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DIPLOMARBEIT

Titel der Diplomarbeit:

„Altägyptischer Tempelbau und


Herrscherlegitimierung zur Zeit der Argeaden und
des ersten Ptolemäers“

Verfasser:
Michael Klaus Hirzbauer

angestrebter akademischer Grad


Magister der Philosophie (Mag. Phil.)

Wien, Jänner 2013

Studienkennzahl lt. Studienblatt: A 391


Studienrichtung lt. Studienblatt: Ägyptologie
Betreuerin / Betreuer: Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Günther Hölbl
II
DANKSAGUNGEN

Die folgenden Zeilen sollen all jenen Menschen gewidmet sein, die mich während
meines Studiums und beim Verfassen der Diplomarbeit unterstützt haben.

Der Entschluss, eine Diplomarbeit zum Thema Tempelbau im Kontext der


griechisch-römischen Zeit anzufertigen, fiel für mich bereits während meiner ersten
von vielen Lehrveranstaltungen, die ich bei Herrn Prof. Hölbl absolvieren durfte,
dem es schnell gelang, mich für die Materie besonders zu begeistern. Ihm gilt an
erster Stelle mein Dank für seine Bereitschaft, die vorliegende Arbeit zu betreuen,
aber auch für seine Unterstützung und seine Beratung.

Die Verwirklichung meines Studiums verdanke ich vor allem meiner Familie, die
mich von Beginn an mental und finanziell unterstützt hat, so gut es möglich war.
Auch meiner Patin Anni und ihrer gesamten Familie gilt mein aufrichtiger Dank für
ihre nicht enden wollende Unterstützung.

Ich bedanke mich des Weiteren bei Frau Prof. Christiana Köhler, die sich sofort
bereit erklärt hat, als Zweitprüferin zu fungieren, sowie dem Vorsitzenden der
Prüfungskommission, Prof. Peter-Christian Jánosi.

Auch bei den übrigen Mitarbeitern des Instituts für Ägyptologie möchte ich mich
bedanken, neben den inspirierenden Professoren, von denen ich lernen durfte,
besonders auch Mag.a Irene Kaplan und Margot Buhl, die mir während meiner
gesamten Studienzeit stets helfend zur Seite standen.

Auch meinen Mitstudenten und Freunden sei ein Dankeschön ausgesprochen, für
ihre oft inspirierende Art und auch ihre Hilfe.

Schlussendlich sei auch Dr. Ivan Ladynin für den fachlichen Austausch und die
Übersendung einer seiner noch in Druck befindlichen Artikel mein aufrichtiger Dank
ausgesprochen.

III
IV
INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS 1
VORWORT 3
1. ZUR HISTORISCHEN ENTWICKLUNG IN ÄGYPTEN AB
ALEXANDER DEM GROSSEN 6
1.1 HERRSCHERLEGITIMATION UND GESCHICHTE ÄGYPTENS UNTER
ALEXANDER DEM GROSSEN 7
1.2 ÄGYPTEN ALS SATRAPIE – DIE FORMALE HERRSCHAFT VON
PHILIPP III. (ARRHIDAIOS) UND ALEXANDER IV. 12
1.3 DER BEGRÜNDER EINER NEUEN DYNASTIE – PTOLEMAIOS I. 15
2. BESCHREIBUNG DER BAUPROJEKTE 20
2.1 ALEXANDER DER GROSSE 21
2.1.1 Hermupolis Magna 22
2.1.2 Das Alexandersanktuar des Luxor-Tempels 26
2.1.3 Karnak 29
2.1.4 Der Oasentempel von Qasr el-Mağizba 32
2.2 PHILIPP III. (ARRHIDAIOS) 35
2.2.1 Sebennytos 36
2.2.2 Tuch el-Qaramus 38
2.2.3 Hermupolis Magna 40
2.2.4 Karnak unter Philipp III. 41
2.3 ALEXANDER IV. 44
2.3.1 Sebennytos 45
2.3.2 Oxyrhynchos 47
2.3.3 Speos Artemidos 48
2.3.4 Elephantine 49
2.3.5 Die Satrapenstele 52
2.4 PTOLEMAIOS I. 58
2.4.1 Terenuthis 59
2.4.2 Naukratis 61
2.4.3 Tebtynis 63
2.4.4 Oxyrhynchos 65

-1-
2.4.5 Kom el-Ahmar / Scharuna 67
2.4.6 Tuna el-Gebel 70
2.4.7 Koptos 73
2.4.8 Elephantine 75
3. ZUSAMMENFASSUNG: ASPEKTE ZUR BAUTÄTIGKEIT IM
KONTEXT DER HERRSCHERLEGITIMATION 78
3.1 ALEXANDER DER GROSSE 79
3.2 PHILIPP III. UND ALEXANDER IV. – EIN ÜBERGANG 85
3.3 PTOLEMAIOS I. 89
ALLGEMEINE ABKÜRZUNGEN 93
ABGEKÜRZTE ZEITSCHRIFTEN UND REIHEN 94
LITERATURVERZEICHNIS 95
ANHANG 108
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 109
ABBILDUNGEN 113
CURRICULUM VITAE 197
ABSTRACT 198

-2-
VORWORT

Der Tempel repräsentierte im Alten Ägypten mehr als einen simplen Ort der
Götterverehrung. Er war ein Wohnort der Götter, jedoch auch ein eigener
abgeschlossener Mikrokosmos in sich selbst; aus altägyptischer Sicht ein Stein
gewordenes Abbild der kosmischen Ordnung und damit der gesamten Welt und des
Universums.1 Daraus ergibt sich ein wesentlich breiteres Spektrum an Erkenntnissen
zu diesen Stätten der Götter als nur etwa religionsgeschichtliche Entwicklungen.

Die vorliegende Arbeit soll sich eingehend mit dem Tempelbauprogramm im


Kontext der Herrscherlegitimation von Alexander dem Großen bis einschließlich
Ptolemaios I. befassen. Sie alle waren als gebürtige Makedonen sogenannte
Fremdherrscher, weshalb sie sehr darum bemüht sein mussten, als legitime und
vollwertige Könige aufzutreten. Daher war es beispielsweise notwendig, an
vorangegangene einheimische (und legitime) Herrscher anzuknüpfen, so gut es auch
immer möglich war. Sehr gut zeigen sich diese Ambitionen in der Religionspolitik,
besonders im Tempelbauprogramm der entsprechenden Könige.

Die großen politischen Veränderungen, die sich unter diesen vier Herrschern –
Alexander dem Großen, Philipp III. Arrhidaios, Alexander IV. und schließlich
Ptolemaios I. Soter, im gesamten Mittelmeerraum ereigneten, wirkten sich nämlich
auch in Ägypten direkt auf das Bauprogramm der Könige aus, wie diese Arbeit
zeigen soll.

Die Bauprogramme der genannten Herrscher wurden zwar in der Literatur durchaus
schon wissenschaftlich aufgearbeitet2 oder in Verbindung zueinander gesetzt,3 doch
gab es bisher kaum Untersuchungen, daraus gewonnene Resultate über einen
breiteren zeitlichen Rahmen in einen gemeinsamen Kontext setzten, um einen
spezifischen Faktor – im Falle der vorliegenden Arbeit die Legitimation der
Herrschaft – näher herauszuarbeiten.

1
Wilkinson (2005), S. 6-7.
2
Etwa Ladynin (2006), Ladynin (im Druck).
3
So in Bezug auf Alexander den Großen beispielsweise Schäfer (2007).
-3-
Ziel dieser Arbeit soll sein, anhand von ausgewählten Beispielen einen Überblick
über einzelne Bauprogramme zu geben, um abschließend ihre Aussagekraft in Bezug
auf die Ambitionen der jeweiligen Machthaber im Kontext der Herrscherlegitimation
näher zu beleuchten.

In einem ersten, einleitenden Kapitel soll eine allgemeine Übersicht über die
historischen Verhältnisse in Ägypten von Alexander bis Ptolemaios I. gegeben
werden. Die historischen Schilderungen beruhen dabei im Wesentlichen auf den
grundlegenden Arbeiten von Günther HÖLBL „Geschichte des Ptolemäerreiches“4
und Werner HUß „Ägypten in hellenistischer Zeit 332-30 v. Chr.“5.Als ein weiteres,
wesentliches Werk zur Religionspolitik dieser Zeit sei auch die Arbeit von Werner
HUß „Der makedonische König und die ägyptischen Priester“6 genannt.
Im ersten Unterkapitel zu Alexander dem Großen wird des Weiteren auf
verschiedene allgemeine Formen und Faktoren der königlichen Legitimation jener
Zeit eingegangen. Die Grundlage hierfür bietet ein von Günther HÖLBL verfasster
Aufsatz.7
Das folgende Kapitel umfasst eine Auflistung und kurze Beschreibung einzelner
Bauprojekte der genannten Herrscher, wobei Darstellungen des agierenden
Herrschers besonders im Vordergrund stehen sollen.
Im dritten Kapitel sollen die einzelnen Bauprogramme und Personen in Form einer
Zusammenfassung in Bezug zueinander gesetzt werden, wobei die Legitimation im
Vordergrund steht. Das eigentliche Ziel dieser Arbeit soll sein, an den Bauprojekten
der einzelnen Könige mögliche erkennbare Muster und mögliche Differenzierungen
in Bezug auf deren spezifische Legitimation herauszuarbeiten.

Diese Arbeit kann in Anbetracht der Vielzahl der Bauprojekte keinerlei Anspruch auf
Vollständigkeit erheben, da durch den Verfasser aus der Fülle an Literatur eine
subjektive Auswahl an publiziertem Material getroffen werden musste. Auch ist
vieles an archäologischen Quellen im Laufe der Zeit verloren gegangen oder zerstört

4
Hölbl (2004 a).
5
Huß (2001).
6
Huß (1994).
7
Hölbl (1997).
-4-
worden, sodass über etliche Befunde im Zusammenhang oft nur wenige konkrete
Aussagen getroffen werden können.
Die Tempelbauten von Alexandria sollen in der vorliegenden Arbeit nicht behandelt
werden, obwohl Alexander der Große auch dort Tempelgebäude altägyptischen Stils
in Auftrag gab, wie beispielsweise einen belegten Isistempels im Osten der Stadt.8

Da die bereits angesprochene Aufarbeitung der Tempel ägyptischen Stils bereits eine
überaus große Fülle an zu bearbeitendem Material birgt, soll auch die
Denkmälergruppe der offiziellen Stelen in diese Arbeit nur insofern mit einfließen,
als dass diese beispielsweise einen möglichen Beleg im Kontext des Themas
darstellen, wobei auch in diesem Bereich nur eine Auswahl getroffen werden kann.

Allgemeine Hinweise:

Alle nicht ausdrücklich anders gekennzeichneten Jahresangaben sind als vor Christi
„v. Chr.“ aufzufassen.
Die Schreibung von Orts- und Personennamen folgt der Schreibweise des Lexikons
der Ägyptologie.

Wörtliche Zitate sind durch Anführungszeichen und kursive Schreibweise des


entsprechenden Textes „Text“ gekennzeichnet.
Auslassungen sind durch drei Punkte in eckigen Klammern […] gekennzeichnet.
Ein Text in Eckigen Klammern [Text] kennzeichnet einen Kommentar des Autors
oder nähere Verweise.

8
Arnold (1999), S. 138.
-5-
1. ZUR HISTORISCHEN ENTWICKLUNG IN ÄGYPTEN AB
ALEXANDER DEM GROSSEN

-6-
1.1 HERRSCHERLEGITIMATION UND GESCHICHTE ÄGYPTENS UNTER
ALEXANDER DEM GROSSEN

Als Alexander III. von Makedonien, besser bekannt unter seinem Beinamen „der
Große“, 332 v. Chr. mit seinen Truppen in Ägypten eintraf,9 wurde er von der
einheimischen Bevölkerung nicht als Eroberer, sondern als Befreier vom Joch des
persischen Großreiches gesehen. Dieses beherrschte Ägypten mit Unterbrechungen
seit 525 v. Chr. und war der indigenen Bevölkerung ein verhasstes Regime, weshalb
der makedonische Herrscher freudig aufgenommen wurde.10
Der nach der für die Perser vernichtenden Niederlage von Issos vom Großkönig zum
Satrapen ernannte Mazakes hatte der Übermacht Alexanders kaum Truppen
entgegenzusetzen und übergab diesem daher das Land.11

Wie positiv die Bevölkerung auf den makedonischen Befreier reagiert haben muss,
wird dadurch ersichtlich, dass Alexander wohl nur eine geringe Anzahl von 4 000
Besatzungssoldaten abkommandierte, um die Kontrolle über das Land aufrecht zu
erhalten.12

Bis Alexander zwecks weiterer Eroberungen gen Osten bereits im Frühling


331 v. Chr. Ägypten wieder verließ, bemühte er sich vor allem um die Etablierung
seiner makedonischen Herrschaft – er reformierte den Verwaltungsapparat13 und
gründete die Stadt Alexandria. Die Verantwortung über das gewaltige Bauvorhaben

9
Eine sehr gute Monographie zu Alexander lieferte Pfrommer (2001).
10
Huß (2001), S. 33, 58.
11
Hölbl (2004 a), S. 9; Huß (2001), S. 58 erwähnt die Übergabe von 8000 Talenten und des Inventars
der königlichen Residenz in Memphis seitens Mazakes an Alexander Ende 332 v.Chr.
12
Huß (1994), S. 11.
13
Huß (1994), S. 11 merkt hierzu sicher richtig an, dass es Alexander bei der Reformierung der
Landesverwaltung wohl vor allem darauf ankommen musste, „[…]die enchorische bürokratische
Führungsschicht auf der einen Seite nicht ins Abseits zu stellen und auf der anderen Seite nicht mit zu
umfangreichen Kompetenzen auszustatten.“, also an seine Person zu binden, um etwaigen
Unabhängigkeitsbestrebungen entgegenzuwirken.
-7-
erhielt ein Mann namens Kleomenes von Naukratis, der zugleich auch die
Oberaufsicht über die gesamten ägyptischen Finanzen über haben sollte.14
Der makedonische Eroberer musste sich allerdings in Hinblick auf die fixe
Etablierung seiner Herrschaft mit einem großen Problem befassen, nämlich seiner
Legitimation als (fremdländischer) ägyptischer Pharao. Dieser war als „Zentralfigur
der ägyptischen Religion“ und „Garant der Weltordnung“, der universelle „Mittler
zwischen der irdischen und [der] göttlichen Welt“ und musste sich selbst auf
unterschiedliche Weise legitimieren.15 Verschiedene Schlagworte liefert in diesem
Zusammenhang ein von GÜNTHER HÖLBL verfasster Aufsatz:16
 Außergewöhnliche Eigenschaften
 Direkte Verbindung (womöglich Abstammung) zu seinem legitimen
Vorgänger
 Erwählung von Seiten der Götter
 Anerkennung als deren Rechtsnachfolger im Herrscheramt
 Rituale (vor allem die Krönung)
 Erfolgreiche Amtsführung als Götterliebling

Anhand dieser angeführten Punkte lässt sich die Schwierigkeit für einen nicht-
ägyptischen Herrscher, seine Regentschaft in ausreichender Form zu legitimieren,
deutlich herauslesen.

Der erste Punkt fiel Alexander wenig schwer, zeichneten ihn doch bereits seine
siegreichen Kämpfe als Führungspersönlichkeit mit „außergewöhnlichen
Eigenschaften“ aus. Alexander verstand es auch geschickt, die Vertreibung der
Perser im Sinne der Königsideologie zu nutzen, nämlich als das Prinzip der
„Wiederherstellung der Maat“,17 der kosmischen Ordnung aus ägyptischer
Sichtweise.18 Des Weiteren war dadurch ebenfalls eine ideelle Verbindung zum
Vorgänger, dem letzten einheimischen und legitimen Herrscher, Nektanebos II.,
14
Hölbl (2004 a), S. 12.
15
Hölbl (1997), S. 21.
16
Hölbl (1997).
17
Assmann (2006)
18
Auch die Ptolemäer verstanden es, (angebliche) Schandtaten der früheren Perserkönige aufzugreifen
und diese als jenes Prinzip der Wiederherstellung der Maat für sich zu nutzen; im Falle des Satrapen
Ptolemaios beispielsweise siehe Klinkott (2007).
-8-
gegeben, dem es zweimal gelungen war, die Perser auf bestimmte Zeit aus Ägypten
zu vertreiben.19
Die nächsten beiden Punkte, nämlich die „Erwählung von Seiten der Götter“ und
„Anerkennung als deren Rechtsnachfolger im Herrscheramt“ verband Alexander
geschickt mit eigenen, makedonischen Interessen über das Orakel von Siwa: 20
Orakel wurden in Ägypten bereits in früherer Zeit verwendet, um beispielsweise
Regierungsansprüche zu legitimieren. Als berühmtestes Beispiel sei hierzu auf die
Geburtslegende der Hatschepsut21 verwiesen, nach deren Aussage Hatschepsut vom
Gott Amun selbst gezeugt worden sei, doch auch spätere königliche Orakelsprüche
im Kontext der Legitimation sind bekannt.22
Warum Alexander ausgerechnet Siwa als Ort eines Orakels wählte, war wohl
überlegt:

„Der aus dem thebanischen Amun hervorgegangene Zeus-Ammon von


Siwa und Kyrene stellte überdies die beste Brücke zu Makedonien im
religiös-kultischen Bereich her: Als libyscher Ammon wurde er in ganz
Griechenland verehrt und hatte seit dem späten 5. Jh. einen Kult im
makedonischen Aphytis (Chalkidike), wo sein Tempel ausgegraben ist.
Alexander besuchte also den Gott in seiner alten Heimat.“23

Alexander war sich auch der geographischen Lage Siwas nahe Kyrene bewusst: so
empfing er noch auf dem Weg nach Siwa, wohl in der Nähe der Siedlung
Paraitonion, eine kyrenische Delegation, die ihm Geschenke darbrachte und ihre
Unterwürfigkeit bekundete.24 In Siwa selbst ließ sich Alexander mittels Orakel zum
Sohn des Zeus-Ammon erklären. Dies zeugt einerseits von Alexanders persönlichen
Vorstellungen bezüglich seines Verhältnisses zum Gott Zeus und kommt andererseits
der ägyptischen Idee der Zeugung des Königs durch Amun stark entgegen. 25

19
Hölbl (1997), S. 23.
20
Zu Siwa im Allgemeinen siehe besonders die Monographie von Kuhlmann (1988).
21
Naville (1896), Tf. 47-52.
22
Hölbl (1997), S. 24 beispielsweise verweist noch auf Thutmosis III., Haremhab und Herihor. Eine
interessante Arbeit zu dem Thema der göttlich-königlichen Geburt liefert Brunner (1964).
23
Hölbl (2004 a), S. 10.
24
Huß (2001), S. 70-71.
25
Hölbl (1997), S. 24.
-9-
Zum Punkt der „Rituale“, durch die sich ein König legitimiert, sei vor allem auf die
Krönung kurz etwas näher eingegangen:26 Ob Alexander in Memphis wirklich nach
altägyptischem Ritus zum Pharao gekrönt wurde, ist nicht bekannt und wurde in der
Forschung viel diskutiert.27
Als ein Hauptargument gegen eine Krönung wurde lange Zeit die nicht vollständig
belegbare Titulatur Alexanders angeführt, die im Falle einer aufwendigen
Krönungszeremonie ein essentieller Bestandteil einer solchen gewesen sein musste. 28
Erst durch einen bedauerlicherweise ursprünglich nur schlecht publizierten und bis
ins Jahr 2007 verschwundenen Beleg konnte Alexander kürzlich eine vollständige
Titulatur zugeordnet werden.29 Die Thematik um eine Krönung bleibt weiterhin eine
offene Frage in der Forschung.
In einem Aufsatz, der sich mit der königlichen Legitimität „im Spiegel der
pharaonischen Titulaturen“ beschäftigt, verweist Günther HÖLBL in Hinblick auf die
bis dahin bekannten Elemente der königlichen Titulatur auf eine starke, bereits
angesprochene Anlehnung Alexanders an Nektanebos II. 30

Der letzte Punkt nach der obigen Aufstellung ist die „Erfolgreiche Amtsführung als
Götterliebling“. Dies bedeutete für Alexander besonders, den Göttern im Zuge seiner
Religionspolitik dauerhaft Kult und Opfergaben zu gewährleisten.31 Durch den
Besuch des religiösen Zentrums Heliopolis und das Opfern vor dem Apis-Stier in

26
Aufgrund der kurzen Zeit, die sich Alexander in Ägypten aufhielt und vor allem durch dessen
frühen Tod, fallen viele andere königliche Rituale wie beispielsweise das Begehen von
Jubiläumsfesten weg.
27
mit weiterer Literatur kurz zusammengefasst bei Winter (2005), S. 204. Hölbl (2004 a), S. 9 sieht
eine mögliche Krönung mit einer gewissen Skepsis und macht darauf aufmerksam, dass eine
Krönungszeremonie langer Vorbereitungszeit und Planung bedurft hätte und tendiert daher mehr in
Richtung einer Inthronisation denn einer Krönung.
28
So finden sich beispielsweise bei Beckerath (1984), S. 117, 285 nur der Horus-, Thron- und der
Eigenname. Herrinnenname und Goldhorusname wurden offen gelassen.
29
Die Hintergründe zu diesem Fund werden unten gesondert in Kapitel 2.1.4 besprochen.
30
Hölbl (1992), S. 273-278, besonders zu den Argeaden 273-275, des Weiteren Hölbl (2004 a), S. 71.
31
So auch bei Hoffmann (2000), S. 180 in Bezug auf die Demotische Chronik.
- 10 -
Memphis,32 einem in der alten Hauptstadt verehrten Königsgott, würdigte Alexander
die alten Traditionen und knüpfte rituell an seine pharaonischen Vorgänger an. 33
Da es aber dem Pharao in der Praxis unmöglich war, sich zu jeder Zeit in allen
Tempeln Ägyptens aufzuhalten, um Opferhandlungen durchzuführen, war dies seit
jeher die Aufgabe der Priesterschaft, die hierbei in einer Stellvertreterrolle für den
abwesenden König agierte.34 Der Herrscher hatte in der Praxis somit primär die
Einkünfte der Tempel zu sichern und bestätigen, sowie etwaige Bauvorhaben zu
subventionieren.
Jene waren nach ägyptischer Tradition seit jeher das mit Abstand beste Mittel, vor
der breiten Öffentlichkeit Ansprüche auf den Thron zu untermauern. Die oft
imposanten Darstellungen auf den Wänden von Tempeln stellten das ideale Medium
zur Verbreitung königlicher Propaganda dar.35 Daher ist es nicht verwunderlich, dass
auch Alexander der Große während seines Aufenthaltes in Ägypten Bauprojekte in
Auftrag gab, auf die im Laufe der vorliegenden Arbeit noch näher eingegangen
werden wird.
Neben der sichtlichen Würdigung ägyptisch-religiöser Traditionen waren es jedoch
auch in diesem Punkt wohl besonders realpolitische Überlegungen, die Alexander
zum Handeln nach altbewährter Manier drängten. Die ägyptische Priesterschaft
stellte die oft aufs engste mit der Landesverwaltung verknüpfte Elite des Landes dar
und hatte einen starken Einfluss auf die breite ungebildete Masse der einfachen
Ägypter.36 Alexander musste sich daher klugerweise zu einer Einbindung der
ohnehin dünnen geistlichen Oberschicht in seine Politik entscheiden, wollte er nicht
durch etwaige Zeichen der Missachtung einen Nährboden für priesterlich motivierte
Aufstände schaffen, wie sie unter der Herrschaft der Assyrer und verschiedener
Perserkönige, die Fehler dieser Art begangen hatten, an der Tagesordnung gestanden
waren.37

32
Hölbl (2004 a), S. 9. Zum Apis-Stier und seiner Bedeutung in Hinblick auf das Königtum siehe
auch Bonnet (RÄRG), S. 46-51.
33
Hölbl (1997), S. 26.
34
Schäfer (2007), S. 66.
35
War doch der König und nicht etwa ein Priester der Protagonist sakraler Darstellungen.
36
Siehe hierzu Huß (1994), S. 13 (besonders Anm. 3; mit weiterführender Literatur).
37
Vor allem der persische Eroberer Kambyses war ob seiner Religionspolitik von den ägyptischen
Priesterschaften propagandistisch regelrecht als Gottesfrevler verteufelt worden, vergleiche dazu
Huß (1994), S. 13 [Anm. 2; mit weiterführender Literatur ]; eine neuere Deutung zu den Initiatoren der
- 11 -
1.2 ÄGYPTEN ALS SATRAPIE – DIE FORMALE HERRSCHAFT VON
PHILIPP III. (ARRHIDAIOS) UND ALEXANDER IV.

Alexander der Große starb am 10. Juni 323 in Babylon. Dies stellte vor allem das
nähere Umfeld des Königs vor gewaltige Probleme:38 Ein Thronfolger war noch
nicht geboren, doch erwartete die 327 v. Chr. von Alexander geehelichte Roxane ein
Kind von ihm. Der Halbbruder des Königs, Arrhidaios, war schwachsinnig und daher
unfähig, die Regierungsgeschäfte zu führen.

Auf der Reichsordnung von Babylon wurde daher durch die Generäle folgende
Lösung verabschiedet: Arrhidaios, der von den Fußtruppen bereits zum König erklärt
worden war, sollte öffentlich als Philipp (III.) zum König proklamiert werden. Ein
nachgeborener Sohn Alexanders sollte diesen später in einem angemessenen Alter
als Mitkönig unterstützen. Die Regierungsgeschäfte auf Reichsebene sollten von
einem Dreierkollegium – Antipatros, Perdikkas und Krateros, ausgeübt werden. Die
einzelnen Satrapien wurden unter den ranghöchsten philioi (Freunden) und
somatophylakes (den Leibächtern) des verstorbenen Königs aufgeteilt.39

Die Satrapie Ägypten wurde einem langjährigen Freund Alexanders übertragen:


Ptolemaios. Dieser war für seine partikularistische Einstellung im Hinblick auf die
Zukunft des Großreiches bekannt, die er in Babylon zum Ausdruck brachte.40 Der
noch von Alexander eingesetzte Kleomenes von Nautakris war ob seiner
Steuerpolitik in Ägypten keineswegs beliebt und sollte den Beschlüssen von Babylon
nach unter Ptolemaios die Stellung eines hýparchos einnehmen. Dieser fügte sich
zwar bei der Ankunft des Ptolemaios in Memphis offenkundig in seine Rolle, scheint
jedoch stark den Kontakt zur Reichsregierung, insbesondere zu Perdikkas, gesucht zu

Aufstände der Perserzeit liefert Rottpeter (2007), der in den Aufständen eher Abspaltungsversuche
verschiedener libyscher Fürsten sehen will; die Rolle die die diversen lokalen Priesterkasten in
Hinblick auf die politische Beeinflussung oder Lenkung der einfachen Bevölkerung spielten, lässt er
dabei weitgehend außer Acht.
38
Huß (2001), S. 81.
39
Brodersen, Schmitt, Nollé (2005), S. 239-240, Hölbl (2004 a), S. 13.
40
Ptolemaios konnte sich allerdings nicht durchsetzen; siehe Hölbl (2004 a), S. 13.
- 12 -
haben. Wohl nicht zuletzt deshalb dürfte er bald von Ptolemaios beseitigt worden
sein.41

Für die Satrapie Ägypten bedeutete dies wohl einen Balanceakt zwischen zwei
Machtblöcken: Als Philipp III. trat der neue offizielle Herrscher Arrhidaios in
Ägypten das Pharaonenamt an,42 auf Reichsebene repräsentiert durch Antipatros,
Perdikkas und Krateros. Die reale politische Macht hingegen wurde in den einzelnen
Landesteilen durch die Satrapen ausgeübt, die in weiterer Folge ihre Einflussbereiche
weitgehend unabhängig und mehr oder minder im Interesse der Reichsregierung
verwalteten – so auch Ptolemaios in Ägypten.
Der Übergang von Alexander zum neuen offiziellen König war in Ägypten somit ein
relativ fließender, wenngleich die reale Macht in anderen Händen lag. Aufgrund der
Notwendigkeit eines legitimen Nachfolgers als „zentrale Figur“ der ägyptischen
Verwaltung, Religion und Kultur wurde für Philipp III. eine pharaonische Titulatur
ausgearbeitet.43 Dokumente wurden nach seinen Herrscherjahren datiert und auch
Bauprojekte wurden in seinem Namen in Auftrag gegeben. Oft erscheint der fernab
von Ägypten verweilende Philipp oder sein Name auf Darstellungen altägyptischer
Tempel, während zeitgleich der Satrap Ptolemaios darum bemüht war, seinen
Einfluss in Ägypten weiter auszubauen und zu festigen.
Im Herbst 317 v. Chr. wurde Philipp III. in Folge von Machtkämpfen auf Befehl von
Olympias, der Mutter Alexanders des Großen, ermordet.44

Nach dessen gewaltsamen Tod bestand in Ägypten daher wieder die Notwendigkeit
eines neuen Pharaos. Als legitimer Erbe kam nur ein Kind in Betracht, der
nachgeborene Sohn Alexanders mit der Fürstentochter Roxane: Alexander. Zwar war
dieser schon einige Monate nach der Königsproklamation Philipps III. in Babylon
geboren und unter dem Namen Alexander IV. zum Mitkönig ausgerufen worden,
doch konnte es nach ägyptischer Tradition nur einen rechtmäßigen Pharao geben,
nach dem datiert wurde, weshalb der Name des Kindkönigs erst nach dem Tod

41
Huß (2001), S. 97.
42
Eine Statue Philipps III. im Ornat eines ägyptischen Pharaos befindet sich beispielsweise im Herzog
Anton Ulrich-Museum in Braunschweig (Inv.-Nr. Aeg S 20), publiziert in Tinius (2011), S. 97-102.
43
Beckerath (1984), S. 117, 285.
44
Hölbl (2004 a), S. 17.
- 13 -
Philipps mit Beginn 316 auf Denkmälern und Urkunden erscheint.45 Der Knabe hat
Ägypten allerdings niemals betreten, vielmehr war er gemeinsam mit seiner Mutter
eine Geisel des Kassandros, dem neuen Machthaber in Makedonien.46 Dieser war es
auch, der später den rund 14-jährigen gemeinsam mit seiner Mutter beseitigen ließ
(310 oder 309 v. Chr.).47

Mit dem Tod Alexanders IV. begann im gesamten Alexanderreich ein Interregnum
ohne regierenden König, das bis zur Proklamation des Ptolemaios zum basileús (306
v. Chr.)48 andauerte. In Bezug auf das nationale ägyptische Königtum dauerte dieses
Interregnum sogar bis zum Januar 304, als Ptolemaios zum Pharao gekrönt wurde. 49
Im Alltag bedeutete dies einstweilen für die ägyptischen Priester und Beamten, bis
304 die Jahre des toten Königs Alexander IV. weiterzuzählen.50 Als Beispiel sei die
Bestattung einer Apis-Mutter genannt, die im Juni des Jahres 308 v. Chr. anzusetzen
ist und noch nach Alexander IV. datiert wird.51

45
Hölbl (2004 a), S.13.
46
Brodersen (2005), S. 530.
47
Hölbl (2004 a), S. 20.
48
In weiterer Folge nahmen auch andere Diadochen diesen Titel an und lösten das Alexanderreich
dadurch rechtlich auf.
49
Hölbl (2004 a), S. 22.
50
Nach Hölbl (2004 a), S. 20 ähnlich im Seleukidenreich.
51
Smith (1972), Tabelle 5.
- 14 -
1.3 DER BEGRÜNDER EINER NEUEN DYNASTIE – PTOLEMAIOS I.

