erweist er sich als wür- gaire Sonnenträne als Frau. Er
diger König. Die Loathly Lady ver- blieb ein Jahr lang in der jenseiti-
wandelt sich wieder in ein schönes gen Welt, bis ihn Heimweh plagte.
Mädchen und wird seine Königin. Fiachna gab ihm ein Pferd, damit
In der späteren Arthustradition er- er heimkehren könne, aber bevor er
scheint sie als Botin des Grals; sie dort abzusteigen vermochte, er-
ist die als Hexe getarnte Sove- kannte er, wie viel besser ihm das
reignty, die das Land durchwandert Leben in Mag Mell gefallen hatte.
und den Gralssucher führt und In einem anderen Text wurde er
prüft. Sie tadelt Parzifal dafür, die von einem Speer, der CuChulainn
Gralsfrage nicht gestellt zu haben. treffen sollte, tödlich verwundet.
Sie erscheint als Ragnell, heiratet Logres (A) Einer der frühesten
Gawain (Arthus' Krieger und Namen für das Britannien zur Zeit
Thronerbe) und hilft Arthus, die des Arthus. Er stammt von Locri-
Frage: »Was begehren Frauen am nus ab, dem Sohn des Brutus. Er
meisten?« erfolgreich zu beant- kennzeichnet nach wie vor das »in-
worten - die Antwort lautet »So- nere« Britannien, das heimliche
vereignty« (»die Souveränität«) - Herz des Landes.

122
Lohot (A) Siehe Uacheu. tet wurden, als sie Mordred zu helfen
Loki (N) Trickreicher Gott der suchten, Lanzelot im Schlafgemach
Aesir. Nach manchen Quellen war der Königin zu ergreifen.
er der Sohn des Bestla, des Bruders Lucan der Butler (A) Der erste
des Odin, und er soll bei der Er - und letzte Vertraute des Arthus. Lu-
schaffung der ersten Mensch en can wurde bei der Krönung des
Hilfe geleistet haben. Später wurde Arthus dessen erster Diener und
er eine dunkle Figur, deren Haß auf behielt den Posten bis zu seinem
Baidur den Tod dieses beliebten Tode bei. Er wurde Ritter der Tafel-
Gottes herbeiführte. Seine erste runde und wohnte der letzten
Frau hieß Glut und gebar ihm zwei Schlacht von Camlan bei. Dort
Töchter. Seine zweite Frau, die wurde ihm eine Wunde zugefügt,
Riesin Angrboda, gebar ihm Hei, die ihn später, als er Bedivere zu
Fenris und die Midgard Serpent helfen trachtete, den ebenfalls ver-
(»die Schlange von Midgard«). wundeten Arthus vom Schlacht -
Schließlich wurde er ein solches feld zu tragen, den Tod brachte. In
Ärgernis, daß die Götter ihn fingen einigen Quellen ist er der Bruder
und in einer unterirdischen Höhle des Bedivere.
fesselten, wo er von einer riesigen Lud (L) Siehe auch Lludd. Er
Schlange bewacht wurde. Als das war der älteste Bruder des Cassive-
Gift dieser Schlange ihn bespritzte, launus. Er benannte Trinovantum
verursachten seine vom Schmerz in Caer Lud oder Caerlundein um -
herrührenden krampfhaften Win- das spätere London. Er wurde
dungen gigantische Erdbeben. Am neben einem Tor der Hauptstadt
Ende des Zeitalters der Götter, begraben; das Tor hieß Porthlud,
heißt es, wird Heimdal ihn töten. später Ludgate.
Lot/Lotha (A) König von Lothian Lugaid (I) Sohn des Cu Roi und
und Orkney in der Arthuslegende. der Blanaid. Er war auch als »Sohn
Ehemann der Morgause und Vater dreier Hunde« bekannt, weil Bla-
von Gawain, Gaheris, Agra-vaine naid nicht nur mit ihrem Mann,
und Gareth. Bei einer der ersten sondern auch mit Conall Cernach
Schlachten um die Krone und mit CuChulainn geschlafen
Britanniens wurde er von K önig haben soll (Cu oder Conn bedeutet
Pellinore getötet, da Lot gegen Ar- »Hund«). Er verabreichte CuChu-
thus angetreten war. Daraus ent - lainn den Todesstoß, aber als er ihn
stand eine Fehde zwischen seinen köpfte, rutschte das Schwert aus
Söhnen und denen Pellinores. und schnitt ihm die eigene Hand
Lovel (A) Gawains zweiter ille- ab. Conall Cernach rächte den Tod
gitimer Sohn durch die unbenannte CuChulainns im Einzelkampf mit
Schwester des Brandiles. Von seiner Lugaid. Gerechterweise hatte er
Laufbahn ist nur bekannt, daß er und sich zuvor die eine Hand hinter den
sein Bruder von Lanzelot getö- Rücken binden lassen.

123
lainn, und er kämpfte ans telle sei-
nes Todes, um diesem während
dessen langen Einzelkampfs an der
Furt eine Ruhepause zu gönnen.
Lugh ist sowohl mit Llew, als auch
mit dem Krieger LLwch Llawway-
nawc analog, der Arthus dabei half,
den Kessel von Annwn zu gewin-
nen. Sein Mythos ging z.T. in den-
jenigen des Lanzelot über. Seine
vielen Beinamen erläutern seine
Fähigkeiten mit Waffen und ver-
schiedenen Arten des Handwerks
umzugehen. Alle seine Eigen-
schaften hängen mit dem Licht und
dem Sieg der Sonne über die Dun-
kelheit zusammen.
Lugh
Lughnasadh (K) Dieses am 1.
Lugh (I) Enkel des Balor, Sohn August gefeierte keltische Fest war
der Ethniu und des Cian, von Man- ein Vorläufer des Erntedankfests.
annan und Tailtiu erzogen. Er war Obwohl es nach dem Gott Lugh
der Hüter des Speers von Gorias, benannt wurde, hatten seine Ur-
welcher alle Gegner tötete. Als die sprünge eigentlich eher mit Tailtiu,
Tuatha de Danaan von den Fomo- der Pflegemutter des Lugh, zu tun;
riern unterdrückt wurden, kam er diese starb vor Anstrengung bei
ihnen zur Hilfe. Erst wurde ihm der dem Bemühen, die Ebenen Irlands
Eintritt zum Saal ihres Königs ver- für die Landwirtschaft aufzuberei-
weigert, aber da in ihm so viele ten. Dir zu Ehren wurden heilige
Fähigkeiten vereint waren - wes- Spiele in Teltown abgehalten, wobei
halb er auch Samildanach (»Viel- befristete Ehen, ohne bindenden
Geschick«) hieß - ließ man ihn Vertrag, geschlossen werden
hinein. Für die Tuatha wurde Lugh konnten; viele solcher Ehen hatten
anstelle von Nuadu, der ein be- trotzdem dauerhaften Bestand. Um
fleckter König oder Verwundeter diese Zeit wurden Landsknechte
König war, nachdem er im Kampf angeheuert und Tiere verkauft. Der
eine Hand verloren hatte, zum Er- Grund dafür, daß das Fest in Lughs
satzkönig. Nach dem Tod Nuadus Namen abgehalten wurde, hängt
wurde Lugh rechtm äßiger König vermutlich mit seiner Verbindung
der Tuatha. Er öt tete seinen Groß- mit der Göttin der Sovereignty zu-
vater Balor, indem er dessen un- sammen, mit der er eine mystische
heilvolles Auge durchstach. Er war Ehe einging und von der jenseiti-
der spirituelle Vater des CuChu- gen Welt aus herrschte. Tailtiu hin-

124
gegen war eindeutig eine Göttin über Zauberkräfte zu verfügen.
des Landes. Owain/Yvain rettet sie wiederum
Lune/Luned/Linet (A) In vor der drohenden Gefangenschaft
»Yvain« von Chretien de Troyes unter einem Stein.
und in »Lady of the Fountain« im Lyonesse (A) Die verlorenge-
»Mabinogion« ist sie die Dienerin gangenen Länder vor der Küste
der Dame des Brunnens (Lady of Cornwalls, Geburtsort des Tristan.
the Fountain). Häufig rettet sie den In dieses ertrunkene Land fließen
Helden vor dem Tod und scheint Erinnerungen an Atlantis ein.

125
M
Mab Königin von Faery. Die tanniens, entlang der Hadrians
Etymologie des Namens ist unge - Mauer verbreitet. Ihm sind viele
wiß, obwohl ein Zusammenhang Aspekte des griechischen Apollon
mit Maeve oder mit dem walisi- eigen: als Jäger und Harfenspieler
schen »mab« für »Baby« bestehen erscheint er in vielen Inschriften
könnte - zumal Mab »die Hebam - romano-britischer Widmungen.
me der Feen « genannt wird. Wie Angus war er der Gott der
Mabon (W) Sohn der Modron. Er Jugend. Sein Name bedeutet ledig-
war, nach den »Triaden«, einer der lich »Sohn« und ist damit ein
namhaften Gefangenen Britanniens. geheimnisvoller Titel, der zu meh-
Die Geschichte seines Verlustes und reren geeigneten örtlichen Gottheiten
seiner Entdeckung wird in passen kann.
»Culhwch und Olwen« erzählt. Macha (I) Ein Aspekt der Mor-
Von dem Platz zwischen seiner righan. Macha selbst erschien in
Mutter und der Wand wurde er, als drei Gestalten: Macha, Frau des
er drei Nächte alt war, gestohlen. Nemed; die rote Macha; sowie Ma-
Aus dem Zusammenhang der Ge - cha, Frau des Crunnchu. Letztere
schichte ist eindeutig, daß dies am war die schweigende Frau eines
Anfang der Zeit geschah. Erst Bauern, der aus der jenseitigen
nachdem sie viele Tiere und Vögel Welt kam. Sie hatte ihn unter einer
befragt haben, finden ihn, Cai und Bedingung geheiratet - daß er sie
Bedwyr in einem Gefängnis in niemandem gegenüber erwähne.
Gloucester - von dem schließlich Der König prahlte damit, daß seine
nur der Lachs wußte. Pferde die schnellsten waren, aber
Crunnchu behauptete, daß Macha
schneller war. Sie war kurz vor der
Niederkunft, trotzdem zwang man
sie, eine Runde gegen die Pferde zu
rennen. Sie gewann, und nachdem
sie ihre zwei Kinder geboren hatte,
verfluchte sie Ulster und verkündete,
daß dann, wenn das Land in
Keltische Darstellung des Lachs, der höchster Not sein würde, seine
immer als Träger der Weisheit und
Krieger fünf Tage und vier Nächte
Hüter letzter Geheimnisse galt.
lang von der Schwäche einer gebä-
Mabon ist der »Wundersame Jun- renden Frau befallen sein würden -
ge« der keltischen Tradition; wie bis in die neunte Generation. So
Merlin ist er das Kind eines jensei- kam es, daß CuChulainn Ulster al-
tigen und irdischen Elternpaares. leine verteidigte, da seine Vorfah-
Sein Kult war im Nordwesten Bri- ren nicht aus Ulster stammten.

126
Emain Macha (»Die Zwillinge der vergewaltigt wurde. Er wollte auf
Macha«) wurden nach ihr benannt. der Suche nach den Mördern seines
Die rote Macha war der Kampfes- Vaters aufbrechen, also baute er ein
Aspekt der Morrighan; auf den Boot aus Tierhäuten und begab
Stab der Macha wurden die Köpfe sich auf eine lange Reise nach den
in der Schlacht getöteter Männer Seligen Inseln (Blessed Islands). Er
aufgespießt. stieß auf viele Inseln, darunter auch
Madoc ap Owain Gwynedd (W) auf Tir na mBan, wo er und seine
Ein walisischer Prinz, der im Mannschaft, wenn ihr Heimweh
zwölften Jahrhundert Amerika nach Irland sie nicht daran gehin-
entdeckte. Über diese Legende dert hätte, fast geblieben wären.
schrieb Southey ein langes Ge- (Siehe Bran und Brendan.) Viele
dicht. George Catlin, der Künstler, der Inseln ähnelten jenen, die Bren-
der im neunzehnten Jahrhundert dan besuchte.
unter den Indianern des Mittleren Maeve/Medb (I) Königin von
Westens lebte, stellte in ihren Sitten Connacht. Sie war Conchobar ver-
angebliche Spuren europäischer sprochen, aber sie verließ ihn we-
Herkunft fest. gen Ailill. Sie wollte den Braunen
Mador de la Porte (A) Vetter des Stier besitzen, welcher Daire aus
Sir Patrice, für dessen Mord Ulster gehörte. Als dieser sich wei-
Guinevere schuldig befunden wurde. gerte, ihr den Stier zu geben, ließ
Außer sich vor Wut über den Tod sie den abtrünnigen Krieger aus
seines Vetters, forderte er die Ritter Ulster, Fergus mac Roigh, Ulster
heraus, die die Königin be- angreifen. Ihr Versuch, den Stier in
schützten; glücklicherweise wurde ihre Gewalt zu bekommen, war
jedoch der wahre Täter rechtzeitig deswegen erfolgreich, weil die
gefunden und von Lanzelot getötet. Männer Ulsters dem Fluch der
Guinevere verzieh ihrem Ankläger. Macha anheimgefallen und zu
Madrun/Matriana, Die Heilige schwach waren, den Kampf aufzu-
(5. Jh.) Sie soll die Tochter des nehmen. Nur CuChulainn konnte
Vortimer, des Sohnes des Vortigern gegen sie die Furt halten, wurde
gewesen sein. Sie floh mit ihrem aber schließlich unter Mithilfe der
Sohn Ceidio von Caerwent nach Töchter des Calatin getötet. Mae-
Cornwall, wo sie starb. Ihre Ge- ves Mannstollheit war berüchtigt;
schichte entstammt vielleicht dem sie war mit ihren Liebhabern wenig
verlorenen Mythos der odron. Es wählerisch. Im Altertum war sie
wird geschildert, wie Madrun, ihren vielleicht die Personifizierung der
Sohn in den Armen, dem irdischen Sovereignty
Schlachtfeld entflieht. Dir Gedenktag Mag Mell (I) Die friedlich Ebene,
ist der 9. April. auf der Götter und unsterbliche
Maelduine (I) Der Sohn einer Helden lebten und Sport trieben.
Norme, die von seinem Vater, Ailill, Manannan spricht davon mit Bran

127
mac Febal als die »Ebenen« des nes anscheinenden Geldmangels.
Meeres, in denen sich die Bewoh- Schließlich aber verliebt sie sich in
ner der jenseitigen Welt wie zu ihn und die beiden heiraten - so wie
Land bewegen: die Fische sind die ähnliche Geschichte von Ga-
dort die Herden, die Vegetation reth und Linet vielleicht hätte en-
die Wälder, die Rennwagen die den sollen. Ihr Name, der »schlechte
Schiffe. Sprache« bedeutet, spiegelt ihre
Mag Mor (I) Die große Ebene: böse Zunge wider.
die Heimat der Götter, wo Männer Manannan mac Lir (I) Die irische
und Frauen ohne Schani zusam - Seegottheit, älter als die Tuatha de
menlebten, wo ständig Musik zu Danaan, obwohl sie zu diesen
hören, wo Besitz unbekannt und gezählt wird. Nach der Ankunft der
wo das Bier berauschender war als Söhne des Miled bereitete er
das beste Gebräu Irlands. Sidhe für die Besatzung durch die
Magnus, Der Heilige (1075 bis Tuatha vor. Er war der Pflegevater
1116) Herzog von Orkney. Als vieler Götter. Er verlor seine Frau
König Magnus Barfuß von Norwe- Fand an CuChulainn. Indem er
gen Orkney überfiel, floh Magnus Caintigerna in der Gestalt ihres
nach Schottland und kehrte erst zu - Mannes Fiachna besuchte, wurde
rück, nachdem der König gestor- er der Vater des Mongan, seiner
ben war. Sein Vetter Haakon hatte irdischen Inkarnation.
aber Besitz von Orkney ergriffen. Er ist der Hüter der Seligen Inseln
Die rivalisierenden Herzoge ent- (Blessed Islands) — diese wurden
schlossen sich, die Inseln zu teilen. mit der Insel Arran (Emain
Nach einigen Jahren unsicheren Abhlach) und mit der Insel Man
Friedens wurde eine Konferenz auf identifiziert. In seinem Kranich-
Egilsay einberufen, wobei jeder eutel verwahrte er die frühesten
Herzog eine gleiche Anzahl von Formen der Hallows (»Heilig-
Anhängern mitbrachte. Es war klar, ümer«), zu denen sein magisches
daß Haakon den Mord an Magnus Boot und der Kelch der Wahrheit
beabsichtigte; in der Tat befahl gehörten. Cormac zog aus, um
Magnus seinem Koch Lilolf, diesen zu finden. In der irischen
Magnus zu erschlagen. Magnus' Version von Nennius wird
Gedenktag ist der 16. April. Manannan mit Pryderi als einer
Maledisant (A) Frau des Bruno der Grals hüter erwähnt. Er war für
Le Noir (La Cote Mail-Taile). Sie die häufigen Verwandlungen seiner
begegnet ihm auf einer Reise und Gestalt und seine ebenso oftmaligen
zieht mit ihm weiter; die beiden nächtlichen Besuchen bei Frauen -
erleben gefährliche Abenteuer. Die z. B. in Gestalt eines Reihers -
ganze Zeit tadelt sie ihn gnadenlos bekannt. Er ist mit Manawyddan
wegen seiner schlecht passenden, analog.
verlotterten Kleidung und sei- Manawyddan (W) Sohn des Llyr.
Er ist die walisische Entspre-

128
chung des Manannan. Beim Tod
des Bran blieb er ohne Land zurück
und heiratete Rhiannon. Er half, die
Dyfed auferlegten Verw ünschun-
gen zu überwinden, die als Rache
für die üble Behandlung des
Gwawl durch Pwyll, den ersten
Mann der Rhiannon, von Llwyd
verursacht worden waren. Manaw-
yddan ist ein Mann der Tücke und
Mari Lwyd
ein Meister des Handwerks; er
konnte, auch als das Land ver- daß das Mari Lwyd aus dem Stall
wünscht war, seinen Lebensunter- genommen wurde, in dem Christus
halt verdienen. Als Lehrer und zur Welt kam; seitdem wandert es
Mann der Macht erfüllte er Pryderi durch das Land auf der Suche nach
gegenüber eine Vaterfunktion, und einer Bleibe. Womöglich besteht
er erbte die Eigenschaften des ein Zusammenhang mit dem Kult
Pwyll. der Epona und der Rhiannon.
Maponus (RB) Analog mit Ma- Maria, Die Selige Jungfrau Nach
bon. Ihm gewidmete Inschriften Jahrhunderten alter Tradition war
sind von Gallien bis Dumfriesshire England als die Mitgift Marias
(im Südwesten Schottlands) be- bekannt - was höchstwahrscheinlich
kannt. Er hatte die Eigenschaften daher rührt, daß Josef aus Ari-
des Apollon und erscheint auf ei- mathäa in Glastonbury die erste
nem Relief mit Diana, die dort christliche Kirche Englands errich-
wohl die Eigenschaften der Mo- tete, ein bescheidenes Zweigenge-
dron übernommen hatte. flecht, welches im Namen der
March (A) Siehe Marke. Jungfrau Maria geweiht wurde. In
Mari Llwd (W) Ein aus einem anderen Textversionen soll er sie
Pferdeschädel mit Girlanden her- nach dem Tod und der Wiederauf-
gestelltes Steckenpferd, welches erstehung ihres Sohnes mit nach
zur Weihnachtszeit umherge tragen England gebracht haben. Die andere
wird. Seine Träger versuchen, sich Grundlage ihres Kults lag in
mittels eines lückenhaften Liedtextes Walsingham, wo im Jahre 1061
zu allen Häusern Zugang zu Lady Richeldis eine Vision der
verschaffen; die Bewohner müssen Maria hatte, welche ihr befahl, eine
die Zeilen, die das Mari singt, zu Kopie des Hauses der Maria in Na-
Ende führen. Gelingt ihnen dies zareth zu bauen.
nicht, gewinnt Mari Lwyd freien Dieser Schrein wurde zum Mittel-
Zutritt und die Träger erhalten Er- punkt der Pilgerschaften in Eng-
frischungen. Dieses Ritual gründet land, bis das Bild der Jungfrau
sich auf eine Legende, die besagt, während der Reformation zerstört

129
wurde. Heute ist der Schrein wieder Sinn, sondern ein Mann, dem
instandgesetzt worden und zieht durch Zauber auferlegt war, sich in
beinahe so viele Pilger an wie im der Nacht in einen Wolf zu verwan-
Mittelalter. Sein Ruf, Gebete zu deln.
erhören, ist ungebrochen. Wasser Mars (RB) Im römischen Bri-
wird aus seinem Heilbrunnen ge - tannien war er sowohl unter den
schöpft. Die Milchstraße wurde in Eingeborenen, als auch unter den
Walsingham-Straße umbenannt. Besatzern ein höchst beliebter Gott;
Marke (A) König von Cornwall, so wird sein Name mit denen
Ehemann der Isolde von Ireland, örtlicher Gottheiten, die ähnliche
die ihn aus Liebe zu Tristem verriet. Züge hatten, in Verbindung ge-
hl der irischen Tradition erscheint bracht, z.B. Mars Loucetius (»der
er als March und hatte Pferdeoh- Glänzende«) oder Mars Rigone-
ren. Ohne es zu wissen, schlief er metis (»König des Heiligen
in seiner Hochzeitsnacht mit Bran- Hains«). Mars verliert seine klassi-
gaine, nicht mit Isolde - eine List, schen Eigenschaften und behält
die ihn davon überzeugen sollte, statt dessen seine ursprünglichen
daß diese jungfräulich war. italienischen Funktionen als Gott
Marrok (A) Ein Ritter, der auch der Vegetation und der Landwirt-
ein Werwolf gewesen sein soll, schaft, hi Britannien ist ihm außer-
nachdem er mehrere Jahre lang dem Heilkraft zu eigen und er er-
aufgrund der Bosheit seiner Frau scheint manchmal als der
seine menschliche Gestalt verloren Dreifache Mars - eine wahrhaft
hatte. Anscheinend erfuhr sie von keltische Idee - mitsamt widder-
seinem Geheimnis, und er mußte köpfigen Schlangen, den Attributen
seine Kleider so lange verstecken, des Cemunnos. In Nemetona hat
bis er so weit war, sich wieder in er oftmals eine Partnerin.
einen Menschen zu verwandeln. Math (W) Sohn des Mathonwy
Aber seine Frau stahl ihm die Klei- und Onkel von Gwydion, Gil-
der und Marrok blieb jahrelang ein faethwy und Arianrhod. Er war
Wolf, bis ihn Arthus entdeckte und, allwissend und weise, ein großer
da Marrok sich überhaupt nicht wie König. In »Math, Sohn des Ma-
ein Wolf verhielt, mit nach Hause thonwy« hängt sein Leben davon
nahm. ab, daß er seine Füße in den Schoß
Hier ging der Wolf mit allen sanft einer jungfräulichen Bediensteten -
um, außer mit seiner Frau und ih- Goewin — legt. Der Krieg zwingt
rem Geliebten. Die Frau wurde ihn dazu, eine Zeitlang von dieser
zum Geständnis gezwungen und Lebensweise abzurücken; Goewin
Marrok erhielt seine Kleider wie- wird von Gilfaethwy vergewaltigt.
der; sofort kehrte er zu seiner natür- Math heiratet Goewin als Versuch
lichen Gestalt zurück. Er war of- der Wiedergutmachung ihrer
fenbar kein Werwolf im üblichen Schande, und er bestraft seine Nef-

