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Dies ist eine Internet-Sonderausgabe des Aufsatzes


„Zur historischen Onomastik des Georgischen“
von Jost Gippert (1984).
Sie sollte nicht zitiert werden. Zitate sind der Originalausgabe in
„Georgica“ 7, 1984, 37-42
zu entnehmen.

Attention!
This is a special internet edition of the article
„Zur historischen Onomastik des Georgischen“
by Jost Gippert (1984).
It should not be quoted as such. For quotations, please refer to the original edition in
„Georgica“ 7, 1984, 37-42.

Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved:


Jost Gippert, Frankfurt 2011
Jost Gippert

Zur historischen Onomastik des Georgischen*

Im Rahmen des „Iranischen Personennamenbuches“, deshalb nicht mehr den letzten Stand der Forschung,
das unter der Leitung von M. Mayrhofer an der Öster- weil seither eine fast unüberschaubare Menge neuen
reichischen Akademie der Wissenschaften erstellt Materials verfügbar geworden ist.
wird1, kommt eine besondere Bedeutung den sog. „Ne- Zu den ergiebigsten Nebenüberlieferungsquellen ira-
benüberlieferungen“ zu. Erstmalig soll hier die gesamte nischer Namen gehört die georgische Literatur. Dies ist
Überlieferungsmasse iranischen Personennamengutes nicht verwunderlich .wenn man bedenkt, wie eng die ge-
auch außerhalb der eigentlich iranischen (avestischen, orgische Geschichte mit der der benachbarten irani-
altpersischen, mittelpers., neupers. etc.) Tradition er- schen Völker bis in jüngste Zeit verbunden gewesen ist.
faßt werden. Ziel des Projekts ist, das einzige bisher er- So sind auch bei Justi bereits zahlreiche iranische Na-
schienene Werk gleicher Thematik, das „Iranische Na- men verzeichnet, die den seinerzeit zur Verfügung ste-
menbuch“ von F. Justi (Marburg 1895/Nachdr. Hildes- henden georgischen Quellen entstammen. Gerade bei
heim 1963) zu ersetzen; dieses repräsentiert allein schon der georgischen Nebenüberlieferung aber erweist sich

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eine neue Bestandsaufnahme als unumgänglich, da ge- 1.1.2. Ebenso auf der Verwechslung von Nusxa-Xu-
rade das georgische Schrifttum für Justi nur in äußerst curi-Buchstaben beruht das Schwanken zwischen (ṭ)
geringem Grade zugänglich war. und (c), zwischen (h) und (l) sowie evtl. zwischen (d)
Vor ca. einem Jahr wurde der Verfasser der vorlie- und (m)10. Ein Beispiel für ersteren Fall ist der Name ei-
genden Zeilen mit der Aufgabe betraut, im Rahmen des nes ossetischen Feldherrn z. Zt. des erwähnten Königs
„Iran. Personennamenbuches“ der ÖAdW den Teilfas- Mirian, der als ḲAVṬIA, ḲAVAṬIA und ḲAVCIA er-
zikel „Iranische Personennamen in georgischer Ne- scheint (K.Cx. I, 68,1); für zweiteren Fall sei verwiesen
benüberlieferung“ zu erstellen. Im folgenden soll kurz auf einen (arab.) Emir von Tbilisi im 8/9.Jhdt. u.Z.,
über die besonderen Eigenheiten referiert werden, die der u. a. in den Formen ALI, IAHI und IAHIA notiert
die georgische Überlieferung in diesem Zusammenhang ist (K.Cx. I, 252, 11; 254, 2). Der Wechsel (d)/(m) be-
auszeichnen. trifft m.W. nur den Namen eines vorgeschichtlichen
1. Von größter Bedeutung für die Überlieferung hi- Herrschers von Iran, der hauptsächlich als APRIDON,
storischer Namen im Georgischen ist naturgemäß die daneben aber auch als ARPIMO angeführt wird (K. Cx.
Chronik „Kartlis Cxovreba“. Dieser Text stand zwar 1,13,1).
auch Justi zur Verfügung, die damals allein vorliegende 1.1.3. Varianten, die auf der Ähnlichkeit von Buch-
Ausgabe von F. M. Brosset2 kann heute aber keinesfalls staben beruhen, sind natürlich auch in anderen georgi-
mehr als zureichend bezeichnet werden, da nach ihrem schen Zeugnissen festzustellen; so erscheint z.B. der
Erscheinen wesentlich ältere Handschriften ans Licht Name des islamischen Propheten im „Martyrium der hll.
gebracht wurden. Eine kritische Ausgabe, die auf allen Davit und Konstantine“ (C̣ameba da γuac ̣li c ̣midata da
z.Zt. bekannten Handschriften beruht, liegt erst seit didebulta moc ̣ameta davit da ḳonsṭanṭinesi) in den For-
wenigen Jahren in dem epochalen Werk von S. Qaux- men MOHMED, MUHMED und MOC M ̣ ED
čišvili3 vor. (249,2211): Auch (h) und (c ̣) sind in der Nusxa-Xucuri-
So reich an Material der Text der „Kartlis Cxovreba“ Schrift leicht zu verwechseln11.
