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eurowinds.de

Ausgabe 6/2013 (November/Dezember)

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EUR 6,00 (DE)

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E -14205

eurowinds

Bläsermusik in Europa

Portrait Laura Ruiz Ferreres PERFORMANCE World Band Festival • Bläser-Hochburg Thorn PRAXIS Lerntechnik – vom
Portrait
Laura
Ruiz
Ferreres
PERFORMANCE
World Band Festival • Bläser-Hochburg Thorn
PRAXIS
Lerntechnik – vom Notenblatt in die Finger
PORTRAIT
Johan de Meij • Björn Bus • STO Friedrichshafen
Deutschland
EUR 6,00
·
Österreich / Italien / Spanien / Benelux
EUR 7,00
·
Schweiz
CHF 9,00
Mit großem Länderteil

Por trait

Stadtorchester Friedrichshafen

Fotos: Lorenz Widmaier, Helmut Voith, Stadtorchester Friedrichshafen, privat

Helmut Voith, Stadtorchester Friedrichshafen, privat »NEW WINDS« frischer Wind vom Bodensee Von Daniel

»NEW WINDS« frischer Wind vom Bodensee

Von Daniel Gramespacher n Das Stadtorchester Friedrichshafen will mit einem neuen Konzept und vier Konzertreihen den individuellen Interessen des Publikums besser gerecht werden. »STO x 4 – New Winds« heißt die Zauberformel

Wer es allen recht machen will, macht es nie- mandem wirklich recht. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch wenige ziehen daraus die Konsequenzen. Das Stadtorchester Fried- richshafen (STO) hat sie gezogen und ein Kon- zept entwickelt, um mit seinem musikalischen Angebot mehr Menschen anzusprechen. »New Winds« umfaßt im Laufe eines Jahres vier Hauptkonzerte unterschiedlichen Cha- rakters und für unterschiedliche Zielgruppen. Die ersten Bewährungsproben bewerten die Verantwortlichen in dem Blasorchester vom Bodensee, das seit 2005 unter Leitung von David L. Gilson steht, positiv: Das STO hat zwar noch nicht unbedingt mehr Publikum, aber neue Zuhörer gewonnen.

Ausgangslage – Weg von der Beliebigkeit
Ausgangslage
Weg von der Beliebigkeit

Bis anhin hielt es das STO wie viele Blasorche- ster landauf landab: Im Frühjahr und im Herbst jeweils ein Konzert mit einem durchaus an-

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spruchsvollen Programm, das vor allem darauf abzielt, jedem Zuhörer etwas zu bieten. Wirk- lich schlecht gefahren ist das STO damit nicht. Ende der achtziger und in den neunziger Jah- ren profilierte es sich unter der Leitung von Motti Miron als sinfonisches Blasorchester. Von ambitionierten Programmen und anspruchs- vollen Werken ließ sich aber nur ein eher klei- nes Publikum begeistern. Mit David Gilson, der 2005 die musikalische Leitung übernommen hatte, weitete sich das Spektrum und das Re- pertoire wurde populärer. So wuchs nach und nach das Stammpublikum auf 500 bis 600 Zu- hörer. Damit schienen aber Grenzen erreicht, die Entwicklung stagnierte. Wirklich zufrieden waren die Verantwortli- chen mit der Situation nicht. »Wir wollten her- aus aus der Belanglosigkeit«, sagt Alexander Graf. Er ist Sprecher des Ausschusses, der das Tagesgeschäft des STO abwickelt. Denn im Un- terschied zu den meisten Blasorchestern ist das STO nicht als Verein organisiert, sondern eine