130
fen, indem er sie nacheinander in Meleagraunce (A) Siehe Melwas.
verschiedene Tiere verwandelt. Mit Melkin(W) Prophet und Dichter
seiner Hilfe macht Gwydion vor Merlin. Er hinterließ eine Pro-
Blodeuwedd aus Blüten als Braut phezeihung, die sich auf den Be-
für Llew, seinen Großenkel. gräbnisort des Josef aus Arimathäa
Matholwch (W) König von Irland. und auf die Gegenstände, die dieser
Er heiratete Branwen und nach Glastonbury brachte, bezog.
mißhandelte sie. Von Bran wurde Außer einem Eintrag in den Anna-
er besiegt und abgesetzt; sein Sohn len der Abtei zu Glastonbury sind
Gwern übernahm den Thron. Hinweise auf seine Existenz dürf-
Matres (RB) Siehe Mütter. tig, doch verkörperte er eindeutig
Maxen Wledig (W) Der walisi- in vorchristlicher Zeit eine alte Tra-
sche Name des Kaisers Magnus dition.
Maximus (383-388). Im »Dream Melwas (A) Der jenseitige König,
of Maxen« (»Traum des Maxen«) der Guinevere entführte. Im
träumt der Kaiser von einer unbe- altertümlichen »Life of Caradoc«
kannten Frau, in die er sich ver- (»Leben des Caradoc «) schlichtet
liebt. Boten überbringen die Nach- dieser Heilige zwischen Arthus
richt ihrer Existenz in Wales, also und Melwas (der dort »König des
reist er von Rom ab, um sie zu Sommerlandes « heißt), um den
heiraten. Es ist Elen. Der histori- Krieg zwischen ihnen abzuwen-
sche Maximus, der die Grundlage den. In der Tradition des Spätmit-
dieser Legende bildet, diente tat- telalters wird aus Melwas Sir Me -
sächlich in Britannien, aber er leagraunce; nicht Arthus, sondern
nahm viele Truppen von der Insel Lanzelot wird zum Retter.
in seinen Kämpfen gegen Gratian, Merkur (RB) Unter den Ein -
den rivalisierenden Kaiser des We- wohnern Britanniens war er höchst
stens, mit sich fort; so blieb Britan- beliebt und, obwohl er seine klas -
nien ohne Verteidigung. Histori- sischen Attribute beibehielt, ließ er
sche Spuren durchziehen die Le- sich mit den dort beheimateten
gende. In zahlreichen Genealogien Göttern gut in Einklang bringen. Er
adliger Familien von Wales wird wird mit Heroldstab, Hahn und
sein Name als Verbindung zum rö- Geldbeutel abgebildet; diese Sym -
mischen Reich aufrechterhalten. bole deuten auf seine Funktionen
Mechi (I) Er war der Sohn der als Führer der Toten und als Gott
Morrighan. Wegen einer Prophe- finanzieller Transaktionen hin. In
zeihung, welche besagte, daß er vielen Inschriften und Reliefs steht
über Irland Verderben bringen ihm Rosmerta als Partnerin bei.
würde, wurde er von Ogmas Sohn Merlin/Merlinus/Myrddyn ( A)
getötet. Aus seinen drei Herzen Erzmagier Britanniens, erster Rat-
sollten angeblich drei Schlangen geber und Beschützer des Arthus,
schlüpfen und das Land verwüsten. Zauberer, Schamane und Mystago-

131
ge. Merlins Ursprünge sind unge- Die französische Tradition spricht
wiß. Zunächst hieß er im Briti- von seinem »esplumoir« oder
schen Myrddyn, aber Geoffrey of »Mauserkäfig«, in dem er gelebt
Monmouth, dessen »Historia Reg- haben soll; dies e Begriffe rühren
num Brittaniae« und »Vita Merli- von den zwei Bedeutungen seines
ni« die Hauptquellen seiner Bio- Names her: »Falke«, oder »Mann
graphie sind, nannte ihn in Merlin des Meeres «. Am Anfang seiner
um. In diesen Büchern verkündet Laufbahn war er das Kind eines
Merlin eine Reihe von Prophezei- jenseitigen Vaters oder Dämonen
hungen, das Schicksal von Britan- und einer irdischen Frau. Der Turm
nien betreffend. des Vortigern, welcher immer wieder
Möglicherweise war er mit Myrd- zum Einstu rz kam, konnte nur
dyn, dem walisischen Dichter des vollendet werden, wenn seinen
6. Jahrhunderts, identisch, von dem Fundamenten das Blut eines vater-
mehrere Gedichte überliefert sind. losen Kindes beigemischt würde.
(Er kämpfte an der Seite des Kö- Das Kind Merlins, Emrys (Ambro-
nigs Gwenddolau gegen Rhyd- sius), wurde herbeigeholt, aber der
derch Hael bei Arfderydd im Jahre Knabe widersprach den Druiden
575 n. Chr. und wurde aufgrund Vortigerns, indem er behauptete,
der Niederlage wahnsinnig.) Der daß der Turm über einer Kammer
Wahnsinn Merlins wird in mehre- stand, in der zwei Drachen - ein
ren traditionellen Geschichten um roter und ein weißer - eingesperrt
Suibhne Gelt und Lailoken behan- waren und sich ständig stritten. Als
delt. Alle drei wahnsinnigen Pro- die Fundamente aufgerissen wurden
pheten sollen den dreifachen Tod - und die zwei Drachen - die die zwei
des Abstürzens, des Hängens und Völker der Briten und der
des Ertrinkens - erlitten haben, ob- Sachsen darstellen - zum Vor-
wohl die übliche Version des Todes schein kamen, verkündete Merlin
Merlins mit der Geschichte der M- seine Prophezeihungen. Er soll der
niane oder Vivienne zusammen- Hüter der Dreizehn Schätze Britan-
hängt, eine Frau aus der jenseitigen niens gewesen sein, die er in sei-
Welt, die Merlin dazu überlistete, nem gläsernen Turm auf Bardsey
ihr seine Magie preiszugeben. Island aufbewahrte. Er war der
Dann sperrte sie ihn in einen glä- Mentor Britanniens, welches im
sernen Turm, oder unter einen Altertum auch das Merdin (»Merlins
Stein, oder in einem Weißdorn- Einfriedung«) hieß.
baum ein. Hierin ist wahrschein- Merrow/Murdhuacha (I) Die
lich in verstümmelter Form die irische Form der Seejungfrau. Mei-
Schilderung von Merlins Rückzug stens erscheinen sie vor Stürmen;
aus der Welt in das Reich Faery traditionsgemäß heirateten sie
oder in die jenseitige Welt zu Sterbliche. Einige Familien ma-
sehen. chen ihre Abstammung von diesen

132
Wesen geltend, indem sie als Belege Midir (I) König der Sidhe von
der Vereinigungen ihrer Vorfahren Femen. Er verlor seine Frau Etain
auf mit Schwimmhäuten versehene und machte sich auf die Suche nach
Hände und Füsse hinweisen. (Siehe ihr beim Hof des Eochaid Airem,
Robbe.) den sie geheiratet hatte. Er ver-
Mess Buachalla (I) Die Tochter suchte verschiedene Reinkarnatio-
der Etain und des Cormac, des Kö- nen, um sie an das Glück zu erin-
nigs von Ulster. Cormac wurde nern, welches sie innerhalb Sidhes
Etain überdrüßig und befahl, daß gemeinsam erlebt hatten. Um sie
ihre kleine Tochter in eine Grube zurückzugewinnen, spielte er mit
geworfen werde; das Mädchen Eochaid Schach (fidchell); schließ-
wurde aber von den Kuhhirten des lich entführte er Etain, indem er sie
Eterscel, des Königs von Tara, ge- ergriff, sie und sich selbst in
rettet und groß gezogen. Während Schwäne verwandelte und durch
es heranwuchs, bewachten es die den Schornstein ins Freie hinaus-
Kuhhirten streng, aber Estercel sah gelangte.
es und begehrte es. Es war prophe- Miled (I) Vorfahr der Milesier.
zeiht worden, daß ihm eine Frau Enkel des Bregon. Er segelte von
unbekannter Abstammung einen Spanien, um den Tod seines Onkels
Sohn gebären würde. Aber Mess (mancherorts: seines Bruders) Ith
Buachalla - »das Pflegekind der zu rächen. Die Tuatha de Danaan
Kuhhirten« - wurde von einem hatten Irland in einen Zaubernebel
Mann der Jenseitswelt in Vogelge- gehüllt; so nannte er den Ort »Muic
stalt gewarnt: dieser selber - und Inis« oder »Schweineinsel«. Er
nicht Eterscel - sei der wirkliche vermachte das Land seinen Söhnen
Vater des Conaire . Eber und Eremon.
Miach (I) Nachdem sein Vater Milesier (I) Die Söhne des Miled
Diancecht für Nuadu eine silberne und Nachfahren der Galen. Sie ka-
Hand hergestellt hatte, schuf Mi- men über das Land der Skythen,
ach, der seinen Vater an Geschick Ägypten und Spanien nach Irland.
übertraf, eine Hand aus Fleisch und Sie beherrschten das Land nach
Blut. Außer sich vor Neid, verwun- dem Fortgang der Tuatha de Da-
dete ihn Diancecht bei drei ver- naan.
schiedenen Angriffen; diese Wun- Mimir (N) Gott des Meeres,
den konnte Miach dennoch heilen. welches manchmal »Mimirs Brun-
Beim vierten Angriff wurde er im nen« heißt. Daraus zu trinken gab
Gehirn verwundet und starb. Aus ihm das Wissen aller vergangener
seinem Grab wuchsen 365 Kräuter, und künftiger Dinge; Odin tauschte
welche seine Schwester pflückte - ein Auge ein, um auch daraus trin-
aber Diancecht brachte sie alle ken zu können. Wie beim kelti-
durcheinander, so daß sie niemand schen Bran, wurde der abgeschnit-
mehr unterscheiden konnte. tene Kopf des Mimir zum Orakel.

133
Odin bewahrte Mimirs Kopf lange zurückverwandelt - starben, taufte
Zeit auf, um sich mit ihm zu bera - er sie.
ten. Die Kraft und die Eigenschaf- Modron(W) Mutter des Mabon.
ten des Gottes Mimir sind eindeutig Ihr Name bedeutet einfach »Mut-
urzeitlicher Natur. In einigen ter«; von ihr ist nicht mehr viel
Versionen der nordischen Mythen überliefert. Spuren ihres Mythos
wird Yggdrasil, der Weltbaum, Mi - sind in den Legenden der Rhian-
mameid - »Mimirs Baum« - ge- non, der Macha, der Demeter, usw.
nannt. erkennbar: sie ist die Mutter, die ihr
Minerva (RB) Nach keltischem Kind verliert. Dir Kult ist mit dem
Verständnis nahm die Göttin meh- ihres verlorenen Sohnes Mabon
rere Formen an, doch galt sie vor eng verbunden. Modron erscheint
allem als Göttin der Weisheit und unter dem Titel Morgan in einer
inspirierte die Eingeweihten mit Volksgeschichte des späten 16.
Erkenntnissen. Minervas Haupt- Jahrhunderts, in der sie auch »Afal-
tempel in Britannien stand in Bath, lachs Tochter « heißt. Ihre mythi-
wo ihr die dortige Göttin Sulis bei- sche Abstammung läßt sich durch
stand. Die Huldigung der jungfräu- Morrighan zurückverfolgen und
lichen Göttin der Weisheit und des hängt wahrscheinlich mit dem ehe-
Krieges war in Britannien bereits mals weit verbreiteten Kult der
fest etabliert: Brigantia waren die- »Mütter« zusammen. Unter Um -
selben Eigenschaften wie Minerva ständen besteht eine Verbindung
zueigen. zur Heiligen Madrun.
Mitläufer (Co-Walker) In sei - Mog Ruith (I) »Sklave des
nem »Secret Commonwealth « Rads«. Ein Druide oder Zauberer,
(»Die geheime Nation «) schildert der auf der Insel Valentia vor der
Robert Kirk dieses Wesen als südwestlichen Küste von Munster
»Zwillingsbruder und Begleiter, in lebte. Mit seinem »Ruderrad« - ei-
jeder Hinsicht einem Mann ähn- ner Art Flugzeugprototyp - soll er
lich, der wie ein Schatten an ihm ein Jünger des Simon Magnus ge-
klebt... sowohl vor als auch nach wesen sein. Seine Tochter Tlachtga
dem Tod des Subjekts«. Eine Art war die einzige Überlebende der
Doppelgänger. erfolglosen Flugversuche des Si-
Mochaomhog (I) Der Priester, mon Magnus. Seine Heimat legt
der sich Fionnuala und deren Brü- aufgrund der Nähe zum Wohnort
der, der verzauberten Kinder des der Cailleach Bheare eine Verbin-
Lir, annahm. Er stellte fü r sie sil - dung mit deren Kult nahe.
berne Halsketten her, hörte ihre Mongan (I) König von Irland. Er
Geschichte und unterrichtete sie im war der Sohn der Caintigema, die,
christlichen Glauben. Er weigerte nachdem ihr Mann Fiachna aufge-
sich, sie wieder aufzugeben und brochen war, um in Schottland zu
bevor sie - in menschliche Gestalt kämpfen, von Manannan aufge-

134
sucht wurde. Manannan versprach, Zeit eine mächtige Position ver-
ihrem Mann zu helfen, unter der lieh, da diese den Neffen des Kö-
Bedingung, daß sie mit ihm schliefe. nigs eher als den Sohn als Thron-
Aus dieser Vereinigung wurde folger bevorzugten. (So hat Arthus
Mongan geboren. Caintigerna auch mit seinen anderen Neffen
mußte auch erlauben, daß Mongan starke Verbindungen, vor allem mit
den Mannanan in die jenseitige Gawain, dessen Familie den höch-
Welt begleite, wo Mongan die Zau- sten Anspruch auf den Thron auf-
ber- und Dichtkunst beigebracht rechterhielt.)
wurden. So konnte dieser, als er In den meisten Versionen der Ar-
König war, seine Gegner leicht thuslegende wird Mordred als Bö-
überwinden. Schließlich wurde er sewicht geschildert. Sein Vater
im Kam pf getötet und ging in die wollte, nachdem er erkannt hatte,
Jenseitswelt ein. Einige Quellen daß er mit Morgause geschlafen
betrachten Mognan als Reinkarna- hatte, Mordred töten: er befahl, daß
tion des Fionn mac Cumhal, sowie alle zu dieser Zeit geborene Kinder
auch als Offenbarung Manannans. in einem Boot ausgesetzt und dem
In der Reise des Bran mac Febal Tod durch Ertrinken überlassen
wird die Geburt des Mongan mit würden. Mordred entkam und wurde
jener Christi verglichen. mit seinen Halbbrüdern Gawain,
Mongfind Die eifersüchtige Stief- Gaheris, Agravaine und Gareth
mutter des Niall. Sie ließ sich von großgezogen. In vielen Versionen
Cairenn, dessen Mutter, bedienen; versucht er, Guinevere zu
Cairenn mußte für sie Wasser aus heiraten, während Arthus mit sei-
einem Brunnen schöpfen. Mong- nen Kriegskampagnen in der Ferne
find hatte mit Eochu, dem König unterwegs ist. Schließlich wurde er
von Irland, vier Söhne; als Niall von seinem Vater, den er bei der
sämtliche Prüfungen, die feststellen Schlacht von Camlan tödlich ver-
sollten, wer das Recht der wundete, getötet.
Thronfolge erhalten sollte, erfolg- Morfessa (I) Er war der Meister
reich bestand, gingen Mongfinds der Weisheit, der in Falias lebte,
vier Söhne leer aus. einer der vier Städte, von denen aus
Mor (I) Vorfahre der königlichen die Tuatha de Danaan nach Irland
Häuser von Munster. Sie ist eine kamen. Sein Name bedeutet »gro-
Sonnengöttin, deren Thron sich im ßes Wissen«. Er gab den Tuatha
Meer westlich von Irland befindet. den Stein von Fal in Obhut; dieser
Mordred (A) Der Sohn des Arthus Stein war der heilige Stein der Kö-
und dessen Halbschwester nigskür - sobald ein rechtm äßiger
Morgause. Somit wurde er sowohl König gefunden wurde, stieß er ei-
der Sohn als auch der Neffe des nen Schrei aus.
Arthus - was ihm nach den Thron- Morfran (W) Der Sohn der Ce-
erbschaftsregeln der keltischen ridwen und des Tegid Foel. Sein

135
Name bedeutet »große Krähe« Er nung mit zwei anderen Königinnen
hieß auch »Afagddu« oder »Völlige des Schattenreichs auf dem Schiff,
Dunkelheit«. Seine Häßlichkeit war auf dem Arthus an seinem Lebens-
so groß, daß seine Mutter dafür ende nach Avalen fuhr. Im Epos
einen Ausgleich in Form von Weis- »Vita Merlini« des Geof-frey von
heit suchte. So bereitete sie für ihn Monmouth beherrscht sie mit ihren
ihren Kessel der Inspiration; aus zwölf Schwestern ein Zauberreich,
ihm jedoch trank Gwion/Taliesin während sie in Romanen des
statt Morfran. Nach »Culhwch und späteren Mittelalters wie »Huon
Olwen« verdankte es Morfran sei- von Bordeaux« zur Fata Morgana
ner Häßlichkeit, daß er bei der geworden ist, zur Königin von
Schlacht von Camlan nicht getötet Faery, die sterbliche Männer ent-
wurde: sein Gegner hielt ihn für und verführt. In neuerer Zeit steht
einen Teufel. ihr Name für die Zauberei
Morgan/Morgana le Fay (A) schlechthin, obwohl es wiederum
Tochter des Gorlois von Cornwall Anzeichen dafür gibt, daß ihr
und der Igerna, Halbschwester des allmählich ein Ruf als Verkörpe-
Königs Arthus und Mutter des rung der Macht erneut zuteil wird,
Owein/Ywain durch Uriens von welcher ihrem eigentlichen Ur-
Göre. Nach Malory wurde Morgan sprung eher entspricht. Sie wird
»in einem Kloster erzogen, wo sie häufig auch mit Modron identifi-
Meisterin des Zauberns wurde«. ziert, die einen weiteren Aspekt der
Sie wurde zum Erzfeind des Arthus alten keltischen Muttergöttin ver-
und versuchte, sowohl ihn als auch körpert.
die Bruderschaft der Tafelrunde Morgause (A) Das zweite Kind
durch Zauber zu vernichten. Sie des Gorlois von Cornwall und der
war für den Diebstahl des Schwertes Igerna. Sie heiratete König Lot von
Exkalibur verantwortlich; als Orkney und gebar ihm Gawain,
dessen rechtmäßiger Besitzer es Gaheris, Agravaine und Gareth.
wieder gewann, gelang es Morgan, Ihr fünftes Kind, Mordred, ent-
die Scheide des Schwertes, die vor stammte ihrer inzestuösen Vereini-
allen Verwundungen beschützte, gung mit ihrem Halbbruder Arthus.
für immer zu verlieren. Für die Wie ihre Schwester Mo rgan le Fay
Verfasser der mittelalterlichen hatte sie einen schlechten Ruf.
Arthuserzählungen war sie lediglich Schließlich wurde sie von ihrem
eine Zauberin, doch sind ihr auch eigenen Sohn Gaheris getötet, der
die Eigenschaften der alten sie mit Lamorack, dem Sohn des
keltischen Kriegsgöttin, der Mor- Königs Pellinore - des Erzfeindes
righan, eigen. Überbleibsel dieser des Orkney-Clans - im Bett ent-
ehemaligen Identität bleiben in der deckte.
überlieferten Figur vorhanden, bei- Morholt/Morhold (A) Der irische
spielsweise durch ihre Erschei- Riese und Kämpe, der jedes

136
Jahr erschien, um von König Marke Schlacht sagte sie das Ende der
von Comwall Tribut einzufordern. Welt und die Verwüstung der Erde
Er wurde von Tristan, dem Neffen voraus; beides würde durch den
Markes, getötet; dabei wurde Zusammenbruch der Moral verur-
Tristan von einer vergifteten sacht werden. Sie bot CuChulainn
Waffe verletzt. Als Onkel der Isolde ihre Liebe an; als dieser sie ver-
war er offenbar königlichen schmähte, verwandelte sie sich in
Blutes. einen Aal, dann in eine Wölfin, um
Moriath (I) Sie war die Tochter ihn zu bekämpfen. Normalerweise
des Scoriath, des Königs von Gal- erschien sie in der Form einer
lien. Während Craifiine mit seiner Schlacht-Krähe. Sie vereinigte sich
Harfe ihre Eltern in den Schlaf lullte, rittlings über einem Fluß mit
schlief sie mit Labraid Long- Dagda. Dir Name ist in Wirklich-
seach. keit ein Titel und bezeichnet alle
Morrighan (I) Die Große Königin. drei ihrer Aspekte. Ein eindeutiger
Sie stellte in Irland die arche- Zusammenhang besteht sowohl mit
typische Form der Göttin dar und Modron, als auch mit Morgan.
wurde vor allem mit dem Krieg Mütter, Die (Mamau/Matres) (K)
assoziiert; in dieser Eigenschaft er- Die dreifachen Mütter erscheinen
schien sie in dreifacher Gestalt als in der ganzen keltischen Welt und
Macha, Nemainn und Badb. Neben sind mit den großen neolithischen
ihrer kriegerischen Blutrünstigkeit Göttinnen Europas verwandt;
war sie als mannstoll berüchtigt - sogar mit gewissen römischen
wie die sumerische Inanna, der sie Gottheiten wie Merkur wurden
sehr ähnelt. Sie kämpfte an der Seite Verbindungen hergestellt. In den
der Tuatha de Danaan gegen die romano-britischen Matres sind
Firbolgs bei der ersten Schlacht sowohl der örtliche Einfluß, als
von Mag Tuired. Nach der zweiten auch die grunds ätzlichen Ei-
genschaften der klassischen Parzen
(»Schicksalsgöttinnen«) zu erken-
nen. Ihre Abbildungen zeigen in
der Regel drei sitzende, in Gewän-
dern gehüllte Frauen reifen Alters,
die die Früchte der Erde tragen -
Füllhörner, Obst, Brotlaibe, Ge-
bäck, Bier usw. Manchmal stillen
sie Kleinkinder (Dea Nutrix).
Solcherlei Abbildungen auf Re-
liefs sind Zeugnisse ihrer univer-
sellen Funktion als Hüterinnen des
Hauses und des Landes und als Ga-
Darstellung der Morrighan. ranten des Wohlstandes. Sie vertu -

137
gen niemals über individuelle Na- aus denen die Tuatha de Danaan
men, sondern werden als Mutter nach Irland kamen. Dir Meister der
einer bestimmten Örtlichkeit be- Weisheit hieß Semias, der den Kessel
zeichnet - so wie die Heilige Jung- der Erkenntnis in die Obhut der
frau Maria als »Unsere Frau« einer Dagda gab. (Siehe Hallows.)
jeweiligen Örtlichkeit betitelt wird. Muspellsheim (N) Das Reich des
Obwohl sie zweifellos bereits vor Feuers, über welches das Feuergott
der römischen Besatzung verehrt Surtr herrschte. Es war der
wurden, finden sich in Gallien, Italien Gegensatz zum Eisreich Niflheim.
und Germanien auch Inschriften - Die Verbindung von deren Hitze
»d e n Müttern meiner Heimat« - und Kälte verursachte die Erschaf-
aus der Zeit nach der Eroberung; fung der Welt.
diese Inschriften stellen Zeugnisse Mylor Er war ein junger Prinz, als
ihrer Anerkennung in allen Ländern sein Onkel seinen Vater tötete. Um
als beschützende Göttinnen dar. In zu verhindern, daß Mylor König
der walisischen Tradition hießen sie werde, verstümmelte ihn sein
die »Mamau«. Onkel dadurch, daß er ihm die
Muilearteach (S) Die Abart der rechte Hand und den linken Fuß
Cailleach Bheur, die im Wasser abschnitt. Nachdem diese Glieder
lebte. Sie konnte als Hexe oder als durch Prothesen - jeweils aus Sil-
Seeungeheuer erscheinen. Sie kam ber und aus Bronze - ersetzt wur-
oft an Land, um am Feuer eines den, begannen sie, wie natürliche
Sterblichen um Wärme zu bitten, Körperteile zu funktionieren. Um
damit sie daraufhin riesengroß und seinen Peinigern zu entkommen,
grausam werden konnte. Sie hatte floh Mylor in ein Kloster; seine
ein bläulich-schwarzes Gesicht mit Flucht war aber vergebens und er
nur einem Auge. Sie erzeugte stür- wurde getötet. Dieser Mythos ver-
mische Winde auf hoher See. läuft mit dem der silbernen Hand
Murine (I) Schwägerin des Lugh, des Nuadu parallel und ist ein
Mutter des Fionn. Sie gebar Fionn weiteres Zeugnis der Abscheu der
nach dem Tod seines Vaters und Kelten vor einem verwundeten
war außerstande, ihn zu be- oder mit einem Makel behafteten
schützen; so ließ sie ihn von König (siehe Verwundeter König).
Bodhmall und Laith Luachra - Mylors Reliquien werden im Abtei
einer Druidin und einer Kriegerin - von Amesbury aufbewahrt und am
groß ziehen. 1. Oktober wird seiner gedacht.
Murias (I) Eine der vier Städte,