Der General Ptolemaios wurde zwischen 367 und 366 v. Chr. als Sohn des Lagos
und der Arsinoe geboren. Sein Vater, von dessen Name sich auch der alternativ zur
Bezeichnung Ptolemäerdynastie verwendete Begriff Lagidendynastie ableitet,
gehörte einer angesehenen und mächtigen makedonischen Familie an, seine Mutter
entstammte überhaupt einer Nebenlinie des makedonischen Königshauses. 52
Seine Jugend verbrachte Ptolemaios als Page am makedonischen Königshof
Philipps II., was ihm auch Kontakt zum König und seiner Familie verschaffte.
Besonders zum Thronfolger Alexander, der etwa zehn Jahre jünger war als er, baute
er schnell eine freundschaftliche Beziehung auf. 53
Von Anfang an nahm er an den Eroberungen Alexanders und dessen Feldzügen
gegen das Perserreich teil. Im Herbst 330 v. Chr. wurde er zum somatophylax
(Leibwächter) ernannt, ein hoher Titel, den mit Ptolemaios nur sieben Männer, die
im höchsten Vertrauen des Königs standen, inne hatten. Als solchem wurden ihm
wichtige Aufgaben zuteil, was ihm oft Gelegenheit gab, sich besonders
hervorzuheben und auszuzeichnen. So befehligte er etwa große Teile des Heeres in
diversen Schlachten und schaffte es, den Mörder des persischen Großkönigs Dareios
gefangen zu setzen.54

Als Alexander der Große im Juni 323 starb, vertrat Ptolemaios auf der folgenden
Reichsordnung von Babylon von Anfang an vorausschauend ein partikularistisches
Staatsmodell in Bezug auf die weitere Zukunft des Großreiches, wurde aber
überstimmt. Als Satrapie wurde ihm Ägypten zugesprochen, das er in den nächsten
Jahren stellvertretend erst für den schwachsinnigen Philipp III. und danach für den
nachgeborenen Sohn Alexanders, Alexander IV. verwaltete.55

52
Hölbl (2004 a), S. 14; Huß (2001), S. 90.
53
Wilkinson (2008), S. 317.
54
Hölbl (2004 a), S. 14; Wilkinson (2008), S. 317.
55
Hölbl (2004 a), S.13-14.
- 15 -
Der Satrap war stets darum bemüht, sich gegenüber der Reichsregierung und den
anderen Satrapen zu behaupten, so auch indem er den Leichenzug Alexanders 56 in
Syrien abfangen und nach Ägypten bringen ließ, um ihn erst wohl in Memphis,
später in Alexandria beisetzen zu lassen. Im Besitz der Leiche Alexanders des
Großen zu sein, brachte Ptolemaios einen gewaltigen Prestigegewinn, aber auch die
Missgunst hoher Persönlichkeiten auf Reichsebene ein.57 Dies führte demnach früh
zu Spannungen zwischen einzelnen Parteien und daraus resultierenden Kriegen, in
denen sich Ptolemaios stets auf Seiten der Sieger fand, wenn er sich bei direkten
Auseinandersetzungen auch oft betont defensiv verhielt.58
Die außenpolitische Intention des Ptolemaios war es zwar, Ägypten zu erweitern,
jedoch vorwiegend, um Pufferzonen, zu schaffen, um das eigentliche Stammland an
„neuralgischen Punkten“ vor Interventionen von außen zu schützen:59
In Kyrene ließ er sich mittels des Diagrammas von Kyrene (321/320 v. Chr.) zum
permanenten Strategen und obersten Gerichtsherrn erklären, 319/318 v. Chr.
annektierte er nach dem Tod des Antipatros große Teile Syriens und Phöniziens, zog
aber den Großteil seiner Truppen bald wieder ab.60

Innenpolitisch ging der neue Machthaber in Ägypten schon zu seiner Zeit als Satrap
sehr umsichtig vor. HUß bemerkt dazu:
„Die Position, die Ptolemaios bei den Verhandlungen nach dem Tod des
Alexandros in Babylon eingenommen hatte, hatte klar erkennen lassen,
dass er in den politischen Kategorien siegreiche Makedonen / besiegte
Völker dachte. […] Mit dieser Herrenmentalität war aber Ägypten kaum
erfolgversprechend in eine neue Zukunft zu führen. Ptolemaios scheint dies
rasch erkannt und die notwendigen Konsequenzen gezogen zu haben. […]
er bemühte sich, die Rolle des neuen Landesherrn nicht im Geiste der
Konfrontation, sondern im Geiste der Kooperation zu spielen.“61

56
Zum geraubten Leichenzug Alexanders und dem Prunkwagen, der den Leichnam transportierte
siehe Pfrommer (1999), S. 28-29.
57
Husemann (2006), S. 58-62.
58
So zog sich dieser beispielsweise nach der gewonnenen Schlacht bei Gaza im Herbst 312 v. Chr.
vor einer näher rückenden Übermacht des Diadochen Antigonos sofort zurück. Hölbl (2004 a), S. 19.
59
Huß (2001), S. 98.
60
Hölbl (2004 a), S.15-17.
61
Huß (2001), S. 213.
- 16 -
So suchte er beispielsweise gute Kontakte zu alt eingesessenen Familien und vor
allem zur Priesterkaste, wie den Familien des Hohepriesters des Ptah in Memphis
oder des Hohepriesters des Thoth in Hermupolis.62

Nach dem Tode Alexanders’ IV. im Jahr 310 oder 309 v. Chr. ließ er sich erst 304
zum Pharao krönen, nachdem er bereits im Jahr 306 den Titel basileús im Kontext
eines hellenistischen Königtums angenommen hatte. In Bezug auf Ptolemaios sind
die Begriffe basileús (König) und Pharao demnach sowohl im ideologischen Sinn,
als auch zeitlich klar zu unterscheiden.63 Am besten spiegeln dies die offiziellen
Dokumente jener Zeit wieder: während in griechischen Urkunden die
Regierungsjahre Ptolemaios’ ab dem Todesjahr Alexanders des Großen rückwirkend
mitgezählt wurden, entspricht das erste Jahr des Pharaos Ptolemaios I. dem Jahr 304,
dieses wurde also erst an die formale Herrschaft Alexanders IV. angeschlossen.64
Mit der Annahme des Pharaonentitels begründete der einstige Satrap und General
eine neue Dynastie, die das nationalägyptische Pharaonentum und das hellenistische
Königtum in der Person eines Herrschers vereinte und bis zur Eroberung durch das
römische Imperium im Jahre 30 v. Chr. Bestand haben sollte.65

Vom ideologischen Standpunkt her hatte Ptolemaios mit teilweise ähnlichen


Problemen zu kämpfen wie schon Alexander der Große, war er doch ein
„Fremdherrscher“. Alexander war es auf einmalige Weise gelungen, seinen
Herrschaftsanspruch ideologisch so zu bekräftigen, dass auch noch seine direkten
formalen Nachfolger Philipp III. und Alexander IV. davon profitieren konnten. Da
jede Form der Machtausübung, also auch die offizielle Regierungsgewalt, nur dann
dauerhaft und effektiv funktionieren kann, wenn sie ideologisch untermauert ist,
musste Ptolemaios in seine „propagandistischen Aktivitäten“ alle in Ägypten
vorhandenen Bevölkerungsgruppen mit einbeziehen, also vor allem Makedonen,
Griechen und ebenso die einheimischen Ägypter. Dies versuchte er oft durch das
Aufgreifen sich ähnelnder Vorstellungen und Ideen verschiedener

62
Huß (2001), S. 213-214.
63
Hölbl (2004 a), S. 21-23.
64
Hölbl (2004 a), S. 22.
65
Hölbl (2004 a), S. 30-31.
- 17 -
Bevölkerungsgruppen und einer künstlichen Verschmelzung jener Elemente zu
erreichen.66
Das beste Beispiel für solch ein Zusammenführen griechisch- und ägyptisch-
stämmiger Bevölkerung stellt die besondere Förderung des Sarapis-Kultes dar. Der
Gott Sarapis war bereits vor Alexander dem Großen von Griechen wie Ägyptern in
Memphis als Osiris-Apis (äg. Wsjr-@p, griech. Ὀσορᾶπις), einer speziellen
Erscheinungsform des Osiris in Gestalt des verstorbenen Apis, verehrt worden.
Dieser wurde hellenisiert und von da an griechisch dargestellt. Der Kult um den Gott
Sarapis, dem als Gefährtin die Göttin Isis beiseite gestellt wurde, verband demnach
ägyptische und griechische Elemente und verbreitete sich schnell im gesamten
östlichen Mittelmeerraum. Obwohl der Zuspruch am Kult von der griechischen Seite
der Bevölkerung sehr groß war, reagierten die Ägypter jedoch nur wenig auf den
neuen Kult, so war Sarapis für sie nur ein griechischer Name für den Gott Osiris in
seiner altbekannten Erscheinungsform.67
In Alexandria installierte Ptolemaios den landesweiten Alexanderkult, dessen erster
eponymer Priester sein Bruder Menelaos wurde. Auf diese Weise bekundete er nicht
nur seine persönliche Verbundenheit zu Alexander, vielmehr wurde Ptolemaios auch
ideell dem eigentlichen Begründer der makedonischen Dynastie angenähert.68

Auch die altägyptische Religion selbst wurde unter Ptolemaios stark gefördert, so
gestattete er gleich nach seiner Ankunft in Ägypten den Priestern von Memphis ein
Darlehen in der Höhe von 50 Talenten, um die Bestattung eines Apis-Stieres
vornehmen zu können.69 Dem Gott Chnum von Elephantine schenkte er eine
Granitschale und auf der sogenannten Satrapenstele bestätigte er den Göttern von
Buto ihr unter der Perserherrschaft verloren gegangenes Tempelland.70
Stellvertretend für die abwesenden Argeadenherrscher gab Ptolemaios Bauprojekte
in Auftrag und setzte bereits als Satrap einzelne neue Akzente. Auch unter seiner
Regentschaft als Pharao ist eine umfassende Bautätigkeit belegt.

66
Huß (2001), S. 237.
67
Hölbl (2004 a), S. 92-94, Huß (2001), S. 241-248, zum Gott Sarapis siehe Bonnet (RÄRG), S. 649-
655. Zu Sarapis und der Konzeption seines Kultes siehe besonders auch Schmidt (2005).
68
Minas (2000), S. 81-85.
69
Anders Kessler (1989), S. 64, der meint, Ptolemaios hätte die Kosten lediglich auf verschiedene
andere Priesterschaften abgewälzt.
70
Hölbl (2004 a), S. 75-76, Huß (2001), S. 240.
- 18 -
Zuletzt soll noch in einigen Sätzen der Vollständigkeit halber auf die Familienpolitik
des Ptolemaios eingegangen werden. 324 v. Chr. ehelichte dieser auf der von
Alexander dem Großen initiierten Massenhochzeit von Susa eine vornehme Perserin,
die er jedoch bald nach dem Tode Alexanders wieder verließ.71 Zwischen 322 und
319 v. Chr. heiratete er wohl aus politischen Gründen Eurydike, eine Tochter des
Antipatros. Aus dieser Verbindung gingen fünf, vielleicht sogar sechs Kinder hervor,
darunter Ptolemaios Keraunos und Meleagros, beide spätere Könige von
Makedonien.72 Später nahm er seine verwitwete Geliebte Berenike, die einen großen
Einfluss auf ihn hatte, zur Frau, nachdem es dieser nach und nach gelungen war,
Eurydike zu verdrängen.73 Auch sie gebar ihm Kinder, darunter Arsinoe, später als
Arsinoe II. gezählt und Ptolemaios (später Ptolemaios II. Philadelphos). Diesen
ernannte Ptolemaios 285/284 v. Chr., wohl nicht zuletzt aufgrund des Einflusses von
Berenike, zum Mitregenten und Nachfolger.74
Ptolemaios I. starb im Winter des Jahres 282 v. Chr. im Alter von 84 Jahren. Seinem
Nachfolger, Ptolemaios II. Philadelphos hinterließ er nicht etwa eine tributpflichtige
Satrapie eines Großreiches, sondern eine unabhängige Großmacht des östlichen
Mittelmeerraumes.75

71
Hölbl (2004 a), S. 14-15.
72
Hölbl (2004 a), S. 26.
73
Magas, ein Sohn der Berenike aus erster Ehe mit einem Makedonen namens Philippos wurde später
König von Kyrene. Seine Tochter war die spätere Berenike II.; s. dazu beispielsweise
Ashton (2003),S. 56 [für ein breites Publikum].
74
Hölbl (2004 a), S. 26.
75
Hölbl (2004 a), S. 30-31, Huß (2001), S. 250.
- 19 -
2. BESCHREIBUNG DER BAUPROJEKTE

- 20 -
2.1 ALEXANDER DER GROSSE

Die Zeugnisse der baulichen Tätigkeiten Alexanders des Großen sind aufgrund der
kurzen Zeit, die dieser in Ägypten verbrachte und durch seinen frühen Tod rar gesät
und oft nicht mehr, als Restaurationsarbeiten, Erweiterungen oder
76
Umgestaltungen.
Eine genaue Zusammenstellung sämtlicher Belege zur Bautätigkeit Alexanders und
der Argeadenherrscher im Allgemeinen lieferte kürzlich Ivan LADYNIN in einem im
Jahr 2007 in der Reihe St. Petersburg egyptological readings erschienenen Artikel
in russischer Sprache.77
Eine Version in englischer Sprache wird in naher Zukunft erscheinen, im Zuge einer
Publikation der Kongressunterlagen eines Workshops der Universität Breslau in
Kooperation mit der Helmut Schmidt Universität Hamburg vom 18. bis
19. November 2011 in Breslau zum Thema „Alexander the Great and Egypt:
History, Art, Tradition“.78
Auch der Artikel “Alexander der Große – Pharao und Priester“,79 von Donata
SCHÄFER behandelt die Bautätigkeit Alexanders des Großen und legt besonderes
Augenmerk auf die Projekte in Luxor und Karnak. 80

Die größte Anhäufung an erhaltenen Denkmälern Alexanders findet sich in Theben.


Im Tempelkomplex von Karnak wurden im Zuge von Restaurationsarbeiten im
Bereich der Festhalle Thutmosis’ III., dem Achmenu, Räume für Alexander
adaptiert,81 darunter das sogenannte Alexandersanktuar. Auch am vierten Pylon des
Amuntempels wurden in seinem Namen Restaurationsarbeiten durchgeführt.82 Am
Pylon zum Chons-Tempel wurden im Eingangsbereich Szenen Pinodjems I. für

76
Weitere Zeugnisse Alexanders, die sich nicht auf seine Bauprogramme beziehen, sind kurz
zusammengefasst bei Schäfer (2007), S. 54-55.
77
Ladynin (2006).
78
Ladynin (im Druck). An dieser Stelle sei Herrn Ladynin mein ausdrücklicher Dank für den
fachlichen Austausch und für die Übersendung seines Artikels ausgesprochen.
79
Schäfer (2007).
80
Diese werden besonders in Hinblick auf ihre kulttheologische Konzeption betrachtet.
81
Carlotti (2001), S. 121-127.
82
Schäfer (2007), S. 56; PM II, S. 228-229.
- 21 -
Alexander usurpiert.83 Auch weitere kleinere Arbeiten wie die Restaurierung einer
kleinen Kapelle im südwestlichen Bereich der Umfassungsmauer sind bekannt.84
Im südlicher gelegenen Luxor-Tempel wurden unter Alexander ein neuer
Barkenschrein errichtet sowie weitere Restaurationsarbeiten vorgenommen.85

In Hermupolis wurde unter Alexander am Thoth-Tempel aus der 30. Dynastie


weitergearbeitet86 und neben den Bauten Alexandrias87 ist der Tempel von Qasr el-
Maǧizba in der Oase Bahrija als einzige Tempel-Neugründung zu nennen.88

2.1.1 Hermupolis Magna

Der Großraum von Hermupolis beim heutigen Aschmunein in Mittelägypten war ein
bedeutendes Kultzentrum der sogenannten „Achtheit von Hermupolis“, einer
Götterlehre um 4 Paare von Urgöttern.89 Besonders jedoch wurde hier seit früher Zeit
der Gott Thot verehrt, den die Griechen mit Hermes gleichsetzten.90
Der altägyptische 15. Oberägyptische Gau war bereits seit früher Zeit ein wichtiges
religiöses und verwaltungstechnisches Zentrum für den gesamten mittelägyptischen
Raum gewesen, das auch zur Zeit der 30. Dynastie noch von enormer Bedeutung war
und zu dieser Zeit sogar noch einen weiteren Aufschwung erlebte. So wurde der
Haupttempel des Gottes Thot unter Nektanebos I. neu gegründet, wie eine dort
gefundene Stele aus dem achten Jahr des Königs belegt. 91 Auch unter Nektanebos II.

83
PM II, S. 228 [12a-c], Schäfer (2007), S. 63-64, sowie Tf. 12-16.
84
Ladynin (im Druck) Anm. 22; publiziert wurde die Kapelle von Traunecker (1985), S. 347-352.
85
Graffiti aus dem dritten Jahr Alexanders an einer Mauer des Vorhofes Amenophis’ III. bezeugen
diese; publiziert hat den Text Daressy (1893), S. 33.
86
Arnold (1999), S. 138.
87
So zum Beispiel ein Isis-Tempel im Osten der Stadt, der wohl im typisch ägyptischen Stil
konstruiert worden sein dürfte; Arnold (1999), S. 138.
88
Arnold (1999), S. 138.
89
Bonnet (RÄRG), S. 5-6.
90
Bonnet (RÄRG), S. 293-295.
91
Snape, Bailey (1988), S. 2, publiziert wurde diese in Roeder (1954), für die besagte Stelle siehe
S. 410-412 (Abschriftt, Übersetzung und Kommentar).
- 22 -
wurde Inschriften zufolge weiter an dem Projekt gearbeitet,92 bevor die Arbeiten
wohl aufgrund des persischen Einmarsches in Ägypten stillstanden und wohl erst
unter Alexander wieder aufgenommen werden konnten.93
Im Namen von Philipp III. Arrhidaios wurde vor allem im Bereich des Pronaos
beziehungsweise Portikus weiter gearbeitet,94 Alexander IV. ist hingegen im Bereich
des Thot-Tempels nicht spezifisch nachweisbar, da die erhaltenen inschriftlichen
Überreste auch auf Alexander den Großen hindeuten können.95 Endgültig fertig
gestellt wurde der Tempel nach ROEDER wohl erst unter Ptolemaios I. oder dessen
Nachfolgern.96 Direkte Beweise für eine Bautätigkeit des ersten Ptolemäers gibt es
im Areal des Tempels nicht.97
Der Tempel des Thot zählte anhand der wenigen heute noch zu eruierenden Maße
nach wohl zu den größten Tempeln Ägyptens.98 Umso bedauerlicher ist, dass sich bis
heute kaum Überreste vom einstigen Prunkbau erhalten haben. Durch die
Wiederverwendung des Steinmaterials war wohl bereits im sechsten Jahrhundert
nach Christi ein großer Teil des eigentlichen Tempelhauses verschwunden. Zur Zeit
der ersten Aufnahmen im archäologischen Gebiet um die Zeit der napoleonischen
Expedition war der Tempel mit Ausnahme der noch aufrecht stehenden Säulen des
Pronaos de facto nicht mehr vorhanden. 1826 wurden auch die letzten stehenden
Überreste des Tempels beseitigt, nichts außer Säulenbasen und vereinzelten Blöcken
kündet heute noch vom einst imposanten Bauwerk. Auch die steinernen Bauten des
nicht weit entfernten Antinoupolis erlitten weitgehend dasselbe Schicksal. 99

92
Als Beispiel sei auf einen Block aus rotem Granit verwiesen, der aus dem Boden einer nahen
Basilika zutage gefördert wurde und die Titulatur Nektanebos II. trägt; siehe dazu Szafranski,
Makramallah (1989), S. 65-66.
93
Arnold (1994), S. 13; dieser setzt die Wiederaufnahme der Arbeiten erst wieder ab Philipp III.
Arrhidaios an, bezieht sich dabei allerdings speziell auf den Pronaos. Anders hingegen Winter (2005),
S. 209-210.
94
Roeder (1939), S. 737.
95
Snape, Bailey (1988), S. 3.
96
Snape, Bailey (1988), S. 3.
97
Roeder (1939), S. 738 verweist jedoch auf einen Gedenkstein des Königs, der womöglich aus
diesem Bereich von Hermupolis stammt und sich heute in Florenz befindet.
98
In Bezug auf den Pronaos finden sich eine Errechnung der Maße und ein Vergleich zu anderen
ägyptischen Tempeln bei Arnold (1994), S. 15.
99
Als Hintergründe für den Abriss des Gebäudes müssen die Verfügbarkeit des Steinmaterials in
Bezug auf mögliche Mehrkosten und der industrielle Aufschwung im 19. Jahrhundert herangezogen
- 23 -
Nach der Aufnahme etlicher archäologischer Hinterlassenschaften im Zuge der
napoleonischen Expedition waren es vor allem die Grabungen unter Günther ROEDER
in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, die wertvolle Erkenntnisse lieferten.100
Während und nach dem zweiten Weltkrieg folgten weitere, ägyptische Arbeiten.101
Als weitere wesentliche und neuere Untersuchungen sind die Arbeiten seit den
1980er Jahren unter SNAPE, BAILEY und SPENCER zu nennen.102
Die archäologischen Hinterlassenschaften aus der Zeit Alexanders des Großen sind
in Hermupolis auf den ersten Blick zwar recht spärlich, doch bei genauerer
Betrachtung durchaus sehr aufschlussreich: der erste definitiv Alexander
zuzuweisende Block (Abb. 1) stammt aus der Grabung von ROEDER aus dem Jahr
1939. Er wurde von Einheimischen gefunden und misst 51 x 39 cm. Zu erkennen ist
neben den Kartuschen Alexanders lediglich ein Teil der Doppelkrone, sowie der Rest
einer Sonnenscheibe mit Uräen.103 Aus dem versenkten Relief des Kalksteinblockes
und den von Günther ROEDER angegebenen Maßen errechnet Erich WINTER eine
Szenenhöhe von etwa drei Metern und vermutet eine ursprüngliche Anbringung der
Szene im Bereich der Rückwand des Pronaos.104
Einen weiteren Beleg stellt ein beidseitig beschrifteter Architrav (Abb. 2) dar. Er
bereits bei Arbeiten im Jahr 1933 aufgefunden, von den Ausgräbern jedoch zuerst
Ptolemaios I. zugeschrieben, da nur der den beiden Herrschern gemeinsame
Thronname in mehrfacher Ausführung erscheint. Seine Maße betragen
165/147 x 39 x 40 cm und nennen auf einer Seite antithetisch angeordnet je den
Thronnamen des Königs, gefolgt von der Beischrift „geliebt von Thot“ und darunter

werden. Für diverse Fabriks-Neubauten und Kalkbrennerei wurde das vorhandene Steinmaterial wohl
ebenso herangezogen, wie für den Kanal- oder Brückenbau. Fest steht, dass wirtschaftliche Gründe
das endgültige Ende des Bauwerks besiegelten. Eine genaue Zusammenstellung hierzu findet sich bei
Snape, Bailey (1988), S. 48-49.
100
Als entsprechende Grabungsberichte und Arbeiten seien in diesem Kontext auszugsweise genannt
Roeder (1932), Bittel, Hermann (1934), Roeder (1938), Roeder (1939), Roeder (1940) und besonders
auch Roeder (1959) [eine zusammenfassende Arbeit über die Ergebnisse und Resultate eines
Jahrzehnts].
101
Beispielsweise Gabra (1941).
102
Als Beispiele seien in Bezug auf das Thema nur folgende Arbeiten kurz genannt: Spencer (1983),
besonders Snape, Bailey (1988), in weiterer Folge auch Spencer (1989), Bailey (1991) und
Spencer (1993).
103
Roeder (1959), S. 300.
104
Winter (2005), S. 210-211.
- 24 -
in einer identisch aufgebauten Zeile wiederum den Thronnamen, gefolgt von einem
„geliebt von Schepsi“.105 ROEDER setzt den Block in einer späteren Publikation dann
vorsichtig in Bezug zu Alexander dem Großen.106 Diese Deutung konnte Erich
WINTER anhand eines weiteren Kalksteinblocks (Abb.3) unterstreichen, der erst 1996
im Kunsthandel auftauchte und sich heute in einer Schweizer Privatsammlung
befindet.107 Der Block weist vier beschriftete Spalten auf, die identisch aufgebaut
sind, gleich den beim vorherigen Block besprochenen Inschriften. Sie nennen
ebenfalls die Gottheiten Thoth und Schepsi, jedoch neben der zweifachen Schreibung
des Thronnamens auch zweimal den Namen des Alexandros. Besonders interessant
ist an diesem Block jedoch eine weitere Tatsache: die beiden linken Spalten sind
enger und die Hieroglyphen der linken Seite kleiner ausgeführt, als es bei den beiden
rechten Spalten der Fall ist. Des Weiteren sind die beiden Spaltenpaare durch eine
Art weiterer unbeschrifteter Spalte voneinander abgetrennt. Auch liegen die
Hieroglyphen der beiden entsprechenden Spaltenpaare auf unterschiedlicher Höhe,
weshalb die linken beiden Spalten der Umrahmung eines Türdurchganges zugeordnet
werden können. Die Maße von 70 x 41 cm sprechen nach WINTER für einen relativ
großen Raum, das erhabene Relief sogar für einen Innenraum. Dies spricht klar für
eine Dekorationstätigkeit Alexanders auch im inneren Bereich des Tempelhauses.
Der Umfang der Dekorationsarbeiten unter Alexander war demnach also weitaus
größer, als es die spärlichen Reste vermuten lassen.108 In diesem Kontext sei noch
eine weitere historische Quelle angesprochen, die allerdings nur als indirekte Quelle
bezeichnet werden kann. Konkret handelt es sich dabei um eine Abzeichnung von
Inschriften des Portikus (Abb. 4), die von John Gardner WILKINSON, vermutlich im
Jahr 1822 angefertigt wurde.109 Auf dieser Zeichnung ist klar ersichtlich, dass neben
späteren Inschriften aus der Zeit Philipps III. zahlreich auch Inschriften und
Darstellungen Alexanders des Großen zu finden waren. WINTER weist zurecht darauf
hin, dass in diesem Falle zumindest der Rohbau des Portikus zur Zeit des Alexander
weitgehend fertiggestellt gewesen sein muss. Dass sich eine Dekorationstätigkeit

105
Bittel, Hermann (1934), S. 38.
106
Roeder (1959), S. 300.
107
Ein Teil dieses Blocks ist auch als Abbildung wiedergegeben in Fildes, Fletcher (2004), S. 53.
108
Winter (2005), S. 211-213.
109
Winter (2005), S. 209-210; die Argumentation Winters, diese Quelle als authentisch anzusehen
erscheint soweit schlüssig. Deutlich vorsichtiger hingegen argumentieren dazu Snape, Bailey (1988),
S. 3.
- 25 -
Alexanders nun auch im Inneren des Tempelhauses nachweisen lässt, wo bekanntlich
mit der Dekoration begonnen wurde, scheint diese Annahme zu stützen. 110
Die Zeichnung von Wilkinson zeigt jedoch des Weiteren auch noch ein für diese
Arbeit bedeutendes Detail: in der rechten unteren Bildhälfte ist eine antithetisch
aufgebaute Szene zu erkennen, in der der König, gefolgt von einer knienden Figur
dem Gott Thot gegenübertritt. Die Figur hinter dem Herrscher ist, soweit es zu
erkennen ist, männlich und anhand der Positionierung und knienden Darstellung
sicherlich keiner Gottheit zuzuordnen. Um wen handelt es sich demnach bei dieser
eigenartigen Darstellung? Nicht viele Kandidaten kommen hierzu in Betracht: am
ehesten heranzuziehen wäre Petosiris,111 der Hohepriester des Thot von Hermupolis,
also Kopf einer der wichtigsten Priesterschaften des Landes und ein nicht zu
unterschätzender politischer Machtfaktor. Dieser ist vor allem durch sein
tempelgestaltiges Grab im ägyptisch-griechischen Mischstil (neomemphitischer
Mischstil) bekannt,112 wo er auf Darstellungen auf der Fassade als Protagonist bei
Opferhandlungen vor Göttern auftritt, demnach also eigentlich die Rolle eines
Pharaos wahrnimmt.113

2.1.2 Das Alexandersanktuar des Luxor-Tempels

Was den ägyptischen Tempelbau betrifft, so haben sich die meisten und auch
bedeutendsten Spuren Alexanders in Theben, dem heutigen Luxor erhalten. Theben
war für Alexander zweifellos von besonderer Bedeutung, die Stadt war nicht nur
Hauptkultort des Gottes Amun, sondern repräsentierte den Prunk und Glanz der
pharaonischen Geschichte wie keine andere. Auch war sie aufgrund ihrer Größe ein
wichtiger Machtfaktor, vor allem was die starke Amun-Priesterschaft betraf. Diese
sah sich als den erhaltenden Faktor ägyptischer Werte und Traditionen und war sich
ihrer früheren Sonderstellung innerhalb des ägyptischen Klerus mit Sicherheit noch

110
Winter (2005), S. 210.
111
Snape, Bailey (1988), S. 5 verweisen ebenfalls auf die besondere Rolle des Petosiris und einen
möglichen Zusammenhang zwischen seiner Person und der königlichen Bautätigkeit am Thot-Tempel.
112
Zur Publikation des Grabes siehe Lefébure (1923) und Lefébure (1924).
113
Winter (2005), S. 210; S. 215 mit weiteren Anmerkungen und weiterführender Literatur.
- 26 -
bewusst. Für Alexander musste es daher von besonderem Interesse sein, jenen
bedeutenden Machtfaktor hinter sich zu wissen.
Der Tempel von Luxor auf der Ostseite des Nils bildet ein südlich gelegenes
kultisches Pendant zum großen Tempelkomplex von Karnak und weist eine lange
Geschichte auf. Ein dort bereits früher existierender Tempel wurde überbaut und
besonders im Neuen Reich wesentlich erweitert. Seine bedeutendsten
Architekturelemente, die heute von Scharen an Touristen bestaunt werden, erhielt der
Tempel vor allem unter Amenophis III. (Heiligtum, Hypostyl und Kollonade) und
Ramses II. (Hof mit Barkensanktuar, Pylon mit Vorbauten).114
Der durch Amenophis III. geprägte hintere Bereich des Tempels wurde von
Alexander grundlegend umgestaltet: Im Allerheiligsten, dem letzten zentralen Raum,
der der Achse nach zugänglich ist (siehe Plan Abb. 5), wurde ein neues
Barkensanktuar eingebaut.115 Die dahinter liegende (südliche) Wand wurde
durchbrochen, um einen neuen axialen Zugang zum Statuenraum116 zu schaffen
(Abb. 6).117 Zum Einbau des Sanktuars118 wurden vier Säulen Amenophis’ III. von
etwa 50 cm Durchmesser abgetragen, deren Säulenbasen heute noch im Boden zu
erkennen sind (siehe Abb. 6). Stattdessen wurde die neue Anlage als tragendes
Element für die Deckenkonstruktion ausgelegt, von der die Architrave erhalten
blieben. Das Barkensanktuar wurde allerdings etwas nach hinten versetzt, so dass nur
knappe 75 cm seine Rückwand von der Südwand des Raumes trennen (Abb. 7),
während im vorderen Bereich ein Abstand von etwa 2,5 m eingehalten wurde.119 Der
Bau hat Ausmaße von etwa 5,5 x 7,5 m120 und ist an den Wänden außen wie innen
mit Darstellungen und Inschriften versehen. Aufgrund der Vielzahl an Szenen sollen
an dieser Stelle nur die Darstellungen der beiden Längsseiten der Außenwände, in
Form von Beispielen wiedergegeben werden. Die Grundlegende Arbeit zu den

114
Wilkinson (2005), S. 48, 166.
115
PM II, Plan XXXII, Räume XI und XII.
116
PM II, Plan XXXII, Raum XIX.
117
Abd el-Raziq (1984), S. 9.
118
Die Bauarbeiten können zeitlich anhand eines Graffitos genau eingeordnet werden und dauerten
etwa zwei Monate (Winter 330/329); genauer zusammengefasst auch zu finden bei Schäfer (2007),
S. 59.
119
Abd el-Raziq (1984), S. 9.
120
Angabe entsprechend dem Maßstab in Abb.6.
- 27 -
Darstellungen und Texten lieferte Mahmud ABD EL-RAZIQ,121 auf dessen Grundlage
die folgenden Schilderungen beruhen.

Die Längsseiten der Außenwände (Abb. 8 und 9)


Über einem Wandsockel von gut einem Meter Höhe sind in drei Registern a sechs
Szenen in Summe 18 im versenkten Relief gearbeitete Szenen pro Längswand
angebracht. Auf jeder dieser Szenen treten der König und der Gott Amun-Re in
Erscheinung, der abwechselnd entweder in seiner gewohnten Darstellungsweise mit
der hohen Federkrone oder mumiengestaltig, ithyphallisch auftritt (in diesen Fällen
wird er als Amun-Re Kamutef bezeichnet).122 Nach oben hin wird die Wand von
einer Hohlkehle abgeschlossen, die bis heute noch Reste von Bemalung aufweist
(Abb. 21). Jeweils die erste Szene (siehe Abb. 10 und Abb. 17) hebt sich auf beiden
Längswänden von den anderen Szenen ab: hier wird der König von einer weiteren
Gottheit in den Tempel vor Amun geführt (bs njswt r Hwt-nTr), auf der Ostwand ist
dies der Gott Month (Abb. 10), auf der Westwand der Gott Atum (Abb. 17).123 Auf
den Übrigen Szenen tritt Alexander allein in Bezug zu Amun und vollzieht die
täglichen Opferrituale.124 Über dem König schweben abwechselnd die Göttin
Nechbet in Form eines Geiers und Horus-Behdeti in verschiedenen Gestalten (Falke,
geflügelte Sonnenscheibe, Sonne mit Uräen), doch wurde dieses Prinzip nicht
durchgehend so umgesetzt.125

Szenenbeispiele:
Wandseite Szene Nr. Darstellung Abb.
Ost E 193 Der König wird vom Gott Month in den Tempel vor Amun 10
geführt.
Ost E 192 Der König betet mit gesenkten Armen den Amun-Re Kamutef 11
an.
Ost E 190 Alexander hebt die rechte Hand um den Schrein mit der Statue 12
des Amun-Re Kamutef zu öffnen (nur schlecht stilisiert
dargestellt).
Ost E 189 Der König steht mit anbetend erhobenen Armen vor Amun- 13
Re.
Ost E 188 Der König betet mit anbetend gesenkten Armen vor Amun-Re 14

121
Abd el-Raziq (1984).
122
Abd el Raziq (1984), S. 9, 10.
123
Abd el-Raziq (1984), S. 10-11, 24; vermutlich sind die beiden den König einführenden Gottheiten
hier als Repräsentanten der beiden Landesteile zu verstehen, der heliopolitanische Atum für
Unterägypten, der thebanische Month als Verkörperung Oberägyptens.
124
Abd el-Raziq (1984), S. 11.
125
Abd el-Raziq (1984), S. 11.
- 28 -
Kamutef.
Ost E 182 Der König mit der weißen Krone bringt Amun-Re Kamutef 15
mit beiden Armen ein Blumenopfer dar.
Ost E 176 Der König mit nemes-Kopftuch und Stab bei einem 16
Redegestus vor Amun-Re Kamutef.
West E 163 Der König wird vom Gott Atum in den Tempel vor Amun 17
geführt.
West E 164 Der König bringt vor Amun-Re Kamutef ein Libationsopfer. 18
West E 165 Alexander bringt dem Amun-Re ein Tablett mit Natron dar. 19
West E 168 Der König mit Stab und Keule vor Amun-Re Kamutef. 20
West E 156 Alexander beim Maat-Opfer vor Amun-Re Kamutef. 21

2.1.3 Karnak

Der Tempelkomplex von Karnak ist wohl der bedeutendste im gesamten Niltal und
das nationalägyptische Kultzentrum des ägyptischen Reichsgottes Amun schlecht
hin. Das Areal wurde über 2 000 Jahre hindurch stetig erweitert und umgestaltet; von
seinen Ursprüngen im Mittleren Reich (mindestens ab dem frühen Mittleren Reich
unter Sesostris I. etwa 1900 v. Chr.) wurde bis in die römische Kaiserzeit hinein in
Karnak gebaut.126
Die Verteilung der baulichen Tätigkeiten in Karnak unter Alexander dem Großen
wurde bereits oben einführend zusammengefasst. 127 Auf den mit Abstand
wichtigsten Bereich, das Alexandersanktuar, soll näher eingegangen werden.
Das Alexandersanktuar128 befindet sich in einem stark von Thutmosis III. geprägten
Bereich des großen Amun-Tempels, dem Achmenu,129 genauer gesagt im Osten der
„Festhalle“ Thutmosis’ III.(siehe Plan in Abb. 22). Man erreicht es über eine ihm
zugehörige Vorkammer,130 die ebenfalls Dekorationsspuren Alexanders aufweist. 131
Diese Vorkammer ist wiederum nur über eine weitere Vorkammer des axial
gelegenen Sanktuars Thutmosis’ III. zu erreichen, das in weiterer Folge den Zugang
zum sogenannten „Botanischen Garten“ bildet.

