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Jahresbericht 16
Jahresbericht 16

Jahresbericht 16

Jahresbericht 16
Vorwort Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Musik, das vergangene Jahr war geprägt von

Vorwort

Vorwort Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Musik, das vergangene Jahr war geprägt von den

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Musik,

das vergangene Jahr war geprägt von den Eindrücken der großen Flüchtlingsströme, die unser Land, aber auch unsere Musikschu- len vor besondere Herausforderungen gestellt haben und noch immer stellen. Menschen zu helfen, die ihr Heimatland verlas- sen mussten, weil dort ihr Leben bedroht ist und sie und ihre Kinder dort keine Zukunft haben, ist für uns alle eine humanitäre Verpflichtung. Es steht in unser aller Mitverantwortung, den ge- flüchteten Menschen vorübergehend oder langfristig ein neues Zuhause inmitten unserer Gesellschaft anzubieten und sie zur Teilhabe einzuladen. Ich bin überzeugt, dass sowohl unser Land als auch unsere Musikschulen an dieser Aufgabe und mit diesen Menschen wachsen, ja eine einzigartige Bereicherung erfahren werden. Denn jeder Mensch, der zu uns kommt, bringt wertvolle Schätze mit: seine Geschichte, seine Zukunft, seine Kultur, seine Träume und seine Potenziale.

Lassen Sie uns gemeinsam daran weiterarbeiten, diese Schätze noch sichtbarer zu machen, sie integrierend und zukunftsstiftend zu pflegen und dabei auch die eigenen Werte und musikalischen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Wer sonst, wenn nicht die öffentlichen Musikschulen mit ihren gewachsenen Strukturen und ihrem starken Netzwerk kommunaler Bildungspartnerschaften, verfügt über die notwendigen Erfahrungen und Kom- petenzen, um bedarfsorientierte Angebote für alle Menschen zu entwickeln? Sie sind Meister darin, Menschen durch die Kraft der Musik zueinander zu führen, Freude und Freundschaften zu stiften, Identität und Neugier zu wecken, die Welt der Musik zu erschließen und in ihr individuelles aber auch Gemeinschaft förderndes Wachs- tum zu ermöglichen.

Unsere Musikschulen sind sich auch ihrer großen Verantwortung bewusst, eigene musikalische Traditionen und Werte zu erhalten, zu vermitteln und weiter zu entwickeln. So leiten sie junge Menschen mit bewährten Konzep- ten an, ihre musikalischen Begabungen zu entdecken und begleiten sie kontinuierlich und zielgerichtet auf ihrem musikalischen Weg auch bis hin zum Erlernen eines Musikberufes. Im verantwortlichen Zusammenspiel mit Kommunen und Land sowie im Schulterschluss mit vielen tausend Eltern, denen die musikalische Bildung ihrer Kinder am Herzen liegt, wollen wir gemeinsam die bisher erreichte Qualität und Vielfalt in der musikalischen Bil- dung erhalten und weiterentwickeln. Ich freue mich darauf, dass wir mit vereinten Kräften noch mehr Menschen für Musik begeistern können. Jeder soll sie erleben können und die Chance bekommen, sie auf seine Weise für sich zu entdecken!

Mit herzlichen Grüßen

seine Weise für sich zu entdecken! Mit herzlichen Grüßen Gabriele Lösekrug-Möller MdB Präsidentin des

Gabriele Lösekrug-Möller MdB

Präsidentin des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 50 Jahre Landesverband niedersächsischer Musikschulen

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 50 Jahre Landesverband niedersächsischer Musikschulen

50 Jahre Landesverband niedersächsischer Musikschulen Zwischen Erbe und Wandel

Als der Landesverband niedersächsischer Musik- schulen im Jahr 1966 von 12 Musikschulen unter dem Vorsitz von Dr. Roselore Wiesenthal und Leonore Auer- bach gegründet wurde, haben viele von uns als Kinder oder Jugendliche ihre ersten musikalischen Erfahrun- gen gesammelt. Unsere eigene musikalische Ausbil- dung haben wir in einem historischen und kulturellen Kontext erlebt, der sich deutlich von den heutigen Strukturen unterscheidet.

Es war die Zeit, in der wir in altbewährten Traditionen erzogen wurden und in der sich unsere musikalische Entfaltung vornehmlich an der „klassischen Musik“ ori- entierte. Es war die Zeit, in der sich die Jazzmusik noch nicht etablieren konnte, sondern ausschließlich von ei- ner kleinen Minderheit Intellektueller wahrgenommen wurde. Es war die Zeit der aufbegehrenden Pop- und Rockmusik, in der die Beatles und Rolling Stones den beginnenden musikalisch-kulturellen Wandel kenn- zeichneten. Es war ebenso die Zeit eines politischen und gesellschaftlichen Umbruchs in vielen Facetten.

In unserer Kinder- und Jugendzeit war es undenkbar, eine ergebnisoffene Auseinandersetzung zwischen den traditionellen Werten und dem aufkeimenden Protest gegen das Establishment zu führen. Wir haben Orientierung und Vorbilder gesucht und mussten dabei häufig auf die herkömmlichen Strukturen zurückgrei- fen, weil wir die begehrten Ideale nur selten in der

experimentierfreudigen Umgebung des Umbruchs finden konnten.Mit unserem heutigen Horizont wissen wir, dass wir beides können: Das traditionelle Erbe bewahren und uns gleichzeitig den vielfältigen Strö- mungen der Musikkultur und dem gesellschaftlichen Wandel öffnen.

Rückblickend ist es deshalb sehr verständlich, dass sich die Menschen, die damals für unsere Genera- tion Verantwortung getragen haben, an bewährten Strukturen orientierten. Mit der langen Ära der Vor- sitzenden Willi Träder, Peter Weiss und Rudolf Knop von 1970 bis 1995 gelang es, den Landesverband und seine Mitgliedsschulen als seriösen und kompetenten Fachverband für instrumentales und vokales Lernen in Niedersachsen zu etablieren.

Die aus heutiger Sicht als unglücklich zu bezeichnen- den Thesen Adornos haben dazu geführt, dass sich die allgemeinbildenden Schulen fast ausschließlich mit der Erschließung von Kultur auseinandergesetzt ha- ben, indem sie hauptsächlich Werkanalyse betrieben. Das musikalische Gestalten und den Aufbau musikali- scher Fähigkeiten, und hier besonders das Singen, ha- ben sie dabei vernachlässigt. Dieses Vakuum konnte gerade beim Aufbau musikalischer Fähigkeiten durch musikpraktische Angebote der Musikschulen gefüllt werden.

In dieser Ära wurden die Angebote der Musikschu- len allerdings noch nicht wie im heutigen Umfang genutzt. Das Spektrum der Angebote beschränkte sich auf den „klassischen Kernbereich“ der Musik- schulen mit elementarer Musikpädagogik, instrumen- taler und vokaler Ausbildung und dem gemeinsamen Musizieren in Orchestern, Chören und Ensembles. Die Wertediskussion um Stilrichtungen wie „Neue Musik“ oder „Populäre Musik“ war inzwischen schon fast überwunden, entsprechende Angebote steckten aber noch in der Entwicklung.

Mit den von 1995 bis 2007 amtierenden Vorsitzenden Ludger Wiese und Geert Latz begann ein deutlicher Umbruch sowohl in der grundsätzlichen Ausrich- tung, als auch im Selbstverständnis von Verband und Mitgliedseinrichtungen. Diese Neuorientierung wurde unter den beiden nachfolgenden Vorsitzenden, Ernst Walter Neuhäuser und Johannes Münter sowie der seit 2014 amtierenden Präsidentin Gabriele Lösek- rug-Möller MdB konsequent weiterentwickelt und umgesetzt. Galten die Musikschulen Mitte der 1990er Jahre eher noch als Ausbildungs-, Freizeit- und Kul- tureinrichtung, so dürfen sie sich heute nachdrücklich als Bildungseinrichtung in der kommunalen Bildungs- landschaft definieren.

Aktuell sind rund 930 gemeinnützige und kommunal verantwortete Musikschulen Mitglied im Verband deutscher Musikschulen. 74 von ihnen sind im Lan- desverband niedersächsischer Musikschulen zusam- mengeschlossen. Seit Beginn des neuen Jahrtau- sends übernehmen sie als öffentliche Bildungsträger zunehmend Verantwortung für die Mitgestaltung gesellschaftlicher und kultureller Herausforderun- gen. Mittlerweile konnten sich die niedersächsischen Musikschulen dank innovativer Konzepte und großer Offenheit für die sich verändernden Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu verlässlichen Bil- dungspartnern zahlreicher Bildungseinrichtungen, insbesondere der Kindertagesstätten und allge- meinbildenden Schulen entwickeln. Ein Großteil der Unterrichtsstunden aus dem bisherigen „Kernbe- reich“ konnte in diese Kooperationsmodelle verlagert werden, ohne dabei die traditionellen Angebote der Musikschule zu vernachlässigen.

traditionellen Angebote der Musikschule zu vernachlässigen. Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang der ehemaligen

Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang der ehemaligen Präsidentin und heutigen Ehrenpräsiden- tin Gitta Connemann MdB, die von 2007 – 2013 ge- meinsam mit Ernst Neuhäuser das niedersächsische Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik!“ initiiert hat. Seit 2009 führt der Landesverband dieses bundesweit einzigartige kulturelle Bildungsprogramm in enger Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur verantwor- tungsvoll und mit großem Erfolg durch. Inzwischen erhalten jährlich rund 40.000 Kinder in Kindertages- stätten und Grundschulen die Chance, Musik und Musizieren für sich zu entdecken und ein Instrument zu erlernen.

Wir sind überzeugt davon, dass die Vernetzung mit starken Partnern wie dem Niedersächsischen Mi- nisterium für Wissenschaft und Kultur, dem Nieder- sächsischen Kultusministerium, den kommunalen Spitzenverbänden, dem Landesmusikrat und seinen angeschlossenen Verbänden, den Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen, dem Verband deutscher Musikschulen und seinen Landesverbänden unver- zichtbar ist und eine besondere Stärke zum Wohle der Kinder und ihrer Bildung darstellt. Dabei legen wir Wert darauf, dass Teilhabe, interkulturelle Bildungs- arbeit und Inklusion ein fester Bestandteil unserer Konzepte sind.

Ein halbes Jahrhundert Landesverband niedersächsi- scher Musikschulen ist, angefangen bei den eigenen Kindheitserfahrungen bis zum heutigen Selbstver- ständnis, ein guter Grund, zu feiern.

heutigen Selbstver- ständnis, ein guter Grund, zu feiern. Johannes Münter Vorsitzender des Landesverbandes
Johannes Münter
Johannes Münter

Vorsitzender des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

Inhalt

1�Der Landesverband

1.1 Aufgaben 08 1.2 Verbandsführung 09 1.3 Geschäftsstelle 10 1.4 Vernetzung 10 2�Öffentliche Musikschulen
1.1 Aufgaben
08
1.2 Verbandsführung
09
1.3 Geschäftsstelle
10
1.4 Vernetzung
10
2�Öffentliche Musikschulen
12
3�Landesförderung
3.1 Finanzhilfe
14
3.2 Wir machen die Musik!
15
3.3 Hochbegabtenförderung - VIFF-regional
15
4�Projekte und Aktivitäten 2016
4.1 Mitgliederversammlung und VdM-Hauptarbeitstagung in Oldenburg
16
4.2 Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen
21
4.3 Kulturelle Vielfalt und Integration
25
4.4 Projekt „Musik - Sprache - Teilhabe“
27
4.5 VIFF-regional
28
4.6 Kultur wirkt! – Initiative des Arbeitskreises Niedersächsischer Kulturverbände
34
5�Wir machen die Musik!
5.1 Für ein Leben mit Musik!
35
5.2 Evaluation
37
5.3 Parlamentarisches Frühstück
40
5.4 Projektdaten
41
6�Qualifizierung
6.1
Fortbildungsprogramm 2016
43
6.2 Projekt „Musikalische Bildung in Kindertageseinrichtungen“ (MuBiKi)
45
7�Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit 7.1 Druckerzeugnisse   48 7.2 Digitale Medien   51
7�Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit 7.1 Druckerzeugnisse   48 7.2 Digitale Medien   51

7�Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

7.1 Druckerzeugnisse

 

48

7.2 Digitale Medien

 

51

7.3 Pressespiegel

 

53

8�Aus den Regionen

 

8.1 Entwicklungen in den Regionen

 

54

8.2 Region Hannover

 

55

8.3 Region Weser-Ems

 

58

8.4 Region Lüneburg

 

62

8.5 Region Braunschweig

 

64

9�Strukturdaten und Kennzahlen 2016

 

68

10�Adressen der niedersächsischen Musikschulen

72

Impressum

74

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

1�Der Landesverband

Musikschulen� Jahresbericht 2016 1�Der Landesverband 1.1 Aufgaben Der Landesverband niedersächsischer

1.1 Aufgaben

Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen e.V. ist Fach- und Trägerverband von 75 Musikschulen, die Mitglied im Verband deutscher Musikschulen e.V. (VdM) sind. Der Landesverband erstrebt ein Zusam- menwirken aller für die Einrichtung, Unterhaltung und Förderung von Musikschulen tätigen Kräfte.

Der Landesverband trägt durch die Zusammenarbeit mit allen Institutionen, Organisationen und Akteu- ren des Musiklebens maßgeblich zur Förderung des instrumentalen und vokalen Musizierens und der Musikerziehung im Bundesland bei. Die Entwicklung von inhaltlichen, pädagogischen und organisatorischen Rahmenrichtlinien und Konzepten, die Mitarbeiter- und Führungskräftequalifizierung, die Konzeption und Durchführung von Projekten, Förderprogrammen und Fachtagungen sind wichtige Felder, in denen der Landesverband niedersächsischer Musikschulen die Qualitätsentwicklung an den Musikschulen und der niedersächsischen Musiklandschaft unterstützt. Wei- tere Aufgaben sind die Information der Öffentlichkeit

sowie die Beratung der Musikschulträger und des Landes. Im Auftrag des Landes leitet der Landesver- band Fördermittel an anspruchsberechtigte Musik- schulen weiter. Zur Deckung der dadurch entstehenden Verwaltungskosten wird der Landesverband vom Land Niedersachsen gefördert.

Zur Erfüllung der satzungsmäßigen Aufgaben arbeitet der Landesverband eng mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Nieder- sächsischen Kultusministerium, dem Landesmusikrat Niedersachsen und der Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Niedersachsen mit den ihnen angehö- renden Musikverbänden, den Kommunalen Spitzen- verbänden Niedersachsens, den niedersächsischen Hochschulen, Akademien und musikpädagogischen Ausbildungsstätten sowie mit weiteren Einrichtungen und Verbänden der kulturellen Bildung zusammen.

1.2 Verbandsführung

Präsidentin Gabriele Lösekrug-Möller MdB Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Geschäftsführender Vorstand

für Arbeit und Soziales Geschäftsführender Vorstand Johannes Münter stv. Leiter der Kreismusikschule Diepholz

Johannes Münter stv. Leiter der Kreismusikschule Diepholz (Vorsitzender)

Ehrenpräsidentin Gitta Connemann MdB

(Vorsitzender) Ehrenpräsidentin Gitta Connemann MdB Sigrid Neugebauer- Schettler Leiterin der Musik- und

Sigrid Neugebauer- Schettler Leiterin der Musik- und Kunstschule Osnabrück (stellv. Vorsitzende)

Ehrenvorsitzende Ernst Neuhäuser, Geert Latz, Rudolf Knop, Peter Weiß

Erweiterter Vorstand Zum Erweiterten Vorstand zählen zusätzlich zu den Mitgliedern des Geschäftsführenden Vorstandes folgende Personen:

Martin Nieswandt Direktor der Musikschule des Emslandes e.V. (Sprecher der Musikschulregion Weser-Ems) Katharina Busmann Leiterin der Kreismusikschule Goslar (Sprecherin der Musikschulregion Braunschweig) Martina Zimmermann Leiterin der Musikschule Hemmingen e.V. (Sprecherin der Musikschulregion Hannover) Ulrike Petritzki Leiterin der Musikschule des Landkreises Verden (Sprecherin der Musikschulregion Lüneburg)

Verden (Sprecherin der Musikschulregion Lüneburg) Daniel Keding Leiter der Städtischen Musikschule Braun-

Daniel Keding Leiter der Städtischen Musikschule Braun- schweig (Beisitzer)

der Städtischen Musikschule Braun- schweig (Beisitzer) Michael Ränger Leiter der Musikschule Seevetal e. V.
der Städtischen Musikschule Braun- schweig (Beisitzer) Michael Ränger Leiter der Musikschule Seevetal e. V.

Michael Ränger Leiter der Musikschule Seevetal e. V. (Beisitzer)

Ränger Leiter der Musikschule Seevetal e. V. (Beisitzer) Arndt Jubal Mehring Leiter der Musikschule Bad Pyrmont

Arndt Jubal Mehring Leiter der Musikschule Bad Pyrmont e. V. (Beisitzer)

Gabriele Thiesen-Stampniok Vorsitzende des Landeselternbeirates Niedersachsen e.V. Martin Lutz Erster Stadtrat der Stadt Papenburg (vom Niedersäch- sischen Städtetag als beratendes Mitglied benannt) Jürgen Schulz Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg (vom Niedersächsischen Landkreistag als beratendes Mitglied benannt) Cord Mittendorf Bürgermeister der Stadt Gehrden (vom Niedersäch- sischen Städte- und Gemeindebund als beratendes Mitglied benannt) Ab 1.1.2017: Regine Körner Erste Kreisrätin des Landkreises Goslar

Rechnungsprüfer Ulrich Bernert Leiter der Musikschule Laatzen e.V. Alfons Schleinschock Leiter der Calenberger Musikschule e.V.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 v.l. Katrin Schulze, Klaus Bredl, Sylvia Stamm Christopher

v.l. Katrin Schulze, Klaus Bredl, Sylvia Stamm Christopher Nimz, Niklas Perk

1.3 Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle des Landesverbandes niedersäch- sischer Musikschulen hat ihren Sitz im Gebäude des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Der Landesverband bildet eine Bürogemeinschaft mit der Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V. (LKJ), dem Landesverband der Kunstschulen Niedersachsen e.V. und dem Landes- musikrat Niedersachsen.

Im Jahr 2016 beschäftigte der Landesverband folgende Personen in seiner Geschäftsstelle:

• Klaus Bredl, Geschäftsführung

• Sylvia Stamm, Sekretariat

• Katrin Schulze, Buchhaltung

• Christopher Nimz, Projektmanagement „Wir machen die Musik!“

• Rhea Richter, Projektmanagement „Musikalisch kulturelle Bildung in der Kita (MuBiKi)“, Fortbildung und Qualifizierung (bis Juli 2016)

• Niklas Perk, Projektmanagement „Musikalisch kulturelle Bildung in der Kita (MuBiKi)“, Fortbildung und Qualifizierung (ab August 2016)

1.4 Vernetzung

Der Landesverband vertritt die Interessen der nie- dersächsischen Musikschulen in allen kultur- und bildungspolitischen Belangen. Er fördert und fordert Musikschularbeit mit Qualität und professionalisiert die Musikschulen durch Beratung, Qualifizierung und Vernetzung. Diesen Aufgaben widmen sich Menschen, die sich mit Fachkompetenz sowie hohem persönli- chen und zeitlichen Engagement für die Interessen der niedersächsischen Musikschulen einsetzen. Das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Verbandsvorstandes wird durch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Landesverbandes ermöglicht und begleitet. Neben den regelmäßig stattfindenden Vor- standssitzungen engagieren sich die Mitglieder des Verbandsvorstandes sowie weitere Vertreter/innen aus den Musikschulen in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen.

Politische und strategische Arbeit

• Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Niedersächsischen Kultusministerium und den Kommunalen Spitzenverbänden Niedersachsens

• Vertretung des Landesverbandes im Präsidium des Landesmusikrates Niedersachsen

• Vertretung des Landesverbandes im Erweiterten Bundesvorstand des VdM

• Mitwirkung in der Fachkommission Hauptsache:Musik Niedersachsen

• Mitwirkung in Ausschüssen und Fachkommissio- nen des Landesmusikrats Niedersachsen

• Weiterentwicklung des niedersächsischen Musi- kalisierungsprogramms „Wir machen die Musik!“

• Mitwirkung am Kulturentwicklungskonzept des Landes

• Mitwirkung am Musikentwicklungskonzept des Landesmusikrates Niedersachsen

• Unterstützung des Förderprogramms des BMBF „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“

Der Landesverband niedersächsischer Musik- schulen ist Mitglied

• im Verband deutscher Musikschulen e.V. (VdM)

• im Landesmusikrat Niedersachsen e.V. (LMR)

• in der Landesvereinigung kulturelle Jugendbil- dung Niedersachsen e.V. (LKJ)

• im Arbeitskreis der Kulturverbände in Niedersachsen (AKKU)

• im Kommunalen Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV)

Der Landesverband pflegt im Interesse der nieder- sächsischen Musikschulen den regelmäßigen und intensiven Austausch mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Niedersächsischen Kultusministerium, den Abgeordneten des nieder- sächsischen Landtags, der Musikland Niedersachsen GmbH, weiteren Vertretern von Verbänden, Einrich- tungen und Akteuren des Musiklebens, Kulturverbän- den, Hochschulen, Akademien und Ausbildungsstät- ten für Musikberufe, Landesstiftungen, Seminar- und Konzertveranstaltern, Beratungsunternehmen sowie Medien.

und Konzertveranstaltern, Beratungsunternehmen sowie Medien. Zum 50. Geburtstag gratuliert der Landesmusikrat

Zum 50. Geburtstag gratuliert der Landesmusikrat Niedersachsen als Dachverband der niedersächsi- schen Musikkultur dem Landesverband niedersäch- sischer Musikschulen ganz herzlich. Seit seinem Be- stehen wirkt der Musikschulverband nicht nur durch seine Musikschulen als Orte der Musik, sondern auch

als Ideen- und Impulsgeber nachhaltig in die nieder- sächsische Musikszene hinein. Neben zahlreichen regionalen Erfolgen zählt sicherlich das Programm „Wir machen die Musik!“ zu den großen landesweiten

Leuchttürmen des Verbandes. (

)

Prof. Dr. Franz Riemer Präsident des Landesmusikrats Niedersachsen e.V.

Riemer Präsident des Landesmusikrats Niedersachsen e.V. Zusammenarbeit im Landesmusikrat Niedersachsen Ausschüsse
Riemer Präsident des Landesmusikrats Niedersachsen e.V. Zusammenarbeit im Landesmusikrat Niedersachsen Ausschüsse

Zusammenarbeit im Landesmusikrat Niedersachsen

Ausschüsse und Fachgremien sind ein wichtiges Element in der musikpolitischen Arbeit des Landesmusikrates. Sie analysieren die gegenwärtige musikalische Situation in Niedersachsen und geben Ideen und Anregungen, um die einzelnen Fachbereiche zu unterstüt- zen, zu fördern und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen ist in den Ausschüssen des Landesmusikrates mit folgenden Personen vertreten:

Mitglied des Präsidiums

Johannes Münter (Vorsitzender des Landesverbandes)

Landesausschuss „Schule und Begabtenförderung sowie Aus- und Weiterbildung“

Ulrich Bernert (Vorsitzender Landesausschuss Jugend musiziert, Musikschule Laatzen e.V.) Sigrid Neugebauer-Schettler (Musik- und Kunstschule Osnabrück) Klaus Bredl (Geschäftsführer des Landesverbandes)

Landesausschuss „Interkultur und Musik“

Vorsitzender: Johannes Münter (Kreismusikschule des Landkreises Diepholz)

Landesausschuss „Jazz“

Thomas Zander (Musikschule der Landeshauptstadt Hannover)

Landesausschuss „Neue Musik“

Arndt Jubal Mehring (Musikschule Bad Pyrmont e.V.)

Landesausschuss „Vokal“ und Fachkommission „Kleine Leute, bunte Lieder“

Heinz-Josef Bausen (Zweckverband Musikschule Niedergrafschaft)

Landesausschuss „Instrumental“

Gerd Baumgarten (Musikschule Lüchow-Dannenberg)

Landesausschuss „Rock-Pop“

Mirko Herzberg (Musikschule der Stadt Salzgitter)

Fachkommission „Niedersächs. Orchesterwettbewerb“

Klaus-Joachim Müller

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

2�Öffentliche Musikschulen

Jahresbericht 2016 2�Öffentliche Musikschulen Ziele | Auftrag | Qualität Öffentliche Musikschulen im VdM

Ziele | Auftrag | Qualität

Öffentliche Musikschulen im VdM sind Bildungsein- richtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie sind kommunal verantwortete Einrichtungen mit bildungs-, kultur-, jugend- und sozialpolitischen Aufgaben. Sie legen mit qualifiziertem Fachunterricht die Grundlage für eine lebenslange Beschäftigung mit Musik. Sie eröffnen Schülerinnen und Schülern jeden Alters Möglichkeiten zum qualitätvollen gemein- schaftlichen Musizieren in der Musikschule, in der allgemein bildenden Schule, in der Familie oder in den vielfältigen Formen des Laienmusizierens. Besonders begabte Schüler erhalten eine spezielle Förderung, die auch die Vorbereitung auf ein musikalisches Berufs- studium umfassen kann.

Trägerschaft Träger einer Musikschule ist entweder eine Kommu- ne oder eine gemeinnützige privatrechtliche Einrich- tung, in der die Kommune wesentliche Verantwortung übernimmt. Die öffentliche Trägerschaft gewährleis- tet, dass der Betrieb der Musikschulen verlässlich nach den Grundsätzen der Gemeinwohlorientierung und Transparenz, der ungehinderten Zugänglichkeit sowie in der erforderlichen Breite und Qualität des Angebots erfolgen kann.

Fächerangebot Ein umfangreiches Fächerangebot reicht von der mu- sikalischen Grundbildung über die Breitenarbeit und die Begabtenförderung bis hin zur Vorbereitung auf ein Musikstudium. Angebote der Elementaren Musik- pädagogik bilden die Grundlage für den weiterführen- den Unterricht in den Instrumental- und Vokalfächern in allen Leistungsstufen. Ensemblefächer laden zum gemeinsamen Musizieren ein und sind ebenso wie er- gänzende Fachangebote integraler Bestandteil eines in sich schlüssigen Bildungsangebots.

Kooperationen Zahlreiche Kooperationen mit weiteren kommunalen Bildungsträgern und Einrichtungen wie z.B. Kinder- tagesstätten, Schulen, Jugendzentren, Musikvereinen, Kirchen sind sichtbares Zeichen eines modernen und offenen Selbstverständnisses und unterstreichen die Verantwortung öffentlicher Musikschulen als Netz- werkpartner in der kommunalen Bildungslandschaft. Breite Teile der Bevölkerung erhalten so die Chance, an den Angeboten der Musikschulen teilzuhaben und Musik für sich zu entdecken.

Veranstaltungen Schüler- und Orchesterkonzerte, Bandauftritte, Projekte, Musikfreizeiten und musikalische Umrah- mungen kommunaler oder privater Veranstaltungen

sind Teil des pädagogischen Auftrags und prägen das individuelle Erscheinungsbild einer öffentlichen Musikschule. Sie ermöglichen kulturelle Teilhabe für viele Menschen und sorgen für ein vitales und buntes Musikleben in den Kommunen.

Qualität Öffentliche Musikschulen erfüllen ihren Bildungsauf- trag auf der Grundlage eines gesicherten curricularen Konzepts und auf der Basis qualitätsorientierter Richtlinien des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM). Zu den hohen Anforderungen gehören die ge- meinnützige öffentliche Trägerschaft, der verbindliche Aufbau nach dem VdM-Strukturplan, der Unterricht nach VdM-Lehrplänen sowie die Festanstellung und musikpädagogische Qualifikation von Lehrkräften und Schulleitungen. Viele Musikschulen verfügen darüber hinaus über ein integriertes Qualitätsmanagement.

Finanzierung Die Finanzierung von Musikschulen ist eine öffentli- che Aufgabe. Maßgebliche finanzielle Verantwortung für den Betrieb der Einrichtungen tragen die Kom- munen. Fördermittel des Landes stellen eine weitere wichtige Finanzierungssäule dar. Über die Hälfte ihres Finanzbedarfs erwirtschaften die Musikschulen jedoch selbst durch Einnahmen aus Unterrichtsge- bühren und Spenden. Sie zählen damit zu den öffent- lichen Kultur- und Bildungseinrichtungen mit dem höchsten Kostendeckungsgrad.