138
N
Nanna (A) Göttin der Blumen Josef aus Arimathäa nach Britan-
und der Pflanzenwelt. Frau des nien, überlebte diesen und wurde
Haidur. Als dieser von Hodur getötet der Eremit der späteren Geschich-
wurde, starb sie gebrochenen ten.
Herzens und begleitete ihn nach Nechtan (I) Er war der Ehemann
Hei. Als Hermod versuchte, Baidur der Boann. Der Brunnen der Er-
/.u retten, wurde Nanna gefragt, ob kenntnis, über dem neun Haselbäu-
sie mit zurückkehren wollte. me wuchsen, die ihre Nüsse fallen
Schließlich mußte Baidur in Hei ließen, war allen anderen außer
bleiben; so entschloß sich Nanna, ihm und seinen Kelchträgem ver-
ebenfalls zu bleiben. Sie gab Her- boten. Boann brach das Tabu und
mod eine wunderschöne Stickerei der Brunnen quoll hervor, verfolgte
mit auf den Weg als Zeichen ihrer sie und wurde zum Fluß Boyne.
fortw ährenden Liebe für die Welt. Neit/Net (I) Der männliche Ge-
Nantosuelta (K) Gallische Göttin, fährte der Nemainn. Sein Name
Gefährtin des Sucellos. Sie wird kann »Lebenskraft« oder »Eifer
mit einem Taubenschlag oder der Schlacht« bedeuten. Er ist einer
Häuschen auf einem Pfahl und mit der frühzeitlichen Götter Irlands;
einem Raben abgebildet. Ihr Name nach seinem Tod bei der zweiten
bedeutet »Schlangelnder Ruß«. Schlacht von Mag Tuired teilten
Naoisi (I) Geliebter der Deirdriu. seine Söhne das Land unter sich
Sie ließ ihn versprechen, sie zu ret- auf. Er war der Großvater des Bahr.
ten und mit ihr aus Ulster zu flie- Nemainn (I) Einer der Aspekte
hen. Er wurde von König Eoghan der Morrighan.
getötet. Nemed (I) Nach dem Tod des
Nasciens (A) Der Eremit im Partholon kam er von Skythien
Dienste des Grals. Er erscheint an nach Irland. Er besiegte die Fomo-
verschiedenen Stellen in mehreren rianer in drei Schlachten, aber kurz
der mittelalterlichen Geschichten, danach fiel er, zusammen mit 3000
um den Gralsrittern den Weg zu Bürgern seines Volks, der Pest zum
weisen, sie zu beraten oder ihnen Opfer.
seltsame Geschehnisse zu erklä- Nemetona (K) Dir Name bedeutet
ren. Nach früheren Texten soll er »Göttin des heiligen Hains «. Wie
einmal ein heidnischer Anführer bei vielen keltischen Gottheiten ist
namens Seraphe gewesen sein, der ihr Name ein Titel, dem eine höhere
sich bei seiner Bekehrung für den Achtung als ihrem örtlichen
Namen Nasciens entschied. Beim Beinamen zuteil wird. Sie tritt als
Versuch, in den Gral zu blicken, Partnerin des Mars auf, in dessen
erblindete er, doch wurde er von romanobritischen Erscheinungen.
der Gralslanze geheilt. Er kam mit

139
Nemhglan (I) Er war das vogel- Leiche um Wasser. Nera trug sie in
ähnliche Wesen, welches Mess ein Haus, welches sofort von Feuer
Buachalla erschien und sie liebte. umzingelt wurde. Als sie in das
Sein Sohn, Conaire Mess Buachalla, nächste Haus gelangten, wurde
wollte auf einen Vogelschwarm dieses von Wasser umgeben. Im
schießen, aber Nemhglan flog hi n- dritten Haus, in das sie kamen,
unter und belegte ihn mit einem trank die Leiche drei Becher Was-
Zauberbann, damit sich Nemhglan ser, bespuckte aber die Bewohner
nackt ausziehe und nur mit seiner des Hauses mit dem Inhalt des dritten
Schleuder und einem Stein in der Bechers; sie fielen auf der Stelle tot
Hand bewaffnet nach Tara gehe. um. Als Nera zurückkehrte, um
Dadurch erkannten die Druiden seinen Preis abzuholen, fand er die
Conaire als nächsten rechtm äßigen königliche Festung in Flammen vor;
König. der König und alle Mitglieder des
Nentres von Garlot (A) Einer Hofes waren geköpft worden. Nera
der Protagonisten des Aufstandes stieg in die Unterwelt von
der elf Könige gegen Arthus zu Cruachan hinab, um die Köpfe zu
Beginn seiner Herrschaft. Er heira- suchen und lebte dort mit einer
tete Elaine, die Halbschwester des Bohnen-Sidhe zusammen; diese
Arthus und wurde schließlich des- erklärte, daß alles nur eine Vision
sen Verbündeter. gewesen sei und daß er, um zu ver-
Neot, Der Heilige (gest. 877) hindern, daß diese Ereignisse tat-
Zunächst Mönch in Glastonbury, sächlich eintreten, zur königlichen
wurde er im Moor von Bodmin bei Festung zurückkehren und die Sid-
Neotstoke Einsiedler. Er soll am he, in der er sich befinde, zerstören
Vorabend der Schlacht von Ethan- müsse. Fergus mac Roigh zerstörte
dun König Alfred dem Großen er- den Ort, nachdem er dessen viele
schienen sein. Als Neots Ochsen Schätze und Heiligtümer geplün-
gestohlen wurden, setzte er Hir- dert hatte. Nera konnte mit seiner
sche unter das Joch, um seine Fel- Frau und seinem Kind aus Sidhe
der zu pfl ügen. Sein Gedenktag ist entkommen.
der 3 I.Juli. Nerthus (N) Der frühzeitliche
Nera (I) Er war ein Diener des Name der nordischen Erdgöttin.
Ailill. In einer Nacht des Samhain- Tacitus schildert, wie ihre Figur bei
Festes bot Ailill demjenigen einen Frühlingsfesten in einem Karren
Preis an, der hinausgehen und mit voller Blumen getragen wird; nach
einer Weidenrute einen Kreis um der Prozession werden die Träger
den Fuß eines dort hängenden der Figur mitsamt des Karrens er-
Leichnams zeichnen würde. Da es tränkt. In der späteren Tradition
die Zeit der Toten war, weigerten wurde ihr Kult von dem der Freya
sich alle außer Nera. Als er die übernommen. Womöglich sind
Aufgabe vollziehen wollte, bat die viele der häufig entdeckten, er-

140
w ürgten Moorleichen Relikte die- Brunnen wurde aber von einer Hexe
ses Opferritus. bewacht, die nur dem Wasser
Nessa (I) Frau des Cathbad. Ihr geben würde, der sie küßte. Nur
Name lautete früher Assa oder »die Niall war bereit, sie zu küssen,
Sanftmütige«. Aber nachdem woraufhin sie sich in eine wunder -
Cathbad alle ihre Lehrer umge- schöne Frau verwandelte. Sie
bracht hatte, bewaffnete sie sich nannte sich die Sovereignty von Ir land
und wurde Kriegerin; so wurde sie - und vermachte diese Souveränität
»die Unsanfte« - Niassa (Nessa) dem Niall.
genannt. Cathbad überraschte sie, Niamh (I) [1] Tochter des Man-
als sie ohne Waffen badete, aber er annan. Sie liebte Oisin und lockte
ließ sie gew ähren und willigte in ihn nach Tir na Nog, wo sie 300
ihre Bitte ein, nur sie zur Ehefrau Jahre lang zusammenlebten, bis
zu nehmen. Sie gebar Conchobar Oisin Heimweh bekam. Sie gab
an dem Tag, an dem die Geburt ihm ein Pferd, damit er seine Heimat
Christi prophezeit worden war. wiedersehen könnte. Die damit
Niall der Neun Geiseln (I) König verbundene Bedingung war, daß er
von Tara im späten 4. Jahrhundert. bis dorthin keinen Fuß auf die Erde
Er war der Sohn des Eochu setzen durfte, doch der Sattelgurt
Muigmedon mit Cairenn, einer verrutschte und mit dem ganzen
Konkubine; zusammen mit seinen Gewicht seiner sterblichen Jahre fiel
vier Stiefbrüdern wurde er von sei- er zu Boden.
nem Vater als geeigneter Thronfolger Niamh (I) [2] Tochter des Celt-
anerkannt. Doch Mongfind, chair. Sie heiratete Conganchas,
Eochus Frau, ließ alle Knaben eine um ihm das Geheimnis seiner Un-
Prüfung ablegen, um festzustellen, verwundbarkeit zu entlocken, da- ~
wer von ihnen König werden w ürde. mit ihr Vater diese Unverwundbarkeit
Sie schickte sie zu Sithchean, überwinden und Conganchas töten
einem Propheten und Schmied, der könnte.
seine Schmiede in Flammen legte, Niflheim (N) Das Land der ewigen
um herauszufinden, welche Werk- Kälte, in welchem sich die neun
zeuge die Knaben jeweils retten infernalischen Regionen von Hei
w ürden. Niall rettete den Ambo ß befanden. Der eiskalte Dampf
und wurde zum Sieger ernannt. vermischte sich mit der Hitze von
Verärgert darüber, daß ihre Söhne Muspellsheim und verursachte die
Übergängen worden seien, forderte Erschaffung der Welt.
Mongfind eine erneute Pr üfung. Nimue (A) Die Tochter eines
Sithchean setzte die Knaben im Lehnsmannes, der Patenkind und
Wald aus, wo sie jeder für sich gelegentlicher Gef ährte der Göttin
selbst sorgen mußten. Um an Wasser Diana war. Merlin entdeckte die
zu kommen, versuchten sie, an junge Nimue, als diese im Wald
einen Brunnen zu gelangen. Der spielte. Sie bat ihn, ihr beizubrin-

141
gen, wie sie einen Turm aus Luft jenigen, die sein Bruder beleidigt
bauen könne. Als er dies für sie tat, hatte, Frieden zu stiften.
schloß sie ihn darin ein. Nach der Njord/Niord (N) Gott des Meeres
bretonischen Überlieferung fand und der Küstengewässer, der sich
dieser Vorfall im Wald von Broce- im ewigen Streit mit Nerthus
liande, im Val Sans Retour, in der befindet. Ursprünglich gehörte er
Nähe des Brunnens von Barenton, den Vanir an, doch schloß er sich
statt. In manchen Texten ist Nimue später in Asgard den Aesir an. Er
mit der Lady of the Lake (»der Da- heiratete die Eisriesin Skadi und sie
me des Sees«) analog und heißt verbrachten jeweils einen Teil ei-
auch Niniane oder Vivienne. Die nes jeden Jahres im Haus des ande-
Überlieferung der Gefangenschaft ren; so verkörpern sie die Unter-
Merlins durch die Einwirkung dieser scheidung der Jahreszeiten.
Jungfrau entstammt wahrscheinlich Nodens (K) Seine wichtigste
dessen Rückzug in das Reich heilige Stätte befand sich in Lyd-
Faery oder in das keltische ney in Gloucestershire, wo an dem
Jenseits; dieses wird oftmals als Schrein ein Gästehaus und ein
gläserner oder spiralförmiger Turm Schlafraum oder Abaton für den
geschildert, in dem der Dichter Tempelschlaf gebaut waren. Er ist
oder Zauberer eine Zeitlang einge- mit Nuadu analog und wird mit
sperrt wird, um die Geheimnisse Lludd Llaw Eraint (siehe Llyr) und
des Lebens und des Todes zu erler- mit Gwynn ap Nudd in Zusammen-
nen. hang gebracht. Abbildungen von
Nine Worthies Nach der mittel- ihm sind nicht überliefert, doch
alterlichen Tradition bestanden die war sein Symbol, nach den Votiv-
Nine Worthies » ( die Neun Würdi- tafeln zu urteilen, die in seinem
gen«) aus drei biblischen Helden - Tempel entdeckt worden sind, an-
Joshua, David und Judas Macca- geblich ein Hund. Er war ein Gott
baus, drei klassischen Helden - der Gewässer und war im römi-
Hector, Alexander und Julius Cä- schen Britannien mit Neptun ver-
sar, und drei christlichen Helden - bunden. Seine hauptsächliche
Karl dem Großen, Arthus und God- Funktion in der örtlichen Tradition
frey von Bouillon. Diese neun gal- war die des Gottes der Heilung.
ten als unübertroffen in ihrem Mut Nornen (N) Eine dreifache Göttin,
und ihrer Tugend und wurden beim oder anders betrachtet: drei
Volk kaum weniger als die seligge- Göttinnen, welche Vergangenheit,
sprochenen Heiligen verehrt. Gegenwart und Zukunft verkör-
Niniane (A) Siehe Nimue. perten. Sie beherrschten das
Nissien (W) Bruder des Efnis- Schicksal der Menschen, wobei ihre
sien. Sein Name bedeutet »fried- Gaben sich oftmals gegenseitig
lich«, doch vermochte er nicht, aufhoben; so blieb ihr Nutzen
zwischen seinem Bruder und den- meist gering. Die Sachsen nannten

142
Die Nornen.
sie Wyrdes und betrachteten sie als ten für ihn eine Hand aus Silber
Riesinnen - oder als Riesin, Elfe her; so wurde Nuadu Airgetlam
und Zwergin. Sie finden in den (»Silberhand«) genannt. Doch
meisten Kulturen Entsprechungen schuf Miach, der Sohn des Dian-
und bestimmen sogar das Schicksal cecht, eine Hand aus Fleisch und
der Götter. Blut. Nuadu überließ Lugh ein Jahr
Nuadu (I) König der Tuatha de lang den Thron, während er sich
Danaan. Im Kampf gegen die Fir- mit seinen Beratern über die Mög-
bolgs verlor er eine Hand und somit lichkeiten beriet, die Fomorianer
das Recht, König zu sein. (Siehe zu besiegen. Er fiel aber bei der
Sovereignty und Verwundeter Kö- zweiten Schlacht von Mag Tuired.
nig.) Diancecht und Creidne stell- Er ist mit Nodens analog.

143
o
Oberen Der König von Faery. krempigen Hut; er trägt einen Stab,
Der Name scheint von der franzö- der in Wirklichkeit sein Speer
sischen Geschichte »Huon von Gungnir ist.
Bordeaux« importiert worden zu Seine Wissensbegierde war gren-
sein. Gelegentlich wird er Auberon zenlos; um an einen Trank aus dem
geschrieben und soll mit dem Brunnen von Mimir zu kommen,
Zwerg Alberich aus der deutschen welcher die vollkommene Weis -
Tradition verbunden sein. heit spendete, opferte er sogar ein
Octriallach (I) Er war ein Fomo- Auge. Er soll die Menschen aus
rianer, der entdeckte, wie Dian- zwei Bäumen - der Esche und der
cecht in der Lage gewesen war, Ulme - geschaffen haben, und die
durch den Brunnen von Slaine die Erde selbst schuf er aus dem Leib
Toten wiederzubeleben. Octriallach des Riesen Ymir. In Walhall, dem
zeigte den Ort seinem Stamm und Thronsitz der Götter, saß er auf sei-
man schüttete den Brunnen mit Erde nem Thron Valaskialf, mit zwei
zu. Er wurde von Ogma getötet. Raben, Hugin (Gedanken) und
Odin/Votan/Wotan (N) Oberhaupt Munin (Gedächtnis) auf den
der Götter, allwissend, allsehend, Schultern; zwei Wölfe, Geri und
unwandelbar. Sohn des Gottes Bor Freki, lagen zu seinen Füssen. Als
und einer Riesin namens Bestla. Gott des Krieges überwachte er alle
Meistens wird er als einäugiger Schlachten und schickte seine
Wanderer geschildert, im weiten Kriegerjungfrauen, die Walk üren,
Mantel und mit einem breit- aus, um die mutigsten Krieger in
seinen Saal zu bestellen.

Die Raben des Odin.

144
Im Gegensatz zu vielen Göttern Ogma (I) Krieger der Tuatha de
war er weder hochnäsig noch rach- Danaan. Er war der Sohn des Dag-
süchtig, sondern machte sich Sor- da, der Ehemann der Etain und der
gen um die menschliche Natur, die Vater des Tuirenn. Als Anführer der
er teils seltsam, teils lächerlich Tuatha de Danaan überwand er die
fand. Später wurde er vor allem als Unterdrückung seitens des Bres
Magier und Heilender aufgefaßt, und der Fomorianer. Er erbeutete
doch verlor er nie seine furchtein- das sprechende Schwert des Kö-
flößenden Qualitäten. Er gewann nigs der Fomorianer, Tethra. Er soll
noch größere Weisheit dadurch, das Ogham-Alphabet erfunden ha-
daß er sich neun Tage und neun ben, welches die Iren in feierlichen
Nächte lang an Yggdrasil hing; Inschriften, aber nicht für gewöhn-
während dieser Zeit eignete er sich liche Schrift verwendeten. (Das
die Macht der Runen an. druidische Verbot der Niederschrift
Odran, Der Heilige (gest. 563) von Wissen galt bis in die jüngste
Der Heilige Odran war einer von Zeit der irischen Geschichte:
Columbas Begleitern während sei- professionelle Lehrer, Dichter und
nes Exils auf der Insel lona. Nach Richter mußten alles, was sie
der Legende wurde die Arbeit auf wußten, auswendig lernen.) Ogma
seltsame Weise behindert, als die ist mit dem gallischen Gott Ogmios
Mönche des Klosters versuchten, analog.
die erste Kirche zu bauen. Colum- Ogmios (K) Ein gallischer Gott,
ba hatte eine Vision, die ihm offen- Ogma analog. Eine Inschrift kenn-
barte, daß Teufel die Arbeit behin- zeichnet ihn als »Ogmia« und an
derten und daß das Gebäude gleicher Stelle erscheint er mit der
wieder einstürzen würde, solange Peitsche der Unbesiegbaren Sonne
sie kein menschliches Opfer in den in der Hand, mit ausgebreiteten
Fundamenten begruben. Odran bot Haaren nach Art eines Sonnengot-
sich selbst an und wurde in den tes. Hier bestehen Verbindungen
Fundamenten lebendig begraben. mit den örtlichen Kulten des Ma-
Nach drei Tagen ließ ihn Columba ponus/Apollon.
ausgraben. Odran lebte noch und Ogygia (G) Eine Insel, die von
sagte, »Der Tod birgt keine Wunder Plutarch irgendwo weit im Westen
und die Hölle ist nicht so, wie geortet wurde. Dorthin wurden
behauptet wird.« Columba ordnete Helden gebracht, um Kronos zu
an, daß er wieder eingegraben werde dienen und um verschiedene pro-
und sagte, »Erde, Erde, auf den fessionelle Kunstrichtungen zu er-
Mund des Odran, daß er nicht weiter lernen. Ogygia ist die räumliche
daherrede!« Der Friedhof wurde Analogie zum Goldenen Zeitalter.
später Reilig Orain (»Odrans Kronos wurde im Schlaf an die Insel
Krypta«) genannt. Sein Gedenktag gekettet, aber seine Träume dik-
ist der 27. Oktober. tierten die Handlungen des Zeus.

145
Oimelc/Imbolc (K) Das keltische derte von Jahren und er sehnte sich
Fest, welches am 1. Februar nach Hause. Niamh gab ihm ein
gefeiert wurde. Es hieß außerdem Pferd, damit er Irland wiedersehen
Feile Bhride, oder Brigits Fest. Der könne - unter der Bedingung, daß
Anlaß war die »Jahreszeit der er mit dem Fuß den Boden nicht
Lämmer«; daher der Name Oimelc berühre. Aber der Sattelgürtel ver-
oder »Schafsmilch«. Schafe stan- rutschte und er wurde ein alter
den unter dem Schutz der Brigit, Mann. Der Heilige Patrick wollte
die auch den kommenden Frühling ihn taufen und erfuhr von ihm die
symbolisierte. Ein obskurer Text Geschichte der Fianna, damit sie
erählt vom Kampf zwischen Bri- für spätere Epochen aufgezeichnet
gits Lamm und dem - den Winter werden könne. Oisin war Barde -
verkörpernden - Drachen der eine Tradition, die es James
Cailleach (siehe Samhairi). Die gä- MacPherson (1736-96) erlaubte,
lischen Regionen Schottlands feiern eine Ansammlung von gälischen
nach wie vor ihr Fest im Gedenken Dichtungen, angeblich aus der
an einen Mysterienzyklus mündlichen Überlieferung, zu ä f l-
bezüglich des bevorstehenden Er- schen; das Werk hieß »Ossian«.
scheinens der Brigit; in Irland wer- Olwen (W) Tochter des Riesen
den »Bride's Crosses « (»Kreuze Yspaddaden. Culhwch liebte sie,
der Brigit«) aus Binsen oder Wei- konnte sie aber erst gewinnen,
denzweigen in der Form von drei- nachdem er zahlreiche ihm von ih-
oder vierarmigen Kreuzen herge- rem Vater erteilte Aufgaben erfüllt
stellt. Möglicherweise rührt diese hatte. Wo sie ging, sprossen weiße
Sitte von einer früheren Feuerzere- Dreiblätter; so entstand ihr Name
monie her, bei der dieses Kreuz »Weiße Spur«. Obwohl ihr die üb-
angezündet und in den Februar- lichen Eigenschaften der Tochter
himmel geworfen wurde, um die eines Riesen zu eigen waren - Mut,
Ankunft des Frühlings zu be- Erfindungsreichtum und Schönheit
schleunigen. Der Kampf der Brigit - stellt sie zumindest in einer
mit der Cailleach ist immer noch Hinsicht eine Ausnahme im Ver-
Gegenstand heutiger Volksge- gleich zu den meisten Volksge-
schichten. schichten dar; dadurch nämlich,
Oisin (I) Sohn des Fionn und der daß sie Culhwch bei der Erfüllung
Sadbh. Außer Caoilte war er der der gestellten Aufgaben nicht hilft,
einzige Held, der die Schlacht von denn: wer immer sie auch gewinnt,
Gabhra überlebte, in der die mei- wird den Tod ihres Vaters verursa-
sten der Fianna umkamen. Wäh- chen. So geschieht es auch, als
rend der Schlacht wurde er von Culhwch seine letzte Aufgabe er-
Niamh nach Tir na n'Og gelockt, füllt und Olwen heiratet.
wo er sich nur kurz aufhalten wollte. Orc Triath (I) Dieser Eber ge-
Es vergingen jedoch viele Hun- hörte Brigit, der Tochter des Dag-

146
da. Er ist mit Twrch Trwyth iden- Northumbrien. Während er auf der
tisch. Möglicherweise handelte es Insel lona im Exil war, wurde er
sich um den Namen eines Königs Christ. Als er nach dem Tod von
und beim Eber selbst um das Sym bol Edwin dem Usurpator als König
der erstrebenswerten Königswürde. wieder eingesetzt wurde, übergab
Orfeo Die britische Variante des er Lindisfarne an den Heiligen Ai-
Namens Orpheus. Nach der schot- dan. Er vereinte Bernicia und Dei-
tischen Legende bricht Orfeo auf, ra, wurde aber bei der Schlacht von
um seine Königin, lsabel, zu su- Maserfield getötet. Aidan hatte
chen; in der Unterwelt ist sein Rö- einmal darum gebetet, daß die
ten- (oder Harfen-) Spiel so wir- großzügige Hand des Königs nie
kungsvoll, daß lsabel befreit wird. verdorben werde. Tatsächlich wurde
Die gleiche Geschichte wird in ei- aber dessen ganzer Körper ver-
nem mittelenglischen Text erzählt: stümmelt, nachdem der heidnische
Orfeo macht sich auf die Suche König Penda befohlen hatte, daß
nach Meroudys oder Herodis. Oswalds Kopf, Arme und Hände
Ähnliche Versionen erscheinen in an Pfählen aufgespießt werden. Er
den traditionellen Erzählungen wurde in Oswestry (»Oswalds
von Pwyll und Rhiannon und von Baum«) begraben, aber seine Reli-
Midir und Etain. quien verteilten sich durch das ganze
Orvandil/Earandel (N) Der rast- Christentum - wobei die Hand
lose Seefahrer, der am Rande des unverdorben blieb. Sein Gedenktag
Landes Jotunheim lebte, welches ist der 5. Oktober.
Thor häufig besuchte. Einmal war Otter Der Otter ist ein außerge-
ein Zeh Orvandils festgefroren. wöhnliches und magisches Tier
Thor brach ihn ab un d warf ihn in und blieb den keltischen Klerikern
den Himmel, wo er die Konstella - ein großes Rätsel; ständig setzten
tion des Orion (»Orvandils Zeh «) sie sich darüber auseinander, ob es
bildete. Die Angelsachsen nannten sich um Fleisch oder um Fisch han-
das Steinbild Earandel. delte und ob man den Otter wäh-
Oscar/Osgar (I) Der Sohn des rend der Fastenzeit essen dürfe
Oisin. Er wurde vom Hohen König oder nicht. In alten Geschichten
von Irland getötet - und tötete die- war der Otter oder Wasserhund ein
sen selbst gleichzeiti g. Die Wä- typisches Tier der Verwandlung.
scherin an der Furt hatte ihn vor Ceridwen tarnt sich u.a. als Otter,
seinem Tod gewarnt. Er konnte um Taliesin zu verfolgen. Im Ver-
viele Feinde beschwichtigen, war lauf der vielen »immrama« oder
im Kampf jedoch furchtlos und un - Wunderreisen, die Maelduine,
erbittlich. Brendan und andere unternehmen,
Oswald, der Heilige (gest. 642) begegnen sie einem hilfreichen Ot-
Der Heilige Oswald war König von ter, der ihnen zu essen bringt,
manchm al auf Geheiß eines Ein-

