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Band 60.] W. Ε. CRUM: Koptische Zünfte und das Pfeffermonopol.

103

Koptische Zünfte und das Pfeffermonopol.


Von W . E . CRUM.

ine koptische Urkunde, die uns über die staatlichen Monopole Auskunft bietet, würde
zu den größten Seltenheiten zu rechnen sein; mir wenigstens ist derartiges bis jetzt
völlig unbekannt. Nicht minder selten wäre auch koptischerseits die Erwähnung
der damaligen Berufsvereine. In beiden Richtungen erfahren unsere Kenntnisse durch
den im folgenden zur Veröffentlichung gebrachten Papyrus eine nicht unwesentliche
Bereicherung. Freilich möchte ein derartiger Text einen ausführlicheren Kommentar
beanspruchen, als ich imstande bin zu liefern; nur mit dem Allernötigsten muß ich
mich einstweilen begnügen.
Der Papyrus wurde, zusammen mit anderen, gleichfalls angeblich aus Edfu
stammenden koptischen Urkunden vor drei Jahren dem Britischen Museum angeboten.
Der größte Teil ging nach Amerika, unser Stück aber blieb zurück und trägt heute
die Nummer Or. 8903. Er hat eine Länge von 1,40 m, bei einer Breite von 17,5 cm.
Daß der Papyrus bloß ein Fragment ist, ergibt sich nicht allein aus dem zerstückelten
Zustande seines unteren Endes, sondern auch aus inneren Erwägungen (S. u.). Die
Schrift des Haupttextes (Zz. 1—33) gehört jenem leicht geneigten, ligaturenfreien
Typus an, welchen man dem 7., ja noch dem 8. Jahrhunderte zuzuschreiben pflegt 1 .
Der Duktus hat mit dem der wohl gleichfalls aus Edfu stammenden und ins Jahr
620 + zu setzenden Nr. 467 des Britischen Museums (Catal., PI. I) unverkennbare
Ähnlichkeit2. Die Schriftzüge der 12 darauffolgenden Zunftvorsteher gehören, mit
2 Ausnahmen, dem gleichen Typus an; nur die 7. Hand ist ligaturenreich und weist
einen Duktus auf, den man einer etwas früheren Epoche zuzuschreiben pflegt 3 ,
während die 12. eine ausgesprochene, sich schon den Schriftarten der späteren Djeme-
Urkunden nähernde Kursive zeigt4. Oberhalb des koptischen Textes sieht man den
Abschluß ejnes wohl griechisch-arabischen Protokolls: ein halb Dutzend roher, ineinan-
der verschlungener Striche5. Die Tatsache, daß diese sich unmittelbar am linken
Rande des Papyrusblattes befinden, während rechts von ihnen der Raum leer bleibt
— mit anderen Worten, daß das meiste des Protokolls schon links abgeschnitten
worden ist —, scheint zu beweisen, daß man das neugestempelte Blatt bisweilen der
Länge nach in zwei Teile zerschnitt.
Genauer datierbar sollte unser Text nach dem im Eide angerufenen Statthalter-
namen sein (Zz. 27, 28). Leider ist aber 'Abdallah der Name von nicht weniger als
drei der früheren Statthalter Ägyptens, und zwar: 'Abdallah b. Sa'd 644—656
n. Chr., 'Abdallah b. 'Amr 664, 'Abdallah b. 'Abd el-Malik 705—709. Dazu kommt,
daß in diesem Zeitraum das 8. Indiktionsjahr viermal wiederkehrt: 650, 665, 680,

1) Dieser Schrifttypus behauptete sich lange. Man vergleiche ζ. B. die Hand von Djeme Nr. 106
( = REVILLOUT, Actes pl. 2), die im Jahre 735 geschrieben wurde, mit der des New Yorker Hiob-Ostrakons
(d. h. die von HALL, pl. 18, oben), die man getrost um das Jahr 600 herum datieren kann. In manchen
Eigentümlichkeiten stehen sie einander sehr nahe, was aus den beiden Faksimiles allerdings kaum er-
sichtlich i s t — 2) Abweichend ist vor allem die Form des M: dort vorwiegend μ, bei unserem Papyrus da-
gegen M. — 3) Vgl. SCHUBABT, Papyri Graecae, Taf. 49 a. — 4 ) Vgl. etwa Brit. Mus. CataL, PI. III, Nr. 3 9 8 ;
REVILLOUT, A c t e s , P H . 5, 1 5 . — 5 Vgl. ZA. X X I I , Taf. 2.

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104 [60. Band.

695. In welchem von dieser 4 Jahren unser Papyrus geschrieben wurde, läßt sich
vorläufig nicht entscheiden. Auch der gleich mitangerufene Dux — nach seiner
dem Statthalter ebenbürtigen Ehrenstellung gewiß noch der Dux Thebaidis selber1 —
verliilft uns keineswegs zu einer näheren Zeitbestimmung; denn einen Damianus als
Träger dieser Würde begegnen wir hier zum ersten Male. Ein für die Datierung wohl
nicht unwichtiges Zeugnis wäre die scheinbare Identität zwischen dem ιατρός Dius
(Z. 108) und einem die Edfuer Urkunden, Brit. Mus. Nr. 445 und P. Lond. II,
Nr. CCIX bezeugenden Arzte dieses Namens. Eine Schwierigkeit liegt freilich darin,
daß unser Dius des Schreibens unkundig ist, während der andere mit eigener Hand
fertigt. Oben erwähnte zwei Hss. gehören nun ebenfalls ins Jahr 620.
Unser Text ergibt sich als ein von einer Anzahl Gewerkschaften der Stadt Edfu
aufgestelltes, an den Pagarch daselbst gerichtetes Anerkenntnis ( ο μ ο λ ο γ ί α ) , wodurch
jene den Empfang einer ziemlich großen, vom Pagarchen unter sie verteilten Menge
Pfeffer bestätigen und sich dabei verpflichten, diese ausschließlich unter die Besser-
gestellten ihrer Mitglieder weiter zu verteilen. Merkwürdig ist hier die zwischen
Pagarch und Zünften vermittelnde Rolle des Bischofs (Z. 14); war er doch noch
immer der Hauptvertreter der koptischen Bevölkerung geblieben. Als Wortführer
jeder Zunft fungiert ihr Vorstand2, wobei bezeichnend ist, daß, mit einer einzigen
Ausnahme, keiner von ihnen schreibfähig ist — auch der der Ärzte nicht. Der Vor-
stand wird *xi€ (vgl. κειφαλαιωτής) benannt, ein zur Bezeichnung des Dorfschulzen
sowie des Klosteroberhaupts wohlbekannter, dagegen für den Zunftvorstand bis dahin
noch unbelegter Titel3. Die Zunft selbst heißt stets κοινότης, ein in dieser Anwendung
sonst nur selten vorkommendes Wort 4 .
Der Übersichtlichkeit halber lasse ich hier die Liste der betreffenden Zünfte
folgen:

Zahl der Pfeffer-


Zunft Preis
Vorstände quantum

Töpfer 1 18 Pfund 3 Solidi


Walker 1 6 » 1 „
. . . -arbeiter (?) . 2 18 „ 3 „
Steinhauer(?) . . . 2 9 „ l'/ 2 „
Schiffer 1 36 „ 6 »
Schuster 1 12 „ Ο
* η
Maurer 1 12 „ 2 „
Flickenschneider . 1 6 „ 1 „
Ärzte 1 6 „ 1 r
Ölhändler 1 15 „ 2 V2 „
Sticker 2 12 „ [ ] .
Schmiede 1 6 „ [ ] n

1) S. STEINWENTEK in WESSELYS Studien XIX, 8. — 2) Dies nehme ich an, obwohl bei 5 Züiiften der
gebührende Titel fehlt. — 3) Über den «.ne vgl. jetzt STEIKWENTEB a. a. 0., S. 47. Als Zunftvorstand
wäre höchstens der π^οττριτ (leg. nngom-piT?) anzusehen. Dann wäre die Zunft der α γ ρ ο φ ύ λ α κ ε ς zu
vergleichen, worüber SAN NICOLÖ 1 1 9 0 , REEL 189 Anm. heranzuziehen wären; ferner Brit. Mus. Catal. Nr. 1031,
Tn&ujne nngoirpA.Te (wohl ή λ ε ι τ ο υ ρ γ ί α τ ω ν φ υ λ ά κ ω ν ) , welche eine Zunft vorauszusetzen scheint. In
diesen Zusammenhang gehört vielleicht auch Osireion S. 40, Nr. 11, 1 2 , UNT ΠΠΗΤ, ? etwa Vorsteherin
eines Weberinnenvereins. — 4) Für die Dorf-κοινότης vgl. P. Lond. IV, 1540, 1615; KBALL Nr. CXLV; Ky-
lands Nr. 115; D j e m e Nr. 108, 13; CO. 407—8; Short Texts 99. Einmal begegnet κ. als Brudergemeinde
eines Klosters, die eine Versöhnungsschrift an die Geistlichkeit einer benachbarten Kirche aufstellt (Short
Texts 115).

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Rand 6 0 . ] W . Ε. CKUM: Koptische Z ü n f t e und das Pfeffermonopol. 105

Der daraus sich ergebende Preis eines Pfundes Pfeffer: V6 Solidus = ungefähr
20 englische Pfennige = 50 amerikanische Cents1. Das den Schiffern zugeteilte
auffallend hohe Quantum wäre vielleicht daraus zu erklären, daß ihr Beruf doch
die meiste Gelegenheit bot, des angekauften Pfeffers wieder los zu werden.
Alle oben erwähnten Zünfte finden sich, mit Ausnahme der Ärzte und Sticker,
von SAN NICOLÖ8 und REIL 3 verzeichnet und untersucht.
Daß unser Verzeichnis aber alles weniger als vollständig ist, ergibt sich schon
aus der Gegenüberstellung der Summe obiger 12 Posten und der Gesamtmenge des
vom Pagarchen zu verteilenden Pfeffers (Z. 10): liier 600 Pfund, dort 156 oder ein
Viertel des Ganzen. Würde man freilich annehmen, daß der Text in gleicher Weise
fortgeführt worden sei, so müßte der Papyrus eine ganz ungewöhnliche Ausdehnung
gehabt haben.
Wir haben es hier mit dem aus späteren Zeiten wohlbekannten Pfeffermonopol
zu tun*. Daß aber dasselbe auch schon am Anfang des 8. Jahrhunderts im Gebrauch
war, ist wahrscheinlich einer lehrreichen Stelle des Ibn cAbd el-Hakams5 zu entnehmen,
deren Kenntnis ich Mr. R. GUEST verdanke. Denn dort lesen wir von einem Pfeffer-
ankauf seitens des damaligen Schatzmeisters Usämah b. Zaid gegen 20,000 Dinare.
Dies geschah aber um das Jahr 717 (da auch der Kalif 'Umar b. 'Abd el-'Aziz in der
Anekdote vorkommt), also gerade um die Zeit, der wir unsere Urkunde zuschreiben.
Bekanntlich war der Pfeffer im klassischen Altertum und noch mehr während
des ganzen Mittelalters eins der begehrtesten und kostspieligsten Gewürze6. Nach
Europa gelangte er meistens über Ägypten, das er durch den indischen Transport-
handel erreichte 7 . In der ägyptischen Literatur aber hat er nur wenige Spuren
hinterlassen. Die griechischen Urkunden nennen ihn selten8, die koptischen Texte
etwas häufiger, und zwar in recht verschiedenen Formen: nertpec Hyvernat Actes
154, ncnpoc Cod. Vatic. LXVI, nmcpoc Cod. P. MORGAN XLI (XXXVII) f. 122,
nmep Monast. of Epiphanius Nr. 575, nenA.pic Paris 43, S. 56 = ib. 44, S. 81b
neqjivpic, ebenda S. 66 nenepin und nenpe 9 ; während KLRCHER S. 191 (auch LORET)
eine ganze Reihe Formen bietet: τΐΑ.ππΑ.ρι (sic leg.?), ncnpoc, q>mpoc, nenepon. Noch
ein anderes Glossar gibt ne^pi 10 . Im Spätdemotischen kommt er ebenfalls als pipir vor11.
An der Sprache unseres Textes wäre, von dem gewohnten Maß orthographischer
Inkorrektheiten abgesehen, nicht vieles auszusetzen; höchstens ein paar lautliche
Abweichungen vom normalen Saudischen, so: 17, h.um 67, hmjvt 64, <V^ire
112, oir^tiA.qpe 100, cniviroirc 82 — sämtlich Formen, die der oberthebanischen,
und zwar mehr der strikt thebanischen als (soweit wir diese bis jetzt kennen) der
Mundart von Edfu usw., geläufig sind.
Nachstehende Umschrift bestrebt eine möglichst genaue Wiedergabe der Hs.
Nur wird das dem Wortende so oft überschriebene Häkchen durch einen kurzen
1) Für Lebensmittel- und sonstige Preise dieser Epoche s. die Darstellung BELLS, P. Lond. IV,
S. XXXVIII. — 2) Ägyptisches Vereinswesen I, 1913, S. 66 ff. — 3) Beiträge z. Kenntnis des Gewerbes
1913, S. 189 ff. — 4) Für die Mamlukenzeit s. S. LANE-POOLE, A Hist, of Eg. in the Middle Ages, 1901,
S. 340. Vgl. auch C. Η. BECKES in Enzykl. des Islams II, S. 17. — 5) Futüh Misr, ed. C. C. TOBET, 1922,
S. 99. — 6) S. FLÜCKINGEB-HANBURY, Pharmacographia, 1879, S. 577 ff. (ein Werk, auf das mich Herr Dr.
CH. SINGER aufmerksam machte). Man vergleiche ferner L. C. WEST im Journ. of Roman Stud., 1917,
S. 54, 55; CHASSINAT, Papyrus Medical, 1921, S. 86 ff.; Encycl. Biblica II, 1543. — 7) WUSTENEELD aller-
dings läßt Kalkaschandi Pfeffer unter den ägyptischen Pflanzen anführen (Geogr. u. Verwaltg. S. 33). Allein
Ibn Baithar (Nr. 794) und Ibn Sarapion (Guigues Nr. 502) sehen im ^ascbhäsch vielmehr den Mohn. —
8) P. Oxy. 921,1299,1862; WESSELY, Stud. XX, Nr. 27, P. Leipz. S. 300. — 9) Zu bemerken ist jedoch, daß diese
zwei Glossare peparis durch iS peperin dagegen durch wiedergeben. — 10) MS. Bodleian 325
f. 151 = Paris 55, f. 3. — 11) GBIFEITH-THOMPSON, Demot. Mag. Pap., Übersetzg., S. 180, Anm.
Zeitschr. f. Ägypt. Spr., 60. Band. 14