Weiterführende Informationen

• Verband deutscher Musikschulen www.musikschulen.de

• Deutscher Städtetag:

„Die Musikschule – Hinweise und Leitlinien“

• Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement Gutachten 1/2012:

Musikschule

für Verwaltungsmanagement Gutachten 1/2012: Musikschule Die Musikschulen sind zentrale Träger der musikalischen

Die Musikschulen sind zentrale Träger der musikalischen Bildungslandschaft in Niedersachsen. Daher freue ich mich über die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Landesver- band niedersächsischer Musikschulen, der bei der Realisierung des Programms „Wir machen die Musik!“ und weit darüber hinaus ein wichtiger und verlässlicher Partner ist. Zu seinem 50-jährigen Jubiläum gratuliere ich dem Landesverband sehr herzlich.

Dr. Gabriele Heinen-Kljajić Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur

Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Zu seinem 50-jährigen Jubiläum gratuliere ich dem

Zu seinem 50-jährigen Jubiläum gratuliere ich dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen sehr herzlich. Aus der Perspektive des Niedersächsischen Kultusministeriums steht der Landesverband für qualitätvolle musikalische Bildung. Hervorzuheben ist die konsequente Entwicklung seiner Mitglieds- schulen zu wertvollen Schulpartnern, insbesondere im Ganztag, die Förderung von Schulkooperationen in zahlreichen Musikklassen (Breitenförderung) sowie die regionale Vorbereitungsausbildung auf das Stu- dienangebot des Instituts zur Frühförderung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (Spitzenförderung). Dem Landesverband und seiner Präsidentin Gabriele Lösekrug-Möller MdB danke ich für die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusam- menarbeit, auch im Rahmen des Förderprogramms HAUPTSACHE:MUSIK.

Frauke Heiligenstadt Niedersächsische Kultusministerin

auch im Rahmen des Förderprogramms HAUPTSACHE:MUSIK. Frauke Heiligenstadt Niedersächsische Kultusministerin 13

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

3�Landesförderung

3.1 Finanzhilfe

Öffentliche gemeinnützige Musikschulen und die Geschäftsstelle des Landesverbandes niedersächsi- scher Musikschulen werden vom Land Niedersach- sen mit einer Finanzhilfe aus Glücksspielabgaben gefördert. Ziel der Förderung ist es, die Arbeit der anerkannten Musikschulen zu sichern und sie in die Lage zu versetzen, ein flächendeckendes und quali- tativ hochwertiges musikpädagogisches Angebot zu sozialverträglichen Bedingungen zu gewährleisten. Die Mittelvergabe erfolgt auf der Rechtsgrundlage des § 18 des Niedersächsischen Glücksspielgesetzes (NGlüSpG).

Aufteilung der Finanzhilfen 2016

Gesamtsumme: 1.220.644,98 €

der Finanzhilfen 2016 Gesamtsumme: 1.220.644,98 € Förderung IV-Fachunterricht: 443.058 € (36%)

Förderung IV-Fachunterricht: 443.058 € (36%)

Studienvorbereitende Ausbildung (SVA):

166.147 € (14%)

Förderung der Geschäftstelle: 113.000 € (9%)

Qualifizierungsprogramm: 19.700 (2%)

Ensemblefächer: 478.740 € (39%)

Das Land Niedersachsen stellt den niedersächsischen Musikschulen zur Entwicklung und Durchführung qualifizierter Unterrichtsangebote für die musika- lische Breiten- und Spitzenförderung sowie für die Durchführung studien- und berufsvorbereitender musikalischer Ausbildungsgänge aus Konzessionsab- gaben lizensierter Glücksspielbetreiber eine gesetzlich garantierte Finanzhilfe in Höhe von 1.106.000 Euro zur Verfügung. Sollte der Ertrag aus den Glücksspiel- abgaben die im Jahr 2012 erzielte Summe überschrei- ten, fließen dem Landesverband anteilig 0,75% der erzielten Mehreinnahmen zu. Empfänger der Glücks- spielmittel ist der Landesverband niedersächsischer Musikschulen, der vom Land beauftragt ist, diese nach Abzug eigener Verwaltungskosten und Kosten für die Umsetzung satzungsgemäßer Aufgaben auf der Grundlage eines vereinbarten Verteilerschlüssels an

anspruchsberechtigte Musikschulen weiterzuleiten. Insgesamt stand dem Landesverband im Jahr 2016 eine Finanzhilfe des Landes in Höhe von 1.220.644,98 Euro zur Verfügung (Vorjahr 1.203.007,88 Euro). Von dieser Summe wurden 1.087.944,98 Euro (90,74 %) nach dem gültigen Verteilerschlüssel an 76 an- spruchsberechtigte Musikschulen verteilt (Vorjahr:

1.078.007,88 Euro):

• 478.740,24 Euro (43,22 %) für Ensemblefach- angebote (1.761 Jahreswochenstunden)

• 443.057,99 € (40,00 %) für Instrumental- und Vokalfachangebote (26.598 Wochenstunden)

• 166.146,75 € (15 %) für Studienvorbereitenden Ausbildung (327 Schülerinnen und Schüler)

Der anteiligen Mittelzuweisung an die Träger nie- dersächsischer Musikschulen ging ein aufwändiges Prüfungsverfahren der qualitativen und quantitativen Voraussetzungen der Antrag stellenden Musikschulen und der von ihnen angemeldeten Schüler und Stun- denzahlen voraus.

Die Geschäftsstelle des Landesverbandes wurde mit 113.000 Euro (9,26 %) aus der Finanzhilfe gefördert (Vorjahr 111.000 Euro). Für Qualifizierungsangebote, die sich an Lehr- und Leitungskräfte richteten, wurden 19.700 Euro (1,78 %) aus der Finanzhilfe aufgewendet (Vorjahr 14.000 Euro).

Alle für die Beantragung und Vergabe der Finanzhilfe relevanten Bestimmungen und Kriterien sind getrennt für jeden der Förderbereiche in den für das jeweilige Förderjahr gültigen Fördergrundsätzen und Durch- führungsvorschriften für die Finanzhilfe verbindlich geregelt.

Alle Antragsunterlagen stehen unter folgender Adresse zum Download zur Verfügung:

www.musikschulen-niedersachsen.de

3.2 Wir machen die Musik!

„Wir machen die Musik!“ ist das wichtigste Angebot für frühkindliche musikalische Bildung in Nieder- sachsen. Die Niedersächsische Landesregierung unterstützt das Programm bereits seit acht Jahren und finanziert bis zu 50% der an den Musikschulen anfallenden pädagogischen Personalkosten. Im Schuljahr 2016/17 werden vom Land insgesamt rund 1,9 Millionen Euro bereitgestellt. Alle Musikschulen in Niedersachsen, die am Programm teilnehmen, erhal- ten auf Basis der zur Verfügung stehenden Landes- mittel ein individuelles finanzielles Angebot, das auf der zahlenmäßigen Grundlage der in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet lebenden Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter berechnet wird.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Kapitel 5: Wir machen die Musik!

3.3 Hochbegabtenförderung -

VIFF-regional

Im Rahmen des Programms VIFF-regional unterstützt das Niedersächsische Kultusministerium bereits seit 2007 an ausgewählten Musikschulstandorten die Förderung besonders begabter Kinder. Die pädagogi- sche Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit zwi- schen den öffentlichen Musikschulen in Oldenburg, Osnabrück, Stade, Hildesheim und Braunschweig und dem Institut zur Frühförderung hochbegabter Kinder Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Hierzu stellt das Kultusministerium jährlich 40.000 Euro über das Aktionsprogramm „Hauptsache:Musik Niedersachsen“ bereit, die über den Landesverband niedersächsischer Musikschulen an die teilnehmen- den Musikschulen weitergeleitet werden.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Kapitel 4.5: VIFF-regional

entnehmen Sie bitte dem Kapitel 4.5: VIFF-regional Studienvorbereitende Ausbildung (SVA) Einen besonderen
entnehmen Sie bitte dem Kapitel 4.5: VIFF-regional Studienvorbereitende Ausbildung (SVA) Einen besonderen

Studienvorbereitende Ausbildung (SVA) Einen besonderen Stellenwert in der Landesförderung nimmt seit jeher die Studienvorbereitende Ausbildung (SVA) an den niedersäch- sischen Musikschulen ein. Musikschulen, die für diesen Bereich eine Förderung beantragen, müssen im Vorjahr der Antragstellung Auf- nahme- und Zwischenprüfungen nach den jeweils gültigen Durch- führungsvorschriften ordnungsgemäß angemeldet und durchgeführt haben. Der Landesverband arbeitet in der Sicherung von Qualitäts- standards eng mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und dem Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück zusammen.

Die SVA ist eine studien- und berufsvorbereitende Ausbildung, die an einer Musikschule angesiedelt ist. Sie hat die Aufgabe, junge Menschen, die ein besonderes Interesse und Potenzial erkennen lassen, auf ein mögliches künstlerisches bzw. (musik-)pädagogi- sches Musikstudium oder auch auf eine in Erwägung gezogene, musikbezogene Berufsausbildung vorzubereiten. Insbesondere bei älteren Schülerinnen und Schülern sollte eine entsprechende Eignung und Zielgerichtetheit erkennbar sein. In der SVA sollen individuelle Begabungen der aufgenommenen Bewerberinnen und Bewerber so gefördert werden, dass ihr musikalisches Potenzial und ihre Leistungsfähigkeit in besonderer Weise zur Entfaltung gebracht werden und eine gezielte Auseinandersetzung mit einem musikbe- zogenen Berufsziel ermöglicht wird. Lehrkräfte an Musikschulen und begleitende Prüfer einer Musikhochschule tragen deshalb eine große Verantwortung für den musikalischen Werdegang der Bewerber bzw. Teilnehmer. Dabei sollten durch entsprechende Angebote der Musikschulen auch die unterschiedlichen existierenden Studien- und Ausbildungsgänge und deren spezifischen Anforderungsprofile in angemessener Weise berücksichtigt werden. Vor der Bewerbung und im Laufe der SVA sind regelmäßige konstruktive Beratungsgesprä- che zwischen Lehrern, Schülern und Eltern ein wichtiger Bestandteil der verantwortungsbewussten Begleitung der jungen Menschen.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

4�Projekte und Aktivitäten 2016

Jahresbericht 2016 4�Projekte und Aktivitäten 2016 v.l.n.r: Arndt Jubal Mehring, Sigrid Neugebauer-Schettler,

v.l.n.r: Arndt Jubal Mehring, Sigrid Neugebauer-Schettler, Michael Ränger, Gabriele Lösekrug-Möller MdB, Daniel Keding, Johannes Münter, Klaus Bredl

4.1 Mitgliederversammlung und VdM- Hauptarbeitstagung in Oldenburg

Vom 21. bis 23. April 2016 befand sich das bundes- weite Zentrum für musikalische Bildung im nieder- sächsischen Oldenburg. Zwei wichtige Jubiläen galt es zu feiern: 50 Jahre Landesverband niedersächsischer Musikschulen und 40 Jahre Musikschule der Stadt Oldenburg – für den Verband deutscher Musikschulen war dies Anlass, direkt im Anschluss an die Mitglie- derversammlung seines niedersächsischen Landes- verbandes auch die Bundesversammlung und Haupt- arbeitstagung vom 21.-24. April 2016 in Oldenburg zu veranstalten.

Den Auftakt bildete die Mitgliederversammlung des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen am 21. April im Peter-Friedrich-Ludwig Kulturzentrum. Der Träger- und Fachverband von 74 Musikschulen feierte gleichzeitig sein 50-jähriges Jubiläum. Im Rahmen eines Festaktes würdigten Vertreter von Kommunen, Land und aus Verbänden die Arbeit und die Verdienste des Verbandes. Mit der Hauptarbeitstagung (HAT) und Bundesversammlung des Verbands deutscher Musik- schulen (VdM) fand die Veranstaltung am 22. und 23. April 2016 in der Oldenburger Weser-Ems-Halle ihre Fortsetzung. Eingeladen dazu hatte die Stadt Olden- burg, deren städtische Musikschule im Jahr 2016 ihr 40-jähriges Jubiläum feiern konnte.

„Oldenburg ist in diesen Tagen die Musikhauptstadt Deutschlands“, verkündete die Präsidentin des Landes- verbandes niedersächsischer Musikschulen, Gabriele Lösekrug-Möller MdB, in ihrem Grußwort zur Eröffnung der Bundesversammlung, die von mehr als 300 Musik- schulvertreterinnen und -vertretern besucht wurde. Der Musikschule der Stadt Oldenburg gelang es, die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Gäste über die gesamte Veranstaltung hinweg mit musikalischen Beiträgen auf professionellem Niveau zu begeistern:

sei es mit einer mitreißenden Interpretation von Peter Fox‘ „Haus am See“ mit über 150 Mitwirkenden zur Eröffnung der Bundesversammlung, mit hervorragen- den Beiträgen junger Wettbewerbspreisträger beim Festakt des Landesverbandes oder mit professionellen Jazz-, Funk und Percussion-Ensembles in Begleitung des Niedersächsischen Landesjugendjazzorchesters „Wind Machine“ beim abendfüllenden Konzert in der Oldenburger Kulturetage. Das Jazzorchester hatte mit seinem Auftritt in Oldenburg mehr oder weniger ein Heimspiel – viele ehemalige und aktuell Mitwirkende kommen aus der Stadt. Sie begeisterten ihre Fange- meinde ebenso wie die herausragenden Musikschul- ensembles „schlagwerk nord-west“ und „FUNKY KAYLE“ mit musikalischen Leckerbissen.

Im Fokus beider Verbandstagungen standen die vielfäl- tigen Facetten der Inklusion. „Was können Musikschu- len für die Integration geflüchteter Menschen tun?“ Auf diese Frage fand der Landesverband niedersächsischer

Musikschulen dank der fachkundigen Begleitung von Prof. Raimund Vogels von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover viele wichtige Antwor- ten. In Begleitung des iranischen Musikers Kiomars Museyevi, der sein Können auf der Santur, einem orientalischen Hackbrett, demonstrierte, zeigte Vogels die Chancen auf, die sich durch den Zuzug geflüchteter Musiker für unsere Gesellschaft und für unsere gesam- te Musikkultur eröffnen können. Über das Interesse und die grundsätzliche Offenheit der niedersäch- sischen Musikschulen diesem Thema gegenüber freute sich auch Detlef Lehmbruck, der als Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur erste Förderkonzepte des Landes vorstellte.

Auch die VdM-Hauptarbeitstagung widmete sich intensiv diesem Themenkreis. Beginnend mit einem Podiumsgespräch zum Thema „Spektrum Inklusion – Wege in die Musikschulpraxis“ über Arbeitsgruppen zu „Heterogenität in der Musikschulpraxis“, zu „Inklusion im Rahmen von Kooperationen und in der Aus- und Fortbildung“ bis hin zu „Inklusion und kulturelle Viel- falt“, „Musizieren mit Menschen mit Behinderungen“ und der „Positionierung von Musikschule heute“, an- gesichts dynamischer gesellschaftlicher und bildungs- politischer Veränderungen. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann verwies in seiner Begrüßungsansprache auf den großen Ideenreichtum und das Engagement seiner Musikschule. „Musik verbindet! Dies zeigt die Musik- schule der Stadt Oldenburg mit großem Ideenreichtum und Engagement. Inklusion ist dabei zentrales Ziel der Musikschularbeit, wofür auch das inklusive Orchester

der Musikschularbeit, wofür auch das inklusive Orchester Musikalischer Festakt im PFL: Johannes Claassen spielte am
der Musikschularbeit, wofür auch das inklusive Orchester Musikalischer Festakt im PFL: Johannes Claassen spielte am
der Musikschularbeit, wofür auch das inklusive Orchester Musikalischer Festakt im PFL: Johannes Claassen spielte am

Musikalischer Festakt im PFL: Johannes Claassen spielte am Vibraphon. Grußworte sprachen (vorne, von rechts) Susanne Menge MdL, Ulf Prange MdL, Johannes Münter, Prof. Ulrich Rademacher (Vorsitzender des VdM), Dr. Annette Schwandner, Gabriele Lösekrug-Möller MdB und OB Jürgen Krogmann. / Foto: Christian J. Ahlers

der Musikschule ein schönes Beispiel ist.“ Eng mit den Fragestellungen von kultureller Teil- habe und musikalischer Vielfalt verknüpft ist auch die Bewertung des erfolgreichen niedersächsischen Musikalisierungsprogramms „Wir machen die Musik!“. Im vergangenen Jahr wurde das Förderprogramm für Kooperationen zwischen Musikschulen, Kindertages- einrichtungen und Grundschulen auf den Prüfstand ge- stellt. Die Evaluationsempfehlungen sind Grundlage für die konzeptionelle Weiterentwicklung des Programms. Gabriele Lösekrug-Möller MdB, Parlamentarische Staatssekretärin und Präsidentin des Landesverban- des niedersächsischer Musikschulen, betonte: „Öffent- liche Musikschulen stellen sich mit der beeindrucken- den Vielfalt ihrer Angebote den Anforderungen unserer sich verändernden Gesellschaft. Das niedersächsische Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik!“ hat großen Anteil daran, dass viele tausend Kinder – zunehmend auch aus sozialen Randgruppen und mit Fluchterfahrung – einen Zugang zur Musik erhalten und so kulturelle Teilhabe erfahren können. Ich freue mich sehr, dass die Landespolitik das große Potenzi- al dieses zentralen Bildungsprogramms des Landes erkennt und eine Weiterführung beabsichtigt.“

Dr. Annette Schwandner, Leiterin der Abteilung Kultur im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, bestätigte in ihrem Grußwort an die Ver- sammlung die große Bedeutung des Musikalisierungs- programms für die kulturelle Bildung junger Menschen. Laut Kulturministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajić soll das Landesprogramm aufgrund seines großen Erfolges, der durch eine unabhängige Evaluation

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 Daniel Keding erläutert die Arbeitsgruppenergebnisse zur

Daniel Keding erläutert die Arbeitsgruppenergebnisse zur Weiterentwicklung des Musikalisierungsprogramms

bestätigt wurde, unvermindert weitergeführt werden:

„Kulturelle Teilhabe ist ein besonderes Anliegen der Landesregierung. Das Programm “Wir machen die Musik!“ leistet dazu einen wichtigen Beitrag, denn frühkindliche musikalische Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“

Der vom Verbandsvorsitzenden Johannes Münter kurzweilig moderierte Festakt im PFL Kulturzentrum Oldenburg zum 50-jährigen Verbandsjubiläum bot den zahlreich nach Oldenburg angereisten Gästen des Landesverbandes Gelegenheit zur Rückschau und zur Vergewisserung, dass die niedersächsischen Musik- schulen auch künftig sehr gut für ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft gerüstet sind. Die Grußworte von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, von Dr. Annette Schwandner (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) und vom Vorsitzenden des Verbandes deutscher Musikschulen, Prof. Ulrich Rademacher, sowie die Festrede von Verbandspräsi- dentin Gabriele Lösekrug-Möller MdB unterstrichen die Bedeutung der Musikschulen für eine vielfältige Gesellschaft.

Auf den neugewählten Vorstand des Landesverban- des wartet nun die Aufgabe, die Empfehlungen der Programmevaluation zu analysieren und gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissen- schaft und Kultur Vorschläge für eine Weiterentwick- lung des Programms zu erarbeiten. Der in seinem Amt

bestätigte Verbandsvorsitzende Johannes Münter kann hier weiter auf die Kompetenz eines bewährten Teams zählen, dem mit Daniel Keding (Leiter der Städtischen Musikschule Braunschweig) auch ein neues Mitglied angehört. Keding wurde von der Mitgliederversamm- lung in Nachfolge des ausgeschiedenen Mirko Herzberg (Musikschule der Stadt Salzgitter) als Beisitzer in den Geschäftsführenden Vorstand gewählt.

Die Veranstaltungen in Oldenburg fanden mit freundli- cher Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen, der VR-Stiftung der Volks- banken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland sowie der Stadt Oldenburg statt.

in Norddeutschland sowie der Stadt Oldenburg statt. Landesverbandsvorsitzender Johannes Münter und Präsidentin

Landesverbandsvorsitzender Johannes Münter und Präsidentin Gabriele Lösekrug-Möller MdB moderierten gemeinsam den Festakt zum 50-jährigen Jubiläum des Landesverbandes

„Heute haben wir zwei Kernbereiche“ 74 Musikschulen, mehr als 150.000 Schülerinnen und Schüler, fast 36.000

„Heute haben wir zwei Kernbereiche“

74 Musikschulen, mehr als 150.000 Schülerinnen und Schüler, fast 36.000 Jahreswochenstunden: Die zahlenmäßige Quint- essenz des Landesverbands niedersächsischer Musikschu- len kann sich sehen lassen. Gleiches gilt für die Inhalte der zurückliegenden und gegenwärtigen Arbeit. In diesem Jahr feiert der LVdM Niedersachsen sein 50-jähriges Jubiläum. Im Rahmen der Hauptarbeitstagung des VdM in Oldenburg gab es einen Festakt zum runden Geburtstag. Für die nmz sprach Barbara Haack mit dem Vorsitzenden des Verbands Johannes Münter und mit Geschäftsführer Klaus Bredl.

50 Jahre Landesverband Niedersachsen: Welche Meilenstei- ne gab es rückblickend? Wie hat sich der Verband entwickelt?

Johannes Münter: In der Gründungszeit kam es erst einmal darauf an, sich zu organisieren. Dann kam die Zeit, in der wir den Verband als solide Einrichtung für die musikalische Bil- dung aufbauen mussten. Ab Ende der 90er-Jahre haben wir uns darauf konzentriert, uns mit anderen Bildungseinrich- tungen zu vernetzen. Vor etwa 20 Jahren hat also ein Wandel stattgefunden, weg von einem reinen Ausbildungsinstitut hin zu einer Bildungseinrichtung.

Was genau ist der Unterschied?

Münter: Das reine Ausbildungsinstitut würde sich auf die Förderung von Begabten und Hochbegabten für den Berufs- nachwuchs konzentrieren. Das ist weiterhin auch unsere Aufgabe. Aber wir kümmern uns heute auch um die Breiten- arbeit und um die Förderung von Gruppen.

Wie kann das gehen, wenn die Finanzierung mit dieser neuen Aufgabe sicher nicht Schritt hält? Und wie schafft man es, die Hochbegabten in der ganzen Diskussion um Inklusion, Flüchtlingsarbeit et cetera nicht außen vor zu lassen?

Klaus Bredl: Das ist immer ein großer Spagat, den aber nicht nur wir in Niedersachsen zu bewältigen haben. Als in den 90er-Jahren die ersten Modelle des Klassenmusizierens auf- gekommen sind, hat Niedersachsen ganz wichtige Impulse gesetzt. Das Bläserklassenmodell, wie es heute weit verbrei- tet ist, wurde besonders in Niedersachsen vorangetrieben

Ich weiß heute noch, wie groß die Vorbehalte waren und wie groß sich die Trennung zwischen dem schulischen und außerschulischen Musikunterricht dargestellt hat. Diese starke Ausprägung von Breitenarbeit zu leisten, ohne den traditionellen Bereich zu lassen, ist wie gesagt ein Spagat. Die Entscheidung über die Gewichtung muss letztlich jede Musikschule für sich treffen.

Münter: Rein technisch funktioniert das so: Durch die großen Gruppen erreichen wir viele Kinder und müssen nicht so viele Stundenkontingente dafür vorhalten. Nicht alle diese Kinder besuchen den klassischen Kernbereich. Das heißt: Die Kinder, die das traditionelle Angebot der Musikschule wahrnehmen wollen, können immer noch ausreichend mit Stunden ver- sorgt werden.

Bredl: Wir sind in unserem Selbstverständnis zu dem Schluss gekommen, dass es diese Trennung zwischen dem „Kern- bereich“ und den „weiteren Angeboten“ nicht mehr wirklich geben kann. Im Grunde haben wir heute zwei Kernbereiche:

den der traditionellen Individualausbildung und den zweiten Kernbereich der Kooperationen, der Arbeit mit Gruppen, der Arbeit in vernetzten Strukturen, der aufsuchenden Bildungs- arbeit, mit der wir vor allem in Kindertageseinrichtungen und Schulen präsent sind. Dazu hat das Musikalisierungs- programm „Wir machen die Musik!“ eine katalysatorische Wirkung gehabt.

Stichwort „Wir machen die Musik!“. Wie funktioniert das – und was müssen die Musikschulen dafür leisten?

Bredl: Es zeichnet sich ab, dass die Förderung von musika- lischen Bildungskooperationen ein längerfristiges Engage- ment des Landes ist. Das Landesprogramm „Wir machen die Musik! ist so konzipiert, dass eine große Vielfalt und Flexibilität vor Ort möglich ist. Wir verzichten ganz bewusst auf einengende curriculare Strukturen. Wir vertrauen auf die Kompetenz und Erfahrung und auf die Professionalität jeder Musikschule, die genau weiß, was sie leisten kann und dass sie in Kommunikation mit ihren Partnern das richtige Angebot finden wird.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

Kürzlich wurde eine Evaluation des Programms abgeschlos- sen. Welche Ergebnisse hat diese gebracht?

Bredl: Zunächst mal haben wir ein sehr gutes Zeugnis bekommen. Es gibt allerdings Regionen, in denen das Pro- gramm sehr stark vertreten ist, und solche, wo es weni- ger stark entwickelt ist. Die Evaluation empfiehlt, dieses Ungleichgewicht zu beseitigen. Eine zweite Anforderung, die sich aus der Evaluation ergeben hat: Wir müssen noch stärker am Marketing und an der Kommunikation arbeiten, vor allen Dingen in Richtung der Eltern: Die sollen erkennen, welchen Schatz sie da angeboten bekommen. Oft wissen die Eltern gar nicht, dass da die Musikschule im Spiel ist. Manche kennen auch den Programmnamen gar nicht. Das hat natür- lich viele Konsequenzen, die auch weiterführende Angebote betreffen.

Wie funktioniert das Programm vor Ort?

Münter: In den Grundschulen konnten wir auf viele etablierte Modelle, zum Beispiel im Bereich des Klassenmusizierens, zurückgreifen. In den Kindertagesstätten muss dagegen grundsätzlich neu gedacht werden. Unsere Lehrkräfte kön- nen dort aufgrund von wöchentlich wechselnden und zum Teil sehr großen Teilnehmergruppen das bisherige Konzept der Musikalischen Früherziehung nicht fortführen. Sie müssen ihr Angebot in viel stärkerem Maße situativ anpassen und auf spezielle Bedürfnisse und Anforderungen der Kita reagieren.

Bredl: Wir heben mit „Wir machen die Musik!“ eine privile- gierte Situation auf, die Situation einer festen Gruppe, die über einen bestimmten Zeitraum zusammenbleibt. Eine weitere Anforderung: die intendierte Tandemlösung. Wir beabsichtigen, Knowhow in die Kita hineinzutragen, damit die musikalischen Angebote von den dort tätigen pädagogischen Fachkräften auch übernommen und weitergeführt werden können. Diesen Tandemgedanken müssen wir noch weiter ausbauen. Das sagt auch die Evaluation.

Wie wird das Programm in der Öffentlichkeit wahrgenommen?

Münter: Es hat ganz wesentlichen Anteil daran, dass die Wertschätzung der Musikschule in der Öffentlichkeit, in der

Kommunal- und Landespolitik immens gewachsen ist. Auch das hat die Evaluation ergeben.

Das Programm richtet sich sowohl an öffentliche Musikschu- len wie auch an private …

Münter: „Wir machen die Musik!“ ist ein Programm zur Förderung frühmusikalischer Bildung in Kitas und Schulen und kein Förderprogramm für Musikschulen. Die Teilnahme am Musikalisierungsprogramm ist grundsätzlich freiwillig. Wenn eine Musikschule – ob in öffentlicher oder privater Trägerschaft – die Teilnahmevoraussetzungen nachweislich erfüllt, kann sie an dem Programm auch teilnehmen. Wir müssen aber auch sehen, dass private Anbieter weniger als drei Prozent des geleisteten Stundenumfangs abdecken. Das heißt, der Löwenanteil wird von den öffentlichen Musikschu- len erbracht.