auch ist, so problematisch ist er gleichzeitig wegen seiner 1.2. Wie aus einigen der bisher angeführten Beispiele
handschriftlichen Überlieferung: Kaum ein Name, der bereits ersichtlich ist, herrscht oft große Uneinheitlich-
sich ohne Varianten darbieten würde. Dies liegt darin keit bei den Vokalen; man vgl. z.B. die o.g. Varianten
begründet, daß die älteste erhaltene Handschrift, die des Namens BINKARAN. Ein ähnlich eindrucksvolles
sog. „anaseuli nusxa“4, aus dem 15. Jhdt. stammt, wäh- Beispiel sind die verschiedenen Formen, in denen in der
rend die ersten Teiltexte der Chronik selbst bereits im Kartlis Cxovreba der 1. Kalif (von Bagdad) genannt
11. Jhdt. entstanden sein dürften.5 Nachdem offenbar wird (K.Cx. I, 229,12/14): ABOBIKAR, ABUBEKIR,
schon bald darauf eine erste redaktionelle Überarbei- ABIBAKAR, ABIBOKAR, ABABIKAR, ABOBA-
tung erfolgte6, liegt uns der Text heute vor allem in der KAR, ABUBAKAR. Die Ursache für diese Wechsel
kanonisierten Form vor, die auf den georgischen König formen dürfte meist darin bestehen, daß in den Vorlage-
Vaxtang VI. zurückgeht.7 handschriften weitgehend mit Abkürzungen gearbeitet
Für die Überlieferung der Namen bedeutet dies, daß wurde. Dies zeigt sich zum einen daran, daß die Abkür-
deren authentische Form, d. h. die Form, die die Verfas- zungen zum Teil noch als solche erhalten sind; so bei
ser der Teiltexte selbst eingesetzt haben, in vielen Fällen dem Namen eines oss. Feldherrn zur Zeit des georgi-
nicht mehr sicher erhalten ist und erst rekonstruiert wer- schen Königs ADARNASE II. (um 900), der (K.Cx. I,
den muß, bevor die Frage nach der Etymologie (in unse- 261, 13) als BAQ ̣A TAR, BAQ ̣T AR und BAQ͞ ̣ ṬR er-
rem Fall nach einer iranischen Ausgangsform) gestellt scheint (letztere Form mit Abkürzungszeichen). Zum
werden kann. Dabei ist zunächst von den gegebenen Va- anderen erklärt sich so das Vorkommen etymologisch si-
rianten auszugehen. cher ungerechtfertigter Vokale wie z. B. in dem Namen
des griechischen Sagenhelden Hektor, der in einer
1.1. Ein großer Teil vorhandener Namenvarianten Handschrift EḲEṬOR geschrieben ist (K.Cx. I, 342, 6:
läßt sich darauf zurückführen, daß bei der Abschrift von Hs. M). Zu berücksichtigen ist dabei, daß da, wo es um
Vorlagehandschriften ähnliche Buchstaben verwechselt die Mittelsilbe geht, das sprachliche Phänomen der ge-
wurden. Solche „Fehler“ sind naturgemäß besonders orgischen Synkope eine Rolle gespielt haben kann. Das
verständlich, wenn ein seltener Name vorliegt, der den bedeutet, daß Formen wie BAQ ̣Ṭ AR sprachwirklich
Abschreibern nicht (mehr) bekannt war. gewesen sein können; Formen wie EḲEṬOR würden
1.1.1. Am häufigsten ist so ein Schwanken zwischen demgegenüber „hyperkorrekte“ Restitutionen darstel-
(b) und (š), das auf der Ähnlichkeit der beiden betref- len. 12
fenden Buchstaben in der Nusxa-Xucuri-Schrift be- 1.3. Wie bereits das letztgenannte Beispiel zeigt, ist
ruht.8 Nur wenige Beispiele seien genannt: die Gattin die Etablierung einer „Urform“ dann oft eher leicht,
des Königs MIRIAN, unter dem Georgien zum Chri- wenn der betr. Name auch aus außergeorgische Quellen
stentum bekehrt wurde (4. Jhdt. u. Z.), ist als ABEŠU- bekannt ist: Im Urtext der Kartlis Cxovreba dürfte der
RA, ABEBORA und ABEBUORA überliefert (K.Cx. griech. Held eben EKTOR gelautet haben. Ebenso
I, 64, 6)9. Die erste Frau des Königs VAXTANG GOR- kommt für den erwähnten vorgeschichtlichen König
GASALI, der Tbilisi zur Hauptstadt Georgiens machte Irans nur der Name APRIDON in Frage, da sich dieser
(5.Jhdt. u.Z.), wird in den Varianten BALENDUXṬ, mit der neupersischen Form Āfrīdūn deckt, die für den-
ŠALENDUXṬ u. a. genannt (K.Cx. 1,158,12; 178,13). selben König z. B. im Schahname überliefert ist.13 In an-
