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RAT DER Brüssel, den 30. November 2010 (13.

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EUROPÄISCHEN UNION (OR. fr)

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LIMITE

JUR 505
PI 143

BEITRAG DES JURISTISCHEN DIENSTES*


Betr.: Vereinbarkeit einer etwaigen Verstärkten Zusammenarbeit im Patentwesen mit
dem Binnenmarkt und den übrigen einschlägigen Bestimmungen der Verträge

Der Juristische Dienst ist auf der Tagung des Rates (Wettbewerbsfähigkeit) vom 25. November
2010 um eine Stellungnahme in der Frage gebeten worden, inwiefern eine etwaige Verstärkte
Zusammenarbeit im Patentwesen mit dem Binnenmarkt und den übrigen einschlägigen Bestim-
mungen der Verträge vereinbar ist. Mit dem vorliegenden Beitrag wird der Bitte des Rates ent-
sprochen, den mündlichen Beitrag des Juristischen Dienstes auf der Ratstagung in schriftlicher
Form nachzureichen.

*
"Die in diesem Dokument enthaltene Rechtsberatung unterliegt dem Schutz nach
Artikel 4 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1049/2001 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 30. Mai 2001 über den Zugang der Öffentlichkeit zu Dokumenten
des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission und ist vom Rat der
Europäischen Union nicht für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Der Rat behält
sich vor, im Falle einer unerlaubten Veröffentlichung seine Rechte geltend zu machen."

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I. Der vorliegende Beitrag befasst sich weder mit der Frage, ob es zweckmäßig ist, in dieser
Sache eine Verstärkte Zusammenarbeit anzustreben, noch mit der Frage, welche besonderen
Schwierigkeiten sich bei der Umsetzung einer solchen Verstärkten Zusammenarbeit für den
gesamten geltenden Regelungsrahmen1 ergeben könnten.

In dem vorliegenden Gutachten wird die Frage erörtert, ob die Durchführung einer Verstärk-
ten Zusammenarbeit im Bereich des Patents der Europäischen Union von Rechts wegen mit
den Bestimmungen der Verträge und insbesondere den Bestimmungen über den Binnenmarkt
vereinbar ist.

Es wird von der Annahme ausgegangen, dass der Gegenstand der Verstärkten Zusammen-
arbeit dem Gegenstand der beiden Verordnungen – nämlich der Verordnung über das Patent
der Europäischen Union und der Verordnung über die Sprachenregelung – entspricht. Diese
beiden Rechtsakte können nicht getrennt voneinander behandelt werden und wurden nur
deshalb als zwei getrennte Rechtsakte erlassen, um die Unterteilung des Artikels 118 AEUV
in zwei Absätze wiederzugeben, wobei Artikel 118 Absatz 1 vorsieht, dass die Schaffung von
Rechtstiteln nach dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren erfolgt, während gemäß
Absatz 2 die Sprachenregelung hierfür nach dem besonderen Gesetzgebungsverfahren (auf
einstimmigen Beschluss des Rates) festgelegt wird. Die Patentverordnung kann nicht ohne die
entsprechenden Bestimmungen betreffend die Übersetzung angewendet werden; die beiden
Verordnungen sind untrennbar verbunden.

1
Dieser Regelungsrahmen besteht aus zwei Verordnungen und zwei internationalen
Übereinkommen, denen die Union voraussichtlich beitreten wird; hierbei handelt es sich um
das Übereinkommen zur Änderung des Europäischen Patentübereinkommens, um den Beitritt
der Europäischen Union zu ermöglichen, und das Übereinkommen über die einheitliche
Patentgerichtsbarkeit. Was die praktischen Schwierigkeiten, die in diesem Beitrag nicht
behandelt werden, anbelangt, so betreffen einige die Komplexität der geplanten Regelung und
andere den Stellenwert, der internationalen Übereinkommen, denen die Union zwar beitreten
soll, für die aber eine geteilte Zuständigkeit vorgesehen ist, innerhalb dieser Regelung
zukommt. Überdies müsste die Patentverordnung zwangsläufig angepasst werden, um den
jeweils festgelegten Optionen bezüglich der Beziehungen zum Europäischen Patentamt und
bezüglich der Gerichtsbarkeit Rechnung zu tragen.