Bredl: Zur Frage der „Meilensteine“: Wir haben mit der Ent- scheidung, eine politische Spitze in den Landesverband zu holen, eine ganz wesentliche Zäsur gesetzt. Mit der Bun- destagsabgeordneten Gitta Connemann, die von 2007 bis

2013 als Präsidentin an der Spitze stand, hat der Landesver-

band einen großen Entwicklungssprung gemacht. Sie hatte gemeinsam mit Ernst Neuhäuser entscheidenden Anteil am Erfolg des Musikalisierungsprogramms. Wir sind Gitta

Connemann und jetzt auch Gabriele Lösekrug-Möller, die seit

2014 dem Landesverband vorsteht, für ihr außerordentliches

ehrenamtliches Engagement sehr dankbar.

Wie sieht es aus mit einem Musikschulgesetz, das Sie hier im Land fordern?

Bredl: Letztlich verleiht uns schon das Glückspielgesetz, über das die Musikschulen und der Landesverband gefördert wer- den, hohe Planungssicherheit. Aber das entspricht natürlich nicht einer fördergesetzlichen Regelung, die wir immer noch anstreben. Im Land ist das allerdings schwierig, weil landes- gesetzliche Regelungen natürlich auch wieder Auswirkun- gen haben auf die Ausstattung der kommunalen Träger. Ich denke, dass wir hier noch einen langen Atem haben müssen. Aber wir brauchen diese gesetzliche Regelung, um verlässlich den neuen Anforderungen, denen wir uns zu stellen haben, nachkommen zu können.

Von Flüchtlingen ist derzeit im Verband viel die Rede. Wie gehen Sie damit in Niedersachsen um?

Münter: Das ist eine Aufgabe, die neu auf uns zukommt und der wir uns als öffentliche Einrichtung auch zu stellen haben. Die Situation ist insofern etwas schwierig, weil wir auf der ei- nen Seite Menschen antreffen, die nur kurzzeitig da sind, auf der anderen Seite gibt es Kinder und Jugendliche, die bei uns bleiben. Letztere können wir sicher am besten über Koope- rationen mit Kindertagesstätten und Schulen erreichen. Für diejenigen, die nur kurzfristig da sind, wird es nur situative Angebote geben können. Wir werden als Verband dazu bei- tragen, dass gute Projekte und erfolgreiche Angebotsformate bekannt werden und von anderen Musikschulen übernom- men werden können. Die Entwicklung insgesamt hat manche Musikschulen sicher überrollt. Es gibt auch Musikschulen, die ihr Gebäude räumen mussten, weil dort geflüchtete Men- schen untergebracht wurden.

Bredl: Von vielen Musikschulen höre ich, dass das überhaupt keine besondere Situation ist, weil sie es gewohnt sind, mit heterogenen Gruppen zu arbeiten. Kinder aus anderen Kulturkreisen mit in der Schülerschaft zu haben, ist nichts Neues. Es ist vielleicht die Quantität, die neu ist. Aber ich denke, das ist eine ganz selbstverständliche Aufgabe öffentli- cher Bildungseinrichtungen und eben auch der Musikschulen, dass sie sich dieser Zielgruppe vorbehaltslos öffnen. Und das ist auch jetzt schon der Fall.

Interview: Barabara Haack Neue Musikzeitung (nmz) Ausgabe 6/16 Abdruck mit freundlicher Genehmigung des con brio Verlags

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des con brio Verlags 50 Jahre Landesverband niedersächsischer Musikschulen. Das

50 Jahre Landesverband niedersächsischer Musikschulen. Das heißt für mich: 50 Jahre erfolgreiche Arbeit in der Breiten- und der Spitzenförderung.

Johannes Modder Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag 4.2 Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit mit
Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag 4.2 Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit mit

4.2 Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen

Gemeinsam die kulturelle Bildung stärken: Landesverband niedersächsischer Musikschulen unterzeichnet Rahmenver- einbarung mit dem Niedersächsischen Kultusministerium zur Kooperation mit Ganztagsschulen

Das Niedersächsische Kultusministerium hat am 31.08.16 mit verschiedenen Partnern aus dem Bereich der kulturellen Bildung, darunter der Landesmusikrat Niedersachsen und der Landesverband niedersächsischer Musikschulen, eine Rah- menvereinbarung zur Zusammenarbeit in den öffentlichen Ganztagsschulen abgeschlossen. Damit soll die gemeinsa- me erfolgreiche Zusammenarbeit vor dem Hintergrund der verbesserten Rahmenbedingungen, die das Land den Schulen bietet, weiterentwickelt und vertieft werden. In der Rahmen- vereinbarung sind die Grundsätze der Zusammenarbeit bei der Ausgestaltung von außerunterrichtlichen Angeboten in Ganztagsschulen festgeschrieben. Der erweiterte zeitliche Rahmen einer Ganztagsschule sowie die Zusammenarbeit mit qualifizierten außerschulischen Bildungspartnern soll dazu genutzt werden, Schülerinnen und Schülern hochwerti- ge kulturelle Bildungsangebote zu machen.

„Die in den Landesverbänden zusammengeschlossenen Kulturpartner sind für gute Ganztagsschulen unverzichtbar. Mit ihren breiten Netzwerken bereichern sie das qualitätsvol- le Angebot in den Schulen. Ich danke den Kulturpartnern für ihre erklärte Bereitschaft, hochwertige kulturelle Angebote für unsere Kinder und Jugendlichen auch weiterhin unter dem Dach der Schule bereit zu stellen. Gemeinsam stärken wir die kulturelle Bildung in Niedersachsen“, so Kultusministerin Frauke Heiligenstadt.

Gabriele Lösekrug-Möller MdB, Präsidentin des Landesver- bandes niedersächsischer Musikschulen, sagt dazu: „Die systematische Einbeziehung der öffentlichen Musikschulen in den schulischen Ganztag ermöglicht vielen Kindern und Jugendlichen einen leichten Zugang zu musikalischer Bildung und eröffnet ihnen die Chance auf kulturelle Teilhabe. Hier- von profitieren insbesondere auch Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf, aus sozialen Randlagen, mit Mi- grationshintergrund und mit Fluchterfahrung. Das erfolg- reiche niedersächsische Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik!“ bietet dazu eine ideale Plattform“.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

Johannes Münter, Vorsitzender des Landesverbandes, betont:

„Die öffentlichen Musikschulen betrachten die Kooperation mit Ganztagsschulen als wichtigen Teil ihres Bildungsauf- trages. Mit qualifizierten musikalischen Bildungsangeboten schaffen sie die Grundlage dafür, dass Kinder und Jugendli- che lernen, Musik bewusst wahrzunehmen, sich mit unter- schiedlichen musikalischen Darstellungsformen, Stilen und Traditionen auseinanderzusetzen und vor allem kompetent zu musizieren. Damit schaffen die öffentlichen Musikschu- len die Grundlagen für die Pflege und Weiterentwicklung der vielfältigen Musikkultur unserer Gesellschaft.“

Prof. Dr. Franz Riemer, Präsident des Landesmusikrates Niedersachsen, erklärt: „Der Landesmusikrat und seine Ver- bände begrüßen die Kooperationsmöglichkeiten, die mit den Ganztagsschulen durch die Rahmenvereinbarung entsteht. Auf diese Weise können durch außerschulische Kompe- tenz und Expertise sinnvolle Ergänzungen zum curricularen Musikunterricht stattfinden und Schülerinnen und Schüler zunehmend musikalisiert werden.“

In seinen Leitlinien zur Musikschule hebt der Deutsche Städ- tetag den eigenständigen Bildungsauftrag öffentlicher Mu- sikschulen als Bildungspartner von Kindertageseinrichtungen und allgemeinbildenden Schulen hervor. Dazu zählt auch die Notwendigkeit, musikalisch interessierte Schülerinnen und Schüler auch im Rahmen der Ganztagsschule individuell in ihren Begabungen zu fördern. Der Landesverband nieder- sächsischer Musikschulen begrüßt, dass diese Zielsetzung durch entsprechende Regelungen in der Rahmenvereinba- rung berücksichtigt wird.

Regelungen in der Rahmenvereinba- rung berücksichtigt wird. Prof. Dr. Franz Riemer, Johannes Münter, Kultusministerin

Prof. Dr. Franz Riemer, Johannes Münter, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, Insa Lienemann, Michael Schier (v.l.)

Rahmenvereinbarung zwischen dem Landesmusikrat Nieder- sachsen e.V., dem Landesverband niedersächsischer Musik- schulen e.V. und dem Niedersächsischen Kultusministerium zur Kooperation im Rahmen öffentlicher Ganztagsschulen

Präambel

Diese Rahmenvereinbarung stellt eine Verständigung zwischen dem Nieder- sächsischen Kultusministerium und dem Landesmusikrat Niedersachsen e.

V. sowie dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen e. V. über die

Grundsätze der Zusammenarbeit bei der Ausgestaltung von außerunterricht- lichen Angeboten in Ganztagsschulen im Rahmen des Ganztagsschulerlasses vom 1.8.2014 – SVBl. S. 386 – dar.

Schulen mit ganztägigem Angebot entwickeln sich vom Lern- zum Lebensort. Die Ganztagsschulen erweitern ihr Bildungsangebot durch die Kooperation mit außerschulischen Partnern. Sie öffnen sich zum sozialen, kulturellen und betrieblichen Umfeld und beziehen außerschulische Lernorte in das Ganztags- schulkonzept ein. Damit werden Ganztagsschulen für Kinder und Jugendliche zu einem breit ausgerichteten Lern- und Sozialisierungsraum mit Lebensweltbezug.

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern berei- chert das ganzheitliche Bildungsangebot der Ganztagsschulen. Das Personal der Kooperationspartner bringt sich mit seinen Kompetenzen ein und trägt zur Ausgestaltung einer qualitätsorientierten Ganztagsschule bei.

Die Aktionsprogramme „Wir machen die Musik!“ des Niedersächsischen Minis- teriums für Wissenschaft und Kultur sowie „HAUPTSACHE:MUSIK“ des Nieder- sächsischen Kultusministeriums und des Landesmusikrates Niedersachsen e.

V. sollen als Förderprogramme der musikalischen Bildung die Zusammenarbeit

von Ganztagsschulen und außerschulischen Bildungspartnern unterstüt- zen und fördern. Hierbei sollen sowohl die individuelle Begabungsförderung als auch der soziale Aspekt des gemeinsamen Musizierens berücksichtigt werden. Beide Programme dienen somit als Ergänzung und Erweiterung der multiprofessionellen Zusammenarbeit. Wege, Möglichkeiten und Chancen eines ganzheitlichen Bildungsangebotes werden aufgezeigt und die Schulen angeregt, besondere Programme zu erproben.

Das Niedersächsische Kultusministerium, der Landesmusikrat Niedersachsen

e. V. und der Landesverband niedersächsischer Musikschulen begreifen eine

qualitätsorientierte fachliche Zusammenarbeit zwischen der schulischen Mu- sikpädagogik und außerschulischen Institutionen der Musikkultur als Chance für eine Aufwertung der Bedeutung musikalischer Bildung. Sie stimmen darin überein, dass qualitativ hochwertige musikpädagogische Angebote im Bereich der Ganztagsschule unverzichtbar sind. Sie schließen diese Vereinbarung, um die seit 2004 bewährte Zusammenarbeit fortzuführen.

§ 1 Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit

(1) Die Einzelheiten und Rahmenbedingungen der Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern regelt der Erlass „Die Arbeit in der Ganztagsschule“

(RdErl. d. MK v. 1.8.2014 - 34-81005 – VORIS 22410) in seiner jeweils aktuellen

Fassung.

(2) Der Landesmusikrat Niedersachsen e. V. und der Landesverband nieder- sächsischer Musikschulen e. V. werden auf der Homepage www.ganztags- schule-niedersachsen.de als Partner zur Zusammenarbeit im Rahmen der Ganztagsschule benannt. Die Angebote der Musikschulen und weiterer

Mitgliedsorganisationen können auf dieser Homepage dargestellt werden. Für die Kooperationen mit Ganztagsschulen kommen

Mitgliedsorganisationen können auf dieser Homepage dargestellt werden. Für die Kooperationen mit Ganztagsschulen kommen in erster Linie die öffentli- chen Musikschulen im Landesverband niedersächsischer Musikschulen e. V. in Betracht. Andere Einrichtungen, die einem Mitgliedsverband des Landes- musikrats Niedersachsen e. V. angehören, können - sofern nachfolgende Bedingungen zutreffen - ebenfalls Personen zur Durchführung von außerun- terrichtlichen Angeboten an Ganztagsschulen entsenden: Der Träger verfolgt gemeinnützige Zwecke im Sinne des § 52 der Abgabenordnung. Er setzt festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder ehrenamtlich Tätige ein, die die in § 2 Abs. 5 näher beschriebene Qualifikation erfüllen. Bei Personen, die die Qualifikation nicht erfüllen, ist eine Einzelfallprüfung der fachlichen Eignung durch die Niedersächsische Landesschulbehörde notwendig, in die der Landesverband der niedersächsischen Musikschulen e. V. bzw. der Landesmu- sikrat Niedersachsen e. V. einbezogen werden können. Weitere Kooperationen mit anderen gemeinwohlorientierten Partnern, die musikalische Angebote unterbreiten, sind davon unberührt.

Außerhalb von Kooperationsverträgen können Einzelpersonen, die in einem Mitgliedsverband des Landesmusikrates Niedersachsen e. V. angehören, wie z. B. die Mitglieder des Deutschen Tonkünstler Verbandes (DTKV), als Fachkräfte außerunterrichtliche Angebote in Ganztagsschulen durchführen, sofern sie die in § 2 Abs. 5 näher beschriebenen Qualifikation erfüllen oder die Einzelfallprü- fung die fachliche Eignung bestätigt. Sie sind über einen Arbeitsvertrag zum Land zu beschäftigen. Da sie keinen Unterricht erteilen, erfolgt die Vergütung als Einzelperson nach den tarifrechtlichen Eingruppierungsregelungen für Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes.

Wenn der vorgenannte Personenkreis in einer Agentur beschäftigt ist, die Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter an Ganztagsschulen vermittelt, so ist zwischen Schule und Agentur ein Kooperationsvertrag ohne Arbeitnehmerüberlassung mit einer pauschalierten Kostenerstattung zu schließen.

(3) Das von der Ganztagsschule verantwortete und unter Beteiligung der regi- onalen Kooperationspartner erarbeitete Ganztagsschulkonzept ist integrativer Teil des Schulprogramms. Es trifft Aussagen zu den grundlegenden Gestal- tungsmerkmalen guter Ganztagsschule und wird regelmäßig von der Schule evaluiert. Die Evaluation schließt die außerunterrichtlichen Angebote der Kooperationspartner mit ein.

§ 2 Ziele und Schwerpunkte der Zusammenarbeit

(1) Der erweiterte zeitliche Rahmen einer Ganztagsschule sowie die Zusam- menarbeit verschiedener Professionen bieten hervorragende Voraussetzungen für die nachhaltige Implementierung grundlegender Gestaltungsmerkmale guter Ganztagsschule. Diese sind u. a.:

• individualisierte Lehr- und Lernmethoden, die auf die unterschiedlichen Stärken, Interessen und Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen eingehen i. S. v. Nr. 1.2 des in § 1 Abs. 1 benannten Erlasses,

• gute Sozialbeziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden sowie unter den Schülerinnen und Schülern, aber auch unter den Lehrenden unabhängig von ihrer Profession i. S. v. Nr. 1.2 und Nr. 3.8 des in § 1 Abs. 1 benannten Erlasses,

• hohe Kooperationsbereitschaft aller an der Ganztagsschule Tätigen, gegenseitige Wertschätzung der jeweiligen Professionen und Personen i. S. v. Nr. 3.8 des in § 1 Abs. 1 benannten Erlasses,

• konzeptionelle Verbindung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten i. S. v. Nr. 3.3 des in § 1 Abs. 1 benannten Erlasses.

(2) Die systematische Einbeziehung öffentlicher Musikschulen als Bildungs- partner in die Ganztagsschulen ermöglicht immer mehr Kindern und Jugend- lichen einen leichten Zugang zur musikalischen Bildung. Davon profitieren vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Ihr Bildungserfolg wird zunehmend von der sozialen Herkunft abgekoppelt und sie erfahren Teilhabe durch musikalische Bildung.

(3) Ziel dieser Vereinbarung ist es, ein qualifiziertes, inhaltlich umfassendes musikpädagogisches Angebot für alle Schülerinnen und Schüler zu gewähr- leisten.

(4) Interessierte Schülerinnen und Schüler sollen besonders an Ganztagsschu- len die Chance haben, entsprechend ihrem Leistungsvermögen musikalisch optimal gefördert zu werden.

(5) Außerunterrichtliche musikalische Bildungsangebote an Ganztagsschu- len sollen nur von pädagogisch und musikalisch qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden. Eine abgeschlossene musikpädagogische Hochschul- ausbildung oder eine vergleichbare musikpädagogische Ausbildung, wie z.B. eine erfolgreich abgeschlossene, mehrere Ausbildungsphasen umfassende, berufsbegleitende Weiterbildung eines anerkannten Weiterbildungsträgers in Verbindung mit entsprechender pädagogischer Praxiserfahrung sind dabei anzustreben.

(6) Die fachliche und pädagogische Verzahnung von Musikunterricht und außerunterrichtlichen musikalischen Angeboten mit außerschulischen mu- sikpädagogischen Angeboten ist anzuregen, an den gebundenen Formen der Ganztagsschulen i. S. v. Nr. 2.4 oder 2.5 des in § 1 Abs. 1 benannten Erlasses beinhaltet das eine Tagesstruktur, in der sich Unterricht und außerunterrichtli- che Angebote abwechseln (Rhythmisierung).

§ 3 Formen der Zusammenarbeit

(1) Die Zusammenarbeit erfolgt auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages zwischen einer Ganztagsschule und einem unter dem Dach des Landesmu- sikrates Niedersachsen e. V. oder des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen e. V. organisierten Kooperationspartners oder ggf. der in § 1 benannten Agentur.

(2) Die für die Kooperationen nach Abs. 1 zu schließenden Verträge beruhen auf den Mustern für Kooperationsverträge, die dem in § 1 Abs. 1 benannten Erlass beigefügt sind.

(3) Auch auf regionaler und lokaler Ebene bedarf die Kooperation im Rahmen der Ganztagsschule regelmäßiger Informations- und Dialogprozesse zwischen den Beteiligten. Die Unterzeichnenden werden diese Austauschprozesse un- terstützen, um Kommunikation und Vernetzung der Akteure vor Ort zu stärken.

(4) Den örtlichen Partnern wird darüber hinaus je nach Vertragsform empfoh- len, folgende Details zu beachten:

• Verfahrensabsprachen zur Angebotserstellung, -durchführung und -auswertung,

• räumliche, organisatorische und die Ausstattung betreffende Planungen,

• Klärung personeller Zuständigkeiten, Benennung von Ansprechpartnern sowie Vertretungsregelungen,

• gegenseitige Information und Teilnahme an Besprechungen bzw. Konfe- renzen der verantwortlichen Ansprechpartner des Kooperationspartners.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

(5) Ganztagsangebote sind für Schülerinnen und Schüler grundsätzlich kostenfrei. Schülerinnen und Schüler, die am Ganztagsangebot teilnehmen und die an einer öffentlichen oder privaten Musikschule zusätzlich kosten- pflichtigen Instrumental- oder Vokalunterricht erhalten, der in einem direkten Zusammenhang zu einer Schulveranstaltung und damit zum musikalischen Profil der Schule steht, können diesem in dem Zeitfenster der Ganztagsschule nachgehen. Sofern der außerschulische Musikunterricht parallel zu dem auße- runterrichtlichen Angebot der Ganztagsschule stattfindet (sogenanntes „Dreh- türmodell“) können die Schülerinnen und Schüler hierfür beurlaubt werden. Mit der Integration des außerschulischen Musikunterrichts in den verlängerten Schultag der Ganztagsschule öffnet sich die Schule in besonderem Maße für die mit dieser Vereinbarung bekräftigte Zusammenarbeit. Auf die Hinweise zum Drehtürmodell (s. Anlage 2) wird verwiesen.

§ 4 Schlussbestimmungen

(1) Die Vertragsparteien werden einander wechselseitig und frühzeitig über Veränderungen der jeweiligen die Zusammenarbeit betreffenden Rahmen- bedingungen informieren. Das schließt ggf. mögliche Erleichterungen bei der Überlassung von Arbeitnehmern ein.

(2) Diese Vereinbarung zur Zusammenarbeit an der Ganztagsschule beinhaltet, dass sich die Partner regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen. Das Land Niedersachsen, vertreten durch das Niedersächsische Kultusministerium, lädt dazu ein. Situationsabhängig wird entschieden, ob eine Einladung an alle Rahmenvereinbarungspartner ergeht oder ob Einzelgesprächen der Vorzug zu geben ist. Unabhängig davon werden Unstimmigkeiten mit dem Ziel der einvernehmlichen Klärung zeitnah im direkten Gespräch behandelt.

§ 5 Inkrafttreten / Bekanntmachung

(1) Die Vereinbarung tritt zum Schuljahr 2016/2017 in Kraft. Sie kann jederzeit einvernehmlich schriftlich ergänzt oder verändert werden.

(2) Die Vereinbarung wird vom Niedersächsischen Kultusministerium und dem Landesmusikrat Niedersachsen e. V. sowie dem Landesverband niedersäch- sischer Musikschulen e. V. auf geeignete Weise den Ganztagsschulen und den Mitgliedern beider Verbände sowie deren Mitgliedsorganisationen bekannt gemacht.

Am 31.08.2016 gemeinsam unterzeichnet von

Frauke Heiligenstadt Niedersächsische Kultusministerin

Prof. Dr. Franz Riemer Prädident des Landesmusikrates

Johannes Münter Vorsitzender des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen e.V.

Anlage 2: Hinweise zum Drehtürmodell (Bezug: § 3 Abs. 5 der Rahmenvereinbarung)

Das sogenannte Drehtürmodell integriert außerschulischen Musikschulun- terricht, der in einem direkten Zusammenhang zu einer Schulveranstaltung steht und damit das musikalisch-kulturelle Profil einer Schule stärkt, in das Zeitfenster der Ganztagsschule.

Außerschulischer Musikunterricht findet durch den verlängerten Schultag an Ganztagsschulen zunehmend weniger statt, da eine Verlagerung dieses Musik- unterrichts in die Abendstunden für Schülerinnen und Schüler nicht zumutbar ist. Mit dem Drehtürmodell wird eine zeitliche und räumliche Verzahnung beider Formen des Musikunterrichts angestrebt.

In Verbindung mit Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung zur Kooperation an öffentlichen Ganztagsschulen zwischen dem Landesmusikrat Niedersach- sen e. V., dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen e. V. und dem Niedersächsischen Kultusministerium wird das Drehtürmodell eingeführt, um so im Miteinander die gesellschaftlich bedeutsame musisch-kulturelle Bildung unvermindert zu ermöglichen. Dabei sind folgende Hinweise zu beachten:

(1) Nach § 23 Abs. 2 Satz 3 NSchG verbindet die Ganztagsschule auf der Grundlage des Ganztagsschulkonzeptes Unterricht und außerunterrichtliche Angebote zu einer pädagogischen und organisatorischen Einheit. Dies gilt für die offene wie für die gebundenen Formen der Ganztagsschule gleichermaßen. Mit dem gesetzlichen Anspruch an eine pädagogische und organisatorische Einheit der Ganztagsschule sind Brüche, die durch eine Beliebigkeit der Teil- nahme der Schülerinnen und Schüler im Ermessen der Erziehungsberechtigten entstehen können, unvereinbar. Daher erstreckt sich die Pflicht zur Teilnahme am Unterricht nach § 58 NSchG grundsätzlich auch auf die außerunterricht- lichen Angebote der (offenen) Ganztagsschule, sofern die Schülerinnen und Schüler hierzu angemeldet sind.

(2) Die hier von der Schulleitung auszusprechende Beurlaubung vom Ganztag zur Wahrnehmung des außerschulischen Musikunterrichts ist nur zulässig, wenn ein direkter Bezug zu einer Schulveranstaltung (wie beispielsweise das Mitwirken im Schulorchester) gegeben ist.

(3) Die außerschulischen Musikangebote im Zeitfenster der Ganztagsschule beschränken sich auf musikalische Bildung in Form von Einzel- oder Klein- gruppenunterricht. Nach Rücksprache mit der Schulleitung entscheiden die Erziehungsberechtigten, ob die Schülerin oder der Schüler diesen Einzel- oder Kleingruppenunterricht in den individuellen Lern- und Übungszeiten der GTS oder parallel zu den außerunterrichtlichen Ganztagsangeboten wahrnimmt.

(4) Findet der außerschulische Musikunterricht in den Räumen der Schule statt, ist die Zustimmung des Schulträgers Voraussetzung.

(5) Bei diesem außerschulischen Musikunterricht handelt es sich nicht um eine schulische Veranstaltung. Von daher besteht kein Versicherungsschutz über die Schule. Die Erziehungsberechtigten sind von der Schulleitung schriftlich darüber zu informieren.

(6) Die Beurlaubung ist auf maximal 90 Minuten pro Woche zu begrenzen.

(7) Es ist nicht zulässig, die Elternbeiträge für den kostenpflichtigen außer- schulischen Musikunterricht über das Schulgirokonto der Schule abzuwickeln. Die Abwicklung geschieht direkt zwischen den Erziehungsberechtigten und dem außerschulischen Partner.

4.3 Kulturelle Vielfalt und Integration

Kulturelle Vielfalt ist an öffentlichen Musikschulen ebenso normal und selbstverständlich wie die mu- sikalische und menschliche Begegnung von jungen und älteren Schülern, von Anhängern verschiedener Religionen oder von Liebhabern verschiedener Mu- sikstile. Spätestens mit der Potsdamer Erklärung des Verbandes deutscher Musikschulen haben die Träger öffentlicher Musikschulen alle Grenzen für alle Men- schen in ihrem kommunalen Zuständigkeitsbereich aufgehoben. Ausgehend von dem Grundgedanken der Inklusion ist es eine Selbstverständlichkeit, dass allen Menschen, die Musik machen wollen, die Teilhabe an den Bildungsangeboten öffentlicher Musikschulen möglich sein muss.

Öffentliche Musikschulen sind Teil der kommunalen Bildungslandschaft. Sie tragen im Rahmen ihrer Mög- lichkeiten und gemäß ihres öffentlichen Auftrages, musikalische Bildung zu fördern, Mitverantwortung für eine (Lebens-) Perspektive des Einzelnen und des Gemeinwesens. Vor diesem Hintergrund sind öffentliche Musikschulen aufgerufen, zielführende Angebote für geflüchtete Menschen zu entwickeln und beizusteuern. Denn Musik, erst recht, wenn sie von unterschiedlichen kulturellen Einflüssen geprägt ist, führt Menschen zusammen und lässt sie mitein- ander agieren, wo sprachliche Barrieren eine verbale Verständigung erschweren.

Für öffentliche Musikschulen bieten sich vielfältige Möglichkeiten, die Basis für eine gelingende Integra- tion mitzugestalten. Diese große gemeinschaftliche Aufgabe verlangt einmal mehr partnerschaftliches Handeln aller Partner vor Ort, insbesondere der eigenen Träger und politisch Verantwortlichen. Musikschulen als traditionell hürdenfreie Lern- und Erlebnisorte für die globale Sprache Musik genießen hier einen Erfahrungs-, Struktur- und Kompetenz- vorsprung, den sie mit Engagement und Mut in den Dienst der neuen Aufgabe stellen.

Ein Ziel musikschulischer Arbeit ist es, voneinander zu lernen und das Andere als Bereicherung der eigenen Kultur zu erfahren. Aufsuchende musische Bildungs- arbeit weckt die Freude an Austausch und Dialog und ermöglicht einen ersten kulturellen Einblick in

Dialog und ermöglicht einen ersten kulturellen Einblick in das neue Lebensumfeld. Offene, niedrigschwellige, ggf.
Dialog und ermöglicht einen ersten kulturellen Einblick in das neue Lebensumfeld. Offene, niedrigschwellige, ggf.

das neue Lebensumfeld. Offene, niedrigschwellige, ggf. aufeinander aufbauende Angebote lassen eine erste Annäherung an ein musikalisches Miteinander und den Beginn einer Vermittlung unserer Werte zu. Wünschenswert ist das gemeinsame Lernen in integrativen Gruppen. Ideale Anknüpfungsfelder dazu bieten sich im Rahmen von Kooperationen mit Kitas und allgemein bildenden Schulen. Insoweit ist auch das niedersächsische Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik!“ eine ideale Plattform für eine gelingende Einbindung von Kindern mit Fluch- terfahrung in unsere Gesellschaft. Einer Abfrage des Landesverbandes zufolge werden in den landesgeför- derten Kooperationsprojekten bereits mehr als 1.000 Jungen und Mädchen mit Fluchterfahrung erreicht.

Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) hat in Zu- sammenarbeit mit seinen Landesverbänden im Sep- tember 2016 eine ausführliche Handreichung mit dem Titel Zur Integration von Geflüchteten an Musikschu- len erarbeitet. Sie enthält Leitgedanken und konkrete Handlungsempfehlungen, wie Musikschulen zielfüh- rende Beiträge im Rahmen ihrer gesamtgesellschaft- lichen Verantwortung leisten können. Im zweiten Teil der Handreichung sind Exkurse und Materialien sowie Empfehlungen zur Durchführung von Projekten mit Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften, Informatio- nen zu unbegleiteten Minderjährigen, zu Geflüchteten als Lehrkräften bis hin zu Finanzierungsmöglichkeiten enthalten.

Ferner werden beispielgebende Angebote öffentli- cher Musikschulen zur Integration von Geflüchteten

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 „Es ist das Wesen der Künste, dem vermeintlich Fremden

„Es ist das Wesen der Künste, dem vermeintlich Fremden Raum zu geben“

„Kulturen entwickeln sich immer nur dann weiter, wenn sie Impulse von außen erhalten und wenn sie sich austauschen. Die Kulturge- schichte ist daher letztlich immer auch Migrationsgeschichte. Auch dass Armut und Krieg die treibenden Kräfte solcher Migration sind, ist nicht neu. Damit kommt der Kulturpolitik und den Kultureinrich- tungen eine ungemein wichtige Bedeutung zu: Kunst und Kultur können diesem Austausch, dieser gegenseitigen Befruchtung, einen Ermöglichungsort anbieten. Gerade Kunst und Kultur eignen sich in besonderem Maße als Aushandlungsort zur Beantwortung der Frage, wie wir miteinander leben wollen. Denn es ist das Wesen der Künste, andere Perspektiven einzunehmen und dem vermeintlich Fremden Raum zu geben.

In der Praxis wird kulturelle Teilhabe immer noch allzu häufig ver- standen als Kulturvermittlung, im Sinne eines Vertrautmachens mit dem bestehenden, tradierten Kulturbetrieb und seinen Angeboten. Es geht aber nicht darum, Kulturgewohnheiten zu ändern oder einen Kanon zu vermitteln, es geht nicht um eine Gebrauchsanweisung für den deutschen Kulturbetrieb, sondern es geht darum, Wünsche und Erwartungen der Migrantinnen und Migranten wahrzunehmen und auszuhandeln, wie diese Erwartungen erfüllt werden können. Sie mit ihren Erfahrungen und Lebenswelten vorkommen zu lassen.“

ihren Erfahrungen und Lebenswelten vorkommen zu lassen.“ Dr. Gabriele Heinen-Kljajić Niedersächsische Ministerin

Dr. Gabriele Heinen-Kljajić Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur anlässlich der Veranstaltung „cross-culture“ am 11.08.2016 in Hannover

aufgelistet. Diese Praxisbeispiele werden auf der Internetseite: www.musikschulen.de/aktuelles/fluecht- linge/index.html laufend aktualisiert.

Die Handreichung kann über die VdM-Bundesge- schäftstelle bezogen werden (www.musikschulen.de).

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat über einen regelmäßig stattfindenden „jour fixe“ alle Kulturverbände und Akteure in die Diskussion und Entwicklung von möglichen Hand- lungsfeldern zur Integration geflüchteter Menschen eingebunden. Der jour fixe bot nicht nur den wichtigen Rahmen für Vermittlung und Austausch von Informa- tionen, sondern war auch Anknüpfungspunkt für die Ausarbeitung spezifischer Zielsetzungen und Ange- botsformate in spartenorientierten Arbeitsgruppen. Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen hat sich gemeinsam mit dem Landesmusikrat Nieder- sachsen und der Musikland Niedersachsen GmbH in einer AG Musik an der konzeptionellen Ausarbeitung möglicher Förderstrukturen beteiligt. Wesentliche Zielstellung war es, geflüchteten Musikern vielerlei Kontakte zur Musikszene Niedersachsens zu ermög- lichen. Ein konkretes Ergebnis dieser Arbeitsgruppe ist die neugegründete Servicestelle Welcome Board, mit deren Aufbau die Musikland Niedersachsen gGmbH beauftragt wurde. Aufgabe der Servicestelle ist es, geflüchtete Musiker und Musikerinnen sowie interessierte Partner der niedersächsischen Musik- landschaft zu identifizieren, zu registrieren und gezielt zu beraten und zu vernetzen. Auch ganz praktische Unterstützung bei der Suche nach Instrumenten, Proberäumen, Auftritts- und Arbeitsmöglichkeiten wird gegeben. Als wichtige Partnereinrichtungen gelten allen voran die Musikschulen, die als zentrale Orte der Musikvermittlung ideale Voraussetzungen für zwischenmenschliche Begegnung, fachlichen Austausch und für die Entwicklung kultureller Vielfalt in den Regionen Niedersachsens bieten.

www.welcomeboard-niedersachsen.de

www.welcomeboard-niedersachsen.de

4.4 Projekt „Musik, Sprache, Teilhabe“

Musik unterstützt den Spracherwerb. Das Quali- fizierungsprojekt „Musik, Sprache, Teilhabe“ der Bertelsmann Stiftung und des Niedersächsischen Kultusministeriums nutzt das Potenzial der Musik für die Förderung von Chancengerechtigkeit, durchgän- giger Sprachbildung und Teilhabe, besonders von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen. Es setzt Musik als Medium und Handwerkszeug für die päda- gogische Praxis ein und nutzt das Potential der Musik für durchgängige (Sprach-) Bildungsangebote für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche.

Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen wurde als wichtiger Partner in die Projektentwicklung einbezogen. Zum einen, um die wichtige Zielgruppe der Musikschullehrkräfte berücksichtigen zu können und zum anderen, da sich die zahlreichen bereits vorhandenen Kooperationen zwischen Musikschulen, Kindertageseinrichtungen und allgemein bildenden Schulen als prädestinierte Praxisfelder für die Umset- zung der Weiterbildung anbieten.

Sprache ist der Schlüssel für Bildungserfolg, sozia- le Integration und kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe. Um den Spracherwerb zu unterstützen, braucht es durchgängige Bildungsangebote entlang der verschiedenen (bildungs-) biographischen Statio- nen des Ankommens und Bleibens in Deutschland: in Erstaufnahmeeinrichtungen, Sammelunterkünften, in der Kita, im Regelunterricht und im Ganztag, von der Grundschule bis zu weiterführenden Schulen ebenso wie in Musikschulen oder soziokulturellen Zentren.

Qualifizierungskonzept: modular und bedarfsorientiert „Musik, Sprache, Teilhabe“ stellt die Förderung des Spracherwerbs über das Medium der Musik in den Fokus und will ein bedarfsorientiertes, modulares Qualifizierungskonzept entwickeln, in der Praxis erproben und evaluieren. Verfolgt wird ein ganzheitli- cher und systemischer Ansatz, weil eine erfolgreiche durchgängige Sprachbildung Aufgabe der gesamten Institution und damit aller Akteure in der pädagogi- schen Praxis ist.

und damit aller Akteure in der pädagogi- schen Praxis ist. Neue Wege, Angebote und Formate tragen

Neue Wege, Angebote und Formate tragen zur Kom- petenzentwicklung von pädagogischen Fachkräften in unterschiedlichen Settings bei. Besonders auch Fachfremde werden ermutigt und angeleitet, Musik als wertvolles Medium und Handwerkszeug für die eigene pädagogische Praxis zu nutzen. Gemeinsam werden verschiedene Methoden der Vermittlung, die Teilhabe auch ohne gemeinsame verbale Sprache ermöglichen und den (direkten und indirekten) Spra- cherwerb fördern, erprobt und reflektiert.

Zielgruppen: Wer braucht was? Die Qualifizierungsangebote werden passgenau zuge- schnitten für:

• Lehrkräfte und Lehrkräfte im Vorbereitungs- dienst aller Schulformen, -stufen und Fächer

• Pädagogische Fachkräfte im Ganztag, in Kitas, Musikschulen, Jugend- und Kultureinrichtungen

• Leitungskräfte aller Bildungs- und Kultureinrich- tungen

• Haupt- und ehrenamtliche Kräfte in Einrichtungen der Flüchtlingshilfe

• Multiplikatoren im Beratungs- und Unterstüt- zungssystem für Bildungseinrichtungen

und Unterstüt- zungssystem für Bildungseinrichtungen Weitere Infos: www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-

Weitere Infos:

www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-

projekte/musikalische-bildung/projektthe-

men/musik-sprache-teilhabe

Weitere Infos: www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere- projekte/musikalische-bildung/projektthe- men/musik-sprache-teilhabe

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

4.5 VIFF-regional

Netzwerke zur Förderung musikalisch besonders begabter Kinder im Rahmen des Förderprogramms „Hauptsache:Musik Niedersachsen“.

Das Programm VIFF-regional wurde im Schuljahr 2007/08 gemeinsam vom Niedersächsischen Kultus- ministerium, der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und dem Landesverband nieder- sächsischer Musikschulen ins Leben gerufen und wird seitdem als kontinuierliche Fördermaßnahme über das Förderprogramm Hauptsache:Musik Niedersach- sen unterstützt und weiter entwickelt. Es ergänzt das Ausbildungskonzept im Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter (IFF) an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Das ursprüng- lich zentral in Hannover an der Hochschule für Musik, Theater und Medien organisierte VIFF-Modell wurde in enger Kooperation mit dem IFF in den Regionen Niedersachsens zunächst auf drei, seit dem Schuljahr 2013/14 auf fünf VdM-Musikschulen an den Standor- ten Braunschweig, Hildesheim, Oldenburg, Osnabrück und Stade übertragen. Zielsetzung von VIFF-regional ist die wohnortnahe Förderung musikalisch beson- ders begabter Kinder im Flächenland Niedersachsen. Das Förderkonzept orientiert sich an den langjährigen Erfahrungen des international renommierten Instituts zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter (IFF/ VIFF) an der Hochschule für Musik, Theater und Medi- en Hannover (HMTMH).

Um vergleichbare curriculare Unterrichtsstandards und hohe Ausbildungsqualität gewährleisten zu können, arbeiten die Musikschulen regelmäßig eng mit der Institutsleitung des IFF an der HMTMH (Prof. Martin Brauss, Prof. Christoph Hempel) sowie aus- gewählten IFF-Dozenten zusammen. So finden die obligatorischen Aufnahme- und Zwischenprüfungen ausnahmslos in Begleitung eines Vertreters des IFF statt. Nach bestandener Eignungsprüfung werden die Kinder mit einem ergänzenden Unterrichtsange- bot der Musikschulen von qualifizierten Lehrkräften der Musikschulen in ihrer weiteren musikalischen Entwicklung unterstützt. Hierbei handelt es sich um Angebote in den Fächern Rhythmik/Musik und Bewe- gung, Gehörbildung, Musiklehre, Tonsatz, Improvisati- on und Ensemblespiel. Exkursionen und Fahrten, etwa

on und Ensemblespiel. Exkursionen und Fahrten, etwa zur Begegnung mit den Schülern aller VIFF-regional Schulen

zur Begegnung mit den Schülern aller VIFF-regional Schulen und mit TeilnehmerInnen am IFF/VIFF an der HMTMH sowie spezifische Workshopangebote und Probenwochenenden runden das musikpädagogische Angebot ab.

Konstant hohe Schülerzahlen und eine bemerkens- werte Leistungsdichte weisen auf die hohe Akzeptanz im Einzugsgebiet der eingebundenen Musikschulen hin. Angesprochen sind nicht nur Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Musikschulen, sondern auch an Kinder, die an privaten Musikschulen oder von Privatmusiklehrkräften unterrichtet werden und selbstverständlich weiterhin dort ihren Unterricht erhalten können.

Im aktuellen Förderzeitraum Schuljahr 2016/17 wer- den an den fünf Standorten insgesamt 65 besonders begabte Schülerinnen und Schüler mit einem ergän- zenden Unterrichtsangebot gefördert.

VIFF-regional in Braunschweig

Das seit Beginn des Jahres 2014 umgesetzte Vorha- ben, das Projekt VIFF-regional in Braunschweig und Umgebung bekannter zu machen, wurde kontinuier- lich fortgeführt. So wurden u.a. auch zahlreiche Ins- trumentallehrkräfte der umliegenden Musikschulen eingebunden und gebeten, interessierte Schülerinnen, Schüler und Eltern über die Möglichkeiten des aus Landesmitteln geförderten Projektes VIFF-regional zu informieren. Ferner wurde eine Pressemittei- lung über die Stadt Braunschweig an die regionale Tagespresse herausgegeben und Kitas sowie Schulen erhielten Flyer per Post.

Die Schülerinnen und Schüler im VIFF-regional an der Städtischen Musikschule Braunschweig werden derzeit in drei unterschiedlichen Kursen von drei ver- schiedenen Lehrkräften unterrichtet: Sie erhalten wö- chentlich 60 Minuten Gehörbildungs- und Musikthe- orieunterricht, 45 Minuten chorische Stimmbildung und 45 Minuten Unterricht im Bereich Rhythmus, Takt und Metrum. Im letzteren Fach wird eine große Band- breite an verschiedenen Schlaginstrumenten in den Unterrichtsräumen für Schlagzeug in der Grundschule Rühme hinzugezogen. Die anderen Fächer finden in einem der beiden zentralen Musikschulgebäude statt.

Im Rahmen des Eignungstests 2016 stellten sich 13 Kinder vor. Hiervon konnten neun Kinder erfolgreich in das Förderprogramm aufgenommen werden. An- lässlich des letztjährigen Sommerfestes konnten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich bereits mit einem beachtlichen Programm präsentieren.

sich bereits mit einem beachtlichen Programm präsentieren. Teilnehmerinnen des neuen VIFF-regional-Jahrgangs Foto:

Teilnehmerinnen des neuen VIFF-regional-Jahrgangs Foto: Michaela Heyse, Stadt Braunschweig

Foto: Michaela Heyse, Stadt Braunschweig Einen besonderen Weg beschreitet die Städtische Mu-

Einen besonderen Weg beschreitet die Städtische Mu- sikschule Braunschweig, um die Kinder, die noch nicht aufgenommen werden konnten, jedoch ein besonde- res Potenzial und wachsendes Interesse an ergän- zender, allgemeiner und vertiefender musikalischer Bildung erkennen ließen, besonders zu fördern und sie weiter zu qualifizieren. Mit einem Unterrichtsan- gebot in Musiktheorie und Gehörbildung möchte die Musikschule diesen Kindern begegnen und sie nach Möglichkeit an dem Projekt VIFF-regional teilhaben lassen.

Die Musikschule führt den musikalischen Nachwuchs so auf möglichst breiter Basis an eine qualifizier- te Instrumental- oder Vokalausbildung heran und begleitet die jungen Schülerinnen und Schüler in das VIFF-regional hinein. Durch individuelle Beratung und Unterstützung können die Kinder anschließend an weiterführenden Förderprojekten wie dem VIFF und IFF an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover teilnehmen. Die Verantwortlichen freuen sich über die wachsende Sympathie für qualifizierte musikalische Ausbildungen und hoffen auf eine wei- tere Stärkung des Themas in der öffentlichen Wahr- nehmung in Braunschweig und Umgebung. Daniel Keding

VIFF-regional an der Musikschule Hildesheim

Die Musikschule Hildesheim betreibt seit dem Früh- jahr 2014 die Frühförderung musikalisch besonders begabter Kinder im Rahmen des Projektes VIFF-regi- onal: Der „Gründungs“-Jahrgang mit den drei Schülern des dritten und damit und letztmöglichen Förderjahrs wird also mit dem Ende des Schuljahrs 2016/17 den Unterricht erfolgreich beenden. Im ersten und zweiten Förderjahr befinden sich aktuell insgesamt neun Schüler im Alter von 8 bis 9 Jahren. Zum neuen Schul- jahr wird mit Neuzugängen von ca. sechs Schülern gerechnet, so dass das Projekt sich mehr und mehr etablieren kann. Nach bestandener Eignungsprüfung erhalten die Kinder ihren Unterricht im Hauptinstrument überwie- gend von Lehrkräften der Musikschule Hildesheim. Der wöchentliche Unterricht in Musiktheorie und Gehörbildung wird von Prof. Hempel erteilt. Im ersten

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

„Wer über Musik Bescheid weiß, kann sich besser hineinversetzen“

Drei Jahre Musiktheorie-Kurs im VIFF-regional an der Musikschule Hildesheim

Drei Jahre liegt es zurück, als Linus (12), Lony (11) und Mi- chelle (11) im Frühjahr 2014 als Achtjährige mit dem Musik- theorie-Kurs im VIFF-regional begannen. Sie waren VIFF- Schüler der „ersten Stunde“, und schon bald hatten sie die Grundlagen wie saubere Notenschrift, Intervalle, Rhythmus und Tonleitern hinter sich und begannen zu „komponieren“:

ein Rhythmusrondo auf eigene Texte, Akkordbegleitungen zu Folksongs und Volksliedern, eigene Melodien über vorge- gebene Harmoniefolgen, Kadenzen in Dur und Moll, Variati- onen über eine gegebene Melodie. Auch die „große Musik“ kam nicht zu kurz: Wir studierten Partituren und lernten die Orchesterinstrumente in Bild, Klang, Notation und mit ihrem Platz in der Partitur kennen. Dazu dienten eindrucksvolle, illustrative Orchesterwerke der Romantik von Humperdincks „Hänsel und Gretel“ bis Dukas’ „Zauberlehrling“.

In einem zeitgemäßen Theorieunterricht dürfen auch die Medien nicht fehlen: Die Kinder lernten den Umgang mit einer Musikproduktions-App auf dem Tablet, experimentierten mit Synthesizerklängen, sprachen und spielten ins Mikrofon und bearbeiteten die Aufnahmen. Ein selbstgedichteter Limerick wurde im Unterricht vertont, eingespielt und im „Westen- taschenstudio“ auf dem Tablet produziert. Das Gelingen ermutigte, und eine Video-Vertonung schloss sich an, die wir demnächst noch vollenden werden.

Mit Linus, Lony und Michelle, die mit Ende des Schuljahrs im Sommer ihre VIFF-regional-Ausbildung beenden, steht nun noch eine vorsichtige Loslösung von gewohnten Musikstilen auf dem Programm: Wir wollen neue Kompositionstechni- ken kennenlernen und damit gestaltend umgehen, etwa bei der klanglichen Realisierung außermusikalischer Bilder und Eindrücke. Schauen wir mal, was daraus wird

In einem kleinen Interview fragte ich die drei, was sie als Er- gebnisse des Unterrichts aus diesen drei Jahren mitnehmen.

Ihr seid jetzt 3 Jahre im VIFF, ihr wart die erste „VIFF-Gene- ration“. Wie hat es euch gefallen, was habt ihr eurer Mei- nung nach dazugelernt? Michelle: Wir haben viel dazugelernt: In der Schule kommt man jetzt schneller voran. Linus: Ich finde, wir haben viele Fachbegriffe gelernt, wie man sich das errechnet und selbst ein bisschen komponiert, und das hat mir sehr geholfen, das mit Tonika und Subdominante und Dominante und so; das fand ich gut. Lony: Ich fand es gut, dass wir auch mit den Instrumenten was gemacht haben.

Gab es „Highlights“, die euch besonders in Erinnerung sind? Linus: Wir haben ja in dieser Zeit zwei Limericks vertont. Ich fand die Vertonungen, die wir geschrieben haben, schön, und als wir dann das Video gemacht haben mit Vertonung, das war auch sehr schön.

Und gab es auf der anderen Seite Themen, die vielleicht lang- weiliger oder schwer verständlich waren oder mit denen ihr nicht so viel anfangen konntet? Linus: Ich fand das mit der Tonika und der Dominante und so am Anfang schwierig; das habe ich erst vor kurzem verstan- den.

Ihr habt jetzt viel über Musik gelernt. Meint ihr, dass ihr jetzt anders Musik hört oder Musik macht nach diesen drei Jahren? Michelle: Ich höre noch genauso gern Musik, und ob ich an- ders Musik mache, kann ich nicht sagen.

Die Musiktheorie war also eher ein „Spaß für sich“? Lony: Ja.

Meint ihr, dass man einen Gewinn hat für das Musikhören oder Musikmachen, wenn man über die Musik Bescheid weiß? Das tut ihr ja jetzt besser als vorher. Linus: Auf jeden Fall. Da kann man sich viel besser hineinver- setzen. Und kann auch die Stimmung besser aufnehmen. Lony: Ich fand das mit dem Rhythmus gut.

Also doch auch ein Gewinn für das Musikmachen! Alle: Ja klar!

Angenommen, ihr hättet noch einmal ein Jahr Unterricht, was würdet ihr gern noch kennen- lernen?

Lony: Schwierige Frage! Linus: Mir hat das immer sehr gut gefallen, wir haben ja immer mal Stücke gehört, Zauber- lehrling und Partitur und so, das hat mir immer viel Spaß gemacht, das würde ich gern wieder machen. Und selber Stücke machen, selbst so Sachen vertonen.

Und selber Stücke machen, selbst so Sachen vertonen. Die VIFF-Musiktheoriegruppe der Musikschule Hildesheim mit

Die VIFF-Musiktheoriegruppe der Musikschule Hildesheim mit ihrem Dozenten Prof. Christoph Hempel / Foto: Musikschule Hildesheim e.V.

Prof. Christoph Hempel / Foto: Musikschule Hildesheim e.V. Seit einem halben Jahrhundert bereichert der Landesverband

Seit einem halben Jahrhundert bereichert der Landesverband niedersächsischer Musikschulen die

musikalische Bildung und Erziehung in unserem Land.

)Gerade (

in der aktuellen Flüchtlingssituation zeigt

sich erneut, dass die Musikschulen insbesondere auch denjenigen einen Zugang zu Musik eröffnen, denen dieser aus verschiedensten Gründen sonst verschlossen bliebe.

Almuth von Below-Neufeldt Kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

Sprecherin der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag Förderjahr steht hier die Förderung grundlegender
Sprecherin der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag Förderjahr steht hier die Förderung grundlegender

Förderjahr steht hier die Förderung grundlegender Fähigkeiten im Vordergrund: Notenschrift, Tonarten und Tonleitern, elementarer Umgang mit Rhythmus, Intervallen etc. Mit der zunehmenden Komplexität der Inhalte ab dem zweiten Förderjahr geht eine größe- re Methodenvielfalt einher: Instrumentenkunde in Bild, Ton und live-Vorführungen, kleine rhythmische, harmonische und melodische Gestaltungsaufgaben, mehrstimmiges Notenbild bis zur Partitur, Transpo- sition, musikalische Rhythmisierung von Sprache und vieles mehr.

Als „roter Faden“ durch alle Unterrichtsthemen zieht sich das Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis, zwischen Lernen und Ausprobieren: Zu allen Themen, auch auf ganz elementarem Niveau, gibt es kleine „Kompositions“-Aufgaben, die mit instrumenta- len oder vokalen Mitteln in der Gruppe ausprobiert werden, so dass ein Gleichgewicht zwischen systema- tischem Lernen und Spaß an eigener Gestaltung ent- steht. Die Gehörbildung ist keine separate Disziplin, sondern begleitet sämtliche behandelten Themen. Das dritte Fach umfasst im Wechsel unterschiedliche Beschäftigungsarten mit Musik: Musical, Tanz und szenische Darstellung, Musik&Yoga. Für das nächs- te Schuljahr sind Kinderchor mit Stimmbildung und Percussionsensemble geplant. Meist finden diese Un- terrichte blockweise am Wochenende statt. Zwischen den Instrumentallehrkräften und den Lehrkräften des zweiten und dritten Fachs besteht ein ständiger Infor- mationsaustausch.

Die Leester-Musikschul-Stiftung hat in diesem Jahr Stipendien vergeben, die den Kindern in Form eines finanzierten umfangreicheren Unterrichtsangebots zugute kommen. Die jährlichen VIFF-regional-Prüfun- gen bestehen aus einem Vorspiel auf dem Haupt- instrument sowie einer Gruppenprüfung im Fach Musiktheorie/Gehörbildung. Auf die Prüfungsform der Klausur wird in Anbetracht des Alters der Kinder verzichtet. In die „VIFF-Zeit“ der Kinder fällt der Übergang in die weiterführende Schule. Hildesheim hat eine hohe Dichte an Gymnasien; fast alle VIFF-Kinder wechseln auf ein Gymnasium und haben im Fach Musik dort einen guten Stand, d.h. sie bewegen sich dort in der Regel im Einser-Bereich.

Prof. Christoph Hempel

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 VIFF-Kinder aus Oldenburg bei der Einstudierung von „Irish

VIFF-Kinder aus Oldenburg bei der Einstudierung von „Irish Tunes“ im Elementarmusikraum der Kreismusikschule Leer mit Workshopleiter Philipp Pumplün (rechts) / Foto: Sandra Berariu

VIFF-regional in Oldenburg

VIFF-regional in Oldenburg war auch im Jahr 2016 wieder sehr ereignisreich. Nach wie vor wird das Kon- zept aus Unterricht in Theorie und Gehörbildung sowie Rhythmik und Jazzimprovisation sehr gut angenom- men. Herauszuheben ist die Probenfahrt, die ge- meinsam mit allen VIFF-Kindern nach Leer stattfand. Die Fahrt begann mit dem Besuch des „Two Tribes one Spirit“ Konzertes im Theater an der Blinke. Das Konzert war für alle Beteiligten hochgradig inspirie- rend. Am folgenden Tag standen sowohl Kompositi- onsworkshops als auch gemeinsames Musizieren auf dem Programm. Die gesamte Gruppe wuchs durch die Arbeitsphase zusammen. Insgesamt nahmen 4 VIFF- Kinder am Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Alle haben sich dabei für den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ qualifiziert.

Insgesamt fällt auf, dass der neben dem Instrumen- talunterreicht zusätzlich wahrzunehmende 2stündige Theorie-, Gehörbildungs-, Rhythmik- und Improvisati- onsunterricht gerade für Kinder im Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule nicht immer einfach umzusetzen ist. Andererseits gibt es Kinder, die nach Ablauf der 3 Jahre Förderzeitraum gerne im Projekt VIFF-regional weitermachen würden, bzw. sich gerne auch darüber hinaus intensiver mit Musik- theorie auseinandersetzen wollen. Hierfür geeignete Angebote oder Modifizierungen zu schaffen wird das Hauptaugenmerk der Förderarbeit in 2017 bestimmen. Holger Denckmann

VIFF-regional an der Musik- und Kunstschule Osnabrück

Das Schuljahr 2016/17 konnte mit sechs neuen VIFF- regional-Kindern starten, die mit den neuen Unter- richtsfächern Musiktheorie und Gehörbildung und dem Percussionensemble ihre Ausbildung an der Mu- sik- und Kunstschule Osnabrück erweitern werden. Zu Beginn des Schuljahres konnten sich die Förder- programme VIFF-reional und SVA über einen Spen- denbetrag der Bürgerstiftung Osnabrück freuen, die damit die Arbeit der Musik- und Kunstschule mit fördert und mit Stipendien die Teilnahme der Schüler an den Förderprogrammen unterstützt.

In einer Sonntagsmatinee in den schönen Räumlich- keiten des Botanischen Gartens sorgten unsere Schü- ler mit musikalisch hochwertigen Beiträgen für den musikalischen Rahmen und führten die Zuhörer vom Fagottkonzert bis zum Bandauftritt auf eine Reise durch die Epochen und Stilistiken. Das anschließende Mittagsbuffet bot für Eltern, Schüler und Förderer der Bürgerstiftung Gelegenheit sich kennenzulernen und auszutauschen und rundete den Sonntag gelungen ab.