Ein pers. zoroastrischer „Bischof“, ebenfalls zur Zeit deren Fällen ist es eine sichere Etymologie, die eine der
VAXTANG GORGASALIs, kennt folgende Namens- möglichen Urformen wahrscheinlich werden läßt. So im
formen: BINKARAN, ŠINKARAN, ŠINAKRAN, Falle des ossetischen Feldherrn BAQ A ̣ ṬAR: in dieser
BINAKAR, BINKAR, BUNKARAN,BONAKRAN, Form kann der Name ohne weiteres mit dem ossetischen
BONAKARAN, ŠINAKAR u . a . (K.Cx. I, 7 Beleg- (dig.) Wort bæǧatær (iron. qæbatyr) identifiziert wer-
stellen zwischen 145 u. 179). den, das ,Held‘ bedeutet, und das tatsächlich auch im

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heutigen Ossetien noch als Name fungiert.14 Mit glei- in der Mokcevaj kartlisaj wird er (als 14. König) eben-
cher Sicherheit kann z.B. der Name eines türkischen falls in den Formen AMAZAER und AMAZAEL an-
Kriegers, der im 9. Jhdt. von Bagdad aus gegen Arme- geführt (82, 32-33; 129, 29-30). Von allen diesen For-
nien und Georgien zog und Tbilisi verwüstete (5 Beleg- men ist ARMAZEL- die etymologisch durchsichtigste:
stellen, K.Cx. I, 256-257), als BUǦA und nicht als ŠU- Sie läßt sich auffassen als georgische Adjektivableitung
ǦA (so 2 Hss.) bestimmt werden: das türkische Wort auf -eli von dem Ortsnamen Armaz (neben Mcxeta eines
buγa „Stier“ ist auch sonst als Name(nsbestandteil) ge- der beiden Zentren Georgiens in der Antike). Auf diese
läufig.15 Nach dem gleichen Prinzip ist der Name eines Weise als Beiname gedeutet wurde die Form z.B. von
Seldschukensultans im 11.Jhdt., der in Varianten wie P. Ingoroq̇ va26 und von C. Toumanoff.27 Diese Deutung ist
MALIKAŠ, MALIKŠA(H), MALIKAB, MITKAŠ jedoch gleichzeitig die problematischste, da sie auf jeden
u.a. erscheint (K.Cx. I, 7 Belegstellen zwischen 316 u. Fall auf der „lectio facillima“ beruht; dies nicht nur aus
335), als MALIKŠAH anzusetzen; dabei handelt es sich dem Grund, weil nur die Form ARMAZEL- inner-
um eine hybride Verbindung des arabischen und des georgisch deutbar ist, sondern auch deshalb, weil sie
neupersischen Wortes für „König“: ar. malik, npers. aufgrund einer bekannten phonotaktischen Regel des
šāh. Und der Name eines weiteren Sultans, gegen den Georgischen aus einer der Formen mit auslautendem -R
der georgische König BAGRAṬ IV. zu kämpfen hat abgeleitet sein kann: Hätte die ursprüngliche Form etwa
(ebenfalls im 11. Jhdt.), kann aufgrund der gegebenen AMAZAER gelautet, so könnte diese zunächst nach
Varianten ARPASARAN, ARPARASAN und AR- dem Ortsnamen Armaz volksetymologisch zu * ARMA-
PARSAN (K.Cx. 1,306,8-12) zumindest eindeutig ety- ZAER umgedeutet worden sein; daraus hätte weiter
mologisiert werden: zugrunde liegt der häufige türki- ARMAZ(A)EL- werden müssen, da das Georgische eine
sche Name ALP-ARSLAN, der etwa „Held-Löwe“ be- Folge von r-r zu r-1 dissimiliert. Ein umgekehrter Prozeß,
deutet.16 der von einem ursprünglichen ARMAZEL- zu
1.3.1. Die Entscheidung aufgrund etymologischer AMAZAER geführt hätte, ist hingegen nur schwer
Erwägungen ist natürlich dann schwer, wenn mehrere denkbar.28 Ein wichtiges zusätzliches Argument liefert
solche zur Verfügung stehen. So im Falle des erwähnten in diesem Zusammenhang die Nebenüberlieferung der
Emirs ALI/IAHI/IAHIA; hier können nämlich zwei georgischen Chronik in armenischer Übersetzung, die in
gleich geläufige arabisch-islamische Namen zugrunde einigen Handschriften seit dem 13. Jhdt. vorliegt.29 Diese
liegen: cALI17 und YAHYĀ.18 In solchen Fällen kann Version ist zwar nicht in allen Fällen aussagekräftig,
oft damit argumentiert werden, daß eine der gegebenen da z. B. das Problem verwechselbarer Nusxuri-Buchsta-
Formen als „lectio difficilior“ zu gelten hat; sei es, weil ben naturgemäß auch bei dem ihr zugrundeliegenden
