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Apologetik

gegen den Dispensationalismus

Thema:

Die Auferstehung der „geistlich Toten“

Eine Bezugnahme auf das Buch von Oliver Rau mit dem Titel:

Kein Ansehen der Person. Christliche Dogmatik kontra Dispensationalismus

Zur Aussage: Jesus ist nämlich vor allem von den "geistlich Toten" auferstanden

Meine o.a. Aussage bezieht sich zunächst auf den Kontext, dass die christlichen
Fundamentalisten von sich selber behaupten, sie seien bibeltreu. Mit dieser
Behauptung wird insbesondere suggeriert, buchstäblich bzw. buchstabengetreu die
Bibel auszulegen.

In meinem Buch auf Seite 36f. behaupte ich dagegen und nicht nur an dieser Stelle,
dass jene Protagonisten nicht bibeltreu sind, denn sie halten das Evangelium nicht
wortwörtlich bzw. nach dem Wortlaut (tini logo) fest.

Wortwörtlich gesehen steht ja auch in 1. Korinther 15,1-4: „es sei denn, dass ihr
vergeblich zum Glauben seid“. Es wäre also plausibel anzunehmen, dass der
Wortlaut mit dem „wahren Glauben“ zu tun hat, ansonsten hätte sich Paulus die
Redewendung mit dem „vergeblich zum Glauben gekommen“ sparen können.

Im griechischen Urtext des Neuen Testaments wird die „Auferstehung von den
Toten“ mit dem Wort „ nekros “ in Verbindung gebracht. Nach der Revidierten
Elberfelder Studienbibel - und nicht nur dort - wird das Wort „ nekros “ u.a. damit
übersetzt, dass es „ geistlich tot “ bedeuten würde. Demnach hätten wir den ersten
Ansatzpunkt, das Jesus aus den „ geistlich Toten “ auferstanden ist.

Nach 1. Korinther 15,20 lesen wir, dass Jesus „ der Erstling “ aus den
Entschlafenden sei. Fraglich ist dann aber, was mit Lazarus ist, welcher nämlich
bereits vor Jesus vom leiblichen Tode auferstanden ist. Es stellt sich demnach die
Frage, ob Lazarus oder Jesus „ der Erstling “ ist.

Sofern man also bibeltreu argumentieren möchte, so ist also Jesus „der Erstling“ aus
den Entschlafenden. Es bleibt aber dann die Frage, ob es verschieden Arten von
„den Entschlafenden“ gibt.
Meine These also lautet nunmehr, dass Jesus aus den „ geistlich Toten “
auferstanden ist.

Aber wie meine ich dies?

In der Quintessenz zum Buch schreibe ich – hier in dunkelblauer Schrift:

Jesus ist jedoch mehr als Jona (Matthäus 12,41 / Lukas 11,32), denn Jesus
spricht anders und zwar aus und mit himmlischer Perspektive
(Johannes 3,31).

(...)

Die Verfechter eines so genannten 1000-jährigen Reiches - also die


Chiliasten bzw. die Dispensationalisten - verdrehen nunmehr das
griechische Wort "nekros", um leider den eigentlichen Glaubensinhalt des
christlichen Glaubens zu verschleiern. Jesus ist nämlich vor allem von den
"geistlich Toten" auferstanden - daher auch wiederum die oft falsch
verstandene Wortwendung mit "Gott ist tot", denn "Gott war tot, ist aber
auferstanden"

Gott war tot, ist aber auferstanden

Dies lesen wir nunmehr in der Ich-Form und zwar ohne die Bezeichnung „Gott “ in
Offenbarung 1, 18 und Offenbarung 2,8.

Mit 1. Johannes 5,20 lesen wir zudem, dass Jesus „der wahrhaftige Gott“ ist. Also ist
Gott gestorben. Aber wie? Nur körperlich oder auch dazu geistlich?

Jesus ist jedoch mehr als Jona (Matthäus 12,41 / Lukas 11,32), denn Jesus spricht
anders und zwar aus und mit himmlischer Perspektive (Johannes 3,31).

Jesus spricht anders, aber wie? Von oben her! Wir lesen hier das griechische Wort
„ anothen “ nicht nur in Johannes 3,31. Aber welche Bedeutung hat dies im
Gesamtkontext?

In Johannes 2, 19-22 lesen wir zwar durchaus auch die „irdische Variante“, dass
nämlich Jesus leiblich stirbt. Aber welche Bedeutung hat es noch?

„Als er nun aus den Toten auferweckt war,…“ (Johannes 2,22)

Wir lesen hier übrigens das griechische Wort „ nekros “.

In der Bibel lesen wir dazu aber zwei Aspekte zum Vergleich mit Jona und zwar
Aspekt 1:

„Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so
wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.“
(Matthäus 12,40)

Aspekt 2:

„… und siehe, mehr als Jona ist hier“ (Matthäus 12,41)

Der Kontext ist allerdings nicht nur auf die Buße begrenzt.