Da das Auftrittstraining ein wichtiger Bestandteil für die instrumentale Weiterentwicklung ist, fand auch in diesem Schuljahr ein gemeinsames Konzert im Rahmen der Musikschulkonzertreihe SonnTakte statt. Mit einem bunten Programm mit solistischen Beiträgen aller VIFF-regional Kinder und dem Auftritt des Percussionensembles gestalteten die Kinder ei- nen schönen Sonntagvormittag. Doch auch die Eltern

ei- nen schönen Sonntagvormittag. Doch auch die Eltern VIFF-Regional-Schülerinnen und –Schüler im

VIFF-Regional-Schülerinnen und –Schüler im Gehörbildungsunterricht Foto: Jasmin Pal

konnten ihr musikalisches Können ausprobieren und brachten bei einer kleinen Percussionimprovisation mit dem Publikum (Leitung: Gerhard Stengert) den Raum zum Grooven.

Auch in diesem Jahr soll es wieder die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Konzert geben, so dass das „VIFF-SonnTakte“ allmählich zum festen Bestandteil der Veranstaltungsreihe werden kann. Doch nicht nur für die solistischen Auftritte darf fleißig geprobt werden - gespannt erwarten wir schon das zehnjäh- rige VIFF-Jubiläum, das in 2017 in Hannover gefeiert werden soll.

VIFF-regional in Stade

Jasmin Pal

Im Rahmen der Aufnahme- und Zwischenprüfungen für den neuen VIFF-regional-Jahrgang, die im Juni letzten Jahres unter der Leitung von Herrn Prof. Chris- toph Hempel stattfanden, konnten sich vier weitere Kinder als Teilnehmer für das Förderprogramm VIFF- regional qualifizieren. Fünf Teilnehmer der vorange- gangenen Jahrgänge konnten in das jeweils nächste Förderjahr übernommen werden. Somit laufen jetzt drei Jahrgänge parallel mit einer instrumental recht bunten Mischung (Klavier, Violine, Schlagzeug, Gesang und Horn). Im Jahr 2016 fand der ergänzende Unter- richt in Musiktheorie, Gehörbildung und Rhythmus- training nach wie vor alle 14 Tage samstags statt. Während die ergänzenden Unterrichtsfächer auch weiter in den bewährten Händen von Małgorzata Seewald und Bernd Freydanck lagen, blieb die orga- nisatorische Leitung der Abteilung VIFF-regional bei Barbara Hofmann.

Die besondere Herausforderung liegt darin, in dieser flächenmäßig sehr weitläufigen Region begabte Kin- der für die Teilnahme am Projekt VIFF-regional zu be- geistern. Sie und vor allem auch ihre Eltern gilt es zu überzeugen, jeden zweiten Samstag viele Kilometer zur Musikschule zu fahren und ihren „Familiensams- tag“ zu opfern. Eine recht gute Unterstützung stellten die mehrfach erfolgten Berichte über die Musikschule und das besondere landesweite Förderprogramm VIFF-regional in den örtlichen und überregionalen Zeitungen dar.

in den örtlichen und überregionalen Zeitungen dar. Bei einem Konzert am 6.11.2016 konnten die VIFF-

Bei einem Konzert am 6.11.2016 konnten die VIFF- regional-Teilnehmerinnen und –teilnehmer sich mit ihrem Können einem größeren Publikum präsentie- ren. Einige Teilnehmer nutzten dieses Konzert, um ihre für den Wettbewerb „Jugend musiziert“ vorbe- reiteten Stücke erstmalig öffentlich aufzuführen. Es werden insgesamt 5 der 9 Kursteilnehmer bei „Jugend musiziert“ antreten. Sie vertreten die Sparten Klavier Solo, Gesang, Violine Duo und Streichquartett. Dies zeigt einmal mehr auf, mit welch hoher Qualität die Kreismusikschule Stade sowohl begabte Solisten als auch die Ensemblearbeit und das gemeinsame Musi- zieren fördert.

Am 3.6.2017 findet die nächste Zwischen- bzw. Aufnahmeprüfung statt. Die Werbung läuft und die Musikschule wünscht sich weiteren Zuwachs an inte- ressierten, musikbegeisterten Kindern. Barbara Hofmann

ressierten, musikbegeisterten Kindern. Barbara Hofmann Partner des Programms VIFF-regional VIFF-regional ist ein
ressierten, musikbegeisterten Kindern. Barbara Hofmann Partner des Programms VIFF-regional VIFF-regional ist ein

Partner des Programms VIFF-regional

VIFF-regional ist ein Verbundprojekt von fünf VdM-Musik- schulen und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Es wird vom Niedersächsischen Kultusminis- terium über das Aktionsprogramm Hauptsache:Musik Niedersachsen gefördert.

Es wird vom Niedersächsischen Kultusminis- terium über das Aktionsprogramm Hauptsache:Musik Niedersachsen gefördert.
Es wird vom Niedersächsischen Kultusminis- terium über das Aktionsprogramm Hauptsache:Musik Niedersachsen gefördert.
Es wird vom Niedersächsischen Kultusminis- terium über das Aktionsprogramm Hauptsache:Musik Niedersachsen gefördert.
Es wird vom Niedersächsischen Kultusminis- terium über das Aktionsprogramm Hauptsache:Musik Niedersachsen gefördert.
Es wird vom Niedersächsischen Kultusminis- terium über das Aktionsprogramm Hauptsache:Musik Niedersachsen gefördert.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

4.6 Kultur wirkt! – Initiative des Arbeits- kreises Niedersächsischer Kulturverbände

Der Arbeitskreis niedersächsischer Kulturverbände (akku) ist ein Zusammenschluss von derzeit 15 Lan- desverbänden und Dachorganisationen staatlicher, kommunaler und freier Kulturträger in Niedersachsen.

akku versteht sich als Sprachrohr einer vielfälti- gen „freien“ Kulturszene Niedersachsens sowie als Ansprechpartner für Politik und Verwaltung auf Landesebene. Insbesondere gemeinnützige Ein- richtungen in freier Trägerschaft mit einem hohen Maß bürgerschaftlichen Engagements haben in den niedersächsischen Kulturverbänden eine wirksame Interessenvertretung. Die Verbände arbeiten aus- nahmslos gemeinwohlorientiert und erfüllen ihre Aufgaben in öffentlichem Interesse und Auftrag. Sie werden mehrheitlich vom Land Niedersachsen über individuelle Zielvereinbarungen gefördert und wirken aktiv an der Entwicklung und Förderung kultureller Infrastrukturen in den Kommunen und Landkrei- sen mit. Die Vertreter der akku-Mitgliedsverbände treffen sich in regelmäßigen Abständen, um sich über aktuelle kultur- und bildungspolitische Entwicklun- gen in Niedersachsen sowie über die Aktivitäten der verschiedenen Verbände und Einrichtungen auszu- tauschen. Zielsetzung ist es, ein übergreifendes Ver- ständnis für die jeweiligen Interessen, Erfordernisse und Zielsetzungen der Kultursparten zu erlangen, in einem diskursiven Prozess gemeinsame kulturpoliti- sche Positionen zu entwickeln und gegenüber Politik, Landesbehörden und Öffentlichkeit zu vertreten.

KULTUR WIRKT! – ein politisches Argumentations- papier mit Beispielen aus freier Kunst, Kultur und kultureller Bildung

Die Vertreter von akku pflegen regelmäßigen Kontakt zu den Abgeordneten des Niedersächsischen Land- tags, um über Zielsetzungen und Bedarfe der freien Kulturarbeit zu informieren. Aus diesen sehr produkti- ven Austauschrunden heraus entstand die Idee eines Argumentationspapiers mit spartenübergreifenden Beispielen zu Wirkungsfeldern freier Kunst, Kultur und kultureller Bildung. Die Broschüre „Kultur wirkt!“ beinhaltet thematische Statements, welche die Po- tenziale und Leistungen der freien Kunst, Kultur und

die Po- tenziale und Leistungen der freien Kunst, Kultur und kulturellen Bildung, unabhängig von einer Sparten-

kulturellen Bildung, unabhängig von einer Sparten- zuordnung, im Hinblick auf gesellschaftliche Heraus- forderungen beschreiben. Die Argumente benennen beispielhaft die Chancen freier Kunst, Kultur und kultureller Bildung und ihre Anschlussfähigkeit in kul- turübergreifenden Kontexten. Dabei sind die Autoren von dem Verständnis ausgegangen, dass Kulturpolitik als Zukunftspolitik einerseits Rahmenbedingungen für die Produktion von Kunst und Kultur sowie kultu- reller Bildung und Teilhabe ermöglicht, infolgedessen andererseits sich Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik auch mit demografischen, sozialen und wirtschaftli- chen Herausforderungen befasst. Ergänzt werden die thematischen Bezüge durch konkrete Beispiele aus der kulturellen Praxis, weiter findet sich eine Darstel- lung des Selbstverständnisses von akku mit einer Auswertung von Strukturdaten hinsichtlich Personal, Mitglieder und Finanzen der Landesverbände.

Das Argumentationspapier versteht sich

• als Information über gesellschaftsrelevante Transfereffekte freier Kunst, Kultur und kulturel- ler Bildung.

• als Beitrag zum Kulturentwicklungskonzept mit dem Charakter einer Handlungsempfehlung zur Förderung von freier Kunst, Kultur und kultu- reller Bildung.

• als Grundlage für ein Monitoring freier Kunst, Kultur und kultureller Bildung. Das Papier ist eine aktuelle Momentaufnahme, weshalb es jederzeit durch neue Entwicklungen weiter vervollständigt werden kann.

akku

Weitere Infos & Download der Broschüre „Kultur wirkt“ unter:

www.akku-niedersachsen.de

5�Wir machen die Musik! 5.1 Für ein Leben mit Musik! Seit dem Start des niedersächsischen

5�Wir machen die Musik!

5�Wir machen die Musik! 5.1 Für ein Leben mit Musik! Seit dem Start des niedersächsischen Musikalisie-

5.1 Für ein Leben mit Musik!

Seit dem Start des niedersächsischen Musikalisie- rungsprogramms „Wir machen die Musik!“ im Schul- jahr 2009/10 wurden bis heute über 210.000 Kinder in ganz Niedersachsen durch musikalische Angebote in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen erreicht. Vor allem die öffentlichen Musikschulen haben den Auftrag einer breit angelegten Musikalisierung ange- nommen und sorgen für eine optimale Umsetzung der Programmziele.

„Wir machen die Musik!“ ist das wichtigste Angebot für frühkindliche musikalische Bildung in Niedersach- sen. Im laufenden Schuljahr 2016/17 beteiligen sich 78 Musikschulen an dem Programm und erreichen in mehr als 1.000 Kooperationsprojekten rund 37.000 Kinder im Alter zwischen null und zehn Jahren. 693 Kindertageseinrichtungen und 455 Grundschulen stehen den Musikschulen als Kooperationspartner zur Seite. Ungeachtet ihrer wirtschaftlichen, sozialen und ethnischen Herkunft sowie ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten gibt „Wir machen die Musik!“ Kindern die Chance, frühzeitig mit Gesang, Musik und Tanz in Berührung zu kommen. Die positive Wirkung von Musik und Tanz auf die Persönlichkeitsent- wicklung, die Förderung sozialer Kompetenzen, ein wertschätzendes Miteinander und die frühe Heran- führung an Kultur machen „Wir machen die Musik!“ zu einem unersetzlichen Baustein der frühkindlichen

musikalische Bildung in Niedersachsen. Daher un- terstützt die Landesregierung das Programm bereits seit acht Jahren und finanziert bis zu 50% der an den Musikschulen anfallenden pädagogischen Perso- nalkosten. Im Schuljahr 2016/17 werden vom Land insgesamt rund 1,9 Millionen Euro bereitgestellt.

Verlässliche und kompetente Partnerschaften sind die Grundlage für eine solide und nachhaltige kul- turelle Bildung und bei „Wir machen die Musik!“ ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Programms. Dabei sind alle Kooperationsprojekte individuell gestaltet und orientieren sich an den Voraussetzun- gen und Bedürfnissen der beteiligten Einrichtungen. Inhaltliche und organisatorische Fördervorausset- zungen garantieren die Qualität der musikalischen Angebote. Der Programmerfolg basiert vor allem auf der flächendeckenden Infrastruktur der öffentli- chen Musikschulen und der Fachkompetenz seiner Lehrkräfte. Diese arbeiten in den Kooperationen in Kita und Grundschule Hand in Hand mit den päda- gogischen Fachkräften zusammen. „Wir machen die Musik!“ bereichert und ergänzt das Bildungskonzept in Kitas und Grundschulen und stärkt gleichzeitig die musikpädagogischen Kompetenzen der pädagogi- schen Fachkräfte.

Die Fördermittelvergabe erfolgt mittels eines ein- fachen und einmaligen Antrags- und Zuwendungs- verfahrens: Musikschulen in Niedersachsen, die am

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

Flächendeckend und umfassend ermöglichen die Musikschulen einen niederschwelligen Zugang zu musikalischen Bildungsange- boten für die Menschen in ganz Niedersachsen. Von besonderer Bedeutung ist das Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik!“, das die Musikschulen in Kooperation mit den örtlichen Kindertagesstätten und Grundschulen realisieren. Im Schuljahr 2009/10 durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, den Landesverband Niedersächsischer Musikschulen und die Kom- munalen Spitzenverbände ins Leben gerufen, ist es zum Schuljahr 2015/16 ins siebte Jahr gegangen. Ganz ungeachtet ihres familiären, religiösen oder sozialen Hintergrundes erhalten Kinder zwischen drei und zehn Jahren einen frühen, spielerischen Zugang zur Musik. Darunter sind auch viele Kinder mit Beeinträchtigung, Kinder anderer kultureller Herkünfte und seit Herbst 2015 auch Kinder aus geflüch- teten Familien. Integration und Inklusion geschehen mit der größten Selbstverständlichkeit. Dass das Programm die Kinder erreicht, belegt zudem die große Teilnehmerzahl, die im Schuljahr 2015/16 ca. 38.000 Kinder umfasst. Ich hatte die Gelegenheit, mich persönlich vom Erfolg des Programms zu überzeugen. Es ist faszinierend, mit- zuerleben, mit welchem Eifer und welcher Konzentration die Kinder bei der Sache sind. Ich freue mich über die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Landesverband, der in der musikalischen Bildungslandschaft Niedersachsens und insbesondere bei der Reali- sierung des Programms „Wir machen die Musik!“ ein wichtiger und verlässlicher Partner ist.

Dr. Gabriele Heinen-Kljajić Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur

und verlässlicher Partner ist. Dr. Gabriele Heinen-Kljajić Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur

Programm teilnehmen, erhalten auf Basis der zur Verfügung stehenden Landesmittel ein individuelles finanzielles Angebot, das auf der zahlenmäßigen Grundlage der in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet le- benden Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter berechnet wird. Das über eine Internetplattform or- ganisierte Verfahren gewährleistet hohe Verteilungs- gerechtigkeit bei gleichzeitiger maximaler Flexibilität und größtmöglicher Planungssicherheit.

Verantwortlich für die Abwicklung des gesamten Projektes ist der Landesverband niedersächsischer

Musikschulen. Er steht allen am Programm teil- nehmenden Musikschulen als Ansprechpartner für inhaltliche und organisatorische Fragen zur Ver- fügung. Zu den Aufgaben des Landesverbandes gehören die Überprüfung der Fördervoraussetzungen, die Weiterleitung der Fördermittel, die Kontrolle der Mittelverwendung und die Qualitätsentwicklung des Programms, darüber hinaus die Konzeption und Durchführung von Weiterbildungsangeboten, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie das Programmmar- keting.

Verlängerung von „Wir machen die Musik!“

Nach acht Jahren Laufzeit endete mit Ablauf des Schuljahres 2016/17 die erste Förderperiode des Mu- sikalisierungsprogramms durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Trotz einer fraktionsübergreifend positiven Haltung, hat sich die Politik zur Zukunft von „Wir machen die Musik!“ lange Zeit bedeckt gehalten. Um die niedersächsischen Landtagsabgeordneten für die Bedeutung kultureller Bildung im Allgemeinen und das Musikalisierungspro- gramm im Speziellen zu sensibilisieren, organisierte der Landesverband im März 2016 ein „Parlamentari- sches Frühstück“, zu dem alle Landtagsabgeordne- ten eingeladen waren. Kurze Zeit später stellte die CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag den Entschließungsantrag, in dem sie eine Fortführung des Programms und eine Erhöhung der Fördermittel forderte. In einer Pressemitteilung vom 22. April 2016 bestätigte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Weiterführung des Programms bis zum Schuljahr 2020/21.

In der Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtags am 8. Juni 2016 wurde der Entschließungsantrag der CDU ausführlich diskutiert. Trotz fraktionsübergrei- fender inhaltlicher Befürwortung des Programms wurde der Antrag zunächst aus formalen Gründen mehrheitlich abgelehnt. Bei den Haushaltsberatungen Im Herbst 2016 beschlossen die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen eine Aufstockung der Fördermittel im Doppelhaushalt 2017 und 2018 um jeweils 300.000 Euro.

5.2 Evaluation

Nach sechsjähriger Laufzeit beauftragte das Nieder- sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Frühjahr 2015 die Bremer Agentur edukatione mit der Evaluation des niedersächsischen Musikalisie- rungsprogramms Wir machen die Musik! . Es galt he- rauszufinden, ob das Programm seine strategischen Bildungsziele erreicht.

Den Ausgangspunkt für die Evaluation bilden die von MWK und Landesverband selbst gesteckten Ansprü- che und Ziele des Musikalisierungsprogramms: „[ ]Die Erschließung der kulturellen Umgebung – ungeachtet der sozialen, finanziellen oder teilkulturellen Möglich- keiten und Hindernisse, die Förderung von Persönlich- keit und Lernfähigkeit im wertschätzenden Miteinan- der, die Nutzung der Ressourcen und der Erfahrung der Musikschulen, die Verpflichtung, die notwendigen Ressourcen bereitzustellen und die Einbettung in kommunale Bildungslandschaften.“

Der aus diesen Ansprüchen und Zielen festgelegte Evaluationsauftrag umfasste folgende Bereiche:

eine Teilnehmeranalyse, die regionale und soziale Aspekte beinhalten sollte eine Beurteilung der Angebotsstruktur durch die Akteure eine Analyse der Ausgestaltung der Kooperation sowie eine Untersuchung von verschiedenen Elementen, die eine nachhaltige Entwicklung fördern.

Die Evaluation bestätigt, dass das Programm erfolg- reich arbeitet und auch etliche der gesteckten Ziele erreicht werden. Wir machen die Musik! hat sich flächendeckend sowohl im urbanen Umfeld als auch im ländlichen Raum etabliert und gewährleistet die regelmäßige kulturelle Teilhabe vieler tausend Kinder. Im Evaluationsbericht heißt es dazu: „Besonders im Bereich der Kitas gelingt es Wir machen die Musik!, ein niedrigschwelliges und vielfältiges Angebot für Kinder anzubieten. Damit folgt Niedersachsen einem bundesweit zu beobachtenden Trend. Dieses Angebot ist auch deshalb wichtig, weil Erzieherinnen im musik- pädagogischen Bereich oft Defizite haben.“

im musik- pädagogischen Bereich oft Defizite haben.“ Das Angebot wirkt sich laut Studie positiv auf den
im musik- pädagogischen Bereich oft Defizite haben.“ Das Angebot wirkt sich laut Studie positiv auf den

Das Angebot wirkt sich laut Studie positiv auf den Kita-Alltag und die teilnehmenden Kinder aus. Ins- besondere für Kinder mit Förderbedarf wird Musik als ein geeignetes Medium zur Unterstützung der individuellen Entwicklung gesehen.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kooperierenden Institutionen profitieren von dem Programm: Die gemeinsamen Stunden helfen beim Entwickeln und Aufbau eigener musikalischer bzw. musikpädagogischer Fähigkeiten und bei der Erwei- terung des eigenen pädagogischen Repertoires. Der daraus resultierende Abbau von Hemmschwellen wie zum Beispiel beim Singen hat einen enormen Wert für die Arbeit mit den Kindern.

Eine grundsätzliche Stärke von Wir machen die Mu-

sik! ist laut der Studie die Vielfalt der Angebote und die Möglichkeiten der Ausgestaltung des Programms. Aufgrund der dezentralen Struktur können die Mu- sikschulen sich auf lokale Gegebenheiten einstellen und Angebote „nach Maß“ anbieten: Die dezentrale Struktur mit vielen Freiheiten für die Akteure vor Ort fördert eine große Vielfalt an praktizierten Modellen, die offensichtlich die regionalen und lokalen Ressour-

cen je unterschiedlich nutzen.“

Neben dieser positiven Einschätzung zeigte die Evaluation in Teilbereichen auch Nachsteuerungsbe- darf: „Bedingt durch die unterschiedlichen Kontexte in einem Flächenland und durch die dezentrale Struktur des Programms zeigte diese Evaluation sehr unter- schiedliche, bisweilen widersprüchliche Befunde“.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 Quelle: Walsroder Zeitung 14.02.2016 Die aus dieser
Quelle: Walsroder Zeitung 14.02.2016

Quelle: Walsroder Zeitung 14.02.2016

Die aus dieser grundsätzlichen Erkenntnis abge- leiteten Empfehlungen lassen sich in drei Bereiche zusammenfassend darstellen:

1. Qualitätssicherung

Wie in anderen vergleichbaren Programmen über- wiegen auch in WimdiMu jene Kooperationsformen, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Partnerorganisationen zwar anwesend, aber kaum an der Ausgestaltung aktiv beteiligt sind. (…) Im Inter- esse der Nachhaltigkeit und einer Verbreiterung der Basis sollten Fortbildungskonzepte gefunden werden, die die gemeinsame Qualifizierung programmspe- zifisch betreiben. (…) Die dezentrale Struktur des Programms erlaubt eine große Diversität (…) Diese Vielfalt ist grundsätzlich eine Stärke des Programms. Bei solch großer Vielfalt sind als Steuerungselemente Qualitätsstandards für die unterrichtlichen Angebote wichtig und langfristig von zentraler Bedeutung (…) Es wird empfohlen, gemeinsam mit den Akteuren aller beteiligten Institutionen an der Formulierung der Qualitätsstandards zu arbeiten und nach geeigneten Maßnahmen zu ihrer Überprüfung zu suchen.

2. Regionale Entwicklungsplanung und Ressourcen

Die wichtigen sozialkompensatorischen Ziele werden dort, wo das Programm gut entwickelt und zahlen- mäßig stark, ist erreicht. Allerdings ist das Programm regional unterschiedlich vertreten. In manchen Regionen und Städten ist es nur schwach aufgestellt. Es wird empfohlen für die kommenden Jahre einen Entwicklungsplan zu formulieren, der Regionen und Musikschulen identifiziert, in denen bislang weniger Partnerschaften existieren, um so eine gleichmäßige- re Verteilung im Land zu erzielen. (…) Auch in der der- zeit schwierigen finanziellen Situation der Kommunen sollte überlegt werden, durch welche Programmmaß- nahmen verlässlichere Arbeitsbedingungen und Pers- pektiven hergestellt werden können. In diesem Sinne sollte erwogen werden, die Laufzeiten der einzelnen Fördermaßnahmen zu verlängern, um den Akteuren Anreize zu bieten, Angebote zu entwickeln und sich (weiter) zu qualifizieren (…)

3. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

Das Wissen um Aufgaben und Merkmale des Pro- gramms ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. (…) Ent- sprechend ist auch die Außendarstellung gegenüber

den Eltern und der Öffentlichkeit verbesserungswür- dig. Aber auch innerhalb der Partnerinstitutionen ist vielen Mitarbeiterinnen nicht bekannt, was genau WimadiMu will. (…)

Wir machen die Musik! ist in seiner heutigen Form einzigartig in Deutschland. Die Evaluation hat die Stärken und auch einige Verbesserungspozenziale des Programms aufgezeigt. Um zentrale Empfehlun- gen der Evaluation zeitnah umzusetzen, wurde der Landesverband vom MWK mit der Ausarbeitung eines strategischen Entwicklungsplans beauftragt. Der Lan- desverband hat die Musikschulen aktiv in diesen Pro- zess eingebunden. Mittlerweile ist eine vom Vorstand des Landesverbandes beauftragte Arbeitsgruppe mit der Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse und weiteren Abstimmung mit dem MWK beschäf- tigt. In einer ersten Skizze der Arbeitsgemeinschaft wurden u.a. folgende Ziele festgehalten:

Die Qualitätsstandards der musikalischen Bildungsangebote sind trotz individueller örtlicher Ausgestaltung landesweit vergleichbar. Alle der in den Musikalisierungsprojekten tätigen Musikschullehrkräfte verfügen über eine ver- gleichbare Grundqualifikation. Ein kontinuierliches und bedarfsorientiertes Fortbildungsangebot des Landesverbandes trägt zur Sicherung pädagogischer Qualitätsstandards innerhalb des Musikalisierungsprogramms bei und geht dabei in besonderer Weise auf die Herausforderungen von Heterogenität und kultu- reller Vielfalt ein. Die zur Umsetzung und Entwicklung des Pro- gramms erforderlichen finanziellen und personel- len Ressourcen sind langfristig sichergestellt. Das Programm wird flächendeckend in allen Land- kreisen Niedersachsens gemäß des zugrunde liegen- den Verteilungsschlüssels ausgewogen umgesetzt. Möglichst viele Kinder aus sogenannten bildungs- fernen sozialen Milieus und mit Migrationshinter- grund werden erreicht. Durch ein zielgruppenorientiertes Kommunikati- onskonzept etabliert sich Wir machen die Musik! flächendeckend als Dachmarke für musikali- sche Kooperationsangebote in Niedersachsen.

für musikali- sche Kooperationsangebote in Niedersachsen. www.wirmachendiemusik.de Eine neustrukturierte und
www.wirmachendiemusik.de
www.wirmachendiemusik.de

Eine neustrukturierte und inhaltlich aufbereitete Webseite „wimadimu.de“ soll ab Mitte 2017 die Außendarstellung verbessern.

soll ab Mitte 2017 die Außendarstellung verbessern. Die CDU-Landtagsfraktion begleitet die Arbeit der

Die CDU-Landtagsfraktion begleitet die Arbeit der Musikschulen seit Jahrzehnten positiv und erachtet ihre Arbeit als ausgesprochen wertvoll. Dem Landes- verband niedersächsischer Musikschulen e.V. kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Insbesondere mit dem Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik!“ tragen die niedersächsischen Musikschulen in erheblichem Maße dazu bei, dass Kinder möglichst früh und ihrem Alter entsprechend an die Musik herangeführt werden.

Björn Thümler MdL Vorsitzender der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

an die Musik herangeführt werden. Björn Thümler MdL Vorsitzender der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag 39

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 Gespannt verfolgen die Gäste des Parlamentarischen

Gespannt verfolgen die Gäste des Parlamentarischen Frühstücks den Expertenvorträgen und den musikalischen Kostproben junger Nachwuchsmusiker.

5.3 Parlamentarisches Frühstück

Auf Einladung des Landesverbands fand am 8. März 2016 ein „Parlamentarisches Frühstück“ im Euro- pasaal der Musikschule der Landeshauptstadt Han- nover statt. Unter dem Titel „Wir machen die Musik! – Potentiale der frühkindlichen musikalischen Bildung“ waren niedersächsische Landtagsabgeordnete aller Fraktionen eingeladen.

Ziel dieser Veranstaltung war es, die Abgeordneten über die Chancen musikalischer Bildung im früh- kindlichen Bereich zu informieren und sich über die Zukunftsperspektiven und mögliche Fortführung des Programms über das Schuljahr 2016/17 hinaus auszutauschen. Insgesamt 30 Landtagsabgeordnete waren der Einladung gefolgt und konnten gemeinsam mit über 30 Vertreterinnen und Vertretern der nieder- sächsischen Musikschulen einem wohl abgestimmten und aufschlussreichen Programm folgen. Die Prä- sidentin des Landesverbandes, Gabriele Lösekrug- Möller MdB, führte durch die Veranstaltung.

Ein musikalischer Willkommensgruß, gespielt und gesungen von Kindern aus der Kita-Vahrenwald, die als Partnereinrichtung der Musikschule der Landes- hauptstadt Hannover am Musikalisierungsprogramm teilnimmt, brachte die Veranstaltungsteilnehmer in Schwung. Im Anschluss an die Begrüßung durch Gab- riele Lösekrug-Möller MdB und den Kulturdezernen- ten der Stadt Hannover, Harald Härke, veranschau- lichte Prof. Dr. Eckart Altenmüller von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, in seinem

Vortrag auf eindrucksvolle, verständliche und hu- morvolle Art und Weise die Potentiale frühkindlicher musikalischer Bildung. Das „Inklusive Orchester“ der Grundschule am Lindener Markt leitete mit zwei musikalischen Beiträgen über zu weiteren Vorträgen des Vormittags.