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106 W. Ε. Cbum: Koptische Zünfte and das Pfeffermonopol. [60. Band.

Strich ersetzt. Griechische Wörter werden in der Übersetzung meist nur bei ihrem
erstmaligen Auftreten hinzugefügt.
J e n ο η ο Μ λ τ ι t h c ^pi^c κ ^ ι ^ωοποιοττ κ&ι omoottciot | Tpi^-xoc π & , τ ρ ο τ
——
Kik.1 TTJOV KM Ä-CMOTT n«CTJU\TOC | €Ρρ&.φΗ ΜΗΪΙΙ ^Mdt^l CW&.C efeOkOMH THC n^pOTCHC
ot"i.oHc in-^iRTionoc e n \ η ω n o A c i -f- | H~ troiiiothc itc-ycTHMiv £ ΐ τ ο ο τ ϊ ϊ
sie
π ε τ η ο ϊ Rc^Äv'i | η€τη&.£-5·ποορ&.<1>€ ΜΪΐηβτηΑ.^νποΐ'ρΑ.φε | g ^ u e r c g ^ ' i λ η i i c g ^ i
np.w.Tno'Xic enc£&.'i n - ^ i f e e p i o c nnepifiXenTOC M n o \ i T € T o . w e n o c | Μπ&,υ^ρ^ςοο
10
ivremo?V.ic ηοτωτ t£iö ^ n o T p a a g e ' | ·2£€€Π€ΐ·*.Η ^TiteSE g e n n c t t e p m ί ϊ ω η * ujaxoot
κκεητΗηΛ,ριη τλρβκ-λίλίτεΜΗ MMOOT e-χωη | η&.Ϊ otrn ^K^I^ucmh mmoot cxioh
^ i i e o T e M - n n o r r e ' &.KueS n . u e p o c λϊποτγλ. π ο τ λ Ätwon | f s u i i ^itootcj ϊϊλ,πλ.
eeo-xiopoc πθ-cotimhtoc J 1 5 R c n i c K o n o c · η&,ϊ o t R tR^omoXoccT -xc^k-sitot | Μτω
τϊνο R^ctoimoc Tis.pcit'^iÄ.ne.wH mmoot | csum "xeenennoTTte ίϊ^Ηκε
κλτλ I üc.uot " R t R ^ tcittimh n p o c neTcpeno-yä«. | ποττλ ÄLuon ttior^oq
20
n p o c τ€τπορΐίν μποτγϊ«. I ποτγλ.· «ττωρ5 ο τ κ ÜT€Knepi£s^VenToc micuh | tci'^omo-
TVociä«. e&.n£Tot*p&.Q>e e p o c * n p o c μπότα. ποτλ. .«.won ecriikUjtone 1
e c o p S ».τω ecfeeiiis-io-y £mma. mim eviiA.eM3>A.-|m^€ mmoc R§HTq e^-rougc e p o n

Im Namen der heiligen, lebenschaffenden Dreiheit, von gleichem Wesen, des


Vaters und des Sohnes und des h. Geistes! Geschrieben im Monate Phaophi, am
27. (Tage), der gegenwärtigen 8. Indiktion, in der Oberen Apollinopolis1.
(»)Die Gemeinde (σόοι-ημα.) der Zünfte (κοίνοτης)*, durch uns, die Schreibkundigen
(-νοεΐν), welche unterschreiben werden (ύπογράφειν), und (durch) diejenigen, welche
für die Nichtschreibkundigen unterschreiben werden3, wir Männer der Stadt schreiben
an Liberius, den berühmten Ratsherrn (περίβλεπτος πολιτευόμενος) und Pagarchen
4 5
(πάγαρχος) dieser nämlichen Stadt (πόλις) Edfu . Heil!
<10)Da man uns Pfeifer (πέπεριν) auferlegt hat 6 , bis (zum Betrag von) 6 Zentnern
κεντηνάριον), auf daß du sie unter uns verteilest (διανέμειν); dieselben also (ούν) hast
du (bereits) unter uns verteilt (διαν.), in der Furcht Gottes, und hast uns den Anteil
(μέρος) eines jeden von uns auferlegt, an der Hand Apa Theodors, des frommen
Bischofs (θ-εοτίμητος7 έπίβκοπος). Eben diese nun (ούν) erklären wir ( ό μ ο λ ο γ ε ΐ ν )
erhalten zu haben, und sind wir bereit (έτοιμος), dieselben unter uns zu verteilen.
(Und wir erklären), daß wir (sie) einem Armen auf (κατά) keinen Fall auferlegen
werden und (daß) wir ihren Preis (τιμή), gemäß (πρός) dem was einem jeden von
uns zufallt, nach (πρός) dem Vermögen (εύπορία) eines jeden, <20 »zahlen werden. Zur
Sicherheit also (ούν) deiner Berühmtheit (περίβλεπτος) 8 haben wir dieses Anerkenntnis
(ομολογία) aufgestellt, indem wir es, gemäß (πρός) der Unterschrift (υπογραφή) eines
jeden von uns, unterschrieben haben. Er soll fest sein und zuverlässig (βεβαιούν),
aller Orten wo man ihn vorzeigen wird (έμφανίι,ειν), nachdem er uns vorgelesen wor-