Abteilung der Stadt Friedrichshafen. Finanziell ist das ein Privileg. Würste braten, um Geld in die Vereinskasse zu holen, muß beim STO nie- mand. Anstelle fördernder Passivmitglieder wird das STO von der Zeppelin-Stiftung finan- ziert. Die Musiker können sich ganz auf die Mu- sik konzentrieren. Und dies macht das STO auch für gute Bläser im weiteren Umkreis Fried- richshafens attraktiv. Freilich erwartet die Stadt, daß das Orchester, beispielsweise über Eintrittsgeld, auch Einnahmen erwirtschaftet. Beim Publikum sehen Graf und sein Team durchaus Potential nach oben. Ein Blick in die Musiklandschaft – auch außerhalb der Blasmu- sik – habe gezeigt, daß vor allem jene Interpre- ten sehr gut angenommen werden, die the- menbezogene Konzerte bieten und über Jahre in speziellen Reihen sich ein Publikum erarbei- tet haben. Als großes Vorbild gelten beispiels- weise die Berliner Philharmoniker. »Die Zuhö- rer wollen wissen, worauf sie sich einlassen«, beobachtet Graf. Er vergleicht das mit dem

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November/Dezember 2013

Por trait

Rundfunk. Auch hier bevorzugten die Hörer, um es am Beispiel des Südwestrundfunks zu erläutern, SWR 1, 2, 3 oder 4. Die Schnittmenge der Hörer ist gering. Eine Besucherstudie des STO hat gezeigt, daß 75 Prozent die Konzerte gut bis sehr gut finden. Auf den ersten Blick klingt das nicht schlecht. Es heißt im Umkehr- schluß aber auch, daß jeder Vierte den Konzer- ten mit einem Programm-Mix, der jedem etwas bieten will, allenfalls die Note befriedigend gibt. Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Die Mehrheit der Zuhörer ist älter als 40 Jahre, Ju- gendliche und junge Erwachsene sind unterre- präsentiert. Die Schlußfolgerung: Es bedarf ei- nes Konzepts, das die unterschiedlichen Erwar- tungen eines sehr heterogenen Publikums treffsicher bedient.

Universitäre Unterstützung

Publikums treffsicher bedient. Universitäre Unterstützung Das STO, das sich Anfang 2012 auf den Weg machte, eine
Publikums treffsicher bedient. Universitäre Unterstützung Das STO, das sich Anfang 2012 auf den Weg machte, eine

Das STO, das sich Anfang 2012 auf den Weg

machte, eine Struktur für eigene Konzertreihen aufzusetzen, war dabei nicht auf sich allein ge- stellt. Ihm kommt schon länger zugute, daß in Friedrichshafen die private Zeppelin-Universi- tät (ZU) ihren Sitz hat. Für gute Blas- und Schlagwerkinstrumentalisten unter deren Stu- denten, die während des Studiums anspruchs- volle Blasmusik spielen wollen, hat sich das STO zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt. Die ZU-Studentinnen und -Studenten machen inzwischen rund zehn Prozent des Orchesters aus. Darüber hinaus bekam das STO von der ZU nun wissenschaftliche Unterstützung. Einer der angebotenen Studiengänge ist nämlich »Com- munication & Cultural Management«, also ma- nagementorientierte Kommunikations- und Kulturwissenschaften. Professor Martin Trönd- le, Inhaber des Lehrstuhls für Kulturbetriebs- lehre und Kunstforschung, berät professionelle Musiker bei Umstrukturierungen, darunter zwei Echo Klassik-Preisträger. Nun brachte er auch das STO in wenigen Sitzungen gedanklich auf den Weg, so daß das Orchester selbst Lö- sungen erarbeiten konnte. »Er stellte einfach die richtigen Fragen«, faßt Graf zusammen. Ei- ne Gruppe von fünf Studentinnen erarbeitete dann zusammen mit dem Ausschuß als Studi- enprojekt das Konzept, das den individuellen Interessen der Konzertbesucher besser gerecht

werden soll.

