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«Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens» j.h W w,.-. Region Freitag, der 13., ist

«Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens» j.h W w,.-.

Region Freitag, der 13., ist für viele ein ganz nor- maler Tag, für andere ein potenzieller Unglückstag, an welchem unsagbar Schlimmes geschehen könnte.

An irgend etwas glaubt fast jeder:

Aber wann hört Glaube auf und wo fängt Aberglaube an? Vielen mag es gar nicht bewusst sein, dass sie abergläubisch sind. Abergläubische Handlungen haben sich im Laufe der Zeit in unserer Gesellschaft veran- kert und werden des Öfteren nicht mehr als Aberglaube wahrgenom- men. Besitzen Sie möglicherwei- se einen Talismann oder ein Mas- kottchen? Oder haben Sie schon jemandem einmal «Toi, toi, toi» oder «Hals- und Beinbruch» gewünscht, bei einem wichtigellI Ereignis die Daumen gedrückt oder in einer ge- selligen Runde mit den Gläsern zum Prosit angestossen? All dies sind Handlungen, die direkt oder indirekt mit Aberglauben zu tun haben. So- gar dem Hand-vor-den-Mund-Halten beim Gähnen wird Aberglaube nach-

(Foto: Birgit H./plxello.de)

Freitag, der 13. gilt in vielen Kulturen als Unglückstag, in anderen jedoch stellt er einen Tag des Glücks dar.

gesagt. Was heute als eine Geste des guten Anstandes gilt, war früher eine abergläubische Handlung. Anschein- dend versuchte man früher mit der Hand zu verhindern, dass böse Geis- ter in Mückengestalt in den Mund ge- langen.

Jesus starb an einem Freitag

Oftmals fürchten sich abergläu- bische Menschen besonders vor dem Freitag, dem 13., welcher in die- sem Jahr gleich drei Mal vorkommt. An diesem Tag, so heisst es im Volks- mund, sollen Unheil und Unglück

über die Menschen kommen und wichtige Ereignisse schief laufen. Es gibt zahlreiche Theorien, weshalb gerade Freitag, der 13., ein besonde- rer Unglückstag sein soll. «Manche meinen, der Freitag sei ein Unglücks- tag, da an diesem Tag Jesus gestor- ben ist», sagt Pfarrer Paul Martone. Aber auch der Zahl 13 wird nichts Gutes nachgesagt. Sie gilt deshalb in unserer Kultur als Unglückszahl. In vielen Hotels findet man kein Zim- mer mit der Nummer 13. Fluggesell- schaften verzichten in ihren Flug- zeugen sogar auf eine Reihe 13, um

mögliche Probleme mit abergläu- bischen Passagieren zu vermeiden. Die Angst vor der Zahl 13 wird in der P~ychologie als «Triskaidekaphobie» bezeichnet. Im Chinesischen und Jüdischen hingegen ist die 13 keine Unglückszahl, sondern die Zahl des Glücks. Falls Sie das nächste Mal eine Münze in einen Brunnen werfen, eine Stern- schnuppe sehen oder ein vierblätt- riges Kleeblatt finden, fragen Sie sich doch: «Wie abergläubisch bin ich ei- gentlich?»

o borah Kalbermatter

Donnerstag, 12. April 2012

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Donnerstag, 12. April 2012 I 5 NACHGEFRAGT BEI: Paul Martone Pfarrer «ABERGLAUBE IST VERKEHRTER GLAUBE)) Was

NACHGEFRAGT BEI: Paul Martone Pfarrer

«ABERGLAUBE IST VERKEHRTER GLAUBE))

Was bedeutet Ihnen Freitag, der 13.?

Für mich ist Freitag, der 13., kein Tag des Aberglaubens, der Angst oder des Unglücks, sondern ein Tag der Freude, da ich an einem Freitag, dem 13., geboren wurde. Also kein Grund zur Panik.

Glauben Sie, dass dieser Tag spezi- ell Unglück bringt?

Warum sollte er? Manche meinen, der Freitag sei ein Unglückstag, da an

diesem Tag Jesus gestorben ist. Das ist alles völliger Unfug! Freitag, der 13., ist ein Tag wie jeder andere auch

- nicht besser und nicht schlechter.