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II. Die institutionellen Voraussetzungen für die Durchführung einer Verstärkten Zusammenarbeit
sind in Artikel 20 EUV sowie in den Artikeln 326 bis 334 AEUV niedergelegt. Demnach ist
eine Verstärkte Zusammenarbeit nur im Rahmen der nicht ausschließlichen Zuständigkeiten
der Union möglich und muss nach den einschlägigen Bestimmungen der Verträge erfolgen.
Sie muss darauf ausgerichtet sein, die Verwirklichung der Ziele der Union sowie die Verstär-
kung ihres Integrationsprozesses zu fördern. Es wird davon ausgegangen, dass die Ziele, die
mit dieser Zusammenarbeit verfolgt werden, sich von der Union in ihrer Gesamtheit nicht
innerhalb eines angemessenen Zeitraums erreichen lassen; mit anderen Worten: der Rat kann
ein solches Vorgehen nur als letztes Mittel wählen.

All diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall gegeben.

In der Tat

1. liefert Artikel 118 AEUV eine geeignete Rechtsgrundlage;

2. liegt keine ausschließliche Zuständigkeit der Union vor, da der Gegenstand des
Artikels 118 nicht in die unter Artikel 3 AEUV genannten Bereiche fällt und die vorge-
schlagene Verordnung über das Patent der Europäischen Union nicht erlassen wurde;

3. dient die Annahme des gesamten aus der EU-Patentverordnung und der ergänzenden
Verordnung über die Sprachenregelung bestehenden Regelwerks der Verwirklichung der
Ziele, den Binnenmarkt zu errichten und den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt
zu fördern; bei Beidem handelt es sich um Ziele der Union (vgl. Artikel 3 Absatz 3 EUV);

4. wäre ein gemeinsames Patent einer bestimmten Anzahl von Mitgliedstaaten2 zum einen ein
Schritt hin zu einem harmonisierten Schutz der Rechte des geistigen Eigentums und könnte
zum anderen zur Integration beitragen, an der es im fraglichen Bereich derzeit noch mangelt;

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Diese Zahl kann zum Zeitpunkt der Erteilung der Ermächtigung durch den Rat unter
neun liegen und kann sich durchaus erhöhen, da die Verstärkte Zusammenarbeit ständig allen
Mitgliedstaaten offen steht, die sich daran beteiligen möchten.

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5. wurde die eingetretene Blockade aufgrund der festgestellten fehlenden Einstimmigkeit im
Rat über die Verordnung zur Sprachenreglung am 10. November 2010 förmlich festgestellt,
ohne dass Anzeichen dafür vorliegen, dass sich diese Situation innerhalb eines angemessenen
Zeitraums ändern könnte. Die Kommission kann – wenn Mitgliedstaaten, die untereinander
eine Verstärkte Zusammenarbeit begründen möchten, einen entsprechenden Antrag an sie
richten – noch prüfen, ob die Voraussetzung, wonach sich das Ziel durch einen für die
gesamte Union geltenden Rechtsakt unmöglich innerhalb eines angemessenen Zeitraums
erreichen lässt, erfüllt ist, ehe sie dem Rat vorschlägt, kraft Artikel 329 AEUV die Ermäch-
tigung für diese Zusammenarbeit zu erteilen. Somit ist es letztendlich Sache des Rates zu
prüfen, ob die Situation tatsächlich festgefahren ist, ehe er die Ermächtigung zur Zusammen-
arbeit erteilt.

III. Nach Artikel 326 Absatz 2 AEUV darf die Verstärkte Zusammenarbeit weder den Binnen-
markt noch den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt beeinträchtigen. Sie
darf für den Handel zwischen den Mitgliedstaaten weder ein Hindernis noch eine Diskrimi-
nierung darstellen noch darf sie zu Verzerrungen des Wettbewerbs zwischen den Mitglied-
staaten führen.

