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Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband

Association suisse et liechtensteinoise de la technique du bâtiment


Associazione svizzera e del Liechtenstein della tecnica della costruzione
Associaziun svizra e liechtensteinaisa da la tecnica da construcziun

September 2017

Merkblatt
Fachbereich Spengler | Gebäudehülle

Fassadenanschlüsse mit Sockelschutzblechen

Verputzte Aussendämmungen bei Neuaufbau

In der Praxis hat sich gezeigt, dass der Fassadenanschluss bei es im angrenzenden Wohnraum an den be­troffenen Stellen
verputzten Aussendämmungen vielfach falsch oder mangelhaft zu Wärmebrücken kommen. Das vorliegende Merkblatt regelt
ausgeführt wird. In einzelnen Fällen wird sogar gänzlich auf in erster Linie Flachdach­anschlüsse an verputzte Aussen-­
ein Sockelschutzblech verzichtet. Das kann zu optischen Beein- Wärmedämmungen. Zusätzlich wird eine fachgerechte Aus­
trächtigungen wie abgebröckeltem Fassadenputz oder einzelnen führung gezeigt, die den Sockelbereich dauerhaft schützt.
Abplatzungen durch Feuchtigkeit oder mechanische Bean­ Vom beschriebenen System a­ bweichende Aus­führungen müssen
spruchung führen. Zudem beeinträchtigt der Feuchtigkeits­ mit dem ­jeweiligen Fassaden-Systemlieferanten geklärt
eintrag in das Dämmsystem die Dämmwirkung. Dadurch kann ­werden.

Merkblatt «Fassadenanschlüsse mit Sockelschutzblechen», © suissetec, September 2017, Art.-Nr.: OD13308


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Detail Sockelschutzblech

 1 Tragkonstruktion / Unterkonstruktion
 2 Mauerwerk
 3 Voranstrich / Dampfbremse
 4 Wärmedämmung
 5 Abdichtung
 6 Drainagematte / Schutzbahn
 7 Bettungsschicht
 8 Begehbare Nutzschicht
 9 Oberkante Schutz- oder Nutzschicht / Sockellinie
10 Aufbordung, mechanisch befestigt z. B. mit FLK oder Pressschiene
11 Sockeldämmung mit geringer W ­ asseraufnahmefähigkeit
z. B. XPS (geschlossenzellig)
12 Schutzbeschichtung
13 Blechkaltkleber, lösungsmittelfrei
14 Grund- und Deckputz
15 Sockelschutzblech
16 Kapillarschnitt, verfüllt
17 Stecknut mit Gefälle nach aussen
18 Übergangsfuge Grundputz
19 Deckputz

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Merkblatt «Fassadenanschlüsse mit Sockelschutzblechen», © suissetec, September 2017, Art.-Nr.: OD13308


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Vorgehensweise für eine fachgerechte Sockelschutzblechmontage bei Neuaufbau

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Anzeichnen der Stecknut und Kapillarschnitthöhe. Kote mittels Wasserwaage, Spickschnur, Laser oder dergleichen
­anzeichnen.

Merkblatt «Fassadenanschlüsse mit Sockelschutzblechen», © suissetec, September 2017, Art.-Nr.: OD13308


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Stecknut und Kapillarschnitt mit geeigneten Hilfsmitteln ausführen. Stecknut und Kapillarschnitt sind nach dem Erstellen staubfrei zu
­halten (Staub z. B. mit Druckluft oder Staubsauger entfernen).

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Kapillarschnitt mit einem elastischen und feuchtigkeitsschützenden Die Schutzbeschichtung erfolgt normalerweise durch den Fassaden-
Material verfüllen / versiegeln. Darf aus dem gleichen Material wie die bauer und ist auf das Fassadensystem abzustimmen.
Schutzbeschichtung bestehen.
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Nach erfolgter Aushärtung des Schutzanstrichs Schutzblech an Gehrungen und Anschlussboden sind dicht auszuführen.
­Gebäude anpassen.

Merkblatt «Fassadenanschlüsse mit Sockelschutzblechen», © suissetec, September 2017, Art.-Nr.: OD13308


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Hinterfüllung der Stecknut. Vertikales Auftragen des Montage­- Montage des Sockelschutzblechs.
klebers an das Gebäude; anfallende Feuchtigkeit kann so ungehindert
und schadfrei nach unten entweichen.

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Abglätten und Entfernen des überschüssigen Füllstoffs Deckputz und Farbe auftragen.
(keine ­zusätzliche Fuge erstellen).
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Ausführungshinweise

Stecknutausbildung

max. 250 mm
min. 120 mm

25 mm

Merkblatt «Fassadenanschlüsse mit Sockelschutzblechen», © suissetec, September 2017, Art.-Nr.: OD13308