126
Golvin, Goyon (1990), S.12.
127
Siehe oben, Anm. 81-84; des Weiteren wurden aus Karnak kürzlich neue Belege aus der Zeit
Alexanders (Blöcke einer Hohlkehle mit den Namen Alexanders des Großen) publiziert in
Thiers (2010), S. 374-379.
128
PM II. Plan XII [2], Raum XXIX; bei Carlotti (2001), Pl. 45 Raum SX.5.
129
Das Achmenu ist im Wesentlichen ein in den Amuntempel integriertes Millionenjahrhaus für den
Gott Amun. Siehe zu dieser Thematik Ullmann (2002), S. 60-83.
130
PM II. Plan XII [2], Raum XXVIII, bei Carlotti (2001), Pl. 45 Raum SX.4.
131
Martinez (1989), S. 108.
- 29 -
Die Vorkammer132 hat Ausmaße von etwa 3,70 x 4,20 m und eine Höhe von 5,24 m.
Ihre Nordwand, in der sich auch ihr Eingang befindet, ist heute teilweise zerstört.
Der östliche Bereich jener Wand dürfte wahrscheinlich unter Alexander dem Großen
restauriert worden sein. Die Ostwand, deren Durchgang die Vorkammer mit dem
dahinter gelegenen Alexandersanktuar verbindet, ist hingegen in ihrer gesamten
Höhe erhalten und wurde zur Gänze unter Alexander dem Großen (wieder-)
errichtet133 oder dekoriert (Abb. 23).134 Die Süd- und die Westwand sind etwa bis auf
eine Höhe von 1,70 m erhalten geblieben.
Das Alexandersanktuar135 misst etwa 3,70 x 5,30 m, bei einer Höhe von 5,36 m. Der
Raum ist herausragend gut erhalten, lediglich zwei Bodenplatten fehlen. Dies ist eine
Besonderheit, wenn man im Vergleich dazu andere es umgebende Räume im Bereich
des Achmenu betrachtet, deren Mauern in der Regel selten höher als zwei Meter
erhalten sind.136 Ein Grund hierfür dürfte im Material zu suchen sein: Das
Alexandersanktuar besteht aus Sandstein, während für die umgebenden Räume
zumindest in den oberen Wandbereichen primär Kalkstein als Baumaterial verwendet
wurde, der ab dem Mittelalter zu einem großen Teil seinen Weg in die
Kalkbrennöfen fand.137
Die Publikationslage zu den beiden besagten Räumlichkeiten ist – vor allem auf die
Wanddarstellungen bezogen – denkbar schlecht. Neben der neueren Aufarbeitung
von Donata SCHÄFER138 mit Szenenbeschreibungen gibt es in Bezug auf die
Dekorationen im Wesentlichen wenig mehr als frühe Abzeichnungen von LEPSIUS,139
die allgemeine Zusammenstellung bei PORTER, MOSS140 und zwei detailliertere

132
In weiterer Folge nach der Publikation von Carlotti (2001), S. 121-122.
133
So anhand des baulichen Befundes nach Carlotti (2001), S. 122. Lediglich die beiden ersten
südlichen Mauerschichten und die erste Gesteinslage des nördlichen Mauerabschnittes sind noch
original.
134
Martinez (1989), ab S. 109, spricht für den Bereich des Sanktuars generell von bereits früheren
Restaurationsarbeiten und für die Zeit Alexanders schließlich überwiegend von Dekorationsarbeiten.
135
In weiterer Folge nach Carlotti (2001), S. 122-127.
136
Martinez (1989), S. 109.
137
Martinez (1989), S. 109; Schäfer (2007), S. 61 [bes. Anm. 40].
138
Schäfer (2007). Diese liefert auf S. 60 [Anm. 35] eine im Wesentlichen idente Darstellung der
Publikationslage.
139
LD IX, S. 3-4.
140
PM II, S. 119-120.
- 30 -
Fotografien in SCHWALLER DE LUBICZ.141 Daher sollen in Folge nur bestimmte
Szenen der Vorkammer und des Sanktuars besprochen werden. Die
Szenenbeschreibung erfolgt anhand von selbst zusammengestelltem Fotomaterial
unter Mithilfe der Beschreibungen von Donata SCHÄFER.142 Die Wände der
Vorkammer und des Sanktuars sind in zwei Register unterteilt, von denen in der
Vorkammer bis auf die Ostwand nur noch das untere erhalten ist.143 Im
Alexandersanktuar hat sich an vielen Stellen noch die ursprüngliche Bemalung
erhalten.

Vorkammer

Abb. Wand Genaue Position und Beschreibung der Darstellung


Unteres Register, links des Durchgangs zum Alexandersanktuar. Darstellung
24 Ostwand
Thutmosis’ III. mit Dreieckschurz und Perücke.
Oberes Register, links. Direkt über der vorangegangenen Darstellung
Thutmosis’ III. ist eine Darstellung Alexanders ausgeführt. Der makedonische
25 Ostwand
Pharao opfert bildlich gesprochen auf den Schultern seines berühmten
Vorgängers in Dreieckschurz und Nemes-Kopftuch zwei Gefäße.
Oberes Register, zentraler Bereich der Ostwand. Durch den Architrav wird
26
Ostwand das Register nach der Opferdarstellung Alexanders faktisch zweigeteilt. Im
27
oberen Bereich ist die Große Neunheit von Karnak dargestellt.
Architrav des Türdurchgangs. Auf der linken Szene wird Thutmosis III. von
28 Ostwand Hathor umarmt, in der Szene rechts davon trifft der König, gefolgt von einer
Ka-Standarte und einer Nilgottheit auf Anubis.

Alexandersanktuar

Abb. Wand Genaue Position und Beschreibung der Darstellung


Blick auf die Westwand. Das Obere Register besteht aus drei Szenen. Auf der
29 linken opfert Alexander der Große mit Dreieckschurz und Nemes-Kopftuch
30 dem Gott Amun-Re-Kamutef eine Lattichpflanzung, auf der mittleren bringt
31 Westwand er mit dem Königskopftuch dem Amun-Re ein Räucher- und Libationsopfer
32 dar.144 Die rechte Szene zeigt Alexander mit der Krone Unterägyptens beim
33 145
Maat-Opfer vor Amun-Re.
Unteres Register, links des Türdurchganges. Alexander, der eine kurze
34 Westwand
Lockenperücke trägt, wird vom Gott Horus gereinigt.
Blick auf die Südwand. Das obere Register besteht aus drei Szenen: Sie alle
35
zeigen Alexander den Großen. Links bringt er, gefolgt vom Gott Sokar dem
36
Südwand Amun-Re ein Schminkgefäß dar, in der mittleren Szene opfert der er dem
37
Amun-Re ein Gefäß. Dabei folgt ihm eine Darstellung seines Kas in
38
menschlicher Gestalt. Auf der rechten Szene betet der Pharao mit gesenkten

141
Schwaller de Lubicz (1999), Pl. 202-203, sowie kurze Beschreibungen dazu auf S. 633.
142
Schäfer (2007), S. 60-63.
143
Schäfer (2007), S. 61.
144
Schäfer (2007), S. 61.
145
zum Maat-Opfer siehe Assmann (2006), besonders ab S. 226; dieser verweist im Kontext
ptolemäischer Tempel auf Otto (1964), S. 24ff.
- 31 -
Armen den ithyphallischen Amun-Re-Kamutef an.
Unteres Register. „Das untere Register der Südwand besteht aus sechs Szenen
[…]: Von Westen nach Osten gesehen ist zuerst Thutmosis III. stehend
39 dargestellt, der einen Schenditschurz empfängt, daneben thront der gleiche
40 König auf einem Sockel im Morgenhaus. Dann folgt zweimal Alexander, erst
Südwand
41 mit Stab in der Hand, dann indem er eine Hand vor seinen Mund hält. Als
42 nächstes sieht man Alexander anbetend vor dem ithyphallischen Amun-Re[-
Kamutef] stehen und schließlich denselben mit Stab und Keule vor Amun-
Re.“146
Blick auf die Nordwand. Das obere Register besteht aus drei Szenen. In der
43 ersten wird Alexander, der die Doppelkrone und einen Wedel trägt, von der
44 Göttin Amaunet vor Amun-Re-Kamutef geführt, auf der zweiten spielt er vor
Nordwand
45 dem Amun-Re-Kamutef zwei Sistren. Auf der dritten Szene bringt der König,
46 gefolgt von seinem Ka dem Amun-Re Schminke dar, die in einem
sphinxförmigen Gefäß aufbewahrt wird. 147
Unteres Register. Es besteht aus vier Szenen, auf denen Alexander der Große
auf verschiedene Weise in Interaktion mit dem Gott Amun-Re tritt, wie
47
Nordwand beispielsweise durch das Austauschen von Nahrung. 148 In der vierten Szene
48
wird der König beim Opfer vor Amun-Re-Kamutef mit einer Ka-Standarte,
die den Horusnamen des Königs trägt dargestellt.
Blick auf die Ostwand. Das obere Register wird von einer einer einzigen
Szene eingenommen. Diese zeigt den Pharao Alexander in vollem Ornat mit
Nemes-Kopftuch, Stab und einer Keule, gefolgt von einer knienden
Nilgottheit mit Opfergaben vor einer langen Opferliste und dem dahinter
49
thronenden Gott Amun-Re. Die insgesamt drei Szenen des unteren Registers
50 Ostwand
sind schlecht erhalten und gehören von der Thematik her zum
51
Mundöffnungsritual. 149 Auf der rechten Szene wird der Gott Amun von
Alexander gereinigt, in der darauffolgenden erhält er von ihm vier
Weihrauchgefäße. In der letzten Szene vollzieht der Makedone am
ithyphallischen Amun-Re-Kamutef das Mundöffnungs-ritual.

2.1.4 Der Oasentempel von Qasr el-Mağizba

Die einzige Tempel-Neugründung aus der Zeit des Alexandros – sieht man einmal ab
von den großen Bauvorhaben in Alexandria – ist Qasr el-Maǧizba in der Oase
Bahrija bei der modernen Ortschaft aAin el-Tibanija.150 Dieser Bau dürfte wohl im
Zuge der Rückreise Alexanders von Siwa nach Memphis zu dessen Ehren gegründet
worden sein und war den Göttern Amun-Re und Horus geweiht.151 Ahmed FAKHRY

146
Schäfer (2007), S. 61.
147
Schäfer (2007), S. 62.
148
Schäfer (2007), S. 62.
149
Schäfer (2007), S. 62.
150
Arnold (2000), S. 208.
151
Fakhry (1950), S. 46; in weiterer Folge auch Hölbl (2004 a), S. 78 und Winter (2005), S. 207, in
Bezug auf die Weihung des Tempels in Hinblick auf die Legitimation Alexanders des Großen siehe
auch Hirzbauer (2011), S. 50-51.
- 32 -
legte 1938 und 1939 während seiner Grabungen die Reste des Tempels frei und
beendete seine Arbeit 1942, publizierte das Areal jedoch nur unvollständig. 152 Der
Tempel (Abb. 52 und 53) wurde im Stil der 26. Dynastie erbaut153 und besteht aus
einem kleinen, zweiräumigen Bau aus Sandstein, umgeben von einer
Umfassungsmauer. Im Bereich zwischen Tempelrückseite und Umfassungsmauer
befindet sich eine Behausung für Priester. Östlich davon liegen weitere Räume, die
wohl der Administration des Tempels dienten, daneben des Weiteren eine kleine
Kapelle mit einem zentralen Barkenuntersatz. Im direkten Bereich vor dem Tempel
erstreckten sich weitere Behausungen und Magazine. 154 Der Tempel wurde nie
vollständig fertig gestellt und nur wenige Wände wurden dekoriert.155 Auf ihnen ist
der König beim Opfer vor verschiedenen Gottheiten dargestellt. Eine Besonderheit
stellt die Darstellung des Gouverneurs der Oase als Priester dar, der hinter Alexander
Opferhandlungen vollzieht (Abb. 54). Der König opfert barfuß, während der Priester
Sandalen trägt. In der 26. Dynastie waren die lokalen Gouverneure dieser Oase
gleichzeitig die Hohepriester der entsprechenden Gottheiten und wurden im
Priesterornat bei Opferungen dargestellt. Diese alte Tradition dürfte sich demnach bis
in die Zeit Alexanders erhalten haben.156 Als Parallele hierzu sei Siwa genannt: dort
agieren Priesterkönige allein auf Darstellungen vor Gottheiten, während die
eigentlichen Könige in den Hintergrund treten und nur außerhalb des
Szenenkontextes erscheinen.157
Für die Forschung interessant ist Qasr el-Maǧizba jedoch auch noch aufgrund eines
weiteren herausragenden Fundes – während seiner Arbeiten konnte FAKHRY ein
Bruchstück eines Barkenuntersatzes freilegen, der einen singulären Beleg für eine
vollständige Königstitulatur Alexanders des Großen darstellt. Der Stein wurde von
FAKHRY allerdings nie publiziert und galt in weiterer Folge als verschwunden. Erst

152
Fakhry (1974), S. 99; in Fakhry (1950), S. 47 wird noch von einem weiteren Band gesprochen, in
dem auch weitere Inschriften publiziert werden sollten, bedauerlicherweise ist dieser nie erschienen;
ähnlich angemerkt auch von Winter (2005), S. 207.
153
Fakhry (1940), S. 827.
154
Fakhry (1974), S. 99-100.
155
Fakhry (1940), S. 825.
156
Fakhry (1940), S. 827.
157
Hölbl (2004 a), S. 287 [Anm. 30], dort wird verwiesen auf Kuhlmann (1988), Taf. 31 a.
- 33 -
im Sommer 2007 gelang es schließlich Francisco BOSCH-PUCHE, das Stück im Keller
des Museums in Kairo ausfindig zu machen und schließlich zu publizieren.158

158
Bosch-Puche (2008).
- 34 -
2.2 PHILIPP III. (ARRHIDAIOS)

Im Namen des schwachsinnigen Arrhidaios, der sich außerhalb Ägyptens aufhielt,


gab der Satrap Ptolemaios in stellvertretender Funktion für den abwesenden König
Bauprojekte in Auftrag. Unter der formalen Regentschaft Philipps III. wurden vor
allem – wie schon unter seinem Vorgänger Alexander – ältere Bauprogramme in
Angriff genommen, deren Weiterführung unter den Persern nicht möglich gewesen
war, oder jene, die bereits unter Alexander in Angriff genommen worden waren, aber
durch dessen frühen Tod unvollendet blieben. So wurde in Sebennytos der Tempel
für Onuris-Schu dekoriert,159 in Hermupolis wurde am Tempel des Thot weiter
gearbeitet.160 Der große Amuntempel von Karnak erhielt ein neues
Barkensanktuar,161 auch in Luxor finden sich inschriftliche Belege für eine
Bautätigkeit unter Arrhidaios.162 Ein neu gegründeter Tempel in Tuch el-Qaramus
stellt die erste Tempel-Neugründung seit der Perserzeit dar, die nicht von Alexander
dem Großen in Auftrag gegeben wurde.163 Weitere Spuren sind verhalten – im
unterägyptischen Athribis (Tell Atrib) ist sein Name auf einem Block belegt (ein
zweiter weist seinen Thronnamen auf)164 und in Leontopolis wird ihm ein Türsturz
zugeschrieben, der den Horusnamen kA nxt aufweist.165

159
Spencer (1999 b), S. 8.
160
Arnold (1999), S. 140.
161
Arnold (1999), S. 140.
162
Ladynin (im Druck), Anm. 50, 51 mit weiterer Literatur.
163
Niederberger (1999), S. 122; anders Schäfer (2007), S. 55-56, die die Gründung und Planung
bereits in die Zeit von Alexander dem Großen setzen möchte.
164
Ladynin (im Druck), Anm. 56, 57 mit weiterer Literatur. Der besagte Thronname kann sich jedoch
auch auf Alexander den Großen oder den ersten Ptolemäer beziehen, siehe in diesem Zusammenhang
auch Myśliwiec (2009), S. 22, Fig. 5.
165
Ladynin (im Druck), Anm. 58, 59 wertet diesen Beleg vorsichtig; er merkt an, auch Alexander der
Große sei in Leontopolis durch eine Klepshydra (BM EA933) belegt. Eine Anwesenheit Ptolemaios’ I
in Leontopolis kann ebenfalls vermutet werden, so ist er zum Beispiel auf einer wohl von dort
stammenden Stele belegt, die sich heute in der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen befindet (ÆIN
312), publiziert in Jørgensen (2009), S. 173-174.
- 35 -
2.2.1 Sebennytos

Das antike Sebennytos (Samannud, Tb-nTr) liegt am Damietta-Nilarm im Zentrum des


Deltas im zwölften unterägyptischen Gau und war die Heimatstadt der Könige der
30. Dynastie. Der Haupttempel der Stadt war der Phersos (pr-¥w), ein Tempel für
Onuris-Schu und seine Gefährtin Mehit166. Der Tempel wurde im Mittelalter
abgerissen und moderne urbane Expansion führte zur Überbauung großer Gebiete
des ehemaligen Tempelareals.167 Édouard NAVILLE besuchte den Ort 1887 und
veröffentlichte in einer ersten Publikation acht Umzeichnungen noch in situ
befindlicher Blöcke.168 1930 folgten in einer weiteren Arbeit vier weitere, vorher
unpubliziert gebliebene Reliefs sowie Fragmente eines Naos aus dunkelgrünem
Diorit.169 Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts publizierten auch Ahmed Bey
KAMAL170 und Campbell C. EDGAR171 in Summe neunzehn Reliefs.172 Zum Tempel
gehörige Blöcke gingen an verschiedene Museen oder verblieben in situ, bis sich
1998 der Epigraphic Survey der Egypt Exploration Society unter der Leitung von
Neil SPENCER Sebennytos zuwandte:173 1998 wurden 149 in situ verbliebene Blöcke
gezählt, sieben weitere wurden im März 1999 aufgenommen.174 Dreißig in-situ-
Blöcke weisen Dekorationen auf (drei Blöcke darunter gehören zur Hohlkehle des
Tempelhauses). 127 Blöcke weisen keine epigrafischen Merkmale auf.175 Darüber
hinaus listet SPENCER in einem Appendix 29 Blöcke auf, die sich heute in
verschiedenen Museen befinden oder verschwunden sind.176
Der Tempel wurde unter Nektanebos I. neu erbaut und die Dekoration wohl erst
unter Nektanebos II. begonnen, musste aufgrund des Persereinfalls 343 v. Chr. aber
unterbrochen werden.177 Weitergeführt wurde die Ausgestaltung des Tempels unter
166
Eine kriegerische Göttin mit Löwenkopf. Vgl. Bonnet (RÄRG), S. 445.
167
Spencer (1999 a), S. 55 und Spencer (1999 b), S. 7.
168
Naville (1890), S. 23-27, sowie Tf. 6.
169
Naville (1930), S. 64-66, sowie Tf. 16 und 17.
170
Kamal (1906).
171
Edgar (1911), ab S. 90.
172
Allerdings nur in Form von kurzen Beschreibungen und hieroglyphischen Abschriften.
173
Spencer (1999 a), Spencer (1999 b).
174
So Spencer (1999 a), S. 56 in weiterer Folge spricht er von insgesamt 157 Blöcken.
175
Spencer (1999 a), S. 74.
176
Spencer (1999 a), S.81-83.
177
Arnold (2000), S. 230.
- 36 -
Philipp III. Arrhidaios, Alexander IV. und schließlich unter Ptolemaios II.
Philadelphos.178 Von Ptolemaios I. als König lassen sich keinerlei Belege finden oder
sind nicht mehr erhalten, SPENCER verweist hierzu auf die ähnlichen Verhältnisse in
Elephantine179 und Bahbeit el-Hagar.180 Zwar gibt es einige, nicht zuordenbare,
frühptolemäische Blöcke und Fragmente, doch könnten diese auch vom inschriftlich
ebenfalls belegten Ptolemaios II. stammen. Eine Rekonstruktion oder Zuordnung
einzelner Blöcke zu bestimmten Räumen kann anhand des Materials laut SPENCER
nicht mehr getroffen werden.181
In Folge werden aufgrund der Fülle an Blöcken ausschließlich jene behandelt, die
sich anhand von bestimmten Merkmalen wie Beischriften eindeutig als zu Arrhidaios
gehörig bestimmen lassen. Grundlage bildet die Publikation von SPENCER.182
Die Bautätigkeit unter Philipp III. ist objektiv nur durch drei Blöcke der Hohlkehle
nachweisbar, die seine Kartuschen tragen. Ihm bestimmte nicht zugeordnete Blöcke
ohne entsprechende Beischriften zuzuweisen, ist aufgrund der stilistischen
Ähnlichkeit nicht möglich.
Blöcke in Museen: keine sicher zugeordnet.183

Blöcke in situ:
Block Nr.: 3 Abbildung: 55
Maße: 0,69 x 1,21 x 1,22 m Material: rosa Granit
Anmerkungen: Block der Hohlkehle mit den Kartuschen des Arrhidaios auf nbw-Zeichen
Die Abbildung ist repräsentativ für die Blöcke 4 und 5.
Block Nr.: 4 Abbildung: nein
Maße: 0,86 x 1,51 x 1,31 m Material: rosa Granit
Anmerkungen: Block der Hohlkehle, Dekoration wie bei Block 3 und 5.
Publiziert in Edgar (1911), S. 91 (2).
Block Nr.: 5 Abbildung: nein
Maße: 0,68 x 1,42 x 0,7 m Material: rosa Granit
Anmerkungen: Block der Hohlkehle, Dekoration wie bei Block 3 und 4.
Publiziert in Edgar (1911), S. 91 (1).

178
Spencer (1999 a), S. 78.
179
Spencer (1999 a), S. 78. In Elephantine ist Ptolemaios I. als König allerdings auf Fragmenten
belegt; s. dazu Laskowska-Kusztal (1996), S. 40-42 (Komplex IV).
180
Spencer (1999 a), S. 78. In Bahbeit el-Hagar ist nach Nektanebos II. keine Bebauung unter den
Argeaden nachweisbar, dasselbe gilt auch für Ptolemaios I. Vgl. dazu Bagnall/Rathbone (2004), S.
83f. Ähnlich äußerte sich Favard-Meeks (1997), S. 103.
181
Spencer (1999 a), S.79.
182
Spencer (1999 a).
183
Siehe Spencer (1999 a), Appendix S. 82.
- 37 -
2.2.2 Tuch el-Qaramus

Tuch el-Qaramus liegt im Westen des zwanzigsten unterägyptischen Gaues im


Ostdelta und wird, wenn auch etwas vorsichtig, als das antike Pr-bAw identifiziert,
einem wichtigen Kultzentrum für die Triade Amun, Mut und Chons im Delta. 184
Erste Untersuchungen in diesem Gebiet wurden Ende des 19. Jahrhunderts von
Édouard NAVILLE185 und Francis Ll. GRIFFITH186 durchgeführt. NAVILLE war anfangs
aufgrund der beachtlichen Größe des Tells sehr enthusiastisch, äußerte sich jedoch in
seinem Bericht wie folgt:

„[…] the opinion of the natives was that nothing had ever been
found there. In this case, they spoke the truth. There never was a
more disappointing Tell, in spite of its size and its promising
appearance.”187

Der Erdhügel war ursprünglich von einer Umfassungsmauer aus Ziegeln umgeben,
innerhalb derer sich vor allem im östlichen Bereich Schutt von zerstörten Gebäuden
befand. Der eigentliche Tempel konnte nahe der östlichen Mauer lokalisiert werden,
doch fand sich aufgrund exzessivst betriebenen Steinraubes und Kalkbrennerei nichts
mehr außer Kalksteinsplittern an steinernen Überresten. Erst bei der Freilegung der
Gründungsdepots kam ein Fund zutage, der es erlaubte, den Tempel zeitlich
einzuordnen, nämlich eine Tafel aus Fayence, die den Namen von Philipp III.
trägt.188 Der Bauherr des Tempels muss demnach Ptolemaios I., damals noch in
seiner Funktion als Satrap, gewesen sein.189 Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde
Tuch el-Qaramus für die Wissenschaft interessant, als im August 1905 große
Goldfunde aus der griechisch-römischen Epoche gemacht wurden.190 C. C. EDGAR
beschrieb 1906 in einem Report einen dort aufgefundenen Kalksteinblock mit einer
Kartusche Ramses’ II. als das älteste aufgefundene Monument in Tuch el-

184
Bianchi (LÄ VI), S. 777-778.
185
Naville (1890)
186
Griffith (1890)
187
Naville (1890), S. 28f.
188
Naville (1890), S. 29.
189
Niederberger (1999), S. 122.
190
Eine gute Beschreibung und Abbildungen zu einzelnen Stücken liefert Pfrommer (1999), S. 30-34,
mit Hinweisen auf weitere Literatur.
- 38 -
Qaramus.191 EDGAR vermutete anhand der Funde, dass in Tuch el-Qaramus eventuell
Soldaten aus dem Mittelmeerraum untergebracht waren und hielt es für möglich,
dass viele der gefundenen Objekte aus dem sogenannten Schatz von Tuch el-
Qaramus von Söldnern oder deren Familien dort deponiert wurden.192
Die Ansiedlung von Truppen im Ostdelta hat in Ägypten aufgrund der geografischen
Lage und der damit einhergehenden leichten Erreichbarkeit des levantinischen
Raums Tradition: So ist beispielsweise für Piramesse (beim heutigen Qantir) dessen
militärische Bedeutung archäologisch durch das Vorhandensein von
Waffenschmieden, Kasernen und Pferdeställen durch die ramessidische Zeit
hindurch belegt.193 Besonders in späterer Zeit wurden beispielsweise unter
Psammetich I. auch Söldnertruppen im Bereich des Ostdeltas angesiedelt.194 Seit
Alexander dem Großen bestand ein wesentlicher Anteil der Armee nicht aus
Ägyptern, sondern vorwiegend Makedonen und Griechen,195 die sich – einmal in
Ägypten verblieben – schnell integrierten und viele der landeseigenen Bräuche
annahmen. In Anbetracht der strategischen Bedeutung dieses Gebietes wäre eine
gezielte Ansiedlung und Tempelgründung unter Ptolemaios als Satrap durchaus
denkbar, vor allem da dies sehr der außenpolitischen Haltung Ptolemaios’
entsprechen würde, die stets darauf abzielte, das ägyptische Kernland vor möglichen
äußeren Angriffen – vor allem aus dem Osten – zu schützen.196

191
Edgar (1906), S. 211.
192
Edgar (1906), S. 212, Pfrommer (1999), S. 31 merkt anhand der Münzfunde die kurze Lebenszeit
der „festungsähnlichen Anlage“ an, deren gewaltsame Zerstörung er in die 40er Jahre des 3. Jhs.
v. Chr. datiert.
193
Zur Streitwagentechnologie in Piramesse sei für archäologische Nachweise als Beispiel verwiesen
auf Herold (1999).
194
zu den Söldnern unter Psammetich I. s. Haider (2001), S. 199.
195
Hölbl (2004 a), S. 27.
196
Hölbl (2004 a), S. 30; neuere Aufsätze zu Tuch el-Qaramus lieferten Pernigotti (2003) und
Salvia (2003).
- 39 -
2.2.3 Hermupolis Magna197

Nach dem Tode des Alexandros wurden auch die Arbeiten im politisch und religiös
bedeutenden Hermupolis weiter vorangetrieben. Konkret betraf dies die unter
Alexander begonnenen Dekorationsarbeiten am großen Thot-Tempel. Der Name
Philipps III. begegnet hier vor allem auf den Überresten von bis heute in situ erhalten
gebliebenen Säulenbasen198 (Abb. 56 und 57) und vereinzelten weiteren Blöcken aus
der direkten Umgebung des Portikus. Von diesen insgesamt 16 Blöcken tragen elf
Darstellungen von Gauprozessionen (Blöcke 1-11),199 fünf weitere stammen aus
einem anderen Kontext und tragen Darstellungen oder die Titel des Königs (Blöcke
12-16).200
Als konkrete Fallbeispiele sei an dieser Stelle auf zwei Blöcke näher eingegangen

Block Nr.: 9201 Abbildung: 58


Heutiger Aufenthaltsort: in situ

Das Zentrum von Block 9 trägt die Darstellung eines knienden Philipps III. in Dreieckschurz und
kurzer Perücke. In seinen Armen hält er eine Opferplatte mit unterschiedlichen, regionalen
Opfergaben des siebten unterägyptischen Gaues, der in Form einer Standarte über den Opfergaben
abgebildet wurde. Vor der Darstellung befindet sich eine hieroglyphische Inschrift in vier Spalten, die
den Gott Thot nennen, der dem König im Gegenzug Kraft und Sieg schenkt.

Block Nr.: 15202 Abbildung: 59


Heutiger Aufenthaltsort: in situ

Der Block Nr. 15 trägt über neun Spalten verteilt Inschriften, die die Namen und Titel des Königs
nennen. Ein waagrechtes Inschriftenband schließt diese nach unten hin ab und oben sind noch Reste
einer Himmelsdarstellung mit Sternenmuster zu erkennen. Die Inschrift lautet: Der Horus wAD-
tA.wj,[König von Ober- und Unterägypten und] Herr der Beiden Länder stp-kA-n-Ra, mrj-Jmn, [Sohn
des Re und] Herr der Erscheinungen Philipos,, dem Leben, Dauer und Glück gegeben sei wie Re,
geliebt von [Re-]Har[achte], der im Herzen von Hermupolis ist, dem großen Gott und Herrn des
Himmels [und] geliebt von Thot, dem Herrn der Achtheit, dem Vordersten von Hesret.
Der Horus wAD-tA.wj, König von Ober- und Unterägypten, Herr der Beiden Länder stp-kA-n-Ra, mrj-
Jmn, [Sohn des Re und] Herr der Erscheinungen Philipos,, dem Leben, Dauer und Glück gegeben sei
wie Re, geliebt von […] im Herzen von Hermupolis […].

197
Zu Hermupolis im Allgemeinen siehe oben, Kap.2.1.1.
198
Zwei Inschriften solcher Säulenbasen und ein Bruchstück einer dritten Basis wurden publiziert in
Bittel, Hermann (1934), S. 39-44; des Weiteren siehe Bailey et al. (1980), S. 4, 23 [Pl. 3b], 40 [Pl.
20c]; eine weitere bei Spencer (1989), S. 43, Pl. 51b, Pl. 52c.
199
Diese sind zusammengefasst publiziert und in Umzeichnung wiedergegeben bei Snape,
Bailey (1988), S. 3-5, sowie Pl. 3-25.
200
Snape, Bailey (1988), Pl. 26-31.
201
Snape, Bailey (1988), S. 82 (Pl. 20).
202
Snape, Bailey (1988), S. 93 (Pl. 30), zur Übersetzung siehe S. 92.
- 40 -
Der Bau ist bis in die heutige Zeit untrennbar mit dem Namen Philipps III.
verbunden. Dies liegt vor allem an den zahlreichen, oft farbenfrohen Zeichnungen
und Bildern früher Forscher und Reisender des frühen 19. Jahrhunderts (Abb. 60),
die den Portikus noch stehend ausmachen konnten und in diesem anhand seiner
Größe ein hervorragendes Motiv für ihre Arbeiten fanden.

2.2.4 Karnak unter Philipp III.

Wie unter seinem berühmten Vorgänger, wurde auch unter Philipp III. weiter in
Karnak gebaut. Konkret betraf dies das sogenannte Barkensanktuar, das im großen
Amuntempel hinter dem sechsten Pylon eingebaut wurde (Abb. 22). 203 Doch auch im
ihm vorgelagerten Hof gibt es Reste von Darstellungen Philipps III. im Bereich einer
204
Statue der Amaunet (Abb. 61). Es handelt sich dabei um eine schmale Wand, die
zwei Register aufweist (Abb. 62). Das obere ist Register ist heute schlecht erhalten,
doch lassen sich noch die Kartuschen Philipps III., die hohe Federkrone des Amun
und Reste des königlichen Körpers erkennen. Ursprünglich opferte der König dem
Amun hier Lattich.205 Das untere Register zeigt den Pharao bei einem Blumenopfer
vor Amun.206
Obwohl in vielen Bänden über Karnak Fotografien seiner feinen, an vielen Stellen
noch in Farben erhaltenen Reliefs auftauchen,207 ist das Barkensanktuar im
Wesentlichen unpubliziert geblieben. Seit Herbst 2010 werden jedoch
Anstrengungen unternommen, den entsprechenden Bereich epigrafisch
aufzuarbeiten.208
Das Barkensanktuar besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Räumen
unterschiedlicher Höhe, wobei der westliche Raum der Höhere ist. 209 Sie besteht aus

203
PM II. Plan XII [1], Räume IX und X.
204
PM II, S. 90 [248]; Plan XII [1], Raum V, Wand 248.
205
PM II, S. 90 [248].
206
PM II, S. 90 [248].
207
Einige gute Fotografien und kurze Beschreibungen gibt beispielsweise Schwaller de
Lubicz (1999), S. 619-622; P. 152-162.
208
Siehe dazu den Bericht von Thiers (2011), S. 33-35.
209
Schwaller de Lubicz (1999), S 619.
- 41 -
rotem Granit, einem schwer zu bearbeitenden Gestein, das eine weite Strecke aus
dem Süden Ägyptens angeliefert werden musste. Da Abbau und Transport sehr
zeitaufwendig waren, ist es möglich, dass der Bau bereits unter Alexander dem
Großen oder früher in Auftrag gegeben wurde, und der Einbau oder die Dekoration
erst unter Arrhidaios erfolgten.210
Aufgrund der Fülle an Darstellungen kann in Folge nur auf vereinzelte
Szenenbeispiele eingegangen werden.

Der westliche Raum211

Wand, Position Darstellung Abb.


Zugang zum westlichen Raum vom sechsten Pylon
kommend. Teilweise schlecht erhaltene Szenen, die
Westl. Außenwand -
Philipp III. vor Amun-Re oder Amun-Re-Kamutef
zeigen.
Die Wand ist eingeteilt in vier Register, die jeweils
zehn Szenen zeigen, in denen Arrhidaios in
63
Nördl. Innenwand unterschiedlichem Ornat mit dem Gott Amun-Re oder
64
seiner ithyphallischen Form Amun-Re-Kamutef in
Interaktion tritt.212
Die südliche Innenwand ist ähnlich, wie die nördliche
Innenwand gestaltet. Auch sie ist unterteilt in vier
Register, nur unterscheiden sich die beiden oberen von
den anderen. Das oberste Register ist in neun Szenen
gegliedert, in denen Philipp III. vor Amun opfert, in der
siebten Szene erscheint jedoch eine Opferliste. Das
Register darunter besteht aus fünf Szenen. Sie zeigen
den König mit Chnum und Horus von Elephantine 65
Südl. Innenwand
beim Zusammenziehen eines Netzes, bei einem 66
Blumenopfer vor Amun, einem Vasenlauf vor Amun-
Re-Kamutef, mit Opfergaben allein und mit
Opfergaben vor Amun und Hathor. Die beiden Register
darunter sind in jeweils neun Szenen unterteilt und
zeigen den Pharao beim Opfer vor Amun, jeweils in der
achten Szene einmal von Chons, einmal von Mut
ergänzt.213
Große Darstellung in der Philipp dem Amun-Re zwei
Nördl. Außenwand -
Lattichpflanzen opfert.214
Die Wand ist gegliedert in vier Register. Das oberste ist
unterteilt in vier Szenen aus dem Königsritus: 67
Arrhidaios wird von den Göttern Horus und Thoth 68
Südl. Außenwand
gereinigt und gekrönt und in weiterer Folge von Atum 69
und Month zu Thot geführt. In der vierten Szene wird 70
der König vor Amun kniend von diesem gekrönt und

210
Arnold (1999), S. 140 nennt unter Vorsicht Nektanebos II.
211
PM II, Plan XII [1], Raum IX.
212
PM II, S. 101 [293].
213
PM II, S. 101 [294].
214
PM II, S. 99 [287].
- 42 -
von der Göttin Amaunet gesäugt. Die beiden Register
darunter behandeln das Fest vom Wüstental: dargestellt
sind die Götterbarken und Priesterprozessionen, denen
der König vorangeht. Das unterste Register sind dem
Tempel-Gründungsritual entnommen.215

Der östliche Raum216

Wand, Position Darstellung Abb.