1. Da Artikel 326 die Beeinträchtigung des Binnenmarktes untersagt, kann nicht geltend
gemacht werden, dass sich die Vorschriften für den Binnenmarkt als solche nicht für eine
Verstärkte Zusammenarbeit eignen. Der Begriff der Beeinträchtigung, der im Vertrag ver-
wendet wird, bezieht sich nur auf den Fall, dass die Maßnahmen der Mitgliedstaaten, die sich
an der Verstärkten Zusammenarbeit beteiligen, das reibungslose Funktionieren des Binnen-
marktes und den tatsächlichen freien Verkehr in einem Raum ohne Grenzen gefährden
würden, indem Hindernisse für den Marktzugang geschaffen werden.

Wird ein Bereich nicht vollständig harmonisiert, was auf den vorliegenden Fall zutrifft, so ist
eine Verstärkte Zusammenarbeit möglich, sofern die Mitgliedstaaten zusätzlich zu oder neben
den von der Union erlassenen Vorschriften eine Rechtsetzungsbefugnis behalten. Sie können
die Zuständigkeiten, über die sie auf nationaler Ebene verfügen, auch im Rahmen der
Zusammenarbeit ausüben, vorausgesetzt, diese Bündelung beeinträchtigt die Funktionsweise
des Marktes nicht und weist keine diskriminierenden oder wettbewerbsschädigenden Ziel-
setzungen oder Wirkungen auf.

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Im vorliegenden Fall behalten die Mitgliedstaaten ihre Gesetzgebungsbefugnis, sei es auf
nationaler Ebene oder im Rahmen der Zusammenarbeit. Die Tatsache, dass einige von ihnen
über gemeinsame Rechtstitel zum Schutz des geistigen Eigentums verfügen, wirkt sich in kei-
ner Weise negativ auf den Markt aus, da das Verfahren zur Ausstellung eines Patents der
Europäischen Union für alle Wirtschaftsteilnehmer offen steht, unabhängig von ihrem Her-
kunftsland. Es geht lediglich darum, dass das europäische Patentsystem und die nationalen
Patentsysteme um eine weitere Möglichkeit ergänzt werden; sie werden aber nicht durch das
EU-Patent ersetzt. Im Übrigen gibt es bereits Präzedenzfälle für ein derartiges Zusammen-
gehen mehrerer Länder, wie das gemeinsame Schutzrechtesystem der Beneluxstaaten, das den
Markt ebenfalls nicht beeinträchtigt.

Ebenso wenig ist eine Beeinträchtigung des wirtschaftlichen Zusammenhalts erwiesen, da –


wenn man davon ausgeht, dass der Patentschutz auf nationaler Ebene gewährleistet ist – die
Einführung einer Verstärkten Zusammenarbeit auf diesem Gebiet zwischen bestimmten Mit-
gliedstaaten nur zur Stärkung des wirtschaftlichen Zusammenhalts in einem Teil des Unions-
gebietes beitragen kann, und nicht das Gegenteil bewirkt.

2. Und schließlich stellt sich die Frage, ob die geplante Maßnahme zu Diskriminierung und
Wettbewerbsverzerrungen führen kann. Es war von verschiedener Seite zu hören, dass – da
der Binnenmarkt auf einem gleichberechtigten Zugang zum Markt basiert (gleiche Wett-
bewerbsbedingungen für alle) – jede geografische Unterteilung, die zur Folge hätte, dass in
einigen Mitgliedstaaten attraktivere Zugangsbedingungen herrschen, eine Wettbewerbs-
verzerrung zum Nachteil anderer Staaten darstellen würde. In jedem Fall ist klar, dass der in
den Verträgen vorgesehene Wettbewerb nicht als Wettbewerb zwischen den Staaten, sondern
vielmehr als Wettbewerb zwischen den Unternehmen für die Zwecke ihrer "zwischenstaat-
lichen" (also ihrer grenzüberschreitenden) Geschäftstätigkeit verstanden werden muss. Es ist
also lediglich verboten, dass eine Verstärkte Zusammenarbeit bestimmte Wirtschaftsteil-
nehmer begünstigt und andere benachteiligt. Dieser Fall könnte eintreten, wenn für den
Zugang zu bestimmten Märkten strengere Auflagen als die von der Union vorgesehenen
Mindestvorschriften gelten und sich diese Auflagen unterschiedlich auf die verschiedenen
Wirtschaftsteilnehmer auswirken würden.

