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MAHAYANA UND DIE ANDEREN

Gedanken zum Buddhismus


Mahayana und die Anderen: Gedanken zum Buddhismus
von pamokkha (pamokkhala@gmail.com)

Version 1.0: 28.03.2019


Alle Rechte vorbehalten, ©2019 München

Schlüsselbegriffe: Mahayana, Hinayana

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ii
„Wirken und Erleben

anderes Reales gibt es nicht“

iii
INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung ............................................................................................... 1

Prolog .................................................................................................... 1

Wie der Mahayana sich selbst sieht ............................................................. 2

Avatamsaka Sutra ................................................................................. 2

Saddharmapuṇḍarīka Sūtra ..................................................................... 3

Nirvana Sutra ....................................................................................... 7

Lankavatara Sutra ................................................................................. 9

Vajracchedikāprajñāpāramitā Sūtra .......................................................... 9

Vimalakirti Sūtra ..................................................................................10

Vairocanābhisaṃbodhi Sutra ..................................................................12

Buddhabhūmyupadeśa ..........................................................................12

Nagarjunas Bodhisambharaka ................................................................13

Huinengs Liuzutanjing ...........................................................................14

Baizhangs Qinggui ................................................................................15

Xuanzangs Chengweishilun ....................................................................15

Chegwans Tiantaisijiaoyi .......................................................................16

Selbstverständnis ...................................................................................16

Epilog ...................................................................................................17

Literaturverzeichnis.................................................................................19

iv
EINLEITUNG
Dieser Aufsatz ist die Fortführung zu meinem Theravada und die Anderen1 und ist
eine kursorische Einführung in das mahayanistische Selbstverständnis, bietet also
eine ausschließlich emische Perspektive2.

PROLOG

„»Wiederum, Manjusri, wenn einer nach dem Erlöschen des Tathagata


in der Endzeit dieses [Lotos-]Sūtra predigen will, so soll er sich in
einem friedlich gefestigten, freudigen Wandel befinden. Wenn er es mit
seinem Munde darlegt und predigt, wenn er dieses Sūtra liest, soll er
nicht die Fehler von Menschen und Sūtrentexten darlegen wollen. Auch
zieht er andere Gesetzesmeister weder ins Lächerliche oder ist über sie
erhaben, noch spricht er über Gut und Böse, Mißerfolge, Verdienst und
Nachlässigkeit anderer Menschen. Von den Menschen, die Srāvakas sind,
nennt er nicht die Namen und bezeichnet nicht ihre Vergehen und ihr
Böses. Auch soll er nicht namentlich ihre schönen Taten rühmen. 3

Drewes interpretiert dies – „die Fehler von Menschen und Sūtrentexten darlegen,
andere Gesetzesmeister … ins Lächerliche [ziehen] usw. – als ob dies von den
Mahayana-Predigern genau so getan wurde und ihnen dadurch ein wenig Einhalt
geboten werden sollte.4

Wie sich nachfolgend zeigen wird, war die geforderte Zurückhaltung nicht wirklich
erfolgreich.

1
(pamokkha, 2018)
2
„Haha, I can't even say it with a straight face ... Did you think I wouldn't hear all the things you said about
me?” in (Swift, 2017)
3
(Borsig, 1992, S. 256)
4
(Drewes, 2011 (54), S. 343): „That the authors of the text were concerned with these issues suggests that
dharmabhanakas often sought offerings for preaching and that they often preached in a confrontational manner”.

1
WIE DER MAHAYANA SICH SELBST SIEHT
Ich gehe davon aus, dass die Ausbildung einer eigenen Identität, hier das Selbst-
verständnis des Mahayana, auch mittels Abgrenzung zu Fremden, othering, ent-
steht: „Othering was an important and dynamic process underlying the develop-
ment of the early Buddhist ascetic community“5. Dies gilt sicher auch für den spät-
konfessionellen Buddhismus.

Avatamsaka Sutra

„Kinder des Buddha, diese Dharma-Unterweisung offenbart der Tatha-


gata keinem empfindenden Wesen außer den Bodhisattvas, die dem Großen
Fahrzeug (Mahayana) anhängen; er offenbart sie nur denjenigen Bodhi-
sattvas, die das Unfaßbare Fahrzeug bestiegen haben. Diese Dharma-Un-
terweisung gelangt in niemandes Hände außer in die aller Bodhisattvas.”6

Diese Worte machen deutlich, dass der Buddha im Mahayana spezielle Dharma-
Unterweisungen gegeben hat. Mahayana ist also nicht das Gleiche nur kulturell
und zeitlich anders ausgedrückt. Gründe warum sie den Hinayanin vorenthalten
wurden sind nach dem Avatamsakasutra geringes Streben, Weisheit von minde-
rem Wert und sie sind im Abgrund des Unbedingten versunken.

