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Das Regelwerk der Deutschen

Gesellschaft für das Badewesen e. V.


(und mehr)

Bad Steben, 10 November 2011


Dipl. Sportwiss. Michael Weilandt
Was erwartet Sie?
1. Rechtliche Einordnung von Normen und
Richtlinien
2. Das Regelwerk der DGfdB
3. Nationale Normung (DIN)
4. Internationale Normung (CEN, ISO)
Einbindung in Europäisches
Recht
Verbindlichkeit von Normen
• DIN Normen sind anerkannte Regeln der Technik

„Anerkannte Regel der Technik

Technische Festlegung, die von einer Mehrheit repräsentativer


Fachleute als Wiedergabe des Standes der Technik angesehen
wird.“ (EN 45020; 2006)

• Verbindlichkeit durch vertragliche Vereinbarung, Zitat in Gesetzen


oder Rechtsprechung

• Vereinbarung zwischen der Deutschen Gesetzlichen


Unfallversicherung und DIN über Rücknahme von UVVen, wenn
eine Norm mit Sicherheitsanforderungen herauskommt.
Was macht eine anerkannte Regel der
Technik noch aus:
• Beteiligung von Experten aus den interessierten Kreisen

• Öffentliche Beteiligung (Entwurf mit Möglichkeit des Einspruchs)

• Erarbeitung nach DIN 820

• Anerkennung in der Fachwelt, bei Gericht

Dies gilt auch für andere Richtlinien und Merkblätter, die nach
diesem Verfahren erarbeitet werden.
Die “Grundsätze für das Regelwerk der
Deutschen Gesellschaft für das Badewesen
e. V.“

§ 1 Einleitung
§ 2 Begriffsbestimmungen
§ 3 Organisation der Regelwerksarbeit
§ 4 Gestaltung der Richtlinien und Arbeitsunterlagen
§ 5 Beschlussfassung über Richtlinien
Richtlinien und Richtlinien-Entwürfe werden in Arbeitskreisen
erarbeitet und im zuständigen Ausschuss zur Diskussion und
Abstimmung gestellt. Der Ausschuss verabschiedet in fachlicher
Hinsicht und gibt bei Schlussfassungen damit eine Empfehlung für
die Beschlussfassung des Erweiterten Vorstandes. Die endgültige
Entscheidung liegt beim Erweiterten Vorstand der DGfdB. Eine
Ablehnung ist zu begründen.

Die Fachöffentlichkeit wird in Form eines Einspruchsverfahrens


und, falls beantragt, eines Berufungsverfahrens beteiligt.
§ 6 Erarbeitung von Arbeitsunterlagen
Arbeitsunterlagen werden in Arbeitskreisen erarbeitet und im
zuständigen Ausschuss zur Diskussion und Abstimmung gestellt.
Der Ausschuss verabschiedet Arbeitsunterlagen in fachlicher
Hinsicht und gibt damit eine Empfehlung für die Beschlussfassung
des Erweiterten Vorstandes.

Die Fachöffentlichkeit muss bei Arbeitsunterlagen über die


Mitarbeit im Arbeitskreis oder Ausschuss hinaus nicht beteiligt
werden.
§ 8 Urheberrecht

§ 9 Geschäftsführung
Die laufenden Geschäfte der Ausschüsse und Arbeitskreise sowie
Verbreitung und Vertrieb der Publikationen werden von der
Geschäftsstelle des Verbandes abgewickelt, der die Federführung
für den Ausschuss hat. Näheres regelt die Geschäftsordnung für die
Ausschüsse und Arbeitskreise.