Die nördliche Innenwand weist eine Bauinschrift auf
und zwei Register von jeweils vier Szenen. Das obere
Register zeigt Arrhidaios sitzend vor Opfergaben, den
Nördl. Innenwand knienden König mit Gefäßen, eine Opferliste und eine -
Barke, eine Darstellung, wie der König den Gott Amun
umarmt. Das untere Register ist schlecht erhalten, die
Basis zeigt unter anderem kniende Nilgötter.217
Wiederum zwei Register. Die sind im Wesentlichen
Südl. Innenwand aufgebaut wie ihr Pendants auf der nördlichen -
Innenwand. 218
Vier große Szenen. Sie zeigen den Pharao stets vor
Nördl. Außenwand Amun beim Weihen von Opfergaben, beim Vasenlauf, -
stehend Szepter und mit einer Opfervase. 219
Vier große Szenen. Sie zeigen Arrhidaios stets vor
71
Amun beim Treiben von vier Kälbern, bei einem
Südl. Außenwand 72
rituellen Lauf, bei einer Weihung und dem Darbringen
73
von Weihrauch.220

215
PM II, S. 100 [290].
216
PM II, Plan XII [1], Raum X.
217
PM II, S. 101 [296].
218
Vgl. PM II, S. 102 [297].
219
PM II, S: 100 [288].
220
PM II, S. 100 [291].
- 43 -
2.3 ALEXANDER IV.

Die Bauten aus der Zeit Alexanders IV. sind etwas zahlreicher und auch besser
dokumentiert, als jene aus der Zeit seines Onkels Arrhidaios.
Im Allgemeinen kann man diese in drei Gruppen einteilen:
a) Bauliche Weiterführungen an nicht fertiggestellten Unternehmungen aus der
Zeit Philipps III.
b) Tempelneugründungen
c) Weiterführungen an Tempeln älteren Datums

Die erste Gruppe umfasst besonders die Tempelbauprojekte des Deltas wie
Sebennytos, wo Alexander IV. auf zahlreichen Darstellungen erscheint. Auch der
Tempel von Tuch el-Qaramus war offensichtlich noch nicht fertiggestellt und die
Arbeiten liefen fort, wie eine demotische Inschrift auf einer Stele aus Masara für das
vierte Jahr des Kindkönigs attestiert, die den Abbau von Gesteinsmaterial für den
Tempel belegt.221
Im Falle des Tempels von Oxyrhynchos liegt wahrscheinlich eine
Tempelneugründung vor, insofern dies nicht bereits zur Zeit Philipps III. geschah.
Das geringe Fundmaterial lässt diesbezüglich keine genaueren Angaben zu. 222
Im politisch bedeutsamen Großraum um das Gebiet von Hermupolis Magna kommt
es unter Alexander IV. zu einer regen Bautätigkeit in großem Stil. Bereits unter
Alexander dem Großen und Philipp III. war am großen Thot-Tempel gebaut worden,
unter Alexander IV. werden weitere Großprojekte in Angriff genommen: die
unterirdischen, in der Spätzeit etablierten Tiergalerien (genannt Ibiotapheion) in der
Nekropole von Tuna el-Gebel wurden massiv ausgebaut und erhielten vor dem neu
geschaffenen Eingangsbereich einen neuen Tempel für den Osiris-Pavian, der im
Namen des offiziellen Pharaos Alexander IV. errichtet wurde; ein weiterer nahe
gelegener Tempel für den Gott Thot wurde um ein Serapeion erweitert.223 Am

221
Ladynin (im Druck), Anm. 61 verweist auf Spiegelberg (1905), S. 219-221, der die besagte
Inschrift noch in die Zeit Alexanders des Großen datiert.
222
Siehe unten, Kap. 2.3.2.
223
Kessler (1990), S. 183-189.
- 44 -
Ostufer des Nils wurde südlich von Beni Hassan das kleine Speos Artemidos
ausgestaltet, ein Felsheiligtum für die lokale löwengestaltige Göttin Pachet.224
Auf der Insel Elephantine wurde für Alexander IV. ein Tor im Bereich des
Chnumtempels dekoriert sowie auch Teile der Außenwände der Sanktuare – die erste
bauliche Tätigkeit eines ägyptischen Herrschers auf Elephantine seit der
Rückeroberung durch die Perser.225
Ein besonders wichtiger Beleg zur politischen Situation jener Zeit stellt die
sogenannte Satrapenstele dar, die aufgrund ihrer Bedeutung in einem separaten
Kapitel besprochen werden soll.

2.3.1 Sebennytos226

Wie unter seinem Vorgänger wurde in Sebennytos auch zur Regierungszeit


Alexanders IV. an der Dekoration des Onuris-Schu-Tempels weiter gearbeitet, wobei
Alexander IV. sogar eine größere Zahl an reliefierten Blöcken zugeordnet werden
kann, als Philipp III. Bis auf einen Block, der anhand der Beischriften definitiv dem
Kindkönig zugeordnet werden kann, befindet sich allerdings kein weiterer mehr in
situ. Auf der Grundlage von SPENCERs Publikation soll an dieser Stelle eine
Auflistung dieser verschiedenen Blöcke gegeben werden:227

Nicht mehr in Sebennytos befindliche Blöcke:228

Heutiger Kommentar bei


Block Nr. Weitere Referenzen Abb.:
Aufenthaltsort Spencer
41 unbekannt altar, cartouche, foot of Kamal (1906), S. 90 (1). -
figure
42 unbekannt king in red crown. Edgar (1911), S. 93f (9). -

224
LD Text II., S. 111.
225
Arnold (1999), S. 141; Kaiser (1993), S. 162.
226
Für den allgemeinen Überblick zu Sebennytos, sowie die Bautätigkeit unter Philipp III. Arrhidaios
siehe Kapitel 2.2.1.
227
Spencer (1999 a)..
228
Vergleiche (Spencer 1999 a) Appendix S. 82; zu weiteren Blöcken unklarer Zuordnung in
amerikanischen Sammlungen siehe auch Steindorff (1944-1945).
- 45 -
43 unbekannt text Naville (1890), Tf. 6 c. -
44 unbekannt cartouche Naville (1890), Tf. 6 d. -
45 Kopenhagen king and lioness deity Koefoed-Petersen (1956), 74
Æ.I.N.1061 S.48 sowie Tf. 59.

SPENCER nahm auch den in Kopenhagen befindlichen Block Nr. 45 (Æ.I.N.1061) in


seine Auflistung des baulichen Bestandes auf. Das besagte Stück wurde 1909 am
Kunsthandel in Kairo angekauft und fälschlicherweise dem Tempel von Bahbeit el-
Hagar zugeschrieben.229 Anhand des Materials und Szeneninhalts ist der besagte
Block jedoch mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dem Onuris-Schu-Tempel von
Sebennytos zuzuweisen.230

Noch in situ verbliebener Block:231

Block Nr.: 6 (nach Spencer) Abbildung: 75


Maße: 0,68 x 0,86 x 0,45 m Material: rosa Granit
Darstellung: Der König opfert Onuris-Schu ein Gefäß in Gestalt einer Sphinx.
Anmerkungen: Edgar konnte diesen Block noch in Verbindung mit einem zweiten sehen, 232 der die
dargestellte Szene zur rechten Seite hin weiter ergänzte. Dieser ist heute verloren.233
Dank der Abschrift von Edgar lassen sich jedoch trotzdem große Teile der zur Szene gehörenden
Beischrift noch übersetzen. 234

SPENCER führt des Weiteren die wichtige Tatsache an, dass sich in verschiedenen
Museen weitere Blöcke unbekannter Herkunft befinden, die dem Material oder
Dekorationsprogramm nach ebenfalls aus Sebennytos stammen könnten.235 In Bezug

229
Koefoed-Petersen (1956), S. 48.
230
So auch Jørgensen (2009), S. 146-147.
231
Spencer (1999 a), S. 59-60.
232
Edgar (1911), S. 91-92.
233
Spencer (1999 a), S. 59.
234
Nach der Abschrift von Edgar (1911), S. 91, 92 (n° 3 und n° 4) folgt auf die Darstellung des
Alexandersohnes eine Szenentrennung durch eine einzelne Textspalte. Dahinter schließt sich eine
weitere Szene an, die wohl parallel zur vorangegangenen aufgebaut gewesen sein dürfte. Für Edgar
noch ersichtlich war der Kopf einer inschriftlich nicht mehr zu bestimmenden Göttin, er gibt jedoch
die Darstellung der Göttin als löwenköpfig mit Sonnenscheibe über dem Kopf an. Die Beischriften
bezeichnen sie als „Auge des Re, Herrin des Himmels und Fürstin aller Götter“. Der solare Aspekt der
Göttin, der neben der Sonnenscheibe vor allem auch durch das erste Epitheton zum Ausdruck
gebracht wird, lässt in Hinblick auf die lokalen theologischen Gegebenheiten den Schluss zu, diese als
Mehit, die Gefährtin des Onuris-Schu, zu identifizieren oder eine ihr im Wesentlichen artverwandte
andere Göttin.
235
Spencer (1999 a), S. 81 [Anm. 111]
- 46 -
auf Alexander IV. sei in diesem Zusammenhang als sehr wahrscheinliche
Möglichkeit auf einen Block verwiesen, der sich heute im Musée du Louvre befindet
(Abb. 76):236

Inv.-Nr.: E.10970 Abbildung: 76


Maße: 58 x 78 cm Material: Granit
Darstellung: Alexander IV. mit kurzer Perücke und Federkrone mit Widderhörnern, Sonnenscheibe
und Uräen beim Opfer vor einer Gottheit, von der nur noch das was-Szepter erhalten ist. Die
Beischriften weisen den Gott als „Schu, Sohn des Re“ aus. 237

2.3.2 Oxyrhynchos

Auch im mittelägyptischen Oxyrhynchos haben sich spärliche Überreste eines Baus


aus der Argeadenzeit erhalten. 1955 stieß Serge SAUNERON auf drei bearbeitete
Kalksteinblöcke, die Ptolemaios I. zugeordnet werden können.238 Die Blöcke können
aufgrund von Beischriften dem Toponym pr-xf.t zugeordnet werden, das wohl dem
zu den Blöcken gehörigen Tempel in Mittelägypten zuzuordnen ist. Anhand dieses
Toponyms lassen sich weitere Stücke demselben noch nicht identifizierten Tempel
zuordnen, wie beispielsweise ein Block im Château-Musée in Boulogne239 und zwei
weitere Blöcke, die sich heute im Musée des beaux-arts et d’archéologie in Besançon
befinden.240 Letztere sind ähnlich gestaltet wie die Blöcke in Leiden und nennen
Alexander IV.241 (Abb. 77) und einen weiteren König. 242 Im Falle des letzteren kann
aufgrund des nur ansatzweise erhaltenen Thronnamens nicht mit Sicherheit gesagt
werden, um welchen König es sich handelt. Der Block mit dem Namen
Alexanders IV. ist unter Berücksichtigung desselben Toponyms jedoch ein Beleg
dafür, dass der Tempel bereits zur Satrapenzeit des Ptolemaios im Namen
Alexanders IV., wenn nicht sogar früher, in Auftrag gegeben wurde.

236
Folgende Angaben nach Cleopatra’s Egypt (1988), S. 98-99.
237
Die Gottheit wird in Cleopatra’s Egypt (1988), S. 98 fälschlicherweise als Geb identifiziert.
238
Siehe unten, Kap. 2.4.4.
239
Cleopatra’s Egypt (1988), S. 100. Zum Stück in Boulogne siehe auch Dewachter (1983), S. 45; der
Block stammt aus der Zeit von Ptolemaios VIII. Euergetes II.
240
Rondot (1997), S. 274-278.
241
Inv.-Nr. A.995-7-1; 31,5 x 73,5 cm.
242
Inv.-Nr. A.995-7-2; 39 x 66 cm.
- 47 -
2.3.3 Speos Artemidos

Im Gebiet von Beni Hassan, das vor allem durch seine Privatgräber aus der Ersten
Zwischenzeit bekannt ist, befinden sich zwei Felsentempel für die lokale
löwengestaltige Göttin Pachet, die in griechischer Zeit mit der Göttin Artemis
assoziiert wurde.243 Der größere Tempel, der auch oft nur als großes Speos
bezeichnet wird, stammt aus der Zeit der Hatschepsut und wurde unter Thutmosis III.
und Sethos I. weiter dekoriert.244 Noch in der Spätzeit dürfte der Kult um die sonst
weniger bekannte Göttin in der Region noch sehr lebendig gewesen sein, sodass
westlich des Heiligtums ein zweites, kleineres Speos angelegt wurde (Abb. 78). 245
Dieses blieb, wie es scheint, jedoch unvollendet, die Kammern im Inneren des
Felsens sind nur grob behauen und nur im Eingangsbereich finden sich
Verzierungen, die ausnahmslos Alexander IV. zugeordnet werden können.246 Die
Hohlkehle ist mit einer um eine Sonnenscheibe mit Kobras antithetisch
ausgerichteten Abfolge von insgesamt zehn Kartuschen des Königs dekoriert, die
abwechselnd Geburts- und Thronnamen Alexanders IV. beinhalten (Abb. 79).247
Darunter befinden sich auf dem Architrav links und rechts jeweils drei Szenen, die
den König beim Opfer vor verschiedenen Gottheiten zeigen. Auch diese Szenen sind
antithetisch ausgerichtet; zwei Szenen, auf denen der König in Begleitung einer
Göttin vor der thronenden Pachet kniend ein Maat-Opfer darbringt, nehmen den
zentralen Platz in der Mitte ein. Rechts wie links davon schließen zwei weitere
Szenen an, die den König beim Opfer vor je einer weiteren Gottheit zeigen. Nicht
alle Gottheiten lassen sich klar identifizieren, da kaum Beischriften angebracht
wurden, auch die zu den Szenen gehörigen Kartuschen des agierenden Pharaos
blieben leer (Abb. 80). Anhand der Ikonografie kann man jedoch auf die Götter
Horus und Amun auf den beiden linken Szenen schließen, die Gottheit auf der
äußeren Szene rechts könnte anhand der Darstellungsweise und einer Feder auf dem
Kopf als Schu identifiziert werden.248

243
Bonnet (RÄRG), S. 578.
244
PM IV, S. 163-164; publiziert wurde der Tempel beispielsweise in Fakhry (1939).
245
Bonnet (RÄRG), S. 578 spricht in diesem Zusammenhang von Alexander IV. als Bauherrn.
246
LD Text II., S. 111.
247
LD Text II., S. 111, PM IV, S. 165.
248
So auch PM IV, S. 165.
- 48 -
2.3.4 Elephantine

Auf der Insel Elephantine, der traditionellen südlichen Grenze Ägyptens, gab der
Satrap Ptolemaios im Namen Alexanders IV. Dekorationsarbeiten im Bereich des
Chnumtempels in Auftrag. Primär umfassten diese Arbeiten das Hauptportal des
Chnumtempels (AB. 99),249 doch auch im Inneren des Tempels erhielt der Bereich
der Außenseite der Sanktuare Ergänzungen im Darstellungsprogramm 250 – in
weiterer Folge soll jedoch nur auf die Dekoration des Tempeltores eingegangen
werden.
Der Bau des aus Rosengranit gefertigten Eingangstores geht auf die 30. Dynastie
zurück, eine Betrachtung der Abfolge der Dekorationsarbeiten ist jedoch mit
Problemen verbunden: die Außenseite des Tores ist zweifellos unter Alexander IV.
dekoriert worden, das belegen die vorhandenen Namenskartuschen des Königs.
Allerdings ist es diffiziler, Schlüsse in Bezug auf die Innenseite zu ziehen. Auf dieser
sind nur noch vier beschädigte Register auf dem Nordpfosten erhalten, die keine
Königsnamen oder eine Darstellung des Pharaos mehr aufweisen. Es finden sich
jedoch Reste eines Inschriftenbandes mit ursprünglich frei gelassenen Kartuschen,
die wohl erst nachträglich mit dem Namen Alexanders IV. versehen wurden.251
Aufgrund der Tatsache, dass ein Teil eines zum Türsturz gehörenden Blockes auf der
Tempelhauswand die Kartuschen Nektanebos’ II. trägt, geht Susanne BICKEL davon
aus, dass wohl schon zu dessen Regierungszeit (möglicherweise sogar erst nach
seiner Niederlage im Kampf gegen die Perser) teilweise mit der Dekoration der
Innenseite des Tores begonnen wurde. Unter den Herrschern der zweiten Perserzeit
blieben die Kartuschen leer, bis die Arbeiten unter Alexander IV. wieder
aufgenommen wurden. Diese Möglichkeit ist wahrscheinlich, da weder für
Alexander den Großen, noch für Philipp III. eine Bautätigkeit auf Elephantine
nachgewiesen werden konnte und man daher davon ausgehen muss, dass zu deren
Regierungszeiten die Arbeiten am Tempel noch immer stillstanden. 252 Außen- und
Innenseite des Tores sind in versenktem Relief gearbeitet, unterscheiden sich

249
Bereits Lepsius fertigte Zeichnungen von Darstellungen am Tor an, ordnete diese jedoch noch
Alexander dem Großen zu. Siehe dazu LD IX, S. 1.
250
Kaiser (1993), S. 162; Laskowska-Krusztal (1996), S. 3.
251
Bickel (1998), S. 117.
252
Bickel (1998), S. 117-118.
- 49 -
allerdings in ihrem Darstellungsprogramm: Die Außenseite weist an der Unterseite
ihrer beiden Pfosten ein Band von ursprünglich je drei groß gearbeiteten
Namenskartuschen auf, darüber folgen jeweils vier Szenen, die den König mit
Dreieckschurz, von außen kommend, beim Opfer vor einer Gottheit zeigen. Jede
Szene wird durch Erd- und Himmelshieroglyphen begrenzt. Der Sturz weist eine
antithetische Szene auf, die den König, gefolgt von einer Göttin vor zwei weiteren
Gottheiten zeigt. Bekrönt wird das Tor von Rundstab und Hohlkehle. 253 Die
Innenseite des Tores ist etwa 20 cm schmäler als die Außenseite und stark zerstört.
Die Pfosten weisen weder Opferszenen, noch ein Kartuschenband auf, sondern fünf
Szenen übereinander thronender Gottheiten vor einem vertikalen Textband, getrennt
durch die Darstellung einer Jahresrispe.254 Diese entspringt aus einer Kaulquappe auf
einem Sn-Ring im untersten Register und zieht sich über alle Szenen bis hinein in den
Sturz. Weder Rundstab noch Hohlkehle sind an der Innenseite ausgeführt. 255

Die Darstellungen des Tores256

Außenseite, Nordpfosten

Kartuschenband (Abb. 81):


Im unteren Bereich des Nordpfostens ist ein Band aus ursprünglich drei Kartuschen angebracht, von
denen jedoch nur noch eine erhalten ist. Diese umfasst den Thronnamen Alexanders IV. und ist
bekrönt von einem Federpaar mit Sonnenscheibe.
1. Szene (Abb. 82):
Der König mit roter Krone beim Weihrauchopfer vor dem Gott Chnum.
2. Szene (Abb. 83):
Der König mit xAt-Kopftuch opfert der Göttin Anukis zwei Salbgefäße.
3. Szene (Abb. 84):
Der König mit xAt-Kopftuch opfert dem Gott Chnum-Re zwei Gefäße mit Ausguss.
4. Szene (Abb. 85):
Der König mit der unterägyptischen Krone beim Maatopfer vor Amun-Re.

Außenseite, Südpfosten

Kartuschenband (Abb. 86):


Auf dem Südpfosten ist das dreiteilige Kartuschenband noch gut erhalten. Es zeigt in der Mitte den
Geburtsnamen Alexanders IV., zu beiden Seiten flankiert vom Thronnamen. Die Kartuschen werden
bekrönt von einem Federpaar mit Sonnenscheibe.

253
Bickel (1998), S. 121.
254
Bickel (1998), S. 137-141.
255
Bickel (1998), S. 141, 144.
256
Der Auflistung der einzelnen Architektur- und Dekorationselemente liegt die Arbeit von Bickel
(1998) zugrunde.
- 50 -
1. Szene (Abb. 87):
Der König mit der oberägyptischen Krone opfert dem Gott Chnum Brot.
2. Szene (Abb. 88):
Der König mit nemes-Kopftuch opfert der Göttin Satis Wein.
3. Szene (Abb. 89):
Alexander IV. mit xAt-Kopftuch beim Weihrauchopfer vor Chnum.
4. Szene (Abb. 90):
Der König mit der oberägyptischen Krone beim Opfern der Maat vor Chnum.

Außenseite, Sturz
Der Sturz weist an seiner Außenseite zwei symmetrisch angelegte Szenen auf: Auf
der nördlichen Szene (Abb. 91) ist der König in der unterägyptischen Krone zu
sehen, der, gefolgt von der Göttin Anukis, vor Chnum und Satis opfert. Antithetisch
dazu ist die südliche Szene aufgebaut (Abb. 92). Der König trägt auf ihr die
oberägyptische Krone, die dem König folgende Göttin ist dieses Mal Satis. Geopfert
wird in dieser Szene jedoch nicht, wie zu erwarten wäre, Chnum und Anukis,
sondern Amun und Mut.

Innenseite, Nordpfosten

1. Szene (Abb. 93):


Dargestellt ist der Gott Thot, der den Inschriften nach die Lebensjahre und Jubiläumsfeste für den
König auf der Jahresrispe verewigt.
2. Szene (Abb. 94):
Schlecht erhaltene Darstellung des sitzenden Gottes Chnum.
3. Szene (Abb. 95):
Schlecht erhaltene Darstellung des auf einem Thron sitzenden Gottes Geb.
4. Szene (Abb. 96):
Schlecht erhaltene Darstellung des sitzenden Gottes Atum.
Die 5. Szene ist nicht mehr erhalten.

Innenseite, Südpfosten
Erhalten ist nur ein Teil der 1. Szene (Abb. 97), die wohl parallel zur 1. Szene auf
dem Nordpfosten aufgebaut war. Allerdings dürfte es sich bei der dargestellten
Gottheit aber, anders als auf dem Nordpfosten, nicht um den Gott Thot, sondern um
die Göttin Seschat handeln. Dafür spricht ein erkennbarer Rest eines für die Göttin
typischen Kleides.

Innenseite, Sturz
Die Darstellungen auf dem Sturz (Abb. 98) sind auf der Innenseite kaum mehr
erhalten. Einzig die Göttin Anukis ist noch anhand ihrer typischen Kopfbedeckung
und einer Beischrift identifizierbar. Direkt vor ihr ist auch noch das Ende der
Jahresrispe auszumachen, die die Göttin wohl in der Hand gehalten haben dürfte.
- 51 -
2.3.5 Die Satrapenstele

1870 wurde durch einen Mitarbeiter des Kairiner Museums in den Grundmauern
einer Kammer der Scheichun-Moschee in Kairo eine Stele entdeckt, die unter dem
Namen Satrapenstele in die Forschung einging (Abb. 100). Diese ist oben abgerundet
und misst 1,85 m in der Höhe und 1,18 m in der Breite. Sie ist aus schwarzem Granit
gefertigt und befindet sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo (Inv.-Nr. CG
22182).257
Die Stele ist in vielerlei Hinsicht für die Forschung interessant und ein wesentlicher
Beleg zu den chronologischen und politischen Gegebenheiten jener Zeit. Konkret
handelt es sich bei der auf dem Stein festgehaltenen Niederschrift um ein Dekret
Ptolemaios I. aus dessen Zeit als Satrap unter der Herrschaft Alexanders IV., genauer
gesagt aus dessen siebtem Jahr (311).258
Das Giebelfeld wird bekrönt von einer geflügelten Sonnenscheibe mit Uräen,
darunter befindet sich eine antithetisch-aufgebaute Szene: ein Pharao in vollem Ornat
opfert von links kommend dem Gott Harendotes ein Feld und parallel dazu von
rechts kommend der Göttin Uto ein Tablett mit verschiedenen Gefäßen. Der
dargestellte Pharao wird als „König von Ober- und Unterägypten“ und „Sohn des
Re“ bezeichnet, die Kartuschen sind jedoch leer gelassen und weisen keine Namen
auf.259
Der ausschließlich in Hieroglyphenschrift abgefasste Text umfasst in Summe 18
Zeilen und wurde 1904 von Kurth SETHE260 sowie 1905 von Ahmed Bey KAMAL
publiziert.261 Eine frühe Übersetzung hatte bereits 1871 Heinrich BRUGSCH
geliefert,262 zu welcher in weiterer Folge Ulrich WILCKEN einen wichtigen Beitrag
verfasste.263 Eine im Vergleich neuere Übersetzung erschien 1985 durch Ursula

257
Kaplony-Heckel (1985), S. 613.
258
Kaplony-Heckel (1985), S. 613.
259
Zu den kurzen Szenenbeischriften siehe Sethe (Urk.), S. 11-12 (Text), sowie Kaplony-
Heckel (1985), S. 613-614 (Übersetzung).
260
Sethe (Urk.), S. 11-22.
261
Kamal (1905), S. 168-171.
262
Brugsch (1871), S. 1-13.
263
Wilcken (1897), S. 70-87.
- 52 -
KAPLONY-HECKEL.264 Diese soll im weiteren Verlauf zu den Übersetzungen als
grundlegende Quelle verwendet werden.
WILCKEN gliederte den Text grob in die folgenden fünf Abschnitte:265
I. Datum (Z. 1-2)
II. Lobpreisungen und Leistungen des Satrapen Ptolemaios (Z. 2-3)
III. Siegesfest des Ptolemaios, historischer Bericht um eine Schenkung an die
Götter von Buto unter König Chababasch und die Bitte um Erneuerung
jener seitens der Priesterschaft von Buto, sowie der Befehl des Aufsetzens
eines Schenkungsdekrets und der eigentliche Wortlaut des Dekrets266
(Z. 3-16)
IV. Dank der Priester für die erneuerte Schenkung (Z. 16-18)
V. Verfluchung derer, die die Schenkung antasten (Z. 18)

Der erste Abschnitt nennt in der Datierung Alexander IV. als rechtmäßigen Pharao
und weist alle fünf Könignamen auf:
„Jahr 7, erster Überschwemmungsmonat zur Zeit der Majestät des
Horos ‚Jüngling, stark an Kraft‘, der Beiden Herrinnen ‚Geliebter der
Götter, dem das Amt seines Vaters gegeben worden ist‘, des Goldhoros
‚Herrscher im ganzen Land‘[des Großreiches], des Königs von Ober-
und Unterägypten ‚Es jubelt das Herz des Re, Auserwählt von Amun‘,
Sohn des Re Alexandros – er lebe ewig – , geliebt von den Göttern von
Pe und Dep. Er ist König in den beiden Ländern und in den
Bergländern.“267

Diese standardisierte königliche Titulatur ist zwar sehr ausführlich wiedergegeben,


ist jedoch das einzige, das direkten Bezug auf den offiziellen Herrscher
Alexander IV. nimmt. Bereits im nächsten Satz erfolgt eine Überleitung zum realen
Machthaber, der von da an als der eigentliche Protagonist auftritt:
„Seine Majestät war in Asien; (aber) es gab in Baqet [Ägypten] einen
großen Fürsten namens Ptolemaios: Ein junger Mann, voll Kraft in
seinen beiden Armen, nützlich in der (Rats-)Halle, ein Heerführer mit
starkem Mut, der auf beiden Fußsohlen steht, der den Zornigen angreift,
der im Kampf nicht den Rücken bietet, (sondern) das Gesicht seinem
Feind zuwendet, von zielsicherer Hand, wenn er den Bogen ergriffen hat,

264
Kaplony-Heckel (1985), S. 613-619.
265
Adaptiert nach Wilcken (1897), S. 81-82.
266
Nach Wilcken (1897), S. 82 [Anm. 1] handelt es sich hierbei wohl um eine Übersetzung des
griechischen Originals.
267
Kaplony-Heckel (1985), S. 614.
- 53 -
der mit seinem Dolch (im Zweikampf?) kämpft, in dessen Nähe kein
(Feind) aufrecht stehen bleiben kann, der angreift – und man kann seine
Arme nicht abwehren – , dem man nicht wiedersprechen kann; es gibt
nicht seinesgleichen in den Beiden Ländern und in den Bergländern“268

Bereits diese erste Einleitung zur Person des Ptolemaios, der als „großer Fürst“
bezeichnet wird, spiegelt die reale machtpolitische Realität in Ägypten wider, wie
kaum ein anderes Denkmal dieser Zeit. Ptolemaios wird nach dem dogmatischen
Usus der altägyptischen Königsideologie bereits mit absoluten Kernkompetenzen
eines Pharaos mit „außergewöhnlichen Eigenschaften“269 ausgestattet. Der letzte
Satzteil dieses Abschnittes mag auf den ersten Blick wie eine Standardphrase
anmuten, doch dürfte diese Formulierung durchaus mit Bedacht gewählt worden
sein: diese Aussage setzt Ptolemaios beinahe schon in Konkurrenz zum eigentlichen
König. Dieser Eindruck verstärkt sich durch die im Anschluss folgenden Taten des
„großen Fürsten“ die deutlich die Ausübung eigentlich royaler Aufgabenbereiche
aufzeigen:
„Er brachte die Götterbilder (wieder), die in Asien gefunden wurden,
samt allen Geräten und allen heiligen Schriften der Tempel von Ober-
und Unterägypten und gab sie an ihre Plätze (zurück). Er machte (sich)
am Ufer des Meeres der Griechen seine Residenz namens ‚Mauer des
ober- und unterägyptischen Königs Meri-Amun Setep-en-Re, des Sohnes
des Re Alexandros‘; ihr früherer Name war Rakotis. Er versammelte
viele Griechen mit ihren Pferden, ihren Schiffen, ihrem Heer. Er zog mit
seinem Heer ins Land der Syrer, die mit ihm im Kampf waren. Er drang
bis in ihre Mitte vor […]. Er eroberte sie auf einen Schlag. Er brachte
alle ihre Häuptlinge, Pferde, Schiffe, Kostbarkeiten nach Baqet
[Ägypten]. Danach machte er einen Zug gegen den Gau von Ir-mer
[Gebiet um Kyrene].270 Er eroberte sie in einem einzigen Augenblick. Er
brachte ihre Leute, Männer wie Frauen samt aller ihrer Habe, (mit
zurück), als Vergeltung für das, was sie gegen Baqet getan hatten
[…].“271

Diesen Schilderungen folgt die eigentliche Kernaussage der Stele: dem „großen
Fürsten“ wird aus seinem Umfeld ein Bericht über eine Schenkung des
Marschlandes Uto-Land an die Götter von Pe und Dep hinterbracht. Jenes sei seit

268
Kaplony-Heckel (1985), S. 615.
269
Siehe oben, Kap. 1.1.
270
So Kaplony-Heckel (1985), S. 615-616 [Anm. 6 b] mit weiterer Literatur.
271
Kaplony-Heckel (1985), S. 615-616.
- 54 -
jeher im Besitz dieser Götter gewesen, doch hätte der „Feind Xerxes“272 jenes nicht
mehr gestiftet, es also konfisziert oder den Priestern zumindest die Einkünfte daraus
entzogen. Als später der „ober- und unterägyptische König Chababasch“273 davon
erfuhr, ließ er die Priester kommen und erkundigte sich nach den Konsequenzen für
den Frevler. Die Priester antworteten diesem, je nach Übersetzung, der Gott Horus
selbst hätte Xerxes und dessen Sohn Wer-sis-s in Sais „seinem bösen Geschick
überwiesen“274, „vernichtet“275, oder sei persönlich erschienen und hätte jene schlicht
aus seinem Palast hinausgeworfen.276 Pharao Chababasch erneuerte daraufhin
sichtlich beeindruckt die Schenkung und der Text macht einen Schwenk in die Zeit
des Ptolemaios, der diese Schenkung erneuerte:
„Dieser große Fürst sagte: ‚Es werde ein Dekret schriftlich im
Schreibbüro des königlichen Rechnungsschreibers gemacht mit
folgendem Wortlaut: Ptolemaios der Satrap: Ich gebe das Uto-Land dem
(Gott) Harendotes, dem Herrn von Pe, und der Göttin Uto, der Herrin
von Pe und Dep, von heute an auf ewig, […] samt allem was seit früher
dazugehört und was man dazugefügt hat, samt der Schenkung, die der
ober- und unterägyptische König, der Herr der Beiden Länder
Chabebesch – er lebe ewig! – gemacht hat. […] Dieser große Fürst, der
große Herrscher von Kemet Ptolemaios hat die Schenkung (als)
Ewigkeit(sstiftung) für die Götter von Pe und Dep wiederholt, als Entgelt
für das, was ihm getan worden ist: Ihm ist (ja von den Göttern) Sieg,
Kraft, Herzensfreude gegeben worden, und die Furcht vor ihm ist in allen
Bergländern.“277

272
Determiniert mit der Hieroglyphe des an einen Pflock gefesselten Feindes, vgl. dazu beispielsweise
die hieroglyphische Abschrift von Brugsch (1871), S. 4.
273
Chababasch war ein ägyptischer Gegenkönig der Perserzeit, der wohl ab 338/7 über Ägypten
herrschte, jedoch kaum belegt ist. Die Satrapenstele liefert somit auch in Hinblick auf diesen
Herrscher wichtige historische Informationen; so etwa, dass jener anhand der königlichen Titulatur
und der Führung seines Namens von der Priesterschaft wie auch von Ptolemaios als rechtmäßiger
Pharao über ganz Ägypten anerkannt wurde – ganz im Gegensatz zum „Feind Xerxes“. Vgl. dazu
Kienitz (1953), S. 185-189; zu Chababasch des Weiteren auch Spalinger (1973). Nach
Klinkott (2007), S. 49 verbindet der Text durch das negative Bild des Xerxes den Satrapen Ptolemaios
und seine politischen Interessen stark mit den ägyptischen Priestern, vor allem auf kulturhistorischer
Ebene.
274
Kaplony-Heckel (1985), S. 617.
275
Wilcken (1897), S. 84-85.
276
Brugsch (1871), S. 10.
277
Kaplony-Heckel (1985), S. 617-619.
- 55 -
In spätestens diesem Abschnitt kommen auch weitere Faktoren der bereits
besprochenen königlichen Legitimation zum Ausdruck, nämlich eine gewisse Art der
„Erwählung von Seiten der Götter“, die Ptolemaios zu begünstigen scheinen und die
„Erfolgreiche Amtsführung als Götterliebling“. Zwar wird für Ptolemaios der Titel
Satrap verwendet, was sich wohl auf das griechische Original zurückführen lässt,
doch auch der dem royalen Kontext zuzurechnende Titel „großer Herrscher von
Kemet“ (hqA aA nj Qm.t) wird gegen Ende verwendet. Geschah der Gebrauch jenes
Begriffes möglicherweise bewusst? Dieser Begriff wird für gewöhnlich im
königlichen Umfeld verwendet, doch kollidiert nicht mit der Bezeichnung König per
se. Man gewinnt den Eindruck, als würde die Person des Ptolemaios gegenüber dem
Betrachter während des Lesens nach und nach immer weiter in königliche Sphären
gehoben, bis an den Rand einer dünne Linie, die die Nennungen und Taten des
„großen Herrschers“ kaum noch von der Person eines Königs Ptolemaios trennt.278
Die leer gelassenen Kartuschen in den Darstellungen des Giebelfeldes verstärken
diesen Eindruck – die Grenzen zwischen dem Satrapen Ptolemaios und einem Pharao
verschwimmen sichtlich.279

278
Wilcken (1897), S. 83 wies nachdrücklich darauf hin, dass „sowohl der Verfasser wie der
Schreiber der Satrapenstele in der üblichen Weise zwischen dem König und dem gewöhnlichen
Sterblichen unterschieden haben“, – dies ist wohl auch kaum anders denkbar, bedenkt man die Rolle
des Pharaos für die ägyptische Kultur. Die damit verbundenen Schwierigkeiten in Bezug auf die
Thematik liegen damit auf der Hand – es bedarf einer Gradwanderung, eine „Privatperson“ in einer
Stellvertreterrolle eines königlichen Idealbildes darzustellen. Als möglicher Vergleich sei auf eine
Vielzahl an Texten und Darstellungen aus der Zeit der Königin Hatschepsut verwiesen, die als Frau
jene eigentlich männlichen Kernkompetenzen des ägyptischen Königtums zu erfüllen hatte. Die
Problematik dahinter ist zweifellos dieselbe.
279
Zu den leer gelassen Kartuschen wurden in der Literatur verschiedene Deutungsmöglichkeiten
angesprochen: Brugsch (1871), S. 9 sah in dem namenlosen König Ptolemaios und vermutet in dem
Leerlassen der Kartuschen eine politische Intrige; Wilcken (1897), S. 86 brachte die Ausarbeitung der
Stele mit dem Bekanntwerden des Todes Alexanders IV. in Verbindung, schließt jedoch auch ein leer-
lassen „ohne besondere Veranlassung“ nicht aus. Diese beiden Punkte können mit einer gewissen
Vorsicht betrachtet werden: da man ohnehin in Ermangelung einer neuen Person eines Königs nach
dem verstorbenen Alexander IV. zu datieren hatte, hätte man auch leicht seine Namen in die
Kartuschen einbringen können, eine grundlose Aussparung ist zwar nicht unmöglich, in der Argeaden-
beziehungsweise frühptolemäischen Zeit jedoch noch nicht ein häufiger Usus, wie unter späteren
Ptolemäern oder besonders in der römischen Zeit. Kaplony-Heckel (1985) geht nicht näher auf die
leeren Kartuschen ein, für Hölbl (2004 a), S. 76 weisen die leeren Kartuschen darauf hin, „wie sehr
dieser Königsname [der Alexanders IV.] seine Historizität und seine kultische Wirksamkeit verloren
- 56 -
Der Vollständigkeit halber soll an dieser Stelle noch kurz der Schluss der Inschrift
wiedergegeben werden, den eine Fluchformel einnimmt:
„Wer sich am Uto-Land vergreift, wer es verändert, um von seinem
Stiftungsland wegzunehmen, der verfällt der Gewalt Derer-von-Pe, der
Wut Derer-von-Dep, dem Gluthauch der Upet-taui-Göttin am Tage des
Unheils, der soll keinen Sohn und keine Tochter haben, die ihm Wasser
spenden!“280

Addendum: Nach dem Abschluss der vorliegenden Arbeit wurde mir folgende
aktuelle Bearbeitung mit Übersetzung zur Satrapenstele bekannt, die nicht mehr in
die Recherchen mit einbezogen werden konnte, auf die der Vollständigkeit halber
jedoch verwiesen sein soll:
D. SCHÄFER, Makedonische Pharaonen und hieroglyphische Stelen: historische
Untersuchungen zur Satrapenstele und verwandten Denkmälern, Studia Helleni-
stica 50. Leuven: 2011.

hatte“. Er stellt eine mögliche insgeheim-bewusste Intention dahinter in den Raum, so dass man
Ptolemaios als opfernde Person verstehen könnte; eine Hypothese, die in Hinblick auf die
Gesamtkomposition der Stele keinesfalls von der Hand zu weisen ist.
280
Kaplony-Heckel (1985), S. 619.
- 57 -
2.4 PTOLEMAIOS I.