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Im vorliegenden Fall könnte aufgrund des Fehlens eines unionsweiten Patentrechts die
gemeinsame Einführung – neben den nationalen Patenten und dem vom Europäischen Patent-
amt ausgestellten europäischen Patent – eines solchen Rechtstitels zum Schutz des geistigen
Eigentums in denjenigen Mitgliedstaaten, die sich an der Verstärkten Zusammenarbeit betei-
ligen, zweifelsohne dazu führen, dass das von den teilnehmenden Staaten gebotene System
das attraktivere wird. Aber selbst wenn dieser Fall eintritt, würde ein solcher Effekt des
"forum shoppings" (Wahl des günstigsten Gerichtsstands), den es beispielsweise im Gesell-
schaftsrecht gibt, weder ein Hindernis, noch eine Wettbewerbsverzerrung und noch viel weni-
ger eine Diskriminierung darstellen.

In der Tat ist der Markt derzeit durch seine Zersplitterung gekennzeichnet.

Die neuen Rechtstitel, die sich aus der Verstärkten Zusammenarbeit ergeben würden, wären
für die Unternehmen ungeachtet ihrer geografischen Herkunft eine neue Möglichkeit, aber
keinesfalls eine Beschränkung ihrer Fähigkeit, im Interesse des Schutzes ihrer Erfindungen
tätig zu werden. Diese neue Möglichkeit würde keinerlei Verschlechterung der Wettbewerbs-
situation für diejenigen Unternehmen mit sich bringen, die ihren Sitz in einem nicht an dieser
Zusammenarbeit beteiligten Mitgliedstaat haben, da sie in ihrem Herkunftsstaat – wie jedes
andere Unternehmen auch – ihre Erfindungen durch ein nationales Patent oder aber ein euro-
päisches Patent im Rahmen des EPA-Systems schützen lassen müssten, und da sie in den
Staaten, die sich an dem Patent der Europäischen Union beteiligen, – ebenso wie die Unter-
nehmen mit Sitz in diesen Staaten – Zugang zu dem durch dieses Patent gewährten Schutz
hätten.

Daraus lässt sich also schließen, dass eine Verstärkte Zusammenarbeit im Bereich des
Unionspatents durchaus mit dem Funktionieren des Binnenmarktes vereinbar wäre3.

3
Die Beschränkungen gemäß Artikel 326 Absatz 2 AEUV finden im Zusammenhang mit
einer Verstärkten Zusammenarbeit Anwendung. Die Frage, welche Sprachenregelung in
diesem Kontext angenommen werden könnte, muss also nicht berücksichtigt werden, wenn es
um die Erörterung der Frage geht, ob eine Verstärkten Zusammenarbeit grundsätzlich mit den
Verträgen vereinbar ist. Wir möchten lediglich darauf hinweisen, dass der Gerichtshof bezüg-
lich der für die Gemeinschaftsmarkte geltenden Sprachenregelung entschieden hat, dass die
Interessen der Wirtschaftsteilnehmer, was die Verfahrenskosten anbelangt, eine Einschrän-
kung der Auswahl der verfügbaren Sprachen für die Zwecke eines Systems zum Schutz des
geistigen Eigentums rechtfertigen könnte (Urteil des Gerichtshofes vom 9. September 2003,
Kik, Rechtssache C-361/01P, Randnrn. 92 und 93).

