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Leseverstehen - Teil 2

Lesen Sie den Artikel und lösen Sie die Aufgaben zum Text.

„Ja, ich will!“ – Eheschließungen in Deutschland

Die Hochzeit soll der schönste und romantischste Tag im Leben sein. Wenn zwei Menschen heiraten, bestätigen sie
sich offiziell ihre Liebe und sind von nun an ein Ehepaar. Wie sieht es mit dem Thema Heiraten in Deutschland aus?

In Deutschland leben ca. 17,5 Millionen Ehepaare. Doch die Zahl der Eheschließungen geht stetig zurück. Im Jahr 1950
gab es in Deutschland noch 750.000 Eheschließungen. Dagegen gab es 2019 nur noch 416.000 Eheschließungen. Vielen
jungen Paaren ist es nicht mehr wichtig, einen Trauschein zu haben. Viele entscheiden sich heutzutage auch ganz
bewusst gegen die Ehe. Auch gemeinsame Kinder sind für viele Paare kein Anlass mehr für eine Heirat.
Interessant zu beobachten ist, dass die Zahl der Eheschließungen in Deutschland regional variiert. So werden in
Mecklenburg-Vorpommern, gerechnet auf die Einwohnerzahl, die meisten Ehen in Deutschland geschlossen. Dagegen
heiraten Menschen in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Bremen deutlich seltener.
Während die Zahl der Ehen zurückgeht, steigt das durchschnittliche Heiratsalter der Deutschen jedes Jahr – sowohl
das der Männer als auch das der Frauen. Während das Heiratsalter der Männer in den 70er-Jahren im Schnitt noch
bei 28 Jahren und das der Frauen bei 25 Jahren lag, heiraten Männer heutzutage durchschnittlich erst mit ca. 35 Jahren
und Frauen mit ungefähr 32 Jahren – Tendenz steigend. Sind die Deutschen Heiratsmuffel? In Zeiten von Online-
Dating, Tinder & Co. ist es nicht immer einfach, einen Partner oder eine Partnerin fürs Leben zu finden.
Unverbindlichkeit, der Wunsch nach Freiheit und fehlende Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, können dazu
führen, dass Menschen noch nicht in jungen Jahren, sondern erst später heiraten möchten. Außerdem nehmen sich
Menschen häufig auch viel Zeit dafür, sich kennenzulernen, bevor sie den Bund des Lebens schließen. Manche Paare
leben beispielsweise zehn Jahre unverheiratet zusammen und entscheiden sich erst dann für die Ehe. Umfragen
zufolge heiraten die meisten Paare (37 Prozent) nach drei bis sieben Jahren Beziehung. 32 Prozent warten sieben bis
15 Jahre, bis sie sich das Ja-Wort geben, und 24 Prozent heiraten bereits nach einem bis drei Jahren.
Das Alter der Ehemündigkeit in Deutschland beginnt übrigens mit 18 Jahren. Das bedeutet: Minderjährige dürfen nicht
heiraten, Kinderehen sind demnach verboten. Beide Heiratswillige müssen bei der Eheschließung volljährig sein.
Die Ehe bleibt, auch wenn die Zahl der Eheschließungen in Deutschland zurückgeht, weiterhin ein romantisches Ideal.
Viele junge Menschen träumen immer noch von einer Beziehung, die ihr Leben lang hält, und oft auch von einer Heirat
und einer unvergesslichen Hochzeitsfeier. Wenn es zur Eheschließung kommt, präsentieren sich die frischgebackenen
Eheleute oft in lustigen und liebevollen Posen auf Hochzeitsfotos und zeigen stolz ihren Ehering. Hochzeitsfeiern
werden immer noch gerne und in großem Rahmen geplant, teilweise sogar mit einem Hochzeitsplaner oder einer
Hochzeitsplanerin. Viele Gäste werden eingeladen und es wird bei der Planung nicht gespart. In Deutschland planen
Ehepaare für ihre Feier durchschnittlich mit einem Budget von 12.000 Euro.
Seit Oktober 2017 dürfen in Deutschland auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten, d.h., ein Mann darf einen Mann
und eine Frau darf eine Frau ehelichen. Vorher war es für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland lediglich möglich,
eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Die eingetragene Lebenspartnerschaft, die umgangssprachlich
auch „Homo-Ehe“ genannt wurde, war früher die einzige Möglichkeit, der Beziehung von gleichgeschlechtlichen
Paaren einen rechtlichen Rahmen zu geben. Da gleichgeschlechtliche Paare nun aber auch richtig heiraten dürfen, ist
diese Möglichkeit hinfällig geworden. Ende 2019 gab es in Deutschland knapp 47.000 gleichgeschlechtliche Ehen in
Deutschland.
Ob man heiraten möchte oder nicht, bleibt jedem Menschen selbst überlassen und ist eine sehr persönliche
Entscheidung. Die Entwicklung in Deutschland zeigt zwar einen Rückgang der Eheschließungen, jedoch gibt es immer
noch genug Menschen, für die die Ehe ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens darstellt.

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Lösen Sie die Aufgaben 6-10. Welche Lösung (a, b oder c) ist richtig?

6 In Deutschland …
a) gab es früher weniger Eheschließungen als heute.
b) gründen auch unverheiratete Paare eine Familie.
c) haben immer weniger Ehepaare einen Trauschein.

7 Das durchschnittliche Heiratsalter der Deutschen …


a) hat mit der Zeit zugenommen.
b) liegt bei Frauen mittlerweile bei 25 Jahren und bei Männern bei 28 Jahren.
c) geht sowohl bei Männern als auch bei Frauen zurück.

8 Bis zur Heirat wartet …


a) ungefähr die Hälfte der Paare drei bis sieben Jahre.
b) ca. jedes vierte Paar ein bis drei Jahre.
c) der Großteil der Paare zehn Jahre.

9 Die gleichgeschlechtliche Ehe …


a) ist seit Oktober 2017 hinfällig geworden.
b) ist in Deutschland lediglich eine eingetragene Lebenspartnerschaft.
c) wurde in Deutschland vor einigen Jahren eingeführt.

10 Die Ehe …
a) ist eine individuelle Sache.
b) kostet in Deutschland durchschnittlich 12.000 Euro.
c) kann in Deutschland auch von heiratswilligen Minderjährigen geschlossen werden.

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Lösung:

6. b)
7. a)
8. b)
9. c)
10. a)

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