sie eine weniger gebräuchliche Namensform vertritt, sei Text bestanden hat30; in Fällen wie dem hier behandelten
es, weil sie in den älteren Handschriften überliefert ist. jedoch, wo es um innergeorgische Sprachphänomene
Beides trifft beim gegebenen Beispiel für IAHIA zu.19 geht, kann sie durchaus zu Rate gezogen werden. Die
Daß ungewohnte Namensformen durch ähnliche, be- armenische Version bringt den betreffenden Namen nun
kanntere ersetzt werden, ist in der georgischen Überlie- in den Formen AZMAJER und AMZIER31, also mit
ferung relativ häufig zu beobachten. So z.B. auch im auslautendem -R.J2 Als zugrundeliegende Form kommt
Falle des vorgeschichtlichen iranischen Königs BAA- unter Berücksichtigung der gesamten Problematik also
MAN, der in einer der älteren Handschriften als Baram am ehesten so etwas wie * AMAZA(J)ER in Frage. Für
erscheint (so dann in Qạ uxčišvilis Edition; K.Cx. I, 16, diese Form liegt es am nächsten, nach einer iranischen
18): Nur die letztere ist eine im Georgischen geläufige Etymologie zu suchen, zumal auch die anderen
Namensform; vgl. auch den Familiennamen BARAMI- georgischen Königsnamen der betreffenden Epoche
ƷE. Beide Varianten sind übrigens iranischen Ur- durchweg iranisch zu etymologisieren sind.33 Dabei fällt
sprungs: BAAMAN reflektiert die neupersische Form zunächst auf, daß AMAZA(J)ER im Anlaut an den
Bahman des avest. Namens vohu manah-, wtl. „der gute Namen zweier in der Chronologie nahestehender Köni-
Sinn“20; BARAM geht zurück auf neupersisch Bahrām, ge, AMAZASP34 ̣ , anklingt. Dieser ist etymologisch si-
das selbst den ebenfalls avest. (myth.) Namen Vərə- cher zutreffend als iranisches Kompositum *hamāza-
Θraγna- repräsentiert.21 Nach dem gleichen Prinzip er- aspa-35 gedeutet worden. Andere Kompositalnamen mit
klären sich weiter die beiden Namensvarianten ELǦA- dem Vorderglied *hamāza- sind m. W. allerdings bisher
ZI und ELIAZI, die für einen arabischen Heerführer im unbekannt.36 Undenkbar wäre deshalb auch nicht, daß
11. Jhdt. notiert sind (K.Cx. I, 340, 15): Der arabische im Vorderglied von *AMAZA(J)ER doch das Element
Name al-ġazī „der Siegreiche“, der sich hinter ELǦAZI ARMAZ- verborgen liegt; dieses Element müßte dann
verbergen dürfte22, wurde zu ELIAZI verändert unter noch vor dem Eintreten der georgischen Dissimilations-
dem Einfluß des geläufigen christlichen Namens Elias.23 regel sein -R- verloren haben, eventuell unter dem Ein-
Sekundärem christlichen Einfluß dürfte in gleicher Wei- fluß eben des zur gleichen Epoche gehörenden Namens
se letztlich die Namensform ADAM zu verdanken sein, AMAZASP ̣. Eine Urform *ARMAZA(J)ER aber wäre
mit der der 16. georgische König (2.Jhdt. u.Z.) in der wiederum iranisch deutbar: ARMAZ- ist zunächst
Kartlis Cxovreba belegt ist (K.Cx. 1,54: 4 Belegstellen); identisch mit dem Namen eines georgischen Götzen, der
in der „Bekehrung Georgiens“ (Mokcevaj kartlisaj), ei- nach Kartlis Cxovreba von dem 1. georgischen König,
nem Text des 9.Jhdts., heißt derselbe Herrscher ǦA- PARNAVAZ, an dem später danach benannten Ort
DAMI (als 18. König; 83, 124). Diese letztere Namens- aufgestellt wurde (I, 25, 10-12), und geht weiter zurück
form bleibt allerdings unerklärt.25 auf den iranischen Gottesnamen Ahura- Mazda- 37 .
1.3.2. Ein besonderes Problem stellt der Name des *ARMAZ-A(J)ER könnte dann durchaus dieselbe Vor-
(nach K.Cx.) 13. Königs von Georgien dar. Dieser er- form reflektieren wie der mittelpersische Name
scheint in folgenden Varianten: AMAZER, AMZA- ,HRMZDJ’R /OHRMAZDJĀR/38, der als „Ahura-
ER, AMZAEL, AMZAHER, ARMAZAEL, ARMA- Mazdā-Freund“ gedeutet wurde. Eine endgültige Lö-
ZEL u.a. (K.Cx. I, 8 Belegstellen zwischen 45 u. 100); sung dieses Problems kann hier nicht geliefert werden.

