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BERICHTER:

PROFESSOR DR.-ING. RUDOLF WILLE

BERICHTER:
PROFESSOR DR.-ING. HANS AMTSBERG

EINGEREICHT AM:
5. APRIL 1956

TAG DER MONDLICHEN PROFUNG:


23. JULI 1956

VERlJFFENTLICHT IN:
.,INGENIEUR-ARCHIV", BAND XXV (1957) HEFT 3, SEITE 205-225
SPRINGER-VERLAG BERLIN HEIDELBERG GMBH
ISBN 978-3-662-22921-7 ISBN 978-3-662-24863-8 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-662-24863-8
Vorwort

Die vorliegende Arheit entstand im Hermann Fottinger-lnstitut fiir Stro-


mungstechnik an der Technischen U niversitiit Berlin unter der Leitung
von Herrn Professor Dr.-lng. R. Wille. Sie stellt einen Teil eines For-
schungsprogrammes iiher Wirhelstra13en dar, das im groBeren Rahmen als
ein Beitrag zur Kliirung des Dherganges laminar-turhulent zu betrachten
ist.
Seine Bearheitung wurde mir durch die Gewăhrung eines zweijiihrigen
Assistenten-Stipendiums durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft er-
moglicht. Fiir die groBziigige Forderung mochte ich auch an dieser Stelle
auf das herzlichste danken. Ehenso danken mochte ich auch Herrn Pro-
fessor Dr.-lng. H. Amtsherg fiir seine vcrstiindnisvolle Unterstiitzung so-
wie Herrn Dr.-lng. U. Domm fiir viele Anregungen und Hinwcise. Mein
hesonderer Dank gebiihrt dem Direktor des Hermann Fottinger-lnstitutes,
Herrn Professor Dr.-lng. R. Wille. Unter seiner Leitung und im J\lit-
arbeiterkreis des lnstitutes fand ich eine geistige Atmosphăre, wie sie zum
Gelingen einer wissenschaftlichen Arbeit crforderlich ist.
Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln •
Von A. Timme

l. Einleitung. Bei vielen Striimungsvorgiingen lassen sich eigcnartige kreisende Bewegungen


des striimcnden Mediums beobachten, die offenbar einer besonderen GesctzmiiBigkeit unterliegen.
In dcr beschrcibenden Physik werden solche Fliissigkeitsbewegungen mit Wirbel bezeichnct, im
Volksmund oft auch Strudel genannt 1 • Schon im Altcrtum findet man bei Homer ei ne Beschreibung
des Strudels Charybdis, und im Mittelalter befaBte sich vornehmlich Leonardo da Vinei mit wirbcl-
artigen Abliisungserschcinungen2.
Will man spezielle Striimungsprobleme, bei denen Wirbel auftreten, wie z. B. die Karmansche
WirbelstraBe oder viele Ubcrgangsstadien zwischen laminarer und turbulenter Striimung theore-
tisch niiher erfassen, so ist cine gcnaue Kenntnis der Geschwindigkeitsverteilung in eiuem einzelnen
Wirbel von besonderer Wichtigkeit. Im Rahmen des Forschungsprogramms des Hermann Fiit-
tinger-Institutes, das sich vornehmlich mit diesem Gebiet befaBt, solltcn im AnschluB an die
theoretischen und experimentellen Arbciten von U. Domm3 iiber die Stabilitiit von WirbelstraBen
neue Untersuchungen hieriiber durchgefiihrt wcrden.
Eine Karmansche WirbelstraBe entsteht, wenn ein zylindrischer Kiirper quer zu seiner Liings-
achse angestriimt wird. Es liisen sich bei bestimmten Anstriimgeschwindigkeitcn, dic Reynolds-
schen Zahlen Re> 40 entsprechen, hinter dem Kiirper periodisch abwechselnd rechtsdrehende
und linksdrehcndc Wirbcl ah, die sich stromab zu der charakteristischen doppelreihigen Wirbel-
straBe anordnen (Abb. l und 2). Dieser Vorgang lăBt sich im V crsuch verhiiltnismiiBig leicht
darstellen, so daB cs nahe lag, gerade bei cler Karmanschen Wirbels traBe die V erhiiltnisse im Wirbel
und die Wirkung von Wirbeln aufeinander zu untersuchen.
2. Mellverfahren. a) MeBprinzip. Ein zylindrischer Kiirper wurde von einem Schleppwagen
durch einen mit Wasser gcfiillten Kanal gezogen. Die hinter dem Zylinder entstehcnde Karmansche
WirbelstraBe wurde durch Bestreuen dcr Wasseroberfliiche mit Aluminiumpulver kenntlich
gemacht und von zwei iibcr dem Kanal befindlichen Kameras in zeitlich festgelegter Reihenfolgc
photographiert. In diesen Photographien konnte aus dcr Liinge der Bahnkurven der Aluminium-
teilchen, dem AbbildungsmaBstab und cler KameravcrschluBzeit fiir jeden Ort der Betrag und clic
Richtung der Teilchcngeschwindigkeit bestimmt werden. Mit der Annahme, daB dic Aluminium-
teilchen wăhrend cler Beobachtungszeit alle Bewegungen der W asseroberfliiche mitmachen, erhălt
man somit auch die Geschwindigkeitsverteilung im Striimungsfeld an der Wasseroberfliiche.
b) MeBanordnung. Der fiir die Versuche beniitzte Kanal war 2 m lang, 50 cm breit und
40 cm tief. An cler einen Schmalseite hatte er ein Uberlaufwehr, damit man nach jedem Versuch
bequem clic Wasseroberflăche erneuern konnte. Neben dem Kanal lief dcr Schleppwagen auf
einem separat gelagerten Breitflanschtriiger. An einem seitlichen Ausleger des W agens konnten
Zylinder verschiedcnen Durchmessers befestigt werden. Wiihrend der McBfahrt betătigte der
W agen zwei Schleifkontakte, die elektromagnetisch cine Stoppuhr fiir die Geschwindigkeits-
bestimmung cin- und ausschalteten. Mit zwei weiteren Kontakten wurden die Verschliisse der
Photoapparate ausgcliist.
Als wesentliche Vorbedingung fiir die Reproduzierbarkeit cler Untcrsuchungcn war der gleich-
măBige Lauf des Schleppwagens zu fordern. Vorversuche mit groBdimensioniertem Gleichstrom-
motor; Gewichtsantrieb mit Reibungs- oder Striimungsbremse oder ihre Kombinationen mit
einem Synchronmotor konnten nicht befriedigen. Lediglich cler Betrieb mit einem geniigend
kriiftigen, nicht selbstanlaufenden Synchronmotor zeigte bei stroboskopischer Uberpriifung einc
ausreichende Konstanz cler Wagengeschwindigkeit im Bereich von 5 cmjs. Fiir noch kleinere
Geschwindigkeiten gelangte ein selbstanlaufender Synchrondoppelmotor der Type AEG DSSE l/1 s
zum Einbau.

* Von der Fakultăt fiir Maschinenwcsen cler Technischen Lnivcrsităt Berlin genehmigte Dissertation.
Berichter: Prof. Dr.-lng. R. Wille, Prof. Dr.·lng. H. Amtsberg; eingereicht am 5.4. 56, mdl. Priifung am 23. 7. 56.
1 A. Sommerfeld, Mechanik der deformierbaren Medien, S. 34, Leipzig 1955.

Hdb. d. Exp.-Physik Bd. IV, 2. S. 7 ff.


3 U. Domm, lng.-Arch. 22. 6 (1954), S. 400.

15*
2 Timme: Dher die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln Ingenîeur-Arehiv

Vcrschiedenartige Fehlerquellen, wie z. B. Drehschwankungen des grol3en Synchronmotors,


die auf unsaubere Herstellung der Zăhne am Rotor zuriickzufiihren waren, Eigenschwingungen
des Systems Motor-Schleppseil (0,3 mm Durchmesser, Stahldraht) - Wagen, Teilungsfehler und

Abb. 1. Kârmânsche Wirbelstralle Re; = 200; D = 2 cm; U = 1,018 cmfs, Belichtung l sec., l\Ia6stab 1 :2.

Abb, 2. Wirbcl aus einer Kârm6nscbcn WirbelstraBe, Ma6stab 1,67: 1.