Detlef Lehmbruck, Leiter des Referats Theater und Musik im Niedersächsischen Ministerium für Wissen- schaft und Kultur, unterstrich die elementare Bedeu- tung des Musikalisierungsprogramms für die kultu- relle Bildungslandschaft in Niedersachsen. Er deutete bereits an, dass angesichts des großen Erfolgs kein ernsthafter Zweifel daran bestehen könne, dass „Wir machen die Musik!“ über das Schuljahr 2016/17 hinaus fortgesetzt wird. Im letzten Redebeitrag des Vormittags erläuterten die Vorsitzenden des Lan- desverbandes, Johannes Münter und Sigrid Neuge- bauer-Schettler, welchen Stellenwert „Wir machen die Musik!“ mittlerweile in der Musikschularbeit hat und welches Potential in dem Programm, vor allem in Bezug auf aktuelle gesamtgesellschaftliche Verände- rungen, steckt. Beide gingen auf die Ergebnisse der in 2015 durchgeführten Programmevaluation ein, die dem Musikalisierungsprogramm eine insgesamt her- vorragende Bilanz ausstellt. In ihrem Schlusswort bat Sigrid Neugebauer-Schettler die Landtagsabgeordne- ten, sich im Rahmen der kommenden Haushaltsde- batte für die Fortführung des Programms einzusetzen und nach jahrelanger Stagnation die Fördermittel des Landes zu erhöhen.

Zwischen und nach den Programmpunkten hatten die Musikschulvertreter und ihre Gesprächspartner aus der Politik ausreichend Gelegenheit und Zeit zum intensiven Austausch. Einig waren sich alle Beteilig- ten darin, diese Gespräche bald fortsetzen zu wollen. Warum nicht wieder am festlich gedeckten Früh- stückstisch?

nicht wieder am festlich gedeckten Früh- stückstisch? Konzentriertes Zusammenspiel im Inklusiven Orchester der

Konzentriertes Zusammenspiel im Inklusiven Orchester der „Grundschule am Lindener Markt“

5.4 Projektdaten

Grunddaten

5.4 Projektdaten Grunddaten Schuljahr 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16

Schuljahr

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

 

2016/17

Teilnehmende Musikschulen

59

 

67

 

71

 

73

77

76

78

78

Teilnehmende Kitas

317

432

501

568

660

680

680

693

Teilnehmende Schulen

-

361

464

433

456

462

472

455

Anzahl der Jahreswochenstunden

430

1.689

1.972

2.192

2.435

2.439

2.460

2.435

davon in Kitas

430

792

891

1.012

1.173

1.211

1.216

1.224

davon in Schulen

-

897

1.081

1.180

1.262

1.228

1.244

1.211

Anzahl der erreichten Kinder

9.200

23.200

26.739

33.805

38.189

37.534

37.735

36.524

davon in Kitas

9.200

13.598

15.288

19.315

23.076

22.538

22.713

22.637

davon in Schulen

-

9.602

11.451

14.490

15.113

14.996

15.066

13.887

Anzahl der Jahreswochenstunden und Kooperationspartner (Schuljahre 2009/10 bis 2016/17) 2.500 2.435 2.435 2.439 2.250
Anzahl der Jahreswochenstunden und Kooperationspartner (Schuljahre 2009/10 bis 2016/17)
2.500
2.435
2.435
2.439
2.250
2.192
2.000
1.972
1.750
1.689
1.500
1.262
1.228
1.244
1.250
1.180
1.224
1.211
1.081
1.211 1.216
1.173
1.000
897
1.012
891
750
680
680
660
693
792
568
512
488
500
472
430
455
433
456
462
361 464
250
230
71
73
77
76
78
67
78
59
2009/10
2010/11
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
2016/17
Anzahl der JWS
JWS in Schulen
JWS in Kitas
Teilnehmende Kitas
Teilnehmende Schulen
Anzahl Musikschulen

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

Finanzierung der Kooperationsprojekte

Schuljahr

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13

2013/14

2014/15

2015/16

2016/17

Gesamtkosten der Kooperationsprojekte

1.084,315 €

3.451,442 €

3.960,391 €

4.593.324 €

5.017.572 €

5.182.889 €

5.360.289 €

5.444.667€

Landesmittel

500.000

1.333.218 €

1.534.782 €

1.683.200

1.865.636

1.872.531

1.889.496

1.874.800 €

(46%)

(39%)

(39%)

(37%)

(37%)

(36%)

(35%)

(34%)

Eigenmittel der Musikschulen

213.929

747.092

875.269

1.152.546

1.190.489

1.391.062

1.543.942

1.588.597€

(20%)

(22%)

(22%)

(25%)

(24%)

(27%)

(29%)

(29%)

Eigenmittel

 

-

287.629

294.869

356.364

525.229

518.955

675.745

535.472€

der Kooperationspartner

 

(8%)

(7%)

(8%)

(10%)

(10%)

(13%)

(10%)

Elternbeiträge

227.851

782.041

924.876

1.047.097

1.057.083

1.027.536

860.393

1.058.582€

(21%)

(23%)

(23%)

(23%)

(21%)

(20%)

(16%)

(20%)

Drittmittel

130.657

301.463

330.585

357.013

379.135

372.805

390.713

387.216€

(12%)

(9%)

(8%)

(8%)

(8%)

(8%)

(7%)

(7%)

Entwicklung der Projektfinanzierung (Schuljahre 2009/10 bis 2016/17)

Finanzierungsanteile

100% 301.463 € 330.585 € 357.013 € 379.135 € 372.805 € 390.713 € 387.216 €
100%
301.463
330.585
357.013
379.135
372.805 €
390.713
387.216
130.657
90
%
860.393
1.058.582
1.027.536
1.057.083
80
%
1.047.097 €
782.041
924.876
227.851
70
%
675.745
535.472
525.229
518.955
365.364
287.629 €
294.869
€ €
60
%
213.929
50
%
747.092 €
1.543.942
1.588.597
875.269
1.152.546
1.190.489
1.391.062
40
%
30
%
500.000
20
%
1.333.218
1.534.782
1.865.636
1.683.200
1.872.531
1.889.496
1.874.800
10
%
Gesamtkosten
2009/10
2010/11
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
2016/17
pro Schuljahr
1.084.315 €
3.451.442
3.960.391
4.593.324
5.017.572
5.182.889
5.360.289
5.444.667
Landesmittel
Eigenmittel der Musikschulen
Eigenmittel der Kooperationspartner
Elternbeiträge
Drittmittel
6�Qualifizierung 6.1 Fortbildungsprogramm 2016 Im Jahr 2016 wurde das Fortbildungsprogramm des Landesverbandes erneut

6�Qualifizierung

6�Qualifizierung 6.1 Fortbildungsprogramm 2016 Im Jahr 2016 wurde das Fortbildungsprogramm des Landesverbandes erneut

6.1 Fortbildungsprogramm 2016

Im Jahr 2016 wurde das Fortbildungsprogramm des Landesverbandes erneut ausgebaut: mit insgesamt 23 Fortbildungen in den Themenfeldern Instrumental- pädagogik, Klassenmusizieren, Elementare Musikpä- dagogik, Vokalpädagogik, (Selbst-) Management und Musikgeragogik konnten zahlreiche praxisnahe und zukunftsorientierte Qualifizierungsangebote realisiert werden. Zielgruppen waren in erster Linie Musik- schullehrkräfte sowie Leitungs- und Verwaltungs- mitarbeiter an Musikschulen. Die Veranstaltungen waren aber auch für Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen und für pädagogische Fachkräfte an Kinder- tageseinrichtungen geöffnet.

Die folgenden ausgewählten Fortbildungsberichte geben einen Einblick in die Themenfelder (Selbst-) Management, Instrumentalpädagogik und Elementare Musikpädagogik.

Brazil Percussion - Samba Reggae für große Gruppen Nana Zeh zeigte in ihrer Fortbildung im März 2016 in der Musikschule Springe mit der nötigen mu- sikalischen Erfahrung und viel Rhythmus- und musikalischem Feingefühl, wie Samba-Reggae für

unterschiedliche Percussion-Instrumente und große Gruppen arrangiert werden kann. Zunächst erhielten die Teilnehmenden einen allgemeinen Einblick in die Welt des Samba-Reggaes.

„Die Weiterbildung „Samba Reggae“ hat viel Spaß gemacht! Die Dozentin hat ihr umfangreiches Theorie- und Praxiswissen mit viel Spielfreude und sehr brauchbaren Praxisübungen vermittelt. Gerne wieder!“ (Teilnehmerin)

Dazu gab die Dozentin Einblicke in die Entstehung, Aufbau, Struktur sowie die musikalischen Wurzeln und Elemente sowie ihre gesellschaftspolitischen und sozialen Anliegen: Samba-Reggae als Ausdruck kultureller Identität und Mittel im Kampf um Gleich- berechtigung der Afrobrasilianer. Nana Zeh lebte selbst zehn Jahre in Rio de Janeiro und setzte sich in ihrer musikethnologischen Arbeit nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch mit Samba-Reggae ausei- nander. Von diesen Erfahrungen konnten die Teilneh- menden in der Fortbildung sehr profitieren. Mit Vokal- und Bodypercussion erlernten die Teilnehmenden verschiedenen Rhythmen kennen und lernten diese auf die Originalinstrumente (Surdo, Caixa, Repinique, Timba, Agôgô, Tamborim, Chocalho) zu übertragen.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 Kooperationsmanagement:Von Bayern bis Schleswig-Holstein

Kooperationsmanagement:Von Bayern bis Schleswig-Holstein Die Fortbildung „Kooperationsmanagement - Kooperationen er- folgreich managen und gestalten“ hat am 26. und 27. Februar 2016 erfolgreich an der Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück als Teil des VdM-Führungsforums stattgefunden. Unter der Leitung des Vorsitzenden des Landesverbandes Johannes Münter sowie der stellvertretenden Vorsitzenden Sigrid Neugebauer-Schettler kamen in Osnabrück Fortbildungsteilnehmende aus dem ganzen Bundes- gebiet zusammen. Im Zentrum der Maßnahme stand die individuelle Stärkung der fachlichen, sozialen, persönlichen und methodischen Kompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Bereich Fachkompetenz erfuhren diese zunächst mehr über Kooperations- formate und -strukturen sowie deren Präsentations- und Organi- sationsformen mit Beispielen aus dem niedersächsischen Musikali- sierungsprogramm „Wir machen die Musik!“. Eine Einführung in das Themen Verhandlungsführung und Konfliktmanagement in Koopera- tionen sowie ein Präsentationstraining bildete eine weitere Lernein- heit. Der kollegiale Austausch unter den Lehrgangsteilnehmenden rundete die Fortbildung ab, denn: Ob in Bayern oder Schleswig-Hol- stein, das Thema Kooperationsmanagement durchdringt zunehmend die Musikschularbeit. In dieser Fortbildung wurden wichtige Grundla- gen für das Management von Kooperationen vermittelt.

www.musikschulen-niedersachsen.de/fortbildungen
www.musikschulen-niedersachsen.de/fortbildungen

Unterrichten ohne Erschöpfung Im Februar 2016 traf sich eine Gruppe von 25 Instru- mentalpädagogen in der Musikschule des Landkrei- ses Oldenburg zur Fortbildung „Unterrichten ohne Erschöpfung“ mit dem Bremer Geiger und Diplom- psychologen Andreas Burzik. Behandelt wurden Themenfelder wie allgemeines Selbst-management im Unterricht, äußere und innere Stressoren und die Gruppe ging der Frage nach, welche Faktoren den Unterricht anstrengend machen. Es wurden konkrete Hilfestellungen für diverse Situationen angeboten, die sich problemlos in den Unterricht einbauen lassen und so die Arbeit nach und nach entspannen können und allen Beteiligten - auch den Schülern - helfen. Besonders positiv war dabei die „doppelte“ Quali- fikation des Dozenten, da er das Thema mit seinen Erfahrungen als Psychologe und Instrumentalpäda- goge angeht. Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg sehr positiv.

Rafael Jung

Kinderstimmbildung Die Dozenten Prof. Andreas Mohr und Johanna Bookmeyer boten im Juni 2016 an der Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück die zweitägige Veranstaltung „Die Kinderstimme - Förderung und Gefährdung - Grundlagen und Praxis der Kinder- stimmbildung mit Liedern, Spielen und Geschichten“ an. Sie gaben zunächst eine Einführung in Stimmbil- dung mit Kindern und stellten allgemeine Aspekte zu Physiologie, Wachstum, Register und Resonanz der Kinderstimme vor und demonstrierten das Kinderlied als eine Einheit von Melodie, Rhythmus, Text und Bewegung sowie die Stimmbildungs-geschichte als ganzheitliche Klangszene. Anhand der Vermittlung von Kinderliedern, Geschichten, Stimmbildungs- und Märchenliedern konnten die Teilnehmenden die Inhalte selbst erproben und erleben, wie Kinder im Vorschul- und Grundschulalter beim gemeinsamen Singen, szenischen Spielen und Tanzen die Welt der Musik erfahren.

6.2 Musikalisch-kulturelle Bildung in der Kita (MuBiKi)

Zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2017 führte der Landesverband niedersächsischer Musikschulen eine berufsbegleitende und berufsfelderweiternde Qualifi- zierung von Musikern und Erziehern für Musikange- bote an Kindertagesstätten durch. Im Schwerpunkt „Weiterbildung für Kunst- und Kulturschaffende“ förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung Projekte, in denen mit künstlerischer und pädagogischer Expertise Modelle für wissenschaft- lich-fundierte Vermittlungskonzepte für Kunst- und Kulturschaffende entwickelt, erprobt und wissen- schaftlich begleitet wurden. Bei „MuBiKi“ stand die Zusammenarbeit von musikerfahrenen Kunst- und Kulturschaffenden und musikalisch interessierten pädagogischen Fachkräften im Mittelpunkt. Eine Besonderheit bildete die kooperative Arbeit in einem Tandem über die gesamte Zeit der Weiterbildung. Nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierungs- maßnahme erhielten die rund 30 Teilnehmenden im Februar 2017 ein Zertifikat, welches Ihnen eine berufsfelderweiternde Qualifikation zur „Fachkraft für musikalisch-kulturelle Bildung in Kindertageseinrich- tungen“ bescheinigt.

Die Qualifizierung gliederte sich in unterschiedliche Lernphasen an zwei Lehrgangsstandorten unter Lei- tung von den zwei erfahrenen Lehrgangsleiterinnen Prof. Tamara Mc Call (Meppen) und Prof. Jule Greiner (Wolfenbüttel). Hierzu gehörten pro Lehrgangsstand- ort sechs Wochenendlehrgänge und zwei Lehrwochen, an denen die Inhalte von neun Modulen im Umfang von insgesamt 160 Unterrichtseinheiten an die Teilnehmenden vermittelt wurden. Die Lehrinhalte wurden in neun Lernmodule eingeteilt:

1. Grundlagen der frühkindlichen musikalischen Bildung: Es wurden Grundlagen der frühpädagogi- schen Didaktik, der musikalischen Entwicklung von Kindern und der musikbezogenen Medienpädagogik vermittelt. Nach einer gemeinsamen Verständigung über elementare musikpädagogische Zugangsweisen setzten sich die Kunst- und Kulturschaffenden mit Früher Bildung auseinander und die pädagogischen Fachkräfte vertieften ihre Kenntnisse in musikalischer Praxis.

vertieften ihre Kenntnisse in musikalischer Praxis. 2. Professionelle Verständigung: Das Modul kon- zentrierte

2. Professionelle Verständigung: Das Modul kon-

zentrierte sich darauf, passende Tandems zusam- menzustellen und eine gut funktionierende Kommu- nikationsebene zwischen den Erziehern sowie den Kulturschaffenden aufzubauen. Auf der Basis wech- selseitigen Lernens wurden ein anregender Austausch und eine kreative Zusammenarbeit ermöglicht. Darü- ber hinaus ließ sich eine Vertiefung der Tandemarbeit unter Berücksichtigung individueller Kommunikations- strategien und deren Reflexion erzielen. Die Tandems wurden dabei von einem Coach begleitet, der Rückmel- dungen zur gemeinsamen Arbeit gab und bei Kommu- nikationsschwierigkeiten Unterstützung anbot.

3. Labor & Co-Formate mit Freiraum: Das Modul the-

matisierte unterschiedliche didaktische Zugänge in der Frühpädagogik und der musikalischen Bildung. Es wurden Kompetenzen in der Gestaltung von musik- pädagogischen Settings und Gesprächssituationen er- worben. Dabei wurde ein Schwerpunkt auf die Gestal- tung gelegt und individuelle Vorerfahrungen seitens der pädagogischen Fachkräfte und Kulturschaffenden berücksichtigt. Die Teilnehmenden wendeten Labor- bzw. Freiraum-Formate in der Fortbildung bzw. in der Kita an (Hospitationsphase) und reflektierten diese.

EXPERTEN MUSIK PÄDAGOGIK Musiker ErzieherInnen NOVIZEN Grundkonzeption - Lernen in heterogenen Gruppen
EXPERTEN
MUSIK
PÄDAGOGIK
Musiker
ErzieherInnen
NOVIZEN
Grundkonzeption - Lernen in heterogenen Gruppen
NOVIZEN Grundkonzeption - Lernen in heterogenen Gruppen TANDEMS Musiker + ErzieherInnen Novizen + Experten 4.
NOVIZEN Grundkonzeption - Lernen in heterogenen Gruppen TANDEMS Musiker + ErzieherInnen Novizen + Experten 4.

TANDEMS

Musiker + ErzieherInnen Novizen + Experten

4. Beobachtung und Interaktion (Kommunikation):

Das Modul thematisierte Funktion und Zweck von Beobachtungen sowie deren Reflexion. Dabei wur- de die wertungsfreie Wahrnehmung und somit die Unterscheidung von Wahrnehmung und Deutung an- gestrebt. Ein Schwerpunkt lag in der Entdeckung von musikalischen Phänomenen und musikalischen kind- lichen Aneignungsweisen im pädagogischen Alltag. Ziel war die theoretische und praktische Herstellung vielfältiger Beziehungen zwischen Beobachtung und situativem Reagieren in musikalischen Settings.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 MUBIKI-Teilnehmerinnen in der Landesmusikakademie

MUBIKI-Teilnehmerinnen in der Landesmusikakademie Wolfenbüttel

„MuBiKi steht für „Musikalisch-kulturelle Bildung in der Kita“ und ich schließe diese Jahresfortbildung mit einem fundierten Wissen in diesem Bereich ab. Ich habe mich auf jedes dieser Wochenenden gefreut, da ich immer mit neuen Ideen, Anregungen, Repertoire in die neue Kindergartenwoche startete. Diese Fortbildung ist sehr arbeitsintensiv und benötigt viel Zeit, die sich sehr gelohnt hat. Die neuen Kenntnisse integrieren sich als fester Bestandteil in meiner Kindergartenarbeit. So haben wir zum Beispiel einen singenden Ab- schlusskreis in unseren Alltag aufgenommen und fahren demnächst in die Oper. Für die eventuelle weitere angedachte Tandemarbeit werde ich für mich weitere Ideen sammeln.“ Lehrgangsteilnehmerin Wolfenbüttel

„Für mich passte das Angebot von MuBiKi, wie es ausgeschrieben war, zeitlich und inhaltlich sehr gut zu meinen bisherigen Tätigkeits- feldern. In der Fortbildung erlangte ich das theoretische Wissen zu meiner schon laufenden praktischen Arbeit. Das gab mir Selbstver- trauen und natürlich auch viele neue Impulse. Stark an Bedeutung gewann der Aspekt der Bewegung in der Arbeit mit Kindern. In Erinnerung werden mir vor allem die persönlichen Kontakte mit den Fortbildungsteilnehmern und Dozenten bleiben.“ Lehrgangsteilnehmerin Meppen

5. Repertoire: Musikalische Bildung wächst zum einen

im Umgang mit musizierenden Personen und deren musikalischem Repertoire und zum anderen durch die Nutzung musikbezogener Medien. Das Modul stellte Material bereit, mit dem musikalische Angebote auch für heterogene Gruppen gestaltet werden können. Die Teilnehmenden erhielten Kenntnisse über Medien (Bilder-, Sach- und Liederbücher, CDs und Spiele etc.) zur Gestaltung musikalischer Angebote an Kitas. Ein Hauptbestandteil des Moduls bestand in der Diskus- sion über Auswahlkriterien sowie über individuelle Geschmacks- und Werturteile.

6. Erfahrung in Musik und Bewegung: Das Modul

konzentrierte sich auf ein Lernen mit allen Sinnen und den Erwerb körperbezogenen Umgangsweisen mit Musik. Das so gewonnene Bewegungsrepertoire wurde in Zusammenhang mit Bausteinen der Musik gesetzt, um diese situativ in der Praxis einbringen zu können.

7. Gestalten musikalischer Angebote: Das Modul

stellte verschiedene Umgangsweisen mit Musik prak- tisch vor und beleuchtete dabei das für die Lerngrup- pe angemessene methodische Vorgehen. Ausgehend von gezielten Beobachtungen ließen sich musikali- sche Angebote gestalten. Diese waren für Groß- und Kleingruppen geeignet und simulierten Lernsitua- tionen, die dann in der konkreten Praxis umgesetzt werden konnten.

8. Zusammenarbeit: Es wurden kindgerechte musika-

lische Lernorte außerhalb der Kita vorgestellt und die sinnvolle Integration in die eigene Arbeit des Tan- dems und in den Kitaalltag mit heterogenen Gruppen erprobt. Darüber hinaus wurden unterschiedliche Kooperations-Formate mit externen musikalischen Lernorten miteinander verglichen. Eine Auswertung von gelungenen Modellen und positive Wechselwir- kungen zwischen Kita und musikbezogenen Lernort waren zentraler Bestandteil des Moduls. Außerdem war die Zusammenarbeit mit den Eltern ein wichtiger Baustein dieses Moduls.

9. Interdisziplinarität/Projekte: Die Vernetzung

unterschiedlicher Module der Weiterbildung sowie die Verbindung mit anderen frühpädagogischen Bildungsbereichen bildeten die zentralen Bestandteile

des Moduls. Es wurden Kompetenzen in der Planung und Gestaltung musikbezogener Projekte mit Kindern vor dem Hintergrund kooperativer Arbeitsformen er- worben. Die Teilnehmenden entwickelten im Tandem für ihre Einrichtung eigene Musik-Projekte, setzten diese um und reflektierten sie in der Kindergruppe sowie in der Weiterbildung.

Darüber hinaus absolvierten die Lehrgangsteilneh- menden in Selbstlernphasen ein Praxismodul im Umfang von zwanzig Unterrichtseinheiten. Hierbei erprobten die Teilnehmenden im Tandem die Orga- nisation, Durchführung und Nachbereitung eines musikpädagogischen Projektes in einer Kita. Das Qualifikationsziel lag in der Befähigung, in einer kooperativen Tandemstruktur in einer Kita oder einer ähnlichen Einrichtung für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren musikalisch zu arbeiten.

Die wissenschaftliche Evaluation des Projekts erfolgte durch die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg unter der Leitung von Prof. Dr. Lars Oberhaus. Diese soll Erkenntnisse für musikpädagogische Qualifizie- rungsmaßnahmen liefern und damit einen Beitrag zu einem qualifizierten und nachhaltigen musikalischen Angebot in Kitas und zur Stärkung der Frühpädagogik leisten.

in Kitas und zur Stärkung der Frühpädagogik leisten. Jedes Kind sollte die Chance bekommen, ein Instrument
in Kitas und zur Stärkung der Frühpädagogik leisten. Jedes Kind sollte die Chance bekommen, ein Instrument

Jedes Kind sollte die Chance bekommen, ein Instrument zu erlernen und gemeinsam mit anderen zu musizieren. Musikschulen übernehmen hier im ganzen Land großartige pädagogische und musische Aufgaben und leisten wertvolle Beiträge zur sozialen und kulturellen Integration. Der Landesver- band ist ein fairer Partner der Politik. Er vertritt zuverlässig die Interessen der Musikschularbeit in Zeiten strapazierter öffentlicher Kassen und den Herausforderungen gesellschaftlichen Wandels.

Volker Bajus MdL Sprecher für Umwelt-, Energie- und Kulturpolitik, Landtagsfraktion B90/DIE GRÜNEN

Energie- und Kulturpolitik, Landtagsfraktion B90/DIE GRÜNEN „Mir hat die Zeit mit MuBiKi sehr viel Freude gemacht,

„Mir hat die Zeit mit MuBiKi sehr viel Freude gemacht, und ich vermisse sie jetzt schon. Die Gruppe ist über den langen Zeitraum wahnsinnig zusammengewachsen, und ich habe mich jedes Mal gefreut mich mit Menschen auszutauschen, die genau wie ich, Spaß daran haben mit kleinen Kindern Musik zu machen. Durch diesen tollen Austausch blicke ich nun auch teilweise anders auf meinen eigenen Unterricht und kann viele Ideen mitnehmen und umsetzen (besonders aus dem Modul „Gestalten musikalischer Angebote“. Die vielen Module waren sehr unterschiedlich und breit gefächert. Es waren viele interessante Themen und tolle Dozenten dabei, und aus den Modulen, die mir nicht so zugesagt haben, habe ich letztlich im Austausch mit den anderen Teilnehmern doch etwas mitnehmen können.“

Lehrgangsteilnehmerin Meppen

„MuBiKi ist für mich mal wieder eine intensivere längere Fortbildung mit Qualität und Herausforderung. Zudem verbindet sie eine weitere Optimierung meines pädagogischen Handelns mit meiner Sehn- sucht, mich mit Musik zu beschäftigen. Im Einsatz musikalischer Angebote bin ich souveräner geworden, auch durch das erweiterte Repertoire. Durch die intensive Auseinandersetzung mit der musi- kalischen Entwicklung und deren Bedeutung für alle Lebensbereiche von Kindern, trete ich heute deutlicher für elementare Musikpädago- gik ein als vor MuBiKi (…).

Lehrgangsteilnehmerin Wolfenbüttel

Für ein Leben mit Musik

Niedersachsen

Öffentliche Musikschulen in

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

7�Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

7.1 Druckerzeugnisse

Im Rahmen des Jubiläums entstand eine aufwändig gestaltete Imagebroschüre mit dem Titel „Zusam- menspiel“, die über die Arbeit des Landesverbandes und der öffentlichen Musikschulen in Niedersachsen informiert und Geleitworte der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljajic und der Kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens beinhaltet. Auf der Rückseite dieser Faltbroschüre veranschaulicht die Infografik „Für ein Leben mit Musik“ im Posterformat die vielfältigen Zusammenhänge der Bildungsangebote der Musik- schulen und visualisiert auch quantitativ Größenord- nungen und Bezüge. Die Broschüre konnte dank der finanziellen Förderung durch den Förderverein Mu- sikschulen in Niedersachsen e.V. produziert werden. Sie kann kostenfrei über die Geschäftsstelle bezogen werden.