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2. Schon bei der zuletzt behandelten Form spielte die (Marṭwlobaj da motminebaj evsṭati mcxetelisaj, 34,26 bis
Frage eine Rolle, ob es sich um einen eigentlichen Per- 27)44: da vitarca mivides mqedarni igi, hrkues evsṭatis
sonennamen oder vielmehr um ein (die Herkunft be- (Dat.) da sṭepanes... (Und als diese Soldaten hinka-
zeichnendes) Adjektiv handelte. Dazu ist zu bemerken, men, sagten sie zu Evsṭati und Sṭepane...). Das stamm-
daß das Altgeorgische durchaus über Mittel verfügte, auslautende -I kennzeichnet vor allem christliche Na-
diese Frage zu entscheiden. men, die aus dem byzantinischen Griechischen über-
2.1. Zunächst ist darauf hinzuweisen, daß — anders nommen wurden und dort auf -(ε)ιος auslauteten; so ist
als in der heutigen modernen Sprache — das Altgeorgi- z.B. ARSENI= Ἀρσένιος, BASILI= Βασίλειος, GIOR-
sche Eigennamen in der syntaktischen Funktion eines GI= Γεώργιος. Zu den Namen auf -I gehören in seltenen
Nominativs, Ergativs oder Vokativs nicht kasuell kenn- Fällen aber auch solche nicht-griechischen Ursprungs;
zeichnete; in diesen Fällen wurde statt dessen die sog. so z.B. der des 10. Königs von Georgien (um die
„Stammform“ gebraucht, die auch als „casus indefini- Zeitwende), der nach Kartlis Cxovreba ADERḲI (v.l.
tus“ bezeichnet wird39. So steht z.B. den heutigen Ka- ADREḲI) lautet. Die Etymologie dieses Namens ist
susformen DAVITI, DAVITMAN und DAVIT (Nom., bis heute allerdings unklar45.
Erg., Vok.) im Altgeorgischen die eine Form DAVIT
2.3. Übrigens gewähren die handschriftlichen Va-
gegenüber.40 Wenn es sich jedoch nicht um einen eigent-
rianten etwa der Kartlis Cxovreba durchaus einen Ein-
lichen Personennamen, sondern um einen Beinamen in
blick in den sprachverändernden Prozeß, der dazu führ-
adjektivischer Form handelte, so verfügte auch das Alt-
te, daß die Sonderflexion der Eigennamen zum heutigen
georgische über die gesamten Deklinationsendungen.
Georgischen hin aufgegeben wurde. Dies betrifft zu-
Einige wenige Beispiele mögen dies demonstrieren:
nächst die Namen auf -I: Da dieser Stammauslaut mit
Der o. e. König VAXṬANG, Gründer von Tbilissi, wird
der Nominativendung assoziiert werden konnte, ergab
häufig auch GORGASALI genannt. Diese Form er-
sich die Gefahr von Mißverständnissen, wenn der Name
weist sich durch die Flexion als adjektivischer Beiname;
in ergativischer Position stand. Deshalb finden sich in
vgl. z. B. K. Cx. 1,182,5-6: dγesa mesamesa mivida gor-
jüngeren Handschriften zwei Ausgleichserscheinungen:
gasali (Nom.) mis tana... (Am dritten Tage ging „der
1. die Verdeutlichung durch die angefügte Ergativen-
G.“ zu ihm) und K.Cx.I, 182, 11: xolo gorgasalman
dung -m; so etwa bei der Variante ADERḲIm für den
(Erg.) rkua... (Aber „der G.“ sprach.. .) 41 Ebenso als
zuletzt behandelten Namen in K. Cx. 1,35,11 (Hss. c, m
Adjektiv zu verstehen ist der Beiname des armenischen
u.a.; zwei der älteren Hss. haben ADERḲI); 2. die Er-
Heerführers SUMBAT (l.Jhdt. u.Z.), der als BIVRI-
setzung des (stammauslautenden) -I durch die Ergativ-
ṬIANI (v. l. BEVREṬIANI, BAVRIṬIANI) erscheint;
endung -ma(n); so z. B. bei der Variante BASILman in
vgl. K. Cx. 1,48,9-10: mašin c ̣armoemarta... arṭaban42,
K.Cx.I, 337, 11 (Hs.C; andere Hss. haben BASILI/
mepe somexta, da sṗasṗeti misi sumbat bivriṭiani
VASILI). Zum anderen betrifft dies die Fälle, wo in ei-
(Nom.) (Da kam ihnen entgegen... Arṭaban, der König
nem aoristischen Satz sowohl die Subjektsposition als
der Armenier, und sein Heerführer Sumbat „der B.“)
auch die des Objekts von einem Namen im Stammkasus
und K.Cx.I, 45, 17: mašin sumbat bivriṭianman (Erg.)
eingenommen wird (dieser also einmal den Ergativ, ein-
mouc ̣oda sṗata somxitisata... (Da rief Sumbat „der B.“
mal den Nominativ vertritt). Da auch in solchen Fällen
die Heere Armeniens zusammen.. .)43. Was in diesem
Mißverständnisse möglich waren, wurden auch hier
Zusammenhang den oben behandelten Namen AMA-
häufig die betr. Kasusendungen zur Verdeutlichung an
ZAER ... betrifft, so verhält sich dieser durchweg
die Namensform angefügt. So z.B. an der Stelle
nicht als Adjektiv: nur äußerst wenige, zudem spätere
K.Cx.I, 32, 20: xolo vitar moḳla mirvan barṭomi...