Spiebchwankungen des Flanschgetriebcs (3000:4) am kleincn Motor, konnten durch geeignete


Mal3nahmen cum grano salis beseitigt werden.
Die beiden Plattenkameras der Typen
l. Schneider-Kreuznach Doppel Anastigmat lsconar f = 4,5 13,5 cm,
2. Rhodenstock Eurynar f = 6,3 13,5 cm
XXV. Band 1957 Timme: Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln 3

waren an ein verstellbares Geriist iiber dem Kanal montiert. lhre VerschluBoffnungszeit lieB sich
aus der Strichliinge eines am Schleppwagen befestigten W egzeigers bestimmen. V m aher von
zufalligen Geschwindigkeitsschwankungen des Wagens wahrend der Aufnahme unabhiingig zu
sein, wurde spiiter eine schnellaufende Synchronuhr mit von innen leuchtendem Zifferblatt und
Zeiger mitphotographiert. Dazu stand die Uhr seitlich am Kanalrand. Durch ein Linsensystem
und einen dicht iiber der Wasseroberflache angebrachten Spiegel wurde das verkleinerte Bild
der Uhr in die Objektebene der Kameras hineinprojiziert. Schwierig war die Justierung des
Systems deshalb, weil durch die groBe Parallaxe der beiden nebeneinander angebrachten Kameras
die beniitigte Spiegelflache leicht bei dem inneren Apparat Teile des MeBraumes abdeckte.
Mit dieser Anordnung war es nicht nur miiglich, die VerschluBiiffnungszeit T genau zu be-
stimmen, sondern auch noch die Zeitdifferenz Llt zwischen den beiden Aufnahmen zu iiberpriifen.
Die VerschluBausliisung erfolgte, wie schon erwahnt, elektromagnetisch. Die Zeit Llt registrierte
ei ne zweite Stoppuhr ebenfalls elektromagnetisch. U m die Anzugszeit der Ausliisemagnete, die
hei heiden Apparaten verschieden sein konnte, auszuschalten, schlossen die Magnete erst in dem
Augenhlick einen Relaiskontakt, indem der VerschluB tatsachlich hetatigt wurde. Die Justierung
war jedoch sehr schwierig, wie sich aus Uberpriifungen mit der Synchronuhr ergab, zumal die
Compurverschliisse sowohl bei der Stellung M als auch T benutzt wurden, so daB schlieBlich nur
noch der SynchronuhrmeBwert verwandt wurde. Dicht iiber der W asseroberflache befanden sich
noch zwei MeBmarken als LangenmaBstab fiir die Auswertung photographischer VergriiBerungen.
c) Die Messung und ihre A uswertung. Etwa 5 bis 10 Stunden vor Beginn der Messung
wurde in den Kanal frisches W asser nachgefiillt, bis der W asserspiegel das Uberlaufwehr iiber-
spiilte. Hierdurch erhielt man eine einwandfrei saubere Oberflache. Danach durfte die W asser-
masse nicht weiter gestiirt werden. Die MeBfahrt selbst begann mit dem Augenblick der Be-
streuung. Der W agenantriebsmotor war so einzuschalten, daB die Ausliisung der Photoverschliisse
zwischen 10 bis 40 sec nach dem Aufbringen der Bestreuung erfolgte. Zu einem spiiteren Zeitpunkt
konglomerieren die Aluminiumteilchen, so daB man kein feinmaschiges Bahnliniennetz erhalt.
War der Versuch stiirungsfrei abgelaufen und das Plattenpaar auswertbar, so wurden VergriiBe-
rungen im MaBstab l: 1 zur Wirklichkeit hergestellt. In vorherigen Testaufnahmen waren im
Zusammenhang die Kameraobjektive, das VergroBerungsobjektiv und die Schrumpfung des
Photopapiers durch den TrocknungsprozeB iiberpriift worden. Sowohl hierbei als auch bei den
spateren MeBaufnahmen wurde die Parallelitat der Plattenebene zur Objektebene mittels Wasser-
waagen kontrolliert. Trotz einer geringen kissenfiirmigen Verzeichnung der Objektive von 0,3%
bzw. 0,07% und einer linearen Verzerrung von 0,5% bzw. 0,06% wurden diese Fehler als vernach-
liissigbar klein angesehen.
Zur Kontrolle der Schrumpfung des Papieres, die von der Temperatur der Trockenpresse ab-
hangt, wurde spater im Kontaktverfahren ein durchsichtiger MaBstab mitkopiert. Fiir die Einzel-
auswertung geniigte dies jedoch nicht, sondern dazu muBte jeder Wirbel extra im MaBstab 5:1
zur Wirklichkeit (die Platte etwa 15fach) vergriiBert werden. Sodann wurde in die VergroBerung
in OriginalgriiBe als Koordinatensystem die StraBenachse und senkrecht dazu Achsen mit Zenti-
metereinteilung durch die scheinbaren Wirbelmittelpunkte eingezeichnet. N ach Ubertragung
dieser Achsen in die EinzelvergroBerungen konnten nun die Strichlangen der Teilchen entlang
den Querachsen ausgemessen werden.
Wegen der Unsymmetrie des Rotationsfeldes wurden nur Teilchenbahnlinien durch die Achse
oder in unmittelbarer Nahe beriicksichtigt. Im Laufe fortschreitender Versuchstechnik muBte
festgestellt werden, daB die Papierschrumpfung durch Feuchtigkeits- und Temperaturschwan-
kungen im Laborraum zu merkbaren Fehlern fiihrte. lnfolgedessen konnten die PapiervergriiBe-
rungen nur noch zur Orientierung der Koordinatenachsen benutzt werden, wahrend die eigentliche
Auswertung direkt unter dem VergriiBerungsapparat erfolgte.
3. MeBergebnisse. Den im folgenden Kapitel zu interpretierenden MeBergebnissen liegen
die Erfahrungen aus weit iiber 100 MeBanlaufen zugrunde, welchen ungezahlte fehlgeschlagene
Vorversuche vorausgingen. Es wurden etwa 70 Wirbelprofile genauer ausgewertet, wobei die Aus-
wertung eines Wirbels mit dem Profil zur Zeit 11 und dem Profil zur Zeit t 2 mehrere Stunden Dunkel-
kammerarbeit erforderte. Der notwendige Zeitaufwand lieB eine gewisse Einschrankung in der
Variation der Versuchsparameter geboten erscheinen.
a) Bereich Re = 200. lm ersten Versuchsabschnitt wurden die Messungen mit folgenden
V ersuchsbedingungen durchgefiihrt: Zylinderdurchmesser D = 2 cm, Zylindergeschwindigkeit
U = 1,018 cmfs. Es ist iiblich, die eine Karmânsche WirbelstraBe charakterisierende dimensions-
4 Timme: Ubcr die Gcschwindigkeitsverteilung in Wirbeln lngcnicur-Archiv

Iose Kennziffer, die Reynolds-Zahl, mit diesen Werten zu bilden:


Re= f!__D
V

Fiir das untersuchte Gebiet ist damit


Re= 200.
Die Bildung der Wirbel hinter dem Zylinder und ihre Anordnung zu einer doppelreihigen Wirbel-
straBe ist selbstverstiindlich bei Anlegung des hier erforderlichen scharfen MaBstabes ein stiirungs-
empfindlicher Vorgang. Hăufig war die StraBe aus unbekanntem AnlaB unregelmăBig. Dadurch
waren mehr als 2 / 3 aller Aufnahmen nicht auswertbar. Die Ursache dieser StOrungen kann nicht
mit Sicherheit angegeben werden, sie scheint jcdoch von der Wartezeit zwischen zwei MeBanlăufen
abhăngig zu sein. Bei den besten Auf-
1/mfim!!S!!eschw. [cm/sek] nahmen wurde bis zu 19 Stunden die
Wi Bcruhigung der W assermasse ab-
gewartet. So geniigt vielleicht schon
cine gcringe Reststromung inncrhalb
cler untersuchten Wassermassen, un1
die WirbelstraBe unter Umslănden
crheblich zu sti:iren.
Rud1its[cm] Als Beispiele fiir die durch dic
t~-~--J+--~--~-7-~~~-~--~-.~~2---J~-~-- Auswertung erhaltenen Wirbelprofile
seien hier nur je ein Profil eines jun-
0,2 gcn Wirbels (Abb. 3) - das ist ein
Abh. 3. Geschwindigkcitsvcrtcilung in einem '\Virbcl Rez = 200. Wirbel in der Năhe des Zylinders -
Erstcr V?irbel hinter dem Zylinder. und eines ălteren Wirbels (Abb. 4)
wie:lergegeben. In ihren wescntlichen
Mer kmalen sind sie sich alle
untereinander ăhnlich.
Auffallend ist zunăchst die
Unsymmetrie, welche auf die
Eigenbewegung der Wirbel,
hăufig mit Nachlaufgeschwin-
digkeit bczcichnct, zuriickzu-
fiihren ist. Dadurch gibt die
Rad1its[cm]
Stelle mit der Geschwindigkeil
g---·~~--~3----~2~--~---~~~--~~~2~--~-3~~------,~-f~---5~
~ull, der scheinbarc Mittel-