§ 10 Inkrafttreten
Arbeitsunterlagen
• A8 Muster einer Haus- und Badeordnung für öffentliche Bäder, Dezember
2010
• A 25 Betriebsbuch für die Wasseraufbereitungsanlage (nach DIN 19643),
Januar 2006
• A 41 Liste geprüfter Reinigungsmittel für keramische Beläge in
Schwimmbädern (Liste RK), Juni 2011
• A 51 Muster eines Nutzungsvertrages für die Überlassung von
Schwimmbädern an Vereine, August 2011
• A 66 Überwintern von Becken in Freibädern, Mai 2001
• A 75 Arbeitsgrundlage zur Beurteilung von Auszubildenden und
Praktikanten im Beruf Fachangestellte/r für Bäderbetriebe, Februar
2006
• …
Fachbücher und Veröffentlichungen
• C 1 KOK-Richtlinien für den Bäderbau, 2002
• C 6 Baurichtlinien für medizinische Bäder, 203
• C 10 Alles über Saunabaden, 1992
• C 36 Chronik der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V., 999
• C 41 Schulschwimmen - Beispiele zur Organisation, 2009
• …
Richtlinien
• R 25.04 Schwimm- und Badebecken aus Stahlbeton, Januar 2011
• R 25.07 Gefälleausbildung in Bodenbelägen von Schwimmbädern, Mai
2001
• R 25.08 Einsatz von Edelstahl in Schwimmbädern -Teile I-IV , März 200
• R 60.03 Vermeidung von Gefahren an Ansaug-, Ablauf und Zulaufanlagen
in Schwimm- und Badebecken, Mai 2007
• R 64.01 Die Thermische Schleuse zur Legionellenprophylaxe in Bädern,
August 2011
• R 65.03 Desinfektion des Schwimm- und Badebeckenwassers, Oktober
2000
• R 65.08 Möglichkeiten des Teillastbetriebs der Aufbereitungsanlagen von
Schwimm- und Badebeckenwasser, Mai 2004
• R 66.01 Beleuchtungstechnik in Bädern, April 2008
Richtlinien
• R 94.05 Verkehrssicherungs- und Aufsichtspflicht in öffentlichen Bädern
während des Badebetriebs, Februar 2008
• R 94.10 Einsatz von Rettungsschwimmern der Wasserrettungs-
organisationen (WRO) in öffentlichen Bädern, Septembe 2006
• R 94.11 Muster eines Vertrages über die Übernahme der Wasseraufsicht
im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht in öffentlichen Bädern,
September 2006
• R 94.12 Verkehrssicherungs- und Aufsichtspflicht in öffentlichen
Naturbädern während des Badebetriebes, August 2011
• R 94.13 Verkehrssicherungspflicht an Badestellen an Naturgewässern,
August 2011
• …
Regelwerksrelevante Arbeitsthemen Ausschuss Bäderbetrieb
• DGfdB R 94.04 „Hygiene, Reinigung und Desinfektion in Bädern“ (AK
Organisation)
• DGfdB R B 60 „Betriebliche und technische Voraussetzungen zur Säuglings- und
Kleinstkinderwassergewöhnung“ (AK Organisation)
• Ertrinkenden-Erkennungsysteme (AK Organisation)
• Arbeitshilfe zur Erstellung einer örtlichen Betriebsanweisung für
Chlorungsanlagen unter Verwendung von Chlorgas (AK Organisation)
• Sicherheit bei der Organisation und Durchführung von Schwimm- und auf das
Schwimmen vorbereitenden Kursen (AK Organisation, Schwimmbadpersonal.
Aus- und Fortbildung)
Regelwerksrelevante Arbeitsthemen Technischer Ausschuss
• DGfdB R 65.xx: „Überprüfung der biologischen Funktion von Aufbereitungs-
anlagen von Freibädern mit biologischer Wasseraufbereitung “ (AK Wasser-
aufbereitung)
• Prüfverfahren zur Beurteilung der wasserabweisenden Eigenschaften von
Alternativ- Abdichtungen unter keramischen Wandbelägen in Nassräumen“ (AK
Bäderbau)
• Richtlinie 12.01 „Neu- und Umbau eines Bades“ (AK Bäderbau)
• Richtlinie 25.08 „Einsatz von Edelstahl in Schwimmbädern“ (AK Bäderbau)
• Richtlinie 25.05 „Sanierung von Schwimmbeckenkonstruktionen“ (AK
Bäderbau)
• Werkstoffe im Bäderbau (AK Bäderbau)
Regelwerksrelevante Arbeitsthemen Technischer Ausschuss
• Richtlinie 25.03 „Kriterien zur Beurteilung von Beckenabdeckungsanlagen“ (AK
Bäderbau)
• Anforderungen an Floating Tanks
• LED – Beleuchtung in Bädern (AK Elektrotechnik)
• Energetische Optimierung von Bädern (AK Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und
Energeitechnik)
• Instandhaltung in Bädern (AK Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und
Energietechnik)
• pH-Wert-Einstellung bei Anlagen zur Aufbereitung von Schwimm- und
Badebeckenwasser (AK Wasseraufbereitung)
Nationale Normung
• DIN 19643 „Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser“
• VDI 2089 „Technische Gebäudeausrüstung von Schwimmbädern“
• DIN VDE 0100-702 „Errichten von Niederspannungsanlagen -
Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen
besonderer Art - Teil 702: Becken von Schwimmbädern und andere
Becken“
• FLL „Richtlinien für Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von
Freibädern mit biologischer Wasseraufbereitung (Schwimm- und
Badeteiche)“
•…
Internationale Normung
• DIN EN 15288 „Schwimmbäder“
• DIN EN 1069 „Wasserrutschen …“
• DIN EN 13451 „Schwimmbadgeräte“
• ISO 20712 „Wasser-Sicherheitsschilder und
Strand-Sicherheitsflaggen“
• …
Verhältnis der deutschen und internationalen
Normen
• EN-Normen müssen als deutsche Norm übernommen werden.
• ISO Normen müssen vom DIN nicht als deutsche Norm
übernommen werden
• Sie können bei einer Übernahme verändert werden.
• Sie können teilweise übernommen werden.
• In der europäischen Normung (z. B. EN 15288) wird in der Regel
auf ISO-Normen verwiesen.
Mitarbeit im ISO/CEN/DIN
• Aufwand (Zeit, Reisekosten und Pauschale)