Handschriften bringen eine Form wie ARMAZELI
(Aber als Mirvan „den Barṭom“ tötete...; bei Qauxči-
(Nom.; so z.B. K.Cx.I, 46, 21: Hs. m.) Auch dies
švili nach Hs. m); eine andere Handschrift (M) bietet so-
spricht dagegen, in der Form auf -EL- (als ursprüngli-
gar ... moḳla mirianman (sic; Erg.) barṭami (sic; Nom.).
cher Adjektivableitung) die Grundform des Namens zu
Eine dritte Handschrift (C) löst das Problem eleganter:
sehen.
... moḳla mepe barṭom mepeman mirvan („der König“
2.2. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang aller-
M. tötete „den König“ B.); hier sind die Kasusfunktio-
dings, daß auch im Altgeorgischen gewisse echte Perso-
nen der Namensformen durch die beigefügten Apposi-
nennamen auf -I auslauteten. Daß es sich in solchen Fäl-
tionen eindeutig charakterisiert.
len nicht um die Nominativendung handelt, sondern um
einen stammauslautenden Vokal, erweist sich z.B. 3. Anhand der vorgeführten Beispiele habe ich zu
daran, daß dieser Auslaut auch dann erscheint, wenn zeigen versucht, welche spezifischen Probleme die geor-
der Name in ergativischer Position steht; so z. B. ARSE- gische Überlieferung von Personennamen bietet. Bevor
NI in K. Cx. 1,208,7: gamoiʒia c ̣midaman mamaman ču- das georgische Material für eine größere historiographi-
enman arseni kartlisa ḳataliḳosman (Unser hl. Vater sche oder linguistische Sammlung, in unserem Fall das
Arseni, der Katholikos von Kartli, erforschte es). Daß Iranische Personennamenbuch, verwertet werden kann,
das -I bei solchen Namen zum Stamm gehört, ist auch gilt es generell, zuerst eine innergeorgische Grundform
daran zu erkennen, daß diese im Dativ auf -is auslauten, der Namen zu bestimmen; dabei treten vor allem schrift-
Genetiv und Dativ bei ihnen also zusammenfallen. So geschichtliche, aber auch sprachliche Erscheinungen zu-
heißt es z. B. im „Martyrium des hl. Evstati von Mcxeta“ tage, die für das Georgische typisch sind.

Anmerkungen
* Überarbeitete Fassung meines Vortrags beim „Ist Caucasian 2 Histoire de la Géorgie depuis l’antiquité jusqu’au XIXe
Colloquium“, Hull 1983. siècle, vol. 1-7, Sankt Peterburg 1849-1858.
1 cf. Iranisches Personennamenbuch, Hrsg. v. M. Mayrho- 3 Kartlis Cxovreba. Ṭeksṭi dadgenili... S. Qạ uxčišvilis mier.
fer. Bd. 1: Die altiranischen Namen, v. M. Mayrhofer, Ṭomi 1: Tbilisi 1955; Ṭomi 2: 1959. Im folgenden: K.Cx. I,
Wien 1979: im folgenden IPNB I. II.

40
4 cf. Qạ uxčišvili, K. Cx. I, 015. Chronology of The Early Kings of Iberia, Traditio 25/1969,
5 In diesem Jh. dürfte zumindest Leonṭi Mroveli, der Verfas- S. 16 verweisen auf die bei Tacitus überlieferte Form Rada-
ser der beiden (?) Teiltexte „Cxovreba kartvelta mepe- mistus; ohne Parallelen ist allerdings die Entsprechung ge-
ta...“ und „C ạ meba c ̣midisa . . . Arčilisa“ gelebt haben; org. γ-/lat. r-. Ingoroq̇ va verweist (ib.) weiter darauf, daß
cf. Ḳ. Ḳeḳeliʒe, Ʒveli kartuli liṭeraṭuris isṭoria, Ṭomi 1, 5/ (nach K. Cx. I, 54,11) die Mutter des betr. Königs als ǦA-
1980, S. 236 ff. DANA (v. l.: ǦADAN, ǦADANAJ, DADANA) angege-
6 cf. Qạ uxčišvili, K. Cx. I, 08 unter Verweis auf Iv. Ǯavaxišvi- ben wird. Sollte hier ein Überlieferungsfehler vorliegen, in-
li. dem es gar keinen König *ǦADAM gab, da sich hinter die-
7 cf. dens., K. Cx. I, 023 ff. — Zu der armen. Version s. un- sem Namen ebenfalls die „Mutter“ verbirgt? Zu beachten
ten unter 1.3.2. ist auch, daß die Namensform in der Mokcevaj kartlisaj,
8 Nusxa-Xucuri: ⴁ bzw. ê. ǦADAMI, auf -I auslautet; s. dazu unten unter 2.2.
9 Hier und im folgenden zitiert nach Seite und Zeile der Aus- 26 zit. A.,S. 265 bzw. 308.
gabe Qạ uxčišvilis. 27 zit. A.,S. 3.