Die Baudenkmäler Ptolemaios’ I. finden sich – im Gegensatz etwa zu denen


Alexanders des Großen, über ganz Ägypten verteilt, an vergleichsweise vielen Orten.
Im Delta wurde unter seiner Herrschaft am Tempel des Amun in Naukratis
gearbeitet,281 sowie in Terenuthis, wo Ptolemaios einen Tempel für eine lokale
Erscheinungsform der Göttin Hathor errichten ließ.282 Auch in der alten Königsstadt
Tanis sind für ihn Bauarbeiten an einem Tempeltor belegt. 283 Bereits zu seiner Zeit
als Satrap waren weitere Tempel im Delta wie jene in Sebennytos und Tuch el-
Qaramus baulich erweitert oder neu gegründet worden. 284 Im Faijumgebiet und
Mittelägypten entstehen Tempel in Tebtynis (geweiht einer lokalen
Erscheinungsform des Gottes Sobek),285 in Oxyrhynchos286 (gegründet wohl bereits
unter seiner Herrschaft als Satrap) und am heutigen Kom el-Ahmar in Scharuna.287
Auch das Gebiet um Hermupolis profitierte weiterhin besonders von der
Religionspolitik des ersten Ptolemäers – erste Schritte in diese Richtung hatte dieser
bereits zu seiner Satrapenzeit gesetzt, als Schlagwort sei das Ibiotapheion genannt,
die Tiergalerien von Tuna el-Gebel.288 In der Thebais ist vor allem die Neugründung
der Polis Ptolemais Hermiou anzuführen, das sich schnell zu einer der größten Städte
in der Thebais entwickelte.289 An baulichen Belegen ist des Weiteren Koptos zu
nennen, wo sich Darstellungen Ptolemaios’ I. fanden.290 Weitere Belege wurden
beispielsweise auch in Dendera zutage gefördert, wo die private Kapelle eines
Schreibers des Amun-Re mit dem Namen Hor ausgegraben wurde: die teils stark
beschädigten Darstellungen zeigen Ptolemaios I. beim Opfer vor verschiedenen

281
Edgar (1922), Yoyotte (1982-1983), Yoyotte (1991-1992).
282
Beispielsweise Bothmer (1952).
283
Arnold (1999), S. 155.
284
Siehe oben, Kap. 2.2.1 und 2.2.2.
285
Rondot (2004).
286
Siehe oben, Kap. 2.3.2.
287
Schenkel (1987).
288
Kessler (1989), Kessler (1998), Maurer (2006).
289
Arnold (1999), S. 155; die antike Stätte ist archäologisch nahezu unerforscht.
290
Bissing (1914).
- 58 -
Gottheiten und auch ein Fragment einer Kartusche seiner Gemahlin Berenike I. hat
sich erhalten.291
Im Süden Ägyptens ist Ptolemaios I. beispielsweise auf Elephantine belegt, wo unter
seiner Herrschaft ein Tor aus dem Neuen Reich fertig dekoriert wurde.292 Ein
ähnliches Projekt war von diesem bereits einige Jahre zuvor im Namen
Alexanders IV. in Auftrag gegeben worden.
In Folge sei auf die wichtigsten Fundorte näher eingegangen.

2.4.1 Terenuthis

Als bedeutender Ort im Westdelta am Eingang des Wadi Natrun profitierte


Terenuthis (heute Tarrana) stark von der Religionspolitik Ptolemaios’ I. Der Name
Terenuthis leitet sich von der schlangengestaltigen Fruchtbarkeitsgöttin Renenutet
(griech. Termuthis) ab, die in dieser Region verehrt wurde. 293 Durch die besondere
Bedeutung des Ortes als Umschlagplatz für Natron und andere Salze und für die
Gewinnung dieser Rohstoffe etablierte sich bald ein Kult für die Göttin Hathor, der
„Herrin des Türkises“ (äg. nb.t mfkA.t). Dieser Beiname zeugt von ihrer Funktion als
Schutzgöttin der Arbeiter in Bergwerksgebieten wie beispielsweise auf dem Sinai,
wo ihr Kult bereits seit dem neuen Reich belegt ist.294 Eben dieser Erscheinungsform
der Hathor, „Herrin des Türkises“ stiftete Ptolemaios I. einen Tempel, der wohl von
Ptolemaios II. Philadelphos vollendet wurde.295 Die Reste dieses Tempels legte
GRIFFITH 1887 frei, wenn es auch aufgrund von Zerstörungen nicht mehr möglich
war, einen eindeutigen Grundriss des einstigen Tempelhauses festzustellen. 296 Die

291
Die Kapelle wurde publiziert von Cauville (1989), zu den Darstellungen Ptolemaios’ I. siehe S. 56-
62; besonders hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auf die enorme Bedeutung des Umstandes,
dass auch der Name der Königin erscheint.
292
Kaiser (1970).
293
Wilkinson (2005), S. 111; zur Göttin Renenutet siehe Bonnet (RÄRG), S. 803 und besonders S.
804; obwohl ältere Literatur dazu auch Hermann (1934).
294
Baines, Málek (1998), S. 168; Bonnet (RÄRG), S. 277-282, besonders 281.
295
Wilkinson (2005), S. 111; auch Ptolemaios II. ist baulich zum Beispiel durch seine Kartuschen auf
einem Block der Hohlkehle belegt, siehe dazu Griffith (1890), Tf. 20 [Fig. 12].
296
Griffith (1890), S. 60-64, Tf. 20.
- 59 -
noch erhaltenen Reste der Bausubstanz bilden etliche Kalksteinblöcke, die sich durch
hervorragende Hochreliefs auszeichnen und den König in verschiedenen
Opferhaltungen vor der Göttin Hathor zeigen oder dessen Titulatur tragen.297 Bernard
V. BOTHMER fasste in seiner grundlegenden Arbeit zum Reliefstil Ptolemaios’ I.
einige bekannte Blöcke aus verschiedenen Museen zusammen. Auf der Grundlage
seiner Arbeit seien diese in Folge kurz beschrieben:298

Heutiger Maße
Block Nr. Inv.-Nr. Darstellungen Abb.
Aufenthaltsort (in cm)
Museum of Fine Die beiden Kartuschen des
1 89.560 33 x 118 101
Arts, Boston Königs flankiert von Falken.
Der König weihräuchert vor
Museum of Fine Hathor, die eine schlichte
2 89.559 36 x 127 102
Arts, Boston Kopfbedeckung mit
Doppeluräus trägt.
Zur Szene von Block Nr. 2
Glasgow Art
3 94-118 34,3 x 81,3 gehörig: Füße der agierenden 103
Gallery
Personen.
Ausschnitt einer nicht mehr
zu ergänzenden Szene.
Dargestellt sind die
The Art Museum Kartuschen des Königs und
4 Princeton 50-129 29,2 x 35,6 eine zu dessen Darstellung 104
University gehörende Sonnenscheibe
mit Uräen. Den Abschluss
nach oben hin bildet ein
Sternenfries.
Ausschnitt einer nicht mehr
zu ergänzenden Szene.
Dargestellt sind die
University Kartuschen des Königs und
5 Museum, E 222 34,6 x 46,5 eine zu dessen Darstellung 105
Philadelphia gehörende Sonnenscheibe
mit Uräen. Den Abschluss
nach oben hin bildet eine
Himmelsdarstellung.
University Kopf und Oberkörper des
6 Museum, E 221 33,5 x 44,5 Königs mit kurzer, runder 106
Philadelphia Haartracht.
University
Füße von Gottheiten und
7 Museum, E 223 34,4 x 51 107
Kartuschen Ptolemaios’ I.
Philadelphia
Der König in zweifacher,
identischer Darstellung
Ashmolean 1889.18 hintereinander, um einer
8 36,7 x 59,7 108
Museum, Oxford 2 Gottheit (dem Text nach
wohl Hathor) Geschenke
darzubringen.

297
Baines, Málek (1998), S. 168.
298
Bothmer (1952).
- 60 -
BOTHMER merkte an, dass außer den von ihm behandelten Blöcken noch weitere in
verschiedene Museen gelangt seien, diese zur Zeit seiner Arbeit allerdings
unpubliziert oder ihm nicht zugänglich waren.299 Daher seien an dieser Stelle noch
einige weitere, aus dem antiken Terenuthis stammende Blöcke genannt:
Heutiger Maße
Inv.-Nr. Darstellungen Abb.
Aufenthaltsort (in cm)
City Museum
H. 485 Höhe 32,5 Der König beim Darbringen von Gefäßen. 109
Bristol300
British Museum Ptolemaios bringt der Göttin Hathor zwei
EA 649 34 x 106 110
London301 heraldische Pflanzen dar.
Zwei zusammengehörige Blöcke. Zu sehen
Bolton Museum ohne
ohne Angabe ist eine kuhköpfige Hathor (?) mit Sonnen- 111
and Art Gallery302 Angabe
scheibe und Doppeluräus.

2.4.2 Naukratis

Die Stadt Naukratis auf der Westseite des Rosette-Nilarmes ist der älteste griechische
Handelsstützpunkt auf ägyptischem Boden. Angeblich geht die Gründung der Stadt
auf den Pharao Amasis in der Mitte des sechsten Jahrhunderts zurück, wie bereits
Herodot im zweiten Buch seiner Historien berichtet:

„178 (1) Φιλέλλην γενόμενος ὁ Ἄμασις ἄλλα τε ἐς Ἑλλήνων


μετεξετέρους ἀπεδέξατο καὶ τοῖσι ἀπικνεομένοισι ἐς Αἴγυπτον ἔδωκε
Ναύκρατιν πόλιν ἐνοικῆσαι∙ τοῖσι δὲ μὴ βουλομένοισι αὐτῶν ἐνοικέειν,
αὐτόσε δὲ ναυτιλλομένοισι ἔδωκε χώρους ἐνιδρύσασϑαι βωμοὺς καὶ
τεμένεα ϑεοῖσι.“

„Als ein Freund der Griechen erwies Amasis auch sonst manchen der
Griechen Gutes, insbesondere aber gab er denen, die nach Ägypten
kamen, die Stadt Naukratis zur Besiedlung. Denen, die sich nicht
ansiedeln, sondern dort Seehandel betreiben wollten, gab er Landstücke,
dass sie Altäre und heilige Bezirke für ihre Götter anlegen könnten.“

299
Bothmer (1952), S. 56 [Anm. 31].
300
Grinsell (1972), S. 61.
301
Russmann (2001), S. 250.
302
Durch die bauliche Anwesenheit von Ptolemaios II. ist bei diesen Stücken eine genaue zeitliche
Zuordnung besonders schwierig, da keine Beischriften Aufschluss über den Szenenkontext mehr
zulassen. Neben einer Zeichnung von Griffith (1890), Tf. 20 [Fig. 11] ist eines der wenigen Fotos zu
diesen Stücken zu finden in Baines, Málek (1998), S. 168, zu weiteren Funden aus Terenuthis siehe
auch PM IV, S. 67-68.
- 61 -
Tatsächlich ist der Handelsplatz bereits früher fassbar, seine Entstehung dürfte
bereits in die Mitte des siebten Jahrhunderts zurückzuführen sein, einhergehend mit
der Anwerbung griechischer und karischer Söldnerkontingente ab Psammetich I.303
Ob die Siedlung hierbei neu gegründet wurde, oder auf dem Boden einer bereits
bestehenden ägyptischen Ansiedlung errichtet wurde, ist bis heute ein Streitpunkt in
der Forschung.304 Es bleibt jedoch zu unterstreichen, dass es sich bei Naukratis nicht
um eine griechische Kolonie in klassischem Sinn handelt, sondern vielmehr um
einen Kontakt- oder Schnittpunkt zwischen den beiden unterschiedlichen
wirtschaftlichen Systemen Ägyptens und der griechischen Welt. 305 Astrid MÖLLER
beispielsweise verwendet aus eben diesem Grund sicher treffend die beiden Begriffe
„emporion“ und „port of trade“ und stellt diese einander gegenüber.306 Um die Zeit
Alexanders des Großen war die Stadt allem Anschein nach zweigeteilt, der
griechische Bevölkerungsteil lebte im Norden, während der Süden der Stadt wohl
von Ägyptern bewohnt war.307 Dafür spricht vor allem auch die Verteilung der
Tempelanlagen innerhalb des Stadtgebietes (Abb. 112). Hervorzuheben ist hier für
diese Arbeit der Bereich des sogenannten „Großen Temenos“,308 der einen
Ägyptischen Tempel für Amun umfasste.309 In Bezug auf diesen Tempel lässt sich
eine Bautätigkeit des ersten Ptolemäers fassen, der anhand von einzelnen, mit seinem
Namen versehenen Architekturteilen belegt ist. Ein Gründungsdepot im Bereich des
Pylons aus der Zeit Ptolemaios’ II. lässt auf eine mögliche Zerstörung des Tempels,
etwa durch die Perser schließen.310 In diesem Fall wäre der Tempel in der frühen

303
Naukratis (2001), S. VI.
304
Yoyotte (1991-1992), S. 639-641 möchte Naukratis als eine ursprünglich ägyptische Siedlung
ansehen und liefert eine kurze etymologische Untersuchung zum Ortsnamen, der sich bis in die
heutige Zeit im Dorf El-Noqrash erhalten hat. Als eine primäre Grabungspublikation sei des Weiteren
verwiesen auf Gardner, Griffith (1888).
305
Naukratis (2001), S. VI-VII.
306
Möller (2001).
307
Zu dieser Diskussion in Bezug auf die archaische Zeit siehe Möller (2001), S. 5-10.
308
Siehe dazu die Arbeit von Muhs (1994).
309
Eine Zusammenstellung der bekannten Belege für den Gott Amun in Naukratis liefert Yoyotte
(1982-1983).
310
Eine besondere Rolle mag Naukratis in den Tagen des Strafgerichts nach der zweiten persischen
Eroberung eingenommen haben, da sich dort der persische Zorn wie sonst nirgends in Ägypten
sowohl gegen die abgefallenen Ägypter als auch gegen die den Persern verhassten griechischen
Verbündeten richten konnte.
- 62 -
Ptolemäerzeit wieder instand gesetzt worden. Nur wenige Architekturreste haben
sich in Naukratis erhalten, zudem liegt ein großer Teil der einstigen Stadt heute in
einem See versunken. Die frühptolemäischen Überreste stammen bereits aus
Grabungen aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Die wichtigsten Funde aus der Zeit Ptolemaios’ I.
- Ein Fragment eines roten Obelisken aus Granit: etwa 70 cm, nur noch drei
der vier Seiten sind lesbar, zu erkennen ist ein Teil einer Kartusche mit dem
Namen Ptolemaios
- Drei Blöcke aus Basalt mit Darstellungen einer Gauprozession und den
Namen Ptolemaios’ I.
Die Fundstücke wurden 1914 in Naukratis gefunden und befinden sich heute im
Deltamuseum von Tanta. Publiziert wurden sie von C. C. EDGAR,311 der wie gewohnt
jedoch lediglich Abschriften erstellte, und auch dies in diesem Fall nicht vollständig.
EDGAR verweist in seinem Artikel auch auf andere Publikationen, die von weiteren
Fragmenten in Naukratis gefundener Blöcke mit Darstellungen von Gauprozessionen
sprechen.312 Die Vermutung liegt nahe, dass diese Bruchstücke zum selben Bau
gehört haben könnten.

2.4.3 Tebtynis

Am Südrand des Faijum-Gebietes entstand beim heutigen Umm el-Baragât (Breigât)


unter Ptolemaios I. ein Tempel (Grundriss siehe Abb. 113) für den Gott Soknebtynis
(Verballhornung: Sobek, Herr von Tebtynis), eine lokale Erscheinungsform des
Krokodilgottes Sobek.313 Der Ort wurde wohl schon im Mittleren Reich unter
Amenemhet III. begründet, unter dem das Faijum eine besondere Blütezeit erlebte.314
Die ersten wichtigen Forschungsarbeiten im Bereich des Tempels leisteten die
Papyrologen Bernard P. GRENFELL und Arthur S. HUNT, die um 1899 Teile des
Tempels und der umgebenden Siedlung freilegten. Dabei machten die Forscher große
311
Edgar (1922), als eine etwas modernere allgemeine Publikation zu Naukratis sei verwiesen auf
Coulson, Leonard (1981)..
312
Edgar (1922), S. 2.
313
PM IV, S. 103, LÄ VI, S. 245-246 [W. H.]. Zum Gott Sobek und seinen Erscheinungsformen siehe
Bonnet (RÄRG), S. 755-759 [„Suchos“].
314
Hornung (1996), S. 62-63.
- 63 -
Papyrusfunde, für die der Ort bis heute berühmt ist.315 Sie stießen aber auch auf vier
Blöcke, die unter anderem an das Phoebe Hearst Museum in Berkeley gingen 316.
Zwischen 1913 und 1922 gelangten zwei weitere Blöcke317 aus Tebtynis in das
Museum in Kairo.318 In moderner Zeit werden von Vincent RONDOT Arbeiten im
Gebiet von Tebtynis durchgeführt. Diese sind noch nicht abgeschlossen, doch liegt
im Falle des Tempels und seines Dromos bereits eine umfassende Publikation vor, in
der RONDOT auch das ältere Fundmaterial mit einbezieht.319 Aufgrund der hohen
Unsicherheit in der genauen zeitlichen Zuordnung sollen auf der Grundlage der
Publikation von RONDOT in Folge jene Blöcke genauer besprochen werden, die sich
anhand von spezifischen Beischriften eindeutig Ptolemaios I. zuschreiben lassen.
RONDOT beschreibt in seiner Arbeit in Summe neun „blocs décorés ptolémaïques“,320
eindeutig Ptolemaios I. zuzuordnen sind jedoch nur die folgenden fünf:

Block Nr.: 1 Abbildung: 114, 115


Heutiger Aufenthaltsort: Ägyptisches Museum Kairo
Inv.-Nr.: JE 45944
Maße: 64,5 x 25,4 cm
Erhaltene Farbreste. Der Name des Königs in der Kartusche ist nicht mehr erhalten.
Da Block Nr. 1 und Block Nr. 2 jedoch aus demselben Kontext stammen dürften, da
sie zusammen ins Museum Kairo gelangten und sich außerdem stark gleichen, ist
dieser wohl Ptolemaios I. zuzuschreiben. Auf dem Block ist nur Text erhalten, mit
Ausnahme einer zum Gott Sobek-Hapy gehörenden Sonnenscheibe.

Block Nr.: 2 Abbildung: 116, 117


Heutiger Aufenthaltsort: Ägyptisches Museum Kairo
Inv.-Nr.: JE 45945, JE 45946.
Maße: 17,1 x 25,4 und 51,5 x 25,7 cm
Block Nr. 2 besteht aus zwei Bruchstücken, der Block ist nahezu ident mit Block
Nr. 1, jedoch ist der Name Ptolemaios’ I. bei diesem Block in den Kartuschen
erhalten geblieben. Auf dem Block ist nur Text erhalten, mit Ausnahme einer zum
Gott Soknebtynis gehörenden Sonnenscheibe.

Block Nr.: 4 Abbildung: 118, 119


Heutiger Aufenthaltsort: unbekannt
315
Nur als Beispiel Grenfell, Hunt (Papyri).
316
So beispielsweise ein Block mit der Inventarnummer 6-20301 (Maße 61 x 34 cm), der die Götter
Sobek, Nut und Osiris zeigt.
317
Einer der Blöcke besteht aus zwei Bruchstücken.
318
Inventarnummern JE 45944, JE 45945 und JE 45946; vgl. Rondot (2004), S. 71.
319
Rondot (2004).
320
Rondot (2004), S. 71-88.
- 64 -
Inv.-Nr.: -
Maße: 37,4 x 16,3 cm
Der Block Nr. 4 wurde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und
auch fotografiert, gilt jedoch seither als verschwunden. Dargestellt ist Ptolemaios I.
beim Weihrauchopfer, zu identifizieren ist der König durch seine Kartuschen.

Block Nr.: 5 Abbildung: 120


Heutiger Aufenthaltsort: unbekannt
Inv.-Nr.: -
Maße: keine Angabe
Der Block Nr. 5 wurde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und
auch fotografiert, gilt jedoch seither als verschwunden. Nur ein unvollständiger Teil
einer Inschrift war auf ihm erhalten. Diese gehört jedoch zum Nebtj-Namen
Ptolemaios’ I.:
jTj-m-sxm[.f?]-m-[HqA-Tl].321
Die beiden Herrinnen: Der, der die [seine?] Macht ergriffen hat als [ein kühner
Herrscher].322

Block Nr.: 9 Abbildung: 121, 122


Heutiger Aufenthaltsort: unbekannt
Inv.-Nr.: -
Maße: 73 x 52cm
Der Block Nr. 9 wurde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und
auch fotografiert, gilt jedoch seither – wie auch die Blöcke Nr. 4 und Nr. 5 – als
verschwunden. Dargestellt ist Ptolemaios I., der vor dem Gott Soknebtynis-Re-
Harachte rituell von einer nicht mehr näher bestimmbaren Göttin gesäugt wird.

2.4.4 Oxyrhynchos323

Der bis heute nicht lokalisierte Tempel Ptolemaios’ I. in Oxyrhynchos wurde wohl
bereits zu dessen Zeit als Satrap in Auftrag gegeben. 1955 barg Serge SAUNERON
drei bearbeitete Blöcke, die er 1968 in einem Bulletin veröffentlichte. 324 Zwei der
Blöcke (Abb. 123 und 124) weisen fein gearbeitete Darstellungen auf, der dritte ist
mit Hieroglyphen versehen (Abb. 125). Die Stücke kamen nach Leiden325, wo sie

321
Ergänzt nach Beckerath (1984), S.118.
322
Nach Rondot (2004), S. 80: „[…] les Deux Maîtresses: Celui-qui-saisit-[par]-la-puissance-en-
[prince-valeureux], […].”
323
Siehe auch oben, Kap. 2.3.2.
324
Sauneron (1968), S. 24-27. Abgebildet sind nur zwei der Blöcke.
325
Inv. Nr. F 1961/12.3.
- 65 -
1968 im Zuge einer Ausstellung gezeigt wurden. 326 Die beiden mit Darstellungen im
327
erhabenen Relief versehenen Blöcke sind aus Kalkstein und messen 36 x 142 cm.
Sie gehören zur selben Szene und stellen den oberen Teil eines Registers dar. Die
handelnden Personen sind durch das untere Ende des Blocks nur aufwärts des
Brustbereiches erhalten. Der erste Block stellt den nach links gerichteten König dar,
der einer weggebrochenen Gottheit ein Maat-Opfer darbringt. Anhand der Inschrift
lässt sich der Gott, dem die Opferhandlung angedacht war, als Horus identifizieren.
Auch der Teil eines Schnabels ist noch zu erkennen. Hinter der Darstellung des
Königs schließt eine antithetisch aufgebaute Szene an, die sich auf dem zweiten
Block fortsetzt. Kultempfänger ist in dieser Szene der Gott Dedun, der hier als Sohn
des Osiris und der Madjet ausgewiesen ist.328 Der Königsgott Horus wird demnach in
einer ägyptischen, sowie in der Gestalt des Dedun auch einer lokal-nubischen
Erscheinungsform abgebildet. Nach oben hin schließen beide Kalksteinblöcke mit
einer mit Sternen versehenen Himmelsdarstellung ab. Der dritte Block, der nur
hieroglyphische Inschriften aufweist, weist dasselbe Band einer Himmelsdarstellung
auf, die sich in diesem Fall genau in der Mitte vertikal über den gesamten Stein
zieht.329 Die Hieroglyphen des Abschnittes darunter nennen die Gottheiten Geb und
Nut und lassen anhand ihrer Ausrichtung eine weitere Szene vermuten. 330

2.4.5 Kom el-Ahmar / Scharuna

Im 18. oberägyptischen Gau ließ Ptolemaios I. nahe dem modernen Scharuna einen
Tempel für Horus errichten331. Einer der ersten, der meinte, bei einem Besuch des

326
Im dazugehörigen Ausstellungskatalog wurde auch der noch fehlende Block publiziert; siehe
Artefact (1968), S. 42-43 sowie Tf. 77.
327
Cleopatra’s Egypt (1988), S. 100.
328
Beim Gott Dedun handelt es sich um eine Gottheit, die stark in Bezug zu Nubien steht, womöglich
sogar überhaupt um eine ursprünglich nubische Gottheit, während es sich bei Madjet wohl um eine
lokale nubische Form der Isis handeln dürfte. Zu Dedun vgl. Bonnet (RÄRG), S. 153, zur
Interpretation der Madjet siehe Artefact (1968), S. 43.
329
Sauneron (1968), Tf. 2.
330
Sauneron (1968), S. 25.
331
Zur Problematik einer genauen Zuordnung siehe Gestermann (1992), S. 31-32.
- 66 -
Ortes 1838 Reste eines Tempels auszumachen, war Nestor L’HÔTE.332 Georges
DARESSY konnte 1894 noch einen Grundriss des Tempels erkennen,333 doch bei einer
ersten gründlichen wissenschaftlichen Untersuchung durch eine österreichisch-
ungarische Expedition, die von Fülöp (Philipp) BACK 1907 organisiert und von
Tadeusz SMOLENSKI geleitet wurde,334 konnte die genaue Lage des Tempels nicht
mehr bestimmt werden. Jedoch gelang es, 18 Kalksteinblöcke, die sekundär
verwendet worden waren, zu bergen. Von diesen sind zehn beschriftet, acht weisen
keine Inschriften auf, sind aber mit Reliefs versehen.335 Die zehn beschrifteten
Blöcke wurden 1908 von SMOLENSKI publiziert.336 Nur von drei der acht übrigen
Blöcke ist der heutige Aufenthaltsort bekannt. 337 Die insgesamt 13 bekannten Blöcke
wurden auf die Museen in Budapest, Wien und Krakau aufgeteilt.338 Die Blöcke in
Wien und Budapest339 befinden sich noch heute dort, der Block in Krakau ging
bedauerlicherweise während des zweiten Weltkrieges verloren.340

Auflistung der Blöcke in Budapest, Wien und Krakau:341

Budapest

Block Nr. 342 Inv.-Nr. Maße Darstellungen Abb.


(in cm)
I (S 1-2) 51.2156/1 108 x 33 Horusfalke (Hr bHdtj, Horus von Edfu). 126
II (S 1-2) 51.2156/2 106 x 33 Zu Block I gehörig, Horusfalke. 127
III (S 5) 51.2157/1 105 x 31 Doppelkrone mit Teil des Uräus. 128

332
Schenkel (1987), S. 150.
333
Daressy (1894), S. 44.
334
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine neuere Monographie von Vörös (2008).
335
Wessetzky (1977), S. 134-135.
336
Smolenski (1908); 1909 folgte ein weiterer Block mit den Kartuschen Ptolemaios II., siehe dazu
Smolenski (1909).
337
Die übrigen fünf Blöcke könnten in Kairo verblieben sein; siehe dazu Gestermann (1992), S. 18
[Anm. 29].
338
Wessetzky (1977), S. 135-136.
339
Die Stücke in Budapest sind gut publiziert in beispielsweise Nagy (1999), S. 110, oder
Kóthay, Liptay (2010), S. 124-125.
340
Wessetzky (1977), S. 135-136 [Anm. 21].
341
Nach Wessetzky (1977).
342
Die Zählung nach römischen Zahlen erfolgt nach Wessetzky, ein „S“ mit einer Zahl in Klammer
entspricht der Zählung der beschrifteten Blöcke nach Smolenski (1908).
- 67 -
IV (S 7) 51.2157/2 102 x 31 Hmhm-Krone des Pharaos. 129
V (S 9) 51.2160 96 x 31 Pharao beim Trankopfer. 130
VI A (S 4B) 51.2158 41 x 30 Teil des Kopfes und des Oberarmes einer 131
Göttin.
VI B (S 4A) 51.2158 107 x 30 Pharao beim Opfern. 132
VII 51.2159 106 x 31 Zwei Göttinnen mit Papyruszeptern. 133

Wien

Block Nr. Inv.-Nr. Maße Darstellungen Abb.


(in cm)
VIII 6694/e 130 x 30 Zwei Göttinnen mit Papyrusstäben. 134
IX 6694/d 110 x 23 Teile von zwei Göttinnen. 135
X (S 8) 6694/b 124 x 29 Oberägyptische Krone, Teil der Kopf- 136
bedeckung der Göttin Nephthys.
XI (S 3) 6694/a 129 x 30 Krone Unterägyptens und Doppelkrone 137
(König vor Horus).
XII (S 10) 6694/c 129 x 27 Perückenteil einer Göttin, Geierflügel 138
und Teil einer weiteren Göttin mit
Papyrusstab.

Krakau343

Block Nr. Inv.-Nr. Maße Darstellungen Abb.


(in cm)
S6 verschwunden 105 x 30 nur Inschrift bekannt. -

In den nächsten Jahrzehnten gab es kaum nennenswerte Arbeiten am Kom und in der
Ortschaft, und wenn waren diese kaum erfolgreich. 1962 tauchten acht Fragmente im
Kunsthandel auf, die sich zu drei Bildausschnitten zusammenfügen ließen und
angeblich aus Scharuna stammten.344 Daraufhin führte 1963 WESSETZKY eine
Begehung durch, um das eigentliche Tempelareal zu lokalisieren, was ihm jedoch
genauso wenig gelang, wie weitere Blöcke aufzufinden.345 Da die archäologische
Stätte in der Fachliteratur weitgehend als unergiebig galt, kam es erst ab 1976
aufgrund anhaltender grabräuberischer Aktivitäten zu weiteren wissenschaftlichen
Arbeiten in Form von Notgrabungen durch die ägyptische Altertümerverwaltung, bis
1984 das ägyptologische Institut der Universität Tübingen die Grabungskonzession
erhielt.346 Zu Beginn der Grabungen durch die Universität Tübingen war noch immer
unbekannt, ob es nur einen oder mehrere Tempel gab und wo diese(r) ursprünglich
gestanden hatte(n), da die Berichte über die Lage des Tempels sehr widersprüchlich

343
Smolenski (1908), S. 5.
344
Gestermann (1992), S. 18.
345
Schenkel (1987), S. 160; erst 1977 publizierte Wessetzky Untersuchungen zu Scharuna, konkret
behandelte er die Blöcke der Smolenski-Grabung. Siehe Wessetzky (1977).
346
Schenkel (1987), S. 149.
- 68 -
waren.347 Im Laufe der Arbeiten348 konnten zwar bis in rezente Zeit diverse Fragen
nicht endgültig geklärt werden, doch konnte eine Fülle an weiterem Material
geborgen werden.
Anhand einer zusammenfassenden Arbeit von GESTERMANN349 soll folgend auf eine
Auswahl an zwischen 1984 und 1989 durch die deutschen Untersuchungen zutage
geförderte Blöcke näher eingegangen werden:350

Block Nr. Maße (in cm) Darstellungen Abb.