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November/Dezember 2013

››› David L. Gilson, Dirigent

November/Dezember 2013 ››› David L. Gilson, Dirigent n Ausschußsprecher Alexander Graf beschreibt den Tubisten
November/Dezember 2013 ››› David L. Gilson, Dirigent n Ausschußsprecher Alexander Graf beschreibt den Tubisten

n Ausschußsprecher Alexander Graf beschreibt den Tubisten und Dirigenten als musikalischen Tausendsassa. Er hat Strawinsky im Sinfonieor- chester gespielt, E-Bass in der Londoner Pro- duktion von »Jesus Christ Superstar«, und er war bei der Neuentdeckung der Brass-Kam- mermusik in den siebzier Jahren dabei. Als Di- rigent ist er bei George Gershwin und Stan Kenton zu Hause, aber auch bei Rolf Rudin, Paul Hindemith oder Bach. Es gebe nur zwei Arten von Musik, ist der 60jährige überzeugt:

gute und schlechte. Die Hauptaufgabe jedes für Musik Verantwortlichen bestehe darin, das Vorhergegangene zu bewahren und das Neue zu entdecken und voranzubringen. Ein Kon- zertprogramm müsse das Orchester fordern und ihm Freude machen, und das Publikum so faszinieren, daß auf dem Nachhauseweg ge- fragt wird, wann und wo das nächste Konzert stattfindet.

Mit Cassells-Medaille ausgezeichnet

Geboren 1953 in England, lernte David L. Gil- son mit sechs Jahren Kornett, wechselte mit 15 Jahren auf das Euphonium, mit dem er als So- list und Musiker in unterschiedlichen Auswahl- ensembles tätig war. An der Royal Academy of Music und dem London College of Music in London studierte er Tuba und Orchesterlei- tung. Meisterkurse besuchter er unter anderem bei John Fletcher, dem Leiter des Philip Jones Brass Ensembles. Gilson wurde mit der Cassells Medaille der »Worshipful Company of Musici- ans« ausgezeichnet, die an einen einzigen Stu-

denten eines Jahrgangs aller Konservatorien Großbritanniens verliehen wird. Zudem absol- vierte Gilson eine Ausbildung auf Kontrabass und E-Bass. Nach dem Studium war er 14 Jahre Militärmusiker in der Royal Artillery Band der britischen Streitkräfte, wo er die Stelle des So- lo-Euphoniums innehatte. Anschließend war er einige Jahre Mitglied des Dortmunder Opern- orchesters. Seine pädagogische Laufbahn be- ginnt als Lehrer und Dirigent in Oberstdorf im Allgäu. Hierbei etablierte er eine Reihe von Se- minaren für tiefes Blech in Bayern sowie den »Internationalen Sommerkurs für Sinfonisches Blasorchester«, in dem er alljährlich als Dozent für Tiefes Blech fungiert.

Zahlreiche Konzert-Höhepunkte

In den neunziger Jahren leitete Gilson die Brass Band Oberschwaben-Allgäu sowie zeitweise die Deutsche Bläserphilharmonie. Derzeit diri- giert er als Stadtkapellmeister die Stadtkapelle Sigmaringen. Außerdem unterrichtet er an der Städtischen Musikschule Sig- maringen Blechblasinstrumente. Seit 2005 ist er musikalischer Lei- ter des Stadtorchesters Friedrichs- hafen. Zu den bisherigen musika- lischen Höhepunkten in dieser Zeit gehören Steven Mellilos »Ahab« mit Christian Brückner, »The Planets« von Gustav Holst, eine Vielzahl europäischer Erst- aufführungen, darunter Kit Turnbulls »Scenes from Childhood«, das Klarinettenkonzert und »Paris Sketches« von Martin Ellerby. z

und »Paris Sketches« von Martin Ellerby. z ››› Stadtorchester Friedrichshafen n Verglichen mit