„[Läßt der Buddha] eine große Dharma-Wolke entstehen, die überreich-


lichen Dharma-Regen spendet, genannt ‹Erfüllung der Manifestation des
Tathagata›, den die (Anhänger) der Zwei Fahrzeuge mit ihrem geringeren
Streben nicht in sich aufzunehmen und zu fassen vermögen – ausgenommen
die großen Bodhisattvas mit ihrer nie erlahmenden Geisteskraft.”7

„Die dritte (Stimme) sagt: ‹Wisset, daß das Verständnis des (Anhä-
ngers des) sravaka-Fahrzeugs auf eines anderen Worten beruht und daß
seine Weisheit von minderem Wert ist. Es gibt ein höheres Fahrzeug,

5
Maes 2016: 554. „Jonathan Z. Smith’s theory shows that the presence of a proximate other in particular is
problematic. Generally speaking, a theory of the other is a sine qua non for the establishment of any society, but
in the vicinity of a proximate other, or in the presence of a community that is similar to one’s own, the need for
a ‘theory of the other’ becomes ‘an urgent necessity’ (Green 1985:49–50)” (Maes 2016: 547). Siehe auch: „De
Beauvoir’s (1949) introduction of the notion of ‘the other’ as a construction opposing and thereby constructing
‘the self’” (Brons 2015:69). Siehe ebenfalls bei Brons für eine Thematisierung möglicher Gefahren des Othering.
Für einen Methodenansatz zur Etablierung von Grenzen im Kontext des Buddhismus siehe Freibergers Vortrag
Lines in Water? (2018).
6
(Chien, 1997, S. 155-156)
7
(Chien, 1997, S. 70)

2
genannt «Fahrzeug des pratyekabuddha», in dem man ohne Lehrer erwacht.
Dieses solltet ihr alle studieren.› All diejenigen, die sich am höheren
Pfad erfreuen, verlassen, sobald sie diese Stimmen hören, den Pfad des
sravaka und betreten das Fahrzeug des pratyekabuddha. Die vierte
(Stimme) sagt: ‹Wisset, daß es einen noch höheren Pfad gibt, der diese
zwei Fahrzeuge übertrifft. Er wird «Großes Fahrzeug» oder Mahayana ge-
nannt›”8

„Kinder des Buddha, der große vorzügliche heilkräftige Baum der


Weisheit des Tathagata kann nur an zwei Orten die aus seinem Wachstum
hervorgehenden Wohltaten nicht spenden: in den Anhängern der Zwei Fahr-
zeuge, die im außerordentlich tiefen Abgrund des Unbedingten versunken
sind, und in unzulänglichen empfindenden Wesen mit kranken heilsamen
Wurzeln, die im uferlosen Wasser heterodoxer Anschauungen und begehr-
licher Anhaftungen versunken sind.”9

Saddharmapuṇḍarīka Sūtra

„Der in aller Welt Verehrte, nachdem er lange mit dem Gesetz gezö-
gert,
Möchte nun ganz gewiß direkt die Wahrheit predigen.
Ich spreche zu allen Sravakas
Und zu denen, die die Pratyeka-Buddhaschaft erstreben,
Daß ich sie veranlasse, von einer Reihe von Leiden befreit zu werden
Und das Nirwana zu erlangen…

Zu dieser Zeit nun hatten in der großen Versammlung alle Sravakas


und Arhats … diese Überlegung:

»Warum legt nun der in aller Welt Verehrte so nahegehend das ge-
schickte Mittel dar und spricht so darüber: Das Gesetz, das der Buddha
erlangt, ist äußerst tief und schwierig zu begreifen. Das, was er lehrt,
dessen Sinn zu wissen ist schwierig. Sravakas und Pratyeka-Buddhas zu-
sammen können dieses nicht erreichen. Weil Buddha nur die Bedeutung
einer einzigen Befreiung erklärt hat, haben wir auch dieses Gesetz
erlangt und das Nirwana erreicht. Nun verstehen wir den Sinn dieser
Bedeutung nicht.«

Zu dieser Zeit nun erkannte Sariputra den Zweifel im Herzen der


vierfachen Gemeinde. Auch er selbst hatte noch nicht begriffen. Er

8
(Chien, 1997, S. 101)
9
(Chien, 1997, S. 122)

3
sprach zu Buddha und sagte: »In aller Welt Verehrter, was ist die Ursache
und was das Ziel, daß du so nahegehend das eine geschickte Mittel aller
Buddhas und das äußerst tiefe, feinsinnige und wunderbare, schwer zu
begreifende Gesetz verkündest? Seit meiner alten Zeit ist dies nicht
geschehen, und seitdem ich Buddha folge, hörte ich nicht eine Predigt
wie diese. Nun sind in der vierfachen Gemeinde überall Zweifel aufge-
taucht. Mögest du, in der Welt Verehrter, nur wünschen, diese Sache
darzustellen. In der Welt Verehrter, aus welchem Grund verkündest du so
eindringlich das äußerst tiefe, feinsinnige, wunderbare, schwer zu ver-
stehende Gesetz?«“.10

Nach dem Lotossutra hat der Buddha demnach erst mit dem Lotossutra begonnen,
die Wahrheit zu predigen. Davor lehrte er lediglich geschickte Mittel:

„In übrigen (Fahrzeugen) predigen die Tathagatas alle das Gesetz mit
Hilfe des geschickten Mittels. 11

Als er diese Worte gesprochen, erhoben sich in der Versammlung Mön-


che, Nonnen, Laienanhänger und Laienanhängerinnen … fünftausend Men-
schen, von den Sitzen, grüßten Buddha und zogen sich zurück. Warum war
es so? Bei dieser Schar war die Wurzel des Vergehens tief und festsit-
zend, und sie waren aufgeblasen von Hochmut, sie dachten, sie hätten
erlangt, was sie noch nicht erlangt, dachten, daß sie bezeugten, was
sie noch nicht bezeugten. Dergleichen war ihr Fehler. Somit verweilten
sie nicht. Der in aller Welt Verehrte verhielt sich schweigend und gebot
ihnen nicht zu bleiben. Nun wandte sich Buddha an Sariputra:

»Nun bin ich in dieser Versammlung frei von Zweigen und Blättern
(Spreu), und nur die wirklich Wahrhaftigen sind da. Sariputra, daß sich
Menschen wie diese, von Hochmut aufgeblasen, zurückgezogen haben, ist
auch recht. Du, höre nun gut zu, ich will gerade um deinetwillen pre-
digen.«“12

Nachdem die Hinayana-Gemeinde jetzt mitgeteilt bekam, dass ihre Wahrheit gar
keine Wahrheit ist, ihre Verwirklichung gar keine Verwirklichung ist standen einige
von ihnen auf und gingen. Der Buddha bezeichnete sie dann noch als „von Hoch-
mut aufgeblasen“ und ihm war recht, dass sie jetzt gingen.

„Nur diese einzige Sache (das Bodhisattva-Fahrzeug) ist Wahrheit,


Die übrigen zwei (Fahrzeuge) sind nicht wahr.

10
(Borsig, 1992, S. 61)
11
(Borsig, 1992, S. 182)
12
(Borsig, 1992, S. 65)

4
Niemals können sie mit dem Kleinen Fahrzeug
Die Lebewesen alle retten.“13

„Obwohl ich das Nirwana lehre,


Ist dies wiederum nicht wahrhaftiges Erlöschen.
Alle Daseinselemente (Dharmas) von Anfang an
Sind beständig selbst die Form des Nirwana.“14

„Obwohl ich früher


Lehrte, daß ihr erlöscht und hinübergeht (Nirwana),
So habt ihr doch nur Leben und Tod (Samsara) erschöpft
Aber seid noch nicht in Wahrheit hinübergegangen (kein wahres Nir-
wana).
Das, was ihr jetzt erlangen sollt,
Ist einzig die Weisheit Buddhas.“15

„Der Buddha, der wußte, daß wir uns im Herzen am Kleinen Gesetz
freuten, lehrte, indem er auf uns einging, mit der Kraft des geschickten
Mittels. Aber wir wußten nicht, daß wir die Söhne Buddhas sind… Obwohl
wir in Wahrheit seit alter Zeit Söhne Buddhas waren, freuten wir uns
nur am Kleinen Gesetz… Obwohl der Buddha schon in vergangenen Zeiten
vor den Bodhisattvas die Sravakas kritisiert hatte, die sich am Kleinen
Gesetz freuten, so lehrt und verwandelt der Buddha sie doch in Wahrheit
mit dem Großen Fahrzeug…

Nun wünschte Maha-Kasyapa diese Bedeutung noch einmal darzulegen,


und er sprach lehrend die Gäthäs:

Wir haben an diesem Tage


Buddhas Stimme und Lehre gehört
Und sind alle vor Freude begeistert,
Daß wir etwas erlangt, was wir noch nie erfahren.
Der Buddha erklärt, daß wir Sravakas
Buddha werden würden.“16

Der Mahayana-Buddha hat also einer Schülergruppe nicht die Wahrheit gelehrt,
sondern nur ein geschicktes Mittel welches er als Wahrheit verkaufte, um dann
hinter ihrem Rücken und vor den Bodhisattvas über sie zu lästern bzw. sie zu
kritisieren.

13
(Borsig, 1992, S. 71)
14
(Borsig, 1992, S. 73)
15
(Borsig, 1992, S. 113)
16
(Borsig, 1992, S. 130)

5
„Während wir beständig an die Fehler des Kleinen Fahrzeugs denken,
Wissen wir nicht, wie wir das höchste Wissen Buddhas erlangen können. 17

In der Welt gibt es nicht zwei Fahrzeuge, um das Eingehen ins Nirwana
zu erlangen. Es gibt nur ein Buddhafahrzeug, um das Eingehen ins Nirwana
zu erlangen.“18

„Das Nirwana, das ihr erlangt, ist noch nicht die volle Wahrheit.“19

Also kein nirvana für Hinayanin und sravaka.