Bringen vierblättrige Kleeblätter Glück?

Ein vierblättriges Kleeblatt kann kein Glück bringen. Das Glück des Men- schen hängt von Gott ab und nicht von einer Pflanze. Und darüber bin ich froh, denn ich bin lieber in der Hand eines Gottes, der es gut mit mir meint, als vom Gedeihen und Finden eines grünen Blattes abhängig. Viel- leicht bringt ein vierblättriges Klee- blatt einem Menschen, der es findet, Glück, weil er sich über seinen Fund freut und daher mit Optimismus und positivem Denken an sein Tagewerk geht. Dazu braucht er aber nicht un- bedingt ein vierblättriges Kleeblatt. Das kann ihm manch anderes auch bieten.

Was genau ist Aberglaube?

Aberglaube heisst «verkehrter Glau- be». Statt im christlichen Glauben den Blick auf den absolut souveränen Gott zu richten und sich seiner Füh- rung anzuvertrauen, um von ihm al- len Segen und alles Heil zu erwarten, sieht der abergläubische Mensch hin- ter allem, was geschieht, die Existenz von Geistern, anonymen Mächten und bedrohlichen Gewalten. Der abergläubische Mensch versucht nun, durch sein eigenes Tun und ei- gene Leistung das Schicksal für sich günstig zu stimmen oder schäd- lichen, fremden Zauber abzuwehren.

Aberglaube war im tiefen Mittelalter stark verbreitet. Aber auch heute sind viele Menschen abergläubisch. Wie erklären Sie sich das?

Trotz aller Aufklärung zeigt sich im- mer wieder, dass nicht alles aufge- klärt ist und wir Menschen nie alles im Griff haben. In den tiefsten Schich-

Menschen nie alles im Griff haben. In den tiefsten Schich- Pfarrer Paul Martone. ten vieler Menschen

Pfarrer Paul Martone.

ten vieler Menschen tauchen immer wieder Fragen und Ängste auf, die mit dem Verstand nicht zu erklären und zu beruhigen sind. Deshalb wenden sich manche Menschen dem Aberglauben zu und suchen ihr Heil in zweifelhaften Verspre- chungen und Deutungsversuchen, die mehr das Gemüt und das Unter- bewusstsein ansprechen als den Verstand und vor allem auch den Geldsack leeren. Aus der Fülle aber- gläubischer Sprüche nimmt dann jeder heraus, was er/sie gerade hö- ren will.

Es heisst auch, dass speziell gläu- bige Menschen oft auch abergläu- bisch sind. Gehen Glaube und Aberglaube Hand in Hand einher?

Der Aberglaube widerspricht dem christlichen Glauben und wird schon in der Bibel ganz klar und deutlich abgelehnt. Tatsächlich ist Aberglaube auch bei gläubigen Menschen vorhanden, nämlich dort, wo berechtigte religiöse Übungen wie das Gebet, das Sich~Bekreuzi­ gen, die Verehrung von Bildern, Sta- tuen und Kruzifixen im magischen Sinn missbraucht werden, dass ih- nen also eine Macht zugeschrieben wird, die nur Gott hat, nie jedoch Gegenstände. Wer ein gesegnetes Kreuz oder Medaillon um den Hals trägt, erwartet sich nicht von einem Stückchen Blech oder Stoff wunder- same Kraft, die vor Unglücken be- wahrt. Vielmehr erwartet der Gläu- bige Hilfe von Gott, dessen Segen und Schutz die Kirche über die ge- weihten Gegenstände erbetet hat. Damit ist auch gesagt; dass ein Kreuz oder auch ein anderer An- dachtsgegenstand gesegnet werden sollte, damit wir durch Gott Hilfe er- langen. zum

(harles-Louis Joris.

Was bedeutet Ihnen Freitag, der 13.?

Soviel wie Donnerstag, der 12., und Samstag, der 14., zusammengezählt und durch zwei geteilt.

Glauben Sie, dass dieser Tag speziell Unglück bringt?