››› Stadtorchester Friedrichshafen

Martin Ellerby. z ››› Stadtorchester Friedrichshafen n Verglichen mit vielen anderen Blasorche- stern im
Martin Ellerby. z ››› Stadtorchester Friedrichshafen n Verglichen mit vielen anderen Blasorche- stern im
n Verglichen mit vielen anderen Blasorche- stern im Bodenseeraum ist das Stadtorchester Friedrichshafen (STO) ein
n Verglichen mit vielen anderen Blasorche-
stern im Bodenseeraum ist das Stadtorchester
Friedrichshafen (STO) ein junges Orchester.
rund 45 bis 50 Musikerinnen und Musiker aus
Friedrichshafen und Umgebung, die bis nach
1906
wurde eine Musikkapelle gegründet und
1914
als »Musikverein Stadtkapelle Friedrichs-
Biberach reicht. Die Besetzung ist weitgehend
ausgeglichen. Bedarf besteht vor allem beim
Schlagzeug, in geringerem Umfang auch im
hafen« ins Vereinsregister eingetragen. Nach
dem Zweiten Weltkrieg erhielt das Blasorche-
ster als Stadtorchester Friedrichshafen und
städtische Einrichtung einen festen Platz im
Haushaltsplan. Eine erneute Vereinsgründung
erübrigte sich. Bis heute ist das STO eine Abtei-
lung der Stadt, wie etwa das Passamt, und dem
für Kultur und Sport zuständigen Bürgermei-
ster Peter Hauswald unterstellt. Als Selbstver-
waltungsgremium für das Tagesgeschäft gibt
es einen Ausschuß, deren Sprecher Alexander
Graf ist. Finanziell stützt sich das STO vor allem
auf die Zeppelin-Stiftung. Heute zählt das STO
tiefen Blech.
z

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Friedrichshafen Por traitStadtorchester

Fotos: Lorenz Widmaier, Helmut Voith, Stadtorchester Friedrichshafen, privat

Helmut Voith, Stadtorchester Friedrichshafen, privat Ein besonderes Konzertprojekt des Stadtorchesters
Helmut Voith, Stadtorchester Friedrichshafen, privat Ein besonderes Konzertprojekt des Stadtorchesters

Ein besonderes Konzertprojekt des Stadtorchesters Friedrichshafen war Steven Mellilos »Ahab« mit Schauspieler und Sprecher Christian Brückner als Kapi- tän Ahab (rechts). Die Aufführung, die in einer Werft am Bodensee in authentischer Kulisse über die Bühne ging, kann als Musterbeispiel für das Konzertkon- zept »Entertaining Winds« gelten. Hier sollen außergewöhnliche Spielorte, eine spannende Kulisse und einzigartige Inszenierungen mit konzertanter Unter- haltungsmusik kombiniert werden. Das Konzept ist ist auf jüngere Erwachsene ausgerichtet und soll Publikum aus anderen Sparten zum Orchester bringen

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Fortsetzung von Seite 29

Vier Typen für individuelle Interessen

von Seite 29 Vier Typen für individuelle Interessen Das Konzept trägt den Titel »STO x 4
von Seite 29 Vier Typen für individuelle Interessen Das Konzept trägt den Titel »STO x 4

Das Konzept trägt den Titel »STO x 4 – New Winds« und umfaßt im Laufe eines Jahres vier Hauptkonzerte mit je eigener Prägung, um je- weils andere Besuchergruppen anzusprechen. »Classic Winds« im Frühjahr ist für Liebhaber der sinfonischen Blasmusik gedacht. Auftrags- kompositionen, bekannte Solisten aus der

››› Konzerte

››› Konzerte z 9. November 2013, 16 Uhr, Graf Zeppe- lin Haus: »Kids Winds« mit »Donikkl
››› Konzerte z 9. November 2013, 16 Uhr, Graf Zeppe- lin Haus: »Kids Winds« mit »Donikkl

z

9.

November 2013, 16 Uhr, Graf Zeppe-

lin Haus: »Kids Winds« mit »Donikkl und den Weißwürschtl«

z

15. Dezember 2013, 19 Uhr, Nikolauskir- che: Weihnachtskonzert mit Ensembles

z

29. März 2014, 20 Uhr, Graf-Zeppelin-

Haus: »Classic Winds« mit Gábor Tarkövi,

1.

Solotrompeter der Berliner Philhar-

moniker

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1.

Juni 2014: »Kids Winds« – Kinder-

konzert als Chorkonzert

z

8.