1) Bis hierher rein griechisch. — 2) Vgl. die von A. Stöckle, Klio, 9. Beiheft, S. 8 zitierte Formel
πάβα ή κοινότης του «υΟτήματος των . . .; auch ebenda 9, Anm. 1. In unserem Texte wird βύοτημα ad-
jektivisch gebraucht (Steindobff, Gramm.2 § 171). — 3) Für die Bedeutung von ύπογράφειν S. Stein-
wenteb, a. a. 0.68. — 4) Bemerkenswert ist, daß diese Schreibung mit kurzem ο sonst nur aus den gleichfalls
aus Edfu stammenden Short Texts 48 zu belegen ist. Bei der Herausgabe letzterer versäumte ich, auf
die Identität ihres Schreibers mit dem von Brit. Mus. Nr. 445 aufmerksam zu machen. — 5) gno-rp^ige, ge-
wöhnlich für μετά χαράς, έ ν χαρά, setze ich hier eher einem χαίρε, bzw. χαίρετε gleich. Der Gebrauch
Djeme Nr. 36, 36 entspricht etwa dem άομένως. — 6) noirae can- ähnlich in CO. Ad. 60, Short Texts 389,
Djeme Nr. 80, 49, auch biblisch: Ex. XXI, 22; Deut. XXIV, 5. — 7) Ein nicht häufiges Epitheton: Djeme
Nr. 106, 14, vom Prior, H a l l S. 108 unten (sie leg.), unklar. — 8) Daß MtrrnepifiAenToc gemeint ist, läßt
wohl das weibl. Präfix vermuten.

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Band 60.] 107

25
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ΛΪΜΟΟΤ £1C0C -(- -f" 1 TKOIHOTHC Ütt€KiVT€I j KÄ.TUJ&.igOir £ΐτοτ ληοκ ΐλκωώ nujHpe
35
Η^ΛΗΙΗΛ I ΒΪ£0Λ10Λ.0Ρ€Ι £ITOTC «Τ€ΤΗΜ€Π^Λ.ΟΠΡ€/ I HMHTUJMHH «ΛΊΤΡΊΝ
i i m n e p ÖVIRCO -^Ο GEIOIMTOC | S T a ^ J I V N C - U E M.UOOTT E - x i t i t e i r n o p o c RTÄ.··^·
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TCTTMH ETEUJOMT Η ^ Ο Λ , Ο Κ / Η Β I -J- Α , η ο κ . U ^ p K i ^ N O C n u j H p e Μ Π Μ Λ Κ Λ , Ρ / EW^TC | &.Q&.TEI
ΜΛΙΟΪ MCJM £a>.poq <xeqnoi* ».n nc^'i + | - f - 2 TKOIHOTHC ίϊϊΐρ&.£τ £ΐτοοτ ληοκ
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λπλ κτρι I η ο τ λ Π Η ε ι ^ ο Μ ο λ ο ρ ε ι ·χ€λ'ΰχι ^ i t o o t c ι\τ€-]τπΜ€ΡΛ.λ.οπρ / S c o o i r e πλιτρ*.
itnincp Α.ττω | τ ε ι ο R^CTOIMOC πτΛ.·χι&.η€ΐΛ4€ MMOOTT € * x n - | * ® f i e T n o p o c ϊϊτΛ.τ€3ςπΗ
ίκττω Rtä^ TCTTTIMH I €Τ€ΟΤΓ^θλθΚ/Π€ + A.WOK &.Ite€MIOC nUJHp€ I MnjUA.Ri».piOC
PEIOPPIOC Ä.QÄ.IT€I ΜΜΟΪ ΛΚ^ΛΪ | £A.poq "xeqno'i ITCG^I - F - 4 T K O I « O T H C RRI^MCT
sic
ΪΪΛ,ΡΛ £1ΤΟΤΠ ΛΗΟΗ ΠΛ.ΠΙ\01ΓΤ€ ΠΛΠΛ | Δ0Μ«ΠΟ-!ΓΤ€ ΪΪΠΛ^ΩΜ ΫΛΠ€ HKG&.U