147
siedlers. Beutel aus der Haut von Gedichts »Yvain« von Chretien de
Ottern dienten in Irland auch als Troyes; das Gedicht gibt im We -
wasserdichte Behälter für Harfen. sentlichen die im »Mabinogion«
Owain (A) Historischer Held, erzählte Geschichte wieder.
Sohn des Urien von Rheged und Owen Glyndwr (W) Trotz seiner
der Modron (Morgan). Er kämpfte engen Verwandtschaft mit der
auf der Seite der nördlichen Briten englischen Monarchie probte
gegen die Angeln. Später wurde er Owen Glyndwr den Aufstand ge-
zum Bestandteil der Arthuslegende gen Heinrich IV. und verbündete
und ist der Held von »Die Dame sich mit benachbarten Baronen.
des Brunnens« und »Der Traum Wäre der Aufstand gelungen, wäre
des Rhonabwy«. In letzterer Ge- das Ergebnis höchstwahrscheinlich
schichte wird er der Anführer einer ein unabhängiger walisischer Staat
Bande, »die Raben« genannt, die gewesen. Ein Dauerkrieg wütete
d i e Männer des Arthus in eine entlang der Grenze zwischen
Schlacht verwickeln, während Wales und England. Obwohl sich
Owain und der König Schach spie- Owen als fähiger und weitsichtiger
len. Da seine Mutter Modron (mit Kriegsherr erwies, wurden seine
Morrighan analog) oftmals die Ge - Kämpfer geschlagen, seine Familie
stalt eines Raben annimmt und ver- eingekerkert und er mußte seine
sprochen hatte, in dieser Gestalt Hoffnungen aufgeben. Er bleibt einer
Urien und dessen Familie im Notfall der größten Helden von Wales. Ihm
zu helfen, dürfen wir annehmen, wurden magische Kräfte
daß es sich bei den Raben nicht nachgesagt und, wie bei Arthus,
um Krieger handelt, sondern um war sein Tod so schleierhaft, daß
Frauen der jenseitigen Welt. In sich der Mythos etablierte, er würde
spätmittelalterlichen Versionen zu gegebener Zeit zurückkehren,
dieser Geschichte wurde Owain zu um den Walisern erneut beizustehen.
Yvain und ist die Hauptfigur des

148
P
Padern/Paternus (6. Jh.) Der Graal«. Hier wurde er von seiner
Heilige Padern gründete Lanba- Mutter groß gezogen, in Abge-
dern Fawr in Dyfed und wurde dort schiedenheit von der Welt und vor
Abt. Als Arthus versuchte, den allem von kriegerischen und ritter-
Rock des Heiligen zu stehlen, ließ lichen Angelegenheiten. Dieser
Padern den König bis zum Hals einfache Landjunge begegnete
von der Erde verschlucken. Erst dann einigen der Ritter des
nachdem er sich entschuldigt hatte, Arthus und entschloß sich - zur
wurde er befreit. Paderns Gedenk- Verzweiflung seiner Mutter -
tag ist der 15. April. ebenfalls Ritter zu werden. Sie gab
Palomides (A) Der sarazenische ihm Ratschläge, wie er sich zu ver-
Ritter am Hof des Arthus, der einer halten hätte, aber Parzival setzte sie
der größten Ritter der Tafelrunde so ungeschickt in die Tat um, daß
wurde. Einen Großteil seines Le- er nur Chaos hinterließ. Er verhielt
bens verbrachte er in tödlicher Ri- sich als archetypischer Tor, was in
valität um Isolde von Irland; nach späteren Versionen dazu ü f hrte,
dem Tod des Pellinore übernahm daß er der »Vollkommene oder
er aber die Suche nach dem seltsa- Reine Tor« genannt wurde; mehrere
men Questing Beast. Er wurde von Autoren brachten sein Leben und
Lanzelot zum Herzog der Provence seine Taten auch mit jenen Christi
erhoben. in Verbindung. Nachdem es ihm
Partholon (I) Anführer der ersten nicht gelungen war, die Gralsfrage
Invasion Irlands. Er war Meister zu beantworten und das Wüste
aller handwerklichen Künste und Land somit zu heilen, durchlebte
bereitete die Ebenen des Landes er viele Abenteuer, bis er sich in
für die Agrarwirtschaft vor. Sein eine Jungfrau verliebte. Diese Liebe
Volk wurde von der Pest da- erinnerte ihn daran, wer er
hingerafft. In der neueren irischen eigentlich war und worum es ihm
Folklore ist er der »Mäher der letz- im Leben in Wirklichkeit ging -
ten Garbe«. darum, den Gral zu finden und die
Parzival/Perceval/Perlesvaus/ Frage zu stellen. Ähnliches wird
Peredur (A) Die Geschichten um auch in den anderen Versionen der
Parzival sind so mannigfaltig und Geschichte erzählt; davon ist
werden so unterschiedlich in- »Perlesvaus «, in der er der Sohn
terpretiert, daß es fast unmöglich eines Königs ist, der seine Länder
ist, eine einfache Schilderung sei- verloren hat (»perd les vals« - »die
ner Laufbahn zu erstellen. Die frü- Täler verloren«) die christlichste
hesten Texte sind der walisische Variante. Hier wird er nach dem
»Peredur« und Chretien de Troyes' erfolgreichen Abschluß seiner
»Perceval« oder »Le Conte du Suche zu ei-

149
nem Gralsk önig. In diesem Text lag zweifellos die von anonymen
finden sich Profunditäten und De- Mönchen, die Irland bereits besiedelt
tails, die in den anderen Versionen hatten, geleistete Vorarbeit zu-
fehlen. grunde; darüber hinaus gelang es
Im »Parzival« von Wolfram von Patrick, auf dort bestehende druidi-
Eschenbach bleibt die Laufbahn sche und religiöse Praktiken auf-
des Helden die gleiche; schließlich zubauen. Er eliminierte die Ver-
wird er als Gralshüter in den Orden ehrung des Crom Cruach, soll
der Gralsritter eingeführt. In dieser Schlangen aus Irland ausgetrieben,
Geschichte wird die Gralsfamilie sowie mittels des Sham rock-Klee-
als esoterisches Blutband aufge- blattes die Dreieinigkeit theolo-
faßt, welches seine Mitglieder dazu gisch erläutert haben. Sein Brust-
führt, dem Gral in der Welt, je harnisch - oder Gebetsrüstung -
nach ihren Fähigkeiten, zu dienen: bei der der Krieger mittels Gebet
die Männer als Waffenträger und Christus als seine Rüstung be-
die Frauen als Erzeugerinnen von schwört - ist eine typische Verwen-
Kindern. Ein ähnliches Thema findet dung bestehender keltischer For-
sich in der Geschichte des Am- men der Beschwörung. Sein
angons. Wolfram versetzte das bri- Gedenktag ist der 17. März.
tische Original mit zahlreichen Pellam (A) Siehe Felles.
östlichen Elementen. Als »die Sa- Pelles (A) Der Verwundete König
che Britanniens « bekannt und in der Gralsburg. Als er von Balins
Europa weitererzählt wurde, ver- Speer getroffen wurde, wurde er an
änderte sich die Rolle Parzivals. In beiden Schenkeln verwundet; dieses
späteren Versionen ersetzte ihn Ereignis wurde der Verhängnisvolle
Galahad als prim ärer Gewinner Schlag genannt, da er nicht nur
des Grals. die Verwundung des Königs,
Patrick, Der Heilige (ca. 391 bis sondern auch die Verwüstung des
461) Schutzheiliger von Irland. Er Landes verursachte. Seine Tochter,
wurde jedoch in Britannien gebo- Elaine von Corbenic, wurde durch
ren und von irischen Piraten, die Lanzelot die Mutter des Galahad.
das Haus seiner Familie überfielen, Galahad heilte später seine Wun-
versklavt. Er konnte schließlich den mit Blut aus dem Gral. Pelles
entkommen, nachdem er seine ist eine von mehreren Figuren mit
Gefangenschaft damit verbracht ähnlichen Namen: Pellam, Pellean
hatte, die Herden seines Herrn zu und Pellinore; sie können einmal
hüten und dabei seinen Geist fort- dieselbe Person gewesen sein, und
zubilden. Seine Priesterausbildung der Name entstammt wahrschein-
war recht flüchtig, aber er war fest lich dem cornischen »Peller« oder
entschlossen, nach Irland zurück- »weiser Mann«. Andere Gelehrten
zukehren und dem Volk das Evan- haben ihn mit Pwyll im »Mabino-
gelium zu bringen. Seinem Erfolg gion« identifiziert; in diesem Falle

150
Pelles
wäre seine Herkunft in der jensei- Ruhestätte, auf die etliche Gralssu-
tigen Welt. In späteren Versionen cher stoßen. Was wie ein gewöhn-
wurde er der Vater des Pellam und liches Bett erscheint, erweist sich
der Bruder des Pellinore. (Siehe als heimtückisch. Wer sich darin
Fischerkönig.) bettet, wird von unsichtbaren,
Pellinore (A) König der Inseln speerwerfenden Gegnern und wil-
und einer der führenden Ritter der den Bestien angegriffen. Gawain
Tafelrunde. Sein Bruder soll Felles gelang es, die Tücken des Bettes zu
gewesen sein, der Verwundete König überwinden.
der Gralslegenden. In vielen Perilous Seat (»Der heimtücki-
Versionen war sein Sohn Parzival. sche Stuhl«) (A) Auch »Siege
Während des Aufstandes der Könige Perilous« genannt, hatte dieser an-
am Anfang der Herrschaft des gebliche steinerne Stuhl die Eigen-
Arthus tötete er Lot von Orkney schaft, denjenigen, der unberech-
und löste somit eine Fehde zwi- tigterweise auf ihm Platz nahm, zu
schen den Familien aus. Später verschlucken, oder unter ihm zu-
wurde Pellinore von Gawain und sammenzubrechen. Dieser Platz
dessen Brüdern aus dem Hinterhalt war in der Tafelrunde für den
getötet. Bis zu seinem Tode suchte Gralsritter reserviert. In den frühe-
Pellinore nach dem Questing ren Versionen der Geschichte be-
Beast; danach übernahm diese anspruchte ihn Parzival; er setzte
Aufgabe Palomides. sich und der Stuhl brach zusam -
Perilous Bed (»Das heimtücki- men, wobei eine körperlose Stim -
sche Bett«) (A) Die seltsame me ihn seiner Missetat bezichtigte.

151
Nachdem er ein erfolgreicher Hochschätzung des Pferdes jahr-
Gralsritter geworden war, konnte hundertelang ungeschmälert ge-
er den Stein wieder zusammenset- blieben ist. Die Pferdezucht und
zen. In späteren Versionen ist dies die Vorzüge der besten Rennpferde
der Platz des Galahad. Er soll auch und Springer sind beliebter Ge-
den Platz Christi beim Letzten sprächsstoff noch im kleinsten iri-
Abendmahl darstellen. schen Dorf. Der Epona oder Rhi-
Petrog, Der Heilige (6. Jh.) Der annon, Göttinnen, die sehr stark
Heilige Petrog stammte aus Süd- mit dem Pferd assoziiert wurden,
wales und gründete ein Kloster bei gehörte die Weiße Stute; die beiden
Wethinoc (Padstow) in Cornwall. nahmen häufig selbst die Gestalt
Später wurde er Einsiedler und soll eines Pferdes an. Die älteste Pfer-
zu wilden Tieren eine große Affinität defigur in der Kreidelandschaft,
entwickelt haben, vor allem zu White Horse Hill in Berkshire, ist
einem Hirschen, den er vor Jägern ein Zeugnis sowohl der keltischen,
versteckte. Sein Gedenktag ist der als auch der sächsischen Ehrfurcht
4. Juni. vor diesem Tier. Das Pferd mit ma-
Pferd Auf den britischen Inseln gischem Zaum erscheint vielerorts
gehört das Pferd zu den symbol- in der Folklore und den Arthusle-
trächtigsten Tieren, was vielleicht genden, in denen viele Ritter, ein-
ein Grund dafür ist, daß dort das schließlich Gawain, nach ihm su-
Essen von Pferdefleisch tabu ist. chen. Meistens stellt sich heraus,
Der Besuch einer jeden Rennbahn das das Tier eine Stute ist, die sich
reicht aus, um zu erkennen, wie die in eine Frau zurückverwandelt.
Potter Thompson Er entdeckte
einen geheimen Tunnel unter der
Burg von Richmond und fand dort
König Arthus und seine Ritter, die
fest schliefen. Ein Hörn und ein
Schwert lagen daneben, aber als er
nach dem Hörn greifen wollte,
begannen die Ritter, aufzuwachen.
In Panik floh er und hörte:
“Potter Thompson,
Potter Thompson,
Hättest du das Schwert gezogen
Oder in das Hörn gestoßen, Wärst
du der Glücklichste auf Erden
geworden.“
Eine weitere Geschichte um diese
Magisches Pferd aus einem kelti- Burg erzählt davon, wie ein
schen Ornament. Trommlerjunge durch einen unter-

152
irdischen Gang geschickt wird, um destall entdeckt; Teirnyon war da-
herauszufinden, wohin dieser bei, seine Stute zu bewachen, die
führt. Er kam nie wieder heraus; gerade einen Fohlen warf. Die un-
nur sein Trommeln ist immer noch geheure Kralle versuchte, das Foh-
zu hören. Der Schauplatz einer len zu ergreifen, wurde aber von
ähnlichen Geschichte über eine Teirnyon zurückgeschlagen. Von
Entdeckung des Königs Arthus ist seinem Retter wurde Pryderi Gwri
Sewingshields. genannt und er erzog ihn wie sei-
Prester John (A) Legendärer nen eigenen Sohn. Nachdem er
christlicher König des Ostens, der aber die Ähnlichkeit zwischen dem
im »Parzival« von Wolfram von Jungen und Pwyll erkannt hatte,
Eschenbach der Sohn der Grals - gab ihn Teirnyon seinen Eltern
prinzessin Repans e de Joye und wieder und befreite somit Rhian-
des Feirefitz war. Er war ein be- non von ihrer Knechtschaft. Später
kanntes Mitglied der Gralsfamilie, heiratete Pryderi Cigfa und
und die Tradition nennt ihn als den übernahm die Herrschaft über Dy-
gegenwärtigen Gralshüter. fed. Als die Verwünschungen sein
Pridwen/Prydwen (A) Der Name Land befielen, gingen er und sein
von Arthus' Schiff nach walisischer Stiefvater Manawyddan auf die
Tradition, obwohl laut Geoffrey von Jagd; da blieb Pryderi an einer gol-
Monmouth dies der Name seines denen Schüssel haften und wurde
Schildes war. Die Verwirrung in der Jenseits -Welt festgehalten.
entstammt der Ähnlichkeit Manawyddan rettete ihn. In »Math,
zwischen den Begriffen »Schiff« Sohn des Mathonwy« wurden Pry-
und »Schild« im ursprünglichen deris Schweine von Gwydion ge-
Lateinischen. Mit Prydwen segelt stohlen, woraufhin Pryderi den
Arthus nach Annwn, um die Hal- Dieb verfolgte und diesen zum
lows (Heiligtümer) zurückzuholen. Einzelkampf herausforderte. Gwy-
Pryderi (W) Sohn der Rhiannon dion setzte seine Zauberkräfte ein
und des Pwyll. Er wurde von einer und tötete Pryderi. Einzelheiten
ungeheuren Kralle aus seiner Wiege dieser Geschichte deuten an, daß
entführt, was zur Folge hatte, daß Pryderi eine Abwandlung von Ma-
seine Mutter als Buße am bon ist, oder daß der verlorene
Steigbügelblock ihren erniedrigen- Mythos des Mabon in die Ge-
den Dienst tun mußte. Obwohl es schichte des Pryderi aufgenommen
nicht ausdrücklich so behauptet wurde.
wird, wird aus dem Zusammen- Pwca (W) Die walisische Form
hang klar, daß Pryderi von Kräften des Puck. Er ü f hrt unachtsame
des Jenseits, vermutlich der Familie Wanderer in die Irre. Mehrere Ver-
des Gwawl, entführt wurde. Er sionen dieser Figur erscheinen in
wurde am Vorabend des Mai von der keltischen Tradition, mit den
Teimyon Turf Liant in einem Pfer- Namen Pooka, Puck, Bwca usw.

153
Pwyll (W) Lord von Dyfed. Auf nehmen zeigte und darüber hinaus
der Jagd begegnete er Arawn, dem Hafgan besiegte, dessen Freund-
Herrn von Annwn; als Ausgleich schaft; so erhielt er den Titel »Lord
für eine unbeabsichtigte Beleidi- des Annwn«. Er erhielt Rhiannon
gung bot er an, mit Arawn zu tau- als Ehefrau, aber erst nachdem er
schen und mit dessen Feind Haf- deren ehemaligen Verlobten
gan zu kämpfen. Er verbrachte ein Gwawl aus dem Weg geräumt hatte.
Jahr in der Gestalt des Arawn und Sie lebten bis zum Tode Pryderis
gewann dadurch, daß er gutes Be- glücklich zusammen.

154
Q

Questing Beast.
Questing Beast (A) Dieses bi- geworden ist; Merlin erklärt, daß
zarre Tier, welches auch »Beast Pellinore die Kreatur ohne Unter-
Glatisant« hieß, besaß den Kopf laß verfolgt. Nach dessen Tod,
einer Schlange, den Körper eines nimmt Palomides die Jagd auf.
Leoparden und die Hufe eines Hir- Malory gibt keine Erklärung für
schen. Beim Laufen gab es aus dem den Grand der Suche nach diesem
Bauch das Geräusch von dreißig Tier, aber in einer französischen
Hundepaaren von sich. Bei Malory Erzählung ist es der Nachkomme
begegnet Arthus dem Tier an einem einer sterblichen Frau, die von
Brunnen kurz nachdem er König Hunden zerrissen wurde.

155
R
Rabe Der Rabe ist eine der vor- liches Brettspiel. Sie besiegen -
rangigsten Totemfiguren der briti- vorläufig - das Heer des Arthus,
schen und irischen Mythologie. In so wie Owain im Spiel gegen
der Gestalt dieses Vogels tauchen Arthus - zunächst einmal - ge-
über Schlachtfeldern in Irland winnt.
Morrighan mit ihren Schwestern Ragallach (I) Er war ein König
Badh undNemainn auf. In der gan- von Connacht, dem prophezeit
zen keltischen und Arthus-Litera- wurde, daß seine Tochter seinen
tur erscheinen Rabenfrauen, um Tod verursachen würde. Er befahl
die Funktionen der Göttin zu erfül- seiner Frau, die Tochter in einen
len. In einer Geschichte, »Didot Sack zu stecken und sie einem
Perceval« findet sich sogar Mor- Schweinehirten zu geben, der sie
gan als Rabe. In Britannien ist der töten sollte. Sie wurde jedoch vor
Rabe vor allem das Symbol von der Tür einer Frau liegen gelassen,
Bran dem Seligen, denn »bran« be- die sich ihrer annahm. Später wurde
deutet Rabe. Bran bittet darum, daß die Tochter die Konkubine ihres
ihm der Kopf abgeschlagen und eigenen Vaters.
dieser am Weißen Berg (dem Ragnarok (N) Wortw örtlich: »Die
heutigen Tower von London) be- Zerstörung der Macht«. Der Name
graben werde, um als Bollwerk ge- für das Ende der Zeit, bzw. den
gen Invasionen zu dienen. Sein Zeitpunkt, an dem die Götter (Ae-
Wunsch wurde erfüllt, aber als sir) und die Frostriesen sich eine
Arthus König wurde, ließ er den furchtbare Schlacht liefern wer-
Kopf wieder aus graben, da er diese den, welche die ganze Schöpfung
Funktion selbst ausüben wollte. in Mitleidenschaft ziehen wird.
Dieser Akt von Hybris spiegelt Ragnarok ist die vollständigste
sich vielleicht in jener Tradition Schilderung des Endes der Welt in
wider, die besagt, daß es die Raben der westlichen Mythologie; ihm
des Tower von London sind, die werden drei entsetzliche Winter
das Land vor der Invasion schüt- (»Fimbulwinter«) und drei Jahre
zen; es heißt, daß - wenn diese vorausgehen, in denen der Mensch
Vögel jenen Ort verlassen - Britan- immer selbstzerstörerischer wird,
nien dem Untergang geweiht ist. bis er sich schließlich tats ächlich
Daher werden ihre Flügel regel- selbst vernichtet. Die Nachkom -
mäßig gestutzt. Im »Traum des men des Loki, Fenris und Hei wer-
Rhonabwy« erscheinen Raben als den an diesem B Ösen erstarken und
die Truppen des Owain, während schließlich ihre Fesseln sprengen,
er und Arthus »gwyddbwyll« um die Riesen aufzurühren, Asgard
spielen, ein dem irischen »bran- anzugreifen. Alles wird in Feuer
dubh« (»schwarzer Rabe«) ähn- und Tod untergehen, obwohl einige

156
der Götter nach Gimli, dem höch- Reiher Der Reiher teilt in vielerlei
sten Himmel gelangen werden, Hinsicht die Eigenschaften und den
während die bösen Götter nach Na- Mythos des Kranichs.
strond geschickt werden, der nor- Reh Rehe und Hirsche gehören
dischen Version der Hölle. zu den vorrangigen Tieren der Ver-
Ragnell (A) Die Schwester des wandlung in der britischen Mytho-
Gromer Somer Joure, der sie in die logie - vor allem in den Formen der
Gestalt einer Hexe verwandelte. Weißen Damhirschkuh oder des
Sie half Gawain die Antwort auf Weißen Hirschen, die häufig Bot-
das Rätsel zu finden, welches schafter der Jenseitswelt sind;
Gromer Arthus gestellt hatte: »Was wenn Jäger auf sie treffen, werden
begehren Frauen am meisten?« - diese immer tiefer in den Wald hin-
wobei die Übereinkunft galt, daß eingelockt, wo sie unbekannte
wenn die Antwort richtig sei, sie Wunder erleben. Die heidnischen
Gawain heiraten würde. Sie hei- und völkischen Traditionen haben
rateten und in ihrer Hochzeits- die Schönheit und die mystische
nacht entdeckte Gawain die wahre Anmut dieser Kreatur immer her-
Antwort, denn Ragnell wurde, als vorgehoben, von der Begegnung
er sie küßte, eine wunderschöne Pwylls mit einem Weißen Hirschen
Frau. Sie sagte ihm, daß er sie bis hin zur Begegnung Galahads
tagsüber schön und nachts häß-
lich, oder nachts schön und tags-
über häßlich haben könnte, wie er
wolle. Er konnte sich nicht ent-
scheiden und bat sie, die Wahl
zu treffen - und erkannte somit
die Antwort auf die Frage: »Frauen
begehren die »Souveränität« oder
die Erfüllung ihres eigenen Wil-
lens.«. Diese Geschichte wieder-
holt sich in Chaucers »Canterbury
Tales«.
Ran (N) Frau des Aegir und Göttin
der Stürme und der Wasserstrudel.
Sie zerrte Seefahrer in ihr
schreckliches Unterwasserreich in
den Tod. Früher erhielt sie von See-
fahrern Opfergaben; es wurde als
sinnvoll erachtet, etwas Gold an
Bord zu haben, welches in einem
Sturm ins Meer geworfen werden Hirsch als keltisches Schmuck-
konnte. ornament.