KAS 84/41 15 x 40 x 35 Falkenfries. -
KAS 84/42 10 x 40 x 9 Falkenfries, zu Fragment KAS 84/41 gehörig. -
KAS 86/8 25 x 102 x 29 Hathorfries Ptolemaios’ I. 139
KAS 86/13 27 x 43 x 47 Zum Block51.2175/2 in Budapest (S 7) gehörig; -
Inschrift.
KAS 86/14 25 x 47 x 44 Geflügelter Skarabäus, Inschrift. Über weiteres -
Zwischenstück wohl an KAS 16/13 anzufügen.
KAS 86/15 26 x 99 x 40 Schurz, Inschrift. -
KAS 88/5 18 x 79 x 9 Zu KAS 88/7 gehörig, Doppelkrone und Inschriften. -
KAS 88/7 5 x 17 x 8 Zu KAS 88/5 gehörig; vermutlich König vor Horus. -
KAS 89/18 31 x 102 x 20 Hathorfries, Inschriftenreste. -

Im November 2000 konnte das Museum Budapest ein weiteres Fragment aus
Scharuna ankaufen. Dieses hat eine Größe von 41,5 x 31 cm und weist
hieroglyphische Beschriftung auf. 351
Trotz der langjährigen Arbeiten der Universität Tübingen und der erstaunlichen
Anzahl an neuen Funden kann Scharuna noch lange nicht als ausreichend untersucht
angesehen werden. Mit Bestimmtheit werden weitere Untersuchungen noch weiteres
interessantes Material – auch in Bezug auf den frühptolemäischen Tempel – zutage
fördern.

347
Brinks (1984), bes. S. 75-79.
348
In Bezug auf den frühptolemäischen Tempel sind zu nennen: Brinks (1984), Brinks (1985), Brinks
(1986), Gestermann (1987), Gestermann (1988), Gestermann (1989) und zuletzt Gestermann (1992).
Spätere Arbeiten beziehen sich vorwiegend auf eine nahe gelegene Nekropole aus dem Alten Reich.
349
Gestermann (1992).
350
Leider gibt Gestermann keine vollständige Auflistung des aufgefundenen Materials.
351
Dieses Fragment wurde publiziert in Gomaà (2001), jedoch ohne eine entsprechende
Inventarnummer.
- 69 -
2.4.6 Tuna el-Gebel

Tuna el-Gebel ist das Gebiet einer bekannten Nekropole der Stadt Hermupolis. Sie
liegt etwa 10 Kilometer von der antiken Stadt entfernt und ist vor allem bekannt
durch das Grab des Petosiris352 und das sogenannte Ibiotapheion, die unterirdischen
Tiergalerien,353 die der Bestattung heiliger Tiere dienten, vorwiegend von Pavianen
und Ibissen, den heiligen Tieren des Gottes Thot.354 Ab der Zeit Ptolemaios’ I.
wurden diese Heilige Tiere nicht mehr nur in Nischen, sondern in sogenannten
Kultkammern beigesetzt, die auch künstlerisch ausgestaltet sein konnten, wie im Fall
zweier Kultkapellen, die sich heute im Roemer- und Pelizaeus-Museum in
Hildesheim befinden. Da der Fundplatz in seiner Gesamtheit gewaltige Ausmaße
einnimmt (allein die unterirdischen Tiergalerien erstrecken sich nach momentanem
Stand der Ausgrabungsarbeiten bereits über eine Gesamtlänge von mehr als drei
Kilometer), sollen an dieser Stelle eine der beiden bekannten Galerien aus
Hildesheim als ein Beispiel behandelt werden, um nicht den Rahmen der
vorliegenden Arbeit zu sprengen.
Die besagte Kapelle, die heute oft als „Hildesheimer Kapelle“ bezeichnet wird,355
entspricht nach heutigem Wissensstand der Paviankultkammer G-C-C-2 und befand
sich in direkter Nähe des Eingangs zu den Tiergalerien unter dem Tempel
Alexanders IV. (Abb. 140).356 Dieser Bereich des Areals wurde bereits in der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts von den Ägyptern unter der Leitung von Sami GABRA
ergraben,357 die Hildesheimer Kapelle dürfte jedoch bereits zuvor einer Raubgrabung
zum Opfer gefallen sein, denn bereits 1926 tauchten Blöcke der besagten Kapelle im

352
Publiziert in Lefébure (1923) und Lefébure (1924).
353
Aus der Fülle an Literatur sei eine kurze Auswahl an wesentlichen Publikationen widergegeben:
Gabra (1939), Gabra (1941), Badawy (1956), Boessneck (1987), Kessler (1989), Kessler (1998),
Maurer (2006)
354
Maurer (2006), S. 105-106.
355
Inv.-Nr. 1883, publiziert erstmals von Roeder (1921), S. 84-86, umfassender von Derchain (1961),
dazu lieferte Karig (1962) weitere Bemerkungen; eine weitere kurze Beschreibung liefert auch Kayser
(1973), S. 115, sowie Abb. 88.
356
Die genaue Zuordnung erfolgte aufgrund einer neueren Bearbeitung durch Kessler (1998); siehe
auch Maurer (2006), S. 106.
357
Die Ergebnisse wurden erst später wenig detailliert publiziert; siehe Gabra (1939), zu den
Tiergalerien beziehungsweise den Kultkapellen besonders ab S. 483.
- 70 -
Kunsthandel auf. Das Roemer- Pelizaeus-Museum Hildesheim erwarb 20 Blöcke,358
beziehungsweise 27 Bruchstücke,359 fünf weitere Blöcke aus denen sich vier
Gesamtbilder erschließen lassen gingen an das Museum in Kairo. 360
Die Blöcke sind alle zwischen 45 und 47 cm hoch und zwischen 103 und 105 cm
lang, bis auf zwei Blöcke, die 110 beziehungsweise 96 cm messen. Unter
Miteinbeziehung des Kairiner Materials ergibt sich für die Bildabfolge eine
Gesamtlänge von etwa 15 m. Die Gesamthöhe der vorhandenen Szenen beträgt
140 cm, dieser können im Bereich des Sockels jedoch noch weitere 45-50 cm
hinzugerechnet werden.361
Insgesamt lassen sich die Hildesheimer Blöcke zu 18 Bildszenen zusammenfügen,
hinzukommend vier weitere über die Kairiner Blöcke. Sie alle werden fortlaufend
nach unten hin von der Darstellung einer Palastfassade begrenzt, nach oben hin
schließt die Szenen eine Himmelsdarstellung ab, über der eine Hohlkehle ausgeführt
ist.
In den einzelnen, noch in bunten Farben erhaltenen Szenen bringt der König, vor
dem sich ein Opferständer befindet, in wechselndem Ornat unterschiedlichen
Gottheiten Opfer dar; die einzelnen Szenen werden durch eine vertikale Linie
voneinander getrennt:362

Hildesheimer Kapelle

Szene Beschreibung Abb.


I Nur der untere Teil der Darstellung ist erhalten; der König opfert vermutlich 141
einem Pavian, der auf einem Sockel hockt.
II Nur der untere Teil der Darstellung ist erhalten; der König opfert vor einer 142
ibisköpfigen Gottheit (Osiris-Ibis, Thot).
III Nur ein Teil der Figur des Königs und ein Fuß einer nicht näher erkennbaren 143
Gottheit sind erhalten; anhand der Inschriften handelt es sich um die Gottheit
Osiris-Pavian.
IV Wenig erhalten; die Szene ist wohl in drei übereinander angeordnete Register 144
geteilt, von denen nur das unterste eine Handlung erkennen lässt – konkret
erkennt man eine Priesterfigur in Gebets- oder Opferhandlung vor einer Pavian-
und einer Ibis-Gottheit. Hinter dieser Szenenteilung wird die gewohnte
Szeneneinteilung wieder aufgenommen: zu erkennen sind die schreitenden

358
Roeder (1921), S. 84.
359
Derchain (1961), S. 10.
360
J. E. 5-3-25-1; Derchain (1961), S. 18-19, sowie Tf. 10.
361
Derchain (1961), S. 10-11.
362
Die Zählung der einzelnen Szenen folgt der Nummerierung von Derchain (1961), S. 12-19; in die
Beschreibung sind etwaige Ergänzungen oder Verbesserungen von Karig (1962) mit einbezogen.
- 71 -
Beine des Königs.
V bis363 Zu erkennen sind der Kopfschmuck, der Kopf und der Oberkörper der 145
Göttin Nephthys.
VI Nur die obere Hälfte der Szene ist erhalten; Ptolemaios, der eine Doppelkrone 146
trägt, bringt der Göttin Isis mittels zwei Weihrauchgefäßen ein Rauchopfer dar.
VII Sehr gut erhaltene Szene – der König opfert mit Dreieckschurz und hmhm- 147
Krone dem Gott Horus ein Myrrhe-Gefäß.
VIII Der König trägt einen xprS-Helm mit Widderhörnern und Federn und opfert 148
dem Gott Sokar-Osiris zwei Stoffbinden.
IX Ptolemaios bringt dem Gott Osiris-Onnophris ein Weihrauch- und 149
Libationsopfer dar.
X Der König bringt dem Osiris-Ibis symbolisch Gewänder dar. 150
XI Nur der obere Teil der Szene ist erhalten; Ptolemaios, der die unterägyptische 151
Krone trägt (in gelber Farbe widergegeben!) bringt dem Osiris-Ibis ein Maat-
Opfer dar.
XII Der König bringt in einer Kombination aus nemes-Kopftuch und hmhm-Krone 152
einer auf einem Sockel thronenden Pavian-Gottheit ein Räucher- und
Trankopfer dar.
XIII Nur der obere Teil der Darstellung ist erhalten; Ptolemaios, der die 153
oberägyptische Krone trägt opfert vor einer pavianköpfigen Gottheit, die diesem
eine Palmrispe entgegenhält.
XIV Zerstört, abgesehen von den Beinen eines Gottes. -
XV Ptolemaios opfert dem menschengestaltigen Gott Osiris-Chontamenti zwei 154
Salbgefäße.
XVI Der König opfert in Dreieckschurz und bekrönt mit einer Kombination aus 155
nemes-Kopftuch und Atef-Krone vor einem nicht mehr näher zu bestimmenden
Gott.
XVII Der König opfert mit Dreieckschurz und Doppelkrone einem nicht mehr näher 156
zu bestimmenden Gott Stoffbinden
XVIII Ptolemaios mit Dreieckschurz und einer Perücke mit Widderhörnern und zwei 157
hohen Federn beim Maat-Opfer vor einer nicht näher zu identifizierenden
Gottheit; die Inschrift könnte auf einen Osiris-Ibis oder einen Osiris-Pavian
hindeuten.

Szenen der Kairiner Blöcke

Szene Beschreibung Abb.


XIX Der kaum mehr erhaltene Pharao wohl beim Opfer vor dem Gott Schepsi, der 158
hier menschengestaltig mit kurzer Perücke und Mondscheibe und -Sichel
dargestellt ist.
XX Ptolemaios, der die oberägyptische Krone trägt, opfert dem Gott Osiris-Pavian 159
einen wsx-Halsschmuck.
XXI Der König trägt die xprS-Krone und opfert dem Osiris-Ibis zwei Salbgefäße. 160
XXII Die Szene ist nicht mehr erhalten, lediglich einige Spuren lassen jedoch auf eine -
weitere anschließende Szene schließen

Die Hildesheimer Blöcke sind gleich in mehrerlei Hinsicht von großer Bedeutung:
zum einen geben sie eine Vorstellung von der Kultpraxis um die Tierkulte, denen ab
der Herrschaft Ptolemaios’ I. eine wesentlich verstärkte Rolle zukam, als davor. Des

363
Die etwas eigenwillig anmutende Nummerierung von Derchain (1961), Tf. 4 trennt zwei Szenen
„IV“, die von den Szenen „V bis“ und „VI“ gefolgt werden; diese Einteilung konsultiert wohl aus der
Ungewissheit, ob die Figur des Königs in Szene IV und die Figur der Göttin in Szene „V bis“
ursprünglich überhaupt zur selben abgeschlossenen Szene gehört haben.
- 72 -
Weiteren erweitern die Stücke in Hildesheim deutlich den Bestand an Darstellungen
aus der Zeit des ersten Ptolemäers, noch dazu in einem zusammenhängenden
Kontext – an keinem anderen Ort konnte das existierende Material jener Zeit zu
derart vielen Szenen zusammengesetzt werden. Auch dass sich auf den Darstellungen
noch in solchem Ausmaß die originalen Farben erhalten haben, kann als glücklicher
Umstand bezeichnet werden. Anbei sei erwähnt, dass die Blöcke der Hildesheimer
Kapelle einen Proportionsraster aufweisen. Dieser lässt einen Vergleich zwischen
dem künstlerischen Kanon jener Zeit und dem anderer Epochen der ägyptischen
Geschichte zu und ist somit auch eine wichtige Quelle zur Kunst und künstlerischen
Arbeitstechnik der frühen Ptolemäerzeit.364

2.4.7 Koptos

Das antike Koptos liegt im fünften oberägyptischen Gau und ist ein Kultzentrum des
Gottes Min. Aufgrund seiner Lage nahe dem Eingang zum Wadi Hammamat, war
die Stadt wegen der im Wadi gelegenen Steinbrüche und dem Zugang zum Roten
Meer von besonderer Bedeutung.365 Die wichtigste Kultstätte war ein Tempelbezirk
mit einem etwa 60 x 100 m großen Dreifachtempel für Min, Hathor/Isis und
Horus366. Dieser wurde jedoch Ende des 19. Jahrhunderts stark zerstört, bevor eine
wissenschaftliche Untersuchung möglich war.367 Als das Tempelareal gegen Ende
des 19. Jahrhunderts von W. M. F. PETRIE ergraben wurde, stieß dieser auf
Wandteile aus Sandstein, die eine außergewöhnlich vollständig erhaltene Szene
Ptolemaios’ I. zeigen. Die gesamte Wand (Abb. 161) wurde abgebaut und nach
Oxford in das Ashmolean Museum gebracht.368 PETRIE beschrieb es als „[…] needful
to remove it, […] the natives began to pull it down for the sake of the blocks bearing
faces, for sale to dealers.”369

364
Siehe Robins (1994), beispielsweise S. 163, sowie 204-211.
365
Wilkinson (2005), S. 151.
366
Zu dieser Triade siehe Bonnet (RÄRG), S. 461-467.
367
Arnold (2000), S. 134-135,
368
Inventarnummer: 1894.106; PM V, S. 125.
369
Koptos, S. 19.
- 73 -
Die Wand setzt sich aus 15 Blöcken zusammen370 und stellt Ptolemaios I. mit
unterägyptischer Krone und Zepter dar, der aus dem Tor eines Palastes tritt, um sich
zur Göttin Isis zu begeben, die ihm entgegen schreitet. Vor dem König befinden sich
ein mit einem Pantherfell bekleideter Priester sowie sechs Standarten.371
Da – abgesehen von der besagten Wand – das übrige aufgefundene Material dieser
Epoche vorwiegend Ptolemaios II. Philadelphos, aber auch späteren Herrschern
zugeschrieben werden muss, ging PETRIE davon aus, dass der Tempel erst unter
Ptolemaios II neu errichtet wurde. Die beschriebene Szene stelle ihm zufolge einen
vergöttlichten Ptolemaios I. vor einem Schrein dar, also einen postumen Bezug. 372
Friedrich Wilhelm Freiherr von BISSING, der das Relief 1914 erstmals publizierte,
übernahm PETRIEs Darstellung und wollte in der dem König weihräuchernden
Priesterfigur gar Ptolemaios II. selbst erkennen.373 Aufgrund der Tatsache, dass
PETRIE neben einer kurzen Beschreibung des besagten Reliefs keine Abzeichnungen
oder Fotografien in seine Publikation über Koptos mit einfließen ließ,374 fanden diese
Behauptungen schnell Einzug in die Literatur, in der sich daher bis in rezente Zeit oft
widersprüchliche Aussagen finden.375 Die Darstellung Ptolemaios I. ist nach
heutigem Forschungsstand selbstverständlich als Beleg für eine Bau-
beziehungsweise Dekorationstätigkeit zu werten. Die beschriebene Szene bildet,
anders als von PETRIE oder VON BISSING angenommen, den ersten von insgesamt
vier Teilen des so genannten Krönungszyklus, 376 wie er beispielsweise im neuen

370
Zu einer Gesamtlänge von 2,14 m, die größte Breite beträgt 1,12 m. Bissing (1914), Text zur Tafel
119, Anm. 41.
371
Bissing (1914), Text zur Tafel 119.
372
Koptos, S. 19.
373
Bissing (1914), Text zur Tafel 119 [Anm. 42].
374
Trotz der Publikation durch Bissing ist das Relief aus Koptos im Allgemeinen wenig bekannt.
375
PM V, S. 125: „deified Ptolemy I Soter I”. Wilkinson (2005), S. 151-152: „Der […] Tempel […]
wurde unter Ptolemäus II. erbaut und später von Ptolemäus IV., Ptolemäus VIII. und den römischen
Kaisern Caligula und Nero weiter ausgebaut, allerdings nie vollständig dekoriert.” Arnold (1999),
S. 342 [Anm. 81] bezieht sich mit „A screen wall of blocks with the representation of the deified
Ptolemy I“ ebenfalls auf Ptolemaios II. , äußert sich aber in Arnold (2000), S. 134 kurz mit
„Ptolemäus I.-IV.“ in Verbindung mit dem Tempel. Derchain (1961), S. 4 wertete das besagte Relief
als Zeugnis der Bautätigkeit Ptolemaios’ I.
376
Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle meinem Lehrer Günther Hölbl, der mich auf diesen
Punkt hinwies.
- 74 -
Reich377 bis in die römische Zeit378 hinein belegt ist, jedoch in keinem postumen
Kontext. BONNET fasst diesen wichtigen Bestandteil des Zyklus wie folgt zusammen:

„Am Eingang der Feiern wird eine Einführung des designierten


Herrschers vor dem Reichsgott [beziehungsweise einer
tempelspezifischen Gottheit] stehen. […] Es hebt mit einer Bitte des
Priesters an, mit dem König ‚zufrieden zu sein‘, d. h. den präsumtiven
Herrscher, den der Priester einführt, anzuerkennen. Darauf kommt jener
selber zu Wort. Er bittet um Ausstattung mit Ansehen und Macht und
gründet sein Anliegen auf den Anspruch, Sohn der Göttin zu sein. Diese
erkennt ihn als solchen an und begrüßt ihn als Horus […]. Damit ist der
König legitimiert und kann die Kronen empfangen.“379

Die Szene spielt also stark auf die Legitimität des dargestellten Königs per se an,
würde also postum wenig Sinn machen. Die Überlegung von VON BISSING, in der
Gestalt des Priesters Ptolemaios II. zu vermuten, ist indes ebenfalls als veraltet zu
betrachten.

2.4.8 Elephantine

Auf Elephantine, der nach ägyptischer Auffassung traditionellen südlichen Grenze


Ägyptens, wurden unter Ptolemaios I. Dekorationsarbeiten in Angriff genommen.
Bereits zu seiner Zeit als Satrap war für den nominellen König Alexander IV. unter
anderem das Tempeltor des Chnum-Tempels dekoriert worden.380 Auch Ptolemaios’
Spuren als offizieller Herrscher finden sich auf einem Tor aus Sandstein, das in
einem Fundament verbaut war und während der Arbeiten des Deutschen
Archäologischen Instituts zutage gefördert wurde.381 Heute ist dieses wiedererrichtet
und auch zu besichtigen (s. Abb. 162). Das Tor wurde bereits in der 18. Dynastie
unter Amenophis II. errichtet, doch wurde es unter diesem nicht vollständig
dekoriert:

377
So zum Beispiel bei Amenophis III.; LD III, S. 124, Bonnet (RÄRG), S. 397 [Abb. 100].
378
Etwa im Arensnuphistempel und im Hathortempel auf Philae, Hölbl (2004 b), S. 51 und 86.
379
Bonnet (RÄRG), S. 397.
380
Siehe oben, Kap. 2.3.4.
381
Siehe dazu den ersten Grabungsbericht des DAI bei Kaiser (1970).
- 75 -
„Von diesem Tor Amenophis’ II. sind 10 reliefierte Blöcke erhalten, die
eine weitgehende Rekonstruktion […] erlauben. Danach sind die
Außenpfosten und der obere Teil des inneren Türgewändes von
Amenophis II. dekoriert worden, die Türwangen und der untere Teil des
inneren Türgewändes von Ptolemaios I.“ 382

Die einzelnen Szenen und Inschriften können so folgendermaßen zusammengefasst


werden:383
a) Wangenaufschrift Ptolemaios’ I.,
b) Ritualszene Ptolemaios’ I. auf dem inneren Türgewände,
c) Aufschriften Amenophis’ II. und Ptolemaios’ I. auf Pfosten und Wange der
Außenseite rechts.

a) Die Wangeninschrift Ptolemaios’ I.


Drei vorhandene Blöcke (s. Abb. 163, 164 und 165) lassen sich zu einem Teil einer
Türwange zusammensetzen und ergeben eine von JUNGE wie folgt transkribierte384
und übersetzte Inschrift:
anx nTr nfr nb tA.wj (stp.n-Raw mrj-Imn.w) zA Raw nb xa.w (Ptrwmys) mry £nm.w nb
Xkr.w ///.
„Neuerstandener Gott, Herr der beiden Länder ‚Satepnrēa majjamūn‛, Sohn des Re,
Herr der Kronen ‚Ptolemaios‛, geliebt von Chnum, Herrn des Kronenschmucks…“.

b) Die Ritualszene Ptolemaios’ I. auf dem inneren Türgewände


Die Ritualszene Ptolemaios’ I. ist auf vier zusammengehörigen Blöcken erhalten
(Abbildungen Abbildungen 165-168); einer dieser Blöcke trägt auch einen Teil des
oben bereits angesprochenen Inschriftenbandes der Türwange. Die Darstellung zeigt
den Pharao mit der blauen Krone bei einem Weihrauchopfer vor der Göttin Bastet
und weist Reste von Bemalung auf (Abb. 169).385

c) Aufschriften Amenophis’ II. und Ptolemaios’ I. auf Pfosten und Wange der
Außenseite rechts

382
Junge (1987), S. 32-33.
383
Adaptiert nach Junge (1987), S. 33-35.
384
Die von Junge erstellte Transkription wurde ohne die entsprechenden Hinweise auf Ergänzungen
et cetera übernommen.
385
Junge (1987), S. 34, Tf. 18 [a, b, d, f].
- 76 -
Ein weiterer Block (Abb. 170) mit einem Inschriftenband trägt in einer nur teilweise
erhaltenen Kartusche den Namen des ersten Ptolemäers. In Verbindung mit einem
weiteren Block aus der Zeit Amenophis’ II..386 liegt nach JUNGE der Schluss nahe,
dass „beide nach Anordnung der Zeichen und Inhalt mit den Aufschriften des linken
Außenpfostens völlig identisch gewesen sein dürften.“387

386
Junge (1987), Tf. 19 [b].
387
Junge (1987), S. 35.
- 77 -
3. ZUSAMMENFASSUNG: ASPEKTE ZUR BAUTÄTIGKEIT IM
KONTEXT DER HERRSCHERLEGITIMATION

- 78 -
3.1 ALEXANDER DER GROSSE

Betrachtet man zusammenfassend die Bautätigkeit der besprochenen Herrscher, so


bietet sich ein interessantes Bild: In den Bauten Alexanders des Großen fällt sofort
ein starker Bezug zum Gott Amun auf, dem in den Darstellungen fast aller Bauten,
die unter der Regentschaft des Eroberers entstanden oder ausgeschmückt wurden,
eine wesentliche Rolle zukommt.388 Auch dass sich die archäologischen Belege
Alexanders in Theben, dem alten nationalägyptischen Kultzentrum des einstigen
Reichsgottes konzentrieren, trägt stark zu diesem Gesamteindruck bei.

Dem Tempel von Luxor, der dem Gott Amun und dem Königlichen ka, der
Lebenskraft des Königs, geweiht war,389 drückte Alexander bautechnisch seinen
Stempel auf, indem er ihm einen neuen, zentralen Barkenschrein stiftete. Der
Tempel weist eine lange Geschichte auf – viele große Pharaonen hatten dem Tempel
bis in die 30. Dynastie stetig weitere Elemente hinzugefügt oder Veränderungen
vorgenommen.390 Bedenkt man die Funktion des Tempels, der besonders auf den
Herrscherkult ausgerichtet war,391 ist die Tatsache, dass im Namen Alexanders der
zentrale und wichtigste Teil des Tempels für ihn adaptiert wurde, von besonderer
Bedeutung.392 Der Kult für den Herrscher kam mit Alexander einem Pharao zu, dem
mittels Orakelspruch von Amun selbst das Herrscheramt übertragen worden war.
Die Arbeiten unter Alexander an diesem Tempel stellen einen einzigartigen Beleg
für die Bedachtsamkeit seiner Religionspolitik dar. Der König verband damit, den
Kult um das Herrscheramt mit seiner Person zu vereinen und gleichsam auf den Gott
Amun als seinen göttlichen Vater Bezug zu nehmen. Seine symbolische
Anwesenheit auf Wänden im Herzen eines von großen Pharaonen (darunter

388
Bis auf Hermupolis Magna sind alle besprochenen Bauprojekte Alexanders zumindest zum Teil
(wenn nicht sogar gänzlich) dem Amun geweiht.
389
Zum Kult um den königlichen Ka im Luxortempel sei verwiesen auf die Arbeit von Bell (1985).
390
Wilkinson (2005), S. 166-167.
391
Der Tempel von Luxor ist in weiterer Folge auch als ein Millionenjahrhaus zu bezeichnen; dies
wurde wohl auch noch zur Zeit Alexanders des Großen so aufgefasst; siehe dazu , Ullmann (2002),
S. 587-589.
392
Zur enormen Bedeutung der gewählten Stelle für den Alexander-Einbau siehe vor allem
Waitkus (2008), S. 45-60.
- 79 -
wesentlich Amenophis III. und Ramses II.) ausgestalteten Tempels zeugte von
Kontinuität und propagierte gleichzeitig Alexander als legitimen Herrscher. 393

Im Tempelkomplex von Karnak, der nationalen Kultstätte für den ägyptischen


Amun schlechthin, wird der Makedone im von ihm maßgeblich umgestalteten
„Alexandersanktuar“ in eine direkte Beziehung zu Thutmosis III. gesetzt.394 Dies ist
im Punkto Legitimität besonders interessant: so war nämlich jener für die ägyptische
Bevölkerung noch immer ein besonderes Symbol alten Glanzes und des
Weltruhms.395 Ägypten hatte unter seiner Herrschaft die größte Ausdehnung in
seiner pharaonischen Geschichte. Außerdem sind starke Parallelen im Leben beider
Herrscher erkennbar: wie unter Alexander war auch die Regierung Thutmosis’ III.
außenpolitisch stark auf die Expansion gen Osten hin ausgerichtet. Beide waren
höchst erfolgreich in der Umsetzung ihrer (außen)politischen Ziele und auch
Thutmosis III. war durch ein Amunsorakel als Herrscher legitimiert worden.396
Grund genug, den siegreichen Feldherrn an die alte Glanzfigur anzulehnen. Dies
geschah auf verschiedene Weise: zum einen wurde mit den Arbeiten im besagten
Sanktuar in eben jenem Bereich des Amun-Tempels gebaut, der bereits stark vom
glorreichen Vorgänger geprägt worden war, nämlich dem Bereich des Achmenu.
Zum anderen wurden die Darstellungen Alexanders sehr stark denen des Thutmosis
angeglichen (Abb. 39-42), so dass der Eindruck entsteht, die Künstler wollten die
Darstellungsweisen und Fertigungstechniken der früheren Künstler kopieren, um
Alexander als einen zweiten Thutmosis III. erscheinen zu lassen.397
Neben dieser geschickten Inszenierung der Kontinuität398 wird auch in Karnak auf
die besondere Beziehung des Königs zum Gott Amun Wert gelegt, das zeigen die
393
Ähnlich auch Schäfer (2007), S. 56: „Mit dieser Bautätigkeit […] sollte zweifellos untermauert
werden, daß Alexander der Große ein legitimer Pharao war, der sich um die Erhaltung der Maat
bemühte.“
394
Siehe dazu besonders den bereits genannten Artikel von Martinez (1989).
395
Siehe Schäfer (2007), S. 68-69 mit Belegen für solche Bezugnahmen auf Thutmosis III. bis in die
hadrianische Zeit.
396
Redford (1967), ab S. 74.
397
Zur Ähnlichkeit der Darstellungen Alexanders des Großen mit denen Thutmosis III. siehe
Myśliwiec (1988), beispielsweise S. 87-88, sowie Pl. XCIII-XCVII.
398
Jene Kontinuität wird in Alexandersanktuar aber in weiterer Folge auch auf alle vorangegangen
Herrscher bezogen. Dies wird zum Beispiel durch die Darstellung der Großen Neunheit von Karnak
im Eingangsbereich zum Ausdruck gebracht, da diese die dem regierenden Herrscher
- 80 -
zahlreichen Darstellungen, auf denen Alexander vor „seinem Vater Amun“ opfert
und diesem seine Opfergaben sichert und bestätigt, wovon die im Alexandersanktuar
angebrachte Opferliste zeugt (Abb. 28, 29).399

Zwar gibt es keinerlei archäologische Belege zu Alexander in Siwa, dem Zentrum


des Gottes Amun, das internationale Anerkennung besaß, doch gibt der Tempel von
Qasr el-Maǧizba ein gutes Beispiel für die Umsetzung der allgemein
vorherrschenden und propagierten Vorstellungen zur Person Alexanders in einem
Oasentempel. Zuerst sei dazu die ungewöhnliche Weihung des Tempels an Amun
und Horus genannt.400 Wie kann man diese beiden Götter in Bezug zueinander und
Alexander setzen? Eine mögliche Antwort liefert in diesem Zusammenhang das
Schlagwort Legitimation unter Berücksichtigung der politischen Tagesgeschehen:
erst kurz vor seiner Ankunft in Maǧizba war Alexander durch den Orakelspruch von
Siwa zum Sohn des Zeus-Ammon, einer Erscheinungsform des Amun, erklärt
worden. Eine anschließende Weihung eines neuen Tempels an diesen Gott erscheint
demnach fast vorprogrammiert. Durch seine Krönung oder Inthronisation zum
ägyptischen Pharao war Alexander in weiterer Folge aber gleichzeitig nach
ägyptisch-religiösen Vorstellungen auch die lebendige Inkarnation des Gottes
Horus. Durch die geschickte Verbindung von Amun und Horus opfert der
makedonische Pharao demnach auf den Tempelwänden nicht nur vor seinem Vater
Amun, sondern mit dem Gott Horus gleichzeitig vor der Personifizierung des
Königsamtes per se, dessen Inkarnation er selbst darstellte.401 An den
Tempelwänden ist nicht – wie beispielsweise in Siwa üblich – hauptsächlich der
Oasenkönig neben den Götterdarstellungen Hauptfigur der Opferszenen, 402 vielmehr
tritt dieser – wenn auch in gleicher Größe – hinter dem agierenden Pharao auf (Abb.
54) und somit gegenüber Alexander in den Hintergrund. Die Dekoration des
Tempels stellt somit ein direktes Bindeglied zwischen Alexanders Rolle in der
ägyptisch-religiösen Tradition und den momentanen politischen Machtverhältnissen

vorausgegangenen göttlichen Ahnen verkörperte; siehe dazu Ullmann (2000), S. 81 und


Schäfer (2007), S. 61, 68.
399
Schäfer (2007), S. 62.
400
so auch Arnold (1999), S. 138.
401
Hirzbauer (2011), S. 51.
402
Kuhlmann (1988), Tf. 31 (a).
- 81 -
jener Tage dar und zeugt in gleicher Weise von seinem Anspruch auf die absolute
Herrschaft.

Das einzige klar zuordenbare bauliche Zeugnis aus der Zeit Alexanders, das nicht –
zumindest teilweise – dem Gott Amun geweiht war, ist der Thot-Tempel von
Hermupolis, Dieses stellt auf den ersten Blick einen etwas anderen Befund dar, der
aus dem Gesamtkonzept um den Gott Amun zu fallen scheint, doch es finden sich
durchaus interessante Parallelen zu anderen Legitimationsformen Alexanders.
Zunächst knüpfte Alexander in Hermupolis durch die Finanzierung oder Förderung
jener Bauvorhaben an die Herrscher der 30. Dynastie an, schlug also eine ideelle
Brücke im Sinne der Kontinuität zu seinen Vorgängern. Schon unter Nektanebos I.
war der Tempel im Wesentlichen neu errichtet worden und somit stand Alexander
auf einer Linie mit den letzten einheimischen Königen. Des Weiteren zeigen neuere
Betrachtungen des vorhandenen Materials, dass trotz der wenigen noch vorhandenen
Spuren des Makedonen das Ausmaß seiner Bautätigkeit in Hermupolis als deutlich
größer als bisher angenommen angesehen werden muss.403 Eine Fülle an rituellen
Darstellungen des Königs (von der ausgegangen werden muss) demonstrierte somit
klar die erfolgreiche und damit auch legitime Regierungstätigkeit Alexanders und
propagierten die Erfüllung seiner Aufgaben als „zentrale Figur“ der ägyptischen
Religion. Eine weitere mögliche Parallele zu Qasr el- Maǧizba ergäbe sich des
Weiteren aus der Überlegung um eine mögliche Rolle des lokalen Hohepriesters
Petosiris: Hermupolis war ein äußerst wichtiges religiöses Zentrum mit einer
mächtigen Priesterschaft, der jener Petosiris vorstand. Die Notwendigkeit, diese
klerikale Schicht sowie andere wichtige Priesterfamilien im ganzen Land politisch
auf seiner Seite zu wissen, hatte Alexander früh erkannt. Besonders deutlich zeigt
sich dies am Erscheinen des lokalen Oasenkönigs in Qasr el- Maǧizba auf den
Darstellungen hinter Alexander. Die von Erich WINTER angesprochene Möglichkeit,
dass in Hermupolis Petosiris ebenfalls auf Darstellungen hinter Alexander
dargestellt gewesen sein könnte (Abb. 4),404 zeugte in diesem Fall klar von der
politischen Linie Alexanders und würde das Auftreten den Oasenkönigs nicht etwa
zu einer lokalen Ausnahmeerscheinung machen, sondern viel mehr zu einer

403
Siehe oben, S. 25.
404
Winter (2005), S. 210; der endgültige Beweis muss bedauerlicherweise als verloren angesehen
werden.
- 82 -
Besonderheit unter seiner Herrschaft. Bedauerlicherweise sind aus den anderen
großen religiösen Zentren des Landes, allen voran Memphis und Heliopolis, keine
archäologischen Belege aus der Zeit Alexanders bekannt, die diese These
untermauern könnten. Dass der Makedone bekanntlich durch einen Besuch der Stadt
Heliopolis und dem persönlichen Opfer vor dem Apis-Stier von Memphis405 auch
diese Priesterschaften an sich zu binden versuchte, lässt jedoch die Vermutung zu,
dass auch diese religiösen Zentren mit Subventionen im baulichen Bereich rechnen
konnten.