den ist und wii· ihn gehört, ' 25 (gerade so ( κ α τ ά ) wie wir über alles, was darin geschrieben
steht, befragt worden sind, (und) dazu haben wir uns bekannt ( ό μ ο λ ο γ ε ΐ ν ) . Außer
alledem aber ( δ έ ) schwören wir beim Allmächtigen ( π α ν τ ο κ ρ ά τ ω ρ ) Gott und dem Heile
des hochberühmten ( π α ν ε ύ φ η μ ο ς ) Abdelas5, des großen Statthalters ( ο ό ι ι β ο υ λ ο ς ) , sowie
dem Heile Damianus, des ruhmvollsten Dux ( ε ύ κ λ ε έ σ τ α τ ο ς δ ο ύ £ ) , daß wir ' 30 ) keines
der in diesem Anerkenntnisse ( ό μ ο λ . ) geschriebenen Worte übertreten werden ( π α ρ α -
β α ί ν ε ι ν ) ; vielmehr liegt es uns ob ( ά λ λ ά έπί τ ω ) 6 , die Gültigkeit ( δ ύ ν α μ ι ς ) aller Dinge
u beobachten, wozu wir uns schon, mit eigenem Munde, bekannt haben.
Die Zunft ( κ ο ι ν ό τ η ς ) der Töpfer7, durch mich, Jakob, den Sohn des Daniel:
35
< )ich erkläre ( ό μ ο λ . ) , daß ich 18 Pfund ( λ ί τ ρ α ) Pfeffer durch deine Herrlichkeit
( μ ε γ α λ ο τ ρ έ π ε ι α ) erhalten habe, und bin bereit (έτ.), dieselben unter die Wohlhabenden
( ε ύ π ο ρ ο ς ) meines Handwerks ( τ έ χ ν η ) zu verteilen und ihren Preis ( τ ι μ ή ) , nämlich
3 Solidi ( ό λ ο κ ό τ τ ι ν ο ς ) , zu zahlen. Ich, Marcianus, der Sohn des seligen ( μ α κ . )
Thomas(?)8, <4ft)er hat mich gebeten ( ά ι τ ε ί ν ) , (und) ich habe für ihn geschrieben, denn
er kann ( ν ο ε ΐ ν ) nicht schreiben.
Die Zunft der Walker9, durch mich, Apa Cyrus, ihren Vorstand: ich erkläre, daß
ich 6 Pfund Pfeffer durch deine Herrlichkeit erhalten habe, und bin bereit, dieselben
zu verteilen unter <45) die Wohlhabenden meines Handwerks und ihren Preis, nämlich
1 Solidus, zu zahlen. Ich, Anthemius, der Sohn des seligen Georg, er hat mich
gebeten (und) ich habe für ihn geschrieben, denn er kann nicht schreiben.
Die Zunft der -arbeiter", durch uns, Papnute, (Sohn) des Apa Dius <50)und
1) 2. Hand(?). — 2) 3. Hand. — 3) Dieses anormale Femininum kenne ich nur aus unserem Texte,
wo es Z. 128, 129 wiederkehrt. Vgl. dagegen Z. 102, 110. — 4) 4. Hand. — 5 ) Sonst in ägyptischen
Urkunden Α β δ έ λ λ α (Djeme, Aschmunain, Aphrodito usw.), doch so wie hier bei den Chronographen: Theo-
phanes, Cedrenus. — 6 ) Vgl. Djeme Nr. 19, 103; Nr. 78, 60; vor allem Nr. 106, 137; auch Short Texts 48.
— 7) Vgl. Brit. Mus. Katal. Nr. 1083 εκοτε ΠΚ&ΤΚΟΤ^ΟΠ, KBALL, Rechtsurk. CLXXXII εκοτε ηκ&τκοειε,
sowie ebenda CCXXIII. DEVAUD hat, Etudes d'Etymologie, 1922, S. 5ff., dies und Verwandtes erörtert.
— 8) Die zu erwartende Lesung «um«, ist kaum möglich. — 9 ) Übersetzt regelmäßig den γ ν α φ ε ύ ς . —
10) Daß gMeir Plur. von ist, geht schon aus dieser Stelle hervor. E s begegnet in Short Texts 46,
sowie in dem sich im Druck befindlichen Monastery of Epiphanius II, Nr. 437 wieder. Was be-
trifft, so weiß ich keinen Bat. Mit dem in thebanischen Texten mehrfach vorkommenden Beamtentitel
(CO. 93, 165, 179, BKU. 260 u. s.) läßt es sich kaum in Zusammenhang bringen. Eher wäre an die cirre
n&p*. πποτίι zu denken, welche sich zu beiden Seiten des Halses des Hohenpriesters befanden (Paris
14*

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108 W. Ε. CbuM: Koptische Zünfte und das Pfeffermonopol. [60. Band.

n&.p&. THpo-y | i t £ O M o \ o u e i ·χ£λΐνχϊ ^itotc ηπκττρ/ X i & e p i o c | iiMePA.TVonp 6 j ηπλ-


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Rn\JriTe I η λ ι τ ρ λ S n i n e p Λ,ττω τ η ο R ^ c t i m o c .ue hm&.t e - x n e i i C T n o p o c Sta.-
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ϊϊτ^.·^· t c t t i m h £ T 6 o t ^ \ o r j o T K ^ c - ne λκοκ eeo'^.ocioc n u j H p e
nitnM^Kjv-lpioc Ai&pKOc ä-tt^iti παιαλ £Λ.ροοτ I - x c c e n o i nc£A.i ·+• -J-2 ^κοκ
'iuidwimHC I Π€Τ0ΤΓΜ0ΤΤ€ e p o q - x e ^ A A i n o - y c n u j H p e R- i m e q n p Ä v T f i - -xe·^·-
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•\ö η^€τοιμ/ I η τ ε τ τ ί Α ΐ Η ctccoott π^οΛοκ/ | ä.uo[k «j€«o]-tt€

P(apn)ute 3 , (Sohn) des Pahöm, die Vorstände sämtlicher -arbeiter: wir erklären,
daß wir 18 Pfund Pfeffer durch den Herrn (κΰρις) Liberius, den herrlichsten Pagarchen,
erhalten haben; und wir sind bereit, dieselben unter die Wohlhabenden zu verteilen,
(und wir erklären,) daß wir den Armen <55 (nichts auferlegen werden, und wir sind
bereit, ihren Preis zu zahlen (άπολογίϊ,ειν), gemäß (πρός) dem, was ein jeder erhalten
hat, nämlich 8 Solidi. Ich, Apa Johannes, der Sohn des seligen Pachum 4 , sie haben
mich gebeten (und) ich habe für sie geschrieben, denn sie verstehen nicht zu schreiben.
Die Zunft der («·) -arbeiter 5 , durch uns, Apa Tius (Dius), den Sohn des
8
Martis , und Nune, den Sohn des Theodor: wir erklären, daß wir 9 Pfund Pfeffer durch
deine Herrlichkeit erhalten haben, und wir sind bereit, sie unter die Wohlhabenden
meines (sü) Handwerks zu verteilen und ' 6 5 (ihren Preis zu zahlen, nämlich V/2 Solidi.
Ich, Theodosius, der Sohn des seligen Marcus, sie haben mich gebeten (und) ich habe
für sie geschrieben, denn sie können nicht schreiben. Ich, Johannes, genamit Lampus 7 ,
der Sohn ( 70 )Pauls, der Schiffer aus Edfu, ich erkläre 8 , daß ich 36 Pfund Pfeffer durch
deine Herrlichkeit erhalten habe. Ich bin bereit, dieselben unter die Wohlhabenden,
die unter den Schiffern sind, zu verteilen, (und ich erkläre,) daß ich den Armen nichts
auferlegen werde, und ich bin bereit, ihren Preis ('»(zu zahlen (άπολογίϊ,ειν), nämlich