157
mit demselben Tier, welches Chri- niedrigung befreit. Nach Pwylls
stus symbolisiert. Sadbh wurde Tod heiratete sie Manawyddan. Sie
verzaubert und in eine Hirschkuh - folgte Pryderi in eine jenseitige
Gilfaethwy - verwandelt, während Burg, wo er an einer goldenen
Gwydion in einen Hirschen ver- Schüssel haften blieb. Sie blieb
wandelt wurde. Die menschliche ebenfalls haften und wurde mit ih-
Figur mit einem Kopfgeweih war rem Sohn zusammen zu einem län-
seit Urzeiten ein potentes Bild - geren Aufenthalt in der jenseitigen
vom Schamanenjäger und dem Welt gezwungen. Durch eine List
Wilden Hirten in der Gestalt des des Manawyddan kam sie frei. Die
Cernunnos, bis hin zum Horntanz Vögel der Rhiannon sollen
von Abbots Bromley, welcher nach Vorboten jenseitiger Freuden ge-
wie vor jeden September stattfindet wesen sein: Bran und seine Anhän-
- zur Brunftzeit der Hirschen. ger hörten ihnen nach dessen Ent-
Rhiannon (W) Tochter des He- hauptung zu, und sie verloren jedes
faidd Hen, des Herrn der Unter- Gefühl für das Vergehen der Zeit.
welt. Pwyll sah sie auf einer weißen Rhiannons Attribute lassen sich bis
Stute reiten und versuchte, ihr zu zur keltischen Göttin Epona und
folgen, aber sie war für ihn viel zu zur griechischen Göttin Despina,
schnell. Er suchte Hefaidd auf, um der Tochter der Demeter, zurück-
um ihre Hand zu bitten, wurde aber verfolgen, aber ihre nächste my-
übertölpelt, so daß er sie an ihren thologische Verwandschaft besteht
ehemaligen Verlobten Gwawl verlor. zu Modron, deren archetypische
Rhiannon zeigte Pwyll, wie Züge sie teilt.
Gwawl zu überlisten wäre; Pwyll Rhydderch Hael (A) Er hieß
folgte ihrem Rat, schließlich heira- auch Rhydderch der Großzügige
teten sie. Dir einziger Sohn, Pryderi, oder Rodarchus Largus. Er soll ei-
wurde von Kräften der Jenseits- nen Zauberkessel besessen haben,
Welt aus seiner Wiege entführt. welcher an Helden grenzenlose
Während Rhiannon schlief, töteten Nahrung spendete (siehe Hallows).
die Ammen einige Hunde und be- In der »Vita Merlini« erscheint er
schmierten Rhiannons Gesicht mit als der Besieger von Gwenddolau,
dem Blut; das Ergebnis war, daß dem Herrn des Merlin, bei der
man glaubte, Rhiannon hätte ihren Schlacht von Arfderydd. Mögli-
Sohn ermordet und gegessen. Sie cherweise ist er die historische Fi -
mußte Buße tun, indem sie am gur Rhydderch ap Tudwal, die im
Steigbügelblock stehen und alle 6. Jahrhundert König von Dumbar-
Besucher des Hofes auf ihrem ton war. In der »Vita« herratet
Rücken hineintragen mußte; jedem Rhydderch Guendolena, die Frau
hatte sie von ihrer Schande zu er- des Merlin.
zählen. Erst bei der Rückkehr des Rigantona (K) Große Königin -
Pryderi wurde sie von dieser Er- keine Person, sondern ein Titel, der

158
Rhiannon gebührte. Der Name tischen Unabhängigkeit. Nach
Rhiannon stammt womöglich von Wallaces Hinrichtung wurde er in
diesem keltischen Begriff ab. Scone als König Robert I. gekrönt.
Rigru Roisclethan (I) Königin Dann wurde er entmachtet und
von Benn Edair - einem Ort der nach Irland ins Exil geschickt. Dort
Jenseits -Welt. Sie war die Mutter erlebte er seine berühmte Begeg-
des Segda Saerlabraid, den Conn nung mit der Spinne, die er dabei
Cetchath ach zu töten versuchte. In beobachtete, wie sie ihr Netz an
dem Augenblick, als ihr Sohn in einen Balken befestigen wolle. Erst
Tara getötet werden sollte, erschien beim siebten Versuch gelang es der
sie mit einer Kuh, als wehklagende Spinne, ihr Netz zu vervollständi-
Frau getarnt. Sie ist eine eindeutige gen. Robert the Bruce hatte eben-
Form der Sovereignty. Sie riet falls sechsmal vergeblich versucht,
Conn, sich von Becuma zu trennen, seine Stellung zu festigen; nun
um zu vermeiden, daß Irland ein schöpfte er neuen Mut. Im Jahr
wüstes Land bliebe. 1327 gewann er schließlich als König
Robbe In Caithness im Norden von Schottland den Vertrag der
Schottlands hielt man Robben für Unabhängigkeit; zwei Jahre später
gefallene Engel; in der Tat existie- starb er jedoch an Lepra.
ren viele Geschichten, in denen Robin Goodfellow Der Sohn des
sich Robben in Menschen verwan- Oberon und einer sterblichen Frau.
deln. Dem Otter ähnlich, hielt man Er war der Bote von Faery und
Robbenfleisch für den Verzehr zog durch die Werke Shakespeares
während der Fastenzeit für geeig- und Jonsons in die literarische
net. Mehrere Familien sollen von Tradition ein.
Robben abgestammt haben; man- Robin Hood Der legendäre Vo-
che Familienmitglieder hatten gelfreie, der mit seinen Mannen
Schwimmhäute an den Händen den Wald von Sherwood durch-
oder an den Füßen, was eine kei- streifte, die Reichen ausraubte und
neswegs ungewöhnliche Mißbil- die Beute unter den Armen verteilte.
dung ist. Andere hielten Robben Die Legende ist so reichhaltig
für die Kinder verzauberter Könige, ausgestattet, daß es fast nicht mehr
und die Geschichten der Selkies möglich ist, festzustellen, ob die
neigen sehr dazu, diese Tradition Figur eine ursprünglich historische
zu bestätigen. Im schottischen Gä- war oder nicht. Little John, Friar
lischen hießen sie »Cuilein Main« Tuck, Allen-a-Dale und Will Scar-
oder Marias Welpen. let gehörten allesamt seiner Räu-
Robert the Bruce (1274-1329) berbande an. Die Freifrau Marian
Obwohl er zunächst König Edward I. lebte mit ihm im Wald, so daß das
von England die Treue geschworen Paar volkstümlich mit dem Lord
hatte, folgte er bald William und der Lady von Faery assoziiert
Wallace als Vorkämpfer der schot- wurden. Sie und alle Mitglieder der

159
Räuberbande wurden höchst be- Ruadan (I) Der Sohn des Bres
liebte Kostümfiguren bei öffentli- und der Brigit. Er kämpfte mit den
chen Feierlichkeiten. Die späteren Fomorianern bei der zweiten
Legenden stellten Robin als eine Schlacht von Mag Tuired und wurde
Art Ersatzkönig dar, der anstelle hinausgeschickt, um die
von Richard I. gegen den bösen Schlachtdispositionen der Tuatha
Prinz John und den Sherriff von de Danaan auszukundschaften;
Nottingham, kämpfte. Robin starb, insbesondere sollte er ihre Bewaff-
als ihm die Äbtissin von Kirklees nung und die Beschaffenheit des
Gift zu trinken gab. Heilbrunnens Slane ausspionieren,
Roc (I) Er war der Verwalter des mittels dessen Diancecht die
Angus Og. Mit der Frau des Donn, Kämpfer heilen konnte. Es gelang
des Vaters des Diarmuid, hatte er ihm, Goibniu zu verwunden, aber
einen Sohn, aber Donn zerquetsche er selbst wurde vom Schmied mit
den Jungen zwischen seinen Bei- dem Speer durchsto ßen, welchen
nen. Roc berührte den Leichnam dieser gerade fabrizierte. Die Ähn-
mit seinem Stab und verwandelte lichkeiten zwischen dieser Ge-
ihn in einen Eber. Von diesem Au- schichte und dem versehentlichen
genblick an war das Schicksal des Töten des Dylan durch Gofannon
Diarmuid untrennbar mit dem des sind frappant.
Ebers verbunden; so erhielt Diar- Ryons/Riance (A) Legendärer
muid das Gebot, den Eber nie jagen König von Nordwales, der die selt-
zu dürfen. Genau das tat er aber, als same Eigenschaft hatte, seinen
er von Fionn provoziert worden Mantel mit den Bärten der Könige
war; so verendete er an den Hör- zu schmücken, die er besiegt oder
nern des Tieres. getötet hatte. Kurz nachdem Ar-
Ron (A) Der Name der Lanze thus gekrönt wurde, erhielt er von
des Arthus. Ryons eine Botschaft, in der dieser
Rosmerta (K) Ihr Name bedeutet seinen Bart verlangte - um den
»Gute Lieferantin«. Sie war eine Saum des Mantels zu vervollstän-
britische Göttin, die in den ro- digen. Arthus antwortete, daß er
mano-britischen Kult des Merkur eigentiich noch zu jung sei, um ei-
einverleibt wurde, in welchem sie nen ausreichend großen Bart zu
seine Gefährtin war und seinen tragen - und machte sich daran,
Stab und seinen Geldbeutel über- Ryons zu besiegen. Anscheinend
nahm; ihre eigenen Attribute waren wurde Ryons aber in einem späte-
ein Obstkorb oder ein Kessel bzw. ren Kampf mit aufständischen Ad-
ein »Eimer der Fülle«. ligen getötet.

160
s
Sadbh (I) Mutter des Oisin. eingeläutet. Aus einem bemerkens-
Nachdem sie Fear Doirches Lie- werten frühen irischen Text erfahren
beswerben abgelehnt hatte, wurde wir von einem seltsamen Brettspiel,
sie in ein Reh verwandelt, aber sie welches die Knaben von Rom
stellte fest, daß er über sie keine spielen. Auf der einen Seite des
Macht hatte, solange sie sich auf Bretts ist eine Cailleach mit einem
dem Territorium der Fianna be- Drachen, den sie gegen eine
fand. Als die Fianna sie beim Jagen Jungfrau mit einem Lamm hinaus-
entdeckten, machten Bran und schickt. Nach der Legende wurde
Sceolan, die Hunde des Fionn, kei- das Spiel von einer Sibylle erfun-
nen Versuch, sie zu töten. Fionn den; das Samhain-Fest erhielt sei-
heiratete sie, aber sie verließ den nen Namen aus dem Wettstreit
Schutz seines Hauses und wurde zwischen dem Winter und dem
erneut von Fear Doirche verzau- Frühling, welche nach keltischer
bert. Nach sieben Jahren fanden die Auffassung jeweils von der Cail-
Hunde einen kleinen Jungen, Oi- leach und von Brigit (der Jungfrau
sin, der sich an seine Reh-Mutter mit dem Lamm) beherrscht wur-
erinnerte. Sie wurde gezwungen, den. (Siehe Oimelc.)
Fear Doirche zu folgen und ihren Samson, Der Heilige (gest. 565)
Sohn zurückzulassen - den Ele- Der Heilige Samson war Bischof
menten ausgesetzt. von Dol in der Bretagne. Er war
Samhain (K) Das keltische Fest, Waliser und lernte beim Heiligen
welches am l. November abgehalten Illtyd. Er wurde auf der Insel Caldy
wurde und das Neue Jahr einleitete. zum Eremiten. Eine der Scilly-In-
Der Vorabend des Samhain war mit seln ist nach ihm benannt; an dieser
der Öffnung der Sidhe verbunden Stelle bekämpfte Tristem den Mor-
und stellte eine Totenfeier dar. Das holt. Wie viele andere keltische
Fest kennzeichnete den Beginn Mönche war er ein großer Missio-
des wirklichen Winters und der nar. Möglicherweise floh er auf-
Name kann mit »Ende des grund der politischen Umwälzun-
Sommers« gleichgesetzt werden. gen, die auf den Tod des Arthus bei
Um diese Zeit wurden Tiere ge- Camlan folgten, in die Bretagne.
schlachtet, um den Wintervorrat zu Sein Gedenktag ist der 28. Juli.
gewährleisten, sowie um die Her- Sarras (A) Die heilige Stadt des
den während der mageren Monate Grals, die so genannt wurde, weil
auszudünnen; diese Tiere wurden sie einmal eine Sarazenenstadt ge-
auf die Winterweiden oder in die wesen war (oder, nach anderen
Ställe gebracht. Vor allem aber Quellen, eine Stadt der Zigeuner -
wurde mit dem Anbrach des Win- der Anhänger der Sara). Hierhin
ters die Herrschaft der Cailleach kamen die drei Gralsritter mit dem

161
Leichnam der Dindrane, der Schlange von Midgard, Die (N)
Schwester Parzivals; und hier starb Auch Jormundgand genannt. Der
in einer Aura von Heiligkeit auch Ungeheuer-Sohn des Loki und der
Galahad, nachdem er in den Gral Angrboda. Er wuchs heran, bis sein
gesehen hatte - und wurde inner- Körper die Welt umfaßte und er
halb der großen Abtei begraben. seinen eigenen Schwanz greifen
Scathach (I) Kriegerin von Alba in konnte. Odin setzte ihn im Meer
Schottland. CuChulainn wurde zu aus und dort wand er sich immer
ihr geschickt, um den bewaffneten wieder und verursachte Stürme.
Kampf zu erlernen. Schließlich Erst zum Zeitpunkt des Ragnarok
konnte er sie im Kampf schlagen wird er zerstört werden.
und erhielt ihre Tochter Uathach Schwan Der Schwan hatte in der
als Ehefrau. Scathach war die na- keltischen Mythologie schon im -
mensgebende Göttin der Insel mer eine mystische Bedeutung.
Skye. Sie sagte CuChulainns Seine Haut und seine Federn wur-
Ruhm als Held voraus. den verwendet, um den »tugen«
Sceanbh (I) Sie war die Frau des des Dichters herzustellen, einen
Harfenspielers Craiftine, aber auch feierlichen Umhang, der das Zei-
die Geliebte des Cormac. Aus die- chen seines Amtes war; das Ge -
sem Grund half Craiftine Cormac wand stellte den Zusammenhang
töten. zwischen der Funktion des Dich-
Schlafender Lord Eine ausgie- ters und »der Sprache der Vögel«
bige und hartnäckige Tradition her, den geheimen Formeln, die
umgibt die vielen berühmten, freilich nur dem Schamanen be-
legendären oder heldenhaften Fi - kannt waren. Die Kinder des Lir
guren, die unter verschiedenen wurden von ihrer Stiefmutter in
Hügeln der britischen Inseln an- Schwäne verwandelt und lebten so
geblich schlafen; sie reichen von Hunderte von Jahren, bis die Kir-
Kronos bis zum König Arthus. chenglocken des Heiligen Mocha-
Bran der Selige soll dazu gehören, omhog sie befreiten.
ebenfalls Vortimer. Die Tradition Schwarze Annis (Black Annis)
eines unsterblichen Helden, der Eine menschenfressende Hexe mit
sich unter die Erde schlafen legt, blauem Gesicht, ähnlich der Cail-
um in Zeiten der nationalen Not leach Eheare und der Cailleach
wieder zu erwachen, ist vielleicht Bheur. Sie soll in einer Höhle in
der Beleg für die altertümliche den Dane-Hügeln von Leicester-
Auffassung des Königsopfers; shire gelebt haben. Sie wird
hierbei willigt der König darin ein, manchmal mit Anu oder Dann in
der Stammesvertreter im Jenseits Verbindung gebracht.
zu werden. So wird ihm die aller- Schwein In der keltischen My-
höchste Ehre zuteil und er wird zu thologie und Folklore hat das
den Göttern gezählt. Schwein eine herausragende Stelle

162
inne - ob es sich um den großen Scathach, wie eine ähnliche Brük-
Eber, Twrch Trwyth oder Orc Tri- ke zu überqueren ist.
ath, oder um jene Schweine han- Scoriath (I) Der König von Gallien,
delt, die Pwyll als Geschenk von dessen Tochter Moriath in Labraid
Arawn, dem König der Unterwelt, Longseach verliebt war. Des sen
Annwn, erhält. Ihr Erscheinen in Harfenspieler Craiftine spielte eine
den ersten und vierten »Ästen« des verzauberte Musik, die Scoriath in
»Mabinogion« deuten ein Un- den Schlaf lullte, damit Labraid mit
gleichgewicht zwischen den Welten Moriath schlafen konnte.
an, und in der Tat rufen sie den Seelie-Court (S) Der Gesegnete
Krieg in Britannien hervor; darüber Hof der Feen. Wie die Aes Sidhe in
hinaus verursacht ihr Diebstahl Irland machten sie bei den jährli-
durch Gwydion den Mord an chen Festen des Oimelc, Beltaine,
Pwyüs Sohn Pryderi. In einer ähn- Lughnasadh und Samhain die
lichen Geschichte stehlen Arthus Runde ihres Reiches. In der Regel
und seine Männer die Schweine behandelten sie Sterbliche wohl-
des Marke. Der Held Culhwch, wollend, aber im Falle einer Belei-
dessen Name Schweinestall be- digung ihresgleichen reagierten sie
deutet, wurde in einem Schweine- prompt und gnadenlos.
stall geboren, weil seine geistig Segda Saerlabraid (I) Der Sohn
umnachtete Mutter im Wald von der Rigru Roisclethan. Er war der
Schweinen erschrocken worden Knabe der jenseitigen Welt, den
war. Culhwch war auch ü f r den Tod Conn suchte, als er das Blut eines
des Großen Ebers Twrch Trwyth Jungen von sündenfreien Eltern
verantwortlich. benötigte, um das verwüstete Ir-
Schwertbrücke (A) Die Brücke land zu befruchten. Er gab Conn
zwischen dieser und der jenseiti- seine uneingeschränkte Zuneigung
gen Welt. Sie wurde zuerst in und war sogar bereit, für ihn zu
»Culhwch und Olwen« erwähnt, sterben, aber er wurde von seiner
wo Osla Big-Knife (»Osla Groß- Mutter Rigru gerettet.
messer«), einer der Verbündeten Selkie (S) Robbenmenschen, bzw.
des Arthus, sein Messer über einen Robben, die die Fähigkeit haben,
Fluß legt, damit ihn Arthus und sich in Menschen zu verwandeln.
sein Heer überqueren können. Die Sie verstecken ihre Robbenhäute
Brücke ging in den Mythos des und nehmen die Gestalt eines
Lanzelot ein, der eine solche Menschen an, oder aber ein sterb-
Brücke überqueren mußte, um licher Mann versteckt die Robben-
Guinevere von Melwas zu retten. haut und zwingt somit eine weibli-
Sie wird außerdem zu einer der che Selkie dazu, als seine Frau mit
Prüfungen, die die Gralsritter be- ihm zu leben. Wenn sie ihre Haut
stehen müssen, um die Gralsburg wiederfindet, verläßt sie ihr Heim
zu erreichen. CuChulaim lernt von und ihre Kinder und kehrt ins Meer

163
zurück. In der Ballade »Der Große sten; sie hält ihre Beine weit ge-
Selkie von Sule Skerry« erzeugt spreizt, um ihre Vagina ins Blickfeld
ein männlicher Selkie mit einer zu rücken. Sie ist eine der wenigen
menschlichen Frau ein Kind und plastisch geschilderten irischen
versucht das Kind ins Meer mitzu- Gottheiten und verkörpert die
nehmen; dabei prophezeit er ihrer irdische Urmutter, die Leben und
beider sicheren Tod im Netz des Tod spendet. Ihr Abbild wurde zum
Fischers, des Mannes der mensch- Bestandteil der Kirchen, um die
lichen Frau. Manannan verkündet Gläubigen an den Glauben der
an Bran mac Febal eine ähnliche Vorzeit zu erinnern.
Prophezeihung über Mongan. Sidhe (I) Die Hohlen Berge, in
Semias (I) Er war der Meister der denen die Aes Sidhe oder Daoine
Weisheit, der in Murias lebte, einer Sidhe lebten, die irische Version
der vier Städte, von denen aus die der Feen. Die Sidhe ist ein Reich
Tuatha de Danaan nach Irland auf- des Jenseits, dessen Eingänge na-
brachen. Er gab dem Dagda den türliche Merkmale der Landschaft
Kessel des Wissens und der Sätti- und alte Grabhügel sind.
gung. (Siehe Hallows.) Sif (N) Frau des Thor, deren langes,
Setanta (I) CuChulainns Name goldenes Haar sprichwörtlich war.
als Kind. Während sie schlief, schnitt ihr
Sheela na Gig/Sheila na Cioch (I) Loki aus Jux die Haare ab, woraufhin
Das Abbild der Sheela na Gig ziert Thor verlangte, daß er sie wieder
die Wände und die Türen von Kir- anbringe. Loki ging zu den
chen in ganz Irland. Sie ist dort Zwergen und fand unter ihnen ei-
nackt zu sehen, mit großen Brü- nige, die so geschickt waren, daß
sie aus Gold wirkliche Haare ma-
chen konnten. Daraus entstanden
für die Zwerge eine Reihe von wei-
teren Aufträgen seitens der Götter;
so stellten sie mehrere magische
Gegenstände her, u.a. Gungrin, den
Speer des Odin, das Zauberschiff
der Freya, sowie Thors Hammer,
Mjollnir.
Sigyn (N) Die Frau des Loki.
Trotz dessen boshafter, schelmi-
scher Natur blieb sie bei ihm, als er
in einer unterirdischen Höhle ge-
fangengehalten wurde. Vom Gift,
welches aus dem Rachen der
Schlange drang, die ihn bewachen
Sheela na Gig. mußte, fing sie das meiste auf; so

164
verminderte sie das ihm zugedachte seinen Armen. Diese erklärte ihn
Leiden. zum rechtmäßigen König.
Silvanus (RB) Dieser r ömische Sleeping Lord Siehe Schlafender
Waldgott fand eine bereits vor Ort Lord.
existierende Entsprechung, dessen Sluagh (S) Das Heer der Toten.
Namen uns nicht überliefert wur de. Gelegentlich sind Sterbliche dazu
Silvanus hat den gelegentlichen imstande, sie im Himmel kämpfen
Nachnamen Callirius (»König der zu sehen und zu hören.
Wälder«) und wird mit Hämmern, Somerled (S) Der Herr der In seln
Töpfen und Krummhaken abgebildet und der beinahe legend äre
- wobei letzterer das Emblem des Vorfahr des MacDonald-Clans. Er
eingeborenen Waldhüters ist. Sein war skandinavischer, gälischer und
Tier war anscheinend der Hirsch. piktischer Abstammung und für die
(Siehe Cernunnos.) Vertreibung der erobernden nordi -
Sithchean (I) Er war der Druide, schen Siedler aus den westlichen
der in Gestalt eines Schmiedes die Inseln verantwortlich, wobei er den
Söhne des Königs von Tara pr üfte, Galen wieder den Vorrang ein -
um unter ihnen den geeigneten König räumte. Sein heraldisches Emblem
herauszufinden. Die Pr üfung der schwarzen Galeere erscheint
bestand darin, daß er seine Schmiede in vielen Wappen von K önigen
anzündete, um festzustellen, und Prinzen, als Hinweis darauf,
welche Gegenst ände die Jung en daß er deren Vorfahre war. Er wurde
retten würden. Während vier von um 1100 geboren und 1164 getötet.
ihnen nebens ächliche Dinge her - Sommerland (Summer Country)
ausholten - unfertige Schmiedeei - (A) Ein Name des Reichs des
sen, Brennholz, ein Faß Bier und Jenseits, über welches Melwas
ähnliches - hatte lediglich Niall die herrschte. Er entf ührte Guinevere
Geistesgegenwart, um die Werk - hierhin, bis sie von Arthus gerettet
zeuge des Schmiedes - den Ham- wurde. Hierin liegt womöglich der
mer und den Amboß - zu retten. In etymologische Ursprung der Graf -
einer zweiten Prüfung schickte sie schaft Somerset.
Sithchean zum ersten Mal bewaffnet Sovereignty (K) Der Begriff der
in den Wald, um festzustellen, wie die Souver änität verleihenden Göttin
sie zurechtkommen würden. Auf ist unter den keltischen Völkern und
der Suche nach Wasser kamen alle ihren Geschichten äußerst aus -
fünf Jungen an einen Brunnen, der geprägt. Ursprünglich wurde Lady
von einer scheu ßlichen Hexe Sovereignty nach dem Namen des
bewacht wurde, di e ihnen erst zu Landes benannt, z.B. Eriu oder Lo-
trinken zu geben versprach, wenn gres. Nur der rechtmäßige Königs-
einer von ihnen sie küssen würde. kandidat durfte sie in einer symbo-
Nur Niall war dazu bereit - und lischen Vereinigung »heiraten«;
fand die Göttin der Sovereignty in

165
diese stellte die Übertragung der Spriggans In der Folklore des
Verantwortung dem Land und dem südwestlichen Englands waren
Volk gegenüber auf den König dar. Spriggans die Elfen, die als Leib-
Er wurde dadurch auf die Probe wächter der Feen dienten. Sie er-
gestellt, daß er die Sovereignty, die schrecken ihre Opfer, führen sie in
als häßliche Hexe erschien, umar- die Irre und spielen ihnen allerlei
men und küssen mußte. Daraufhin Schabernack.
verwandelte sie sich in die schöne Sreng (I) Er war der Firbolg, der
Frau, die sie in Wirklichkeit war, für das Abschneiden der Hand des
zurück und verkündete dem Volk Nuadu verantwortlich war, was
den Namen des rechtmäßigen Kö- ihm die Berechtigung raubte, König
nigs. Ein König, der seine Macht zu sein.
mißbrauchte, oder der verstümmelt Stier Als Ursymbol der Kraft und
wurde, zerbrach somit die mysti- der Potenz erscheint der Stier mit
sche Vereinigung mit dem Land großer Häufigkeit in der britischen
und daher auch mit der Sove- Mythologie. Wom öglich stellte der
reignty. Sollte er trotzdem König Stier eine Totemfigur der
bleiben, war das Ergebnis das Ver- königlichen Herrschaft dar. Heilige
wüsten des Landes - ein zentrales Viehherden spielten in altertüm-
Thema der Gralslegende. (Siehe lichen Ritualen eine wesentliche
Verwundeter König; Wüste Land; Rolle. Das »Tarbh-feis« oder
Niall.) Brigit oder Brigantia ist die »Stierfest« war vielleicht ein Über-
Verkörperung der Sovereignty bleibsel dieser Tradition: bei den
Britanniens, obwohl Britannia in gälischen Völkern wurde ein weißer
letzter Zeit diese Funktion über- Stier geschlachtet und ein Druide
nommen hat. trank dessen Blut, aß dessen
Speir-Bhean (I) Der weibliche
Geist oder die Vision, auf die Dichter
stießen, wenn sie in entlegener
Landschaft wanderten. Gedichte
über diese Art von Vision waren im
18. Jahrhundert in Irland weit ver-
breitet und hießen »aislings«. Oft-
mals wurde die speir-bhean die
Verkörperung des trauernden Ir-
lands auf der Suche nach einem
Helden; die Gedichte, die aus die-
sen Visionen entstanden, waren eine
kraftvolle, wenn auch ver-
schlüsselte Form der Förderung
des irischen Nationalismus wäh-
rend dieser Epoche. Keltische Stier-Figurine.