• Einbringen von Kenntnissen und Erfahrungen

• Außendarstellung für den Verband

• Interessenvertretung für das deutsche Badewesen


Stimmverteilung im CEN

Annahme
bei 71%
(259)
Was ist Normung
• Vereinheitlichung (Bsp.: DIN A 4, M 6)
• Beschreibung technischer Standards,
Prüfanforderungen
• Marktöffnung für Produkte (Bsp.: Pulveraktivkohle aus
verbrannten Knochen britischer BSE-Rinder)
Die Normenreihe DIN EN
13451
DIN EN 13451 „Schwimmbadgeräte“
Früher DIN 7931 bis 7939

• DIN EN 13451 Teil 1 Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und


Prüfverfahren
• DIN EN 13451 Teil 2 Leitern, Treppenleitern und Griffbogen
• DIN EN 13451 Teil 3 Zusätzliche besondere sicherheitstechnische An-
forderungen und Prüfverfahren für Flansche und
Auslässe
• DIN EN 13451 Teil 4 Startblöcke
• DIN EN 13451 Teil 5 Schwimmbahnleinen
• DIN EN 13451 Teil 6 Anschlagplatten
• DIN EN 13451 Teil 7 Wasserballtore
• DIN EN 13451 Teil 10 Sprunganlagen
• DIN EN 13451 Teil 11 Hubböden, Hubwände
DIN EN 13451 Teil 1
Jenseits von Europa
ISO 20712 “Water safety signs and beach safety flags”
Part 1: Specifications for water safety signs used in workplaces and public areas
Part 2: Specifications for beach safety flags
Part 3: Guidance for the use of water safety signs and beach safety flags

Guidelines for safe recreational water environments


(Weltgesundheitsorganisation (WHO))
VOLUME 1
Coastal and fresh waters
VOLUME 2
Swimming pools, spas and similar recreational-water environments
ISO 20712 “Water safety signs and beach
safety flags”
• Part 1: Specifications for water safety signs used
in workplaces and public areas
• Part 2: Specifications for beach safety flags
• Part 3: Guidance for the use of water safety signs
and beach safety flags
Sicherheitsschilder – Regelwerke
• DIN 4844-1: Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und
Sicherheitszeichen –
• Teil 1: “Gestaltungsgrundlagen für Sicherheitszeichen zur
Anwendung in Arbeitsstätten und in öffentlichen
Bereichen”
• Teil 2: “Sicherheitskennzeichnung — Sicherheitszeichen”
• ISO 7010: “Graphical symbols – Safety colours and safety signs
– Safety signs used in workplaces and public areas”
• BGV A 8 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
am Arbeitsplatz“
Einordnung der Sicherheitschilder
• Sicherheitschilder werden als letztes Glied einer
Kette von Sicherheitsmaßnahmen baulicher und
organisatorischer Art gesehen. Sie sollen das
Restrisiko abdecken.
• Die größte Bedeutung haben Sicherheitschilder für
den Arbeitsschutz,
• Die Umsetzung der Normvorgaben für den
Freizeitbereich ist zumindest gewöhnungsbedürftig.
Rettungsschilder
Brandschutz-Schilder
Verbotsschilder
Warnschilder
Schilder für Hallen- und Freibäder?
Schilder für Hallen- und Freibäder?
Schilder für Hallen- und Freibäder?
Schilder für Hallen- und Freibäder?
Schilder für Hallen- und Freibäder?
Annex B (informativ)
Annex B (informativ)

Beispiele für die Anordnung von Schildern (nicht maßstabsgerecht) auf dem
Beckenumgang und im Becken
Alles
klar?