Im Gegenteil- ich bin mir sicher, dass an diesem Tage statistisch weniger

passieren und zwar um so mar-

Unfälle

kanter, je abergläubischer der Schnitt der Bevölkerung ist, die an einem sol- chen Tag in allem vorsichtiger ist, weil der Tag ja Unglück bringen soll. Womit wir bei der uralten Frage sind, was denn nun zuerst gewesen sei - das Ei oder der Hase? '

Bringen vierblättrige Kleeblätter Glück?

Ja - vor allem dem Milchbauern, des- sen Kühe diese vierblättrigen Klee- blätter stoisch und ohne spezielle Aufmerksamkeit auf Blattzahlen auf Teufel komm raus verspeisen und wiederkäuen, auf dass die Euter prall werden zum Wohle unsere Milchscho-

koladenhasen. Dumme Kühe halt.

Was genau ist Aberglaube?

Aberglaube ist derselbe Irrwitz wie Glau- be, bloss nicht von irgendeiner Institu- tion oder einem Guru kanonisiert. Aber- glaube ist gewissermassen apokrypher Glaube. Es gibt auch modernen, schein- rationalen Aberglauben; allem voran den Glauben an die Wohltaten des

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9000 ff.

Aberglaube war im tiefen Mittelalter stark verbreitet Aber auch heute sind viele Menschen abergläubisch. Wie er- klären Sie sich das?

Die rational bewiesene Erklärung der Welt, der Natur, des Universums und ' der Evolution des Lebens ist weit fortge- schritten. Die Faszination dieser Erklä- rungen erschliesst sich jemandem allerdings erst, wenn er sich tiefer in die Materie reinkniet. Die Renaissance von Glaube und Aberglaube fusst in der Faulheit des Grossteils der Menschen, sich da rein zu knien. Glaube und Aber- glaube machen es ihnen da ungleich

einfacher - es sei ihnen unbenommen, sich selber auszudribbeln, bloss sollen sie mich und die Gesellschaft damit nicht behelligen, denn dann werde ich ranzig.

Es heisst auch, dass speziell gläubige Menschen oft auch abergläubisch sind. Gehen Glaube und Aberglaube Hand in Hand einher?

Ja. Der Beweis sind die Besessenen. Der Teufel fährt nie in Agnostiker ein, aber sehr f1eissig in stockkatholische Sün- der. Und - viel seltener, auch in über-

schnappende Atheisten vom Schlage eines Friedrich Nietzsche. zum

Atheisten vom Schlage eines Friedrich Nietzsche. zum Ein Stück Holz anfassen Um sich vor einem schlimmen

Ein Stück Holz anfassen

Um sich vor einem schlimmen Ereig- nis zu schützen, soll das Anfassen von Holz helfen.

Ereig- nis zu schützen, soll das Anfassen von Holz helfen. Die schwarze Katze Viele Menschen sind

Die schwarze Katze

Viele Menschen sind der Meinung, dass es Pech bringt, wenn eine schwarze Katze aus einer bestimmten Richtung ihren Weg kreuzt.

Die Sternschnuppe

Wer eine Sternschnuppe sieht, soll sich etwas wünschen dürfen. Der Wunsch gehe aber nur in Erfüllung, wenn er niemandem verraten werde.

Die GlUckssocke

Speziell Sportler tragen bei wichtigen Spielen oftmals die selbe Socke, wel· che ihnen Glück bringen und für ein gutes Resultat sorgen soll.

Glück bringen und für ein gutes Resultat sorgen soll. Das vierblättrige Kleeblatt Wenn eine Person ein

Das vierblättrige Kleeblatt

Wenn eine Person ein vierblättriges Kleeblatt in der Natur findet, soll die- ses dem Finder laut Aberglaube Glück bescheren.

soll die- ses dem Finder laut Aberglaube Glück bescheren. Das Brautpaar mit Reis bewerfen Aufvielen Hochzeiten

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Aufvielen Hochzeiten wird das Braut- paar beim Auszug aus der Kirche mit Reis beworfen. Dies soll dem Paar viele Kinder bescheren.

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