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Juni 2009

Gemeinde Köniz

Könizer zeitung

17

Der SenSetaler

«Wir haben es geschafft!»

aus dem alten rossstall wird dank privater initiative ein neues Kulturlokal

KÖNIZ – Im Jahr 2006 stand der alte, baufällige Rossstall auf dem Schloss- areal kurz vor dem Abriss. Ende August beginnt sein zweites «Leben»: Frisch saniert, wird er als Kultur- lokal eröffnet.

Auf der Baustelle beim Schloss herrscht reges Treiben. Im Innern des Gebäudes werden die letzten Handgriffe ausgeführt; auf dem Dach die letzten Ziegel verlegt. Die Sanierungsarbeiten neigen sich dem Ende entgegen. «Wir haben ge- schafft, was der öffentlichen Hand nie gelungen wäre», erzählt Ulrich Brunner (Wabern) stolz. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Rossstall, der die Sanie- rung des alten Gebäudes auf dem Schlossareal in Angriff genommen hat. Die Kosten belaufen sich auf zwei Millionen Franken; davon werden etwa 40 % durch freiwillige Leistungen von Handwerkern und Sponsoren gedeckt. Der Rest wird zu günstigen Bedingungen von der Valiant vorfinanziert.

Rettungsaktion ist geglückt Im Jahr 2006 sollte der alte Ross- stall abgerissen werden. Das Vor- haben der Gemeinde stiess vieler- orts auf Unverständnis. Aufgrund verschiedener Einsprachen zog man schliesslich das eingereichte Baugesuch zurück. Bereits zu die- sem Zeitpunkt begann sich der Ver- ein Rossstall zu formieren. «Wir wollten den Rossstall übernehmen und sanieren», so Gründungsmit- glied Herbert Mössinger (Spiegel). Die Gemeinde hat dem Verein das baufällige Gebäude im Baurecht abgegeben. Im Dezember 2008 konnte mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Mit einer zwei- ten Baubewilligung Anfang 2009 wurde die Erweiterung des Lokals ermöglicht: Der Anbau bietet heu- te zusätzlich Platz für eine Bühne. Durch die Ausweitung der Arbeiten wurden die ursprünglich eingeplan- ten Kosten von 1,6 Millionen Fran- ken um 400'000 Franken erhöht.

von 1,6 Millionen Fran- ken um 400'000 Franken erhöht. die letzten ziegel: mitte Juni wurde die

die letzten ziegel: mitte Juni wurde die Sanierung des Rossstalls auf dem Schlossareal abgeschlossen.

Foto: Barbara Imboden

Kultur und Begegnung Der neue Rossstall wird am 29. und 30. August* eröffnet. Da- nach wird das Lokal vom Verein Kultur- und Begegnungszentrum HaberHuus betrieben. «Das Haus soll belebt werden», wünscht sich Herbert Mössinger. Deshalb habe man sich vorerst zur Zu- sammenarbeit mit dem HaberHu- us-Team entschlossen. Dieses hat vor kurzem mit der Gemeinde Köniz einen neuen Leistungs- vertrag ausgehandelt. Anstatt der 100'000 Franken, die dem Verein bisher jährlich zur Verfü- gung gestellt wurden, sind es neu 120'000 Franken. Auch sonst gab es in letzter Zeit Umbrüche im HaberHuus-Verein: Die Zusam- mensetzung des Teams, welches sich um die Organisation der Ver- anstaltungen kümmert, ist neu. «Die Verantwortlichen müssen erst beweisen, dass es ihnen ge-

lingt, die Kultur in den Rossstall zu bringen.» Die Zusammen- arbeit sei vorerst auf 1,5 Jahre beschränkt. Für die Koordination aller kultureller Anlässe auf dem Schlossareal wünscht sich Mös- singer in naher Zukunft eine ein- zige Geschäftsstelle.

Angebot für alle interessierten Doch nicht nur die Kultur soll in den neuen Rossstall Einzug

halten: «Auch Vereine und Pri- vatpersonen können von dem neuen Angebot profitieren», betont Ulrich Brunner. Das Kulturlokal mit Bühne und Kü- cheneinrichtung könne von al- len gemietet werden (Reserva- tionen unter www.haberhuus.ch).

Barbara Imboden

* Festprogramm in der nächsten Ausgabe

Der Verein Rossstall Köniz wurde im Februar 2008 von Herbert Mössinger, ulrich Brunner, Brigitte Baumgartner- Messerli und tobias Mauerhofer ge- gründet. um handlungsfähig zu bleiben und schnell entscheiden zu können, wurde der Verein bewusst klein ge- halten. er zählt nur gerade vier Mit- glieder; erhält aber viel unterstützung von Sympathisanten. Der Verein hat

sich zum ziel gesetzt, durch die Über- nahme und Sanierung des rossstalls einen Beitrag an die einwohner der ge- meinde Köniz und umgebung zu leisten. nach den abgeschlossenen Bauarbeiten soll der rossstall als Kultur- und Be- gegnungszentrum genutzt werden.

Kontakt: H. Mössinger, grenzweg 1, 3097 liebefeld /

tel. 031 972 21 22 / info@moessinger.ch