November 2014: »Entertaining

Winds« als Bigband- und Swing-Gala mit Alexandra und Anita Hofmann (bekannt als Geschwister Hofmann)

n

www.stadtorchester-

friedrichshafen.de

Klassik- oder Blasmusikszene sowie vielver- sprechende Nachwuchsmusiker sollen diesem klassischen Konzert für Stammhörer und Mu- sikbewanderte eine eigene Note geben. Die zweite Säule, »Entertaining Winds«, kombiniert außergewöhnliche Spielorte, eine spannende Kulisse und einzigartige Inszenierungen – 2013 in einer Schiffswerft – mit konzertanter Unter- haltungsmusik; es ist auf jüngere Erwachsene ausgerichtet und soll Publikum aus anderen Sparten zum Orchester bringen, 2013 aus dem Bereich Theater durch das Mitwirken des Schauspielers Erwin Leder. Bei »Summer Winds« sollen Menschen, die eher nicht in einen Konzertsaal gehen würden, bei freiem Eintritt einen lauen Sommerabend in entspannter Atmosphäre mit kleinen kulina- rischen Köstlichkeiten und den Klängen lässi- ger Blasmusik vor der Konzertmuschel an der Uferpromenade erleben. Das Publikum von morgen, also Kinder und Jugendliche, schließ- lich sind die spezielle Zielgruppe von »Kids Winds« im Herbst.

Reich an Ideen und Abwechslung

von »Kids Winds« im Herbst. Reich an Ideen und Abwechslung Reich an Ideen und Abwechslung sowie
von »Kids Winds« im Herbst. Reich an Ideen und Abwechslung Reich an Ideen und Abwechslung sowie

Reich an Ideen und Abwechslung sowie abge- stimmt auf die unterschiedlichen Altersgrup- pen will das STO davon überzeugen, daß sinfo- nische Blasmusik alles andere als langweilig oder uncool ist, und Interesse am eigenen Mu- sizieren wecken. Dirigent Gilson ist überzeugt von »4 x STO«, das unter anderem neue Plakate mit Wiedererkennungswert bewerben werden:

»Damit gehen wir neue Wege, um die wunder- baren Klänge der sinfonischen Blasmusik für al-

le zugänglich, interessant und attraktiv zu ma- chen.« So modern und innovativ sich das STO damit präsentiert – Traditionen werden nicht über Bord geworfen: Das Blasorchester ist auch künftig an Fronleichnam und am Volkstrauer- tag sowie nach einer Pause in neuer Form auch wieder beim Seehasenfest mit von der Partie.

Auch für Wettbewerbe bleibt Zeit

mit von der Partie. Auch für Wettbewerbe bleibt Zeit Und auch für Wettbewerbe bleibt Zeit: 2012
mit von der Partie. Auch für Wettbewerbe bleibt Zeit Und auch für Wettbewerbe bleibt Zeit: 2012

Und auch für Wettbewerbe bleibt Zeit: 2012 nahm das STO am »Flicorno D’Oro« in Riva del Garda teil und war mit dem zweiten Platz in der höchsten Kategorie angesichts längerer Wett- bewerbsabstinenz durchaus zufrieden. Bestä- tigt wurden diese Leistungen in diesem Jahr durch 95,7 Punkte in der Höchststufe bei ei- nem regionalen Wertungsspiel in Friedrichsha- fen. Nächstes Wettbewerbsziel ist nun der Deutsche Orchesterwettbewerb 2015. Im Ver- gleich zu vielen Mitbewerbern ist das STO mit 45 Musikerinnen und Musikern recht klein. Doch gerade wegen der Transparenz und des ausgewogenen Klanges einer Besetzung, die jener des Sinfonischen Jugendblasorchesters Baden-Württemberg vergleichbar sei, rechnet sich Graf einiges aus.

Endlich Rückmeldungen aus dem Publikum – die ersten Erfahrungen

Rückmeldungen aus dem Publikum – die ersten Erfahrungen Für eine Bewertung von »4 x STO« ist
Rückmeldungen aus dem Publikum – die ersten Erfahrungen Für eine Bewertung von »4 x STO« ist

Für eine Bewertung von »4 x STO« ist es gut ein halbes Jahr nach dem Start noch zu früh. Meß- bar anhand von Besucherzahlen wird der Er- folg des Konzeptes erst in einigen Jahren sein, sagt Michaela Meessen, die die studentische