~"'~/----
0,2
punkt, nicht den wahren Wir-
belmittelpunkt an. Sondern
dieser ist in der Mitte zwischen
den beiden Stellen maximaler
Abb. 4. Gesrhwindigkeitsverteilung in einem '\Virbel Rez = 200. Umfangsgeschwindigkeit an-
Fiinfter "\\'irbel hinter dem Zylinder,
zunehmen, wo er sich mit dem
arithmetrischen Mittel der
maximalen U mfangsgeschwindigkeiten fortbewegen wird. Von dieser Stelle aus mi:igen im folgenden
auch dic Geschwindigkeiten und Radien gemessen werden.
In der Năhe des Wirbelmittelpunktcs wăchst die Umdrehungsgeschwindigkeit etwa linear mit
dem Radius r, um nach einem Ubergangsgebiet ungefăhr mit der Potenz 1 : r wieder abzufallen.
Die zeitlichen Ănderungen, die durch die beiden Aufnahmen hin lereinander festgestellt werden
konnten, zeigten allgemein einen Abfall des Geschwindigkeitsanstieges im Wirbelmittelpunkt.
Die maximalen Umfangsgeschwindigkeiten nehmen mit der Zeit ah, wăhrend der zugehi:irige Radius,
den man auch mit Kcrnradius zu bezeichnen pflegt, gri:iBer wird. Es bietet sich somit das Bild
eines laminaren Wirbels, der sich auf Grund der Zăhigkeitswirkung ausbreitet und damit einem
Ausgleichsgesetz unterliegt.
b) Bereich Re= 1000. Im zweiten Versuchsabschnitt wurde derselbe Zylinderdurchmesser
D = 2 cm verwendet, die Zylindergeschwindigkeit auf U = 5,24 cmjs erhi:iht. Somit war die
Reynolds-Zahi
Re~ 1048.
XXV. Band 1957 Timme: Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln 5

Diesmal erwies sich der V organg der StraBenbildung als noch wesentlich storungsempfindlicher
als im Bereich der kleinen Re- Zahl. Sehr haufig wuchsen kleine Storungen oder UnregelmaBig-
keiten derart an, daB schlieBiich die ganze StraBe zerfiel. Auch die ausgewerteten Wirbelprofile
zeigten Storungsmerkmale, die in dem vorhergehenden Abschnitt nicht beobachtet wurden.
In den beigefUgten Wirbelprofilen (Abb. 5 bis 8) lassen sich folgende charakteristische Er-
scheinungen beobachten: Auf dem linken Ast von Abb. 5a (Zeit t1) zeichnet sich eine Ausbuchtung
ah, die sich bei Abb. 5b (Zeit t 2) wieder dem Gesamtprofil eingefUgt hat. In Abb. 6a und Abb. 6b
ergibt sich der zeitlich umgekehrte Verlauf. Also Storungen, die auftreten und wieder abklingen
konnen (dieser Effekt ist aus der Drehung des Wirbels allein noch nicht zu erklaren, wie man
aus einer zahlenmaBigen Nachrechnung ersehen kann).
Das Profil in Abb. 7 ist zu beiden gemessenen Zeiten stărungsfrei. Weiterhin konnte verschie-
dentlich beobachtet werden, wie ein Wirbel von regelmaBigem Aussehen sich in drei Einzelwirbel
auflost. Den umgekehrten Vorgang zeigt Abb. 8. In Abb. Ba ist der Wirbel noch sehr gestort,
um dann in Abb. Bb wieder die Charakteristik eines sehr jungen Wirbels - wenigstens in Kern-
năhe - zu gewinnen. Sieht man von diesen Storungserscheinungen ah, so gelten auch fUr die
Wirbel dieses Re-Bereiches die oben angegebenen Merkmale eines Ausbreitungsvorganges.
4. Vergleich der Me8ergebnisse mit der hydrodynamischen Theorie. Eine exakte Losung
der Navier-Stokesschen Differentialgleichung konnte von C. W. Oseen' und G. Hamel 2 fUr den
Spezialfall der ebenen Stromung angegeben werden, sofern rotationssymmetrische Randbedin-
gungen vorliegen. FUr die reine Wirbelstromung wurde als Anfangsbedingung die Geschwindig-
keitsverteilung des Potentialwirbels

c. =o (1)

eingesetzt. Damit ergab sich fUr die reibungsbehaftete F!Ussigkeit

c =_!'_(1_.-/;)
rp 2 .n r ' c. =o. (2)

Diese Gleichung beschreibt qualitativ tatsiichlich das zeitliche Verhalten eines Wirbels so, wie es
auch in den Experimenten beobachtet werden konnte. Daher erschien es sinnvoll, diese Gleichung
auch fUr einen quantitativen Vergleich mit den gemessenen Wirbelprofilen heranzuziehen.
Nun sprach U. Domm 3 im AnschluB an seine Stabilitatsrechnung die Vermutung aus, daB die
fiir das zeitliche Wachsen der Wirbel verantwortliche GroBe li einen groBeren Zahlenwert als den
der laminaren Zahigkeit haben mUBte. H. B. Squire 4 berechnete die Geschwindigkeitsverteilung
eines Wirbels unter BerUcksichtigung turbulenter Schwankungen und erhielt das luminare Ge-
schwindigkeitsgesetz, bei dem das li um eine additive GroBe erhoht war.
Um einen solchen Effekt zu untersuchen, hat man in (2) neben den beiden GroBen Fund t
auch den Wert von li als Unbekannte anzusehen. Mit einem Geschwindigkeitsprofil allein ist die
Bestimmung dieser drei GroBen noch nicht moglich, erst die Aufnahme eines zweiten Wirbel-
profils nach einer Zeit Llt ermoglicht die Berechnung auf Grund folgender Beziehungen:
Der Geschwindigkeitsanstieg in der Năhe des Wirbelmittelpunktes (r ~ O) ergibt sich zu

(3)

Aus den Geschwindigkeitsanstiegen zu den Zeiten t1 und t 2 folgt mit t2 - t1 = Llt


r 8n Lft
(4)
-;- - 1/c;o.- ijc~01 •

Den Radius rm der maximalen U mdrehungsgeschwindigkeit c., m erhalt man nach kurzer numerischer
Rechnung mit
r•
4 ,"'; = 1,2564 (5)

1 C. W. Oseen, Ark. f. Mat., Astron. och Fys. 7 (1911); Hydrodynamik, S. 82., Leipzig 1927.
2 G. Hamei, Jahresb. Deutsch. Math.-Vereinig. 25 (1917), S. 34.
3 Siehe Fullnote 3 von Seite 205.
• H. B. Squire, National Advisory Committee for Aeronautics 16, 666 F. M. 2053 vom 18. 3. 1954.
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= 0,17 cm2 sec-', Re = 1048, Abb. 6b. Wirbdprofil 39bj2; t = 2,0 sec, F = 25 cm sec-I, v =
Abb. 6a. Wirbelprofil 39aj2; t = 0,50 sec, 1' = 25 cm2 sec-I, v
XXV. Band 1957 Timme: Uher die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln 7

Da dieses Maximum hăufig nur flach ausgeprăgt ist und sich kleine MeBfehler wegen der Differenz
zweier Quadrate erheblich auswirken, wurde auBerdem noch aus den Maximalgeschwindigkeiten

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c~ m das V erhăltnis
V
F2=Lft
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mit K2 = 2,578 · lQ-3 (7)
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gehildet. Mit Hilfe dieser drei Beziehungen kann man die wirksame kinematische Zăhigkeit sowohl
durch (6) als auch durch (4) und (5) bestimmen, ehenso kann die Wirhelstărke mit (4) und (6)
oder (6) und (7) oder (4) und (7) herechnet werden. Weiterhin lăBt sich die Wirhelstărke noch aus
dem Stromlinienhild durch graphische lntegration um den Wirhelkern recht sicher ermitteln.
Die auf die angegehene Weise berechneten Wirbelstărken wiesen auf prinzipielle Unterschiede
von Wirbeln aus dem Re-Bereich um 200 und dem Bereich um Re = 1000 hin. lm Re-Bereich 200
waren alle Wirhel fast gleich stark, und die fur denselben Wirbel nach den verschiedenen Methoden
ermittelten Werte unterschieden sich im allgemeinen nur um ein geringes. Im Mittel hetrug die
Wirhelstărke
F= 5 ± 0,8 cm2/s hei Re = 200 .
Demgegeniiber ergahen sich bei der Bestimmung von F im Bereich Re = 1000 von Wirbel zu
Wirhel wesentliche Unterschiede, iiher die jedoch keine GesetzmăBigkeit gefunden werden konnte.
So war es heispielsweise miiglich, daB der erste Wirbel hinter dem Zylinder die Stărke F = 20 cm2fs,
der năchstfolgende F = 10 cm2/s und der dritte F = 15 cm2/s hatte. Auch die Wahl der Be-
stimmungsgleichungen brachte Differenzen his zu 30% mit sich. So kann man hier dem Mittelwert
i'- = 17,5 ± 7,5 cm2/s hei . Re = 1000
nur die Bedeutung einer numerischen Mittelung von MeBergehnissen heimessen.
Die gleiche Tendenz war auch hei der Berechnung des V· W ertes zu finden. lm Bereich Re = 1000
waren die Unterschiede in den Einzelmessungen wieder so groB, daB man jedem Wirhel nur ein
individuell giiltiges v zur Zeit der Messung zusprechen kann. Der gemittelte v-Wert hetrug
îi = 0,09 cm2/s hei Re = 1000,
in den Grenzen
V = 0,02 his v = 0,2 cm2fs
gegeniiher dem mit einem Standardviskosimeter gemessenen
'lllomin4' = 0,01 cm2/s fiir Wasser bei 20° C.
Dagegen stimmten im Bereich Re = 200 die berechneten v-Werte innerhalb der Fehlergrenze mit
dem laminaren W ert iiberein:
îi = 0,01 ± 0,003 cm2/s = 'lllamino' hei Re = 200 .
Dies gilt jedoch nicht fiir verhăltnismăBig junge Wirbel, d. h. fiir Wirhel in Zylindernăhe (etwa
erster und zweiter Wirbel hinter dem Zylinder). Hier erhiiht sich der herechnete Wert his zu
v = 0,03 cm2fs hei Re = 200 .
AnschlieBend sei zur Beurteilung des Gewichts von Einzelmessungen noch das Ergebnis einer
Fehlerrechnung mitgeteilt, die fiir einen speziellen Wirhel durchgefiihrt wurde. Als Fehler wurden
5% der den Kurven zu entnehmenden Werte angesetzt, mit denen der maximale Fehler der Rechen·
griiBen im jeweils ungiinstigsten Fali