Die wesentlichen Elemente des Erfolgs der „Legitimationspolitik“ Alexanders, die


sich aus dem Bauprogramm herauslesen lassen, können demnach folgendermaßen
zusammengefasst werden:
 Der besondere Bezug Alexanders zum Gott Amun. Der bewusst gewählte
Gott Amun, der über Siwa das Bindeglied zwischen der ägyptischen und der
griechischen Welt darstellte, ließ sich bei der einheimischen Bevölkerung,
aber auch bei der priesterlichen Bildungsschicht in weit mehr für Alexander
förderliche Assoziationsketten einfügen, als er dies zweifellos für die
griechische Welt im Sinn hatte. Der alte Reichsgott repräsentierte indirekt die
scheinbar vergangene Größe und die Glanzzeit des ägyptischen
Pharaonentums, was Alexander auch von einer nationalen Komponente her
für einen Ägypter durchaus zu einem attraktiven Kandidaten für das höchste
Amt in Ägypten gemacht haben muss. Die direkte Vater-Sohn-Beziehung als
Garantie für eine legitime Herrschaft wurde so nach Möglichkeit besonders
hervorgehoben.
 Kontinuität. Die für die Legitimation Alexanders äußerst wichtige Frage der
Kontinuität konnte zweifellos nicht allein durch die religiöse Botschaft, als
Sohn des Amun aufzutreten, gelöst werden. Die für die Festigung des
Herrschaftsanspruches wichtige Erneuerung der Maat, in der viele Ägypter
zweifellos auch das Wiederaufleben großer Zeiten und die innere Stabilität
sahen und ersehnten, konnte zweifellos am besten durch das Anknüpfen an
starke Herrscherpersönlichkeiten in der ägyptischen Geschichte erzielt
werden. Dies gilt einerseits für die Weiterführung von Bauprojekten, die von
bedeutenden Herrschern wie jenen der 30. Dynastie begonnen worden waren,
405
Hölbl (2004 a), S. 9.
- 83 -
andererseits aber auch für direkte Anbindungen mächtiger Könige im
Darstellungsprogramm an Alexander, wie es sich beispielsweise mit
Thutmosis III. in Karnak verhielt.406
 Zugeständnisse an die mächtigen Priesterschaften. Dass Alexander nicht nur
auf religiös-kultische oder historische Verknüpfungen setzten konnte,
sondern auch den realpolitischen Einfluss der mächtigen Priesterkaste beim
einfachen Volk nicht unterschätzte, sondern diese im Gegenteil sogar für
seine Sache genutzt wissen wollte und musste, erreichte er am besten, indem
er auch vor allem die mächtigsten Priesterschaften klar unterstützte. Nicht
zuletzt geschah dies wohl vor allem durch wohlwollende finanzielle
Unterstützungen für weitere Bauprogramme.
 Die zentrale Figur. Dieser vierte Punkt unterscheidet sich von den bisher
aufgelisteten, da er nicht auf die Legitimation der politischen Macht
Alexanders Bezug nimmt, die sorgsam in ein kultisch-religiöses Geflecht
gebettet war, sondern den rein magisch-kultischen Aspekt der von dem
Makedonen angetretenen Rolle im Pharaonenamt widerspiegelt. Dieser wohl
wichtigste Punkt in Bezug auf die Legitimation Alexanders wirkte bereits
durch sein rituelles Auftreten an den einzelnen Tempelwänden. Durch sein
kultisches und somit in den Augen der Ägypter magisches Auftreten bei
Opferhandlungen auf Darstellungen gab Alexander dem gesamten Land in
seiner eigenen Person wieder eine dringend notwendige Verkörperung des
höchsten Amtes. Für seine kultisch-religiöse Funktion allein war er dadurch
schon legitimiert genug – seine bloße Präsenz als Personifizierung dieser
Funktion reichte bereits aus, um die dargestellten Kulthandlungen magisch
wirksam zu machen. Diesen Vorteil gekonnt mit den Punkten politisch
motivierter Legitimation und Propaganda zu verbinden, verstanden die
Priester um Alexander oftmals sehr geschickt, wie das Beispiel von Qasr el-
Maǧizba zeigt: alle wesentlichen, oben aufgelisteten Faktoren kommen dort
auf einer einzigen Szene zum Ausdruck. Der rituelle (und somit kultisch
absolut legitime und wirksame) Pharao Alexander opfert vor seinem
göttlichen Vater Amun und dem Gott Horus, der Verkörperung des

406
Ähnlich Schäfer (2007), S. 71: „Die Bau- und Restaurierungsarbeiten, die im Namen Alexanders
des Großen durchgeführt wurden, erweisen sich keineswegs als Zufallsprodukte, sondern zeigen ein
durchgeplantes kulttheologisches Konzept.“
- 84 -
Pharaonenamtes, dessen Inkarnation der König selbst ist – und wenn man so
will – somit auch alle vorangegangenen Könige. Der lokale Oasenkönig und
Hohepriester hat hinter Alexander aufzutreten und zu agieren, nimmt jedoch
trotzdem eine wesentliche Stellung ein. Schon allein die Vielzahl an
propagandistischen Möglichkeiten, die sich aus dieser einzigen Szene
herauslesen lassen, ist herausragend und zeigt bestens die Perfektion und
Abgeschlossenheit des Alexander’schen Legitimationsmusters im
Bauprogramm.

3.2 PHILIPP III. UND ALEXANDER IV. – EIN ÜBERGANG

Will man auch die Bauten der direkten Nachkommen Alexanders – Philipp III. und
Alexander IV. – im Kontext der Legitimation behandeln, ist es unabdingbar, sich
stets vor Augen zu halten, dass die umfangreichen Bauprojekte jener Herrscher nicht
von diesen selbst in Auftrag gegeben worden sind. Vielmehr war es der Satrap
Ptolemaios, der in einer Art Stellvertreterrolle für die abwesenden Herrscher agierte,
bis er schließlich selbst das Pharaonenamt antrat. Behält man diese Tatsache im
Hinterkopf, lässt sich an den einzelnen Bauvorhaben eine interessante Entwicklung
erkennen: Die Bauten unter Philipp III. stehen stark in der Tradition zu Alexander,
in Hermupolis wurde wie zu Zeiten des großen Vorgängers am Tempel des Thot
weiter gearbeitet und im Tempel von Karnak wurde ein neuer Barkenschrein
installiert, der geballt eine Vielzahl an Opferdarstellungen vor dem Gott Amun
aufweist (siehe Beispielsweise Abb. 64). Letzterer war wohl bereits unter Alexander
geplant worden und wurde nach dessen Tod unter Arrhidaios fertig gestellt und
dekoriert.

Da Philipp III. durch seine verwandtschaftliche Beziehung zum ausreichend


legitimierten Pharao Alexander selbst ein legitimer Herrscher war, musste im
Bereich der Bautätigkeit nicht mehr mit einer derartigen Bedachtsamkeit die
Rechtmäßigkeit seiner „Regierung“ propagiert werden wie noch unter Alexander.
Durch die Anlehnung an den Bruder wurde ohnehin eine sichtbare Brücke im Sinne

- 85 -
der Kontinuität geschlagen – sowohl zum Vorgänger, darüber hinaus aber
gleichzeitig auch zu allen weiteren vorangegangenen Königen, auf die schon
Alexander selbst Bezug nahm.
Anders verhält es sich mit dem Tempel des Onuris-Schu in Sebennytos. Warum
genau in jener Stadt unter Philipp ein derartig großes Bauprojekt in Auftrag gegeben
wurde, mag verschiedene Gründe gehabt haben, doch seien an dieser Stelle einige
Aspekte angesprochen: Zum einen stammten die letzten einheimischen Pharaonen
der 30. Dynastie aus Sebennytos. Dort am wichtigsten Tempel zu bauen, käme dem
König aus Gründen der Legitimation daher eigentlich sehr gelegen. Auf der anderen
Seite jedoch war es natürlich der Satrap, der alle Bauten in Auftrag gab und über
dessen Motive nur spekuliert werden kann.407
Der Tempel von Tuch el-Qaramus stellt die erste Tempel-Neugründung seit Qasr el-
Maǧizba unter Alexander dar.408 Er ist aufgrund fehlender Quellen nicht näher
historisch einzuordnen, als dass er im Namen Philipps, also unter dessen formaler
Regierung, gegründet wurde. Jedoch änderte der Satrap Ptolemaios durch diese
Tempelgründung deutlich seine bisherige politische Linie in Bezug auf die
Argeadenkönige: Im Spiegel der Herrscherlegitimation Philipps allein macht diese
Neugründung nämlich kaum Sinn, abgesehen von der Propagandawirkung zugunsten
des formalen Königs durch seine anzunehmende symbolische Anwesenheit auf den
Tempelwänden, von denen heute nichts mehr erhalten ist. Vielmehr entspricht diese
Gründung der typischen frühptolemäischen Religionspolitik, besonders
Ptolemaios’ I. und Ptolemaios’ II., das ganze Land – erst an strategisch wichtigen
Orten, später noch weitaus flächendeckender – mit Tempeln zu überziehen.
Aufgrund der strategisch wichtigen Bedeutung des Ortes im Ostdelta und der dort

407
Man könnte an dieser Stelle über eine mögliche Rolle des Priesters Manetho spekulieren, der einen
großen Einfluss am Hof des Ptolemaios hatte und aus Sebennytos stammte.
408
Anders wie bereits erwähnt Schäfer (2007), S. 55-56, die die Planung des Tempels bereits für die
Zeit Alexanders des Großen ansetzen möchte. Der von ihr angeführte Beleg [S. 55, Anm. 15] für den
Abbau von Stein für den Tempel aus dem vierten Jahr eines Herrschers mit dem Namen Alexander
kann jedoch ebenso gut für Alexander IV und damit für weiterführende Arbeiten am Tempel
sprechen. Das Vorhandensein des Gründungsdepots aus der Zeit Philipps III. lässt in Anbetracht
seiner kurzen Regierungszeit, die möglicherweise nicht für die Fertigstellung eines Tempels
ausgereicht haben könnte, sowie der geringen Fundlage eher auf den letzteren Alexander als
dargestellten König schließen. Siehe diesbezüglich auch die nachfolgende Interpretation in Hinblick
auf die Bautätigkeit des Satrapen Ptolemaios.
- 86 -
angenommenen Unterbringung von Soldaten muss man im Falle dieses Tempels
demnach eher einen militärischen Nutzen für den Satrapen Ptolemaios, denn einen
religionspolitischen Bezug im Sinne Philipps III. annehmen. Von diesem Zeitpunkt
an traten die Interessen des Satrapen mehr und mehr in den Vordergrund.
Betrachtet man die Bauten, die unter Alexander IV. errichtet wurden, setzt sich
dieses Muster fort: Im Namen des neuen Kindkönigs wurde in Sebennytos am
Tempel des Onuris-Schu weiter gearbeitet, was den letzten direkten Bezug im
Punkto Kontinuität zu einem direkten Vorgänger der Argeaden darstellt. Bedenkt
man jedoch die kurze Regierungszeit Philipps III., muss man die Anwesenheit
Alexanders IV. auf Darstellungen jedoch mehr als eine Notwendigkeit, als eine
„legitimationspolitische“ Überlegung im Sinne des jungen Argeadenkönigs sehen.
Die weiteren Bauprojekte unter Alexander IV. nehmen keinen Bezug mehr auf
Alexander den Großen oder Philipp III., sondern werden nur noch an für den
Satrapen Ptolemaios wichtigen Orten ausgeführt: an der strategisch wichtigen
traditionellen Grenze zum Süden wird in Elephantine im Namen des
Alexandersohnes ein Tempeltor dekoriert, in Mittelägypten erscheint der Name des
Kindkönigs in Verbindung mit dem kleinen Speos für die Göttin Pachet, wobei
festzuhalten ist, dass die Kartuschen des Königs in den Darstellungen leer gelassen
wurden (Abb. 80). Auch der bei Tuna el-Gebel im Namen Alexanders IV. in
Auftrag gegebene Tempel für den Osiris-Pavian kündet nicht vom Denken
Ptolemaios’ im Sinne des Jünglings, sondern von seiner eigenen späteren
Religionspolitik. Zu dessen Zeit als Pharao war es ihm ein besonderes Anliegen,
lokale und neue religiöse Ideen besonders zu fördern, allem voran die Tierkulte. Die
Existenz dieses Tempels muss demnach ebenfalls als eine frühe Weichenstellung
Ptolemaios’ in Richtung seiner eigenen späteren Politik gesehen werden. Im
mittelägyptischen Oxyrhynchos wird ein Tempel gegründet und im Delta wird in
Sebennytos und Tuch el-Qaramus weiter gearbeitet. Einen Hinweis auf weitere
mögliche Bauten im Großraum Memphis oder Heliopolis könnte auch ein in einer
Schule in Kairo verbauter Granitblock darstellen, der Alexander IV. nennt.409 Im
Namen des jungen Königs wurde demnach in jedem Landesteil gebaut, der
gleichsam für die Aufrechterhaltung einer zentralen Regierung von Bedeutung war.
Das dies nichts mehr mit einem speziellen Bauprogramm im Sinne der
Herrscherlegitimation einer Generation zuvor zu tun hatte – im Gegenteil – der
409
Heute im Museum in Kairo; vgl. PM IV, S. 73.
- 87 -
Satrap Ptolemaios scheinbar mehr darum bemüht war, seine eigenen Interessen zu
bekräftigen, zeigt am besten die aus Sais stammende Satrapenstele:
Diese datiert nach Alexander IV., dessen Name zwecks Datumsangabe im Text
genannt ist. Das ist jedoch auch schon das einzige, das vom formalen König kündet.
Zwei auf der Stele angebrachte Darstellungen vom König weisen neben der fein
gearbeiteten Inschrift leer gelassene Kartuschen auf und der Text kündet von den
Taten des „großen Fürsten in Ägypten Ptolemaios“ und in weiterer Folge sogar
„großen Herrscher von Ägypten“, der als siegreicher Feldherr ganz im Stil der alten
Pharaonen auftritt. Auch bestätigte er darin den Priestern von Buto die Einkünfte aus
ihrem Tempelland und stattet sich somit selbst schon zu seiner späten Satrapenzeit
mit typisch pharaonischen Kernkompetenzen aus.410
Zum Abschluss sei noch auf einen möglicherweise interessanten Punkt hingewiesen.
Unter all dem vorangegangenen untersuchten Material kam es unter dem den
verschiedenen Königen zuzuweisenden Belegen nur in zwei Fällen zu einer
belegbaren Leerlassung der hieroglyphischen Namenskartuschen. Dies sind die
äußeren Darstellungen des kleineren Speos Artemidos und die der Satrapenstele. Sie
beziehen sich demnach beide auf Alexander IV. Beide Inschriftenträger waren dem
Ort ihrer Anbringung nach einem breiten Publikum zugänglich und nicht etwa in
einem nur den Priestern zugänglichen Heiligtum. Ein weiterer möglicher Beleg
wurde nicht gesondert behandelt, doch erwähnt, nämlich eine Abbildung zu einem
demotischen Graffito aus Masara.411 Auch hier wird zwecks Datierung ein König
Alexander im Text erwähnt, hinter dem sich aufgrund des Bezugs zu Tuch el-
Qaramus wahrscheinlich ebenfalls Alexander IV. verbirgt.412 In diesem Falle hätten
wir einen dritten Beleg für eine Leerlassung aus der Regierungszeit des
Alexandersohns. Ob die Kartuschen nun bewusst leer gelassen wurden oder nicht, so
zeigt der Befund doch zumindest, wie stark der Königsname unter der formalen
Regierung des Knaben bereits seine kultische Relevanz und Historizität eingebüßt
hatte.413

410
Spalinger (1973), S. 154 fasst dies gut zusammen, wenn er meint „In fact, he was only on the early
stages of the process of cementing his control over that land, a progress which was completed by the
reign of Ptolemy II […].”
411
Spiegelberg (1905), S. 219-221
412
Siehe oben, Anm. 408.
413
So in Bezug auf die Satrapenstele Hölbl (2004 a), S. 76.
- 88 -
3.3 PTOLEMAIOS I.

Man kann vorerst zusammenfassen, dass wesentliche Punkte der


Herrscherlegitimation, wie sie bereits für Alexander den Großen aufgezeigt
wurden,414 auch bei Ptolemaios in Erscheinung treten, wenn auch teils in etwas
anderer Form und mit etwas anderer Gewichtung: Ptolemaios wurde bereits zu seiner
Zeit als Satrap als Mann mit „außergewöhnlichen Eigenschaften“ ins Bild gesetzt,
wie die Satrapenstele zeigt, die seine siegreichen Feldzüge rühmt. Dadurch wird in
weiterer Folge auch eine „direkte Verbindung zu einem legitimen Vorgänger“ in der
Gestalt von Alexander dem Großen hergestellt, beziehungsweise wird Ptolemaios
diesem angenähert.415 Die „Erwählung von Seiten der Götter“ wurde zwar im Falle
des Ptolemaios nicht über ein Königsorakel gelöst, doch scheinen die Götter dessen
Regentschaft bereits zu seiner Zeit als Satrap zu billigen – sogar zu unterstützen,
indem sie ihn mit „Sieg, Kraft [und] Herzensfreude“ ausstatten.416 Dadurch scheinen
sie ihn in weiterer Folge auch als „deren Rechtsnachfolger im Herrscheramt“
anzuerkennen, vor allem da der „große Fürst“ gute Taten für die Götter von Ober-
und Unterägypten erstrebte.417 Durch entsprechende „Rituale“ wie die Krönung –
man rufe sich die Darstellung Ptolemaios’ I. während des Krönungszyklus aus
Koptos ins Gedächtnis (Abb. 161) – untermauert er nicht nur seine Ansprüche, durch
den rituellen Vollzug werden diese auch göttlich bekräftigt.

Wie richtig die oben genannten Einschätzung der Ambitionen des Ptolemaios in
Bezug auf das Bauprogramm der letzten Argeaden ist, zeigt sich am besten an
seinem eigenen Bauprogramm nach seiner Krönung zum ägyptischen Pharao:
Die Tempel von Luxor und Karnak waren in Bezug auf die Religionspolitik
bautechnisch de facto nicht mehr von Interesse, doch zeigte Ptolemaios etwa durch
Restaurationsarbeiten an einem Tempeltor der alten Hauptstadt Tanis Kontinuität zu

414
Vgl. oben, Kap. 1.1.
415
Wie etwa auch auf anderer Ebene, wie etwa durch das Einrichten des Alexanderkultes; vgl. dazu
Minas (2000), S. 81-85.
416
Satrapenstele, Z. 17, Kaplony-Heckel (1985), S. 619.
417
Satrapenstele, Z. 7, Kaplony-Heckel (1985), S. 616.
- 89 -
vorangegangenen Herrschern.418 An den Orten, die Ptolemaios bereits zu seiner
Satrapenzeit unter Alexander IV. besonders forciert hatte, wurde unter seiner
Herrschaft weiter gearbeitet, sofern Arbeiten noch nicht abgeschlossen waren, wie
zum Beispiel in Oxyrhynchos. Auch sind unter Ptolemaios Arbeiten in Elephantine
belegt, in Tuna el-Gebel wurden die Tierkulte – wie bereits angesprochen, unter
seiner Regentschaft besonders gefördert, wie die Kultkapellen für die verstorbenen
heiligen Tiere des Gottes Thot belegen, deren Wände den König bei
Opferhandlungen zeigen.419 Der frühere General gab jedoch auch neue Projekte in
Auftrag, so den Hathor-Tempel von Terenuthis am Eingang zum strategisch
wichtigen Wadi Natrun, den Soknebtynis-Tempel von Tebtynis im Faijum und einen
Tempel in Scharuna. 420
Dass es in Hinblick auf die beiden letzten Argeaden unter Ptolemaios in Punkto
Tempelbau auch zu dynastischen Unterschieden gekommen ist, zeigt neben den
Befunden in Theben möglicherweise auch Sebennytos, das zur Satrapenzeit
Ptolemaios’ stark von der königlichen Bautätigkeit der offiziellen
Argeadenherrscher profitierte. Ptolemaios als Pharao ist jedoch in Sebennytos auf
keiner einzigen Darstellung mehr belegbar. Erst Ptolemaios II. Philadelphos ist
wieder auf Darstellungen am Onuris-Schu-Tempel bezeugt.421 Dieser Umstand ist in
Anbetracht des gar nicht so geringen noch erhaltenen archäologischen Materials
unbefriedigend, da Ptolemaios’ I. länger regierte als die beiden „vorangegangenen“
Argeadenherrscher zusammen und man im Falle einer Bautätigkeit unter seiner
Pharaonenherrschaft doch Material erwarten würde.
Anders als Alexander, über dessen Person ein höchst effektives Legitimationsnetz
im Zusammenhang mit dem Gott Amun gesponnen wurde, machte sich Ptolemaios
418
Das besagte Tor stammt wohl aus der Zeit Nektanebos II.; Arnold (1999), S. 155.
419
Zu den Merkmalen und der Kultpraxis des Ibiotapheions in der frühptolemäischen Zeit vgl.
Maurer (2006), S. 108-115.
420
In der Literatur werden die Bauprojekte aus der Zeit des ersten Ptolemäers im Wesentlichen oft auf
Ausbesserungs- oder Restaurationsarbeiten reduziert, so beispielsweise Arnold (1999), S. 155: „The
frequent appearance of Ptolemy I’s name on pharaonic monuments does not necessarily attest to
significant new royal foundations but might only suggest repairs to earlier structures or the
completion of unfinished buildings.“ Die genannten Tempel-Neugründungen zeichnen ein anderes
Bild – vielmehr deuten sie auf eine bedachte Religionspolitik hin, um die vorhandenen Ressourcen in
möglichst vielen für Ptolemaios bedeutsamen Orten zu konzentrieren, um seine Herrschaft dort zu
festigen.
421
Spencer (1999 a), S. 77.
- 90 -
in seinem Bauprogramm offensichtlich kein großes einheitliches Thema aus der
religiösen Welt der Ägypter zunutze, sondern bemühte sich, als moderner Herrscher
zu erscheinen und den traditionellen Anforderungen eines Pharaos zu genügen.422 In
Sachen Tempelbau und Religionspolitik setzte er ganz auf Quantität:
Die Darstellungen auf Tempelwänden, die Ptolemaios bei der erfolgreichen
Amtsführung vor vielen wichtigen Göttern des ägyptischen Pantheons zeigen und
ihn somit als legitimen Herrscher ausweisen, wirkten ausreichend legitimierend, da
sie in allen wichtigen Regionen Ägyptens zu finden waren und die Propaganda
somit eine breite Streuwirkung haben konnte. Der Lagide nutzte es bereits als Satrap
geschickt, für sich selbst als späteren Pharao das religionspolitische Fundament zu
bereiten, indem er stellvertretend für die abwesenden Argeadenkönige nach und
nach seine eigene Politik im religiös-kultischen Bereich in den Vordergrund rückte.
Die Regierungen von Philipp III. und Alexander IV. stellen somit einen Übergang
vom System Alexanders des Großen hin zu dem des Ptolemaios dar und dieser
konnte als König somit über die offiziellen Bauprogramme seiner direkten
Vorgänger an seine eigene Politik anknüpfen – die eigentliche Leistung Ptolemaios’
in Bezug auf seine eigene Legitimation. Ob bewusst oder unbewusst, durch dieses
Anknüpfen an die eigene Politik unter dem Deckmantel der Kontinuität bekräftigte
er klar seine Ansprüche auf das Herrscheramt und festigte somit gleichzeitig seine
religiös-kultische und politische Position.

Es gelang Ptolemaios nicht nur, sich selbst und seine Herrschaft in ausreichender
Form zu legitimieren, das gesamte Konzept der Königsideologie wurde durch ihn
beeinflusst und in neue Richtungen gelenkt: Ptolemaios verstand sich als besonderer
Förderer neuer religiöser Ideen, in weiterer Folge auch für den privaten Bereich. So
war es unter seiner Herrschaft verstärkt auch Privatpersonen möglich, eigene
Stiftungen im sakralen Bereich vorzunehmen, wie im Falle einer Kapelle für Amun-
Re in Dendera,423 errichtet von einem Mann mit dem Namen Hor. Neben einer
autobiographischen Inschrift des Stifters424 erscheint Ptolemaios auf den

422
Sofern sich die Demotische Chronik auf Ptolemaios I. bezieht, scheint dieses Konzept schnell zu
einem positiven Bild eines „vorbildlichen Pharao“ geführt zu haben. Dazu genauer Felber (2003),
besonders S. 114-120.
423
Zur Publikation siehe Cauville (1989).
424
Cauville (1989), S. 46-51.
- 91 -
Darstellungen als agierender Pharao und wird auf einem Altar gemeinsam mit seiner
Gemahlin Berenike genannt.425 Dieses Auftreten der Berenike war seit dem Neuen
Reich das erste Mal, dass eine Frau wieder einen derartigen Stellenwert einnahm
(abgesehen von der besonderen Rolle der Gottesgemahlinnen in Theben). Diese
Nennung der Berenike stellt wohl den Ausgangspunkt einer Entwicklung dar, die
noch alle Nachfolger im ptolemäischen Königshaus stark beeinflussen sollte.426

425
Vgl. oben Anm. 291.
426
Man denke an die starken Persönlichkeiten unter den ptolemäischen Königinnen wie Asinoe II.,
Berenike II., Kleopatra II., Kleopatra III. oder Kleopatra VII. beziehungsweise deren kultische
Bedeutung für die ptolemäisch-ägyptischen Geschichte.
- 92 -
ALLGEMEINE ABKÜRZUNGEN

Abb. Abbildung
Anm. Anmerkung
Bd. Band
Bde. Bände
CFEETK Centre franco-égyptien d'étude des temples de Karnak
DAI Deutsches Archäologisches Institut
Et al. Et alii, et aliae
Fig. Figur, Figure
IFAO Institut français d’archéologie orientale
Inv.-Nr. Inventarnummer
Kap. Kapitel
MFA Museum of Fine Arts (Boston)
Mus. Museum
nördl. nördlich
Nr. Nummer, number
östl. östlich
Pl. Plate, Planche
s. siehe
S. Seite, Seiten
südl. südlich
Tf. Tafel
vgl. vergleiche
vol. volume
westl. westlich
Z. Zeile

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- 107 -
ANHANG

- 108 -
ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1: Block aus der Grabung von Roeder aus dem Jahr 1939. 113
Abb. 2: Architravblock mit den Thronnamen Alexanders des Großen. 113
Abb. 3: Block mit Geburts- und Thronnamen Alexanders des Großen. 114
Abb. 4: Ausschnitt einer Zeichnung von Wilkinson aus dem Jahre 1822. 114
Abb. 5: Der hintere Bereich des Luxortempels mit dem neuen Barkensanktuar. 115
Abb. 6: Plan des Barkensanktuars. 116
Abb. 7: Südliches Ende der östlichen Außenwand des Barkensanktuars. 116
Abb. 8: Schematische Gliederung der Szenen der östlichen Außenwand. 117
Abb. 9: Schematische Gliederung der Szenen auf der westlichen Außenwand. 117
Abb. 10: Östliche Außenwand, Szene E 193. 118
Abb. 11: Detail der Szene E 192 (östliche Außenwand). 118
Abb. 12: Östliche Außenwand, Szene E 190. 119
Abb. 13: Szene E 189, östliche Außenwand. 119
Abb. 14: Szene E 188, östliche Außenwand. 120
Abb. 15: Szene E 182, östliche Außenwand. 120
Abb. 16: Szene E 176, östliche Außenwand. 121
Abb. 17: Westliche Außenwand, Szene E 163. 121
Abb. 18: Westliche Außenwand, Szene E 164. 122
Abb. 19: Westliche Außenwand, Szene E 165. 122
Abb. 20: Westliche Außenwand, Szene E 168. 123
Abb. 21: Westliche Außenwand, Szene E 156. 123
Abb. 22: Plan des Großen Amuntempels von Karnak. 124
Abb. 23: Fotografie der Ostwand der Vorkammer zum Alexandersanktuar. 125
Abb. 24 und 25: Die beiden nördlichen Szenen der Ostwand. 126
Abb. 26: Der obere Bereich der Ostwand der Vorkammer. 126
Abb. 27: Zeichnung von Lepsius. Oberes Registers über dem Architrav. 127
Abb. 28: Darstellungen am Architrav. 127
Abb. 29: Alexandersanktuar. Westwand. 128
Abb. 30: Alexandersanktuar. Westwand, oberes Register. 129
Abb. 31: Oberes Register der Westwand, erste Szene. 129
Abb. 32: Oberes Register der Westwand, zweite Szene. 130
Abb. 33: Oberes Register der Westwand, dritte Szene. 130
Abb. 34:Westwand, südliche Darstellung des unteren Registers. 131
Abb. 35: Alexandersanktuar, Südwand. 131
Abb. 36: Alexandersanktuar, Südwand. Linke Szene des oberen Registers. 132
Abb. 37: Alexandersanktuar, Südwand. Mittlere Szene des oberen Registers. 132
Abb. 38: Alexandersanktuar, Südwand. Rechte Szene des oberen Registers. 133
Abb. 39: Zeichnung von Lepsius. Unteres Register der Südwand. 133
Abb. 40: Die rechten drei Szenen des unteren Registers. 134
Abb. 41: Vierte und fünfte Szene des unteren Registers. 134
Abb. 42: Sechste (östlichste) Szene des unteren Registers. 135
Abb. 43: Alexandersanktuar. Blick auf die Nordwand. 135
Abb. 44: Nordwand, oberes Register, erste Szene. 136
Abb. 45: Nordwand, oberes Register. Zweite Szene. 136
Abb. 46: Nordwand, oberes Register. Dritte Szene. 137
Abb. 47: Nordwand, unteres Register. 137
- 109 -
Abb. 48: Nordwand, unteres Register. 138
Abb. 49: Blick in das Alexandersanktuar auf die Ostwand. 138
Abb. 50: Das obere Register der Ostwand. 139
Abb. 51: Fotografie der Ostwand. 139
Abb. 52: Plan des Tempels von Qasr el- Maǧizba. 140
Abb. 53: Rekonstruktion des Tempels von Qasr el- Maǧizba. 141
Abb. 54: Opferdarstellung Alexanders des Großen in Qasr el- Maǧizba. 141
Abb. 55: Umzeichnung des zur Hohlkehle gehörigen Block 3 in Sebennytos. 142
Abb. 56: Säulenbasen des großen Portikus des Thot-Tempels von Hermupolis. 142
Abb. 57: Umlaufende Inschrift einer Säulenbasis in Hermupolis. 142
Abb. 58: Umzeichnung der zentralen Szene auf dem Block Nr. 9. 143
Abb. 59: Block Nr. 15 mit der Titulatur des Arrhidaios. 143
Abb. 60: Zeichnung des Portikus zu Beginn um 1800 von C. Hayes. 144
Abb. 61: Karnak, Bereich des sechsten Pylons. 144
Abb. 62: Darstellungen Philipps III. 145
Abb. 63: Barkensanktuar, Nordwand der Westkammer. 145
Abb. 64: Barkensanktuar Philipps III. Blick auf Nordwand der Westkammer. 146
Abb. 65: Barkensanktuar, Westkammer. Szene des obersten Registers. 147
Abb. 66: Westkammer, zweites und drittes Register. 147
Abb. 67: Westkammer. Oberstes Register der südlichen Außenmauer. 147
Abb. 68: Oberstes Register, erste und zweite Szene. 148
Abb. 69: Oberstes Register, dritte und vierte Szene. 148
Abb. 70: Barkensanktuar, Westkammer. Südliche Außenmauer. 149
Abb. 71: Barkensanktur des Arrhidaios, südliche Außenwand. 149
Abb. 72: Barkensanktur des Arrhidaios, südliche Außenwand. 150
Abb. 73: Barkensanktur des Arrhidaios, südliche Außenwand. 150
Abb. 74: Sebennytos: Block in Kopenhagen. 155
Abb. 75: Sebennytos. Umzeichnung des noch in situ befindlichen Blocks Nr. 6. 151
Abb. 76: Sebennytos. Block im Louvre, Paris. 156
Abb. 77: Block aus Besançon. 152
Abb. 78: Speos Artemidos 157
Abb. 79: Speos Artemidos. Architrav und Hohlkehle. 154
Abb. 80: Speos Artemidos. Detail. 158
Abb. 81: Elephantine: Toraußenseite, Nordpfosten. 155
Abb. 82: Toraußenseite, Nordpfosten. Szene 1. 155
Abb. 83: Toraußenseite, Nordpfosten. Szene 2. 155
Abb. 84: Toraußenseite, Nordpfosten. Szene 3. 156
Abb. 85: Toraußenseite, Nordpfosten. Szene 4. 156
Abb. 86: Toraußenseite, Südpfosten. Kartuschenband Alexanders IV. 156
Abb. 87: Toraußenseite, Südpfosten. Szene 1. 157
Abb. 88: Toraußenseite, Südpfosten. Szene 2. 157
Abb. 89: Toraußenseite, Südpfosten. Szene 3. 157
Abb. 90: Toraußenseite, Südpfosten. Szene 4. 158
Abb. 91: Außenseite des Tores. Nördliche Darstellung, Sturz. 158
Abb. 92: Außenseite des Tores. Südliche Darstellung, Sturz. 158
Abb. 93: Torinnenseite, Nordpfosten. Szene 1. 159
Abb. 94: Torinnenseite, Nordpfosten. Szene 2. 159
Abb. 95: Torinnenseite, Nordpfosten. Szene 3. 159
Abb. 96: Torinnenseite, Nordpfosten. Szene 4. 160
Abb. 97: Torinnenseite, Südpfosten. Szene 1. 160
Abb. 98: Torinnenseite, Sturz. 160
- 110 -
Abb. 99: Blick auf die Außenseite des Tempeltores von Elephantine. 161
Abb. 100: Satrapenstele. 162
Abb. 101: Terenuthis, Block im MFA Boston. 163
Abb. 102: Terenuthis, Block im MFA Boston. 163
Abb. 103: Terenuthis, Block in Glasgow. 163
Abb. 104: Block mit Kartuschen Ptolemaios’ I. in Princeton. 164
Abb. 105: Block in Philadelphia. 164
Abb. 106: Block in Philadelphia. 164
Abb. 107: Block in Philadelphia. 165
Abb. 108: Block in Oxford. 169
Abb. 109: Block in Bristol. 169
Abb. 110: Block im British Museum, London. 166
Abb. 111: Darstellung einer kuhköpfigen Göttin im Museum Bolton. 166
Abb. 112: Plan der Stadt Naukratis. 167
Abb. 113: Grundriss des Tempels von Tebtynis. 168
Abb. 114: Umzeichnung des Blocks Nr. 1 aus Tebtynis. 168
Abb. 115: Foto von Block Nr. 1 aus Tebtynis. 168
Abb. 116: Umzeichnung des Blocks Nr. 2 aus Tebtynis. 173
Abb. 117: Foto von Block Nr. 2 aus Tebtynis. 173
Abb. 118: Umzeichnung von Block Nr. 4. 169
Abb. 119: Foto von Block Nr. 4. 170
Abb. 120: Umzeichnung des Blocks Nr. 5 aus Tebtynis. 174
Abb. 121:Umzeichnung des Blocks Nr. 9. 175
Abb. 122:Foto von Block Nr. 9. 175
Abb. 123: Block Ptolemaios’ I. aus Oxyrhynchos, Museum Leiden. 172
Abb. 124: Block aus Oxyrhynchos, Museum Leiden. 172
Abb. 125: Weiterer Block aus Oxyrhynchos. 172
Abb. 126: Block Nr. 51.2156/1. Museum Budapest. 177
Abb. 127: Block Nr. 51.2156/2. Museum Budapest. 173
Abb. 128: Block 51.2157/1. Museum Budapest. 173
Abb. 129: Block 51.2157/2. Museum Budapest. 178
Abb. 130: Block 51.2160. Museum Budapest. 178
Abb. 131: Eckstein Block 51.2158. Museum Budapest. 178
Abb. 132: Längsseite Block 51.2158. Museum Budapest. 179
Abb. 133: Block 51.2159. Museum Budapest. 179
Abb. 134: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/e. 175
Abb. 135: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/d. 175
Abb. 136: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/b. 176
Abb. 137: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/a. 176
Abb. 138: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/c. 176
Abb. 139: Scharuna, Block KAS 86/8. 176
Abb. 140: Plan des Ibiotapheions in Tuna el-Gebel. 177
Abb. 141 und 142: Hildesheimer Kapelle. Erste und zweite Szene. 178
Abb. 143: Hildesheimer Kapelle. Dritte Szene. 178
Abb. 144: Hildesheimer Kapelle, vierte Szene. 179
Abb. 145: Hildesheimer Kapelle, Szene „V bis“. 179
Abb. 146: Hildesheimer Kapelle, sechste Szene. 180
Abb. 147: Hildesheimer Kapelle, siebte Szene. 181
Abb. 148: Hildesheimer Kapelle, Szene VIII. 182
Abb. 149: Hildesheimer Kapelle, neunte Szene. 183
Abb. 150: Hildesheimer Kapelle, Szene X. 184
- 111 -
Abb. 151: Hildesheimer Kapelle, elfte Szene. 185
Abb. 152: Hildesheimer Kapelle, zwölfte Szene. 185
Abb. 153: Hildesheimer Kapelle, Szene XIII. 186
Abb. 154: Hildesheimer Kapelle, Szene XV. . 186
Abb. 155: Hildesheimer Kapelle, Szene XVI. 187
Abb. 156: Hildesheimer Kapelle, Szene XVII. 187
Abb. 157: Hildesheimer Kapelle, Szene XVIII. 188
Abb. 158: Blöcke im Museum Kairo, Szene XIX. 189
Abb. 159: Blöcke im Museum Kairo, Szene XX. 190
Abb. 160: Blöcke im Museum Kairo, Szene XXI. 191
Abb. 161: Tempelwand Ptolemaios’ I. aus Koptos, heute in Oxford. 192
Abb. 162: Tor aus der Zeit Amenophis’ II. in Elephantine. 193
Abb. 163: Block mit Beschriftung des ersten Ptolemäers. 193
Abb. 164: Zum Inschriftenband gehöriger Block. 193
Abb. 165: Ritualszene Ptolemaios’ I. 194
Abb. 166: Block mit einem weiteren Teil der Szene. 194
Abb. 167: Weiterer zur Szene gehöriger Block. Kopf der Göttin Bastet. 195
Abb. 168: Block mit Abschluss der Opferszene. 195
Abb. 169: Die Opferszene am heute wieder aufgebauten Tor. 196
Abb. 170: Block der Türwange der rechten Außenseite. 196

- 112 -
ABBILDUNGEN

Abb. 1: Block aus der Grabung von Roeder aus dem Jahr 1939 mit den Kartuschen des
Alexandros und einem Teil der Doppelkrone. Abbildung nach Roeder (1959), Tf. 67 [d].