166
Fleisch und schlief, eingehüllt in brennenden Torf in die Leber des
dessen abgezogener Haut. Seine Ungeheuers zu befördern; in seiner
Träume bestimmten daraufhin den Todesagonie spuckte der Stoor-
rechtmäßigen künftigen König. Der worm seine Zähne aus; sie fielen
Stier war die Hauptursache des ins Meer und bildeten die Inseln
»Tain Bo Cuailgne« (des »Stier- von Orkney, Shetland und Faroe,
raubs« von Cooley). Die Insel Man während sein Schwanz mit solcher
wird vom Tarroo-Ushtey oder Wucht auf das Land geschleudert
Wasserstier heimgesucht, der, dem wurde, daß er die Meerenge zwi-
each-uisge ähnlich, ein Tier ist, das schen Norwegen und Schweden
der Vernünftige besser meidet oder bildete. Schließlich krümmte sich
mit großer Vorsicht behandelt, weil der Stoorworm zu einer Kugel, fiel
es Sterbliche ins Meer zerren und ins Meer zurück und bildete Island.
ertränken kann. In der Volkslegende Seine Leber brennt immer noch
»Der Schwarze Stier von Nor- und erzeugt die dortigen Geysire
roway« wird ein Ritter in einen und vulkanische Eruptionen.
Stier verwandelt. Sualtam (I) Ehemann der Dech-tire
Stoorworm (S) Der Stoorworm und sterblicher Pflegevater des
(»Sturm -Wurm «) ist eines der CuChulainn. Sein abgetrennter
mächtigsten, urtümlichsten Was - Kopf rief Warnungen an die Kämpfer
serungeheuer der britischen My- von Ulster aus, als Maeve sie
thologie. Er war wahrscheinlich eine angriff. Brans Kopf gab Britannien
Abart der großen Weltschlange ähnlichen Schutz.
Nidhoggi (siehe Yggdrasil) und Sucellos (K) Sein Name bedeutet
war um etliches größer als die mei- »Guter Schläger«. Er war ein
sten Ungeheuer. Bäumte er sich in gallischer Gott mit einer kleinen
den Wellen auf, überschwemmte Anhängerschaft in Britannien. In
das Meer ganze Inseln. Sein Er- Abbildungen erscheint er mit
scheinen kündigte große Verwü- einem Vorschlaghammer, oft mit
stungen an, und er konnte nur Nantosuelta (»Schlängelnder
durch die Opferung von Jungfrauen Fluß«) als seiner Gefährtin. Seine
beschwichtigt werden. Ein König Funktion ist ungewiß.
versuchte, dieser Barbarei ein Suibhne Gelt (I) König von Irland
Ende zu machen und zu verhin- im 7. Jahrhundert. Das Läuten der
dern, daß er seine eigene Tochter Kirchenglocken des Heiligen
dem Stoorworm opfern müsse; so Ronan ärgerte ihn so sehr, daß er
versprach er jedem Mann, der das das Psalmenbuch des Heiligen in
Untier besiegen könne, seine Tochter den See warf und einen von dessen
zur Ehefrau, die Hälfte seines Psalmisten umbrachte. Ronan ver-
Reichs und das Schwert seiner Vor- fluchte ihn und ließ ihn verrückt
fahren, welches ursprünglich Odin werden. Suibhne hielt sich fortan
gehört hatte. Assipattle gelang es, für einen Vogel und flog von Wip-

167
fel zu Wipfel, wo er auch die Nächte der heißen Quellen fließt heute
verbrachte. Er ließ sich auf einen noch, auch wenn ihre heilende
Wettstreit mit einer Hexe ein, wer Wirkung umstritten ist. Der restau-
von den beiden am weitesten sprin- rierte römische Tempel ist beein-
gen könne; dabei zerbrach er das druckend in der Vielfalt der Baustile
Gefängnis, in welches ihn besorgte und der damaligen spirituellen
Verwandte eingesperrt hatten. Er Anregungen.
ernährte sich von der Milch, die die Summer Country (A) Siehe Som-
Frau eines Schweinehirten in die merland.
Fußspuren eines Schweines goß Surtr (N) Der Riese, der über
und wurde vom Schweinehirten Muspellsheim herrschte, das Reich
getötet, der der Ansicht war, des Feuers. Er harrte ständig einer
Suibhne sei der Geliebte seiner Gelegenheit, das Reich der Götter
Frau. Vor seinem Tod nahm ihm zu erobern; zum Ende der Zeit -
der heilige Moling die Beichte ab. Ragnarok - glaubte man, würde er
Diese Geschichte verläuft im We- die ganze Welt in Flammen setzen.
sentlichen mit der Legende des Svart Alfar (N) Siehe Alfar.
Wahnsinns von Merlin parallel; sie Swithun/Swithin, Der Heilige
wird auch mit der Legende des Lai- (gest. 862) Der Heilige Swithun
loken in Verbindung gebracht. war der Lehrer des Königs Ethel -
Sulis (K) Britische G öttin des wulf, der ihn später zum Bischof
thermischen Wassers von Bath, die von Winchester erhob. Swithun
nach der Eroberung durch die Rö- wird die Fähigkeit nachgesagt, das
mer mit Minerva gepaart wurde. Wetter steuern zu können. Er bat
Dir Kult hatte sich offenbar bereits darum, vor der Kathedrale zu Win-
fest etabliert, da der römische Tempel chester begraben zu werden, aber
auch der Anbetung anderer am 15. Juli gab man ihm innerhalb
Gottheiten neben ihr diente. Sulis des Gotteshauses eine neue Ru-
war eine Göttin der Unterwelt, des hestätte. Daraufhin regnete es
Wissens und der Wahrsagerei. Die wochenlang ununterbrochen und
Geschichte der Erbauung ihres verschiedene weitere Wunder ge -
Tempels findet sich in der Legende schahen; so entschloß man sich,
des Bladud, der, da er von einer Swithun seine urspr üngliche Be-
lepra-ähnlichen Hautkrankheit gräbnisstätte zur ückzugeben. Heute
entstellt war, sich im hei ßen noch heißt es, daß - wenn es am 15.
Schlamm wälzte - was die Schweine Juli regnet - der Regen weitere
gern tun, um die Schmerzen ihrer vierzig Tage und vierzig N ächte
eigenen Wundstellen zu lin dern. andauern wird.
An dieser Stelle gr ündete er den Sword-Bridge (A) Siehe Schwert-
Tempel der Sulis. Das Wasser brücke.

168
T
Tafelrunde (Round Table) (A) den als die Versammlung des Lugh
Die Institution des Rittertums, die oder Lughnasadh bekannt - nach
Arthus auf Geheiß Merlins einrich- dem der Monat August im heutigen
tete. Die Tafel selbst war ein Ge - Irland bezeichnet wird.
schenk des Leodegrance von Ca- Taliesin (A) Der größte Dichter
meliard, des Vaters der Guinevere. Britanniens. Er sah viele Ereignisse
An ihm konnten, nach unterschied- der Zeit des Arthus und danach
lichen Quellen, fünfundzwanzig, voraus. Nach einem Text des 17.
fünfzig oder 150 Ritter Platz neh- Jahrhunderts, der als Anhang der
men, die alle ihre Treue auf die »Mabinogion«Samrnlung betrachtet
Gesetze der Ritterlichkeit ge- wird und sich auf frühere Quellen
schworen hatte, welche die Tafel- beruht, hieß er einmal Gwion
runde symbolisierte. Sie mußten Bach und hatte die Aufgabe, den
das Recht gegen das Unrecht, das Kessel der Ceridwen zu bewachen,
Gute gegen das Böse verteidigen. in dem sie für ihren Sohn, Morfran
Sie versammelten sich zweimal im oder Afagddu, einen Trank des
Jahr, um Nachrichten ihrer Aben- Wissens und der Inspiration zube-
teuer auszutauschen, sowie um reitete. Einige Tropfen spritzten
über Einzelheiten von Gesetzes - auf seine Finger, die er, um sie zu
brechern, Ungeheuern und üblen kühlen, in den Mund steckte. So
Sitten zu berichten, die sie in der erhielt er das gesamte Wissen. An-
Zwischenzeit beseitigt hatten. Im schließend erlebte er eine Reihe
esoterischen Sinne symbolisiert die von Verwandlungen (seiner poeti-
Tafelrunde die Versammlung der- schen Initiation entsprechend) und
menschlichen und jenseitigen - wurde schließlich von Ceridwen -
Auserwählten, die über das
Schicksal der Menschheit wachen.
Sie stellt eine Verkörperung des
Begriffes von Clas Myrddyn dar.
Tailtiu (I) Pflegemutter des Lugh.
Sie war die Tochter des Königs von
Spanien und heiratete Eochaid der
Tuatha de Danaan. Sie räumte eine
Ebene bei Coill Chuan und der Ort
wurde nach ihr Tailtiu genannt.
Man pflegte ihr Andenken, indem
man der Spiele gedachte, die von
Lugh und den ihm nachfolgenden
Königen veranstaltet wurden. Diese
dauerten einen Monat und wur- Die Tafelrunde König Arthus.

169
als Taliesin (»Strahlende Stirn«) - Tam Lin (S) Der Hüter des Waldes
neu geboren. von Carterhaugh, der von allen
Sie setzte das Kleinkind in einem Jungfrauen, die sich dort einfan-
winzigen Boot aus; am Vorabend den, die Jungfernhaut forderte. Seine
des Mai wurde er am Lachswehr wahre Liebe, Janet, rettete ihn aus
von Elphin gefunden, der sein Be- seiner Gefangenschaft bei der
schützer wurde. Später rettete Ta- Königin von Faery. Am Abend vor
liesin Elphin aus dem Gefängnis Allerheiligen (beim Fest von Hal-
und brachte die Barden von Ma- loween) zerrte ihn Janet von sei-
elgwn zum Schweigen. Er segelte nem Pferd und hielt sich an ihm
mit Arthus auf Pridwen, als sich der fest, während er sich hintereinan-
König nach Annwn aufmachte, um der in verschiedene wilde Tiere
die Heiligtümer Britanniens zu- verwandelte. Schließlich wurde er
rückzuholen. Er wurde mit einem er selbst und war von der Verzau-
Dichter gleichen Namens des 6. berung der Königin frei.
Jahrhunderts identifiziert und so- Taranis (K) »Der Donnerer«. Mit
wohl mit Merlin als auch mit An- seinem Speichenrad scheint er ein
eurin in Verbindung gebracht. Der Gott des Donners gewesen zu
Mythos des Fionn schildert, wie sein. Die Römer setzten ihn mit
dieser auf ähnliche Weise an sein ihrem Gott der Toten, Dis Pater,
Wissen gelang. sowie mit Jupiter gleich. Im mo-
In der Figur des Taliesin manife- dernen Walisischen, sowie Breto-
stieren sich die prophetischen und nischen bedeutet »Taran« immer
magischen Kräfte des alten Dich- noch Donner.
tertyps. Seine berühmte »Ich war Tegid Foel (W) Ehemann der
bereits«-Prahlerei, als er die Orte Ceridwen. Er soll im Tegid-See ge-
und die Menschen auflistet, an de- lebt haben. Er kommt in vielen wa-
nen er im Laufe der Jahrhunderte lisischen Genealogien zum Vor-
schon gewesen oder denen er be- schein.
gegnet ist, lassen das Wesen seiner Teyrnon Turf Liant (W) Seine
poetischen Inspiration erkennen, in Beinamen bedeuten »Herr der to -
dem alles Wissen zusammengefaßt benden Welle«, aber als Titel wur-
ist. Seine Verfolgung durch Cerid- den sie wahrscheinlich eher aus
wen in ihrem Aspekt als Hexe ist dem keltischen »Tigernonos« oder
der Überrest eines ehemals weit »Großer Herr« abgeleitet. Er war
verbreiteten Mythos, in dem die der Retter und Pflegevater des Pry-
Cailleach Bheare/Bheur ihren deri. Der keltische Ursprung seines
Sohn, den Gott der Jugend oder Namens ist ein Hinweis darauf, daß
Mabon verfolgt; dieser durchlebt seine Rolle in der Geschichte der
zahllose Verwandlungen, bis er Rhiannon vermutlich früher von
sich die Gesamtheit des Wissens größerem Gewicht war. Rhiannon
aneignet. heiratet Manawyddan, der mit dem

170
Meer eng verbunden ist und der mordeten. Heinrich tat ausgiebig
möglicherweise Teyrnons Titel teilt. Buße und um Thomas entstand ein
Rhiannon stammt von der kel- großer Kult der Pilgerschaft.
tischen Form »Rigantona« oder Thomas war in seinem Lebens -
»Große Königin« ab - ein ange- wandel kein typischer Heiliger,
messener Titel für die Frau des Ti- doch verteidigte er die Kirchen -
gernonos. Der Vater des Pryderi ist rechte energisch. Der Ausma ß
ebenfalls ungewiß, da Rhiannon, seines Kults hängt vor allem mit
ehe sie Pwyll heiratete, wahr- seiner Beliebtheit beim Volk zu -
scheinlich die Frau des Arawn oder sammen, welches sich angesichts
eines Herrn von Annwn war. seiner Auseinandersetzung mit ei -
Thomas von Canterbury (1118- nem jähzornigen König auf die
1170) Der heilige Thomas war Erz- Seite des Schwächeren schlug - in
bischof, sowie Kanzler von Eng - diesem Fall auf die Seite eines be -
land unter Heinrich H. Seine enge kehrten Sünders, der Märtyrer ge-
Freundschaft mit dem König war worden war. Bis zur Reformation
mit seiner Ernennung zum Erzbi - war Canterbury eines der vorran-
schof von Canterbury jäh zu Ende, gigsten Pilgerziele in ganz Europa.
da sich Thomas weigerte, die recht- Der Gedenktag des Thomas ist der
liche Position der Kirche zu schwä- 29. Dezember.
chen, indem er es - wie es Heinrich Thomas the Rhymer/True Tho-
wünschte - zugelassen hätte, daß mas (»Der wahre Thomas «) (S)
die Gegner der Kirche weltlicher Thomas von Ercledoune lebte im
Gerichtsbarkeiten zugeführt wor - 13. Jahrhundert. Er begegnete der
den wären. Er ging sechs Jahre lang Königin von Elfland und mit ihr
nach Frankreich ins Exil, kehrte zusammen besuchte er ihr Land. Er
aber in einen unsicheren Frieden erhielt Kleider im »Elfengrün«, so-
zurück. wie »die Zunge, die nie ü l gen
Als der König seinen Sohn, Prinz kann«, d.h. die Gabe der Prophetie.
Heinrich, krönen ließ, wurde die Seine Prophezeiungen wurden
Zeremonie von Bischöfen voll- überliefert und viele von ihnen be-
zogen, denen es nicht geb ührte, wahrheiteten sich.
dieses Vorrecht des Erzbischofs Thor/Thunar (N) Gott des Don-
von Canterbury zu umgehen; so ners und des Blitzes. Er war wahr-
exkommunizierte Thomas diese scheinlich der älteste der Aesir und
»Kleriker auf Abwegen«. Heinrich wurde in der ganzen nordischen
entbrannte vor Wut und wünschte - Welt verehrt. Unzählige Exemplare
in Hörweite seiner Räte - »dieses der Hämmer des Thors wurden
aufmüpfigen Priesters loszuwer - gefunden, was seine große Beliebt-
den«. Vier Barone machten sich heit beweist; diese Gegenstände
prompt nach Canterbury auf, wo wurden von seinen Anhängern als
sie in der Kathedrale Thomas er- Talismane getragen. Vor allem war

171
er der Gott der Krieger: stark, jovial, Burg des Gorlois von Cornwall,
mit Frauen freizügig und bei aber spätere Texte bringen diesen
Männern - Odin ähnlich - eher an Standort mit König Marke von
gewöhnlichen Volksgenossen als Cornwall in Verbindung - auch
an Edelmännern interessiert. Sein wenn dessen tatsächliche Residenz
Saal, Belskirnir, war der größte in wahrscheinlich Burg Dore war.
Asgard. Er war ein berühmter Be- Tir Na mBan (I) Das Land der
kämpfer von Riesen; es gelang Frauen. Die Heimat wunderschö-
ihm, die Frostriesen vom Reich der ner Frauen der jenseitigen Welt, die
Götter fernzuhalten. Pilger und Teilnehmer der »immra-
Tigernmas (I) Er war ein legen- ma« (»der großen Reisen«) will-
därer König des Altertums, der die kommen hießen. Unter der Herr-
Verehrung des Crom(m) Cruach schaft der Königin hatte die Insel
einführte, zu deren Riten mensch - für jeden Mann eine Gefährtin, so-
liche Opfergaben gehörten. Ti- wie erstklassige Unterhaltung, das
gernmas bedeutet »Herr des To - beste Essen und wundersame Mu sik
des«. Ihm wird auch die bereit. Sowohl Bran mac Febal als
Einführung der Goldgräberei, des auch Maelduine hielten sich dort
Silberschmied-Wesens und des auf. Die Zeit stand still, aber beide
Webens von Tartan -Muster zuge- Männer waren von der zeitlosen
schrieben. Schönheit des Ortes überwältigt und
Tigernonos (K) Ein keltischer überfordert. Obwohl sie die in
Titel, welcher »Großer Herr oder Aussicht gestellte Unsterblichkeit
Lord« bedeutet. Es stellt den männ- verlockend fanden, zogen sie es
lichen Gegenpart zu Rigantona vor, wieder nach Hause zu segeln.
dar, dem Rhiannon zugeordneten Tir Na mBeo (I) Das Land der
Titel. Lebenden - der Ort ewigen Le-
Tintagil/Tintagel (A) Die Burg in bens.
Cornwall, die mit der Arthusle- Tir Na n'Og (I) Das Land der
gende eng zusammenhängt. A rthus Jugend oder der Unsterblichkeit.
wurde hier gezeugt und geboren; Hier lebten Götter und Menschen
von hier nahm ihn Merlin fort, da- in Frieden in einer zeitlosen Welt
mit er bei Ector of the Forest Sau- unendlicher Schönheit zusammen.
vage in die Lehre ginge. Obwohl Tir Tairngire (I) Das Land der
die heutige Bausubstanz norman- Verheißung. Der Ort, in dem alle
nischer Herkunft ist, stand früher - irdischen Träume latent bereitla-
d.h. vermutlich zu Arthus' Zeiten - gen; hier konnten sie umgehend
in unmittelbarer Nachbarschaft, erfüllt werden. Eine der Versionen
auf einer Insel, die durch einen des irdischen Paradieses.
Damm mit dem Festland verbun- Tlachtga (I) Tochter des Mag
den ist, ein keltisches Kloster. Nach Ruith. Während sie ihm auf seinen
frühen Quellen erhob sich hier die

172
Reisen zu den Zentren der Magie tafel, in der anderen einen Zweig,
in der ganzen Welt begleitete, er - welcher gleichzeitig Früchte, Blu-
lernte sie seine ganze Weisheit. Sie men und Nüsse sprießen ließ. Er
verlieh ihren Namen dem Hügel führte zum ersten Mal das Amt des
zwölf Meilen von Tara entfernt, auf Historikers ein. Er war Meister aller
dem die Druiden zur Zeit des Sam- Weisheit. (Siehe Tuan mac Carill.)
hain (31. Oktober) die Feuer des Tristan (A) Neffe des K önigs
Winters anzündeten. Die Legende, Marke und Sohn des Königs Me-
die ihren Vater mit Simon Magnus liodas und der Königin Elizabeth
verbindet, macht aus ihr eine Art von Lyonesse. Er hieß Tristan
Sophia - die als dessen Pythia bzw. (»Trauer «), weil seine Mutter bei
Wahrsagerin agierende Begleiterin seiner Geburt starb. Nachdem Lyo-
des Simon. nesse ins Meer versunken war, kam
Tor (A) Er soll der Sohn des er an den Hof des Königs Marke,
Kuhhirten Aries gewesen sein. wo es eine seiner ersten Aufgaben
Trotz seiner niederen Abstammung wurde, den Riesen Morholt zu tö-
hatte er de n für die damalige Zeit ten. Danach wurde ihm aufgetra-
höchst seltenen Ehrgeiz, Ritter zu gen, die Braut des Marke, Isolde
werden. Es erwies sich jedoch, daß von Irland zu holen, aber Tristan
er in Wahrheit der natürliche Sohn und Isolde tranken zusammen ei -
des Königs Pellinore war, der mit nen Liebestrank, den Isoldes Mutter
der Frau des Aries geschlafen hatte für das Brautpaar zubereitet hatte; so
(vor ihrer Ehe mit Aries, wie Mer lin blieben sie fortan in ihrer ewigen,
betonte). So wurde - zur Zufrie- tragischen Liebe verfangen.
denheit der mittelalterlichen Leser - Nachdem ihre Liebe bekannt wur -
bzw. Zuhörerschaft - ein Parade- de, floh Tristan an den Hof des
beispiel dafür geboten, daß das kö- Königs Arthus, wo er großen
nigliche Blut des Vaters von Tor Ruhm errang und nur Lanzelot sich
sich unweigerlich behaupten mußte. als stärker erwies. Von dort reiste er
Tor wurde Ritter der Tafelrunde und in die Bretagne, wo er Iseult der
erlebte viele Abenteuer. Beim Schönen Hände heiratete. Aber sei ne
Versuch, Guinevere vom Scheiter- Liebe für Isolde von Irland brachte
haufen zu retten, wurde Tor im ihn unweigerlich zu ihr zurück und
Kampf getötet. schließlich wurde er von Marke
Trefuilngid Tre-Eochair (I) Ein und dessen B üttel Andrea
uraltes Wesen, sogar älter als die ermordet. Andere Versionen schil -
Schöpfung. Vor der Versammlung dern die Episode der wei ßen und
von Tara erschien er, um die Ge- der schwarzen Segel, wobei Tri -
schichte von Irland zu erzählen. Er stan, der in der Bretagne verwundet
war riesengroß und steuerte den und im Sterben lag, nach Isolde
Auf- und Untergang der Sonne. In
der einen Hand trug er eine Stein-

173
von Irland schickte und ihrer An- wohner der Shetland-Inseln. Sie
kunft unter dem Zeichen eines wei- lebten in Hügeln und waren eng
ßen Segels harrte. Isolde kam, aber mit den skandinavischen Trollen
Iseult von der Bretagne, die eifer- verwandt. Viele Geschichten bele-
süchtig war, erzählte ihm, das Segel gen Fälle, in denen Reisende
sei schwarz. Daraufhin starb »trow-led« (»von Trows in die Irre
Tristan - und bald folgten ihm die geführt«) wurden. Denjenigen, die
beiden Frauen. Isolde starb gebro- sich die Mühe machten, sich mit
chenen Herzens und Iseult beging ihnen gut zu stellen, erwiesen sie
aus Reue und aus Trauer Selbst- sich als zuverlässige und nützliche
mord. Geister des Haushalts.
Troja (Troy) (G) Die versklavten Tuan mac Carill (I) Der einzige
Einwohner von Troja wurden Überlebende der Begleitung des
gerettet und von Brutus, dem Urenkel Partholon. Er verwandelte sich
des Aeneas, nach Britannien nacheinander in einen Hirsch, ei-
geführt. Der legendäre Status von nen Eber, einen Adler und einen
Troja als Stätte der Herkunft des Lachs - und in letzterer Form wurde
britischen Volkes spielte schon im- er von der Frau des Königs Carill
mer eine wesentliche Rolle in der gegessen. Als die Ältesten von
Geschichte des Landes. Apollon, Tara bemüht waren, eine Chronik
einer der Beschützer von Troja, fin- des Landes zu erstellen, war er im-
det sich in Britannien wieder als stande, die vollständige Geschichte
Maponus bzw. Mabon. Taliesin Irlands zu erzählen. Er holte Tre-
kann als Prophet der Nachkommen fuilngid Tre-Eochair herbei, um
von Troja betrachtet werden, zu- seine Erzählung zu bestätigen.
mal er in seinen beseelten, poeti - (Siehe Fintan.)
schen Aussagen vor Maelgwn von Tuatha de Danaan (I) Das Volk
deren wahrscheinlichen Schicksal der Danu. Nach Nemed herrschten
erzählte. sie über Irland und stammten von
Trows (N) Die Trows waren Be- einem seiner Urenkel ab. Nach Ir-

Die Zuflucht der Tuatha de Dannan.