131 3 , f. 47 = Epipan. De Geram.; vgl. Exod. XXVIII, 28). Unsere Zunft wäre dann etwa die der Ketten-
macher. Von diesem «.pa. würde man das metallene «.pH (Tubaieff, Materiale Nr. 18, Short Texts 439)
zu trennen haben.
1) 5. Hand. — 2) 6. Hand. — 3) π^ποττε, obwohl selten, wäre möglich. — 4) S. Brit. Mus. Nr. 458,
wohl ebenfalls aus Edfu, wo ein Johannes Pachum vorkommt. — 5) feoAfc'A, wenn auch genügend belegt
(besonders bei Schenute), harrt noch einer befriedigenden Übersetzung. Bäume gibt es, von weichem Holze.
euj<speniö.q n«.cpion ctjnm,TfeoAfeAο,τω uqujoqujq iijhtot (Paris 130 2 , f.25); οτίιω cco nS'ioTg rfwTg
ερεπετοίΓΜΟΊττε cpoOT xeoTsjn omcfeo'A&'AgpA-i ngHTC (ib. f. 99); equjwuiT β,ιτω eqiio'Afe'A πτποτπε no^ujitn
(Louvre R. 117). Aus diesen und ähnlichen Stellen scheint sich die Bedeutung: aushöhlen, graben, bohren zu
ergeben. Freilich welches Handwerk hier gemeint sei, läßt sich schwer entscheiden: ob etwa das der Toten-
gräber? (wozu man Budge, Miscel. 151, WAfe'A kcdiuc wohl nicht vergleiche!) Andererseits wäre vielleicht an
die γ λ ύ π τ α ι , γ λ υ φ ε υ τ α ί zu denken, deren Zünfte uns aus byzant. Zeit bekannt sind ( R e i l a. a. 0. 30). —
6) Wohl Μάρτης. Aber auch Μαρτϊ(νο)ς wird aus Edfu bezeugt (Brit. Mus. Nr. 445). Ob der nächstfolgende
Name eine Verschreibung für nonne = Ν ό ν ν ο ς sei? — 7) Man könnte an der Identität von Λ ά μ π ο ς und
Λ α μ π ο ϋ ς zweifeln. Letzterer wäre mit Σουροϋς zu vergleichen, welchem ebenso ein Σούρος zur Seite steht.
In kopt. Urkunden aus Mittelägypten (Baleizah) kommt λί,Μποτ mehrmals vor, was vielleicht eher mit
Λ ά μ π ω ν gleichzusetzen wäre. — 8) Daß Johannes seine Zunft nicht erwähnt, mag bloß ein Versehen sein.

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Band 60.] W. Ε. CRUM: Koptische Zünfte und das Pfeffermonopol. 109

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tm^o^p^oc | M.uivrcnooTC ηλιτρΑ. Äfninep nA.'i | ο n^TTOi.uoc S-i.iis.ncMH
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CT€-|CIIIKT Η^ΟΛ,ΟΚ/ Λ,ΠΟΚ iie\^\oc nujupe | Ή Λ Π Λ -xioc NEIR*.OKIMOT^TOC A.QA.ITI

μΛΐ01 I ä i ' c ^ m £A.poq -xeqnoT ä.« hc£ä.i -f- [ 100-f-3 τ κ ο ι π ο t\Ü£A.K £ ΐ τ ο ο τ λ η ο κ οτ-

8 Solidi. Ich, Schenute(?), der Sohn des seligen Valen[. . . . ] . . . von Esne, mich
fand er zufällig ( κ α τ ά τ ύ χ η ν ) 4 in Edfu (und) hat mich gebeten (und) ich habe für ihn
geschrieben, denn er kann nicht schreiben.
Die ganze <80) Zunft der Schuster (σκυτεύς), durch mich, Senute, ihren Vorstand:
ich erkläre, (daß) ich durch den Herrn Liberius, den herrlichsten Pagarchen, 12 Pfund
Pfeffer erhalten habe. Ich bin bereit, dieselben unter die wohlhabenden Schuster5
zu verteilen, (und ich erkläre,) <85)daß ich den Armen nichts auferlegen werde, und
daß ich (bereit bin,) ihren Preis, nämlich 2 Solidi, (zu zahlen). Ich, Justinus, der
Sohn des seligen Sanktei . . [er] hat mich gebeten (und) ich habe für ihn geschrieben,
denn er kann (es) nicht7.
Die Zunft der Maurer(?)8, *90) durch mich, Phew, den Sohn Isaaks, ihren Vorstand:
ich erkläre, daß ich 12 Pfund Pfeffer durch dich, Liberius, den herrlichsten Pagarchen,
erhalten habe. Dieselben bin ich bereit, unter ( 95 )die Wohlhabenden der Maurer (?)
zu verteilen (und ich erkläre,) daß ich den Armen nichts werde auferlegen können
und daß ich ihren Preis, nämlich 2 Solidi, zahlen werde. Ich, Belphius9, der Sohn
des Apa Dius, der Hochgeehrte ( ε ύ δ ο κ ι μ ώ τ α τ ο ς ) 1 0 , er hat mich gebeten, (und) ich habe
für ihn geschrieben, denn er kann nicht schreiben.
<1,)0)Die Zunft der Flickenschneider11, durch mich, Wanafre (Onnophrius), ihren