Die Frage ist jedoch, welches „ mehr “ hier bei Jesus überhaupt gemeint ist.

Dieses „ mehr “ könnten wir zumindest auch im Wort Gottes lesen:

„Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben,
Leben zu haben in sich selbst;“ (Johannes 5,26)

Welches Leben ist hier jetzt aber gemeint? Wohl doch das „ewige Leben“, nicht
wahr? Im griechischen Text lesen wir hierzu das Wort „zao“, welches von vielen
Bibelauslegern mit dem geistlichen Leben in Verbindung gebracht wird.

„Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu
euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;“ (Johannes 6,63).

„Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem
hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten
vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse.“ (Matthäus
16,21).

„und sprachen: Dieser sagte: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei
Tagen ihn wieder aufbauen.“ (Matthäus 26,61)

„Wir hörten ihn sagen: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist,
abbrechen, und in drei Tagen werde ich einen anderen aufbauen, der nicht mit
Händen gemacht ist.“ (Markus 14,58).

Was bedeutet dagegen das Zeichen Jona für das ungläubige Volk?
„Dann antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen:
Lehrer, wir möchten ein Zeichen von dir sehen! Er aber antwortete und sprach zu
ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein
Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten.“
(Matthäus 12,38.39).

Das sichtbare Zeichen symbolisiert den Unglauben, denn:

„da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das
Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.“ (2. Korinther 4,18).

Der leibliche Tod und die leibliche Auferstehung ist das Zeichen Jona, aber das
„ mehr als Jona “ bestand eben nicht darin, ein körperliches Zeichen zu setzen,
sondern dass Gott selber stirbt und zwar geistlich.

„Dessen Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber hat er verheißen und
gesagt: "Noch einmal werde ich nicht nur die Erde bewegen, sondern auch den
Himmel." (Hebräer 12,26).

Was bedeutete denn „den Himmel bewegen“, wenn nicht, dass Gott selber gestorben
ist und zwar durch sein Wort und dass Gott vom geistlichen Tode auferstanden ist
und zwar durch sein Wort.

Meine These hierzu lautet wie folgt:

Eine von den drei Personen Gottes ist gestorben und die dritte Person Gottes – also
der Heilige Geist - hat die eine Person Gottes – also Jesus - aus dem geistlichen Tod
auferweckt.

„Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu
euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;“ (Johannes 6,63).

„Glaubst du nicht, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die
ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut
seine Werke.“ (Johannes 14,10).

„so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir
zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es
gesandt habe.“ (Jesaja 55,11).

„Denn das Reich Gottes besteht nicht im Wort, sondern in Kraft.“ (1. Korinther 4,20).
„Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der
Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was der
tut, das tut ebenso auch der Sohn.“ (Johannes 5,19).

Wer ist gestorben? Nur Jesus? Oder ?

„Ich und der Vater sind eins.“ (Johannes 10,30).

Und was bedeutet dies für den Menschen an sich?

An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und
ich in euch. (Johannes 14,20)

Aber wie kann Gott, der Vater, sterben? Wohl doch nur geistlich, denn:

„Gott ist Geist,…“ (Johannes 4,24).

Aber ist denn Gott, der Vater, überhaupt gestorben?

„Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände übergebe ich
meinen Geist! Und als er dies gesagt hatte, verschied er.“ (Lukas 23,46)

Lukas 23,36 zufolge ist also Gott, der Vater, nicht gestorben, denn ansonsten hätte
Jesus ihm seinen Geist nicht anvertraut. Welchen Geist?

„… und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat.“ (Prediger 12,7).

Wir erinnern uns daher noch einmal an:


„Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben,
Leben zu haben in sich selbst;“ (Johannes 5,26)

„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand
kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Johannes 14,6).

Wie kann demnach „das geistliche Leben“ eine Wahrheit sein, wenn Jesus nicht aus
den „geistlich Toten“ auferstanden ist ?

„Wenn aber gepredigt wird, dass Christus aus den Toten auferweckt sei, wie sagen
einige unter euch, dass es keine Auferstehung der Toten gebe? Wenn es aber keine
Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt; wenn aber
Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos , inhaltslos
aber auch euer Glaube. Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes befunden,
weil wir gegen Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt habe, den er nicht
auferweckt hat, wenn wirklich Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht
auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt. Wenn aber Christus
nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden.
Also sind auch die, welche in Christus entschlafen sind, verloren gegangen. Wenn
wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendesten von
allen Menschen. Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling
der Entschlafenen; denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch
einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so
werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.“ (1. Korinther 15,12-22).

Ist Dein Glaube inhaltslos? Oder hast Du geistliches Leben (zao) in Dir selbst?

„Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das
Fleisch des Sohnes des Menschen esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in
euch selbst.“ (Johannes 6,53).

Anders formuliert:

Durch Adam kam „der geistliche Tod“ ! Und dies ist eine allgemein anerkannte
Tatsache und zwar für alle Menschen - also auch für die Maria, die Mutter von Jesus.
Demnach musste auch der Mensch Jesus geistlich sterben, denn der geistliche Tod
war im Körper Jesu durch die menschliche Geburt, obwohl Jesus durch den Heiligen
Geist gezeugt wurde und obwohl der Heilige Geist auf ihn war.

„Und das Wort wurde Fleisch …“ (Johannes 1,14)


„Daher musste er in allem den Brüdern gleich werden, damit er barmherzig und ein
treuer Hoherpriester vor Gott werde, um die Sünden des Volkes zu sühnen;“
(Hebräer 2,27)

Im Augenblick des leiblichen Todes hat aber Jesus von seinem Geist losgelassen
und zwar als er sagte:

„ … Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist! Und als er dies gesagt hatte,
verschied er.“ (Lukas 23,46)

Folglich ist Jesus ohne Geist, d.h. mit Aufgabe seines göttlichen Lebens, gestorben,
weil:

„Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu
euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;“ (Johannes 6,63).

Daraus resultiert, dass Jesus auch geistlich gestorben ist, damit der Heilige Geist ihn
lebendig machen konnte. Demnach konnte Jesus auch nur von den „geistlich Toten“
auferstehen.

„Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir zu diesem Urteil gekommen sind, dass
einer für alle gestorben ist und somit alle gestorben sind.“ (2. Korinther 5,14).

Daraus folgt also die Sichtweise aus Offenbarung 14,13, dass der Tod im
„geistlichem Sterben“ in Christus genau so erfolgt, wie Jesus gestorben ist.

Meine Hoffnung ist daher, in der Qualität des Todes zu sterben, wie Jesus gestorben
ist, damit ich die Qualität der Auferstehung erhalte, wie Jesus von den Toten
auferstanden ist:

„… das Leben ist für mich Christus [geistlich] und das [geistliche] Sterben (ist)
[geistlicher] Gewinn.“ (Philipper 1,21).

weil:

„Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben [geistlich]; wer an
mich glaubt [geistlich], wird leben[geistlich]; auch wenn er gestorben ist [geistlich];
und jeder, der da lebt [geistlich] und an mich glaubt [geistlich], wird nicht
[geistlich] sterben in Ewigkeit. Glaubst du das?“ [geistlich]

(Johannes 11,25.26 mit Einschüben).


Nachtrag

In der Quintessenz zum Buch schreibe ich bezüglich der Endzeit:

Die Verfechter eines so genannten 1000-jährigen Reiches - also die Chiliasten bzw.
die Dispensationalisten - verdrehen nunmehr das griechische Wort "nekros", um
leider den eigentlichen Glaubensinhalt des christlichen Glaubens zu verschleiern.
Jesus ist nämlich vor allem von den "geistlich Toten" auferstanden - daher auch
wiederum die oft falsch verstandene Wortwendung mit "Gott ist tot", denn "Gott war
tot, ist aber auferstanden"

Wie ich bereits angeantwortet hatte, ist Jesus auch vor allem von den „geistlich
Toten“ auferstanden.

„Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir zu diesem Urteil gekommen sind, dass
einer für alle gestorben ist und somit alle gestorben sind.“ (2. Korinther 5,14).

Daraus folgt, dass die Toten in 1. Thessalonicher 4,16 alle in Christus gestorben sind
und auch alle gleichzeitig auferstehen, denn

„Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den
Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden; die das Gute getan
haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur
Auferstehung des Gerichts.“ (Johannes 5,28.29).

Es gibt also Unterschiede im Bereich der „ geistlich Toten “, denn

„Die Übrigen der [geistlich] Toten wurden nicht [geistlich] lebendig, …“


(Offenbarung 20,5)

Werden diese geistlich Toten aber überhaupt jemals geistlich lebendig? Nein ! Und
hieran scheitern eben viele Schriftgelehrte, Prediger und Älteste, denn es muss
geistlich beurteilt werden.

„Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben! Ja, spricht der Geist, damit
sie ruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach (Offenbarung 14,13).

Das Ruhen von ihren Mühen, ist vor allem die Stolperfalle, denn der Sabbat muss
geistlich verstanden werden.
„Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen
Werken wie Gott von seinen eigenen.“ (Hebräer 4,10).

Gottes Segen

Oliver Rau

Kein Ansehen der Person:


Christliche Dogmatik kontra Fundamentalismus

• Verlag: Books on Demand , Norderstedt


• Auflage: 2 (9. Juli 2009)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3837020096
• ISBN-13: 978-3-8370-2009-0