Abb. 2: Der 1933 gefundene Architravblock mit den Thronnamen Alexanders des Großen.
Abbildung nach Bittel, Hermann (1934), S. 37 [Abb. 17 a, b].

- 113 -
Abb. 3: Block mit Geburts- und Thronnamen Alexanders des Großen. Abbildung nach
Winter (2005), S. 212 [Abb. 4].

Abb. 4: Ausschnitt einer Zeichnung von Wilkinson aus dem Jahre 1822. Abbildung nach
Winter (2005), S. 209 [Abb. 2].

- 114 -
Abb. 5: Der hintere Bereich des Luxortempels mit dem neuen Barkensanktuarraum (Raum
XII), Abbildung nach PM II, Plan XXXII.

- 115 -
Abb. 6: Plan des Barkensanktuars. Abbildung nach Abd el-Raziq (1984), Tf. 1.

Abb. 7: Blick auf das südliche Ende der östlichen Außenwand des Barkensanktuars und die
knapp dahinter liegende Wand. Abb.: Autor.

- 116 -
Abb. 8: Schematische Gliederung der Szenen der östlichen Außenwand. Die einzelnen
Szenen werden (von unten nach oben) gekennzeichnet durch ihre Nummer, eine Umschrift
der hieroglyphischen Szenenüberschrift, die Kopfbedeckung des Königs und der über dem
König schwebenden geflügelten Gottheit. Abb. nach Abd el-Raziq (1984), S. 10 [Abb. 1].

Abb. 9: Schematische Gliederung der Szenen auf der westlichen Außenwand. Abbildung
nach Abd el-Raziq (1984), S. 24 [Abb. 2].

- 117 -
Abb. 10: Östliche Außenwand, Szene E 193. Der König wird vom Gott Month in den
Tempel vor den Gott Amun geführt. Abb.: Autor.

Abb. 11: Detail der Szene E 192 (östliche Außenwand). Abb.: Autor.

- 118 -
Abb. 12: Östliche Außenwand, Szene E 190. Der König öffnet mit einer Hand den Schrein
des ithyphallisch dargestellten Gottes Amun-Re-Kamutef. Abb.: Autor.

Abb. 13: Szene E 189, östliche Außenwand. Alexander der Große mit anbetend erhobenen
Armen vor dem Gott Amun. Abb.: Autor.

- 119 -
Abb. 14: Szene E 188, östliche Außenwand. Alexandros mit gesenkten Armen vor Amun-
Re-Kamutef. Abb.: Autor.

Abb. 15: Szene E 182, östliche Außenwand. Der König mit der weißen Krone Oberägyptens
beim Blumenopfer vor Amun-Re-Kamutef. Abb.: Autor.

- 120 -
Abb. 16: Szene E 176, östliche Außenwand. Der König vollzieht mit Nemes-Kopftuch und
Stab vor dem Gott Amun-Min-Kamutef einen Redegestus. Abb.: Autor.

Abb. 17: Westliche Außenwand, Szene E 163. Alexander, der die unter-ägyptische Krone
trägt wird vom Gott Atum in den Tempel vor Amun geführt. Abb.: Autor.

- 121 -
Abb. 18: Westliche Außenwand, Szene E 164. Der makedonische Pharao Alexander bei
einem Libationsopfer vor Amun-Re-Kamutef. Abb.: Autor.

Abb. 19: Westliche Außenwand, Szene E 165. Alexander der Große reicht dem Gott Amun-
Re ein Tablett mit Natron. Abb.: Autor.

- 122 -
Abb. 20: Westliche Außenwand, Szene E 168. Pharao Alexander mit Stab und Keule vor
Amun-Re-Kamutef. Abb.: Autor.

Abb. 21: Westliche Außenwand, Szene E 156. Alexander beim Maat-Opfer vor Amun-Re-
Kamutef. Darüber die noch in Farbe erhaltene Hohlkehle. Abb.: Autor.

- 123 -
Abb. 22: Plan des Großen Amuntempels von Karnak mit Kennzeichnung der Bautätigkeit
Alexanders des Großen (grün) und Philipp III. Arrhidaios (braun). Abbildung nach
Schwaller de Lubicz (1999), S. 599.

- 124 -
Abb. 23: Fotografie der Ostwand der Vorkammer zum Alexandersanktuar. Abbildung nach
Schwaller de Lubicz (1999), Pl. 202.

- 125 -
Abb. 24 und 25: Die beiden nördlichen Szenen der Ostwand: Thutmosis III. und Alexander
der Große. Abbildungen: Autor

Abb. 26: Der obere Bereich der Ostwand der Vorkammer. Abb.: Autor.

- 126 -
Abb. 27: Zeichnung von Lepsius. Darstellung des oberen Registers über dem Architrav.
Abb.: LD IX, S. 3 [d].

Abb. 28: Darstellungen am Architrav oberhalb des Durchgangs zum Alexandersanktuar.


Abb.: Autor.

- 127 -
Abb. 29: Alexandersanktuar. Westwand. Abb. Autor

- 128 -
Abb. 30: Alexandersanktuar. Westwand, oberes Register. Abb. Autor.

Abb. 31: Oberes Register der Westwand, erste Szene. Abb.: Autor.

- 129 -
Abb. 32: Oberes Register der Westwand, zweite Szene. Abb.: Autor.

Abb. 33: Oberes Register der Westwand, dritte Szene. Abb.: Autor.

- 130 -
Abb. 34:Westwand, südliche Darstellung des unteren Registers. Alexander der Große wird
vom Gott Horus gereinigt. Abb.: Autor.

Abb. 35: Alexandersanktuar, Südwand. Abb.: Autor.

- 131 -
Abb. 36: Alexandersanktuar, Südwand. Linke Szene des oberen Registers. Abb.: Autor.

Abb. 37: Alexandersanktuar, Südwand. Mittlere Szene des oberen Registers. Abb. Autor.

- 132 -
Abb. 38: Alexandersanktuar, Südwand. Rechte Szene des oberen Registers. Abb.: Autor.

Abb. 39: Zeichnung von Lepsius. Darstellung des unteren Registers der Südwand. Abb.:
LD IX, S. 4 [a].

- 133 -
Abb. 40: Alexandersanktuar, Südwand. Die rechten drei Szenen des unteren Registers. Abb.:
Autor.

Abb. 41: Vierte und fünfte Szene des unteren Registers. Abb.: Autor.

- 134 -
Abb. 42: Sechste (östlichste) Szene des unteren Registers. Abb.: Autor.

Abb. 43: Alexandersanktuar. Blick auf die Nordwand. Abb.: Autor.

- 135 -
Abb. 44: Nordwand, oberes Register, erste Szene. Abb.: Autor.

Abb. 45: Nordwand, oberes Register. Zweite Szene. Abb.: Autor.

- 136 -
Abb. 46: Nordwand, oberes Register. Dritte Szene. Abb.: Autor.

Abb. 47: Nordwand, unteres Register. Alexander tauscht Nahrung mit Amun-Re aus. Abb.:
Autor.

- 137 -
Abb. 48: Nordwand, unteres Register. Alexander mit Ka-Standarte vor dem Gott Amun-Re.
Abb.: Autor.

Abb. 49: Blick in das Alexandersanktuar auf die Ostwand. Abb.: Autor.

- 138 -
Abb. 50: Das obere Register der Ostwand mit der Darstellung der Opferliste. Abb.: LD IX,
S. 3 [a].

Abb. 51: Fotografie der Ostwand. Im oberen Bereich ist ein Teil der Opferliste zu erkennen,
darunter Szenen des unteren Registers. Abb.: Schwaller de Lubicz (1999), Pl. 203.

- 139 -
Abb. 52: Plan des Tempels von Qasr el- Maǧizba. Abbildung nach Fakhry (1950), S. 43
[Fig. 29].

- 140 -
Abb. 53: Rekonstruktion des Tempels von Qasr el- Maǧizba. Abbildung nach L’Égypte
Restituée, S. 137.

Abb. 54: Opferdarstellung Alexanders des Großen in Qasr el- Maǧizba. Abbildung: Fakhry
(1950), S. 44 [Fig. 30].

- 141 -
Abb. 55: Umzeichnung des zur Hohlkehle gehörigen Block 3 in Sebennytos mit den
Kartuschen Philipps III. Arrhidaios. Abbildung nach Spencer (1999 a), S. 57 [Fig. 3].

Abb. 56: Die Säulenbasen des großen Portikus des Thot-Tempels von Hermupolis. Abb.:
Snape, Bailey (1988), S 122 [Pl. 54 b].

Abb. 57: Umlaufende Inschrift einer Säulenbasis in Hermupolis mit der itulatur Philipps III.
Abb.: Spencer (1989), Pl 51 [b].

- 142 -
Abb. 58: Umzeichnung der zentralen Szene auf dem Block Nr. 9 des Thot-Tempels von
Hermupolis. Abbildung nach Snape, Bailey (1988), S. 82 [Pl. 20].

Abb. 59: Block Nr. 15 mit der Titulatur des Arrhidaios. Abbildung nach Snape, Bailey
(1988), S. 93 [Pl. 30] .

- 143 -
Abb. 60: Zeichnung des Portikus zu Beginn um 1800 (C. Hayes). Abbildung nach Snape,
Bailey (1988), S. 105 [Pl. 42 b].

Abb. 61: Karnak, Bereich zwischen dem sechsten Pylon und dem Barkensanktuar des
Arrhidaios. Blick auf die noröstliche Ecke mit einer Statue der Göttin Amaunet. Die Wand
dahinter weist Darstellungen des Arrhidaios auf. Abb.: Autor.

- 144 -
Abb. 62: Blick auf die Schmale Wand mit zwei erhaltenen Registern mit Darstellungen
Philipps III. Arrhidaios. Abb.: Autor.

Abb. 63: Barkensanktuar, Nordwand der Westkammer. Zwei Szenenbeispiele, in denen


Philipp III. vor Amun-Re und Amun-Re-Kamutef opfert. Abb.: Autor.

- 145 -
Abb. 64: Barkensanktuar des Philipp III. Arrhidaios. Blick auf Nordwand der Westkammer.
Die gesamte Wandfläche ist in vier Register unterteilt und vollständig mit Opferszenen
dekoriert. Abbildung nach Schwaller de Lubicz (1999), Pl. 155.

- 146 -
Abb. 65: Barkensanktuar, Westkammer. Szene des obersten Registers mit Arrhidaios und
einer Opferliste vor dem ithyphallischen Amun-Re-Kamutef. Abb.: Autor.

Abb. 66: Westkammer, zweites und drittes Register. Abb.: Autor.

Abb. 67: Barkensanktuar, Westkammer. Oberstes Register der südlichen Außenmauer. Abb.
nach Schwaller de Lubicz (1999), S. 619.

- 147 -
Abb. 68: Oberstes Register, erste und zweite Szene. Abb.: Autor.

Abb. 69: Oberstes Register, dritte und vierte Szene. Abb.: Autor.

- 148 -
Abb. 70: Barkensanktuar, Westkammer. Südliche Außenmauer. Prozessions-darstellung mit
Pharao, Priestern und den heiligen Barken. Abb.: Autor.

Abb. 71: Barkensanktur des Arrhidaios, südliche Außenwand der östlichen Kammer.
Philipp III. beim Kälbertreiben vor Amun-Re-Kamtef. Abb.: Autor.

- 149 -
Abb. 72: Barkensanktur des Arrhidaios, südliche Außenwand der östlichen Kammer.
Philipp III. beim Opfern vor Amun-Re-Kamutef. Abb.: Autor.

Abb. 73: Barkensanktur des Arrhidaios, südliche Außenwand der östlichen Kammer. Philipp
III. mit einem Weihrauchgefäß vor Amun-Re. Abb.: Autor.

- 150 -
Abb. 74: Block aus Kopenhagen. Er zeigt die Götter Onuris-Schu und Mehit. Vom Pharao
rechts ist nur noch seine Kartusche in der letzten Textspalte erhalten. Abbildung nach
Jørgensen (2009), S. 147.

Abb. 75: Umzeichnung des noch in situ befindlichen Blocks Nr. 6 mit den Kartuschen
Alexanders IV. Abbildung nach Spencer (1999 a), S. 60 [Fig. 4].

- 151 -
Abb. 76: Der im Louvre befindliche Block 10970 stammt womöglich ursprünglich aus
Sebennytos und zeigt Alexander IV. bei einer Opferhandlung. Abbildung nach Cleopatra’s
Egypt (1988), S. 99.

Abb. 77: Der Block aus Besançon weist den Thronnamen Alexanders IV. und nennt die
Göttin Neith, deren unterägyptische Krone zum Teil links noch erkennbar ist. Abb.: Rondot
(1997), S. 275.

- 152 -
Abb. 78: Der Eingang zum kleinen Speos der Göttin Pachet. Abb.: Privataufnahme Günther
Hölbl.

- 153 -
Abb. 79: Darstellungen im Bereich des Architravs und der Hohlkehle aus der Zeit
Alexanders IV. Abb.: Privataufnahme Günther Hölbl.

Abb. 80: Detail der Hohlkehle und der darunter befindlichen Szenen. Abb.: Privataufnahme
Günther Hölbl.

- 154 -
Abb. 81: Toraußenseite, Nordpfosten. Umzeichnung vom noch erhaltenen Rest des Kartu-
schenbandes Alexanders IV. Abb. nach Bickel (1998), S. 122 [Abb. 4].

Abb. 82: Toraußenseite, Nordpfosten. Szene 1. Abb. nach Bickel (1998), S. 123 [Abb. 5].

Abb. 83: Toraußenseite, Nordpfosten. Szene 2. Abb. nach Bickel (1998), S. 124 [Abb. 6].

- 155 -
Abb. 84: Toraußenseite, Nordpfosten. Szene 3. Abb. nach Bickel (1998), S. 126 [Abb. 7].

Abb. 85: Toraußenseite, Nordpfosten. Szene 4. Abb. nach Bickel (1998), S. 127 [Abb. 8].

Abb. 86: Toraußenseite, Südpfosten. Kartuschenband Alexanders IV. Abb.nach Bickel


(1998), S. 128 [Abb. 9].

- 156 -
Abb. 87: Toraußenseite, Südpfosten. Szene 1. Abb. nach Bickel (1998), S. 129 [Abb. 10].

Abb. 88: Toraußenseite, Südpfosten. Szene 2. Abb. nach Bickel (1998), S. 130 [Abb. 11].

Abb. 89: Toraußenseite, Südpfosten. Szene 3. Abb. nach Bickel (1998), S. 132 [Abb. 13].

- 157 -
Abb. 90: Toraußenseite, Südpfosten. Szene 4. Abb. nach Bickel (1998), S. 133 [Abb. 14].

Abb. 91: Außenseite des Tores. Die nördliche Darstellung am Sturz zeigt den König mit der
unterägyptischen Krone gefolgt von Anukis vor den Göttern Chnum und Satis. Abb. nach
Bickel (1998), Abb. 17.

Abb. 92: Außenseite des Tores. Die südliche Darstellung am Sturz zeigt den König mit der
oberägyptischen Krone gefolgt von Satis vor den Göttern Amun und Mut. Abb. nach Bickel
(1998), Abb. 16.

- 158 -
Abb. 93: Torinnenseite, Nordpfosten. Szene 1. Abb. nach Bickel (1998), S. 138 [Abb. 21].

Abb. 94: Torinnenseite, Nordpfosten. Szene 2. Abb. nach Bickel (1998), S. 139 [Abb. 22].

Abb. 95: Torinnenseite, Nordpfosten. Szene 3. Abb. nach Bickel (1998), S. 140 [Abb. 23].

- 159 -
Abb. 96: Torinnenseite, Nordpfosten. Szene 4. Abb. nach Bickel (1998), S. 142 [Abb. 24].

Abb. 97: Torinnenseite, Südpfosten. Szene 1. Abb. nach Bickel (1998), S. 143 [Abb. 25].

Abb. 98: Torinnenseite, Sturz. Die nur noch schlecht erhaltene Darstellung zeigt die Göttin
Anukis und das obere Ende der Jahresrispe. Abb. nach Bickel (1998), S. 145 [Abb. 27].

- 160 -
Abb. 99: Blick auf die Außenseite des Tempeltores von Elephantine. Abbildung:
Privataufnahme David Schmidt.

- 161 -
Abb. 100: Satrapenstele. Abb.: Kamal (1905), Pl. LVI.

- 162 -
Abb. 101: Kartuschen des Ptolemaios I. flankiert von Falken, MFA Boston. Abb. nach
Bothmer (1952), S. 49 [Fig. 1].

Abb. 102: Ptolemaios I. beim Opfern vor Hathor, MFA Boston. Abb. nach Bothmer (1952),
S. 50 [Fig. 2].

Abb. 103: Ursprünglich unterer Teil des Reliefs aus Abb. 102, heute in Glasgow. Abb. nach
Bothmer (1952), S. 50 [Fig. 3].

- 163 -
Abb. 104: Block mit Kartuschen Ptolemaios’ I., Princeton. Abbildung nach Bothmer (1952),
S. 53 [Fig. 4].

Abb. 105: Block mit den Kartuschen Ptolemaios’ I., Philadelphia. Abb. nach Bothmer
(1952), S. 53 [Fig. 5].

Abb. 106: Darstellung des Königs, Philadelphia. Abb. nach Bothmer (1952),
S. 53 [Fig. 6].

- 164 -
Abb. 107: Block mit Füßen von Gottheiten und der Kartusche Ptolemaios’ I., Philadelphia.
Abb. nach Bothmer (1952), S. 55 [Fig. 7].

Abb. 108: Der König in zweifacher Ausführung beim Darbringen von Geschenken, Oxford.
Abb. nach Bothmer (1952), S. 55 [Fig. 8].

Abb. 109: Der König beim Opfern von Gefäßen, Bristol. Abb.: Grinsell (1972), S. 61 [Fig.
34].

- 165 -
Abb. 110: Ptolemaios I. bringt der Göttin Hathor zwei heraldische Pflanzen dar. British
Museum, London. Abb. nach Russmann (2001), S. 250 [Fig. 138].

Abb. 111: Darstellung einer kuhköpfigen Göttin mit Doppeluräus. Bolton Museum and Art
Gallery. Abb.: Baines, Málek (1998), S. 168.

- 166 -
Abb. 112: Plan der Stadt Naukratis. Im Süden der Stadt der sogenannte Große Temenos.
Abb. nach Petrie (1886), Pl. XL.

- 167 -
Abb. 113: Grundriss des Tempels von Tebtynis. Abbildung nach Rondot (2004), S. 98 [Fig.
30].

Abb. 114: Umzeichnung des Blocks Nr. 1 aus Tebtynis. Ägyptisches Museum Kairo JE
45944. Abbildung nach Rondot (2004), S. 74 [Fig. 21].

Abb. 115: Foto von Block Nr. 1 aus Tebtynis. Abbildung nach Rondot (2004), S. 250 [Fig.
48].

- 168 -
Abb. 116: Der aus zwei Teilen bestehende Block Nr. 2 aus Tebtynis. Ägyptisches Museum
Kairo JE 45945 und JE 45946. Abbildung nach Rondot (2004), S. 74 [Fig. 22].

Abb. 117: Foto von Block Nr. 2. Abbildung nach Rondot (2004), S. 251 [Fig. 49].

Abb. 118: Umzeichnung von Block Nr. 4. Abbildung nach Rondot (2004), S. 75 [Fig. 24].

- 169 -
Abb. 119: Foto von Block Nr. 4. Abbildung nach Rondot (2004), S. 252 [Fig. 51].

Abb. 120: Umzeichnung des schlecht erhaltenen Blocks Nr. 5. mit den Resten der Titulatur
Ptolemaios’ I. Abbildung nach Rondot (2004), S. 75 [Fig. 25].

- 170 -
Abb. 121: Umzeichnung des Blocks Nr. 9. Ptolemaios wird als göttliches Kind in
Gegenwart von Soknebtynis-Re-Harachte von einer Göttin gesäugt. Abbildung nach Rondot
(2004), S. 75 [Fig. 28].

Abb. 122: Foto von Block Nr. 9. Abbildung nach Rondot (2004), S. 253 [Fig. 57].

- 171 -
Abb. 123: Block Ptolemaios’ I. aus Oxyrhynchos, Museum Leiden. Abbildung: Cleopatra’s
Egypt (1988), S. 100.

Abb. 124: Block aus Oxyrhynchos, Museum Leiden. Abbildung: Cleopatra’s Egypt (1988),
S. 101.

Abb. 125: Weiterer Block aus Oxyrhynchos. Abbildung nach Sauneron (1968), Pl. 2.

- 172 -
Abb. 126: Block 51.2156/1 in Budapest. Abb.: Autor.

Abb. 127: Block Nr. 51.2156/2. Museum Budapest. Abb.: Autor.

Abb. 128: Block 51.2157/1 mit Der Doppelkrone und den Kartuschen Ptolemaios’ I.
Museum Budapest. Abb.: Autor.

- 173 -
Abb. 129: Der König mit der Hmhm-Krone, erkennbar an seinen Kartuschen beim Opfern
von fünf kleinen Trankopfer-Gefäßen vor Osiris. Von diesem ist nur die Atef-Krone
erhalten. Museum Budapest. Abb.: Autor.

Abb. 130: Block 51.2160. Der König beim Trankopfer. Museum Budapest. Abb.: Autor.

Abb. 131: Die schmale Seite des Ecksteins Block 51.2158 in Budapest. Gut erkennbar sind
Teile einer weiblichen Gottheit und Reste einer hieroglyphischen Beischrift. Abb. nach
Wessetzky (1977), Tf. 45 [VI A].

- 174 -
Abb. 132: Die Längsseite von Block 51.2158. Der König bei einer Opfer-handlung. Abb.
nach Wessetzky (1977), Tf. 46 [VI B].

Abb. 133: Budapest, Block 51.2159. Zwei Göttinnen mit Papyrusstäben. Abb.: Autor.

Abb. 134: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/e. Zwei Göttinnen mit
Papyrusstäben. Abb.: Autor.

Abb. 135: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/d. Teile von zwei Göttinnen mit
Papyrusstäben. Abb.: Wessetzky (1977), Tf. 47 [IX.]

- 175 -
Abb. 136: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/b. Oberägyptische Krone
Ptolemaios’ I. und Teil des Kopfschmuckes der Göttin Nephthys. Abb.: Autor.

Abb. 137: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/a. Der Pharao mit der Krone
Unterägyptens vor dem Gott Horus. Erhalten sind nur die Kopfbedeckungen. Abbildung:
Autor.

Abb. 138: Kunsthistorisches Museum Wien, Block 6694/c. Perückenteil einer Göttin,
geflügelte Gottheit und Teil einer weiteren Göttin mit Szepter. Abb. nach Wessetzky (1977),
Tf. 47 [XII].

Abb. 139: Scharuna, Block KAS 86/8. Hathorfries mit Kartuschen Ptolemaios' I. Abbildung
nach Gestermann (1992). Tf. 2 (a).

- 176 -
Abb. 140: Plan des Ibiotapheions in Tuna el-Gebel. Farblich hervorgehoben der Tempel
Alexanders IV. (braun) mit dem Zugang zu den unterirdischen Tiergalerien und die
Kultkammer G-C-C-2 (blau) aus der Zeit Ptolemaios’ I. (Reliefs heute im Pelizaeus-Museum
Hildesheim). Abbildung nach Maurer (2006), S. 119 [Abb. 1].

- 177 -
Abb. 141 und 142: Hildesheimer Kapelle aus Tuna el-Gebel. Erste und zweite Szene.
Abbildungen nach Derchain (1961), Tf. 3.

Abb. 143: Hildesheimer Kapelle. Dritte Szene. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 3.

- 178 -
Abb. 144: Hildesheimer Kapelle, vierte Szene. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 4.

Abb. 145: Hildesheimer Kapelle, Szene „V bis“. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 4.

- 179 -
Abb. 146: Hildesheimer Kapelle, sechste Szene. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 4.

- 180 -
Abb. 147: Hildesheimer Kapelle, siebte Szene. Abb. nach Grimm (1998), S. 62.

- 181 -
Abb. 148: Hildesheimer Kapelle, Szene VIII. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 6.

- 182 -
Abb. 149: Hildesheimer Kapelle, neunte Szene. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 6.

- 183 -
Abb. 150: Hildesheimer Kapelle, Szene X. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 8.

- 184 -
Abb. 151: Hildesheimer Kapelle, elfte Szene. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 8.

Abb. 152: Hildesheimer Kapelle, zwölfte Szene. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 8.

- 185 -
Abb. 153: Hildesheimer Kapelle, Szene XIII. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 9.

Abb. 154: Hildesheimer Kapelle, Szene XV. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 9.

- 186 -
Abb. 155: Hildesheimer Kapelle, Szene XVI. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 9.

Abb. 156: Hildesheimer Kapelle, Szene XVII. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 9.

- 187 -
Abb. 157: Hildesheimer Kapelle, Szene XVIII. Abb. nach Derchain (1961), Tf. 9.

- 188 -
Abb. 158: Zur Hildesheimer Kapelle gehörige Blöcke im Museum Kairo, Szene XIX. Abb.
nach Derchain (1961), Tf. 10.

- 189 -
Abb. 159: Zur Hildesheimer Kapelle gehörige Blöcke im Museum Kairo, Szene XX. Abb.
nach Derchain (1961), Tf. 10.

- 190 -
Abb. 160: Zur Hildesheimer Kapelle gehörige Blöcke im Museum Kairo, Szene XXI. Abb.
nach Derchain (1961), Tf. 10.
- 191 -
Abb. 161: Tempelwand Ptolemaios’ I. aus Koptos, heute im Ashmolean Museum Oxford.
Abbildung nach Bissing (1914), Text zu Tafel 119.

- 192 -
Abb. 162: Tor aus der Zeit Amenophis’ II. auf Elephantine. Abbildung: Privataufnahme
David Schmid.

Abb. 163: Block mit Beschriftung aus der Zeit des ersten Ptolemäers (links, Türgewände).
Rechts eine Szene Amenophis’ II. Abb. nach Junge (1987), Tf. 17 [a].

Abb. 164: Zum Inschriftenband gehöriger Block mit Kartusche Ptolemaios’ I. Abb. nach
Junge (1987), Tf. 17 [b].

- 193 -
Abb. 165: Block mit Inschriftenband und Teil einer Ritualszene Ptolemaios’ I. Abb. nach
Junge (1987), Tf. 18 [a].

Abb. 166: Zum vorangegangenen Block gehöriger Block mit einem weiteren Teil der Szene.
Der König beim Weihrauchopfer vor der Göttin Bastet. Abb. nach Junge (1987), Tf. 18 [d].

- 194 -
Abb. 167: Weiterer zur Szene gehöriger Block. Kopf der Göttin Bastet. Abbildung nach
Junge (1987), Tf. 18 [b].

Abb. 168: Block mit Abschluss der Opferszene nach unten hin. Abbildung nach Junge
(1987), Tf. 18 [f].

- 195 -
Abb. 169: Die Opferszene am heute wieder aufgebauten Tor. Noch gut zu erkennen sind die
Reste der einstigen Bemalung. Abb.: Privataufnahme David Schmid.

Abb. 170: Block der Türwange der rechten Außenseite mit Inschriftenband und Name
Ptolemaios I. Abb. nach Junge (1987), Tf. 19 [a].

- 196 -
CURRICULUM VITAE

Persönliche Daten
Vor- und Zuname: Michael Klaus Hirzbauer
Geburtsdatum: 16.04.1986
Geburtsort: Wolfsberg
Wohnorte: Blaiken 55, A-9433 St. Andrä/Lavanttal;
Wassergasse 17/9, A-1030 Wien
Email: michael.hirzbauer@gmx.at
Telefon: +43 (0) 680 / 321 7 789

Ausbildung
1992-1996 Volksschule St. Andrä
1996-2000 Hauptschule St. Andrä
2000-2004: Bundes-Oberstufenrealgymnasium Wolfsberg;
Schulform: Oberstufenrealgymnasium mit ergänzendem
Unterricht in Biologie, Physik und Chemie unter
besonderer Berücksichtigung der Informatik.
Abschluss der Reifeprüfung (Matura) mit gutem Erfolg
am 15. Juni 2004.
Ab Oktober 2004: Studium der Ägyptologie an der Universität Wien

Berufliche Daten, Praktika


Sommer 2008 und 2009, Inventur und Dokumentationsarbeiten am Institut für
Winter 2010 Ägyptologie Wien

Gesamte Studienzeit Verschiedene Beschäftigungen in der Gastronomie- und


Hotelbranche

- 197 -
ABSTRACT

Das Ziel dieser Arbeit war, die Frage zu klären, ob sich aus den Tempelbauprojekten
der Argeadenkönige und des ersten Ptolemäers Muster erkennen lassen und zu
untersuchen, ob sich aus diesen in Hinblick auf ihre legitimationspolitische Relevanz
ein Modell ableiten lässt. Im Zentrum der Untersuchungen standen dabei die
geografische Verteilung der Bauprojekte und die sakralen Darstellungen in Hinblick
auf deren Inhalt. Des Weiteren wurden auch wesentliche Belege zur politischen
Geschichte herangezogen, um wichtige Entwicklungen zu unterstreichen.
Im ersten Abschnitt wurden der historische Rahmen abgesteckt und die
grundlegenden Legitimationsformen eines Herrschers besprochen, um diese im
weiteren Verlauf als Parameter für etwaige Muster heranziehen zu können.
Im Laufe der Arbeit wurden ausgewählte Tempel aus der Zeit Alexanders des
Großen, Philipps III. (Arrhidaios), Alexanders IV. und Ptolemaios’ I. als
Fallbeispiele beschrieben und ausgewertet.
In einer vergleichenden Analyse wurden die besagten Fallbeispiele in Verbindung
zueinander gesetzt, einander gegenübergestellt und die daraus gewonnenen
Erkenntnisse beschrieben.

ABSTRACT (ENGLISH VERSION)

The aim of this thesis was to clarify if patterns in the temple building projects of the
Argeadai kings and the first Ptolemy could be recognized and an analysis made if a
relevant model could be derived, regarding their projects and taking their
legitimating politics into consideration. The geographic locations of these building
projects and the analysis of their respective sacral illustrations were the focal point of
the research. Significant data regarding historical events and political background
information was integrated into the work to highlight important developments.

- 198 -
The first part of the thesis defines the historical framework and discusses the
fundamental legitimising forms of a ruler, in order to use these as parameters and
reference points for any patterns later on. Furthermore the thesis includes case
studies, covering selected temples from the time of Alexander the Great, Philip III
(Arrhidaios), Alexander IV and Ptolemy I, and compares and contrasts these with
one another and subsequent conclusions are drawn in a comparative analysis.
The implied examples were set in conjunction and contrasted with each other and the
subsequent conclusions were described in a comparative analysis.

- 199 -