1) 7. Hand. — 2) 8. Hand. — 3) 9. Hand. — 4 ) Vgl. Djerae Nr. 65, 86ff. — 5) Hierdurch erhalten
wir endlich die Erklärung dieses dunkeln Worts. Dabei müßte mau allerdings die Identität von K«.ce u.
«ece zugeben. Außer den von SPIEGELBERG, Handwb., angeführten Beispielen, treffen wir Ki.ce Wadi
Sarga Nr. 29, Cod. PIERPONT MORGAN L I ( X L I V ) pfc, p-a. und Kece (KHCC) Osireion, Taf. 37, Col. 3. Daß
Schenute (CSCO. 73, 59 = Brit. Mus. Nr. 168) Ka.ce und aneinander reiht, ist eine Bestätigung der Iden-
tität beider Formen (s. unten, die Flickenschneider). Wie beide zu Schimpfwörtern geworden sind, bedarf
der Erklärung. — 6) Lesung, bis auf e, sicher. Aus Ägypten belegte Namen paralleler Bildung sind vor-
wiegend die mit altem Σ α ν - , Σ α μ - gebildeten. Einmal treffen wir Σάγ-κτος (PREISIGKE, Namenb.). —
7) Nach &.n wahrscheinlich ein leerer Raum. — 8) Ein unveröffentlichtes Bruchstück im Brit. Mus. (Or. 6201)
erwähnt eineu εκωτ πκβα HI. Vgl. ferner Miss. franQ. I V , 704, εκωτ npeqneT HI. — 9) Dieser Name
taucht in den Akten des Märtyrers Phoebammon (Cod. P. MORGAN Nr. X L V I ( X L I ) , f. 10), als der eines
Soldaten der π α ρ ε μ β ο λ ή von Aswan auf. Dieselbe Gesellschaft in anderem Zusammenhang im Synaxar:
PO. I, 638 = X V I I 542. — 10) Dieses Beiwort scheint verschiedenen Beamten untergeordneten Ranges zu-
zukommen: so dem Notar, Chartular, Dorfhauptmann (S. ZEHETMAIR, De Appelationibus, 1912, 38 ff.).
Ob es hier dem Belphius oder seinem Vater zukommt, ist nicht ersichtlich. — 1 1 ) Das bis jetzt unerklärte
oivK möchte ich mit demot. (ik = ήπητής zusammenbringen, worüber SPIEGELBERG, ÄZ. L I , 93. Es begegnet,
außer in dem oben erwähnten Passus Schenutes, in Wadi Sarga Nr. 1 128, Cod. P. MORGAN L I ( X L I V ) pfc

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110 W. Ε. Ceum: Koptische Zünfte und das Pfeffermonopol. [60. Band.

Ä.HÄ.qpe Π€7ΓΛ.Π€ nUJHpe | ΜΠΜίν[κΛ.ρ/ fsHcjispiüiU •Χί^ΟΜθλθ11€Ι €Ϊ·Χ1 £ITOOTq ;


n\l£l€p[lOC Π Μ € ] υ ^ λ θ Π ρ / €
«coc ηλ,ιτρλ MTiincp I Π&.Ϊ ^ö S^€t[oimo]c
ϊϊ·λΙ&.ΙΐεΛΙΗ MJWOOTT € · Χ Η η € Τ Π θ ρ ° | I ·Χ€ηη€Ϊ€10ΗΟ-Τ·Χ€ €*ΧΗΠ^ΗΚ€ W W Rtä.^ |
105t€-5"^-mh εΤε0ΤΓ£0λ.0Κ0/Πε + λΗΟΚ UCtOpPlOC nUJHpe | ϊϊϊω£Α.ΠΠΗε ^qÄ.IT€I ΛΪΜΟΪ
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A.'i[c£&.i] £A.poq -xenqnoi | &.11 n c £ A . i -f- + τκοιηο ΰπ^ΐΑ,τροε £4TOOTq | S-xioc
π \ π η eq^OMOTOcei <χελε\*χι g^TOOTq | Μπκττρ/ \i6epioc / ΜΠλϋλρ^οο
i i O n c o e π λ ι τ ρ ^ Μ π ι π ε ρ ^ -^-ω η ^ ε τ ο ΐ Λ ί ω ε ϊ ΐ τ 8 Λ > . ι ^ - | η Η ΐ π ε 2 . u . u o o t e x ü n ^ i ^ T p o c THpo-y
sic
• χ ε ε η ε « | "λ,&,τε ε'χΰϊϊ^εκΗ λ τ ω ητϊί^· tctttiaih j ε τ ε ο τ τ ^ ο λ ο κ / π ε ληοκ -χωκρ
π£ΐΛ.τροε I &qeT[ci μμο]ϊ mcj<m £&.poq «reM&qnoi j 11δΐϊ<:£Α.[ι troiJiuothc
ηηε&.ηηε£ ^ιτοοτ | π*ντερ[Μθτττε] •χε-^οΜο'λορει *χεΑ.ει·χι ^iTOOTq | ηλι6ερ[ιοο
sic sic
«ΠΛ,πλρ^οε ΛΪΜΐιτε | ϊϊλι·*ρΑ. [ι\πι]πρε ιλα,ϊ τΰο H^htcimoc | η τ λ ^ ι & η ^ ]
ΜΜΟΟΎ ε-χπϊϊετΓηοροε «η-|12ϋεΑ.ιιι\ε^ ·χεεπεηεΐ9ηοτ·χε ε-χίϊη^Ηκε | &,ιτω ητη-^·
τετΓτι.«Η ετεεπ^ν οττκΛε ΐΪ£θ\[/] ίνττω ^ χ τ ο ι ^ ς ε ι ε τ ε ι ^ ο Μ ο λ ο υ ι ^ · | ΠΤΑ.ΟΊ-Χ
-+- +4TROmOTHC ΚϊϊΠ^.ΟΤΜ&.ρΐ[. .J | Λ.ΝΟΚ KOCMA. Π λ [ 6 . . . MIli>.Äpa>.gA.M.] j Π.«λΓ- 125

sic
6
κεΛ-λ^,ρj πϋ}Ηρε μ-ηλ^ιτα. £ ΐ τ ο ο τ j - χ ε τ η ^ ο Μ ο ' λ . ο ο ε ι ε&,ινχι £ \ T 0 0 T q ϊ ϊ τ ε τ π Α ΐ ε σ ' λ 0 / j
sic
ÜMitTcnoo-yc « λ ι τ ρ Α . η π ι π ε ρ hoc .wis. Λ ΐ ε η | ε ο ο τ ε ΰΛ.ιτρ&. κε-
130
ε ο ο τ ε π λ ι τ ρ & . η ^ ι τ ϊ ϊ ο η ^ ε τ ο ΐ Μ ο ε πτη-! ·χΐΜ\εΜε λΓμοοτγ ε-χΰηετηοροε πτϊϊτε^ςΗΗ