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IV. Darüber hinaus sollte die Verstärkte Zusammenarbeit auch den übrigen in Artikel 20 EUV
und in den Artikeln 326 bis 334 AEUV genannten Voraussetzungen genügen. Diese Verfah-
rensvorschriften lauten im Wesentlichen wie folgt:

1. die Verstärkte Zusammenarbeit wird nur als letzte Möglichkeit herangezogen4;

2. der Kommission muss von denjenigen Mitgliedstaaten, die untereinander die auf Ebene der
Union als Ganzes blockierte Initiative weiterverfolgen möchten, ein Antrag übermittelt
werden; die Verträge enthalten keine förmliche Bestimmung über eine bestimmte Anzahl von
Unterzeichnerstaaten als Voraussetzung für die Versendung eines entsprechenden Schreibens,
allerdings gilt, dass mindestens neun Staaten ihre Teilnahmebereitschaft erklären müssen,
damit der Rat den entsprechenden Ermächtigungsbeschluss erlassen kann; der Antrag muss
relativ genaue Angaben zum Ziel und Geltungsbereich der Verstärkten Zusammenarbeit ent-
halten; allerdings muss er nicht die Mechanismen im Einzelnen regeln, diese sind vielmehr
von der Kommission in ihrem Vorschlag auszuarbeiten;

3. der Antrag muss von der Kommission geprüft werden, die beurteilt, ob diesem Antrag
stattgegeben werden soll; geschieht dies nicht, so legt die Kommission die Gründe hierfür dar;
andernfalls übermittelt sie dem Rat einen Vorschlag für eine Ermächtigung, der den Rahmen
festlegt, innerhalb dem die Verstärkte Zusammenarbeit möglich ist; der zu diesem Zweck
übermittelte Vorschlag ist die unabdingbare Voraussetzung für ein Tätigwerden des Rates auf
Initiative der Mitgliedstaaten, so wie für den Erlass einer Rechtsakts zunächst ein entspre-
chender Vorschlag vorgelegt werden muss; der Rat kann ohne einen Vorschlag oder außer-
halb des Vorschlags nicht befasst und dementsprechend nicht tätig werden; der Vorschlag
darf sich also nicht nur darauf beschränken, den Rat um Genehmigung des Antrags zu ersu-
chen, sondern er muss – ganz im Gegenteil – genaue Regelungen enthalten, damit dem Rat
ein tragfähiges, umfassendes und stimmiges Gesamtkonzept zur Beschlussfassung vorliegt; es
handelt sich also um die genaue Abgrenzung und den potenziellen Inhalt der
Zusammenarbeit.

4. nach Billigung durch das Europäische Parlament und nach Feststellung, dass mindestens
neun Mitgliedstaaten ihren Teilnahmewunsch erklärt haben, wird die Ermächtigung vom Rat
mit qualifizierter Mehrheit erteilt;

4
Siehe Abschnitt II Nr. 5 oben.

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5. nach der Genehmigung der Zusammenarbeit stehen die Beratungen allen Mitgliedern des
Rates offen, allerdings sind lediglich diejenigen Mitglieder stimmberechtigt, die die teilneh-
menden Staaten vertreten; und

6. die Verstärkte Zusammenarbeit steht den Mitgliedstaaten, die sich anschließen möchten,
jederzeit nach einem Verfahren offen, dessen einzige förmliche Anforderung eine Absichts-
erklärung ist, vorausgesetzt, die Kommission bestätigt, dass der betreffende Mitgliedstaat die
Bedingungen für eine Teilnahme erfüllt.

Abschließend vertritt der Juristische Dienst die Auffassung, dass – vorbehaltlich der
Einhaltung der genannten Bedingungen und Einschränkungen – eine Verstärkte
Zusammenarbeit im Bereich des Patents der Europäischen Union weder dem Binnen-
markt noch den übrigen einschlägigen Bestimmungen der Verträge zuwiderlaufen
würde.

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