174
land sollen sie von den nördlichen auf den Leichnamen seiner Söhne
Inseln Griechenlands aus gekom - tot um und wurde mit ihnen zusam-
men sein, wo sie alle Zauberk ünste men begraben.
gelernt hatten. Sie brachten vier Twrch Trwyth (W) Der große
Schätze mit: den Stein von Fal aus Eber, welcher den Gegenstand der
Falias, welcher unter dem Fuß ei- wichtigsten unmöglichen Aufgabe
nes rechtmäßigen Königs Schreie darstellte, die Culhwch zu absol -
ausstieß; den Speer des Lugh aus vieren hatte. Er war fr üher König
Gorias; aus Findias das Schwert gewesen, aber in die Gestalt eines
des Nuadu, sowie den Kessel des Ebers verzaubert worden. Mit sei -
Dagda aus Murias (siehe Hal- nen sieben Ferkeln versetzte er Ir -
lows). land und Britannien in Angst und
Sie kämpften lange Zeit gegen die Schrecken - bis er von Arthus und
Fomorianer und die Firbolgs, wur- seinen Mannen ins Meer getrieben
den aber schließlich von den Mile- wurde. Culhwch und seine Mit -
siern besiegt und zogen sich in die streiter konnten die Schere, das Ra-
Welt des Jenseits, bzw. Tir na n 'og, siermesser und den Kamm stehlen,
bzw. die Sidhe, bzw. in die Hohlen die zwischen den Ohren des Twrch
Hügel zurück. Trwyth aufbewahrt wurden. Diese
Tuiren (I) Schwester der Murine Gegenstände waren Anspielungen
und Tante des Fionn. Sie heiratete auf die wesentlich bedeutsameren
lollan, einen der Fianna, aber er Heiligtümer, auf deren Suche sich
hatte in der Sidhe eine Mätresse. Arthus damals befand.
Diese war auf Tuiren eifersüchtig Tylwyth Teg (W) Die Schöne
und verwandelte sie in eine Hün- Familie - ein euphemistischer Na-
din. In dieser Gestalt gebar sie zwei me für die Feen. (Siehe Bendith y
Junge, Bran und Sceolan, die die Mamau.)
Hunde des Fionn wurden; da sie im Tyr/Tiw (N) Gott des Krieges.
Grunde menschlich waren, hatten Er wurde vor allem von Kriegern
sie Fähigkeiten, die die anderer auf dem Schlachtfeld angerufen.
Hunde übertrafen. Nachdem lollan Er war zusammen mit Odin und
der Frau aus der Sidhe versprochen Thor einer der drei Hauptgötter,
hatte, daß er sie alleine lieben wür- obwohl er häufig als Sohn des Odin
de, wurde Tuiren in ihre urspr üng- und der Frigga genannt wird. Er
liche Menschengestalt zur ückver- half dabei, Fenris bis zur Zeit des
wandelt. Ragnarok in Ketten zu legen, aber
Tuirenn (I) Vater von Brian, lu- als er seine Hand zum Schwur in
char und lucharba, die Cian, den das Maul des Wolfes steckte, wurde
Vater des Lugh, töteten. Tuirenn sie abgebissen. Angeblich gehört
ging, um im Namen seiner Söhne es zum Schicksal des Tyr, im
um Gnade zu bitten, aber Lugh war Kampf mit Garm, dem Wachhund
nicht umzustimmen. Tuirenn fiel der Hel, zu sterben.

175
U
Uathach (I) Sie war die Tochter fortgetragen. Hier bestehen Paral-
der Scathach und ihr Name bedeutet lelen sowohl mit der irischen
»Phantom«. Sie ließ CuChulainn Schlachtgöttin Morrighan, die
in die Militärakademie ihrer Mutter, ebenfalls Vogelgestalt annahm, als
aber er tötete ihren Geliebten und auch mit den Raben des Owain ap
wurde gezwungen, dessen Aufgaben Urien, dessen Anhänger diese Fä-
der Bewachung der Festung zu higkeit ebenfalls besaßen. Der all
übernehmen. Uathach wurde seine diesen Fällen gemeinsame Vogel
Mätresse. war der Rabe, welcher für die Kel-
Ulfius (A) Ein Ritter, der zu- ten heilig war.
nächst bei Uther Pendragon diente Urien (A) König des Landes
und später, bis ins hohe Alter, Käm- Gorre. Nachdem er Morgan le Fay
merer des Arthus war. Er half mit, geheiratet hatte, schenkte sie ihm
als Merlins Plan verwirklicht wurde, einen Sohn namens Owain. In älteren
Uther so ähnlich wie möglich wie Versionen begegnete er Modron
Gorlois von Cornwall herzurichten, an einer Furt und schlief mit ihr. Da
damit Uther mit Igraine schlafen sie die Tochter des Afallach war,
und Arthus zeugen könne. des Königs der jenseitigen Welt,
Zusammen mit Brastias ist er eine und da sie selbst die Fähigkeit
der frühesten erkennbaren Figuren hatte, ihre Gestalt zu verändern,
der Arthuslegenden. versprach sie, in der Form eines
UnseelieCourt(S) Der Unheilige Raben Urien und dessen Fa milie
oder Unselige Hof war, den svart fortan zu helfen. So wird sie mit
alfar nicht unähnlich, eine Morrighan - von der Morgan
Versammlung von den Sterblichen abgeleitet wurde - in enge Verbin-
gegenüber feindselig gesinnten dung gebracht. Urien trennte sich
Feen. Sie waren mit den Sluagh von Morgan und wurde ein Ver-
verwandt und beschossen mit dem bündeter des Arthus und ein Ritter
Bogen sowohl Menschen als auch der Tafelrunde. Er starb, als er Ar-
Tiere mit »Elfenschrot«. thus im Kampf gegen Mordred zu
Urban of the Black Thorn Hilfe kam. Er ist mit dem gleich-
(»Urban Schwarzdorn«) Im »Di- namigen König von Rheged des
dot Perceval« ist er der Hüter einer 6. Jahrhunderts identifiziert wor-
gewissen Furt, an der Parsifal an- den, obwohl dieser viel später als
kommt und ihn überwindet. Urban zur Zeit der angeblichen Herr-
stehen mehrere Frauen in Vogelge- schaft des Arthus lebte .
stalt zur Seite; als Parzival einen Uscias (I) Der Meister der Weisheit,
der Vögel tötet, verwandelt er sich der in Findias lebte, einer der vier
wieder in eine Frau und wird von Städte, von denen aus die Tuatha
den anderen Vögeln nach Avalen de Danaan nach Irland auf-

176
Der Sternendrachen, der Uthers Herrschaft prophezeit, und später walisi-
sches Wappen wird.

brachen. Er gab an Nuadu das seines Vaters, übernahm Arthus


Schwert des Lichts, dem kein den Namen Pendragon (»Drachen-
Feind unverwundet entkam. häuptling«). Uthers Tod, der kurz
Usnach, Die Söhne des (I) Naoisi, nach der Geburt seines Sohnes ein-
Ardan und Ainle, die mit Deirdriu trat, stürzte das Land in Anarchie.
nach Alba flohen. Er hatte Arthus dem Merlin anver -
Uther Pendragon (A) König von traut, mit der Aufforderung, ihn an
Britannien. Er verliebte sich in geheimer Stelle großzuziehen; das
Igraine, die Frau des Gorlois von Gerücht ging nämlich um, daß es
Comwall', mit der Hilfe des Merlin, das Kind des Gorlois sein könnte,
der ihm das Aussehen des Gorlois da Uther Igraine nach dem Tode
verlieh, suchte er Igraine auf zeugte ihres Mannes geradezu überstürzt
mit ihr Arthus. Nach dem Tod geheiratet hatte.

177
v
Vali (N) Gott des Lichts und des dem Gralskönig oder Fischerkönig
Frühlings. Sohn des Odin und der verliehen wird, welcher den Ver-
Riesin Rinda. Sein einziger Le- hängnisvollen Schlag auf beide
benszweck war es anscheinend, Schenkel erlitt, was ihn seines
den Tod des Baidur zu rächen. Es Rechtes auf die Königswürde, so-
existiert jedoch keine Überliefe- wie seines Zeugungsrechtes be-
rung davon, wie er Hodur getötet raubte. Diese Tradition ents tammt
haben mag, obwohl er angeblich der frühkeltischen Sitte, welche die
nur eine Nacht alt war, als er diese Herrschaft eines entstellten Königs
Tat vollbrachte. Möglicherweise verbot, da sich dieser Makel in der
deckt sich dieser Mythos mit der Fruchtbarkeit des Landes wider-
verlorenen Geschichte des Mabon. spiegeln, bzw. es in ein Wüstes
Vanaheim (N) Siehe Vanir. Land verwandeln würde. Der König
Vanir (N) Die ersten nordischen war mit dem Land sozusagen
Götter, die zunächst Gegner der vertraglich verbunden und schloß
Aesir waren, sich aber später die- mit der Sovereignty eine mystische
sen anschlössen. Wahrscheinlich Ehe.
waren sie Götter der Fruchtbarkeit, Vili (N) Sohn des Odin und, wie
deren Funktionen in diejenigen sein Bruder Ve, einer der Götter der
späterer Gottheiten einflossen, so Schöpfung. Sie schufen die Erde
wie es unter den griechischen aus dem Fleisch und Blut des Rie-
Göttern oftmals geschehen konnte, sen Ymir und die ersten Menschen
daß rivalisierende Fraktionen die aus den Eschen- und Ulmenbäu-
Plätze, bzw. »Zuständigkeiten« men. Als Odin eine Zeit lang ver-
tauschten. Auf diese Weise wurden schollen blieb, übernahmen sie bis
Odin und Thor die Nachfolger frü- zu seiner Rückkehr seine Stellung
herer Götter, so wie es auch Zeus und seine Pflichten.
und Apollon geworden waren. Vivienne (A) In Tennyson's
Frey, Freya und Njord gehörten al- »Morte d'Arthur« war Vivienne
lesamt ursprünglich den Vanir an, der Name der verführerischen
später den diese ablösenden Aesir. Jungfrau; diese Schilderung war
Ihre Heimat war Vanaheim. von der Darstellung dieser Figur in
Ve (N) Siehe Vili. den früheren Legenden, in denen
Verhängnisvoller Schlag (Dolo- sie der jenseitigen Welt entstammte,
rous Blow) Der Schlag, den Balin weit entfernt. (Siehe Nimue.)
versehentlich austeilte; er ver- Vortigern (A) Der usurpatorische
wundete den Gralsk önig Felles König von Britannien, der
und verursachte das Wüste Land. sächsische Kämpfer als Söldner
Verwundeter König (Wounded anheuerte, um die Eroberungszüge
King) Der Titel, der manchmal der Pikten und der Schotten abzu-

178
Vortigerns Turm.
wehren. Neben diesen versuchten gern wurde geschont und konnte
immer wieder auch die Sachsen nach Wales entkommen, wo er ver-
selbst, Britannien zu überfallen. So suchte, einen Turm zu bauen. Als
wurden die Söldner, von denen der Turm immer wieder einstürzte,
Vortigern Unterstützung erwartet erklärte Merlin Emrys, daß zwei
hatte, zu einer Art Brückenkopf für sich bekriegende Drachen - ein roter
eskalierende sächsische Invasio- und ein weißer - die sich unterhalb
nen; auch die Söldner beanspruchten der Fundamente befanden - die
immer mehr Land für sich. Vortigern Ursache waren. Sie verkörperten
versuchte, bei Stonehenge die verfeindeten Nationen der
Friedensgespräche zwischen den Briten und der Sachsen. Vortigern
Sachsen und den Briten abzuhal- floh erneut, wurde aber schließlich
ten, aber die Sachsen brachten ver- von den rechtmäßigen Königen
steckte Waffen mit; zum vereinbarten Ambrosius und Uther Pendragon
Zeitpunkt stürzten sie sich auf die gefangengenommen und anschlie-
unbewaffneten Briten. Vorti- ßend getötet.

179
W
Walhall (Valhalla) (N) Der große derts erscheint Morgan - als Mo-
Saal des Odin in Asgard, in dem er dron - in diesem Zusammenhang.
die Seelen toter Krieger empfing und Auf dem Weg zu seiner letzten
sie mit Festmahlen und Gesängen Schlacht begegnete CuChulainn
feierte. Der Saal hatte 840 Türen, zwei Jungfrauen, die seine blutige
jede von ihnen breit genug, daß 800 Kleidung wuschen. Die Wäscherin
Krieger nebeneinander eintreten ist eine der Tarnungen der Morri-
konnten. Das Dach bestand aus ghan.
Speeren und die Wände aus Schil- Wayland/Wieland (N) Der Gott
dern. der Schmiede und zugleich der
Walküren (Valkyries) (N) Die Schmied der Götter. Er soll zahlrei-
Kriegerjungfrauen des Odin. Ihre che der großen magischen Waffen
Aufgabe war es, die Getöteten aus- und Rüstungen der Götter angefer-
zulesen und die Leichname der tigt haben - einschließlich Exka-
würdigen Kämpfer nach Walhall libur. Wie sein Prototyp in der
zu bringen. griechischen und römischen My-
Wäscherin an der Furt (Washer thologie wurde auch er immer als
at the Ford) (K) Sowohl in der Lahmer dargestellt, nachdem ihm
irischen als auch in der schotti- König Nidud, der eines seiner
schen Legende ist sie die Frau der Schwerter stahl, die Kniesehnen
jenseitigen Welt, die die Schatten- zerschnitten hatte. Wayland nahm
seite oder den dunklen Aspekt der dafür grausame Rache, lockte die
Göttin darstellt. Wenn ein Krieger Kinder des Nidud auf eine Insel,
ihr begegnet und sie dabei ist, blu- tötete den Jungen und vergewaltigte
tige Wäsche zu waschen, darf er das Mädchen. Von seiner Ge-
annehmen, daß sein Tod auf dem schichte ist wenig übriggeblieben,
Schlachtfeld bevorsteht. In einer dennoch hat er in der britischen
Volksgeschichte des 16. Jahrhun- Mythologie eine sehr wichtige

Wielands Schmiede.

180
Rolle als lehrenden Geist ange- Der Wilde Hirte ist der Hüter der
nommen - Herne dem Jäger nicht Totemkräfte, die im Land behei-
unähnlich, eine weitere angelsäch- matet sind; als Genius des Urwalds
sische Gottheit. Er wird mit vielen und als Lehrer der Weisheit - be-
Stätten des Altertums, z. B. Way- drohlich aber aufklärend - stellt er
land's Smithy (»der Schmiede des dem suchenden Reisenden gegen-
Wayland«) in Wiltshire, in Zusam- über eine große Herausforderung
menhang gebracht. dar.
Wild Edric (»Der Wilde Edric«) Wilde Jagd, Die (Wild Hunt) Die
Nach Walter Map, lebte Edric in Wilde Jagd besteht aus einem
Shropshire. Er entführte eine El- phantomähnlichen Anführer, des -
fenjungfrau vom Tanz und heirate te sen Anhängern und einer Meute
sie, unter der Bedingung, daß er sie bellender Hunde, die alle durch die
nie wegen ihrer Schwestern oder Luft oder über ferne Hügel reiten.
ihrer Herkunft schelten dürfe. Sie ist in vielen Regionen der briti -
Natürlich hielt er sich nicht daran, schen Inseln bekannt. In Glamor-
woraufhin sie verschwand. Wil- ganshire heißt der Anführer Gwynn
liam der Eroberer soll gewünscht ap Nudd, im südlichen England
haben, die Elfenjungfrau zu sehen Herne der Jäger. In Irland sind die
und befreundete sich mit Edric. Aes Sidhe ähnlichen Charakters,
Edric soll in den Gruben unterhalb während die Sachsen diese Funk-
der Hügel des westlichen Schrop- tion von den Einheriern erfüllt sa-
shire gefangen sein. Wenn Krieg hen. Die Hunde heißen Gabriel
ausbricht, reitet er über die Hügel Hounds, bzw. - in Lancashire -
in die Richtung des Feindeslandes. »Ratchets«.
Wilder Hirte (Wild Herdsman) William von Cloudesley Engli-
(W) Diese archetypische Figur scher Vogelfreier, der, wie der
erscheint in der Geschichte von Schweizer Held Wilhelm Teil, ei-
»Culhwch und Olwen« in der Per- nen Apfel vom Kopf seines Sohnes
son des Custennin; am besten schoß. Er war überhaupt für viele
kommt er jedoch in »The Lady of wundersame Taten, die er »zur Be-
the Fountain« (»Die Dame des lustigung der armen Leute« voll-
Brunnens«) zur Geltung, wo er als zog, berühmt und beliebt.
Hüter der Waldtiere agiert. Er ist William Wallace (1273-1305)
ein schwarzer Riese mit einer Keule, Einer der größten Helden Schott-
der damit auf den Bauch eines lands im Kampf um die Unabhän-
Hirschen trommelt, um die Tiere gigkeit und war als »Hammer und
zusammenzurufen. Spuren dieses Geißel Englands« bekannt. Er wurde
Archetyps lassen sich in den frühen von Edward I. bei Falkirk besiegt
Texten über Merlin erkennen, der und begab sich auf die Flucht. Aus
in der »Vita Merlini« als Reiter der folgenden Zeit wurden ihm viele
eines Hirschen geschildert wird. außergewöhnliche Taten und

181
Abenteuer zugeschrieben; unter lands und von East Anglia bis Ir-
anderem soll er die Liebe der Kö- land; viele Helden mußten mit ih-
nigin von England verschmäht und in nen kämpfen. In Northumberland
Frankreich mit einem Löwen ge- verwüstete der Lambton Worm das
kämpft haben. Schließlich wurde Land; wurde er entzweigeschnit-
er verraten und nach London ge- ten, wuchs er sofort wieder zusam-
bracht, wo er verurteilt, erhängt men. Kempe Owen rettete seine
und gevierteilt wurde. Robert Schwester, nachdem sie in einen
Bruce vollendete seine Mission. solchen Drachen verzaubert wor-
Winefride/Gwenfrewi, Der Hei- den war. In Schottland sind die
lige (7. Jh.) Eine der vorrangigen Worms meist Wassertiere; sie tau-
Heiligen von Wales. Sie wurde von chen aus den Tiefen der Binnen-
Caradoc, der vergeblich um ihre seen empor und verschlingen ihre
Liebe warb, geköpft; wo ihr Kopf Opfer. Neben dem berühmten
zu Erden fiel, entsprang ein Brun- White Horse Hill in Wiltshire liegt
nen. Der Heilige Beuno konnte sie Dragon's Hill »der Drachenhügel« -
wieder zum Leben erwecken und diese Merkmale der Landschaft
sie wurde Äbtissin zu Holywell sollen vor Jahrhunderten durch die
(»Heiliger Brunnen«). Die mine- erregten Windungen des Tieres er-
ralhaltigen Bäder ihres Schreins zeugt worden sein.
werden nach wie vor von Men- Wüste Land, Das (A) Das die
schen aufgesucht, die auf Wunder- Gralsburg umgebende Land, wel-
heilungen hoffen. Ihr Gedenktag ches verwüstet wurde, nachdem
ist der 3. November. der Gralskönig vom Verhängnis-
Woodwose Der wilde Wald- vollen Schlag (Dolorous Blow) ge-
mensch, auch Wooser oder Ooser troffen worden war. Auf diese Weise
genannt. Im Mittelalter sollen wurde seine Zeugungskraft
solche Waldmenschen, die damals aufgezehrt und der Bund der Ehe,
wesentlich umfangreichere Areale den der König mit dem Land, ver-
des Landes bedeckenden Wälder treten durch die Sovereignty, hatte,
bewohnt haben. Sie erscheinen aufgelöst. Am Ende der Gralssuche
häufig in der Volkskunst und wurde der Verwundete König wie-
wurden oft in Maskeraden verwendet, der geheilt und das Land gedieh
um das ungebildete Landvolk zu erneut. Im Zyklus der Gralsge-
verkörpern. Sie waren nackt, d.h. schichten wird das Wüste Land
nur von ihren wilden Haaren häufig durch die Person der Loath-
bekleidet. ly Lady, der Kundry oder durch den
Worms (»Würmer«) Drachen, eher Hexenaspekt der Sovereignty ver-
als »Würmer«. Worms sind körpert - das entstellte Antiitz des
immerwiederkehrende Gestalten in Landes, ehe es sein schönes Ge-
der britischen Folklore - von sicht wieder zeigt.
Schottland bis zum Süden Eng- Wyrd (N) Siehe Norns.

182
Y
Yggdrasil (N) Der Weltbaum ,
eine große, schon immer lebende
Esche, welche von Asgard bis Hei
reichte und alle Reiche der Aesir
und der Vanir zusammenband. Er
hatte drei Hauptwurzeln, einen in
Asgard beim Brunnen von Urd,
den zweiten in Midgard beim
Brunnen von Mimir und den drit-
ten in Niflheim bei der Quelle
Hvergelmir. Am Fuße des Stam-
mes trafen sich die Götter täglich,
um sich zu beraten und über Sterb-
liche zu urteilen. Auf dem Wipfel
des Yggdrasil saß Vithofnir, der
goldene Hahn, der zur Dämmerung
des Ragnarok krähen wird. Weitere
Tiere und Vogel, die im Geäst und Yggdrasil.
zwischen den Wurzeln des großen
Baumes lebten, waren ein Adler, nungagap und schufen daraus die
ein Falke, eine Ziege, das Eich- Welten.
hörnchen Ratatosk, sowie vier Hir- Yspaddaden Pencawr(W) In
sche: Dain, Dvalen, Duneyr und »Culhwch und Olwen« ist er der
Durathor. Die Schlange Nidhoggi Vater der Olwen und verlangt
nagt ständig am Wurzelwerk. Bei Culhwch die Erfüllung einer Reihe
der letzten Schlacht des Ragnarok unmöglicher Aufgaben ab, ehe er
wird der Baum endgültig fallen. bereit ist, ihm seine Tochter anzu-
Ymir (N) Der erste und älteste vertrauen. Er wird von Culhwch
der Frostriesen, der aus dem Frost und seinen Begleitern am Knie, am
aus Niflheim und dem Feuer aus Bauch und an einem Auge verwun-
Muspellsheim geschaffen, von der det, doch kann er erst getötet wer-
großen Kuh Audhumla ernährt und den, nachdem seine Tochter gehei-
von Odin und dessen Brüdern Vili ratet hat. Er ist die walisische
und Ve getötet wurde. Sie warfen Variante des Balor.
den Leichnam in die Schlucht Gin- Yvain (A) Siehe Owain.

183
Z
Zaunkönig So unwahrscheinlich der altertümliche, heilige Vogel der
es anmuten mag, wird der Zaunkö- Druiden galt. In Irland hieß er »der
nig »König der Vögel« genannt; Arzt des Fionn« und wurde jedes
dieser Titel geht auf eine alte Ge - Jahr zum Fest des Hl. Stephen von
schichte zurück, in der ein Adler den Wren Boys (»Zaunkönig-Jun-
und ein Zaunkönig in die Lüfte hin- gen«) gejagt; sie fingen die Zaun-
auffliegen, um festzustellen, wer könige ein und gingen mit fröhli-
von ihnen höher gelangen könne. chem Gesang in einer Prozession,
Bald fand sich der Adler allein in wobei sie die Vögel dem Volk zeig-
großer Höhe und fing gerade an, ten. Der Zaunkönig war angeblich
sich selbst zu loben - als der Zaun- der Vogel, welcher den Schlafen-
könig, der auf dem Rücken des Ad- den Lord - ob Kronos, Bran oder
lers saß, den Preis für sich bean- Arthus - verkörperte, bzw. der Vo-
spruchte. Eine tiefere Begründung, gel, welcher diesen zu gegebener
liegt darin, daß der Zaunkönig als Zeit wecken würde.