„Als ich sah, daß die,


Die jeweils den Weg erstrebten,
Mitten auf der Straße müde wurden
Und nicht fähig waren, den steilen Weg
Von Leben und Tod und Verblendung zu überqueren,
Lehrte ich mit der Kraft des geschickten Mittels,
Damit sie ausruhen können, das Nirwana.
Ich sagte, daß eure Leiden ausgelöscht
Und daß ihr euer Werk bereits vollendet habt.
Als ich erkannte, daß ihr beim Nirwana angelangt
Und alle die Arhatschaft erlangt hattet,
Versammelte ich die große Schar
Und predigte das wahre Gesetz…
Nun lehre ich euch die Wahrheit.
Das, was ihr erlangt, ist nicht das Nirwana.“20

„Wenn da ein Bodhisattva ist,


Der in künftiger böser Zeit
Mit furchtlosem Herzen
Dieses Sūtra zu predigen wünscht,
So soll er auf der Stufe des Handelns
Und auf der Stufe der Beziehung (der Bodhisattvas) stehen…
Ferner soll er nicht vertraut umgehen
Mit hochmütigen Menschen,
Die nach dem Studium der Tripitaka des Hinayana
Begierig sind.“21

17
(Borsig, 1992, S. 155)
18
(Borsig, 1992, S. 182)
19
(Borsig, 1992, S. 183)
20
(Borsig, 1992, S. 188-189)
21
(Borsig, 1992, S. 253)

6
Nirvana Sutra

„So that living beings may attain liberation, Cunda then lowered
his head, swallowed his tears, and said to the Buddha:

Excellent, World-Honored One! If I am worthy, when I become a field


of merit I will be able to comprehend the Tathāgata’s nirvāṇa and his
nonnirvāṇa. But at the moment the wisdom possessed by myself and indeed
all the śrāvakas and pratyekabuddhas is little more than that of mos-
quitoes or ants. We truly cannot fathom the nirvāṇa — or even the
nonnirvāṇa — of the Tathāgata.”22

Die Weisheit der sravaka ist also nur etwas mehr als die der Stechmücken und
Ameisen. Aus dem Lotossutra war schon klar, dass ihnen die Wahrheit nicht gelehrt
wurde. Aber hier bekommt man jetzt eine Einordnung in die Qualität des geschick-
ten Mittels, wie der Buddha die sravaka unterrichtete.

„World-Honored One, we śrāvakas are in such a situation. Although


we hear the Tathāgata’s carefully crafted teachings and precepts, we
are not entirely able to accept and maintain them, and thus we are
unable to ensure that the dharma will remain over a long period of time,
much like how that old man accepted what the other person had entrusted
to him (but could not ensure its safekeeping for very long). At this
point we are so ignorant when it comes to monastic discipline, what
could we possibly ask about?”23

„Thus does a wise person know well how to plan for such things. When
someone goes away and then returns looking for what he left behind, he
should be able to regain possession of it without any fear of loss. For
the World-Honored One, it is also like this. For if you entrust the
jewel of the dharma to Ānanda and the other bhikṣus, (we fear) it cannot
abide for long. Why? Because without exception all śrāvakas, even
(Ānanda and) Mahākāsyapa, are impermanent. It would be just like en-
trusting valuables to that old man who agreed to accept them.

For this reason the unsurpassed dharma of the Buddha should be


entrusted to the bodhisattvas.”24

22
(Blum, 2015, S. 49)
23
(Blum, 2015, S. 70)
24
(Blum, 2015, S. 71)

7
„The śrāvaka disciples that I have are also like this. Just like
your infant, they have been unable to digest this teaching about per-
manent abiding. This is why I first expounded the doctrines of suffering
and impermanence (as you described).

But when the qualities in my śrāvaka disciples become adequate for


them to endure the cultivation of practice based on the Mahāyāna scrip-
tures, I can then explain this sutra to them in terms of six flavors.” 25

„At the time of my parinirvāṇa, the Tathāgata’s treasury of the


subtle, hidden, and unsurpassed dharma will not be given to the disci-
ples who are śrāvakas, just as you would not entrust your treasury of
valuables to your bad sons. I have to entrust (this) to the bodhisattvas,
just as you would entrust your treasury of valuables to your good
sons.”26

Srāvakas vererbt man die wahre Lehre nicht, so wie man den schlechten Söhnen
nicht die Wertsachen vererbt.

„It is because śrāvakas lack a certain power of wisdom that the


Tathāgata taught them (only) letters, namely the ninefold scriptures
and did not endeavor to expound to them the well-balanced Mahāyāna
(canon).”27

„I refer to liberation as “profound.” Why? Because it cannot be


entered by śrāvakas and pratyekabuddhas.”28

„Because the Mahāyāna sutras are what I call the “buddha vehicle,”
and this buddha vehicle is the best of the best.”29

„I expounded those verses for bodhisattvas and other students of


the Mahāyāna who will come in the future. They were not preached for my
śrāvaka disciples [now].”30

„The dharma of the śrāvakayāna thus should not be relied on as a


spiritual support.”31

Mittlerweile sollte der Tenor klar sein.