Zwischen Erbe und Wandel 50 Jahre Landesverband niedersächsischer Musikschulen
Zwischen
Erbe
und Wandel
50
Jahre Landesverband
niedersächsischer
Musikschulen

Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums hat der Landesverband in 2016 die Broschüre „Zwischen Erbe und Wandel – 50 Jahre Landesverband niedersächsischer Musikschulen“ mit Grußworten zahlreicher Kooperations- und Netzwerkpartner des Landesverban- des herausgegeben.

und Netzwerkpartner des Landesverban- des herausgegeben. Öffentliche Musikschulen wenden sich an Menschen … …
Öffentliche Musikschulen wenden sich an Menschen … … jeden Alters: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren
Öffentliche Musikschulen wenden
sich an Menschen …
… jeden Alters: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren
mit besonderer Begabung
… aus unterschiedlichen Herkunftsländern
Öffentliche Musikschulen
legen mit quali-
allgemein bildenden Schule, in der
fiziertem Fachunterricht die
Grundlage
Familie
oder
den
auch vielfältigen
mit besonderem Förderbedarf
Formen
für eine lebenslange Beschäftigung mit
des
Laienmusizierens.
be-
Musik. Sie eröffnet ihren Schülerinnen
gabte
Schüler
in erhalten
spezielle
und
Schülern
in jeden
Alters Möglichkeiten
Förderung,
die
Vorbereitung
Der
zum
qualitätvollen
gemeinschaftlichen
auf
ein
musikalisches
die Berufsstudium Besonders eine
Musizieren
der Musikschule,
in der
umfassen kann.
Musikschulen
Landesverband niedersächsischer
und nalen Kooperationen …unterstützt
MUSIKALISCHER
Partnerschaften
innerhalb
der kommu-
… mit sozialer Benachteiligung
Bildungs-
landschaft
…berät
Ministerien,
über-
die
und …führt
der …informiert die die Öffentlichkeit
Musikschulen
Landesbehörden
und
regional
bedeutsame
über
Zielsetzung
im
Auftrag
des
Spitzenverbände
bei
der
Projekte,
Tagungen
und
Entwicklung
Landes die
Entwicklung
Konzep-
Veranstaltun-
Musikschul-
ten
musikalischen
gen
durch
arbeit
…vertritt
die
Breiten-
und
Hochschulen
von Spitzen-
Interessen
der
Musik-
Zuhause
zur förderung
schulträger
und
berät
eng
mit
dem
Landes-
diese
beim
strukturellen
fördert
musikrat
Niedersachsen
…repräsentiert
Musik-
Aufbau
und
bei
der
und
den
darin
organi-
niedersächsischen
vereine
Qualitätssicherung
der
sierten
Verbänden
Musikschulen
Verband
Musikschularbeit
MUSIK-
Jugend
zusammen
STUDIUM,
deutscher
Musikschulen
und
MUSIK
musiziert
BERUFS- IN FREIZEIT
entsendet
Fachberater
in
Singen und Musizieren
AUSBILDUNG
… mit Lust am
UND FAMILIE
Ausschüsse
und
im Gremien
FÄCHERANGEBOT
die auf
Landes-
und
Das umfangreiche Fächerangebot reicht von der
musika-
Bundesebene
lischen
sind Früherziehung
über
die
Breitenarbeit
und
die
Be-
VIFF
Ensembles
gabtenförderung
bis
hin
zur
Vorbereitung
auf
Musik-
Regional
Landes-
…fördert
die
studium.
Angebote
der
Elementaren
Musikpädagogik
bilden
auswahl-
Binnenkommunikation
ensembles
die
Grundlage
für
den
weiterführenden
Unterricht
in den
arbeitet
und
den
Informationsaus-
Instrumental-
und
Vokalfächern
allen
Leistungsstufen.
tausch
der
Musikschulen
Ensemblefächer
laden
zum
gemeinsamen
Musizieren
ein
Bands
zu
inhaltlichen,
rechtlichen
und
ebenso
wie
ergänzende
in Fachangebote
ein integraler
und
organisatorischen
Studienvor-
Bestandteil
eines
in
sich
schlüssigen
Bildungsangebots.
Seit
50
Jahren
ist
der
Landesverband
niedersächsischer
bereitende
Fragestellungen
…entwickelt
Haus-
Ausbildung
musik
Musikschulen
als
Fach-
Trägerverband
Qualifizierungsan-
der öffentlichen
Begabten-
gebote
in Kooperation
und
gemeinnützigen
Musikschulen
kompetenter
Ansprech-
förderung
mit
anerkannten
Fort-
partner
in allen
Fragen
der
und musikalischen
Bildung.
bildungsträgern
und
musikpädagogischen
Zur
Erfüllung
seiner
satzungsgemäßen
Aufgaben
ist
der
Ausbildungsein-
VERANSTALTUNGEN
richtungen
Schüler- und Orchesterkonzerte, Bandauftritte,
Ballett
Institutionen, Verbänden, Trägern
und Akteuren des nieder-
Projekte, Musikfreizeiten und musikalische
Um-
Musik-
Landesverband vielfältig mit Behörden, Organisationen,
vernetzt.
rahmungen kommunaler oder privater
Veran- Öffentliche und
lehre
Rh
sächsischen Musiklebens
pädagogischen
Auftrags
schulinterne
Schülervorspiele
Erscheinungsbild
Eine kontinuierliche und intensive Zusammenarbeit pflegt der Landesverband insbesondere
Musikschule.
Sie ermöglichen
mit folgenden Partnern:
Hör-
Niedersächsisches Ministerium
für Wissenschaft
und Kultur
| Niedersächsisches
Menschen
und
sorgen
erziehung
Musik-
|Landesmusikrat Niedersachsen e. V.
Kultusministerium | Niedersächsischer Städtetag
vielfältiges
Musikleben
in
den
und Gemeindebund
theater
Landesmusikakademie Niedersachsen
| Bundesakademie für
Niedersächsischer Landkreistag |Niedersächsischer Städte-
Niedersächsische Agentur
kulturelle Bildung Wolfenbüttel
|Landesvereinigung
für Erwachsenen-
Konzerte mit all-
gemein bildenden
Schulen
und Weiterbildung
kulturelle Jugendbildung e. V.
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH)
| Hochschule Osnabrück –
gGmbH
| Landeselternbeirat
insgesamt
der Musikschulen LEB
Mitwirkung bei
Arbeitskreis niedersächsischer Kulturverbände (AKKU)
Institut für Musik (IfM) | Musikland Niedersachsen
kommunalen
Veranstaltungen
Veranstaltungen
Musik-
(BMU) –
Schulmusiker (VdS) –
in Niedersachsen (ALLviN) | Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg
Verband deutscher
therapie
Bundesverband Musikunterricht
Landesverband Niedersachsen |
Landesverband Niedersachsen
Arbeitsgemeinschaft der Landschaften und Landschaftsverbände
| Kunst & Gut –
Landesverband der
Impro-
Deutscher Tonkünstlerverband (DTKV)
Landesverband Niedersachsen
Kunstschulen Niedersachsen e.V.
Chor- und
visation
Orchesterkonzerte
Harmonie-
sowie
sonstige
Veranstaltungen
lehre
Kom-
Impressum
Z
100.113
position
Mitwirkende
Musik und
E
Computer
Eberle
Text: Ulrike
Vorsitzender:
Johannes
Münter
Grafik
und
Illustration:
Präsidentin: PSt‘in Gabriele Lösekrug-Möller MdB
Zusammenspiel
Arnswaldtstr.
Geschäftsführer:
Sabine
Hecher
und
Klaus Bredl
Amelie Thierfelder
30159
Hannover
VR
Amtsgericht
Hannover
Nr. 3592
Tel.
- - 511
Fax 0049
- - 1 1 59
0049
511 28
59 19
01
Für ein Leben mit Musik
www.musikschulen-niedersachsen.de
www.wirmachendiemusik.de
www.facebook.com/vdm.niedersachsen
FINANZIERUNG
TRÄ
Die Finanzierung von
Musikschulen ist eine öffent-
Hälfte ihres
Finanzbedarfs erwirtschaften die
Träger
liche Aufgabe.
Maßgebliche finanzielle Verantwor-
Komm
tung
Betrieb der Einrichtungen
tragen eine
die
Musikschulen jedoch selbst durch Einnahmen
aus Unterrichtsgebühren und Spenden. Sie zählen
rechtlic
Kommunen.
für den Fördermittel
des Landes stellen
damit
zu den
mit öffentlichen
Kultur-
und Bildungsein-
wesent
weitere
wichtige Finanzierungssäule dar. Über die
richtungen
dem höchsten
Kostendeckungsgrad.
öffentl
EINNAHMEN
AUSGABEN
49,1 %
81,7 %
Unterrichtsgebühren
Kosten für pädagogisches
Personal
42,2 %
73,8
Millionen Euro
Kommunale Zuschüsse
10,8 %
Sachkosten
Gesamtetat
5,2 %
Spenden und
7,5 %
sonstige Einnahmen
Kosten für Verwaltungspersonal
48
3,5 %
Landesmittel
KOOPERATIONEN Zahlreiche Kooperationen und Einrichtungen zentren, Musikvereinen modernen und die Verantwortung
KOOPERATIONEN Zahlreiche Kooperationen und Einrichtungen zentren, Musikvereinen modernen und die Verantwortung
KOOPERATIONEN
Zahlreiche
Kooperationen
und
Einrichtungen
zentren,
Musikvereinen
modernen
und
die
Verantwortung
in
der
kommunalen
rung
erhalten
… den musikalischen Nachwuchs
teilzuhaben
und
… die Integration und Inklusion
… die Chancengleichheit und kulturelle Teilhabe
… die soziale Kompetenz
770
Schulen
Akkordeon
die Toleranz und den Gemeinsinn
Stimm-
bildung
Streicher-
Cembalo
Gesang
Chorklassen
klassen
Rhythmik
TASTEN-
INSTRUMENTE
Eltern-
Kind- Klavier
Sing- Gruppen
Singen
die Lebensqualität
klassen
Musikalische
Orchester-
Rhythmik,
klassen
Grund-
Orgel
Horn
Musik-AGs
Musik und
ausbildung
BLECHBLAS-
Bewegung
Keyboard
INSTRUMENTE
Instrumental-
Elementare
Musikalische
und Vokalfächer
Musikpädagogik
Früh- 59,6 %
Trompete
… die Verständigung zwischen Kulturen und Generationen
erziehung
Orientierungs-
angebote
Posaune
Grundfächer
HOLZBLAS-
Percussions-
23,9 %
INSTRUMENTE
Klarinette
klassen
Tuba
UNTERRICHTS- Blockflöte
… die Persönlichkeitsentwicklung
Ergänzungsfächer
Bläserklassen
FÄCHER
5,1 %
Tanz
Aktives Singen und Musizieren fördert …
Querflöte
Oboe
Ensemblefächer
11,4 %
Saxofon
ythmik
Fagott
Chöre
ZUPF-
INSTRUMENTE
Kammer-
Blas-
musik-
Gitarre
kapellen
gruppen
Mandoline
QUALITÄT
Harfe
Spielkreise
Öffentliche Musikschulen erfüllen ihren Bildungsauftrag
auf der Grundlage eines gesicherten
curricularen Konzepts
Baglama/
Orchester
und auf der Basis qualitätsorientierter
Richtlinien des
Saz
Verbandes deutscher Musikschulen (VdM). Zu
den hohen
Kontra- STREICH-
Big Bands
Anforderungen gehören die gemeinnützige öffentliche
bass
INSTRUMENTE
Trägerschaft, der verbindliche Aufbau nach dem VdM-
Strukturplan, der Unterricht nach VdM-Lehrplänen
sowie
Violine
die Festanstellung und musikpädagogische Qualifikation
Volks-
musik
von
Lehrkräften und Schulleitungen. Viele Musikschulen
Folk-
Jazz- Rock-/
darüber hinaus über ein integriertes Qualitäts-
ensembles
combos
verfügen
Popbands
Violon-
nsembles
SCHLAG-
management.
Drumset
cello
für Neue
INSTRUMENTE
Schlagwerk
Musik
Salon-
(klassisch)
Viola
musik
Faltflyer „Fortbildungen 2016“
GERSCHAFT
STRUKTURDATEN
Friesland-
Wittmund
Öffentliche Musikschulen in Niedersachsen
der Betrieb der Musikschulen verlässlich
Stade
einer Musikschule ist entweder eine
une oder eine gemeinnützige privat-
nach
den Grundsätzen der Gemeinwohlorientierung
Aurich
und Transparenz, der ungehinderten Zugäng-
he Einrichtung, in der die Kommune
liche Verantwortung übernimmt. Die
Ammerland
lichkeit sowie in der erforderlichen
Breite und
Osterholz
Leer
Lüneburg
iche
Trägerschaft gewährleistet,
dass
Qualität des Angebots erfolgen kann.
74
Rotenburg
Uelzen
Oldenburg
Musikschulen
Lüchow-
3.000
Dannenberg
760 Lehrkräfte
Verden
Cloppenburg
Heidekreis
Unterrichts-
Vechta
stätten
Emsland
Celle
Eingetragener
Kommune
Diepholz
150.000
Gifhorn
Verein (e.V.)
26
Hannover
39
Schüler
TRÄGER
Peine
Wolfsburg
der 74 Musik-
schulen
Schaumburg
Braunschweig
36.000
Osnabrück
Helmstedt
wöchentliche
Hameln
Hildes- Wolfenbüttel
Unterrichts-
heim
Gemeinnützige
stunden
Gesellschaft
(gGmbH)
Musikschulen
Goslar
© Landesverband
Sonstige
7
niedersächsischer
2
Kreismusikschulen
Musikschulen 2016
Datenquelle:
Göttingen
VdM
Berichtsbogen
2015
Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 führt der Landesverband niedersächsischer eine
Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016
führt der
Landesverband niedersächsischer
eine berufsbegleitende und berufsfelder-
und
und Musikern sowie Erzieherinnen
für Musikangebote an Kindertagesstätten durch.
erfolgt durch
die Carl von Ossietzky
Lars Oberhaus).
Im Zentrum der Wei-
musikerfahrenen Kunst-
und Kulturschaf-
pädagogischen
Fachkräften (Erzieherinnen und
Eine Besonderheit bildet die kooperative
Arbeit in einem Tandem über die
dass beide
Gruppen voneinander lernen.
sollen Erkenntnisse
für musikpädagogi-
TANDEMS
Musiker
+ ErzieherInnen
Novizen
+ Experten
MUBIKI
Abb. 1: Grundkonzeption - Lernen in heterogenen Gruppen
MUSIKALISCH-KULTURELLE BILDUNG IN DER KITA
und damit einen Beitrag zu einem qualifizier-
Frühpäd-
und zur Stärkung der
nachhaltigen musikalischen Angebot in Kitas
unterschiedlichen Lernphasen
an zwei
(Prof.
erfahrenen Lehrgangsleiterinnen
Berufsfelderweiternder Lehrgang
Hierzu gehören pro
Jule Greiner in Wolfenbüttel).
zur Fachkraft
für
musikalisch-kulturelle Bildung
sechs Wochenendlehrgänge und zwei Lehrwochen,
an denen die
in Kindertageseinrichtungen
160 Unterrichtseinheiten an die
Broschüre
zum Modellprojekt

„Musikalisch-kulturelle Bildung in der Kita“ (MuBiKi) - gefördert vom BMBF

VIELFALT - - MUSIK INKLUSION begegnen sich Kinder un- kulturellen Hintergrün- Begabungen und individuellen der
VIELFALT - - MUSIK
INKLUSION
begegnen
sich
Kinder
un-
kulturellen
Hintergrün-
Begabungen
und
individuellen
der
zu frühkindlichen Abwechslung, spricht Gemeinsames Bildungsstand die
Sie
alle
mit Sinne und
begeistern.
vielfältige
Weise
zu
Chancengleichheit
und
der
entwickeln
sowie
anzustoßen.
ein,
Musik
eines
inklusiven
Gemeinsam
Ihnen
Spaß
Aspekte
von
Schwerpunktbil-
Ihre Arbeitspraxis und auf die Bedürfnisse Ihrer
INKLUSION VIELFALT MUSIK
Bedarfsorientierte
in FORTBILDUNG
für pädagogische
Fachkräfte
Kindertageseinrichtungen
sowie
Lehrkräfte
an
Grundschulen
und Musikschulen
sowie Lehrkräfte an Grundschulen und Musikschulen Faltblatt zur bedarfsorientierten Fortbildung „Vielfalt -

Faltblatt zur bedarfsorientierten Fortbildung „Vielfalt - Inklusion - Musik“

WimadiMu - Das Magazin (oben) und verschiedene Roll-Ups „Wir machen die Musik“ (rechts, bereits im
WimadiMu - Das Magazin (oben)
und verschiedene Roll-Ups „Wir machen die Musik“
(rechts, bereits im neuen Design)
50
WimadiMu - Das Magazin (oben) und verschiedene Roll-Ups „Wir machen die Musik“ (rechts, bereits im neuen
7.2 Digitale Medien Der Landesverband informiert seine Mitgliedsschulen und die Öffentlichkeit regelmäßig über seine

7.2 Digitale Medien

Der Landesverband informiert seine Mitgliedsschulen und die Öffentlichkeit regelmäßig über seine Arbeit. Online-Informationsdienste und die Nutzung von Social Media-Kanälen bilden den wesentlichen Kern der Öffentlichkeitsarbeit.

Verbandsinterne Informationen werden regelmäßig über den „Infodienst“ per E-Mail an alle Mitglieds- schulen versendet. Der Infodienst informiert über aktuelle musikschulbezogene Themen und macht auf Fördermaßnahmen, Veranstaltungen, Ausschrei- bungen, Wettbewerbe, Tagungen und Qualifizie- rungsangebote des Landesverbandes und seiner Netzwerkpartner aufmerksam. Der Infodienst richtet sich in erster Linie an die Musikschulleitungen. Diese werden ausdrücklich gebeten, die Informationen an ihre Lehrkräfte und andere interessierte Personen weiterzuleiten.

Mit seinem öffentlichen Newsletter „prestissimo! – Neues aus den niedersächsischen Musikschulen“ informiert der Landesverband in regelmäßigen Ab- ständen über interessante und wissenswerte Neuig- keiten aus dem Verband und seinen angeschlossenen Musikschulen. Über Fort- und Weiterbildungsangebo- te des Landesverbandes und seiner Netzwerkpartner informiert der regelmäßig erscheinende Fortbildungs- newsletter.

der regelmäßig erscheinende Fortbildungs- newsletter. Auf den Internetseiten www.musikschulen-nieder- sachsen.de
der regelmäßig erscheinende Fortbildungs- newsletter. Auf den Internetseiten www.musikschulen-nieder- sachsen.de
der regelmäßig erscheinende Fortbildungs- newsletter. Auf den Internetseiten www.musikschulen-nieder- sachsen.de

Auf den Internetseiten www.musikschulen-nieder- sachsen.de, www.wirmachendiemusik.de und www.mubiki.de können sich interessierte Nutzer umfassend über den Landesverband und aktuelle Projekte informieren.

Der Facebook-Auftrittt des Landesverband lautet:

www.facebook.com/vdm.niedersachsen

Abbildungen von oben nach unten:

1. Infodienst der Geschäftstelle für die Musikschulträger 2. Newsletter „Fortbildungen des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen“ 3. Newsletter „prestissimo – Neues aus den niedersächsischen Musikschulen“ 4. Internetseite des Landesverbandes 5. Facebook-Auftritt des Landesverbandes

aus den niedersächsischen Musikschulen“ 4. Internetseite des Landesverbandes 5. Facebook-Auftritt des Landesverbandes

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

Internetauftritt des Musikalisierungsprogramms „Wir machen die Musik!“ Musikalisierungsprogramms „Wir machen die
Internetauftritt des Musikalisierungsprogramms
„Wir machen die Musik!“
Musikalisierungsprogramms „Wir machen die Musik!“
Musikalisierungsprogramms „Wir machen die Musik!“ Internetauftritt des Projekts „Musikalisch kulturelle

Internetauftritt des Projekts „Musikalisch kulturelle Bildung in der Kita (MuBiKi)“ / www.mubiki.de

7.3 Pressespiegel (Auswahl) Regelmäßig berichten lokale und regionale Medi- en über Veranstaltungen, Projekte sowie
7.3 Pressespiegel (Auswahl) Regelmäßig berichten lokale und regionale Medi- en über Veranstaltungen, Projekte sowie
7.3 Pressespiegel (Auswahl)
Regelmäßig berichten lokale und regionale Medi-
en über Veranstaltungen, Projekte sowie über das
vielfältige Unterrichtsangebot der niedersächsischen
Musikschulen. Dadurch wird der hohe kulturelle und
gesellschaftliche Stellenwert deutlich, den die Mu-
sikschulen in ihrer Region haben. Der Pressespiegel
zeigt beispielhaft eine Auswahl aus der Vielzahl der
Presseberichte im vergangenen Jahr.
Quellenangaben von oben nach unten:
Deister- und Weserzeitung, 08.09.2016
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 10.06.2016
Wolfenbütteler Zeitung, 08.06.2016
Wolfenbütteler Schaufenster, 05.06.2016
Allgemeine Zeitung, 10.06.2016 Wolfenbütteler Zeitung, 08.06.2016 Wolfenbütteler Schaufenster, 05.06.2016 53
Allgemeine Zeitung, 10.06.2016 Wolfenbütteler Zeitung, 08.06.2016 Wolfenbütteler Schaufenster, 05.06.2016 53

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

8�Aus den Regionen

Musikschulen� Jahresbericht 2016 8�Aus den Regionen Ensemble „alla corda“ (Leitung: Gabriele Schleinschock)

Ensemble „alla corda“ (Leitung: Gabriele Schleinschock) / Foto: www.foto-juergens.de

8.1 Entwicklungen in den Regionen

Neue Schulleitungen

An einigen Musikschulen gab es im Jahr 2016 einen Wechsel in der Schulleitung. Der Landesverband begrüßt die neuen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich:

• Bernd Dormann Wilhelm Homeyer Jugendmusikschule der Stadt Hameln (in Nachfolge von Ulrich Schulz)

• Simon van Zoest Gerhard-Most-Musikschule Alfeld e.V. (in Nachfolge von Stefan Weisbrod)

• Nana Zeh Musikschule Ostkreis Hannover e.V. (in Nachfolge von Eberhard Ladewig)

• Alina Kirichenko Haus der Musik am Deister e.V./Musikschule Springe (in Nachfolge von Nana Zeh)

• Dominik Grimm Musikschule Niedergrafschaft, Uelsen (in Nachfolge von Heinz-Josef Bausen)

• Heinz Gassenmeier Musikschule Leer (in Nachfolge von Ellen Steffen)

• Daniel Orthey Musikschule Uelzen (in Nachfolge von Christoph Strieder)

Jubiläen 2016

• Kreismusikschule Helmstedt e.V. – 50 Jahre

• Musikschule der Stadt Oldenburg – 40 Jahre

• Musikschule Winsen – 40 Jahre

• Musikschule Schaumburger Märchensänger – 40 Jahre

• Musikschule der Stadt Garbsen – 30 Jahre

• Calenberger Musikschule e.V. – 25 Jahre

Der Landesverband gratuliert herzlich!

8.2 Region Hannover

Gehrden

25 Jahre Calenberger Musikschule Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres „25 Jahre Calen- berger Musikschule“ mit ca. 35 Veranstaltungen war das große Festkonzert am 25. September 2016. In An- wesenheit der Präsidentin des Landesverbandes der niedersächsischen Musikschulen, der parlamentari- schen Staatsekretärin Gabriele Lösekrug-Möller MdB und zahlreicher weiterer Ehrengäste präsentierte sich die Calenberger Musikschule mit ihren Ensembles in Bestform. Zu Beginn des vom Musikschulleiter Alfons Schleinschock moderierten Konzertes gab es eine Uraufführung: Lehrkräfte führten die eigens zu diesem Zweck von Janina Koeppen komponierte „Mu- sikschulhymne“ auf. Die Streichorchester „Calenber- ger Landstreicher“ und „alla corda“ (Leitung: Gabriele Schleinschock), das Blockflötenensemble „Euterpe“ (Leitung: Ulrike Bartel) und das Ensemble „Akkorde- on Total“ (Leitung: Maren Menz) präsentierten ein abwechslungsreiches Programm. Die Kindergruppen aus dem Projekt „Wir machen die Musik“ aus Kinder- gärten in Ronnenberg und Gehrden begeisterten die Zuhörer mit dem „Guten Morgen Rap“. Grußworte rundeten das Programm ab. Nach der Pause, in der die Gäste bei Livemusik der Band „Sweet Sixties“ zu einem Umtrunk eingeladen waren, rockte die Band „Can’t Stop“ (Leitung: Kurt Klose) die vollbesetzte Aula der Marie-Curie-Schule Ronnenberg/Empelde. Es gab viel Applaus und Zustimmung für die Arbeit der Calenberger Musikschule.

Alfons Schleinschock

die Arbeit der Calenberger Musikschule. Alfons Schleinschock Ensemble „Can’t Stop“ (Leitung: Kurt Klose) / Foto:

Ensemble „Can’t Stop“ (Leitung: Kurt Klose) / Foto: www.foto-juergens.de

Stop“ (Leitung: Kurt Klose) / Foto: www.foto-juergens.de Die Jüngsten beim Abschlusskonzert / Foto:
Stop“ (Leitung: Kurt Klose) / Foto: www.foto-juergens.de Die Jüngsten beim Abschlusskonzert / Foto:

Die Jüngsten beim Abschlusskonzert / Foto: www.foto-juergens.de

Musik verbindet - Ein Projekt nicht nur für Flüchtlingskinder aus Wennigsen Rhythmus und Stimme sind zwei wesentliche Kom- ponenten, mit denen Menschen über alle sprachlichen Grenzen hinweg kommunizieren und etwas Gemein- sames tun können. Durch Musik können Kinder das Erlebte und Traumatisierende verarbeiten. Durch die Einbindung deutscher Kinder, können Freundschaf- ten geknüpft und die Toleranz gestärkt werden - so die Intention des Gemeindebeirates der Marien-Petri- Kirchengemeinde. Die Calenberger Musikschule wurde als Partner für die pädagogische Konzeption und Durchführung gefunden und stellte die Dozenten. Nur durch die Unterstützung und Mitwirkung zahlreicher weiterer Kooperationspartner und Helfer war eine erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes möglich. Die Workshops wurden für Kinder im Alter von 6-12 Jahren geplant und an drei aufeinanderfolgenden Samstagen durchgeführt. Insgesamt gab es drei Workshopzyklen von je drei Tagen. Es nahmen ca. 35 Kinder aus acht verschiedenen Herkunftsländern teil. Die Kinder wurden nach ihrem Alter in zwei Gruppen eingeteilt und konnten in jeweils eineinhalb Stunden ein umfangreiches orffsches Instrumentarium kennen lernen. Die von Kurt Klose geleitete Gruppe befasste sich mit großen und kleinen Perkussionsinstrumen- ten. Die zweite Gruppe unter der Leitung von Sigrid Strunkeit legte den Schwerpunkt auf Singen mit Begleitung. Bei den Abschlussveranstaltungen trugen die Kinder das Erlernte ihren Eltern und Besuchern in der Klosterkirche Wennigsen vor und konnten unter großem Applaus erste Früchte ihres gemeinsamen Musikerlebens ernten.

Karin Hahnefeld

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 Finalteilnehmer/innen HemmingenSongContest Altersgruppe 9-13

Finalteilnehmer/innen HemmingenSongContest Altersgruppe 9-13 Jahre Foto: Fabian Wankmüller

Hemmingen

Erster HemmingenSongContest Zum ersten Mal hat die Musikschule Hemmingen e.V. mit Hilfe von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ einen Songcontest veranstaltet. 24 Teilneh- merinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 9 und 18 Jahren kamen zum Casting im Februar 2016. Dank der Unterstützung des Hemminger Netzwerks für Flüchtlinge konnten auch mehrere Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien teilnehmen. Eine achtköpfige Jury wählte jeweils 6 Finalisten/innen aus zwei Alters- gruppen aus, die in den folgenden Wochen Gesangs- unterricht bekamen. Unterstützt von einer Live-Band und den Chören der Musikschule sangen sie im Finale im April 2016 gemeinsam und solistisch vor mehr als 300 begeisterten Zuhörern, die in den Pausen in jeder Altersgruppe auch einen Publikumssieger wählen durften. Eine tolle Aktion, die unbedingt fortgesetzt werden soll!

Martina Zimmermann

die unbedingt fortgesetzt werden soll! Martina Zimmermann Um ein qualitätvolles musikalisches Bildungsangebot geht es

Um ein qualitätvolles musikalisches Bildungsangebot geht es den Musikschulen wie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Der Kreislauf zwischen Musikschulen und Hochschulen ist kostbar und unverzichtbar für die Musikkultur und bedarf der kooperierenden Pflege von beiden Seiten, denn Bedin- gungen, Nachfrage, Unterrichtsformen sind in unserer Gesellschaft, deren Musikkultur sich auch jetzt wieder durch die Integration von Flüchtlingen verändert, in starkem Wandel begriffen. Wir sind klug beraten, wenn wir auch in den nächsten 50 Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen Musikschulen und Musik- hochschule pflegen und gemeinsam die musikalische Zukunft Niedersachsens gestalten.

Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Hildesheim Mut und Zuversicht durch Musik - Projekt

Hildesheim

Mut und Zuversicht durch Musik - Projekt für Menschen mit Fluchterfahrung in der Musikschule Hildesheim Die Musikschule Hildesheim befindet sich in unmittel- barer Nähe zur Notaufnahmestelle in der ehemaligen Mackensen-Kaserne. In dieser Einrichtung fanden teilweise bis zu 1.500 geflüchtete Menschen Platz. Aus der räumlichen Nähe und dem Selbstverständ- nis heraus, als öffentliche Einrichtung kulturelle und kommunalpolitische Verantwortung zu übernehmen, entwickelte die Musikschule verschiedene Projekte für und mit geflüchteten Menschen. Die regelmäßig stattfindenden Angebote fanden guten Zuspruch und wurden nach Schließung der Kaserne als Flücht- lingsunterkunft in enger Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Jugend, Soziales, Schulen und Sport in die Koordinierungsstelle Integration in Schulen und Familienzentren verlagert, in denen eine große Zahl der Flüchtlinge betreut werden.

Bereits im Herbst 2015 war es angesichts der gro- ßen Zahlen ankommender Flüchtlinge ein inneres Bedürfnis vieler Lehrkräfte der Musikschule, auf

musikpädagogischem Wege helfend und integrierend tätig zu werden. Nach anfänglichen Hürden verschie- dener Art gelang es dann vor allem im Rahmen des VdM-Programms „Kultur macht stark“, ein Netzwerk aufzubauen und viele Ideen zu verwirklichen. So schlossen sich die Universität Hildesheim, Institut für Kulturpolitik, der ASB Hannover, die AWO Hildesheim und die Cluster-Sozialagentur als Kooperationspart- ner zusammen. Mit dem Center for World Music, der Leester-Musikschulstiftung, dem theaterpädagogi- schen Zentrum Hildesheim, dem Schauspielensem- ble des Theater für Niedersachsen konnten weitere Unterstützer gewonnen werden.

Bei den musikalischen Flüchtlingsprojekten in Hildes- heim wurde die Idee verfolgt, nicht ein in sich abge- schlossenes Projekt durchzuführen, sondern bewusst niederschwellig anzusetzen um möglichst vielen Menschen, die gerade angekommen sind und die noch keinen Status in Deutschland haben, ein freundliches Willkommen über die völkerverbindende Weltsprache der Musik anzubieten: Wer, wenn nicht die öffentli- chen Musikschulen, sollten sich dessen annehmen? Die Projektverantwortlichen mussten und müssen sich dabei der Herausforderung stellen, dass die Kurse in sich stetig verändernden Zusammensetzungen der Teilnehmer stattfinden.

Allen Projekten gemein ist, dass Musik gezielt ihre Menschen verbindende Kraft entfalten kann und Lebensfreude und Ausdruckskraft wachsen können. Über das Instrumentenspiel erhalten Kinder und Jugendliche einen anderen Zugang zur Sprache, lernen schneller Deutsch, sind schneller integriert und kön- nen dadurch mehr Selbstbewusstsein entwickeln. Der Spaß am Musizieren und der Erfolg am Instrument schafft Raum und Gelegenheit, traumatisch Erlebtes eine Zeit lang vergessen zu machen.

Die Musikschule Hildesheim hält vielfältige Projektan- gebote breit: Musik – Yoga – Sprache / Cajon – Bewe- gung – Sprache / Loop – Musik – Sprache – Gesang Musik – Tanz – Bewegung / Gitarre lernen – Miteinan- der kommunizieren / Deutsch-Arabische Begegnung der Kulturen.

Neben zahlreichen wunderbaren Gemeinschaftserleb- nissen ein konkretes Beispiel für die einende Kraft der

nissen ein konkretes Beispiel für die einende Kraft der Musik im Rahmen einer Cajon-Stunde: Hier fanden

Musik im Rahmen einer Cajon-Stunde: Hier fanden sich plötzlich zwei Männer verfeindeter Ethnien wieder, die ihre Feindschaft auch in der Notunterkunft pflegten. Sitzend auf dem Cajon und mitten im Spiel schauten sie sich an und einer von beiden bemerkte:

„Hey, so verkehrt bist Du doch gar nicht mes Lächeln.

Detlef Hartmann

“ Gemeinsa-

doch gar nicht mes Lächeln. Detlef Hartmann “ Gemeinsa- Foto: Nick Dubbert, Musikschule Hildesheim e.V. Region

Foto: Nick Dubbert, Musikschule Hildesheim e.V.

Region Hannover

Musikschulen

23

Hildesheim e.V. Region Hannover Musikschulen 23 Regionalsprecherin: Martina Zimmermann Musikschule

Regionalsprecherin:

Martina Zimmermann Musikschule Hemmingen e.V.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 Crossover-Band-Projekt bei „Musik im Park“ / Jürgen

Crossover-Band-Projekt bei „Musik im Park“ / Jürgen Bambrovicz, Landkreis Leer

8.3 Region Weser-Ems

Leer

Neuer Unterrichtsstandort in Moormerland. Im Zentrum der Aktivitäten der Kreismusikschule stand die Eröffnung eines neuen Unterrichtsstand- orts in Moormerland. Diese Stärkung der dezentralen Struktur der Musikschule wurde möglich durch die Kooperation mit der „Freien Christlichen Schule Ost- friesland“. Diese ermöglicht der Kreismusikschule den Zugriff auf die Unterrichtsräume im „Haus der Musik“ der Schule. Dadurch wird die inhaltliche Zusammen- arbeit zwischen den Institutionen gestärkt, da zwei Musiklehrer der „FCSO“ gleichzeitig als Kooperations- lehrer der Kreismusikschule arbeiten.

Veranstaltungshighlights der Kreismusikschule in 2016 waren die Kammermusiktage mit dem Ensemble „Kokopelli“, die an zwei Wochenenden im April und November mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern der Kreismusikschule stattfanden, der „Tag der offe- nen Tür“ im Juni sowie vier Ausgaben der „Schloss- konzerte“, die in Kooperation mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen ausgerichtet wurden. Unbestrittener Saisonhöhepunkt in der Kreismusik- schule war das Open-Air-Festival „Musik im Park“, das im August bei schönem Wetter über 1.000 Besu- cher in den Schlosspark der Evenburg zog. Heinz Gassenmeier

Oldenburg

„Jugend jazzt“ Sieger der 13. Landesbegegnung kommen aus Oldenburg. Die dreizehnte Landesbegegnung „Jugend jazzt“ für Combos und Solisten in der Landesmusikakademie Niedersachsen in Wolfenbüttel belegte eindrucksvoll die hohe Qualität.

„Es herrschte ein durchgängig hohes spielerisches Niveau“, lobt der Generalsekretär des Landesmusi- krats Niedersachsen Hannes Piening und führt aus:

„Wir müssen uns um die Qualität des niedersäch- sischen Jazznachwuchs keine Sorgen machen, wohl aber die Quantität. Es gibt viel zu wenig Jugendliche, die sich mit dem Jazz auseinandersetzen. Das ist eine alarmierende Entwicklung.“

Die Jury aus renommierten Jazz-Experten hat sich auf einen Landessieger geeinigt. Und das ist in diesem Jahr „Funky Kayle“ aus Oldenburg. Die Combo präsen- tierte sich in Bestform und wird im kommenden Jahr das Land Niedersachsen bei der Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ in Saarbrücken vertreten. Die Jazzfor- mation hat ebenso den Förderpreis des Landesmu- sikrates erhalten und wird im kommenden Jahr auf dem Tag der Niedersachsen in Wolfsburg spielen. Mit den Eigenkompositionen „Jumper“ (Olesch, Sitzmann), Resonance of Colour (Olesch) sowie „What about me“ (Snarky Puppy) konnten die Jazzmusiker die Jury überzeugen.

Die Namensgebung „Funky Kayle“ (= angefunk- ter Kohl) fand 2014 beim legendären „Oldenburger Grünkohleten“ in der Niedersächsischen Landes- vertretung in Berlin statt. Betreut wird die Band von Bino Engelmann (Schlagzeuger bei JORIS). Zahlreiche Auftritte wie beim Kultursommer, Stadtfest oder in der Kulturetage zeigen die hohe Qualität der Gruppe und wurden mit der Preisvergabe „Musikalität und Professionalität auf höchstem Niveau“ von der Jury honoriert. Für den Vibraphonisten Christopher Olesch ist es nun schon der vierte „Jugend-jazzt“-Preis. Auf Landes- und Bundesebene war er zwischen 2010 und 2013 mit der Gruppe „Hier und Jazz“ der Musikschule der Stadt Oldenburg dreimal erfolgreich.

Die 13. Landesbegegnung „Jugend jazzt“ zeigte, wie lebendig die junge Jazzszene Niedersachsens ist. Eingerahmt von einem Big Band Konzert der KKS- Bigband aus Hannover unter der Leitung von Michael Thiemann und dem Preisträgerkonzert am Abend gab es einen regen Austausch unter den jungen Musike- rinnen und Musikern.

Austausch unter den jungen Musike- rinnen und Musikern. Funky Kayle von der Musikschule der Stadt Oldenburg:

Funky Kayle von der Musikschule der Stadt Oldenburg: Christoper Olesch (Vibraphon), Daniel Brunnert (Keyboard), Jente Tabeling (Schlagzeug), Jonathan Seidel (Bass) und Bjarne Sitzmann (Gitarre) Foto: Musikschule der Stadt Oldenburg

Die „Jugend jazzt“-Wertungsspiele finden (analog zum Wettbewerb „Jugend musiziert“) jährlich vor einer Jury von bundesweiten Jazz-Experten statt. Neben dem Leistungsvergleich sind auch der Er- fahrungsaustausch, die musikalische Begegnung sowie die eingehende Beratung wichtige Aspekte der Begegnung.

Holger Denckmann

Beratung wichtige Aspekte der Begegnung. Holger Denckmann Die Grundschulkinder beim Weihnachtsmusical „Stille Nacht,
Beratung wichtige Aspekte der Begegnung. Holger Denckmann Die Grundschulkinder beim Weihnachtsmusical „Stille Nacht,

Die Grundschulkinder beim Weihnachtsmusical „Stille Nacht, Heilige Nacht“ / Foto: Musikschule Niedergrafschaft

Uelsen/Niedergrafschaft

Grundschulkinder präsentieren Weihnachtsmusical. Die Mädchen und Jungen der Grundschule Laar haben in der Vorweihnachtszeit im Dorfgemeinschaftshaus zwei Mal das Weihnachtsmusical ‚Stille Nacht, Heilige Nacht’ aufgeführt, das sie zusammen mit dem Schul- chor und ihren Lehrerinnen eingeübt hatten.

Das Weihnachtsmusical „Stille Nacht, heilige Nacht“ erzählt von der Entstehung des gleichnamigen Weih- nachtsliedes, welches von Franz Gruber komponiert und mit dem Text von Josef Mohr am Heiligen Abend 1818 in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt wurde. Umrahmt wurden die Aufführungen von Beiträgen des Blockflöten-Spielkreises unter der Leitung von Saskia Spinder, Musikschullehrerin der Musikschule Niedergrafschaft, die ebenfalls den Schulchor leitet und das Publikum bei vielen Liedern zum Mitsingen animieren konnte.

Die überzeugenden schauspielerischen Leistungen sowie die musikalischen Beiträge wurden mit lang anhaltendem Applaus der zahlreichen Gäste – unter denen sich auch der Komponist des Musicals ‚Cees West’ mit Ehefrau und Tochter befand – belohnt. Dominik Grimm

Region Weser-Ems

Musikschulen

19

Dominik Grimm Region Weser-Ems Musikschulen 19 Regionalsprecher: Martin Nieswandt Musikschule des

Regionalsprecher:

Martin Nieswandt Musikschule des Emslandes e.V.

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

Junges Team mit neuen Ideen - Die Musikschule Oldenburg wird 40 Jahre alt der Stadt
Junges Team mit neuen Ideen -
Die Musikschule Oldenburg wird 40 Jahre alt
der Stadt Oldenburg. Natürlich könnte man immer noch mehr
machen, wenn der finanzielle Rahmen es ermöglichen würde:
Interviewtermin mit der stellvertretenden Leiterin der Mu-
sikschule Oldenburg in ihrem kleinen Büro. Immerhin wird
die Musikschule in diesem Jahr 40 Jahre alt und hat schon
begonnen, den Geburtstag zu feiern. Die gemeinsame Jubi-
läumsveranstaltung mit dem niedersächsischen Landesver-
band des VdM am Abend zuvor hat die Leistungsstärke der
Musikschule eindrucksvoll gezeigt. Nun also das Gespräch.
Kaum ist das Mikro an, klopft es an der Tür, und ein Haus-
meister fragt, wohin mit den Instrumenten der Vorabend-
veranstaltung. Kurze Klärung, dann: zweiter Versuch fürs In-
terview. Und wieder klopft es an der Tür… Hautnah wird hier
deutlich, wie der Alltag einer Musikschulleitung aussehen
kann. Dann aber klappt es – und Celia Spielmann kann in aller
Ruhe von ihrer Musikschule und deren 40 Jahren berichten.
zum Beispiel die Wartelisten auflösen, denn über die 3.200
derzeitigen Schülerinnen und Schüler hinaus würden gerne
noch mehr Kinder und Jugendliche ein Instrument lernen: ein
gutes Zeichen für Ruf und Qualität der Einrichtung.
Allerdings ist die junge Gitarrenpädagogin selbst erst acht
Monate dabei – und ihr ebenso junger Chef Holger Denck-
mann leitet die Musikschule auch erst seit 2014. Aber dieses
sehr junge Leitungsteam geht engagiert und kompetent an
seine Aufgaben. Und die Musikschule ist gut aufgestellt in
Schon seit ihrer Gründung hat sich die Musikschule für die
Genres Pop, Rock und Jazz stark gemacht und war und ist auf
diesem Feld federführend. Im Abendkonzert, das die Haupt-
arbeitstagung des VdM umrahmt, gibt die Band „Funky Kay-
le“ davon eindrucksvoll Zeugnis. Aber auch in anderen Be-
reichen ist die Musikschule aktiv. Das Jugendorchester zum
Beispiel profitiert von der Patenschaft mit dem Oldenburgi-
schen Staatsorchester im Rahmen von „tutti pro“. Es darf die
Proberäumlichkeiten nutzen, Dirigent wie Stimmdozenten
kommen aus dem Staatsorchester – und einmal im Jahr gibt
es ein gemeinsames Konzert: ein Highlight, so Spielmann, an
das sich alle Beteiligten immer noch lang erinnern. Neben
dem Orchester und seinen vorbereitenden Streicher-Ensem-
bles hält die Musikschule gleich zwei Bigbands vor, mehrere
Bands, ein „Groove-Orchester“ und weitere Ensembles, in de-
nen die Schüler gemeinsam Musik machen. Nicht zuletzt das
Ensemble „schlagwerk nordwest“ unter der Leitung von Axel Fries, das im Abendkonzert in der „Kulturetage“

Ensemble „schlagwerk nordwest“ unter der Leitung von Axel Fries, das im Abendkonzert in der „Kulturetage“ ebenfalls von seinem Können überzeugte.

Gut vernetzt ist die Schule in der Stadt: nicht nur mit dem Staatstheater, auch mit dem Jazzclub „Wilhelm13“, wo sie Konzerte veranstalten darf oder mit „klangpol“, einem Netz- werk für Neue Musik. Und natürlich mit den örtlichen Kitas und Grundschulen, mit denen es zahlreiche Kooperationen gibt, viele davon im Rahmen des niedersächsischen Musikali- sierungsprogramms „Wir machen die Musik!“.

Über die Kitas erreicht man auch die Kinder aus Flücht- lingsfamilien. Denn bei allem guten Willen ist es gar nicht so einfach, hier etwas aufzubauen. Die Familien, die in den Flüchtlingsunterkünften wohnen, bleiben sehr oft nicht lange da. „Man müsste eigentlich sehr kurze Programme machen, vielleicht jede Woche dasselbe mit immer wieder neuen Kin- dern und Familien“, so Spielmann. „Kooperationen aufzubau- en mit regelmäßigem Musikschul-Unterricht ist außerhalb der Kitas nicht möglich.“

Für das alljährlich stattfindende Kindermusikfestival aller- dings, das die Musikschule veranstaltet und das die Band „Die Blindfische“ gestaltet, wurden in einem Flüchtlingsheim Karten verteilt. Die Familien wurden in Bussen abgeholt und durften bei den bunt gemischten Veranstaltungen ganz selbstverständlich dabei sein. Als der Kinderchor der Musik- schule schließlich zwei arabische Lieder sang, stimmten die Gäste ganz automatisch mit ein. So kann Musik tatsächlich verbinden.

Ähnliches gilt für das „Orchester Kunterbunt“, ein inklusives Orchester, in dem Kinder mit und ohne Behinderung ge- meinsam Musik machen. „Ich habe das große Glück, dass ich da einsteigen durfte“, berichtet Spielmann. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so gut funktioniert.“ Was braucht man an „Handwerkszeug“, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein? „Ich glaube, man muss schon vorher Kontakt gehabt haben, damit man nicht mit Schwellenängsten da hingeht“, erklärt die engagierte Pädagogin. Ihre Kollegin Frauke Ebeling- Rudolph ist für diesen Unterricht speziell ausgebildet, zwei von der Grundschule gestellte Integrationshelfer erleichtern zudem die gemeinsame musikalische Arbeit.

Dann gibt es da noch „Theatrix“, eine Musiktheatergruppe, die einmal in der Woche probt, unter der Leitung eines Theater- pädagogen und einer weiteren Lehrkraft eigene Stücke kre- iert und diese dann am Schluss des Schuljahres zur Auffüh- rung bringt. Alles entsteht im kreativen Prozess der Gruppe, dadurch identifizieren sich die Kinder und Jugendlichen noch einmal ganz anders mit der Arbeit und dem „Produkt“, als wenn sie zum Beispiel ein fertiges Musical produzieren wür- den, so Spielmann.

Wird dieses sehr junge Leitungsteam in der Stadt „für voll genommen“? „Auf jeden Fall“, lautet die Antwort, „schließlich haben die uns eingestellt“. Manchmal hat man vielleicht noch ein bisschen „Narrenfreiheit“. So haben die beiden in einer Kulturausschusssitzung ihre Ideen von einer „modernen Mu- sikschule“ vorgestellt, die vielmehr Lern- und Begegnungs- ort als reines Unterrichtsinstitut sein sollte, die Schülern und Lehrern jederzeit offen steht, die viel flexiblere Unter- richtszeiten ermöglicht, in der man sich zum gemeinsamen Musizieren trifft oder einfach übt. Eine Traumvorstellung, die derzeit – auch angesichts der räumlichen Situation – sicher nicht zu realisieren ist. Aber dafür hat das ganze Team der Musikschule ja auch noch viel Zeit.

NMZ 6/2016, Barbara Haack Abdruck mit freundlicher Genehmigung des con brio Verlags

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

8.4 Region Lüneburg

Lüchow Dannenberg

Sinfonieorchester der Musikschule Lüchow-Dannen- berg beim XII. Europäischen Jugendmusikfestival im Baskenland. Zwischen dem 4. und 7. Mai fand in der europäischen Kulturhauptstadt 2016, Donostia-San Sebastian, das 12. Europäische Musikfestival der Jugend statt. Zu den rund 8.500 Teilnehmern aus ganz Europa zählten auch 50 Sinfoniker der Musikschule Lüchow- Dannenberg, die als niedersächsisches Orchester vom Musikschulverband zur Teilnahme ausgewählt wurden. Klang, soweit das Ohr reicht. Neben Donos- tia-San Sebastian gab es in 59 weiteren Städten 120 Konzerte der unterschiedlichsten Musikgruppen aus ganz Europa.

Am Montag, den 2. Mai, begann für die Musikschüler aus Lüchow-Dannenberg die 24-stündige Reise ins Baskenland. Die Route führte über Belgien und Frank- reich, mit der herrlichen Berglandschaft der Pyrenäen, ins nördliche Spanien und trotz großer Anstrengung waren alle sehr froh, die Reise auf sich genommen zu haben.

Dienstag um 17 Uhr war das Reiseziel Pamplona erreicht, wo man im Vorort Villava in einem Hostel untergebracht war. Villava war Aufenthaltsort für die ganze Woche. Von hier fuhr man zu den 3 Konzerten in der Region und auch zu den zentralen Veranstal- tungen des Festivals. Die jungen Musiker waren begeistert von der Gegend und dem Angebot. Das Hostel dient normalerweise Pilgern des Jakobswegs als Unterkunft. Das sparsame spanische Frühstück und die Zimmer mit bis zu 20-Betten waren zunächst gewöhnungsbedürftig doch zeigten sich die Orches- termitglieder sehr flexibel und überwältigt von der baskischen Gastfreundschaft. Nach einem freien Tag mit Proben im nahen Kulturzentrum und Stadtbesich- tigung in Pamplona gab es am Donnerstag den ersten Auftritt des Orchesters in San Sebastian. Dort spielte das Orchester bei 28 Grad in einer Grundschule für ein junges aber begeistertes Publikum. Das Konzert in der Grundschule war Teil des Vorfestivals, das in der ganzen Region veranstaltet wurde. Nach dem Konzert gab es ausreichend Gelegenheit die wunder- schöne Kulturhauptstadt Donostia-San Sebastian zu

besichtigen. Besonders beeindruckt waren die Wend- länder von den 4 atlantischen Stadtstränden und der herrlichen Altstadt.

Das eigentliche Festival begann dann am Freitag 6. Mai mit dem Eröffnungskonzert im großen Stadion von San Sebastian. Zu einer farbenfrohen Zeremonie, die von heimischen Tanzgruppen dargestellt wurde, erklangen im Stadionrund 5 extra für das Festival komponierte Musikstücke. Die Teilnehmer hatten die Musik zu Hause einstudiert und wurden von einem Profiorchester unterstützt. Der Gesamtklang war überwältigend. Als optischen Genuss hatten alle Musikgruppen farblich abgestimmte T-Shirts in den 5 Festivalfarben an.

farblich abgestimmte T-Shirts in den 5 Festivalfarben an. Symphonieorchester der Musikschule Lüchow-Dannenberg

Symphonieorchester der Musikschule Lüchow-Dannenberg (Leitung:

Gerd Baumgarten) / Foto: Margitta Baumgarten

Von nun an wurde die ganze Region zur Bühne Euro- pas und in der Region erklangen die unterschiedlichs- ten Konzerte auf Plätzen und in Sälen. Das Sinfo- nieorchester aus Lüchow-Dannenberg konzertierte zusammen mit einer Big Band aus Barcelona, einem spanischen Chor und Orchester und einem regionalen Kinderchor in den Städten Burlada und Sarriguren. Beide Konzerte beeindruckten die jungen Musiker durch das begeisterte Publikum, das alle Gruppen euphorisch feierte. Nachdem die Konzerte auch sehr gut besucht waren, genossen die Musikschulsinfo- niker den großen Erfolg. Das Sinfonieorchester hatte ein 40-minütiges Programm vorbereitet, das im 1. Teil aus internationaler Klassik bestand. Rossini - Wilhelm Tell Ouvertüre, Bizet - Carmen Suite, Brahms - 1. Un- garischer Tanz waren die anspruchsvollen Stücke. Der 2. Programmteil bestand aus Filmmusik. Der Jazzwal- zer von Schostakowitsch, die Filmmusik zu „Children of Sanchez“ von Chuck Magnione und Melodien aus

„Fluch der Karibik“, kamen beim Publikum besonders gut an. Gerd Baumgarten als Dirigent des Sinfonieor- chesters, erhielt von den Veranstaltern als Dank für den Besuch und das Konzert ein Erinnerungspräsent.

Die Abschlussveranstaltung fand dann am Samstag- abend am Strand von Donostia-San Sebastian statt. Von 18-20 Uhr konzertierten regionale Musikgruppen auf der großen Bühne, danach gab es ein 1-stündiges Big Band Konzert mit Solisten aus den Teilnehmerlän- der und zum Abschluss heizte ein DJ die Strandparty noch einmal ordentlich auf, sodass die Besucher diese Strandparty in bester Erinnerung behalten. „Thank you for the Music - macht Musik für ein friedliches Europa“ - die Schlussworte von Helena Maffi, der Prä- sidentin der Europäischen Musikschul-Union, klangen wie eine Ermutigung und wohl noch lange nach in der Erinnerung all jener, die bei diesem unvergesslichen (Hör-) Erlebnis dabei waren. Für das Sinfonieorchester der Musikschule Lüchow-Dannenberg war das Festi- val wieder ein großes Ereignis und Motivation für viele neue Konzerte und vielleicht eine erneute Teilnahme in 2018.

Gerd Baumgarten

Lüneburg

Den Rahmen des Musikschuljahres in der Musikschu- le der Hansestadt Lüneburg bildeten zwei besondere Veranstaltungen. Zum »Internationalen Tag der Blockflöte« am 10. Januar führte das Blockflötentrio TriTonus aus Hamburg in einem Familienkonzert »Das Geheimnis des Zauberwaldes« für kleine und große Zuhörer auf, mit faszinierenden Klängen und spannenden

Zuhörer auf, mit faszinierenden Klängen und spannenden Finale beim Konzert zum „Internationalen Tag der

Finale beim Konzert zum „Internationalen Tag der Migranten“ am 18.12.16 im FORUM der Musikschule der Hansestadt Lüneburg) Foto: Lothar Nierenz, Musikschule der Hansestadt Lüneburg

Foto: Lothar Nierenz, Musikschule der Hansestadt Lüneburg Mitmachaktionen für die jüngsten Zuhörer. Zwei weitere

Mitmachaktionen für die jüngsten Zuhörer. Zwei weitere Ensemblekonzerte unter dem Titel » The King of Ferries« und » Sound of Consort« rundeten den gelungenen Tag ab.

Bei einem fast dreistündigen Weltmusikkonzert zum »Internationalen Tag der Migranten« am 18. Dezem- ber stellten sich mit hochkarätigen Beiträgen Musike- rinnen und Musiker aus vier Kontinenten im FORUM unserer Musikschule vor. Viele von Ihnen waren erst 2015/16 vor Krieg und Verfolgung geflüchtet und so in unsere Region gekommen. Bei diesem Konzert konn- ten wir mit einem kleinen Film auch unser aktuelles Hörspielprojekt mit der Sprachlernklasse einer be- nachbarten Grundschule der Öffentlichkeit vorstellen. Lothar Nierenz

Winsen

Winsener Schlossnacht 2016 - Musik überwindet alle Grenzen – Von fernen Ländern und Menschen Die Winsener Schlossnacht ist eine musikalische Großveranstaltung im Zeitrahmen von 19.00 bis 24.00 Uhr mit jeweils 20-minütigen Konzerten mit histori- schem Hintergrund. Unsere Absicht war es, über die Demonstration der Gemeinsamkeit unserer gemein- nützigen Winsener Kulturträger hinaus die Veranstal- tung mit überwiegend im Landkreis angesiedelten Künstlern zu gestalten.

Das Besondere an dem Konzept ist, anspruchsvolle Musikkultur einer breiten Bevölkerungsschicht zu- gänglich zu machen. Die Konzertdauer wurde auf je- weils ca. 20 Minuten begrenzt, um die Hemmschwelle für nicht geübte Hörer niedrig zu halten. So gelang es, Menschen zu begeistern, die den Besuch eines „ganzen“ Konzerts scheuen würden. Jeder Besucher konnte sich aus den insgesamt zwölf Konzerten in Kirche, Marstall und Schlosskapelle sein ganz persön- liches kleines oder größeres Programm im Laufe des Abends und der Nacht zusammenstellen.

Unser Programm bot eine „Reise durch die Welt“ mit Musikschwerpunkten in Skandinavien, den Nieder- landen, Spanien, Frankreich, Böhmen, USA, Südame- rika usw., und das alles ohne jede Sprachbarriere und Passkontrolle. Auf dem Schlossplatz zeigte eine Zirkusschule mit Feuerspielen ihr Können und eine

Landesverband niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016

niedersächsischer Musikschulen� Jahresbericht 2016 Mittelalterliche Musik zum Kulissenwechsel beim

Mittelalterliche Musik zum Kulissenwechsel beim Marionettentheater Foto: Christiane Dräger-Meier

Renaissance-Musikgruppe spielte in den Konzertpau- sen für das sich eine Auszeit gönnende Publikum bei Wein und kleinen kulinarischen Köstlichkeiten auf.

Um Mitternacht beendeten die Glocken des Winsener Schlosses stimmungsvoll diese gelungene Schloss- nacht mit ihren ca. 600 Besuchern. Christiane Dräger-Meier

Region Lüneburg

Mu