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November/Dezember 2013

Por trait

Projektgruppe geleitet hat und selbst im STO mitspielt. Der erste wichtige und vielleicht schwierigste Schritt, Veränderungen anzusto- ßen und Neues zu probieren, sei aber gelun- gen. Drei der vier Hauptkonzerte 2013 sind mittlerweile über die Bühne. Allein die Tatsa- che, daß es vor und nach den Auftritten Rück- meldungen gab, wertet Graf als erfreulich, zei- ge es doch, daß Interesse geweckt wurde und die Zuhörer sich aufgehoben fühlen. Bei frühe- ren Frühjahrs- und Herbstkonzerten gab es so gut wie kein Feedback. »Wir haben noch nicht mehr, aber ein neues Publikum«, bilanziert Graf. Sorgen, die es durchaus gab, daß sich nicht nur das Publikum, sondern auch das Orchester segmentieren und in vier Spartenensembles auseinanderfallen könnte, haben sich bislang nicht bestätigt. Die Musikerinnen und Musiker ziehen mit, auch wenn der Aufwand groß ist und die Konzerte teilweise dicht aufeinander folgen, berichtet der Ausschußvorsitzende. Wem es zuviel wird, der läßt eben ein Konzert aus, erklärt Sarah Landthaler, die im Stadtorchester Friedrichsha- fen für das Marketing zuständig ist.

Pläne für die Zukunft

für das Marketing zuständig ist. Pläne für die Zukunft Für die Premiere von »Kids Winds« am
für das Marketing zuständig ist. Pläne für die Zukunft Für die Premiere von »Kids Winds« am

Für die Premiere von »Kids Winds« am 9. No- vember (16 Uhr, Graf-Zeppelin-Haus) hat das STO den vor allem als Macher innovativer Lie- der für Kinder bekannten Andreas Donauer mit Band alias »Donnikkl und die Weißwürschtl« engagiert. Der erste Teil des Konzerts mit dem Träger des Bayerischen Staatspreises für Musik 2013 orientiert sich an Leonard Bernsteins le- gendären »Public Concerts« und soll den Nach- wuchs in die sinfonische Musik einweihen, ihm erklären, wie ein Blasorchester funktioniert. Donikkl stellt dabei die Fragen, die aus dem Pu- blikum nicht kommen und schlägt als großes Kind die Brücke zu den Kleinen. Im zweiten Teil dürfen diese nach Herzenslust tanzen, hüpfen und singen, wenn das STO als großer Bläsersatz Donikkels Band bei eigens arrangierten Do- nikkl-Hits verstärkt. Vor und nach dem Konzert besteht die Möglichkeit, Instrumente auszu- probieren. Partner ist dabei die Städtische Mu- sikschule Friedrichshafen. Die Zusammenarbeit mit der Einrichtung sei noch nicht optimal, räumt Graf ein. Beide Seiten hätten aber gro-

ßes Interesse, die Kooperation auszubauen. Für ein Orchester wie das STO sei es zwangsläufig notwendig, sich auf gut ausgebildete Instru- mentalisten vor Ort stützen zu können.

Spitzenprofis ziehen mit

vor Ort stützen zu können. Spitzenprofis ziehen mit Einen Coup hat das STO für die zweite
vor Ort stützen zu können. Spitzenprofis ziehen mit Einen Coup hat das STO für die zweite

Einen Coup hat das STO für die zweite Ausgabe von »Classic Winds« gelandet, die am 29. März 2014 um 20 Uhr im Graf-Zeppelin-Haus statt- findet. Solist ist nämlich Gabor Tarkövi. Der er- ste Solotrompeter der Berliner Philharmoniker ließ sich nicht etwa mit einer hohen Gage lok- ken; sein Interesse weckte vielmehr die Quali- tät des Orchesters und das Konzept. Das Pro- gramm soll um zwei Trompetenkonzerte unter- schiedlicher Stilistik gestrickt werden: ein mo- dernes von Enrique Crespo oder Philip Sparke sowie ein klassisches, allerdings nicht von Haydn oder Hummel, sondern von dem weit weniger bekannten Russen Wladimir Peskin – sofern die Noten dazu zu beschaffen sind. Auch hier also geht das STO neue Wege. z

n

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