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«Analyse von Wortartsystemen» 4465a Rysyukova Sonja

W. Flämig
Das System der Wortarten von W. Flämig lässt erkennen, dass er morphologischen
Aspekt als Grundlage nimmt. Nach dem morphologischen Prinzip sind die
Unterschiede der Formeigenschaften zu berücksichtigen.
Im ursprünglichen Schema wurden nur 5 Wortarten hervorgehoben, dann änderte er das
Schema in 1981, in diesem Schema sehen wir bereits 9 Wortarten. Alle Wörter werden
in flektierbare und nicht flektierbare eingeteilt. Flektierbare Wörter bestehen aus
konjugierbar (Verb) und nicht konjugierbar. Nicht konjugierbar teilen in artikelfähig
(Substantiv) und nicht artikelfähig. Nicht artikelfähig werden in komparierbar
(Adjektiv) und nicht komparierbar (Pronomen) gegliedert. Nun kommen wir zu nicht
flektierbaren Wörter. Sie bestehen aus Satzwert (Modalwort) und ohne Satzwert
Wörter. Zu ohne Satzwert Wörter gehören Wörter mit Satzglied (Adverb) und ohne
Satzglied. Ohne Satzglied teilen in Fügteil und nicht Fügteil (Partikel). Endlich Fügteil
werden in mit Kasusforderung (Präposition) und ohne Kasusforderung (Konjunktion)
Wörter gegliedert. Im neuen Schema
sehen wir, dass W. Flämig nicht nur
den morphologischen, sondern
auch den syntaktischen Aspekt
verwendet hat.
O.I. Moskal’skaja
Die Grundlage für die Klassifikation von O.I. Moskal’skaja bildet das komplexe
Prinzip. Das komplexe Prinzip gestattet, semantische, morphologische und
syntaktische Eigenschaften der Wörter als Kriterien heranzuziehen. Auf diesem Prinzip
basieren die Systeme der Wortklassen, die innerhalb der traditionellen Grammatik
vorgeschlagen worden sind.
O. Moskal’skaja sprach über das Erkenntnis, dass im System der Wortarten eine
bestimmte Rangordnung besteht und dass im Rahmen des gesamten Wortschatzes
gewisse Wortarten zu Wortartkomplexen vereinigt und den anderen Wortartkomplexen
gegenübergestellt werden müssen. Vor allem treffen wir in der einschlägigen Literatur
Äußerungen darüber, dass es „höhere" und „niedere" Wortarten gibt.
Wie wir auf dem Schema sehen, wird das Gesamtwortschatz in 2 Gruppen geteilt, und
zwar “eigentliche Wortarten” und “Funktionswörter”. Zu eigentliche Wortarten
gehören benennende (Substantiv, Verb, Adjektiv, Adverb), verweisende (Pronomen)
und zählende (Numerale). Funktionswörter teilen in die Wörter mit syntaktischer
Funktion (Präposition, Konjunktion, Kopula, Partikel) und mit morphologischer
Funktion (Artikel, Hilfsverb, Modalwort, Interjektion). Insgesamt bezeichnet O.
Moskal’skaja 14 Wortarten.
Helbig G. und Buscha J.
Der Klassifikation von Helbig G. und Buscha J. liegt das syntaktische Kriterium
zugrunde. G. Helbig wendet sich gegen die traditionelle Einteilung von Wortarten nach
drei Kriterien (dem semantischen, morphologischen und syntaktischen). Er untersucht
Wortarten nach ihrer Funktion in einem Satz.
Das System der Wortarten von Helbig und Buscha zeigt, dass es vier Hauptklassen von
Wörtern gibt und drei Blöcke von Funktionswörtern, die insgesamt 6 Klassen enthalten.
Sogenannte Hauptklassen oder Wortklassen bestehen aus Substantive, Verben,
Adjektive und Adverbien. Die substantivischen Pronomina bildet mit den eigentlichen
Substantiven die Klasse der Substantivwörter. Die Numeralia von ihrer Position im Satz
gehört zu den Adjektiven. Die Funktionswörtern teilen in Artikelwörter, Präpositionen,
Konjunktionen, Partikeln, Modalwörter und Satzäquivalente. Die Funktionswörter
unterscheiden sich von Wortklassen dadurch, dass sie die grammatische Funktionen
ausführen. Und von diesen grammatischen Funktionen kann nicht eine spezifische
lexikalische Bedeutung getrennt werden.
DER VERGLEICH
Das Wesen der Wortarten wird von den Linguisten unterschiedlich beurteilt. Häufi
werden sie als lexikalisch-semantisch charakterisiert. Einige Linguisten betrachten sie
als grammatische Klassen. Wie man die Art der Wortklassen beurteilt, hängt davon ab,
an welches Einteilungsprinzip dabei in erster Linie gedacht wird.
Ich will jetzt die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede in Auffassung von drei
Klassifikationen anschaulich machen.
Drei Klassifikationen ist Folgendes gemeinsam. Erstens unterteilen alle drei Autoren
Wörter in “höhere” und “niedere”. Das heißt, die Autoren argumentieren, dass einige
Wörter unabhängig sind und die wichtigste Rolle spielen, andere sind Hilfswörter, sie
ergänzen die Hauptwörter. Zweitens ist der syntaktische Aspekt in allen drei
Klassifikationen betroffen. Vor allem wurde er von Helbig und Buscha enthüllt.
Moskal’skaja erwähnt diesen Aspekt in der Aufteilung der Funktionswörter. In Schema
von W. Flämig sehen wir diesen Aspekt in der Aufteilung von nicht flektierbare Wörter.
Aber zwischen diesen Klassifikationen besteht ein wesentlicher Unterschied. Erstens
wenden alle drei Autoren nach Klassifikationen unterschiedliche Prinzipien an.
Einander ähnlicher sind die Klassifikationen von Moskal’skaja und Helbig&Buscha.
Aber im Gegensatz zu Helbig und Buscha teilt Moskal’skaja “die eigentliche
Wortarten” nach ihrer Bedeutung in drei Gruppen (benennende, verweisende,
zählende). Sie teilt Funktionswörter nach 2 Kriterien: morphologischen und
syntaktischen. Es gibt keine solchen Aufteilungen im Schema von Helbig und Buscha,
da sie im Grunde nur das syntaktische Prinzip verwendeten. Und Moskal’skaja
verwendete ein komplexes Prinzip. Die Klassifikation von W. Flämig, die sich auf dem
morphologischen Prinzip gründet, auszeichnet sich am meisten. Es ist interessant, dass
er im Gegensatz zu zwei anderen Autoren ein Adverb in einer anderen Gruppe hat, er
bezeichnet Adverb als nicht flektierbar Wort. Zweitens unterscheiden sich die
Klassifikationen voneinander durch die Anzahl von Wortarten. Moskal’skaja hat 14,
Helbig und Buscha 10 und W.Flämig 9.
Der Vergleich von Klassifikationen weist sowohl Gemeinsamkeiten als auch
Unterschiede auf.