184
Weiterführende Literatur
Geoffrey Ashe, König Arthur - Die Entdeckung von Avalon, Düsseldorf
und Wien 1986.
Das Buch Avalon, Die Mythen und Legenden um König Artus und die
Ritter seiner Tafelrunde, hrsg. von Manfred Kluge. München 1986.
Martin Buber, Die vier Zweige des Mabinogi. Ein keltisches Sagenbuch.
Leipzig 1914.
Barry Cunliffe, Die Kelten und ihre Geschichte. Bergisch Gladbach 1984.
Erinn - Keltische Sagen aus Irland, Hersg. und übersetzt von Martin
Löpelmann. Köln 1977.
Gerhard Herrn, Die Kelten, Düsseldorf und Wien 1975.
Frederik Hetmann, Irischer Zaubergarten. Märchen, Sagen und Geschich-
ten von der grünen Insel. Köln 1979.
ders., Die Reise in die Anderswelt. Feengeschichten und Feenglauben in
Irland. Köln 1981.
Murray Hope, Magie und Mythologie der Kelten. Das rätselhafte Erbe einer
Kultur. München 1990.
Venceslas Kruta/Werner Fromm, Die Kelten - Die Herren des Westens.
Luzern und Hersching o. J.
Thomas Lehner (Hg.), Keltisches Bewußtsein, Wissenschaft, Musik und
Poesie. München 1985.
Jean Markale, Die keltische Frau, Mythos, Geschichte, soziale Stellung.
München 1984.
ders., Die Druiden, Gesellschaft und Götter der Kelten. München 1987.
Martha Sills-Fuchs, Wiederkehr der Kelten. München 1983.
Nikolai Tolstoy, Auf der Suche nach Merlin - Mythos und geschichtliche
Wahrheit. München 1988.

185
Register
A 41ff, 45,47f, 50-53, 59, 62,64,69f, 73ff,
77,79f, 83, 85, 89-93,95-99,102,107ff, 112f,
Abaris 21 39, 107 118-124,130f, 135f, 140,142, 148f, 151ff,
Abelard 1 19 155f, 160-163,165, 169f, 172f, 175ff, 184
Accalon von Gallien (Gaul) 21 29 Ascapard 38
Achill 21, 116 Assipattle 33, 167
Adam (Stammvater) 21, 82 Athelstan 27,104
Adam Bell 54 Auberon 144
Adam und Eva 21 Augustus 63
Aed mac Lir 21, 29, 85,119 Azenor 46
Aegir Hler 21,157
Aeneas 46, 174
Aesir 21,115 B
Afagddu 22,51, 169 Badb 35, 137
Afallach (Avallach) 34,176 Badh 50,156
Agamppus 58 Balder (Baidur) 22, 35,88, 106,123,139,
Agravaie 22, 54,89, 117, 123, 135f 178
Aidan, hl 22,63, 147 Balin 35, 150,178
Ailill mac Matach 23, 82ff, 87, 127, 140 Balor 35, 87, 124,139,183
Ainle 23, 177 Ban of Benoic 40,117
Aiofe 21 Banba 26, 36
Albench, Zwerg 144 Banshee 36, 50
Alexander der Große 142 Barinthus 36,43
Alfred der Große 25,44,140 Barrind, hl. 36
Allsander le Orphelin 25 Beardsley, Aubrey 32
Amangon 117,150 Beare 36,78
Amatheon 25,30 Beaumains 37, 90
Ambrosius 26,132,179 Becuma 31,37, 56,159
Amergin 26, 36,79, 86 Bedivere (Bedwyr) 37, 112,117,123,126
Amfortas 26, 96 Bel (Bile) 38,42
Andraste 27,40, 104 Beli 120f
Andred 27,173 Beli Mawr 50
Anfortas 16 Belinus 37, 38, 43
Angrboda 27, 82,104,123,162 Bellangere le Beuse 27
Angus mac Og 27,39f, 47,67,75, 80,97, Beowulf 38, 97
126 Berhard of Astolat 118
Anna, König der Ost-Angeln 79 Bertilak, Lady 99
Ansirus le Pilgnn 25 Bestla 123, 144
Antomus Plus 45 Beuno, hl. 182
Anu 29,64,162 Bile (Bel) 38, 42
Aobh 21, 29, 57, 83, 85, 119 Binghan, Richard 97
Aoibhell 29, 71 Bladud 38,118,168
Aoife 29,30,56f, 61, 83, 85,114,119 Blake, William 24,110
Apollon 16, 29, 39, 107, 126, 129, 145, 174, Blanaid (Blathnat) 39, 60f, 82f, 123
178 Blanchfleur 22,39
Arawn 25,29,30, 89,101,103, 106, 154, Blodeuwedd 39, 80, 83, 98, 102,120, 131
163, 171 Boann (Boand) 27, 39, 75,139
Ardan 30, 177 Boare 120
Ardanata 65 Bodh Dearg 29, 64, 119
Ariadne 31 Bodhmall 85,138
Ananrhod 30, 39, 72,101, 120, 130 Boethius 25
Aries 31,173 Art 31, 37, 54, 56,58, 66 Bor 34, 144
Arthus 7,9f, 15, 21f, 24ff, 28ff, 31, 32,35ff, Borre 120

186
Bors de Ganis 40, 96, 119 Celtchair 51,56,141
Boudicca (Boadicea) 27, 40,104 Ceridwen 51,59,83,113,116,135,147,169f
Bragi 108 Cernunnos 51,130,158,165
Bran der Selige (Bendigeid Fran) 27 33,40, Cessair 52, 84
42,46, 50,70,74, 87, 96, 103,107, 113f, Cet 28
120f, 127,129,131,133, 156,158,162, Charles II. 52
167,184 Chaucer 157
Bran mac Febal 41,127f, 135,164, 172 Chretien deTroyes 77,91,94,116,125,
Brandiles 86,123 148f
Brandubh 62, 71 Chrystabell 74f
Brangaine 42,109,130 Cian mac Cainte 35,43, 52,109,124,175
Branwen 40f, 42,50,74,100,121,131 Cigfa 52,153
Brastias 42, 176 Clamadex 22
Bregi 22 Clarisant (Clarisse) 53,100
Bregon 42,109,133 Clim von Clough 21, 54
Brendan, hl 36, 42,127,147 Clyno Eiddyn 70
Brennius 37, 43 Coinchend 31,54,66
Bres mac Elatha 43,44, 64, 75,79,94,160 Brian Coinneach Odhar 40
mac Tuirenn 43,52,109,175 Columba, hl. 54,112,114f, 145
Bric riu 44,55,61,65,77, 99,122 Columbanus 106
Brigantia 44,45, 134 Conaire Mess Buachalla 55,133,140
Brigit (Brigid, Bride) 34,44,47,69,94,146, Conall Cernach 23, 28,44, 55, 61,109,123
160f, 166 Conan Maol 55,92
Brigit von Kildare, hl 45f, 48,115 Conchobar mac Nessa 44,50f, 55,58,61f,
Brons 41, 45,96 65, 82, 109,127,141
Browning, Robert 53 Conganchas mac Daire 51, 56,141
Bruce, Robert 182 Conlaoch 29, 56, 61
Brude 55 Conn Cetchathach 31, 37,56,58,159
Brunnisend 98 Conn mac Lir 29,57, 85,119,163
Bruno leNoir 46,128 Corc 57 59f, 81
Brutus 14,24,46,48,58,76,93,122,174 Brychan Cordelia 42, 58,118f
71,77 Corineus 46,58,93,99
Burd Ellen 52 Corlois von Cornwall 136
Cormac Cond Longes 35,58, 59,128,133,
C 162
Cormac mac Art 48,97
Caedmon, hl. 47, 106 Craiftine 58, 59,116,137,162f
Caer Ibormeith 27f, 40, 47 Creiddylad 102
Cai 94,112,126 Creidne 59, 67,143
Cailleach Bheare (Bheur) 45, 47,51, 101, Creirwy 51
114,122,134,138,146,162,170 Crimthann 57,59
Caintigerna 128,134f Cromwell, Oliver 52
Cairenn 48,135,141 Crunnchu mac Agnoman 60, 126
Calatin 48,61,127 Crystabell 60, 65
Caoilte mac Ronan 48, 146 CuChulainn 17,29f, 35,39,44,48,50f, 55f,
Caradoc Briefbras 50,182 60,61,65f, 77f, 81f , 84, 87, 90,99,107,
Carill 174 116,119, 122ff, 126ff, 137,162ff, 167,
Cäsar, Julius 8,83,142 176,180
Casnar Wledig 52 Cuimhne 62,71
Cassivellaunus 50,123 Cuirithir 62,119
Caswallawn 50,71,83 Culainn 61
Cathbad 50,55,65,141 Culhwch 44,62,63,93f, 102,146,163,175,
Catlin, George 127 183
Cauldron 115 Cumhal 85,94,114
Ceidio 127 Cunobeline 63
Cellyddon Wledig (Celidon, Cat Coit Cu Roi mac Daire 31, 37, 39,44,51,55f,
Celldon) 51, 62 60,61,71,82,99,123

187
Custennin 63,94,181 Emain Macha 127
Cuthbert, hl. 22,63 Emer 29, 61, 77, 81, 87
Cybele 44 Emrys (Ambrosius) 132,179
Cymidei Cymeinfoll 120 Enid 77,91
Eochaid 169
D Eochaid Airem 78,79,133
Eochaid Ollathair 64
Dagda 27,39f, 44, 64,103,145ff, 164, 175 Eochu 48,135
Dagonet 64,67 Eochu Muigmedon 141
Daire 68,127 Eoghan Mor 36,66, 78,139
Daireann 64 Epona 78,129, 152,158
Danu 29, 38, 64, 68,162 Erbin 91
David 142 Eremon 73, 79,133
Dechtire 61, 65,167 Eriu 26,43, 79,165
Deirdriu (Deirdre) 23, 30, 36,50, 56, 65, 82, Esras 79, 95
109,119,139,177 Estrildis 99,122
Delbchaem 31,37,54, 66 Etain 37,55,78,79,88,133,145,147
Delilah 39 Etair 79
Demeter 134,158 Eterscel 133
Demne 66, 84f Ethal Anubal 47
Despina 158 Ethelred 74
Diana 46, 66,129,141 Ethelstan 100
Diancecht 59, 67,133,143f, 160 Ethelwulf 168
Diarmuid 28,67, 73, 85,97,109, 160 Ethniu 35,80,124
Dindrane 68,162 Euroswydd 74
Diodorus Siculus 29
Don 25,30, 68, 91,93,101 F
Donn 68, 160
Donn Cuailgne 68,84 Fand 77,81,116,128
Dubh Lacha 42,62, 71 Fear Doirches 161
Dubhlaing 29,71 Fedelm 57,81
Diwrnach (Dymwch) 68,70 Fedlimid 65
Dyfed 101,129 Feirefitz 153
Dylan 31,72, 101, 160 Fenris 27, 82,123,156, 175
Ferdiad 61,82
E Fergus 36
Fergus mac Roigh 23, 55,58,65, 82,109,
Eber 73, 79,133 127,140
Ector of the Forest Sauvage 31, 73,108, Fflur 50,83
112,172 Fiachna 29, 83, 85,119,122,128,134
Edward I. 159,181 Findabair 83, 87
Edward III. 91 Finegas (Finneces) 66, 84, 85,116
Edwin der Usurpator 147 Fionn mac Cumhal (Finn mac Cool) 17,23,
Efnissien 41f,74, 100,121,142 48,50,55,58, 64, 66f, 83f, 85,92,94, 97,
Egfrith 80 107,109,112, 114ff, 135,138,146,160f,
Eglamour 60, 65, 74,75 170,175,184
Elaine de Astolat (»Le Blanke«) 45,75,118, Finman von Moville, hl. 54
140 Fintan 21,52,84,174
Elaine von Corbenic 75, 89,150 Fionnuala 29,85,119,134
Elaine von Garlot 75,95 Fodla 26, 86
Elatha 43,75 Forest, John 66
Elcmar 28, 39,75 Forgall 77, 87
Elen 75, 131 Fraoch 83f, 87
Elidor 76,98 Frey 25, 87,178
Elidurus 76 Freya 87,140,164,178
Elizabeth I. 97 Frigga 22,35, 87,90,106, 175
Elphin 76,101,170 Fuamnach 79, 88

188
G Gwion Bach 51
Gwyddno Garanhir 70,76,101,121
Gabriel 63,89 Gwydion 25,30f,39, 80,91,101,102,120f,
Gaheris von Orkney 22,54, 89,117,123, 130f, 153, 158,163
135f Gwyn Gohoyw 52
Galahad, Der stolze Prinz 40,45,75, 89,96, Gwynedd 101
105,117, 150,152,157,162 Gwynn ap Nudd 30,54,59, 102,106,142,181
Gareth von Orkney 22,46,54, 89, 90,118, Gwythyr ap Greidawl 59, 102
123,128,135f
Garlon 35 H
Gawain von Orkney 22, 24,54, 62,78, 81,
86, 89, 90,97-100,103,117,122f,135f, Haakon 128
151f,157 Hafgan 30,98f,103,154
Gearold Iarla 23 Hecateus 7,107
Geoffrey von Monmouth 28,46,122,132, Hector 142
136,153 Hefaidd Hen 104,158
Georg, hl. 18,69, 90 Heimdal 104,123
Gerald von Desmond 23 Heinrich II. 33, 171
Gereint 54,77,91 Heinrich IV. 148
Gersemi 87 Heinrich V. 91,94
Gilfaethwy 91,93,101,130 Heinrich, Prinz, Sohn Heinrichs II. 171
Giolla Deacair 55,92 Hel 27, 104,106,123,156,175,183
Giraldus Cambrensis 76 Helena 66
Glut 123 Heloise 119
Godard 104 Hereward der Wache 18, 105
Godfrey von Bouillon 142 Hermod 22,35,88, 106,139
Goewin 91, 93,101,130 Herne 106,181
Gofannon 72, 93,160 Hilda von Whitby, hl. 47, 63,106
Gog 46 Hnoss 87
Gogmagog 46,58,93 Hodur 22,35,88, 106,139, 178
Goibniu 44,93, 94,114,160 Holinshed 63
Goldborough 104 Hreidmar 81
Goleuddydd 62 Hrothgar 97
Goll mac Morna 94,109 Hugh von Lincoln 107
Goneril 58,118 Hyperboräischer Apollon 21
Goreu 63,94,100
Gorlois von Cornwall 42,75, 95,108,136, I
172,176f
Grainne 58,67, 85,97,109 Idun(Iduna) 22, 108
Gratian 131 Igerna (Igraine) 31,42,75, 94f,108,136,
Griflet 97,110 176f
Grisandole 34, 98 Illtyd, hl. 108,161
Gromer Somer Joure 98,99,103,157 Inanna 137
Gronw Pebr 39,44, 98,120f Iollan 109, 175
Grüner Ritter 98,103 Iseult (Isolt) von Bnttany 27,109,173f
Guendolena 99,122,158 Isolde von Irland 28,42,59,67, 109,130,
Guidarius 63 137,149,173f
Guinevere 22,31f, 39,45,67,75,83, 89f, Ith 42, 109,133
93,99,109,118ff,127,131, 135,163, Iuchar 43, 109,175
165, 169,173 Iucharba 43,109,175
Guireomelant 54, 100
Guy von Hampton 38 J
Gwawl 64,100,104,121,129,153f,158
Gwenddolau 70,158 Janet 170
Gwenhwyfar 91 Janus 119
Gwern 41f,74,100,131 Jaufre 98, 110
Gwion 83, 100,101,169 Jeronimus 54

189
Jesus Christus 27,55f,93,95f,110,111, Llyr 42,50,58,119, 121,128,142
129,135,141,149,152,158 Loathly Lady 98,115, 122,182
Johann Ohneland 88 Locrinus 99, 122
Jonson, Benjamin 159 Loegaire 4, 55,119, 122
Josef aus Anmathäa 22,45,60,93,95f,110, Lohot 112,120, 123
129,131,139 Loki 22,27,35,81f,104,106,108,123,
Josephus, Sohn des Josef aus Anmathäa 22 156,162,164
Joshua 142 Longinus 96
Judas Maccabäus 142 Lot (Lotha) 22,89f,123,136,151
Jupiter 111,170 Luchar 52
Lucharba 52
K Lugaid 48,60f,66,123
Lugh 29,35,43f,52,57,61,64f,67,73,79,
Karl der Große 142 93,95,103, 109,114,118,121, 124,138,
Kathanna von Aragon 66 143,169,175
Kay 55,90, 112,120 Lysanor 119
Kempe Owen 112,182
Kentigern.hl. 112,113 M
Kirk, Robert 81, 113,134
Konstantin der Große 75 Mabon 21,27,29,47, 62,100,112, 126,
Kronos 16,41,44,114,145,162,184 129,134f,170,174,178
Kundry 16,115,122,182 MacCecht 55
Macha 60,78, 118, 126,127,134,137
L MacPherson, James 84,146
Madrun (Matriana), hl. 127,134
Labraid 81, 116,119 Maelduine 21,43,68, 127,147,172
Labraid Longseach 59,116,137,163 Maelgwn 76f,174
Lady of the Lake 117,142 Maelon 71
Lailok en 117,132,168 Maeve (Medb) 28,61,82ff,87,126,127,
Lairgren 85 167
Laith Luachra 138 Mag Mell 41,122, 127
Lamorackde Galles 117,136 Magnus Maximus, Kaiser 131
Lang, Andrew 49 Magog 46
Lanzelot (Lancelot du Lac) 22,25,32, 37, Maledisant 46, 128
40,45,67,73,75,86,89f,97,99f,104f, Malory, Thomas 16, 117,136,155
109, 117,118f,121,123f,127, 131,149f, Manannan mac Lir 23,29,41,58,80f,114,
163 119,124,127, 128,129, 134f, 141,164
Lear 42,58, 118,121 Manawyddan 50,53, 96,121, 128,153,158,
Leodegrance 99, 119,169 170
Leof ric von Mercia 93 Map, Walter 105,181
Liadin 62, 119 Maponus 29f, 129,145,174
Liath Luachra 85 Marc von Cornwall 25,28
Liban 116,119 Mana, Die Selige Jungfrau 25, 129,138
Lilith 82 Maria, Königin der Schotten 52
Lilolf 128 Marke (March) 27,42,59,67,109,116,
Lindsay 108 129, 130,137, 163,172f
Linet 128 Marrock 74, 130
Lir (Ler) 29,83,85, 119,121,134,162 Mars 17,37, 130,139
Llacheu 119,123 Math 30,39,91,93,101f,120, 130
Llawfronedd der Reiter 70 Matholwch 41f,74,100,120,131
Llefelys 121 Mathonwy 30,130
Llew Llaw Gyffes 31,39,44,50,72, 80,98, Maxen Wledig 75, 131
101f, 118,121,124,131 Medb 23
Lludd 70,120,121,123 Meliodas 173
Lludd Llaw Ereint 59 Melusine 101, 118
Llwch Llawwyanawc 118,124 Melwas 131,165
Llwyd ap il Coed 100, 121,129 Merkur 17, 131,160

190
Merlin (Merlmus, Myrddyn) 9f,21,31f,34, Nuadu 59,67,93,103,122, 124,133,138,
36,39,42,51f,54,68f,71,73,90,95,98f,108, 142, 143, 166,175,177
113,117,121,126,131f,141f,155,158,168ff,
172f, 176f,179,181 O
Mess Buachalla 55, 133,140
Miach 133,143 Oberon 144,159
Midgard Serpent 110, 123 Odin (Votan, Wotan) 21,33ff,75,88,90,
Midir 27,37,78f, 88, 133,147 104,106,123, 133f,144,162,164,167,
Miled 26,73,79,109,128, 133 172,175,178,180,183
Mimir 133,144 Odur 87
Minerva 38,44f,134,168 Ogma 64,131,144,145
Mochaomhog, hl. 85, 134,162 Ogmios 145
Modron 34,126f,129, 134,136f,148,158, 176,180 Oimelc 146,161
Mog Ruith 134,172 Oisin 64,85,97,141, 146,147, 161
Moling,hl. 113,168 Olwen 62f,146,183
Mongan 42,62,71,85,128, 134,164 Oscar (Osgar) 23,48,85
Mongfind 48,135,141 Oswald, hl. 22,147
Mordrains 60 Ote 89
Mordred 22, 31f,48,67,99,123, 135,136, 176 Otr 81
Morfessa 81, 135 Owain (Yvain) 54,91,116,125,136,148,
Morfran 135,169 156,176,183
Morgan (Morgana le Fay) 21,25,29f,34,54, 66,
80,95,98f,108,134, 136,137, 156,176,180 P
Morgan der Reiche 70
Morgause 22,54,89f,95,117,123,135, 136 Padern (Paternus) 70,149
Morholt (Morhold) 28, 136,161,173 Palomides 149,151,155
Moriath 59,116, 137,163 Pantheon 68
Morrighan 35,64,99, 107,113,131,136, Partholon 139, 174
137,139,148,156,176,180 Parzival (Perceval, Perlesvaus, Peredur)
Mungo, hl. 112 22ff,26f,39f,45,54,68,70,94,96,122,
Murine 85,138,175 149,151,162,176
Patrice 127
N Patrick, hl. 18,60, 80,146, 150
Pelles (Pellham) 35,75,96,151,178
Nanna 22, 139 Pellinore 22,31,117,123, 136, 149f,151,
Nantosuelta 139,167 155,173
Naoisi 23,30,36, 56,65f,109, 139,177 Penarddun 74
Nemainn 137,156 Penda 22,147
Nemed 86,126, 139,174 Peredur 27,56,70
Nemetona 130, 139 Plutarch 44
Nennius 11, 128 Potter Thompson 33
Nentres von Garlot 75, 140 Prasutagus 40
Neptun 142 Prinsamour 60,74
Nerthus 87, 140,142 Pryderi 52,73,96,101,121,128f,153,154,
Nessa 55,82,141 158,163,170f
Niall der Neun Geiseln 48, 86,122,135, Pwy ll 30,63,98,100,103,129,147, 150,
141,165 153, 154,157f,163,171
Niamh 51,56, 141,146
Nidud 180 R
Nimue (Nmiane) 28,54,74,117,121,132,
141,142,178 Ragnell 62,90,98,100,122, 157
Nissien 121, 142 Ran 21, 157
Njord (Niord) 87f,142, 178 Regan 58, 81,118
Nodens 122, 142,143 Repanse de Joye 153
Rhea 114
Rhiannon 26,52,64,78,100,104,121,129,
134,147,152ff,158,159,170ff

191
Rhydderch Hael 70,99,132, 158 Tir Tairngire 41,58, 172
Rhygenydd 70 Tlachtga 134,172
Richard I. (»Lowenherz«) 91,160 Toltkien,J.R.R. 75
Richeldis 129 Tondberht 80
Rigru Roisclethan 159,163 Tonuuenna 43
Rinda 178 Tor 31, 173
Robin Hood 88f,159 Torna 48
Roger of Coggeshall 98 Trefuilngid Tre-Eochair 173,174
Ronan, hl. 167 Tristan 27ff, 42,59,64,67,71, 94, 109,125,
Rosmerta 17,131,160 130,137,161, 173
Ruad Rofessa 64 Tuan mac Carill 21,116,173, 174
Ruadan 44,94, 160 Tudwal Tudglyd 70
Ryon (Riance) 59, 160 Tuirenn 43,52,73,114,145, 175
Tyr (Tiw) 22,82,88, 175
S
U
Sadbh 64,85,146, 158, 161
Samildanach 124 Uathach 162, 176
Scathach 29f,77,162,163,176 Urien 113, 148, 176
Schwarze Annis 64, 162 Urrey of Hungary 118
Scoriath 116,137, 163 Uscias 84, 176
Segda Saerlabraid 57,159 Usna 58,109
Semias 138, 164 UtherPendragon 26,31,95,108,176, 177,
Seraphe 60,65,139 179
Shak espeare, William 58,63,119,122,159
SheelanaGig 110, 164 V
Sif 22,164
Sigurd 81 Vali 22, 178
Simon Magnus 134,173 Vanir 115,178
Simon Petras 27 Vespasian 111
Sithchean 141,165 Vili(Ve) 22,178,183
Skadi 142 Vivienne 117,132,142,178
Sonnenträne 122 Vortigern 26,68f,127,132, 178
Southey 127 Vortimer 127,162
Sovereignty 37,79,96,115,117,122,124,
127, 141,143,159, 165,178, 182 W
Stephen von den Wren Boys Hl. 184
Sucellos 139, 167 Wagner, Richard 26
Suetonius Paulinus 40 Wayland 80
Suibhne Gelt 113,117,132,167 Wild Edric 118,181
Sulis 134,168 Wilhelm Tell 181
Surtr 92,138, 168 William der Eroberer 105,181
William of Cloudesley 21,54
T William Wallace 18,159, 181
Wolfram von Eschenbach 16,26,150,153
Tacitus 104,140 Wyrd 143,182
Tailtiu 124, 169
Taliesin 25f, 36,51,76f,100f,115f,136, Y/Z
147, 169,174
Taranis 111,170 Yeats, W.B. 21,28
Tegid Foel 51,59,135,170 Ymir 34,92,144,178, 183
Tennyson, Alfred 178 Yspaddaden Pencawr 36,44,62f,94,146,
Thomas von Canterbury 171 183
Thor 22,38,147,164, 171,175,178 Yvain (Owain) 125,136,148, 183
Tigernonos 171, 172 Zeus 114,145,178
Tir na mBan 36, 172 Zimmer, Bradley, Marion 7

192