L1 (~)-
r -
± 600/ ;o [vgl. (4)],

=±65% [vgl. (6)] ,


"
L1 (i.)
-,.-=±40% [vgl. (7)]
['2

hetrăgt. Lediglich hei der graphischen lntegration der Wirhelstărke liegt der MeBfehler hei

r - ±
L1T- 8ol
to,

wobei hier allerdings ein systematischer Fehler hinzu kommt durch die răumliche Ausbreitung
der Wirhelstărke. Ist diese soweit fortgeschritten, daB sie sich mit den N achharwirheln iiber·
schneidet, wird die so gemessene Wirhelstărke zu klein ausfallen. Fiir die angegebenen Mittelwerte
XXV. Band 1957 Timme: lJber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln 9

diirfte der Fehler jedoch wesentlich niedriger sein, da sie sich jeweils aus einer gri\Beren Anzahl
ausgewerteter Wirhel ergehen.
5. Deutung der Ergebnisse. Der Vergleich der experimentell gefundenen Wirhelprofile mit
dem Geschwindigkeitsverteilungsgesetz von Hamel-Oseen ergah Dhereinstimmung in den drei
wesentlichen Merkmalen des realen Wirhels, dem zeitlichen Kleinerwerden des Geschwindigkeits-
anstieges im Wirhelmittelpunkt, dem Sinken der maximalen Umfangsgeschwindigkeit und dem
W achsen des zugehorigen Radius mit der Zeit. Die hiermit herechneten F- und v- W erte stimmten
fiir den hetreffenden Wirhel unahhangig von den fiir die Berechnung herangezogenen Merkmalen
iiherein, wenn auch nicht exakt, so doch griiBenordnungsmaBig. Daraus laBt sich schlieBen, daB
(2) das Verhalten eines realen Wirhels im Prinzip richtig heschreiht, und daB zweitens die Glei-
chung (2) auch hei Anwesenheit turhulenzartiger Stilrungen giiltig ist, sofern man fiir das Symhol
v einen geeigneten Wert einsetzt. In der Navier-Stokes-Gleichung hat v die Bedeutung der kine-
matischen Ziihigkeit gemiiB dem Newtonschen Schuhspannungsansatz
du
-r: =vedr'
wohei v die Eigenschaft eines Stoffheiwertes hat.
Aus einer Veriinderung des v-Wertes folgt, daB der Newtonsche Ansatz hei Einsetzen turhulenz-
artiger Stilrungen seine Giiltigkeit verliert, hzw. daB dem v keine echte Stoffeigenschaft zukommt.
Soli der Newtonsche Ansatz per definitionem weiter gelten, wie es in der Turhulenztheorie iihlich
ist, so erhiilt man zusatzlich zu der laminaren Zahigkeit die "scheinhare Zahigkeit".
Das Verhalten der Wirhel kann man mit dieser Festlegung folgendermaBen deuten:
Der Wirhel entstehe durch Ablilsen und Aufrollen der Reihungsschicht des Zylinders. Beide
V orgiinge hergen den Keim ungeordneter Bewegung in sich, so daB der gerade entstandene Wirbel
mit kleinen Storungen behaftet ist, welche eine scheinhare Zahigkeit hervorrufen. lm Bereich
Re = 200 klingen diese Stilrungen rasch ah, so daB bei iilteren Wirbeln nur noch die !aminare
Zăhigkeit wirksam ist. Dagegen sind "im Bereich um Re = 1000 die Stilrungen entweder von
vornherein gri\Ber, oder sie wachsen mit der Zeit noch an. Diese kleinen Geschwindigkeitsschwan-
kungen kilnnen weiterhin zu endlichen Sti\rungen entarten, wie sie auf den Wirbelprofilen Ahb. (5),
(6) und (8) zu beohachten sind. Die endlichen Stilrungen konnen dariiber hinaus zu einer Auf-
spaltung des Wirbels in mehrere Einzelwirbel fiihren. Die eigentliche U rsache dieser endlichen
Stilrungen und eine GesetzmiiBigkeit iiber ihre Entstehung konnte experimentell noch nicht
gefunden werden.
Zur Erfassung des W esens der endlichen Stilrungen sei ein Gedankenmodell gestattet1 : Ein
Wirbel von einer hestimmten Stărke an setze sich aus mehreren kleineren, sozusagen Elementar-
wirbeln zusammen. Das Gefiige sei nur Iose und kann sich gegeneinander verschiehen. Dies macht
sich in den Aushuchtungen der Profile hemerkbar, welche anwachsen und abklingen oder auch zur
Auflilsung in die Elementarwirbel fiihren kilnnen.
W enn nun tiitsiichlich solchen Teilhetriigen der Wirhelstărke eine V erschiehung gegeneinander
milglich ist, so ist damit auch ein zusătzlicher Impulsaustausch notwendigerweise verhunden. Das
hedeutet, daB zu dem normalen lmpulsaustausch auf Grund der Thermomolekularbewegung noch
eine zusătzliche AustauschgroBe hinzukommt. Damit erhălt man einen der vollturhulenten Stril-
mung entsprechenden Ausdruck fiir den Austausch 2

A= e l'l~l
ayl,
nur daB in diesem Falle die Zahl der Austauschvorgănge kleiner, die Struktur grilher ist und die
Individualităt der Fliissigkeitsballen lănger gewahrt hleibt. Demnach miiBte der W ert fiir die
wirksame kinetische Zăhigkeit ansteigen, jedoch nicht in dem MaBe wie in der vollturhulenten
Bewegung. AuBerdem ist danach zu erwarten, daB das gemessene v von der lndividualităt des
einzelnen Wirbels, d. h. von dem zufalligen V erhalten der Elementarwirhel wăhrend der MeBzeit,
und vielleicht auch von ihrer Anzahl ahhiingt. Die Messungen im Bereich Re = 1000 mit der von
Wirhel zu Wirbel verschiedenen Wirbelstărke und dem rund lOfach gri\Beren v-Wert lieBen sich
in eine solche Vorstellung ohne Zwang einordnen.

1 A. Roshko, Calif. Inst. of Techno1ogy. NACA T. N. 2913 (1953). - L. Schiller, A. Naumann, lng.-
Arch. 9 (1940) S. 335-.
' L. Prandtl, Fiihrer durch die Stromungs1ehre, S. ll2ff. Braunschweig 1949.
10 Timme: "Ober die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln Ingenieur·Archiv

Ebenso wiirden sich auch die MeBergebnisse der Wirbelstărke einfiigen, da die Zahl der Elemen-
tareinheiten im Gesamtwirbel nur im statistischen Mittel festgelegt sein moge.
Hierbei soli der Ausdruck "Elementarwirbel" nicht so aufgefaBt werden wie etwa die Quanten
der Mikrophysik mit ihrer konstanten, unteilbaren GroBe, sondern vielmehr als Gebilde groBerer
Stabilităt als die des Gesamtwirbels.
Damit erhebt sich die Frage von der Stabilităt eines Wirbels. Falis eine dimensionslose Kenn-
ziffer das V erhalten eines Wirbels ausreichend festlegt und diese Kennziffer die Reynolds-Zahl ist,
so wăre diese zweckmăBigerweise so zu definieren:
Re = d c~m = 2 rm C~m. (8)
w p p

Gilt weiterhin die Hamel-Oseen-Gleichung (2), so ist


rm c~m = 0,1138 r
und damit
Re,. =0,23 11 .
r (9)

