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NEUEINSTEINIANER

UND AUTHENTIZITÄT

Gedanken zum Buddhismus

Neueinsteinianer und Authentizität: Gedanken zum Buddhismus

von pamokkha (pamokkhala@gmail.com)

Version 1.1: 14.11.2017, Erstveröffentlichung am 31.07.2017

Alle Rechte vorbehalten, ©2017 München

Schlüsselbegriffe: Buddhismus; Authentizität; Lamaismus

„Wirken und Erleben

anderes Reales gibt es nicht“

INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

iv

Einleitung

1

Einstein und die Neueinsteinianer

1

Alles Buddha, oder was?

2

EINLEITUNG

Dies ist eine kleine Geschichte über Relativität. Es geht jedoch mehr um Bedeutung und Bewertung als um allgemeine und spezielle Relativität.

EINSTEIN UND DIE NEUEINSTEINIANER

Vor einiger Zeit machte sich Einstein (1879-1955) Gedanken über Raum und Zeit. Relativität ist nicht E=mc 2 , so simpel ist es dann doch nicht. Es ist aber dennoch die Formel, die am meisten mit Einstein und Relativität verbunden wird.

Und so wurde diese Formel als Teil der speziellen Relativitätstheorie durch die Jahre getreu übermittelt und im Hinblick auf ihre Implikationen untersucht und erforscht. Dies ging auch längere Zeit gut, bis die Neueinsteinianer in Raum und Zeit traten.

Vor einigen Jahren, der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt, hatte Herr K. einen Traum. In diesem Traum erschien ihm Einstein und sprach von einer versteckten Höhle in den Schweizer Alpen. Dort sei ein Schatz verborgen. Dieser Schatz, in der Sprache der Einge- weihten auch Terma genannt, ist ein von Einstein dort versteckter Text höheren Wissens. So ein Schatz offenbart sich erst, wenn die Zeit gekommen ist, um von einer qualifizierten Person entdeckt zu werden und wenn die Menschen bereit sind, die darin enthaltene höhere Weisheit aufnehmen zu können.

Diese Zeit war jetzt gekommen. Und Herr K., der Tertön Einsteins, erklomm die Berge und nahm den Schatz von einem dort lebenden Schlangengeist entgegen. Hierin machte Einstein deutlich, dass E=mc 2 lediglich eine Wahrheit des geringen Standpunktes ist.

Rund um Herrn K. formierte sich eine neue Gruppe, die sich selber die Neueinsteinia- ner nannte. Ihre Lehre wich in Teilen erheblich ab von dem, was bisher von Einstein über- liefert wurde. Ihre stärkeren Vertreter forderten ihrem Selbstverständnis nach Respekt ein als die größere und wahrere Wahrheit. Gemäßigte Anhänger bestanden aber mindestens darauf, dass ihr Terma eine gleichwertige Lehre Einsteins sei.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dominieren inzwischen die alternativen Fakten den Diskurs.

ALLES BUDDHA, ODER WAS?

Viele Leute schütteln bei dieser Geschichte vielleicht mit dem Kopf. Aber dies spielt sich ähnlich seit vielen Jahrhunderten im Buddhismus ab. Da werden in Tibet und anderswo von alten Meistern versteckte Texte aufgefunden oder Texte werden wie bei Düdjom Lingpa (18351904) mittels Visionen übermittelt. Diesen Lesarten des Buddha-Dharma gilt es dann nach Vertretern dieser Schulen, mit Respekt und Toleranz zu begegnen.

Jedoch wird von Vertretern dieser Schulen gerne übersehen, dass die Behauptung, solche Texte seien Buddhawort aus anderen Perspektiven durchaus respektlos sein kann. Dies wird dann jedoch als Fundamentalismus bezeichnet, da von den unterschiedlichen Lesarten keine einen Anspruch auf absolute Gültigkeit und Deutungshoheit erheben kann. Hier wird mittels Extrempositionen versucht, die bestehenden Unterschiede in der Authen- tizität aufzuheben.

In München gibt es die zwei bekannten Fußballvereine FC Bayern München und TSV 1860 München. Die Löwen spielen mittlerweile in der 4. Liga und haben wie die Bayern auch, in den letzten vier Jahren nicht die Champions League gewinnen können. Diese Aus- sage ist zweifellos richtig. Aber natürlich bedeutet sie nicht, dass beide Vereine fußballe- risch das gleiche Niveau haben. Und vom FC Bayern, Respekt einzufordern, wenn die Lö- wen in Rosenheim gewinnen, ist dann doch eher hanebüchen.

Verhindert dies grundsätzlich einen freundschaftlichen Umgang miteinander? Nein, dies ist keineswegs so. Aber in einer Freundschaft ist es wichtig, Dinge, auch wenn sie unliebsam sind, klar zu benennen.

Añño esa āvuso gatakassa maggo nāma

Der Pfad, Freund, ist anders für den, der ihn gegangen ist.