Die Ausführung des Kapillarschnitts verhindert den Feuchte- Die Stecknut ist mit einem Mindestgefälle von 5° nach aussen
transport im Grundputz. Somit kann ein trockener Untergrund auszuführen. Die Schnittbreite ist der ver­wendeten Blechstärke
für die dauerhafte Verklebung des Sockelschutzblechs gewähr- anzupassen, darf jedoch 4 mm nicht überschreiten. Der Füll-
leistet werden. Der Kapillarschnitt ist zwingend durch die ge- stoff der Stecknut ist bezüglich Material­verträglichkeit auf das
samte Putzschicht auszuführen. Der verfüllte Kapillarschnitt ist Fassadensystem abzustimmen.
25 mm über der Oberkant-Nutzschicht (Sockellinie) auszuführen.
Die Höhe des Sockelschutzblechs soll den zu erwartenden
Um die Auffeuchtung im Sockelbereich zu verhindern, muss ­mechanischen Belastungen / Spritzwasserhöhen usw. ange-
­eine Schutzbeschichtung bis Höhe Kapillarschnitt und mindes- passt werden. Empfehlung: 120 mm über Schutz- oder
tens bis 200 mm über die Abdichtungslage appliziert werden. ­Nutzschichten. Die maximal zulässige Profillänge von Sockel-
Die Schutzbeschichtung ist immer auf das Fassadensystem / schutzblechen beträgt 2,00 m.
den Grundputz abzustimmen.
Ist das Sockelschutzblech mechanischer Belastung ausgesetzt,
Bei verputzten Aussenwärmedämmungen bemisst die Mindest- ist eine Erhöhung der Materialdicke zu empfehlen. Das
schnittbreite 3 – 4 mm und reicht 10 – 20 mm in die Wärme- ­Korrosionsverhalten des Materials des Sockelschutzblechs mit
dämmplatten. Die Verfüllung des Kapillarschnitts unterbricht angrenzenden Schutz- oder Nutzschichten ist vorgängig zu
den Feuchtetransport im Putzsystem. Idealerweise kann für prüfen.
die Verfüllung des Kapillarschnitts das gleiche Material wie für
die Schutzbeschichtung verwendet werden. Die Verfüllung
kann auch mit elastischen und feuchtigkeitsschützenden Füll-
massen ausgeführt werden (z.B. Hybrid, PU oder dergleichen).
TECHNICIENS DU BÂTIMENT. GEBÄUDETECHNIKER.
DELLA COSTRUZIONE. TECHNICIENS DU BÂTIMENT.

NOUS,
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NOUS, LESNOI, I TECNICI NOUS, LES
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GEBÄUDETECHNIKER.
TECHNICIENS DU BÂTIMENT. DELLADUCOSTRUZIONE.
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BÂTIMENT. TECHNICIENS DU BÂTIMENT.
DELLA COSTRUZIONE.

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Ausführungshinweise bei Sanierungen Folgende Punkte sollten bei der Beurteilung eines S­ chadensfalls
beachtet werden:
Schäden an bestehenden Sockelzonen resultieren nicht immer
WIR, DIE NOUS, LES
aus der Auffeuchtung des Fassadenputzes. Aus diesem Grund NOI, I TECNICI
• Materialwahl des Fassadenaufbaus
• Sockelausbildung gemäss den technischen Vorgaben
GEBÄUDETECHNIKER. TECHNICIENS DU BÂTIMENT.
sind zur Abklärung vorgängige Sondie­rungen des Fassadensys- DELLA COSTRUZIONE.
der ­Fassadensystemlieferanten
tems und der angrenzenden Schutz- oder Nutzschichten nötig.
• Gefälle der Abdichtungslage und deren Schutz-­und
­Nutzschichten
• Drainagemassnahmen bei weiterführenden oder angren­
zenden Fassadenteilen unter Terrain
• Homogene Dämmungsebene ohne Absenkungen
• Mechanische Beschädigungen / Beanspruchungen

Merkblatt «Fassadenanschlüsse mit Sockelschutzblechen», © suissetec, September 2017, Art.-Nr.: OD13308


Bei einer Sanierung eines bestehenden, schadhaften Sockelbereichs Sockelschutzbleche an bestehenden Fassaden sind unter Berück­
ist die Ausführung mit dem aufgezeigten Sockelschutzblech nicht sichtigung der kapillarunterbrechenden Massnahmen mittels
­anzuwenden, da eine dauerhafte Abdichtung auf den Deckputz mit ­konventionellen Deckstreifen mit Dichtungsfalz auf das Fassaden­
der Fugendichtung nicht gewährleistet ist. system zu montieren.

Hinweis Auskünfte
Bei der Anwendung dieses Merkblatts sind die konkreten Für Auskünfte steht Ihnen der Leiter Fachbereich
­Umstände sowie das Fachwissen zu berücksichtigen. Eine Spengler | Gebäudehülle von suissetec gerne zur Verfügung.
­Haftung ist ausgeschlossen. Tel. 043 244 73 32
Fax 043 244 73 78
Zeichnungen
Lobnik AG, Männedorf Autoren
Kuster Zimmerei Schreinerei AG, Uetikon am See Dieses Merkblatt wurde durch die Technische Kommission
Spengler | Gebäudehülle von suissetec in Zusammenarbeit mit
Fotos dem SMGV (Schweizerischer Maler- und Gipserunternehmer-
Patrick Wickli, Dachsen Verband) erarbeitet.
Marcel Venzin, Uetikon am See

Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband
Auf der Mauer 11, Postfach, 8021 Zürich
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