W enn nun wăhrend des Entstehungsprozesses zu viele Elementarwirbel zusammengefiihrt werden,


oder mit anderen Worten, wenn die Wirbelstărke zu groB wird, so daB der Wirbel durcb cine geringe
ăuBere Storung zum Zerfali gebracht und turbulenzăhnliche Stromung erzeugt werden kann, so
liegen ăhnliche Verhăltnisse vor wie z. B. bei der laminaren Rohrstromung in der Năhe der kriti-
schen Reynolds-Zahl.
In Analogie dazu konnte man nach einer kritischen Reynolds-Zahl fragen, bei der ein Einzel-
wirhel gerade noch seinen laminaren Charakter hewahrt. N ach den hisher vorliegenden Messungen
miiBte diese groBenordnungsmăBig gleich
25
Re",k,~ = 0,23 o,o 1 = 570 (10)

sein. Dieser W ert muB sicher noch, sofern unsere tlberlegungen iiberhaupt zu Recht hestehen, bei
Vorliegen weiteren Versuchsmaterials genauer untersucht werden.
6. Kritische Untersuehungen iiber das Auswertungsverfahren. Das in Ziff. 4 beschriebene
Auswertungsverfahren enthălt zwei wesentliche Vereinfachungen, deren EinfluB auf die gewonnenen
Ergehnisse im folgenden abgeschătzt werden soli. Die eine Vereinfachung besteht in der Verwen-
dung des Hamel-Oseenschen-Geschwindigkeitsgesetzes, welches den wahren Verhăltnissen vermut-
lich nicht geniigend nahe kommt. Die zweite liegt darin, daB das lnduktionsfeld der Nachhar-
wirhel nur hei der Bestimmung des Wirhelmittelpunktes heriicksichtigt wurde.
a) EinfluB des Wirhelmodells auf die MeBergebnisse. Als Grundlage f'lir die Auswer-
tung der gemessenen Geschwindigkeitsverteilungskurven diente, wie schon erwăhnt, die von
Hamel und Oseen herechnete Losung der Navier-Stokesschen-Gleichung fiir den Einzelwirbel mit
der Randbedingung, daB zur Zeit t = O die Geschwindigkeitsverteilung eines Potentialwirbels
vorliege. Diese Losung ist insofern etwas unbefriedigend, als sie keine Riickschliisse iiber die
Entstehung und das Verhalten eines sehr jungen Wirbels zulăBt, da die Existenz eines
Potentialwirbels physikalisch unmoglich ist (im Mittelpunkt unendlich groBe Geschwindigkeit
und unendlich negativer Druck). Im Zusammenhang mit paraliel laufenden Demonstrations-
versuchen, hei denen die Wirbelablosung hinter dem Zylinder vom mitfahrenden System aus
gefilmt wurde, entstand die Vorsteliung fiir zwei erweiterte Wirbelmodelie1•
1. Kreiswirbelmodell. Seitlich vom Zylinder Iose sich eine Wirbelschicht ah, die sich
stromahwărts kriimmt und nach AbreiBen der Schicht vom Zylinderrand einen geschlossenen Kreis
bildet. In diesem Augenblick bestehe der Kreisumfang aus einer gleichmăBigen Folge von Elemen-
tarwirbeln mit der Zirkulationsdichte y. Nach W. Mi.illerB ist die Wirbelstărke fur die lăngs
eines Kreises r = a gleichmăBig ausgebreitete Wirbelschicht

w=snvl
2n
ya J-
(s-acoerp)1 + (y-ae.iu.tp)•

e
4,, rJ,
rp. (11)
o
1 A. Belz, Naturwiss. 37 (1950), S. 193; H. Kaden, Ing.-Arch.2 (1931), S. 140; H. Drescher, Z. Flugwiss. 4
(1956), s. 19.
2 W. Miiller, Einfiihrung in die Theorie der zăhen Fliissigkeiten, S. 115ff., Leipzig 1932.
XXV. Band 1957 Timme: Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln ll

Setzt man x = r cos {} und y = r sin {}, so erhălt man nach geeigncter U mformung
y2 + a l

W=4vt"
J'a -471 l ('
0
ra)
'2v-t (12)

und mit Hilfe des Stokesschen Satzes die Geschwindigkeitsverteilung

+I r r +a

J b'ir)
1 1

cP = w r dr = 2 : ; 1 r e- 471 ] 0 dr . (13)
o o
Dieses Integral ist geschlossen nicht liisbar•, und um das numerische Ergebnis miiglichst allgemein
giiltig darzustellen, sei folgende Normierung eingefiihrt:

V _
-
2 n fiVI
CP--J'--'
R = ,_r:_ ,
l14yt
A =-_'1_-, (14)
)'4Vt
Mit diesen dimensionslosen Koordinaten lautet dann die Hamel-Oseensche Geschwindigkeits-
verteilung
V=~ (1- .-R') (15)
und fiir das Kreiswirbelmodell

JRe-(R'
R

V={- +A') ] 0 (i 2 RA) dR mit V-


-CPay'
V4vt (16)
o
Fiihrt man die Bessel-Funktionen iiber in Reihendarstellung und integriert gliedweise, so erhălt man

V= R [1 _ e-
_1:_ (R' +A') ( A'
e + ~1! (eA' _ ]{' (eA ' _ 1 _ ~)
1) + 2! l! 3! (e A ' _
+~ 1_ A 2
2! + ..
1! _ A')
·)] .
(17)
In dieser Darstellung lăBt sich leicht iibersehen, daB mit verschwindendem Parameterwert A das
Wirbelprofil wieder in die Hamel-Oseensche Geschwindigkeitsverteilung iibergeht, was dem Ansatz
nachauchzuerwartenwar. Denn
A = O stellt die Verhăltnisse fiir V
sehr groBe Zeiten dar, oder den 1
trivialen Fali, daB der Ringhalb- R
messer von Anfang an a =O war. ""-""--+----+-V~ kjRe -!R'•A'} fo(izRA)dR
In Abb. 9 sind fiir verschiedene o
Parameterwerte die numerisch
berechneten Liisungen aufge- ~~~~~~-r~~--~~~--r----~----r-~
tragen.
Fiir groBe A-Werte weist
das Geschwindigkeitsprofil drei
W endepunkte auf, und im Wir-
belzentrum geht der Geschwin-
digkeitsanstieg fiir kleine Zeiten R
5
gegen Null (Abb. 12). Dies sind
zwei markante Charakteristika,
die an Hand der vorliegenden
MeBergebnisse iiberpriift werden Abb. 9. Theoretische Geschwindigkeitsverteilung im Kreiswirbel.

* Inzwischen ist aus der deutschen Ubersetzung des Lehrbuches von Kotschin 1 eine funktionentheo-
retische Losung der Gleichung(13) bzw. (16) bekannt, in der dieReihenglieder von(17) durchBessei-Funktionen
zusammengefaBt werden. Man erhălt

fiir R ~A: V= -~e-(R'+A') i:(~)k h(2 AR),


k~l

fiir R~A: V=-:r[1-e-(R'+A')~(ith(2ARJ


1 N. ]. Kotschin, I. A. Kibel u. N. W. Rose, Theoretische Hydrodynamik, Bd. 2, S. 320, Berlin 1955.
12 Timme: Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln lngenieur-Archiv

konnen. Es ist jedoch in keinem Falle auch bei sehr jungen Wirbeln eines der beiden Merkmale,
wenigstcns innerhalb der MeBgenauigkeit, bemerkt worden. Uber den Verlauf des Anstieges im
Nullpunkt miige erst im AnschluJ3 an das zweite Wirbelmodell diskutiert werden.

2. Flăchenwirbelmodell. Wieder Iose sich seitlich vom Zylinder eine Wirbelschicht ah, die
sich stromabwărts kriimmt und diesmal zu einer Spirale aufrollt. Hat die Spirale den Durch-
messer 2a erreicht, so reiBe die Wirbelschicht am Zylinder ah, und die von der Spirale bedeckte
Flăche bilde angenăhert eine Kreisflăche, die mit einer gleichmăJ3igen Dichte von Elementarwirbeln
belegt sei. Setzt man wieder die Zirkulationsdichte y, die jetzt jedoch die Dimension sec-I babe,
und den Kreishalbmesser a, so erhălt man fiir dic Wirbelstărke
(x-a cos qJ) 2 + (y-a sin rp)1
j'
a 2n
w = - y - {a e- _______---.-;;-t_ _ _ _ da dep
(18)
8 Jt1 1 t
oo
und mit x = r cos{}, y = r sin{} und cp- {) =O

w = ---
y ~~ a e_,,4~{" .], (•' --ra)d
-- a • (19)
4vt 0 2vt

Unter Benutzung des Stokesschen Satzes ist dann die Geschwindigkeit


r a r a!+ ri

c~= ~-Jwrdr=N,ff rae----.--;;- J 0 (i{vat)dadr, (20)


o o o

und nach Einfiihrung der dimensionslosen Koordinaten, wobei analog

zu sctzen ist, ergibt sich


A R
V= A 24R JIRA e-(A' + R') J 0 (i 2 R A) dA dR . (21)
o o

V erwendet man die Integrationsformeln


,,
2 e- (A'+ R') J 0 (i 2 R A) r e- 4 J 0(R t) J0 (A t) t dt (22)
o
und beachtet, daJ3

r
A

A J 0 (At) dA=~ J 1(A t) (fiir R entsprechend), (23)


o
so ist
,,

o
r·- 1
4
J 1 (A t) J 1 (R t) dt, (24)

wobei t einen dimensionslosen Integrationsparameter hedeutet. Auch hier ist eine geschlossene
lntegration nicht moglich. Nach Aufliisung der Bessel-Funktionen in unendliche Reihen und glied-
weiser Integration ist es zweckmăJ3ig, das Summenschema nach neuen Variablen umzuordnen,
und man erhiilt

V = R L; f(B, C)n
. IB = A2 +R 2 ,
(25)
n'--"0
mrt ) C = A• R•'
XXV. Band 1957 Timme: Dber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln 13

+
wobei f(B, C),. =

l ( 1- !-:;- + -} ~~ - -} ~~ + · · · - · ..) = {- (1 - 6- B)

+i(-}1--}~+-}~~--}~; +···-···)
+··· ......................... .
+ 1)! 2n + 1 1-
+ n! (nC 2n +-f IT+ 2n 1
+ 32T- 2n + 43T + · · ·- · · ·
"(1 1 B B 21B 3 )
(25b)

C" oo (-l)m Bm
= nl(n + 1)! ~ (2 n + m + 1)
m=O
m!'