10 Nusxa-Xucuri: ï bzw. ⴚ, h bzw. l, ⴃ bzw. m. 28 Man könnte auf die o.g. Formen ARPASARAN etc. für
11 Zit. n. d. Ausg. in Ʒveli kartuli agiograpiuli liṭeraṭuris ʒegle- den türk. Namen ALP-ARSLAN verweisen, wo ebenfalls
bi, c ̣igni 3, Tbilisi 1971, nach Seite und Zeile. — Nusxa-Xu- unter Verletzung der georg. Dissimilationsregel -l- durch -r-
curi: h bzw. Â. ersetzt ist. Zu beachten ist dabei jedoch, daß ALP ARS-
12 Es scheint, daß dabei auch das Problem eine Rolle spielt, LAN, anders als ARMAZEL-, im Georg, keineswegs deut-
aus was für einer Vorlage der Autor des jeweiligen Teiltex- bar ist und damit eher einer Entstellung unterliegen konnte.
tes selbst den Namen geschöpft hat; so deutet das häufige 29 cf. Kartlis cxovrebis ʒveli somxuri targmani; kart. ṭeksṭi da
Schwanken zwischen A/E/Ø einerseits, zwischen O/U an- ʒveli somxuri targmani ... gamosca I. Abulaʒem, Tbilisi
dererseits auf Quellen in einer semitischen (vokallosen) 1953; im folgenden zit. n. Seite u. Zeile.
Schrift hin. 30 So erscheint z.B. der Name eines georg. Heerführers zur
13 Dort allerdings nur als eine metrische Variante; z.B. Zeit des Königs Vaxṭang Gorgasali in den beiden Varianten
Buch V, Vers 184 nach der Ausgabe Moskau 1963 (Red. ǮOWANBER (166, 1-2) und ǮOWANŠER (144, 11); das
E.Bertel’s; Bd. I, S.61). Zugrunde liegt der avest. Name Schwanken zwischen -B- und -Š- kann keinesfalls der in-
Θraētaona: IPNB I, S.81 f., Nr. 312 sowie M.Androni- nerarm. Tradition angelastet werden, sondern muß auf der
kašvili, Narḳvevebi iranul-kartuli enobrivi urtiertobidan, I, besprochenen Verwechselbarkeit der betr. georg. Buchsta-
Tbilisi 1966, S. 35. ben (im Vorlagetext) beruhen. Die georg. Fassung bietet
14 cf. Z. Isaeva: Osetinskaja antroponimija, ličnye imena. Av- ebenfalls Varianten wie ǮUANBER, ǮUANŠER (z.B.
toref. diss., Moskva 1982, S. 10; hier allerdings (irrtümlich K.Cx.I,185,12); davon dürfte die letztere Form die authen-
?) Baǧatær geschrieben. Cf. weiter M. Androniḳašvili, zit. tische sein, da sich für diese eine gut gesicherte iran. Etymo-
A., S. 134 f. und neuerdings S. Fritz: Die ossetischen Perso- logie ergibt: cf. Justi, zit. A., S. 123 unter J̌ uwānšēr.
nennamen. Diss. Wien 1983 (masch.), S. 38f. unter 239. 31 Ausg.v. Abulaze,49,12 bzw. 52,11.
BATYR sowie S. 34 unter 210. BAǦATÆR. 32 Die von Justi, zit. A., S. 26 f. unter Armāil angesetzten For-
15 cf. z. B. W. Zajączkowski: Die türkmenischen Personenna- men georg. Armayel/arm. Azmaiel entbehren m. W. jeder
men. Folia Orientalia 13/1971, S. 331. überlieferungsmäßigen Grundlage.
16 cf. z. B. S. Kakuk: Quelques catégories de noms de person- 33 Es handelt sich evtl. ja überhaupt um eine iran. Dynastie; so
nes turcs, Acta Orientalia ... Hungaricae, 28/1974 S. 17 für werden die betr. Könige in der K.Cx. gemeinhin als Arša-
ALP und S. 4 für ARSLAN. Daß diese Etymologie richtig ḳunian-, d.h. „Arsakiden“ bezeichnet. Cf. auch A.Scha-
ist, beweist (abgesehen von außergeorg. Quellen) eine im nidse, Etymologische Studien: Kartli, Kartveli. Georgica 1,
Jahre 1957 gefundene Inschrift, wo offenbar derselbe Sul- 1978, S. 10, der von „parthischer Herkunft“ der Könige
tan als ALPARSALAN erwähnt wird; cf. Ḳ. Ḳeḳeliʒe, zit. spricht.