Vorstand, den Sohn des seligen [Bes]arion: ich erkläre, (daß) ich durch Liberius, den
herrlichsten Pagarchen, 6 Pfund Pfeffer erhalten habe. Dieselben bin ich bereit, unter
die Wohlhabenden von den Flickenschneidern zu verteilen (und ich erkläre), daß ich
den Armen nichts werde auferlegen können und daß ich <105)ihren Preis, nämlich
1 Solidus, zahlen werde. Ich, Georg, der Sohn des Johannes, er hat mich gebeten,
[(und) ich habe geschrieben] für ihn, denn er kann nicht schreiben.
Die Zunft der Ärzte (Ιατρός), durch Dius7, den Vorstand: er erklärt (mit den
Worten,) Ich habe, durch den Herrn Liberius, den herrlichsten Pagarchen, <110) 6 Pfund
Pfeffer erhalten. Ich bin bereit, dieselben unter sämtliche Ärzte zu verteilen, (und
ich erkläre,) daß ich den Armen nichts auferlegen und daß wir (sie) ihren Preis,
nämlich 1 Solidus, zahlen werden. Ich, Djöker8, der Arzt, er hat mich gebeten, (und)
ich habe für ihn geschrieben, denn er kann nicht <115)schreiben.
Die Zunft der Ölhändler, durch mich, Patermute: ich erkläre, daß ich 15 Pfund
Pfeffer, durch Liberius, den herrlichsten Pagarchen, erhalten habe. Dieselben sind
wir bereit, unter die Wohlhabenden der (120) ölhändler zu verteilen, (und ich erkläre,)
daß wir nicht werden den Armen (etwas) auferlegen können, und daß wir ihren
Preis, nämlich 27g Solidi, zahlen werden. Und ich stimme diesem Anerkenntnisse
bei ( ό μ ο λ . οτοιχείν), nachdem ich eigenhändig geschrieben habe.
Die Zunft der Sticker ( π λ ο υ μ ά ρ ι ο ς ) 9 : ich, Kosma, der [ und Abraham,] ' 125 ) der
10
Fleischhauer ( μ α κ ε λ λ ά ρ ι ο ς ) , der Sohn des Maita , durch mich {sie): wir erklären, daß
wir durch deine Herrlichkeit 12 Pfund Pfeffer erhalten haben, und zwar (μέν) Kosma
6 Pfund, Abraham (, Sohn) des Maita, andere 6 Pfund. Dieselben sind wir bereit,
unter die Wohlhabenden unseres Handwerks zu (130)verteilen, (und wir erklären,)
[daß wir] den Armen [(nichts) auferlegen] und daß [wir ihren Preis, nämlich] 2 Solidi,

(beide Male geschrieben), Leiden, Antiq. Coptes, 1900, S. 2 4 , endlich Djeme Nr. 66, 33 = 76, 32,
wo von der Gasse, bzw. dem Viertel, der ^ κ die Rede ist.
1) 10. Hand. — 2) Ist geändert worden. — 3) 11. Hand. — 4 ) 12. Hand. — δ) Oder na.[. — 6) Ob
für xes.tvxi? — 7) Vgl. oben, die Einleitung. — 8) Sonst unbelegt. Von ·χ«.κοιτρ (Kairo 8546) wohl ver-
schieden. — 9 ) S. Bell in P . Lond. IV, S. 2 9 4 , Anm. — 10) Ein unbekannter, wohl kaum ägyptischer Name.

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Band 60.] Η. JUNKEB: Die christlichen Grabsteine Nubiens. Ill

Ι EJSN^HRE ITTD « T F « ^ I TCTTIMH €T€]CNA.T Η£ΘΛ.ΟΚ°/ITE M\OK | [FTIIP^JJ^M


ο τ ^ ο Λ , ο κ I KOC.UA. gu>q ο τ - | [ ^ ο λ . ο κ / Α. τ ω ] TÜCTOI^CI e p o c -F- AIIOK J 1 3 5 [ . .]K£AI . . .
s'o

€ίΐοικι μμο'ϊ I AI'cgAi £ Α . ρ ο ο τ - x c c e n o i ' AII UC^AI -f- \ - j - 1 TKOIUOTHC n n -


feeciiATe MIOR n [ . .] [ i i u j H p e n i t H c e i Π€ΤΓΑ.Π€ · χ β ^ £ θ [ Λ * ο λ . / -xe-] j [ΑΙ]·ΧΙ ^ i t o o t c j
R\ifecp[ioc i t n ^ f - J W Ä . p ^ j o c ncoe [
Hier bricht der Papyrus ab.
Verso, oben, rückwärts vom Protokoll.
-Ρ λο7 τω
πΐΉί^ις*

[zahlen werden;] ich, Abraham, einen Solidus, sowie Kosma ebenfalls einen [Solidus,
und] wir stimmen ihm bei (βτοιχεϊν).
Ich, Ü3») , er hat mich gebeten (und) ich habe für sie geschrieben,
denn sie können nicht schreiben.
Die Zunft der Schmiede3. Ich, , der Sohn des Nesi (bzw. Esi)4, ihr Vor-
stand: ich erkläre, [daß ich] durch Liberius, [den herrlichsten] Pagarchen (140), 6 [Pfund
Pfeffer . . .
Verso. Abrechnung der Pfeffer(verteilung).

Die christlichen Grabsteine Nubiens.


V o n HERMANN JUNKER.

Mit einer Tafel und einer Abbildung.

D ie aus Nubien stammenden Epitaphien der christlichen Epoche wurden gewöhnlich


mit den gleichgearteten Inschriften Ägyptens zusammen behandelt, da scheinbar
eine völlige Übereinstimmung vorhanden war. Der Unterschied der beiden Gruppen
wird weiter dadurch verwischt, daß in vielen Fällen die Provenienz der Stelen nicht
mehr festzustellen ist, und darum in den Sammlungen nubische und ägyptische Exem-
plare ungesondert nebeneinander stehen.
Zwar wurde schon auf einzelne Abweichungen in der Formulierung bei nubischen
Grabinschriften hingewiesen, so von LE BLANT 5 , LEFEBVRE 6 , ROEDER 7 , oder auf ihre
Vorliebe für besondere Gebete aufmerksam gemacht, wie von STEINDORFF 8 , aber mehr
als eine stark ausgeprägte örtliche Eigenentwicklung schien nicht in Frage zu kommen.
1) 13. Hand. — 2) D. h. λ ό γ ο ς των πεπέρεων. Zuerst stand am Anfang περ, dann wurde ρ in
Λ korrigiert (Bemerkung von Η. I. BELL). — 3) Entspricht dem χ α λ κ ε ύ ς und ^ο-κκ'λλε (Gen. IV, 22,
Hiob XXXII, 19 usw.), auch dem βιδηρουργός. Eine Pluralform war noch nicht belegt. — 4) Wohl auch
Fremdname. — 5) Manuel d'epigraphie chretienne, Paris 1869, S. 81. — 6) Recueil des inscriptions grecques
chretiennes d'Egypte, Kairo 1907, S. XXVIII; als LEF. zitiert. — 7) Die christliche Zeit Nubiens; in
„Zeitschrift für Kirchengeschichte" XXX/3, S. 386. — 8) ÄZ. 44, S. 72.

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