V ~ ~ -~~-('o--~1)'-m~C~"-B~m-~~
= R ~ ~ n! (n
n=O m=O
+ 1)! m! (2 n + m + 1)
bedeuten moge. Auch hier erkennt man sofort, daB fiir A =O (B = R 2 , C =O) die Hamel-Oseen-
sche Geschwindigkeitsverteilung vorliegt.
Aus den in Abb. 10 aufgetragenen Kurven ist zu ersehen, daB die so erhaltenen Wirbelprofile
bei gleichen Parameterwerten A wie im Kreiswirbelmodell immer der Hame!-Oseenschen Geschwin-
digkeitsverteilung iihnlich bleiben. V
Da nun die gemessenen Wirbel- ~--~~---.---~----,-----.----,-----,
profite ebenfalls der Hamel·Oseen·
schen Geschwindigkeitsverteilung a6 1----+--,L-+-----""""',------+-----1-- v-jji'ffz;(At)I,{Rt}ăt
entsprechen, diese aher fur sehr 0
kleine Zeiten aus obenerwiihnten
Griinden sicher falsch ist, liiBt sich
schlieBen, daB man mit der Vor- 4~
stellung des Flăchenwirbels den
wahren V erhiiltnissen auch bei
sehr jungen Wirbeln slcher niiher
kommt.
Es galt daher zu untersuchen,
R
welchen EinfluB die endliche Aus- 3 5
dehnung des Wirbelkernes gegen-
iiber dem Hamel-Oseenschen -e... z..~ " zw;;t'.
V--,..
Punktwirbel auf den lmpuls-
r -.'1----o!f'
Abb. 10. Theoretische Geschwindigkeitsverteilung im Flăchenwirbel.
austausch-Vorgang im lnnern des
Wirbels ausiibt, d. h. mit anderen
Worten, wie sich die nach dem Flăchenwirbelmodell zu berechnende kinematische Zăhigkeit v von
der Hamel-Oseenschen unterscheidet. Unter Vernachlăssigung der Glieder hoherer Ordnung erhălt
man fiir den Geschwindigkeitsanstieg im Nullpunkt

_ -r- ( 1-e-4;',)
c91, - (26)
• 2n a
2

und hieraus die kinematische Zăhigkeit mit der Ănderung der Geschwindigkeitsanstiege zu den
Zeiten t 1 und t 2 mit

V=
40~~ [In (1- L~na')- In (1-;;.,~na')l" (27)

Man erkennt aus den Klammerausdriicken unter dem Logarithmus, daB der Kernradius nicht
beliebig groB sein kann, sondern hochstens
•- r
ao---,. (28)
2nc91,
Dies ist jedoch nur zur Zeit t1 = O mit konstantem Anstieg bis zum Kernradius moglich (dann ist
f
gerade r = c ds == 2 :n: a 2 c;,). Zur Darstellung der Funktion V =V (a, Llc~•• Llt, T) seien alle
14 Timme: "Ober die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln lngenieur-Archiv

iibrigen Werte auf den Wert l normiert, und c~,Jc;" = 0,7 gesetzt, was etwa den allgemeinen
MeBgroBen entspricht. Dann ist

(29)

Aus der graphischen Darstellung Abb. l l ist zu ersehen, daB bis zu aja0 = 0,7 die Abweichung
von v kleiner als 2%, bei aja0 = 0,8 kleiner als 5% bleibt, und erst bei aja0 = l, ein Wert also,
der in realer Form nie existieren wird, die kinematische Zahigkeit noch nicht einmal den doppelten
W ert annimmt.

V
o, 8
a' { 1
F=tqt-;t;J' ~aJ-ll-·
n.1--~-.--
cr2 2JT:a')
n.t--1-.-
1 }

normierf utJf

_/
6

v~(~J'{+(~)'] -~}
'
1

az
1
a
1
a;
o,z 0,8
Abb. 11. Kinematische Ziihigkeit im Flăchcnwirbel als Funktion des Kernhalbmessers a.

Mit dieser Rechnung konnte gezeigt werden, daB die nach Hamel-Oseen berechnete Austausch-
groBe fiir Impuls in weitem Bereich auch fiir den Flăchenwirbel giiltig ist. Und weiterhin, daB
der moglichc Fehler nur negativ auftritt, d. h. die GroBe v kann nur zu klein, nie zu groB bestimmt
werden.

~"-o [sek-1]

aa \
\ \ _1 1
/Jeschwindigkeifsonstieg
1
-
0,6
\ \ fiirP=scne/sek- v=Micm'/sek. a=1c:nt
' ' -
\
"'
Kurve I ' Hamei- Wirbel
.II' Riir:henwirbe! -
"'Z " IJI, Kreiswirbel

z / ""' Kt----=""'r---t::::::::
lii

t:--.
1 :---

) t[sek]
20 60 80 100 120 1UO

Abb. 12. Gesch\•iindigkeitsanstieg im Wirbelmittelpunkt als Funktion der Zeit t.

AnschlieBend sei noch ein MeBergebnis vermerkt, welches sich nicht ohne weiteres in das
Schema des Flăchenwirbels einordnen lăBt. Bei mehreren, der Lage nach noch sehr jungen Wirbeln
ist zweifelsfrei innerhalb der MeBgenauigkeit ein W achsen des Geschwindigkeitsanstieges im N ull-
punkt gemessen worden. Triigt man wie in Abb. 12 fiir einen als Beispiel herangezogenen Wirbel
mit r = 5 cm 2Js, a = l cm, V= 0,01 cm2 js den zeitlichen Verlauf des Geschwindigkeitsanstieges
XXV. Band 1957 Timme: Vher die Geschwindigkeitsverteilung in Wirheln 15

im Nullpunkt fiir die drei besprochenen Wirbelmodelle auf mit


, r 20
(Hamel-Oseen)
..
c'Po= 8Tvt= t'
25

(Kreiswirbel)
. r 4•• =-e
20 •
(30)
c9',=8nvle 1

(Flăchenwirbel)
, r
cq>, = 2 n a• 1 -
( e
~)
-t;t
= 0,8 1 -
( e
- ~)
,
,

so sieht man, daB nur im Falle des Kreiswirbels ein Wachsen des Geschwindigkeitsanstieges erfolgen
kann. Da jedoch die gemessenen Wirbelprofile die andern Merkmale des Kreiswirbels nicht auf-
weisen, lăBt sich vermuten, daB die urspriingliche Wirbelstărkeverteilung wohl flăchenhaft an-
geordnet ist, die Wirbelstărke zum Rande des Kreises jedoch zunimmt. Ein derartiges Bild lieBe
sich unschwer in die Vorstellung von dem zeitlichen Ablauf der Aufrollung der Wirbelschicht ein-
fiigen (Abb. 13).

r }' }' r
1
---Kreiswtr!Jel 1
--fliichenwirbel 1
1
Mr------+--·-7~/-+--~

r
Hamei-Wirbel KreiswiPbel Aiichenwirbel modif/ziert.r
Flăchenwirbel
Abb, 13. Wirbelstărkenverteilung zur Zeit J = O,

Abb. 14. Norm.ierte maximale Ceschwindigkeit Vm und zugeh6riger Radios Rm


als Funktion des Kernhalbmessers A. O _ A
z

Eine Abschătzung des urspriinglichen Kernhalbmessers, die allerdings nur bei einem allein-
stehenden Wirbel zulăssig ist, sei hier kurz angedeutet: Die normierte maximale Umfangsgeschwin-
digkeit V., und der zugehorige Radius R.,, die sich aus den Gleichungen (17) und (25) explizit
schlecht darstellen lassen, werde durch eine Năherungsfunktion aus den numerischen Beispielen
Abb. 9 und 10 bestimmt. Beide GroBen sind dann nur noch Funktionen des normierten Kern-
radius A (Abb. 14).
Die gemessenen Werte c9'., und r., normiert man, indem man den unbekannten Wert =x y4Vt
frei wăhlt und mit den so gebildeten
2nV4Vî 2n
V.,= c9'.,--r-- = c9'mrx,
in die graphische Darstellung Abb. 14 eingeht. Der gewăhlte Wert x ist iterativ solange zu ver-
ăndern, bis die jeweils gefundenen A-Werte iibereinstimmen. Dann ist der urspriingliche Kern-
halbmesser
a=xA.
Versuchsweise nach diesem Verfahren durchgefiihrte Rechnungen ergaben fiir verschiedene Wirbel
groBenordnungsmăBig
a = 0,9 ± 0,4 cm .
lti
16 Timme: "Ober die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln Ingenieur·Archiv