25
(Blum, 2015, S. 109)
26
(Blum, 2015, S. 109)
27
(Blum, 2015, S. 138)
28
(Blum, 2015, S. 152)
29
(Blum, 2015, S. 173)
30
(Blum, 2015, S. 184)
31
(Blum, 2015, S. 197)

8
Lankavatara Sutra

„Durch die Tathagatas der Vergangenheit, die Arhats und Vollkommen


Erleuchtete waren, wird in der Stadt Lanka auf der Spitze des Malaya-
Berges diese Dharmawahrheit mitgeteilt, die durch das edle Wissen im
innersten Selbst eines jeden realisiert wird und über die erwägenden
Anschauungen der Philosophen über die Erkenntnisfähigkeit der Sravakas
und Pratyekabuddhas hinausgeht.“32

„Frei von den Fehlern der Häretiker, der Pratyekabuddhas und der
Sravakas ist die unbefleckte Dharmawahrheit vom innersten Selbst und
der Glanz des Zustandes der Buddhaschaft.“33

„Wenn du dich in Samadhi und Samapatti unterrichtest, nimm nicht


den Zustand an, an dem sich die Sravakas, Pratyekabuddhas und Philoso-
phen erfreuen, der durch die Einbildung jener entstanden ist, die den
Lehren infantiler Philosophen folgen.“34

Vajracchedikāprajñāpāramitā Sūtra

„Subhuti said to the Buddha, “World-Honored One, in times to come,


will there be beings who, when they hear these teachings, have real
faith and confidence in them?

The Buddha: ‘Subhuti, do not utter such words. Five hundred years
after the passing of the Tathagata, there will be beings who, having
practiced rules of morality and being thus possessed of merit, happen
to hear of these statements and will understand their truth.’”35

Sollen die 500 Jahre auf das historische Entstehen des Mahayana verweisen?

„Subhuti, to sum up, immeasurable, innumerable, and incomprehensible


is this discourse on Dharma. The Tathagata has taught it for the well-
being of those who have set out in the best, in the most excellent
vehicle. Those who take up this discourse on Dharma, bear it in mind,
recite, study, and expound it in detail for others will all be known to

32
(Golzio, 1996, S. 28)
33
(Golzio, 1996, S. 32)
34
(Golzio, 1996, S. 35-36)
35
(Soeng, 2000, S. 92)

9
the Tathagata and recognized by him and acquire merit that is incompa-
rable, measureless, and infinite. Such beings will share in the supreme
awakening attained by the Tathagata. Why? Because, Subhuti, this course
on the Dharma could not be understood by beings of inferior resolve,
nor by those attached to the idea of a self, a person, a being, or a
living soul. (Being so caught up), they are unable to hear, memorize,
learn, recite, and expound this sutra.”36

„And yet Subhuti, there will be some sons and daughters of good
families who will be despised for their memorizing and reciting of this
sutra.”37

Dies scheint ein historischer Verweis auf die Kritik am Mahayana zu sein.

Vimalakirti Sūtra

„Um Leute aus der Hīnayāna-Lehre in die Mahāyāna-Lehre zu bringen,


erschien er unter Hörern und Lehrern des Dharma.“38

„O Lord, als ich diese Lehre gehört hatte, war ich erstaunt und
dachte mir: ´Verehrung allen Bodhisattvas! Wenn ein Laienjünger mit
einer solchen Eloquenz gesegnet ist, wen soll es dann geben, der nicht
seinen Geist auf das Erreichen der unübertroffenen, perfekten Erleuch-
tung richten kann? Seit dieser Zeit empfehle ich nicht mehr das Fahrzeug
der Schüler und Pratyekabuddhas, sondern ich empfehle das Mahāyāna. Und
so, o Lord, bin ich nicht willens zu diesem guten Mann zu gehen, um mich
nach seiner Krankheit zu erkundigen.“39

„Ehrwürdiger Pūrna, alle diese Biksus waren einst dem Mahāyāna ver-
schrieben, aber haben den Geist der Erleuchtung vergessen. So lehre
ihnen nicht das Schüler-Fahrzeug. Das Schüler-Fahrzeug ist nicht ulti-
mativ gültig, und ihr Schüler seid wie blind Geborene hinsichtlich der
Erkenntnis von spirituellen Fähigkeiten anderer Lebewesen.“40

„Nachdem der Patriarch Mahākāśyapa diese Lehre der Unvorstellbaren


Befreiung gehört hatte, sagte er zum ehrwürdigen Śāriputra, „Ehrwürdiger
Śāriputra, wenn jemand eine Vielzahl von Dingen einer von Geburt an

36
(Soeng, 2000, S. 122)
37
(Soeng, 2000, S. 123)
38
(Thurman, 2013, S. 10)
39
(Thurman, 2013, S. 15)
40
(Thurman, 2013, S. 17)