A.,S.239. 34 Der 14. bzw. 18. König nach K.Cx.; z.B. K.Cx. I,50,3
17 So hieß bekanntlich der Schwiegersohn des Propheten Mu- bzw. K.Cx. 1,55, 7.
ḥammad und 4. Kalif; der Name bedeutet etwa „der Erha- 35 Die genaue Bedeutung ist allerdings strittig; Justi, zit. A.,
bene“, cf. Zs. Kakuk, Anthroponymes turcs mahométans, S. 125 gibt die Interpretation „Schlachtrosse besitzend“,
The Muslim East: Studies in Honour of Julius Germanus, Androniḳašvili, zit. A., S. 423 denkt eher an etwas wie „eine
Budapest 1974, S. 168. Menge Pferde habend“. Möglich wäre auch die Zurückfüh-
18 Dies ist die koranarab. Entsprechung des bibl. Namens Jo- rung auf ein Kompositum mit verbalem Vorderglied: „der
hannes; cf.Zs. Kakuk, zit. A., S. 172. die Pferde zusammentreibt“; so bei M. Back, Die sassanidi-
19 Qạ uxčišvili hat ALI in den Text übernommen; eine außer- schen Staatsinschriften. Leiden/Teheran/Liege 1978 (Acta
georg. Quelle, die die betr. Person nennen würde, ist mir Iranica, 3.Ser., Vol.7), S. 181 f. unter 'mcsp-y „Hama-
nicht bekannt. — Daß ALI im georg. Onomastikon geläufi- zāsp“; frdl. Hinweis von Chlodwig Werba.
ger ist als IAHIA, geht z.B. auch daraus hervor, daß bei 36 *hamāza-yār „die Schlacht tragend“ mit -yār aus *-dār ent-
Al. Ǧlonṭi, Kartveluri saḳutari saxelebi, Tbilisi 1967 nur sprechend Justi, zit. A., S. 497? *hamāza-ayār „Schlacht-
der erstere Name erfaßt ist. freund“, -ayār aus *-ayabār entsprechend dems., ebd.? Ver-
20 cf. M.Androniḳašvili, zit. A., S. 438. lockend wäre eine Verbindung mit der Hesych-Glosse
21 cf. dies., zit. A., S. 445 f. ἀμαζα-κάραν· πολεμεῖν. Πέρσαι (cf.ders.,zit.A., S.125 sowie
22 cf. H. Wehr: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache W. Hinz, Altiran. Sprachgut der Nebenüberlieferungen,
der Gegenwart. Wiesbaden 3/1958, S. 602 („der Kriegs- Wiesbaden 1975, S.112) zu suchen; ein Wandel *-kar zu
herr, Ghazi“). *-yar ist für die betr. Epoche allerdings unwahrscheinlich.
23 Dieser selbst erscheint in K. Cx. I in den Formen ELIA und 37 cf. bereits N. Marr: Bogi jazyčeskoj Gruzii po drevne-gru-
ELIOZ;cf. ib., S. 402. zinskim istočnikam. Zapiski vostočnago otdelenija imp.-
24 zit. n. d. Ausg. in Ʒveli kartuli agiograpiuli liṭeraṭuris ʒegle- ago russkago arxeologičeskago obščestva 14/1901, S. 4.
bi, c ̣igni 1, Tbilisi 1963, nach Seite und Zeile; zur Datierung 38 So in: The Book of Arda Viraf. The Pahlavi Text prep. by
cf. Ḳeḳeliʒe, zit. A., S. 523 ff. D.H. Jamaspji Asa, Bombay 1872, S. 246, Z. 4. Cf. auch
25 P ̣. Ingoroq̇ va: Ʒvel-kartuli maṭiane „mokcevaj kartlisaj“ da Justi, zit. A., S. 10 bzw. 497.
anṭiḳuri xanis iberiis mepeta sia, Sakartvelos saxelmc ̣ipo 39 Cf. z.B. K. H. Schmidt: Casus indefinitus bei Eigennamen.
muzeumis moambe, 11-B, 1941, S. 266 und C. Toumanoff: Bedi kartlisa 38/1980.

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40 Cf. z. B. A. Schanidse: Grammatik der altgeorgischen Spra- zit. A., S. 69. Die georg. Form ist offenbar an das Wort für
che, A. d. Georg, v. H.Fähnrich, Tbilisi 1982, S.45. den „Beryll“, bivriṭi, angeglichen.
41 Zur Etymologie dieses Beinamens (aus npers. gurg-sar 44 zit. n.d. Ausg. in Ʒveli kartuli agiograpiuli ʒeglebi 1, 1963,
„Wolfskopf“) vgl. z.B. K.Cx. I,180,12-14. nach Seite und Zeile.
42 Die in Qạ uxčišvilis Ausgabe edierte Form Arṭašan für die- 45 In der Mokcevaj kartlisaj wird der entsprechende König
sen Namen ist offenbar wieder der Verwechslung von -b- ROḲ genannt (82, 26). Unter Verweis auf den Namen des
und -š- zu verdanken; cf. Androniḳašvili, zit. A., S. 435. 14. Königs (nach K. Cx.; 15. nach Mokc. kartl.), der in den
43 Der Form BIVRIṬIAN entspricht in armen. Quellen Formen DEROḲ, DERUḲ erscheint, rekonstruiert P ̣. In-
BIWRAṬEAN; cf. H. Ačaṙyan, Hayoc ̣ anjnanownneri goroq̇ va, zit. A. S. 265, eine Ausgangsform *ADEROḲ.
baṙaran, hator 4, Erevan 1948, S. 538 f., Nr. 3. Dies ist eine Den Stammauslaut -I läßt Ingoroq̇ va dabei allerdings unbe-
patronymische Ableitung von dem Namen BIWRAT; cf. rücksichtigt.
dazu dens., zit. A., hator 1, 1942, S.415 f. sowie Justi,

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