Hierzu muB nochmals betont werden, daB es sich nur um eine Abschătzung handelt, da das Ver·
fahren nur fiir alleinstehende Wirbel abgeleitet war. So erhielt man z. B. fiir denselben Wirbel zu
den Zeiten t 1 und t 2 immer etwas unterschiedliche W erte fiir den urspriinglichen Kernradius.
Den normierten Kernhalbmesser A konnte man noch auf andere W eise bestimmen, wenn man
die kritische GroBe
(31)

bildet. Es stellt sieh heraus, daB K fiir den Hamel-Oseen· Wirbel eine Invariante, fiir den Kreis-
und Flăchenwirbel jedoch eine Funktion von A ist (Abb. 15). Mit dem aus den MeBgroBen c~m•
K c;, und rm berechneten K kilnnte man aus der graphischen
6 Darstellung Abb. 15 das A bestimmen, sofern die MeBgenauig-
keit dazu ausreicht. Ist aher jeder Wert nur mit einem
Fehler von 5% behaftet, so ist

LJK = ± (~Cq>m + 4~;, + "~~m) = ± 15 %'


5 K Crpm Cq>o rm

und bei einem beispielsweise gemessenen


1 K = 0,65 ± 0,1 = 0,55-0,75
1
erstreckt sich der Fehlerbereich schon iiber alle fiir den
Flăchenwirbel berechneten K-Werte.
1
1 b) Die Wirkung der N achbarwirbel auf den Auf-
1 wirbel. Alle bisherigen Betrachtungen gehen von der Vor·
1
2. 3. Q.
1

~--·----IJ=E)--p~--
/(~~-_~!",_ 1
c~/'m Vo'Rm 1
1

rh
1
t r
1

w-
1
1}Kreiswirţe' G--z 1 1
1 1 1

---
/
Fliichenw"!f 1
A S'
~ 5o Zylimler 1. bis ~ Wirbel hinfer Zylintler
Abb. 15. KenngrOBe K ah Funktion de8 Abb. 16. Kârmânsche WirbelstraBe. Lage der Achsen SS'
Kernhalhmessers A. und PP'.

aussetzung aus, daB der zu untersuchende Wirbel, im folgenden mit Aufwirbel bezeichnet, allein
in einer ruhenden Fliissigkeit existiert. Fiir einen Aufwirbel im Verband einer WirbelstraBe ist
das nun offensichtlich nicht der Fali, vielmehr wirkt die Umgebung- das sind die Nachbar-
wirbel - derart auf ihn ein, daB der Wirbel sich mit einer Eigengeschwindigkeit in Richtung
auf den Zylinder bewegt. tl"ber den Mechanismus der lnduktionswirkung der Nachbarwirbel
kann man von vornherein keine exakten Angaben machen, da als Losung der Navier-Stokes·
schen Differentialgleichung fiir Wirbelbewegungen nur der Spezialfall des Einzelwirbels bekannt ist.
lst die Bewegung eines Wirbels in einem gewissen Bereich, dem "Wirbelkern", mit der eines
starren Korpers vergleichbar - und nach den bekannten Experimenten mit gefărbten Wirbel·
kernen erscheint einem diese Annahme plausibel - , so miiBte die Induktion sich nur auf den
Wirbelmittelpunkt, analog dem Schwerpunktsatz der Mechanik, auswirken und der Wirbelkern
als ganzes die Geschwindigkeit annehmen, die die Nachbarwirbel an der Stelle des Aufwirbelmittel-
punktes erzeugen.
Diese Frage lăBt sich experimentell entscheiden, wenn man das Geschwindigkeitsprofil des Auf·
wirbels nicht nur auf der Achse senkrecht zur WirbelstraBe (SS' in Abb. 16) aufnimmt, sondern
zusătzlich noch auf der Achse parallel zur WirbelstraBe ( P P' in Abb. 16), durch den wahren Wirbel·
mittelpunkt. Handelt es sich um die Rotation eines starren Korpers, so muB in beiden Făllen
der Geschwindigkeitsanstieg im Mittelpunkt der gleiche sein. Aus Abb. 17 und 18 ist zu entnehmen,
daB diese Annahme offensichtlich nicht zutrifft. Auf der senkrechten Achse ist der gemessene
XXV. Band 1957 Timme: Dber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln 17
------------------- --------
Geschwindigkeitsanstieg nm 26% kleiner als auf der Parallelachse, auch ist der Unterschied zwischen
den beiden mittleren c~m mit 34,5% betrăchtlich. Somit kann man auch den innersten Bezirken
eines Wirbels kaum die Eigenschaften eines starren Korpers zusprechen.
In der Potentialtheorie der idealen Fliissigkeiten, die sich von der Eulerschen Gleichung fiir
rotorfreie Stromung ableitet, gilt allgemein das Superpositionsprinzip, nach dem man aus zwei
partikulăren lntegralen der Gleichung durch Addition ein allgemeineres bilden kann. In unserem
Falle hieBe das, daB sich die resultierende Geschwindigkeit an jedem Ort vektoriell aus den Ge·
schwindigkeitsanteilen der Nachbarwirbel und des Aufwirbels zusammensetzt. Nun ist aher einmal

o~[cm/sek]
M

r[cm]
5 5
wahrer Wirbelm!#e!punkf
scheinbc!rer

Geschwindigkeilsansfle!/
~r-o=O,J31sek-'
Abh. 17, Gemessenes Wirbelprofil auf der Achse SS' senkrecht zur Wirbelstralle,

r[cm]

Abb. 18, Gcmcsscnes Wirbelprofil auf dcr Achse PP' parallel zur V>'irbclstraGc.

cler untersuchte Bereich des Aufwirbels keineswegs rotorfrei, und zum anderen gilt die Hamel-
Oseensche Losung der Navier-Stokes-Gleichung nur bei rotationssymmetrischen Anfangsbedin-
gungen. Trotzdem soli versuchsweise das Geschwindigkeitsprofil auf den beiden Achsen nach dem
Superpositionsprinzip berechnet werden mit der Annahme, daB die Konvektionsglieder zahlen-
măBig keinen allzu groBen Einflufi ausiiben werden.
Dafiir ist es zweckmăBig, nach dem Hookerschen Vorgehen 1 alle N achbarwirbel durch
Potentialwirbel zu ersetzen, da in grofierer Entfernung der U nterschied zwischen Real- und Poten-
tialwirbel vernachlăssigbar klein ist. Dann wird nach v. Karman das Geschwindigkeitspotentia l

1 S. G. Hooker, Proc. Roy. Soc. A 154 (1936), S. 67.

'"*
18 Timme: "Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln Ingenieur-Archiv

der WirbelstraBe durch


sin ~~ (z- z0 )
;r (32)
ro = 2 "'lg -_-,..---
smT(• +z.)
dargestellt. Mit dem Aufwirbel an der Stelle

(33)
ist das Geschwindigkeitsfeld
dm . ;r [of(~)
(34)
dz = u-~v = - T i6in("',h)+ co•e,"' •)
und auf der senkrechten Achse SS' mit
(35)
die Geschwindigkeit in x-Richtung

-r
[o[("'th)
=-,-sin ("',h)- sine,"' y) ·
(36)
u

An der Stelle des Aufwirbels wird der Potentialwirbel durch einen Hamel-Oseenschen Punktwirbel
(1) und (2) ersetzt:

u = -r
[or("'h) -~+~(1-e-h•)
•'
2"'r
1
("'h)
. (2"'
1 6 .m T - 6 m ŢY) 2nr

(37)

wobei
h
r=y-2 (38)

ist. Wird in (37) y durch r gemliB (38) ersetzt, so folgt

-r [tg("'t) r •'
u=-- \ - - - e-,", (39)
1 1-[ts("'1h)Eiin(21"',)-[ofC,"'r) 2"''
Fiir kleine r entwickelt man mit @5in r ~ r und [of r ~ 1 + 1/2 r die Gleichung (39):2

[ [tg(~) 1 r ]

2"'r[tg("',h)+27",. -2:nr+8,..vl
l
Uo=F

-i,~g(~)
[1+-Ţ~s("'t)r+a,..., r

=F (40)

-h
r [-k- [tg ("'t) + r + 8 :n;" 1
r ]
=
XXV. Band 1957 Tirnrne: Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln 19

In dem Beispiel aus Abb. 17 und 18 waren die dazugehorigen W erte


h = 1,9 cm r = 5 cm2/s
(
nach Hamel-Oseen)}
(41)
l = 9,1 cm 4vt = 2,5 cm2 berechnet.

Die mit den W erten berechnete Kurve konnte mit der gemessenen besser in Ubereinstimmung
gebracht werden, wenn man
r = 5,73 cm2/s (41a)
setzte. Dann lautet (39)
,.
-1,094 0,913 -2,5
(42)
u = 1- 1,738 · ®in (0,69 r)- <Îoj (07)9 r) - -,- e
und (40)
-0,912
u 0 = S,0 3 +r - 0,365 r . (43)

u[cm/sek]

--gemessen
- - - berechnef

0,2

---
~s ~J -2 ~1

r~s;rJcm'/sek • vt~2,Scm' r coslu(p} r -~~~~


U=y· sinh.{-f!)-sinhp.fy} +zm;e
h=7,9cm l-~7cm f~o.z09
T'=y-}
Abb. 19. Gemessenes und berechnetes Wirbelprofil auf dcr Achse SS' senkrecht zur WirbclstraBe.