10
blinden Person zeigen würde, so könnte diese nichts davon sehen. Ge-
nauso, ehrwürdiger Śāriputra, wenn diese Tür zur Unvorstellbaren Be-
freiung aufgezeigt wird, so sind alle Schüler und Pratyekabuddhas ohne
Sehkraft, wie der von Geburt an blinde Mensch und sie können nicht einen
einzigen Grund der Unvorstellbaren Befreiung verstehen. Wer sollte schon
unter den Weisen sein, der, nachdem er die Lehre über die Unvorstellbare
Befreiung vernommen hat, nicht seinen Geist auf das Erlangen der un-
übertroffenen, perfekten Erleuchtung richtet? Was uns betrifft, die wir
verkommene Fähigkeiten haben, wie ein verbrannter und verrotteter Samen,
was sonst können wir tun, wenn wir nicht für das Große Fahrzeug emp-
fänglich werden?“41

Der Große Kassapa ist im Mahayana nur noch ein verrotteter Same mit verkom-
menen Fähigkeiten.

„Böse Geister haben zum Beispiel Kontrolle über ängstliche Menschen,


aber sie können den Furchtlosen nicht beunruhigen. Genauso sind jene,
die durch die Angst vor der Welt eingeschüchtert werden unter der Kon-
trolle von Formen, Geräuschen, Gerüchen, Geschmäckern und Beschaffen-
heiten. Solche aber, die frei von den Leidenschaften bezüglich der
geschaffenen Welt sind, können sie nicht beunruhigen. Demnach haften
diese Blumen an solchen Körpern, die ihre latenten Triebe noch nicht an
der Wurzel entfernt haben und haften nicht an deren Körper, die alle
Triebe samt ihrer Wurzel beseitigt haben. Darum haften die Blumen nicht
an den Körpern der Bodhisattvas.“42

Sie haften aber an Sariputta und den anderen frühbuddhistischen Heiligen, da


diese nach dem Mahayana noch nicht frei von latenten Trieben sind.

„Ehrwürdiger Śāriputra, diese acht seltsamen und wundervollen Er-


eignisse können in diesem Haus erblickt werden. Wer dann, diese unvor-
stellbaren Ereignisse erblickend, würde da noch an die Lehren der Schü-
ler glauben?“43

Die Schwachgeistigen: „[Die Lehrverkündung tritt] hervor in vielerlei Gestalten /


Vom tiefen Denker bis zum geistig Flachen“44.

41
(Thurman, 2013, S. 39)
42
(Thurman, 2013, S. 44)
43
(Thurman, 2013, S. 46)
44
Aus Dharmkirtis Bodhicittavivarana, zit. nach: (Glasenapp, 1994, S. 154)

11
Vairocanābhisaṃbodhi Sutra

„Then the vajradhara Lord of Mysteries said to the Buddha, ‘World-


honored One, the inconceivable method of the path of the characteristics
of mantras taught by the Buddha is remarkable; it is not shared with
any śrāvakas or pratyekabuddhas, nor is it for all beings everywhere.
If one believes in this mantra path, meritorious dharmas will all be
fulfilled. I but beg you, World-honored One, to explain next the req-
uisite procedures for the maṇḍala.’”45

Hier wird auch wieder deutlich, dass der Buddha den Hinayanin die höheren Lehren
nicht gepredigt hat.

Buddhabhūmyupadeśa

„Earlier it was explained that the Pure Land is characterized by


the pure conscious construction of the utmost mastery. How then, (it is
objected), can word-hearers [i.e., sravaka] and their like be included
in that assembly without contradiction?

(We answer that) there is no contradiction! If the word-hearers’


understanding were just the same as that of the bodhisattvas, then there
would be a contradiction. There would be a valid objection only if the
capability of the word-hearers were identical with (that of the bodhi-
sattvas). But, although they dwelled in that same assembly, the word-
hearers were like men born blind, because their karmic actions ob-
structed their (capability) to understand that pure wonder. Thus they
were said to be completely unable to express the content of that pure
wonder.”46

Hier werden die sravaka mit Blinden verglichen. Bei Chegwan ist es der Vergleich
mit Tauben und Dummen.

45
(Giebel, 2005, S. 44)
46
(Keenan, 2002, S. 44)

12
Nagarjunas Bodhisambharaka

„From the very beginning (of his career) a bodhisattva ought – in


accordance with available strength – to be skilled in the means of
converting people so that they may enter Mahayana. (526b 17)

One may convert beings (as numerous as) the grains of sand in the
Ganges ... so that they obtain sainthood (arhatphala), but to convert
one (single person) to Mahayana – that creates greater merit (punya)!
(526b 24)

Some (persons) are instructed according to Sravakayana and Pratyek-


abuddhayana. Because of their weak powers (mandabala) they are not fit
for conversion (to Mahayana). (526c 6)“47

Hier wird das Thema der Schwachgeistigen wieder aufgenommen (siehe auch im
nächsten Abschnitt bei Huineng). Es wird auch deutlich gemacht, dass das Hinfüh-
ren zur Heiligkeit nahezu wertlos ist im Vergleich zur Konvertierung zum Ma-
hayana.

„If he enters the Sravaka- and Pratyekabuddhabhumis then he hecomes


a mortal. It is because the roots of the knowledge of deliverance
(moksajnanamula) of the bodhisattvas are cut off. (527c 11)

Even if he fell into hell (niraya) a bodhisattva would not becomes


[sic!] a mortal. It is because the roots of the knowledge of deliverance
(moksajnanamula) of the bodhisattva are cut off. (527c 21)

While falling into hell (niraya) does not afford an absolute hin-
drance (atyantavighna) to bodhi, it is in fact an absolute hindrance to
fall into the lands of the Sravakas and Pratyekabuddhas. (527c 25)

Just as it is said that people who love life (ayuh) are afraid to
have their head cut off (sirsaccheda) (thus) the lands (bhumi) of the
Sravakas and Pratyekabuddhas ought to evoke similar fear. (528a 4)“48

Es ist also besser, in die Hölle zu kommen als ein sravaka zu sein. Man sollte ein
sravaka zu werden so fürchten, wie die eigene Enthauptung.

47
(Lindtner, 1990, S. 229)
48
(Lindtner, 1990, S. 231)

13
„To preach the very profound (atigambhira) Dharma (i.e. Mahayana)
to those who believe in the Sravakayana and in the Pratyekabuddhayana –
this is an error for the bodhisattva. (538c 8)”49

„Those who rely on worldly sciences (lokasastra), those who are


especially eager for worldly goods (amisa), (those who) believe in the
Pratyekabuddhayana and (finally those who believe in) the Sravakayana –
(539a 24)

A bodhisattva must be aware of these four (kinds) of bad friends


(kumitra)!”50

Srāvakas sind also keine guten Weggenossen (kalayanamitra), sondern schlechte


Freunde von denen man sich fernhalten sollte.

„Despite such divergencies one should not simply discard Sravakayana


as useless or unorthodox. On the contrary, this yana should be regarded
as preliminary to the great yana. It addresses itself to those Buddhists
whose moral and intellectual faculties are still at an inferior stage
of development.”51

Huinengs Liuzutanjing

„The reason the Tathagata expanded his explanation to the Three


Vehicles was simply because people are slow to understand…

Originally there was no teaching about the Four Vehicles. But be-
cause the capacity of the human mind has four levels, the Dharma has
the Four Vehicles.

Observing, listening, reading, and reciting make up the Small Vehi-


cle. Becoming aware of dharmas and understanding their meaning make up
the Middle Vehicle. Putting the Dharma into practice makes up the Great
Vehicle. And being versed in all teachings and skilled in all practices,
avoiding nothing except the attributes of dharmas, and remaining free
of attainments make up the Supreme Vehicle. The meaning of the Supreme

49
(Lindtner, 1990, S. 244)
50
(Lindtner, 1990, S. 245)
51
(Lindtner, 1990, S. 263-264)

14
Vehicle consists in the supreme practice. It isn't something to discuss.
You have to practice it.”52

Baizhangs Qinggui

„Twelve years later, at the age of forty-two, the Buddha introduced


a more advanced teaching, recorded in the general Mahayana texts (the
Vaipulya sutras), and thereby was able to educate more disciples and
consolidate a firm basis of his sangha. It was during this period that
he criticized the shortcomings of the Hinayana and praised the perfect
teaching of the Mahayana.”53

Nach Baizhang Huaihai hat Gautama Buddha zuerst das Hinayana gelehrt und be-
gann nach zwölf Jahren Lehrtätigkeit, die fortgeschrittenen Lehren des Mahayana
zu predigen. Damit einher ging dann auch, dass er anfing seine eigenen Hinayana-
Lehren zu kritisieren.

Xuanzangs Chengweishilun

„The distinction of families of sentient beings existing primordi-


ally does not result from either the existence or the nonexistence of
pure seeds but arises according to whether or not there are obstacles
(dvarana). According to the Yogacarabhúmi Sastra, ‘To that class of
beings who will not attain nirvana belong those who are obstructed by
the seeds of the two obstacles to the realm of the ultimate (i.e., moral
and cognitive faults). Those who have the cognitive obstacle to the
ultimate but not the (obstacle of the) passions belong either to the
family of disciples (sravaka) or to the family of pratyekahuddhas. One
without seeds of the obstacles to the ultimate belongs to the family of
Tathágatas.’”54

„The spiritual powers of one who is supremely awakened are unimag-


inable, and therefore one is capable of revealing formless and sub-
stanceless dharmas through transformation. If this were not so, how
could a Tathágata manifest craving, hatred, etc., since he has elimi-
nated them long ago? How could disciples and animals know the thoughts

52
(Red Pine, 2006, S. 37-39)
53
(Ichimura, 2006, S. 37)
54
(Cook, 1999, S. 51)

15
of a Tathágata, since the real thoughts of a Tathágata are unknown even
by bodhisattvas who are perfectly awakened?”55

Der Vergleich mit Tieren geht weiter.

Chegwans Tiantaisijiaoyi

„This means that the many Hinayanist disciples who were seated (while
the Buddha preached the Huayan Sutra) were as though deaf and dumb.”56

„I shall explain the content of the expanded (Vaipulya) sutras, such


as the Vimalakīrtinirdeśa and others, that ‘criticize the biased teach-
ings of the Hinayana and praise the complete teachings of the Maha-
yana.’”57

„Next, coming to (the period of) expanded (Vaipulya teaching, those


with the capacities of the two vehicles) heard the criticism of the
śrāvaka path, yearned for the Mahayana, and were ashamed of the Hina-
yana.”58

Die Hinayanin werden hier beschrieben, als ob sie taub und dumm sind – einen
Vergleich mit Stechmücken und Ameisen gab es bereits im Diamantsutra – und
dass ihre Lehren wiederum kritisiert werden und man sich ihrer schämen sollte.

SELBSTVERSTÄNDNIS
Was hoffentlich deutlich geworden ist, ist, dass das Mahayana sich als die reine
Lehre versteht. Jedoch ist Mahayana selber ein so vielschichtiger Komplex, dass
man Mahayana nur im Plural denken sollte. Aufgrund des obigen Textstudiums
existiert im Mahayana meiner Einschätzung nach kein Bewusstsein, dass die
sravaka, die Hinayanin usw. gleichwertige Formen und Lesarten der Lehre sind.

55
(Cook, 1999, S. 363-364)
56
(Mayeda, 2015, S. 165)
57
(Mayeda, 2015, S. 166)
58
(Mayeda, 2015, S. 172)

16
EPILOG

„Nun erhoben die Bodhisattvas alle zusammen in gleichem Tonfall


ihre Stimmen und sprachen die Gāthās:

Mögest du unbesorgt sein.


Wir wollen nach dem Erlöschen und Hinübergehen des Buddha
In der furchtbaren, bösen Welt
Weithin (das Sūtra) predigen.
Wenn es auch unwissende Menschen,
Die uns mit bösem Munde schmähen
Und mit Schwertern und Stöcken gegen uns vorgehen, gibt,
So wollen wir sie ertragen.
Die Mönche in der bösen Welt,
Die von falschem Wissen sind und deren Herz aus Argwohn gekrümmt ist,
Die denken, sie hätten erlangt, was sie noch nicht erlangt haben.
Und sind im Herzen voll von Eigendünkel.
Andere leben abgeschieden in einer Einsiedlerhütte
Mit dem Flickengewand angetan;
Sie glauben, daß sie selbst den wahren Weg gehen,
Und verachten die Menschen.
Auf Grund dessen, daß sie auf Vorteil und Nahrung begierig sind,
Predigen sie für die gewöhnlichen Menschen im weißen Gewand das Ge-
setz;
Sie werden in der Welt geehrt
Wie Arhats der sechs Durchdringungen.
Diese Menschen haben ein böses Herz
Und denken beständig an Dinge der Welt.
Unter dem Deckmantel ihrer Einsiedlerhütte
Stellen sie gerne unsere Fehler heraus.
Zudem führen sie dergleichen Reden:
»Diese Mönche alle
predigen auf Grund dessen, daß sie nach Vorteil und Nahrung begierig
sind,
Mit Darlegungen, die ketzerisch sind.
Sie selbst verfaßten diesen Sūtrentext,
Um die Menschen der Welt zu verführen.
Auf Grund dessen, daß sie nach Ruhm streben,
Predigen sie dieses Sūtra als Besonderheit zu anderen.«
Beständig sind sie inmitten einer großen Schar,
Und weil sie wünschen, uns zu schmähen,
Richten sie sich an den König des Landes, die Minister,
An Brahmanen und Bürger
Und an die übrige Schar von Mönchen,
Und verleumden uns und nennen uns böse.
Sie sagen: »Diese sind Menschen falscher Ansichten und

17
Predigen Darlegungen, die ketzerisch sind.«
Weil wir den Buddha verehren,
Ertragen wir alle diese Bösen…
Daß die bösen Mönche der verdorbenen Epoche
Nicht das Gesetz kennen, das der Buddha mit dem geschickten Mittel
Entsprechend dem, was angemessen, predigte,
Und daß sie uns mit bösem Mund schmähen
Und uns des öfteren zurückweisen.
Von Stūpa und Tempel treiben sie uns davon.
Trotz solcher Menge von Bösem
Wollen wir, weil wir an den Auftrag Buddhas denken,
Alle diese Dinge ertragen.“59

59
(Borsig, 1992, S. 246-248)

18
LITERATURVERZEICHNIS
Blum, M. L. (2015). The Nirvana Sutra (Mahāparinirvāṇa-sūtra) Volume I: Taishō
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19
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https://de.scribd.com/document/131698851/Das-Vimalakirti-Sutra:
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20
Añño esa āvuso gatakassa maggo nāma
Der Pfad, Freund, ist anders für den, der ihn gegangen ist.