In Abb. 19 sind das berechnete und das gemessene Wirbelprofil fiir die Achse senkrecht znr Wirbel-
straBe SS' eingetragen. Nach dem gleichen Verfahren soll nnn die Geschwindigkeitsverteilung in
y-Richtung auf der zur StraBe parallelen Achse PP' berechnet werden. Gleichung (35) lautet jetzt

Z=X+ Î ~ (44)
und entsprechend (36)

r cos(~ x)
v= T ~g•(";} [1- sin Ct x)f + cos2 (2_1" x) •
(45)

N ach zweckmaBiger U mformung ist

_ r [oj'(~) cos(~ x)
v- T 2 ®in•("n[1-sinC x)j+ cos'Ct'x) ·
(46)
1"

Wieder wird der Aufwirbel durch einen Realwirbel ersetzt [vgl. (37)]:

_ r [o\'("t) cos( ~Ţ x) r _ .':,


v - T 2 ®in'(~") 11- sin (2J' x)} +-cos' C ~ + 1"
2 " re
(47)

mit
(48)
20 Timme: Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln Ingenieur·Archiv

Wird x durch (48) ausgedriickt, erhălt man

-r r) _"_
r _,,,
G\:o j' ("l h) sin (!!_n;
l
(49)
v = -~-; 6in'("1h)f-~os Ct~)! ;sin 2 (2t~ + 2nr e
Geht r--+ O, wird sin (ar) :::; ar, cos (ar) :::; 1 - 1/2 a 2 r2 und (49)

G\:o[' (" h) 2" r

4 + 2n r - Bn vt
-T l l T Tr
= -~ - --~-(-nh) 2n2 ~2- n2 r2
-12- + -
Vo
2 6tn T 1-,-

r [-- ~ G\:oi'J"n_ + 2
_1 - --'--]
"'
l
26in'("t)nr+2nr B:n:>•t (50)

=
"'("h) +-----
r r---- -Q: ----
- O) T 1 r

[ESin'("~h)+I]2"' 2nr Bnvt

-rr
Bn v t ·

Mit den in (41) und (41a) angegebenen Zahlen lautet (49)

0,942 sin (0,69 r) 0,913 e- 2;5


V = 0,991 (1 - cos (0,69 r)j +
sin2 (0,69 r) +r - (51)

und (50)
v0 = - 0,365 r . (52)

Abb. 20 zeigt das berechnete und das gemessene Wirbelprofil ebenso wie Abb. 19 in bemerkens-
werter Vbereinstimmung, sofern man die grundsătzlichen Bedenken gegen das V erfahren und die
Vereinfachungen des Ansatzes beachtet. Setzt doch das Karmansche Geschwindigkeitspotential
v[cm/sek]
46

-s 1 -q -z -1
1

--gemessen
---berecllnet

r~s.rscrre/sek q vt~Z5cnf

h-t9cm l~~1cm. f~azog


Abb. 20. Gemessenes und berechnetes Wirbelprofil auf der Achse P P' parallel zur WirbelstraJ3e,

eine beiderseits unendliche lange Wirbelstralle in aeqnidistanter Anordnung mit konstanter Wirbel-
stărke voraus. In Wirklichkeit ist die Stralle nicht unendlich, wird die Strallenbreite h mit zu-
nehmendem Abstand vom Zylinder griiller und sind die Starken der Wirbel nur in einem Bereich
von ±16% (s. S. 212) untereinander gleich.
XXV. Band 1957 Timme: Uber die Geschwindigkeitsverteilung in Wirbeln 21

Da das Superpositionsprinzip dem tatsăchlichen Mechanismus verhăltnismii6ig gut entspricht,


ist hiermit die wesentlichste Me6gro6e, der Geschwindigkeitsanstieg im Wirhelmittelpunkt, zu
untersuchen. Nach (40) hetrăgt er auf der senkrechten Achse SS', auf welcher allgemein die Aus-
wertung erfolgte,
au,) = u,, = 2n(zr + r)' + ifnvl
(Tr r
mit Z = ~Q:tg ("'t). (53)

Wird die Gleichung nach v t aufgelost:


r
(54)
vt= 8 ( r )'
"' u~- 2 :n; (Z + r) 2

so lă6t sich v aus den Me6werten zu den Zeiten t1 und t 2 bestimmen [vgl. (4)]:

1
v=a:LJ,[, r --, r ]
uot- 2 :n; (Z -1- r)' u.,- 2 n (Z + r)'
. ' "'r~g' ("',h)
mtt Z = ~~~--. (55)

Aus einer zahlenmă6igen Durchrechnung an Hand der vorliegenden Me6daten ergibt sich der Unter·
schied zu dem mit (4) berechneten Wert zu

L1v
V
= Z' (_!;- + __1, + -~~) = + 21%.
U·oi Uoa Uo 1 Uoa

Das bedeutet, da6 das oben angegebene ~Auswertungsverfahren mit einem systematischen Fehler
behaftet ist, der sich aher im Vergleich zur sonstigen Me6genauigkeit nicht erheblich auswirken
diirfte. Da das Vorzeichen des Fehlers eindeutig ist, lii6t sich sagen, die berechnete kinematische
Zăhigkeit wird auf Grund der Induktion der Nachbarwirhel um einen hegrenzten Betrag zu gro6
gemessen.

7. Zusammenfassung. Es wird iiber eine experimentelle Arheit aus dem Hermann Fottinger-
lnstitut an der Technischen Universităt Berlin-Charlottenhurg berichtet, in welcher die Geschwin-
digkeitsverteilung in Wirheln einer Karmanschen Wirbelstra6e bestimmt wurde. Die Messung
erfolgte durch Photographieren der markierten Fliissigkeitsoberfliiche. Unter Zugrundelegung
des Hamel-Oseenschen Geschwindigkeitsgesetzes fiir den realen Wirbel mit

c~
r
= --
2nr
(1 - e-;;,)
konnte die wirksame kinematische Zăhigkeit v und die Zirkulation F herechnet werden. Fiir
Wirhel im Bereich einer kritischen Grii6e wurde die kinematische Zăhigkeit v rund 10fach gro6er
als mit einem Standardviskosimeter bestimmt. U nterhalh der kritischen Gro6e ergab die Zăhig­
keit nur kurz nach der Entstehung der Wirbel einen erhohten, danach jedoch den normalen lami-
naren W ert. Als Deutungsmoglichkeit der Me6ergehnisse wird ein turbulenzartiger Impulsaus·
tauschvorgang in "Ohereinstimmung mit Autoren theoretischer Arbeiten angegeben.
In einem weiteren Ahschnitt wird das Auswertungsverfahren beziiglich des verwandten Wirbel·
modells und der lnduktion der Nachharwirbel einer kritischen Betrachtung unterzogen. Es konnte
gezeigt werden, da6 das Verfahren vermutlich mit systematischen Fehlern behaftet ist, diese aher
gro6enordnungsmă6ig unterhalb der beobachteten Effekte liegen.

(Eingegangen am 6. S.eptember 1956)


Anschrift des Verfassers: Dr. A. Timme, Hermann-Fottinger-Institut fiir Stromungstechnik,
Berlin-Charlottenburg, Hardenbergstr. 34.

V/12/6 0,100 (KB.fZ. 040)


Lebenslauf

Am 28. Juni 1928 wurde ich in Mailand als Sohn des Dr.-lng. Adalbert
Timme und seiner Ehefrau Martha, geb. Preuschmanu, geboren. Im Jahre
1929 siedelten meine Eltern nach Berlin-Lichterfelde iiber, wo ich von 1934
bis 1938 die 12. Volksschule und anschlieBend das humanistische Schiller-
gymnasium besuchte. I:QI Jahre 1944 wurde ich als Luftwaffenhelfer eiu-
gezogen.
Nach dem Kriege besuchte ich noch das Charlottenburger Gymnasium, an
we1chem ich im Juli 1946 die Reifepriifung ablegte. lm Wintersemester
1946/47 beg~nn ich an der Technischen Universitiit Berlin-Charlottenburg
mit dem Studium der Experimental-Physik.
AnschlieBend an meine im Hermann Fottinger-Institut unter der Leitung
von Herrn Prof. Dr.-lng. Rudolf Wille angefertigte Diplomarbeit wurde
mir im Rahmen des Forschungsprogramms des Institutes die Unter-
suchungen iiber Probleme der WirbelstraBenbildung hinter Widerstands-
kiirpern iibertragen. Diese Arbeiten, deren experimentelle Ergebnisse zum
Teil fiir die Abfassung der vorliegenden Schrift verwandt werden konnten,
wurden mir durch die Gewiihrung eines zweijiibrigen Assistenten-Stipen-
diums der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermoglicht.